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	<title>Finanzbeben</title>
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	<description>Expertise. Mindset. Einkommen. Versicherungen. Investments.</description>
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	<title>Finanzbeben</title>
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		<title>Kryptowährungen – Geldanlage der jungen Generation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gastbeitrag]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Dec 2021 15:43:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jens von Cryptoeinfach schreibt in seinem Gastbeitrag wie sich Kryptowährungen als neue Geldanlageform der jungen Generation etablieren können.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://finanzbeben.de/kryptowaehrungen-anlageform-junge-generation/">Kryptowährungen – Geldanlage der jungen Generation</a> erschien zuerst auf <a href="https://finanzbeben.de">Finanzbeben</a>.</p>
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									<h2>Hype um Kryptowährungen</h2><p>In 2021 haben Kryptowährungen einen Hype erlebt. Die Kurse sind in den Himmel geschossen, haben sich dann halbiert und pendeln nun wieder auf sehr hohem Niveau.</p><p>Viele Anleger fragen sich, wie es weiter geht.</p><p>Aber wie kann ich als Privatanleger an dem Boom teilhaben?</p><p>Warum ich von Bitcoin &amp; Co. überzeigt bin und warum sich in <a href="https://finanzbeben.de/kryptowaehrungen-ein-disruptives-zahlungsmittel/">Kryptowährung</a> investieren als Depotbeimischung lohnt, werde ich hier kurz erläutern.</p><p>Wir leben in turbulenten Zeiten. Egal, wohin wir schauen, alles wird durcheinander gewürfelt.</p><p>Viele von uns haben große Fragezeichen in den Augen und blicken unsicher in die Zukunft.</p><h2>Politische Unsicherheiten, Viruskrise und Zinspolitik</h2><p>Corona Krise, Angst vor der Krankheit und Angst vor Arbeitsplatzverlust, dann die dominanten Präsidenten vieler Länder, deren Politik wir nicht mehr verstehen, eine Geldpolitik, die keine Zinsen mehr gibt, Börsen, die rauf und runter gehen, usw. Die Liste können wir alle noch ziemlich lange fortsetzen.</p><p>Deswegen möchte ich in diesem Beitrag auf ein Thema eingehen, was mir sehr am Herzen liegt und welches für viele noch sehr neu ist: Bitcoin.</p><p>Oder allgemeiner formuliert: <strong>Kryptowährungen.</strong></p><h2>Bitcoin als Mutter aller Kryptowährungen</h2><p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin" target="_blank" rel="noopener">Bitcoin</a> ist der bekannteste Vertreter von Kryptowährungen. Bitcoin wurde 2008 erfunden und basiert auf der Blockchain Technologie. Inzwischen gibt es aber sehr viele unterschiedliche Kryptowährungen mit Potential, nicht nur Bitcoin und Ethereum.</p><p>Bitcoin (und die anderen großen Kryptowährungen) werden im Moment wieder ganz besonders interessant. Der Hauptgrund für die Erfindung des Bitcoins waren die finanziellen Verwerfungen und der willkürliche Umgang mit den Finanzen vor, während und nach der Finanzkrise 2008.</p><h2>Kryptowährungen als Zahlungsmittel</h2><p>Die Kryptowährungen sollen „Geld“ darstellen in seiner Funktion als Tauschmittel, Transaktionsmedium und Wertspeicher, die dezentral und von keiner Regierung beeinflusst benutzt werden können.</p><p>Jedes Geld der Welt basiert auf Vertrauen. Da aber die möglichen Beeinflusser der großen Fiat-Währungen (USD, EUR, GBP, etc), also die Zentralbanken (offiziell) und die Regierungen (inoffiziell) in den letzten Jahren sehr viel zusätzliches Geld in Umlauf gebracht haben, wird das Vertrauen in die etablierten Währungen auf eine harte Probe gestellt.</p><h2>Algorithmus hinter dem Bitcoin</h2><p>Das Grundprinzip von Bitcoin basiert auf einem mathematischen Algorithmus, der die maximal mögliche Menge an Bitcoin begrenzt. Alle paar Jahre reduziert sich die hergestellte Menge an Bitcoin jeweils um die Hälfte („<a href="https://www.coinbase.com/de/learn/crypto-basics/what-is-a-bitcoin-halving" target="_blank" rel="noopener">Bitcoin Halving</a>“).</p><p>Und überhaupt werden neue Bitcoin dezentral hergestellt, d.h. nicht von einer Zentralbank. Bitcoins werden geschürft („Mining“), und zwar mit Computern. Je nach Rechenleistung geht das schneller oder langsamer, aber vor allem am Anfang der Entwicklung konnte das quasi noch jeder selber machen.</p><p>Dieses Herstellungsverfahren bedeutet, dass sich die Bitcoins nicht auf einem zentralen Rechner befinden, sondern auf tausenden einzelnen dezentralen Rechnern gespeichert werden und nur durch die Blockchain zusammen gehalten werden.</p><h2>Vorteile von Kryptowährungen</h2><p>Die Vorteile für uns als Verbraucher und Anwender sind:</p><ol><li>Die Kryptowährungen verlieren auf lange Zeit nicht an Wert durch Manipulationen</li><li>Die Kryptowährungen können überall auf der Welt eingesetzt werden, sie sind nicht an ein Land oder einen Währungsraum gebunden</li><li>Die Kryptowährungen können per Klick um den Globus gesendet werden, Echtzeitüberweisungen ins Ausland sind möglich und kosten fast nichts</li></ol><p>Aber: die Kryptowährungen sind doch so volatil, sie schwanken doch so stark! Und es gibt so viele verschiedene davon! Und wo kann ich denn Bitcoin kaufen! Und wie hoch sind die Steuern?</p><p>Nun, auf alle diese berechtigten Fragen gibt es gute Antworten.</p><h2>Krypto-Index Investing als neue Methode</h2><p>Eine neue Methode, um sein Geld in Kryptowährungen anzulegen, bieten indexbasierte Portfolios.</p><p>Indexbasierte Portfolio basieren auf einem jeweiligen Krypto Index. Im deutschen Raum bieten vor allem <a href="https://cryptoeinfach.de/coindex/" target="_blank" rel="noopener" class="broken_link">Coindex</a> und <a href="https://cryptoeinfach.de/coinpanion/" target="_blank" rel="noopener">Coinpanion</a> solche Portfolios an.</p><p>Diese Portfolios sind vorkonfiguriert und werden monatlich angepasst. Als Anleger kauft man echte Kryptowährungen dort, als nicht nur Zertifikate.</p><p>Der Vorteil dieser Anbieter ist die einfache Handhabung. Selbst ein <a href="https://finanzbeben.de/spar-zinseszins-rechner/">Sparplan</a> funktioniert damit.</p><h2>Kryptobörsen als klassische Methode</h2><p>Die zweite, eher klassische Methode ist die Benutzung einer Krypto Börse. Die großen Börsen sind Binance, Coinbase und Kraken.</p><p>Auf diesen Börsen lege ich ein Konto an, dafür muss ich mich verifizieren. Dann überweise ich entweder Fiat-Geld (also Euro) oder eine Kryptowährung, z.B. Bitcoin.</p><p>Sobald mein Konto auf der Börse mit einem Wert gefüllt wurde, kann ich anfangen, Kryptowährungen zu kaufen.</p><h2>Kryptowährungen sind eine noch junge Anlageklasse</h2><p>Auf kurze und selbst mittelfristige Sicht schwankt der Bitcoin Kurs stark. Kryptowährungen sind eine neue Technologie und erst recht ein junger Anlage-Markt, so dass der Markt geprägt ist von dem für junge Märkte typischen Aufs und Abs.</p><p>Aber langfristig war Bitcoin die beste Geldanlage der letzten zehn Jahre und es spricht vieles dafür, dass Bitcoin auch in den nächsten Jahren eine hervorragende Geldanlage sein wird.</p><h2>Kryptowährungen als eine alternative Anlageform</h2><p>Die Kryptowährungen stellen eine Alternative dar zu den etablierten Systemen und Geldanlageformen. Aktienkurse sind seit mehr als 10 Jahren gestiegen, Immobilienpreise ebenfalls, für festverzinsliche Anlagen gibt es quasi keine Zinsen mehr und Gold muss man mögen.</p><p>In diesem Umfeld stellen Kryptowährungen eine sehr gute Variante dar. Nicht für eine Anlage des ganzen Geldes, aber als Beimischung oder z.B. als Sparplan.</p><h2>Es gibt keine beste Kryptowährung</h2><p>Aber was ist denn nun die beste Kryptowährung? Ehrlich gesagt: keine Ahnung.</p><p>Viele der großen Kryptowährungen mit der höchsten Marktkapitalisierung haben innovative und clevere Geschäftsmodelle. Niemand kann vorhersagen, welche Kryptowährung sich am besten entwickelt.</p><p>Daher finde ich es am sinnvollsten, in einen ganzen Korb der führenden Kryptowährungen zu investieren. Zu kaufen und zu halten.</p><p>Abgeleitet von dem englischen Wort „to hold“ hat die Kryptogemeinde daraus den Begriff „hodl“ abgeleitet (war mal ein Buchstabendreher).</p><h2>Mit Hodlbot langfristig in Kryptoindizes investieren</h2><p>Die in Kanada ansässige Firma Hodlbot hat daraus mehrere Indices erstellt, mit denen Du in die führenden Kryptowährungen investieren kannst. Mit dem Hodl10, Hodl20 und Hodl30 kannst Du jeweils in die größten 10 bzw. 20 bzw. 30 Kryptowährungen investieren, gemäß Marktkapitalisierung.</p><p>Der Hodlbot ist technisch gesehen ein Trading Roboter. Er funktioniert aber wie ein uns allen bekannter Fondsmanager oder Vermögensverwalter einer Bank. Wenn Du den Hodlbot benutzt, streust Du Dein Anlagerisiko breit über mehrere Währungen und kannst aber gleichzeitig von der positiven Marktentwicklung profitieren.</p><h2>Kryptowährungen als Anlageklasse der jungen Generation</h2><p>Kryptowährungen und Bitcoin stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung. Erst so langsam legen sie ihr Schmuddel-Image ab und rücken ins Bewusstsein einer wachsenden Schar von interessierten und Anlegern.</p><p>Wie bei allen Geldanlagen lohnt es sich, wenn Du Dich vorher mit den Grundlagen beschäftigst. Dann stehen die Zeichen gut, die Kryptowährungen sehr sinnvoll zu nutzen.</p><p><u>Über den Autor:</u></p><p><i>Jens Ischebeck ist Betreiber der Webseite cryptoeinfach.de. Ziel der Seite ist es, Bitcoin und Kryptowährungen einfach und verständlich zu erklären und die Chancen dieser neuen Technologie zu erläutern.</i></p><p><i>Außerdem ist er sehr gefragter Antwort-Geber auf Quora.</i></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://finanzbeben.de/kryptowaehrungen-anlageform-junge-generation/">Kryptowährungen – Geldanlage der jungen Generation</a> erschien zuerst auf <a href="https://finanzbeben.de">Finanzbeben</a>.</p>
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		<title>Finanzielle Unabhängigkeit erreichen – Motivation und Meilensteine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Sep 2021 14:26:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Expertise & Mindset]]></category>
		<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzielle Bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Fuck-You-Money]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was ist finanzielle Unabhängigkeit und wie kannst Du persönlich finanziell unabhängig werden? Dafür klären wir zunächst die Bedeutung und gehen dann auf Motivation, Meilensteine und Hürden auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit ein.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://finanzbeben.de/finanzielle-unabhaengigkeit-erreichen/">Finanzielle Unabhängigkeit erreichen – Motivation und Meilensteine</a> erschien zuerst auf <a href="https://finanzbeben.de">Finanzbeben</a>.</p>
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									<h2>Was ist finanzielle Unabhängigkeit?</h2><p><strong>Finanzielle Unabhängigkeit</strong> (engl. <em>financial independence</em>; siehe auch <a href="https://www.nytimes.com/2018/09/01/style/fire-financial-independence-retire-early.html" target="_blank" rel="noopener" class="broken_link">FIRE-Bewegung in den USA</a>) beschreibt einen Status in Deinem Leben, durch den Du in der Lage bist <strong>aus passiven Erträgen des eigenen Vermögens leben</strong> zu können <u>ohne</u> dabei in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen zu müssen (meist einen Job zu haben). <strong>Passive Einkünfte</strong> können etwa Ausschüttungen, Dividenden, Zinsen und Mieten sein. Kurz gesagt: Es geht darum Deine <i>Lebenshaltungskosten</i> zu <i>decken</i>, ohne dafür arbeiten zu müssen. Mit einem Abhängigkeitsverhältnis meinen wir hier in der Regel Angestelltenverhältnisse (Du schuldest Zeit und wirst dafür vergütet). Dazu zählen aber auch Arbeitslosenhilfe des Arbeitsamtes, Geld Deiner Eltern oder andere Verhältnisse, die dich in irgendeiner Form abhängig machen. Bis zur Erreichung des beschriebenen Status bleibt finanzielle Unabhängigkeit somit lediglich ein Lebensziel.</p><h3>Wer kann finanziell unabhängig werden?</h3><p>Aus dem Bauch heraus würden viele Menschen vermutlich behaupten, dass diese Tür nur Unternehmern oder Millionenerben offensteht. Das stimmt aber nicht. Theoretisch kann jeder Mensch <strong>finanziell unabhängig werden</strong>. Daher solltest Du auch unbedingt weiterlesen und überlegen, ob Du dieses Ziel nicht auch verfolgen könntest.</p><h3>Welche Faktoren beeinflussen finanzielle Unabhängigkeit?</h3><p>Zunächst müssen wir festhalten, dass ein persönliches <i>messbares Vermögensziel</i> festgelegt werden muss, damit die Zielerreichung überhaupt überprüft werden kann. Dieses Ansparziel ist dabei abhängig von Deinem eigenen Lebensstandard (oder Haushaltslebensstandard bei Partnerschaft oder Familie) und dem Zeitpunkt, wann Du nicht mehr arbeiten müssen willst. Jemand, der eher im Luxus lebt und entsprechend hohe Ausgaben hat, wird viel mehr Vermögen benötigen, um diesen Standard auch für den Rest seines Lebens erhalten zu können. Um dieses Vermögen anzusparen benötigt dieser luxusliebende Mensch vermutlich mehr Zeit oder muss deutlich mehr verdienen und eine weit überdurchschnittliche Rendite mit seinen Investments erzielen. Damit können wir festhalten, dass die <strong>Schwelle der finanziellen Unabhängigkeit</strong> hauptsächlich von</p><ul><li>Anlagehorizont (Ansparzeit) oder dem geplanten Zeitpunkt des Ruhestands,</li><li>Lebensstandard (Lebenshaltungskosten),</li><li>Verdienst oder Einkommen und</li><li>Rendite der zur Erzielung von finanzieller Unabhängigkeit zwingend notwendigen Investments abhängt.</li></ul><p>Damit Du hier etwas mit den verschiedenen Faktoren rumspielen kannst, um einen besseren Eindruck von den Einflussfaktoren zu erhalten, kannst Du hier unseren eigenen <a href="https://finanzbeben.de/finanzielle-unabhaengigkeit-rechner/" target="_blank" rel="noopener">Rechner für finanzielle Unabhängigkeit</a> verwenden.</p><h3>Wie unterscheidet sich finanzielle Unabhängigkeit von finanzieller Freiheit?</h3><p>Finanzielle Unabhängigkeit ist etwas weniger ambitioniert und damit ein <strong>Meilenstein auf dem Weg zur finanziellen Freiheit</strong>. Menschen, die sich das Ziel setzen <strong>finanziell frei</strong> zu werden, wollen mehr als nur ihren Job kündigen können ohne Abstriche bei ihrem bisherigen Lebensstandard zu machen. Vielmehr geht es darum, dass man sich darüber hinaus einen gewissen Luxus gönnen kann. Dieser Luxus kann dabei ganz unterschiedliche Ausmaße annehmen. Vom größeren Eigenheim, über einen Sportwagen, bis hin zur Yacht mit Villa am See ist da alles denkbar. Bei der <strong>Definition der finanziellen Freiheit</strong> gibt es somit eine größere Grauzone. Diese Grauzone ist auch der Grund dafür, dass die <strong>finanzielle Freiheit</strong> oft mit der <strong>finanziellen Unabhängigkeit</strong> gleichgesetzt oder verwechselt wird. Dies ist also ein häufiger Fehler. Daher lohnt es sich für Dich auch die genaue Abgrenzung zu kennen.</p><h2>Motivation hinter finanzieller Unabhängigkeit: Warum sie erstrebenswert ist</h2><p>Im Folgenden gehen wir darauf ein, warum das <strong>Ziel der finanziellen Unabhängigkeit</strong> so erstrebenswert ist. Wir wollen Dir damit auch ein Stück unserer eigenen Motivation hinter diesem <a href="https://finanzbeben.de/blog/">Finanzblog</a> näherbringen.