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	<title>gleich8</title>
	
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	<description>  ...zwischen Vernunft und Schule</description>
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		<title>Die Schönheit der Mathematik: MathJax</title>
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		<comments>http://www.gleich8.de/2011/07/01/die-schoenheit-der-mathematik-mathjax/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 18:58:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mathematik]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie & Praxis]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich wie ich so langsam mit dem Gedanken anfreundet, auch das Internet f&#252;r den Mathematik-Unterricht zu nutzen, der wird &#252;ber kurz oder lang auf das Problem sto&#223;en, Formeln ad&#228;quat darstellen zu m&#252;ssen. Daf&#252;r gab es bisher diverse WordPress-Plugins (und entsprechende Plugins f&#252;r diverse andere Content Management Systeme und Wikis). Alle (die meisten?) hatten gemeinsam, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wer sich wie ich so langsam mit dem Gedanken anfreundet, auch das Internet für den Mathematik-Unterricht zu nutzen, der wird über kurz oder lang auf das Problem stoßen, Formeln adäquat darstellen zu müssen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dafür gab es bisher diverse WordPress-Plugins (und entsprechende Plugins für diverse andere Content Management Systeme und Wikis). Alle (die meisten?) hatten gemeinsam, dass man in einem Editor einen MathML oder LateX &#8211; Code eingab, der dann zunächst <em>live </em>über einen meist externen Dienst gerendert wurde und dann als Grafik in die eigene Webseite eingebunden worden ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Das hatte verschiedene Nachteile. Die gravierendsten waren:</p>
<ol>
<li> Die Grafik war nicht immer wirklich schick&#8230;</li>
<li>D ie Grafik ließ sich nicht dynamisch an Browser-Zoom-Einstellungen, und andere Layout-Gegebenheiten einer Webseite anpassen.</li>
<li>Der Formel-Code musste separat angegeben werden, damit er kopiert und weiterverwendet werden kann.</li>
<li>Jede serverseitige Lösung (Wiki, Blog, einfache Homepage usw.) brauchte eine eigene Lösung/ein eigenes Plugin, um LateX darstellen zu können.</li>
</ol>
<p style="text-align: justify;"><strong>All diese Nachteile hat die Formeldarstellung mittels <a href="http://www.mathjax.org/">MathJax</a> nicht mehr!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Hier eine kurze Demonstration:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wenn $a \ne 0$, dann gibt es zwei Lösungen für \(ax^2 + bx + c = 0\); und das sind:<br />
$$x = {-b \pm \sqrt{b^2-4ac} \over 2a}.$$</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Auf den ersten Blick fällt auf, dass sich die Formeln nahtlos schön in den Fließtext einfügen. Zudem handelt es sich auch nicht um eine eingebundene Grafik, sondern eine Darstellung mittels Webfonts (und hier liegt die einzige Einschränkung: Das Ganze funktioniert nur in <em>fast </em>allen Browsern, was bedeutet, dass es ab den folgenden Browser-Generationen läuft: IE 6; Firefox 3; Opera 9.5, Safari 2; Chrome 0.3 &#8211; <a href="http://www.mathjax.org/resources/browser-compatibility/">eine komplette, kommentierte Browser-Kompatibilitätsliste gibt es hier</a>).</p>
<p><strong>Das volle Potential von MathJax erkennt man aber erst mit einem Rechtsklick auf eine Formel&#8230;.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Na? Zu viel versprochen? Es ist eine beliebige (durch den Nutzer individuell festzulegende) Skalierung in höchster Qualität in Relation zu dem üblichen Text möglich. Außerdem &#8211; und das erleichtert die Arbeit mit Internet-Formeln extrem &#8211; kann man sich zu jeder Formel den Quellcode wahlweise in MathML oder Latex anzeigen lassen, kopieren und in ein eigenes Dokumnt einfügen.<br />
Auch eine andere Zoomfunktion ist noch hervorzuheben: Man kann über das Kontextmenu beispielsweise festlegen, dass eine Formel bei Doppelklick (oder anderen einstellbaren Ereignissen) in einem kleinen Layer-Fenster vergrößert wird (auch dieser Vergrößerungsgrad ist einstellbar).</p>
<p style="text-align: justify;">So, merkt man, dass ich begeistert bin? Und zur technischen Seite gibt es auch nichts weiter zu sagen, als dass die Implementierung in WordPress ungefähr 30 Sekunden braucht: Javascript-Aufruf in den Header des Themes einfügen (<a href="http://www.mathjax.org/docs/1.1/start.html">Anleitung hier</a>). Wahlweise kann der Script-Aufruf über eine sichere Verbindung erfolgen oder das komplette Script kann auf dem eigenen Server installiert werden. Danach kann man MathML- oder LateX-Code im HTML-Modus des WordPress-Editors einfügen. Voila! Ach ja, hatte ich gesagt, dass das alles kostenlos zur Verfügung steht?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Update (3.7.2011):</strong> Maik Riecken hat mich in den Kommentaren auf eine mir vorher nicht aufgefallene Problematik aufmerksam gemacht. Die Ausgabe der Formeln erfolgt <em>Client-seitig</em>, somit ist diese Ausgabe selbstverständlich stark vom <em>Client </em>abhängig. So variieren die Ergebnisse der MathJax-Formel-Ausgabe doch erheblich (s.u.). Da ich in meiner ersten Begeisterung nur die aktuellen Versionen von Firefox und Opera zum Testen genutzt hatte, waren mit die Probleme nicht aufgefallen.</p>
<p style="text-align: justify;">Da sich zumindest in den neueren Browsern durch die Umstellung des Renderers (Rechtsklick auf die Formel: <em>Settings </em>| <em>Math Renderer</em>) die Ergebnisse ggf. verbessern lassen, sehe ich weiterhin überragende Vorteile gegenüber herkömmlichen TeX-Lösungen. Etwas hatte ich zudem noch vergessen zu erwähnen: MathJax bringt eine API mit, die eine Programmierung von interaktiven Inhalten und Kursmaterial ermöglicht (wird hier demnächst ausführlicher vorgestellt):</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">A rich API. Allows developers to create interactive course materials, advanced authoring tools, and math-enabled web apps. Learn how more about <a href="http://www.mathjax.org/resources/docs/?model.html" target="_blank">programming with MathJax</a>.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wie sich die Formel-Ausgabe in verschiedenen <em>Clients </em>verändert, lässt sich an den folgenden Screenshots sehen (alle unter Win7 erstellt):</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Firefox 5 (HTML CSS-Renderer):<br />
</strong><a href="../wp-content/uploads/2011/07/Math-Jax-mit-Firefox-5-Win7-Renderer-HTML-CSS.png" rel="lightbox[1956]"><img title="Math Jax mit Firefox 5 Win7 Renderer HTML CSS" src="../wp-content/uploads/2011/07/Math-Jax-mit-Firefox-5-Win7-Renderer-HTML-CSS.png" alt="" width="570" height="96" /></a></p>
<p><strong>Firefox 5 (mathML-Renderer):</strong><br />
<a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Math-Jax-mit-Firefox-5-Win7-Renderer-mathML.png" rel="lightbox[1956]"><img class="alignleft size-full wp-image-1974" title="Math Jax mit Firefox 5 Win7 Renderer mathML" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Math-Jax-mit-Firefox-5-Win7-Renderer-mathML.png" alt="" width="570" height="96" /></a><br />
<strong>Opera 11.5 (HTML CSS-Renderer):</strong><br />
<a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Math-Jax-mit-Opera-11.5-Win7-Renderer-HTML-CSS.png" rel="lightbox[1956]"><img class="alignleft size-full wp-image-1977" title="Math Jax mit Opera 11.5 Win7 Renderer HTML CSS" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Math-Jax-mit-Opera-11.5-Win7-Renderer-HTML-CSS.png" alt="" width="570" height="96" /></a><br />
<strong>Opera 11.5 (mathML-Renderer):</strong><br />
<a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Math-Jax-mit-Opera-11.5-Win7-Renderer-mathML.png" rel="lightbox[1956]"><img class="alignleft size-full wp-image-1978" title="Math Jax mit Opera 11.5 Win7 Renderer mathML" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Math-Jax-mit-Opera-11.5-Win7-Renderer-mathML.png" alt="" width="570" height="96" /></a><br />
<strong>Internet Explorer 9 (HTML CSS-Renderer):</strong><br />
<a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Math-Jax-mit-IE9-Win7-Renderer-HTML-CSS.png" rel="lightbox[1956]"><img class="alignleft size-full wp-image-1975" title="Math Jax mit IE9 Win7 Renderer HTML CSS" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Math-Jax-mit-IE9-Win7-Renderer-HTML-CSS.png" alt="" width="570" height="96" /></a></p>
<p><strong>Internet Explorer 9 (mathML-Renderer):</strong><br />
<a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Math-Jax-mit-IE9-Win7-Renderer-mathML.png" rel="lightbox[1956]"><img class="alignleft size-full wp-image-1976" title="Math Jax mit IE9 Win7 Renderer mathML" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Math-Jax-mit-IE9-Win7-Renderer-mathML.png" alt="" width="570" height="79" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">&#8230;uuups, das geht ja gar nicht&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Hier habe ich noch ein paar webgenerierte Screenshots für andere (auch ältere) Browser, die teilweise keine befriedigenden Ergebnisse liefern:</p>
<table width="100%">
<tbody>
<tr>
<td>
<p><a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/SeaMonkey-2.0.11-Ubuntu-9.10-Karmic-Koala.png" target="_blank" rel="lightbox[1956]"><img class="size-thumbnail wp-image-1984  " title="SeaMonkey 2.0.11 -- Ubuntu 9.10 (Karmic Koala)" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/SeaMonkey-2.0.11-Ubuntu-9.10-Karmic-Koala-150x150.png" alt="SeaMonkey 2.0.11 -- Ubuntu 9.10 (Karmic Koala)" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Safari-5.0.3-Windows-XP.png" rel="lightbox[1956]"><img class="size-thumbnail wp-image-1983" title="Safari 5.0.3 -- Windows XP" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Safari-5.0.3-Windows-XP-150x150.png" alt="Safari 5.0.3 -- Windows XP" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/MSIE-6.0-Windows-XP.png" rel="lightbox[1956]"><img class="size-thumbnail wp-image-1981" title="MSIE 6.0 -- Windows XP" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/MSIE-6.0-Windows-XP-150x150.png" alt="MSIE 6.0 -- Windows XP" width="150" height="150" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td>
<a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/MSIE-7.0-Windows-XP.png" rel="lightbox[1956]"><img class="size-thumbnail wp-image-1982" title="MSIE 7.0 -- Windows XP" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/MSIE-7.0-Windows-XP-150x150.png" alt="MSIE 7.0 -- Windows XP" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Firefox-3.6-Windows-XP.png" rel="lightbox[1956]"><img class="size-thumbnail wp-image-1980" title="Firefox 3.6 -- Windows XP" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Firefox-3.6-Windows-XP-150x150.png" alt="Firefox 3.6 -- Windows XP" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Chrome-9.0.597.107-Windows-XP.png" rel="lightbox[1956]"><img class="size-thumbnail wp-image-1979" title="Chrome 9.0.597.107 -- Windows XP" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/07/Chrome-9.0.597.107-Windows-XP-150x150.png" alt="Chrome 9.0.597.107 -- Windows XP" width="150" height="150" /></a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p style="text-align: justify;">Ein weiteres Problem, das von Maik angesprochen wurde, ist der Cross-Site-Scripting-Alarm in manchen Umgebungen, der zum einen aus besonderen Sicherheitsfunktionen des Firefox resultiert, andererseits aber auch tatsächlich nicht zu umgehen ist, da es sich ja um Cross-Site-Scripting handelt, wenn MathJax nicht auf dem eigenen Server liegt. In den nächsten Tagen werde ich mir mal ansehen, inwieweit sich MathJax im Rahmen eines shared hosting-Pakets installieren lässt.</p>
