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	<title>filmtabs</title>
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	<description>- Das erste Online Filmmagazin Deutschlands, seit 1996 - Über 3000 Artikel, Kritiken und Festivalberichte</description>
	<pubDate>Fri, 25 May 2012 14:00:05 +0000</pubDate>
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		<title>Cannes 2012 Io e te, Bernardo Bertolucci</title>
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		<pubDate>Fri, 25 May 2012 14:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Bernardo Bertolucci ist längst Legende, ein alter Mann könnte man denken. Doch wie er die kleine, rührende Jugend-Geschichte von „Io et te“ (Ich und Du) inszeniert, zeigt dass er mit all seinem Können voll im Leben steht. Ein pubertierender Junge will sich vor der Schulfahrt drücken und versteckt sich im Keller des eigenen Mietkomplexes, zufällig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bernardo Bertolucci ist längst Legende, ein alter Mann könnte man denken. Doch wie er die kleine, rührende Jugend-Geschichte von „Io et te“ (Ich und Du) inszeniert, zeigt dass er mit all seinem Können voll im Leben steht. Ein pubertierender Junge will sich vor der Schulfahrt drücken und versteckt sich im Keller des eigenen Mietkomplexes, zufällig kommt seine ältere Stiefschwester vorbei und will ausgerechnet hier mit einem Kalten Entzug von den Drogen loskommen. David Bowies „Space Oddity“, jeweils einmal in der italienischen und der englischen Version charakterisieren die Drogenproblematik der Schwester und die Isolation des Sohnes. Das Keller-Kammerspiel entdeckt zwei junge Schauspieler, erzählt berührend feinfühlig und schenkt ein bitter-süßes Ende. Das hätte auch in den Wettbewerb gepasst.</p>
<p> </p>
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		<title>Cannes 2012 Cosmopolis David Cronenberg</title>
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		<pubDate>Fri, 25 May 2012 09:30:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[The Return of the Stretch-Limo
Die lautesten Lacher in seinem Wettbewerbsfilm &#8220;Cosmopolis&#8221; hat Cronenberg Carax zu verdanken: Die wiederholte Frage, wo sind all die Stretch-Limousinen in der Nacht, funktionierte als ungeplanter Querverweis innerhalb des Festivals. Doch man kann diese Variationen auf eine gesellschaftliche Erscheinung durchaus ernst nehmen. Wobei Carax den Cronenberg macht und die unsinnige Perversion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>The Return of the Stretch-Limo<br />
Die lautesten Lacher in seinem Wettbewerbsfilm &#8220;Cosmopolis&#8221; hat Cronenberg Carax zu verdanken: Die wiederholte Frage, wo sind all die Stretch-Limousinen in der Nacht, funktionierte als ungeplanter Querverweis innerhalb des Festivals. Doch man kann diese Variationen auf eine gesellschaftliche Erscheinung durchaus ernst nehmen. Wobei Carax den Cronenberg macht und die unsinnige Perversion der schon pervers ausgebreiteten Erscheinung Auto als die eigentlichen Lebewesen zeigt, in denen Menschen nur als Schmarotzer mitfahren. Und sie in der Nacht miteinander reden lässt. Cronenberg hingegen inszeniert die Limousine als Panzer eines Cyber-Kapitalisten, treffend verkörpert vom Twilight-Blutsauger Robert Pattinson. Kalt und herzlos bewegt sich der Multimilliardär Pucker im Schneckentempo durch New York. Während der Präsident - &#8220;Welcher?&#8221; &#8220;Der USA&#8221; - die Straßen blockiert, steigen Puckers Analysten, Ärzte und Affären ein und aus. Er trifft sich mit seiner Frau, die nach einer Heirat zweier Geldfamilien seine Augenfarbe entdeckt und noch immer nicht mit ihm schlafen will. Draußen brechen Unruhen aus, die Weltwirtschaft ist wieder in einer neuen Krise, diesmal wegen des Yuan, und die Idee der Ratte als Währung geistert herum. Gleichzeitig ist ein Attentäter hinter Pucker her. Dieser sucht und erlebt an einem Tag seinen Niedergang, macht den Ikarus. Sowohl die dichten, gesellschafts-analytischen und psychologischen Dialoge als auch einzelne Szene sind