</p><h3>Lebenstraum vom Exit aus dem Alltag zum messbaren Ziel machen</h3><p>Der Lebenstraum vom frühzeitigen Ruhestand und dem Exit aus dem Alltag ist für viele Menschen Fiktion – das glauben sie zumindest. Damit die finanzielle Unabhängigkeit kein unerreichbarer Traum bleibt, musst Du Dir diesen Traum zunächst greifbarer machen. Damit verwandelst Du diesen Traum in ein <i>messbares Ziel</i>. Messbare Ziele sind eben keine Fiktion – solang sie realistisch sind. Daher geht es in diesem Beitrag auch darum, wie du finanziell unabhängig und nicht unbedingt finanziell frei wirst. Der Unterschied ist hier, dass finanzielle Unabhängigkeit ein sehr realistisches Ziel für viele Menschen sein kann. Finanzielle Freiheit hingegen bewegt sich in einer Grauzone und ist damit schwerer messbar.</p><h3>Den Weg zur finanziellen Unabhängigkeit als Persönlichkeitsentwicklung begreifen</h3><p>Weiterhin ist der <strong>Weg zur finanziellen Unabhängigkeit</strong> das eigentliche Ziel. Um Dein Ziel zu erreichen, wirst Du Dich nicht nur viel tiefer mit finanzieller Bildung auseinandersetzen, sondern dadurch auch auf Menschen stoßen, die womöglich ähnliche Ziele haben. Zudem steht dabei auch Selbstreflektion von bisherigem <i>Konsumverhalten</i> im Fokus. Diese Meilensteine auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit, werden Dich beeinflussen und können Deine Sicht auf viele Dinge und Verhaltensweisen deutlich ändern.</p><h3>Meinungsstärker und selbstsicher durch finanzielle Unabhängigkeit (Fuck-You-Money)</h3><p>Kennst Du notorische „Ja-Sager“? Vielen Menschen fällt es schwer „Nein“ zu sagen, insbesondere zu ihrem Chef. Man könnte ja in der Gunst des Vorgesetzten fallen oder sogar bei der nächsten Restrukturierung wegrationalisiert werden. Aber gerade in der heutigen Zeit benötigt es doch eher Menschen mit starkem Charakter, die ihrem Chef auch mal ein ehrliches Feedback geben können. Zumindest würden wir das als Vorgesetzte erwarten. Wenn du bereits finanziell unabhängig bist, wird es Dir dabei viel leichter fallen Deine Meinung zu sagen und auch Deinem Chef ein ehrliches Feedback zu geben (Feedback ist hier sehr nett ausgedrückt). Außerdem wird es Dir viel leichter fallen Risiken im Leben einzugehen, da Dir stets Deine geringe finanzielle Fallhöhe bewusst sein wird. Das fühlt sich nicht nur gut an, sondern kann beispielsweise auch bedeuten, dass Du Dich selbständig machst oder sogar ein Unternehmen gründest. Dieses optimistische Mindset und Lebensgefühl durch finanzielle Unabhängigkeit ist im angloamerikanischen Raum auch als „<strong>Fuck-You-Money</strong>“ bekannt.</p><p>Der folgende Cut aus dem Film &#8222;The Gambler&#8220; (2014) beschreibt Fuck-You-Money gut:</p><p></p><p>&#8222;Das Leben eines klugen Mannes [oder einer klugen Frau] beruht auf F*** You.&#8220;</p><h3>Finanzielle Unabhängigkeit als Katalysator für Selbstverwirklichung</h3><p>Alles in allem wird das Ziel der finanziellen Unabhängigkeit damit auch zum Katalysator der <i>Selbstverwirklichung</i>. Aus meiner Sicht kann man sich als Mensch nur wirklich selber verwirklichen, wenn man keine finanziellen Ängste hat oder zumindest die Fallhöhe stark begrenzt ist. Ein Beispiel: Stellen wir uns jemanden vor, der durch ein Eigenheim hoch verschuldet ist und Alleinverdiener einer Familie ist. Glaubst Du, dass dieser Mensch das Risiko eingeht seinen Job zu kündigen, um dann seiner wahren Passion mit geringerem Einkommen nachzugehen? Wohl kaum. Dieser Effekt lässt sich auch in einer auf finanzieller Unabhängigkeit angewendeten Bedürfnispyramide nach Maslow gut darstellen:</p><figure id="attachment_11354" aria-describedby="caption-attachment-11354" style="width: 1119px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Selbstverwirklichung_durch_finanzielle_Unabhaengigkeit_Vergleich_Maslow.png" alt="Finanzielle Unabhängigkeit und Bedürfnispyramide nach Maslow" width="1129" height="425" /><figcaption id="caption-attachment-11354" class="wp-caption-text">Eigene Darstellung in Anlehnung an Abraham A. Maslow, A theory of human motivation, Psychological Review, 50, p. 370-396 (1943).</figcaption></figure><h2>Meilensteine auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit</h2><p>Wie wirst Du jetzt also finanziell unabhängig? Wie startest Du am besten? Wir sehen hier fünf Meilensteine auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit, die wir Dir im Folgenden erklären.</p><h3>Finanzielle Bildung als Fundament finanzieller Unabhängigkeit</h3><p>Das <strong>Fundament der finanziellen Unabhängigkeit</strong> ist finanzielle Bildung. Wenn Du bis hierhin gelesen hast, Glückwunsch! Du bist damit zumindest schon mal auf einem guten Weg. Das Interesse scheint zu stimmen, sonst hättest du vorher bereits abgebrochen. <i>Finanzielle Bildung</i> kommt in unserem Schulsystem bisher leider viel zu kurz, da wir lieber Gedichte analysieren (No front an alle kulturellen Menschen unter uns) als uns mit Grundlagen der BWL, VWL oder einer Börsen-AG zu beschäftigen. Dies ist auch ein Grund, warum dieser Finanzblog überhaupt existiert. Ergänzend zu unserem Finanzblog solltest Du auch gute Bücher zu den wichtigen persönlichen Finanzthemen lesen. Eine Auswahl unserer besten Blogbeiträge findest Du dabei in der rechten Seitenleiste neben dem Artikel.</p><h3>Einkommen aufbauen und in das eigene Humankapital investieren</h3><p>Am Anfang der Karriere steht neben der schulischen und finanziellen Bildung vor allem Deine berufliche Aus- und Weiterbildung im Fokus. Insbesondere ein frühzeitiges Investment in Dein <a href="https://finanzbeben.de/humankapital/" target="_blank" rel="noopener">Humankapital</a> wird Dir die aller höchsten Zinsen auf Deine eingesetzte Zeit abwerfen. Der Return-on-Investment ist hier in der Regel immer am höchsten – und das ohne Risiko. Daher solltest Du zu Beginn Deiner Karriere auch in Dich und Deine Ausbildung investieren. Im Zweifel also lieber den höheren Gehaltscheck ablehnen und dafür ein höherwertiges Studium oder eine andere Weiterbildung anstreben. Durch Deinen damit gesteigerten Wert für den (Arbeits-)Markt (ob als Angestellter, Selbstständiger oder Unternehmer) und den als Hebel wirkenden Anlagehorizont (Zeitzins), wirst Du nachhaltig Dein Einkommen steigern können. Dies kann in Zukunft teilweise sehr große Einflüsse auf Dein Einkommen und Deine korrespondierende Sparquote haben:</p><figure id="attachment_11351" aria-describedby="caption-attachment-11351" style="width: 490px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-11351" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Exponentielles_Wachstum_bei_finanzieller_Unabhaengigkeit.png" alt="Von finanzieller Sicherheit zur finanziellen Unabhängigkeit zur finanziellen Freiheit durch exponentielles Wachstum und Zinseszins" width="500" height="318" srcset="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Exponentielles_Wachstum_bei_finanzieller_Unabhaengigkeit.png 834w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Exponentielles_Wachstum_bei_finanzieller_Unabhaengigkeit-300x191.png 300w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Exponentielles_Wachstum_bei_finanzieller_Unabhaengigkeit-768x489.png 768w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /><figcaption id="caption-attachment-11351" class="wp-caption-text">Der Anlagehorizont bestimmt über die Wirksamkeit des Zinseszinses. Wir Menschen denken aber linear, weshalb die langfristige positive Zinseszins-Wirkung nur schwer nachvollziehbar ist.</figcaption></figure><p>Ein frühzeitiges Investment in Dein <a href="https://finanzbeben.de/humankapital/" target="_blank" rel="noopener">Humankapital</a> schüttet daher auch die höchste und sicherste Dividende aus. Zum Thema <a href="https://finanzbeben.de/humankapital/">Humankapital</a> bieten wir Dir auch die Möglichkeit Dein persönliches <a href="https://finanzbeben.de/humankapital-rechner/" target="_blank" rel="noopener">Humankapital berechnen</a> zu können.</p><h3>Haushaltsbuch führen und Konsumverhalten anpassen</h3><p>Ein <i>Haushaltsbuch</i> sollte man so früh wie möglich beginnen zu führen. Am besten mit Auszug aus dem Elternhaus. Mit <a href="https://finanzbeben.de/haushaltsbuch-fuehren/">Haushaltsbuchführung</a> lassen sich zum einen Deine fixen Ausgaben und Lebenshaltungskosten überwachen. Diese Überwachung ist notwendig, da Deine Lebenshaltungskosten ein wichtiger Faktor bei der Berechnung der finanziellen Unabhängigkeit sind. Zum anderen kannst Du durch ein Haushaltsbuch fortlaufend Dein Konsumverhalten überwachen und steuern. Unnötige Konsumausgaben gilt es unbedingt zu vermeiden, wenn Du <strong>schnell finanziell unabhängig werden</strong> willst. Zum <a href="https://finanzbeben.de/haushaltsbuch-fuehren/" target="_blank" rel="noopener">Thema Haushaltsbuchführung</a> haben wir auch einen eigenen Blogbeitrag erstellt, den wir Dir an dieser Stelle empfehlen möchten.</p><h3>Notgroschen und Rücklagen als Puffer für ungeplante finanzielle Engpässe</h3><p>Als <i>Notgroschen</i> verstehen wir finanzielle Rücklagen, mit denen Du in der Lage bist kurzfristig Deine Lebenshaltungskosten zu decken ohne dabei auf ein Arbeitseinkommen angewiesen zu sein. Vor dem Hintergrund der finanziellen Unabhängigkeit heißt das, dass Du nicht 100% investiert sein solltest. Es ist wichtig, dass Du kurzfristige <i>finanzielle Engpässe überbrücken</i> kannst ohne dabei direkt Dein angespartes Vermögen verbrauchen oder einen <a href="https://finanzbeben.de/kredit-vergleich/">Kredit</a> aufnehmen zu müssen. Daher empfiehlt es sich das dreifache bis sechsfache Deiner monatlichen Lebenshaltungskosten als Cash auf dem Konto oder zumindest <a href="https://finanzbeben.de/tagesgeld-vergleich/">Tagesgeld</a> griffbereit zu halten – eine <i>eiserne Reserve für Notfälle</i>.</p><h3>Überschüsse langfristig renditeorientiert anlegen und Investor werden</h3><p>Um finanziell unabhängig zu werden, solltest Du Deine monatlich generierten Überschüsse regelmäßig investieren (am besten in Form eines monatlichen Sparplans). Lasse das Geld nicht einfach auf dem Konto liegen und von der Inflation entwerten. Dabei sind folgende Anlagegüter für Dein langfristiges Portfolio zur <strong>Erreichung der finanziellen Unabhängigkeit</strong> denkbar:</p><ul><li>ETFs</li><li>Sonstige Fonds</li><li>Aktien</li><li>Anleihen</li><li>Edelmetalle</li><li>Andere Anlageformen (<a href="https://finanzbeben.de/kryptowaehrungen-ein-disruptives-zahlungsmittel/">Kryptowährungen</a>, P2P-Kredite etc.)</li></ul><p>Wir würden hier für eine <strong>Finanzielle-Unabhängigkeits-Strategie</strong> ein langfristiges ETF-Portfolio immer bevorzugen. Insbesondere Kryptowährungen, P2P-Kredite und andere alternative Anlageformen sollten bedingt durch das höhere Risiko wenn dann nur mit einem geringen Portfolioanteil beigemischt werden. Denn wir machen auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit keinen Sprint, sondern einen Marathon. Die Grundlagen des <a href="https://finanzbeben.de/portfoliomanagement/">Portfoliomanagements</a> haben wir in einem separaten Blogbeitrag erklärt und empfehlen daher diesen Beitrag im Anschluss zu lesen. Unser <strong>Modell der finanziellen Unabhängigkeit</strong> findest Du nachfolgend auch nochmal als vereinfachte konzeptionelle Abbildung:</p><figure id="attachment_11352" aria-describedby="caption-attachment-11352" style="width: 951px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-11352 size-full" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Konzept_finanzielle_Unabhaengigkeit_Finanzbeben.png" alt="Meilensteine der finanziellen Unabhängigkeit als Gesamtkonzept von Finanzbeben" width="961" height="558" srcset="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Konzept_finanzielle_Unabhaengigkeit_Finanzbeben.png 961w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Konzept_finanzielle_Unabhaengigkeit_Finanzbeben-300x174.png 300w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Konzept_finanzielle_Unabhaengigkeit_Finanzbeben-768x446.png 768w" sizes="(max-width: 961px) 100vw, 961px" /><figcaption id="caption-attachment-11352" class="wp-caption-text">Das Konzept, um finanziell unabhängig zu werden, haben wir hier als vereinfachtes Modell dargestellt. Wichtig ist, dass Modelle durch ihre Vereinfachung niemals isoliert betrachtet werden sollten.</figcaption></figure><h2>Hürden auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit</h2><p>Ein Leben verläuft nur selten gradlinig und es gibt einige <strong>Hürden auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit</strong>. Bei allem Optimismus und Hype rund um das Thema finanzielle Unabhängigkeit, wollen wir Dich hier auch auf die Fallstricke und Risiken vorbereiten.</p><h3>Unrealistische Ziele und falsche Schätzung der Lebenshaltungskosten</h3><p>Unrealistische Ziele führen dazu, dass Du diese in der Regel verfehlst. Daher führen zu ambitionierte Ziele auch zu Demotivation und können dazu beitragen, dass Du nicht an Deiner langfristigen Strategie festhältst oder einfach aufgibst. Deshalb empfehlen wir <i>realistische Annahmen</i> über Dein zukünftiges Einkommen und Deine Gehaltssteigerungen zu treffen. Sei hier lieber konservativer als zu aggressiv. Dies vermeidet Enttäuschung. Aber auch zu schwache Ziele gilt es zu vermeiden. Denn diese können Dich auch zu mehr Konsum verleiten und damit ausbremsen bei dem Ziel finanziell unabhängig zu werden. Bedenke zudem auch, dass nach dem Ausstieg aus dem 9-to-5-Job weiterhin gewisse zusätzliche fixe Ausgaben, wie etwa Krankenkassenbeiträge und Steuern hinzukommen können. Plane dies also zusätzlich zu den bisherigen Lebenshaltungskosten ein.</p><h3>Vereinbarkeit mit Familienplanung und Partner</h3><p>Die Vereinbarkeit vom Streben nach finanzieller Unabhängigkeit und Partnerschaft sowie Familienplanung ist ein kritischer Punkt. Denn <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Konsumausgaben-Lebenshaltungskosten/aktuell_ausgaben-kinder.html" target="_blank" rel="noopener">laut statistischem Bundesamt</a> (Stand 2018) kostet etwa ein Kind rund 165.000 EUR auf Basis der auf 18 Jahre hochgerechneten monatlichen durchschnittlichen Ausgaben von Paaren für ein Kind. Diese Kosten stellen aber nur die Unterkante der potentiellen Kosten vor staatlichen Leistungen (Kindergeld) da. Immerhin hört die Finanzierung des Kindes nicht unbedingt mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres auf. Natürlich kostet die Familienplanung nicht nur Geld, sondern stiftet auch Lebensfreude und Energie. Das sollten wir hier nicht vergessen. Aber Dir sollte bewusst sein, dass Du, sofern Du eine Familie planst, auch mit diesen möglichen zusätzlichen Lebenshaltungskosten planen musst.</p><figure id="attachment_11347" aria-describedby="caption-attachment-11347" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11347 size-large" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Familienplanung_und_finanzielle_Unabhaengigkeit-1024x682.jpg" alt="Partnerschaft und Familie und gemeinsame finanzielle Ziele" width="1024" height="682" srcset="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Familienplanung_und_finanzielle_Unabhaengigkeit-1024x682.jpg 1024w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Familienplanung_und_finanzielle_Unabhaengigkeit-300x200.jpg 300w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Familienplanung_und_finanzielle_Unabhaengigkeit-768x512.jpg 768w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Familienplanung_und_finanzielle_Unabhaengigkeit.