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	<title>77jahre</title>
	
	<link>http://www.77jahre.de</link>
	<description>Geschichte (nicht nur) einer Familie</description>
	<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 13:00:58 +0000</pubDate>
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		<title>Mi 15.03.1933, Brief von Walter an Anneliese: “Wesentliche Änderungen in meiner Gemütsart sind inzwischen nicht eingetreten”</title>
		<link>http://www.77jahre.de/2010/03/15/mi-15031933-brief-von-walter-an-anneliese-wesentliche-anderungen-in-meiner-gemutsart-sind-inzwischen-nicht-eingetreten/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 13:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SG</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Walter Galka]]></category>

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		<description><![CDATA[Bochum, den 15. 3. 33.
Mein liebes gutes Kind!
Deinen lieben Brief habe ich mit vielem Dank erhalten und mich sehr gefreut, daß Du so schnell geantwortet hast. Daß Du ein wenig überrascht warst, kann ich wohl verstehen, aber ich glaube nicht, daß Du Angst vor mir hast und Dich fürchtest, mit mir allein zu sein, denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bochum, den 15. 3. 33.</p>
<p>Mein liebes gutes Kind!</p>
<p><a href="http://www.77jahre.de/2010/03/09/do-09031933-brief-von-anneliese-an-walter-i-have-not-told-my-mother-and-i-shall-not-now/" target="_blank" >Deinen lieben Brief</a> habe ich mit vielem Dank erhalten und mich sehr gefreut, daß Du so schnell geantwortet hast. Daß Du ein wenig überrascht warst, kann ich wohl verstehen, aber ich glaube nicht, daß Du Angst vor mir hast und Dich fürchtest, mit mir allein zu sein, denn das wäre ja ein unnatürlicher Zustand und daß ich Dich von ganzem Herzen lieb habe und mich riesig auf unser Wiedersehen freue, weißt Du ja, und es würde Dir komisch vorkommen, wenn es anders wäre.</p>
<p><span id="more-471"></span>Das Buch &#8220;Helene Thielemann&#8221; kenne ich leider noch nicht. Nächsten Sonntag kann ich leider nicht nach Schwelm fahren, da mein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leibverh%C3%A4ltnis" target="_blank" onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/article/de.wikipedia.org');">Leibbursch</a> und seine Braut sich angemeldet haben, und da kann ich schlecht absagen, da wir uns so selten sehen. Aber den folgenden Sonntag werde ich Deine lieben Eltern besuchen, das ist ja noch zeitig genug. Ein Päckchen für Dich werde ich natürlich gern mitnehmen.</p>
<p>Vielleicht ist es nicht gerade praktisch, einen ganz großen Koffer mitzunehmen, da die Sachen dann nicht fest darin liegen und herumschlackern. Aber wir können ja Anzug und Wäsche usw. in einen Pappkarton packen und werden auf diese Weise schon alles nach Deutschland befördern; darum brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Es wäre ja fein, wenn Deine Annahme, daß wir in Paris auch allein sein können, in Erfüllung ginge. Etwas Schöneres, als mit Dir allein in der Welt herumzugondeln, kann ich mir garnicht denken. –</p>
<p>Ich war nun auch am Verkehrsverein und habe das <a href="http://www.77jahre.de/2010/03/14/di-14031933-franzosisches-visum/" target="_blank" >Visum</a> bestellt; morgen oder übermorgen ist es fertig. Auch habe ich mich nach den Zügen erkundigt. Ich kann um 7<sup>33</sup> in Bochum abfahren, bin um 12<sup>58</sup> in Vlissingen und um 20<sup>38</sup> (engl. Zeit) in London, Liverpoolstreetstation. Das wird derselbe Zug sein, den Du auch benutzt hast. Am 4. April gibt es nun Ferien, das ist ein Dienstag. Da ich Dienstag erst in der 4. Stunde Unterricht habe und um 10 Uhr Schulschluß ist, ist der 4. April für mich schon Ferientag. Montag habe ich sowieso frei. Samstag habe ich die erste Stunde. Am Sonntag den 2. April kann ich also getrost fahren, ohne etwas zu versäumen. Bestelle die Zimmer also bitte für Sonntag. Falls ich schon am Samstag fahren sollte, so schadet das ja nicht. Die eine Nacht kann ich ja schlafen, wo ich gerade bin, und Sonntag mittag ab 12 Uhr kann ich ja bereits in die von Dir gemieteten Zimmer einziehen, da der Tag im Hotel ja von Mittag bis Mittag rechnet. Wenn ich erst Sonntag kommen sollte, so treffen wir uns um 20<sup>38</sup> auf dem Bahnsteig, und sonst erwarte ich Dich entweder im Hotel oder an einem von Dir vorgeschlagenen Ort. Ich meine, es ist so eindeutig. Du kannst also jetzt die Zimmer bestellen von Sonntag bis Dienstag. –</p>