dabei hochspannendes Gedanken-Futter. Die Binoche darf an Puckers menschliche Seite appellieren. Während seine Prostata in der Limousine untersucht wird, entdeckt eine vom Joggen durchgeschwitzte Analystin in einer wunderbar absurden Szene ihre verborgenen sexuellen Interessen. Allerdings verliert der Film zum Ende an Drive, ausgerechnet wenn es ans Innerste des Protagonisten und an seine Jugend gehen soll. Wie schon beim Vorgänger Cronenberg, dem C.G. Jung-Film &#8220;A dangerous method&#8221;, macht der Regisseur, der sich früher spektakulär in die Eingeweide des menschlichen Wesens wühlte, nun hauptsächlich Kopf-Kino.</p>
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		<title>Cannes 2012 Post Tenebras Lux, Carlos Reygadas</title>
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		<pubDate>Thu, 24 May 2012 15:45:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
	<category>Kritiken GHJ</category>
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		<description><![CDATA[Ein leuchtend roter, mexikanischer Teufel trat etwa bei Carlos Reygadas&#8217; „Post Tenebras Lux“ auf die Leinwand. Pures Licht. Pures Böse? Mit seinen eigenen, kleinen Kindern (und koproduziert von der Kölner Match Factory) erzählt der Mexikaner („Japon“, „Battalla en el cielo“) von einer aufs Land geflohenen Familie. Doch ihre Probleme im Bett und mit den Gewaltausbrüchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein leuchtend roter, mexikanischer Teufel trat etwa bei Carlos Reygadas&#8217; „Post Tenebras Lux“ auf die Leinwand. Pures Licht. Pures Böse? Mit seinen eigenen, kleinen Kindern (und koproduziert von der Kölner Match Factory) erzählt der Mexikaner („Japon“, „Battalla en el cielo“) von einer aufs Land geflohenen Familie. Doch ihre Probleme im Bett und mit den Gewaltausbrüchen des wohlhabenden Mannes gegenüber seinen geliebten Hunden blieben nicht in der Stadt zurück. Der Titel, das calvinistische Motto &#8220;Licht nach der Dunkelheit&#8221;, könnte sich auf eine Klarheit - samt Erinnerungen aus der Kindheit - kurz vor dem Tode beziehen. Könnte aber auch das Scheitern von Entwicklung sarkastisch kommentieren. Reygadas’ tarkowskische Visionen einer paradiesischer Wiesenlandschaft gehören jedenfalls zu den Höhepunkten des Festivals: Ein kleines Kind spielt minutenlang im Nebel (und in seltsamen Tilt Shift-Unschärfen) zwischen Hunden, Pferden und Kühen, die in simpler Sprache von ihm benannt werden. Dass am Ende sich genau hier ein Mörder namens Sieben (Todsünden?) den Kopf abreißen wird, nachdem unter seinem Blick riesige Tannen niederkrachten, ist eindeutig der bösen Gegenwelt zuzuordnen. Aber das Rugby-Team - nicht das teuflisch rote, das andere - in der allerletzten Szene schreit &#8220;Wir werden siegen!&#8221; Die erste, verständnislose Reaktion zeitigte die heftigste Ablehnung im Wettbewerb - immer ein gutes Zeichen für ein besonderes Werk.</p>
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		<title>Cannes 2012 On the Road, Walter Salles</title>
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		<pubDate>Wed, 23 May 2012 14:15:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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Jack Kerouacs “On the Road” hat Kultstatus. Als vor ein paar Jahren Walter Salles, der Regisseur, der &#34;Die Reise des jungen Che&#34; zu solch einem Erlebnis machte, mit Kerouac auf Tour ging, weckte das viele Erwartungen. Zudem war es ein Herzens-Projekt des Brasilianers, der er in einer Dokumentation Zeitzeugen und wichtige Leute wie Dennis Hopper [...]]]></description>
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<p>Jack Kerouacs “On the Road” hat Kultstatus. Als vor ein paar Jahren Walter Salles, der Regisseur, der &quot;Die Reise des jungen Che&quot; zu solch einem Erlebnis machte, mit Kerouac auf Tour ging, weckte das viele Erwartungen. Zudem war es ein Herzens-Projekt des Brasilianers, der er in einer Dokumentation Zeitzeugen und wichtige Leute wie Dennis Hopper über dies berühmte Buch befragte. Die Enttäuschung nach der Wettbewerbs-Präsentation von „On the Road“ war deshalb umso größer.</p>
