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	<title>European-Cultural-News</title>
	
	<link>http://www.european-cultural-news.com</link>
	<description>Lesen was war in der Kulturszene in Wien</description>
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		<title>Das Leben ist eine Folge von Stichen ins Herz</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 08:47:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Ritonja</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Anita Zieher]]></category>
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		<description><![CDATA[George Sand trifft Frédéric Chopin, lautet die derzeitige Produktion des „Portraittheaters“, einem Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat „Personen, die durch ihr politisches, philosophisches, wissenschaftliches oder künstlerisches Wirken oder andere besondere Leistungen eine herausragende Rolle in der Gesellschaft erreicht haben, einem breiteren Publikum durch künstlerische Darstellung vorzustellen. "Einen Schwerpunkt bildet die Porträtierung von herausragenden Frauen, um deren Wirkung oder Bedeutung in der Öffentlichkeit besser sichtbar zu machen.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5902" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/text_sand_photo-09.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-5902 " style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px;" src="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/text_sand_photo-09-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Anita Zieher als George Sand (Foto:©Armin Bardel)</p></div>
<p><a title="George Sand" href="http://de.wikipedia.org/wiki/George_Sand">George Sand</a> trifft <a title="Frédéric Chopin" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%25C3%25A9d%25C3%25A9ric_Chopin">Frédéric Chopin</a>, lautet die derzeitige Produktion des „<a title="Portraittheaters" href="http://www.portraittheater.net/ptheater.php" target="_blank">Portraittheaters</a>“, einem Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat „Personen, die durch ihr politisches, philosophisches, wissenschaftliches oder künstlerisches Wirken oder andere besondere Leistungen eine herausragende Rolle in der Gesellschaft erreicht haben, einem breiteren Publikum durch künstlerische Darstellung vorzustellen. Einen Schwerpunkt bildet die Porträtierung von herausragenden Frauen, um deren Wirkung oder Bedeutung in der Öffentlichkeit besser sichtbar zu machen.“ Soweit die Information laut Website. Dass dieses Ziel auch tatsächlich erreicht werden kann, zeigt noch bis 31. Mai das <a title="Theater Drachengasse" href="http://www.drachengasse.at/">Theater Drachengasse</a>.</p>
<p>Es genügen ein Stuhl und ein Tisch, eingehüllt in dunkelroten Brokat, ein Klavier samt Pianist und <a title="Anita Ziehrer" href="http://www.anitazieher.at/" target="_blank">Anita Ziehrer</a>, die in die Rolle von <a title="George Sand" href="http://books.google.com/books?id=Dkw6AAAAcAAJ&amp;printsec=frontcover&amp;dq=George+Sand&amp;num=8&amp;as_brr=1&amp;client=internal-uds&amp;hl=de&amp;cd=4&amp;source=uds">George Sand</a> schlüpft und aus deren Texten liest. Und schon entsteht ein lebendiges Bild nicht nur jener Frau, die sich im 19. Jahrhundert in Frankreich Freiheiten nahm, die zu jener Zeit schier undenkbar waren. Vielmehr klingt ganz nebenbei auch eine gehörige Portion Zeitgeist mit, gewürzt mit einer Prise Musik von Chopin, die von Werner Lemberg am Pianino beigesteuert wird.</p>
<p>Brigitte Pointner, für die Regie verantwortlich, lässt George Sand, bekleidet mit Zylinder, schwarzem Gehrock, weißer Weste und Nadelstreifhose – ganz Dandy der Romantik – mit wenigen Hinweisen die Umrisse ihres Lebens skizzieren. Das Hauptaugenmerk jedoch legt sie auf ihr Gefühlsleben, das ständig von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt schwankte. Ihre 9jährige Affäre mit Chopin war von ebensolchen Emotionen geprägt, von „einer Reise zu den Sternen“, wie Sand es selbst ausdrückte, bis hin zu jener Beziehungshölle, in der ihr die Luft zum Atmen fehlte.<br />
Interessant dabei, dass Chopin fast unbeachtet bleibt und einzig durch seine Musik sprechen darf.<br />
All dies sind wäre nun keiner großen Erwähnung wert, hätte Sand nicht ein umfangreiches literarisches Oeuvre hinterlassen, war sie doch zeitlebens besessen von ihrer Arbeit. Gerade das ist es, was Frauen heute in eine ähnliche Situation bringt – die Hin- und Hergerissenheit zwischen Beruf, Liebe und Kindern. Die Idee, die Persönlichkeit von George Sand nur ganz punktuell zu beleuchten, geht auf. Anita Ziehrer gelingt es, Sands seelische Verletzungen, ihre Höhenflüge aber auch ihr analytisches Denken wiederaufleben zu lassen und in den knapp eineinhalb Stunden das Publikum so zu infizieren, dass man mehr von und über Sand lesen möchte.<br />
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		<title>Open for everything</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 08:27:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Ritonja</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tanz]]></category>
		<category><![CDATA[Wiener Festwochen]]></category>
		<category><![CDATA[Constanza Macras]]></category>
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		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Titel der ersten großen Produktion im Tanzquartier, die bei den heurigen Wiener Festwochen zu sehen ist, lautet „Open for everything“. Ein Slogan, den Menschen immer dann verwenden (müssen), wenn sie sich in Situationen befinden, die eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit verlangen. Wer nicht flexibel ist, ist unbeweglich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5930" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/text_Thomas-Aurin_Open_For_Everything_03.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-5930 " title="text_Thomas-Aurin_Open_For_Everything_03" src="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/text_Thomas-Aurin_Open_For_Everything_03-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Open for everything bei den Wiener Festwochen (Photo: Thomas Aurin)</p></div>
<p>Der Titel der ersten großen Produktion im Tanzquartier, die bei den heurigen <a title="Wiener Festwochen" href="http://www.festwochen.at" target="_blank">Wiener Festwochen</a> zu sehen ist, lautet „Open for everything“. Ein Slogan, den Menschen immer dann verwenden (müssen), wenn sie sich in Situationen befinden, die eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit verlangen. Wer nicht flexibel ist, ist unbeweglich. Und Unbeweglichkeit führt unweigerlich zur Einzementierung eines Status quo. Dieses Gefühl einzementiert zu sein und ausbrechen zu wollen war wohl eine der Hauptmotivatoren von insgesamt 17 Menschen, Roma und Romni, die sich bei <a title="Constanza Macras" href="http://www.goethe.de/kue/tut/cho/cho/mr/mac/deindex.htm">Constanza Macras</a> für das Stück beworben haben. Die argentinische Choreografin bezeichnet Roma als „Europäer wie andere auch, nur mit einem besseren Rhythmusgefühl“ und setzt genau an diesem Punkt mit ihrer Arbeit an. Mit einem Teil ihres Ensembles <a title="DorkyPark" href="http://www.dorkypark.org/" target="_blank">DorkyPark</a> macht sie sich mit ihrer ausgewählten Ethno-Truppe, die sie auf ihren Reisen in den Osten Europas gecastet hat, auf eine Erkundungstour, die sowohl in die Menschen selbst blicken lässt, als auch ihre äußeren Lebensumstände zu beschreiben versucht.</p>
<p>Von Live-Musikern begleitet, begeben sich die Tänzerinnen und Tänzer zwischen 12 und 56 Jahre alt auf ein Abenteuer, das sich als ihr eigener Bühnenauftritt manifestiert und in dessen Verlauf sie teils ihre eigene Geschichte erzählen, von ihrer Vergangenheit und ihrer Gegenwart, aber auch von ihren Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Sie beleuchten aber auch punktuell die Geschichte ihrer Vorfahren – wie zum Beispiel in jenem Hinweis auf ihre Ausbeutung während der NS-Zeit, als man sie teilweise aus den Konzentrationslagern holte, um Zwangsarbeit zu verrichten. Die Hauptarbeit der Informationsübermittlung an diesem Abend übernimmt jedoch nicht die Sprache, sondern das Medium des Tanzes. Durch ihn gelingt es, das Leben der Akteurinnen und Akteure unverkitscht und unsentimental streiflichtartig zu beleuchten, mit all den Höhen und Tiefen, die ein Menschenleben an sich hat.</p>
