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	<description>- Das erste Online Filmmagazin Deutschlands, seit 1996 - Mehr als 4000 Artikel, Kritiken und Festivalberichte</description>
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		<title>Truly Naked</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/06/11/truly-naked/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 01:18:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
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					<description><![CDATA[NL/B/F 2026, R: Muriel d‘Ansembourg, D: Caolán O‘Gorman, Andrew Howard, Alessa Savage, 103 min Alec ist ein schüchterner Teenager. Gerade ist er mit seinem Vater aus London in ein verschlafenes Städtchen an der Küste gezogen. In der neuen Schule hält er lieber den Kopf unten. Niemand soll erfahren, womit sein Vater Geld verdient: Als Dylan [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">NL/B/F 2026, R: Muriel d‘Ansembourg, D: Caolán O‘Gorman, Andrew Howard,<br />
Alessa Savage, 103 min</p>
<p>Alec ist ein schüchterner Teenager. Gerade ist er mit seinem Vater aus<br />
London in ein verschlafenes Städtchen an der Küste gezogen. In der neuen<br />
Schule hält er lieber den Kopf unten. Niemand soll erfahren, womit sein<br />
Vater Geld verdient: Als Dylan Savage ist er Pornodarsteller und<br />
Produzent. Seine Filme dreht er in ihrer kleinen Wohnung. Für Alec<br />
gehört das zum Alltag. Er dreht und schneidet die Filme. Doch Dylan ist<br />
alt geworden und die Nachfrage sinkt. Krampfhaft versucht er, das<br />
Geschäft am Laufen zu halten. Als sich Alec in seine Mitschülerin Nina<br />
verliebt, beginnt er, sein vertrautes Leben in Frage zu stellen. Nina<br />
bringt ihm bei, was es bedeutet, wirklich nackt zu sein und gesehen zu<br />
werden. Im Gewand eines Coming-of-Age-Dramas thematisiert die<br />
niederländische Filmemacherin Muriel d’Ansembourg die Suche nach Nähe<br />
abseits pornografischer Reizüberflutung. Ähnlich wie Ninja Thybergs<br />
»Pleasure«, spart auch ihr Debüt dabei keine Details aus und liefert<br />
einige feministische Kommentare zu den patriarchalen Strukturen der<br />
Pornoindustrie. Das ist manchmal arg vordergründig, jedoch insbesondere<br />
von den jungen Hauptdarstellern überzeugend verkörpert. Die unbeholfene,<br />
aufkeimende Liebe zwischen Alec und Nina ist charmant in Szene gesetzt<br />
und steht im Kontrast zu den Sexszenen am Set. »Truly Naked«, zum Teil<br />
mit professionellen Pornodarstellerinnen gedreht, verdammt die Branche<br />
nicht pauschal, sondern bietet einen differenzierten, menschlichen Blick.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dao</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/06/04/dao/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2026 15:14:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
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					<description><![CDATA[F/SEN/GUB 2026, R: Alain Gomis, D: Katy Correa, D‘Johé Kouadio, Samir Guesmi, 185 Min. 185 Minuten Film sind ein Versprechen, das es einzulösen gilt. Wer sich als Zuschauer für drei Stunden ins Kino setzt, erwartet zumindest, dass ihn die Story in den Bann zieht, die Charaktere näher rücken und die Zeit verfliegt. Der französische Regisseur [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">F/SEN/GUB 2026, R: Alain Gomis, D: Katy Correa, D‘Johé Kouadio, Samir<br />
Guesmi, 185 Min.</p>
<p>185 Minuten Film sind ein Versprechen, das es einzulösen gilt. Wer sich<br />
als Zuschauer für drei Stunden ins Kino setzt, erwartet zumindest, dass<br />
ihn die Story in den Bann zieht, die Charaktere näher rücken und die<br />
Zeit verfliegt. Der französische Regisseur und Autor Alain Gomis stellt<br />
bei »Dao«, der seine Premiere im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale<br />