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		<title>Heute bin ich Spaßbremse: Über iPad und twitter im Unterricht</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 12:35:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theorie & Praxis]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten Wochen sind auf ZEIT online gleich zwei Artikel zum unkonventionellen Einsatz von modernen Medien (einmal iPhone, einmal twitter) im Schulunterricht erschienen. Beide Artikel gleichen sich im Aufbau doch sehr: Sie stellen ein Projekt vor, das man so nicht in einer Schule erwartet h&#228;tte. Man l&#228;sst kurz die Bedenkentr&#228;ger/Neinsager zu Wort kommen, um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">In den letzten Wochen sind auf ZEIT online gleich zwei Artikel zum unkonventionellen Einsatz von modernen Medien (einmal <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2011-06/handy-musikunterricht-schule" target="_blank">iPhone</a>, einmal <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-06/twitter-unterricht/komplettansicht" target="_blank">twitter</a>) im Schulunterricht erschienen. Beide Artikel gleichen sich im Aufbau doch sehr: Sie stellen ein Projekt vor, das man so nicht in einer Schule erwartet hätte. Man lässt kurz die Bedenkenträger/Neinsager zu Wort kommen, um das Projekt/die Projekte aber letztlich (zumindest implizit) über den grünen Klee zu loben – allein schon, weil sie so innovativ und avantgardistisch sind. Im Mittelpunkt der Berichterstattung über die Vorteile stehen naturgemäß die Schüler – und zwar die schlechten. Diese bekommen plötzlich einen Zugang zur Musik oder sie trauen sich erstmals, sich auch in einer Diskussion (per twitter) zu äußern. Und ein Credo materialisiert sich: “Wir müssen die Schüler dort abholen, wo sie stehen.”</p>
<p style="text-align: justify;">Was hier aber praktiziert wird und was zu meiner Kritik führt: Die Schüler werden nicht abgeholt, sondern wir begeben uns zu ihnen und bleiben dort. Und falls <em>wir</em> nicht dort bleiben, dann kommen diese Schüler trotzdem nicht mit, weil sie sich dort, wo sie sind, wohl fühlen.</p>
<p style="text-align: justify;">Insofern kann ich Daniel Eisenmenger <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-06/twitter-unterricht/komplettansicht?commentstart=9#cid-1406174" target="_blank">in seiner Kommentierung des ZEIT-Artikels</a> nur zustimmen. Der Medieneinsatz ist kein Ersatz für irgend etwas, er ist allenfalls eine (mögliche) Ergänzung, aber in erster Linie ein Experiment. Es ist schön, dass es Pioniere auf diesem Gebiet gibt, die viel Arbeit auf sich nehmen, um zu zeigen, was möglich ist (aber leider viel zu selten zeigen, was nicht möglich ist). Im Grunde handelt es sich bei den genannten Beispielen um die Anreicherung eines schon sehr umfangreichen Methodenpools, aus dem sich jeder Lehrer nach Bedarf bedienen kann. Das ist auch völlig in Ordnung – ich muss ja nicht auf jeden neuen Methodenzug aufspringen. Was mich ärgert, ist die Berichterstattung und das dauernde unreflektierte Schönreden von Projekten in der Experimentierphase und das Einschlagen auf alles, was sich gegen eine Übernahme jedes Medientrends in den Unterricht wehrt – immer verbunden mit dem Ausgraben von Experten, die dem Ganzen auch eine wissenschaftlich gerechtfertigte Aura verschaffen soll. So heißt es im genannten ZEIT-Artikel:</p>
<blockquote><p>Auch deutsche Erziehungswissenschaftler sind inzwischen der Ansicht, dass Schüler und Lehrer sich dringend mit sozialen Medien auseinandersetzen müssen. Eike Rösch, der das Blog Medienpädagogik betreibt, kann ebenfalls von positiven Erfahrungen berichten […]</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Nichts gegen die Kompetenz von Herrn Rösch, aber im <a href="http://www.medienpaedagogik-praxis.de/about/" target="_blank">zitierten Blog</a> heißt es:</p>
<blockquote><p>Eike Rösch wohnt in Mainz. Er arbeitet als Medienpädagoge beim Landesfilmdienst Rheinland-Pfalz e.V. und hat einen Lehrauftrag am Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Koblenz.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Rechtfertigt das nun den von der ZEIT verwendeten Begriff  “Erziehungswissenschaftler”, der dazu auch noch im Plural verwendet wird (andere ‘Erziehungswissenschaftler werden in dem Artikel nicht genannt)? Wenn man sich nun auf die Autorität von Herrn Rösch verlässt, dann erfährt man:</p>
<blockquote><p>Und was ist mit der Zerstreuung? Eike Rösch hält die Sorge für überbewertet. &#8220;Auch vor den sozialen Netzwerken konnte man sich leicht ablenken lassen. Nur die Möglichkeiten haben sich geändert.&#8221; Der Medienexperte glaubt, dass die Skepsis vor allem auf Unwissenheit und Vorurteilen basiere: &#8220;Die Einführung des Social Web ist wie die Erfindung des Buchdrucks. Irgendwann wird man das Medium als selbstverständlich betrachten.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ja, die Skeptiker – die ewig Gestrigen. Sie haben sich schon immer gegen den Einsatz neuer medialer Mutationen aus der Alltagswelt der Schüler gewehrt: Es gibt bisher noch immer kein Geschichtsbuch in Comic-Form. Es gibt auch keinen flächendeckenden Einsatz privaten Bildungsfernsehens und Guido Knopps Werkreihe erhält seit Jahren keinen ernsthaften Zutritt zur Schule – warum nur? Weil sich Skeptiker gegen diese Nivellierung des Bildungsniveaus nach unten und eine Anbiederung an Populärkulturen, Trends und Hypes ausgesprochen haben. Das heißt ja nicht, dass man es nicht probieren sollte, denn nur auf diesem Wege leuchtet es irgendwann ein: Es taugt zwar zur Schaffung von Medienkompetenz (und hoffentlich auch Kritik), aber es macht Unterricht nicht besser, nur weil es neu und anders ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt bis heute keine verlässliche Studie (mir ist zumindest keine bekannt), die zu dem Schluss kommt, dass Lernerfolg und guter Unterricht auf bestimmte Methoden zurückzuführen ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn <a href="http://geschichtsunterricht.wordpress.com/2011/06/23/digitale-medien-in-der-schule-die-sicht-der-schuler/" target="_blank">Daniel Eisenmenger schreibt</a>:</p>
<blockquote><p>Es gibt eine Menge auch junger Kollegen, die selbstverständlich Facebook oder ihr Smartphone nutzen, aber der Meinung sind, dass das nichts im Unterricht zu suchen habe und einen Unterricht reproduzieren, den sie im Studienseminar so gelernt oder als Schüler in den 80er und 90er Jahren selbst erlebt und für gut befunden haben.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">…dann frage ich mich:<br />
1. Warum wurde dieser Unterricht für gut befunden und warum sollte dieser Unterricht heute nicht mehr für gut befunden werden?<br />
2. Was wird denn in Studienseminaren vermittelt, wenn nicht die zurzeit ‘angesagte’ Form guten Unterrichts? Und wenn da der Medieneinsatz nur eine untergeordnete Rolle spielt, dann hat das Gründe.</p>
<p style="text-align: justify;">Der gute alte Hilbert Meyer und auch Andreas Helmke (der sich in diesem Sinne auch ausführlich <a href="http://www.zeit.de/2005/30/B-Helmke-Interview" target="_blank">in der ZEIT geäußert</a> hat) haben <a href="http://www.nibis.de/~sts-ler/erdmann/guter-unterricht_helmke.pdf" target="_blank">Kriterien guten Unterrichts</a> aufgestellt, die ich kürzlich in den Unterlagen eines Referendars (wieder-)entdeckt habe:</p>
<ol style="text-align: justify;">
<li><strong>Klare Strukturierung</strong> <strong>des Unterrichts</strong></li>
<li><strong>Hoher Anteil</strong> <strong>echter Lernzeit </strong></li>
<li><strong>Inhaltliche Klarheit </strong></li>
<li><strong>Transparente Leistungserwartungen </strong></li>
<li><strong>Methodenvielfalt </strong></li>
<li><strong>Lernförderliches Klima</strong></li>
<li><strong>Sinnstiftendes Kommunizieren</strong></li>
<li><strong>Individuelles Fördern</strong></li>
<li><strong>Intelligentes Üben</strong></li>
<li><strong>Vorbereitete Umgebung </strong></li>
</ol>
<p style="text-align: justify;">Anzumerken ist, dass es sich tatsächlich um nach Wichtigkeit angeordnete Kriterien handelt und nur die ersten zwei Kriterien konstituierend für guten Unterricht sind – alle anderen sind förderlich, können aber offenbar durch andere Maßnahmen ausgeglichen/ersetzt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt sowohl gegen das Diktat der Methode als auch die Vernichtung von Bildungsinhalten zugunsten eines Kompetenz-Dogmas  erhebliche, gut begründete Widerstände. Diese sollten ernst genommen werden und in die Betrachtung neuer Medienexperimente einfließen. Ansonsten bleibt der Medieneinsatz das, was er zurzeit ist, ein Steckenpferd der <em>üblichen Verdächtigen</em>, die nicht selten einen Hauch von <del>Überheblichkeit</del> Avantgarde an sich haften haben. So überzeugt man Skeptiker nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich möchte zum Ende nochmals ausdrücklich feststellen: Ich sehe keine Probleme in dem Engagement und der Experimentierfreudigkeit von Pädagogen. Ich schätze das Blog von Daniel Eisenmenger sehr.</p>
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		<title>Das Gänsefüßchen in der Tatze</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 13:26:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; &#160; Eigentlich sollte doch jeder halbwegs historisch sensible Journalist wissen, dass man gerne historisch gepr&#228;gte Begriffe benutzen darf, die eigene Distanz zur mitgelieferten Konnotation eines Begriffs der Einfachheit halber mittels G&#228;nsef&#252;&#223;chen markiert. Nicht so die taz, die &#8220;unvergessliche Momente&#8221; der Geschichte der WM-Stadien mit Verweis auf Hitlers auftreten in einem dieser Stadien wie folgt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/06/Unbenannt-1.png" rel="lightbox[1931]"><img class="size-full wp-image-1933 alignleft" title="Unbenannt-1" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/06/Unbenannt-1.png" alt="" width="319" height="243" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Eigentlich sollte doch jeder halbwegs historisch sensible Journalist wissen, dass man gerne historisch geprägte Begriffe benutzen darf, die eigene Distanz zur mitgelieferten Konnotation eines Begriffs der Einfachheit halber mittels Gänsefüßchen markiert. Nicht so die <em><a href="http://www.taz.de" target="_blank">taz</a></em>, die &#8220;unvergessliche Momente&#8221; der Geschichte der WM-Stadien mit Verweis auf Hitlers auftreten in einem dieser Stadien wie folgt präsentiert:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Vom Olympiastadion in Berlin zur Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim &#8211; alle Zahlen, Daten und Fakten. Außerdem: Die unvergesslichen Momente in der Geschichte der Stadien &#8211; mit Kim Kulig, Grafite, Elton John und dem Führer. von D. Yücel &amp; F. Böger</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Damit auch jeder weiß, wie der &#8220;Führer&#8221; noch mal aussah, wird auch mit dessen Konterfei (und nicht etwa mit dem von Kim Kulig, Grafite oder Elton John) für die Bildergalerie geworben.</p>
<p style="text-align: justify;">Was würden Sie denken, wenn in einem Geschichtsbuch steht:</p>
<blockquote><p>Die Endlösung wurde vom Führer befohlen, der auch die Reichskristallnacht im Tausendjährigen Reich mit zu verantworten hatte.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ironie ja, aber bitte nicht auf unreflektiertem Stammtischniveau und demnächst wieder mit Gänsefüßchen.</p>
<div class="feedflare">
<a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?a=PVbaNic5HUQ:uT9HnjL12sE:yIl2AUoC8zA"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?d=yIl2AUoC8zA" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?a=PVbaNic5HUQ:uT9HnjL12sE:D7DqB2pKExk"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?i=PVbaNic5HUQ:uT9HnjL12sE:D7DqB2pKExk" border="0"></img></a>
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		<title>Jetzt doch gut: Die Gesamtschule</title>
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		<comments>http://www.gleich8.de/2011/06/10/der-deutsche-schulpreis-2011-kritik-an-einem-wettbewerb-bei-dem-alljaehrlich-die-gesamtschulen-zeigen-wollen-was-in-ihnen-steckt/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 Jun 2011 21:47:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[pro IGS?]]></category>
		<category><![CDATA[Schulformdebatte]]></category>

