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      <title>ernst schmiederer schreibt</title>
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      <description>ES schreibt. Hier über Ausländer. Also auch über Österreicher im Ausland. es@ernstschmiederer.com</description>
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      <copyright>Copyright 2009</copyright>
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         <title>Anstiftung zur Leidenschaft</title>
         <description>Der Kurator und Kunsthistoriker Jasper Sharp, 34, führt Novizen in die Feinheiten einer Sammlerexistenz ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt noch einen anderen Jasper Sharp. Mit dem werde ich gelegentlich verwechselt. Auch der stammt aus Großbritannien, ist etwa so alt wie ich und publiziert ebenfalls, allerdings als Experte für Animationsfilm und japanische Pornografie. Ich bin also der Jasper Sharp aus Wien.

Die Stadt ist mir ans Herz gewachsen, seit ich meiner österreichischen Frau wegen hergezogen bin. Nach meiner Schulzeit in einem britischen Internat und vier Jahren Jurastudium kam ich als Praktikant ins Auktionshaus Christie’s in Paris. Bald wusste ich, dass ich das Falsche studiert hatte. Mit einer Diplomarbeit über die &lt;em&gt;Poesie von Degas&lt;/em&gt; konnte ich das korrigieren. Seither fesselt mich die Kunst. Sechs Jahre lang arbeitete ich für Peggy Guggenheims Sammlung in Venedig und war auch für den US-Pavillion der Biennale verantwortlich. Ein Jahr verbrachte ich als Kurator in der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary von Francesca Habsburg. So ist das Sammeln meine Leidenschaft geworden. 

Gerade starte ich mein Projekt &lt;a href="http://www.thecollective.at"&gt;„Collective“&lt;/a&gt;. Ich lade zwölf Personen ein, mit mir die Feinheiten des Sammelns zu erkunden. Wien hat eine beeindruckende Museenlandschaft. Es gibt eine große Anzahl guter Galerien. Die Stadt ist die Heimat von vielen großartigen Künstlern, nicht wenige davon sind zugezogen. Dennoch fällt auf, dass sich Wien bis heute nicht von der Vertreibung der großen jüdischen Kunstsammler erholt hat. Das will ich gemeinsam mit der hiesigen Kunstszene ändern. Die Stadt Wien unterstützt uns dabei mit einer finanziellen Förderung der Agentur &lt;a href="http://www.departure.at"&gt;Departure&lt;/a&gt;. 

In den vergangenen Jahren ging über die Kunstwelt ein heftiger Geldregen nieder. In der Wirtschaftskrise haben Galeristen endlich wieder Zeit, sich um neue Sammler zu kümmern. Dies ist unsere Chance. Die von mir geladenen Collective-Mitglieder werden  eine Jahresgebühr entrichten. Ich werde das Knowhow einbringen. Wir werden Museen und Künstlerateliers besuchen. Ich baue eine Bibliothek zu Geschichte und Praxis des Sammelns auf. Internationale Experten werden uns zur Seite stehen. Wir reisen ins Ausland und laden interessante Persönlichkeiten zu regelmäßigen Dinners. So soll die für das Sammeln unabdingbare Leidenschaft entfacht werden. Den Erfolg werde ich nicht daran messen, ob die Teilnehmer am Ende große Sammlungen zusammenkaufen; mir geht es nicht darum, Provisionen zu verdienen. Wichtig ist, dass diese Menschen das Rüstzeug erhalten, um sich verantwortungsvoll dem Sammeln verschreiben zu könnnen. 

Manche Menschen sehen eine weiße Fläche an der Wand über ihrem Sofa und suchen nach passenden Bildern, um die Leere zu füllen. Das hat mit Sammeln nichts zu tun. Wer hingegen ein Bild kauft, für das er keinen Platz hat, der ist ein Sammler. Der weiß, dass er sich mit dem stetig wachsenden Fundus ein Problem schafft - wenn auch ein sehr luxuriöses.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/09/anstiftung_zur_leidenschaft.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/09/anstiftung_zur_leidenschaft.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Wed, 02 Sep 2009 16:15:56 +0100</pubDate>
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         <title>Künstler Nr. 1207</title>
         <description>Der Tänzer Baris Dilaver, 33, nutzt eine Rehabilitationsphase zur Produktion eines Dokumentarfilms.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Zwillingsschwester wollte Ballerina werden, während ich von einer Karriere als Pianist träumte. Schon bald haben wir unsere Träume getauscht. Sie ist Sängerin geworden - und ich begann als Zehnjähriger eine klassische Balletausbildung in meiner Heimaststadt Istanbul. Dort war ich in einer Klasse mit neun anderen Buben, die der Lehrer in einem Waisenhaus rekrutiert hatte, um ihnen mit dem Tanz eine berufliche Zukunft zu ermöglichen. Es gab eine umfangreiche Sammlung von Tanzvideos, in der wir uns häufig bedienten. Früh schon wusste ich, dass ich eines Tages in Wien oder New York tanzen wollte. Nachdem mir die türkische Tänzerin Nilay Yesiltepe, die einst mit Rudolf Nurejew auf der Bühne gestanden war, zu einer Audition in Deutschland und damit zu einer Ausbildung an der Stuttgarter John Cranko-Schule für Ballet verholfen hatte, öffnete sich diese Welt für mich.

Zwei Jahre hindurch tanzte ich im Wiener Staatsopernballet große Rollen wie den Puck in John Neumeiers &lt;em&gt;Sommernachtstraum&lt;/em&gt;. Ich arbeitete mit Choreographie-Legenden Renato Zanella und William Forsythe. Ich teilte die Bühne mit großartigen Tänzern wie Brigitte Stadler und Vladimir Malakhov und wurde Solotänzer an der Wiener Volksoper. Tanzstücke wie Lizz Kings &lt;em&gt;Caravaggio&lt;/em&gt; mit der Rolle des Cupido weckten mein Interesse für modernen Tanz. Obendrein entdeckte ich in jenen Jahren den Film als Ausdrucksmedium und begann, die Arbeit von Künstlern wie Ismael Ivo zu dokumentieren.

