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	<title>better media &#8211; The Quality Content Company</title>
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		<title>Vorne Nutzende, hinten Nutzer – wie konsequent ist Gendersprache?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Bargmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2026 15:10:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Geschlechtergerechte Sprache soll alle ansprechen. Doch manchmal bringt sie vor allem eines hervor: sprachliche Verrenkungen. Besonders hübsch wird es, wenn ein Artikel seine eigenen Regeln nicht durchhält. Ein Fundstück von n-tv – und ein paar Überlegungen zur Gendersprache. „Ein gefälschtes Browserfenster im Browser, um Nutzende zu täuschen: Diese neuartige Angriffsmethode zum Abfischen sensibler Daten haben [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Geschlechtergerechte Sprache soll alle ansprechen. Doch manchmal bringt sie vor allem eines hervor: sprachliche Verrenkungen. Besonders hübsch wird es, wenn ein Artikel seine eigenen Regeln nicht durchhält. Ein Fundstück von n-tv – und ein paar Überlegungen zur Gendersprache.</strong></p>
<div id="attachment_17875" style="width: 1328px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.better-media.de/bmwp/2026/10/gendersprache-nutzende-nutzer/gendersprache-nutzende-ntv-2026-10-19/" rel="attachment wp-att-17875"><img aria-describedby="caption-attachment-17875" class="size-full wp-image-17875" src="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/10/Gendersprache-Nutzende-ntv-2026-10-19.png" alt="Bildschirmfoto der Meldung, in der Nutzende statt Nutzer verwendet wird" width="1318" height="554" srcset="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/10/Gendersprache-Nutzende-ntv-2026-10-19.png 1318w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/10/Gendersprache-Nutzende-ntv-2026-10-19-300x126.png 300w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/10/Gendersprache-Nutzende-ntv-2026-10-19-1024x430.png 1024w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/10/Gendersprache-Nutzende-ntv-2026-10-19-768x323.png 768w" sizes="(max-width: 1318px) 100vw, 1318px" /></a><p id="caption-attachment-17875" class="wp-caption-text">Erst hü, dann hott – bei Gendersprache empfiehlt es sich, auf Wirkung und Aussage zu achten.</p></div>
<p>„Ein gefälschtes Browserfenster im Browser, um Nutzende zu täuschen: Diese neuartige Angriffsmethode zum Abfischen sensibler Daten haben Sicherheitsforschende entdeckt.“</p>
<p>So beginnt ein <a href="https://www.n-tv.de/ratgeber/Browser-im-Browser-Vorsicht-vor-neuartiger-Phishing-Masche-id31425941.html" target="_blank" rel="noopener">Artikel auf n-tv über eine neue Phishing-Masche. </a>Nicht schön, dachte ich, aber warum nicht? So schreibt man heute offenbar. Gleich zwei substantivierte Partizipien in einem Satz: Nutzende und Sicherheitsforschende. Niemand soll durch das generische Maskulinum ausgeschlossen werden.</p>
<p>Ein paar Absätze später lesen wir allerdings: „Tatsächlich befindet sich der Nutzer aber weiterhin auf der Phishing-Seite.“ Hoppla. Der Nutzer? Nicht etwa der Nutzende? Was ist passiert? Hat die sprachliche Sensibilität nachgelassen? Oder ist dem Verfasser schlicht die gewohnte Formulierung durchgerutscht? Wir wissen es nicht. Aber der kleine Bruch ist aufschlussreich.</p>
<h3>Wer nutzt, ist ein Nutzender?</h3>
<p>Das substantivierte Partizip Präsens ist keine sprachliche Neuerfindung. Wir kennen Reisende, Auszubildende und viele andere. Solche Formen gehören seit Langem zum Deutschen.</p>
<p>Neueren Datums ist allerdings die Neigung, möglichst viele Personenbezeichnungen durch Partizipien zu ersetzen. Aus <a href="https://www.better-media.de/bmwp/2020/02/was-tun-mit-lesenden-forschenden-kandidierenden/" target="_blank" rel="noopener">Mitarbeitern werden Mitarbeitende</a>, aus Teilnehmern Teilnehmende, aus Nutzern Nutzende. Der Vorteil liegt auf der Hand: Im Plural sind diese Formen grammatisch nicht nach Geschlechtern unterschieden. Sie kommen ohne Sternchen, Doppelpunkt oder Binnen-I aus.</p>
<p>Doch das Partizip ist nicht immer die glücklichste Lösung. Ursprünglich bezeichnet es eine Tätigkeit oder einen Zustand. Wer liest, ist ein Lesender. Wer forscht, ein Forschender. Im Sprachgebrauch können daraus durchaus dauerhafte Rollenbezeichnungen werden. Aber nicht jede solche Bildung klingt deshalb automatisch natürlich. Manche wirken vielmehr verkrampft und notgedrungen. Gerade <em>Nutzende</em> wirkt auf mich wie eine Konstruktion, die vor allem deshalb gewählt wird, weil <em>Nutzer</em> vermieden werden soll.</p>
<h3>Und plötzlich ist der Nutzer wieder da</h3>
<p>Interessant ist deshalb der Wechsel innerhalb des n-tv-Artikels. Am Anfang werden die Personen, die auf eine gefälschte Browseroberfläche hereinfallen könnten, als <em>Nutzende</em> bezeichnet. Später steht dort ganz selbstverständlich <em>der Nutzer</em>.</p>
<p>Grammatisch lässt sich das erklären: Einmal ist von einer unbestimmten Mehrzahl die Rede, einmal von einem exemplarischen Einzelfall. Der Wechsel ist also kein sprachlicher Fehler. Doch was, wenn der Nutzer eine Frau ist? Hätte die Redaktion nach ihrer eigenen Logik dann nicht auch hier eine geschlechtsneutrale Form wählen müssen?</p>
<p>Und der Wechsel wirft eine zweite Frage auf: Wenn man das generische Maskulinum im ersten Absatz vermeiden möchte, warum verwendet man es dann im vierten? Vielleicht liegt die Antwort eben doch darin, dass <em>der Nutzer</em> im Deutschen eine vertraute, gebräuchliche Form ist. Sie drängt sich beim Denken und Schreiben geradezu auf.</p>
<p>Das beweist nicht, dass Gendersprache grundsätzlich misslingt. Es zeigt aber, wie schnell ein Text stilistisch uneinheitlich wird, wenn verschiedene sprachliche Konventionen nebeneinanderstehen.</p>
<h3>Gendersprache: Es geht auch einfacher</h3>
<p>Dabei ließe sich der erste Satz ohne größere Mühe verbessern:</p>
<blockquote><p>Sicherheitsforscher haben eine neue Phishing-Methode entdeckt: Ein gefälschtes Browserfenster soll Zugangsdaten abgreifen.</p></blockquote>
<p>Aber klar, man setzt sich in der Fassung der Kritik aus, nur Männer zu bezeichnen. Wer das generische Maskulinum vermeiden möchte, kann ebenso gut schreiben:</p>
<blockquote><p>Ein Forschungsteam hat eine neue Phishing-Methode entdeckt: Ein gefälschtes Browserfenster soll Zugangsdaten abgreifen.</p></blockquote>
<p>Beide Fassungen sind kürzer, klarer und leichter verständlich als das Original. Und die zweite kommt ganz ohne geschlechtliche Personenbezeichnung aus.</p>
<p>Das ist für mich der entscheidende Punkt: Gutes Deutsch entsteht nicht dadurch, dass man einzelne Wörter nach einer bestimmten Regel austauscht. Sondern dadurch, dass man überlegt, was man sagen möchte – und wie man es am besten sagt.</p>
<h3>Das grammatische Geschlecht ist nicht das biologische</h3>
<p>Hinter der Debatte steht bekanntlich die Frage, ob das generische Maskulinum tatsächlich geschlechtsübergreifend verstanden wird. Grammatisch kann es das. <em>Der Nutzer</em> bezeichnet nicht zwangsläufig einen Mann, ebenso wenig wie <em>die Person</em> zwangsläufig eine Frau bezeichnet. Das grammatische Geschlecht eines Wortes ist nicht mit dem natürlichen Geschlecht der bezeichneten Person gleichzusetzen.</p>
<p>Wir kennen sprachpsychologische Untersuchungen, nach denen maskuline Personenbezeichnungen bei manchen Befragten häufiger Vorstellungen von Männern hervorrufen. Das ist ein ernst zu nehmender Befund. Er bedeutet aber nicht, dass das generische Maskulinum ausschließlich Männer bezeichnet – und dass jede Ersatzform einen Text verbessert. Gerade deshalb lohnt es sich, zwischen grammatischer Bedeutung, sprachlicher Wirkung und stilistischer Qualität zu unterscheiden.</p>
<h3>Gendersprache mit Augenmaß</h3>
<p>Ich bin unbedingt dafür, dass Frauen sich in Texten wiederfinden. Aber wer es mit der geschlechtergerechten Sprache übertreibt, riskiert, dass seine Texte nicht mehr ernst genommen werden. Gerade deshalb sollten Redaktionen mit Augenmaß formulieren.</p>
<p>Manchmal ist ein substantiviertes Partizip eine gute Lösung, manchmal ein geschlechtsneutrales Substantiv. Manchmal lässt sich der Satz so umstellen, dass die Frage überhaupt nicht auftaucht. Und manchmal ist das generische Maskulinum schlicht die natürlichste Formulierung. Das sollte man im Einzelfall und im Textzusammenhang prüfen und entscheiden.</p>
<p>Was mich stört, ist der Eindruck, ein Text werde allein dadurch besser, dass aus Nutzern Nutzende werden. Der n-tv-Artikel liefert dafür eine hübsche Anschauung: Vorne wird noch sorgfältig gegendert, hinten steht wieder der Nutzer. Vielleicht hat sich beim Schreiben einfach die Sprache durchgesetzt.</p>