<p>In 2 ½ Wochen sind wir also wieder zusammen, dann sind die langen, langen 10 Monate glücklich herum. Es kommt mir fast komisch vor, daß es jetzt bloß noch so kurze Zeit dauern soll. Ich glaube ja, daß wir keinen Tag brauchen werden, um uns aneinander zu gewöhnen. Wesentliche Änderungen in meiner Gemütsart sind inzwischen nicht eingetreten, da sich meine Lebensbedingungen nicht geändert haben. Wie es bei Dir ist, weiß ich ja nicht ganz, nehme aber an, daß nur Positives hinzugekommen ist.</p>
<p>Falls ich das betr. Buch nicht unbemerkt aus Deinem Bücherschrank nehmen kann, so erzählst Du mir halt, was darin steht, wenn wir zusammen sind. Wir werden schon übereinkommen.</p>
<p>Zur Beschäftigung mit dem Englischen werde ich wohl nicht mehr kommen vor der großen Reise, es wird auch so gehen, ich habe ja meinen Dolmetscher. Es tut mir wirklich leid, daß Du krank warst. Du sollst Dich doch nicht so anstrengen und überarbeiten! Hoffentlich bist Du jetzt wieder ganz gesund.</p>
<p>Vielleicht bist Du so lieb und denkst daran, daß Frau Cox die Einladung nicht zu spät abschickt.</p>
<p>Nun, mein liebes Baby, sei herzlichst gegrüßt und geküßt</p>
<p>von Deinem Jungen.</p>
<p>Viele fernmündliche Grüße von Mutter und Geschwistern. Viele Grüße an Familie Cox.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Di 14.03.1933: Französisches Visum</title>
		<link>http://www.77jahre.de/2010/03/14/di-14031933-franzosisches-visum/</link>
		<comments>http://www.77jahre.de/2010/03/14/di-14031933-franzosisches-visum/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 09:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SG</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Walter Galka]]></category>

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		<description><![CDATA[Französisches Transitvisum in Walter Galkas Reisepass

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Französisches Transitvisum in <a href="http://www.77jahre.de/2010/03/07/di-07031933-reisepass-von-walter-galka/" target="_blank" >Walter Galkas Reisepass</a></em><br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/sebastiangalka/4396964393/" onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/article/www.flickr.com');"><img class="alignnone" src="http://farm3.static.flickr.com/2804/4396964393_c6eb772478.jpg" alt="" width="381" height="500" /></a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>So 12.03.1933, Brief von Anneliese an ihre Eltern: “man kann ja nichts vorhersehen”</title>
		<link>http://www.77jahre.de/2010/03/12/so-12031933-brief-von-anneliese-an-ihre-eltern-man-kann-ja-nichts-vorhersehen/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 09:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SG</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Anneliese Merten]]></category>

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		<description><![CDATA[Poststempel: Chandler&#8217;s Ford 12 MR [?] 33
&#8220;Burleigh&#8221;, Hursley Road, Chandler&#8217;s Ford, Southampton
12. III. 1933.
Ihr Lieben,
ach ist das heute herrliches Wetter. Sommerkleider haben wir an und gehen ohne Mantel in den sonnigen Garten. Und alles blüht so schön. Ich wünschte nur, es wäre so schön wenn Walter hier ist! Heute in 3 Wochen werde ich also [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Poststempel: Chandler&#8217;s Ford 12 MR [?] 33</em></p>
<p>&#8220;Burleigh&#8221;, Hursley Road, Chandler&#8217;s Ford, Southampton</p>
<p>12. III. 1933.</p>
<p>Ihr Lieben,</p>
<p>ach ist das heute herrliches Wetter. Sommerkleider haben wir an und gehen ohne Mantel in den sonnigen Garten. Und alles blüht so schön. Ich wünschte nur, es wäre so schön wenn Walter hier ist! Heute in 3 Wochen werde ich also aller Voraussicht nach nach London fahren und Walter vom Zuge abholen. Am Dienstag abend werden wir dann hier in &#8220;Burleigh&#8221; eintreffen. Betty habe ich schon letzte Woche etwa in dem von Mutter vorgeschlagenen Sinne geschrieben.</p>
<p>MORE Vielleicht kommt sie garnicht nach all dem, was man hier in der Zeitung liest! Nun sagt einmal, wie ist es denn in Deutschland? Sieht es wirklich so schlimm dort aus, wie die Zeitungen es hier machen. Hier wartet man so ungefähr jeden Tag auf den Ausbruch eines Krieges in Europa – ich bin wirklich ziemlich unruhig. Und schickt mir doch bitte Zeitungen, ich warte sehr darauf. – Nun aber erst einmal herzl. Dank für Muttters lb. Brief. Aufs Logenbild freue ich mich, ist auf Trudchens garnichts zu sehen? Ich will mir diese Woche auch einen neuen Film kaufen. Vielleicht lasse ich mir hier Dauerwellen machen, bevor Walter kommt. Mein Haar sieht scheußlich aus und würde allerhand Ondulation haben müssen – ich bekomme es hier für 10,- M gemacht. Das Geld geht mir ja schwer ab, aber es muss sein. – Zu Frl. Seydlitz würde ich natürlich liebend gern einmal fahren!!</p>