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11347" class="wp-caption-text">Generell sind finanzielle Unabhängigkeit und Partnerschaft sowie Familienplanung miteinander vereinbar, wenn man das Ziel gemeinsam verfolgt und man darüber spricht.</figcaption></figure><p>Daher sollte Dein Lebenspartner hier unbedingt Dein <strong>Ziel von der finanziellen Unabhängigkeit teilen</strong>. Andernfalls kann dieses Ziel zu finanziellen Konflikten in der Partnerschaft führen. Also mache in diesem Fall aus der finanziellen Unabhängigkeit ein <i>partnerschaftliches Ziel</i>. Dies kann eine Beziehung auch zusätzlich und nachhaltig stärken. Zudem kann die finanzielle Bildung an die Kinder weitergegeben werden.</p><h3>Luxusausgaben vs. Belohnungen für Meilensteine</h3><p>Finanziell unabhängig werden und gleichzeitig im Luxus leben? Ein klarer Zielkonflikt. Denn ein luxuriöses Leben widerspricht dem Ziel möglichst schnell finanziell unabhängig zu werden. <i>Sparsamkeit</i> ist ein Eckpfeiler, um die monatlichen Überschüsse und damit die Sparquote steigern zu können. Dennoch sei gesagt, dass es hier natürlich unterschiedliche Abstufung von Luxus gibt. Wir sprechen hier nicht von einem Abendessen mit Freunden oder einer einzelnen Reise. Es geht vielmehr um die Reduzierung der Luxusausgaben im Alltag. Hierzu zählen etwa ein teures Leasingfahrzeug oder eine überdimensionierte Wohnung. Dennoch ist es aus unserer Sicht aber zwingend notwendig, sich für persönliche wichtige Meilensteine im Leben trotz Sparsamkeit zu belohnen. Denn es geht bei finanzieller Unabhängigkeit nicht um Geiz. Ohne <i>Belohnungssystem</i> an einer langfristigen <strong>Strategie zum Erreichen der finanziellen Unabhängigkeit</strong> festzuhalten ist eher schwierig. Es geht auch hier letztendlich um die richtige Balance. Wie immer macht die Dosis das Gift. Etwas Luxus ist demnach sogar eher wünschenswert zur Stärkung der Langfristmotivation. Zu viel wird Dich aber davon abhalten Dein gesetztes Unabhängigkeitsziel schnellstmöglich zu erreichen.</p><h3>Durststrecken: Notsituation, Krankheitsfälle und Schicksalsschläge</h3><p>Bei allem Optimismus kann niemand von uns Notsituationen, Krankheitsfälle und Schicksalsschläge ausschließen. Dies gehört zu den allgemeinen Risiken des Lebens, die wir kaum oder gar nicht beeinflussen können. Neben dem oben genannten Notgroschen zum Abfedern von Risiken, bieten sich hier zusätzlich einkommens- oder existenzsichernde Versicherungen an, um die <i>finanzielle Fallhöhe</i> zu <i>begrenzen</i>. Als größtes finanzielles Risiko lässt sich hier vor allem die Gefahr der <a href="https://finanzbeben.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/">Berufsunfähigkeit</a> nennen. Beim Versichern gilt hier aber vor dem Hintergrund der finanziellen Unabhängigkeit: So viele Versicherungen wie unbedingt nötig und so wenige wie möglich. Beschränke Dich wirklich auf existenzielle Versicherungen wie etwa die private Haftpflichtversicherung oder die <a href="https://finanzbeben.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/" target="_blank" rel="noopener">Berufsunfähigkeitsversicherung</a>. Sinnlose Sachversicherungen wie etwa Handy- oder Gepäckversicherungen sind aus unserer Sicht überteuert und damit Luxus.</p><h2>Zusammenfassung und Diskussion des Konzepts der finanziellen Unabhängigkeit</h2><p>Wir fassen kurz zusammen: <strong>Finanzielle Unabhängigkeit ist ein Lebenskonzept</strong>. Dabei ist das Ziel so viel Vermögen anzusparen, dass Du Deine Lebenshaltungskosten durch das passive Einkommen aus Deinem Investment-Portfolio langfristig decken kannst ohne dabei das ursprüngliche Kapital entnehmen zu müssen. Dazu ist es notwendig möglichst hohe monatliche Überschüsse zu generieren und regelmäßig langfristig renditeorientiert zu investieren (am besten mit ETFs). Ergänzend zu diesem Blogbeitrag kann es sich auch lohnen das Buch <a class="thirstylink" title="Rich Dad, Poor Dad" href="https://finanzbeben.de/link/rich-dad-poor-dad/" target="_blank" rel="noopener sponsored">Rich Dad Poor Dad von Robert Kiyosaki</a> zu lesen. Nach unserem Verständnis geht es bei finanzieller Unabhängigkeit aber nicht unbedingt darum den Job möglichst schnell zu kündigen &#8211; sondern lediglich um die Handlungsoption. Wahrer Reichtum ist demnach (finanziell bedingt) Optionen im Leben zu haben.</p><figure id="attachment_11348" aria-describedby="caption-attachment-11348" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11348 size-large" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Finanzielle_Unabhaengigkeit_durch_Investments-1024x691.jpg" alt="Langfristige Sparpläne und Zinseszins führen zu Vermögensaufbau" width="1024" height="691" srcset="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Finanzielle_Unabhaengigkeit_durch_Investments-1024x691.jpg 1024w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Finanzielle_Unabhaengigkeit_durch_Investments-300x203.jpg 300w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Finanzielle_Unabhaengigkeit_durch_Investments-768x518.jpg 768w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/09/Finanzielle_Unabhaengigkeit_durch_Investments.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11348" class="wp-caption-text">Am besten richtest Du einen monatlichen ETF-Sparplan ein, um finanziell unabhängig zu werden. Es ist wichtig an Deiner Strategie langfristig festzuhalten und den Zinseszins für Dich arbeiten zu lassen.</figcaption></figure><h3>Motivatoren finanzieller Unabhängigkeit</h3><ul><li>Steigerung von Selbstsicherheit und Meinungsstärke („Fuck-You-Money“ Effekt)</li><li>Anstoß von Selbstreflektion im Bezug zu bewussterem Konsumverhalten</li><li>Anstoß zu Steigerung des Arbeitseinkommens und passiven Einkommensquellen</li><li>Schaffen von Handlungsoptionen</li><li>Katalysator für Selbstverwirklichung (Vergleich mit Maslow)</li></ul><h3>Meilensteine finanzieller Unabhängigkeit</h3><ul><li>Finanzielle Bildung fördern</li><li>in das eigene Humankapital investieren</li><li>Haushaltsbuch führen und Konsumverzicht (Sparsamkeit, kein Geiz)</li><li>Notgroschen für finanzielle Engpässe halten</li><li>Investor werden und Überschüsse langfristig am Kapitalmarkt investieren</li><li>Weitere Einkommenssteigerungen erzielen</li><li>Zeit (Langeweile ist hier etwas Positives)</li></ul><h3>Hürden finanzieller Unabhängigkeit</h3><ul><li>Unrealistische Ziele (zu ambitioniert oder zu schwach)</li><li>Falsche Einschätzung der eigenen Lebenshaltungskosten</li><li>Keine Vereinbarkeit mit Partnerschaft oder Familienplanung</li><li>Vermehrte Luxusausgaben anstatt höherer Sparquoten</li><li>Fehlendes Belohnungssystem für erreichte Meilensteine</li></ul><h3>Diskussion des Konzepts finanzieller Unabhängigkeit</h3><p>Jetzt bist Du dran: Bereichere diesen Beitrag und schreibe uns Deine persönlichen Meinung oder ein Feedback in die Kommentarsektion:</p><ol><li>Wie siehst Du das Konzept der finanziellen Unabhängigkeit?</li><li>Was ist oder wäre Deine persönliche Motivation finanziell unabhängig zu werden?</li><li>Wenn Du bereits an finanzieller Unabhängigkeit arbeitest: Welche Meilensteine hast Du bereits erreicht und welche Meilensteine sind für Dich wichtig?</li></ol>								</div>
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		<title>Haushaltsbuch führen – Elementarer Bestandteil persönlicher Finanzplanung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jul 2021 05:59:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einkommen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir klären in unserem Blogbeitrag, warum es sich für Dich lohnen kann ein Haushaltsbuch zu führen und bieten gleichzeitig eine eigene Excel-Vorlage an, die wir selber privat nutzen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="10213" class="elementor elementor-10213" data-elementor-post-type="post">
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									<p></p>
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<h2>Was ist ein Haushaltsbuch?</h2>
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<p>Bevor Du Excel startest und mit der <strong>Haushaltsbuchführung</strong> loslegst: Ein <strong>Haushaltsbuch</strong> wird für die Buchführung eines Privathaushalts verwendet. Dabei werden im Haushaltsbuch sowohl Einnahmen als auch Ausgaben eingetragen und strukturiert gegenübergestellt. Damit dient das Haushaltsbuch der privaten Budgetierung und Finanzplanung. Das <strong>Führen von Haushaltsbüchern</strong> ist allerdings kein neuer Trend. Schon früher wurden <strong>Haushaltsbücher</strong> analog auf Papier geführt. Heute haben sich vor allem <strong>digitale Haushaltsbücher</strong> durchgesetzt. Inzwischen basieren digitale Haushaltsbücher daher meist auf Tabellenkalkulationsprogrammen wie Excel, diversen Apps oder anderer Software.</p>
<h2>Warum es sich lohnt ein Haushaltsbuch zu führen</h2>
<h3>Übersicht über Einnahmen und Ausgaben</h3>
<p>Wenn mich jemand fragt, warum ein Haushaltsbuch die Arbeit wert ist, dann steht für mich zunächst die Notwendigkeit im Vordergrund die eigene Finanzsituation überhaupt erst einschätzen zu können. Ein Haushaltsbuch bildet somit das Fundament für gesunde persönliche Finanzen. Ohne eine aktive Haushaltsplanung ist eine Übersicht über die eigenen Finanzen beziehungsweise Einnahmen- und Ausgabensituation nur schwer möglich. Daher halte ich die regelmäßige Pflege eines Haushaltsbuches für einen elementaren Bestandteil Deiner persönlichen Finanzplanung. Vielen Menschen ist ihre Finanzsituation nicht bewusst und daher können sie auch gar nichts ändern. Hier kann ein Haushaltsbuch als Entscheidungsgrundlage dienen, um Deine persönliche Finanzsituation zu verbessern und fortlaufend zu überwachen. Mit einem Haushaltsbuch fängt also auch der Weg zur finanziellen Freiheit an. Aus meiner Sicht sollte das Führen eines Haushaltbuches auch bereits in der Schule als finanzielle Lebensgrundlage verpflichtend gelehrt werden.</p>
<figure id="attachment_10235" aria-describedby="caption-attachment-10235" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/07/Uebersicht_Einnahmen_Ausgaben_Haushaltsbuch-1024x371.png" alt="Einnahmen und Ausgaben Monatsübersicht Haushaltsbuch" width="1024" height="371" /><figcaption id="caption-attachment-10235" class="wp-caption-text">Die Einnahmen und Ausgaben werden beim Haushaltsbuch monatlich in einer Übersicht systematisch gegenübergestellt.</figcaption></figure>
<h3>Ausgabenkontrolle und Anreiz zu bewussterem Konsum</h3>
<p>Durch das aktive Beschäftigen mit den persönlichen Ausgaben, rückt auch ein bewussterer Umgang mit dem eigenen <i>Konsum</i> in den Vordergrund. Denn durch das <strong>Führen eines Haushaltsbuches</strong> muss Du Dich unweigerlich mit Deinem eigenen Konsumverhalten fortlaufend auseinandersetzen. Das mag für manche Erstbuchhalter zunächst schmerzhaft sein. Allerdings führt die monetäre Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsum meist dazu, dass das Konsumverhalten zumindest überdacht und optimiert wird. Ich spreche hier nicht davon, dass alle Spaßausgaben zu kürzen sind – es geht vielmehr um die Balance und darum nicht über den eigenen Verhältnissen zu leben und somit unabhängiger zu werden. Wie Du durch bewussteren Konsum freier und glücklicher wirst kannst du auch in dem Buch Mein Konsumtagebuch nachlesen.</p>
<h3>Anreiz für Investments und Einkommenssteigerungen</h3>
<p>Wenn Du nicht über Deinen Verhältnissen lebst (Deine Einnahmen sollten hierfür regelmäßig größer als Deine Ausgaben sein), sollte damit genug übrigbleiben, um den Überschuss dann zu investieren. Die Führung eines Haushaltsbuches kann dazu beitragen, dass Du nicht nur Deinen Konsum fortlaufend überdenkst, sondern auch zu aktiven Ersparnissen führen, welche Du dann wiederum investieren kannst. Das ist der wichtigste Schritt, um Dich auf den Weg zur finanziellen Freiheit zu begeben. Ob diese Investments Dich selber und Deine Ausbildung oder den Kapitalmarkt betreffen ist an dieser Stelle nachrangig. Es geht zunächst nur darum, dass Du Dir durch einen fortlaufenden Überschuss Optionen im Leben schaffst. Damit sorgt die Führung eines Haushaltsbuches auch dafür, dass Du Dich aktiver um die Steigerung Deines Einkommens kümmerst oder Dir zumindest über weitere Einkommensquellen Gedanken machst.</p>
<h2>Worauf solltest Du beim Haushaltsbuch achten?</h2>
<h3>Ausgaben und Einnahmen zeitnah und wahrheitsgemäß eintragen</h3>
<p>Damit die Haushaltsbuchführung ein Erfolg wird und Dich nicht auf die falsche Fährt lockt, solltest Du Deine Einnahmen und Ausgaben <i>wahrheitsgemäß</i> und möglichst <i>zeitnah</i> eintragen. Vielfach kannst Du Dich sonst womöglich nicht mehr an alle Ausgaben erinnern oder Dir fehlen die Belege (insbesondere bei Bargeldtransaktionen). Dies erschwert dann zusätzlich die Buchführung und führt womöglich auch zu falschen Annahmen. Hier hilft tatsächlich auch, wenn Du eher versuchst mit Karte zu zahlen. Denn dann kannst Du den Zahlungspartner meist ohne Probleme zuordnen, auch wenn immer noch viele (meist ältere) Menschen aus Transparenzgründen auf Bargeld schwören. Dieser Hang zu Bargeld resultiert aber aus meiner Sicht aus einer Kontrollillusion, weil Bargeld etwas Dingliches ist. Die Wahrheit ist, dass Kartenumsätze eigentliche viel mehr Transparenz bringen – sofern ein Haushaltsbuch geführt wird.</p>
<h3>Fixe von variablen Ausgaben unterscheiden und richtig trennen</h3>
<p>Die Unterscheidung zwischen fixen und variablen Ausgaben und das Verständnis des Unterschieds ist zwingend notwendig für eine <strong>erfolgreiche Haushaltsbuchführung</strong>. Fixe Ausgaben sind solche Ausgaben, die Dir regelmäßig (meist monatlich) anfallen und welche Du nicht oder nur schwer beeinflussen kannst. Dazu zählen beispielsweise Ausgaben für Miete, Nebenkosten, Strom, Monatstickets, Telefon und Internet oder auch kleinere Verträge wie etwa für Netflix oder sonstige Dienstleistungen im Abo-Modell. Damit resultieren solche fixen Ausgaben aus längerfristigen Vertragsverhältnissen, die oft nicht sofort kündbar sind. Da Du fixe Ausgaben nur schwer kurzfristig beeinflussen kannst, solltest Du versuchen den Anteil an Deinen Gesamtausgaben so gering wie möglich zu halten. Variable Ausgaben<u> </u>hingegen sind alle anderen Ausgaben, die Du aktiv kontrollieren kannst. Beispiele hierfür sind etwa Lebensmittel oder Bewirtungen aber auch Benzinkosten.</p>
<figure id="attachment_10230" aria-describedby="caption-attachment-10230" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/07/fixe_Ausgaben_Haushaltsbuch-1024x396.png" alt="Fixkosten und Haushaltsbuch" width="1024" height="396" /><figcaption id="caption-attachment-10230" class="wp-caption-text">Fixe Ausgaben werden im Haushaltsbuch von variablen Ausgaben getrennt eingegeben, um hier für eine mögliche private Kostenremanenz (Ausgaben können in der Regel nicht sofort gekürzt werden) zu sensibilisieren.</figcaption></figure>
<h3>Planungsfunktion verstehen und Fortschreibung nutzen</h3>