Heute mündet all das in ein großes Dokumentarfilmprojekt. Nach meiner klassischen Karriere bekam ich das Angebot, im Cirque du Soleil als erster Tänzer in der Produktion &lt;em&gt;Dralion&lt;/em&gt; mitzuwirken. Anschließend war ich über zwei Jahre lang in &lt;em&gt;Delirium&lt;/em&gt; engagiert, der bis dahin größten Produktion des Cirque, mit der wir in 150 Städten gastierten. Da herrscht ein unvorstellbares Tempo, 12 Tourbusse und 22 Trucks sind unterwegs. Jeden dritten Tag kommt man in eine neue Stadt. Die größten Bühnen wie etwa der Madison Square Garden in New York sind ausverkauft. 

Diese Erfahrung hat mein Leben nachhaltig verändet. Nach diversen Knie-, Schulter und Ellbogen-Operationen bin ich nun seit zwei Jahren rekonvaleszent. Eine Zeit, die ich intensiv genutzt habe: Die ganze &lt;em&gt;Delirium&lt;/em&gt;-Produktion hindurch habe ich Videoaufnahmen gemacht. Jetzt bin ich bei der Endfertigung meiner autobiografischen Dokumentation &lt;em&gt;Delirium – Through the Eye of the Artist 1207&lt;/em&gt;. Die 1207 war meine Zimmernummer in Montreal während der drei Monate dauernden Proben zu dieser Produktion. 

Als Künstler konnte ich bisher Asien, Europa und Nordamerika intensiv kennenlernen. In manchen Lebensphasen war meine Umgebung so multikulturell, dass ich mich fast zwangsläufig auf meine Wurzeln besonnen habe. Da erkannte ich, dass ich inzwischen sehr stark von Wien geprägt bin. Hier habe ich gelernt, das Leben gelassen, aus meiner ganz eigenen Perspektive zu sehen.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/08/post.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/08/post.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Thu, 20 Aug 2009 13:55:34 +0100</pubDate>
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         <title>Mit der Kraft aus dem Inneren</title>
         <description>Die 46jährige Singhalesin Asoka Gassner rüstet sich meditierend für den Alltag, in dem sie Unzufriedenheit in Dankbarkeit verwandelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin Buddhistin und beginne jeden Tag mit einem kleinen, ruhigen Ritual an meinem Altar. Ich bringe Wasser, entzünde ein Teelicht und ein Räucherstäbchen. In meiner Meditation der Allgüte wünsche ich, dass es mir und allen Lebewesen gut gehen möge. Wenn ich dann gegen sieben Uhr das Haus verlasse, ist es, als würde mich mein Unterbewusstsein durch den Tag führen. Es hilft mir, intuitiv das Richtige zu tun, also jedem Menschen mit Respekt und wohlwollend zu begegnen.

Damit bin ich gerüstet für meine Tätigkeit in einem Wiener Neudorfer Unternehmen, das elektronische Komponenten wie Leiterplatten oder Steckverbindungen herstellt. Dort bin ich für Beanstandungen zuständig. Wenn ich es schaffe, aus einem unzufriedenen einen dankbaren Kunden zu machen, habe ich gewonnen. 

Zum Durchlüften wandere ich durch das Leithagebirge, ganz allein, zwei, drei Stunden nur mit meinem Rucksack. Weil meine beiden Kinder auch gut integriert sind, fühle ich mich wirklich wohl hier. Ich habe in diesem Land mein zweites Zuhause gefunden.

Meine Kindheit habe ich in einem Vorort von Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, verbracht. Wie Mogli, sage ich meinen Kindern manchmal: Im Garten standen Guaven- und Mangobäume. Mit Seilen kletterten wir auf Kokospalmen. Schon damals habe ich davon geträumt, in Paris Französisch zu lernen. Die Kurse waren aber unbezahlbar für meine Eltern, die vier Kinder ernähren mussten. Später investierte mein Vater dann doch ein Monatsgehalt in einen Sprachkurs für mich - das sei meine Mitgift, betonte er. Als sich die Möglichkeit bot, mit einem Stipendium nach München zu gehen, war ich nicht mehr zu halten. Am Reisetag schloss ich nachmittags mein Bachelorstudium mit der letzten Prüfungen ab und saß am Abend bereits im Flugzeug. Bis dahin hatte ich keine einzige Nacht außerhalb meines Elternhauses verbracht. 

Weil ich erkannt habe, dass Armut nur durch Bildung zu bekämpfen ist, unterstütze ich ein Schulprojekt in Sri Lanka, Sri Siddharta Maha Vidyalaya. 160 Kinder werden dort bis zur 10. Klasse unterrichtet, 30 davon sind Vollwaisen. Diese Ärmsten der Armen haben nur diese Chance. Als ich ein Mädchen fragte, was sie sich von mir wünsche, antwortete es: ein liniertes Heft. Seitdem fördere ich gemeinsam mit meiner Schwester dieses Projekt. Wir haben Materialien gespendet und helfen bei Renovierung und Ausbau. Zuerst waren Stromleitungen und Steckdosen dran. Jetzt bemühen wir uns, dass die Bibliothek Regale bekommt. 
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/08/mit_der_kraft_aus_dem_inneren.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/08/mit_der_kraft_aus_dem_inneren.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Thu, 20 Aug 2009 13:51:39 +0100</pubDate>
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         <title>Auf den Barrikaden</title>
         <description>Der 44jährige Grafikdesigner Carlos Toledo verschmilzt in seinen Projekten Kunst mit Politik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht auf eine Entscheidung meines Vaters zurück, dass ich mit 18 Jahren nach Österreich kam. Als Linker und Antiamerikaner wollte er den Einfluss des Kapitalismus auf seinen Sohn beschränken und schickte mich in die österreichische Schule. Dort legte ich dann auch die Matura ab.

Seit mehr als zehn Jahren betreibe ich in Wien mit meiner Freundin Eva Dertschei ein Studio für Grafikdesign. Wir gestalten Ausstellungen und machen Kunst. Dabei geht es uns immer um ein politisches Statement. Für das Jubiläum des 40-jährigen Bestehens des Neuen Berliner Kunstvereins haben wir unter dem Titel &lt;em&gt;Kunst und Öffentlichkeit&lt;/em&gt; die Straße in den Ausstellungsraum geholt. Wir haben vier Meter lange Rohre zu Kunstbarrikaden aufgetürmt. Die Bilder hängen nicht an der Wand, sondern sind Teil dieser Barrikaden. 