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		<description><![CDATA[Na, da haben wir ja nun den Beweis: Gesamtschulen sind doch besser. Alle f&#252;hlen sich wohl und bringen hervorragende Leistungen. Die Robert-Bosch- und die Heidehof-Stiftung haben die beste deutsche Schule gesucht und gefunden: Die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule aus G&#246;ttingen bekommt den Deutschen Schulpreis 2011. Dass dies auch v&#246;llig gerechtfertigt ist, zeigt die ultimative Lobhudelei in der Urteilsbegr&#252;ndung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Na, da haben wir ja nun den Beweis: Gesamtschulen sind doch besser. Alle fühlen sich wohl und bringen hervorragende Leistungen. Die Robert-Bosch- und die Heidehof-Stiftung haben die beste deutsche Schule gesucht und gefunden: Die <a href="http://www.igs.goe.ni.schule.de/" target="_blank">Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule aus Göttingen</a> bekommt den Deutschen Schulpreis 2011.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass dies auch völlig gerechtfertigt ist, zeigt</p>
<ul>
<li style="text-align: left;">die <a href="http://schulpreis.bosch-stiftung.de/content/language1/html/12625.asp" target="_blank">ultimative Lobhudelei in der <del>Urteilsbegründung</del> im Portrait der Schule</a>.</li>
<li style="text-align: left;">der seine heimliche Freude wenig verbergende <a href="http://www.pisa-versteher.de/" target="_blank">Christian Füller</a> auf <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,767452,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a>, der den Preis zur Niederlage für die derzeitige niedersächsische Bildungspolitik und Demütigung für den erklärten Gesamtschulgegner Christian Wulff erklärt.</li>
<li style="text-align: left;">die taz, die den &#8220;<a href="http://taz.de/1/zukunft/bildung/artikel/1/250000-unterschriften-fuer-die-tonne/" target="_blank">250.000 Unterschriften für die Tonne</a>&#8221; doch noch eine späte <a href="http://www.taz.de/1/zukunft/bildung/artikel/1/ehrung-fuer-den-klassenfeind/" target="_blank">Genugtuung verschaffen möchte</a>.</li>
<li style="text-align: left;">die Zeit, &#8212; ach, nee: In der Zeit beschränkt sich die Berichterstattung <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2011-06/schulpreis-goettingen-wulff" target="_blank">auf eine kurze Randnotiz</a>. Vielleicht auch ein Statement zur Bedeutung des Preises?</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Bevor jetzt aber jemand auf die Idee kommt, doch noch nach mehr Gesamtschulen zu rufen: Kurz mal einen Blick auf das Auswahlverfahren und den Wettbewerbsverlauf werfen: Nicht die Jury sucht sich die beste Schule, sondern die Schulen bewerben sich. <strong>Um den Preis haben sich in diesem Jahr 119 Schulen beworben</strong> (der Hauptpreis ist immerhin mit 100.000 € dotiert, dazu gibt es vier weitere Preise, die jeweils mit 25.000 € dotiert sind).<strong> In Deutschland gibt es laut <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schule#Schule_in_Deutschland" target="_blank">Wikipedia</a> 47.000 allgemeinbildende und berufsbildende Schulen&#8230;</strong> so, jetzt mal nachrechnen: Ja, es haben sich um den Schulpreis ca. 0,25% aller Schulen beworben &#8211; dem Rest fehlt es wohl an Selbstvertrauen oder  Konzepten, die sich den vorgegebenen <a href="http://schulpreis.bosch-stiftung.de/content/language1/html/8779.asp" target="_blank">Auswahlkriterien</a> in hervorragender Weise anpassen&#8230;</p>
<div class="feedflare">
<a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?a=tClxPsGIycM:LtsBW_NoP1c:yIl2AUoC8zA"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?d=yIl2AUoC8zA" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?a=tClxPsGIycM:LtsBW_NoP1c:D7DqB2pKExk"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?i=tClxPsGIycM:LtsBW_NoP1c:D7DqB2pKExk" border="0"></img></a>
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		<title>Herr Schwarzmüller sagt… etwas über Konzepte für die Computernutzung an Schulen</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/Blogbildung/~3/-G6eyuci86o/</link>
		<comments>http://www.gleich8.de/2011/06/07/konzepte-fuer-die-computernutzung-an-schulen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 07:42:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herr Schwarzmüller sagt...]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Gelesen: Konzepte f&#252;r die Computernutzung an Schulen auf EduShift: Mein Kommentar: Und doch bleibe ich skeptisch bei der Finanzierbarkeit im Allgemeinen und dem unl&#246;sbaren Problem der ungleichen technischen Ausstattung von Sch&#252;lern. Wenn ich richtig verstanden habe, dann meint many-to-one nicht nur ein Smartphone, was unter meinen Sch&#252;lern vielleicht 30% (und das mit einer gro&#223;en [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Gelesen: <a href="http://www.edushift.de/2011/06/07/konzepte-fuer-die-computernutzung-an-schulen/" target="_blank">Konzepte für die Computernutzung an Schulen</a> auf <a href="http://www.edushift.de/" target="_blank">EduShift</a></strong>:</p>
<p><a href="http://www.riecken.de" target="_blank"></a>Mein Kommentar:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Und doch bleibe ich skeptisch bei der Finanzierbarkeit im Allgemeinen und dem unlösbaren Problem der ungleichen technischen Ausstattung von Schülern. Wenn ich richtig verstanden habe, dann meint many-to-one nicht nur ein Smartphone, was unter meinen Schülern vielleicht 30% (und das mit einer großen Bandbreite an technischer Leistungsfähigkeit) besitzen. Selbst wenn es in ein paar Jahren 100% sind, wie sieht es dann mit der &#8216;Grundversorgung&#8217; an Tablets, heimischen Workstations und technischen Errungenschaften aus, die es heute noch gar nicht gibt? Wer hat schon vor 5 Jahren an den Erfolg eines iPads gedacht? Auch wenn die Preise fallen, wir bleiben in einem in dieser Masse nicht finanzierbaren Bereich- weder durch Eltern noch durch Schulen. Selbst wenn die Preise auf 25% ihres heutigen Niveaus sinken (was bei Workstations und Laptops wohl kaum der Fall sein wird, da das Ende der Fahnenstange erreicht ist), sind wir immer noch bei mehreren hundert Euro&#8230; Also müssen wir davon ausgehen, dass nicht immer alle Schüler alles zur Verfügung haben werden und dann kommen wir direkt zu der Verschärfung der am Ende des Artikels nachgeschobenen Probleme&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Und was heißt das für die Zukunft des Computereinsatzes in der Schule? Die Schule muss nicht 1:1 den Zustand der technischen Vielfalt der Gesellschaft abbilden, um Schülern den sinnvollen Umgang mit Medien und Technik zu vermitteln. Die Schüler müssen nicht immer und überall das Tablet zur Verfügung haben, Photos machen können, um dann live in einem Wiki oder Blog die neuesten Lerninhalte nach neuesten technischen Standards in soziale Netzwerke zu integrieren. Sie müssen lernen, was möglich ist und wie man damit sinnvoll umgeht &#8211; sie müssen nicht zu Anwendern ausgebildet werden. Sie müssen den kompetenten Umgang mit und die kritische Bewertung von Technik lernen. Diese Fähigkeiten sollten sie fit für den  verantwortungsvollen und produktiven Umgang mit Technik in jedem gesellschaftlichen Zusammenhang machen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich bin überhaupt nicht gegen den Computereinsatz in der Schule, aber der Einsatz um des Einsatzes Willen und der damit verbundenen Möglichkeiten ist weder finanzierbar noch pädagogisch sinnvoll. Es reicht nicht, immer nur auf die schwammige Wolke einer digitalen Zukunft zu reden/schwärmen und mit diesem Zukunftsoptimismus alles Bestehende als überholt hinzustellen. Was heißt schon zukunftsfähig, wenn niemand weiß, wie die Zukunft aussieht.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Nachtrag (7.6.2011, 17:43 Uhr):</strong><br />
Ich habe zwar die Kommentarfunktion zu diesem Post abgestellt, <em>trackbacks</em> und <em>pingbacks</em> jedoch eigentlich erlaubt. Dennoch wurde ich nur durch Zufall auf den folgenden <a href="http://www.ats20.de/blog/index.php?/archives/1103-Es-kann-auch-zu-viel-werden-zur-Computernutzung-an-Schulen..html" target="_blank">sehr lesenswerten Artikel auf ats20.de</a> zum Thema aufmerksam. Deshalb reiche ich hier den Link manuell nach.</p>
<h6 style="text-align: justify;"><span style="text-decoration: underline;"><strong>Anmerkung</strong>:</span> Manchmal hinterlasse ich in den Weiten der Blog-Sphäre längere Kommentare und finde es fast schade, dass ich zu dem entsprechenden Thema keinen eigenen Artikel geschrieben habe. Außerdem finde ich meine eigenen Kommentare irgendwann auch nicht mehr wieder. Mangels funktionierendem <em>plugin</em> (gefunden und ausprobiert hatte ich <em><a href="http://wordpress.org/extend/plugins/my-comments-elsewhere/" target="_blank">my comments elsewhere</a></em>) veröffentliche ich ausgewählte Kommentare nun auch auf meinem Blog. Die Kommentarfunktion ist hier aber gesperrt, damit die Diskussion beim Originalbeitrag bleibt.</h6>
<div class="feedflare">
<a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?a=-G6eyuci86o:_5Zab_F6RuA:yIl2AUoC8zA"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?d=yIl2AUoC8zA" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?a=-G6eyuci86o:_5Zab_F6RuA:D7DqB2pKExk"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?i=-G6eyuci86o:_5Zab_F6RuA:D7DqB2pKExk" border="0"></img></a>
</div><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Blogbildung/~4/-G6eyuci86o" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>More Drama, bitte!</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/Blogbildung/~3/luwFoP4anbQ/</link>
		<comments>http://www.gleich8.de/2011/06/04/richard-powers-und-die-dramaturgie-des-lebens-die-sich-auch-in-der-schule-wieder-findet/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Jun 2011 12:01:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles & Kommentiertes]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Grund daf&#252;r, dass ich mein Blog in den letzter Zeit etwas vernachl&#228;ssige, ist ein kleiner Leseschub, der meine knappe Freizeit an das Entdecken neuer Welten bindet. Zurzeit lese ich Richard Powers, der in seinem Roman Das gr&#246;&#223;ere Gl&#252;ck &#252;ber alles schreibt, was den modernen Menschen antreibt: Gl&#252;ck, Anerkennung, eine bessere Zukunft. Im Letzteren liegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ein Grund dafür, dass ich mein Blog in den letzter Zeit etwas vernachlässige, ist ein kleiner Leseschub, der meine knappe Freizeit an das Entdecken neuer Welten bindet.</p>
<p style="text-align: justify;">Zurzeit lese ich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Powers" target="_blank">Richard Powers</a>, der in seinem Roman <a href="http://www.amazon.de/Das-größere-Glück-Richard-Powers/dp/3596180929/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;qid=1307187296&amp;sr=8-2" target="_blank"><em>Das größere Glück</em></a> über alles schreibt, was den modernen Menschen antreibt: Glück, Anerkennung, eine bessere Zukunft. Im Letzteren liegt auch die essentielle Erkenntnis, die ich selten so nachvollziehbar und einfach präsentiert fand: Der Mensch strebt nach einer kontinuierlichen <em>Verbesserung</em> seines Lebens, um der Vorstellung eines perfekten Handlungsplots zu entsprechen.</p>
<p style="text-align: justify;">Da ich davon ausgehe, dass Powers gründlich recherchiert hat, wenn er wissenschaftliche Untersuchungen zitiert, dann lässt sich die obige Behauptung sehr einfach durch ein Experiment nachweisen: Die folgenden zwei Grafiken zeigen “Glückskurven” eines Menschen von der Geburt bis zum Tod. Welche Glückskurve würdest Du für Dein eigenes Leben wählen?</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/06/glück1.png" rel="lightbox[1899]"><img class="size-full wp-image-1905 alignnone" title="glück1" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/06/glück1.png" alt="" width="280" height="168" /></a><a href="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/06/glück2.png" rel="lightbox[1899]"><img class="size-full wp-image-1906 alignnone" title="glück2" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/06/glück2.png" alt="" width="280" height="168" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Das Ergebnis des Experiments überrascht wahrscheinlich nicht: Die meisten werden vernünftiger Weise sagen, dass die gleichmäßige Verteilung von Glück über die gesamte Lebensspanne eine Zufriedenheit mit dem eigenen Leben vermitteln sollte. Und wir können uns denken, dass die Menschen, die am Experiment teilnahmen sich mehrheitlich für die Kurve des ansteigenden Glücks entschied. Der Mensch braucht das Ziel/die Hoffnung einer besseren Zukunft.  Ein Leben, das im Alter schlechtere Lebensumstände aufweist als in der Jugend, gilt als gescheitert. Alle Dramaturgie des Lebens richtet sich auf dessen<em> Happy End</em> aus.</p>
