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		<title>Warum und wozu?</title>
		<link>https://www.farbleuchten.de/2024/09/09/warum-und-wozu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Sep 2024 22:16:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das werde ich oft gefragt &#8211; und viele denken zuerst, ich sei als Schiffsarzt mitgefahren. Diese Position ist aber auf Heincke nicht vorgesehen, da weniger als 100 Personen an Bord sind. (N.B. Nach dieser Fahrt habe ich nun die Hälfte der vorgeschriebenen Praxiszeit erfüllt, um offiziell Schiffsarzt zu werden (die übrigen Voraussetzungen erfülle ich praktischerweise [&#8230;]]]></description>
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<p>Das werde ich oft gefragt &#8211; und viele denken zuerst, ich sei als Schiffsarzt mitgefahren. Diese Position ist aber auf Heincke nicht vorgesehen, da weniger als 100 Personen an Bord sind. (N.B. Nach dieser Fahrt habe ich nun die Hälfte der vorgeschriebenen Praxiszeit erfüllt, um offiziell Schiffsarzt zu werden (die übrigen <a href="https://www.deutsche-flagge.de/de/maritime-medizin/schiffsaerzte">Voraussetzungen </a>erfülle ich praktischerweise schon)). </p>



<p>Was ich sonst nicht war: ich war kein voll eingeplanter HiWi (&#8222;Hilfswissenschaftler&#8220;, tolles Wort!) &#8211; das hat mich entspannt als es mir nicht so gut ging. Ich war auch kein Tourist &#8211; dann wäre ich das anders angegangen.</p>



<p>Ich würde sagen, ich war <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung">teilnehmender Beobachter</a>. Ich habe mir alles zeigen lassen und bei allem angepackt. Das habe ich (meist) gerne gemacht &#8211; ich bin vielseitig interessiert, neugierig &#8211; und erfahre gerne, wie Dinge zusammenhängen oder funktionieren. Professionelles Ziel war es, die Belastungen der Expeditionsteilnehmer zu beobachten und zu erfahren, um diese vor der Expedition besser beraten und beurteilen zu können. Zudem wollte ich Erkenntnisse für den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsschutz">Arbeitsschutz </a>sammeln, also Arbeitsbedingungen, besondere Gefahren etc. Das hat geklappt und hat sich gelohnt.</p>



<p>Wie hat das geklappt? Letztlich guter Wille von vielen Menschen am AWI und bei meinem <a href="https://www.waz-fh.de/">Arbeitgeber, dem WAZ</a>. Dafür ganz herzlich DANKE! Auch mit genügend Gründen war es nicht selbstverständlich.</p>



<p>Für weitere Hintergründe bitte auf der Startseite unten zum (chonologischen) Start des Blogs <a href="https://www.farbleuchten.de/2024/02/01/betriebsarzt/">zurückblättern </a>&#8211; das lohnt sich auch für diejenigen, die mich live verfolgt haben: es gab unterwegs genug zu tun, so dass ich nachträglich Beiträge eingestellt habe, die nun an der chronologisch passende Stelle erscheinen.</p>



<p></p>
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		<title>Oslo &#8211; Dauerregen und Museumsmarathon</title>
		<link>https://www.farbleuchten.de/2024/08/23/oslo-dauerregen-und-museumsmarathon/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Aug 2024 17:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Es geht weiter wie gestern: unterschiedlich intensiver Regen. Habe eine OsloCard erworben, mit der man unbegrenzt ins Museum und in Bus&#38;Bahn kann. Mit dem Boot fahre ich zur Museumshalbinsel, erstes Ziel als selbsternannter Polarforscher ist natürlich das Fram-Museum. Die Fram ist eins der berühmtesten Polarforschungsschiffe &#8211; ihre Driftexpedition war Vorbild für die MOSAIC-Expedition des AWI. [&#8230;]]]></description>
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<p>Es geht weiter wie gestern: unterschiedlich intensiver Regen.</p>



