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	<title>Endlosrekursion</title>
	
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		<title>Finde deinen Style!</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 11:40:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Der individualistische Imperativ der Moderne lautet: Sei du selbst, um jeden Preis! Und er verfolgt uns bis in den letzten Winkel unseres Seins, ist immer anwesend wie in fr&#252;heren Zeiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.endlosrekursion.de/wp-content/uploads/2011/12/fratze.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-679" title="fratze" src="http://www.endlosrekursion.de/wp-content/uploads/2011/12/fratze.jpg" alt="" width="600" /></a></p>
<p>Der individualistische Imperativ der Moderne lautet: <em>Sei du selbst, um jeden Preis!</em> Und er verfolgt uns bis in den letzten Winkel unseres Seins, ist immer anwesend wie in fr&#252;heren Zeiten das wachsame Auge Gottes. Dieser Imperativ folgt uns selbst in unsere d&#252;stersten Alptr&#228;ume und Momente des gr&#246;&#223;ten Gl&#252;cks. Er ist so allgegenw&#228;rtig geworden, dass er uns in all seinem Kitsch gar nicht mehr auff&#228;llt, zu leger kommt er daher, zu bieder haben wir ihn schon zu Kaugummi unseres gesellschaftlichen Wiederk&#228;uens gemacht. Beispiele f&#228;nden sich viele, denken Sie nur an die n&#228;chsten Ziele ihres Lebens und die Gr&#252;nde, die sie auf hartn&#228;ckige Nachfrage daf&#252;r angeben w&#252;rden, liebe Leser.</p>
<p>Es wird viel geschrieben &#252;ber die Fl&#252;che unserer Zeit, die funktionalen Notwendigkeiten, die Arbeit, die uns ausbrennt, frisst, fast vernichtet und bei all diesen B&#252;rden und systemischen Erwartungen vermeiden wir den Blick auf das Wesentliche: wir erwarten, dass man uns in Ruhe l&#228;sst, damit wir uns verwirklichen k&#246;nnen, denn das z&#228;hlt doch wohl im Leben, oder etwa nicht?</p>
<p>Die Gro&#223;e Freiheit des Individuums ist zur gro&#223;en Depression angewachsen. Lass mich in Ruhe ich muss mich selbst finden ist das Credo des Depressiven, der den Stil der Melancholie verloren hat. Hier w&#228;re sicher ein weiteres Ph&#228;nomen gut angemerkt: der inflation&#228;re Gebrauch der Depression als Erkl&#228;rung f&#252;r alles. Wir Burnen Out bevor wir &#252;berhaupt wissen, wer wir eigentlich sind. Aber warum wissen wir eigentlich nicht mehr, wer wir sind? Wussten wir das &#252;berhaupt Mal? Denn fr&#252;her war das auch nicht anders, f&#252;rchte ich. Kein St&#252;ck eines Kulturpessimisten.</p>
<p>Aber warum f&#228;llt uns denn nicht mehr ein, als sich kurz mal aufzuregen, wenn die eigene Kultur so cool persifliert und gedem&#252;tigt wird, wie in folgendem Werbespot des Mobilfunkproviders Base, die mir die G&#228;nsehaut selbst auf die Fu&#223;sohlen treibt:</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/K9BCMhRPFk0" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/K9BCMhRPFk0" /></object></p>
<p>Das Ich als die Entscheidung zwischen Android und iPhone, zwischen Mac und PC, zwischen Armani und Boss, zwischen Mercedes und Audi, zwischen Karriere und Kind, zwischen Geschlecht und Sex? Soll es das sein, was wir schlucken, weil wir es nicht besser wissen, zu faul sind geworden sind, oder schon immer waren, ein klein bisschen herauszutreten aus dem Wirrwar der entindividualisierenden Individualisierung durch Konsum und vernichtendem &#196;u&#223;eren der H&#252;lle des Selbst, das sich extendet bis es nicht mehr merkt, dass es sich die ganze Zeit nur selbst angeschissen hat. D&#252;nn, z&#228;hfl&#252;ssig und verdammt &#252;bel riechend.</p>
<p>Versteht mich nicht falsch, ich finde die M&#246;glichkeit endlich mein eigenes M&#252;sli zusammenstellen zu k&#246;nnen und nicht mehr diese widerlichen getrockneten Bananenst&#252;ckchen aussortieren zu m&#252;ssen, ebenso phantastisch wie die Auswahlm&#246;glichkeit bei Kaffeesorten aus aller Welt. Ich will nicht reduzieren, ich will das alles und noch viel mehr. Ich will, dass Wollen nicht mehr auf plumpes Drumherum reduziert wird, ich will, dass mehr gewollt wird und weniger versteckt. Ich will, dass Aufkl&#228;rung und Fortschritt nicht der Aufkl&#228;rung im Sinne eines humankapitalistischen Klugschei&#223;ens und Fortschritt als altbackene Erkenntnis im neuen Design verstanden wird, ich will mehr Wollen.</p>
<p>Weniger multikulturellen und rebellischen Konformismus in Politik, Kultur und Gesellschaft, in Wissenschaft und Arbeitsleben, der nur wartet auf die ach so freie Freizeit und sich selbst zu finden. Denn dieses Selbst findet nichts au&#223;er dem nihilistischen Konformismus, der die Fratze des Anders-Seins als Karnevalsmaske umhertr&#228;gt und selbst im Spiegel nicht den Mut aufbringt, herzhaft zu lachen &#252;ber diese Trag&#246;die.</p>
<p>Ironie, Sarkasmus, Distanz und Spiel sind die Begleiterscheinungen des hier beschriebenen Ph&#228;nomens und doch halte ich genau diese f&#252;r die einzige M&#246;glichkeit, sich nicht mehr st&#228;ndig zu suchen, sondern in einem so gepr&#228;gten Tun zu haben. Lasst uns etwas mehr spielen, ob jetzt mit dem Hip Hop, mit den Apps oder mit unserem Chef, Doktorvater, Vater, Mutter, Psychiater und Freund. Mit unserem Selbst, verdammte Axt.</p>
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		<title>Eine Tüte Deutsch bitte!</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Oct 2011 12:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Miro Jennerjahn erkl&#228;rt in dem oben stehenden Video der NPD im S&#228;chsischen Landtag die deutsche Sprache und es ist nicht nur unterhaltsam, sondern entlarvt durch eine unpr&#228;tenti&#246;se Geschichte der deutschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/xAemDwDAZno" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/xAemDwDAZno" /></object></p>
<p>Miro Jennerjahn erkl&#228;rt in dem oben stehenden Video der NPD im S&#228;chsischen Landtag die deutsche Sprache und es ist nicht nur unterhaltsam, sondern entlarvt durch eine unpr&#228;tenti&#246;se Geschichte der deutschen Sprache die geistige Sackgasse nationaler Gesinnung. Das was wir uns bisweilen als Kultur, Nation oder Sprachraum zusammenschustern ist nat&#252;rlich nicht einfach nur Bl&#246;dsinn. Aber wenn diese Zuf&#228;lligkeiten als Argument f&#252;r was auch immer gew&#228;hlt werden, dann wird es nicht nur schief, sondern eben vor allem recht d&#228;mlich. </p>