<p>Eine kleine Wellblechhütte verortet das Geschehen im unbestimmten Nirgendwo – auf alle Fälle jedoch dort, wo es garantiert keinen Wohlstand oder gar Reichtum gibt. Ein kleines Auto, aus dem zu Beginn die gesamte Truppe laut gestikulierend und durcheinanderredend wie auf Kommando quillt, ein ausgestopftes Zebra und ein kleines Wasserbecken – mehr ist nicht notwendig, um einen Raum zu schaffen, der die Menschen in einer Umgebung zeigt, die sich nicht wesentlich von jener unterscheidet, aus der sie tatsächlich kommen. Im rechten Bühnendrittel wechseln Fotoprojektionen von trostlosen Wohnsilos, nackten Wänden von Innenhöfen bis hin zu einer poetisch-romantischen Landschaft am Wasser im Mondenschein. Fotos, die beim Publikum einen Gefühlsdualismus auslösen. Einen Dualismus, zwischen dessen Polen sich all das abspielt, was Roma in unserer Gesellschaft erleben. In diesem Spannungsbogen treffen Vorurteile auf Tatsächlichkeiten, erdachte und erträumte Freiheit auf erlebte Repression, Lebensfreude auf Perspektivenlosigkeit. Oft bleibt schon bei den Jungen nach Abschluss der Pflichtschuljahre nichts als die Erkenntnis, dass da niemand ist, der sie brauchen kann. Nicht die Wirtschaft und nicht die Armee &#8211; alle Plätze sind bereits besetzt. Genau dieses Thema besingt einer der jungen Männer, während er sich dabei selbst auf der Gitarre begleitet und man spürt, er singt, was er selbst erlebt und denkt.</p>
<p>Es ist nicht der einzige Moment, der an diesem Abend nachdenklich stimmt. Wie aber auch die anderen versinkt dieser Augenblick nicht in unendliche Traurigkeit, sondern lässt noch Raum für etwas, was sich gegen die Schicksalsdeterminierung des Verlierens auflehnt. Ob Frauen von ihren Männern erzählen, die im Gefängnis gelandet sind, weshalb sie nun alleine für ihren Lebensunterhalt aufkommen müssen oder ob es der Älteste ist, von Beruf Volksschullehrer, der bedauert, dass er seinen Kindern und Enkelkindern die Sprache der Roma &#8211; Romanes – nicht mehr beigebracht hat, ob es die auf der Bühne vor Publikum ausgesprochenen Zukunftsängste sind oder getanzte Gewalttätigkeiten gegenüber Kindern und Frauen – es gibt kein noch so beklemmendes Szenario, das sich nicht im nächsten Moment in überschäumender Lebensfreude amalgamiert oder einfach weggetanzt wird.</p>
<p>Constanze Macras lässt keine durchgehende Geschichte erzählen, sondern viele einzelne, die sich dennoch zu einem Stimmungsbild verweben. Zu einem Stimmungsbild, in welchem die Emotionen in all ihren möglichen Höhen und Tiefen ausgelebt werden. Sie kreiert dabei ein „Sittengemälde“, in welchem es keinen roten Faden gibt, dem die Roma einfach gefahrlos folgen könnten. Und so entsteht ein Puzzle, in welchem sich jede und jeder bedingungslos durch das Leben kämpfen muss. Durch ein Leben, das nicht nur die ganz persönlichen Herausforderungen bereithält, sondern ein Leben, das den Roma dazu noch all das überstülpt, was es an Vorurteilen und Benachteiligungen gegenüber einer ungeliebten Minderheit anzubieten hat.</p>
<p>Oft werden ihre Körper dabei kollektiv oder einzeln von Schauern heimgesucht, geschüttelt und gebeutelt, so als hätte der oder die Einzelne keine Kontrolle mehr über sich. Genauso oft jedoch formieren sie sich auch auf der Bühne, um gemeinsam zu tanzen, als ob es kein Morgen gäbe. Voll Leidenschaft, als gelte es, das Elend des Hier und Jetzt auszublenden. Folklore, klassische Musikzitate und Poprhythmen wechseln dabei ohne Berührungsbrüche ab. Es gibt keine Art von Musik, die sich nicht zum Tanzen eignet und die sich diese Menschen nicht aneignen könnten. Oder ist auch das ein Vorurteil?</p>
<p>Open for everything ist kurz zusammengefasst ein großes Stück Hoffnung. Hoffnung für all jene, die daran teilgenommen haben. Hoffnung aber auch, dass das Publikum, das frenetisch applaudierte, endlich jenen Einhalt bietet, die gerade drauf und dran sind, diese Hoffnungen im Keim zu ersticken.<br />
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		<title>Von Hollywood nach Uganda</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 06:11:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Ritonja</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Jane Bussmann]]></category>
		<category><![CDATA[John Prendergast]]></category>
		<category><![CDATA[Joseph Kony]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmostheater]]></category>
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		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine junge Journalistin, hoffnungslos in den absurden Alltag einer Promi-Reporterin eingespannt, lernt den Friedensaktivisten John Prendergast kennen. Völlig hingerissen von dessen Schönheit und Charme beschließt sie, ihm nachzureisen und seine Arbeit in Uganda näher zu beleuchten. Sie fliegt kurzerhand nach Afrika und wird dort Zeugin eines menschenverachtenden Regimes, welches internationale Gelder unter dem Vorwand kassiert, damit Menschen zu helfen, die in großen Flüchtlingslagern Schutz suchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine junge Journalistin, hoffnungslos in den absurden Alltag einer Promi-Reporterin eingespannt, lernt den Friedensaktivisten <a title="John Prendergast" href="http://en.wikipedia.org/wiki/John_Prendergast" target="_blank">John Prendergast</a> kennen. Völlig hingerissen von dessen Schönheit und Charme beschließt sie, ihm nachzureisen und seine Arbeit in Uganda näher zu beleuchten. Sie fliegt kurzerhand nach Afrika und wird dort Zeugin eines menschenverachtenden Regimes, welches internationale Gelder unter dem Vorwand kassiert, damit Menschen zu helfen, die in großen Flüchtlingslagern Schutz suchen. Schutz vor der Verfolgung von <a title="Joseph Kony" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Kony">Joseph Kony</a>, der tatsächlich Abertausende Kinder entführte und zu Kindersoldaten erzog oder sie als Sexsklavinnen missbrauchte. Was von der Thematik her wie ein Drama klingt – und im real life auch tatsächlich eines ist – hat <a title="Jane Bussmann" href="http://www.janebussmann.com/">Jane Bussmann</a>, die Autorin des Stückes, so verpackt, dass daraus ein leicht konsumierbarer Theaterabend wurde, der dennoch einen bitteren Geschmack zurücklässt.</p>
<div id="attachment_5919" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/Hollywood_uganda_6354.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-5919 " title="Hollywood_uganda_6354" src="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/Hollywood_uganda_6354-300x199.jpg" alt="Von Hollywood nach Uganda - Kosmostheater Wien" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Maria Fliri als Jane Bussmann im Kosmostheater Wien (Foto: © Bettina Frenzel)</p></div>
<p>Für das <a title="Kosmostheater Wien" href="http://www.kosmostheater.at" target="_blank">Kosmostheater</a> in Wien autorisierte Bussmann die Produktion von <a href="http://www.dieheroldfliri.at" target="_blank">dieheroldfliri.at</a>, ohne dafür Tantiemen zu verlangen, einzig mit der Auflage, 10% des Erlöses an ihre private Stiftung abzuführen, mit welcher sie Opfer unterstützt, die sie während ihres Aufenthalts in Uganda kennengelernt hat.<a title=" Maria Fliri" href="http://www.fliri.at/"> Maria Fliri</a> verkörpert in dem Stück nicht nur die junge Jane Bussman, die sich dank ihres zutiefst britischen Humors, gewürzt mit einer großen Prise Selbstironie in Uganda seelisch über Wasser hält, sondern auch drei Polizisten, eine ehemalige Ministerin, eine Handvoll Mitreisende in diversen Bussen, ihre Mutter, und, und, und. Es ist neben dem gelungenen Buch, das Barbara Herold zur deutschen Bühnenfassung ausarbeitete, ihre schauspielerische Leistung, die das Publikum in den Bann der Geschichte zieht und gleichzeitig zu Lachsalven animiert. Ständig pendelt sie dabei zwischen ihrer Wunschvorstellung, eine feste Beziehung mit dem Mann ihrer Träume zu leben und der unerbittlichen Realität, in welcher sie schon im Anflug auf Afrika im Flugzeugklo ihren lip-booster verliert, um ihn nie wieder zu finden. Eine Lappalie, angesichts der Gräuel, die in Uganda tag-täglich geschehen, möchte man meinen. Ein Drama jedoch für eine Frau wie Bussmann, oder, um es präziser auszudrücken eine verrückte Übersprungshandlung und -idee, der noch viele, viele andere folgen, um das Grauen und die Armut nicht wirklich an sich herankommen zu lassen.</p>
<p>Ihr unfreiwilliger Hinauswurf aus dem Bus mitten auf der vertrockneten, todbringenden Landstraße, die Diebstahlsanzeige gegen Unbekannt, der ihr ihren Laptop entwendete, in welchem ihr einer der Polizisten den Antrag macht sie zu schwängern, ihr Besuch in jenem „Flüchtlingslager“, in welchem die angeblichen Flüchtlinge jedoch gegen ihren Willen eingesperrt sind, ihre Audienz bei einem General , bei welcher vor ihren Augen der Leichnam eines kürzlich erschossenen unbequemen Journalisten aus der Erde gebuddelt wird – all dies meistert Bussmann mithilfe eines gehörigen, satirischen Abstandes vor der jeweiligen unerträglichen Situation. Dieser Abstand ist es auch, der es ihr überhaupt ermöglichte so locker und flockig über Elend und Not in Uganda zu schreiben. Mit tiefschwarzem Humor über Zustände zu berichten, die sich für gewöhnlich jeder noch erträglichen Beschreibung entziehen.</p>