<p>Monatlich wiederkehrende fixe Ausgaben kannst Du für das gesamte Jahr bereits fortschreiben oder vorausfüllen und damit antizipieren. Du musst hier also nicht auf die tatsächlichen Ausgaben warten bis diese auf Deinem Kontoauszug auftauchen. Diese Fortschreibung dient der Haushaltsplanung und kann auch auf weitere Positionen im Haushaltsbuch übertragen werden. Du solltest überlegen, ob es für Dich sinnvoll ist auch Annahmen über Deine zukünftigen Einnahmen zu treffen. Wenn dann die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben bekannt sind, kannst Du Deine vorherigen Annahmen überschreiben und zusätzlich überprüfen, ob Deine Annahme richtig war. Das Planen mit Hilfe von fortgeschriebenen Annahmen und die darauffolgende Überprüfung von Planung und Ist fördert dabei auch die Fähigkeit Deine eigenen Finanzen besser einschätzen zu können.</p>
<h3>Überschüsse oder Fehlbeträge frühzeitig erkennen</h3>
<p>Durch die <strong>Führung eines Haushaltsbuches</strong> und Planung oder Fortschreibung, kannst Du bereits frühzeitig Überschüsse oder Fehlbeträge identifizieren und somit auch <i>Trends</i> besser erkennen. Ziel ist es, dass Du langfristig Monatsüberschüsse generierst, damit Du den zuvor angesprochenen finanziellen Handlungsspielraum für weitere Investitionsentscheidungen erhältst. Sofern Fehlbeträge erkennbar sind, kannst Du <i>Gegenmaßnahmen</i> einleiten wie etwa Ausgaben im Freizeitbereich reduzieren oder Einkommenssteigerungen generieren wie etwa durch Mehrarbeit. Es fühlt sich gut an, zu wissen, was in Zukunft passieren könnte, um nicht finanziell negativ überrascht zu werden.</p>
<figure id="attachment_10229" aria-describedby="caption-attachment-10229" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/07/Finanzwasserfall_Haushaltsbuch-1024x360.png" alt="Jahresauswertung Haushaltsbuch" width="1024" height="360" /><figcaption id="caption-attachment-10229" class="wp-caption-text">Im Haushaltsbuch wird eine Jahresauswertung aller Einnahmen und Ausgaben zur Vereinfachung auch als Wasserfalldiagramm dargestellt.</figcaption></figure>
<h3>Notgroschen als eiserne Cash-Reserve für Notfälle verstehen</h3>
<p><strong>Finanzielle Notsituationen</strong> wie etwa durch Unfälle, elementare Schäden, Kriminaldelikte oder auch Arbeitslosigkeit sind nur schwer oder sogar unmöglich vorhersehbar. Daher solltest Du hierfür eine <b>eiserne Cash-Reserve</b> auf Deinem <a href="https://finanzbeben.de/girokonto-vergleich/" target="_blank" rel="noopener">Girokonto</a> halten. Diese finanzielle Reserve ist auch als „<strong>Notgroschen</strong>“ bekannt. Der Zweck hierfür ist es, dass Du kurzfristig in der Lage sein solltest finanzielle Engpässe zu <i>überbrücken</i> (bis Normalität einkehrt). Basierend auf Deiner Ausgabensituation solltest Du nach herrschender Meinung <a href="https://www.businessinsider.de/wirtschaft/finanzen/notgroschen-ruecklage-so-viel-geld-solltet-ihr-in-eurem-notfallfonds-sparen-2021-3-r1/" target="_blank" rel="noopener">zwischen drei und sechs Monatsausgaben zurücklegen</a>. Die Wahrheit ist: Es gibt hier kein richtig oder falsch. Dies kann <i>immer nur eine Indikation</i> sein. Die Höhe der eisernen Reserve ist höchst individuell, da auch die Einnahmen- und Ausgabensituation sehr unterschiedlich ist. Wir folgen einem vereinfachten Ansatz mit einem Faktor von 2,5 Deiner Monatseinnahmen.</p>
<figure id="attachment_10232" aria-describedby="caption-attachment-10232" style="width: 613px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/07/Notgroschen_Haushaltsbuch.png" alt="Haushaltsbuch überwacht Notgroschen und Bankbestand" width="623" height="473" /><figcaption id="caption-attachment-10232" class="wp-caption-text">Der Notgroschen wird als eiserne Cash-Reserve im Haushaltsbuch überwacht und dient als Puffer, um finanzielle Notsituation kurzfristig überbrücken zu können.</figcaption></figure>
<h3>Analoges vs. digitales Haushaltsbuch</h3>
<p>Nach unserem Empfinden ist ein <strong>digitales Haushaltsbuch</strong> klar im Vorteil: Du bist flexibler und Fehlerkorrekturen fallen einfacher. Mit <strong>digitalen Haushaltsbüchern</strong> ist es auch möglich zu planen und Trends zu antizipieren. Dies ist bei analog geführten Haushaltsbüchern deutlich schwieriger. Der Aufwand für die digitale Variante ist, wenn einmal die Einrichtung vollzogen wurde und die Arbeitsprozesse klar sind, viel geringer als für die analoge Variante. Zusätzlich bietet die <strong>digitale Haushaltsbuchführung</strong> oft auch die Möglichkeit für systematische Auswertungen über Diagramme und hilfreiche Darstellungen. Dies vereinfacht die Analyse der persönlichen Finanzen und sorgt für etwas mehr Spaß und Gamification bei diesem sonst sehr trockenen Thema. Nichts desto trotz gilt auch hier: „Never touch a running system“. Solltest Du bereits ein analoges Haushaltsbuch erfolgreich führen, kannst Du dies hier eher als eine Handlungsoption sehen &#8211; mehr nicht.</p>
<h2>Vermeidbare Fehler der Haushaltsbuchführung</h2>
<h3>Unregelmäßige Pflege und frühzeitiges Aufgeben</h3>
<p>Der häufigste Fehler ist neben der <i>unregelmäßigen Pflege</i> die <i>vorzeitige Aufgabe</i> der Haushaltsbuchführung. Du solltest Dir selber das Ziel setzen, das Haushaltsbuch zumindest für einen vorher definierten festen Zeitraum testweise diszipliniert zu führen und daran auch wirklich festzuhalten. Die positiven Effekte aus dem Führen eines Haushaltbuches zeigen sich vor allem langfristig. Daher gilt es zu vermeiden, dass Du frühzeitig aufgibst und diese positiven Effekte dann verpasst. Setze Dir daher langfristige Ziele, für deren Messung ein Haushaltsbuch notwendig ist. Dadurch hältst Du langfristig eher an der Buchführung fest.</p>
<h3>Fixe Ausgaben übersehen und Ausgaben falsch kategorisieren</h3>
<p>Ein weiterer Fehler ist, dass Du mögliche fixe Ausgaben nicht als solche verstehst. Gehe daher regelmäßig alle Deine wiederkehrenden Ausgaben durch und frage Dich ob hier ein Vertragsverhältnis vorliegt, welches Du nicht so einfach kündigen kannst und damit als „fix“ gilt. Auch leichtere Abo-Modelle, die Du zwar monatlich kündigen kannst, solltest Du hier als fixe Ausgaben einstufen. Weiter noch kann Dich eine falsche Kategorisierung Deiner Ausgaben verwirren. Dann verfehlt Dein Haushaltsbuch den eigentlichen Zweck: Transparenz Deiner Finanzen schaffen.</p>
<h3>Unrealistische Annahmen und falsche Entscheidungsgrundlage</h3>
<p>Die Planungsfunktion ist ein starker Helfer, um Trends frühzeitig zu erkennen und proaktiv Gegenmaßnahmen einzuleiten – sofern notwendig. Wenn diese Annahmen aber unrealistisch und damit falsch sind, kann die Fortschreibung von Einnahmen und Ausgaben zu falschen Rückschlüssen führen und damit auch zu falschen Maßnahmen Deinerseits. Daher solltest Du insbesondere bei den Einnahmen eher konservativere Annahmen treffen (Dich also eher schlechter als besserstellen). Damit baust Du Dir zusätzlich zu Deinem Notgroschen stille Reserven auf und basierst Deine finanziellen Entscheidungen auf einer soliden Datenbasis.</p>
<h2>Unsere Excel-Vorlage für Dein Haushaltsbuch</h2>
<p>Wir halten fest: Ein Haushaltsbuch zu führen hat eigentlich nur Vorteile. Neben der besseren Übersicht über Deine Einnahmen und Ausgaben motiviert Dich die Haushaltsbuchführung auch zu bewussterem Konsum, potentiellen Einkommenssteigerungen oder der Suche nach weiteren Einkommensquellen, Investieren von Überschüssen (nicht nur am Kapitalmarkt, sondern auch in Dein <a href="https://finanzbeben.de/humankapital/" target="_blank" rel="noopener">Humankapital</a>) und fördert Deine Fähigkeit Finanzen einschätzen zu können. Der größte Fehler ist daher auch unserer Ansicht nach niemals anzufangen ein Haushaltsbuch zu führen. Wenn Du jetzt heiß darauf bist endlich in die Tasten zu hauen, haben wir nicht nur alles richtig gemacht, sondern können Dir auch eine <b><a href="https://finanzbeben.de/newsletter/" target="_blank" rel="noopener">kostenlose Excel-Vorlage mit Dashboard</a></b> zur Analyse in Kombination mit unserem Newsletter anbieten. Gerne kannst Du uns auch Feedback zu unserem Haushaltsbuch senden, damit wir die Excel-Vorlage regelmäßig verbessern können. Na dann, auf die Tasten, fertig, los!</p>
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		<title>Kryptowährungen &#8211; Ein disruptives Zahlungsmittel?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marcel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Apr 2021 15:08:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Begriff Kryptowährung ist zurzeit in aller Munde und der Markt befindet sich in einem regelrechten Bull Run. Zuletzt wurde die Aufmerksamkeit von Investoren durch Unternehmen wie Tesla, Paypal und AT&#38;T erhöht, die nun u.a. Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Kryptowährung? Einleitend werden wir den Begriff sowie den Nutzen erläutern und dann auf die Funktionsweise und einzelne Währungen im Detail eingehen.  </p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="6904" class="elementor elementor-6904" data-elementor-post-type="post">
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									<h2>Was ist eine Kryptowährung?</h2><h3>Dezentralität und Blockchain als Basistechnologie</h3><p>Eine <strong>Kyptowährung</strong> ist eine <strong>digitale Währung</strong>, die <i>dezentral</i> als Anwendung auf der <strong>Blockchain</strong> gesteuert wird. Blockchain!? Ja, die <strong>Blockchain Technologie</strong> bildet die Grundlage für die Existenz von <strong>Kryptowährungen</strong> und gewährleistet, dass Transaktionen vollständig, <i>unveränderlich</i> und dezentral gespeichert werden. Die Blockchain ist damit eine dezentral gespeicherte <i>Datenbank</i>, auf der alle Transaktionen einer digitalen Währung gespeichert werden. Aus der Technologie ergeben sich neben den Kryptowährungen weitere Anwendungsgebiete, auf die wir zum Abschluss des Beitrags näher eingehen werden. Zu den Anwendungsgebieten zählen beispielsweise Eigentum, Identifikation, Versicherungen, Logistik und Energiehandel, die auf Basis der Blockchain ohne eine zentrale Instanz auskommen können.</p><h3>Open Source Algorithmus und freie Zugänglichkeit</h3><p>Damit eine Kryptowährung auf der Blockchain gesteuert werden kann, werden alle währungsspezifischen Regeln (Konsensalgorithmen) und Regulierungen (Inflation, Deflation, Geldmenge) in den kryptographischen Algorithmus programmiert. Dieser Code ist Open Source und kann frei zugänglich eingesehen werden. Doch was ist nun der <strong>Nutzen einer Kryptowährung</strong>? Um diese Frage beantworten zu beantworten, müssen wir den Grundgedanken unseres heutigen Geldsystems verstehen.</p><figure id="attachment_6900" aria-describedby="caption-attachment-6900" style="width: 480px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" style="font-size: 17px;" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/04/pexels-david-mcbee-730547-1024x768.jpg" alt="Kryptowährungen, Bitcoin und Dollarscheine" width="490" height="367" /><figcaption id="caption-attachment-6900" class="wp-caption-text">Die Zentralität unseres heutigen Geldsystems ist der eigentliche Katalysator für die dezentralen und damit im Kern (fast) unregulierbaren Kryptowährungen wie den Bitcoin.</figcaption></figure><h2>Was ist der Nutzen von Kryptowährungen?</h2><h3>Das heutige Geldsystem</h3><p>Um die Frage des <strong>Nutzens von Kryptowährungen</strong> zu beantworten, müssen wir ein wenig zurückblicken. Zwischen dem 15. Jahrhundert bis in die 1920er Jahre nutzten wir Papiergeld als Zahlungsmittel. Dieses Papiergeld war an Gold geknüpft. Dies nannte man den sogenannten <i>Goldstandard</i>. Das heißt, dass der Wert einer Summe x in Papiergeld genau dem Wert einer Menge Gold entsprach. Es war also möglich das Papiergeld gegen den entsprechenden Gegenwert von Gold einzutauschen. Durch dieses Prinzip wurde das Papiergeld selten, leicht transportierbar, <i>fungibel</i> (austauschbar) und konnte als Rechnungseinheit besser geteilt werden als eine Unze Gold. Knapp 500 Jahre nach Einführung des an Gold geknüpften Papiergelds beschloss der Finanzsektor den Goldstandard aufzuheben (<a href="https://www.zeit.de/1973/26/die-bonner-stabilitaetssuender" target="_blank" rel="noopener">Bretton-Woods-Abkommen</a>). Durch diese Entscheidung hatte das an Gold geknüpfte Papiergeld keinen Gegenwert mehr. Doch warum hat das Geld dann nicht seinen Wert verloren? Die Antwort: Vertrauen. Das gesamte heutige Geldsystem basiert auf unser Vertrauen in zentrale Instanzen. Diese Entwicklung verleiht unser heutiges Geld den Begriff <strong>Fiat-Geld</strong>. Fiat leitet sich aus dem lateinischen ab und bedeutet „es werde“. Dadurch wird untermauert, dass dieses Geld keinen Gegenwert (Gold) besitzt, sondern auf unser <i>Vertrauen</i> in die zentralen Instanzen beruht. Der Euro beispielsweise ist <a href="https://www.ecb.europa.eu/euro/html/index.de.html" target="_blank" rel="noopener">seit dem 1. Januar 1999 die Währung der Europäischen Union (EU)</a>. Er wird von der Europäischen Zentralbank &#8211; als zentrale Instanz &#8211; emittiert und als gemeinsame Währung in 19 EU-Mitgliedstaaten sowie in sechs weiteren europäischen Staaten als Zahlungsmittel eingesetzt.</p><h3>Zentralität vs. Dezentralität</h3><p>Die zentralen Instanzen von Fiat-Geld entscheiden in der heutigen Zeit beispielsweise darüber:</p><ul><li>wann Du auf Dein Geld zugreifen darfst</li><li>wer Zugang zur Währung erhält (Milliarden Menschen haben keinen Zugang zum Bankensystem!)</li><li>wie groß die Geldmenge ist (Inflation, Zinssätze)</li><li>wie viel Du überweisen darfst (Überweisungs- &amp; Auszahlungslimits)</li><li>und und und…</li></ul><p>Unser heutiges Fiat-Geldsystem wird also von Zentralbanken kontrolliert. Wir vertrauen diesen Instanzen, dass unser Geld seinen Wert behält und das wir darauf Zugriff haben. Doch wir wissen auch, dass Zentralbanken diverse finanzpolitische Instrumente einsetzen. Beispielsweise verknappen oder vermehren sie die Geldmenge, um die Wirtschaftsleistung zu beeinflussen. All das macht uns abhängig und insbesondere nach der durch <a href="https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/finanzkrise-die-welt-hoert-nie-auf-die-untergangspropheten-1727322.html" target="_blank" rel="noopener">Banken ausgelösten Wirtschaftskrise 2008</a> wurde verstärkt nach einer alternativen Lösung gesucht. Das war der <strong>Startschuss für Kryptowährungen</strong>! Kryptowährungen gelten als dezentral, da sie nicht auf zentrale Instanzen angewiesen sind. Jede Kryptowährung funktioniert jedoch nach anderen Regeln, wodurch auch je nach Währung ein unterschiedlicher Grad der Dezentralisierung erreicht wird. Den <i>Dezentralisierungsgrad</i> werden wir im weiteren Verlauf anhand des Binance Coins noch näher erläutern. Im Unterschied zu zentralen Währungen sind dezentrale Währungen u.a. dadurch charakterisiert:</p><ul><li>jederzeit (24/7 von Mo-So) nutzbar</li><li>jeder darf das System nutzen</li><li>die Regeln und Regularien sind Open Source und für jeden transparent</li><li>Transaktionen werden dezentral und unveränderlich gespeichert</li></ul><p>Vereinfacht gesagt: Die Blockchain übernimmt durch den kryptographischen Algorithmus alle Aufgaben der zentralen Instanz. Bei Überweisungen beispielsweise bist Du nicht weiter auf <i>Intermediäre</i> wie Banken angewiesen, sondern kannst Deine Transaktionen direkt mit dem Zahlungsempfänger abwickeln. Das Vertrauen für diese Transaktion gewährleistet die Blockchain, auf der der Algorithmus der Kryptowährung dezentral ausgeführt und gespeichert wird. Dadurch musst Du nicht weiter auf von Menschen geführte Institutionen vertrauen. Du vertraust auf den kryptografischen Algorithmus, der alle Regeln innehält und auf die jeder zugreifen kann.