Ein anderes Projekt konnten wir vor dem Neubau des Klagenfurter Bezirksgericht realisieren. Wir ließen überdimensionierte Bleisatzbuchstaben aus Beton gießen, überzogen diese mit Aluminium und formten daraus spiegelverkehrt das Wort GERICHTSPRACHE. Auf der Oberseite des Buchstaben S durchbricht ein v-förmiger Hatschek die glatte Oberfläche. So ist auch eine slowenische Lesart möglich. Dieses Werk steht jetzt für die nächsten 30 Jahre weithin sichtbar in der Landschaft.

Bei dieser Arbeit wurde mir klar, dass zwischen Kärnten und Guatemala Parallelen bestehen: die politische Rechte ist omnipräsent, Ausgrenzung von Minderheit gehört zum Alltag. In Kärnten sind davon vor allem die Slowenen, in Guatemala ist die indigene Bevölkerung betroffen. Sowohl bei den Slowenen wie auch bei den Indigenen produziert dieser Zustand sehr widerständige Strömungen, die viel kosmopolitischer sind als die Vertreter der herrschenden Macht. Mich überrascht daher nicht, dass ich in der slowenischen Minderheit in Kärnten gute Freunde gefunden habe.

Dreißig Jahre Krieg in Guatemala haben eine Million Vertriebene hinterlassen, 150.000 Menschen sind ins Ausland geflüchtet. Viele Guatemalteken haben engere Beziehungen zu Los Angeles oder New York City als zu den Großstädten Lateinamerikas. In meinem Selbstverständnis sehe ich mich daher nicht als Lateinamerikaner, sondern als Mittelamerikaner. 

Dennoch muss ich der spanische Entwicklungszusammenarbeit zugutehalten, dass sie die künstlerische Avantgarde maßgeblich fördert. Dadurch ergibt sich auch für uns die Möglichkeit, in Guatemala zu arbeiten. Zuletzt realisierten wir eine Installation zum Thema Streik, die auch eine Reminiszenz an meinen Großvater ist. Er schrieb als Gewerkschafter eine Analyse über die Rolle der Schriftsetzer in der Revolution von 1944. Das waren ja lange die bestgebildeten Arbeiter. Und zwar in allen Kulturen, wie die Beispiele von Benjamin Franklin oder Franz Jonas zeigen.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/08/auf_den_barrikaden.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/08/auf_den_barrikaden.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Thu, 20 Aug 2009 13:50:41 +0100</pubDate>
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         <title>Eine vollendete Begleitung</title>
         <description>Der Weltklasse-Sommelier Aldo Sohm, 38, kredenzt seinen Gästen im Gourmet-Tempel Le Bernadin Grünen Veltliner.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bereits in meinen ersten Praktikumstagen als Koch war mir klar, dass die Küche nicht meine Welt ist. Dieser Lärm, dieses Geschrei, diese Aufregung. Alles Wahnsinnige, habe ich mir gedacht, als ein Kollege mit den Fritierkörben um sich warf. Ich wechselte ins Service und fühlte ich mich sofort wohl. Bis heute fasziniert es mich, die Bedürfnisse eines Gastes nach bestem Wissen zu befriedigen. Mein größtes Manko damals: Ich hatte keine Ahnung von Wein, mein Horizont endete bei Bacardi-Cola. Wollte jemand eine Weinempfehlung, musste ich herumreden. Bei meiner nächsten Stelle, im Hospiz am Arlberg, freundete ich mich mit dem Kellermeister an und nutzte die tägliche Zimmerstunde zum Verkosten. Drei Wintersaisonen hindurch ließ ich Tag für Tag meine Verkostungsnotizen kontrollieren. Als ich später den Präsenzdienst als Grenzschützer im Burgenland absolvierte, ging ich in meiner freien Zeit in Uniform zum Weinkosten.

Vor zehn Jahren konnte ich einen Sommelier-Wettbewerb beobachten. Grundsätzlich braucht man eine Menge Wissen, muss sich beim Blindverkosten bewähren und seine Kreativität beweisen, wenn man Weine zu bestimmten Speisen empfiehlt. Was sich da aber an Druck aufgebaut und in Blitzlichtgewittern entladen hat, ließ mich zurückschrecken. Das, habe ich mir geschworen, wirst du dir nie antun. Zum Glück fasste ich dann doch Mut. Vier mal konnte ich seither den Titel „Bester Sommelier Österreichs“ erringen. Als ich nach New York ging, verstanden viele meiner Freunde nicht, warum ich aufgebe, was ich erreicht hatte, nur um wieder ganz unten zu beginnen. Meine  Antwort: That’s life! Wer immer auf Nummer sicher geht, bringt sich um die besten Chancen. Ich hätte es sonst nie zum „Best Sommelier in America“ und nie zum „Best Sommelier in the World“ gebracht. Vor allem wäre der „James Beard Award“ an mir vorbeigegangen. Für diesen Oscar des Restaurant-Business wurde ich nominiert und von einer Jury gewählt. Bei der Verleihung sind die ganz Großen wie Daniel Boulud und Alain Ducasse anwesend. Dass ich dort für mein „Outstanding Wineservice“ im Le Bernadin ausgezeichnet wurde, ist die Krönung meiner Karriere.

Mein Arbeitsalltag beginnt unspektakulär, mit Einkäufen, Verkostungen und dem Arrangieren der Weinbegleitung. Man sagt, dass der Wein zum Gericht passen muss. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Wenn eine Seite immer gibt und die andere nur nimmt, dann geht jede Beziehung in die Brüche. So ist es auch hier. Wer bei uns im Le Bernardin Thunfisch bestellt, etwa ein Kampachi Tartar mit japanischen Gurken und  Zitronen-Vinaigrette, dem empfehle ich einen Grünen Veltliner Steinsetz vom Schloss Gobelsburg. Die Weinsäure durchschneidet den Fettgehalt des Fisches so aktiv, dass sich am Gaumen das Zitronige aus dem Wein und aus der Vinaigrette treffen können. Perfekt. Wenn die Gäste an dieser Kombinationen Gefallen finden, hat sich meine Mühe gelohnt. 
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/08/eine_vollendete_begleitung.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/08/eine_vollendete_begleitung.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Thu, 20 Aug 2009 13:25:14 +0100</pubDate>
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         <title>Ruhe in Frieden</title>
         <description>Der Schriftsteller Adam Zielinski wurde zum 80. Geburtstag mit dem Manès Sperber-Würdigungspreis für Leben und Werk ausgezeichnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin in Stryj aufgewachsen, einer Kleinstadt, 80 Kilometer südlich von Lemberg, in der westlichen Ukraine. Von den 19 000 Juden, die einmal dort zuhause waren, haben 42 den Holocaust überlebt. Einer davon bin ich.