<p>Sicherlich braucht man in verschiedenen Kontexten diese Hybridzuschreibungen und kann damit v&#246;llig unproblematisch umgehen, aber wenn sie als Wert f&#252;r sich selbst gelten sollen, dann bricht das Eis und man landet im Ozean der schmalen Bretter. Flachborer dieser Art begegnen einem aber nicht nur bei NPD-Mitgliedern, sondern sind so verbreitet in unserer Gesellschaft, dass sich jeder, der dieses Video gut findet, richtig, wichtig und endlich mal den Nazis auf die Fresse, fragen muss, ob solche Konglomerate der nicht argumentierenden Argumente nicht auch in seinem K&#246;cher des allt&#228;glichen Miteinander einen Stammplatz haben. </p>
<p>Ganze Generationenkonflikte ent&#228;u&#223;ern ihren Sinn in solchen Sprachspielen, die den Streit heraufbeschw&#246;ren wie eine Partie Mensch &#228;rgere dich nicht. Papa sagt, <em>sach nicht geil, das macht man nicht</em>, Sohn sagt, <em>ist doch aber geil</em>.  Das ist dieselbe Suppe, die die Nazis da jetzt auszul&#246;ffeln versuchen. Sprache ver&#228;ndert sich nicht nur, sie ist Ver&#228;nderung selbst. Eine starre Sprache ist keine Sprache mehr. Ein starrer Geist ist eben auch kein geist mehr, weshalb man von Nazis auch immer nur den selben Mist in immer gleicher Form h&#246;rt. Das ist langweilig und eigentlich sogar recht uninteressant. Auch die immer wiederkehrenden N&#246;rgeleien &#252;ber Jugendsprache Verrohung der Werte, unserer Gesellschaft und diesem Internet sind nicht neu. Man sagt ja, selbst Sokrates h&#228;tte sich schon &#252;ber die Jugend echauffiert. </p>
<p>Sicherlich ist es nicht ganz einfach f&#252;r bestimmte Sachverhalte gute Argumente zu finden, zumal wenn sie bestimmte Handlungsvorschriften nach sich ziehen sollen. Erschwert wird das durch die Argumentationslosigkeit ind er Politik, die Argumente bisweilen wie Nebelkerzen erscheinen l&#228;sst. Auch ein alter Trick &#252;brigens. Aber Werte erschleicht man sich nicht. Und Sprache legt man nicht in Parlamenten fest. Nicht mal im Orwellschen 1984. Das versucht man nur und dieser Versuch allein reicht aus um mehr Komplexit&#228;t der Sprache zu erschaffen, als dass diese wieder sprachlich reduziert werden kann. Wenn man spricht, schafft man neues und sei es, wenn man flammende Reden gegen das Neue schafft. Das l&#228;sst sich nicht abschaffen. Au&#223;er durch Schweigen. Und das sollte man vielleicht &#246;fter mal, frei nach Wittgenstein. </p>
<p>Oder den D&#252;nnpfiff eben einfach als solchen kennzeichnen, denn dann wird es wieder zum sinnvollen Sprachspiel. Nazis verstehen sich ja auch untereinander, die verstehen nur sonst nichts. Und damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt angelangt.</p>
<p>Angeregt hat diesen Artikel &#252;brigens der <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachpolitik/2011-10-21/urgermanische-sprachpflege">Sprachblog</a>.</p>
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		<title>Bildung – ein Rohstoff?</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 00:07:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Factotum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Blumen des B&#246;sen stehen in Bl&#252;te. Jemand muss sie zertreten bevor sie sich ausbreiten. Die Blumen, das sind blumige Worte, die anl&#228;sslich der j&#252;ngst ver&#246;ffentlichen Pisa-Studie wie Pilze aus dem Boden schie&#223;en. So wird die Wissenschaftsministerin Annette Schavan nicht m&#252;de, das Bild einer aufstrebenden „Bildungsnation“ zu beschw&#246;ren. Von klassischer Bildung oder Allgemeinbildung ist dabei freilich nicht die Rede. Was f&#252;r eine Vorstellung von Bildung ist es, die die Hoffnung unseres Landes sein soll? Es ist ein besonders arroganter Witz, dass die ungl&#252;ckselige Verdinglichung, die ihr zu Grunde liegt, ganz unverhohlen ausgesprochen und ins Positive gewendet wird. Der ehemalige Bundespr&#228;sident Horst K&#246;hler bezeichnete die Bildung einst als „wichtigsten Rohstoff unseres Landes“. Er formuliert damit ein Vorurteil, das keineswegs neu ist, in diesen Tagen jedoch zunehmend absurdere Fr&#252;chte tr&#228;gt: Bildung sei ein im w&#246;rtlichen Sinne herstellbares Gut.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Blumen des B&#246;sen stehen in Bl&#252;te. Jemand muss sie zertreten bevor sie sich ausbreiten. Die Blumen, das sind blumige Worte, die anl&#228;sslich der j&#252;ngst ver&#246;ffentlichen Pisa-Studie wie Pilze aus dem Boden schie&#223;en. So wird die Wissenschaftsministerin Annette Schavan nicht m&#252;de, das Bild einer aufstrebenden „Bildungsnation“ zu beschw&#246;ren. Von klassischer Bildung oder Allgemeinbildung ist dabei freilich nicht die Rede. Was f&#252;r eine Vorstellung von Bildung ist es, die die Hoffnung unseres Landes sein soll? Es ist ein besonders arroganter Witz, dass die ungl&#252;ckselige Verdinglichung, die ihr zu Grunde liegt, ganz unverhohlen ausgesprochen und ins Positive gewendet wird. Der ehemalige Bundespr&#228;sident Horst K&#246;hler bezeichnete die Bildung einst als „wichtigsten Rohstoff unseres Landes“. Er formuliert damit ein Vorurteil, das keineswegs neu ist, in diesen Tagen jedoch zunehmend absurdere Fr&#252;chte tr&#228;gt: Bildung sei ein im w&#246;rtlichen Sinne <em>herstellbares Gut</em>.</p>
<p>Der gro&#223;m&#228;ulige und kurzbeinige Wunschtraum eines unversiegbaren, ja quasi unbegrenzt steigerbaren Rohstoffvorkommens ist sicher verlockend. Er n&#228;hrt nicht nur die Hoffnung auf nationalen Wohlstand, sondern verspricht vor allem auch dem Individuum, seine eigene Bildungsbiographie – und damit die Fahrkarte zu gesellschaftlicher Anerkennung und wirtschaftlicher Prosperit&#228;t – selbst in der Hand zu haben. (Gleichzeitig aber gibt er hinterr&#252;cks einem jeden „Ungebildeten“ selbst die Schuld f&#252;r sein Versagen.)</p>