</p><h2>Funktionsweise von Kryptowährungen</h2><h3>Private Key und Public Adress</h3><p>Wie eingangs erwähnt, ist eine Kryptowährung eine digitale Währung auf der Blockchain, wobei die Blockchain die gesamte und unveränderliche Transaktionshistorie der Kryptowährung darstellt. Für den Zugang zu der Kryptowährung, benötigst Du einen <strong>Private Key</strong>. Dieser Private Key stellt bei Kryptowährungen Deinen <i>PIN für Dein Konto</i> dar. Der Private Key wird über eine <strong>Wallet</strong> per Zufallsprinzip erzeugt. Um nun Deine <strong>Public Adress</strong> bzw. Deine Kontonummer zu erhalten, wird aus Deinem Private Key mathematisch Deine Public Adress abgleitet. Wichtiger Hinweis hierbei: Es ist vergleichsweise leicht aus Deinem Public Key Deine Public Adress abzuleiten. Es ist jedoch unmöglich aus Deiner Public Adress Deinen Public Key zu erhalten. Bei Bitcoin beispielsweise erhältst Du die Public Adress Deines Private Keys über kryptographische Formeln, wie beispielsweise SHA256 oder Elliptic Kurve Kryptography. Die Funktionsweise hier zu erläutern, sprengt den Rahmen, daher fassen wir für Dein Verständnis zusammen: Deine Wallet erzeugt per Zufallsprinzip Deinen Private Key (PIN). Der Private Key kreiert per kryptographischer Formeln Deine Public Adress (Kontonummer). Im Umgang mit Kryptowährungen ist daher das oberste Gebot:</p><p>GIB NIEMALS DEINEN PIVATE KEY PREIS!!! NIEMALS!!!</p><h3>Mining</h3><p>Wenn Du mit Deiner Wallet Deinen Private Key erstellt und dadurch Deine Public Adress kreiert hast, kannst Du nun (fast) eine Transaktion tätigen. Vorab musst Du natürlich sicherstellen, dass auch entsprechendes Guthaben in Form der zu nutzenden Kryptowährung auf Deiner Public Adress eingegangen ist. Entsprechendes Guthaben kannst Du Dir über <strong>Kryptobörsen</strong> wie Kraken, Binance oder Bison mit Fiatgeld kaufen und von dort aus auf Deine Public Adress überweisen. Wenn Du nun Deine Überweisung ausführen willst, benötigst Du lediglich die Public Adress Deines Zahlungsempfängers und bestätigst die Transaktion mit Deinem Private Key. Über die App Deiner Wallet kannst Du die Daten Deines Zahlungsempfängers (Public Adress, Name, Verwendungszweck, usw.) eingeben und die Transaktion absenden. Das ist dann der Startschuss für die Miner. Mining bedeutet vereinfacht beschrieben, dass in einem dezentralen System Konsens hergestellt wird. Konsens bedeutet, dass die Teilnehmer des dezentralen Systems einer Transaktion zustimmen oder nicht. Um den <strong>Konsensmechanismus einer Kryptowährung</strong> zu verstehen, müssen wir zunächst ein Verständnis über die Rollenaufteilung einer Kryptowährung entwickeln.</p><h3>Teilnehmerrollen</h3><p>Die <strong>Teilnehmer einer Kryptowährung</strong> können in drei verschiedene Rollen unterschieden werden:</p><ul><li><b>User</b>: Tätigen und Empfangen Zahlungen, speichern nicht die gesamte Blockchain</li><li><strong>Nodes</strong>: erhalten Zahlungsinformationen von den Usern, überprüfen die Informationen und leiten diese dann an die Miner weiter. Nodes speichern die gesamte Blockchain einer Kryptowährung, um die Dezentralisierung sicherzustellen</li><li><b>Miner</b>: Überprüfen und verifizieren Transaktionen, erzeugen Konsens</li></ul><h3>Konsensalgorithmen</h3><p>Da es eine Reihe von Konsensalgorithmen gibt, werden wir im Folgenden zunächst auf die verbreiteten Mechanismen eingehen. Hierzu zählen im wesentlichen <strong>Proof of Work</strong> (Arbeitsnachweis) und <strong>Proof of Stake</strong> (Geldnachweis).</p><h4>Proof of Work</h4><p>Der <strong>Proof-of-Work-Konsensalgorithmus</strong> wird beispielsweise bei <strong>Bitcoin</strong> verwendet. Bei diesem Mechanismus muss von den Minern bewiesen werden, dass Arbeit verrichtet worden ist. Der Miner, der zuerst die Arbeit verrichtet hat, erhält eine <i>Belohnung</i> in Form der jeweiligen Kryptowährung. Wenn Du nun Deine Transaktion ausführen möchtest, schickst Du die Informationen über die App Deiner Wallet automatisch an andere Nodes und Miner. Deine Transaktion ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestätigt und bleibt unconfirmed. Miner fügen Deine Transaktion nun zu ihrem Pool unbestätigter Zahlungen hinzu. Die Miner haben nun das <i>Reverse Engineering</i> (Rückrechnen) eines kryptographischen Algorithmus zur Aufgabe, der nur durch Probieren gelöst werden kann. Zum leichteren Verständnis kann man sich diesen Prozess wie ein <i>Puzzle</i> vorstellen. Die Miner erhalten Transaktionen (Puzzleteile), die zu einem Puzzle zusammengesetzt werden müssen. Der Clou: Ein Puzzleteil fehlt! Der Miner, der dieses fehlende Puzzleteil, die sogenannte Nonce, zuerst identifiziert, kann das Puzzle bzw. den Block zusammensetzen. Die Nonce verrät dem Miner den sogenannten <strong>Hashwert</strong>, der die richtige Zahlen-und Buchstabenkombination für den zu lösenden Block darstellt. Dieser Miner hat dann als erstes einen neuen <strong>Block</strong> gefunden und sendet diesen an die übrigen Nodes und Miner. Die wiederum prüfen den Block in Sekundenschnelle und sofern alles korrekt ist, wird dieser Block der bestehenden Blockchain hinzugefügt. Und somit ist dann auch Deine <strong>Transaktion validiert</strong> und Deine Zahlung ist bei Deinem Zahlungsempfänger angekommen. Bei Bitcoin beispielsweise besteht jeder Block aus 4.200 Transaktionen. Der Miner, der als erstes einen Block findet, erhält bei Bitcoin derzeit (Mitte 2021) zur Belohnung 6,25 Bitcoins sowie die <b>Transaktionsgebühren</b> der in dem Block befindlichen Transaktionen. Bei Bitcoin dauert das Finden eines neuen Blocks in etwa 10 Minuten.</p><h4>Proof of Stake</h4><p>Der Proof-of-Stake-Algorithmus bezeichnet ein Konsensverfahren, mit dem ein Blockchain-Netzwerk einen Konsens darüber erzielt, welcher Teilnehmer den nächsten Block erzeugen darf. Dieses Verfahren erfordert, dass jeder neue Block durch einen Teilnehmer der Blockchain validiert werden muss, bevor er an die Blockchain angehängt wird. Jeder Teilnehmer des Netzwerks, der einen definierten <b>Stake</b> (Anzahl an Coins) besitzt, hat eine Chance für den nächsten Block ausgewählt zu werden. Für diese Auswahl wird eine <b>Zufallsauswahl</b> eingesetzt. Die Zufallszahl wird dabei nach der <strong>Stakingdauer</strong> und/oder des <b>Stakingvermögens</b> gewichtet. Die Vorteile von Proof of Stake liegen u.a. darin, dass <b>kein</b> energieintensives Mining notwendig ist und das Netzwerk nicht allein durch Rechenleistung übernommen werden kann (<a href="https://www.coindesk.com/learn/what-is-a-51-attack/" target="_blank" rel="noopener">51% Angriff</a>).</p><h2>Altcoins und Bitcoin</h2><p>Okay, wir wissen nun welchen Nutzen Kryptowährungen stiften und verstehen grundlegend, wie sie funktionieren. Nun können wir uns einen Faktenüberblick über einzelne <strong>ausgewählte Kryptowährungen</strong> verschaffen. Da es mittlerweile tausende von Kryptowährungen gibt, schauen wir uns zunächst die Top 3 Währungen nach Marktkapitalisierung an. Wir beginnen mit der Mutter aller Kryptowährungen, dem Bitcoin.</p><h3>Bitcoin &#8211; Die Mutter aller Kryptowährungen</h3><p>Bitcoin wurde 2008 in einem <a href="https://bitcoin.org/de/bitcoin-paper" target="_blank" rel="noopener">Whitepaper</a> unter dem Pseudonym <strong>Satoshi Nakamoto</strong> veröffentlicht. Bis heute weiß niemand wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt. Der erste Block wurde 2009 von Mr. Nakamoto selbst gemined. Bitcoin hat sich bis heute zur <strong>wertvollsten Kryptowährung</strong> entwickelt und die Marktkapitalisierung liegt bei 956 Mrd. EUR. Damit ist die Marktkapitalisierung mehr als 4-mal so groß wie die von Ether. Ether ist die nach Marktkapitalisierung <strong>zweitgrößte Kryptowährung</strong>. Bitcoin nutzt den oben beschriebenen Proof of Work Konsensmechanismus. Dieser Konsensmechanismus ist äußerst effektiv jedoch hinsichtlich des Energieverbrauchs nicht der effizienteste. Denn laut <a href="https://ccaf.io/cbeci/index" target="_blank" rel="noopener">Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index</a> verbrauchen die Bitcointransaktionen aktuell rund 119 Terawattstunden Strom pro Jahr. Jedoch sind dies wohlgemerkt nur Schätzwerte und die Varianz liegt nach Institutsangaben zwischen 40 und 265 Terawattstunden. Aktuell wurden rund 18,6 Millionen <strong>Bitcoins</strong> gemined. Bei Bitcoin findet alle 210.000 Blöcke das sogenannte <strong>Halving</strong> statt, bei dem die Blockbelohnung der Miner halbiert wird. Durch das Halving ist die Währung auf asymptotische 21 Millionen Bitcoins begrenzt. Pro Sekunde können in etwa 5 Transaktionen getätigt werden.</p><h4>Die Wertfaktoren des Bitcoin</h4><p>Doch was macht den Bitcoin denn nun so wertvoll? Bitcoin vereint als erste Kryptowährungen alle Funktionen, die Geld erfüllen muss. Bitcoin ist <i>leicht transportabel</i>, dient als <i>Wertaufbewahrungsmittel</i> (kann nicht nach Belieben gedruckt werden) und dient als <i>Rechnungseinheit</i> (ist beliebig teilbar). Obendrein ist Bitcoin <i>fälschungssicher</i>, dezentral und somit unabhängig von Zensur. Durch das <b>Hardcap</b> von asymptotischen 21 Millionen ist Bitcoin zudem auch nicht inflationär. Zusätzlich sind das Halving und das <b>Stock-to-Flow-Verhältnis</b> wertsteigernde Faktoren. Durch das Halving wird der Reward der Miner halbiert. Diese Angebotsverknappung sorgt in regelmäßigen Intervallen zu einer Verknappung der Umlaufversorgung, wodurch der Wert bei gleichbleibender Nachfrage sprunghaft steigt. Das Stock-to-Flow-Verhältnis sorgt ebenfalls für eine Wertsteigerung, denn dieses Verhältnis verknappt den Bitcoin weiter. Die Kennzahl setzt die Menge der erzeugten Bitcoins (stock) ins Verhältnis zu den noch zu minenden Bitcoins (flow). Durch das Halving steigt die Kennzahl also permanent an, da der stock steigt und der flow sinkt. Die Folge: Umso höher die Kennzahl, desto knapper und damit wertvoller das Gut bzw. in unserem Fall, der Bitcoin.</p><figure style="width: 1014px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/04/pexels-pixabay-315788-1024x769.jpg" alt="Mutter aller Kryptowährungen: Bitcoin" width="1024" height="769" /><figcaption class="wp-caption-text">Der Bitcoin wurde erstmalig in dem Whitepaper von Satoshi Nakamoto kurz nach der Finanzkrise erklärt und ist damit die älteste, bekannteste und größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung.</figcaption></figure><h3>Ethereum &#8211; Der DApp-Store von morgen?</h3><p><strong>Ethereum</strong> selbst ist keine Kryptowährung, sondern ein dezentrales System. Anstatt die Blockchain nur für Kryptowährungen zu verwenden, hat <a href="https://ethereum.org/en/what-is-ethereum/" target="_blank" rel="noopener">Mitbegründer und Wunderkind Vitalik Buterin mit seinem Team</a> die Vision, die Funktionalitäten der Ethereum Blockchain in Richtung eines dezentralen Computers zu erweitern.</p><h4>Dezentrale Apps (DApps) und Smart Contracts</h4><p>Auf der sogenannten <b>Ethereum Virtual Machine</b> wird es möglich, durch dezentrale Apps (DApps) <strong>Smart Contracts</strong> anzulegen, zu verwalten und auszuführen. Um Smart Contracts auszuführen, wird auf der Blockchain die <strong>Kryptowährung Ether</strong> verwendet. Smart Contracts sind Programme, die automatisch ausgeführt werden, sobald eine in dem Vertrag festgelegte Summe in Ether überwiesen wurde. Die Programme werden in der Programmiersprache Solidity geschrieben, die speziell für Ethereum entwickelt wurde. DApps sind Programme, die auf der Blockchain ausgeführt werden. Am einfachsten stellt man sich eine DApp wie eine Website vor. Klassische Websites verbinden sich via API mit einem zentralen Server und zumeist auch Datenbanken. DApps hingegen sind über Smart Contracts mit der Blockchain verbunden. Die DApp kauft über den Smart Contract mittels <strong>Ether</strong> das „Gas“ – anschaulich ein Treibstoff – welches für ihre Ausführung auf der Blockchain benötigt wird. Ether verwendet zurzeit Proof of Work als Konsensalgorithmus und pro gefundenem Block wird ein Reward von 3 Ether ausgeschüttet. Im Gegensatz zu Bitcoin hat Ether keine maximale Anzahl an Coins und ist damit mit jedem weiteren Block inflationär.</p><h4>Ethereum 2.0 und Reduktion des Energieverbrauchs</h4><p>Durch das Entwicklerteam wird Ethereum jedoch ständig weiterentwickelt. Aktuell befindet sich <strong>Ethereum 2.0</strong> in der Entwicklung. Da Ethereum umweltfreundlicher werden will, soll mit Ethereum 2.0 u.a. der Konsensalgorithmus von Proof of Work auf Proof of Stake umgestellt werden. Laut Aussage von Buterin soll der <a href="https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-05-23/ethereum-closes-in-on-long-sought-fix-to-cut-energy-use-over-99" target="_blank" rel="noopener" class="broken_link">Energieverbrauch damit um 99% sinken</a>. Ether ist stand heute die nach Bitcoin zweitgrößte Kryptowährung und hat eine Marktkapitalisierung von 246 Mrd. EUR. Auf der Blockchain können zurzeit etwa 15 Transaktionen pro Sekunde abgewickelt werden.</p><figure style="width: 1014px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/04/pexels-david-mcbee-730552-1024x768.jpg" alt="Zweitgrößte Kryptowährung: Ethereum." width="1024" height="768" /><figcaption class="wp-caption-text">Nach Bitcoin ist Ethereum die zweitgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung und wird oft als ein Upgrade des Bitcoinprotokolls gesehen.</figcaption></figure><h3>Binance Coin &#8211; Ein Utility Token</h3><p><b>Binance</b> wurde im Jahr 2017 zunächst als <strong>zentrale Kryptobörse</strong> gegründet. Der <strong>Binance Coin</strong> stellt die für die Nutzung der Plattform einsetzbare Kryptowährung dar. Zu Beginn war der Binance Coin ein <strong>ERC20-Token</strong>, der auf der <strong>Ethereum-Blockchain</strong> lanciert wurde. ERC20 Token versetzen Unternehmen in die Lage keine eigene Blockchain entwickeln zu müssen, sondern sie können ihren Token durch einen Smart Contract auf Ethereum erstellen.</p><h4>Vom ERC20-Token zur Binance Chain</h4><p>Seit April 2019 hat Binance nun eine eigene Blockchain mit dem Namen <b>Binance Chain</b> auf den Markt gebracht. So wechselte der Coin zum Binance eigenen BEP-2 Standard. Besitzer der ERC20-Token müssen ihre Token nun gegen die neue Version umtauschen. Das Binance Entwicklerteam setzte dem Binance Coin ein Hardcap von 200 Millionen Token, von denen zudem 100 Millionen im Laufe der folgenden Jahre vernichtet werden sollten. Viele der beim Trading anfallenden Gebühren (z.B. Orderstornierung) können ausschließlich in Binance Coin beglichen werden. Wer auch die Gebühren für Trades mit den Coins bezahlt, erhält einen Rabatt. Es ist also attraktiv für die User der Plattform, die Binance Coins zu halten, da diese anders als Bitcoin eine konkrete Funktion (<strong>utility token</strong>) haben.