<p>Maria Fliri zeichnet in der Inszenierung jedoch keine gefühlskalte Journalistin nach, sondern vielmehr eine junge Frau, die, wie die meisten in ihrem Alter, von einer liebevollen, erfüllenden Beziehung zu einem Mann träumen. Dabei tut sie „nur“ das, was die meisten tun würden: nämlich für ein Date mit dem Angebeteten alles in Kauf nehmen, was man sich an Schrecklichem nur ausdenken kann. Dass es sich dabei jedoch um eine Geschichte um Leben und Tod handelt und nicht um ein Zuspätkommen beim Date oder ein Fleck auf der frischen Bluse, steht wieder auf einem anderen Blatt. Eine wunderbare Metapher für die Verrücktheit von frisch verliebten Frauen möchte man meinen, wäre die Geschichte nicht eine „true story“. Und so schwankt das Publikum bei Klängen des Filmklassikers „Jenseits von Afrika“ zwischen dem Mitgefühl einer unerfüllten Liebe, der Lächerlichkeit, diese mit allen Mitteln zu ergattern – und sei es auch inmitten von Bürgerkrieg und Korruption &#8211; und rasch aufeinanderfolgenden humoristischen Zustandsbeschreibungen einer Reise, die in Wahrheit eine Reise in die Hölle war.</p>
<p>Vor den Vorhang nicht nur Barbara Herold, Maria Fliri und Caro Stark – die mit einem Bastsonnenschirm und einer kleinen Videowall afrikanisches Flair auf die Bühne zauberte – sondern vor allem Jane Bussmann. Ihr ist es zu verdanken, dass der vergessene und todbringend -absurde Konflikt in Uganda, unter dem nach wie vor Tausende Menschen leiden und ihr Leben lassen müssen, langsam wieder ins Bewusstsein der westlichen Bevölkerung Einzug hält. Eine kreative und zugleich karitative Leistung, welche die Frage obsolet macht, ob man denn über einen Stoff wie diesen eine Comedy schreiben dürfe.</p>
<p>Das Buch kann man bei Amazon natürlich auch bestellen: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3893201483/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=gluecksphilos-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3893201483">Von Hollywood nach Uganda: Kriegsverbrechen, Filmstars und andere Abscheulichkeiten</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=gluecksphilos-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3893201483" alt="" width="1" height="1" border="0" /><br />
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		<title>Claes Oldenburg The Sixties</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 04:57:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aurelia Gruber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausstellung | Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Andy Warhol]]></category>
		<category><![CDATA[Claes Oldenburg]]></category>
		<category><![CDATA[MUMOK]]></category>
		<category><![CDATA[Roy Lichtenstein]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Pommes frites, die von der Decke fallen, WC-Muscheln aus Papier, Einkaufsläden für Erwachsene – das alles stammt nicht aus der Trickkiste von Walt Disney, sondern ist derzeit noch bis zum 28. Mai im Mumok in Wien zu bestaunen. Der Schöpfer dieser „Skulpturen“ ist Claes Oldenburg, einer der Urväter der Pop Art, zu welcher er selbst eigentlich gar nicht gezählt werden will.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5911" class="wp-caption alignleft" style="width: 350px"><a href="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/21_Oldenburg_Shoestring-Potatoes_1966.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-5911 " title="21_Oldenburg_Shoestring-Potatoes_1966" src="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/21_Oldenburg_Shoestring-Potatoes_1966.jpg" alt="Claes Oldenburg Shoestring Potatoes, Spilling from a Bag, 1966 Canvas filled with kapok, glue and painted with acrylic / Leinen gefüllt mit Kapok, Leim, bemalt mit Acryl 274.3 x 132.1 x 101.6 cm Collection Walker Art Center, Minneapolis; Gift of the / Schenkung der T. B. Walker Foundation, 1966 Photo: mumok © Claes Oldenburg" width="340" height="519" /></a><p class="wp-caption-text">Claes Oldenburg Shoestring Potatoes, Spilling from a Bag, 1966 (Photo: mumok © Claes Oldenburg)</p></div>
<p>Pommes frites, die von der Decke fallen, WC-Muscheln aus Papier, Einkaufsläden für Erwachsene – das alles stammt nicht aus der Trickkiste von Walt Disney, sondern ist derzeit noch bis zum 28. Mai im Mumok in Wien zu bestaunen. Der Schöpfer dieser „Skulpturen“ ist <a title="Claes Oldenburg" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claes_Oldenburg">Claes Oldenburg</a>, einer der Urväter der <a title="Pop Art" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pop_Art">Pop Art</a>, zu welcher er selbst eigentlich gar nicht gezählt werden will. Und damit hat er nicht so unrecht. Sein Hauptaugenmerk liegt nicht wie bei <a title="Andy Warhol" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andy_Warhol">Andy Warhol</a> oder <a title="Roy Lichtenstein" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roy_Lichtenstein">Roy Lichtenstein</a> auf einer Umsetzung des Realen mit möglichst plakativen Mitteln. Vielmehr schwingt, und das zeigt diese Ausstellung ganz deutlich, auch eine gehörige Portion <a title="Surrealismus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Surrealismus">Surrealismus</a> und <a title="Dadaismus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dadaismus">Dadaismus</a> bei einigen seiner Arbeiten mit.</p>
<p>Stärker als seine amerikanischen Zeitgenossen ist bei Oldenburg die Tradition der europäischen Moderne und der Bruch mit ihr spürbar. Die Dokumentarfilme seiner Performances hielten fest, dass auch das Unbewusste und Traumsequenzen für Oldenburg ein Thema waren. Diese persönlichkeitsintrinsische Betrachtungsweise setzt sich schließlich auch bei jenen Arbeiten fort, die Claes Oldenburg ganz den Objekten des Hier und Jetzt seiner Zeit widmete. Den Riesenburgern oder Riesen-Tortenstücken zum Beispiel oder auch den – wie bereits eingangs erwähnten Pommes frites, die aus einer überdimensionierten Tüte, die an der Ausstellungsdecke montiert ist, auf den Boden zu purzeln scheinen. All diese Arbeiten zeigen nicht nur ein gigantisches kreatives Vorstellungsvermögen, sondern in der Ausführung eine ganz eigene, persönliche Handschrift, die ja den hundert- bis tausendfach verbreiteten Werken von Warhol zum Beispiel gänzlich abhandengekommen ist. Oldenburgs dreidimensionaler Bilderbogen aus dem Amerika der 60er Jahre ist zum großen Teil aus Stoff genäht und ausgestopft. Wie er selbst erklärte, griff er zu diesem Realisierungsmittel zurück, da seine damalige Frau, Pat Muschinski, nähen konnte. Ein schönes Beispiel, wie sehr die ökonomischen und ressourcenbedingten Umstände in einem Künstlerleben die Form der Werke mitbestimmt.</p>
<p>Geboren 1929 in Oslo und aufgewachsen als Sohn eines norwegischen Diplomaten in Chicago, war für Claes Oldenburg rasch klar, dass er den Künstlerberuf ergreifen würde. Dass er gerade in einer Zeit des allgemeinen Werteumbruchs und der damit einhergehenden künstlerischen Aufarbeitung derselben fiel, kam ihm dabei in der Auswahl seiner Motive zugute. Für ihn war das Schielen auf den Kunstmarkt und die Verwertbarkeit der produzierten Arbeiten nicht das vorrangige Kalkül. Umso schwieriger gestaltet sich heute sicherlich auch die Konservierung seiner Arbeiten, die völlig ohne den Hintergedanken auf Langlebigkeit erzeugt wurden. Stoff, eines der empfindlichsten Materialien überhaupt und Plastik stellen heute besondere Herausforderungen an jedes Museum und an SammlerInnen. Umso mehr sollte man sich bewusst sein, dass man Werke wie diese – die noch auf weitere internationale Stationen in Deutschland, Spanien und Amerika geschickt werden – sobald nicht mehr in Wien sehen wird können. Aus heutiger Sicht lässt sich feststellen, dass es von den genähten Skulpturen von Oldenburg kein allzugroßer Schritt mehr zu jenen Arbeiten von Erwin Wurm ist, die, wie in seinem „Narrow house“, versuchen, den real existierenden Objekten im Kunstraum neue, veränderte Dimensionen zu verleihen. Wobei dies nicht die einzige Verwandtschaft darstellt.</p>