<p>Mit dem Text auf der Tonspur und einer Handvoll jungen Lesern, Säufern und Möchtegern-Literaten reisen wir über ein paar Jahre vom Ende der 40er bis in ein neues halbes Jahrhundert quer durch die USA. Antrieb der Ruhelosigkeit ist der vom Erzähler  Sal Paradise verehrte Lebemann und Frauenverbraucher Dean Moriarty, so wie die irgendwann endende Freundschaft der beiden auch das Herz des Buches ist. Doch der Film atmet nur in wenigen Szenen die große Freiheit der Straße. Es ist als wenn sein Konzept in Zeiten von Billigflieger von vornherein aufgegeben wurde. Nur ein paar exzessive Partyszenen vermitteln die Lebenslust, die viele Leser begeisterte. Da helfen auch die guten Schauspieler von Kristen Stewart über Kirsten Dunst, Viggo Mortensen, Sam Riley bis zum Dean-Darsteller Garrett Hedlund nicht drüber weg.</p>
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		<title>Medianeras</title>
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		<pubDate>Tue, 22 May 2012 21:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[ Argentinien, Spanien, BRD 2011 (Medianeras) Regie: Gustavo Taretto mit Javier Drolas, Pilar López de Ayala, Inés Efron 96 Min. FSK ab 6
„Medianeras“ ist eine großartige, romantische Filmentdeckung, die abseits von den ausgetretenen Wegen und überaus vergnüglich das Zusammenkommen zweier vereinsamter Menschen in Buenos Aires bebildert. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes: Der argentinische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> Argentinien, Spanien, BRD 2011 (Medianeras) Regie: Gustavo Taretto mit Javier Drolas, Pilar López de Ayala, Inés Efron 96 Min. FSK ab 6<br />
„Medianeras“ ist eine großartige, romantische Filmentdeckung, die abseits von den ausgetretenen Wegen und überaus vergnüglich das Zusammenkommen zweier vereinsamter Menschen in Buenos Aires bebildert. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes: Der argentinische Festivalerfolg zeigt erst über fünf Minuten lang beste Architektur-Fotografie, unterlegt mit philosophischen Gedanken über Gebäude und wie sie die Menschen beeinflussen. Bis hin zu Depressionen und Selbstmord. Im Gegensatz zu diesen Außenansichten leben Martín (Javier Drolas) und Mariana (Pilar López de Ayala) isoliert meist innen, in ihren Appartements. Die liegen zwar im gleichen Komplex, doch treffen sich die beiden Suchenden immer gerade nicht.<br />
Martín ist lichtscheu und lebt deshalb komplett im Internet, Sex inklusive. Selbst der kleine Straßenvollscheißer, den er pflegt, übernimmt seine Angst vor dem Draußen und anderen Artgenossen. Mariana, eine Architektin, die Schaufenster dekoriert und sich eine Puppe als Partner zuhause hält, knabbert an ihrer letzten Beziehung. Wie diese scheiterte, zeigt eine witzige Animation mit der abnehmenden Zahl fotografierter Momente in den verfließenden Beziehungsjahren. Überhaupt gelingt es dem argentinischen Regisseur erstaunlich leicht, mit immer neuen Bildideen zu erzählen. Mal verschwinden M&amp;M in witzig verzerrten Webcam-Porträts, mal taucht sie aus einem beschlagenen Spiegel auf, dann wischt sie ihren alten Freund bei einer gegenläufigen Auflösung in einem Foto aus. Der so großartig visuelle Film sprudelt nur so vor schönen Einfällen, ganz wie die Wimmelbilder, in denen Mariana immer auf der Suche nach ihrem Freund Wally ist. Allerdings steckt sie selbst in einem riesigen Suchbild - das der vereinzelnden Stadtarchitektur, hinter der sich das Leben versteckt.<br />
So erleben wir die Ängste der beiden, ihre Ausbruchsversuche, die misslingenden Bemühungen um eine neue Beziehung. Das ganze romantisch-schöne Leiden immer wieder unterbrochen von architektonischen Aufnahmen, die im Zusammenspiel mit den lakonischen Off-Kommentaren kongenial die Gefühlszustände der beiden Figuren spiegeln. Bis ihnen ein Durchbruch gelingt - wieder ist der Wortsinn genau zu nehmen. Ein Hinweis: Der Titel „Medianeras“ bezeichnet spanisch die Brandmauern von Häusern, die meist ohne Fenster sind.<br />
