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    <title>Augen geradeaus!</title>
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        <title>Notice to move</title>
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        <summary>Dieses Blog wird evakuiert. Bitte begeben Sie sich geordnet zum Ausgang und folgen Sie dem Link - Augen geradeaus! findet sich jetzt unter augengeradeaus.net.</summary>
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            <name>Thomas Wiegold</name>
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<div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">Dieses Blog wird evakuiert. Bitte begeben Sie sich geordnet zum Ausgang und folgen Sie dem Link - <em>Augen geradeaus!</em> findet sich jetzt unter <a href="http://augengeradeaus.net">augengeradeaus.net</a>.</div>
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        <title>Aus-Zeit</title>
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        <published>2010-01-26T18:28:01+01:00</published>
        <updated>2010-02-02T14:11:25+01:00</updated>
        <summary>Dieses Blog ruht bis auf Weiteres. Danke für Ihr Verständnis. Nachtrag: Die Diskussion läuft ein wenig aus dem Ruder, zumal ich nicht mehr sagen kann. Deshalb habe ich die Kommentarfunktion deaktiviert und bitte auch dafür um Verständnis.</summary>
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            <name>Thomas Wiegold</name>
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<div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p>Dieses Blog ruht bis auf Weiteres. Danke für Ihr Verständnis.</p><p><strong>Nachtrag:</strong> Die Diskussion läuft ein wenig aus dem Ruder, zumal ich nicht mehr sagen kann. Deshalb habe ich die Kommentarfunktion deaktiviert und bitte auch dafür um Verständnis.</p></div>
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        <title>Alles eine Frage der Details</title>
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        <published>2010-01-25T19:11:06+01:00</published>
        <updated>2010-01-25T19:11:06+01:00</updated>
        <summary>So ganz, ganz langsam scheint sich das Bild zu verdichten. Während Kanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt mit Außenminister Guido Westerwelle und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zusammensitzt und letzte Hand an das künftige Afghanistan-Konzept legt (&#39;tschuldigung, ist so ne Metapher), kann man schon mal nachlesen, was bislang so an Äußerungen dazu zusammenkommt: - Aufstockung der Bundeswehr in Afghanistan um 500 Soldaten, mehr Präsenz in der Fläche, Verdreifachung der Polizeiausbilder, mehr zivile Hilfe, meldet die Süddeutsche Zeitung - der militärische Schutz der Bevölkerung stehe künftig mehr im Mittelpunkt, zitiert die FAZ die Kanzlerin - im Interview der FAZ sagt der Verteidigungsminister: Dass...</summary>
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            <name>Thomas Wiegold</name>
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<div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p>So ganz, ganz langsam scheint sich das Bild zu verdichten. Während Kanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt mit Außenminister Guido Westerwelle und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zusammensitzt und letzte Hand an das künftige Afghanistan-Konzept legt (&#39;tschuldigung, ist so ne Metapher), kann man schon mal nachlesen, was bislang so an Äußerungen dazu zusammenkommt:</p><p>- Aufstockung der Bundeswehr in Afghanistan um 500 Soldaten, mehr Präsenz in der Fläche, Verdreifachung der Polizeiausbilder, mehr zivile Hilfe, meldet die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/991/501249/text/" target="_blank">Süddeutsche Zeitung</a> </p><p>- der militärische Schutz der Bevölkerung stehe künftig mehr im Mittelpunkt, zitiert die<a href="http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc%7EED87BB91067CC42C1B8C4ECB435F36C33%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank"> FAZ</a> die Kanzlerin</p><p>- im <a href="http://www.faz.net/s/Rub0CCA23BC3D3C4C78914F85BED3B53F3C/Doc%7EE590B97CE232E44FD9CAFE05B2F3829FC%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank">Interview der FAZ</a> sagt der Verteidigungsminister: <em>Dass mehr Ausbildung nötig ist, ist Konsens. Die Frage ist, welchen
Schwerpunkt wir bei der Ausbildung legen. Bisher haben wir vor allem im
Lager ausgebildet, was man „Mentoring“ nennt, und uns nur bedingt auch
außerhalb der Lager an der Ausbildung beteiligt. Ein neuer Schwerpunkt
ist es, dass man Präsenz in der Fläche zeigt: nicht um offensiv zu
kämpfen, sondern um Ausbildung für die afghanische Armee und Polizei
und Schutz für die afghanische Bevölkerung miteinander in Einklang zu
bringen. Gleichzeitig muss die zivile Aufbaukomponente des PRT
verstärkt werden. Das sind ganz wichtige Gesichtspunkte. Wer in der
Fläche präsent ist, kann unter Feuer kommen und muss sich wehren
können. So ist die afghanische Wirklichkeit. Darauf zielt mein Hinweis.</em></p><p>Ein sehr vorläufiger Strich unter die diversen Aussagen: Es wird eine deutsche Truppenaufstockung geben, aber der Umfang wird nicht etwa von den Anforderungen her bestimmt, sondern von dem, was politisch in der Koalition und möglichst auch mit der SPD-Opposition durchsetzbar ist. Mehr Kampftruppen, wie sie die verschiedenen deutschen Regionalkommandeure in den vergangenen Jahren mehrfach gefordert haben, wird es formal nicht geben – auch wenn man das als Gegensatz zur Kanzlerinnen-Aussage, mehr für den Schutz der Bevölkerung zu tun, verstehen könnte.</p><p>Was als verstärkte Ausbildungsbemühung verkauft wird, deutet in der Tat auf eine neue strategische Ausrichtung hin: Train as you fight, also eine Begleitung der afghanischen Soldaten durch deutsche Truppen auch dort, wo es gefährlich wird. Und nicht nur die äußere Absicherung durch die Bundeswehr. Wie ich schon mal geschrieben hatte: Es solle sich keiner der Illusion hingeben, dass mehr Ausbildung quasi die Vergrößerung eines deutschen Truppenübungsplatzes bedeute. Vor knapp zwei Jahren (nach meiner Erinnerung) hatte die militärische Führung verhindert, dass deutsche Ausbilder mit ihren afghanischen Schützlingen in den umkämpften Süden gingen. Was damals unter Hinweis auf die regionale Zuständigkeit abgewehrt werden konnte, wird künftig nicht mehr so leicht abzusagen sein.</p><p>Aber natürlich stecken die Probleme im Detail. Was meint Guttenberg, wenn er sagt, <em>Der Ausbildungsansatz wird die bisherigen Defizite ausgleichen. Er
folgt aber unseren Vorstellungen und übernimmt etwa nicht eins zu eins
das US-amerikanische Konzept des Partnering. Schutz der Bevölkerung ist
Hauptziel. Das wollen wir gemeinsam mit den afghanischen
Sicherheitskräften gewährleisten und sie dazu befähigen. Das geht nur,
wenn man das an den Orten macht, wo man auch Kontakt zur Bevölkerung
hat. Das war in Teilen Afghanistans schon ein Erfolgsmodell und
bedeutet nicht automatisch mehr Risiko für die Soldaten</em>? Dass die deutschen nicht eins zu eins das US-Modell übernehmen, ist klar - so viele Soldaten wie die Amis für die Ausbildung stellen, wird die Bundesregierung im Parlament nie zugesagt bekommen. Aber wo verläuft der Mittelweg zwischen dem bisherigen Mentoring und dem neuen Ausbildungskonzept? Sitzen demnächst kleine deutsche Gruppen mit ihren afghanischen Kameraden über Wochen irgendwo im Nirgendwo?</p><p>Konzepte sind das Eine, die praktische Wirklichkeit das Andere. Und ich bin gespannt, wie Letzeres aussieht, wenn die Konzepte umgesetzt werden müssen. </p></div>
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        <title>Schnipsel: Afghanistan </title>
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        <published>2010-01-24T21:11:56+01:00</published>
        <updated>2010-01-24T21:21:59+01:00</updated>
        <summary>Noch bin ich heftig mit dem Nachlesen aufgelaufener Mails und sonstiger Infos beschäftigt. Ein bisschen, um mir selbst beim Sortieren zu helfen, stelle ich hier ein paar Links zu (aktuellen, nicht für die ganzen vergangenen vier Wochen!) Seiten ein, die mir beim Durchsehen aufgefallen sind – vor allem zum Top-Thema Afghanistan: In der Welt warnt Brigadegeneral a.D. Günther Roth die Bundeswehr davor, sich von der Bevölkerung am Hindukusch abzuschotten: Geht zu den Leuten! Interkulturelle Einsatzberater für den Afghanistan-Einsatz sucht die Truppe inzwischen per Anzeige. In ihrem wöchentlichen Videopodcast (warum, liebes Bundespresseamt, kann man den eigentlich nicht einbetten?!) hat sich Kanzlerin...</summary>
        <author>
            <name>Thomas Wiegold</name>
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<div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p>Noch bin ich heftig mit dem Nachlesen aufgelaufener Mails und sonstiger Infos beschäftigt. Ein bisschen, um mir selbst beim Sortieren zu helfen, stelle ich hier ein paar Links zu (aktuellen, nicht für die ganzen vergangenen vier Wochen!) Seiten ein, die mir beim Durchsehen aufgefallen sind – vor allem zum Top-Thema Afghanistan:</p><p>In der <em>Welt</em> warnt Brigadegeneral a.D. Günther Roth die Bundeswehr davor, sich von der Bevölkerung am Hindukusch abzuschotten: <a href="http://www.welt.de/die-welt/politik/article5959897/Geht-zu-den-Leuten.html" target="_blank">Geht zu den Leuten!</a></p><p><em>Interkulturelle Einsatzberater</em> für den Afghanistan-Einsatz sucht die Truppe inzwischen <a href="http://www.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/EDITOR/Bundesministerium-der-Verteidigung/2010/01/45749.html" target="_blank">per Anzeige</a>.</p><p>In ihrem wöchentlichen <a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Podcast/2010/2010-01-23-Video-Podcast/2009-01-23-video-podcast.html" target="_blank">Videopodcast</a> (warum, liebes Bundespresseamt, kann man den eigentlich nicht einbetten?!) hat sich Kanzlerin Angela Merkel natürlich auch vor allem mit Afghanistan beschäftigt.</p><p>Die zuständigen FDP-Minister Westerwelle (Außen) und Niebel (Entwicklung) wollen <a href="http://www.focus.de/politik/ausland/westerwelle-neue-perspektiven-fuer-taliban_aid_473655.html" target="_blank">ein Austeigerprogramm für Taliban</a>. Ich bin gespannt.</p><p>Nicht nur im Afghanistaneinsatz ist Geld für die Bundeswehr ein Problem: Die Stiftung Wissenschaft und Politik schaut auf die <a href="http://swp-berlin.org/de/produkte/swp_aktuell_detail.php?id=11797" target="_blank">Bundeswehr in Zeiten der Finanzkrise</a>.</p><p>Und ich muss wohl leider warten, bis morgen früh die gedruckte FAZ vor meiner Tür liegt, um <a href="http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=common/zwischenseite.asp&amp;dx1=%7B25B618E5-4F35-A035-A593-D38FCB971AAD%7D&amp;rub=%7B867F03D4-4419-425A-BE6D-CC0E9D5A8505%7D" target="_blank">das Interview mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg</a> zu lesen. Mich interessiert ja schon, ob und wie er ein verändertes Vorgehen der Bundeswehr bei der Ausbildung der afghanischen Armee definiert. Ausbildung außerhalb der Feldlager ja - aber nicht das personalintensive – und gefährliche – Geschäft des <em>embedding&amp;partnering</em>, wie es die USA betreiben? Da bin ich gespannt, wann wir darüber mehr erfahren. </p><p>Dazu gerade noch gesehen: Die <em>Rheinische Post</em> will erfahren haben, dass <a href="http://www.rp-online.de/politik/deutschland/500-deutsche-Soldaten-mehr-nach-Afghanistan_aid_810789.html" target="_blank">die Obergrenze der deutschen Soldaten um 500 aufgestockt werden soll</a>. Das wäre nicht gerade viel – und bei dieser Zahl fehlt noch die Information über die Zusammensetzung. Nach mehr Kampftruppe sieht das nicht aus. Aber will vermutlich außer dem Militär niemand.</p><p></p><p></p><p></p></div>
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        <title>Melde mich zurück</title>
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        <id>tag:typepad.com,2003:post-6a010535800341970b0120a805f71a970b</id>
        <published>2010-01-24T17:11:18+01:00</published>
        <updated>2010-01-24T17:11:18+01:00</updated>
        <summary>Urlaub ist immer zu kurz, aber nach vier Wochen sollte ich wohl wieder ins Geschäft einsteigen... Melde mich also hiermit zurück. Wie mir scheint, zu einem sehr passenden Zeitpunkt: Der Umgang der deutschen Politik mit dem Einsatz in Afghanistan scheint gerade wieder an einem Wendepunkt zu stehen – im Hinblick auf neue Truppenstärke, Umfang und vor allem Art der Ausbildung afghanischer Soldaten und Polizisten, die langfristige Strategie, die innenpolitische Gefechtslage (zu dem allem drängt sich doch ein gesonderter Eintrag auf). Auch auf anderen Feldern sieht es interessant aus – rüstungspolitisch ist mir bei erster Durchsicht von Mails, Feeds und Medien...</summary>
        <author>
            <name>Thomas Wiegold</name>
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<div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p>Urlaub ist immer zu kurz, aber nach vier Wochen sollte ich wohl wieder ins Geschäft einsteigen... </p>