<p>Ganz anders, ja beinahe diametral hingegen verhält es sich mit Claes Oldenburgs im öffentlichen Raum befindlichen Skulpturen, die sehr wohl für eine lange Zeitspanne angedacht sind, wenngleich der Künstler ihnen zugesteht, vom Zahn der Zeit Spuren davongetragen zu bekommen, um eines Tages einmal nicht mehr vorhanden zu sein. In der Ausstellung sind Skizzen von ausgeführten Werken zu sehen, aber auch von solchen, die über das Stadium des Entwurfs auf dem Papier nicht hinauskamen. Was auch bei Arbeiten wie „Proposed Monument of the Intersection of Canal Street and Breadway“ nicht weiter verwunderlich ist. Eine tatsächliche Errichtung hätte in diesem Fall ja eine komplette Blockierung der Kreuzung dieser beiden Straßen bedeutet. Dieses Denken in gigantomanischen Ausmaßen kann durchaus als typisches Charakteristikum der Pop-Art angesehen werden. Obwohl bereits die ersten Strömungen der Ökologiebewegung in den USA spürbar wurden, stand doch das Allmachtsgefühl in Zusammenhang mit einem scheinbar nie versiegenden Strom an Kapital ganz oben in den Zeitgeistgefühlen. Die Konsumkritik, die von vielen Kritikern als Teilerklärungsmodell der Werke von Oldenburg herangezogen wird, zeigt sich meiner Meinung nach viel stärker in einem Teil seiner Performances, in welchen er z.B. Menschen sinnentleert Arbeiten verrichten lässt, die unnütze Dinge hervorbringen und außer Schmutz und Abfall nichts hinterlassen. Eine weitere Motivation, Alltagsgegenstände wie einen Aschenbecher im Riesenformat auszuführen, entstammen auch der Idee, diese Objekte für die Wahrnehmung zu verfremden, ohne ihnen etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen. Er itritt dabei aber nicht als ein Enkel von Marcel Duchamp auf, der dabei eine Abwandlung dessen Pissoirs feiert, sondern es steht vielmehr der Gedanke im Vordergrund, Alltägliches durch vergrößerte Neuerschaffung zu Kunst zu erklären. Ganz in diesem Sinne gab es auch Pläne, in Chikago ein architektonisches Projekt auszuführen, das in Form eines überdimensionierten Hydranten das Stadtbild maßgeblich geprägt hätte. Gerade diese Ideen sind es, die zeigen, wie sehr sich Oldenburg auch theoretisch mit einem Neubegriff von Skulptur beschäftigt hat. „Objects are limitation of sculpture“ erklärte er und war demnach ständig auf der Suche, diese Einschränkung zu durchbrechen und überwinden.</p>
<p>Die reichhaltige Auswahl an Werken, auf insgesamt drei Ebenen verteilt, veranschaulicht, wie produktiv Oldenburg in den 60ern war und in denen er darüber hinaus auch den Grundstein zu so manchem Projekt legte, das er auch heute noch verfolgt.<br />
Dazu gehört auch sein „Mouse-Museum“. Eine museale Architektur, die von den BesucherInnen begangen werden kann und in welcher er ein vielfältiges Kaleidoskop an zusammengetragenen Objekten präsentiert. Diese bestehen aus Objéts trouvés &#8211; viele davon in Form von Revolvern oder Pistolen, Spielzeug, eigenen kleinen Objekten und Skizzen, aber auch ganz normalen Konsumartikeln, denen man allerdings heute ihre Entstehungszeit stark ansieht. Präsentiert werden sie in musealen Schaukästen hinter Glas – wertloses Gerümpel liegt neben von Künstlerhand Gefertigtem und evoziert – vor allem durch die Form der begehbaren Architektur selbst – einem abstrahierten Mickey-Mousekopf – eine ganz persönliche Wiedergabe der USA, minimiert dargestellt anhand von Objekten der 60er Jahre. Das Spiel mit dem Alltäglichen, erhoben zu Museumsstücken von Künstlergnaden selbst findet hier seine absolute Vollendung. Dass er auch das Gebäude des Mumok selbst in die Idee des Mouse-Museums einfließen ließ, zeigen einige abschließende Skizzen, in welchen er der Fassade der Architekten Orter&amp;Ortner seine bekannte, schwarze Mickey-Mouse-Maske vorsetzte.</p>
<p>Die Beschränkung des Zeitfensters, aus welchem die Werke für die Ausstellung im Mumok ausgesucht wurden, erweist sich als Glücksgriff. Viele seiner späteren Arbeiten, die hier nicht gezeigt werden, lassen sich nämlich auf den kreativen Bodensatz der 60er zurückführen. Ein ausführlicher Katalog in Englisch, aber auch ein sehr informatives Begleitheft, das man am besten gleich in der Ausstellung vor Ort liest, geben tiefere Einblicke in Oldenburgs Arbeit.</p>
<p>Tipp: Die im Mumok-Kino in der Endlosschleife laufenden Filme lassen Claes Oldenburg selbst zu Wort kommen!<br />
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		<title>Ver/spielt – Die Logik des Bösen oder alles wird gut</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 14:05:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Ritonja</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Adolf Eichmann]]></category>
		<category><![CDATA[Antigone]]></category>
		<category><![CDATA[Das Off-Theater]]></category>
		<category><![CDATA[dielaemmer]]></category>
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		<description><![CDATA[Die neueste Produktion von DIELAEMMER im Off-Theater in der Kirchengasse aufgeführt, vereint Gestalten quer durch die Geschichte, die ihr Sein im Spannungsfeld von Gehorsam und Auflehnung, von Zwang und freiwilliger Unterjochung verspürten...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5889" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/text_2012-04-23-VER.spielt-dielaemmer-c-barbara-pálffy-6.jpg"><img class="size-medium wp-image-5889" title="text_2012 04 23 VER.spielt, dielaemmer (c) barbara pálffy (6)" src="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/text_2012-04-23-VER.spielt-dielaemmer-c-barbara-pálffy-6-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Michèle Rohrbach in Ver/Spielt (Foto: (c) barbara pálffy)</p></div>
<p>Die neueste Produktion von <a title="DIELAEMMER" href="http://www.dielaemmer.net/" target="_blank">DIELAEMMER</a> im <a title="Off-Theater" href="http://www.off-theater.at/" target="_blank">Off-Theater</a> in der Kirchengasse aufgeführt, vereint Gestalten quer durch die Geschichte, die ihr Sein im Spannungsfeld von Gehorsam und Auflehnung, von Zwang und freiwilliger Unterjochung verspürten und bis ins Letzte auch auslebten. Faust, Antigone und Eichmann bilden jenes Dreigestirn, in welchem sich die Themen der freien Lebensentwürfe im Gegensatz zu den vorgegebenen der Gesellschaft gut verhandeln lassen.<br />
<a title="Felicitas Lukas" href="http://www.felicitaslukas.com/">Felicitas Lukas</a>, als weiblicher Geist, der Großes will und dabei keine Einschränkungen akzeptiert, verkörpert auch die entfesselte Marktwirtschaft, in welcher der Profit oberstes Gebot ist. Und übermittelt dabei auch, dass es offenbar tatsächlich Geister sind, die einmal losgelassen, nicht mehr zu bändigen sind. <a title="Michèle Rohrbach" href="http://www.michele-rohrbach.ch/">Michèle Rohrbach</a> in der Rolle der <a title="Antigone" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Antigone" target="_blank">Antigone</a>, aber auch mit kurzen Textausschnitten aus den Verhörprotokollen von <a title="Sophie Scholl" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sophie_Scholl" target="_blank">Sophie Scholl</a> versehen, stülpt ihr Innerstes nach außen, verbrennt selbst in ihrem Hass vor jeglicher Reglementierung und gräbt mit ihrer Prinzipientreue tiefer und tiefer ihr eigenes Grab. <a title="Karl Wenninger" href="http://www.pygmaliontheater.at/ensemble/wenninger_karl.htm">Karl Wenninger</a> schließlich verkörpert den Nazi-Teufel <a title="Eichmann" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Eichmann" target="_blank">Eichmann</a>, der sein Tun bis zuletzt rechtfertigt und seine perfekte Tötungsmaschinerie wie ein präzises Uhrwerk aufzog.</p>
<p>Den Dreien zur Seite gestellt ist der Chor, der im Auftritt des Milgram-Experimentes sowohl den Widerstand als auch die Mitläuferschaft von Menschen wiedergibt, die anderen Leid zufügen sollen.</p>
<p>Es ist an diesem Abend nicht nur die Idee, die beschriebenen Themen als ewig menschliche darzustellen, die eine gute Basis bildet. Vielmehr ist es auch der Hinweis, dass es ganz bestimmte Situationen gibt, in denen alle Alarmglocken schrillen sollten, wenn es heißt, sich einer bewussten Manipulation entgegenzusetzen. „Du darfst nicht, das ist Ihnen nicht erlaubt, du hast keine Wahl“ wären Sätze, die nur Gehirnbesitzer nicht in Wallung bringen sollten. Gehirnbenützer hingegen sind dazu aufgerufen zu hinterfragen und gegebenenfalls Widerstand zu leisten. In welcher Form – das bleibt dem Individuum selbst überlassen.</p>
<p>Das Spiel in der Inszenierung von Alex. Riener, im nüchternen Raum zwischen dem an zwei Seiten platzierten Publikum und seinen offenen, laufenden Kostümwechseln, wird unterstützt durch die Musik von Wolfgang Frisch (Sofa Surfers) bleibt nicht im abstrakten Geschehen, sondern wendet sich zu Recht zum Schluss auch ans Publikum mit der Gewissensfrage, wie es um die eigene Entscheidung aussieht.</p>