<p>Ena und ich verstehen uns von Tag zu Tag besser, so ganz leicht wird&#8217;s nicht werden, wenn wir in ca. 5 Wochen ganz auseinandergehen müssen. Und Mr. Cox hofft auf ein Wunder, das mich zum Hierbleiben veranlasst. Und um Klein-Christopher haben sie schon richtig Angst, so würde der sich nach mir sehnen. Na, ist man nur alles halb so schlimm. Wie gehts denn bei Tölkes? Und was sagt der liebe Georg?</p>
<p>War Frau Wöinghaus da?</p>
<p>Sag doch Gerti bitte, daß ich vergessen habe, ihr auf ihre Frage zu antworten, ob sie nächsten Sommer (1934) als Haustochter nach hier kommen könne. Ena kann natürlich noch nichts Bestimmtes sagen. Gerti soll kurz vorher einmal anfragen. Ich glaube kaum, daß es was wird, denn Ena kann ja garnicht &#8220;ohne&#8221; sein. Aber immerhin, man kann ja nichts vorhersehen.</p>
<p>Wie gehts Emmi? Grüß sie herzlichst, dgl. Gerti und Leni und Mimi.</p>
<p>Am Freitag war ich in &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Rome_Express" target="_blank" onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/article/en.wikipedia.org');">Rom-Express</a>&#8220;, sehr sehr guter Film, dann habe ich meine Uhr abgeholt (3,-) und meine Schuhe (2,-). Gestern wollte ich gerade mit Saubermachen anfangen, als Ena entdeckte, daß Mr. Cox seine Tennisschuhe vergessen hatte. Da bin ich ihm dann fix nachgefahren, war viel schöner als Reinemachen. Um 1<sup>h</sup> kam ich dann zurück und habe Ena einen großen Strauß Osterblumen (-,30 Pf.) mitgebracht. Möchtest Du auch einen? Natürlich gabs dann bis abends spät zu tun, nen Prachtkuchen habe ich gebacken.</p>
<p>Nun wollen wir eben mal eine Stunde Auto fahren.</p>
<p>Drum Schluß und herzl. Gruß</p>
<p>Eure Anneliese.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Do 09.03.1933, Brief von Anneliese an Walter: “I have not told my mother and I shall not now”</title>
		<link>http://www.77jahre.de/2010/03/09/do-09031933-brief-von-anneliese-an-walter-i-have-not-told-my-mother-and-i-shall-not-now/</link>
		<comments>http://www.77jahre.de/2010/03/09/do-09031933-brief-von-anneliese-an-walter-i-have-not-told-my-mother-and-i-shall-not-now/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 21:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SG</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Anneliese Merten]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Burleigh&#8221;, Hursley Road, Chandler&#8217;s Ford, Southampton
9. March 1933.
My dear Walter,
I have been wondering just now whether I should write this letter in English or German perhaps it&#8217;s better if I answer in English. I have been a little bit surprised after having read your letter but – never mind – we will see and let [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Burleigh&#8221;, Hursley Road, Chandler&#8217;s Ford, Southampton</p>
<p>9. March 1933.</p>
<p>My dear Walter,</p>
<p>I have been wondering just now whether I should write this letter in English or German perhaps it&#8217;s better if I answer in English. I have been a little bit surprised after having read <a href="http://www.77jahre.de/2010/02/26/so-26021933-brief-von-walter-an-anneliese-mit-gewalt-last-sich-halt-auch-nicht-alles-erreichen/" target="_blank" >your letter</a> but – never mind – we will see and let things get on and be happy, very happy that we shall be together again and for a long time. It is quite likely – by the way – that Betty will <span style="text-decoration: underline;">not</span> be together with us in Paris.</p>
<p><span id="more-463"></span>I have just had a long talk with Ena about my going up to London to meet you. She understands very well that we should like to have a time on our own up there but at the same time she can hardly spare her &#8220;second in command&#8221; as there are so many things to be done. Still we decided that I should go up on Sunday so that I can meet you at your arrival and come down on Tuesday night. I shall book the rooms as soon as I know the exact date of your arrival. I quite understand Ena because it really is a lot for her to do but I want so much to go and meet you. And I have a confession to make: I have been ill for several days – a short time ago – I did not want to worry you and I have not told my mother and I shall not now. I am quite better now, no reason for you to be anxious. It was a spot of overworking – I have not told Ena what it was. I have even had a doctor but he was such a mug all he could tell me was that I just happened to be an extremely healthy girl – which I knew before – and that I should have my eyes tested. All the time when I was in bed Ena had to do the work herself and it was a lot for her and she could hardly stand it. Therefore you will understand that it is impossible to stay away longer than 2 days.</p>