<p style="text-align: justify;">Eng verknüpft ist nach Powers dieses Streben nach Drama und Aufstieg mit den sozialen Netzwerken, die jedem Menschen eine kostenlose Bühne zur Präsentation der eigenen, aufstrebenden, sich kontinuierlich verbessernden Persönlichkeit (gemessen in ‘Freunden’) bietet.</p>
<p style="text-align: justify;">[D]er Rest der Welt redet inzwischen ohne jede Scham in der ersten Person von sich selbst. Blogs, Mashups, Reality-Fernsehen, Gerichts-Fernsehen, Chat Shows, Chatrooms, Chatcafes, Spendenkampagnen, Werbetexte, ja sogar Kriegsberichterstattung – alles wird zur egomanischen Beichte. Gefühle sind die neuen Tatsachen. Memoiren sind die neue Geschichtsschreibung. Selbstentblößung sind die neuen Nachrichten.</p>
<blockquote><p>Er [Russell Stone, der Protagonist] versucht, seine Studenten im Internet zu finden. Bis auf zwei haben alle ausufernde Homepages. Stone traut sich gar nicht, die zahllosen intimen Details zu lesen: Lieblingsmusik, Lieblingsdrogen, Lieblingsstellungen, Filme, die sie verabscheuen, Verbrechen, die sie begangen, Gelüste, die sie bedient haben, Berühmtheiten, die sie gern töten oder ficken oder sein würden, wenn sie nicht sie selbst wären […]</p>
<p>Die Menschheit hat Millionen Jahre gebraucht, um von den Bäumen herunterzukommen, aber nur zehn, um ins Goldfischglas zu springen.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Aus diesen jedem kritischen Menschen bereits bekannten aber oft nicht bewussten Einsichten lässt sich eigentlich alles Erklären, was die Menschen tun und antreibt. Nicht zuletzt die Assoziation jedes Neuen mit dem Guten, weil das Alte (nicht unbedingt Schlechte) zu verbessernde und zu optimierende überwunden werden muss.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch die Schule gehorcht diesen Gesetzen. Unvorstellbar, dass wir mit dem was wir haben, schon das Beste gefunden haben sollen (was zudem auch noch aus dem 19. Jahrhundert stammt). Inakzeptabel die Einsicht, dass die Quote der Förderbedürftigen und Schulversager in den nächsten Jahren nicht abnehmen wird. “Keiner darf verloren gehen”, jeder muss zum Erfolg geführt werden. Wenn die Akademikerquote nicht steigt, dann droht der Untergang der Republik – das System gilt als gescheitert. Wie viel Drama verträgt die Schulpolitik? Warum machen wir nicht weiter wie bisher und arbeiten mit dem, was auch die letzten zweihundert Jahre gereicht hat? Es ist die Angst vor dem nicht Schritt halten können – China, das uns nicht nur wirtschaftlich in den Boden stampfen wird, schneidet auch noch bei PISA besser ab. <a href="http://www.imdb.com/title/tt0075148/" target="_blank">Rocky</a>: In der Mitte seines entscheidenden Kampfes gegen Apollo Creed liegt er einigermaßen am Boden, kaum noch Aussicht auf Besserung – bis er seine Reserven wecken und den übermächtigen Gegner doch noch besiegen kann. Nach dem Kampf ist vor dem Kampf mit einem noch mächtigeren Gegner, more Drama!</p>
<p style="text-align: justify;">…Warum werden wir nicht satt? Stillstand ist der Tod.</p>
<p><object width="560" height="420"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/VC6953FYkkc?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="420" src="http://www.youtube.com/v/VC6953FYkkc?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object><br />
<object width="560" height="450"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/3_c64Ma036o?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="450" src="http://www.youtube.com/v/3_c64Ma036o?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p>
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<a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?a=luwFoP4anbQ:NcIUaTjn_Yo:yIl2AUoC8zA"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?d=yIl2AUoC8zA" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?a=luwFoP4anbQ:NcIUaTjn_Yo:D7DqB2pKExk"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?i=luwFoP4anbQ:NcIUaTjn_Yo:D7DqB2pKExk" border="0"></img></a>
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		<title>Unnützes Wissen für Lehrer #1</title>
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		<comments>http://www.gleich8.de/2011/05/27/unnuetzes-wissen-fuer-lehrer-1/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 May 2011 17:57:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unnützes Lehrerwissen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist Euch schon mal aufgefallen, dass sich Sch&#252;ler von nichts mehr beeindrucken lassen als von v&#246;llig unbrauchbarem Wissen? Ich nehme an, die kleinen Racker vermuten dann, dass ein Lehrer, der selbst eine v&#246;llig unwichtige, absolut nebens&#228;chliche Tatsache aus der H&#252;fte in den Klassenraum werfen kann, total allwissend sein muss. Aus diesem Grund hier also ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ist Euch schon mal aufgefallen, dass sich Schüler von nichts mehr beeindrucken lassen als von völlig unbrauchbarem Wissen? Ich nehme an, die kleinen Racker vermuten dann, dass ein Lehrer, der selbst eine völlig unwichtige, absolut nebensächliche Tatsache aus der Hüfte in den Klassenraum werfen kann, total allwissend sein muss.</p>
<p style="text-align: justify;">Aus diesem Grund hier also ein ganz besonderer Service für alle Lehrer und Möchtegern-Schlaumeier: Das <em>unnütze Wissen für Lehrer-Special</em> mit in lockerer Folge präsentierter Pseudo-Allwissenheit.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum Einstieg in die Serie ein kleines Bilderrätsel: <strong>Was ist das?</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Candy_Desk" target="_blank"><img class="size-full wp-image-1889 alignnone" title="was ist das" src="http://www.gleich8.de/wp-content/uploads/2011/05/was-ist-das1.jpg" alt="" width="560" height="420" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">(Lösung gibt’s beim Klick auf das Bild.)</p>
<div class="feedflare">
<a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?a=e202tDRd7y0:ERYT20EWcrI:yIl2AUoC8zA"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?d=yIl2AUoC8zA" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?a=e202tDRd7y0:ERYT20EWcrI:D7DqB2pKExk"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Blogbildung?i=e202tDRd7y0:ERYT20EWcrI:D7DqB2pKExk" border="0"></img></a>
</div><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Blogbildung/~4/e202tDRd7y0" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>YES WE COULD!</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/Blogbildung/~3/aj4rlWKaUis/</link>
		<comments>http://www.gleich8.de/2011/05/14/yes-we-could/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 14 May 2011 17:48:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[digitales Schulbuch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.gleich8.de/?p=1880</guid>
		<description><![CDATA[Um es euphemistisch auszudr&#252;cken: Das Nachdenken &#252;ber ein digitales Schulbuch ist etwas ins Stocken geraten. Im Forum wurden erste Konzepte vorgestellt und diskutiert. Oder besser: Es wurden Konzeptideen vorgestellt, die nicht grunds&#228;tzlich in Frage gestellt worden sind und sich aus meiner Sicht leicht miteinander unter einen Hut bringen lie&#223;en. (Zum Thema digitales Schulbuch sind in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Um es euphemistisch auszudrücken: Das <a href="http://www.gleich8.de/forum-das-digitale-schulbuch/">Nachdenken über ein digitales Schulbuch</a> ist etwas ins Stocken geraten. Im Forum wurden erste Konzepte vorgestellt und diskutiert. Oder besser: Es wurden Konzeptideen vorgestellt, die nicht grundsätzlich in Frage gestellt worden sind und sich aus meiner Sicht leicht miteinander unter einen Hut bringen ließen. (Zum Thema <em>digitales Schulbuch</em> sind in diesem Blog bisher <a title="Das digitale Schulbuch sollte von Lehrern geschrieben werden – jetzt!" href="http://www.gleich8.de/2011/04/18/das-digitale-schulbuch-unter-creative-commons-lizenz-open-source-fuer-die-schule/">dieser</a> und <a title="Das Forum zum digitalen Schulbuch" href="http://www.gleich8.de/2011/04/23/das-forum-zum-digitalen-schulbuch/">dieser</a> Artikel erschienen)</p>
<p style="text-align: justify;">Das Stocken bezieht sich dann auch eher auf die <em>nachlassende</em> Beteiligung an einer Diskussion. Das heißt entweder, dass alles diskutiert worden ist und nun mit der Arbeit begonnen werden kann, oder dass jetzt doch keiner mehr Lust hat sich aktiv zu beteiligen oder sich sogar von den ersten Ideen resignierend und kopfschüttelnd abgewandt hat – “Lass die mal machen…”</p>
<p style="text-align: justify;">Daher hier und heute nochmal der Aufruf, zumindest die Bereitschaft an einer Mitarbeit (möglichst mit Nennung der Fächer) zu signalisieren. Dazu gibt es die Gelegenheit entweder hier in den Kommentaren oder <a href="http://www.gleich8.de/forum-das-digitale-schulbuch/?mingleforumaction=viewforum&amp;f=6.0">im eigens dafür zur Verfügung stehenden Strang des Forums</a>. Helfen würde aber auch ein Kommentar, warum eine evtl. Mitarbeit (jetzt) nicht (mehr) interessant ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Sobald ein Schulbuchprojekt mit der realistischen Aussicht auf eine Fertigstellung in naher oder ferner Zukunft erkennbar wird, sollte es auch begonnen werden. Zurzeit (und mangels anderer, besserer Ideen) wird das Projekt wohl im Wiki-Format am vielversprechendsten sein. Das soll aber nicht heißen, dass eine Auslagerung von Projektteilen auf andere Plattformen (Google Texte und Tabellen, Blogs, Mindmap-Dienste usw.) nicht ebenfalls denkbar wäre.</p>
<p style="text-align: justify;">Kurz: Lehrer, findet Euch in Gruppen zusammen, beginnt mit der Arbeit und nehmt die Schulbuchzukunft in die eigene Hand. Nie war Demokratie so einfach wie heute :-)</p>
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		<title>Einen Beruf gegen die Wand fahren (the good, the bad and the ugly… 2)</title>
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		<pubDate>Fri, 13 May 2011 15:36:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theorie & Praxis]]></category>

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		<description><![CDATA[“Gr&#252;tzkopp”, “Idiot”, “Ar***” und “Pi****” sind noch die harmlosen Bezeichnung, denen in der Sch&#252;lerschaft so mancher Lehrer zugeordnet wird – und wie ich leider zugeben muss: manchmal zu Recht. Es gibt schlechte Lehrer. Und sie sind es, die sowohl die Arbeit der Kollegen erschweren, den Ruf eines ganzen Berufsstandes sch&#228;digen und nicht zuletzt durch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">“Grützkopp”, “Idiot”, “Ar***” und “Pi****” sind noch die harmlosen Bezeichnung, denen in der Schülerschaft so mancher Lehrer zugeordnet wird – und wie ich leider zugeben muss: manchmal zu Recht. Es gibt schlechte Lehrer. Und <em>sie</em> sind es, die sowohl die Arbeit der Kollegen erschweren, den Ruf eines ganzen Berufsstandes schädigen und nicht zuletzt durch die Nichtbildung von etlichen Schülergenerationen immense Schuld an der Misere des Bildungssystems tragen.</p>
<p style="text-align: justify;">So hart muss es gesagt werden, denn ich habe selbst schon mehrfach miterleben müssen, wie völlig inkompetente Kollegen selbst ein Untersuchungsverfahren der Landesschulbehörde überstanden haben und allenfalls zur nächsten Schule, die sich nicht wehren konnte, weitergereicht wurden. Das frustriert alle Beteiligten.</p>
<h3 style="text-align: justify;">the bad&#8230;</h3>