Es fällt auf, dass meine Heimat viele Schriftsteller hervorgebracht hat. Ludwig Begleiter, mit dem ich noch gespielt habe, wurde als Louis Begley weltbekannt. Aus Pesach Stark, ebenfalls aus Stryj gebürtig, wurde der berühmte polnische Journalist und Autor Julian Stryikowski. Und Iwan Franko, der Sohn des Dorfschmieds, ist einer der bekanntesten ukrainischen Dichter. Wo wir aufgewachsen sind, zählte nur eines: das Wissen. Man verlangte etwas von den Kindern, sie sollten lernen. Ich habe 200 Gedichte memoriert. Stark beeindruckt war ich von den wandernden Erzählern, die umher zogen, und ihre Geschichten zum Besten zu geben. Faszinierend war, wie eng die jüdischen Erzähler den Kontakt zu den Zuhörern halten konnten. Sie gingen durch die Bankreihen und hielten so die Spannung aufrecht. Mein Erzähldrang geht wohl auf diese Erlebnisse zurück. Leider verstand ich die Sprache der Erzähler nicht. Mein Vater, ein assimilierter Rechtsanwalt, sorgte nicht dafür, dass sein einziger Sohn Hebräisch oder Jiddisch lernte. Abends ging er mit mir auf den Korso, um mich im Gespräch zu bilden. Er wollte einen kleinen Spinoza aus mir machen. Leider blieb bei den Spaziergängen nicht viel Zeit für mich, weil man ihn ständig grüßte. Dennoch verdanke ich ihm, was ich im Leben erreicht habe.

Mein Vater wurde im September 1941 nach dem Einmarsch der Wehrmacht mit hundert anderen kleinstädtischen Intellektuellen verhaftet. Im nahen Holobutow hat man sie alle erschossen. Meine Mutter, die mich über alles liebte, verstarb bald darauf. Mit 13 war ich Vollwaise. Bis Kriegsende hielt ich mich in Lemberg über Wasser und konnte schließlich in Krakau studieren. Nach Holobutow zu kommen, um das Grab meines Vaters zu finden, ist mir damals nie gelungen.

Erst 1998 – da hatte ich drei Jahrzehnte als Geschäftsmann hinter mir und war längst als Schriftsteller tätig – bot sich die Gelegenheit, den Ort zu besuchen. Ich hatte Jahre zuvor meine Erzählung Holobutow geschrieben und mir ausgemalt, wie es dort sein müsste – »wie eine Kulisse für Bilder von Chagall«, hatte ich formuliert. Als ich nun mit einem polnischen Fernsehteam nach Holobutow kam, war alles genau so. Sogar die berühmte Ziege war da. Jede Hütte neigte sich in eine andere Richtung. Dort, wo mein Vater und die anderen Männer im Massengrab ruhen, haben wir einen Obelisk errichtet, einen Stein aus dem Vernichtungslager Belzec. Auf dem steht in drei Sprachen: Shalom. Ruhe in Frieden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/06/ruhe_in_frieden.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/06/ruhe_in_frieden.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Sun, 21 Jun 2009 13:07:44 +0100</pubDate>
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         <title>Auf die Couch während der Krise</title>
         <description>Die 58jährige Psychotherapeutin Mercedes Bourgeot arbeitet besonders gerne mit Frauen aus anderen Kulturen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich komme aus der linken Tradition. Wilhelm Reich, Körperarbeit, an den Aggressionen arbeiten, Psychotherapie mit politischem Bewußtsein zu verbinden - das war mein Programm. 1984 habe ich mit biodynamischen Massagen begonnen und dann 13 Jahre lang mit Kollegen Gruppentherapien angeboten. Inzwischen ist alles anders. 

Die Forschung hat gezeigt, dass Erlerntes im Gehirn Prägungen hinterlässt, wodurch man immer wieder auf bestimmte Gefühlszustände zurückfällt. Schon deswegen will ich Wut oder Aggression nicht mehr zum Ausgangspunkt einer Therapie machen. Ich konzentriere mich heute auf das Positive. Ich will Menschen unterstützen, die sich selbst zum Wohlfühlen verhelfen wollen. Ich schlage ihnen vor, den Tag möglichst schön zu beginnen, weil sie davon den Rest des Tages profitieren. Sie sollen lernen, sich selbst zu achten und womöglich gar Liebe zu empfinden.

Früher hatten wir im linken Jargon eine gemeinsame Sprache. Da kamen Menschen zu mir, die an sich arbeiten wollten. Wachstumsarbeit nannten wir das. Heute kommen Patienten, die sagen: der Arzt schickt mich. Sie brauchen eine Krankheit, eine Diagnose, damit die Krankenkasse die Thearpiekosten übernimmt. Das birgt die Gefahr, dass wir auf das Kranksein starren, anstatt an den großartigen Potentialen des Einzelnen zu arbeiten.

Viele meiner Klienten kommen aus der Intellektuellenszene. Viele sind Ausländerinnen. Besonders faszinierend ist die Arbeit mit meinen türkischen und algerischen Klientinnen. Das sind moderne Frauen, die studiert haben und sehr aufgeklärt sind. Die wollen frei sein und haben im Kopf alles geklärt. Und dennoch gelingt das Leben nicht so, wie sie sich das vorstellen. Sie sind zerrissen, weil die kulturellen Einflüsse plötzlich aus einer ganz anderen Ecke wieder auf sie zukommen. Sie entwickeln ein schlechtes Gewissen, weil sie sich nicht der Norm entsprechend verhalten. Diese Art von Zerrissenheit liebe ich – vermutlich, weil ich sie als Ausländerin selbst kenne.