<p>Um jedoch das Perpetuum Mobile sozialen Wohlstands in Gang zu bringen, muss, so folgern wir mit kaufm&#228;nnischer Bauernschl&#228;ue (und auf der Basis des zu Grunde gelegten Produktionsvokabulars vollkommen korrekt) zun&#228;chst einmal Geld investiert werden. Mehr Output erfordert mehr Input. Hier liegt der Grund daf&#252;r, dass bildungspolitische Gegner, sobald es ums Geld geht, urpl&#246;tzlich ins selbe Horn sto&#223;en. Es geht weder um soziale Gerechtigkeit noch um wissenschaftliche Konkurrenzf&#228;higkeit: emp&#246;rte Eltern wie auch die Pr&#228;sidenten vermeidlicher Elite-Universit&#228;ten glauben gleicherma&#223;en, dass eine notwendige Korrelation zwischen zus&#228;tzlichen Aufwendungen und „mehr Bildung“ besteht. Dass dies nicht der Fall ist zeigt die Erfahrung. Es ist nicht so, als h&#228;tten sich die Mittel f&#252;r Bildung im Laufe der Jahrzehnte nicht vervielfacht. Die Zahl der Analphabeten ist deswegen jedoch kaum geringer geworden.</p>
<p>Eine verdinglichende Vorstellung von Bildung besagt nicht zuletzt, dass das sich-bilden etwas ist, das sich gegen&#252;ber dem Lernenden rein &#228;u&#223;erlich verh&#228;lt. Der Mensch ist ein M&#228;ngelwesen, ein „von Natur aus“  ungebildetes Subjekt, dem man die hohe Weihe der Bildung angedeihen lassen muss. Er verf&#252;gt weder &#252;ber den Willen, noch &#252;ber die Mittel, um sich aus freien St&#252;cken heraus Bildung anzueignen. Der Mensch ist ein Subjekt, das <em>beschult</em> werden muss. Die Bologna-Reformen sind kein b&#252;rokratisches Missverst&#228;ndnis. Sie sind die Manifestation eines kollektiven Willens zu Beschulung. Die Kritiker von Bologna, die zum Teil medienwirksam auf sich aufmerksam machten, bleiben in dieser Vorstellung verhaftet und best&#228;rken sie gar. Sie fordern keine Nicht-Beschulung, sondern ein besseres und breiteres Beschulungsangebot. Sie stellen die Idee von Bildung als herstellbares Gut nicht in Frage, sondern fordern – oh s&#252;&#223;e Dialektik! – einen &#220;bergang von der verschulten „Planwirtschaft“ zur „freien Wirtschaft“. Sie krakeelen, Bildung sei keine Ware, und tr&#228;umen von einer Universit&#228;t, die nichts anderes ist als ein gro&#223;es, alternatives Bildungskaufhaus.</p>
<p>Wenn der Mensch als beschulbares Subjekt ein Teil der Bildungsmaschinerie ist, scheint er seinerseits zum formbaren Material zu werden. So frohlockte eine studentische Vertreterin der Universit&#228;t Heidelberg im Zuge der Exzellenz-Initiative, dass „aus exzellentem <em>Menschenmaterial</em> [Hervorhebung von mir] unter exzellenten Bedingungen exzellentes geschaffen wurde“. Auch, wenn es mir in diesem Zusammenhang keine Freude bereitet recht zu behalten, muss ich den eventuellen Einwand zur&#252;ckweisen, hierbei handle es sich um einen willk&#252;rlich herausgegriffenen Einzelfall oder eine polemische &#220;berspitzung. Die Auffassung, dass der Mensch eine rein kontingente Beziehung zu einem Ding namens „Bildung“ habe, hinterl&#228;sst in der Bildungspolitik tiefe Spuren. Wenn Annette Schavan fordert, Sch&#252;ler aufgrund eines (de facto nicht vorhandenem) wirtschaftlichen Bedarfs zu technischen F&#228;chern „hinzuf&#252;hren“, so ist dies – nicht im juristischen, negativen, wohl aber im positiven Sinne ein unverhohlener Anschlag auf das Grundrecht auf Berufswahl.</p>
<p>Eine solche „Bildungsnation“ ist kein  Land der Dichter und Denker. Sie ist eine Industrienation mit anderen Mitteln, denn sie steht nicht im Zeichen der Ideen, sondern der Massenproduktion. Sie ist eine Leistungsgesellschaft, die ihre Zw&#228;nge nicht mehr durch den Druck zur Subsistenzsicherung auferlegt bekommt, sondern sie aus freien St&#252;cken verinnerlicht hat. Sie ist ein Land, in dem die Neurosen bl&#252;hen und die Stilbl&#252;ten Wurzeln schlagen. Ein Land, in dem der Geist im wahrsten Sinne des Wortes verroht.</p>
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		<title>Terror ist kein demokratisches Argument!</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 12:21:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich m&#246;chte in diesem Text zeigen, dass das Argumentieren mit den Begriffen Terror und Kindesmissbrauch nicht demokratisch ist, sondern Massenph&#228;nomene anspricht, die eine freie Entscheidung verhindern m&#246;chten. Eine freie Entscheidung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich m&#246;chte in diesem Text zeigen, dass das Argumentieren mit den Begriffen Terror und Kindesmissbrauch nicht demokratisch ist, sondern Massenph&#228;nomene anspricht, die eine freie Entscheidung verhindern m&#246;chten. Eine freie Entscheidung aber ist die Grundlage unserer Demokratie. Der Text soll als Warnung verstanden werden an jeden einzelnen Politiker, der aus Dummheit, aus Faulheit oder aus berechnendem Kalk&#252;l versucht seine W&#228;hler f&#252;r dumm zu verkaufen und eine Warnung an jeden einzelnen W&#228;hler nicht auf diese wirklich einfach zu durchschauende Strategie hereinzufallen.</p>
<p>Forschung zu Massenph&#228;nomenen sind nicht neu, auch wenn das bisweilen so erscheinen mag. Aber man kann schon die <a href="http://www.onezblog.de/item/2007/06/platon-rawls-demokratie-politik/">Platonische Staatskonzeption</a> als Reaktion auf bestimmte gesellschaftliche Massenph&#228;nomene lesen, denen eine Notwendigkeit zukommt. Sp&#228;testens aber mit Machiavelli kann es wohl nicht mehr bestritten werden, dass hier die Idee entwickelt wurde, dass viele Menschen sich notwendig auf bestimmte Art und Weise verhalten, auch wenn es f&#252;r jeden einzelnen dieser Masse gute Gr&#252;nde g&#228;be nicht so zu handeln.</p>
<p>Diese Form des Wissens findet sich in Marketingstrategien wieder, in Studien zu Produktdesign jeglicher Art, in den gro&#223;en Propagandaschlachten des 20. Jahrhunderts, in Konzepten gro&#223;er Hallen und Stadien oder auch in politischen Wahlk&#228;mpfen. Ich will mit diesen Beispielen keinen vergleich oder gar eine Gleichsetzung anstreben, sondern zun&#228;chst feststellen, dass sich Massenverhalten in vielerlei Hinsicht zu eigen gemacht und eingesetzt wird. </p>
