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	<description>- Das erste Online Filmmagazin Deutschlands, seit 1996 - Mehr als 4000 Artikel, Kritiken und Festivalberichte</description>
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		<title>Alte Liebe</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/10/08/alte-liebe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2026 08:17:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
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					<description><![CDATA[D 2026, R: Andreas Dresen, D: Dagmar Manzel, Joachim Król, Anna von Seld 111 Min. Lore (Dagmar Manzel) und Harry (Joachim Król) sind seit 40 Jahren verheiratet. Ein altes Ehepaar wie es im Buche steht. Er meckert gern, sie kritisiert ihn häufig. Aber eigentlich lieben sie sich und halten die gegenseitigen Marotten aus. Der Pensionär [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">D 2026, R: Andreas Dresen, D: Dagmar Manzel, Joachim Król, Anna von Seld<br />
111 Min.</p>
<p>Lore (Dagmar Manzel) und Harry (Joachim Król) sind seit 40 Jahren<br />
verheiratet. Ein altes Ehepaar wie es im Buche steht. Er meckert gern,<br />
sie kritisiert ihn häufig. Aber eigentlich lieben sie sich und halten<br />
die gegenseitigen Marotten aus. Der Pensionär kümmert sich am liebsten<br />
um seinen Rittersporn im Garten, während die Bibliothekarin vergeblich<br />
versucht, ihren Gatten mal zu einer Lesung zu bewegen. Lore träumt von<br />
einem anderen Leben, von Reisen, von Aufbruch. Sie fühlt sich kraftlos<br />
und fragt sich immer dringlicher: War das schon alles? Harry trinkt sein<br />
Bier, raucht, schweigt. Als eine Einladung zur Hochzeit ihrer Tochter im<br />
Briefkasten liegt, hat er nur Abfälliges für den zukünftigen<br />
Schwiegersohn übrig: Wessi, reich geerbt, klein und untersetzt. Obwohl<br />
Lore zieht und zerrt, lässt er sich nicht dazu bewegen, zur Feier nach<br />
Leipzig zu reisen. Aber die ist ja auch erst im Herbst und es ist Frühling.</p>
<p>Der Film begleitet das Paar mit wundervollem lakonischen Humor durch die<br />
Jahreszeiten. Mit klugen, lebensnahen Dialogen ist die Adaption des<br />
Romans von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder ein Zweipersonenstück,<br />
das sich fast ausschließlich im schönen Ostberliner Häuschen (mit<br />
Garten) abspielt. Die Szenen und Dialoge erzählen beiläufig auch viel<br />
über die DDR und das Heute. Ein Stoff wie geschrieben für Andreas<br />
Dresen, der nah am Buch inszenierte. Dagmar Manzel und Joachim Król<br />
spielen das ganz wundervoll, ehrlich und ohne Eitelkeit. Eine „Alte<br />
Liebe“ verbindet unterdessen auch Regisseur Andreas Dresen und<br />
Drehbuchautorin Laila Stieler. Seit mehr als 20 Jahren schreiben sie<br />
zusammen. Das Thema Liebe im Alter behandelten sie bereits mit »Wolke<br />
Neun« aufrichtig und einfühlsam. Ihre künstlerische Harmonie sorgt auch<br />
hier für jene Handschrift für die das Publikum ihre Filme schätzt und<br />
liebt und auch diesen in ihr Herz schließen wird.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Über Unterbiberger</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/09/28/uber-unterbiberger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 02:41:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
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					<description><![CDATA[D 2026 R: Matthias Ditscherlein V: Filmperlen 92 Min. Volksmusik – Ein Heiligtum (süd)deutscher Identität. Als Außenstehender verbindet man die Blasmusik eher mit Bier und Oktoberfest. Franz Himpsl macht Volksmusik. Mit seiner Frau Irene und den beiden Söhnen hat er die Unterbiberger Hofmusik gegründet. Aber die Himpsls haben in ihrem Repertoire nicht nur Volkslieder, sie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">D 2026 R: Matthias Ditscherlein V: Filmperlen 92 Min.</p>