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		<title>Ist noch jemand da?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Bargmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2026 10:57:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor 15 Jahren habe ich an dieser Stelle beschrieben, dass es in den Medien überall von „Menschen“ wimmelt. Wenige Monate später folgte ein Plädoyer für die Pronomen – und besonders für „jemand“ statt „Menschen“. Zeit nachzusehen, was daraus geworden ist. Manche Sprachmoden verschwinden. Andere erweisen sich als hartnäckig. Im Januar 2011 beklagte ich in diesem [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="isSelectedEnd"><strong>Vor 15 Jahren habe ich an dieser Stelle beschrieben, dass es in den Medien überall von „Menschen“ wimmelt. Wenige Monate später folgte ein Plädoyer für die Pronomen – und besonders für „jemand“ statt „Menschen“. Zeit nachzusehen, was daraus geworden ist.</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><a href="https://www.better-media.de/bmwp/2026/09/jemand-statt-menschen/jemand-statt-menschen-2026-09-24/" rel="attachment wp-att-17850"><img loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-17850" src="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/09/Jemand-statt-Menschen-2026-09-24.png" alt="Bildschirmfoto der Meldung, in der Menschen statt jemand verwendet wird" width="903" height="295" srcset="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/09/Jemand-statt-Menschen-2026-09-24.png 903w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/09/Jemand-statt-Menschen-2026-09-24-300x98.png 300w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/09/Jemand-statt-Menschen-2026-09-24-768x251.png 768w" sizes="(max-width: 903px) 100vw, 903px" /></a>Manche Sprachmoden verschwinden. Andere erweisen sich als hartnäckig.</p>
<p class="isSelectedEnd">Im Januar 2011 beklagte ich in diesem Blog unter der Überschrift <a href="https://www.better-media.de/bmwp/2011/01/und-immer-die-menschen-die-neue-gefuhligkeit/" target="_blank" rel="noopener">„Und immer die Menschen: Die neue Gefühligkeit“</a>, dass es in den Medien plötzlich überall von Menschen wimmelte. Aus Fahrgästen wurden Menschen, aus Reisenden Menschen, aus Demonstranten Menschen und aus Solaranlagenbesitzern „Menschen, die eine Solaranlage haben“.</p>
<p class="isSelectedEnd">Meine Kritik war damals wie heute einfach: <em>Mensch</em> ist nicht falsch. Aber einem so allgemeinen Wort fehlt häufig die Unterscheidungsfähigkeit. Fahrgast, Anwohner, Zuschauer, Opfer, Passagier oder Demonstrant sagen mehr. Sie beschreiben präzise die jeweilige Rolle oder Funktion.</p>
<p class="isSelectedEnd">Vier Monate später legte ich nach: <a href="https://www.better-media.de/bmwp/2011/05/mensch-pladoyer-fur-pronomen/" target="_blank" rel="noopener">„Pronomen für die Menschen!“</a> hieß mein Plädoyer für <em>wer, wen, wem, diejenigen, alle</em> – und insbesondere für ein kleines, ausgesprochen nützliches Wort: <strong>jemand</strong>.</p>
<p class="isSelectedEnd">15 Jahre später stelle ich fest: Ich könnte den Beitrag beinahe noch einmal veröffentlichen.</p>
<h3>Niemand? Dann vielleicht jemand</h3>
<p class="isSelectedEnd">In einer aktuellen <a href="https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/freilingen-swingerclub-brandausbruch-gebaeudebrand-100.html" target="_blank" rel="noopener">Meldung über einen Brand heißt es beim Südwestfunk</a>:</p>
<blockquote>
<p class="isSelectedEnd">Zunächst war unklar, ob sich Menschen in dem Gebäude befinden.</p>
</blockquote>
<p class="isSelectedEnd">Die Formulierung stammt von dpa und fand ihren Weg in zahlreiche Medien. In der ausführlicheren Fassung im SWR lesen wir wenig später, der Club sei geschlossen gewesen und es habe sich „niemand in dem Haus“ befunden.</p>
<p class="isSelectedEnd">Das ist hübsch. Denn wenn hinterher <em>niemand</em> im Haus war, hätte vorher durchaus <em>jemand</em> darin sein können:</p>
<blockquote>
<p class="isSelectedEnd">Zunächst war unklar, ob sich jemand in dem Gebäude befand.</p>
</blockquote>
<p class="isSelectedEnd">Kürzer, leichter, kein Informationsverlust. Und vor allem braucht <em>jemand</em> keine nähere Bestimmung. Das Wort bezeichnet schlicht eine unbestimmte Person – genau dafür haben wir Pronomen.</p>
<h3>Menschen aus dem Englischen</h3>
<div id="attachment_17864" style="width: 1320px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.better-media.de/bmwp/2026/09/jemand-statt-menschen/menschen-statt-jemand-ntv-2026-09-26/" rel="attachment wp-att-17864"><img aria-describedby="caption-attachment-17864" loading="lazy" class="size-full wp-image-17864" src="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/09/Menschen-statt-jemand-ntv-2026-09-26-.png" alt="Bildschirmfoto der ntv-Meldung" width="1310" height="980" srcset="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/09/Menschen-statt-jemand-ntv-2026-09-26-.png 1310w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/09/Menschen-statt-jemand-ntv-2026-09-26--300x224.png 300w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/09/Menschen-statt-jemand-ntv-2026-09-26--1024x766.png 1024w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/09/Menschen-statt-jemand-ntv-2026-09-26--768x575.png 768w" sizes="(max-width: 1310px) 100vw, 1310px" /></a><p id="caption-attachment-17864" class="wp-caption-text">Menschen statt jemand: Die wörtliche Übersetzung klingt unbeholfen</p></div>
<p>Vielleicht gibt es noch eine weitere Quelle für die vielen Menschen: Übersetzungen aus dem Englischen.</p>
<p>In einer <a href="https://www.n-tv.de/panorama/Mysterioese-Kanalisationsausfluege-in-New-York-geben-Raetsel-auf-id31349917.html" target="_blank" rel="noopener">Meldung über mysteriöse Kanalisationskletterer in New York</a> fand ich diesen Satz:</p>
<blockquote><p>Immer wieder werden Überwachungsbilder veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, wie Menschen in oder aus Schächten klettern.</p></blockquote>
<p>Wie gern hätte ich gelesen:</p>
<blockquote><p>Auf Überwachungsbildern ist zu sehen, wie jemand in Schächte steigt oder aus ihnen herausklettert.</p></blockquote>
<p>Besonders interessant wird es, wenn man ins englische Original schaut. Im <a href="https://x.com/washingtonpost/status/2062331178959388946?" target="_blank" rel="noopener">Eintrag der Washington Post auf X</a> heißt es:</p>
<blockquote><p>It&#8217;s a question locals and officials are trying to answer as people have been seen popping in and out of the ground.</p></blockquote>
<p>Obwohl die Übersetzung alles andere als vertrackt ist, klebt das Deutsche brav am englischen Original: Aus <em data-start="5538" data-end="5546">people</em> werden <em data-start="5554" data-end="5564">Menschen</em>. Wie groß die Versuchung zur wörtlichen Übertragung ist, zeigt die automatische Übersetzung auf X:</p>
<blockquote><p>Es ist eine Frage, die Einheimische und Beamte zu beantworten versuchen, da Menschen dabei beobachtet wurden, wie sie aus dem Boden auftauchen und wieder verschwinden.</p></blockquote>
<p>Grammatisch ist daran wenig auszusetzen. Schönes, idiomatisches Deutsch ist es trotzdem nicht. Denn gut zu übersetzen heißt nicht, Wörter zu übertragen, sondern einen Gedanken in der Zielsprache neu zu formulieren.</p>
<p>Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Seit einiger Zeit rätseln Anwohner und Behörden, warum immer wieder jemand in die Kanalisation steigt oder aus ihr herausklettert.</p></blockquote>
<p>Das hat sich von der englischen Vorlage gelöst und klingt wie natürliches Deutsch.</p>
<p>Ob der n-tv-Satz tatsächlich unmittelbar aus dieser englischen Quelle übersetzt wurde, lässt sich nicht feststellen; möglicherweise stammt die Formulierung aus dem zugrunde liegenden Agenturtext der dpa. Aber das Beispiel zeigt sehr schön einen Mechanismus, der das allgegenwärtige <em>Menschen</em> begünstigen könnte: Aus englisch <em>people</em> wird automatisch deutsch <em>Menschen</em>, obwohl wir häufig ein Pronomen, eine konkrete Bezeichnung oder überhaupt eine andere Satzkonstruktion wählen würden.</p>
<h3>Ist „jemand“ noch zeitgemäß?</h3>
<p class="isSelectedEnd">Vielleicht gibt es einen weiteren Grund, das kleine Wort zu meiden. Steckt in <em>jemand</em> nicht verdächtig viel <em>man</em> – und damit womöglich sogar <em>Mann</em>?</p>