<p>Melde mich also hiermit zurück. Wie mir scheint, zu einem sehr passenden Zeitpunkt: Der Umgang der deutschen Politik mit dem Einsatz in Afghanistan scheint gerade wieder an einem Wendepunkt zu stehen – im Hinblick auf neue Truppenstärke, Umfang und vor allem Art der Ausbildung afghanischer Soldaten und Polizisten, die langfristige Strategie, die innenpolitische Gefechtslage (zu dem allem drängt sich doch ein gesonderter Eintrag auf).</p>

<p>Auch auf anderen Feldern sieht es interessant aus – rüstungspolitisch ist mir bei erster Durchsicht von Mails, Feeds und Medien vor allem der A400M aufgefallen. Der ja immer noch nicht richtig vom Boden abheben kann.</p>

<p>Und, natürlich, werde ich mein Augenmerk auch wieder auf die Piraten vor der Küste Somalias richten. Da gab es offensichtlich <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/england/kent/8476078.stm" target="_blank">eine gescheiterte Rettungsaktion britischer Spezialkräfte</a> – vielleicht ein schwacher Trost für die Deutschen, dass nicht nur ihre Planungen schief gehen. 
</p>


<p>Ich lese mich jetzt mal wieder in die ganzen Themen ein... </p>

<p>Und noch ein Nachtrag: Meine Urlaubspostkarte aus Bangkok hat mir einiges auch an kritischer Leserpost beschert. Damit es nun nicht heißt, ich hätte manipulativ nur ein Bild rausgenommen – hier die ganze Serie:</p>

<p></p><img alt="tw20100103-041" height="375" src="http://farm5.static.flickr.com/4044/4299853257_bd214beaf8.jpg" width="500" /><br /><br />
<img alt="tw20100103-042" height="375" src="http://farm5.static.flickr.com/4006/4299855137_ffd4a7c293.jpg" width="500" /><br /><br />
<img alt="tw20100103-043" height="375" src="http://farm5.static.flickr.com/4069/4299857321_43c1cd9187.jpg" width="500" /><br /><br />
<img alt="tw20100103-045" height="375" src="http://farm5.static.flickr.com/4031/4300606114_e1345ebf1b.jpg" width="500" /><br /><br />
<img alt="tw20100103-046" height="375" src="http://farm3.static.flickr.com/2771/4300608132_8541368c44.jpg" width="500" /><br /><br />
<img alt="tw20100103-047" height="375" src="http://farm3.static.flickr.com/2804/4299862563_61b7d9fcc5.jpg" width="500" /><br /><br />
<img alt="tw20100103-048" height="375" src="http://farm5.static.flickr.com/4042/4299864245_d15f16df53.jpg" width="500" /><br /><br />
<img alt="tw20100103-049" height="375" src="http://farm5.static.flickr.com/4057/4300613344_8824fefa50.jpg" width="500" /><br /><br />
<img alt="tw20100103-050" height="375" src="http://farm3.static.flickr.com/2761/4299867643_955e0a76de.jpg" width="500" /><br /></div>
</content>



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        <title>Urlaubspostkarte: Wachwechsel... und Formalausbildung</title>
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        <link rel="replies" type="text/html" href="http://wiegold.focus.de/augen_geradeaus/2010/01/urlaubspostkarte-wachwechsel-und-formalausbildung.html" thr:count="9" thr:updated="2010-01-25T10:56:18+01:00" />
        <id>tag:typepad.com,2003:post-6a010535800341970b012876a01355970c</id>
        <published>2010-01-03T13:24:53+01:00</published>
        <updated>2010-01-03T13:24:53+01:00</updated>
        <summary>Liebe Leser, ich hoffe, Sie sind alle gut ins neue Jahr gekommen! Ich halte mich weiterhin urlaubsmäßig von aktuellen politischen Ereignissen und Diskussionen fern. Aber den Freunden der Formalausbildung möchte ich dieses Foto vom Wachwechsel in Bangkok nicht vorenthalten: Wie viel Fehler sind in diesem Bild versteckt?</summary>
        <author>
            <name>Thomas Wiegold</name>
        </author>
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<content type="xhtml" xml:lang="de-DE" xml:base="http://wiegold.focus.de/augen_geradeaus/">
<div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p>Liebe Leser, ich hoffe, Sie sind alle gut ins neue Jahr gekommen!</p>

<p>Ich halte mich weiterhin urlaubsmäßig von aktuellen politischen Ereignissen und Diskussionen fern. Aber den Freunden der Formalausbildung möchte ich dieses Foto vom Wachwechsel in Bangkok nicht vorenthalten: Wie viel Fehler sind in diesem Bild versteckt?</p>
<a href="http://www.flickr.com/photos/75569625@N00/4240609360/" title="BKK_Wachbataillon by thomas_wiegold, on Flickr"><img alt="BKK_Wachbataillon" height="375" src="http://farm3.static.flickr.com/2534/4240609360_ed94a4432f.jpg" width="500" /></a>
<p></p></div>
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        <title>Erlaubtes Entfernen von der Truppe</title>
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        <published>2009-12-30T10:00:00+01:00</published>
        <updated>2009-12-30T10:00:00+01:00</updated>
        <summary>Melde mich in den (Rest)Urlaub ab: Bis zum 24. Januar bleibt das Blog geschlossen. Ich wünsche allen meinen Lesern einen guten Start ins neue Jahr! Und bin gespannt, was sich bis zu meiner Rückkehr so tut – sei es im Untersuchungsausschuss zum Luftangriff von Kundus, der ja im Januar mit der Arbeit beginnt, sei es in Afghanistan selbst oder in meiner anderen area of concern, dem Horn von Afrika... Während meiner Abwesenheit muss ich (ab heute Mittag) aus rechtlichen Gründen die Kommentarfunktion vorübergehend einschränken – alle Kommentare werden dann erst freigeschaltet, wenn ich drauf geguckt habe. Im Extremfall erst in...</summary>
        <author>
            <name>Thomas Wiegold</name>
        </author>
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<div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p>Melde mich in den (Rest)Urlaub ab: Bis zum 24. Januar bleibt das Blog geschlossen. Ich wünsche allen meinen Lesern einen guten Start ins neue Jahr! Und bin gespannt, was sich bis zu meiner Rückkehr so tut – sei es im Untersuchungsausschuss zum Luftangriff von Kundus, der ja im Januar mit der Arbeit beginnt, sei es in Afghanistan selbst oder in meiner anderen <em>area of concern</em>, dem Horn von Afrika... </p><p>Während meiner Abwesenheit muss ich (ab heute Mittag) aus rechtlichen Gründen die Kommentarfunktion vorübergehend einschränken – alle Kommentare werden dann erst freigeschaltet, wenn ich drauf geguckt habe. Im Extremfall erst in dreieinhalb Wochen. Ich bitte um Verständnis, aber es geht leider nicht anders.</p><p>Als - wenn auch begrenzte - Diskussionsmöglichkeit kann ich <a href="http://www.facebook.com/AugenGeradeaus" target="_blank">die Facebook-Seite von Augen Geradeaus</a>! anbieten – da kann das Gespräch weitergehen, wenn auch leider nur für Facebook-Mitglieder.</p><p>Take care, und bis im nächsten Jahr!</p></div>
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        <title>Kundus: Vom Wiederaufbaucamp zum Feldlager </title>
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        <link rel="replies" type="text/html" href="http://wiegold.focus.de/augen_geradeaus/2009/12/kundus-vom-wiederaufbaucamp-zum-feldlager-.html" thr:count="5" thr:updated="2010-01-03T18:50:44+01:00" />
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        <published>2009-12-30T07:02:00+01:00</published>
        <updated>2009-12-29T22:27:09+01:00</updated>
        <summary>Zum Jahresende noch ein, sozusagen, Bonus Track: Das Magazin loyal hat in seiner Januar-Ausgabe eine Geschichte des (meinen Lesern schon bekannten) Kollegen Marco Seliger. Der sich mal angeschaut hat, wie sich die Lage in Kundus in den vergangenen Jahren verändert hat. (Die Bezieher der loyal haben das Blatt des Reservistenverbandes heute – oder spätestestens morgen – in ihrem Briefkasten. Deshalb hat mir die Redaktion netterweise erlaubt, für die Nicht-Bezieher die Story hier einzustellen. Dafür vielen Dank! Der Text ist dem Zeitschriftenlayout entnommen, für den bisweilen hier merkwürdig anmutenden Zeilenumbruch bitte ich um Verständnis.) Kunduz – Was läuft falsch? Die politische...</summary>
        <author>
            <name>Thomas Wiegold</name>
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        <category scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" term="Afghanistan" />
        <category scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" term="Einsatz in aller Welt" />
        