<p style="text-align: justify;">Nachdem ich vor zwei Tagen an einer  <a href="http://www.gleich8.de/2011/05/10/was-ist-ein-guter-lehrer-und-was-ist-guter-unterricht/" target="_blank">positiven Bestimmung des “guten Lehrers”</a> in Ansätzen versucht habe, werde ich es heute über das beliebte Ausschlussverfahren versuchen. Hier sind sie, die 10 Regeln, um ein wirklich schlechter Lehrer zu werden:</p>
<ol style="text-align: justify;">
<li>Respektieren Sie Ihre Schüler nicht. Die haben eh nichts auf <em>Ihrer</em> Schule verloren und disqualifizieren sich für einen erfolgreichen Lebensweg schon aufgrund Ihres Alters und abartigen Musikgeschmacks.</li>
<li>Seien Sie in jedem Fall unfair. Wenn Sie erst mal jemanden auf dem Kieker haben, kann er sich noch so sehr anstrengen: Wenn Sie wollen, dass er die Klasse oder Schule verlässt, dann ist das <em>Ihre</em> Entscheidung.</li>
<li>Seien Sie autoritär! Wenn Sie aufgrund der gegenwärtigen politischen Verhältnisse schon keine Karriere als Diktator machen können, dann bauen Sie sich doch Ihr ganz privates Unrechtsregime auf. Sie regieren im Klassenraum und Ihr Wort ist Gesetz – da lohnt kein Gespräch. Strafen sind das Mittel der Wahl, wenn Schüler aufbegehren. Dass Ihre Schüler bei anderen Lehrern dann geradezu ausflippen, weil Sie nicht mehr unter dem Druck der Angst stehen, braucht sie nicht zu kümmern.</li>
<li>Bügeln Sie Elterngespräche ab und gehen Sie bei jeglicher Kritik sofort in die Offensive. Am besten sie sprechen den Eltern von vornherein die komplette Kompetenz zum sachlichen Gespräch aufgrund ihrer mangelnden Bildung oder beschränkten Einsicht in die Schulwirklichkeit ab.</li>
<li>Bleiben Sie in Ihrem Handeln intransparent. Es geht weder Eltern noch Schüler etwas an, wie Sie zu Ihren Noten kommen. Entweder die Schüler können etwas oder nicht – und das entscheiden schließlich sie am Ende des Schuljahres.</li>
<li>“Friss oder stirb!” ist Ihr Motto. Wer es beim ersten Mal nicht begreift, hat entweder geschlafen oder ist zu blöd für Ihren Unterricht. Wer noch Fragen hat, der sollte sich schnellstens eine Nachhilfe suchen.</li>
<li>Schlechte oder unaufmerksame Schüler sind ein willkommenes Ziel, um sie vor der Klasse  zu demütigen oder lächerlich zu machen – sagen Sie ruhig ganz offen, was sie über Ihre Schüler denken.</li>
<li>Verrennen sie sich nicht in Unterrichtsexperimente. Was Sie schon immer gemacht haben, das war auch schon immer gut. Und wenn Ihre Schüler Ihnen nicht folgen konnten, dann liegt es wohl kaum an Ihrem Unterricht. Sie habe schließlich mehr Ahnung vom Unterricht, denn Sie wurden dafür ausgebildet.</li>
<li>Halten Sie Monologe. Das schafft Kontinuität in Ihrem Unterricht und ersetzt die Schulbuchlektüre. Ein Kind, das nicht mal 45 Minuten am Stück konzentriert zuhören kann, wird eh keinen höheren Schulabschluss bekommen oder ist sowieso studierunfähig.</li>
<li>Lehrer sind Einzelkämpfer. Lassen Sie sich bloß nicht auf engagierte Kollegen ein und versuchen Sie nicht an Ihrer Schule noch etwas zu verändern – das hat keinen Sinn. Und was hinter einer geschlossenen Klassenraumtür passiert, ist Sache des Lehrers.</li>
</ol>
<p style="text-align: justify;">… Fortsetzung folgt …<br />
(Teil 1: <a title="the good, the bad and the ugly…" href="http://www.gleich8.de/2011/05/10/was-ist-ein-guter-lehrer-und-was-ist-guter-unterricht/">the good, the bad and the ugly…</a>)</p>
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		<title>the good, the bad and the ugly…</title>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 20:31:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theorie & Praxis]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem sich immer mehr die Erkenntnis durchzusetzen scheint, dass guter Unterricht nicht viel mit Schulstrukturen zu tun hat, r&#252;ckt ein neuer Aspekt von Bildungsqualit&#228;t in den Fokus: Der Lehrer. Im Halbtagsblog wurde bereits auf den Artikel von Christian Spannagel aufmerksam gemacht, der sich wie auch Jan-Martin Klinge Gedanken &#252;ber die Frage macht, was einen guten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Nachdem sich immer mehr die Erkenntnis durchzusetzen scheint, dass guter Unterricht nicht viel mit Schulstrukturen zu tun hat, rückt ein neuer Aspekt von Bildungsqualität in den Fokus: Der Lehrer.</p>
<p style="text-align: justify;">Im <a href="http://halbtagsblog.wordpress.com/2011/05/09/die-guten-lehrer-12/" target="_blank">Halbtagsblog</a> wurde bereits auf den <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2011/04/23/statements-zur-lehrerbildung/" target="_blank">Artikel von Christian Spannagel</a> aufmerksam gemacht, der sich wie auch Jan-Martin Klinge Gedanken über die Frage macht, was einen guten Lehrer ausmacht.</p>
<p style="text-align: justify;">Als eine Art Bündelung meiner Gedanken zu diesem Thema soll dieser Blog-Artikel (Teil eins von drei) herhalten und unter qualitativen (völlig subjektiven) Maßstäben drei <em>Sorten</em> von Lehrern vorstellen &#8211; the good, the bad and the ugly:</p>
<h3 style="text-align: justify;">the good…</h3>
<p style="text-align: justify;">Ja, kommen wir gleich zum <em>Pudelkern</em>: Was ein guter Lehrer ist, wird niemand <em>ad hoc</em> beantworten können. Und jeder wird unter einem guten Lehrer etwas anderes verstehen, je nachdem, welche Lehrer er im Laufe seines Lebens kennen gelernt hat. Ich persönlich habe Lehrer bis heute in vier Situationen ausgiebig “studieren” dürfen und mir jedes Mal ein neues Urteil über deren Qualität gebildet:</p>
<p style="text-align: justify;">1. Aus Sicht des Schülers:<br />
Ich gebe es zu: Als Schüler hatte ich andere Ansprüche an Bildung und damit auch an meine Lehrer. Ich weiß aber heute noch: Damals gefielen mir die Lehrer nicht, die als streng galten, das heißt aber nicht, dass ich bei diesen Lehrern wenig oder schlecht gelernt hätte – und damit treffe ich das heute weit verbreitete Vorurteil, dass man bei den strengen, autoritären Lehrern am meisten lernt und der Schüler zu seinem Glück gezwungen werden müsse. Leider, denn auf diese Art sollte in meinen Augen Bildung heute nicht  mehr funktionieren. Im Rückblick halte ich daher den folgenden Schluss für vergangenheitskompatibel: Das waren andere Zeiten und wir haben uns mittlerweile (hoffentlich) im Wesentlichen gegen autoritäre Erziehung, externen Druck, Drill und Bestrafung entschlossen (Provokationen <a href="http://www.gleich8.de/2011/01/18/frau-ursula-sarrazin-eine-debatte-in-der-es-nichts-zu-debattieren-gibt/">wie die Thesen Amy Chuas zur Erziehung</a> dienen doch offensichtlich eher der Selbstbestätigung und Festigung unserer Überzeugung als der Infragestellung eines <em>nicht</em> autoritären Erziehungsstils). Ebenso wie heute niemand mehr seine Kinder schlägt/schlagen sollte, so muss dennoch eingestanden werden, dass auch die Erziehung mit dem Druckmittel der Gewalt immer wieder wirkungsvoll war. Kurz: Nicht alles, was erfolgreich ist, sollte zur Nachahmung anregen.</p>
<p style="text-align: justify;">2. Aus Sicht des Lehramtsstudenten:<br />
Ich möchte meinen, dass ich zur Zeit des Studiums noch am ehesten idealistisch hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Lernerfolg und Lehrerpersönlichkeit war. In zwei Schulpraktika lernte ich Kollegien kennen, die eher resigniert als engagiert oder pädagogisch auf der Höhe der Zeit wirkten. Gute Lehrer habe ich damals am ehesten daran fest gemacht, wie ruhig es in der Klasse war. Denn das war klar: Wo keine Ruhe ist, ist auch keine Ruhe zum Lernen. Und nur am Rande: Ich habe mich in meinen Einstellungen zum Beruf und meiner Lehrerpersönlichkeit nach meinem Studium noch sehr gewandelt. Ein Praktikum in diesem Stadium der Ausbildung zum Zwecke einer Vorauswahl geeigneter Kandidaten für den Lehrerberuf ist einfach falsch. Was hat schon die Uni (und das, was dort gelehrt wird) mit Schule zu tun (ausnahmen gibt es natürlich, s.u.)? Eine Lehrer<em>persönlichkeit</em> bekommt man, indem man lehrt – und das regelmäßig in großem Umfang.</p>
<p style="text-align: justify;">3. Aus Sicht des Referendars:<br />
Im Referendariat wurde mir zum Thema Lehrerpersönlichkeit selbstverständlich das erzählt, was in allen Diskussionen immer wieder auftaucht und was wohl auch Konsens ist. Es gibt auch einen gemeinsamen Nenner, den all die sehr unterschiedlichen Lehrertypen haben und die alle auf ihre Weise erfolgreich lehren können: Die Authentizität. Wem nützt das theoretische Wissen von gutem Unterricht, wenn nicht die ganze Person dahinter steht und diese sich in bestimmten als vorbildlich pädagogisch  geltenden Situation deplatziert bis idiotisch vorkommt. Genau diese Erfahrung (und damit auch Fehler) machen viele Referendare, die ich bereits im Unterricht gesehen habe: Sie versuchen etwas umzusetzen, was nicht sie persönlich, sondern irgend ein didaktische Ratgeber für richtig hält. Ich kann theoretisch zehn mal toll finden, dass ein Lehrer mitreißen können und die Schüler die Leidenschaft für das eigene Fach spüren lassen sollte – wenn ich aber introvertiert bin (Ich weiß: Das sind nicht viele Lehrer&#8230;), dann wird es entweder eine lächerliche, unglaubwürdige Vorstellung oder ich verzweifle über kurz oder lang an den mir auferlegten Ansprüchen an die eigene Persönlichkeit.</p>
<p style="text-align: justify;">4. Aus Sicht des Lehrers:<br />
Mittlerweile habe ich einige Unterrichtserfahrung sammeln können und merke, dass mittlerweile nur noch mein Unterricht in meinem Fokus steht und das Nachdenken über die Qualität von Lehrern  bei der Selbstreflexion stehen bleibt. Ich versuche mich in die Rolle meiner Schüler zu versetzen und stelle mir vor, was sie wohl über meinen Unterricht und mich denken. Als Reaktion darauf pendle ich zwischen dem Versuch Sympathien zu gewinnen, indem ich z.B. fair, humorvoll, selbstironisch und “auf Seite der Schüler” bin. Letzteres sollte nicht als Anbiedern auf persönlicher Ebene missverstanden werden, sondern meint den Versuch, das jeweilige Lernfeld aus Sicht der Jugendlichen zu betrachten. Mathematik ist langweilig und uninteressant – egal, was ich als Lehrer davon halte und wie “schön” ich (<a href="http://www.br-online.de/br-alpha/mathematik-zum-anfassen/index.xml" target="_blank">oder Herr Beutelspacher</a>) Mathematik finde. Aus diesem Grund vermittle ich ein <em>ehrliches</em> Verständnis für die Lernbarrieren und Probleme der Schüler. Sie sind ja im besten Falle motiviert, etwas zu verstehen, aber es gelingt ihnen nicht und ich bin vielleicht auch irgendwann mit meinem didaktischen Repertoire am Ende. Das sollte aber nie Grund sein, dem Schüler auf persönlicher Ebene sein Versagen vorzuwerfen.<br />
Wenn ich nun versuche, die Frage nach dem guten Lehrer in Hinblick auf meine Kollegen zu beantworten, so stellt sich heraus, dass darüber kaum ein Urteil möglich ist, welches nicht vielleicht einfach nur ein Vorurteil ist. Was können wir Lehrer (und jeder andere) schon darüber sagen, wie gut Lehrer sind?</p>
<p style="text-align: justify;">Was bleibt also als Erkenntnis? Zwei Dinge: Die Fähigkeit zur Selbstreflexion (<a href="http://widerspiegel.wordpress.com/2011/01/30/die-guten-lehrer-reflektiere-deinen-unterricht/" target="_blank">Martin Kurz ruft es in seinem Blog gerade zu heraus</a>) und Authentizität sind für mich die entscheidenden Kriterien, die ein guter Lehrer haben sollte. Ersteres, weil es zur ständigen Evaluation des eigenen Unterrichts führt, und Letzteres, weil nur so gewährleistet ist, dass man den Beruf mit Freude ausübt und kein Ventil für aufgestaute Frustrationen suchen muss.</p>
<p style="text-align: justify;">Kann aber <em>objektiv</em> gesagt werden, was einen guten Lehrer ausmacht? In einem weiteren Beitrag im <a href="http://halbtagsblog.wordpress.com/2011/05/10/die-guten-lehrer-22/" target="_blank">Halbtagsblog</a> wird auf einen Artikel im <a href="http://www.geo.de/GEO/heftreihen/geo_magazin/67016.html" target="_blank">GEO-Magazin (2/11)</a> hingewiesen, der neben vielem, was bereits hier und anderswo ausgiebig dargestellt worden ist, zwei sehr interessante objektive Ansätze zur Beantwortung der Ausgangsfrage vorstellt.</p>
<p style="text-align: justify;">1. Der Bildungsforscher Jürgen Baumert versucht aus seinen Forschungen Kompetenzen abzuleiten, die ein guter Lehrer haben sollte/muss:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>herausragendes Wissen</li>