<p class="isSelectedEnd">Sprachgeschichtlich ist die Assoziation gar nicht so abwegig, wie ich herausgefunden habe. <em data-start="1004" data-end="1012">Jemand</em> geht über mittelhochdeutsch <em data-start="1041" data-end="1048">ieman</em> und althochdeutsch <em data-start="1068" data-end="1075">ioman</em> zurück; in dem Wort steckt ein altes <em data-start="1115" data-end="1120">man</em>, das einst Mann beziehungsweise Mensch bedeutete.</p>
<p class="isSelectedEnd">Nur folgt daraus für den heutigen Sprachgebrauch nichts. <a href="https://www.duden.de/rechtschreibung/jemand" target="_blank" rel="noopener"><em>Jemand</em> ist ein Indefinitpronomen</a> und bezeichnet eine nicht näher bestimmte Person gleich welchen Geschlechts. <a href="https://www.plus.ac.at/fgdd/sprachbox/02-sprache-und-diversitaet-grundlagen-und-anwendungen/inklusivere-sprache-leicht-gemacht-standardsprache/geschlechtsneutrale-sprachformen/" target="_blank" rel="noopener">Leitfäden für inklusive Sprache</a> führen <em>jemand</em> und <em>niemand</em> ausdrücklich als geschlechtsneutrale Formen. Ausgerechnet <em>jemand</em> wäre also bestens geeignet, wenn man ein Geschlecht gar nicht erst ins Spiel bringen möchte.</p>
<p class="isSelectedEnd">Ganz frei von Genderfragen ist die Sache trotzdem nicht. Wer anschließend ein Relativpronomen benötigt, landet traditionell bei „jemand, der . . .“. Das kann als männlich empfunden werden. Sprachratgeber empfehlen deshalb mitunter tatsächlich Konstruktionen mit „Person“ oder „Menschen“.</p>
<h3>Plädoyer für „jemand“</h3>
<p class="isSelectedEnd">Vielleicht liegt es daran. Vielleicht an Gewohnheit, vielleicht an sprachlicher Mode. Belegen lässt sich nach meinen Nachforschungen bislang nicht, dass <em>Mensch</em> das Pronomen <em>jemand</em> systematisch aus dem Journalismus verdrängt hat.</p>
<p class="isSelectedEnd">Feststellen lässt sich aber etwas anderes: Schon vor 15 Jahren fiel mir dieselbe sprachliche Erscheinung auf – und sie begegnet mir noch heute. Das ist einer der Vorzüge eines alten Blogs: Er hat ein Gedächtnis. Und meines sagt mir: Geben wir <em>jemand</em> wieder etwas mehr zu tun. Das kleine Wort ist unauffällig, kurz, geschlechtsneutral und erfreulich leistungsfähig.</p>
<p>„Jemand“ statt „Menschen“? Auf jeden Fall. Wo jemand genügt, braucht es keinen Menschen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Können Bäume marode sein?</title>
		<link>https://www.better-media.de/bmwp/2026/08/treffende-woerter-journalismus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Bargmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2026 14:03:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[treffendes Wort]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein „maroder Baum“ bei n-tv lässt mich stutzen. Über treffende Wörter, journalistischen Wortschatz und die Frage, warum verständlich noch lange nicht präzise bedeutet.  In einem kleinen Artikel über einen Nachbarschaftsstreit am Tegernsee lese ich bei n-tv von einem Baum, der „marode“ sei. Ich stutze. Wirklich? Können Bäume marode sein? Natürlich versteht jeder, was gemeint ist. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_17837" style="width: 1210px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.better-media.de/bmwp/2026/08/treffende-woerter-journalismus/treffende-woerter-marode-2026-08-28/" rel="attachment wp-att-17837"><img aria-describedby="caption-attachment-17837" loading="lazy" class="size-full wp-image-17837" src="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/08/treffende-woerter-marode-2026-08-28.png" alt="Bildschirmfoto des Beitrag auf n-tiv über treffende Wörter" width="1200" height="406" srcset="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/08/treffende-woerter-marode-2026-08-28.png 1200w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/08/treffende-woerter-marode-2026-08-28-300x102.png 300w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/08/treffende-woerter-marode-2026-08-28-1024x346.png 1024w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/08/treffende-woerter-marode-2026-08-28-768x260.png 768w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><p id="caption-attachment-17837" class="wp-caption-text">Morsch statt marode – treffende wörter gewinnen</p></div>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="3057" data-end="3197"><strong>Ein „maroder Baum“ bei n-tv lässt mich stutzen. Über treffende Wörter, journalistischen Wortschatz und die Frage, warum verständlich noch lange nicht präzise bedeutet. </strong></p>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="3057" data-end="3197">In einem kleinen Artikel über einen <a href="https://www.n-tv.de/leute/Nachbar-verklagt-Uli-Hoeness-wegen-zwei-Baeumen-id31240074.html" target="_blank" rel="noopener">Nachbarschaftsstreit am Tegernsee</a> lese ich bei n-tv von einem Baum, der „marode“ sei. Ich stutze. Wirklich? Können Bäume marode sein?</p>
<p data-start="3232" data-end="3445">Natürlich versteht jeder, was gemeint ist. Und völlig falsch ist das Wort nicht. Sprache lässt Übertragungen zu: Brücken sind marode, Straßen, Häuser, manchmal sogar Staatsfinanzen. Warum also nicht auch ein Baum?</p>
<p data-start="3450" data-end="3494">Weil es ein genaueres Wort gibt: morsch – oder <em data-start="1749" data-end="1756">krank</em>, <em data-start="1768" data-end="1774">faul</em>, <em data-start="1776" data-end="1789">abgestorben</em>, <em data-start="1791" data-end="1800">brüchig</em> – je nachdem, was mit dem Baum tatsächlich nicht stimmt.</p>
<h3 data-start="3450" data-end="3494">Treffende Wörter erzeugen Bilder</h3>
<p data-start="3499" data-end="3754">Und damit sind wir bei einem Problem, das mir im Journalismus immer häufiger auffällt. Nicht das falsche Wort verdrängt das richtige, sondern das ungefähre. Ein kleines Repertoire universell einsetzbarer Begriffe ersetzt Wörter, die genauer unterscheiden.</p>
<p>Denken Sie an das Universaladjektiv <a href="https://www.better-media.de/bmwp/2019/04/gut-das-ungefaehre-adjektiv-phaenomen/" target="_blank" rel="noopener">gut</a>, an <a href="https://www.better-media.de/bmwp/2017/05/unsaeglich-und-wunderbar-bitte-recht-sparsam/" target="_blank" rel="noopener">wunderbar</a> im Feuilleton oder an den <a href="https://www.better-media.de/bmwp/2011/01/und-immer-die-menschen-die-neue-gefuhligkeit/" target="_blank" rel="noopener">Menschen</a>, wo sich je nach Rolle präzisieren ließe: Besucher, Zuschauer, Opfer, Anwohner, Überlebende, Passagiere. Auch <a href="https://www.better-media.de/bmwp/2016/06/nur-noch-hass-und-hetze/" target="_blank" rel="noopener">Hass</a>, <a href="https://www.better-media.de/bmwp/2016/12/nur-empoerung-und-entsetzen/" target="_blank" rel="noopener">Empörung und Entsetzen</a> werden gern zu Universalbegriffen, obwohl sich die jeweilige Emotion oft wesentlich genauer beschreiben ließe.</p>
<p data-start="3759" data-end="3932">Dabei ist gerade das treffende Wort eines der wichtigsten Werkzeuge des Journalisten. Denn Sprache erzeugt im besten Fall ein Bild. Ist der Baum morsch, sehe ich ihn sofort vor mir: das dunkle, faulige Holz; ich rieche den Moder. „Marode“ liefert dagegen nur eine allgemeine Zustandsbeschreibung.</p>
<h3 data-start="3759" data-end="3932">Mein Freund Chat</h3>
<p data-start="3937" data-end="4203">Dass solche Dinge heute durchs Raster fallen, mag auch am verschwundenen Lektorat liegen. Dafür gibt es inzwischen einen neuen Helfer. Wer unsicher ist, kann seinen Text einer KI vorlegen und fragen: Ist das verständlich? Ist es präzise? Gibt es ein treffenderes Wort?</p>
<p data-start="4208" data-end="4306">Die KI muss den Text nicht schreiben. Aber sie kann den Schreiber daran erinnern, genauer zu formulieren.</p>
<p data-start="4311" data-end="4383">Ich bin ein unbedingter Verfechter treffender Wörter. Denn guter Stil beginnt nicht beim schönen Wort, sondern beim richtigen.</p>
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		<item>
		<title>Mutmaßlich verdächtig – warum der Tatverdächtige keinen Zusatz braucht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Bargmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jul 2026 19:33:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Stil]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Trends]]></category>
		<category><![CDATA[2026]]></category>
		<category><![CDATA[Behördensprache]]></category>