<p>Habe eine OsloCard erworben, mit der man unbegrenzt ins Museum und in Bus&amp;Bahn kann. Mit dem Boot fahre ich zur Museumshalbinsel, erstes Ziel als selbsternannter Polarforscher ist natürlich das Fram-Museum. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fram_%28Schiff%2C_1892%29?wprov=sfla1">Fram</a> ist eins der berühmtesten Polarforschungsschiffe &#8211; ihre Driftexpedition war Vorbild für die <a href="https://www.awi.de/im-fokus/mosaic-expedition.html">MOSAIC-Expedition</a> des AWI. Das Museum ist wie ein dreieckiges Zelt um das Schiff gebaut. Ringsherum auf verschiedenen Ebene wird über Schiff, Reisen und Menschen berichtet &#8211; und dann kann man durch das ganze Schiff gehen. Ich bin aber froh, dass ich auf der Heincke unterwegs war!</p>



<p>Direkt gegenüber ist das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kon-Tiki?wprov=sfla1">Kon-Tiki</a>-Museum. Auch eine irre Geschichte, wie Thor Heierdahl mit einem Floß von Südamerika nach Polynesien gefahren ist. Das echt Floß steht da, zusammen mit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ra_%28Schiff%29?wprov=sfla1">Ra 2</a>, einem ähnlich gewagten Projekt.</p>



<p>Dann, auch direkt gegenüber, das Seefahrtsmuseum. Ich laufe mit oberflächlichem Blick durch die Sammlung und gucke länger in der Abteilung über Wikingerboote und experimentellen historischen Bootsbau.</p>



<p>Dann Rückfahrt, der Regen hat nochmal zugelegt; Mittagessen und dann ins <a href="https://www.afmuseet.no/en/">Astrup-Fearnley-Museum</a> für moderne Kunst. Die Sonderausstellung von Cauleen Smith hält mich wach, die ständige Sammlung bekommt nur noch wenig Aufmerksamkeit.</p>



<p>Der Regen ist ausdauernd, so dass ich zum 5. und letzten Museum für den Tag fahre, das architektonisch spektakuläre <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Munch-Museum_Oslo?wprov=sfla1">Munch-Museum</a>. Ich motiviere mich mit der guten Aussicht und dem Museums-Cafe. Leider hat das gerade geschlossen als ich komme. Meine Guck-Energie reicht für die Großformate, den Schrei (es sind 3 Versionen aufgehängt, zur Schonung (Licht) wird aber immer nur eins gezeigt, alle 30 min dann das nächste) und den Mitmachtisch (Frottage mit Munch-Motiven). Die Aussicht ist tatsächlich grandios.</p>



<p>Morgen Ausschlafen und Rückreise nach Bremen.</p>
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		<title>Raum und Zeit &#8211; 3</title>
		<link>https://www.farbleuchten.de/2024/08/22/raum-und-zeit-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Aug 2024 11:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Rückflug nach Longyearbyn: schnell verschwinden wir erst in, dann über den Wolken. Raum ist bedeutungslos, unter uns alles weiß. Dank GPS &#38; Co. wissen Pilot und Copilotin aber wo wir sind und wo wir hin müssen. Rückflug nach Oslo: auch hier schnell über den Wolken. 3 Stunden kommen mir lange vor (nach Mallorca ist man [&#8230;]]]></description>
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<p>Rückflug nach Longyearbyn: schnell verschwinden wir erst in, dann über den Wolken. Raum ist bedeutungslos, unter uns alles weiß. Dank GPS &amp; Co. wissen Pilot und Copilotin aber wo wir sind und wo wir hin müssen.</p>



<p>Rückflug nach Oslo: auch hier schnell über den Wolken. 3 Stunden kommen mir lange vor (nach Mallorca ist man nicht so lange unterwegs) &#8211; aber auf dem Weg auf halber Strecke überhole ich die Heincke. Die war schon 3 Tage unterwegs. Alles relativ.</p>