<p>Spritzig und beklemmend zugleich – eine gelungene Gänsehautmischung.<br />
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		<title>Ich habe immer nur gespielt</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 11:36:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Grete Sultan]]></category>
		<category><![CDATA[Iris Gerber]]></category>
		<category><![CDATA[John Cage]]></category>
		<category><![CDATA[Margit Zimmermann]]></category>
		<category><![CDATA[Moritz von Bredow]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Musik von Grete Sultan habe ich erst vor rund 10 Jahren entdeckt. Als mir mein Mann eine CD von ihr schenkte – The Legacy Nr. 1. Ich erinnere mich noch gut an die erste Hörprobe, die mich sofort fragen ließ: Wer ist diese Frau die Bach spielt, als ob sie ihn durch ein Brennglas seziert hätte und denselben Anspruch offensichtlich auch an die Werke von Schönberg und Cage anlegte?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Hommage an Grete Sultan</p>
<p>Die Musik von <a title="Grete Sultan" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grete_Sultan" target="_blank">Grete Sultan</a> habe ich erst vor rund 10 Jahren entdeckt. Als mir mein Mann eine CD von ihr schenkte – The Legacy Nr. 1. Ich erinnere mich noch gut an die erste Hörprobe, die mich sofort fragen ließ: Wer ist diese Frau die Bach spielt, als ob sie ihn durch ein Brennglas seziert hätte und denselben Anspruch offensichtlich auch an die Werke von Schönberg und Cage anlegte?</p>
<div id="attachment_5879" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><a href="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/text_grete_Mar24_43_1.jpg"><img class="size-full wp-image-5879" title="text_grete_Mar24_43_1" src="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/text_grete_Mar24_43_1.jpg" alt="" width="540" height="478" /></a><p class="wp-caption-text">Grete Sultan (Foto Moritz von Bredow)</p></div>
<p>Am Abend vor dem 1. Mai konnte man sich im <a title="Theater Nestroyhof – Hamkom" href="http://www.hamakom.at/" target="_blank">Theater Nestroyhof – Hamkom</a> nun einem ganz speziellen Zauber hingeben. Iris Gerber und Moritz von Bredow erinnerten an die Grande Dame der zeitgenössischen Klavierliteratur Grete Sultan. Gerber, die Schweizer Pianistin mit Naheverhältnis zu Wien, ist eine Frau, die ihresgleichen sucht und offenbar auch findet. Neben einer Veröffentlichung über Margit Zimmermann, einer betagten Schweizer Pianistin und Komponistin, war und ist sie bemüht, Grete Sultans Vermächtnis aufrecht zu erhalten und weiterzutragen. Die Erinnerungen, die Gerber an ihre Besuche bei Grete Sultan in N.Y. wiedergab, Besuche bei einer greisen und dennoch hellwachen Frau, waren nicht nur erhellend, was das Leben im hohen Alter der ehemaligen Muse von John Cage anlangte. Eine kurze Videoeinspielung zeigte die gebeugte, weißhaarige Dame, sitzend zwei Gehstöcke umklammernd und dabei der Intonation eines Cage-Stückes lauschend. Ein Stück, das Gerber ihr auf einem Toy-Piano vorspielte, einem Mini-Klavier, dessen Töne an helle Glockenklänge erinnern und das Cage für eine kleine musikalische Persiflage ausgewählt hatte.</p>
<p>Moritz von Bredow, im Hauptberuf Kinderarzt in Hamburg, veröffentlichte erst im März im Schott-Verlag ein Buch über Grete Sultan, die er persönliche gekannt hatte. Seine auszugsweise Lesung daraus ließ das Bild einer Musikerin entstehen die, wie sie selbst einmal sagte, nicht nur ihr ganzes Leben nur gespielt hatte, sondern der die musikalische Begabung sosehr in ihr Wesen eingebrannt war, dass sie gar keine andere Chance hatte, als diese mit jeder Faser ihres Herzens auszuleben. In diesem Buch lässt er auch Vera Lachmann zu Worte kommen, eine Literatin und Seelenverwandte Grete Sultans aus Kindertagen. Ihre funkelnde Poesie, von Bredow eindringlich gelesen, ergänzte sich aufs Harmonischste mit den lebendigen Erläuterungen Gerbers und deren kurze pianistische Kostproben von Cage-Stücken.</p>
<p>Doch neben allen musikhistorischen Meriten, die Grete Sultan sich erworben hat, war und ist vor allem die Bewältigung ihres Lebens interessant: Behütet aufgewachsen in einer jüdischen großbürgerlichen Familie, erlebte sie das Grauen des Naziregimes und war eine der letzten, der die Auswanderung in die USA gelang. Dort trat sie viele Jahre lang als Pianistin auf und arbeitete auch als Klavierlehrerin, ihre nachhaltigsten Erfolge feierte sie jedoch erst im fortgeschrittenen Alter. Mit ihrer legendären Interpretation des Cage-Werkes Etudes Australes, in welchem er das Sternenbild der südlichen Hemisphäre klanglich abzubilden versuchte, aber auch jener der Goldberg-Variationen gelangte sie noch zu spätem Ruhm, als sie sich schon im 7. Lebensjahrzehnt befand.</p>
<p>Sultans Biographie ist im Internet nachzulesen, tiefer einsteigen kann man in von Bredows Buch, aber nichts davon wird jenem Zauber gerecht, der sich im Nestroyhof – Hamakom an diesem Abend verbreitete und der das Publikum ergriff. Die wunderbare Verschränkung von Musik, Film, Lesung und Erzählung, die keiner großen Inszenierung bedurfte, ging unter die Haut und hinterließ einen bleibenden Eindruck einer außergewöhnlichen Frau von der man nach diesem Abend das Gefühl hat, sie ein wenig besser kennengelernt zu haben. Dafür sei den mutigen Veranstaltern an dieser Stelle explizit gedankt!</p>
<p><strong>Das Buch: Rebellische Pianistin, Das Leben der Grete Sultan zwischen Berlin und New York, Moritz von Bredow, 320 Seiten, 60 Abbildungen, Schott-Verlag</strong></p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/P9l_Is6HcFM" frameborder="0" width="540" height="396"></iframe><br />
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		<title>Vom Zauber dieser Welt</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 07:58:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Ritonja</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Goran Bregovic]]></category>
		<category><![CDATA[Odeon]]></category>
		<category><![CDATA[Serapionsensemble]]></category>
		<category><![CDATA[Voila]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich Augen- und Ohrenfutter und Balsam für die Seele gönnen möchte, dem sei angeraten, rasch Karten für das Serapions Ensemble im Odeon zu besorgen. Dort wird noch bis 26. Mai die jüngste Inszenierung von Ulrike Kaufmann und Erwin Piplitzs gezeigt. Unter dem völlig offenen Titel „Voilà“ verbirgt sich grandioses Welttheater zum Staunen, Lachen und Weinen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5867" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><a href="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/text_voila_N.Albert.jpg"><img class="size-full wp-image-5867" title="text_voila_N.Albert" src="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/05/text_voila_N.Albert.jpg" alt="Das Serapionsensemble im Odeon Wien (Foto: N. Albert)" width="540" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">Das Serapionsensemble im Odeon Wien (Foto: N. Albert)</p></div>
<p>Wer sich Augen- und Ohrenfutter und Balsam für die Seele gönnen möchte, dem sei angeraten, rasch Karten für das Serapions Ensemble im Odeon zu besorgen. Dort wird noch bis 26. Mai die jüngste Inszenierung von Ulrike Kaufmann und Erwin Piplitzs gezeigt. Unter dem völlig offenen Titel „<a title="Voilà" href="http://www.odeon-theater.at/206.0.html">Voilà</a>“ verbirgt sich grandioses Welttheater zum Staunen, Lachen und Weinen.</p>
<p>Als Ausgangsbasis dient unter anderen eine persische Erzählung über die Suche nach dem phantastischen Vogelkönig Simurg. Darin machen sich die Menschen auf die Suche – die schlussendlich immer eine Suche nach sich selbst, dem Göttlichen in sich ist. Ein Märchen oder vielmehr eine Parabel, die von der Musik, dem Tanz, aber auch von den Verwandlungen auf der Bühne lebt, von den großartigen Bildern, den berührenden Gesten und vielen kleinen Aktionen, die emblematisch von großem Theater künden.</p>
<p>Ob asiatische Trommelwirbel, spanische Volkslieder, ob ein italienischer Walzer oder <a title="Ederlezi" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Goran_Bregovi%25C4%2587">Ederlezi</a> in der Version von <a title="Goran Bregovic" href="http://www.european-cultural-news.com/goran-bregovic-ein-konzert-der-extraklasse-im-zenith-in-straburg/152/">Goran Bregovic</a> – egal welcher Erdteil die Musik beisteuert, sie bildet das Grundgerüst, an dem entlang sich das Bühnengeschehen entfaltet. Dem Menschentreiben zur Seite gestellt ist die Gestalt eines Demiurgen, der aber nicht ins Geschehen selbst eingreift, sondern – wie auch in den unterschiedlichen Quellen seines Auftretens selbst – indifferent das Treiben der Menschen begleitet.</p>