		<category><![CDATA[Redundanz]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem Anschlag in Berlin meldete die Polizei einen „mutmaßlichen Tatverdächtigen“. Juristisch ist die Vorsicht nachvollziehbar. Sprachlich ist sie vor allem eines: doppelt gemoppelt.  Die traurigen Ereignisse in Berlin liefern leider auch ein Beispiel für eine sprachliche Entwicklung, die sich seit Jahren ausbreitet. Die Berliner Polizei schrieb auf X: „Ein mutmaßlicher Tatverdächtiger konnte identifiziert werden.“ [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p2"><strong>Nach dem Anschlag in Berlin meldete die Polizei einen „mutmaßlichen Tatverdächtigen“. Juristisch ist die Vorsicht nachvollziehbar. Sprachlich ist sie vor allem eines: doppelt gemoppelt. </strong></p>
<p class="p2"><a href="https://www.better-media.de/bmwp/2026/07/mutmasslich-verdaechtig-warum-der-tatverdaechtige-keinen-zusatz-braucht/mutmasslich-verda%cc%88chtig-2026-07-27/" rel="attachment wp-att-17819"><img loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-17819" src="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/07/mutmasslich-verdächtig-2026-07-27.png" alt="" width="1192" height="486" srcset="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/07/mutmasslich-verdächtig-2026-07-27.png 1192w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/07/mutmasslich-verdächtig-2026-07-27-300x122.png 300w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/07/mutmasslich-verdächtig-2026-07-27-1024x418.png 1024w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/07/mutmasslich-verdächtig-2026-07-27-768x313.png 768w" sizes="(max-width: 1192px) 100vw, 1192px" /></a>Die traurigen Ereignisse in Berlin liefern leider auch ein Beispiel für eine sprachliche Entwicklung, die sich seit Jahren ausbreitet. <a href="https://x.com/polizeiberlin/status/2081188935871418557?s=20" target="_blank" rel="noopener">Die Berliner Polizei schrieb auf X</a>:</p>
<blockquote>
<p class="p2"><i>„Ein mutmaßlicher Tatverdächtiger konnte identifiziert werden.“</i><i></i></p>
</blockquote>
<p class="p2">Der Satz wirkt sorgfältig formuliert. Tatsächlich enthält er aber einen Vorbehalt zu viel.</p>
<h3 class="p3"><b>Die</b> eigentliche Kritik ist nicht „mutmaßlich“</h3>
<p class="p2">Der Begriff <i>mutmaßlich</i> hat juristisch und journalistisch durchaus seine Berechtigung. Er schützt die Unschuldsvermutung.</p>
<p class="p2">Das Problem entsteht erst in der Kombination:</p>
<blockquote>
<p class="p2">mutmaßlicher Tatverdächtiger</p>
</blockquote>
<p class="p2">Denn hier steckt die Unsicherheit doppelt drin.</p>
<ul class="ul1">
<li class="li4">Verdächtiger ist bereits jemand, gegen den ein Verdacht besteht.</li>
<li class="li4">Ein Tatverdächtiger ebenso.</li>
<li class="li4">Ein „mutmaßlicher Tatverdächtiger“ ist sprachlich nichts anderes als ein „vermutlich Verdächtiger&#8221;. Die Unsicherheit wird doppelt ausgedrückt.</li>
</ul>
<p class="p2">Ein Tatverdächtiger ist also bereits jemand, gegen den sich ein Verdacht richtet. Seine Täterschaft steht gerade <b>nicht</b> fest. Genau deshalb heißt er Tatverdächtiger und nicht Täter. Wozu also noch mutmaßlich?</p>
<h3 class="p3"><b>Wenn Vorsicht zur Blähsprache wird</b></h3>
<p class="p2">Der zusätzliche Vorbehalt schafft keine neue Information. Er wiederholt lediglich, was im Begriff bereits steckt. Wolf Schneider hätte dafür vermutlich nur ein Wort gehabt: Blähsprache.</p>
<p class="p2">Ähnlich überflüssig wirken Formulierungen wie:</p>
<ul class="ul1">
<li class="li4">potenziell möglich</li>
<li class="li4">nahezu fast</li>
<li class="li4">bereits schon</li>
</ul>
<p class="p2">Sie alle sollen besonders präzise klingen. Tatsächlich sagen sie dasselbe zweimal.</p>
<h3 class="p3"><b>Weniger ist oft genauer</b></h3>
<p class="p2">Der Satz der Berliner Polizei ließe sich problemlos straffen:</p>
<blockquote>
<p class="p2"><i>Ein Tatverdächtiger konnte identifiziert werden.</i><i></i></p>
</blockquote>
<p class="p2">Oder sogar:</p>
<blockquote>
<p class="p2"><i>Ein Verdächtiger konnte identifiziert werden.</i><i></i></p>
</blockquote>
<p class="p2">Beides wahrt die Unschuldsvermutung, niemand wird voreilig zum Täter erklärt. Gleichzeitig gewinnt der Satz an Klarheit.</p>
<h3 class="p3"><b>Gute Sprache vertraut ihren Wörtern</b></h3>
<p class="p2">Dahinter steckt ein allgemeiner Trend, der weit über Polizei und Medien hinausreicht. Auch Fachabteilungen großer Unternehmen neigen dazu, Aussagen mit immer neuen sprachlichen Sicherungen zu versehen. Das soll Präzision erzeugen, führt aber häufig zum Gegenteil: Texte werden länger, schwerer und unverständlicher. Was als Genauigkeit beginnt, endet nicht selten in Redundanz, aus Angst, missverstanden zu werden. Der Trend führt in aller Regel zu einer schlechteren Lesbarkeit und Verständlichkeit.</p>
<p class="p2">Gute Sprache funktioniert anders. Sie vertraut darauf, dass jedes Wort seine Aufgabe erfüllt und nicht ständig abgesichert werden muss. Denn Präzision entsteht nicht durch mehr Wörter, sondern durch die richtigen. Wolf Schneider hat einmal sinngemäß gelehrt: Jedes Wort muss sich seinen Platz verdienen. „Mutmaßlicher Tatverdächtiger“ zeigt, wie schnell eines zu viel werden kann.</p>
<p class="p2"><a href="https://www.better-media.de/bmwp/2018/06/mutmassungen-ueber-das-mutmassliche/" target="_blank" rel="noopener">Mehr Mutmaßungen finden Sie hier.</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Fußballsprache im Fernsehen: Wenn Elfmeter zu Strafstößen werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Bargmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 12:35:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Trends]]></category>
		<category><![CDATA[2026]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Sportübertragung]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland schied gestern gegen Paraguay im Elfmeterschießen aus der WM aus. Beim Zuschauen fiel mir allerdings die Fußballsprache im Fernsehen auf: Manche Reporter sprechen inzwischen, als kommentierten sie eine Verwaltungsvorschrift statt ein Fußballspiel. Das deutsche WM-Aus gegen Paraguay hatte alles, was Fußball ausmacht: Große Emotionen, Drama, Verlängerung, Elfmeterschießen. Daumen drücken, Haare raufen. Hoffen, bangen, ärgern. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>Deutschland schied gestern gegen Paraguay im Elfmeterschießen aus der WM aus. Beim Zuschauen fiel mir allerdings die Fußballsprache im Fernsehen auf: Manche Reporter sprechen inzwischen, als kommentierten sie eine Verwaltungsvorschrift statt ein Fußballspiel.</strong></p>
<div id="attachment_17809" style="width: 1578px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.better-media.de/bmwp/2026/06/fussballsprache-im-fernsehen-wenn-elfmeter-zu-strafstoessen-werden/unparteiischer-schiri-2026-06-30/" rel="attachment wp-att-17809"><img aria-describedby="caption-attachment-17809" loading="lazy" class="size-full wp-image-17809" src="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/06/Unparteiischer-Schiri-2026-06-30.png" alt="" width="1568" height="404" srcset="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/06/Unparteiischer-Schiri-2026-06-30.png 1568w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/06/Unparteiischer-Schiri-2026-06-30-300x77.png 300w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/06/Unparteiischer-Schiri-2026-06-30-1024x264.png 1024w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/06/Unparteiischer-Schiri-2026-06-30-768x198.png 768w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2026/06/Unparteiischer-Schiri-2026-06-30-1536x396.png 1536w" sizes="(max-width: 1568px) 100vw, 1568px" /></a><p id="caption-attachment-17809" class="wp-caption-text">Im Kreuzworträtsel genügt „Schiri“. Im Fernsehen pfeift dagegen häufig der „Unparteiische“.</p></div>
<p class="p1">Das deutsche WM-Aus gegen Paraguay hatte alles, was Fußball ausmacht: Große Emotionen, Drama, Verlängerung, Elfmeterschießen. Daumen drücken, Haare raufen. Hoffen, bangen, ärgern. Frust, Enttäuschung, Unglaube. Gerade deshalb fiel mir bei der ZDF-Übertragung von Oliver Schmidt wieder ein sprachlicher Trend auf, den man bei Liveübertragungen inzwischen häufig hört.</p>
<p class="p1">Da ist vom „Unparteiischen“ die Rede, vom „Treffer“, vom „Abschluss“ und vom „Strafstoß“. Die Wörter sind nicht falsch. Aber sie klingen erstaunlich blutleer.</p>
<p class="p1">Fußball lebt von Direktheit. Der Schiedsrichter pfeift. Der Spieler schießt. Der Ball geht ins Tor. Und am Ende gibt es einen Elfmeter. Das sind Wörter mit Kraft, Anschaulichkeit und Tempo.</p>
<p class="p1">Ihre Ersatzbegriffe wirken dagegen, als seien sie dem Verwaltungsdeutsch entnommen. Der „Unparteiische“ gehört in die Satzung des DFB, nicht in die heiße Schlussphase eines WM-Spiels. Ein „Treffer“ erinnert eher an den Schießstand als an das schönste Tor des Abends. <span class="s1">Ein „Abschluss“ ist ein abstrakter Oberbegriff. Er könnte ebenso eine Unterschrift unter einem Abo bezeichnen. Schuss, Kopfball und Direktabnahme verschwinden darin wie in einer Sammelschublade. </span>Selbst der „Strafstoß“ wirkt sperrig. Millionen Fußballfans sagen seit Jahrzehnten schlicht: Elfmeter. Oder einfach: Elfer.</p>