        <category scheme="http://sixapart.com/ns/types#tag" term="Bundeswehr Afghanistan ISAF Kundus Kunduz PRT Feldlager loyal Reservistenverband Marco_Seliger" />
        
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<div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p>Zum Jahresende noch ein, sozusagen, <em>Bonus Track</em>: Das Magazin <em>loyal</em> hat in seiner Januar-Ausgabe eine Geschichte des (meinen Lesern schon bekannten) Kollegen Marco Seliger. Der sich mal angeschaut hat, wie sich die Lage in Kundus in den vergangenen Jahren verändert hat.</p><p>(Die Bezieher der <em>loyal</em><strong> </strong>haben das Blatt des Reservistenverbandes heute – oder spätestestens morgen – in ihrem Briefkasten. Deshalb hat mir die Redaktion netterweise erlaubt, für die Nicht-Bezieher die Story hier einzustellen. Dafür vielen Dank! Der Text ist dem Zeitschriftenlayout entnommen, für den bisweilen hier merkwürdig anmutenden Zeilenumbruch bitte ich um Verständnis.)</p>

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<p></p><blockquote><p><strong>&#0160;<em>Kunduz – Was läuft falsch?</em></strong><em><br /></em></p><p><em>Die politische Debatte um die Folgen des 4. September<br />2009 kreist um sich selbst. Auf diese Weise werden die wirklich<br />entscheidenden Fragen nicht gestellt. Denn die Ereignisse<br />waren nur der vorläufige Höhepunkt einer Eskalation, die vor sechs<br />Jahren kaum für möglich gehalten wurde</em></p><em>Über den Afghanistan-Einsatz berichtet Marco Seliger<br /><br />Das eisenbewehrte Tor öffnet sich. Oberst<br />Ferdinand Baur tritt hinaus. Die Pistole<br />steckt im Halfter, auf dem Kopf trägt er das<br />weinrote Barett der Fallschirmjäger. Vor ihm<br />liegt die Straße, hinter ihm verbergen drei Meter<br />hohe Mauern Gebäude und Fahrzeuge des Wiederaufbauteams<br />(PRT) Kunduz. Unter seinen Stiefeln<br />knirscht der feine Sand, jeder Schritt produziert<br />eine kleine Staubwolke. Baur marschiert<br />Richtung Stadtzentrum, einfach so. Die Menschen<br />grüßen ihn freundlich, „Salam aleikum“,<br />antwortet er mit fester Stimme und einem Lächeln<br />im Gesicht. Je weiter er sich vom Feldlager<br />entfernt, desto dichter wird das Gedränge um<br />ihn. Er erreicht das Marktviertel, selbst in den unübersichtlichen<br />Gassen hier fühlt er sich sicher.<br />„Die Leute sind uns wohl gesonnen“, sagt er, „sie<br />sind dankbar für unsere Anwesenheit.“ Die Afghanen<br />– sie sind Freunde, nicht Feinde.</em></blockquote>