Gustavo Taretto inszenierte „Medianeras“ voller toller Ideen und mit zwei sehr guten Hauptdarstellern auf Basis eines früheren Kurzfilms. Ein herrliches und herzliches Kino-Erlebnis.</p>
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		<title>Act of Valor</title>
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		<pubDate>Mon, 21 May 2012 10:45:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[  USA 2012 (Act of Valor) Regie: Mike McCoy, Scott Waugh mit Rorke, Michael, Dave, Ajay 111 Min. FSK ab 16   Dreister geht es nicht mehr: Ein Rekrutierungsfilm der US-amerikanischen Armee wird als Kinounterhaltung verkauft! Das kann nur aus einem Land kommen, in dem verzweifelte Arbeitslose schon als Jugendliche der Unterschichten zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>  USA 2012 (Act of Valor) Regie: Mike McCoy, Scott Waugh mit Rorke, Michael, Dave, Ajay 111 Min. FSK ab 16   Dreister geht es nicht mehr: Ein Rekrutierungsfilm der US-amerikanischen Armee wird als Kinounterhaltung verkauft! Das kann nur aus einem Land kommen, in dem verzweifelte Arbeitslose schon als Jugendliche der Unterschichten zu unterhaltsamen Reisen nach Afghanistan oder in den Irak eingeladen werden. Sie haben nur eine Wahl: Arm dran oder Arm ab. An der deutschen Kinokasse kann man sich noch entscheiden, ob man Kriege mit Kinokarten quersubventioniert.   Die Idee muss irgendwelchen bleiverseuchten Hirnen beim Militär genial vorgekommen sein: Wenn wir schon Hollywood seit Jahrzehnten mit Kriegen und Kriegsgerät versorgen, können wir die Filmen doch gleich selber drehen. Und mit unseren eigenen (anonym bleibenden) Soldaten besetzen. Können sie allerdings nicht, schon gar nicht, wenn sie ehemaligen Stuntmen die Regie überlassen. Oder wie es der Amerikaner sagen kann: Filme „zu schießen“, ist nicht so einfach wie Menschen erschießen.   Unter fast kompletter Negation von allem, was ein Spielfilm zum Erzählen braucht, werden Navy Seals, sogenannte „Elite-Soldaten“, in materialaufwändige Einsätze geworfen. Der Trick zur Rechtfertigung der vermeintlich alternativlosen Mordaufträge ist uralt: Da wird eine Soldatin in drastischen Szenen gefoltert; da wollen ungewaschene, bärtige Selbstmordattentäter, die wahrscheinlich schlechtes Englisch sprechen, die USA in die Luft jagen. Nun darf das Militär zeigen, wie gut das Militär ist. Und am Ende kommt tatsächlich ein vor Pathos triefender Rekrutierungs-Spruch. Sollte hier nicht eher Blut triefen? Das ekelhafteste Kinoprodukt seit langem.</p>
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		<title>Moonrise Kingdom</title>
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		<pubDate>Mon, 21 May 2012 10:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[  USA 2012 (Moonrise Kingdom) Regie: Wes Anderson mit Bruce Willis, Edward Norton, Bill Murray, Frances McDormand, Tilda Swinton, Jason Schwartzman 95 Min.   Diese herrlich abgedrehte Komödie war bislang das größte Vergnügen von Cannes 2012, nun erobert „Moonrise Kingdom“ bereits die Kinos. Der neue Film von Wes Anderson („Die Royal Tenenbaums“, „Darjeeling [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>  USA 2012 (Moonrise Kingdom) Regie: Wes Anderson mit Bruce Willis, Edward Norton, Bill Murray, Frances McDormand, Tilda Swinton, Jason Schwartzman 95 Min.   Diese herrlich abgedrehte Komödie war bislang das größte Vergnügen von Cannes 2012, nun erobert „Moonrise Kingdom“ bereits die Kinos. Der neue Film von Wes Anderson („Die Royal Tenenbaums“, „Darjeeling Limited”) erzählt von einer großen Jugend-Liebe. Größer ist nur noch die Detailverliebtheit, mit der die schöne Geschichte mit zahllosen verrückten Ideen und Handlungs-Twists ausgestattet wurde.   