In Zeiten der Krise kommt eine besondere Herausforderung auf uns zu: Alle haben Angst. Menschen, die besser abgesichert sind, als ich es bin, kommen mit Krisenängsten zu mir. Ich ertappe mich dabei, selbst Angst zu haben. Meine Honorare sind sozial gestaffelt: Diejenigen, die Geld haben, zahlen gut; von den Kassenpatienten nehme ich, was die Kasse gibt; bei jenen, die wenig haben, gehe ich mit dem Preis runter. Jetzt fürchte ich manchmal, dass ich nicht genug verdienen werde, wenn die wohlsituierten Patienten sparen. Früher war mein Leben Rebellion pur und Geld unwichtig. Ich muss gestehen, dass sich das geändert hat: Heute ist Geld wichtig, auch für mich.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/05/auf_die_couch_wahrend_der_krise.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/05/auf_die_couch_wahrend_der_krise.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Sat, 30 May 2009 14:45:36 +0100</pubDate>
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         <title>Flucht eines Pragmatisierten</title>
         <description>Der 59jährige Internist Jonas Zahler leitet die Ambulanz für Präventivmedizin im Herzliya Medical Center.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war eine Art Midlife Crisis, die mich unruhig machte. Als Oberarzt am Wiener AKH wäre ich bis ans Ende meiner Tage pragmatisiert gewesen. Ich war zudem ärztlicher Leiter des Maimonides Zentrums, Vizepräsident der Kultusgemeinde und Kandidat der SPÖ zum Wiener Gemeinderat. Kurzum, ich hatte ein erfülltes Leben. Doch einmal, so dachte ich, müsste noch etwas Neues kommen. Weil meine Frau und ich beide jüdisch sind, war Israel die naheliegende Wahl. Ich ließ mich auf ein Jahr karenzieren und wir zogen mit unseren drei Kindern los. Schon nach einem Monat war klar, dass ich nicht zurück gehen würde. Als ich meine Kündigung am AKH übermitteln wollte, wusste der Sachbearbeiter in der Zentralbesoldungsstelle nichts mit mir anzufangen: Er könne sich nicht erinnern, dass je ein pragmatisierter Beamter gekündigt hätte.

Israel hat es uns leicht gemacht. Die Kinder haben in kürzester Zeit Hebräisch gelernt und waren schnell integriert. Das Dazugehören muss sich hier keiner erkämpfen. Man ist willkommen, und jeder bestätigt einem das. Vom Einwanderungsland Israel lässt sich viel lernen. 

Natürlich vermisse ich Wien. So wie jeder Mensch Vater und Mutter hat, so habe ich auch zwei Staatsangehörigkeiten: Israel ist meine Mutter. Dass mir der Vater manchmal fehlt, ist normal. Wenn mir gelegentlich eine Bekannte, die öfter nach Wien reist,  frische Kaisersemmeln bringt, freue ich mich sehr. Ich war in Wien immer vom Wunsch getrieben, dazu zu gehören. Meine Familie ist eine typisch österreichisch-ungarische Mischung. Meine Großeltern wurden in Auschwitz ermordet. Ich bin im ersten Bezirk aufgewachsen und wollte immer beweisen, dass ich ein echter Österreicher sei. Ich war beim Bundesheer und Skilehrer am Semmering - und gehörte doch immer zur Minderheit. Das war nicht immer von Nachteil, weil man als Exot ja mitunter auch einen Bonus zugesprochen bekommt. Trotzdem ist es anstrengend.

Jetzt bin ich seit 15 Jahren Teil der Mehrheit, lebe also eine Mainstream-Existenz. Wir sind eine typisch israelische Familie. Meine Kinder absolvieren selbstverständlich ihren Militärdienst. Meine Frau, eine Psychologin, führt gemeinsam mit einer argentinischen Juristin eine Boutique. Und ich leite die Ambulanz für Präventivmedizin im Herzliya Medical Center, einem Privatspital in der Peripherie von Tel Aviv. Ausserdem bin ich als Vertrauensarzt der österreichischen Botschaft in den Pensionsangelegenheiten der Altösterreicher tätig.

Einmal im Jahr besuche ich Wien. Wenn ich ins Kaffeehaus gehe, habe ich das Gefühl, dass sich nicht viel verändert hat. Da sitzen dieselben Leute wie im Jahr zuvor. Wenn ich nach ein, zwei Wochen wieder nach Israel zurückkehre, ist dort alles anders. Es gibt neue Geschäfte. Einen neuen Krieg. Eine neue Regierung. Man versäumt hier viel, wenn man kurz mal weg ist.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/05/flucht_eines_pragmatisierten.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/05/flucht_eines_pragmatisierten.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Sat, 30 May 2009 14:12:02 +0100</pubDate>
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         <title>Spanisch, wenn es um die Liebe geht</title>
         <description>Die 29jährige Lyrikerin Zwetelina Damjanova unterstützt Migranten bei der Integration in die Wiener Wirtschaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin 1987 als Achtjährige mit meiner Familie nach Wien gekommen. Mein Vater hat als Journalist für Sophiapress gearbeitet, meine Mutter später an der Wirtschaftsuniversität unterrichtet. Weil sie ihre Jugendjahre in Kuba verbracht hatte, gehörte die spanische Sprache so selbstverständlich zu unserem Leben wie die deutsche und die bulgarische. Ich habe früh zu schreiben begonnen, einfach weil mir Sprache wichtig war. Erst im Lauf der Jahre hat das eine Struktur bekommen. Später studierte ich Romanistik und erarbeitete mir als Linguistin eine Innensicht der Sprache. Deutsch beherrsche ich am besten. Vor dem Bulgarischen hatte ich lange Zeit zu große Ehrfurcht. Da ich fürchtete, dass ich das zum Dichten nötige Niveau nicht erreichen würde, wagte ich nicht, bulgarische Poesie zu schreiben. 

Inzwischen habe ich für jeden Bereich meine eigene Sprache. Über Dinge, die aus meiner bulgarischen Welt kommen, schreibe ich auf Bulgarisch: Erinnerungen an meine Großmutter, der Geruch von Tomaten. Liebe und Erotik sind für mich mit der spanischen Sprache verbunden, schon deshalb, weil mein Mann Spanier ist. Zuletzt habe ich an einem großen dreisprachigen Gedicht gearbeitet: Jede Strophe ist in einer anderen Sprache verfasst, die Übersetzung in die anderen Sprachen steht jeweils daneben. 

Meine Liebe zu den Sprachen ist grenzenlos. In meinen Ohren klingen sie alle schön. Das Portugisische etwa - eine wunderbare Mischung aus einer slawischen Aussprache, dunklen Vokalen und vielen Zischlauten – hat mich so angezogen, dass ich es auch studiert habe.