<h3 class="p2">Wenn Fußballsprache Funktionärssprache wird <span class="s2"><br />
</span></h3>
<p class="p2">Warum geschieht das? Vielleicht, weil<br />
• solche Begriffe fachlicher oder professioneller klingen sollen. Tatsächlich geschieht oft das Gegenteil: Die Sprache verliert an Energie und Unmittelbarkeit.<br />
• der Kommentator die ursprünglichen Begriffe für verbraucht hält.<br />
• er seine Aufgabe anders versteht und nicht bloß berichten, sondern einordnen möchte. Dafür sucht er nach einer Sprache, die sich vom gewöhnlichen Sprechen absetzt.<br />
• oder weil der Kommentator aus der akademischen Welt kommt. <a href="https://presseportal.zdf.de/biografien/uebersicht/schmidt-oliver" target="_blank" rel="noopener">Oliver Schmidt, der das Spiel für das ZDF kommentierte,  studierte Politik, VWL und Jura</a>. Ob das seine Wortwahl beeinflusst, sei dahingestellt. Die Neigung zu abstrakten Begriffen würde jedenfalls dazu passen.</p>
<p class="p1">Gute Mediensprache folgt meist einer einfachen Regel: Das konkrete Wort schlägt die abstrakte Ersatzvokabel. Schiedsrichter statt Unparteiischer. Schuss statt Abschluss. Tor statt Treffer. Elfmeter statt Strafstoß.</p>
<p class="p2"><span class="s2">Denn Fußball ist ein Spiel der Gefühle. </span>Und Gefühle sprechen selten Verwaltungssprache. Vielleicht werden Figuren wie das „<a href="https://www.better-media.de/bmwp/2012/07/das-feierbiest-macht-karriere/" target="_blank" rel="noopener">Feierbiest</a>“ gerade deshalb so populär: Sie sprechen nicht funktional, sondern unmittelbar.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schlagzeilen im Journalismus: Die Headline des Jahres 2025</title>
		<link>https://www.better-media.de/bmwp/2025/12/schlagzeilen-im-journalismus-die-headline-des-jahres-2025/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Bargmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 2025 08:22:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Stil]]></category>
		<category><![CDATA[Trends]]></category>
		<category><![CDATA[2025]]></category>
		<category><![CDATA[Headline]]></category>
		<category><![CDATA[Kofferwort]]></category>
		<category><![CDATA[Schlagzeile]]></category>
		<category><![CDATA[Schlagzeile des Jahres]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Print stirbt, Kreativität nicht. Die taz beweist mit der Schlagzeile „Die Auspuffmutter“, dass gute Sprache auch unter Druck funktioniert. Weiterhin entstehen großartige Schlagzeilen im Journalismus. Warum „Die Auspuffmutter“ für mich die Headline des Jahres ist, weshalb ich weiter an Print glaube und mit KI arbeite. Die Zeiten, in denen Papier bedruckt wurde, um Informationen zu verbreiten, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de/bmwp/2025/12/schlagzeilen-im-journalismus-die-headline-des-jahres-2025/">Schlagzeilen im Journalismus: Die Headline des Jahres 2025</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de">better media - The Quality Content Company</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-start="642" data-end="682"><strong>Print stirbt, Kreativität nicht. Die <em data-start="568" data-end="573">taz</em> beweist mit der Schlagzeile „Die Auspuffmutter“, dass gute Sprache auch unter Druck funktioniert. Weiterhin entstehen großartige Schlagzeilen im Journalismus. Warum „Die Auspuffmutter“ für mich die Headline des Jahres ist, weshalb ich weiter an Print glaube und mit KI arbeite.</strong></p>
<p data-start="684" data-end="1120"><a href="https://www.better-media.de/bmwp/2025/12/schlagzeilen-im-journalismus-die-headline-des-jahres-2025/taz-auspuffmutter-2025-12-17/" rel="attachment wp-att-17800"><img loading="lazy" class="alignleft wp-image-17800 size-full" src="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/12/taz-Auspuffmutter-2025-12-17.png" alt="Gute Schlagzeilen im Journalismus: Die Auspuffmutter bei der taz (Bildschirmfoto)" width="2032" height="878" srcset="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/12/taz-Auspuffmutter-2025-12-17.png 2032w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/12/taz-Auspuffmutter-2025-12-17-300x130.png 300w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/12/taz-Auspuffmutter-2025-12-17-1024x442.png 1024w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/12/taz-Auspuffmutter-2025-12-17-768x332.png 768w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/12/taz-Auspuffmutter-2025-12-17-1536x664.png 1536w" sizes="(max-width: 2032px) 100vw, 2032px" /></a><br />
Die Zeiten, in denen Papier bedruckt wurde, um Informationen zu verbreiten, gehen ihrem Ende entgegen. Das ist keine kulturpessimistische Behauptung, sondern ein nüchterner Befund. Alle Tageszeitungen verlieren Auflage, die gedruckte Ausgabe der <em data-start="930" data-end="935">taz</em> wurde im Oktober dieses Jahres eingestellt. Die Gründe sind bekannt und gut dokumentiert – unter anderem von der <a href="https://www.tagesschau.de/wirtschaft/taz-tageszeitung-100.html" target="_blank" rel="noopener"><em data-start="1049" data-end="1061">Tagesschau</em>, die den Schritt als ökonomisch unausweichlich beschreibt</a>.</p>
<p data-start="1122" data-end="1414">Mit dem Ende der Druckausgabe verschwinden nicht nur Maschinen und Logistik, sondern auch Erlöse. Für Redaktionen bedeutet das: weniger Geld, weniger Spielraum, mehr Druck. Umso bemerkenswerter ist, dass sich dieser Druck nicht zwangsläufig in geistiger Verarmung niederschlägt. Im Gegenteil.</p>
<h3 data-start="1421" data-end="1459">Ein Kofferwort mit Sprengkraft</h3>
<p data-start="1461" data-end="1533"><a href="https://taz.de/Die-Auspuffmutter/!6134661/" target="_blank" rel="noopener">Am 17.12. titelte die <em data-start="1483" data-end="1488">taz</em></a> anlässlich des Rückzugs vom Verbrennermotor:</p>
<blockquote>
<p data-start="1535" data-end="1557"><strong data-start="1535" data-end="1557">Die Auspuffmutter</strong></p>
</blockquote>
<p data-start="1559" data-end="1902">Ein großartiges Stück Zeitungssprache. Das Kofferwort aus <em data-start="1617" data-end="1626">Auspuff</em> und <em data-start="1631" data-end="1643">Puffmutter</em> funktioniert auf mehreren Ebenen zugleich. Technisch verweist es auf das Ende des Verbrenners, politisch auf Brüssel, personell auf Ursula von der Leyen. Vor allem aber ist es eine satirische Zuspitzung, die Macht sichtbar macht, ohne sie erklären zu müssen.</p>
<p data-start="1904" data-end="2355">Die Schlagzeile verlässt bewusst die reine Sachebene und wechselt in die Metaebene der politischen Inszenierung. Dass dabei eine sexualisierte Konnotation mitschwingt, ist kein Zufall, sondern Teil der Provokation – gerade weil sie einer Politikerin gilt, die sich ansonsten jeder persönlichen Zuschreibung entzieht und gern als moralische Instanz inszeniert. An ihr kommt derzeit niemand vorbei, wenn von „europäischen Werten“ die Rede ist. Die Headline bringt das in einem Wort auf den Punkt.</p>
<p data-start="2357" data-end="2398">Für mich ist das die Headline des Jahres.</p>
<h3 data-start="2405" data-end="2447">Warum Print trotzdem nicht tot ist</h3>
<p data-start="2449" data-end="2865">Auch ich arbeite weiterhin mit Print – und lasse mich von seinem Niedergang nicht bange machen. Denn es gibt nach wie vor gute Gründe, Papier zu bedrucken. Überall dort, wo Informationen dauerhaft aufbewahrt werden sollen, wo Verbindlichkeit zählt, wo Inhalte nicht im Strom der Timeline verschwinden sollen. <a href="https://www.better-media.de/bmwp/2025/07/wie-entsteht-ein-konzept-fuer-einen-jahresbericht/" target="_blank" rel="noopener">Geschäftsberichte sind ein klassisches Beispiel</a>. Print ist langsamer und haltbarer, aber genau darin liegt in diesen Anwendungsfällen seine Stärke.</p>
<h3 data-start="2872" data-end="2903">Für gute Schlagzeilen im Journalismus hilft KI</h3>
<p data-start="2905" data-end="3240">Mein Dank gilt in diesem Jahr zugleich der größten Arbeitserleichterung seit der Erfindung des PCs: ChatGPT. Nicht wenige Kollegen fürchten oder verdammen KI. Ich halte das für grundfalsch. Ich nutze sie nicht als Texter, sondern als Sparringspartner. Solange man nichts direkt übernimmt, sondern im konstruktiven Dialog mit der Maschine bleibt, entstehen Ideen, Perspektiven, Reibung – zum Beispiel für treffende Schlagzeilen.</p>
<p data-start="3242" data-end="3320">Mein Art Director hat das längst erkannt – und mir dazu dieses Bild geschickt.</p>