<p>Freude und Angst, Gemeinsamkeit und Einsamkeit – der Aufbau und die Zerstörung unserer Welt – alles darf an diesem Theaterabend an uns vorbeiziehen. Die Errungenschaften der Kultur – in einem wunderschönen Tanz mit langen, weißen Fahnen, der Geist und die Verwendung desselben durch den Menschen steht neben einem männlichen Vogeltrio, das mit gekonnten Tierstimmenimitationen das Publikum in die Tiefe eines belebten Urwaldes entführt.</p>
<p>Bewundernswert sind bei dieser Aufführung auch die Kostüme – spannend wandlungsfähig könnten sie auch auf jedem internationalen Laufsteg für Prêt-à-porter-Mode reüssieren.</p>
<p>„Voilá“ &#8211; in dem babylonisches Stimmengewirr neben nonverbalen bildhaften Welterklärungsmodellen stehen verzaubert und entführt eineinhalb Stunden in eine Welt, die unsere ist, die wir aber viel zu selten in dieser Vielfalt und Schönheit wahrnehmen. In eine Welt, die wir aus unseren Ideen heraus speisen und die wir durch Gemeinsamkeit – wie an diesem Abend vorgezeigt – noch ganz anders gestalten könnten.</p>
<p>Hier ein kleiner Eindruck was einem bei Voilá erwartet:<br />
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/8OkjuxeprBU" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe><br />
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		<title>Der große Traum vom kleinen Glück</title>
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		<comments>http://www.european-cultural-news.com/der-grosse-traum-vom-kleinen-glueck/5853/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 21:17:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tanz]]></category>
		<category><![CDATA[A General Theory of Love]]></category>
		<category><![CDATA[Brandon Gozales]]></category>
		<category><![CDATA[Michael O’Connor]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[WUK]]></category>

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		<description><![CDATA[Joris Camelin und Rémy Héritier, Philipp und Stefan Lirsch, Wolfgang Prinz und Michel Gholam - die Aufzählung ist unvollständig, aber sie zeigt, dass die Kombination von 2 tanzenden Männern auf der Bühne eine derzeit beliebte Zusammensetzung ist. Michael O’Connor und Brandon Gonzales steuern nun ein neues Kapitel mit dem Titel „A general theory of love“ in der männlichen 2er Besetzung des zeitgenössischen Tanzes bei.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5855" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><a href="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/04/text_240_press_1.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-5855 " title="text_240_press_1" src="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/04/text_240_press_1.jpg" alt="" width="560" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">A General Theory of Love im WUK (Foto: WUK)</p></div>
<p>Welche Regeln, welche Mechanismen, welche Übereinkünfte bestimmten gleichgeschlechtliche Beziehungen? Man möchte meinen, dass sich diese Fragen schon lange erübrigt haben, aber tatsächlich ist die simple Antwort im gesellschaftlichen Mainstream noch nicht angekommen.</p>
<p><a title="Joris Camelin und Rémy Héritier" href="http://www.european-cultural-news.com/1001-bewegung/5239/" target="_blank">Joris Camelin und Rémy Héritier</a>, <a title="Philipp und Stefan Lirsch" href="http://www.european-cultural-news.com/eigentlich-waeren-wir-alle-lieber-ganz-anders/5173/" target="_blank">Philipp und Stefan Lirsch</a>, <a title="Wolfgang Prinz und Michel Gholam" href="http://www.european-cultural-news.com/wenn-kunst-richtig-spas-macht/3277/" target="_blank">Wolfgang Prinz und Michel Gholam</a> - die Aufzählung ist unvollständig, aber sie zeigt, dass die Kombination von 2 tanzenden Männern auf der Bühne eine derzeit beliebte Zusammensetzung ist. Michael O’Connor und Brandon Gonzales steuern nun ein neues Kapitel mit dem Titel „A general theory of love“ in der männlichen 2er Besetzung des zeitgenössischen Tanzes bei. Im <a title="WUK Wien" href="http://www.wuk.at" target="_blank">WUK</a> in Wien ergänzte die stimmgewaltige Inertia deWitt ihren Auftritt, welche die Aussage des Stückes der beiden Tänzer, die ansonsten über weite Strecken ohne Musik auskamen, mit 2 Liebesliedern akustisch unterstrich. Ein akustisch eingespielter Text über die Schönheit einer Rose, gesprochen Richard Feynman, dem Nobelpreisträger aus dem Jahre 1965, ließ mehrere Assoziationsebenen offen. Darin beschreibt der Quantenphysiker, dass sich aufgrund seines Wissens um die Wunder und die Herrlichkeit der zugrundeliegenden physikalischen Phänomene der molekularen, atomaren und subatomaren Prozesse in dieser Pflanze sein Erlebnis ob deren Duft und die Schönheit außerordentlich intensivierte. Im Stück der Amerikaner hätte dies auch mit Saint-Exupérys Gedanken zur Liebe einer Rose ergänzt werden können, denn die Idee, dass Liebe gehegt und gepflegt werden muss, und nur dort gedeiht, wo man auch mit dem Herzen gut sehen kann, diese Idee zog sich wie ein roter Faden durch das Geschehen. Obwohl Michael O`Connor mit dieser Inszenierung versuchte, sich auf die Spur der aktuellen Erkenntnisse der Neurowissenschaften zu machen die Liebe als etwas beschreibt, das erlernbar ist, bestand der Abend keineswegs aus theoretischen Erklärungen, sondern ganz im Gegenteil, er war randvoll mit Emotionen.</p>
<p>Beginnend mit einfachen, selbstständigen Bewegungsmustern, die Bühne umrundend und sich dabei anfänglich nur kurz streifend, verändert sich die Körperarbeit der beiden bis hin zu akrobatischen Einlagen, bei welchen sie sich gegenseitig in aberwitzigen Kombinationen tragen. Ob auf den Rücken, quer über den Bauch, zwischen den Beinen – immer klammert sich einer der beiden an den anderen, geht eine körperliche Symbiose mit dem anderen ein, so dass es den Anschein hat, als seien die beiden Körper untrennbar miteinander verschmolzen. Erinnerungen an die Zeiten aller anfänglichen Liebesbeziehungen tauchen beim Betrachten dieser Sequenz auf, Erinnerungen an jene Zeiten, in denen es einem lieb gewesen wäre, den Partnerkontakt 24 Stunden am Tag genießen zu können. Mit einer groovigen Nummer, in der Inertia deWitt die Unmöglichkeit der Liebe mit unter die Haut gehender Stimmgewalt veranschaulicht, ändert sich auch das Szenario. Gleichmäßig im Takt agieren nun beide Männer nebeneinander synchron – bis hin zur schier endlosen Repetition – die, wie wir alle wissen, in Beziehungen meist kontraproduktiv wirkt. Und unmerklich geschieht es – das Auseinanderdriften der beiden, das Sich-Wieder-Verselbständigen bis hin zu kleinen Rangeleien, die am Schluss dieser Szene stehen. Durch harte Lichtwechsel, die einzelnen Abschnitte immer wieder voneinander trennen, gibt O`Connor dem Publikum die Möglichkeit, sich auf Neues einzustellen. Was langsam begann, ist nun offensichtlich. Schmerzensgebärden und Zusammenbrüche machen deutlich, dass die Beziehung an ihr Ende gelangt ist. Um wenige Momente später in der schönsten und berührendsten Phase des Abends, wieder auf eine positive Ebene gehoben zu werden. Brandon Gonzales setzt sich dafür an den Flügel und intoniert eine kleine, ganz einfache Elegie, zu der sein Partner wieder zum Leben erwacht und dazu zu tanzen beginnt. Das Verzeihen und das Geben von dem, was der andere sich am sehnlichsten wünscht und braucht – diese selbstlose Geste wird hier durch das Spiel am Klavier ausgedrückt. Nicht mehr der körperliche Austausch und die körperliche Symbiose stehen nun im Mittelpunkt des Geschehens. Vielmehr ist es die Erkenntnis und die Unterstützung der Bedürfnisse des Partners, die wieder heil machen, was schon verloren schien.</p>
<p>Wer es bis dahin noch nicht wusste – für den dürfte die Eingangsfrage beantwortet worden sein. Es sind dieselben Regeln, Mechanismen und Übereinkünfte, die gleichgeschlechtliche und heterosexuelle Beziehungen zusammenhalten oder auseinanderbrechen lassen und dafür verantwortlich sind, ob der große Traum vom kleinen Glück ein Traum bleibt – oder Realität wird.<br />
Ein anspruchsvoller Tanzabend, der es verdient hätte, vor mehr Publikum aufgeführt zu werden.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/38984221?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><a href="http://vimeo.com/38984221">A General Theory of Love Trailer</a> from <a href="http://vimeo.com/mikeoconnor">Mike O&#8217;Connor</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.<br />