Derzeit verlege ich meine literarischen Ambitionen in die Nachtstunden, weil ich hauptberuflich den Verein „Wirtschaft für Integration“ führe. Wir wollen Migranten bei der Integration in die Ökonomie der Stadt unterstützen. Es gibt viele Menschen in Wien, die eine gute Ausbildung aus ihren Herkunftsländern mitgebracht haben, diese aber wegen mangelnder Sprachkenntnisse oder Komplikationen bei der Anerkennung von Zeugnissen nicht nützen können. Es ist nicht nur tragisch, sondern auch unwirtschaftlich, wenn man die Potentiale von Menschen mit Berufsabschlüssen vergeudet, in dem man sie in Hausfluren Prospekte verteilen lässt.

Männer mit Migrationshintergrund haben es besonders schwer, eine legale Beschäftigung zu finden. Frauen bringt man meist einen Vertrauensvorschuss entgegen, so dass sie Kinder betreuen oder Kranke pflegen dürfen. Einem erwachsenen Mann stehen solche Jobs nicht offen. Umso wichtiger ist es, dass wir uns bemühen, solche Menschen in das Wirtschaftsleben zu integrieren.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/04/spanisch_wenn_es_um_die_liebe_geht.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/04/spanisch_wenn_es_um_die_liebe_geht.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Thu, 02 Apr 2009 17:31:20 +0100</pubDate>
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         <title>Im Dschungel helfen</title>
         <description>Die 27jährige Projektmanagerin Elisabeth Reinthaler leitet ein Flüchtlingscamp für Kinder aus dem benachbarten Burma.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war vor Kurzem in Mae Sot, einem kleinen Ort im Nordwesten Thailands, direkt an der Grenze zu Birma. Weil es dort Hilfsorganisationen, Schulen und Spitäler gibt, nutzen viele Birmanen die Chance, um vor dem Militärregime zu flüchten. Sie nehmen dabei in Kauf, dass sie allenfalls als illegale Arbeitskräfte geduldet werden. Sie haben keine Ausweispapiere und werden wie Schmarotzer behandelt. Regelmäßig vertreiben die Behörden in spektakulären Großeinsätzen hunderte Flüchtlinge wieder aus dem Land. 

Ich war in Mae Sot, um bei anderen Hilfsorganisationen zu erfahren, wie sie ihre Arbeit organisieren und Probleme lösen. Mae Sot ist das Epizentrum des Flüchtlingselends. Alles ist dort auf Birma ausgerichtet: In den Restaurants und an den Straßenständen wird birmanisch gekocht, und in den Cafes kleben „Free Burma“-Sticker. 

Ich selbst arbeite in Pa Deng, einem Nest im Süden von Thailand, mitten im Dschungel. Hier leite ich, nur acht Kilometer von der birmanischen Grenze entfernt, im Auftrag des Hilfswerks Austria International und der in Hongkong ansässigen Spendenorganisation Karen Kids Society ein Zentrum, indem etwa 80 Kinder im Alter zwischen drei und 16 Jahren betreut werden. Die Karen sind nach den Birmanen und den Shan die drittgrößte Bevölkerungsgruppe Birmas. Sie werden brutal verfolgt: Militärs brennen ihre Dörfer nieder, Männer werden erschossen, Frauen vergewaltigt. Unter den 600.000 Heimatvertriebenen, die in Thailand Zuflucht suchen, sind die Karen die größte Gruppe.

In Pa Deng bin ich die einzige Ausländerin, alle hier nennen mich Sister Elisabeth. Ich habe sieben bezahlte Mitarbeiter, vom Koch über den Hausmeister bis zum Übersetzer. Wir betreuen die Kinder  und betreiben diverse Infrastrukturprojekte. Wir wollen einen Brunnen schlagen, damit wir nicht mehr mühsam das Wasser vom Fluss in das Lager heraufpumpen müssen. Sobald genügend Spenden beisammen sind, wollen wir auch einen Schulbus anschaffen. Ausserdem werden wir die eigene Lebensmittelproduktion ausbauen - fürs Erste mit einer Hasenzucht, einem Hühnerstall und einem Gemüsegarten. 

Manche Kinder sind seit drei Jahren im Camp, andere sind so neu hier, dass ihre Beine  von den tagelangen Märschen noch zerschunden sind. Die Eltern sind häufig noch in Birma oder leben in der Nähe unseres Zentrums. Einige Kinder sind Waisen oder wurden im Stich gelassen. Die meisten wissen nicht, wann sie geboren wurden. Fast alle kommen ohne Schulbildung ins Camp. Um sie auf ein selbständiges Leben vorzubereiten, wollen wir ein Berufszentrum aufbauen, wo sie als Mechaniker, Elektriker oder Schneider ausgebildet werden.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/03/der_engel_aus_dem_dschungel.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/03/der_engel_aus_dem_dschungel.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Tue, 31 Mar 2009 16:40:04 +0100</pubDate>
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         <title>Der mit dem Possum tanzt</title>
         <description>Der Grafikdesigner Helge Parsch, 66, ist vor zwei Jahrzehnten ausgewandert, um neu zu beginnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie viele andere Menschen auch haben meine Frau und ich in unseren frühen Vierzigern öfter vom Auswandern gesprochen. Ich war Teilhaber eines gutgehenden Wiener Werbestudios und fragte mich, ob das schon alles gewesen sein könnte. Der Erfolg der politischen Rechten schürte unseren Unmut. Schließlich gab eine Gemengelage aus Tschernobyl-Angst, Waldheim-Skandal und Abenteuerlust den Ausschlag: Mit unseren Kindern, sie waren damals sieben, elf und 15 Jahre alt, sowie der 75jährigen Schwiegermutter machten wir uns vor gut zwanzig Jahren auf die Reise.

Heute sind wir Weltbürger mit australischen Pässen. Aus den Kindern sind eine Ärztin, eine Designerin und ein Historiker geworden. Meine Frau und ich betreuen als „Uncle Heck“ und „Aunt Silvia“ am Sydney Design College Studierende aus aller Welt. Aufgrund unser Leistungen wurde uns als Designern ein Ehrendiplom verliehen. In diesen Tagen beschäftigen uns neben den Abschlussfeierlichkeiten am College aber vor allem Revierkämpfe mit den Possums, diesen kleinen australischen Beuteltieren. Die wollen die Holzterrasse vor unserem Haus übernehmen. Die Possums sind zwar possierlich, aber auch heimtückisch, laut und frech. Wenn nötig, vertreiben wir sie mit Wassergüssen.