<p><a href="https://www.better-media.de/bmwp/2025/12/schlagzeilen-im-journalismus-die-headline-des-jahres-2025/blog-kai-ai/" rel="attachment wp-att-17799"><img loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-17799" src="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/12/Blog-Kai-AI.jpg" alt="" width="1107" height="804" srcset="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/12/Blog-Kai-AI.jpg 1107w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/12/Blog-Kai-AI-300x218.jpg 300w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/12/Blog-Kai-AI-1024x744.jpg 1024w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/12/Blog-Kai-AI-768x558.jpg 768w" sizes="(max-width: 1107px) 100vw, 1107px" /></a><br />
Wenn Sie irgendwo eine bessere Schlagzeile gelesen haben, <a href="mailto:mail@better-media.de" target="_blank" rel="noopener">schreiben Sie mir</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de/bmwp/2025/12/schlagzeilen-im-journalismus-die-headline-des-jahres-2025/">Schlagzeilen im Journalismus: Die Headline des Jahres 2025</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de">better media - The Quality Content Company</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wenn „no way“ zu „kein Weg“ wird: Wie Journalisten im Englischen straucheln</title>
		<link>https://www.better-media.de/bmwp/2025/10/no-way-kein-weg-woertliche-uebersetzung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Bargmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Oct 2025 22:43:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Stil]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[2025]]></category>
		<category><![CDATA[englisch-deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[ntv]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie man mit einer wörtlichen Übersetzung daneben liegt: „no way“ mit „kein Weg“ zu übersetzen ist sprachlich schief und journalistisch schwach. Wer Verständlichkeit will, braucht Sinn statt Silbenzählen. Ich habe ja schon mehrfach angemerkt, dass alle so tun, als wäre ihr Englisch „verhandlungssicher“. Ebenso oft habe ich Beispiele gesehen, die dieses Selbstbewusstsein als eitles Geschwätz [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de/bmwp/2025/10/no-way-kein-weg-woertliche-uebersetzung/">Wenn „no way“ zu „kein Weg“ wird: Wie Journalisten im Englischen straucheln</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de">better media - The Quality Content Company</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Wie man mit einer wörtlichen Übersetzung daneben liegt: „no way“ mit „kein Weg“ zu übersetzen ist sprachlich schief und journalistisch schwach. Wer Verständlichkeit will, braucht Sinn statt Silbenzählen.</em></p>
<p><a href="https://www.better-media.de/bmwp/2025/10/no-way-kein-weg-woertliche-uebersetzung/ntv-no-way-kein-weg-okt-25/" rel="attachment wp-att-17788"><img loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-17788" src="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/10/ntv-no-way-kein-weg-Okt.-25.png" alt="" width="1406" height="420" srcset="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/10/ntv-no-way-kein-weg-Okt.-25.png 1406w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/10/ntv-no-way-kein-weg-Okt.-25-300x90.png 300w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/10/ntv-no-way-kein-weg-Okt.-25-1024x306.png 1024w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/10/ntv-no-way-kein-weg-Okt.-25-768x229.png 768w" sizes="(max-width: 1406px) 100vw, 1406px" /></a>Ich habe ja schon mehrfach angemerkt, dass alle so tun, als wäre ihr Englisch „verhandlungssicher“. Ebenso oft habe ich Beispiele gesehen, die dieses Selbstbewusstsein als eitles Geschwätz entlarven. Nun liefert ein Kollege ein Paradebeispiel aus dem Übersetzungs-Labor:</p>
<blockquote><p><strong>Top-Republikaner Johnson sieht „keinen Weg“ für dritte Trump-Amtszeit</strong></p></blockquote>
<p>Wenn da „kein Weg“ steht, dann meinte Johnson im Original sehr wahrscheinlich <em>no way</em>. Und wer ein bisschen Sprachgefühl mitbringt, merkt: Das ist idiomatisch, und eine wörtliche Übersetzung ist unpassend – es heißt sinngemäß „auf keinen Fall“ oder „keine Chance“, jedoch nicht „kein Weg“.</p>
<p>Was spricht gegen eine deutsche Überschrift mit Bedeutung statt Buchstaben-Zählerei? Zum Beispiel:</p>
<ul>
<li><strong>Johnson: „Keine Chance für dritte Trump-Amtszeit“</strong></li>
<li><strong>Dritte Amtszeit? Trump auf verlorenem Posten</strong></li>
</ul>
<p>Beides ist knapp, idiomatisch und für Leser sofort verständlich. Die wörtliche Variante klingt dagegen, als hätte man das Wörterbuch rückwärts gelesen.</p>
<h3>Übersetzen ist Handwerk – nicht Copy &amp; Paste</h3>
<p>Das Problem ist kein Einzelfall. In vielen Online-Redaktionen gilt Übersetzen nicht mehr als Sprachleistung, sondern als Routine. Dabei braucht gute Übersetzung Mut zur Deutung: Kontext erkennen, Ton treffen, Leser führen. Wer idiomatische Wendungen wörtlich nimmt, produziert Stolperfallen statt Klarheit. Wörtliche Übersetzung führt leider in der Mehrzahl der Fälle vom richtigen Weg weg.</p>
<h3>Was der Redakteur statt wörtlicher Übersetzung besser machen könnte</h3>
<ol>
<li><strong>Idiom erkennen:</strong> <em>no way</em> ist feststehend – bedeutet „auf keinen Fall/keine Chance“.</li>
<li><strong>Deutsch denken:</strong> Zieltext zuerst – <em>wie</em> würde man es im Deutschen sagen?</li>
<li><strong>Kürzen statt kleben:</strong> Schlagzeilen brauchen Tempo, kein Wörterbuchdeutsch.</li>
<li><strong>Lesertest:</strong> Liest sich die Überschrift laut sinnvoll? Wenn nicht: neu.</li>
</ol>
<h3>Mini-Glossar: typische Stolperfallen</h3>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Englischer Ausdruck</th>
<th>Wörtlich</th>
<th>Idiomatiche Entsprechung</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td><em>no way</em></td>
<td>kein Weg</td>
<td>keine Chance; auf keinen Fall</td>
</tr>
<tr>
<td><em>to make a point</em></td>
<td>einen Punkt machen</td>
<td>ein Argument vorbringen; verdeutlichen</td>
</tr>
<tr>
<td><em>to take a stand</em></td>
<td>einen Stand nehmen</td>
<td>Stellung beziehen</td>
</tr>
<tr>
<td><em>to have a stake in sth.</em></td>
<td>einen Pflock in etw. haben</td>
<td>ein Interesse an etw. haben; betroffen sein</td>
</tr>
<tr>
<td><em>to come to terms with</em></td>
<td>zu Begriffen kommen</td>
<td>sich mit etw. abfinden; zurechtkommen</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h3>Fazit</h3>
<p>Wer Sprache formt, formt Verständnis. Und wer „no way“ zu „kein Weg“ verdreht, zeigt, wie schnell Sinn hinter Silben verschwindet. Die gute Nachricht: Mit ein bisschen Mut zur Bedeutung lässt sich das sofort ändern.</p>
<p>Hier geht’s zur <a href="https://www.n-tv.de/politik/Trump-trolle-Demokraten-Top-Republikaner-Mike-Johnson-sieht-keinen-Weg-fuer-dritte-Trump-Amtszeit-article26125790.html">Quelle</a>. Und hier zu <a href="https://www.better-media.de/bmwp/tag/ubersetzen/" target="_blank" rel="noopener">weiteren Beispielen</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de/bmwp/2025/10/no-way-kein-weg-woertliche-uebersetzung/">Wenn „no way“ zu „kein Weg“ wird: Wie Journalisten im Englischen straucheln</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de">better media - The Quality Content Company</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Jahresbericht-Konzept: Wie erzählt man ein Geschäftsjahr?</title>
		<link>https://www.better-media.de/bmwp/2025/07/wie-entsteht-ein-konzept-fuer-einen-jahresbericht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Bargmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jul 2025 14:20:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[2025]]></category>
		<category><![CDATA[Corporate Publishing]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftsbericht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Jahresbericht kann vieles sein – Pflichtübung oder Prestigeprojekt. Damit aus Zahlen und Themen ein stimmiges Ganzes wird, braucht es ein klares Konzept. Am Beispiel des Jahresberichts-Konzepts der Thüga zeigt sich, wie Dramaturgie und Struktur zum roten Faden werden. Die Herausforderung: Struktur für ein komplexes Jahr Wie verdichtet man zwölf Monate voller Projekte, Entwicklungen, Diskussionen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de/bmwp/2025/07/wie-entsteht-ein-konzept-fuer-einen-jahresbericht/">Jahresbericht-Konzept: Wie erzählt man ein Geschäftsjahr?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de">better media - The Quality Content Company</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Jahresbericht kann vieles sein – Pflichtübung oder Prestigeprojekt. Damit aus Zahlen und Themen ein stimmiges Ganzes wird, braucht es ein klares Konzept. Am Beispiel des Jahresberichts-Konzepts der Thüga zeigt sich, wie Dramaturgie und Struktur zum roten Faden werden.</p>