feierte, von vornherein klar, dass es sich hier um ein filmisches<br />
Experiment handelt. Zunächst wohnen wir einem Casting bei, bei dem die<br />
Protagonistin Gloria gefunden wird. Gemeinsam mit der Filmtochter reist<br />
sie dann in eine Dorfgemeinschaft in Guinea-Bissau an der afrikanischen<br />
Westküste. Hier werden die beiden in die Arme der Familie geschlossen<br />
und feiern die Beerdigung ihres Vaters in einem mehrtägigen<br />
traditionellen Fest. Zeitlich vermutlich später, im Film jedoch parallel<br />
erzählt, begleiten wir Gloria bei der Hochzeit ihrer Tochter in<br />
Frankreich. Die beiden Anlässe, die Vielzahl verschiedener Figuren und<br />
Leben, Tanz, Musik, Freude und Trauer begleiten uns durch die drei<br />
Filmstunden, die von einer Handlung nur lose zusammengehalten werden.<br />
Das erfordert Aufgeschlossenheit vom Zuschauer, belohnt aber auch mit<br />
einem außergewöhnlichen Einblick in eine exemplarische Familie zwischen<br />
den Kulturen.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aimons-nous vivants</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/05/28/aimons-nous-vivants/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 May 2026 10:19:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.filmtabs.de/ft/?p=6837</guid>

					<description><![CDATA[F 2025, R: Jean-Pierre Améris, D: Valérie Lemercier, Gérard Darmon, Patrick Timsit, 90 Min. Fast sein gesamtes Leben stand Antoine Toussaint (Gérard Darmon) auf der Bühne. Seine Interpretation des Gassenhauers „Mambo Italiano“ machte ihn unsterblich. Dachte er zumindest. Nach einem Schlaganfall im Rampenlicht sieht sich Antoine allerdings plötzlich mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Er fasst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">F 2025, R: Jean-Pierre Améris, D: Valérie Lemercier, Gérard Darmon, Patrick Timsit, 90 Min.</p>
<p>Fast sein gesamtes Leben stand Antoine Toussaint (Gérard Darmon) auf der Bühne. Seine Interpretation des Gassenhauers „Mambo Italiano“ machte ihn unsterblich. Dachte er zumindest. Nach einem Schlaganfall im Rampenlicht sieht sich Antoine allerdings plötzlich mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Er fasst einen Entschluss: Bevor er als Gemüse endet, will er seinem Leben lieber selbst ein Ende bereiten. Die Koffer sind gepackt, der Termin bei einem Institut für Sterbehilfe gebucht. Im Zug nach Genf trifft er allerdings auf Victoire (Valérie Lemercier), die gerade auf Freigang aus dem Gefängnis unterwegs zur Hochzeit ihrer Tochter ist – und natürlich ist sie Antoines größter Fan. Als sie von seinen Plänen erfährt, weicht sie ihm fortan nicht mehr von der Seite. Sicher, die Basis für die Tragikomödie von Jean-Pierre Améris („Die Anonymen Romantiker“) ist konstruiert und auf dem Weg zum Happy End gibt es allerlei haarsträubende Plot-Twists. Aber das charmante Gespann sorgt für einen ebenso leichten wie höchst vergnüglichen Kinoabend.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verflucht normal</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/05/28/verflucht-normal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 May 2026 10:15:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.filmtabs.de/ft/?p=6836</guid>

					<description><![CDATA[(I Swear) GB 2025, R: Kirk Jones, D: Robert Aramayo, Maxine Peake, Somerled Campbell, 120 Min. John Davidson geht nervös an den versammelten Menschen vorbei, um seinen Ritterorden in Empfang zu nehmen. Auf dem Weg ruft er ein beherztes »Fuck the Queen!« in den Raum. Davidson leidet an Tourette und hilft anderen in seiner Situation, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">(I Swear) GB 2025, R: Kirk Jones, D: Robert Aramayo, Maxine Peake, Somerled Campbell, 120 Min.</p>