<p>Volksmusik – Ein Heiligtum (süd)deutscher Identität. Als Außenstehender<br />
verbindet man die Blasmusik eher mit Bier und Oktoberfest. Franz Himpsl<br />
macht Volksmusik. Mit seiner Frau Irene und den beiden Söhnen hat er die<br />
Unterbiberger Hofmusik gegründet. Aber die Himpsls haben in ihrem<br />
Repertoire nicht nur Volkslieder, sie spielen auch Jazz und Klezmer in<br />
Marokko, Ägypten und dem Iran. Wie aus dem Lehrer in einer bayrischen<br />
Kleinstadt ein musikalischer Botschafter wurde, der um die Welt reist<br />
und mit den Größen des Jazz spielt, erzählt Matthias Ditscherlein in<br />
seinem mitreißenden Dokumentarfilm „Über Unterbiberger“. Über zehn Jahre<br />
begleitete er die Familie bei ihren Reisen und in ihrem Umfeld in dem<br />
Vorort von München. Er fängt die großen Augen und überraschten Gesichter<br />
ein, wenn Franz in Lederhose die Saz – eine orientalische Laute – zückt<br />
und darauf, wechselnd mit der Trompete, seine Interpretation türkischer<br />
Volkslieder singt. Ist ist aber auch im Breisgau bei den Freunden der<br />
Familie, backstage in Marrakesh und bei der Arbeit mit Kindern im<br />
ägyptischen Shibin el-Kaum dabei. So entsteht ein Porträt, das ebenso<br />
umtriebig ist wie sein Protagonist. Franz ist der Zampano, der die<br />
Familie auf Trapp hält und auch gern den Mittelpunkt der Doku einnimmt.<br />
Seine Bereitschaft zum musikalischen Austausch ging soweit, dass er<br />
neben Türkisch auch Arabisch lernte, um auch den Zugang zu den Kindern<br />
zu finden und in ihnen die Leidenschaft für Musik zu wecken. Mit Respekt<br />
und Offenheit verbinden die Himpsls Kulturen über die einende Sprache<br />
der Musik. „Nur nicht in die Hosen scheißen“, ist das Motto, immer<br />
neugierig darauf neue Kulturen aufzusaugen. „Über Unterbiberger“, der<br />
die Hofer Filmtage eröffnete, mag eine etwas einseitige Geschichte<br />
erzählen. In seiner Begeisterung ist er aber ein beseeltes Plädoyer für<br />
das was uns verbindet.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Corpus Delicti</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/09/28/corpus-delicti/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 02:39:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
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					<description><![CDATA[D  2026, R: Lena Stahl, D: Hannah Herzsprung, Damian Hardung, Alexander Fehling, 100 Min. Freiheit und Sicherheit sind zwei gesellschaftliche Ziele, die immer wieder für Diskussionen sorgen. In der nahen Zukunft, die die Schriftstellerin Juli Zeh in ihrem Roman „Corpus Delicti“ entwirft, wurde zugunsten der Sicherheit auf Freiheit verzichtet. „Die Methode“ beherrscht das Leben der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">D  2026, R: Lena Stahl, D: Hannah Herzsprung, Damian Hardung, Alexander<br />
Fehling, 100 Min.</p>
<p>Freiheit und Sicherheit sind zwei gesellschaftliche Ziele, die immer<br />
wieder für Diskussionen sorgen. In der nahen Zukunft, die die<br />
Schriftstellerin Juli Zeh in ihrem Roman „Corpus Delicti“ entwirft,<br />
wurde zugunsten der Sicherheit auf Freiheit verzichtet. „Die Methode“<br />
beherrscht das Leben der Menschen, ein Regelwerk, das als unfehlbar<br />
gilt. Verbrechen sind ein Relikt der Vergangenheit. Wer aus diesen<br />
Regeln ausbricht, wird drakonisch bestraft. Mia Holl (Hannah Herzsprung)<br />
opfert ihr Leben voll und ganz der Methode. Ihr Bruder Moritz (Damian<br />
Hardung) will auf seine Freiheit nicht verzichten. Als er des Mordes an<br />
einer Frau bezichtigt wird, beginnt auch Mia an der Methode zu zweifeln.<br />
Das Konzept eines dystopischen Überwachungsstaat ist nicht neu, wird in<br />
der Adaption von „Corpus Delicti“ aber überzeugend um- und eindrucksvoll<br />
in Szene gesetzt. Hannah Herzsprung („Vier Minuten“) überzeugt in der<br />
Wandlung von der Devoten zur Zweiflerin. Die übrigen Figuren sind<br />