<p>Relativ gilt auch für die Pünktlichkeit der S-Bahn, die mich vom Flughafen zum Oslorer Hauptbahnhof bringt. </p>
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		<item>
		<title>Ny-Alesund &#8211; das Observatorium</title>
		<link>https://www.farbleuchten.de/2024/08/21/ny-alesund-das-observatorium/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Aug 2024 13:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Rande von Ny-Alesund liegt das Observatorium, daneben die Ballonhalle und weiter davor ein Feld mit diversen Sensoren (s. Beitrag vom 20.8.). Im Erdgeschoss des langen, dunkelroten Gebäudes sind Büros und Werkstatt &#8211; und der aus Bildern des Observatoriums gut bekannte grüne Laser. Der Laser strahlt über Spiegel durch ein Loch im Dach gerade  in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am Rande von Ny-Alesund liegt das Observatorium, daneben die Ballonhalle und weiter davor ein Feld mit diversen Sensoren (s. Beitrag vom 20.8.). Im Erdgeschoss des langen, dunkelroten Gebäudes sind Büros und Werkstatt &#8211; und der aus Bildern des Observatoriums gut bekannte grüne Laser. Der Laser strahlt über Spiegel durch ein Loch im Dach gerade  in den Himmel; gemessen werden die Reflexionen in der Atmosphäre. Ausser mir sind noch drei andere Interessierte bei der Führung dabei. Unser Observatoriums-Ingenieur hat die Führung perfekt vorbereitet, mit Schautafeln etc. Wir enden auf dem Dach, mit schöner Aussicht und umringt von zahlreichen Messgeräten. Der Laser ist gerade ausgeschaltet, weil zu viel Bewölkung herrscht &#8211; also keine Gefahr. Im Laserraum mahnen alte Brandspuren von misslungenen Einstellarbeiten von der Kraft des Lichtstrahls. </p>



<p>Das Observatorium ist auch Teil von internationalen Kooperationen und liefert kontinuierlich Daten, die weltweit als Rohmaterial für Forschung genutzt werden. Mehr Hintergrund aus der <a href="https://www.awipev.eu/science/atmosphere-observatory/">Stationsseite</a>,bei <a href="https://ndacc.larc.nasa.gov/stations/ny-alesund-norway">NDACC</a> und <a href="https://gcos.dwd.de/DWD-GCOS/DE/nationalebeitraege/beobachtungen/gcosnetzwerke/gcosnetzwerke_node.html">GCOS</a>.</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ny-Alesund &#8211; more science hands-on</title>
		<link>https://www.farbleuchten.de/2024/08/21/ny-alesund-more-science-hands-on-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Aug 2024 10:34:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Trotz meiner schlechten Erfahrungen auf See wage ich es nochmal: es steht eine Fahrt mit der TEISTEN an, einem kleinen Motorboot, dass für unterschiedliche Einsätze ausgerüstet ist. Ich &#8222;dope&#8220; mich vorsichtshalber mit Pflaster und Tabletten, aber das Meer im Fjord ist glatt und es schaukelt wenig. Ausserdem bin ich draussen und tue was. Wir sind [&#8230;]]]></description>
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<p>Trotz meiner schlechten Erfahrungen auf See wage ich es nochmal: es steht eine Fahrt mit der <a href="https://www.marinetraffic.com/en/ais/details/ships/shipid:4215051/mmsi:258156500/imo:0/vessel:TEISTEN">TEISTEN </a>an, einem kleinen Motorboot, dass für unterschiedliche Einsätze ausgerüstet ist. Ich &#8222;dope&#8220; mich vorsichtshalber mit Pflaster und Tabletten, aber das Meer im Fjord ist glatt und es schaukelt wenig. Ausserdem bin ich draussen und tue was. Wir sind zu dritt + Kapitän. Das Material wird in Kisten aufgeladen und dann geht es raus auf den Fjord. Erste Aufgabe: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Umwelt-DNA?wprov=sfla1">Umwelt-DNA</a> aus dem Wasser sammeln. Dazu wird Seewasser durch einen speziellen Filter gepumpt, von dem sie später im Labor wieder extrahiert und analysiert werden kann. Etwas fummeliger Aufbau, aber es&nbsp; läuft. Dann sind Wasserproben dran: Auf Heincke hatten wir da die Winde und den Rosettensammler an der CTD, hier die Basisvariante: die Sammelflasche wird am Seil mit zwei Flügelschrauben befestigt, der Kapitän gebeten es mit der Winde am Bordkran auf die passende Tiefe zu fahren, dann wird ein Gewicht ans Seil geklippt und losgelassen. Es läuft am Seil nach unten und löst einen Mechanismus aus, der die Flasche schließt &#8211; man fühlt einen kleinen Ruck am Seil. Dann geht es wieder hoch. Dann eine ist eine Art Lichtmessung dran. Der Versuchsaufbau ist so aufwändig und unpraktisch, dass man Zweifel haben muss, ob die Planer der Messung diese jemand selber auf einem kleinen Boot durchgeführt haben. Der mitgeliefert Laptop hat Batterie, der Messadapter braucht aber Netzstrom (offenbar nicht für den mobilen Einsatz konstruiert). Deswegen wird erstmal der extra mitgeführte Dieselgenerator an Deck angeworfen. Irgendwann läuft alles und dann muss das Messgerät ins Wasser. Das stabile Seil hat Meter-Markierungen, das ist praktisch &#8211; abe das empfindliche Datenkabel ist nur locker mit Kabelbindern befestigt. Das rutsch hin-und her &#8211; und es verhindert, dass Kran oder Winde genutzt werden können. Letztlich hält es eine Person am langen Arm über die Bordwand und eine Person zähmt die Seil-Kabel-Schlange. Rückfahrt mit Vollgas, dann das Boot wieder leer räumen, aufs Auto, Material ins Lager, Proben ins Labor. Wir sind pünktlich zum Mittagessen &#8211; und ich bin froh, dass die Seekrankheit kein Problem war.</p>