<p>John Davidson geht nervös an den versammelten Menschen vorbei, um seinen Ritterorden in Empfang zu nehmen. Auf dem Weg ruft er ein beherztes »Fuck the Queen!« in den Raum. Davidson leidet an Tourette und hilft anderen in seiner Situation, damit umzugehen. Der Weg hier her war lang und beschwerlich. Im Jahre 1983 war John ein aufgeweckter 14-Jähriger, der von einer Karriere als Profifußballer träumt, als er plötzlich unkontrollierbare Ticks entwickelt. In seiner Heimat Schottland ist Tourette damals noch kein Begriff. Zunächst unterstellen ihm selbst seine Eltern, er würde allen nur etwas vormachen. In der Schule wird er gehänselt, gerät in Schlägereien. Jahre später trifft er auf Dottie, die Mutter seines früheren Schulfreunds und die erste, bei der er sein kann, wie er ist. Doch der Weg zur gesellschaftlichen Anerkennung seiner Krankheit ist weit und steinig. Regisseur Kirk Jones (»Lang lebe Ned Devine!«) erzählt die Lebensgeschichte von John Davidson als flammendes Plädoyer für mehr Aufklärung und Akzeptanz von Tourette. Die Erforschung steht immer noch am Anfang, Therapien sind chronisch unterfinanziert. Davidsons Geschichte kann da auf der Leinwand für die nötige Aufmerksamkeit sorgen. Robert Aramayo, bekannt aus »Game of Thrones« und der »Herr der Ringe«-Serie, wurde für seine eindrucksvolle Darstellung bereits mit dem BAFTA ausgezeichnet. Er ist das Herz des mitreißenden Films, der es immer wieder schafft, die tragischen Momente mit Situationskomik aufzulockern.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Enrico Berlinguer – La Grande Ambizione</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/05/12/enrico-berlinguer-la-grande-ambizione/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 May 2026 13:21:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.filmtabs.de/ft/?p=6835</guid>

					<description><![CDATA[I/B/BUL 2024 R: Andrea Segre, D: Elio Germano, Stefano Abbati, Francesco Acquaroli, 123 Min. In Zeiten einer rechtskonservativen Regierung ist das Kino in Italien politischer denn je. Andrea Segre („Welcome Venice“) inszeniert in seinem dokumentarischen Drama das Leben von Enrico Berlinguer, dem früheren Generalsekretär der Kommunistischen Partei. Dabei konzentriert er sich auf den Zeitraum von [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">I/B/BUL 2024 R: Andrea Segre, D: Elio Germano, Stefano Abbati, Francesco<br />
Acquaroli, 123 Min.</p>
<p>In Zeiten einer rechtskonservativen Regierung ist das Kino in Italien<br />
politischer denn je. Andrea Segre („Welcome Venice“) inszeniert in<br />
seinem dokumentarischen Drama das Leben von Enrico Berlinguer, dem<br />
früheren Generalsekretär der Kommunistischen Partei. Dabei konzentriert<br />
er sich auf den Zeitraum von 1973 bis 78 und zeigt den Aufstieg in die<br />
Regierung. Der charismatische Enrico Berlinguer (Elio Germano) träumt<br />
von einem demokratischen Sozialismus. Berlinguer will seinen Arbeiter-<br />
und Bauernstaat auf einem möglichst breiten Fundament errichten – gegen<br />
die Widerstände in seiner eigenen Partei und der Faschisten, die bald<br />
auch sein Leben bedrohen. Für eine zukunftsgerichtete Politik braucht<br />
Berlinguer allerdings den Rückhalt der christlichen Regierungspartei<br />
unter Ministerpräsident Giulio Andreotti (Paolo Pierobon).</p>
<p>„La Grande Ambizione“ – Den großen Ehrgeiz erfasste auch Regisseur und<br />
Autor Andrea Segre, die politische Geschichte Berlinguers möglichst<br />
originalgetreu auf die Leinwand zu bringen. Wie er Berlinguer als<br />
uneitlen Kämpfer für die gute Sache darstellt, ist einnehmend.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nürnberg</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/05/07/nurnberg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 08:45:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.filmtabs.de/ft/?p=6834</guid>