allerdings flach und die Inszenierung schlägt mitunter über die Stränge.<br />
„Corpus Delicti“ ist durchaus spannendes Unterhaltungskino. Zu mehr<br />
fehlt es an Tiefe.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>All You Need Is Kill</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/09/24/all-you-need-is-kill/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2026 16:16:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.filmtabs.de/ft/?p=6861</guid>

					<description><![CDATA[J 2026 R: Ken&#8217;ichirô Akimoto, Yukinori Nakamura, 86 min Das japanische Studio 4°C, welches in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag feiert, hebt sich mit seinen Produktionen seit jeher angenehm ab vom Anime-Mainstream. Die Figuren in Filmen wie „Mindgame“, »Mutafukaz« oder »Tekkonkinkret« sind kantiger, der Stil surrealer, visuell aufregender und unverkennbar. Das gilt auch für das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">J 2026 R: Ken&#8217;ichirô Akimoto, Yukinori Nakamura, 86 min</p>
<p>Das japanische Studio 4°C, welches in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag<br />
feiert, hebt sich mit seinen Produktionen seit jeher angenehm ab vom<br />
Anime-Mainstream. Die Figuren in Filmen wie „Mindgame“, »Mutafukaz« oder<br />
»Tekkonkinkret« sind kantiger, der Stil surrealer, visuell aufregender<br />
und unverkennbar. Das gilt auch für das Regiedebüt von Ken&#8217;ichirô<br />
Akimoto und Yukinori Nakamura. Sie haben sich den in Japan äußerst<br />
populären Roman »All You Need Is Kill« von Hiroshi Sakurazaka<br />
vorgenommen, erzählen die Story aber aus weiblicher Perspektive. Die<br />
rothaarige Rita, eine junge Rekrutin in der Vereinigten<br />
Verteidigungseinheit, wacht eines Morgens auf und muss feststellen, dass<br />
sie in einer Zeitschleife gefangen ist. Eine außerirdische Macht tötet<br />
sie und ihre Einheit. Kurz darauf erwacht sie wieder am Morgen zuvor und<br />
muss den Tag erneut durchlaufen. Außer ihr scheint niemand davon<br />
betroffen. Also entwickelt sie mit jedem Tod neue Strategien und<br />
trainiert, um gegen die pflanzenartigen Killer bestehen zu können –<br />
allerdings vergeblich. Rita beißt regelmäßig ins Gras. Bis sie entdeckt,<br />
dass ihr Schicksal mit dem des Computernerds Keiji verbunden ist.<br />
Gemeinsam versuchen sie fortan die Aliens zur Strecke zu bringen und dem<br />
Loop zu entkommen.</p>
<p>Wer jetzt denkt, die Story gab es doch schon mal mit Tom Cruise und<br />
Emily Blunt: Richtig, auch der Realfilm »Edge of Tomorrow« von Doug<br />
Liman basiert auf derselben Romanvorlage. Nun sind die Rollen verdreht<br />
und die launische Rita ist die eindeutig interessantere Protagonistin.<br />
Die mürrische Einzelgängerin schottet sich am liebsten von der Außenwelt<br />
ab. Bis sie dazu gezwungen ist, sich aus ihrem Schneckenhaus zu bewegen.<br />
Das ist (in der deutschen Synchronisation) alles ein wenig zu<br />
offensichtlich behandelt und ausgesprochen. Visuell ist „All You Need Is<br />
Kill“ aber eine wahre Wucht mit abgedrehten Ideen und<br />
schwindelerregenden Actionszenen.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Primetime</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/09/24/primetime/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2026 15:46:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.filmtabs.de/ft/?p=6860</guid>

					<description><![CDATA[ USA 2026 R: Lance Oppenheim, D: Robert Pattinson, Merritt Wever, Skyler Gisondo, 110 min Mit dem Format »To Catch a Predator« für den TV-Sender NBC machte der US-Journalist Chris Hansen Mitte der 2000er Jahre eine Form der Selbstjustiz salonfähig, indem er Pädophile in eine Falle lockte und öffentlich bloßstellte. Über Chats und Foren gewannen seine [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post"> USA 2026 R: Lance Oppenheim, D: Robert Pattinson, Merritt Wever,<br />
Skyler Gisondo, 110 min</p>