<p>Dem zu Grunde liegt eine m&#246;gliche Beschreibung des Menschen als hetero- und homogenes Wesen. Zu Nutze machen kann sich jeder diese Erkenntnis, zum Guten wie zum Schlechten. Es mag jeder zun&#228;chst selbst entscheiden, inwiefern in den folgenden Videos Masse genutzt wird:</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/GSree1pNoXE" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/GSree1pNoXE" /></object></p>
<p>Ich f&#252;r meinen Teil finde die Reaktion des Publikums gruselig bis enorm bedenklich. Hier wird Konsum in Form von Geschenken zur Extase aufgepusht die von der Form, nicht vom Inhalt her, mehr als nur ein wenig an geschichtlich sehr folgenreiche Ereignisse erinnert, die ich zum Vergleich anf&#252;hre. Die Rede Josef Goebbels im Sportpalast 1943.<span id="more-634"></span></p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/vi6xqr6vKTo" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/vi6xqr6vKTo" /></object></p>
<p>Noch einmal ganz deutlich: Ich will hier nicht den Konsum mit dem Nationalsozialismus vergleichen, sondern die wirklich abstrus anmutende Reaktion des jeweiligen Publikums. Denn beide Reaktionen sind unzweifelbar dem selben Ph&#228;nomen geschuldet, dass in gro&#223;en Gruppen Menschen nicht mehr oder nur noch sehr eingeschr&#228;nkt rational denken. Ich werde keine Antwort geben k&#246;nnen auf die Frage, warum das so ist, denn daf&#252;r m&#252;sste eine komplette und konsistente Anthropologie entwickelt werden, sowie in diesem beinhaltend ein Rationalit&#228;tsbegriff. Das kann ich hier nicht leisten und soll auch nicht Sinn des Textes sein. Jeder Leser selbst kann sich Gedanken dazu machen, welche Menschenbilder zu welchen Erkl&#228;rungen kommen w&#252;rde und auch, welche Menschenbilder durch solche Tatsachen vielleicht sogar in Frage gestellt w&#252;rden.</p>
<p>Ich m&#246;chte viel lieber darauf hinweisen, dass in Deutschland zunehmend Wahlk&#228;mpfe auf &#228;hnliche Art und Weise gef&#252;hrt werden oder soll ich lieber inszeniert sagen? Das ist keine neue Erkenntnis. Ich aber will nicht auf Reden vor gro&#223;em Publikum hinaus, die sicher auch einige dieser oben zu sehenden Ph&#228;nomene hervorbringen, aber in viel schw&#228;cherer Form. Ich will vielmehr auf die Berichterstattung und das Wissen unserer Politiker um diese hinaus, die einen &#228;hnlichen Charakter bekommen hat und den ich sehr bedenklich finde.</p>
<p>Wenn man sich den Grundcharakter dieser Massenph&#228;nomene anschaut, dann ist eine notwendige Bedingung immer ein gleiches Wollen in ganz unspezifischer Weise, welches bei jedem Einzelnen der Masse vorhanden sein muss. Sei es der tolle neue Superflachbildfernseher, der Fluchtgedanke im Stadion oder eben ein starkes siegreiches Deutschland. Ein Wollen, was alle dieser Masse teilen.</p>
<p>Zunehmend wird in politischen Diskussionen in Deutschland genau diese Bedingung von Massenph&#228;nomenen angesprochen und das in einer Form, die mit politischen Aushandlungsprozess in meinen Augen nicht mehr viel zu tun hat. Meine Beispiele sind der Gebrauch des Terrors und des Kindesmissbrauchs f&#252;r mittlerweile so viele und unterschiedliche Bereiche der Politik, dass man sich wirklich verarscht vorkommen muss.</p>
<p>Terror und Kindesmissbrauch kann niemand wollen. Diese beiden &#220;bel zu verhindern will jeder einzelne in unserer Gesellschaft. Dagegen zu sein ist keine Option. Und genau deshalb wird mittlerweile bei viel zu vielen Gesetzesvorlagen eines der beiden als Argument angegeben. Dann, so scheint die Kalkulation zu sein, kann auch niemand gegen das Gesetz sein. Wer gegen Kindesmissbrauch ist, muss auch f&#252;r die Vorratsdatenspeicherung sein, wer gegen Kindesmissbrauch ist, muss auch gegen die Scheinminderj&#228;hrigkeit in erotischen Darstellungen sein, wer gegen Kindesmissbrauch ist, muss auch f&#252;r die Ausweitung der Rasterfahndung sein, wer gegen Kindesmissbrauch ist, muss eben auf bestimmte Grundrechte verzichten. Wer gegen Terror ist, muss eben auch f&#252;r gewisse Einschr&#228;nkungen der Pressefreiheit sein, gegen Einschr&#228;nkungen des Quellenschutzes, des Abh&#246;rschutzes von &#196;rzten, Rechtsanw&#228;lten und Journalisten. Wer gegen den Terror ist, der muss eben Nacktscanner bef&#252;rworten und und und. Die Liste ist ja leider mittlerweile fast unendlich fortf&#252;hrbar.</p>
<p>Es wird eine Alternativlosigkeit suggeriert, die unter rationalen Gesichtspunkten v&#246;llig hirnrissig ist. Und ich finde es wirklich bedenklich, dass immer mehr Politiker von dieser Suggestion gebrauch machen. Ich hatte mich weiter oben noch des Votums enthalten, inwiefern das Nutzen von Massenph&#228;nomenen gut oder schlecht sei und ich will auch jetzt keine vollst&#228;ndigen Kriterien entwickeln. Aber, dass Ph&#228;nomene, die nat&#252;rlich darauf ausgerichtet sind, Rationalit&#228;t gar nicht erst zu aktivieren, in einem demokratischen Prozess nichts verloren haben, scheint mir evident. Wenn Demokratie ganz grob gesagt der Prozess ist, der die Meinung zum Erfolg f&#252;hren soll, f&#252;r die sich die meisten Teilnehmer der demokratischen Gemeinschaft entschieden haben, aber die Argumentation darauf aus ist, eine Entscheidung zu verhindern, indem sie Alternativlosikeit suggeriert, dann ist das nicht demokratisch. Und wenn sich Politiker an eines halten sollten, dann doch daran, dass sie demokratisch gew&#228;hlte Volksvertreter sind.</p>
<p>Nat&#252;rlich m&#252;ssen wir &#252;ber die Verhinderung von Kindesmissbrauch und Terror reden, m&#252;ssen auch politische Entscheidungen treffen, die darauf hinarbeiten. Aber wir, d.h. jeder einzelne von uns und jeder einzelne Politiker, sollten uns bei jeder Debatte genau &#252;berlegen, welche Folgen gewisse Gesetze haben und ob sie wirklich im Zusammenhang mit Terror oder Kindesmissbrauch stehen. Das ist n&#228;mlich mitnichten bei allen diesen neuen Vorschl&#228;gen der Fall. Wir d&#252;rfen nicht zur Masse werden, indem wir sofort Hurra schreien, sobald eines dieser W&#246;rter f&#228;llt und uns jemand verspricht, dass er ein Mittel dagegen hat. Wie eine rationale Sichtweise auf das Ph&#228;nomen Terror aussehen kann, will ich euch mit einem Beitrag des Wissenschaftsmagazins Quarks &#038; Co. vom WDR zeigen:</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/BjQj05Mr8oU" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/BjQj05Mr8oU" /></object></p>