<h3><a href="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/07/Thüga-Jahresbericht-2024-Cover.png"><img loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-17774" src="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/07/Thüga-Jahresbericht-2024-Cover.png" alt="Abbildung des Titelbild des Thüga Jahresberichts 2024" width="1280" height="863" srcset="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/07/Thüga-Jahresbericht-2024-Cover.png 1280w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/07/Thüga-Jahresbericht-2024-Cover-300x202.png 300w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/07/Thüga-Jahresbericht-2024-Cover-1024x690.png 1024w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/07/Thüga-Jahresbericht-2024-Cover-768x518.png 768w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></a></h3>
<h3>Die Herausforderung: Struktur für ein komplexes Jahr</h3>
<p>Wie verdichtet man zwölf Monate voller Projekte, Entwicklungen, Diskussionen und Entscheidungen so, dass daraus ein lesbarer, verständlicher und spannender Bericht wird?</p>
<p>Diese Frage steht jedes Jahr am Anfang der Arbeit am Thüga-Geschäftsbericht. Nicht als rhetorische, sondern als konzeptionelle Herausforderung – denn es geht nicht nur darum, Inhalte aufzubereiten, sondern sie erzählerisch zu verbinden.</p>
<p>Das Ziel: <strong>Ein roter Faden, der Lesern Orientierung gibt – ohne zu vereinfachen. Aber auch ohne sich zu verlieren.<br />
</strong></p>
<h3>Die Lösung: Vier Bücher, ein Spannungsbogen</h3>
<p>Die Antwort auf die Strukturfrage war in diesem Jahr schnell klar: Der Bericht sollte sich laut Konzept für den Jahresbericht in <strong>vier Bücher</strong> gliedern, die jeweils ein zentrales Thema aufgreifen. Der Clou: Die Kapitel werden nicht einfach nur eingeleitet, sondern mit einer gestalteten Doppelseite inszeniert.</p>
<p>Die vier Begriffe entstanden in enger Zusammenarbeit im Redaktionsteam – diskutiert, verworfen, neu sortiert. Erst kurz vor Redaktionsschluss stand die finale Alliteration:</p>
<ul>
<li><strong>Kontext</strong> – Wo stehen wir?</li>
<li><strong>Kompetenz</strong> – Was können wir?</li>
<li><strong>Kooperation</strong> – Wie arbeiten wir zusammen?</li>
<li><strong>Kompass</strong> – Wo wollen wir hin?</li>
</ul>
<p>Jeder dieser Begriffe schlägt eine inhaltliche Brücke – vom Blick nach außen bis zur strategischen Ausrichtung. Und gemeinsam bilden sie ein schlüssiges Narrativ für das Geschäftsjahr 2024.</p>
<h3>Im Jahresbericht-Konzept trifft Gestaltung auf Inhalt</h3>
<p>Die vier Bücher werden jeweils durch eine einheitlich konzipierte Doppelseite eingeleitet. Diese visuelle Klammer macht aus der Kapitelstruktur ein gestalterisches Leitsystem – ideal für den Einstieg, hilfreich zur Orientierung. Vier Leitfarben, die jedes Kapitel durchziehen, und eine aufsteigende Nummerierung verbesseren die Lesefreundlichkeit zusätzlich.</p>
<p>Für die digitale Kommunikation wurde diese Logik in ein Swipe-Carousel auf LinkedIn übersetzt. So entsteht auch dort ein lineares Leseerlebnis – kanal- und zielgruppengerecht.</p>
<h3>Fazit: Konzept schlägt Sammlung</h3>
<p>Der Thüga-Geschäftsbericht zeigt: Ein guter Jahresbericht braucht mehr als Themenvielfalt oder Chronologie. Er braucht ein starkes Konzept, das Orientierung bietet und Zusammenhänge sichtbar macht.</p>
<p>Mit der Gliederung in vier zentrale Begriffe ist ein Modell entstanden, das Klarheit schafft – nach innen wie nach außen.</p>
<p>Wie das Ganze im Ergebnis aussieht? Die Antwort finden Sie <a href="https://www.thuega.de/downloads/" target="_blank" rel="noopener">hier auf der Thüga-Webseite.</a></p>
<p>Und wenn Sie einen Blick auf <a href="https://www.better-media.de/showroom/" target="_blank" rel="noopener">frühere Ausgaben</a> werfen möchten, geht das natürlich auch.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de/bmwp/2025/07/wie-entsteht-ein-konzept-fuer-einen-jahresbericht/">Jahresbericht-Konzept: Wie erzählt man ein Geschäftsjahr?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de">better media - The Quality Content Company</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kulturschaffender – ein Wort, das kein Bild ergibt</title>
		<link>https://www.better-media.de/bmwp/2025/05/kulturschaffender-ein-wort-das-kein-bild-ergibt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Bargmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 May 2025 15:34:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Stil]]></category>
		<category><![CDATA[Trends]]></category>
		<category><![CDATA[2025]]></category>
		<category><![CDATA[treffendes Wort]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer oder was ist eigentlich ein Kulturschaffender? Ein persönlicher Blick auf ein schwammiges Wort und ein Plädoyer für klare Sprache. Worte mit Bildkraft – oder eben nicht Des Öfteren stoße ich auf das Wort Kulturschaffender. Freunde dieses Blogs und Kenner meiner Arbeit wissen, dass ich ein Freund des treffenden Wortes bin. Das schließt ein, Wörter [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de/bmwp/2025/05/kulturschaffender-ein-wort-das-kein-bild-ergibt/">Kulturschaffender – ein Wort, das kein Bild ergibt</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de">better media - The Quality Content Company</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer oder was ist eigentlich ein <em>Kulturschaffender</em>? Ein persönlicher Blick auf ein schwammiges Wort und ein Plädoyer für klare Sprache.</strong></p>
<div id="attachment_17757" style="width: 1014px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/05/Kulturschaffender-Kuenstler.png"><img aria-describedby="caption-attachment-17757" loading="lazy" class="size-full wp-image-17757" src="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/05/Kulturschaffender-Kuenstler.png" alt="Kulturschaffender: stilisierte, symbolische Illustration im Vektorstil" width="1004" height="764" srcset="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/05/Kulturschaffender-Kuenstler.png 1004w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/05/Kulturschaffender-Kuenstler-300x228.png 300w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2025/05/Kulturschaffender-Kuenstler-768x584.png 768w" sizes="(max-width: 1004px) 100vw, 1004px" /></a><p id="caption-attachment-17757" class="wp-caption-text">Malt er, fotografiert er oder musiziert er – auf jeden Fall ist er (oder sie) kein Kulturschaffender.</p></div>
<h3>Worte mit Bildkraft – oder eben nicht</h3>
<p>Des Öfteren stoße ich auf das Wort <em>Kulturschaffender</em>. Freunde dieses Blogs und Kenner meiner Arbeit wissen, dass ich ein Freund des treffenden Wortes bin. Das schließt ein, Wörter zu verwenden, unter denen sich der Leser etwas vorstellen kann. Dies wird von Fall zu Fall je nach Bildung und Intelligenz unterschiedlich ausfallen, aber ich könnte mir vorstellen, dass es nicht wenige gibt, die sich wie ich fragen, was sie sich unter einem <em>Kulturschaffenden</em> vorstellen sollen – und ob man möglicherweise etwas anderes sagen könnte?</p>
<h3>Meine Faustregel für gute Sprache</h3>
<p>Meine Faustregel dazu lautet: Ein Wort ist schlecht, wenn kein Bild dazu entsteht. Das ist beim Kulturschaffenden recht eindeutig der Fall. Also googelte ich – und fand dazu eine Menge. Was der Begriff alles umfasst, ist in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturschaffender" target="_blank" rel="noopener">Wikipedia</a> nachzulesen – vor allem sein Ursprung in, äh, kollektivistischen Staatsformen. Und das wandelte mich immer schon an: <em>Kulturschaffender</em> – das klang nach DDR.</p>
<h3>Kulturschaffender klingt inklusiv, ohne es zu sein</h3>
<p>Zweifellos spielt bei der zunehmenden Verwendung eine Rolle, dass der Kulturschaffende inklusiv und genderneutral wirkt, argumentiert die Historikerin <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/kulturschaffende-warum-dieser-begriff-eine-alternative-100.html" target="_blank" rel="noopener">Historikerin Isolde Vogel auf DLR-Kultur</a>. Wobei das nur auf den ersten Blick gilt. Zwar endet das Wort im Nominativ auf -e, was vermeintlich feminin wirkt. Und es lässt sich die Form <em>der oder die Kulturschaffende</em> bilden, doch schon beim unbestimmten Artikel legt sich Staub auf den Glanz: Dann ist es <em>ein Kulturschaffender</em>, also in der unerwünschten männlichen Form, und <em>eine Kulturschaffende</em>.</p>