<p>I left Schwelm somewhere about 7<sup>30</sup> in the morning and I had to change at M.-Gladbach. From there I had a train to Vlissingen (Flushing) and the boat to Harwich went off at about 2 o&#8217;clock. You will be at Victoria Station (London) at 9<sup>30</sup>. It really is a very good and suitable train.</p>
<p>As my mother told me you are going to see them at Sunday [in] a week. Would you bring a <span style="text-decoration: underline;">very</span> small parcel over for me? Mother knows what it is. And will you be able and will you be so kind to bring a big case with you so that I shall be able to pack some of my things in it when going back? I have an awfull lot. By the way I would like you to go in my bedroom in Schwelm and to go to my book-case. I hope you will find there a book – just a small yellow one – called &#8220;Helene Thielemann&#8221; (Ulstein-Verlag). I would like you very much to read it. I have a very high opinion of this book and I hope you will appreciate it too. There is no need to tell mother about the book. I hope you will read it and I hope you won&#8217;t be cross with me, I could not stand that.</p>
<p>Well, my dear, dear boy, it&#8217;s very late now and every hour and every day brings the time of your arrival a bit nearer and that is so nice. Imagine 3 weeks for us to be together from morning till night.</p>
<p>And now good-night. All the best in the world to you, my dear.</p>
<p>Give my kindest regards to your family. Ena and Mr. Cox greet you very heartily. Ena will soon write to you.</p>
<p>My best love and kisses to you</p>
<p>Yours Anneliese.</p>
<p>I know that it is very rude to write on half a piece of paper but it&#8217;s so late now I don&#8217;t mind. I am sorry that you are so very busy just now but I hope that you will enjoy your holidays the more after this bad time. Have you spoken to your &#8220;boss&#8221; by now or when are you going to ask him? I had a letter from Betty yesterday telling me how much she is looking forward to the voyage. Still I do not think that she will be able to start her holidays early enough to travel to Paris together with and to tell you the truth I shouldn&#8217;t be very sorry about it. I would prefer to be only together with you. But perhaps we cannot help it – I will write tomorrow to her, I am too tired now.</p>
<p>Will you write soon to me? There is no need to write a lot but still – you understand, do you?</p>
<p>Ena sends her love to you, Mr. Cox his kindest regards and I am sending all my love and a very nice kiss – and a little snap. I was not really cross when it was taken last summer.</p>
<p>Love from Anneliese.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Di 07.03.1933: Reisepass von Walter Galka</title>
		<link>http://www.77jahre.de/2010/03/07/di-07031933-reisepass-von-walter-galka/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 13:14:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SG</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Walter Galka]]></category>

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		<description><![CDATA[



]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/sebastiangalka/4397727994/" onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/article/www.flickr.com');"><img class="alignnone" src="http://farm5.static.flickr.com/4049/4397727994_ff032e968a.jpg" alt="" width="330" height="500" /></a><br />
<span id="more-459"></span><br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/sebastiangalka/4397729182/" onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/article/www.flickr.com');"><img alt="" src="http://farm3.static.flickr.com/2797/4397729182_0cc767e8ef.jpg" class="alignnone" width="430"  /></a></p>
<p><a href="ttp://www.flickr.com/photos/sebastiangalka/4397729924/" onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/article/www.flickr.com');"><img alt="" src="http://farm5.static.flickr.com/4023/4397729924_a35fbe97f4.jpg" class="alignnone" width="215"  /></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>So 05.03.1933, Brief von Anneliese an ihre Eltern: “Wir haben die ganze Wohnung voller Osterblumen”</title>
		<link>http://www.77jahre.de/2010/03/05/so-05031933-brief-von-anneliese-an-ihre-eltern-wir-haben-die-ganze-wohnung-voller-osterblumen/</link>
		<comments>http://www.77jahre.de/2010/03/05/so-05031933-brief-von-anneliese-an-ihre-eltern-wir-haben-die-ganze-wohnung-voller-osterblumen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 14:30:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SG</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Anneliese Merten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.77jahre.de/?p=456</guid>