<p>Es ist unsere Aufgabe und einzige Chance auf Demokratie, politische Versprechungen konsequent zu ignorieren und die Mittel kritisch zu hinterfragen. Das allein ist ein demokratischer Prozess der nicht wie bei Platon notwendig in die Oligarchie und dann in die Tyrannei &#252;bergeht. Denn dass auch gute Ideen in schlechtem Gewandt stecken k&#246;nnen, zeigt schon das Gesetz des Zufalls. Aber es ist unsere Aufgabe genau das auseinander zu halten und die guten Ideen herauszupicken aus dem Massenbrei, der uns vorgesetzt wird. Denne s kann niemand sp&#228;ter behaupten, er habe nichts bemerkt.</p>
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		<title>blaue Augen</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Nov 2010 14:20:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Tr&#228;nen sterben einen ungeborenen Augenwinkeltod. Letzte Blickber&#252;hrung auf Luftbr&#252;cken, dann Untergang der Wimpern, nach dem gl&#228;nzenden Pupillenvollmond, die blinde Nacht fragt, nach Sonnenaugentagen. Kalender unserer Liebe fliegen mit abgerissenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Tr&#228;nen sterben<br />
einen ungeborenen Augenwinkeltod.<br />
Letzte Blickber&#252;hrung auf Luftbr&#252;cken,<br />
dann Untergang der Wimpern,<br />
nach dem gl&#228;nzenden Pupillenvollmond,<br />
die blinde Nacht fragt,<br />
nach Sonnenaugentagen.</p>
<p>Kalender unserer Liebe fliegen<br />
mit abgerissenen Fl&#252;geln davon,<br />
scheuchen Schmetterlinge auf,<br />
flatternde Erinnerung im Flimmern des Abschieds.<br />
Sch&#246;nheit schl&#228;gt nur im Flug,<br />
denkt mein brachliegendes Herz.</p>
<p>Sternschnuppenverhagelte,<br />
qualenbekr&#228;nzte Nacht,<br />
lidloser Gestirne,<br />
wenn der Nachbar sich bekreuzigt<br />
und zur Sterbensruhe legt,<br />
klaube ich vom Boden<br />
deine Ber&#252;hrungen,<br />
die wie unge&#246;ffnete Briefe sind.</p>
<p>Wiedersehen unter Lichtern und Leuten,<br />
unsere tr&#228;nenvergilbten Augen,<br />
handschriftlich in Schwarz-Wei&#223;,<br />
brennen in grellbunten Farben ab.<br />
Betrogene Worte zeigen deine Angst<br />
als den Aderlass meiner Sehnsucht.</p>
<p>Ich w&#252;rde deine blauen Augen gerne vergessen.</p>
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		<title>Ausschnitte aus Nächten Teil 2</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Nov 2010 17:57:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man von hier runterf&#228;llt oder springt, dann bricht man sich vielleicht die Beine, denke ich als ich zwischen den Gitterst&#228;ben in die Lahn pisse. Ich wanke ein bisschen, aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man von hier runterf&#228;llt oder springt, dann bricht man sich vielleicht die Beine, denke ich als ich zwischen den Gitterst&#228;ben in die Lahn pisse. Ich wanke ein bisschen, aber schaffe es immer durch die gleiche Stelle zwischen den St&#228;ben zu treffen.</p>
<p>Hinter meinem R&#252;cken ist die Party in vollem Gange, aber ich hab auch nur noch ein halbes Bier, das unten an den Tischbeinen steht, an dem du auch stehst. Drinnen kommt ein zwei Meter gro&#223;er Schwarzer auf mich zu, und sagt irgendwas und nennt mich dann &#8220;Baby&#8221;, er fasst mir durch die Haare und schenkt mir Wein ein, und ich guck einfach nur zu dir r&#252;ber wie du dich mit irgendeinem Typen unterh&#228;lst.</p>
<p>Der Schwarze hat aufgeh&#246;rt zu reden, aber nennt mich ab und an noch &#8220;Baby&#8221;, w&#228;hrend er mich von der Seite anschaut. Jedenfalls trinke ich seinen Wein aus dem Pappbecher und guck mir deine gro&#223;en, blauen Augen an. Du hast dir die Haare wie sonst auch immer zusammen gebunden, und tr&#228;gst die Jacke so, wie man sie sich um die Schultern h&#228;ngt, wenn es kalt ist.</p>
<p>Manchmal ist es wirklich beschissen, denk ich mir, als der schwarze Typ mir an den Arsch fasst, er fasst richtig kr&#228;ftig zu, dann frag ich mich wor&#252;ber du lachst und was der andere Typ wohl gesagt hat, dass du so sch&#246;n l&#228;chelst. Mir kanns ja auch egal sein, ich hab noch Wein im Becher und such mein Bier an den Tischbeinen. Heute Abend schaust du nicht mehr zu mir r&#252;ber, und der Schwarze sagt nur &#8220;du bist ein Model, ein verfickets Model&#8221;. Der Rest Wein wippt &#252;ber den Rand als ich ihn auf den Tisch stelle.</p>
<p>Ich geh noch ein bisschen raus, weil die Nacht eigentlich ganz sch&#246;n ist, hoch zum Schloss, hab noch zwei Bier von der Party mitgenommen. Dann sitz ich oben auf der Mauer, und wenn man hier runterspringt dann bricht man sich bestimmt die Beine. Ich rede einfach in den Wind mit der Freundin, die vor einem Jahr gestorben is, garnich weit weg vom Schloss auf der Treppe. Ich rede in normaler Lautst&#228;rke, weil sowieso niemand kommt um 5 Uhr morgens. Der letzte Schluck aus der Bierdose landet im Busch, schei&#223; drauf, es ist ja keiner da, ausserdem bist du mit dem Typ von der Party abgezogen. Ich rufe eine gute Freundin an, hab einfach Lust heute neben ihr im Bett zu liegen und meinen Rausch auszuschlafen.</p>
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		<item>
		<title>Ist Feminismus langweilig geworden?</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Nov 2010 14:53:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Kristina Schr&#246;der ist irgendeine Ministerin im Kabinett Merkel. Familienministerin, wie mir Google gerade verraten hat. Das ist das alte Ressort von Zensursula und es scheint doch so, als k&#246;nne man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kristina Schr&#246;der ist irgendeine Ministerin im Kabinett Merkel. Familienministerin, wie mir Google gerade verraten hat. Das ist das alte Ressort von <a href="http://www.endlosrekursion.de/513/jetzt-kann-man-einfach-nicht-mehr-die-fresse-halten/">Zensursula</a> und es scheint doch so, als k&#246;nne man dort nur mit markschreierischem Gehabe auf sich aufmerksam machen. Ursula von der Leyen hat sich die Kinderpornografie auf die wehenden Fahnen geschrieben, pardon, den Kampf gegen diese im internet und Kristina Schr&#246;der k&#228;mpft jetzt auch. Und ratet mal wogegen. Darauf kommt ihr nie. Kinderpornografie ist es jedenfalls nicht, das macht ja die <a href="http://www.fixmbr.de/tatort-redaktion-der-lynchmob-wird-losgelassen/">Stephanie zu Guttenberg auf RTL2</a> jetzt.</p>