					<description><![CDATA[(Nuremberg) USA/HU 2025, R: James Vanderbilt, D: Rami Malek, Russell Crowe, Michael Shannon, 148 Min. Filmschaffende haben sich vielfach an den Nachkriegs-Prozessen von Nürnberg abgearbeitet. Schließlich ist das Ende der Nazi-Diktatur gut dokumentiert. Bereits parallel zum Prozess 1948 entstand ein Dokumentarfilm. Die bekannteste Nacherzählung, der starbesetzte Gerichtsfilm »Das Urteil von Nürnberg« von Stanley Kramer, wurde [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">(Nuremberg) USA/HU 2025, R: James Vanderbilt, D: Rami Malek, Russell<br />
Crowe, Michael Shannon, 148 Min.</p>
<p>Filmschaffende haben sich vielfach an den Nachkriegs-Prozessen von<br />
Nürnberg abgearbeitet. Schließlich ist das Ende der Nazi-Diktatur gut<br />
dokumentiert. Bereits parallel zum Prozess 1948 entstand ein<br />
Dokumentarfilm. Die bekannteste Nacherzählung, der starbesetzte<br />
Gerichtsfilm »Das Urteil von Nürnberg« von Stanley Kramer, wurde 1962<br />
mit zwei Oscars ausgezeichnet. Zuletzt gab es 2023 den russischen<br />
Kinofilm »Nürnberg« und im vergangenen Jahr einen großen Fernsehfilm zum<br />
Thema. Nun also wieder Hollywood mit Russell Crowe als Hermann Göring.<br />
Was die Inszenierung von James Vanderbilt (»Der Moment der Wahrheit«)<br />
allerdings interessant macht, ist die Perspektive. Basierend auf bisher<br />
unveröffentlichten Dokumenten schildert der Journalist Jack El-Hai in<br />
seinem 2013 erschienenen Buch »Der Nazi und der Psychiater« die<br />
Begegnungen des Armeepsychiaters Douglas M. Kelley mit Hermann Göring,<br />
dem nach der Kapitulation ranghöchsten noch lebenden Nazi. Kelley (Rami<br />
Malek) wird 1945 ins luxemburgische Mondorf-les-Bains abgeordnet, wo<br />
nach Kriegsende von der US-Armee ein Hotel zum Gefängnis für die<br />
Führungselite der Nazis umgebaut wurde. Hier soll er die physische und<br />
psychische Verfassung der Elite des Naziregimes beurteilen, bevor ihnen<br />
in Nürnberg der Prozess gemacht wird. Unter den 52 Nazi-Größen wie<br />
Dönitz, Hess, Speer und Streicher weckt vor allem Hermann Göring,<br />
ehemaliger Chef der Luftwaffe und selbst ernannter »Reichsmarschall«,<br />
das Interesse Kelleys. Er lässt sich auf ein gefährliches Spiel ein, um<br />
sein Vertrauen zu gewinnen.<br />
Das ist von Crowe (bis auf seine lächerlichen Deutschkenntnisse) und<br />
Malek hervorragend gespielt, bis in die Nebenrollen glänzend besetzt und<br />
von Dariusz Wolski (»Napoleon«) stilvoll in Szene gesetzt. Allerdings<br />
mit bedeutungsschwangeren Blicken und großen Gesten alles andere als<br />
subtil erzählt. Woran auch Brian Tylers (»Avengers«) pathosgeladener<br />
Score einen großen Anteil hat. An der nach wie vor aktuellen Lehre des<br />
Stoffs ändert das freilich nichts.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wir glauben euch</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/05/05/wir-glauben-euch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2026 03:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.filmtabs.de/ft/?p=6832</guid>

					<description><![CDATA[(On vous croit) B 2025 R: Charlotte Devillers, Arnaud Dufeys, D: Myriem Akheddiou, Laurent Capelluto, Natali Broods, 78 Min. Tränen der Verzweiflung laufen das Gesicht von Alice (Myriem Akheddiou) herunter. Ihr Sohn Etienne (Ulysse Goffin) sitzt auf der Straße und rührt sich nicht. Nur widerwillig begleitet der Junge seine Mutter und die 17-jährige Schwester Lila [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">(On vous croit) B 2025 R: Charlotte Devillers, Arnaud Dufeys, D: Myriem<br />
Akheddiou, Laurent Capelluto, Natali Broods, 78 Min.</p>
<p>Tränen der Verzweiflung laufen das Gesicht von Alice (Myriem Akheddiou)<br />
herunter. Ihr Sohn Etienne (Ulysse Goffin) sitzt auf der Straße und<br />
rührt sich nicht. Nur widerwillig begleitet der Junge seine Mutter und<br />