		<description><![CDATA[Poststempel: Chandler&#8217;s Ford, 6 [pm], 5 03 33
&#8220;Burleigh&#8221;, Hursley Road, Chandler&#8217;s Ford, Southampton
5. III. 1933.
Liebe Eltern,
heute hat die Bande mich nach dem Mittagessen alleine gelassen d. h. Christopher schläft und darum kann ich nicht in mein Zimmer und habe Euren Brief nicht zur Hand. Für Brief und Karte herzl. Dank. Ja, das war ein feiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Poststempel: Chandler&#8217;s Ford, 6 [pm], 5 03 33</em></p>
<p>&#8220;Burleigh&#8221;, Hursley Road, Chandler&#8217;s Ford, Southampton</p>
<p>5. III. 1933.</p>
<p>Liebe Eltern,</p>
<p>heute hat die Bande mich nach dem Mittagessen alleine gelassen d. h. Christopher schläft und darum kann ich nicht in mein Zimmer und habe Euren Brief nicht zur Hand. Für Brief und Karte herzl. Dank. Ja, das war ein feiner Brief und wohl auch ein feiner Kaffee. Aufs Bild bin ich gespannt. – Ena wird nicht verreisen, es sind ja auch nur noch 4 Wochen bis der Walter kommt. Würdet Ihr dem Jungen wohl Georg-Pulver (kl. Schachtel oder <span style="text-decoration: underline;">mittelgroß</span>), Schwarzkopf Haarpuder für blonde Haare u. Rheila Perlen mitgeben?</p>
<p><span id="more-456"></span>Und nun bitte Euren Rat: Letzte Woche bekam ich einen Brief von Frau Galka, die meine Häkelkunst bestaunt und annimmt, ich habe die Deckchen gearbeitet. Soll ich nun schnell bei Frau Schulz häkeln lernen? Oh, oh!</p>
<p>Euer Geld habe ich frohen Herzens und herzl. an Euch dankend denkend gestern mit Klein-Christopher abgeholt. Das bedeutet jedes Mal einen Spaziergang von gut 1 Stunde. Heute morgen bin ich mit Mr. Cox 1 Std. spazieren gelaufen. Auch für die Zeitungen danke ich schön, ach Ihr seid doch nette Leute! Die Wochenschau gefällt Cox sehr! Mir auch. Christopher und Jock (unser Hund) wollen mich beide nicht gehen lassen, so versichern mir Coxens alle Tage, ich geh aber doch. Von Betty bekam ich einen Brief, der vor Aufregung und Begeisterung übersprudelt. Ein Datum gibt sie nicht an, ich glaube, wir &#8220;müssen&#8221; alleine nach Paris fahren und sie kommt dahin nachgefahren. Ich freue mich ja so. Lotte Lüttje fährt diesen Monat heim; dort – in Rosehands – ist augenblicklich kein Mädchen u. 3 Kinder, brrr –</p>
<p>Schnee ist bei uns nur 1 Tag gewesen, wir sind hier ganz normal, sonnig und warm. Nächste Woche werde ich mir &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Rome_Express" target="_blank" onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/article/en.wikipedia.org');">Rom-Express</a>&#8221; ansehen und übernächste Woche will Ena mit mir ins Theater. Es gibt &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Im_wei%C3%9Fen_R%C3%B6%C3%9Fl" target="_blank" onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/article/de.wikipedia.org');">Zum weißen Rössl</a>&#8220;.</p>
<p>Was kosten denn dort Dauerwellen bei unserem Friseur? Mein Haar ist vorbildlich glatt. Morgen habe ich große Wäsche d. h. nur meine Sachen, sonst wasche ich nicht.</p>
<p>Auf den Walter freue ich mich sooo und auch auf Euch – ach das wird fein werden. Ganz leicht wird allerdings das Weggehen von hier auch nicht werden.</p>
<p>Wir haben die ganze Wohnung voller Osterblumen, einfach herrlich.</p>
<p>Grävinghoffs sind mir unverständlich, die Emmi gehört in eine richtiggehende Fremdenpension. Für Gerti freu ich mich, wäre gern dabei. Na, später, man ist ja zum Glück noch jung.</p>
<p>Heute am <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_1933" target="_blank" onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/article/de.wikipedia.org');">Wahltag</a> denke ich viel nach dort, leider ist unsere Antenne beim letzten Sturm entzwei gegangen, so kann ich nicht Berlin hören. Ich lese hier eifrig die Zeitung.</p>
<p>Vom 17. bis 20. März werden wir in Southsea wochenenden, fein nicht?</p>
<p>Wie war&#8217;s denn in der Loge? Und wie bei all den anderen Kaffeegebern, da war ja Hochbetrieb! Sieh doch zu, daß der Brief bis 2<sup>h</sup> im Kasten ist, falls möglich, abends habe ich immer viel länger Zeit zum Schreiben.</p>
<p>Der Junge schläft noch immer dank meiner &#8220;Zaubermagie&#8221;, die Ena immer anstaunt. Ich verrate ihr ja nicht, daß ich &#8220;Hochenglisch&#8221; mit ihm rede. Warum der kleine Kerl mich nur so gern hat, er muss doch immer tun, wie <span style="text-decoration: underline;">ich</span> will.</p>
<p>Nun Schluß. Jetzt will ich mit Christopher zum Briefkasten, dann Tee machen für uns alle, denn dann werden die Coxens wohl antanzen. Denkt mal, die sind Tennis spielen, beneidenswerte Menschen. Hoffentlich kann ich bald in Schwelm spielen, wo mein Schläger so schön bespannt ist.</p>
<p>Recht viele Grüße</p>
<p>von Eurer Anneliese.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Fr 03.03.1933, Foto aus der Schwelmer Loge</title>
		<link>http://www.77jahre.de/2010/03/03/fr-03031933-foto-aus-der-schwelmer-loge/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 20:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SG</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>

		<category><![CDATA[Lolly Merten]]></category>

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		<description><![CDATA[
Auf der Rückseite:
Lotte Merten. Am 3. März 33 Loge Jahnsalon [?]