<li>Fähigkeit das Wissen didaktisch anzupassen</li>
<li>ausgiebige Beziehungsarbeit mit Eltern und Schülern</li>
<li>effektives Selbstmanagement</li>
<li>Entwicklung eines professionellen Ethos</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Eigentlich Selbstverständlichkeiten, aber wenn ich mich im Kollegium so umsehe…</p>
<p style="text-align: justify;">2. Die <em>School of Education</em> der Uni München betont die Vielseitigkeit des Lehrers und die Forderung nach einer umfassenden Persönlichkeit. Der Beruf fordert den <em>ganzen</em> Menschen. Der Lehrer müsse die hohe Kunst des UND beherrschen:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Hohe Ansprüche durchsetzen UND viel Verständnis aufbringen</li>
<li>fachlich orientiert UND den Schülern persönlich zugewandt sein</li>
<li>äußerst konsequent sein UND in jeder Hinsicht unterstützend wirken</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Ein großes Problem ist aber nach wie vor, dass jeder – wirklich jeder – Lehrer werden kann. Ansätze, dies zu ändern gibt es aber bereits. Die <a href="http://www.phil.uni-passau.de/index.php?id=4678" target="_blank">Uni Passau bietet mit dem Projekt  “PArcours”</a> seit ein paar Jahren ein umfassendes Beratungsprogramm für Interessierte am Lehramtsstudium an, die sich in einer Art <em>Assessment-Center</em> zusammenfinden und verschiedene Stationen des <em>PArcours</em> bewältigen (<a href="http://www.phil.uni-passau.de/fileadmin/group_upload/10/PArcours/PArcours_Universitaet_Passau.pdf" target="_blank">eine ausführliche Präsentation dieses Verfahrens findet sich hier als PDF zum Download</a>):</p>
<p style="text-align: justify;">1. Schriftliche Aufgabe<br />
2. Selbstpräsentation<br />
3. Gruppendiskussion<br />
4. Empathieübung<br />
5. Rollenspiel</p>
<p style="text-align: justify;">Im Anschluss an dieses Verfahren, wird jeder Teilnehmer in einem beratenden Feedbackgespräch über seine Eignung für den Lehrerberuf aufgeklärt – schonungslos. Das Verfahren hat keine Auswirkungen auf die Zuteilung eines Studienplatzes, kann aber Leben retten, wenn in der Konsequenz ganze Schülergenerationen vor unfähigen Lehrern bewahrt werden und ungeeignete Bewerber einsehen, dass sie auf das Lehramt doch lieber verzichten sollten… (Zum Weiterlesen: <a href="http://www.phil.uni-passau.de/fileadmin/dokumente/einrichtungen/zlf/Referat_6/Campus03_2009_16.pdf" target="_blank">Interview mit Norbert Seibert, Leiter des Projekts <em>PArcours</em></a>)</p>
<p style="text-align: justify;">Spannend wäre eine Evaluation dieses Verfahrens hinsichtlich der Lehrerqualität – gibt es am Ende in Passau tatsächlich weniger unfähige Lehrer?</p>
<p style="text-align: justify;">Eines ist jedoch klar: Der Zeitpunkt für die Beratung und das evtl. Abraten vom Lehrerberuf muss <em>vor</em> dem Studium stattfinden. Und damit stehen auch wir Lehrer vor der Aufgabe, unsere Schüler bei der Wahl des richtigen Studiengangs zu unterstützen und sie vor einem Verlegenheitsstudium zu bewahren.</p>
<p style="text-align: justify;">…Fortsetzung folgt…<br />
(Teil 2: <a title="Einen Beruf gegen die Wand fahren (the good, the bad and the ugly 2)" href="http://www.gleich8.de/2011/05/13/lehrerausbildung-und-das-problem-wie-man-schlechte-lehrer-los-wird/">Einen Beruf gegen die Wand fahren</a>)</p>
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		<title>Er weiß, dass er nichts weiß…</title>
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		<pubDate>Mon, 02 May 2011 06:11:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[Schulformdebatte]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;reicht Hoffnung und Wunschdenken aber aus, um seri&#246;s Schulpolitik zu gestalten? In der FAZ antwortet Winfried Kretschmann auf Fragen nach der Zukunft Baden-W&#252;rttembergs unter einer gr&#252;n-roten Regierung. Dabei kommt auch die von den Gr&#252;nen propagierte Gemeinschaftsschule zur Sprache. Angesprochen auf die mangelnden Erkenntnisse hinsichtlich des Erfolgs dieser neuen Schulform antwortet der zuk&#252;nftige Ministerpr&#228;sident eindeutig nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;reicht Hoffnung und Wunschdenken aber aus, um seriös Schulpolitik zu gestalten?</p>
<p style="text-align: justify;">In der <a href="http://www.faz.net/s/Rub0F6C1ACA6E6643119477C00AAEDD6BD6/Doc~E01C3FAB4A06A472EA046391BCE4B7B3F~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">FAZ antwortet Winfried Kretschmann auf Fragen nach der Zukunft Baden-Württemberg</a><a href="http://www.faz.net/s/Rub0F6C1ACA6E6643119477C00AAEDD6BD6/Doc~E01C3FAB4A06A472EA046391BCE4B7B3F~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">s</a> unter einer grün-roten Regierung. Dabei kommt auch die von den Grünen propagierte Gemeinschaftsschule zur Sprache. Angesprochen auf die mangelnden Erkenntnisse hinsichtlich des Erfolgs dieser neuen Schulform antwortet der zukünftige Ministerpräsident eindeutig nicht überzeugend:</p>
<blockquote><p><strong>In der Bildungspolitik wollen Sie eine Entkopplung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg erreichen. Es gibt aber keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die von Ihnen propagierte Gemeinschaftsschule bis zur zehnten Klasse die soziale Herkunft vergessen machen kann.</strong></p>
<p>Wir müssen uns von ideologischen Debatten verabschieden. Chancengleichheit ist ein tragendes Prinzip unserer Gesellschaft. Man kann Kinder in unterschiedlichen Schulformen individuell fördern. Es hat doch keinen Sinn, Kampfbegriffe wie Einheitsschule zu verwenden und damit jede Debatte zu zertrümmern. Die meisten Bundesländer haben ein zweigliedriges Schulsystem. Wir haben hier die Erfahrung gemacht, dass das gegliederte Schulsystem an seine Grenzen gestoßen ist. Ich werde aber alles dafür tun, dass wir zu einem Konsens in der Bildungspolitik kommen.</p></blockquote>
<p>Kretschmann versucht nicht einmal wie andere Gesamtschulbefürworter die Vorteile und die  wissenschaftlichen Belege einfach zu <em>behaupten</em>. Nein, er möchte darüber nicht diskutieren, windet sich aus der Frage heraus und alles was bleiben kann ist der <em>Glaube</em>, dass die Gemeinschaftsschule etwas verbessern kann. Zum Glück ist Herr Kretschmann aber ganz weit von einer &#8220;ideologischen Debatte&#8221; entfernt.</p>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 07:10:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inklusion]]></category>

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		<description><![CDATA[Da macht jemand einen &#8220;Ausflug in eine bessere Welt&#8221; und alles ist zu sch&#246;n um wahr zu sein. Es ist wunderbar&#8230; &#8230; dass in S&#252;dtirol ein F&#252;nftel des Etats f&#252;r Bildung und Kultur ausgegeben wird (die Lehrer-Geh&#228;lter nicht mit eingerechnet). &#8230; dass Schulen, die von nur 8 Sch&#252;lern besucht werden, nicht geschlossen werden. &#8230; dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Da macht jemand einen &#8220;<a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/behinderte-kinder-an-regelschulen-ausflug-in-eine-bessere-welt-1.1077880" target="_blank">Ausflug in eine bessere Welt</a>&#8221; und alles ist zu schön um wahr zu sein.<br />
Es ist wunderbar&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">&#8230; dass in Südtirol ein Fünftel des Etats für Bildung und Kultur ausgegeben wird (die Lehrer-Gehälter nicht mit eingerechnet).<br />
&#8230; dass Schulen, die von nur 8 Schülern besucht werden, nicht geschlossen werden.<br />
&#8230; dass schwer behinderte Kinder einen persönlichen Betreuer zur Seite haben, der sie rund um die Uhr in der Schule unterstützt.<br />
&#8230; dass in jeder Klasse neben dem Fachlehrer auch ein Integrationslehrer arbeitet.</p>
<p style="text-align: justify;">So funktioniert Inklusion und alle sind zufrieden, oder? Wir müssen nur nach mehr Geld fragen und haben bald ähnlich paradiesische Zustände wie in Italien&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Aber mal ehrlich: Wann merken die <em>Süddeutsche</em>, der <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,721445,00.html" target="_blank"><em>Spiegel</em></a>, die <em><a href="http://www.zeit.de/2010/51/C-Schuelerfortbildungen" target="_blank">Zeit</a></em> und wie sie alle heißen, dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht? Immer wieder werden gelungene Beispiele &#8211; sei es für Inklusion oder Schule überhaupt &#8211; präsentiert. Dem unkritischen Leser bleibt nur das Schlucken der Erkenntnis, dass alle anderen Schulen offenbar irgend etwas falsch machen. Nach den Vorteilen oder gar der Leistungsfähigkeit dieser ‘neuen’ Schulen darf im Zusammenhang mit Inklusion und <em>gemeinsamen Lernen</em> selbstverständlich nicht gefragt werden. Schulen, an denen die weitest mögliche Integration Behinderter unter pragmatischen Gesichtspunkten selbstverständlich ist und sich die Lehrer schon lange engagiert für <em>guten</em> Unterricht einsetzen (ganz egal, wie dieser gute Unterricht aussieht) sind keinen Zeitungsartikel wert, solange das alles innerhalb des “alten”, “unmodernen”, “herkömmlichen” Schulsystems stattfindet und noch keiner auf die Idee gekommen ist, “Inklusion”, “neue Schule” oder “gemeinsames Lernen” über das Schultor zu schreiben. Alt = schlecht, neu = gut – so einfach ist das.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese unmodernen Schulen müssen sich spätestens alle drei Jahre zur nicht mehr hinterfragten PISA-Abrechnung für ihre Leistungen rechtfertigen. Der Leistungsgedanke wird dabei niemals in Frage gestellt. Der zarte Hinweis in dem Artikel der <em>Süddeutschen</em> auf das gute Abschneiden der Südturiner Inklusionsschule bei PISA erlaubt keine Aussage über die Effizienz des vorgestellten Modells. Über die Vorteile für die inkludierten Kinder wird wenig gesprochen &#8211; es wird davon ausgegangen, dass sie nirgendwo anders besser lernen können. Betont wird lediglich der soziale Lernerfolg der <em>nicht</em> behinderten Schüler:</p>
<blockquote><p>In Südtirol ist man überzeugt von der Inklusion. Und davon, dass auch nicht-behinderte Kinder davon profitieren. Soziale Kompetenzen würden gefördert, sagt Veronika Pfeiffer vom staatlichen Schulamt. &#8220;Die Kinder lernen, dass manche Kinder mehr Zeit brauchen.&#8221; Die Schule habe eben nicht nur einen Bildungs-, sondern auch einen Erziehungsauftrag. Es geht nicht darum, dass alle am Ende des Schuljahres das Gleiche können. Sondern darum, dass jeder seine Fähigkeiten bestmöglich verbessern kann. Das gilt auch für besonders begabte Schüler.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Reicht das (denn weitere Vorteile werden nicht genannt), um zurück nach Bayern in den Landtag zu gehen und das Gleiche für das eigene Land zu fordern? Rinderspacher ist ebenso überzeugt von der Schule, die er besucht hat, wie potentiell <em>jeder</em>, der das jemals mit eigenen Augen sehen wird:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich bin mir sicher, dass niemand das hier ablehnt, wenn er es sieht&#8221;, sagt Rinderspacher. Allerdings ist die Ausgangssituation für die Inklusion in Bayern eine andere als sie in Südtirol vor mehr als 30 Jahren war. Dort gab es nie das ausgeprägte Förderschulwesen wie im Freistaat, das hoch anerkannt ist. […]</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wie schön: Der Blick auf eine Inklusionsmusterschule – vermittelt durch einen überzeugten SPD-Landespolitiker und eine offenbar ebenso überzeugte Redakteurin der Süddeutschen Zeitung.</p>
<p style="text-align: justify;">Trotz aller Euphorie bleibt aber auch Herr Rinderspacher realistisch:</p>
<blockquote><p>Einen radikalen Neuanfang von heute auf morgen will die SPD gar nicht, aber schrittweise müsse nun etwas passieren.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wie allerdings diese Schritte aussehen werden, dazu schweigen wir mal an dieser Stelle. Wie könnten denn diese Schritte aussehen? Inklusion ohne die begleitende finanzielle, personelle, räumliche Mehrausstattung (was ein Vermögen kosten würde)? Inklusion ohne die Verkleinerung der Klassenstärke auf die Hälfte (was ein Vermögen kosten würde)? Inklusion ohne 1:1 Betreuung Schwerbehinderter (was ein Vermögen kosten würde)?</p>