</p><h4>Rückkauf und Tokenburn</h4><p>Die Gebührenrabatte für die Verwendung von Binance-Coins fallen jährlich. Durch den schwindenden Anreiz, sollte der Coin technisch gesehen an Wert verlieren. Dies gilt jedoch nur, wenn der Münzvorrat gleich bleibt. Um den Wertverlust entgegenzuwirken, hat sich Binance verpflichtet, jedes Quartal 20% der Gewinne dafür zu nutzen, um die Coins zurückzukaufen und sie für immer zu vernichten. Dies geschieht, bis Binance 50% aller Coins (100 Millionen) zurückgekauft hat. Das bedeutet, dass nach jedem <strong>tokenburn</strong> das Münzangebot abnimmt und dieser Mechanismus den Preis des Coins schützen sollte. Ob der Coin jedoch weiterhin an Wert gewinnt, ist immens von dem Erfolg von Binance als Plattform abhängig. Es gilt zudem zu berücksichtigen, dass das Binance-Team, die Regeln rund um den Coin umschreiben kann. So war es zum Beispiel lange vorgesehen, dass das Halten des Coins auch Vorteile im Binance-Affiliate-Programm mit sich bringt. Diese Regelung wurde jedoch außer Kraft gesetzt. Mit einem Handelsvolumen von mehr als 50 Milliarden Euro am Tag ist Binance momentan die <strong>größte Kryptohandelsplattform der Welt</strong>.</p><h2>Kryptowährungen &#8211; Ein (disruptiver) Ausblick</h2><h3>Eignung von Kryptowährungen als Zahlungsmittel</h3><p>Aus meiner Sicht wird die <strong>Blockchaintechnologie</strong> unseren Alltag genauso drastisch verändern, wie es das Internet vor rund 20 Jahren getan an. Insbesondere in diesem Jahr häufen sich die Schlagzeilen neuer institutioneller Anleger und Unternehmen, die Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren. Da jedoch auch die E-Mail den Brief bis heute nicht verdrängen konnte, gehe ich persönlich auch nicht davon aus, dass Kryptowährungen ein disruptives Zahlungsmittel darstellen werden. Ich denke jedoch, dass dezentrale Währungen die Wettbewerbsintensität für zentrale Instanzen signifikant erhöhen. Die Polarität dieser beiden Systeme wird uns als Anwendern den Alltag erleichtern. Meine Bank beispielsweise wird die Gebühren nicht mehr um zig% erhöhen, die Überweisungsgeschwindigkeit wird nicht mehr mehrere Werktage dauern und von Hyperinflation geplagte Staatsbürger können durch den <strong>Einsatz von Kryptowährungen</strong> Ihre Stimme erheben. Ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für Kryptowährungen wird die Skalierung der Transaktionen darstellen. Der Zahlungsdienstleister Visa beispielsweise verarbeitet 1.700 Zahlungen pro Sekunde, wohingegen Bitcoin nur 5 Transaktionen pro Sekunde verarbeit. Da das Bitcoin-Netzwerk jedoch weiterhin rasant wächst, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Gemeinschaft auf Änderungen des Codes (das bezeichnet man als Fork) einigen wird, um die Transaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen. Daher sehe ich Bitcoin als Asset in der Zukunft eher als <strong>digitales Gold</strong>, anstatt als (disruptives) Zahlungsmittel.</p><figure style="width: 260px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/04/pexels-ali-pazani-2777898-819x1024.jpg" alt="Ein Ausblick für Kryptowährungen." width="270" height="337" /><figcaption class="wp-caption-text">Bitcoin wird sich durch die geringe Anzahl an abwickelbaren Transaktionen pro Sekunde kaum gegen andere Zahlungsabwickler wie etwa VISA durchsetzen. Aber Bitcoin kann sich in Zukunft als digitales Gold etablieren und eine langfristige Wertaufbewahrungsfunktion übernehmen.</figcaption></figure><h3>Anwendungsmöglichkeiten von Kryptowährungen</h3><p>Besonders spannend sind die Entwicklungen, die den Einsatz von Kryptowährungen als reines Zahlungsmittel erweitern. Ich gehe davon aus, dass diese Entwicklungen uns wieder mehr Rechte über unsere Privatsphäre geben und uns gegenüber zentralen Instanzen mehr Macht verleihen. Als Beispiel sind hier sogenannte <strong>NFTs</strong> (<strong>non fungibel Tokens</strong>) zu nennen. Künstler können durch NFTs die Rechte an ihren Werken veräußern und transparent und regelbasiert mit vorab definierten Beteiligten abrechnen. Sie brauchen dafür keine Intermediäre mehr, wie Universal oder die GEMA, die enorme Kosten erzeugen und aufgrund ihrer Marktmacht wenig Transparenz bieten. Die Entwicklungen im Bereich von Energiespeichersystemen ermöglichen uns zudem, dass über Smart Contracts ein dezentraler Stromhandel möglich wird. So können wir unseren selbst produzierten Strom in der Nachbarschaft gegenseitig verkaufen und abrechnen. Weitere Anwendungsgebiete finden sich bei der Kreditvergabe, bei Eigentum (Notar), bei Versicherungen sowie blockchainbasierten und damit fälschungssicheren Wahlen.</p><h3>Abschließende Bewertung der Zukunft von Kryptowährungen</h3><p>Halten wir zum Abschluss fest, dass sich die <strong>Zukunft von Kryptowährungen</strong> überall dort finden wird, wo sich zurzeit zentrale Instanzen und Intermediäre ein Stück vom Kuchen abschneiden. Als Anlageklasse sind Kryptowährungen  bereits heute nicht mehr wegzudenken. Die Renditen astronomischer Größenordnung sind jedoch auch in dem hohen Risiko begründet. Sofern Du noch mehr Hintergrundinformationen zu Kryptowährungen suchst, empfehlen wir das Buch Kryptowährungen für Einsteiger. Wenn Du mehr über investierbare Anlageklassen und dessen Chancen-Risiken-Verhältnis erfahren möchtest, dann lese gerne unseren Beitrag zum Thema <a href="https://finanzbeben.de/portfoliomanagement/" target="_blank" rel="noopener">Portfolio Management</a>.</p>								</div>
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		<title>Berufsunfähigkeitsversicherung – Deine wichtigste Absicherung?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stefan]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Apr 2021 08:53:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
		<category><![CDATA[Versicherungen]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsunfähigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsunfähigkeitsversicherung]]></category>
		<category><![CDATA[BU-Rente]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Braucht man diese wirklich oder reicht nicht auch die Erwerbsminderungsrente (EMR)?</p>
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									<h2>Die Berufsunfähigkeitsversicherung</h2><p>Die <strong>Berufsunfähigkeitsversicherung</strong> (auch kurz &#8222;BU&#8220;) ist wohl eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt, um eure <i>Existenz abzusichern</i>. Im nachfolgendem gehe ich auf die gesetzlichen Ansprüche, Voraussetzungen und die steuerliche Betrachtung im „Schadenfall“ ein.</p><h2>Gesetzliche Voraussetzungen</h2><p>Um überhaupt Ansprüche geltend machen zu können, muss man eine Wartezeit von 60 Monaten überstehen, in denen man über die gesetzliche Rentenversicherung versichert ist und zusätzlich muss man vor der Antragsstellung in den letzten fünf Jahren 36 Monate Pflichtbeiträge gezahlt haben. In den meisten Fällen haben somit Schüler, <a href="https://finanzbeben.de/studentenkonto-vergleich/">Studenten</a> und Auszubildende keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente (EMR). Selbständige können freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, um sich diese Absicherung zu erhalten, ansonsten hat diese Berufsgruppe ebenfalls keinen Anspruch auf Leistung. Diese Berufsgruppen sind somit besonders gefährdet.</p><h2>Volle und halbe EMR</h2><p>Der Begriff der <strong>Erwerbsminderungsrente</strong> (EMR) ist wahrscheinlich jedem von euch schon über den Weg gelaufen, nur was bedeutet dieser und was kann man hier erwarten? Es wird zwischen „voller“ EMR und „halber“ EMR unterschieden. Die volle EMR wird gezahlt, wenn man dauerhaft weniger als 3 Stunden am Tag arbeiten kann. Es spielt hier für den Staat keine Rolle, welche Arbeit, ihr müsst nur was tun, wer also nicht mehr laufen kann, aber 8 Stunden am Tag am PC arbeiten kann, wird keine Ansprüche geltend machen können. Für die halbe EMR muss die tägliche Arbeitszeit zwischen 3 und 6 Stunden am Tag liegen. Unten seht ihr mal die <a href="https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/Zahlen-und-Fakten/Statistiken-und-Berichte/statistiken_und_berichte.html" target="_blank" rel="noopener">Statistik von der gesetzlichen Rentenversicherung</a> stand 31.12.2019. Knapp 95% aller EMR-Rentner erhalten die vollen Bezüge. Wenn ihr mich fragt, entweder ihr bezieht bei der <u>Lückenberechnung</u> die volle EMR mit ein oder ihr lasst es. Die halbe EMR wird so gut wie nie bezahlt.</p><figure style="width: 681px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/04/Volle-und-halbe-EMR-im-Vergleich-1.png" alt="Warum Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen? Anzahl der EMR-Renten" width="691" height="171" /><figcaption class="wp-caption-text">Erwerbsminderungsrenten: Volle und Halbe im Vergleich.</figcaption></figure><h2>Höhe der Ansprüche aus der EMR</h2><p>Wie viel kann man denn nun erwarten. Nun ja, schaut euch mal den letzten Rentenbescheid an, hier wird allerdings nur die volle EMR angezeigt. Für eine groben Richtung kann man aber sagen die volle EMR sind ca. 30% vom letzten Bruttomonatsverdienst und die halbe EMR eben nur die Hälfte, sprich 15%. Wer meint damit sein Leben vernünftig Leben zu können, meinen Respekt, von dem bräuchte ich dann mal ein paar Tipps, falls es bei mir mal soweit sein sollte (wollen wir mal nicht hoffen). Die Begrenzung der EMR ist übrigens limitiert auf die Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Diese liegt im Jahr 2021 im Westen bei 7.100 EUR und im Osten bei 6.700€. Wer also lange über diesen Beiträgen verdient, wird eine noch größere Lücke haben. Dasselbe gilt für die gesetzliche Rentenversicherung, also auch hier unbedingt vorsorgen!!</p><h2>Warum ist die Berufsunfähigkeitsversicherung so wichtig? Handwerker vs. Büroangestellter</h2><figure style="width: 306px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/04/Berufsunfaehigkeit-muss-nicht-das-Ende-sein.jpg" alt="Auch bei Unfall schützt die Berufsunfähigkeitsversicherung" width="316" height="214" /><figcaption class="wp-caption-text">Die BU als Einkommensretter im Schadenfall.</figcaption></figure><p>Nehmen wir mal zwei Beispiele. Der Erste ist Handwerker, die Art ist fast egal, ob Fliesenleger, Dachdecker, Heizungsbauer, etc. Diese haben eine erhöhte Kraftanstrengung bei den Knien, Rücken und Arme. Sollte der Handwerker also nun nicht mehr aufgrund einer körperlichen Einschränkung arbeiten können, kann dieser aber vielleicht noch sitzen und Abrechnungen schreiben oder den Knopf für die Schranke betätigen. Er wird es aber noch eher einfacher haben die EMR genehmigt zu bekommen als unser zweites Beispiel, der Büroangestellte. Ich weiß nicht wie häufig ich den Satz schon gehört habe: “Ich bin doch nur im Büro, was soll mir schon passieren“. Ich will auch zugeben, dass Angestellte es wirklich schwerer haben, aufgrund einer körperlichen Einschränkung die EMR zu erhalten, schließlich kann ich noch mit amputierten Beinen in die Tasten meiner Tastatur hauen, ich muss aber nicht betonen, dass diese Berufsgruppen häufig unter größeren psychischen Belastungen stehen. Vor Krankheiten kann sich weder der Handwerker noch der Büroangestellter schützen. Man kann sich zwar gesund ernähren und Sport betreiben, aber vor allen Lebensrisiken schützt auch eine gesunde Lebensweise nicht.</p><h2>Viele Menschen sind Millionäre und was zum Nachdenken</h2><p>In einem vorherigen Artikel hatten wir schon mal das Thema, wie berechnet man eigentlich sein <a href="https://finanzbeben.de/humankapital/">Humankapital</a>? Das aktuelle Nettogehalt * Anzahl der Monate bis 67. Ein genaues Beispiel inklusive, lohnt sich ein Studium? Hier findet ihr mehr dazu: <a href="https://finanzbeben.de/humankapital/" target="_blank" rel="noopener">Humankapital</a>.</p><p>Was mich immer wundert ist, dass viele Menschen eine Berufsunfähigkeitsversicherung als zu teuer empfinden. Ich gebe euch mal ein Beispiel aus der Praxis, warum das falsch ist: Max 30 Jahre alt, kauft sich einen Jahreswagen mit einem Kaufpreis von 30.000 EUR. Diesen finanziert er ab und ist selbstverständlich Vollkasko versichert. Warum? Es kann ja sein, dass er den neuen Wagen vor die Wand fährt und will nicht auf den Kosten sitzen bleiben (Autos bleiben eine emotionale Sache in Deutschland). Eine Vollkasko kostet Ihn vielleicht 30-40 EUR im Monat. Ich frage mich da immer, wie wohl der Partner reagieren würde, sollte es wirklich mal zu einem Totalschaden kommen und die Versicherung ihm mitteilt, herzlichen Glückwunsch, Sie bekommen ein neues Auto, aber Ihr Lebensgefährte ist leider tödlich verunglückt und Sie erhalten lediglich <strong>Grundsicherung</strong>. Die Berufsunfähigkeitsversicherung hätte für einen Büroangestellten vielleicht 50-100 EUR im Monat gekostet, je nachdem welches Einkommen und welcher Beruf abgesichert werden soll.</p><h2>Private Berufsunfähigkeitsversicherung: Ein Muss</h2><figure style="width: 401px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/04/Stress-am-Arbeitsplatz.jpg" alt="Berufsunfähigkeitsversicherung: Viele Krankheiten sind nicht offensichtlich" width="411" height="231" /><figcaption class="wp-caption-text">Stress ist einer der Hauptursachen für Berufsunfähigkeit.</figcaption></figure><p>Warum wir eine <strong>private Berufsunfähigkeitsversicherung</strong> abschließen sollten, habe ich durch die gesetzlichen Regelungen soweit erklärt, nur wie muss diese aussehen und worauf muss man achten, dass erfahrt ihr im folgenden Abschnitt:</p><h3>Parameter der Berufsunfähigkeitsversicherung</h3><p>Bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung werden folgende Kriterien herangezogen, um den Preis ausfindig zu machen.</p><ul><li>Eintrittsalter des Versicherungsnehmers</li><li>Beruf des Versicherungsnehmers bei Antragsstellung</li><li><b>Höhe der BU-Rente</b> (in vielen Fällen Maximal 70% vom Brutto, klingt logisch oder <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />)</li><li>Rentendauer</li><li>Ggf. Leistungserhöhung im BU-Fall</li><li>Arbeitsunfähigkeitsklausel</li></ul><p>Wie man sieht, gibt es hier viele Parameter, die den Preis dieser <strong>einkommenssichernden Versicherung</strong> ausmachen und deshalb empfiehlt sich hier immer ein persönliches Gespräch.</p><h3>Gesundheitsprüfung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung</h3><p>Da es sich bei <strong>Berufsunfähigkeitsversicherungen</strong> um ein Produkt einer privaten Versicherungsgesellschaft handelt, wird vorab eine <i>Gesundheitsprüfung erforderlich</i>. Nur weil man eine <strong>Berufsunfähigkeitspolice</strong> abschließen will, heißt es noch lange nicht, dass man diesen wertvollen Schutz auch bekommt. In den letzten 10 Jahren stationär im Krankenhaus, Größe und Gewicht, chronische Erkrankungen, Raucher (ja/nein) sind nur einige typische Fragen, auf die ihr gefasst sein müsst. Diese können den Preis und den Versicherungsschutz beeinflussen, wenn ihr auf einmal einen Leistungsausschluss oder einen Beitragszuschlag in Kauf nehmen müsst. Daher empfiehlt es sich auch eher so jung wie möglich beim <strong>Eintritt in die Berufsunfähigkeitsversicherung</strong> zu sein. Denn wir werden nicht gesünder im Laufe des Lebens.</p><h3>Welche Höhe solltet Ihr gegen Berufsunfähigkeit versichern?</h3><p>Hier möchte ich keine Empfehlung aussprechen, ihr solltet es euch selbst durchrechnen, wie viel ihr zum Leben benötigt und ob ihr ggf. eine EMR mit anrechnen wollt. Ein paar Denkanstöße möchte ich euch aber mit auf dem Weg geben.