<em><br /></em><blockquote><em>Gerade erst ist Verteidigungsminister Peter<br />Struck in Kunduz gewesen. Eine afghanische Militärkapelle<br />hat zum Empfang die deutsche Nationalhymne<br />gespielt. PRT-Kommandeur Baur<br />hat die Lage vorgetragen: Es gebe keine konkreten<br />Bedrohungen, aber erhebliche Destabilisierungsfaktoren,<br />erklärte er seinem obersten Vorgesetzten.<br />Etwa mehrere hundert Anhänger der<br />extremistischen Taliban, die in der Nachbarprovinz<br />lebten. Oder die ungezählten Waffen aller<br />Art und Größe, die sich in den Händen Tausender<br />Männer befänden, die in den Milizen regionaler<br />Machthaber organisiert seien. Ein großer<br />Teil von ihnen verdiene am Drogenhandel, und<br />über allem liege ein feines Netzwerk von Loyalitäten,<br />in das jeder Stammesführer eingewoben<br />sei. Die Situation, so hat Baur seinen Lagevortrag<br />beendet, sei dennoch überschaubar. Gepanzerte<br />Fahrzeuge oder gar schwere Waffen halte er für<br />nichtnotwendig. Struck und Begleiter<br />hören das gern. Es läuft gut in Kunduz<br />– im Januar 2004.<br /><br />Knapp sechs Jahre später reist wieder<br />ein Verteidigungsminister nach Kunduz.<br />Diesmal heißt er Karl-Theodor zu<br />Guttenberg, sein Besuch wird bis zuletzt<br />aus Sicherheitsgründen geheim<br />gehalten. Es gilt für ihn, der verunsicherten<br />Truppe politisch den Rücken<br />zu stärken in einem Einsatz, den er,<br />der Minister, inzwischen als „kriegsähnlichen<br />Zustand“ beschreibt. Vor allem aber will sich zu<br />Guttenberg an dem Ort zeigen, der für die Bundesregierung<br />zu einem Menetekel geworden ist.<br />Die Bombardierung von Taliban und zwei Tankwagen<br />sieben Kilometer vom Feldlager entfernt<br />war, so heißt es inzwischen in Berlin, „militärisch <br />unangemessen“. Die politischen Wogen der Ereignisse<br />vom 4. September 2009 spülen Ende November den damaligen Arbeits-<br />und im September noch amtierenden Verteidigungsminister Franz<br />Josef Jung, Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und<br />Verteidigungsstaatssekretär Peter Wichert<br />aus ihren Ämtern – Konsequenz nicht der<br />Geschehnisse an sich, sondern ihrer desaströsen<br />Kommunikation durch die Führung des (alten)Ministeriums<br />gegenüber der Öffentlichkeit<br />und dem Bundestag.<br />Noch immer ist der Vorfall<br />nicht umfassend aufgeklärt,<br />ein Untersuchungsausschuss<br />soll das jetzt erledigen. Doch<br />im Schatten der Vorgänge<br />jener Spätsommernacht tun<br />sich noch ganz andere Fragen<br />auf als die, wer was wann gewusst<br />hat. Es sind Fragen<br />von strategischer<br />Dimension, die mit<br />taktischen Fehlern<br />und Versäumnissen im<br />Einsatzgebiet und mit<br />politischer Unehrlichkeit<br />in Deutschland zu<br />tun haben. Fragen<br />etwa danach, wie eine<br />halbwegs stabile Provinz<br />zum Kriegsgebiet werden konnte. Oder danach,<br />wieso ein wirtschaftlich hoch entwickeltes<br />Land seinen Soldaten nicht die Ausrüstung mitgibt,<br />die sie brauchen, um ihren Auftrag erfüllen<br />zu können. Und danach, wieso der Bundestag Jahr<br />für Jahr ein Mandat erteilt, das die Realitäten vor<br />Ort nicht mehr berücksichtigt. Kurzum: Was lief<br />falsch in sechs Jahren Kunduz-Einsatz?<br /><br />Als der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses,<br />Harald Kujat, im Jahr 2003 den Operationsplan<br />für die Afghanistantruppen entwirft, schickt er<br />eine Nachricht an den damaligen Minister Struck.<br />„Ich empfehle Ihnen, die Hand zu heben, wenn<br />die Frage danach kommt, wer Soldaten für ein<br />Wiederaufbauteam nach Kunduz schicken<br />kann“, formuliert der General. Im Gegensatz zum<br />Süden seien die Verhältnisse dort stabil, die Erfolgsaussichten<br />gut. Ein begrenzter Einsatz, eine<br />ruhige Region, kein Krieg, dafür Aufbau, das ist<br />etwas für die Bundeswehr. Struck befolgt den Rat<br />des Generals, am 24.Oktober des Jahres schickt er<br />die ersten deutschen Soldaten nach Kunduz. Sie<br />sollen den Einfluss der afghanischen Zentralregierung<br />in der Provinz stärken, regionale Verwaltungsstrukturen<br />aufbauen sowie die Wirtschaftsentwicklung<br />ankurbeln helfen und ein<br />dichtes Sicherheitsnetz knüpfen. Neben den Soldaten<br />werden auch Vertreter der Ministerien für<br />Äußeres, Inneres und Entwicklung nach Kunduz geschickt. Deutschland verfolgt einen ressortübergreifenden<br />Ansatz, der als Modell für die gesamte<br />NATO-Mission dienen soll.<br /><br />Doch den vollmundigen Ankündigungen folgen<br />nur halbherzige Taten. Über sechs Jahre hinweg<br />schicken die Ministerien kaum mehr als eine<br />Handvoll Mitarbeiter in eine wirtschaftlich extremrückständige<br />Region der Größe Hessens, in<br />der Armut und Not grassieren und in der Politiker<br />und Verwaltungsbeamte auf allen Ebenen<br />gnadenlos korrupt sind. Die anfangs dreihundert<br />Bundeswehr-Soldaten beschränken sich auf<br />Einige Wiederaufbauprojekte in der Stadt und in<br />den umliegenden Ortschaften, ansonsten kümmern<br />sie sich um ihre Eigensicherung. Präsenzpatrouillen,<br />die die Tätigkeit der 200 deutschen<br />Aufbauhelfer und ihrer 2000 einheimischen Mitarbeiter<br />hätten absichern können, seien, so erfahren<br />PRT-Besucher noch im Jahr 2005, angesichts<br />der ruhigen Lage unverhältnismäßig. Interne<br />Einschätzungen der Bundeswehr zeichnen<br />da längst ein anderes Bild. Gemeinsam mit ausländischen Terroristen kehren die<br />Taliban in ihre einstige Hochburg Kunduz zurück. „Hier brodelt<br />es gewaltig“, äußert ein Hauptfeldwebel damals.<br /><br />Im Jahr darauf zieht das PRT aus Sicherheitsgründen<br />aus dem Provisorium in der Stadtmitte<br />in ein schwer gesichertes Feldlager in der Nähe<br />des Flugplatzes weit außerhalb bewohnter Gebiete.