Wir leben mitten in der Natur in Avalon, einem sehr grünen Stadtteil an den Northern Beaches, die durch die Fernsehserie „Bay Watch“ weltbekannt geworden sind. Wir füttern Regenbogenpapageien und Kookaburras, eine Eisvogelart, die man im Deutschen Lachender Hans nennt. 

Anfang der siebziger Jahre brachte ich mit Freunden die Popzeitschrift „Playback“ heraus. Das Magazin wurde rasch wieder eingestellt, doch verhalf es mir beim Neustart in Sydney zu meinem ersten Job. Es war für die Australier optisch so ansprechend, dass man mir prompt die Artdirektion für das Stadtmagazin „sydney inc.“ übertrug. Damals waren die Australier in Sachen Gestaltung noch nicht so selbstbewusst. Sie glaubten, dass europäisches Design grundsätzlich besser sei als das eigene. Das hat sich längst geändert.

Kaum eine andere Stadt ist so auf ihren Auftritt bedacht wie Sydney. Ob man das Hafenviertel Darling Harbour als Beispiel nimmt, das in seiner Synthese aus Himmel, Wasser und Licht zu einem Anziehungspunkt für Architekten aus aller Welt geworden ist. Oder die Modewoche in Sydney, die australische Strandkultur in alle Welt exportiert. Australisches Design ist tendenziell besonders leicht, lebenslustig, farbig und sommerlich. Gerade in der aktuellen Weltwirtschaftskrise tut das gut.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/03/der_mit_dem_possum_tanzt.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2009/03/der_mit_dem_possum_tanzt.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Fri, 13 Mar 2009 17:26:16 +0100</pubDate>
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         <title>Schöner leben in LaLa-Land</title>
         <description>Die Marketingexpertin Katrin Klausecker, 36, füllt die Konferenzen der Economist Intelligence Unit mit Teilnehmern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während meines Studiums war ich zum ersten Mal in Asien, sechs Wochen Indien mit dem Rucksack. Das war Liebe auf den ersten Blick. Seither fasziniert mich der Kontinent wie kein anderer. Ich habe einige Jahre in New York gelebt und auch dort schon für die Econimist Intelligence Unit gearbeitet. Als ich eines Tages gefragt wurde, ob ich für das Unternehmen nach Hong Kong wechseln würde, gab es kein Halten mehr. Jetzt lebe ich seit drei Jahren hier und habe bereits Malaysia, Taiwan, Indonesien, China, Singapur, Laos, Kambodscha, Vietnam, Indien, Japan und die Philippinen sowohl beruflich als auch privat bereist. 

Wenn ich im Büro bin, verbringe ich meinen Arbeitstag in internen Projektmeetings und conference calls mit Kunden. Unsere „Intelligence Unit“ ist eine Schwester des britischen Wirschaftsmagazins Economist und versorgt Politiker und Wirtschaftstreibende in 200 Ländern mit Informationen. Ich bin dafür zuständig, dass wir unsere Produkte – Konferenzen, Government Roundtables, Analysen – in Asien gut verkaufen. Das ist ein Job, der mich zehn Stunden am Tag in Anspruch nimmt. Der Rest der Zeit gehört mir. 

Ich lebe auf der Insel Lantau in DB, wie das hier jeder nennt: Discovery Bay ist ein kleiner Ort mit ein paar Restaurants, einer Bank, einem Friseur, einem Pub und einem Supermarkt. Statt Autos gibt es Golfcarts. Und auch sonst ist alles eher unasiatisch, wie in einem Resort, LaLa-Land. Discovery Bay wird auch Delivery Bay genannt, weil hier viele schwangere Frauen auf der Straße zu sehen sind, deren Ehemänner als expats für europäische, australische oder amerikanische Firmen in Hongkong arbeiten. Da es für die Ehefrauen meist sehr schwer ist, einen passenden Job zu finden, nutzen manche diese Jahre eben, um Kinder zu bekommen. 

Mich hat es nach DB gezogen, weil die Mieten eher niedrig sind. Hier kann ich mir eine sonnendurchflutete Wohnung leisten, die sich auf fünf Stockwerke erstreckt: auf vier Etagen jeweils ein Zimmer und oben drauf eine Terasse. Ich blicke aufs Meer und sehe auf der anderen Seite der Bucht die Flugzeuge im Landeanflug. Abends um neun gibt es immer ein Feuerwerk, das im nahegelegenen Disneyland abgeschossen wird. Morgens weckt mich das Lärmen der Kakadurs. Das einzige Problem ist die Luftfeuchtigkeit. Ich muss die Klimaanlage rund um die Uhr laufen lassen, weil sonst meine Bücher verschimmeln würden.

Am Anfang schien es mir immer ein bisschen seltsam, in einer asiatischen Stadt westliche Restaurants zu besuchen. Aber Hong Kong ist voll wunderbarer Lokale. Italiener, Inder, Vietnamesen. Besonders gerne habe ich ein französisches Bistro „The Press Room“, das mich an ein ähnliches Lokal in New York erinnert. 
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2008/09/schoner_leben_in_lalaland.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2008/09/schoner_leben_in_lalaland.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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                  <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Hongkong</category>
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         <pubDate>Tue, 16 Sep 2008 14:57:34 +0100</pubDate>
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         <title>Al Gorama - unser Dreamteam</title>
         <description>Wenn Rebellen zur Kooperation laden, wird man Urlaubsvertreter: Hier die zweite Lieferung für den Schweizer Web-TV-Radio-Magazin-Nachrichten-Kultur-Sender rebell.tv: ein Beitrag zum amerikanischen Wahlkampf aus europäischer Sicht: &lt;a href="http://blog.rebell.tv/p8255.html"&gt;Wir sind bereit&lt;/a&gt;!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir, diesseits des Atlantik, sind längst bereit. Wir waren gewiss, dass Hillary Clinton, eine Frau also, das Zeug hätte, im Weißen Haus mit der nötigen Durchsetzungskraft zu agieren. Was Frau Thatcher und Frau Merkel können, so schlossen wir, hätte Frau Clinton auch gekonnt: regieren. 