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/sebastiangalka/4396964995/" onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/article/www.flickr.com');"><img class="alignnone" src="http://farm5.static.flickr.com/4058/4396964995_1f77a7a91e.jpg" alt="" width="430" /></a><br />
<em>Auf der Rückseite:</em><br />
Lotte Merten. Am 3. März 33 Loge Jahnsalon [?]</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Do 02.03.1933, Brief von Anneliese an Walter: “I hope I shall be able to recognize you”</title>
		<link>http://www.77jahre.de/2010/03/02/do-02031933-brief-von-anneliese-an-walter-i-hope-i-shall-be-able-to-recognize-you/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 17:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SG</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Anneliese Merten]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Burleigh&#8221;, Hursley Road, Chandler&#8217;s Ford, Southampton
2nd March 1933.
My dear Walterjunge,
thanks so much for your letter and the photo which really is very good and I am very happy to have it now and again many, many thanks for it. Well, I hope you notice that I am answering your letter very soon because I only [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Burleigh&#8221;, Hursley Road, Chandler&#8217;s Ford, Southampton</p>
<p>2<sup>nd</sup> March 1933.</p>
<p>My dear Walterjunge,</p>
<p>thanks so much for your letter and the photo which really is very good and I am very happy to have it now and again many, many thanks for it. Well, I hope you notice that I am answering your <a href="http://www.77jahre.de/2010/02/26/so-26021933-brief-von-walter-an-anneliese-mit-gewalt-last-sich-halt-auch-nicht-alles-erreichen/" target="_blank" >letter</a> <span style="text-decoration: underline;">very</span> soon because I only got it the day before yesterday. Yesterday I received your mother&#8217;s and sister&#8217;s letter and I thank them both heartily. By the way – I answered the <a href="http://www.77jahre.de/2010/02/12/so-12021933-brief-von-walter-an-anneliese-ich-mochte-so-gern-voran/" target="_blank" >letter</a> which you wrote from Schwelm 4 days after I got it – is that really so very long – you know that I have a lot to do here and I really cannot write more often.</p>
<p><span id="more-451"></span>And I ask you sincerely not to think of any illness if it is not for longer than a week or even 10 days that you have to wait for an answer. I do my best and I do not think that I have ever let you wait too long. Well, enough of that. I too am always waiting for your letters and therefore I understand you so well and I am looking forward so much to next month when I shall have you again. Isn&#8217;t it marvellous? 1 month only – sometimes I think it is very long till April.</p>
<p>There is no definite need to write and order the rooms before but it has taken Mr. Cox a long time to find out this hotel – a nice hotel with reasonable prices in London – and I would like you to be at a nice place. If you like I can order it as soon as you know what date you will be able to arrive if not you can always find another one. About 5 shillings is a reasonable price and every police-man will tell you where to go to but still I can only recommand that little hotel near Oxford Street.</p>
<p>I hope I shall be able to recognize you – after such a long time and with all your nice new clothes.</p>
<p>Am 28. II., Deinem <a href="http://www.77jahre.de/2009/02/27/sa-27021932-telegramm-von-familie-merten-an-walter-herzlichen-glueckwunsch/" target="_blank" >Examenstag</a>, habe ich viel an Dich gedacht, wollte auch schreiben, wartete aber zu lange auf Deinen Brief und verpasste den Zeitpunkt.</p>
<p>Alle Sachen, die Du mitbringst, müssen getragen bezw. benutzt sein.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>So 26.02.1933, Brief von Walter an Anneliese: “mit Gewalt läßt sich halt auch nicht alles erreichen”</title>
		<link>http://www.77jahre.de/2010/02/26/so-26021933-brief-von-walter-an-anneliese-mit-gewalt-last-sich-halt-auch-nicht-alles-erreichen/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 11:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SG</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Walter Galka]]></category>

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		<description><![CDATA[Bochum, den 26. 2. 33.
Mein liebes Baby!