<br />Regelmäßige Patrouillen und gemeinsame<br />Aufbauprojekte sollen nun dafür sorgen, dass der<br />Kontakt zu den Afghanen nicht vollständig abreißt.<br />Bereits zu diesem Zeitpunkt zeichnet sich<br />ab, dass Deutschland sein Versprechen, Sicherheit,<br />Ordnung, Rechtsstaatlichkeit und Fortschritt<br />in Kunduz zu schaffen, mit seinem finanziellen<br />und personellen Einsatz auf politischer,<br />militärischer und ziviler Ebene nicht erfüllen<br />kann. Die Begeisterung der Bevölkerung über die<br />Anwesenheit der Deutschen ebbt spürbar ab. Zugleich<br />kommt es Mitte 2006 mit der ISAF-Ausdehnung<br />in die paschtunischen Stammesgebiete<br />im Süden und Osten Afghanistans zu offenen<br />Feldschlachten zwischen NATO-Truppen und<br />Aufständischen. Das bleibt im Norden nicht folgenlos.<br />Gemeinsam mit Tausenden paschtunischen<br />Flüchtlingsrückkehrern sickern Talibankämpfer,<br />die dem militärischen Druck im Süden<br />ausweichen, in die Randdistrikte von Kunduz<br />ein. Für die Bundeswehr wird es dort immer gefährlicher.<br />Erstmals seit Beginn des Einsatzes<br />gibt es eine Reihe von Anschlägen mit improvisierten<br />Sprengsätzen (IED) sowie Hinterhalte mit<br />Panzerfäusten und Kleinwaffen gegen deutsche<br />Soldaten. Dabei offenbart sich ein Dilemma, in<br />dem die Truppe von Beginn an steckt. Sie soll für<br />Sicherheit sorgen, darf aber nicht offensiv gegen<br />die Angreifer vorgehen. Die Bundeswehrführung<br />hat ihr Verhaltensregeln auferlegt, die ihre Handlungsmöglichkeiten<br />massiv beschränken. Diese<br />so genannten „Rules of Engagement“ resultieren<br />aus der Annahme in Berlin, die Lage in Kunduz<br />könne sich nur stetig verbessern. Dass sich das<br />Gegenteil entwickelt, registrieren zwar Soldaten<br />sowie Politiker und Journalisten, die abseits organisierter<br />Ministerreisen nach Kunduz fahren.<br />Doch in den Afghanistan-Debatten im Bundestag<br />unterscheidet sich die Situationsbeschreibung<br />der Regierung stark von der Realität.<br /><br />Spätestens ab Mitte 2007 kann von Optimismus<br />endgültig nicht mehr die Rede sein. Die Bundeswehr<br />weiß zwar längst, dass<br />sich in den paschtunischen<br />Gebieten Terroristen und Aufständische<br />aufhalten, sie<br />weiß sogar, wo sie sind und<br />wer sie beherbergt. Doch sie<br />kann, will oder darf nicht<br />gegen sie vorgehen. Es seien<br />die Afghanen, die das machen<br />müssten, heißt es in Berlin,<br />wohl wissend, dass die einheimische<br />Armee und Polizei<br />schlecht ausgebildet und ausgerüstet<br />sind. Dann kommt der 19. Mai 2007.<br />Auf dem Markt in Kunduz sprengt<br />sich ein Selbstmordattentäter in die<br />Luft, drei Bundeswehr-Soldaten und<br />sieben Einheimische sterben. Von da<br />an ist es vorbei mit der deutsch-afghanischen<br />Freundschaft, selbst<br />wenn die örtlichen Honoratioren den<br />Anschlag entschieden verurteilen und<br />Politiker in Berlin weiter von vertrauensvoller<br />Zusammenarbeit sprechen. Das<br />Misstrauen der Soldaten in die Afghanen ist<br />Fortan immanent, und die Taliban schüren<br />es mit improvisierten Bomben (IEDs) und<br />Raketenangriffen gezielt weiter. Die Truppe<br />reduziert ihre Präsenz aus Angst vor Verlusten.<br />Zudem wird in der Heimat mit jedem Gefallenen<br />eine von Mal zu Mal hysterischere<br />Debatte über den Sinn des deutschen<br />Engagements am Hindukusch entfacht.<br />Die Bundesregierung, die Gunst des<br />zunehmend einsatzskeptischen Wählers<br />im Auge, vermeidet eine klare Positionierung.<br />„Bis heute“, sagt der Afghanistanexperte und frühere<br />Grünenabgeordnete Winfried Nachtwei,<br />„lassen Bundeskanzlerin und Verteidigungsminister<br />eine überzeugende Führerschaft in der<br />Diskussion über Sinn, Zweck und Ziel des Engagements<br />am Hindukusch vermissen.“ Mit Krieg<br />gewinnt man in Deutschland<br />keine Wahlen.<br /><br />Während sich die Lage für Soldaten<br />und Entwicklungshelfer<br />verschärft, flüchtet sich<br />die Regierung in Wirklichkeitsverweigerung,<br />Beschönigungen<br />und halbherzige<br />Maßnahmen. Der Aufbau sei<br />eine Erfolgsgeschichte, heißt<br />es noch Mitte 2007, schließlich<br />könnten Abertausende<br />Jungen und Mädchen in Kunduz wieder in die<br />Schulen gehen. Das stimmt, aber es ist eben nur<br />die halbe Wahrheit. Denn zugleich wächst der Einfluss<br />der Taliban und anderer Extremisten in der<br />Bevölkerung. Lehrer werden eingeschüchtert oder<br />ermordet, vor allem in Dörfern, in die kaum ein<br />Soldat oder Polizist seinen Fuß setzt. Was nützen<br />da noch Schulneubauten? Die Bundesregierung<br />kündigt an, mehr Ausbilder zu schicken, um die<br />afghanischen Sicherheitskräfte zu stärken. Doch der Aufbau der Polizei, der seit der<br />ersten Petersberg-Konferenz in<br />Bonn im Jahr 2001 in der Federführung<br />der Bundesrepublik liegt, ist<br />eine Geschichte des Scheiterns.<br />Zumeinen ist der deutsche Ansatz,<br />afghanische Polizisten auf dem Niveau<br />ihrer Kollegen in Berlin und<br />Hamburg auszubilden, gut gemeint,<br />aber der Lage im Land nicht<br />angemessen. Zum anderen werden<br />von Anfang an zu wenig Ausbilder<br />geschickt, um den Verpflichtungen,<br />die sich die Bundesregierung<br />auferlegt hat, nachkommen zu<br />können. Doch auch die Bundeswehr tut sich<br />schwer mit ihrer Trainingsmission für die afghanische Armee.<br />Sie bringt es derzeit auf gerade zehn<br />sogenannte „Operational Mentoring and Liaison<br />Teams“ (OMLT), Ausbildungseinheiten einer<br />Größe von knapp 30 Soldaten. Es werden jedoch<br />sehr vielmehr OMLT benötigt, um allein den Ausbildungsbedarf<br />in Nordafghanistan zu decken.<br /><br />Als das Feldlager Kunduz im Herbst 2007 zunehmend<br />unter Raketenbeschuss gerät, entscheidet<br />sich das Verteidigungsministerium erstmals seit<br />Einsatzbeginn für eine signifikante Verstärkung<br />der Infanteriekräfte vor Ort. Im Winter 2008wird<br />eine Fallschirmjägerkompanie in Marsch gesetzt,<br />die Zahl der Raketenangriffe geht daraufhin zurück.