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		<title>Hurra – es ist alles trostlos</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 08:32:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Ritonja</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Garage X]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeist]]></category>

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		<description><![CDATA[Rollercoaster „Zeitgeist“ - alles einsteigen und anschnallen bitte: Garantiert wird eine große Portion Weltungergangsgefühl, eine Tragikomödie aus dem fast richtigen Leben und eine Prise Absurdität. Wer hier nicht schwindelig nach Hause geht, ist selber schuld! Diese Aufforderung hätte getrost über der Eingangstür zum Theaterraum der Garage X stehen können, die gestern unter dem Titel „Startguthaben – das richtige Leben im dritten A“ zum jährlichen Nachwuchsprojekt lud.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rollercoaster „Zeitgeist“ &#8211; alles einsteigen und anschnallen bitte: Garantiert wird eine große Portion Weltungergangsgefühl, eine Tragikomödie aus dem fast richtigen Leben und eine Prise Absurdität. Wer hier nicht schwindelig nach Hause geht, ist selber schuld!</p>
<div id="attachment_5844" class="wp-caption alignleft" style="width: 213px"><a href="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/04/geruest_garageX_SGH1.jpg"><img class="size-medium wp-image-5844" title="geruest_garageX_SGH1" src="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/04/geruest_garageX_SGH1-203x300.jpg" alt="Man muss sich ein Gerüst so vorstellen - Garage X Wien" width="203" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Christina Scherrer, Johannes Schüchner (Foto: Yasmina Haddad)</p></div>
<p>Diese Aufforderung hätte getrost über der Eingangstür zum Theaterraum der <a title="Homepage des Theaters Garage X" href="http://www.garage-x.at/" target="_blank">Garage X</a> stehen können, die gestern unter dem Titel „<a title="STARTGUTHABEN - DAS RICHTIGE LEBEN IM DRITTEN A" href="http://www.garage-x.at/portal/index.php?option=com_flexicontent&amp;view=items&amp;cid=20&amp;id=665" target="_blank">Startguthaben – das richtige Leben im dritten A</a>“ zum jährlichen Nachwuchsprojekt lud. Der Abend, in Koproduktion mit dem Institut für Sprachkunst der <a title="Institut für Sprachkunst - die Angwandte" href="http://www.dieangewandte.at/jart/prj3/angewandte/main.jart?rel=de&amp;content-id=1258028764333&amp;reserve-mode=active" target="_blank">Universität für angewandter Kunst</a> in Wien auf die Beine gestellt, ließ 3 AutorInnen sowie 3 Regisseurinnen zu Wort kommen. Oder besser sollte es wohl heißen „zu Wörtern kommen“. Denn diese mussten innerhalb von 2 Wochen geschrieben und in weiteren 2 Wochen mit den SchauspielerInnen erarbeitet werden. Theaterarbeit vom Fließband halt – man lernt ja schließlich fürs „richtige Leben“ da draußen. Und da muss es – wir wissen es alle &#8211; fix gehen! Einmal quer durch die zeitgeistige Befindlichkeit, mal kurz auf den Stapel von bereits Veröffentlichtem geschielt, und schon waren sie da, die drei „Einakter“, die den Thrill am Beginn der Berufslaufbahn bilden. Und verstecken müssen sich alle drei nicht. „Man muss sich ein Gerüst so vorstellen“ von Elisabeth Mundt, fischt über eine lange Strecke in den Gewässern, in denen sich nur der Weltuntergang spiegelt – und für die es auch bekannte, höchst aktuelle Vorbilder gibt. <a title="PeterLicht" href="http://peterlicht.de/" target="_blank">PeterLicht</a> wäre eines davon, um nur jenen Protagonisten zu nennen, der in dieser Saison mit seiner „ <a title="Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends." href="http://www.european-cultural-news.com/gut-dass-es-uns-gut-geht/5097/" target="_blank">Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends.</a>“ im Schauspielhaus die Welt beinahe untergehen ließ. Wie er setzt Mundt das Publikum mitten hinein in eine soeben verwüstete Welt. Da liegt noch dicker Staub auf allen Straßen und das Knacken der Knochen, die brechen, ist in die Stille hinein zu hören. Auf einer schneeweißen Bühne, dicht an dicht mit weißen Plastikhockern zugestellt, erklärt ein junges Pärchen sich und dem Publikum, wie das so war, als es noch schön war auf dieser Welt und wie es jetzt so ist, mitten im Desaster. In einer Zerstörung, in der nicht einmal mehr die Beruhigungen der allmächtigen Staatsgewalt mehr etwas nützen. Dabei lassen die beiden jungen Leute ein Bild einer Stadt vor dem geistigen Auge entstehen, in welchem es von Gerüsten nur so wimmelt. Von Gerüsten, die gefüllt werden müssen mit stabilen Bauten – letztendlich aber dennoch in sich zusammenstürzen. Eine gelungene Metapher für den Zustand unserer Konsumgesellschaft, in jener Zeit, in der der Kapitalismus allenthalben hinterfragt wird, aber bislang noch keine tragfähigen Gegenentwürfe auf dem Tisch liegen die – und das muss heute schon sein – wieder global greifen könnten. Christina Scherrer und Johannes Schüchner hanteln sich anfänglich ängstlich und unbeholfen über das, was noch an begehbarem Stadtmaterial da ist, geraten angesichts der Aussichtslosigkeit ihres Daseins in größten Beziehungsstress, um – Ende gut, alles gut, doch noch zueinander zu finden und von einer neuen, gemeinsamen Zukunft zu träumen. Wenn auch in einem höchst instabilen Zustand, auf der Spitze eines Plastikhockerturmes fest aneinandergeklammert. Anna Katharina Winkler schaffte es in ihrer Inszenierung, die Fragilität unseres Planeten in einem eindrucksvollen Spiel mit dem Ungleichgewicht zu veranschaulichen und die Menschen dennoch als Wesen zu determinieren, die eine enorme Kraft vorweisen können – die Hoffnung.</p>
<div id="attachment_5846" class="wp-caption alignleft" style="width: 360px"><a href="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/04/schwitzen_SGH9.jpg"><img class="size-full wp-image-5846" title="schwitzen_SGH9" src="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/04/schwitzen_SGH9.jpg" alt="Schwitzen - Garage X" width="350" height="242" /></a><p class="wp-caption-text">Mirko Roggenbock, Bernhard Dechant, Patrick Seletzky (Foto: Yasmina Haddad)</p></div>
<p>Rosemarie Pilz zeigte einen anderen Blick auf die Welt im Jahre 2012 und ihre Herausforderungen. In ihrem Stück „Schwitzen“ haben sich Piet, Père und Pax – drei Freunde aus Kindertagen – zu Jungunternehmern gemausert, die versuchen, sich im Grundrauschen der globalen Konsumgesellschaft Gehör zu verschaffen. Ihre Mittel sind dazu zwar höchst ungeeignet und unausgesprochen sie sind sich dessen auch bewusst. Dennoch darf nicht sein, was nicht sein darf – und so werden Geschäftspläne geschmiedet, was das Zeug hält, oder zumindest die jeweilige Persönlichkeit. Der spritzig, witzige Text strotzt nur so von Humor, der, unterstützt durch die brillanten Einfälle von Susanne Egger, punktgenau das Lachzentrum des Publikums trifft. Wenn das geballte Testosteron allzu hoch aufzuwallen beginnt und sich die Freunde am Boden balgen ist immer einer der noch mahnen kann „bloß keine Konkurrenz“ aufkommen zu lassen. Piets Idee, Schlafsäcke für Obdachlose zu produzieren, die tagsüber auch als Jacken getragen werden können, Pères „Lichtschutzfactory“, in der man sich individuelle Bräune angedeihen lassen kann und das Seminarangebot von Pax, in dem man lernen kann, zu seinen schlechten Eigenschaften zu stehen, bestehen aus nicht viel mehr als aus spätpubertierenden Träumen, sich mit eigener Kraft sein Leben bestreiten zu können. Neben der literarischen Glanzleistung bestechen Bernhard Dechant, Mirka Roggenock und Patrick Seletzky, die vom Typus her nicht unterschiedlicher sein können, mit ihrem schauspielerischen Leistungen. Ein Trio, das man wahrlich öfter in dieser Konstellation sehen möchte – mit Texten von Rosemarie Pilz. Diese Kombination hat das Zeug zum gehobenen TV-Entertainment!</p>
<div id="attachment_5845" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/04/jolt_garage_x_SGH12.jpg"><img class="size-medium wp-image-5845" title="jolt_garage_x_SGH12" src="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/04/jolt_garage_x_SGH12-200x300.jpg" alt="Jolt - Garage X" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Marion Reiser, Martin Schwanda (Foto: Yasmina Haddad)</p></div>