Auch ich habe recht lange auf Deinen Brief warten müssen. Am Dienstag abend erhielt ich ihn. Mutter war auch schon unruhig, und wir dachten schon, daß Du krank seist. Ich wollte Dir gleich antworten, aber ich komme leider erst jetzt dazu. Ich habe wirklich so reichlich zu tun. Fritz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bochum, den 26. 2. 33.</p>
<p>Mein liebes Baby!</p>
<p>Auch ich habe recht lange auf Deinen Brief warten müssen. Am Dienstag abend erhielt ich ihn. Mutter war auch schon unruhig, und wir dachten schon, daß Du krank seist. Ich wollte Dir gleich antworten, aber ich komme leider erst jetzt dazu. Ich habe wirklich so reichlich zu tun. Fritz Schlicker und ich arbeiten jetzt auch wieder für Mineralogie zusammen, seit Montag. Wenn auch die Fortschritte nicht gerade groß sind, so geht es aber doch voran. Fritz, der arme Junge, hat mitten im Semester aufhören müssen, da er kein Geld mehr hat.</p>
<p><span id="more-449"></span>Seine Schwester, 16 Jahre alt, hat nämlich einen Studiker im 10. Semester zum Verehrer. Bei seinem ersten Besuch bei Schlickers ist er gleich 2 Monate hintereinander geblieben und jetzt kommt er Freitag nachmittag von Münster und bleibt bis Montag abend. Auf diese Weise geht soviel Geld drauf, daß für Fritz nichts mehr übrig bleibt. – Wie Du ja weißt, verstehen wir uns sehr gut und arbeiten gern zusammen.</p>
<p>Für Mathematik habe ich inzwischen auch einige Aufgaben gerechnet und eingetragen. Das Silentium macht jetzt vor Ostern viel Arbeit. Jeder Schüler soll mitkommen, und wir müssen die faulen Kerle zur Arbeit zwingen, aber mit Gewalt läßt sich halt auch nicht alles erreichen. Für morgen muß ich noch für 12 Schüler Arbeiten zusammen stellen und mir überlegen, was ich meinen Oberprimanern morgen im Abendkurs für die mündliche Prüfung beibringe, die am 7. und 8. März stattfindet.</p>
<p>Neulich war ich am Verkehrsverein und habe mich über die Hauptsachen erkundigt. Das <span style="text-decoration: line-through;">Auslandspaß</span> Visum für einen Monat kostet nicht ganz 3 Mark. Vorher muß ich aber noch einen deutschen Paß beschaffen. Die Photos, die ich habe, sind nicht zu gebrauchen, ich muß ein richtiges Paßbild beibringen. Der Paß kostet 3 Mark. Morgen lasse ich mir Paßbilder machen. Das Visum werde ich mir hier besorgen, dann brauchen wir uns in London die Zeit dadurch nicht zu verkürzen. Den genauen Tag meiner Abreise kann ich jetzt noch nicht festlegen, da ich mit unserem Schef noch nicht darüber gesprochen habe, aber ich denke, spätestens am 1. April zu fahren. Ist es denn überhaupt nötig, daß das Zimmer schon vorher bestellt wird? Kann ich das nicht tun, wenn ich dort bin?</p>
<p>Ich freue mich ja schon so sehr auf die schöne Zeit, daß ich Tag und Nacht daran denke. Das Träumen von England ist ganz herrlich. Ich darf Dir garnicht erzählen, wie schön das Zusammensein mit Dir im Träume ist. Vielleicht wird das in Wirklichkeit noch viel, viel schöner und inniger, denkst Du nicht auch? Vielleicht ist unser Zusammensein in England von einer längeren Pause gefolgt, falls ich Ostern eine Stelle bekommen sollte. Einerseits wäre es zu begrüßen, auf der anderen Seite aber durchaus nicht. Was Liebe ist, vermag man erst recht zu erleben, wenn man sich solange nicht sehen kann, garkein Küßchen haben, garnicht mal umgefaßt, gedrückt und gestreichelt wird. In 5 Wochen ist es doch schon wesentlich anders. So Gott will, bin ich dann in London und warte auf Dich.</p>
<p>Einen neuen Mantel habe ich bereits, einen ganz feinen, der Dir sicherlich auch gefallen wird. Falls ich genügend Geld habe, kaufe ich mir auch noch einen Anzug und einen Hut. Ich möchte auch mal ganz fein sein.</p>
<p>Wie Du wohl weißt, stehen die neuen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_1933" target="_blank" onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/article/de.wikipedia.org');">Wahlen</a> vor der Tür. Die neue Regierung, auf die ich ja schon lange gewartet habe, hat ja die Absicht, den Kommunismus, den Marxismus und auch das Zentrum wirksam in ihrer internationalen Politik kalt zu stellen und für das deutsche Volk zu arbeiten. Im Rundfunk dürfen nur die nationalen Regierungsparteien sprechen. Die Begeisterung für den neuen Kurs ist wirklich ganz groß. Es ist damit zu rechnen, daß eine nationale Mehrheit bei der Wahl am 5. März herauskommt. Aber die Regierung bleibt auch, wenn dies nicht der Fall ist. Mann will lediglich feststellen, wieviel % des Volkes die Regierung stützen.</p>
<p>Nun, mein liebes gutes Kind, will ich schließen in der Hoffnung, daß Du recht bald wieder von Dir hören läßt und noch recht gesund bist.</p>
<p>Grüße Familie Cox vielmals von mir und sei selbst recht herzlich gegrüßt und 1000x geküßt</p>
<p>von Deinem Jungen.</p>
<p>Viel Grüße von Mutter und Geschwistern.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Do 23.02.1933, Brief von Anneliese an ihre Eltern: “Ziehst Du eins von den feinen neuen Kleidern an?”</title>
		<link>http://www.77jahre.de/2010/02/23/do-23021933-brief-von-anneliese-an-ihre-eltern-ziehst-du-eins-von-den-feinen-neuen-kleidern-an/</link>
		<comments>http://www.77jahre.de/2010/02/23/do-23021933-brief-von-anneliese-an-ihre-eltern-ziehst-du-eins-von-den-feinen-neuen-kleidern-an/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 17:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SG</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Anneliese Merten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.77jahre.de/?p=447</guid>
		<description><![CDATA[Poststempel: Chandler&#8217;s Ford, 24 Feb 33
&#8220;Burleigh&#8221;, Hursley Road, Chandler&#8217;s Ford Southampton
23. II. 1933
Ihr Lieben in Schwelm,
recht recht herzl. Dank für den lb. Brief mit all den schönen Sachen darin. Eure Großstadt Schwelm liefert doch allerhand Gesprächsstoff, recht nett! Da ich nun heute gerade &#8220;Schreibabend&#8221; habe, sollt Ihr auch heute schon einen ganzen Brief haben.