die 17-jährige Schwester Lila (Adèle Pinckaers) in das Gerichtsgebäude.<br />
Dort wird das Sorgerecht der beiden Kinder zwischen Alice und ihrem<br />
Vater (Laurent Capelluto) verhandelt. Gegen den Vater läuft seit zwei<br />
Jahren ein Strafverfahren. Alice und die Kinder sind angespannt. Das<br />
Warten im Vorraum wird zur Qual. Obwohl sich insbesondere Etienne<br />
deutlich dagegen ausgesprochen hat, treffen sie dort auf den Vater und<br />
seine Anwältin. Am liebsten würden die Kinder ihn nie wiedersehen. Doch<br />
ihre Wünsche und Aussagen bleiben ungehört.</p>
<p>Über den Zeitraum von rund einer Stunde entspinnt sich ein<br />
Familiendrama. Ruhig und konzentriert fängt der Film die Aussagen der<br />
Anwält*innen und der Eltern ein. In den langen, emotionalen Monologen<br />
entfaltet sich die Vorgeschichte. Nüchtern, fast dokumentarisch im<br />
Bildformat 4:3 fängt Kameramann Pépin Struye den Wortwechsel ein und<br />
ruht lange auf den Gesichtern der Protagonist*innen. Der Betrachter hat<br />
so die Möglichkeit, ihre Regungen zu studieren. Die Kamera bleibt dabei<br />
meist bei Alice, die von Myriem Akheddiou („Zwei Tage, eine Nacht“)<br />
eindringlich gespielt wird. Ihre Schilderungen lassen Bilder im Kopf des<br />
Betrachters formen, die am Ende ein Ganzes ergeben. Die Perspektive ist<br />
zwar subjektiv konzentriert auf Alices Perspektive, aber aufrichtig, nie<br />
manipulativ. So dass man am Ende auch mit Blick auf die überzeugend<br />
agierenden Kinderdarsteller*innen sagen kann: „Wir glauben euch“. Seine<br />
Premiere feierte das Regiedebüt von Charlotte Devillers und Arnaud<br />
Dufeys in der Sektion „Encounters“ der letztjährigen Berlinale.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rose</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/04/29/rose/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 09:46:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.filmtabs.de/ft/?p=6831</guid>

					<description><![CDATA[AT/D 2026 R: Markus Schleinzer, D: Sandra Hüller, Caro Braun, Marisa Growaldt, 94 Min. Dreißig Jahre Krieg. Undenkbar. Inmitten dieses »ersten großen Krieges« im 17. Jahrhundert taucht der Soldat Rose in einem abgelegenen protestantischen Dorf auf. Rose behauptet, der rechtmäßige Erbe eines seit langer Zeit verlassenen Gutshofs zu sein. Seinen Anspruch macht er mit einem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">AT/D 2026 R: Markus Schleinzer, D: Sandra Hüller, Caro Braun, Marisa<br />
Growaldt, 94 Min.</p>
<p>Dreißig Jahre Krieg. Undenkbar. Inmitten dieses »ersten großen Krieges«<br />
im 17. Jahrhundert taucht der Soldat Rose in einem abgelegenen<br />
protestantischen Dorf auf. Rose behauptet, der rechtmäßige Erbe eines<br />
seit langer Zeit verlassenen Gutshofs zu sein. Seinen Anspruch macht er<br />
mit einem Dokument geltend. Rose strebt nach Anerkennung und Integration<br />
in der eingeschworenen Dorfgemeinschaft. Sein Erscheinen zieht jedoch<br />
deren Misstrauen auf sich. Den Fremden umgibt ein Geheimnis –<br />
tatsächlich steckt hinter Rose eine Frau, die eine falsche Identität und<br />
ein anderes Geschlecht angenommen hat, um ihr Glück zu finden.</p>
<p>Mit der Figur des Soldaten Rose hat die Charakterdarstellerin Sandra<br />
Hüller eine neue Herausforderung gefunden. Nach der Frau eines<br />
SS-Kommandanten in »Zone of Interest« und einer angeklagten Witwe in<br />
»Anatomie eines Falls« stellt sie in Markus Schleinzers »Rose« eine<br />
»Frau, die vorgibt, ein Mann zu sein« dar, wie Hüller im Rahmen der<br />
Pressekonferenz der diesjährigen Berlinale betonte. »Ich spiele keinen<br />
Mann.«. Und doch ist diese Rolle für sie auch eine auch körperliche<br />
Transformation. Nicht nur die Stimme wirkt fester, betonter, auch ihr<br />
Schauspiel trägt männliche Züge, solange sich Rose als Mann ausgibt. Für<br />