<p>Den Abschluss des Abends bildete Jakob Kraners Stück „Jolt“. Im Deutschen ein nichtexistentes Wort bedeutet es auf Englisch „aufrütteln“, „sich einen Ruck geben“ und tatsächlich könnten beide Interpretationen Rückschlüsse auf den Inhalt des Stückes geben. Wieder ist es ein Paar, das versucht, sich durch sein Leben zu schlagen, in das es bewusst oder versehentlich geraten ist, und in welchem es zu ersticken droht. Als Angestellte arbeiten sie in einem Büro und verrichten letztlich völlig sinnentleerte Tätigkeiten wie Papierstapel von einer Tischseite auf die andere zu schlichten, Papierflieger- und –boote zu basteln und sich zwischendrin von Frau Zufall und Missgeschick ärgern zu lassen, die in Gestalt einer androgynen Figur auftritt und ohne Worte den so perfekten Arbeitsablauf immer wieder unterbricht. Um dieses eintönige Leben ertragen zu können kommen sie auf die Idee, Mutter Natur anzurufen – die schwups – als Plastik-Grasziegel mit integrierten Margeriten auf ihrem Schreibtisch abgelegt wird. Aber die ist doch noch nicht die endgültige Erfüllung und so wird der Gedanke geboren, sich neuen Input beim Kennenlernen anderer Kulturen zu holen. Der giftgrüne Buddha, der prompt auf die Bühne bugstiert wird, bringt zwar kurzzeitig Erleichterung, aber dennoch fehlt den beiden etwas. Auch ihre Liebesaffäre gleitet letztlich in das Gefühl etwas zu leben, das millionenfach vorgelebt, schließlich doch nur in der Routine endet und der Traum vom Chaos, bei welchem man die allgemeine Ordnung nicht wieder herstellen kann, bleibt letztendlich nur ein Traum. Der intelligente, pseudo-philosophische Text ergibt in der Bühnenumsetzung von Hannan Ishay eine grandiose Mischung aus absurdem Theater und Slapstick. Und abermals sind es die SchauspielerInnen, die man extra „vor den Vorhang“ holen muss. Marion Reiser, Martin Schwand und Stefanie Sourial spielen auf Teufel komm raus und man möchte das Stück nach diesem unglaublichen psychologischen Augenfutter, das sie anbieten, gerne noch verlängern. Starguthaben – Das Richtige Leben im Dritten A &#8211; pendelt in seinen drei Stücken tatsächlich zwischen den Polen des Turbokapitalismus und einer kaschierten Diktatur, in der sich die unsichtbare Hand von Adam Smith mit ihren positiven Auswirkungen im Moment leider nicht und nicht offenbaren will. Zumindest ein Trost bleibt an diesem Abend: Es gibt eine ganze Reihe von jungen Kreativen, die mit ihrem Elan und ihren Ideen das Zeug dazu haben, kleine Bausteine zur Gesellschaftsveränderung beizutragen – und das ist der wahre Lichtblick.<br />
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		<title>Ein dunkler Theaterabend – mit vielen Farbtupfen</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 08:18:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Fjodor M. Dostojewskij]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld und Sühne]]></category>
		<category><![CDATA[Theater Spielraum]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Theater Spielraum in der Kaiserstraße in Wien ist derzeit der Klassiker „Schuld und Sühne“ von Fjodor M. Dostojewskij zu sehen.  Das Bemerkenswerte daran ist, dass sich ein so kleines Theater furchtlos über ein so groß zu besetzendes Werk macht. Dies gelingt jedoch in der Inszenierung von Gerhard Werdeker durch viele Mehrfachbesetzungen tadellos.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im <a title="Theater Spielraum" href="http://www.theaterspielraum.at/">Theater Spielraum</a> in der Kaiserstraße in Wien ist derzeit der Klassiker „<a title="Schuld und Sühne" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schuld_und_S%25C3%25BChne">Schuld und Sühne</a>“ von <a title="Fjodor M. Dostojewskij" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fjodor_Michailowitsch_Dostojewski">Fjodor M. Dostojewskij</a> zu sehen.</p>
<div id="attachment_5830" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><a href="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/04/text_2012-04-22-schuld-spielraum-197.jpg"><img class="size-full wp-image-5830" title="-schuld-spielraum" src="http://www.european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2012/04/text_2012-04-22-schuld-spielraum-197.jpg" alt="Schuld und Sühne von Dostojewskij im Theater Spiel Raum in Wien (Foto Barbara Pálffy)" width="560" height="373" /></a><p class="wp-caption-text">Schuld und Sühne von Dostojewskij im Theater Spiel Raum in Wien (Foto Barbara Pálffy)</p></div>
<p>Das Bemerkenswerte daran ist, dass sich ein so kleines Theater furchtlos über ein so groß zu besetzendes Werk macht. Dies gelingt jedoch in der Inszenierung von <a title="Gerhard Werdeker" href="http://www.kinthetop.at/forschung/kinthetop_3_ThSpielraumDetail01.html">Gerhard Werdeker</a> durch viele Mehrfachbesetzungen tadellos. Dabei benötigt er weder Bühnenumbauten, Auf- und Abgänge, noch aufwendige Kostümwechsel. Einzig eine wechselnde Beleuchtung sowie – und das macht die Aufführung optisch so einzigartig – viele unterschiedliche, bunte Mützen – kennzeichnen die jeweiligen Szenen bzw. Charaktere. In buntem Imitationspelz gehalten, signalisieren diese kleinen Accessoires, dass das Geschehen in Russland angesiedelt ist. Auf das Können der Kostümbildnerin Anna-Miriam Jussel ist zurückzuführen, dass die Kopfbedeckungen die einzelnen Personen voneinander auf den ersten Blick unterscheiden. Sie geben ihnen aber nicht nur einen raschen Wiedererkennungswert, sondern beschreiben auch, wie bei der Mutter und Schwester der Hauptperson, sogar deren Charakter. Der ehemalige Student Rodon Romanowitsch Raskolnikow ist der Einzige, der sich unbemützt durch das Stück spielen darf – eine schöne Metapher, die nicht nur für seine Außenseiterrolle in der Gesellschaft steht.</p>
<p>An unsichtbaren Leinen aufgehängt, warten die Mützen darauf, in rascher Abfolge immer und immer wieder gewechselt zu werden und dienen dabei auch als ein den Raum begrenzendes Element. Die Geschwindigkeit, in der die Szenen wechseln und ineinander übergehen, ist das zweite Charakteristikum des Abends, so als wollte Werdeker dem Publikum seinen Dostojewskij in Rekordzeit über die Ziellinie bringen. Ein wohltuender Ansatz, gilt es doch immerhin noch dreieinhalb Stunden – inklusive einer kurzen Pause – das Geschehen auf der Bühne zu verfolgen. <a title="Peter Pausz" href="http://www.peterpausz.com/">Peter Pausz</a> in der schwierigen Rolle des mordenden Intellektuellen zeigt sein eigenes Gefangensein auch in der ständigen Benützung einer Bühnenrequisite. Ein stabiler, auf einer Seite offener Holzquader markiert nicht nur sein beengtes Zimmer, sondern versinnbildlicht auch die Grenzen seines Denkens, die er trotz aller Anstrengung nicht durchbrechen kann.</p>
<p>Die wohl größte Entdeckung dieses Theaterabends ist die Tatsache, dass der Text, erstmals vor knapp 150 Jahren veröffentlicht, nur so von zeitgenössischen Bezügen strotzt. Oder, besser gesagt, unser Zeitgeist diese Bezüge imstande ist, aktuell zu verknüpfen. Vor allem jene Stellen, in denen Dostojewski sich auf den Nationalökonomen <a title="Adam Smith" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adam_Smith">Adam Smith</a> beruft, sind von aktueller Brisanz. Die Unterordnung des Menschen unter die Regeln des Kapitalmarktes war – und das wird hier ganz deutlich – schon zu Beginn seines Entstehens ein ungelöstes Problem. Der Wert des Individuums im Gegensatz zur Gesellschaft darf hingegen als noch älteres Thema erkannt werden, welches bei unserer zunehmenden Weltpopulation noch ständig an Brisanz gewinnt.</p>
<p><a title="Claudia Marold" href="http://www.claudia-marold.com/">Claudia Marold</a>, <a title="Yvonne Laussermayer" href="http://www.yvonnelaussermayer.at/">Yvonne Laussermayer</a> und <a title="Dana Proetsch" href="http://www.youtube.com/watch%3Fv%3D7sustDIfNB8">Dana Proetsch</a> bestreiten die weiblichen Rollen – alle in schauspielerischer Brillanz. Ihnen zur Seite stehen <a title="Christian Kohlhofer" href="http://www.actors.company.at/performers/5429/christian-kohlhofer">Christian Kohlhofer</a> und <a title="Reinhardt Winter" href="http://www.schauspielschulekrauss.at/index.php/team/lehrkoerper/66-team-reinhardt-winter.html">Reinhardt Winter</a>, ausgestattet mit Energie und einer überschäumenden Bühnenpräsenz, sowie der Doyen des Abends, <a title="Klaus Uhlich" href="http://www.imdb.de/name/nm0880208/">Klaus Uhlich</a>, der in jeder seiner Rollen zuallererst Menschsein transportiert.</p>
<p>Ein Theaterabend ganz im Sinne der Spielstätte – zum Nachdenken.<br />
<strong>Tipp: Das Programmheft bietet vielerlei interessante, zeithistorische Informationen zum Nachlesen.</strong></p>
<p><strong>Weitere Termine:</strong> <strong>Mittwoch, 25. April bis Samstag, 2. Juni, jeweils Dienstag bis Samstag, 19 h (!)</strong><br />
Achtung: Samstag 28. April und Samstag 12. Mai KEINE Vorstellung, Dienstag 8. Mai &amp; Freitag 1. Juni GESCHLOSSENE Vorstellung!<br />
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