Auf einer imaginären Insel vor der Küste Neuenglands entdeckt im Jahre 1965 Oberpfadfinder Ward (Edward Norton) bei der nur etwas seltsamen Morgeninspektion die Spuren einer spektakulären Flucht: Der eigenbrötlerische Sam (Jared Gilman) scheint tagelang daran gearbeitet zu haben, ein Loch in die Zeltwand zu schneiden, das er geschickt mit einer Landkarte verdeckte. Nun bewegt sich der Junge mit einem geklauten Kanu und Proviant auf alten Indianerpfaden zu einem geheimen Treffpunkt. Denn unerkannt von Erwachsenen plante Sam diese Flucht mit Suzy (Kara Hayward), der Tochter des neurotischen Anwalts-Ehepaars Bishop. In einem magischen Moment trafen sich beide in der Garderobe eines Kindermusicals. „Noye&#8217;s Fludde“ (Noahs Flut) von Benjamin Britten wurde in der Kirche gegeben, die im großartig überdrehten Finale alle Protagonisten vor einer fast biblischen Überschwemmung beschützen wird. Doch erst finden sich Sam und Suzy in einem goldgelben Getreidefeld - eine dieser Szenen, die ganz großes Kino sind, auch wenn die romantischen Helden noch was wachsen müssen. Komisch dabei bleibt immer der Gegensatz vom nerdigen, etwas rundlichen Jungen mit dicken Brillenrändern und dem perfekt auf Femme Fatale geschminkten Mädchen mit betörend dunklem Lidschatten.   Doch die Handlung lässt kaum Zeit für genaue Betrachtungen, denn nicht nur die Mit-Pfadfinder, die Sam alle irgendwie hassen, sind auf seiner Spur. Auch der coole Captain Sharp (Bruce Willis), Sheriff der Insel, hat endlich was zu tun. Neben seiner Affäre, die er ausgerechnet mit Mrs. Bishop (Frances McDormand), Suzys Mutter, pflegt. Dass Mr. Bishop (Bill Murray) etwas ahnt, gibt ihm Gelegenheit zu Gefühlsausbrüchen, die in ihrer Skurrilität wohl nur Andersons Dauer-Schauspieler Murray hinbekommt. Etwas Konkurrenz macht ihm Tilda Swinton, hier im Designer-Hosenanzug mit passend blauem Häubchen in der Rolle als „das Jugendamt“.   Sie tritt auf, weil Sam ja eigentlich Waise ist, der in Heimen gelernt hat, sich zu wehren. Das übertrifft wiederum nur Suzy, deren Wutanfälle kombiniert mit ihrer Linkshänder-Bastelschere tödlich sein können und Motorräder auf Baumspitzen versetzen. Klingt seltsam? Ist noch viel komischer und witziger! Wes Anderson entzündet ein Feuerwerk höchst origineller Einfälle in Handlung und Ausstattung. Dabei fängt er wie schon oft mit einer seiner „Puppenkasten-Szenen“ an. Die Kamera fährt (fast ohne Schnitt) die (aufgeschnittenen) Zimmer der Bishop-Familie ab, blickt hinein in diese traumhaft ausgestatteten Kammern und folgt dem Treiben der großen und kleinen Wesen. Auf einer anderen Ebene wird Brittens &#8220;Young Persons Guide to the orchestra&#8221; aufgelegt. (Auch diesen tragbaren Plattenspieler möchte man unbedingt haben.) Die vorgestellten Familien der Instrumente ergeben ein Zusammenspiel mit der Handlung und ganz nebenbei ist der große Spaß auch ein komplex verflochtenes Gesamtkunstwerk, das Lachmuskeln strapaziert, für Gänsehaut sorgt und richtig glücklich macht.  </p>
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		<title>Cannes 2012 Es Cannes besser nicht regnen…</title>
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		<pubDate>Sun, 20 May 2012 17:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[
Das ganz besondere Spektakel von Cannes wird wirklich besonders, wenn es wie Sonntagabend heftig regnet. So was gehört sich eigentlich nicht und es freuen sich nur die Regenschirmverkäufer, die überall aus dem Boden sprießen. Was für die Berlinale ganz normal ist, ist an der Cote d’Azur widernatürlich – man muss sich auf die Innenräume beschränken! [...]]]></description>
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<p>Das ganz besondere Spektakel von Cannes wird wirklich besonders, wenn es wie Sonntagabend heftig regnet. So was gehört sich eigentlich nicht und es freuen sich nur die Regenschirmverkäufer, die überall aus dem Boden sprießen. Was für die Berlinale ganz normal ist, ist an der Cote d’Azur widernatürlich – man muss sich auf die Innenräume beschränken! Die werden dann auch ganz schnell voll mit begossenen Pinguinen – vulgo: Smoking-Träger – und anderen armen Vögeln, die unbedingt von einem Termin zum nächsten mussten. Für den Fototermin am Roten Teppich gibt es einen ganz großen und hohen Carport. Die letzten Meter sind allerdings auch für die Stars pitschenass. Der berühmte Teppich spritzt zurück wie überwässerter Kunstrasen. Die Fans müssen komplett ohne Dach auskommen. Der gemeine Kinobesucher, den keine französische Limousine vorfährt, wartet gerne mal eine halbe Stunde im Regen, denn ohne Schlangestehen geht nichts in Cannes. Die Treppen im Inneren des Molochs „Palais des Festivals“ werden derweil besetzt. Occupy gegen den Regen? Laut Wetterbericht soll es helfen…</p>