</p><p>Alles unter 1.000 EUR könnt ihr euch sparen. Solltet ihr Sozialleistungen bekommen, werden diese mit der BU-Rente verrechnet und ihr spart dem Staat nur Geld. Solltet ihr 500 EUR im Monat Sozialleistungen erhalten und habt 700 EUR BU-Rente versichert, habt ihr keinen Anspruch auf die Sozialleistungen. Sollte die Gesetzliche Rentenversicherung euch die EMR gewähren, wird die BU-Rente NICHT angerechnet, egal ob die halbe oder die volle. Bedenkt zusätzlich bitte, ihr zahlt nicht mehr in die Rentenversicherung ein, eure Rente wird also auch geringer, denn die BU und EMR hören mit dem 67. Lebensjahr auf zu zahlen. Schreibt euch mal auf, was ihr dann wirklich monatlich zum Leben braucht. Das ist ein guter Anhaltspunkt. Habt ihr vielleicht noch andere Einkommensquellen, wie Vermietung oder Dividenden, habt ihr schon mal einen Grundstock, auf den ihr euch verlassen könnt und den ihr bei eurer Berechnung anrechnen könnt.</p><h3>Dynamische Anpassung der Berufsunfähigkeitsversicherung</h3><p>Ein häufiger Punkt, den Ihr mit in eure BU einschließen könnt, ist die sogenannte BU-Dynamik, sprich die Rentenleistung wird jedes Jahr mit einem bestimmten Prozentsatz angepasst. Warum ist das denn so wichtig? Stellt euch vor ihr habt nur eine feste Rente abgeschlossen, erhaltet ihr den Jahren bis zu Rente keine Lohnerhöhung oder gibt es keine Inflation mehr, wohl kaum. Bei jeder manuellen Rentenanpassung nach oben wird eine erneute Gesundheitsprüfung fällig. Weiter oben hatte ich bereits betont, dass wir mit steigendem Alter eher kränker als gesünder werden. Zusätzlich hat man vielleicht auch mal Kinder oder eine Hypothek, die abbezahlt werden muss. Ich glaube die meisten wollen ihr Haus behalten und nicht verkaufen müssen, wenn der Schadenfall eintritt.</p><h3>Anpassung der BU ohne erneute Gesundheitsprüfung</h3><p>Aufgrund des oben geschrieben Problems, haben die Versicherer aber einen Ausweg gefunden. Bei bestimmten Voraussetzungen kann man die Rente auch ohne erneute Gesundheitsprüfung der bestehenden BU anpassen, z.B.:</p><ul><li>Heirat</li><li>Scheidung</li><li>Gehaltssprung von mehr als 10% im Vergleich zum Vorjahr</li><li>Kinder</li><li>Hauskauf</li></ul><p>Einfach mal den Versicherungsschutz überprüfen, sollte es zu einem der Voraussetzungen kommen.</p><h2>Leistungsvoraussetzungen der BU</h2><p>Bei der <strong>privaten BU</strong> gilt in aller Regel die <i>50% Grenze</i>. Kann der Angestellte, selbstständige, Handwerker, was auch immer, seinen Beruf dauerhaft nicht zu mindestens 50% ausführen ist der Versicherer in der Leistungspflicht, unabhängig davon, ob dieser einen anderen Beruf ausführen kann oder nicht. Diese wird von einem Arzt bescheinigt. Ich habe schon Fälle, vor allem in Großkonzernen erlebt, dass diese in der Firma einen anderen Beruf ausführen, weil diese den Angestellten nicht verlieren wollen, zusätzlich aber die BU erhalten haben.</p><h2>Bei der EMR und der BU-Rente auch noch Steuern zahlen?</h2><p>Ja, sofern die Freigrenze überschritten wird (für das Jahr 2021 beträgt diese 9.744 EUR) muss man Steuern bezahlen, da diese auch als Einkommen gewertet wird. Ist eigentlich auch logisch, sonst würde man sich bei gleichem Einkommen als EMR-Rentner oder BU-Bezieher besserstellen als der Angestellte.</p><h2>Berufsunfähigkeit bleibt existenzielles Lebensrisiko</h2><p>Wir hoffen wir konnten euch näher bringen, warum der <strong>Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung</strong> eine Überlegung wert ist. Aktien und andere Investments sichern euch insbesondere zu Beginn eures Lebens nicht gegen <strong>existenzielle Lebensrisiken</strong> ab. Jede Konstellation ist anders, aber euer (Lebens-)Einkommen ist der größte Hebel auf dem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit. Wollt ihr diesen wichtigen Versicherungsschutz wegen 100 EUR im Monat riskieren? Setzt dies ins Verhältnis mit euren monatlichen unnötigen Konsumausgaben. Dann wird die Entscheidung meist zum No-Brainer. Noch ein Schmankerl aus der Praxis: Im Schadenfall hat mir bis jetzt jeder gesagt, Gott sei dank hatte ich eine BU. Vor allem die Familie wird es euch danken. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f60a.png" alt="😊" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>								</div>
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		<title>Humankapital – Dein fundamentalster Vermögensbaustein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marcel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2021 21:06:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Expertise & Mindset]]></category>
		<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsunfähigkeitsversicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Humankapital]]></category>
		<category><![CDATA[Humankapitalrechner]]></category>
		<category><![CDATA[Humankapitalrendite]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die meisten Unternehmen betonen die Wichtigkeit ihrer Mitarbeiter und dessen Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Und ja das Humankapital ist dein fundamentalster und zumeist größter Vermögensbestandteil. Finanzmathematisch beschreibt das Humankapital den Barwert des noch nicht erhaltenen Arbeitseinkommens.</p>
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									<h2>Ursprung des Begriffs „Humankapital“</h2><p>Den wissenschaftlichen Ursprung des Begriffs <strong>Humankapital </strong>findest Du in Adam Smiths „Wohlstand der Nationen“. Um den Wert eines Produkts zu ermitteln, führte Smith in seinem Werk den Begriff des fixen Kapitals ein. Fixes Kapital gibt lt. Smith Wert an das Produkt ab, ohne stofflich in das Produkt einzufließen. Das fixe Kapital kann hierbei die folgenden vier Formen annehmen:</p><ul><li>Maschinen &amp; Werkzeuge</li><li>Gebäude</li><li>Grund &amp; Boden</li><li>Humankapital</li></ul><p>Im Gegensatz zu dem fixen Kapital geht das flüssige Kapital in das Produkt über. Hierzu zählen beispielsweise Rohstoffe. Soweit so gut, halten wir fest, Humankapital ist wertschöpfend! Doch wie messen wir das nun? Die Antwort finden wir im nächsten Abschnitt.</p><figure style="width: 419px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/03/Steigende-Kurse-1024x724.jpg" alt="Analytische Betrachtung von Humankapital" width="429" height="304" /><figcaption class="wp-caption-text">Im Folgenden betrachten wir Humankapital aus der Sicht der Wirtschaftswissenschaften und was wir daraus lernen können.</figcaption></figure><h2>Humankapital in den Wirtschaftswissenschaften</h2><h3>Humankapital in der Volkswirtschaft</h3><p>Volkswirtschaftlich versucht die <strong>Humankapitaltheorie</strong> &#8211; über die Kosten-Nutzen Relation von Bildung &#8211; den Einfluss des <strong>Humankapitals</strong> auf gesamtwirtschaftlicher Ebene zu messen. In der Volkswirtschaft werden demnach die Investitionen in Bildung und dessen Auswirkungen (also die daraus resultierenden wirtschaftlich nutzbaren Fähigkeiten und Kenntnisse der erwerbstätigen Bevölkerung) beispielsweise auf das Bruttoinlandsprodukt untersucht. Damit bringt der Begriff zum Ausdruck, dass erst die Ausbildung jemanden dazu befähigt, volkswirtschaftlich produktiv tätig zu werden.</p><h3>Humankapital in der Betriebswirtschaft</h3><p>Die Betriebswirtschaftslehre hingegen betrachtet das Humankapital als (immaterielles) Vermögen, das zum langfristigen Unternehmenserfolg beiträgt. Um die Rentabilität dieses Erfolgs messen zu können, nutzt man beispielsweise die Kennzahl der <strong>Humankapitalrendite</strong>:</p><p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/03/Humankapitalrendite-e1616572418857.jpg" alt="Kennzahl Humankapitalrendite" width="908" height="83" /></p><p>Die Kennzahl Humankapitalrendite sagt aus, wie viele EUR das Unternehmen pro eingesetztem EUR Personalaufwand erwirtschaftet. Aus der Formel können wir aus der betriebswirtschaftlichen Sicht ableiten, welche Stellschrauben die Humankapitalrendite steigern können:</p><ul><li>Umsatzsteigerung, beispielsweise durch neue Produkte/ Dienstleistungen und neue Absatzmärkte</li><li>Senkung der operativen Kosten, beispielsweise durch verbesserte Einkaufskonditionen und Prozessoptimierungen</li><li>Senkung der Personalkosten</li></ul><p>Die Betriebswirtschaftslehre unterscheidet den Begriff weiter zwischen individuellen, dynamischen und strukturellen Humankapital. Das <strong>individuelle Humankapital</strong> umfasst die Soft- und Hardskills der Mitarbeiter, die das Unternehmen erfolgswirksam einsetzen kann. Das <strong>dynamische Humankapital</strong> beschreibt die Prozesse in der Personalabteilung. Also beispielsweise die Beschaffung und Entwicklung der Mitarbeiter. Mit dem strukturellen Humankapital eines Unternehmens ist die Clusterung der Mitarbeiter u.a. nach Qualifikation, Alter und Geschlecht gemeint.<br />Okay, nun wissen wir also woher der Begriff stammt und wie er wirtschaftswissenschaftlich verwendet wird. Im weiteren Verlauf des Artikels geht es in erster Linie um Dich und die Höhe Deines Humankapitals. Daher beantworte doch mal intuitiv die Frage: Wie hoch schätzt Du ist Dein Humankapital? Denkst Du, dass die Investition in Dich Deinen größten Vermögensbestandteil darstellt? Schauen wir es uns an!</p><h2>Berechnung des Humankapitals</h2><figure style="width: 386px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/03/Taschenrechner-mit-Berechnung-1024x682.jpg" alt="Humankapital berechnen" width="396" height="264" /><figcaption class="wp-caption-text">Im Folgenden erklären wir die Berechnung Deines eigenen Humankapitals anhand eines konkreten Beispiels.</figcaption></figure><p>Wie bereits eingangs erwähnt, ist mit dem Begriff finanzmathematisch Dein komplettes <i>Lebensarbeitseinkommen</i> ab heute bis zum Beginn Deiner Rente gemeint. Im Zeitverlauf natürlich, bereinigt um die Inflationsrate.<br />Betrachten wir die Berechnung nun exemplarisch anhand von Max. Max ist 30 Jahre alt und hat einen Bachelorabschluss als Wirtschaftsingenieur. Zum Berufsstart konnte Max ein monatliches Nettogehalt von 3.000 EUR aushandeln. Er plant noch 37 Jahre zu arbeiten, also mit 67 in die Rente einzusteigen. Max beginnt seine Karriere in einem Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und wird als tariflich Angestellter von einer starken Gewerkschaft unterstützt. Dadurch kann Max auch mit einer jährlichen Gehaltssteigerung von 2,5% planen. Nehmen wir zudem an, dass die Inflationsrate über die Jahre 1,8% beträgt.<br />Max muss nun also noch 37 Jahre arbeiten und verdient in diesem Zeitraum ein Arbeitseinkommen von 2,2 Millionen EUR. Inflationsbereinigt besitzt Max damit eine Kaufkraft von 1,5 Millionen EUR. Also nach der Barwertmethode ist Max bereits heute Millionär! Perception is everything ;).</p><figure style="width: 419px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/03/Dollars-in-Koffer-1024x682.jpg" alt="Humankapital kann jeden Menschen zum Millionär machen" width="429" height="286" /><figcaption class="wp-caption-text">Aus dem Rechenbeispiel zum Humankapital lässt sich ableiten, dass viele Menschen über ihre Lebenszeit gerechnet Millionäre sind. Du sehr wahrscheinlich auch.</figcaption></figure><p>Halten wir fest, dass Dein Humankapital insbesondere in jungen Jahren Deinen vermutlich größten Vermögensbestandteil darstellt. Daher lohnt sich ein genauerer Blick auf die Stellschrauben. Wie investierst Du nun in Dein Humankapital mit einer möglichst hohen Rendite und nicht zu vergessen mit einem minimierten Risiko?</p><h2>Investitionen in dein Humankapital</h2><div>Nun ja, Investitionsmöglichkeiten stellen zunächst alle Faktoren dar, die dir den Weg zu einem möglichst hohen und sicheren Nettogehalt ebnen. Wenn man die Investitionsmöglichkeiten gruppiert, kann man also zwischen <i>einkommenssteigernden</i> und <i>einkommenssichernden</i> Investitionsmöglichkeiten unterscheiden. Wie wir sehen werden, spielt zudem der Faktor <i>Zeit</i> eine wichtige Rolle. Da das Thema Einkommen auf dem Weg in deine finanzielle Freiheit eine eigene Kategorie darstellt, behandeln wir dieses Thema als separate Kategories. Du willst mehr erfahren? <a href="https://finanzbeben.de/einkommen/" target="_blank" rel="noopener">Dann klicke hier</a></div><div> </div><h3>Einkommenssteigernde Investitionen</h3><p>Zu Deinen einkommenssteigernden Faktoren zählen zunächst alle titulierten, kompetenzsteigernden Faktoren wie gute Schulnoten, die Ausbildung oder ein Studium. Ist dieses Fundament geschaffen, kannst Du dir auf der Karriereleiter Deine <i>Wettbewerbsvorteile</i> durch Fort- und Weiterbildungen, Bücher und Seminare erarbeiten. Natürlich zählen auch regelmäßige Gehaltsverhandlungen zu einer wichtigen Einflussgröße.</p><h4>Der Einfluss von Bildung auf dein Humankapital</h4><p>Schauen wir uns nun exemplarisch den Einfluss eines Studiums an. Angenommen Max berechnet vor dem o.g. Berufsstart die Wirtschaftlichkeit eines Masterstudiums. Nehmen wir für dieses Vorhaben an, dass Max durch den Masterabschluss, also nach zwei Jahren Uni, einen Job anfängt, der ihm zu Beginn ein monatliches Nettogehalt von 4.000 EUR einbringt. Max muss nun also noch 35 Jahre arbeiten und hat bei sonst gleichen Bedingungen bereits einen inflationsbereinigten Humankapitalwert von 1,858 Millionen EUR! Max steigert auf diesem Wege seinen Humankapitalwert um 503 TEUR bzw. liefern ihm die weiteren zwei Jahre in der Uni eine Humankapitalrendite von 37%! Insbesondere in jungen Jahren rentieren sich Investitionen in Dein individuelles Humankapital überproportional. Das Beispiel des Studiums veranschaulicht den immensen Effekt.</p><div><figure id="attachment_5838" aria-describedby="caption-attachment-5838" style="width: 462px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-5838" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/04/glasses-1052010_1920-1024x768.jpg" alt="Humankapital steigern durch Bildung" width="472" height="354" srcset="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/04/glasses-1052010_1920-1024x768.jpg 1024w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/04/glasses-1052010_1920-300x225.jpg 300w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/04/glasses-1052010_1920-768x576.jpg 768w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/04/glasses-1052010_1920-1536x1152.jpg 1536w, https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/04/glasses-1052010_1920.jpg 1920w" sizes="(max-width: 472px) 100vw, 472px" /><figcaption id="caption-attachment-5838" class="wp-caption-text">Das Humankapital kann erhöht werden, indem Du Deine zukünftigen Einkommensströme durch konsequente Weiterbildung erhöhst. Vielfach können wir heute noch gar nicht erkennen, welche Kausalketten an einer Weiterbildung oder einem Studium in der Gegenwart hängen und damit unser Leben und das Humankapital positiv beeinflussen.