<h3>Warum nicht einfach: Künstler?</h3>
<p>„Nun ist der Kulturschaffende nichts anderes als ein Künstler“, meint Rolf Schneider, wiederum in einem <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-kulturschaffenden-ein-kollektivbegriff-der-abgeschafft-100.html" target="_blank" rel="noopener">Beitrag auf DLR-Kultur</a>. Dem würde ich mich anschließen – und als erste und nahezu uneingeschränkte Alternative anbieten.</p>
<h3>Klarheit vor Chiffren</h3>
<p>Und sollte die Person, der dieser Beruf zugeschrieben wird, etwas anderes als ein Künstler sein, fühlen Sie sich frei, sie so zu bezeichnen: Als Bildhauer, Fotograf, Maler, Musiker, Museumsshopbetreiber – was auch immer es sein mag. Klarheit gewinnt, auch wenn es heute nicht mehr populär ist, so zu denken. Ich empfehle es dennoch, weil unsere Sprache es ermöglicht. Warum sollte man sie dann nicht so nutzen?</p>
<p>P.S. Alle Überlegenungen bis hierher gelten selbstredend auch für die Medienschaffenden, von denen ich keiner bin, sondern Autor, Texter, Konzeptioner oder Projektmanager – ganz wie Sie mögen, je nach Aufgabe.</p>
<p>Hartnäckiger Beliebtheit unter den unzutreffenden Wörtern erfreuen sich die zusammengesetzten Formen mit Nicht-, wenn Sie an Nichteinhaltung denken wollen, mit der eine Missachtung gemeint ist. Mehr dazu <a href="https://www.better-media.de/bmwp/2014/07/eintragung-ueber-nichts/" target="_blank" rel="noopener">in diesem Beitrag</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de/bmwp/2025/05/kulturschaffender-ein-wort-das-kein-bild-ergibt/">Kulturschaffender – ein Wort, das kein Bild ergibt</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de">better media - The Quality Content Company</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Starker Tobak – warum die Redensart oft falsch verwendet wird</title>
		<link>https://www.better-media.de/bmwp/2024/11/starker-tobak-warum-die-redensart-oft-falsch-verwendet-wird/</link>
					<comments>https://www.better-media.de/bmwp/2024/11/starker-tobak-warum-die-redensart-oft-falsch-verwendet-wird/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kai Bargmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Nov 2024 17:29:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stil]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Adjektiv]]></category>
		<category><![CDATA[Headline]]></category>
		<category><![CDATA[ntv]]></category>
		<category><![CDATA[Redewendung]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachgebrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Überschrift]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.better-media.de/?p=17745</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die deutsche Sprache steckt voller Redewendungen, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben. Doch nicht jede wird korrekt gebraucht. Ein Klassiker: Statt „starker Tobak“ liest man nicht selten „harter Tobak“. Warum das falsch ist und wie es dazu kommt, erklärt dieser Beitrag. Was ist eigentlich „starker Tobak“? Die Redensart „starker Tobak“ beschreibt eine grobe Unverschämtheit, eine [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de/bmwp/2024/11/starker-tobak-warum-die-redensart-oft-falsch-verwendet-wird/">Starker Tobak – warum die Redensart oft falsch verwendet wird</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de">better media - The Quality Content Company</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die deutsche Sprache steckt voller Redewendungen, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben. Doch nicht jede wird korrekt gebraucht. Ein Klassiker: Statt „starker Tobak“ liest man nicht selten „harter Tobak“. Warum das falsch ist und wie es dazu kommt, erklärt dieser Beitrag.</strong></p>
<div id="attachment_17746" style="width: 1404px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2024/11/Starker-Tobak-ntv-2024-11-20.png"><img aria-describedby="caption-attachment-17746" loading="lazy" class="size-full wp-image-17746" src="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2024/11/Starker-Tobak-ntv-2024-11-20.png" alt="Bildschirmfoto eine Beitrages auf ntv mit der Überschrift „Harter Tobak“" width="1394" height="492" srcset="https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2024/11/Starker-Tobak-ntv-2024-11-20.png 1394w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2024/11/Starker-Tobak-ntv-2024-11-20-300x106.png 300w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2024/11/Starker-Tobak-ntv-2024-11-20-1024x361.png 1024w, https://www.better-media.de/wp-content/uploads/2024/11/Starker-Tobak-ntv-2024-11-20-768x271.png 768w" sizes="(max-width: 1394px) 100vw, 1394px" /></a><p id="caption-attachment-17746" class="wp-caption-text">Starker vs. harter Tobak: Auf Teufel komm raus verwechselt</p></div>
<h3>Was ist eigentlich „starker Tobak“?</h3>
<p>Die Redensart „starker Tobak“ beschreibt eine grobe Unverschämtheit, eine Zumutung oder etwas Außergewöhnliches. Ihre Wurzeln reichen bis ins Frühmittelalter zurück: In einem Schwank täuscht ein Jäger den Teufel, indem er sein Gewehr als Tabaksdose ausgibt. Als der Teufel eine Prise verlangt, feuert der Jäger ihm ins Gesicht. Verdutzt ruft der Teufel: „Das ist starker Tabak!“ Auch der Dichter August Kopisch greift diese Geschichte auf und lässt den Teufel einen Schuss in die Nase verlangen, worauf dieser niest und ausruft: „Ein starker Tabak, ein Teufelstabak.“ So steht&#8217;s geschrieben bei Lutz Röhrich im Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Herder-Verlag, Freiburg (ISBN-Nr. 3-451-05400-0), sagt <a href="https://www.bo.de/lokales/ortenau/haetten-sies-gewusst-14#" target="_blank" rel="noopener">baden online</a>.</p>
<p>Die Bedeutung hat sich seither gehalten, doch die Formulierung wird aktuell in den Medien immer wieder mal verfälscht.</p>
<h3>Starker Tobak: Beispiele für den falschen Gebrauch</h3>
<p>In einem Freischreiber-Newsletter vom Oktober 2024 heißt es:</p>
<blockquote><p>„Was sich einerseits so locker flockig liest, ist ganz schön harter Tobak: unser Honorarreport 2024.“</p></blockquote>
<p>Auch eine Tatort-Besprechung auf <a href="https://www.n-tv.de/leute/tv/Richtig-harter-Tobak-article24853027.html" target="_blank" rel="noopener">ntv.de</a> nutzt die falsche Variante, nicht nur im Text, sondern auch in der Überschrift &#8211; s. Bildschirmfoto:</p>
<blockquote><p>„Die angedeuteten Gewaltvideos sind richtig harter Tobak.“</p></blockquote>
<p>Selbst die URL enthält den Fehler. In beiden Fällen wäre „starker Tobak“ korrekt gewesen, denn es geht um außergewöhnliche Inhalte, die Leser emotional aufrütteln.</p>
<h3>Warum ist „harter Tobak“ falsch?</h3>
<p>Der Fehler könnte auf eine Verwechslung mit anderen Redewendungen zurückzuführen sein, die das Adjektiv „hart“ verwenden, wie „harte Nuss“ oder „harte Wahrheit“.</p>
<p>Zudem klingt „hart“ in modernen Sprachkontexten direkter und kraftvoller, was es für viele intuitiv richtiger erscheinen lässt.</p>
<p>Und schließlich muss man zugestehen, dass die einsilbigen und mit einem kurzen Vokal ausgestatteten Adjektive <em>stark</em> und <em>hart</em> zum Verwechseln ähnlich <em>klingen</em> – da kann schon mal was durcheinandergehen. Sprachlich korrekt bleibt jedoch „starker Tobak“, da sich die Redensart auf die ursprüngliche Geschichte mit dem Teufel und dem kräftigen Tabak bezieht.</p>
<h3>Fazit: Genau hinsehen lohnt sich</h3>
<p>„Starker Tobak“ gehört zu den Redensarten, die mit ihrer bildhaften Herkunft und Bedeutung fest in der deutschen Sprache verankert sind. Der Wandel zu „harter Tobak“ mag nachvollziehbar sein, doch er ignoriert die sprachgeschichtlichen Wurzeln und verfälscht die Ausdruckskraft der Originalform. Ein genauer Blick auf die Herkunft und den Kontext solcher Wendungen hilft, sie präzise und wirkungsvoll einzusetzen.</p>
<p>Neben den traditionellen Redewendungen gibt&#8217;s auch die saisonal wechselnden, vorzugsweise aus dem angelsächsischen Raum importierten – zum Beispiel <a href="https://www.better-media.de/bmwp/2020/12/fein-sein-jetzt-sinds-auch-medien/" target="_blank" rel="noopener">fein sein</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de/bmwp/2024/11/starker-tobak-warum-die-redensart-oft-falsch-verwendet-wird/">Starker Tobak – warum die Redensart oft falsch verwendet wird</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.better-media.de">better media - The Quality Content Company</a>.</p>
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