<p style="text-align: justify;">Inklusion funktioniert nur, wenn massiv investiert wird – und auch dann ist hinsichtlich der Bildungsqualität vielleicht nur der<em> status quo</em> gesichert. Welche Vorteile dann überhaupt erkennbar werden, das steht in den Sternen oder lässt sich allenfalls vage aus einem Artikel der Süddeutschen herauslesen…</p>
<p style="text-align: justify;">Was kostet diese bessere Welt? Ist es politisch unkorrekt, danach zu fragen?</p>
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		<title>Das Forum zum digitalen Schulbuch</title>
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		<comments>http://www.gleich8.de/2011/04/23/das-forum-zum-digitalen-schulbuch/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Apr 2011 16:55:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[digitales Schulbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ein paar Tagen schrieb ich meine Gedanken zu einem freien Schulbuch, geschrieben von Lehrern, nieder. Die Reaktionen darauf ermutigten mich nun, auf diesen Seiten ein Forum einzurichten, um Gedanken, W&#252;nsche, Kritik und Konzepte strukturiert diskutieren zu k&#246;nnen. Damit ist jeder, d.h. wirklich jeder &#8211; Lehrer, Eltern, Sch&#252;ler und Interessierte &#8211; dazu eingeladen in dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Vor ein paar Tagen schrieb ich <a title="Das digitale Schulbuch sollte von Lehrern geschrieben werden – jetzt!" href="http://www.gleich8.de/2011/04/18/das-digitale-schulbuch-unter-creative-commons-lizenz-open-source-fuer-die-schule/">meine Gedanken zu einem freien Schulbuch, geschrieben von Lehrern</a>, nieder. Die Reaktionen darauf ermutigten mich nun, <a href="http://www.gleich8.de/forum-das-digitale-schulbuch/">auf diesen Seiten ein Forum einzurichten</a>, um Gedanken, Wünsche, Kritik und Konzepte strukturiert diskutieren zu können.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Damit ist jeder, d.h. wirklich jeder &#8211; Lehrer, Eltern, Schüler und Interessierte &#8211; dazu eingeladen in dem Forum vielleicht etwas zum Schulbuch der Zukunft beizutragen.</strong> Das Forum habe ich erstmal so offen wie möglich gehalten. Man kann sich registrieren und bekommt dafür einen eigenen Benutzernamen, ein Passwort und einen individuellen Avatar. Aber es kann auch jeder sofort mitdiskutieren, indem er sich als Gast anmeldet (Wie das geht, steht im Forum!)</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="text-decoration: underline;">An dieser Stelle noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache:</span> Diese Seite muss/soll nicht zum <em>Projektträger</em> werden. Ich habe lediglich die Diskussion eröffnet und mit dem Forum bin ich den nächsten Schritt gegangen. Das soll aber nicht heißen, dass hier irgend etwas unwiderruflich in <em>meiner Hand</em> liegt. Jeder Interessierte kann gerne Kontakt zu mir aufnehmen und Vorschläge zur Projektorganisation machen. Auch im Forum habe ich eine eigene Kategorie zur Zukunft des Projekts eingerichtet.</p>
<p style="text-align: justify;">So, jetzt erstmal &#8220;Schöne Feiertage&#8221;, ich werde erst am Dienstag wieder intensiv in die Diskussion einsteigen können &#8211; jetzt geht&#8217;s zum Osterfeuer :-)</p>
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		<title>Das digitale Schulbuch sollte von Lehrern geschrieben werden – jetzt!</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 10:24:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[digitales Schulbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
		<category><![CDATA[Schulbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Schulbuch2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wikibooks]]></category>

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		<description><![CDATA[Angeregt durch einen Artikel von Damian Duchamps und die Realit&#228;t freier digitaler Lehrb&#252;cher (mit offenbar kommerzieller Intention) verleiten mich zu folgenden Gedankenspielen: Der Traum vom perfekten Schulbuch kann Wirklichkeit werden. Die Zauberw&#246;rter hei&#223;en kollaboratives Arbeiten und Creative Commons. &#196;hnlich einem Wiki lie&#223;en sich ganze B&#252;cher f&#252;r die Schule schreiben. Der Lehrer entscheidet, welche Inhalte er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Angeregt durch einen Artikel von <a href="http://damianduchamps.wordpress.com/2011/04/10/auf-dem-weg-zum-schulbuch-2-0-stellen-apps-eine-sackgasse-dar/" target="_blank">Damian Duchamps</a> und die <a href="http://www.flatworldknowledge.com/" target="_blank">Realität freier digitaler Lehrbücher</a> (mit offenbar <a href="http://www.boersenblatt.net/438672/" target="_blank">kommerzieller Intention</a>) verleiten mich zu folgenden Gedankenspielen:</p>
<p style="text-align: justify;">Der Traum vom perfekten Schulbuch kann Wirklichkeit werden. Die Zauberwörter heißen <em>kollaboratives Arbeiten</em> und <em>Creative Commons</em>. Ähnlich einem Wiki ließen sich ganze Bücher für die Schule schreiben. Der Lehrer entscheidet, welche Inhalte er gemäß seinem schuleigenen Curriculum benötigt. Er wählt beispielsweise für das Thema Bruchrechnen in der 5. Klasse unter verschiedenen didaktischen Aufbereitungen des Themas aus und stellt sich sein individuelles Schulbuch zusammen. Selbstverständlich werden in Zeiten des Web2.0 alle Veröffentlichungen der User auch mit bis zu 5 Sternchen bewertet und kommentiert. Zudem bietet die CC-Schulbuchplattform die Möglichkeit, das Schulbuch um didaktische und methodische Hinweise zu ergänzen. Und was noch viel wichtiger ist: Fehler werden sofort beseitigt, wenn sie von einem User entdeckt werden. So fließen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse tagesaktuell in die Bücher ein und der Lehrer lädt immer die aktuellste, korrigierte Fassung des Schulbuchs (oder nur eines Kapitels) herunter. Hinsichtlich der Multimedialität des neuen Schulbuchs gibt es keine Einschränkungen. Das Buch kann um Animationen, separate Präsentationen und Filme usw. ergänzt werden. Ein engagierter Chemielehrer führt Versuche vor der Kamera durch und integriert den Film kommentiert und ausgewertet in das Schulbuch. Die Qualität der elektronischen Bücher wird durch ein ehrenamtliches Konsortium gesichert, um die Bücher schlank und das Wissen effizient vermittelbar zu halten. Dabei werden jedoch keine Inhalte zensiert oder abgelehnt, sondern bestimmte Inhalte werden als fertige Pakete <em>empfohlen</em>, z.B. als Mathematik-Buch für die Klasse 6 eines Gymnasiums in Niedersachsen – der direkte Bezug zu den regionalen Lehrplänen und Richtlinien wird dabei immer transparent gemacht. Ergänzt werden die Bücher außerdem durch Übungshefte, selbstverständlich mit Lösungen für die Lehrer &#8211; an die kommen jedoch nur registrierte Nutzer mit entsprechender Berechtigung heran. Die Schulbücher dagegen werden jedem Schüler, Lehrer, Elternteil und  Nachhilfelehrer zugänglich gemacht.</p>
<p style="text-align: justify;">Und was noch? Die Vernetzung. Die Schulbücher lassen sich mit einem unendlich großen (von den Usern gepflegten/geprüften) Wissensreservoir des WWW verknüpfen. Seien es Mathematik-Applets zum Üben und Veranschaulichen oder die Wikipedia, um die Fremdwörter im Geschichtsbuch zu verlinken. So können Inhalte integriert werden, die anderen Lizenzbestimmungen unterliegen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Lehrer wird sich also sein eigenes Schulbuch online zusammenstellen, evtl. um eigene, auf seine Lerngruppe zugeschnittene Informationen ergänzen und dann als multimediales PDF herunterladen. Dieses kann von Schülern am PC/auf dem <em>Tablet</em> betrachtet und bei Bedarf ausgedruckt werden. Selbstverständlich lassen sich Arbeitsblätter und andere Übungen am PC ausfüllen und online an den Lehrer übermitteln. Dank moderner Touchscreen-Technik sind auch handschriftliche Notizen überall im Buch möglich. Der Lehrer hat auf seinem <em>Tablet-PC</em> zudem mit einem Klick seine komplette Schulbuchbibliothek mit allen Lösungsbüchern und didaktischen und persönlichen Notizen zur Verfügung.</p>
<p style="text-align: justify;">Und wo gibt es das alles? In der nahen Zukunft. Es muss nur jemand damit anfangen. Wer steuert Ideen bei? Sie, Ihr &#8211; alle die das hier lesen und schon lange vom papierlosen Klassenzimmer träumen. Überlasst es nicht den Schulbuchverlagen und anderen Konzernen, das Wissen zu beherrschen und damit die Macht über eine pluralistische Gesellschaft auch in der Zukunft  zu sichern. Mit dem Fortschritt der Technik und ihrem flächendeckenden Einsatz in der Schule wird es erstmals zu vertretbaren Kosten möglich sein, die herkömmlichen Schulbücher, über die sich jeder Lehrer irgendwann nur noch ärgert, abzuschaffen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass die hier geschilderte Idee in den USA bereits Realität geworden und in Form von Vorlesungsskripten jedem Studenten auch in Deutschland schon im Ansatz begegnet  ist, macht Mut für ein ähnliches Projekt für den deutschsprachigen Schulbereich. Aber sollte wirklich ein Konzern wie Random House/Bertelsmann die Regie für ein Open Source-Projekt führen? Ich finde nicht &#8211; das Projekt müsste in völliger Freiheit gestartet werden. Von wem? Weiß ich leider nicht &#8211; ich traue es mir nicht zu, werde aber einfach demnächst anfangen, an einem digitalen Schulbuch zu arbeiten. Vielleicht finden sich Interessenten, die hier entweder mitteilen, was sie von so einem Projekt halten, oder sagen, was sie sich wünschen, welche Ideen sie haben oder warum das alles Mist ist, was ich hier in meiner naiven Vorstellung von den Möglichkeiten des Web2.0 beschrieben habe ;-)</p>
<p style="text-align: justify;">Mir ist übrigens nicht entgangen, dass es auf <a href="http://de.wikibooks.org/wiki/Wikibooks:Offene_Schulbücher" target="_blank">Wikibooks</a> bereits einen Ansatz zum offenen Schulbuch gibt. Die von mir hier beschriebenen Möglichkeiten gingen jedoch über das eines reinen Wikis hinaus.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich weiß auch: Es ist momentan noch gar nicht möglich, mit digitalen Schulbüchern effektiv zu arbeiten, weil die Voraussetzungen an den Schulen fehlen. Aber es ist bereits jetzt möglich, darüber nachzudenken und bereits mit der Schaffung der Inhalte zu beginnen. Die Technik wird in die Schulen kommen und jeder Schüler wird mit digitalen Medien für die Schule arbeiten &#8211; in nicht allzu ferner Zukunft. Und dann sollten die Inhalte vorhanden sein, die als Alternative zu kostenpflichtigen, fehlerhaften und unter kommerziellen Gesichtspunkten gestalteten Produkten dienen können.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Update:</strong> Aufgrund der positiven Reaktionen auf diesen Artikel habe ich in diesem Blog ein <a href="http://www.gleich8.de/forum-das-digitale-schulbuch/">Forum</a> zur weiteren Diskussion eingerichtet. (Siehe auch: <a href="http://www.gleich8.de/2011/04/23/das-forum-zum-digitalen-schulbuch/">Beitrag zur Einrichtung des Forums</a>)</p>