<p>Mit dem Format »To Catch a Predator« für den TV-Sender NBC machte der<br />
US-Journalist Chris Hansen Mitte der 2000er Jahre eine Form der<br />
Selbstjustiz salonfähig, indem er Pädophile in eine Falle lockte und<br />
öffentlich bloßstellte. Über Chats und Foren gewannen seine Mitarbeiter<br />
das Vertrauen der Triebtäter und vereinbarten ein Treffen, bei dem<br />
Hansen sie vor laufender Kamera zur Rede stellte.</p>
<p>Die Reality-Show sorgte für Diskussionen darum, wie weit das Fernsehen<br />
gehen darf und sollte. Im vergangenen Jahr rollte der Regisseur David<br />
Osit in seinem Dokumentarfilm »Predators« den Fall neu auf.<br />
Dokumentarfilmer David Osit sprach mit Mitwirkenden und auch mit Hansen<br />
selbst und zeichnete ein ambivalentes Bild. Ging es den Machern wirklich<br />
um Aufklärung oder nur um die Befriedigung der Sensationslust des<br />
Millionenpublikums? Heiligt der Zweck jedes Mittel? Osit gelang es mit<br />
seinem Film die Kontroverse aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten<br />
und den Betrachter zum Nachdenken anzuregen.</p>
<p>Nun hat sich der Dokumentarfilmregisseur Lance Oppenheim an eine<br />
Fiktionalisierung des Stoffes gewagt. Er schildert die Ereignisse hinter<br />
den Kulissen und macht daraus einen hochspannenden Thriller. An dessen<br />
Anfang ist Chris Hanson (Robert Pattinson) noch ein aufstrebender<br />
Fernsehjournalist mit zweierlei Visionen. Er will pädophile Triebtäter<br />
zur Strecke bringen und die Welt verbessern. Daneben geht es ihm aber<br />
auch darum, dass seine journalistische Arbeit endlich die Anerkennung<br />
erhält, die sie in seinen Augen verdient. Hansons Ambitionen machen vor<br />
allem seiner Produzentin Andie Bender (Merritt Wever) das Leben schwer.<br />
Der Getriebene entscheidet erratisch und ist zunehmend abgelenkt von<br />
einem anonymen Anrufer, der dem verheirateten Vater droht, seine<br />
Liebesaffäre auffliegen zu lassen.</p>
<p>Robert Pattinson spielt das hervorragend mit der von ihm schon aus „Das<br />
Drama“ oder „Die My Love“ bekannten Mischung perfider Hilflosigkeit. Er<br />
spielt Hanson als einen Mann, der bereit ist, alle mit sich in den<br />
Abgrund zu reißen. Die Inszenierung mit den grobkörnigen Aufnahmen aus<br />
den Überwachungskameras und extremen Close-Ups sorgt für Beklemmung. Die<br />
Figur des »Decoy-Dan« (Skyler Gisondo), einem jugendlich-naiv wirkenden<br />
Lockvogel, verleiht der Geschichte zusätzliche Tragik. Wer die Doku<br />
allerdings bereits gesehen hat und weiß, welchen Ausgang Hansons<br />
Karriere nahm, der findet auf Seiten der Story nur wenig Neues. Ein<br />
unangenehmes Kinoerlebnis, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/09/11/albrecht-weinberg-es-ist-immer-in-meinem-kopf-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 07:57:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.filmtabs.de/ft/?p=6859</guid>

					<description><![CDATA[D 2026 R: Güner Yasemin Balci, Jesco Denzel 92 Min. „God Bless America“ läuft im Radio und Albrecht Weinberg singt lauthals mit. Man kann es ihm nicht verdenken, schließlich hat ihm das einstige „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ 60 gute Jahre geschenkt, nachdem er bereits den Glauben an das Gute im Menschen verloren hatte. 1947 kam [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">D 2026 R: Güner Yasemin Balci, Jesco Denzel 92 Min.</p>
<p>„God Bless America“ läuft im Radio und Albrecht Weinberg singt lauthals<br />
mit. Man kann es ihm nicht verdenken, schließlich hat ihm das einstige<br />
„Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ 60 gute Jahre geschenkt, nachdem<br />
er bereits den Glauben an das Gute im Menschen verloren hatte. 1947 kam<br />
Albrecht Weinberg mit seiner Schwester Friedel nach New York – aus dem<br />
Konzentrationslager in Auschwitz. Nie wieder wollte er zurück in das<br />