Hier ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Poststempel: Chandler&#8217;s Ford, 24 Feb 33</em></p>
<p>&#8220;Burleigh&#8221;, Hursley Road, Chandler&#8217;s Ford Southampton</p>
<p>23. II. 1933</p>
<p>Ihr Lieben in Schwelm,</p>
<p>recht recht herzl. Dank für den lb. Brief mit all den schönen Sachen darin. Eure Großstadt Schwelm liefert doch allerhand Gesprächsstoff, recht nett! Da ich nun heute gerade &#8220;Schreibabend&#8221; habe, sollt Ihr auch heute schon einen ganzen Brief haben.</p>
<p>Hier ist herrliches Wetter, kalt, Sonne und klarer Himmel. Es hat auch 1 oder 2 mal ½ Stündchen geschneit, &#8220;aber <a href="http://books.google.de/books?id=8W0sAAAAYAAJ&amp;pg=PA36&amp;dq=sonne+duldet+kein+wei%DFes&amp;ei=SiqBS7v4B6OEywTumsysCw&amp;cd=1#v=onepage&amp;q=sonne%20duldet%20kein%20wei%C3%9Fes&amp;f=false" target="_blank" onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/article/books.google.de');">die Sonne sie duldet kein Weißes</a>&#8221; – wir sind hier zum Glück im wärmsten Teil Englands!</p>
<p><span id="more-447"></span>Es mag übrigens sein, daß Ena für 14 Tage zu einer Freundin fährt, Mr. Cox nach Southampton zu seiner Mutter geht und ich mit klein Christopher nach Southsea übersiedele. Es ist noch recht unbestimmt, mir wär es schon sehr recht. Alleine bleibt er bei Großmutter nicht, aber wenn seine Anneliese da ist, dann ist es schon besser.</p>
<p>Ich freue mich so auf Anfang April. Ena freut sich auch – Mr. Cox weniger. Aber auf Ende April freut sich Ena garnicht – ich doch, ich freu mich <span style="text-decoration: underline;">richtiggehend</span> auf Euch. Natürlich wird mir auch der Abschied von hier nicht ganz leicht werden. Vielleicht fahren wir am Sonntag nach Southsea für den ganzen Tag, das wäre fein!</p>
<p>Arme Emmy, ich habe ihr gerade kürzlich geschrieben. Arme Jutta, ich versteh den August nicht!! – &#8220;Kümmerin&#8221; ist ja köstlich! Leni schrieb einen sehr guten engl. Brief. Ena hat etwas Angst vor dem ersten Monat, sag&#8217;s aber nicht.</p>
<p>August Schulz ist wieder krank, armer Kerl. Walters Examenstag ist am 28. II. Geh doch mal zum Dr., ob [unleserliches Wort]? Für die Einladung zum Dienstag herzl. Dank. Leider kann ich nicht, da Ena zum Tee in South. eingeladen ist, schade nicht wahr? Aber viel viel Freude wünsche ich. Ziehst Du eins von den feinen neuen Kleidern an? Weiße Schleife muss ja bildschön aussehen!</p>
<p>Herzlichst Eure Anneliese.</p>
<p>Ich singe schon immer mal: &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=aeYVeILyn5E" target="_blank" onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/article/www.youtube.com');">In Paris, in Paris sind die Mädel so süß</a>&#8220;. Vor 1 Jahr um diese Zeit war ich in Düsseldorf. Krieg ich noch mal Zeitungen und Wochenschau?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
	</channel>
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