<p><strong>BETRIEBSARZT</strong>: Die Planung von Experimenten sollte auch eine systematische Analyse der Gefährdungen einschliessen, also eine Gefährdungsbeurteilung. Gerade für die Beurteilung körperlicher Belastungen gibt es erprobte Praxishilfen, wie die <a href="https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung/Gefaehrdungsbeurteilung/Leitmerkmalmethode">Leitmerkmalmethode</a>.</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ny-Ålesund &#8211; große Runde</title>
		<link>https://www.farbleuchten.de/2024/08/20/ny-alesund-grosse-runde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Aug 2024 18:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach dem Frühstück bin ich mit dem Logistikingenieur zu einer Runde durch die Einrichtugnen des AWIPEV verabredet. Im Haus Rabot gibt es eine universelle Werkstatt; Schwerpunkt Metall, Mechanik, Elektronik und ein separater Raum für Holz. Ausserdem Laborräume für Besucher. Eine weitere Mechanikwerkstatt ist im Schneemobil-Schuppen, wo auch etliche Transportmulden auf Kufen auf den nächsten Schnee [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nach dem Frühstück bin ich mit dem Logistikingenieur zu einer Runde durch die Einrichtugnen des AWIPEV verabredet. Im Haus Rabot gibt es eine universelle Werkstatt; Schwerpunkt Metall, Mechanik, Elektronik und ein separater Raum für Holz. Ausserdem Laborräume für Besucher. Eine weitere Mechanikwerkstatt ist im Schneemobil-Schuppen, wo auch etliche Transportmulden auf Kufen auf den nächsten Schnee warten. In der nächsten Garage steht der Traktor &#8222;TipTop&#8220;, der mit Zinken als Gabelstapler genutzt werden kann &#8211; und ein kleiner Gabelstapler. Sympatischerweise haben die Fahrzeuge Namen. Es gibt viel Lagerplatz, teils drinnen, teils in Containern. Allgegenwärtig sind die Zarges-Aluboxen. Die Übersicht über alles zu behalten ist eine Herausforderung, denn für neue Projekte kommen und gehen immr wieder Berge von Ausrüstung (ganz abgesehen von etwaigen Proben). Am alten Hafen steht der automatischer Messcontainer Ferrybox &#8211; die Messdaten sind <a href="https://dashboard.awi.de/?dashboard=3865">live online</a>. Am neuen Hafen liegen die AWI-Boote, 2 kleinere aus Alu, und Schlauchboote &#8211; und noch ein kleines Lager für Überlebensanzüge und Schwimmwesten, die je nach Art des Einsatzes nötig sind.</p>



<p>Nach dem Mittagessen ist es Wetterballon-Zeit: jeden Mittag wird aus der Ballon-Halle am Observatorium ein Wetterballon gestartet. Dazu wird ein Ballon mit Helium gefüllt und mit einem Sender und Sensoren für Luftdruck, Temperatur und Position ausgestattet. Den Ballonstart selber darf ich übernehmen. Er steigt erst gerade nach oben und driftet dann langsam Richtung Norden. Dannach ist Inspektionsrunde zu den anderen Messinstrumenten auf dem Feld vor der Halle, die u.a. Licht, Bewölkung und Klima messen. Wir kontrollieren, ob alle Sensoren frei sind und die Ausrichtung stimmt. Dafür gibt es einen kleinen Spiegel an einer Stange, um in der Höhe angebrachte Dosenlibellen einsehen zu können. Hier ist die Seite von Wissenschaft, die Langmut erfordert: jeden Tag präzise die gleiche Routine in Handarbeit &#8211; immer gleich. Damit präzise Langzeit-Daten &#8211; für alle offen &#8211; zur Verfügung stehen. Eine Auswahl davon ist <a href="https://www.awipev.eu/data-quicklooks/">hier</a>.</p>