Land der Täter. „Wir wollten vergessen“, sagt er. Doch dann erlitt<br />
Friedel einen Schlaganfall und sie kehrten in ihre Heimat Ostfriesland<br />
zurück, wo Friedel kurz darauf starb. Seitdem erzählt Albrecht seine<br />
Geschichte, in Schulklassen und bei Gedenkveranstaltungen. Die Kamera<br />
von Güner Yasemin Balci und Jesco Denzel begleitet ihn dabei<br />
respektvoll. Noch immer kann er die Lieder auswendig, die am Morgen auf<br />
dem Adolf-Hitler-Platz gegenüber seines Elternhauses gesungen wurden.<br />
Wenn er sie schließlich gemeinsam mit dem Pfarrer singt, der einst in<br />
der Hitlerjugend war, ist das ein starkes Zeichen der Versöhnung.<br />
Albrecht Weinberg lernte zu vergeben. Der Dokumentarfilm zeigt aber<br />
auch, wie schwierig die Aussöhnung mit den früheren Tätern ist. Ein<br />
Glück für den Film ist, dass neben den Geschichten auch die Bilder<br />
überlebt haben, die Weinberg vor seiner Gefangennahme an Freunde<br />
übergab. Gemeinsam mit seinen Erzählungen bilden sie ein schreckliches,<br />
aber sehr wichtiges Zeitdokument. „Albrecht Weinberg – Es ist immer in<br />
meinem Kopf“ ist ein Film über zwei bemerkenswerte Menschen. Nachdem die<br />
Krankenschwester Gerda Dänekas Albrechts Schwester in den Tod<br />
begleitete, nahm sie ihn bei sich auf und pflegte ihn. Im Mai starb<br />
Albrecht Weinberg mit 101 Jahren. Bis zuletzt war sein Geist wach und<br />
die Bilder in seinem Kopf lebendig.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>That&#8217;s Why The Lady is a Champ</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/09/03/thats-why-the-lady-is-a-champ/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2026 16:15:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.filmtabs.de/ft/?p=6858</guid>

					<description><![CDATA[(Christy) USA 2026 R: David Michôd, D: Sydney Sweeney, Coleman Pedigo, Merritt Wever, 135 Min. Hollywoodfilme über Kampfsport dienen meist als Showcase für überwiegend männliche Schauspieler, um zu zeigen, wie weit sie vor allem physisch bereit sind zu gehen für eine Rolle (oder einen Oscar). Zuletzt war das bei Dwayne Johnson in „Smashing Machine“ oder [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">(Christy) USA 2026 R: David Michôd, D: Sydney Sweeney, Coleman Pedigo,<br />
Merritt Wever, 135 Min.</p>
<p>Hollywoodfilme über Kampfsport dienen meist als Showcase für überwiegend<br />
männliche Schauspieler, um zu zeigen, wie weit sie vor allem physisch<br />
bereit sind zu gehen für eine Rolle (oder einen Oscar). Zuletzt war das<br />
bei Dwayne Johnson in „Smashing Machine“ oder Orlando Bloom in „The Cut“<br />
zu beobachten. Die Blaupause ist dabei immer dieselbe: Der oft auf<br />
wahren Biographien basierende Plot bewegt sich an den einzelnen<br />
Stationen einer Karriere vom Underdog ins Rampenlicht, Abstieg, Drogen<br />
und der Kampf zurück ins Rampenlicht werden dabei optional eingestreut.<br />
Auch „Christy“, der bei uns den auf einer Headline beruhenden Titel<br />
„That’s Why the Lady is a Champ“ erhalten hat, basiert auf Erinnerungen,<br />
niedergeschrieben in der Autobiographie „Fighting for Survival“. Es ist<br />
die Geschichte von Christy Martin, die in den Neunziger Jahren zur<br />
erfolgreichsten Profi-Boxerin der USA aufstieg. Das ist aber nicht das<br />
eigentlich Bemerkenswerte an ihrer Geschichte. In ihrem Buch beschreibt<br />
sie die gewalttätige Ehe mit ihrem Manager Jim Martin, ihr Coming Out<br />
und die Diskriminierung von Homosexualität im Boxsport. Regisseur David<br />
Michôd („War Machine“) rückt diese Themen in den Mittelpunkt seines<br />
Biopics, erzählt aber auch recht konventionell das Drumherum: Christys<br />
Aufwachsen in einer Arbeiterfamilie in einer Kleinstadt in West Virgina,<br />
ihre Begeisterung fürs Boxen, die von ihren Eltern ebensowenig<br />
akzeptiert wird, wie ihre Beziehung zu Rosie. Der erfolgreiche Trainer<br />