<br />Zugleich häufen sich jedoch IED- und Selbstmordanschläge.<br />Die Bundeswehr beklagt im Sommer<br />2008mehrere Gefallene und Schwerverwundete<br />– und gerät darüber hinaus zunehmend in<br />klassische Kampfhandlungen. Die Einsatzbeschränkungen bleiben dennoch.<br />Die Soldaten dürfen<br />die Angreifer nicht offensiv bekämpfen,<br />Deutschland befindet sich schließlich nicht im<br />Krieg. Die Truppe weiß, dass der Gegner zu diesem<br />Zeitpunkt nur einige wenige Hundert Mann stark<br />ist. Eine beherzte Offensive könnte sie vertreiben.<br />Doch zu diesem Zeitpunkt steht in Berlin die Mandatsverlängerung an.<br />Truppenverstärkungen, verbunden mit<br />Nachrichten von Kampfhandlungen,<br />könnten da unangenehme Diskussionen über die<br />Lageentwicklung aufwerfen. Politische Belange in<br />der Heimat werden über operationelle Zwänge im<br />Einsatzgebiet gestellt, alles bleibt beim alten. <br /><br />Ohnehin wäre die Frage gewesen, womit die Offensive<br />hätte stattfinden sollen. Denn die Truppe<br />in Kunduz verfügt weder über genug Kräfte noch<br />über ausreichend Fahrzeuge und taugliche Waffensysteme,<br />um „Counterinsurgency“-Operationen<br />außerhalb des Feldlagernahbereiches zu<br />starten. Seit Einsatzbeginnwissen Regierung und<br />Militärführung, dass die Truppe dringenden Bedarf an Transport- und Kampfhubschraubern hat<br />Sowie moderne Aufklärungs- und Kommunikationsmittel<br />benötigt, um ihren Auftrag erfüllen zu können.<br />Bis heute sind diese Ausrüstungsmängel nicht<br />abgestellt. Im Herbst 2008 muss PRT-Kommandeur<br />Oberst Rainer Buske einräumen, die Initiative in<br />Kunduz verloren zu haben.<br /><br />Im Frühjahr 2009 sind dort nicht mehr nur „einige<br />Hundert“, sondern „viele Hundert“ Aufständische<br />aktiv. Sie greifen an, besetzen Dörfer und patrouillieren in Kunduz.<br />Die Taliban haben im Norden eine<br />zweite Front eröffnet. Die Bundeswehr befindet sich<br />im Krieg, Soldaten töten und werden getötet. Doch<br />sie stehen auf verlorenem Posten. Mit ein paar hundert Mann Kampftruppe<br />sollen sie in einem riesigen<br />Gebiet skrupellose Guerilleros in Schach halten, die<br />Zivilisten als Schutzschild benutzen. Dabei sollen<br />sie unbedingt eigene Verluste meiden und auf keinen<br />Fall Zivilisten töten. Immerhin passt das Verteidigungsministerium<br />endlich die Verhaltensregeln<br />(„Taschenkarte“) an die Situation an. Die Soldaten<br />dürfen den Feind nun aktiv bekämpfen, fordern sogar US-<br />Kampfjets an, die ihnen mithilfe ihrer<br />Bordwaffen wiederholt aus der Bedrängnis helfen.<br />Die „Heimatfront“ wird aus ihrer Illusion vom Brunnen<br />bauenden uniformierten Hilfswerk gerissen.<br /><br />Im Sommer 2009 berichten die ersten Heimkehrer<br />vom Kämpfen, Töten und Sterben in Kunduz. Das<br />deutsche Wiederaufbauprojekt ist zum Stillstand gekommen.<br />Viele Hilfsorganisationen haben ihre Mitarbeiter<br />abgezogen, Aufbau findet so gut wie nicht<br />mehr statt. Die Taliban sind wieder ein Machtfaktor,<br />die Bundeswehr kann das nicht mehr ändern. In dieser<br />Situation trifft Oberst Georg Klein eine Entscheidung,<br />die in eine Gewaltanwendung mündet, wie sie<br />bis dahin kein deutscher Soldat seit dem Zweiten<br />Weltkrieg mehr getroffen<br />hat. Der Bombenabwurf<br />vom 4. September symbolisiert<br />das Scheitern des<br />deutschen Kunduz-Einsatzes.<br />Ob das jemals aufgearbeitet wird?</em></blockquote><em><br /><br /><br /><br /></em></div>
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        <title>Die doppelte Kriegsdiskussion</title>
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        <published>2009-12-29T16:57:03+01:00</published>
        <updated>2009-12-29T16:26:12+01:00</updated>
        <summary>Es geht ein großer Irrtum um dieser Tage in Deutschland. Der Irrtum, dass nach dem fatalen Luftangriff von Kundus endlich eine sicherheitspolitische Diskussion in diesem Lande begonnen habe, die Diskussion, vor der sich Politik und Öffentlichkeit lange gedrückt haben. Weit gefehlt. Es gibt derzeit zwei Debatten, die sich unglücklich überschneiden: Die Diskussion, was in Afghanistan künftig nötig ist und in welcher Weise Deutschland dazu beitragen sollte, will und kann. Und die Diskussion, wie Politik und Gesellschaft künftig ihre bewaffneten Streitkräfte einsetzen wollen. Die beiden Themen hängen zwar eng miteinander zusammen – aber die emotional geführte Auseinandersetzung über den Krieg am...</summary>
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            <name>Thomas Wiegold</name>
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        <category scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" term="Afghanistan" />
        <category scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" term="An der Heimatfront" />
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<div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p>Es geht ein großer Irrtum um dieser Tage in Deutschland. Der Irrtum, dass nach dem fatalen Luftangriff von Kundus endlich eine sicherheitspolitische Diskussion in diesem Lande begonnen habe, die Diskussion, vor der sich Politik und Öffentlichkeit lange gedrückt haben. Weit gefehlt. Es gibt derzeit zwei Debatten, die sich unglücklich überschneiden: Die Diskussion, was in Afghanistan künftig nötig ist und in welcher Weise Deutschland dazu beitragen sollte, will und kann. Und die Diskussion, wie Politik und Gesellschaft künftig ihre bewaffneten Streitkräfte einsetzen wollen. Die beiden Themen hängen zwar eng miteinander zusammen – aber die emotional geführte Auseinandersetzung über den Krieg am Hindukusch verhindert sowohl ein klares Auseinander halten der beiden Felder. Und tut keiner der beiden Diskussionen gut.</p>