<p>Später am Nachmittag hat eine Kollegin mit Waffenschein Zeit für einen Spaziergang. Wir wollten nach Westen, aber dann kommt eine Eisbärwarnung von dort und man sieht in der Ferne die Pyrotechnik um ihn zu vergraulen. Also gehen wir nach Norden. Dort sind noch Reste aus früheren Zeiten: ein Mast, an dem die Zeppeline für die erfolglosen Flüge zum Nordpol festgemacht haben. Und Spuren des Kohlebergbaus. Der wurde Ende der 1960er nach zu vielen tödlichen Unfällen beendet. Unterwegs sehen wir Rentiere &#8211; und auf dem Rückweg am Wasser entlang erspähen wir 2 Robben. Zum Glück kein Eisbär.</p>



<p>Von der Heincke kommen schlechte Nachrichten: der erfolgreich plazierte Unterwasserkäfig konnte nicht hochgeholt werden. Es müssen später im Jahr Taucher ran. Die Fische bleiben so lange im Becken auf der Station. Heincke fährt schon mittags ab Richtung Bremerhaven,</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ny-Alesund &#8211; Menschen und Infrastruktur</title>
		<link>https://www.farbleuchten.de/2024/08/20/ny-alesund-menschen-und-infrastruktur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Aug 2024 16:52:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Weiter geht es mit meinem Begehungsprogramm, ein voller Tag. Ich besuche das Marine Lab, eine Einrichtung von KingsBay, die Forscher tageweise flexibel mieten können. Es ist in einem schicken Neubau am Hafen mit Sicht auf den Fjord untergebracht. Es gibt auf 2 Etagen sehr unterschiedliche Laborräume und Aquarien. Der Austausch mit den beiden Verantwortlichen ist [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Weiter geht es mit meinem Begehungsprogramm, ein voller Tag. Ich besuche das <a href="https://nyalesundresearch.no/infrastructures/kings-bay-marine-laboratory/">Marine Lab</a>, eine Einrichtung von KingsBay, die Forscher tageweise flexibel mieten können. Es ist in einem schicken Neubau am Hafen mit Sicht auf den Fjord untergebracht. Es gibt auf 2 Etagen sehr unterschiedliche Laborräume und Aquarien. Der Austausch mit den beiden Verantwortlichen ist sehr interessant: sie sind einerseits Dienstleister, die reibungslose Forschung ermöglichen sollen &#8211; andererseits aber auch für sichere Abläufe zuständig. Auch hier wird eine Gefährdungsbeurteilung erwartet &#8211; mit dem Problem, dass es da international unterschiedliches Verständnis von gibt. Schwierig sind auch Chemikalien, insbesondere Beschaffung, Lagerung und Entsorgung. Es gibt viele Themen, mit denen ich auch schon zu tun hatte, wie etwa Alleinarbeit/Personennotsignalanlagen.</p>



<p>Am Marine Lab ist auch die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dekompressionskammer?wprov=sfla1">Druckkammer</a> des AWI untergebracht. Sie ist Teil der Sicherheitsvorkehrungen gegen Tauchunfälle: sollte ein Taucher zu schnell auftauchen müssen, können sich im Blut und Gewebe gefährliche Gasblasen bilden. Die behandelt man, in dem man in einer Kammer Überdruck aufbaut und ganz langsam auf den normalen Luftdruck zurückgeht. Die Kammer sieht aus wie ein weißes Mini-UBoot. Sie ist bisher zum Glück nicht nötig gewesen.</p>