Jim Martin scheint ihr Ticket aus der Enge des Elternhauses. Allerdings<br />
gibt sich Jim von Anfang an als Arschloch und ändert sich auch über die<br />
kommenden Jahrzehnte nicht, in denen er ihr Manager und Ehemann wird und<br />
Christy einen Erfolg nach dem anderen einfährt. Insofern ist es<br />
schwierig, nachzuvollziehen, warum sie nicht früher das Weite gesucht<br />
hat, wie sie irgendwann selbst zugibt. Sydney Sweeney („Euphoria“)<br />
spielt Martin mit Hingabe, Ben Foster („Leave No Trace“) überzeugt als<br />
furchteinflößende Witzfigur.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vaterland</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/09/03/vaterland-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2026 16:14:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.filmtabs.de/ft/?p=6857</guid>

					<description><![CDATA[D/PL/I/F/GB 2026, R: Pawe? Pawlikowski, D: Sandra Hüller, Hanns Zischler, August Diehl, 82 min Deutschland, 1949: Ein Volk zwischen Schockzustand und Verdrängung. Das Leben geht weiter und doch ist nichts so wie davor. Nach Jahren im Exil kehrt der Schriftsteller Thomas Mann ins Land der Täter zurück. Überall wird er beklatscht und geehrt. In West [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">D/PL/I/F/GB 2026, R: Pawe? Pawlikowski, D: Sandra Hüller, Hanns<br />
Zischler, August Diehl, 82 min</p>
<p>Deutschland, 1949: Ein Volk zwischen Schockzustand und Verdrängung. Das<br />
Leben geht weiter und doch ist nichts so wie davor. Nach Jahren im Exil<br />
kehrt der Schriftsteller Thomas Mann ins Land der Täter zurück. Überall<br />
wird er beklatscht und geehrt. In West und Ost singen sie ihm Lieder.<br />
Selbst russische Offiziere suchen den Austausch über die Kunst. Aber der<br />
Autor hat nur Verachtung für sie übrig, jene Speichellecker, die eben<br />
noch den Arm hoben und nun alle Schuld von sich weisen. An seiner Seite:<br />
Seine Tochter Erika, die übersetzt und organisiert. Als sie die<br />
Nachricht des Freitods ihres Bruder Klaus erreicht, mischt sich die<br />
persönliche Tragödie in die Trauer um den Verlust der Heimat. Gemeinsam<br />
mit dem Drehbuchautor Henk Handloegten (»Babylon Berlin«) rekonstruiert<br />
der vielfach ausgezeichnete polnische Regisseur Pawel Pawlikowski<br />
(»Ida«) diese Reise, die Mann eigentlich mit seiner Ehefrau Katia<br />
machte. Ausdrucksstarke Schwarz-Weiß-Bilder zeigen ein Land, das in<br />
Trümmern liegt, architektonisch und moralisch. Gleichermaßen keimt im<br />
Osten die Hoffnung auf einen Neuanfang. In Cannes für die beste Regie<br />
ausgezeichnet, ist »Vaterland« ein kraftvolles und konzentriertes<br />
Zeitdokument mit glänzender Besetzung, allen voran Hanns Zischler und<br />
Sandra Hüller als ungleiches Vater-Tochter-Gespann.</p></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/08/27/albrecht-weinberg-es-ist-immer-in-meinem-kopf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2026 11:10:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.filmtabs.de/ft/?p=6855</guid>

					<description><![CDATA[D 2026 R: Güner Yasemin Balci, Jesco Denzel , 92 Min. „God Bless America“ läuft im Radio und Albrecht Weinberg singt lauthals mit. Man kann es ihm nicht verdenken, schließlich hat ihm das einstige „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ 60 gute Jahre geschenkt, nachdem er bereits den Glauben an das Gute im Menschen verloren hatte. 1947 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">D 2026 R: Güner Yasemin Balci, Jesco Denzel , 92 Min.</p>