<blockquote><p>Seine Wortf&#252;hrer haben geglaubt, da&#223; man dadurch nur schm&#228;hen wolle, und haben sich f&#252;r aufgefordert gehalten, auch von ihrer Seite wiederum zur&#252;ck zu schm&#228;hen, wodurch die Sache wieder in ihre nat&#252;rliche Ordnung komme. <a href="http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=5&amp;xid=653&amp;kapitel=15&amp;cHash=1&amp;hilite=aller%20m%C3%B6glichen%20welten#gb_found">Johann Gottlieb Fichte</a></p></blockquote>
<p>Nein, sie k&#228;mpft gegen falsch verstandenen Feminismus. Weil der ungemein sch&#228;digend ist. Und deshalb f&#252;hrt sie mit dem Spiegel ein <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,727648,00.html">Interview</a> und greift Alice Schwarzer an. Die greifen n&#228;mlich immer alle an, wenn mal jemand mal wieder was mit Frauen auf den Keks geht oder wenn es um Fertilidings&#8230; Fickraten &#8230; ne, Wurfraten geht. Also wie viele Kinder die richtigen machen. Also nicht Ausl&#228;nder und nicht Pack. Geld und Intellekt. Elite eben.</p>
<p>Also die Schwarzer angemacht hat die Schr&#246;der. Und die Schwarzer keilt zur&#252;ck. In einem <a href="http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1[blogList][showUid]=54&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][year]=2010&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][month]=11&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][day]=08&amp;cHash=69bb339dd9">offenen Brief an die Schr&#246;der</a>. Klar, so werden die sich das ja auch gedacht haben, die Presseberater und Medienheinis. Raus aus diesem d&#228;mlichen Ressort mit den Kindern und Frauen. Opfer. Endlich Mal dahin, wo die Lutzi geht.</p>
<p>Und wisst ihr was. Ich h&#228;tte genau dasselbe geschrieben, wenn ich es nicht einfach ignoriert h&#228;tte. Also dasselbe wie die Schwarzer. Emanzipation hat geklappt. Sie und ich. Der Schr&#246;der olle Klischees vorwerfen, sie f&#252;r eher ungeeignet halten auf ihrem Posten. Gut, das h&#228;tte ich nicht erw&#228;hnt, sondern nur gedacht, weil man ja auch die Relation zu ihren Vorg&#228;ngerinnen und -ennen irgendwie nicht ausser acht lassen kann und ob sie da jetzt noch ungeeigneter ist, will ich dann nicht &#246;ffentlich erkl&#228;ren m&#252;ssen.</p>
<p>Die Schwarzer und ich jedenfalls. Naja, eine Passage h&#228;tte ich vielleicht weggelassen, so aus rein taktischen Gr&#252;nden schon. Alice Schwarzer benutzt n&#228;mlich ein &#228;u&#223;erst verwandtes Argument wie die Kristina Schr&#246;der und das w&#252;rde ich immer unterlassen. Schwarzer schreibt als Antwort auf Schr&#246;der, die die armen Jungen verteidigt, die von gr&#228;sslichen Feministinnendrachen in Schule und Kindergarten drangsaliert werden:</p>
<blockquote><p>Ja, es stimmt, dass wir es mit einer rasanten „Feminisierung“ der p&#228;dagogischen Berufe zu tun haben. Aber warum? Weil die M&#228;nner einfach nicht mehr Kinderg&#228;rtner oder Lehrer sein <em>wollen</em>! Zu schlecht bezahlt und gesellschaftlich nicht anerkannt. Das ist das Problem. Alice Schwarzer</p></blockquote>
<p>So &#228;hnlich hatte die Schr&#246;der aber auch was gesagt. War auch nicht besser. Denn Realit&#228;t und Faktenlage ist nicht erst seit dem sp&#228;ten Wittgenstein mehr so zum Problem geworden, weshalb beide Kontrahenten im Feministinnenstreit auf sie Bezug nehmen k&#246;nnen, ohne auch nur ann&#228;hernd dasselbe meinen zu k&#246;nnen. <a href="http://www.tractatus.hochholzer.info/index.php?site=main">Meine Welt ist alles was der Fall ist</a>. Die Schr&#246;der schreibt also folgendes:</p>
<blockquote><p>Die Wahrheit sieht doch so aus: Viele Frauen studieren gern Germanistik und Geisteswissenschaften, M&#228;nner dagegen Elektrotechnik &#8211; und das hat eben auch Konsequenzen beim Gehalt. Wir k&#246;nnen den Unternehmen nicht verbieten, Elektrotechniker besser zu bezahlen als Germanisten. Kristina Schr&#246;der</p></blockquote>
<p>Also, weil das so verdammt gleich aussieht, das Argument jetzt, h&#228;tte ich das weggelassen mit dem Realit&#228;tsbezug. Weil die Schr&#246;der meint ja auch in der besten aller m&#246;glich Welten zu leben, wenn sie nur ihr Ding durchzieht. Nicht bildlich gesprochen jetzt. Schwarzer meint das auch, ich &#252;brigens nicht. Aber das ist auch eher unerheblich.</p>
<p>Unerheblich war eigentlich auch das Stichwort, auf das ich hinaus wollte. Ist nicht so gelungen. Viel zu viel Spa&#223; macht es hinzusticheln und zu rumstacheln. Schr&#246;der gegen Schwarzer ist eine solche Nicht-Diskussion, die uns st&#228;ndig umwabern und die in Bezug auf das Thema, ob es jetzt Gesellschaft, arme Jungs, Feminismus oder sonst wie hei&#223;en mag, doch zeigen, dass Frauen mittlerweile auch solche stumpfen Diskussionen einleiten, durchf&#252;hren und davon profitieren k&#246;nnen. Das hei&#223;t nicht, dass jetzt irgendwas besser ist, aber es hat sich etwas ge&#228;ndert. Und das meine ich jetzt mal ganz frei von Ironie.</p>
<p>Nicht, dass es f&#252;r mich jetzt besonders entscheidend ob mit Schr&#246;der gegen Schwarzer jetzt der alte Gerd gegen irgendeinen andern gemeint ist oder eben die Kristina gegen die Alice. Beides irgendwie L&#252;ckenf&#252;ller, etwas &#252;ber dem sonstigen Vorabendserienniveau anzusiedeln. Aber auch eher unspannend. Und nicht lustig. Da dann lieber die Schwarzer gegen die Feldbusch oder Pooth, wie sie jetzt hei&#223;t schauen. Sp&#228;terer Abend gewesen. Witziger. Und danach dann mal im Ernst.</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/5ABaokPAtDI" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/5ABaokPAtDI" /></object></p>
<p>Ich finde es durchaus bezeichnend und eine Errungenschaft der Emanzipationsbewegungen der letzten drei&#223;ig Jahren, dass wir uns so etwas im Fernsehen anschauen k&#246;nnen und auch solche Diskussionen unsere Zeitungen und Magazine besch&#228;ftigt. Nicht, weil es sich daf&#252;r gelohnt h&#228;tte, sondern weil es durch diese Trivialisierung des Themas deutlich wird, wie selbstverst&#228;ndlich viele Themen schon geworden sind, die vor gar nicht so langer Zeit eine erheblich heftiger gef&#252;hrte Kontroverse hervorgerufen h&#228;tte. Heute kann man sich gelangweilt und gelassen von diesem Gepl&#228;rre bed&#252;deln lassen.</p>