<p>Dann treffe ich die Krankenschwester von Ny-Alesund. Sie ist für die medizinische Versorgung und Notfälle zuständig. Sie hat eine Telemedizin-Verbindung zum Krankenhaus in Longyearbyn inkl. EKG- und Video-Übertragung. Ansonsten gibt es einen Rettungshubschrauber, aber der fliegt nur bei geeignetem Wetter. Schlimme Notfälle sind die Ausnahme, aber man muss eben mit der sehr speziellen Situation &#8222;am Ende der Welt&#8220; zurecht kommen. Ansonsten ist das häufig, was man auch in einer Hausarztpraxis sieht: kleine Verletzungen, Erkältung, Harnwegsinfekte&#8230; dafür ist der Arzneischrank reich gefüllt, inkl. Antibiotika. Sogar eine Tetanusimpfung wartet im Kühlschrank auf den Einsatz (Wissenschaftler vom AWI werden sie nicht brauchen; zu meinem Job gehört es im Vorfeld den Tetanusschutz zu prüfen). Als ich mich verabschiede kommt ein Wissenschaftler zum Verbandswechsel nach Handverletzung. In der Wartezone hängen Info-Zettel und Gratis-Kondome. Hut ab vor diesem Job!</p>



<p><strong>BETRIEBSARZT</strong>: Ich habe mich nochmal über meinen so bunten Beruf gefreut, der mich zu so unterschiedlichen und interessanten Themen und Menschen bringt!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Raum und Zeit &#8211; 2</title>
		<link>https://www.farbleuchten.de/2024/08/20/raum-und-zeit-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Aug 2024 08:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf Heincke war alles weit &#8211; hier in NyAlesund sieht es weit aus, aber die Grenzen des Dorfes sind doch eng und klar. Und ohne Bewaffnung hält man sich auch gerne an diese Grenzen, um nicht Eisbärenfutter zu werden. (wer länger bleibt kann einen Schießkurs machen und mit einer Genehmigung, die u.a. ein Führungszeugnis erfordert [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Auf Heincke war alles weit &#8211; hier in NyAlesund sieht es weit aus, aber die Grenzen des Dorfes sind doch eng und klar. Und ohne Bewaffnung hält man sich auch gerne an diese Grenzen, um nicht Eisbärenfutter zu werden. (wer länger bleibt kann einen Schießkurs machen und mit einer <a href="https://nyalesundresearch.no/research-and-monitoring/researchers-guide/safety/#Rental_firearms">Genehmigung</a>, die u.a. ein Führungszeugnis erfordert eine Waffe des AWIPEV leihen). Die Gehstrecke von einem Ende zum anderen sind max. 15 min. Wenig Raum.</p>



<p>Auch das Leben hier ist durch die Mahlzeiten getaktet: 7h30-8h30 Frühstück, 12h20-13h00 Mittagessen, 16h50-17h30 Abendessen. Danach kann man in den Sofa-Bereich umziehen und auch noch einen Kaffee mitnehmen; nett, weil mehr Zeit. Ich habe etliche, wenn auch locker getaktete Termine &#8211; und nutze seit 2 Wochen meinen Handy-Kalender mal wieder um nichts zu vergessen/verpassen.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ny-Ålesund &#8211; Einzug</title>
		<link>https://www.farbleuchten.de/2024/08/19/ny-alesund-einzug/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Aug 2024 16:58:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das letzte Mal Frühstück von unserem wunderbaren Koch. Ich fürchte schon um meine Resozialisierung in den Alltag zu Hause: da gibt es morgends kein Rührei, Speck, Pfannkuchen, Waffeln&#8230; jedenfalls nicht, wenn ich sie nicht selber zubereite. Dafür gibt es zu Hause meinen Lieblingstee (Darjeeling Earl Grey von der Teekampagne). Den &#8211; und andere Tees &#8211; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Das letzte Mal Frühstück von unserem wunderbaren Koch. Ich fürchte schon um meine Resozialisierung in den Alltag zu Hause: da gibt es morgends kein Rührei, Speck, Pfannkuchen, Waffeln&#8230; jedenfalls nicht, wenn ich sie nicht selber zubereite. Dafür gibt es zu Hause meinen Lieblingstee (Darjeeling Earl Grey von der <a href="https://www.teekampagne.de/">Teekampagne</a>). Den &#8211; und andere Tees &#8211; würde ich das nächste Mal mitbringen.</p>



<p>Dann sauge und putze ich meine Kabine. Das als Antwort auf &#8222;Du gehst also auf Kreuzfahrt&#8230;&#8220;. Bei meiner einzigen Kreuzfahrt (auf dem Nil) wurde jeden Tag das Zimmer gemacht und aus dem Handtuch ein neues lustiges Tier geknotet. Das vermisse ich aber nicht.</p>