<p>Nehmen wir die Frage über das weitere Engagement in Afghanistan. Seitdem die Umstände des Luftangriffs von Kundus am 4. September, angeordnet von einem deutschen Oberst, (scheinbar) klarer zu Tage treten, entwickelt sich die öffentliche Wahrnehmung in eine Richtung, und die Politik folgt überwiegend: der stark von Militär geprägte Ansatz ist, so die herrschende Meinung, ein Fehler. Und die Überlegung, stärker werdenden Aufständischen zumindest übergangsweise mit stärkeren militärischen Mitteln zu begegnen, erst recht der falsche Weg.</p>

<p>Statt dessen sollte, so die vorherrschende Meinung auch über die Grenzen von Koalitions- und Oppositionsparteien im Bundestag hinweg, anderes im Vordergrund stehen: Wiederaufbau, und, wenn es denn schon Militär sein muss, dann bitte möglichst nur Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte. Damit die Deutschen möglichst schnell da raus kommen.</p>

<p>Nun ist schon das Thema Ausbildung mit dem falschen Verständnis behaftet, das sei ja quasi ein deutscher Übungsplatz in Afghanistan, wo man in relativ friedlicher Umgebung den Afghanen beibringen kann, wie sie taktisch vorgehen oder richtig funken sollen. Dazu ein Video von natochannel.tv:</p><object height="340" width="560"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/GI_OmXPKWFI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" height="340" src="http://www.youtube.com/v/GI_OmXPKWFI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash" width="560" /></object>