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		<title>Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 18:38:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Schwarzmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religion und Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Gretchenfrage – ist eine Gretchenfrage, weil sie dem Gefragten eine unbequeme Wahrheit entlocken soll: Warum gibt es in Deutschland einen Religionsunterricht an staatlichen Schulen und warum wurde er nicht schon l&#228;ngst abgeschafft? Auch wenn sie schon h&#228;ufig gestellt wurde (zuletzt sehr medienwirksam im Zuge des Pro-Reli-Volksbegehrens in Berlin), beantwortet wurde sie noch nicht abschlie&#223;end. Fortschreitende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Gretchenfrage – ist eine Gretchenfrage, weil sie dem Gefragten eine unbequeme Wahrheit entlocken soll: <em>Warum gibt es in Deutschland einen Religionsunterricht an staatlichen Schulen und warum wurde er nicht schon längst abgeschafft?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Auch wenn sie schon häufig gestellt wurde (zuletzt sehr medienwirksam im Zuge des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pro_Reli" target="_blank">Pro-Reli-Volksbegehrens in Berlin</a>), beantwortet wurde sie noch nicht abschließend. Fortschreitende Säkularisierungstendenzen in der Gesellschaft, Missbrauchs- und andere Skandale in der Kirche (mit dem gleichzeitig schwindenden Vertrauen in die Kirche als Instanz in Wert- und Moralfragen) und der zu erwartende demographische Wandel fordern dringend eine Antwort auf diese Frage.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich versuche hier den Stand und die Legitimation des Religionsunterrichts an deutschen Schulen zusammenzufassen und zeige aus meiner Sicht die Gründe für die notwendige Abschaffung des Religionsunterrichts auf. Wie bei allen Artikeln, in denen ich deutlich Position beziehe, freue ich mich auf einen konstruktiven Austausch und vielleicht das Kennenlernen neuer Perspektiven auf die Thematik.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was hat die Religion eigentlich in der Schule zu suchen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ganz einfach: Das Grundgesetz sichert das Fach (als einziges Schulfach) als ordentliches Lehrfach für öffentliche Schulen ab, d.h. der Besuch des Religionsunterrichts ist nicht freiwillig und es handelt sich auch nicht um ein Wahlfach. Die in dem Unterricht erbrachten Leistungen werden benotet und sind versetzungsrelevant. Kurz und knapp: Deutschland ist weit entfernt davon, eine strikte Trennung von Staat und Kirche verfassungsmäßig festzuschreiben. Einige Aufgaben wie in diesem Fall die Einführung von Wertesystemen werden zur gemeinsamen Sache von Staat und Kirche erklärt und an Glaubensgemeinschaften übergeben. Der Staat muss nur noch zahlen (Der Religionsunterricht und die Ausbildung zum Religionslehrer werden <span style="text-decoration: underline;">nicht durch die Kirchensteuer finanziert</span>).</p>
<p style="text-align: justify;">Nun gibt es aber doch noch Ausnahmen und Schlupflöcher aus diesem System der staatlich subventionierten Indoktrination heraus:</p>
<p style="text-align: justify;">a) Die “Bremer Klausel” besagt, dass Länder, in denen vor Verabschiedung des GG hinsichtlich des Religionsunterrichts eine andere als die im GG stehende Regelung galt, von der verfassungsrechtlichen Gestaltung des Religionsunterrichts freigestellt sind. Dies betrifft Berlin und Brandenburg, in denen Religion von den Kirchen als freiwilliges Fach angeboten wird, nicht aber als ordentliches Lehrfach oder Wahlpflichtfach anerkannt ist. Bremen hingegen hat ein versetzungsrelevantes Fach, in dem es um christliche Religionskunde geht. Dieses Fach ist für alle Schüler (auch <span style="text-decoration: line-through;">Anti-</span>Nicht-Christen) verpflichtend.</p>
<p style="text-align: justify;">b) Schüler können sich aus Gewissensgründen vom Religionsunterricht abmelden, sobald sie “religionsmündig”, also 14 Jahre alt sind. Davor können Eltern für die Kinder die Abmeldung vornehmen. Die Schulen haben für die abgemeldeten Schüler die Aufsichtspflicht, weshalb meistens ein Ersatzunterricht stattfindet (z.B. <em>Werte und Normen</em> in Niedersachsen und <em>Praktische Philosophie</em> in NRW), der aber nichts mit Religion oder Ethik zu tun haben muss.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Nochmal: Was hat die Religion eigentlich in der Schule zu suchen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Art. 7(3) GG:</p>
<blockquote><p>Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Warum überhaupt die Erteilung von Religionsunterricht durch das Grundgesetz begründet wird, ist leider nur unbefriedigend zu beantworten: Da man sich in der Weimarer Republik schon nicht einigen konnte, hat man den 1919 gefassten Entschluss 1949 einfach in das Grundgesetz übernommen ohne neu oder öffentlich darüber zu diskutieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir sitzen also auf dem Erbe der Weimarer Verfassung. Die Abschaffung des Religionsunterrichts ist nicht Ländersache, sondern muss über die Änderung des Grundgesetzes passieren. Ohne die grundsätzliche Entscheidung für einen konsequent laizistischen Staat, wird diese Änderung nicht kommen (s.u.: Petitionsablehnungen). Wenn durch die Verfassung geregelt ist, dass ich als konfessionsloser Steuerzahler auch den Religionsunterricht mit zu bezahlen habe, dann werde ich mich dem erstmal fügen müssen.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch der Charakter des Religionsunterricht ist verfassungsrechtlich bestimmt, es geht keinesfalls nur um Religionskunde:</p>
<blockquote><p>Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 74, 244, 252 f.) gewinnt der Religionsunterricht seine Sonderstellung gegenüber anderen Fächern aus dem Übereinstimmungsgebot des Artikels 7 Absatz 3 Satz 2 GG. Religionsunterricht ist in &#8220;konfessioneller Positivität und Gebundenheit&#8221; zu erteilen und keine überkonfessionelle vergleichende Betrachtung religiöser Lehren.</p>
<p>Sein Gegenstand ist vielmehr der Bekenntnisinhalt, nämlich die Glaubenssätze der jeweiligen Religionsgemeinschaft. Diese als bestehende Wahrheiten zu vermitteln, ist seine Aufgabe. Dafür, wie dies zu geschehen hat, sind grundsätzlich die Vorstellungen der Religionsgemeinschaften über Inhalt und Ziel der Lehrveranstaltung maßgeblich.</p>
<p>Quelle: <a href="https://epetitionen.bundestag.de/files/0060.pdf" target="_blank">Begründung zur Ablehnung der Petition zur Streichung des Artikels 7 Absatz 3</a><a href="https://epetitionen.bundestag.de/files/0060.pdf" target="_blank"> GG</a></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die <strong>Glaubenssätze</strong> werden als <strong>bestehende Wahrheiten</strong> vermittelt. Diesen Satz sollte man ernst nehmen, wenn man sich fragt, ob Religionsunterricht Schaden anrichten kann…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was kann gegen die Notwendigkeit eines Religionsunterricht angeführt werden, und was kann man tun, wenn man keinen Religionsunterricht (mitbezahlen) möchte?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wenn “von oben” schon nicht auf Hilfe gehofft werden kann, so lässt sich die Säkularisation “von unten” nicht aufhalten. Verschiedene Faktoren können den Religionsunterricht in die Bedeutungslosigkeit drängen und den Missbrauch von Steuergeldern beenden:</p>
<p style="text-align: justify;">1. “Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder”: Die Diskussion um die Einführung des Islamunterricht zeigt bereits, dass Religionsunterricht mehr Probleme schafft als löst. Es wird sich um die Integration auch nicht-christlicher Religionen in das staatliche Schulsystem bemüht, immer mit der Angst, dass dem Staat die Kontrolle über die vermittelten Werte entgleitet. Es muss also bekenntnisorientierter Islamunterricht sein. Vielleicht kommen ja auch mal Jehovas Zeugen oder Scientology auf die Idee in Schulen tätig zu werden&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">2. Liebe Eltern, meldet Eure Kinder vom Religionsunterricht ab! Sofern ihr Befürchtungen habt, dass Eure Kinder dann nur noch in der Schule verwahrt werden, weil die Mehrheit der Schüler am Religionsunterricht teilnimmt, dann besteht gegenüber der Schulleitung auf eine sinnvolle Beschulung Eurer Kinder. Wird das Thema an einer Schule erst mal diskutiert, werdet Ihr sehen, dass sehr viele Eltern ähnlich denken wie Ihr und nichts gegen ein Ersatzfach wie <em>Werte und Normen</em> oder <em>Ethik/Philosophie</em> hätten. Wenn sich die Eltern nicht für bestimmte Fragen interessieren, dann werden diese Fragen auch nur von der Schule beantwortet. Angesichts der in den vergangenen Jahren massenhaft statt findenden Kirchenaustritte ist das Votum eines Großteils der Menschen bereits abgegeben: Die Zugehörigkeit zu einer Kirche ist nicht identitätsstiftend.</p>
<p style="text-align: justify;">3. Glaubt (im wahrsten Sinne des Wortes) nicht alles, was ihr zur Rechtfertigung des Religionsunterrichts hört. Selbstverständlich werden im Religionsunterricht Werte vermittelt. Nur, was nicht stimmt, ist, dass die Kirchen die maßgeblichen Instanzen zur Vermittlung dieser Werte sind. Was sagt die katholische Kirche zu PID und Abtreibung? Mit welchem Ergebnis würde eine Diskussion über Abtreibung in einem katholischen Religionsunterricht enden?</p>
<p style="text-align: justify;">Eine philosophische Diskussion wäre dagegen <em>per definitionem</em> zieloffen. Sofort kommt dann meistens der Einwand, dass auch menschenverachtende Werte ernst genommen würden. Darauf entgegne ich meistens: Es gibt von Gläubigen offensichtlich wenig Vertrauen in den Umgang des Menschen mit seiner Freiheit, wenn erst eine Autorität künstlich geschaffen werden muss, um <em>menschliche</em> Werte durchzusetzen. Abgesehen davon, dass es zwischen den Religionen oft keinen Konsens über die ‘richtigen’ Werte gibt, so muss auch noch gefragt werden, was mit religiös indoktrinierten Schülern passieren soll, wenn sie einmal den Glauben verlieren – stehen sie dann ohne jegliche Werte da?</p>
<p style="text-align: justify;">4. Religionskundliche Elemente sind nicht nur Teil eines Religionsunterrichts. Auch Kinder, die den Ethik- oder Philosophieunterricht besuchen, werden mit allen bedeutenden Religionen konfrontiert und sich kritisch, d.h. unvoreingenommen  damit auseinandersetzen. Auch der Geschichtsunterricht bietet zahlreiche Zugänge zu den Weltreligionen (und zeigt auch gleichzeitig die aus Religion entstehenden Gefahren, Konflikte und Unmenschlichkeiten auf).</p>
<p style="text-align: justify;">5. Philosophen sind nicht zwangsläufig Atheisten und ein nichtreligiöser Unterricht erzieht auch nicht zum Atheismus – davor warnen nur Kirchenvertreter (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=jT6QtWRwi9Q" target="_blank">und in ganz extremer Weise religiöse Fundamentalisten</a>).</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen:</strong></p>
<ul>
<li style="text-align: left;"><a href="https://epetitionen.bundestag.de/files/0060.pdf" target="_blank">Begründung zur Ablehnung der Petition zur Streichung des Artikels 7 Absatz 3</a><a href="https://epetitionen.bundestag.de/files/0060.pdf" target="_blank"> GG</a></li>
<li style="text-align: left;">
<div><a href="https://epetitionen.bundestag.de/files/0828.pdf" target="_blank">Begründung zur Ablehnung der Petition zur strikteren Verankerung der Trennung von Kirche und Staat &#8211; Laizismus – im Grundgesetz</a></div>
</li>
<li style="text-align: left;">
<div><a href="http://www.welt.de/politik/article3082491/Wir-brauchen-Religionsunterricht-an-Schulen.html" target="_blank">“Religionsunterricht an Schulen ist richtig”</a> (Welt online v. 24.01.2009 zum damals aktuellen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pro_Reli" target="_blank">Pro-Reli-Volksbegehren in Berlin</a>)</div>
</li>
<li style="text-align: left;">
<div>“<a href="http://www.welt.de/politik/article3082495/Religionsunterricht-an-Schulen-ist-falsch.html" target="_blank">Religionsunterricht an Schulen ist falsch”</a> (Welt online v. 24.01.2009 zum damals aktuellen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pro_Reli" target="_blank">Pro-Reli-Volksbegehren in Berlin</a>)</div>
</li>
<li style="text-align: left;">
<div><a href="http://hpd.de/node/4551" target="_blank">Aufruf gegen Religionsunterricht</a> – eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Gegenstand aus Frankreich, das eigentlich eine laizistische Verfassung hat</div>
</li>
<li style="text-align: left;">
<div><a href="http://www.katholisch.de/22589.html" target="_blank">Merkel gegen Abschaffung des Religionsunterrichts</a> – Auch die Bundeskanzlerin verleiht ihrem Glauben Nachdruck.</div>
</li>
<li>
<div style="text-align: left;"><a href="http://frisch.die-neue-fr.de/?p=165" target="_blank">Wer braucht Religionsunterricht?</a> &#8211; Was sagen junge Menschen zum Religionsunterricht? FRiSCH – die <em>Frankfurter Rundschau in der Schule</em> gibt Antworten.</div>
</li>
</ul>
<h6 style="text-align: right;">Bildquelle: Georg Friedrich Kersting: Faust im Studierzimmer</h6>
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