<p>„God Bless America“ läuft im Radio und Albrecht Weinberg singt lauthals mit. Man kann es ihm nicht verdenken, schließlich hat ihm das einstige „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ 60 gute Jahre geschenkt, nachdem er bereits den Glauben an das Gute im Menschen verloren hatte. 1947 kam Albrecht Weinberg mit seiner Schwester Friedel nach New York – aus dem Konzentrationslager in Auschwitz. Nie wieder wollte er zurück in das Land der Täter. „Wir wollten vergessen“, sagt er. Doch dann erlitt Friedel einen Schlaganfall und sie kehrten in ihre Heimat Ostfriesland zurück, wo Friedel kurz darauf starb. Seitdem erzählt Albrecht seine Geschichte, in Schulklassen und bei Gedenkveranstaltungen. Die Kamera von Güner Yasemin Balci und Jesco Denzel begleitet ihn dabei respektvoll. Noch immer kann er die Lieder auswendig, die am Morgen auf dem Adolf-Hitler-Platz gegenüber seines Elternhauses gesungen wurden. Wenn er sie schließlich gemeinsam mit dem Pfarrer singt, der einst in der Hitlerjugend war, ist das ein starkes Zeichen der Versöhnung. Albrecht Weinberg lernte zu vergeben. Der Dokumentarfilm zeigt aber auch, wie schwierig die Aussöhnung mit den früheren Tätern ist. Ein Glück für den Film ist, dass neben den Geschichten auch die Bilder überlebt haben, die Weinberg vor seiner Gefangennahme an Freunde übergab. Gemeinsam mit seinen Erzählungen bilden sie ein schreckliches, aber sehr wichtiges Zeitdokument. „Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf“ ist ein Film über zwei bemerkenswerte Menschen. Nachdem die Krankenschwester Gerda Dänekas Albrechts Schwester in den Tod begleitete, nahm sie ihn bei sich auf und pflegte ihn. Im Mai starb Albrecht Weinberg mit 101 Jahren. Bis zuletzt war sein Geist wach und die Bilder in seinem Kopf lebendig.</p></div>
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		<title>Der Heimatlose</title>
		<link>https://www.filmtabs.de/ft/2026/08/25/der-heimatlose/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lars Tuncay]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2026 11:21:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritiken LT]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">D 2026 R: Kai Stänicke, D: Paul Boche, Philip Froissant, Emilia Schüle, 122 Min.</p>
<p>Bereits mit den ersten Bildern seines Spielfilmdebüts macht Kai Stänicke klar: Die Ereignisse der folgenden zwei Stunden sind inszenierte Realität. Die Häuser nur Fassade, dahinter offene, eingerichtete Räume vor den grünen Hügeln der Insel Norderney. So ist die raue Natur stets Teil des Szenenbildes. Ein Ensemble von Dorfbewohnern tummelt sich davor, als Hein (Paul Boche) nach 14 Jahren in seine Heimat zurückkehrt. Damals zog er aufs Festland, um der Enge des Insellebens zu entfliehen und sein Glück zu suchen. Er fand aber schließlich nur die Sehnsucht nach der Heimat, die er gleichermaßen verabscheut. Nun ist er also wieder da, trifft auf seine erwachsene Schwester (Stephanie Amarell), die demente Mutter (Irene Kleinschmidt), seinen Freund Friedemann (Philip Froissant) und die ihm Angetraute Greta (Emilia Schüle). Nur – sie alle scheinen ihn nicht zu erkennen. Jeder und Jede im Dorf zeigt Zweifel an seinen Aussagen. Seine Erinnerungen sind lückenhaft und doch weiß er Dinge, die nur der echte Hein wissen kann. Ein Dorftribunal soll klären, ob er die Wahrheit spricht und wieder in die Gemeinschaft aufgenommen oder aus ihr verbannt wird.<br />
Ob der Fremde wirklich der ist, der er vorgibt zu sein, bleibt auch für den Zuschauer lange im Dunkeln. Wie Stänickes Drehbuch das Rätsel auflöst, ist bemerkenswert und verleiht der Geschichte eine aktuelle Note. Auch wenn Setdesign, Kostüme und Sprache eindeutig auf eine lang vergangene Zeit hinweisen, könnte sich die Geschichte ähnlich auch in der heutigen Provinz abspielen. Der Glaube ist vollkommen abwesend. Das Dorf hat nicht einmal eine Kirche. Einzig das Gesetz der Gemeinschaft bestimmt das Leben der Menschen. Das Spiel mit den Kulissen funktioniert wie schon bei Lars von Triers im Ansatz ähnlichen Film »Dogville« erstaunlich gut. Die überzeugenden Hauptdarsteller*innen im Ensemble sorgen dafür, dass die Geschichte über die Lauflänge von zwei Stunden glaubwürdig und fesselnd bleibt.</p></div>
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