<p>Und damit ist keineswegs angedeutet, dass es nicht auf vielen Feldern noch einiges zu beackern gibt. Emanzipation ist ja kein Reformpacket, was verabschiedet und vergessen werden kann. Aber es ist dennoch beschaulich, dass man nicht mehr f&#252;r jedes Detail k&#228;mpfen muss, sondern eher um die Aus- und durchf&#252;hrung. Und hier gehe ich Mal weg von den Frauen, auch deshalb, weil man sich vielleicht als geneigter Leser gefragt haben k&#246;nnte, warum gerade ein mann dar&#252;ber schreibt. Aber &#228;hnliches ist in vielen anderen Bewegungen zu beobachten.</p>
<p>Trivialisierung ist nicht partou schlecht, sondern meist ein angenehmer Indikator daf&#252;r, dass etwas davon angekommen ist. Ist Feminismus also langweilig geworden? Ja und nein. Viele K&#228;mpfe fr&#252;herer Jahre sind es geworden und das ist wunderbar so. Neue K&#228;mpfe sind daraus entstanden. Kristina Schr&#246;der hat davon noch nicht so viel mitbekommen. Bei Alice Schwarzer wei&#223; man das auch nicht so genau. Aber vielleicht braucht der Feminismus auch gar keine Lausprecherinnen mehr. Das w&#228;re optimal.</p>
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		<title>Ausschnitte aus Nächten Teil 1</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 11:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Text behandelt drei Fragmente aus verschiedenen N&#228;chten, die alle irgendwie komisch beschissen waren. Ich denke einige werden verstehen was ich damit meine.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist ein kleines St&#252;ck gr&#246;&#223;er als ich und ich glaube auch nicht ganz so besoffen, jedenfalls bietet er mir die halbe Zigarette an, die wir dann zusammen rauchen. Er ist Student, hier wo man eigentlich nicht studieren kann, es gibt etwas um die 500 Studenten auf 180.000 Einwohner, er macht Physik oder sowas in die Richtung, auch irgendwas mit Logistik. Wir haben mal in einer Jazz-Combo gespielt, er Bass und ich Gitarre und noch ein paar Leute, aber wir haben irgendwann aufgeh&#246;rt und er ging dann immer alleine nach Hause und eigentlich sehe ich ihn dann auch nur immer alleine an so N&#228;chten wie heute in irgendwelchen Bars hocken. </p>
<p>Wir treten ein St&#252;ck zusammen und er ist wirklich gr&#246;&#223;er als ich und doch nicht viel weniger besoffen. Ich verpass ihm etwa zehn Dinger auf den Oberk&#246;rper und sp&#252;hre seine Rippen unter meinen Fingerkn&#246;cheln, sein Oberk&#246;rper ist ziemlich hart, er atmet immer leicht aus, wenn ihn einer meiner Schl&#228;ge auf die Arme trifft. Ich gucke ihm nicht mal richtig in die Augen, sehe nur die gekreuzten Arme vor mir auf die ich einpr&#252;gele und frage mich wann er endlich schl&#228;gt. Dann bereue ich es sofort geraucht zu habe, denn mir geht schnell der Atem aus. Ich stolper ein paar Schritte zur&#252;ck, und meine Sohlen kratzen auf dem Asphalt. Er kommt nicht sofort hinterher, heute macht er das zum ersten Mal, jedenfalls geh ich wieder auf ihn zu, versuch ihm wenigstens noch ein, zwei unter die Knochen zu schlagen, irgendwas auf die Leber, aber nichts trifft und er steckt auch alles locker weg. Sein erster Schlag trifft meine Faust und die dann meine Luftr&#246;hre, die zweite trifft mein R&#252;ckgrad und ich klapp sofort zusammen und lieg auf dem beschissenen feuchten Parkplatzboden hinter der Kneipe.</p>
<p>Es hat heute Nachmittag geregnet, als ich wach geworden bin, und die Steinchen sind noch nass, die sich in meine Wangen dr&#252;cken. Ich muss schnell wieder aufstehen, wei&#223; ich, nicht weil es peinlich ist auf dem Boden zu liegen, sondern weil der Kampf gelaufen ist und wenn man l&#228;nger liegt und irgendwer kommt vorbei ist das immer auff&#228;llig, au&#223;erdem will ich ihn umarmen, denn f&#252;r sein erstes Mal hat er ganz sch&#246;n ordentlich zugelangt. </p>
<p>Ich steh auf und bin froh meine Beine sicherer als gedacht unter mir zuhaben, aber mein R&#252;cken schmerzt wie die H&#246;lle, er sagt sofort dass es ihm Leid tut, aber wundert sich auch wieso ich ihn so fr&#246;hlich anschaue. Er hat es sofort verstanden und sich nicht angestellt, wir haben auch vorher nicht viel geredet, das is viel wert. Dann nehme ich ihn in die Arme und sage, dass ihm nichts Leid tun brauch und er alles gut gemacht hat.</p>
<p>Ich bin froh, als wir auf dem Bordstein sitzen und noch eine rauchen, w&#228;hrend die n&#228;chsten dran sind. Der Fettsack gegen einen gro&#223;en, aber etwas schlacksigen, d&#252;rren Freund von mir. Die Runde ist schnell vorbei, weil der Fettsack einfach viel zu lahm ist und aufgibt, nachdem er sich kr&#252;mmt. Ich nehm das Bierglas mit nach Hause, und die Nacht ist auch halb rum, auf dem Weg hab ich irgendwie das Gef&#252;hl, auch wenn mein R&#252;cken immernoch schmerzt, dass ich trotzdem ganz zufrieden bin.</p>
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		<item>
		<title>Zynische Filme, Texte, Bilder</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 23:41:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Zynische Filme, Texte, Bilder. Nachrichten, die uns nicht ber&#252;hren, nicht erreichen, weil wir uns schon so weit von uns allen entfernt haben, dass nur noch das Erbarmen des Neuen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><img title="moderne" src="http://www.endlosrekursion.de/wp-content/uploads/2010/11/moderne.jpg" alt="" width="600" height="145" /></p>
<p>Zynische Filme, Texte, Bilder. Nachrichten, die uns nicht ber&#252;hren, nicht erreichen, weil wir uns schon so weit von uns allen entfernt haben, dass nur noch das Erbarmen des Neuen uns unsere Erb&#228;rmlichkeit zeigen kann.</p>
<p>Wir reden &#252;ber Systeme, Anerkunnungsverh&#228;ltnisse und Strukturen und bekommen einen St&#228;nder wenn sie ihre Bluse &#246;ffnet, zeigt, dass sie will. Wollen ist das Wollen der anderen.</p>