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		<title>Cannes 2012 Antiviral, Brandon Cronenberg</title>
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		<pubDate>Sun, 20 May 2012 10:30:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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Dieser Film kann nur in Cannes laufen: Brandon Cronenberg – ja, der Sohn – zeigt in der gar nicht so futuristischen Gesellschafts-Satire „Antiviral“ eine Welt, in der sich die Menschen für viel Geld mit den Krankheitsviren der Stars infizieren lassen und in exklusiven Restaurants künstlich gezüchtetes Zellfleisch ihrer Idole verspeisen. Unappetitlich? Klar, das ist ein [...]]]></description>
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<p>Dieser Film kann nur in Cannes laufen: Brandon Cronenberg – ja, der Sohn – zeigt in der gar nicht so futuristischen Gesellschafts-Satire „Antiviral“ eine Welt, in der sich die Menschen für viel Geld mit den Krankheitsviren der Stars infizieren lassen und in exklusiven Restaurants künstlich gezüchtetes Zellfleisch ihrer Idole verspeisen. Unappetitlich? Klar, das ist ein Cronenberg und der Adams-Apfel fällt nicht weit vom Stammhalter, um im Splatter-Terminus zu bleiben. Doch „Antiviral“ ist trotz einige Ekel- und Blut-Szenen vor allem eine raffinierte und stringent gestylte Gesellschafts-Bespiegelung. Held der Handlung ist ein Verkäufer für Star-Viren, der diese heimlich mit im eigenen Körper mit nach Hause schmuggelt, um sie dem Schwarzmarkt zuzuführen. Allerdings muss erst der Kopierschutz geknackt werden, auch bei den Viren gibt es Piraten! Als der Krankheits-Klauer Blut beim Superstar Hannah Geist abzapft, zieht er sich einen tödlichen Virus rein und der nur vermeintlich clevere Dieb wird im Kampf zweier Konzerne um Viren-Patente zermalmt. Originell, witzig, gut inszeniert – wir werden Brandon wohl bald auch im Wettbewerb sehen.</p>
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		<title>Cannes 2012 Cannes Re-Torten</title>
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		<pubDate>Sun, 20 May 2012 10:15:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
	<category>Kritiken GHJ</category>
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		<description><![CDATA[Cannes Re-Torten
Süß, ist sie die Motividee zum 65-Jährigen von Cannes: Marilyn Monroe bläst eine Kerze auf einer kleinen Torte aus. Inzwischen haben investigative Kollegen herausgefunden, dass dies eigentlich eher das Dokument einer der vielen tristen Momente ihres Monroe-Leben ist. Der Star war an seinem Geburtstag irgendwo auf der Welt auf Publicity-Tour bei einem Diktator und [...]]]></description>
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<p>Süß, ist sie die Motividee zum 65-Jährigen von Cannes: Marilyn Monroe bläst eine Kerze auf einer kleinen Torte aus. Inzwischen haben investigative Kollegen herausgefunden, dass dies eigentlich eher das Dokument einer der vielen tristen Momente ihres Monroe-Leben ist. Der Star war an seinem Geburtstag irgendwo auf der Welt auf Publicity-Tour bei einem Diktator und eher einsam als in Feierstimmung. Doch das soll die Stimmung nicht verbittern: In der riesigen Eingangs-Halle des Festivalpalais hängen zur Aufrechterhaltung des cineastischen Zuckerspiegels die schönsten Torten-Szenen der Filmgeschichte. Also nicht nur Marilyn, das immer ein gekickstes „Happy Birthday, Mr. President“ im Ohr. Bei der Tortenschlacht macht auch Orson Welles mit und ein anderer weiblicher Star hat seinen richtigen Platz gefunden, gemäß Festivalleitung –als Tortenfüllung. Nur der Kaffee vom Sponsor, der mit dem Clooney, ist da ähnlich bitter.  </p>
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