den österreichischen Regisseur Markus Schleinzer war Hüller die einzige<br />
Wahl für die Rolle der Rose. Er schätzt an ihr »dieses enorme Talent,<br />
die bezwingende Logik gepaart mit einer extremen Ehrlichkeit und<br />
Uneitelkeit in ihrem Spiel.« Hüller, so habe er im Gespräch mit anderen<br />
Darstellerinnen erfahren, sei zudem enorm wichtig »für nachfolgende<br />
Generationen an Schauspielerinnen.«</p>
<p>Schleintzer hatte vor acht Jahren mit seiner Recherche zu »Rose«<br />
begonnen. Auf Basis der Informationen, die er in alten Schriften und<br />
Nacherzählungen fand, begann er ein Romanfragment zu schreiben. Mehr als<br />
1.000 Seiten umfasste am Ende die Geschichte der fiktiven Figur Rose,<br />
von der Geburt bis zum Tode. Mit dem Drehbuchautor Alexander Brom<br />
konzentrierte er sich auf das letzte Kapitel ihres Lebens. »Ich bin auf<br />
an die 300 Geschichten von Frauen gestoßen, die über etwa drei<br />
Jahrhunderte hinweg, aus unterschiedlichsten Gründen ›den Weg in die<br />
Hose‹ genommen haben.« Gründe für Frauen »in die Hose zu steigen« waren<br />
mannigfaltig, so Schleintzer. »Es erleichterte den Zugang zu Arbeit. Es<br />
war die Hoffnung, Vergewaltigungen oder Zwangsheiraten zu entgehen,<br />
dadurch selbstbestimmter zu leben«, die Frauen antrieb. »Wer ein<br />
selbstbestimmtes Leben führen, Zugang zu Bildung und Besitz haben<br />
wollte, der tat gut daran, ein Mann zu sein oder zumindest eine Hose zu<br />
tragen.« Immer wieder stellte er fest, »in dem Moment in dem sie sich<br />
dieses Stückchen Stoff angelegt haben, war diese Freiheit, diese<br />
Autonomie sofort gegeben.«</p>
<p>Bereits mit seinem letzten Film »Angelo« behandelte Markus Schleinzer<br />
einen historischen Stoff. Darin wird zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein<br />
afrikanischer Sklavenjunge von einer europäischen Comtesse ausgesucht,<br />
um getauft und ausgebildet zum Wiener Hofmaskottchen zu werden. Diesmal<br />
setzte Schleintzer die Geschichte in starken Schwarz-Weiß-Bildern in<br />
Szene. Weniger, um das Historische zu unterstreichen, sondern vielmehr<br />
für die Fokussierung. »Es bringt die Geschichte manchmal zurück zu den<br />
Menschen. Wir konzentrieren uns ganz auf die Handlung, nicht darauf,<br />
welche Farbe ein Kleid oder eine Uniform hat.« Für »Rose« holte er auch<br />
Robert Gwisdek und Godehard Giese ins Ensemble. Caro Braun ist als Roses<br />
Partnerin Suzanna eine Entdeckung. Marisa Growaldt führt als Erzählerin<br />
durch die Geschichte. Dadurch gewinnt der Film die Hoheit der Narration,<br />
die Distanz des Blicks auf die Ereignisse. Vor allem Hüllers Spiel geht<br />
unter die Haut.</p>
<p>Gedreht wurde im Harz in Sachsen-Anhalt und in Niederösterreich. Die<br />
Leipziger ROW Pictures, die bereits »3 Tage in Quiberon« und »Irgendwann<br />
werden wir uns alles erzählen« mit Regisseurin Emily Atef, sowie Sandra<br />
Hüller in »Zwei zu Eins« produzierte, war mit an Bord. Auch die<br />
Tonbearbeitung entstand in Leipzig.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Frosch und das Wasser</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/04/29/der-frosch-und-das-wass/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 09:38:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.filmtabs.de/ft/?p=6830</guid>

					<description><![CDATA[Deutschland/Japan 2025 R: Thomas Stuber, D: Aladdin Detlefsen, Kanji Tsuda, Bettina Stucky, 100 Min. Stefan Busch (Aladdin Detlefsen), den alle nur „Buschi“ nennen, lebt in einer betreuten Wohngruppe. Bei einem Ausflug nach Köln macht sich Buschi selbständig und steigt in den Bus einer japanischen Reisegruppe. An Bord ist der schweigsame Hideo Kitamura (KanjiTsuda). Obwohl die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">Deutschland/Japan 2025 R: Thomas Stuber, D: Aladdin Detlefsen, Kanji<br />