<p>Als Postadornopisten nicht Sch&#246;nberg. Der Arschficksong als genau das, was wir verdienen. Dunkellurche der kulturellen Praxis. Konstruktivisten ohne einen blassesten Schimmer, warum wir &#252;berhaupt Gott spielen sollten.</p>
<p>Was wissen wir schon &#252;ber uns. Ziel, Teleologie, onthologische Abst&#252;rze in jedem Atemzug. Wir trauern der Jugend hinterher w&#228;hrend wir noch jung sind und freuen uns endlich am Fenster stehen zu d&#252;rfen und den Konservatismus unserer verlotterten Gesellschaft zusprechen zu d&#252;rfen.</p>
<p>Die Gesellschaft, die wir nie wollten und der wir uns doch immer hingegeben haben. Mit jedem Schluck, jedem Zug an den Stengeln, die uns die Zeit zur&#252;ckgeben, die wir uns stehlen.</p>
<blockquote><p>Der Mensch ist gar nicht gut<br />
Drum hau ihm auf den Hut.<br />
Hast du ihm auf den Hut gehaun<br />
Dann wird er vielleicht gut.<br />
Denn f&#252;r dieses Leben<br />
Ist der Mensch nicht gut genug<br />
Darum haut ihm eben<br />
Ruhig auf den Hut!</p>
<p>Bertolt Brecht</p></blockquote>
<p>Gro&#223;e Worte, gro&#223;e Taten. Zynische Filme, Texte, Bilder. Zynischer Sarkasmus, der uns die Bretter gibt auf denen wir auf dem Ozean unseres j&#228;mmerlichen Zugegenseins &#252;berleben. Nicht nichtig, nicht wichtig, nicht mal wirklich.</p>
<p>Sport, Titten, Facebook, Smartphone, <a href="http://www.jdk.de/kindle/">Kindle</a>, Karriere, Weltfrieden. H&#252;lsen hinter denen wir verstecken, dass die Leere in uns noch viel Gr&#246;&#223;er ist als in unseren Begriffen. Schall und Rauch. Schei&#223; Metapher. Rauch hat die Anmut des Verfl&#252;chtigten. Wir verd&#252;nnisieren uns, laufen weg, suchen nicht einmnal.</p>
<div><span style="color: #0000ee; -webkit-text-decorations-in-effect: underline;"><br />
</span></div>
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		<title>Ich find dir scheiße, Alta!</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 10:55:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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<p>Tabubr&#252;che und inhaltliche Blutgr&#228;tschen sind ja jetzt h&#246;chstselbst von unserem gehegten und gesellschaftlich gepflegten K&#228;seblatt endlich wieder salonf&#228;hig gemacht worden und auch wenn dieser Salon eher die Spie&#223;erkneipe und die nach Pisse riechende Pommesbude von Nebenan entspricht, so  ist das doch jetzt hoffentlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px initial initial;" title="deutschland" src="http://www.endlosrekursion.de/wp-content/uploads/2010/11/deutschland.jpg" alt="deutschland" width="600" height="401" /></p>
<p>Und da wir ja jetzt d&#252;rfen, ledern wir doch Mal los. Gegen alles, was bei drei nicht auf den B&#228;umen ist, da wo die alle hingeh&#246;ren. Schmarotzer, Arbeitsplatzwegnehmer und Drogenbarone, die mit ihrer ganzen verkommenen Lebensweise, die sich in Form von Hakennasen und Kopft&#252;chern tiefschwarz in ihre Haut eingebrannt hat, unsere Deutsche Kultur zerst&#246;ren und wir gedissten deutschen Opfer so sehr leiden, dass wir endlich mit gutem  Grund unsere Kinder auf Privatschulen und sonstige innerdeutsche Zirkel schicken k&#246;nnen. Weit weg von allem, was unsere Mitte angreift mit D&#246;nerspie&#223;en und fremdklingenden Gebeten, die so gar nicht in unsere allm&#228;chtige Litanei passen wollen. Wir werden nicht weglaufen, nicht in unserem eigenen Land. Und wenn es uns zu bunt wird, dann besorgen wir uns eben wieder einen F&#252;hrer. Nur damit ihr es wisst. Pack.</p>
<p>Wir finden euch n&#228;mlich schei&#223;e. Wir verstehen euch n&#228;mlich nicht, haben Angst und haben noch mehr Angst davor, einfach zu sagen, wir h&#228;tten Angst oder verst&#252;nden etwas nicht oder w&#252;rden euch einfach nur schei&#223;e finden.</p>
<p>So erfinden wir Paradigmen und Dogmen, Statistiken und Rassen. Wir k&#246;nnen das, wir sind n&#228;mlich schlau. Nicht so verwilderte Analphabeten wie ihr es seid. Weshalb ihr uns auch all die tollen Arbeitspl&#228;tze wegnehmen, die wir statt diesem fremden, von ausw&#228;rts imperialistisch an unsere Mitte eingebrachten Yoga, aus&#252;ben wollen. M&#252;llmann als Ausgleich zur hochwissenschaftlichen Intelligenzelite, die die ganze Welt beherrscht mit Banken, Nato und Exporten.</p>
<p>Wir brauchen euch nicht, wann versteht ihr das endlich. Geht, geht in Gottes Namen. Aber unsere Gottes, eurer ist nur ein sp&#228;terer Ableger und au&#223;erdem nicht der echte. Jahwe, der F&#252;hrer unseres Schwertes gegen alles Ungl&#228;ubige. Schwerter zu Pflugscharen war gestern, Krieg ist, auch wenn keiner hingeht, das ist die Zukunft. Worte als Waffen, Zeitungen als Bomben und der Alltag als Pr&#228;ventionsterror, dem ihr euch nicht entziehen k&#246;nnt.</p>
<p>Ihr habt keine Chance, denn wir sagen euch nicht wie schei&#223;e wir euch finden. Wir sind gut, wir lassen euch das selber denken. Keiner sagt es, nur ihr, ihr Opfer. Und ich, Prophet der deutschen Wahrheit, die der Welt die Augen &#246;ffnet, sodass ihr ausziehen werden, wie Moses aus &#196;gypten.</p>
<blockquote><p>Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,<br />
Wenn nicht die Mutter dorten w&#228;r;<br />
Das Vaterland wird nie verderben,<br />
Jedoch die alte Frau kann sterben.</p>
<p>Heinrich Heine</p></blockquote>
<p>Wir Deutschen sind so armselig in unserem Ringen nach Werten, nach der Mitte, nach Identit&#228;t nach dem Unsagbaren, dass wir nicht Mal unterscheiden k&#246;nnen zwischen uns, den anderen, Gef&#252;hlen und Verallgemeinerungen, Statistiken und Polemik. Wir verarschen uns so derma&#223;en selbst, dass mir nicht mehr viel einf&#228;llt als sarkastisches Gegenschreien.</p>
<p>Wo ist denn unser Hirn geblieben, liebe Mitb&#252;rger? Ich find dir schei&#223;e, Deutschland. So bin ich lieber Kanacke, Missgeburt der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Heimatlos und deshalb unverbunden mit all den kruden Vermutungen und Spekulationen, die in ihrer wirrend Geisteshaltung nur eines wiederspiegeln: wenn es drauf ankommt, haben wir ebensowenig aus der Geschichte gelernt, wie wir darauf pochen, dass es ganz wichtig sei, aus ebendieser zu lernen.</p>
<p>Waldmannsheil Thilo.</p>
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