<p>Am Kai von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ny-%C3%85lesund">Ny-Ålesund</a> liegt noch das norwegische Patroulienboot &#8222;<a href="https://www.marinetraffic.com/de/ais/details/ships/shipid:7183941/mmsi:257984000/imo:9911575/vessel:KV_JAN_MAYEN" data-type="link" data-id="https://www.marinetraffic.com/de/ais/details/ships/shipid:7183941/mmsi:257984000/imo:9911575/vessel:KV_JAN_MAYEN">Jan Mayen</a>&#8220; das schon weg sein wollte. Wir fahren langsamer und langsamer. Schließlich können wir anlegen. Der Kai ist nicht so sehr lang.</p>



<p>Die Stationsleiterin holt uns netterweise mit dem Elektromobil ab. Zwei Kollegen steigen mit ab, werden aber noch eine Nacht auf Heincke verbringen um beim geplanten Befüllen der Käfige dabei zu sein. Aktuell herrscht Geschlechtertrennung: die Frauen im &#8222;Blauen Haus&#8220;, die Männer im &#8222;Rabot&#8220;. Gerade ist eine Gruppe abgefahren, so dass wir alleine im Doppelzimmer sind. Ambiente und Komfort sind wie in einer rustikalen Jugendherrberge, die schon bessere Zeiten gesehen hat. Mehr zu den Einrichtungen des AWIPEV in einem separaten Beitrag.</p>



<p>Die Sonne scheint angenehm, so dass wir die Sicherheitsunterweisung mit der Stationsleiterin auf der Bank vor dem Blauen Haus machen. Das ist eine ganze Menge: Aktionsradius ohne Waffe (sehr klar sehr begrenzt), Verhalten bei Eisbärsichtung (alle Türen und Fahrzeuge offen zur Flucht; Watchman unter der 9 anrufen, einziger Grund ein Gebäude mit Schuhen zu betreten, sonst immer Schuhe ausziehen), Benutzung des Funkgerätes, Öffnungszeiten Infrastruktur und &#8211; sehr wichtig &#8211; Essenszeiten, Zeiten der Stationsleitung (auch hier ist die Jugendherbergs-Analogie passend: immer und für alles zuständig)&#8230; </p>



<p>Erstes Abendessen in Ny-Alesund bei bester Aussicht und mit internationaler Gemeinschaft. Hier kann ich mich als Teil der Polarforschergemeinschaft fühlen.</p>



<p>Heincke liegt noch am Kai und ich verbringe dort noch etwas Zeit bei einem Abschieds-Bier in netter Runde. Die Nacht dann in meinem neuen zu Hause &#8211; vor dem Fenster Besuch der Wildgänse, aber ich ziehe Rollo und Vorhänge zu, um trotz ständigem Sonnenschein Schlaf zu finden.</p>
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		<title>letzter Tag an Bord</title>
		<link>https://www.farbleuchten.de/2024/08/18/letzter-tag-an-bord/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Aug 2024 16:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist Sonntag, mein letzter kompletter Tag auf Heincke. Wir liegen wieder im ruhigen Krossfjord. Die Wolken hängen tief an den Bergen und die Grenze zwischen Meer und Horizint verschwindet. Die See ist glatt &#8211; später kommt die Sonne heraus und beleuchtet alles herrlich. Wir machen noch einen Fischzug mit dem Netz. Mein Enthusiasmus bei [&#8230;]]]></description>
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<p>Es ist Sonntag, mein letzter kompletter Tag auf Heincke. Wir liegen wieder im ruhigen Krossfjord. Die Wolken hängen tief an den Bergen und die Grenze zwischen Meer und Horizint verschwindet. Die See ist glatt &#8211; später kommt die Sonne heraus und beleuchtet alles herrlich.</p>



<p>Wir machen noch einen Fischzug mit dem Netz. Mein Enthusiasmus bei der Probennahme zu zu helfen ist heute nicht so ausgeprägt.</p>



<p>Später vergnügen sich alle beim Angeln. Mir reicht mein erster eigener Kabeljau immer noch. Die Möwen und Eissturmvögel machen sich über die Reste der filletierten Fische her, ansonsten gibt es keine Geräusch ausser dem allgegenwärtigen Motorengeräusch. Aber das fällt nach 2 Wochen nicht mehr auf.</p>



<p>Ich packe meine sieben Sachen.</p>
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