Tsuda, Bettina Stucky, 100 Min.</p>
<p>Stefan Busch (Aladdin Detlefsen), den alle nur „Buschi“ nennen, lebt in<br />
einer betreuten Wohngruppe. Bei einem Ausflug nach Köln macht sich<br />
Buschi selbständig und steigt in den Bus einer japanischen Reisegruppe.<br />
An Bord ist der schweigsame Hideo Kitamura (KanjiTsuda). Obwohl die<br />
beiden einander nicht verstehen können, entwickelt sich eine behutsame<br />
Freundschaft zwischen ihnen. Buschi, der sich sein ganzes Leben lang<br />
geweigert hat, über Sprache mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren,<br />
blüht in dieser fremden Umgebung auf. Hideo wiederum hat persönliche<br />
Gründe für diese Reise, den Verlust seines Bruders.</p>
<p>Gotthard Kuppel, Seiltänzer, Kabarettist, Theaterschauspieler und<br />
-regisseur, reiste 1972 als Teil der Olympiaauswahl im Judo nach Japan.<br />
Als er einmal im Zug sitzend beobachtete, wie sich zwei Reisegruppen<br />
begegneten, eine deutsche und eine aus Japan. stellte er sich vor, wie<br />
es wäre, wenn einer der Touristen plötzlich kehrt machen und sich der<br />
anderen Gruppe anschließen würde. Aus dieser Tagträumerei entstand ein<br />
Drehbuch. Mit Kuppels Engagement im Bremer Blaumeier-Atelier, einer<br />
Institution in der seit vierzig Jahren Menschen mit und ohne<br />
körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen Theater und Musik machen,<br />
wurde aus dem Protagonisten seiner Geschichte ein Held mit Downsyndrom.<br />
Gemeinsam mit dem Leipziger Regisseur Thomas Stuber („In den Gängen“)<br />
erzählt Kuppel ein lakonisches Roadmovie in der Tradition von<br />
Filmemachern wie Jim Jarmusch, Aki Kaurismäki und nicht zuletzt Takeshi<br />
Kitano. Der Blaumeier-Schauspieler Aladdin Detlefsen und der japanische<br />
Charakterdarsteller Kanji Tsuda („Onoda – 10.000 Nächte im Dschungel“)<br />
entwickeln eine wundervolle Chemie auf der Leinwand. Wer sich auf den<br />
ruhigen Ton und das gemächliche Tempo dieser charmanten<br />
Reisegesellschaft einlässt, findet eine berührende Komödie mit leisem Humor.</p></div>
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		<title>Der Magier im Kreml</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/04/10/der-magier-im-kreml/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2026 10:27:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
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					<description><![CDATA[(The Wizard of the Kremlin) F/USA 2025 R: Olivier Assayas, D: Paul Dano, Alicia Vikander, Tom Sturridge Einen Film über eine noch lebende und noch dazu umstrittene Persönlichkeit zu drehen, ist ein heikles Unterfangen. Der französische Politfilmer Olivier Assayas („Carlos – Der Schakal“) scheint da der richtige Mann auf dem Regiestuhl. Er adaptierte den Roman [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">(The Wizard of the Kremlin) F/USA 2025 R: Olivier Assayas, D: Paul Dano, Alicia Vikander, Tom Sturridge</p>
<p>Einen Film über eine noch lebende und noch dazu umstrittene Persönlichkeit zu drehen, ist ein heikles Unterfangen. Der französische Politfilmer Olivier Assayas („Carlos – Der Schakal“) scheint da der richtige Mann auf dem Regiestuhl. Er adaptierte den Roman „Der Magier im Kreml“ von Giuliano da Empoli, der den Aufstieg Vladimir Putins nachzeichnet. Ähnlich wie zuletzt Ali Abbasi bei „The Apprentice – The Trump Story“ erzählt das Buch die politische Karriere des russischen Präsidenten aus der Perspektive seines Vertrauten, des Medienunternehmers Wladislaw Surkow, der hier Vadim Baranov heißt. Paul Dano spielt den Präsidentemacher teuflisch gut mit sonorer Stimme. Jude Law als Putin überzeugt ebenso. Trotzdem bleibt der fade Nachgeschmack eines verfilmten Wikipedia-Eintrags: Informativ, aber dröge.</p></div>
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