Jetzt, nachdem uns Hillary als Präsidentschaftskandidatin abhanden gekommen ist, bleiben wir bereit für einen Barack Obama im Weißen Haus. Der Mann wird regieren und seine Hautfarbe wird eine ähnlich geringe Rolle spielen, wie es der katholische Glaube des ersten Katholiken im amerikanischen Präsidentamt getan hat. Wegen seiner Leistungen für den Katholizismus ist John F. Kennedy jedenfalls niemandem in Erinnerung geblieben.
Wir hier sind bereit. So bereit, dass man glauben könnte, wir seien die besseren Amerikaner. Und es scheint, als wüchse unsere eigene Bereitschaft für das, was da kommen möge, immer noch weiter, je öfter wir abwägen, ob die Amerikaner eigentlich bereit sind für einen schwarzen Präsidenten? 

Wir Deutschen, Österreicher, Schweizer müssen uns zum Glück ja keine Gedanken darüber machen, ob ein Mensch mit auffällig anderer Hautfarbe unser Regierungschef werden könnte: das Abstammungsprinzip sorgt in unseren Staatsbürgerschaftsrechten zuverlässig dafür, dass eine Kombination aus dunkler Hautfarbe und, sagen wir mal, österreichischem Pass so selten bleibt wie die blaue Mauritius. Und so sorgen wir uns ersatzweise eben um die anderen. Wir Europäer wären jedenfalls bereit, einen Schwarzen zum US-Präsidenten zu machen. 

Mit politischer Phantasie oder strategischer Weitsicht hat unser diesseitiges Bereitsein nichts zu tun. Eher schon erinnert es an SpongeBob und seinen allmorgendlichen Kampfschrei: „Ich bin bereit, ich bin bereit, ich bin bereit“. Wir schlüpfen in die Rolle des süßen kleinen Schwammkopfs, mutieren also zu Kindern, die in der Erwachsenenwelt alles wieder gut machen wollen.

Unsere Offenheit Obama gegenüber resultiert zum größten Teil wohl aus dem Überdruß mit &lt;a href="http://print.rebell.tv/p127.html"&gt;Bush ...&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2008/06/al_gorama_unser_dreamteam.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2008/06/al_gorama_unser_dreamteam.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Tue, 24 Jun 2008 11:25:56 +0100</pubDate>
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         <title>Draußen im Archiv der "Zeit"</title>
         <description>Drinnen? Draußen? Ein großer Teil der über 100 Portraits aus dieser Serie ist nach wie vor über "Die Zeit" und ihr schönes Online-Archiv zugänglich. Hier ein praktischer &lt;a href="http://www.zeit.de/autoren/S/Ernst_Schmiederer/index.xml"&gt;Link&lt;/a&gt; für Fans.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img alt="DrinnenDrau%C3%9FenZeitarchiv.jpg" src="http://www.ernstschmiederer.com/DrinnenDrau%C3%9FenZeitarchiv.jpg" width="475" height="489" /&gt;

&lt;a href="http://www.zeit.de/autoren/S/Ernst_Schmiederer/index.xml"&gt;So schauts aus!&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2008/06/es_im_archiv_der_zeit.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2008/06/es_im_archiv_der_zeit.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Tue, 24 Jun 2008 11:11:21 +0100</pubDate>
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         <title>Wenn die Schweizer locken</title>
         <description>Große Ehre! Der Schweizer Weltsender rebell.tv wollte von mir wissen, was es mit dem österreichischen Verlierertum auf sich hat. Ich möge Fußball, &lt;a href="http://www.zugastbeiverlierern.at"&gt;Design&lt;/a&gt; und Politik verrühren, um aus der Masse Neues zu machen.  Einen &lt;a href="http://print.rebell.tv/p126.html"&gt;Wochenkommentar&lt;/a&gt; nämlich. Einen &lt;a href="http://radio.rebell.tv/p296.html"&gt;Hörkommentar&lt;/a&gt;, genauer gesagt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu Gast bei Verlierern? Ach, wenn das nur so einfach wäre. 

Also, versuchen wir’s. Zu Gast bei Verlierern. Das ist zunächst eine fette Geschäftsidee. Wie verkauft man Fußballfan-Artikel wenn überall Fußballfan-Artikel verkauft werden? Man entwickelt ein Alleinstellungsmerkmal, ein einzigartiges Verkaufsversprechen. Das hat die Mode-Unternehmerin Stefanie Schöffmann mit ihrer Marke „Zu Gast bei Verlierern“ professionell gemacht. Ihre roten Kappen, Kaputzenjacken, T-Shirts und Sporttaschen sind mir persönlich vielleicht etwas laut. Mir wäre auch nicht wohl bei dem Gedanken, ich könnte jemandem begegnen, der im selben Outfit als Loser gebrandet ist, wie ich selbst. Meinem Steuerberater etwa. Oder dem Religionslehrer meiner Kinder: Ah, auch Sie ein Verlierer! Aber diese individuelle Bedenkenträgerei tut dem Erfolg von Frau Schöffmann keinen Abbruch. Ihre Ware geht in diesen fußballschwangeren Wochen weg wie kaltes Bier. Egal, ob wir Österreicher nun Verlierer sind oder nicht.

Sezieren wir den Erfolg dieser Strategie: die zwei wichtigsten Elemente des Verlierer-Konzepts sind Emotion und Rationalität. Marketing pur, könnte man sagen. 

Emotional trifft die Verlierernummer mitten ins Herz. Es ist, zumal im Sport, berührend, wenn jemand die eigene Schwäche so hemmungslos in den Vordergrund spielt. Und genau darin haben wir Österreicher &lt;a href="http://print.rebell.tv/p126.html"&gt;Übung ...&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2008/06/wenn_die_schweizer_locken.php"&gt;Original Entry&lt;/a&gt;&lt;/b&gt; | &lt;b&gt;&lt;a href="http://www.ernstschmiederer.com/2008/06/wenn_die_schweizer_locken.php#comments"&gt;Comments&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;&lt;img alt="Jetzt online spenden!" src="http://feeds.blinklicht.at/msf-petit1.gif" width="468" height="60" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;small&gt;Eine Website von Ärzte ohne Grenzen &lt;a href="http://www.schnellehilfewirkt.at/?ref=X1012" target="_blank" title="Jetzt online spenden!"&gt;http://www.schnellehilfewirkt.at/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;powerd by &lt;a href="http://www.blinklicht.at"&gt;Blinklicht&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://twitter.com/phreak20/with_friends" target="_blank"&gt;Phreak 2.0&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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         <pubDate>Thu, 12 Jun 2008 17:27:27 +0100</pubDate>
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