<p></p><p>Im Klartext: Auch Ausbildungshilfe für afghanische Armee oder Polizei, wenn sie engagiert betrieben wird, ist mit Gefahren verbunden. Die so genannten OMLTs (Operation Mentoring and Liaison Teams) begleiten ihre afghanischen Schützlinge, wenn es sein muss, mit ins Gefecht. Und die US-Vorstellungen von Embedding and Partnering, warnte schon vor einiger Zeit ein deutscher General, würden bei entsprechender Anwendung im ganzen ISAF-Bereich eine massive deutsche Aufstockung im Norden bedeuten. Mit 100 mehr Soldaten wäre es da nicht getan.</p><p>Bei einer verantwortbaren und ernsthaften Verbesserung der Ausbildungsbemühungen würde also die Erwartung, <em>unsere Jungs kommen möglichst schnell nach Hause</em>, vorerst nicht erfüllt, im Gegenteil. Selbst dann könnte also eine Erhöhung der Truppenstärke zur Diskussion stehen - eine Überlegung, die offensichtlich auch der SPD-Opposition nicht ganz fremd ist, wenn sie die Ablehnung jeglicher Erhöhung ausdrücklich auf die <em>Kampftruppen</em> bezieht.</p><p>Doch das ist nur ein Teil des Problems. Denn nach wie vor müssen die Deutschen im ISAF-Gefüge beweisen, dass sie im Norden Afghanistans die Sicherheit auch rund um die Hotspots wie Kundus ohne zusätzliche Kampftruppen gewährleisten können. (Von einem deutschen Engagement im heiß umkämpften Süden redet ja ohnehin niemand mehr.) Eine Situation, in der die Bundeswehr von der Politik auf ihre derzeitigen Möglichkeiten begrenzt wird, während Verbündete die von ISAF erkannten Lücken im Norden auffüllen, täte dem deutschen Gewicht in der Nato nicht gut. Das kann man in Kauf nehmen - sollte sich aber klar machen, dass man das tut.</p><p>Gegenüber den Verbündeten kommt es übrigens auch nicht so gut, ihnen jegliche Verantwortung zuzuschustern und so zu tun, als ginge es uns nichts an. Ein wenig kommt mir Außenminister Guido Westerwelle so vor, <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/afghanistan-konferenz-westerwelle-droht-mit-boykott-1531973.html" target="_blank">wenn er verkündet</a>: <em>Wenn die Afghanistan-Konferenz in London eine reine
Truppenstellerkonferenz wird, fahre ich nicht hin. Was wir brauchen ist
ein breiter politischer Ansatz und eine Gesamtstrategie.</em> Wer hat denn diese Konferenz, die am 28. Januar in London stattfindet, mit initiiert? Nach meiner Erinnerung war das (neben dem damaligen Außenminister und heutigen Oppositionsführer Frank-Walter Steinmeier, aber das ist jetzt erst mal nicht von Belang) die damalige wie heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und seit Wochen lautet das Mantra der Regierungskoalition: Über das weitere, ggf. zusätzliche deutsche Engagement am Hindukusch werde im Lichte der Beratungen dieser Konferenz entschieden. Und jetzt haben die Deutschen mit dem Ablauf oder Ausgang dieses Treffens gar nichts mehr zu tun? Sondern warten ab, mit welchen Vorschlägen andere Länder dort hin kommen, und ziehen sich gegebenenfalls beleidigt zurück? Weil es ja eine <em>reine Truppenstellerkonferenz</em> werden könnte?</p><p>Ist doch komisch. Es wird doch nicht etwa damit zusammenhängen, dass es auch in der schwarz-gelben Regierungskoalition unterschiedliche Ansichten gibt? Und die FDP mit ihrem Chef Westerwelle dem Polit-Star und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg möglichst gar nichts durchgehen lassen will, schon gar nicht eine mögliche Zusage von mehr deutschen Soldaten für den ISAF-Einsatz?</p><p>All&#39; diese etwas merkwürdigen Einlassungen, kommen sie nun von der Opposition oder von der Regierungsseite, haben zudem mit einem wenig zu tun: Mit der tatsächlichen Situation in Afghanistan. Die richtet sich weder nach deutschen Regierungs- und Parlamentsbeschlüssen noch nach der Bevölkerungsmehrheit hier zu Lande. Und es ist löblich, einen zivilen Aufbau als vorrangiges Ziel zu bezeichnen - aber ohne die begleitende Aussage, wie dieser Aufbau und die Aufbauhelfer in einem zunehmend von <em>kriegsähnlichen Zuständen</em> geprägten Land gesichert werden können, ist das alles ein wenig unsinnig.&#0160;</p><p>Und diese etwas verwirrende Beschreibung gilt erst mal nur dem Thema Afghanistan-Einsatz. Noch ein wenig mehr Verwirrung ist zu beobachten, wenn es um den Einsatz der Bundeswehr im Grundsätzlichen geht.</p><p>Stellen wir uns mal einen Moment vor (auf diese Idee brachte mich gestern ein Freund), wir wären schon ein oder zwei Jahre weiter. Über den Bundeswehreinsatz am Hindukusch herrschte Klarheit, wie auch immer, die Überlegungen für den Beginn eines Abzugs nähmen schon mal konkrete Formen an, und in der deutschen öffentlichen Wahrnehmung wäre das Afghanistan-Engagement etwa so ein heißes Thema wie zurzeit der deutsche Einsatz im Kosovo. </p><p>Dann hätten wir vermutlich noch immer keine Antwort auf die Frage, was die deutschen Streitkräfte – jenseits der Hindukusch-Mission – eigentlich können müssen und dürfen. Die grundlegende sicherheitspolitische Diskussion fehlt: Soll die Bundeswehr, dann aber konsequent, auf Kriseneinsätze auch fern der Heimat ausgerichtet werden? Wie robust soll sie dann agieren können? Hat und bekommt sie die Ausrüstung, die sie dafür braucht?</p><p>Oder setzt sich, dann wieder als Folge des Afghanistan-Einsatzes, mehrheitlich die Meinung durch, dass deutsche Soldaten doch mehr oder weniger wieder auf die Landesverteidigung oder allenfalls die Bündnisverteidigung auf Europa beschränkt können dürfen sollen?</p><p>Im Moment agiert die Truppe im Kriseneinsatz weit weg – bekommt aber (und das nicht nur aus finanziellen Gründen) nicht unbedingt das, was dafür notwendig wäre. Warum gilt immer noch die Einschränkung, dass die deutschen Tornados am Hindukusch nur fotografieren, aber noch nicht mal in Notfällen ihren Kameraden mit der Bordkanone zu Hilfe kommen dürfen? Warum dauert es mehr als ein halbes Jahr, bis der ständige Ruf des Regionalkommandeurs Nord nach einer zusätzlichen Infanteriekompanie für Kundus erhört wird? </p><p>Der jetzige Verteidigungsminister hat zwar angefangen, die Situation am Hindukusch korrekt zu beschreiben. Aber beschreiben allein hilft den Soldaten im Einsatz ja noch nicht, wenn keine Konsequenzen daraus gezogen werden. </p><p>Eine grundlegende Sicherheitspolitische Debatte, deren Ergebnisse dann auch allgemein akzeptiert würden, wäre ja eine feine Sache. Sie deswegen zu verweigern, weil man lieber über die gefühlte Auswirkung des Afghanistan-Krieges auf die Heimatfront redet, ist ein bisschen feige. Aber gerade groß in Mode. </p><p></p></div>
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        <title>Zwei raus, zwei rein </title>
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            <name>Thomas Wiegold</name>
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<div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p>In den vergangenen Tagen hatten die Piraten vor der Küste Somalias <a href="http://wiegold.focus.de/augen_geradeaus/2009/12/wie-ern%C3%BCchtern-ist-die-piratenbilanz-order-of-battle-revised.html" target="_blank">zwei gekaperte Handelsschiffe frei gelassen</a>. Eine Entspannung der Situation? Nicht im geringsten - fast gleichzeitig fielen wieder zwei Frachter in die Hände der Seeräuber: <a href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5iDzS137XVhPRFKUO0zY3BEB0Rbog" target="_blank">Der jemenitische Frachter <em>Al-Mahmoudia2</em></a> und <a href="http://www.alertnet.org/thenews/newsdesk/LDE5BS05S.htm" target="_blank">der britische Chemikalientanker <em>St James Park</em></a>. </p><p>Auffällig: beide Schiffe wurden im Golf von Aden Opfer der Seeräuber. Dabei wird doch gerade dieses Seegebiet von den internationalen Seestreitkräften weit genauer überwacht als die anschließenden Weiten des Indischen Ozeans. </p><p><strong>Nachtrag</strong>: Die EU-Anti-Piraten-Operation Atalanta <a href="http://www.eunavfor.eu/2009/12/u-k-registered-chemical-tanker-mv-st-james-park-hijacked-in-gulf-of-aden/" target="_blank">bestätigt die Entführung der <em>St James Park</em></a>: Das Schiff war im besonders überwachten Transitkorridor im Golf von Aden unterwegs. Und bei den Seestreitkräften angemeldet, nahm aber nicht an einem so genannten <em>Group Transit</em> teil.&#0160; </p><p><a href="http://wiegold.focus.de/.a/6a010535800341970b0120a7898cd1970b-pi" style="display: inline;"><img alt="St_James_Park_pirates_AP" border="0" class="asset asset-image at-xid-6a010535800341970b0120a7898cd1970b image-full " src="http://wiegold.focus.de/.a/6a010535800341970b0120a7898cd1970b-800wi" title="St_James_Park_pirates_AP" /></a>&#0160;</p><p><em>In this October 2009 file photo, showing the British registered tanker St. James Park at Tilbury, England, and made available Tuesday Dec. 29, 2009.&#0160; The St. James Park tanker ship is reported to have sent a distress message late Monday, seeking help from pirate attacks and on Tuesday the ship owner reported the vessel has been seized by pirates. (AP Photo/MANDATORY CREDIT Derek Lilley)</em><br /> </p></div>
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