</figcaption></figure></div><div><h3>Der Faktor Zeit beim Humankapital</h3></div><p>Doch wie immer gilt auch hier das Gesetz der Polarität. Denn wo Licht ist, ist auch Schatten. So auch beim Humankapital. Denn so groß der Bildungseinfluss in jungen Jahren auch ist, Fakt ist auch: Dein <strong>Humankapital sinkt im Laufe der Zeit</strong>. Betrachten wir hierzu das Beispiel von Bernd. Bernd, 57 Jahre alt, arbeitet seit Jahrzehnten im selben Unternehmen und plant mit 67 in die Rente einzusteigen. Er ist mit einem Nettogehalt von 3.500 EUR bereits in der höchsten Entgeltgruppe angekommen und hat daher keine weiteren Gehaltssprünge zu erwarten. Doch das Unternehmen bietet Bernd, aufgrund des Renteneintritts einer Kollegin, nun an, einen Teil der anfallenden Aufgaben zu übernehmen. Mit diesem Angebot kann Bernd sein Gehalt doch noch auf 3.700 EUR steigern. Immerhin eine Gehaltssteigerung von knapp 6%, sollte man meinen. Betrachten wir die Wirtschaftlichkeit nun anhand des Humankapitals von Bernd. Im Status Quo liegt sein inflationsbereinigtes Arbeitseinkommen bis zum Renteneintritt bei 380.446 EUR. Übernimmt Bernd einen Teil der nun anfallenden Aufgaben steigt sein Humankapital auf 402.186 EUR. Doch Bernds Humankapital steigt durch den neuen Status Quo ebenfalls &#8222;nur&#8220; um knapp 6%. Daher sind Gehaltssprünge im höheren Alter nicht mehr so überproportional wie Gehaltssteigerungen in jungen Jahren. Bernd muss nun die individuelle Entscheidung treffen, entweder in <i>freizeitorientierte Schonhaltung</i> zu verfallen oder sich der <i>neuen Herausforderung</i> zu stellen.</p><h3>Einkommenssichernde Investitionen</h3><p>Da Du als Leser dieses Blogs nun weißt, dass Dich dein Humankapital vermutlich bereits heute zum Millionär macht, sollte dieser Vermögensbestandteil auch entsprechend gehedged sein. Als einkommenssichernder Faktor zählt in erster Linie Deine <i>Gesundheit</i>. Denn <i>Erwerbsminderung</i> und <i>Berufsunfähigkeit</i> betreffen Mitarbeiter aus allen Branchen. Beinahe 50% der Patienten klagen über psychische Störungen, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, den eigenen Job auszuführen. Der vermutlich wichtigste Faktor zur Absicherung Deines Arbeitseinkommens ist daher die <a href="https://finanzbeben.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/">Berufsunfähigkeitsversicherung</a>. Gerade zu Karrierebeginn lohnt es sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Damit stellst Du sicher, dass das Kapital Deines größten Assets &#8211; auch im Krankheitsfall &#8211; weiterhin in Deine Taschen fließt. Um Dich bei diesem Thema abzuholen, behandeln wir die Berufsunfähigkeitsversicherung in einem weiteren Blogbeitrag (siehe Verlinkung oben).</p><figure style="width: 453px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/03/Geschaeftsabschluss-1024x682.jpg" alt="Humankapital und Berufsunfähigkeitsversicherung" width="463" height="308" /><figcaption class="wp-caption-text">Dein größtes Asset ist Dein eigenes Humankapital. Dieses kannst du mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung schützen und absichern.</figcaption></figure><p>Wenn Du nun wissen willst wie hoch Dein Humankapital ist, dann berechne jetzt die Höhe Deines Humankapitals mit unserem Humankapitalrechner!</p><h2>Fazit zum Humankapital</h2><p>Das Humankapital wird in der Volks- und Betriebswirtschaft sowohl qualitativ (strukturelles und dynamisches Humankapital) als auch quantitativ  (Humankapitalrendite) verwendet. Aus der finanzmathematischen Sicht beschreibt das Humankapital den Barwert Deines zukünftigen Arbeitseinkommens. Dein Humankapital ist daher insbesondere in jungen Jahren Dein vermutlich größter Vermögensbestandteil. Mit zunehmenden Alter sinkt das Humankapital, da das verbleibende Arbeitseinkommen abnimmt. Die Investitionsmöglichkeiten in Dein Humankapital können in einkommenssteigernde (bspw. Bildung) und einkommenssichernde (bspw. Berufsunfähigkeitsversicherung) Investitionen differenziert werden. Warum finanzielle Bildung so wichtig für Deinen Erfolg (und Dein Humankapital) ist, wird in dem Buch Wohlstandsbibel aus unserer Sicht gut erklärt. Natürlich laden wir Dich auch herzlich ein, dass Du weiterhin unseren Blog liest.</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://finanzbeben.de/humankapital/">Humankapital – Dein fundamentalster Vermögensbaustein</a> erschien zuerst auf <a href="https://finanzbeben.de">Finanzbeben</a>.</p>
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		<title>Portfoliomanagement Basics</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2021 19:12:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Einführung in das Portfoliomanagement: Basics und Diskussion von aktiven und passiven Anlagestilen, Anlagetrends sowie persönliche Einschätzung und Diskussion von Vor- und Nachteilen für Privatinvestoren.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://finanzbeben.de/portfoliomanagement/">Portfoliomanagement Basics</a> erschien zuerst auf <a href="https://finanzbeben.de">Finanzbeben</a>.</p>
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									<h2>Begriffsabgrenzung von Portfoliomanagement</h2>
<h3>Was ist ein Portfolio?</h3>
<p><strong>Portfoliomanagement</strong>, ein trockenes Thema? Überhaupt nicht! Aus meiner Sicht eines der wichtigsten Themen sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene. Aber fangen wir ganz vorne an. Ursprünglich kommt der Begriff des „Portfolios“, seltener auch „Portefeuilles“, aus dem Lateinischen und bedeutet übertragen so viel wie, dass jemand eine Blattsammlung oder Sammelmappe bei sich trägt. Glaubt man hier den Tiefen des Internets, können wir davon ausgehen, dass der Begriff des Portfolios ursprünglich von Künstlern geprägt wurde. Denn diese mussten ja regelmäßig ihre wichtigsten Kunstwerke bei sich tragen, wenn sie sich beispielsweise an einer Universität bewarben. Ich denke jeder hat den Begriff zumindest schon einmal gehört. Denn Du musst natürlich kein Maler oder Model sein, um mit dem Begriff in Kontakt zu kommen. Heute hat so gut wieder jeder ein Portfolio: Von „Influencern“, über Unternehmen, bis hin zu Angestellten oder Selbstständigen, die ihre Leistung dokumentieren (Erfahrungen, Expertise etc.). Verbildlicht kannst Du Dir ein Portfolio auch als einen Warenkorb vorstellen, den Du mit bestimmten Gütern bestückst. Wie Du diesen Warenkorb bestücken kannst – dazu später dann mehr.</p>
<figure id="attachment_4355" aria-describedby="caption-attachment-4355" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/03/Portfolio-als-ein-gefuellter-Einkaufswagen-1024x589.jpg" alt="Portfolios werden aus verschiedenen Anlagegütern zusammengestellt" width="1024" height="589"><figcaption id="caption-attachment-4355" class="wp-caption-text">Ein Portfoliomanager geht einkaufen und nimmt einen symbolischen Einkaufswagen (hier unser Porfolio) mit.</figcaption></figure>
<h3>Portfoliomanagement von Produkten und Geschäftsfeldern als Teil von Unternehmensstrategien</h3>
<p>Portfolios lassen sich vor allem auch in internationalen Großkonzernen finden. Da ich persönliche im Corporate Controlling arbeite, ist dies Teil meines Berufsalltags. Hier bezieht sich das Portfoliomanagement auf Produkte und Geschäftsfelder (Marktsegmente). Anhand von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wird hier über die Zukunft solcher Portfolios entschieden. Dabei ist das Management solcher Unternehmensportfolios ein wichtiger Bestandteil von Unternehmensstrategien. Hier werden beispielsweise folgende Fragen geklärt:</p>
<ul>
<li>Was ist das „Kerngeschäft“? Berater verwenden den Begriff viel zu häufig <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></li>
<li>Welche unprofitablen Produkte können möglicherweise eliminiert werden?</li>
<li>Gibt es strategisch unpassende Geschäftsfelder, die abgestoßen werden können?</li>
<li>In welchen Geschäftsfeldern wird es weiter Wachstum geben?</li>
<li>Wo und wie soll das Unternehmen in Zukunft positioniert sein?</li>
<li>Gibt es neue Trends? (Disruptionsgefahr)</li>
</ul>
<p>Damit ist das Portfoliomanagement innerhalb von Unternehmen auch ein wichtiges Werkzeug bei strategischen Entscheidungen über Unternehmensakquisitionen und Verkäufe von Geschäftsteilen. Darüber hinaus sind börsennotierte Konzerne in der Regel dazu verpflichtet regelmäßig auch über ihre (Markt-)Segmente zu berichten, um die Anteilseigner über die finanzielle Lage innerhalb der einzelnen Geschäftsfelder zu informieren (Internationale Rechnungslegung). Weitere Unternehmensportfolios wird man beispielsweise auch im Marketing finden (Kunden, Marken etc.). Aber das soll hier nicht unser Fokus sein. Wir wollen uns im Folgenden dem Kapitalmarkt widmen.</p>
<h3>Portfoliomanagement von Wertpapieren und anderen Anlagegütern</h3>
<p>Im weiteren Verlauf sprechen wir bei einem Portfolio stets von einem <strong>Bestand an Wertpapieren</strong> und/oder anderen Anlagegütern. Darüber hinaus beschreibt der Kapitalmarkttheoretiker Markowitz ein Portfolio als eine Zusammenstellung oder das <strong>Zusammenwirken von mehreren Wertpapieren</strong>. Wir können also festhalten, dass ein Portfolio eine beliebige Auswahl von Wertpapieren aber auch anderen Anlagegütern darstellt. Wie diese verschiedenen Anlagegüter klassifiziert werden, folgt im nächsten Kapitel „<strong>Anlageklassen</strong>“. Das Portfoliomanagement bedeutet hier also die Planung, Realisation, Verwaltung und Kontrolle von Wertpapier- und anderen Anlagegüterbeständen. Dieses Management erfolgt unter Berücksichtigung von bestimmten <i>Risikovorgaben</i> der Investoren. Auf diese Vorgaben werden wir in einem weiteren Kapitel eingehen. Dabei wird das Portfoliomanagement von diversen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen zum Beispiel Zinsumfeld, Produktionsfaktoren und volkswirtschaftlicher Überschüsse. Das <strong>Ziel des Portfoliomanagements</strong> ist damit die maximale Wertsteigerung (Rendite) eines Portfolios unter Einhaltung des eingeräumten Risikos. Ein eingeräumtes Risiko ist das, was ein Investor bereit ist im schlimmsten Fall zu verlieren. Danach bemisst sich eben auch die Auswahl der Anlagegüter. Dazu später mehr.</p>
<h2>Portfoliostrukturierung (Asset Allocation)</h2>
<h3>Verlusttoleranz und Risikoprofile (Risikoanalyse)</h3>
<p>Hier soll es weniger um die finanzmathematische Herleitung von Risiko oder Eintrittswahrscheinlichkeiten von Verlusten gehen. Vielmehr geht es um persönliche indikative Fragen, die Du Dir als Investor stellen <u>musst</u>. In den Modellen der allgemeinen Finanzlehre werden auch die folgenden Begriffe vereinfacht genannt:</p>
<ul>
<li><em>risk lover</em> (risikoverliebter Investor, der Rendite maximiert und hohes Risiko eingeht)</li>
<li><em>risk averse</em> (risikoscheuer Investor, der vor allem am Kapitalerhalt interessiert ist)</li>
</ul>
<p>Wir wollen das Ganze aber weniger schwarz-weiß sehen: Jeder Investor hat seine ganz eigene Verlusttoleranz und damit auch eine begrenzte Risikobereitschaft. Genau dies gilt es zu klären, wenn ein persönliches Risikoprofil erstellt wird. Dies wird in der Regel auch jeder Wald-und-Wiesen-Bankberater machen. Allerdings verkauft dieser dann möglicherweise überteuerte Fonds an ahnungslose Kleininvestoren – oder er weiß es einfach nicht besser *hust*. Auch wenn Gefühle und Emotionen nicht an die Börse gehören, kann ein Investor langfristig nur an einer Strategie festhalten, wenn er dabei auch noch gut schlafen kann. Darum stelle Dir zunächst folgende Fragen:</p>
<ul>
<li>Warum möchtest Du überhaupt investieren? <strong>Anlagezweck</strong> (z.B. Altersvorsorge)</li>
<li>Wie viel und wann möchtest Du investieren? <a href="https://finanzbeben.de/spar-zinseszins-rechner/">Sparplan</a>, Tranchen, Einmalig etc.</li>
<li>Wie viel bist Du bereit zu verlieren? Verlusttoleranz und eingesetztes Kapital</li>
<li>Wann benötigst Du Dein Geld zurück? <strong>Anlagehorizont</strong> und Liquidität</li>
</ul>
<p>Je nachdem, wie Du die Fragen beantwortest, ergibt sich daraus ein Risikoprofil. Dies schließt dann manche Anlageklassen aus oder favorisiert diese. Dein Risikoprofil hat also eine direkte Auswirkung auf Deine Portfoliozusammenstellung.</p>
<ul>
<li>Kapitalerhalt (konservativ): Möglichst geringes Risiko</li>
<li>Renditemaximierung (ertragsorientiert): Maximale Rendite mit hohem Risiko</li>
<li>Ausgewogen: Nur ein bestimmter Teil des Portfolios wird ertragsorientiert angelegt</li>
</ul>
<p>Wichtig hierbei anzumerken ist, dass sich Dein Risikoprofil im Laufe des Lebens natürlich stark verändern kann und tendenziell auch wird. Ein alleinstehender Berufsanfänger kann natürlich viel ertragsorientierter investieren, als womöglich ein Familienvater, eine alleinerziehende Mutter oder ein Rentner. Damit wird klar, dass Du Dein Risikoprofil regelmäßig überprüfen und entsprechend anpassen solltest. Daraus resultiert auch ein dynamischer Ansatz beim Portfoliomanagement.</p>
<h3>Anlageklassen und Chancen-Risiko-Verhältnis</h3>
<p>Zunächst müssen wir uns die folgenden Fragen stellen:</p>
<ul>
<li>In was können wir als Privatinvestoren überhaupt investieren?</li>
<li>Worin wollen wir tatsächlich investieren und damit für unser Portfolio selektieren?</li>
<li>Passt das <strong>Anlagegut</strong> zu dem vorher definierten Risikoprofil?</li>
</ul>
<p>Grundlegend lassen sich die <strong>investierbaren Anlagegüter</strong> wie folgt <i>klassifizieren</i>:</p>
<ul>
<li>Bargeld und Einlagen (<a href="https://finanzbeben.de/girokonto-vergleich/" target="_blank" rel="noopener">Girokonto</a>, <a href="https://finanzbeben.de/tagesgeld-vergleich/" target="_blank" rel="noopener">Tagesgeld</a>, <a href="https://finanzbeben.de/festgeld-vergleich/" target="_blank" rel="noopener">Festgeld</a>, Bausparverträge, private oder betriebliche Versicherungsprodukte etc.)</li>
<li><strong>Aktien </strong>(Benötigst Du noch ein <a href="https://finanzbeben.de/depot-vergleich/" target="_blank" rel="noopener">Depot</a>?)</li>
<li>Anleihen (Unternehmensanleihen und Staatsanleihen)</li>
<li>Immobilien</li>
<li>Rohstoffe und Edelmetalle (wie etwa Gold und Silber)</li>
<li><a href="https://finanzbeben.de/kryptowaehrungen-ein-disruptives-zahlungsmittel/" target="_blank" rel="noopener">Kryptowährungen und Token</a> (Bitcoin, Ethereum etc.) noch relativ junge Anlageklasse</li>
<li>Sonstige Wertpapiere (Optionen, Genussscheine etc.)</li>
<li><a href="https://finanzbeben.de/crowdinvesting-vergleich/">Crowdfunding</a> (P2P-Kredite, Venture Capital, <a href="https://finanzbeben.de/crowdinvesting-vergleich/" target="_blank" rel="noopener">Crowdinvesting</a>, <a href="https://finanzbeben.de/crowdgrowing-vergleich/" target="_blank" rel="noopener">Crowdgrowing</a> etc.)</li>
<li>Alternative Anlagegüter (Oldtimer, Luxusuhren, Wein, Whiskey etc.)</li>
<li>Sonstige nicht börsennotierte (illiquide) Beteiligungen (private Unternehmensbeteiligungen, Vesting-Anteile in Start-Ups, Phantomaktien etc.)</li>
</ul>
<p>Von diesen Anlageklassen gelten lediglich Bargeld und Einlagen sowie erstklassige Staatsanleihen als <i>risikofrei</i> – alle anderen Anlageklassen sind damit <i>risikobehaftet</i> (mehr oder weniger). Natürlich können wir kontrovers diskutieren, ob Dein Bankguthaben trotz Einlagensicherung bei einem hochverschuldeten Unternehmen (denn das sind die meisten Banken) wirklich risikofrei ist. Darauf möchte ich in diesem Beitrag aber verzichten. Eine beispielhafte <strong>Portfolioaufteilung</strong> wird in der folgenden Darstellung skizziert:</p>
<figure id="attachment_4349" aria-describedby="caption-attachment-4349" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/03/Portfolioallokation_Risikoverteilung_Anlageklassen-1024x526.png" alt="Risikoloser versus risikobehafteter Portfolioanteil" width="1024" height="526"><figcaption id="caption-attachment-4349" class="wp-caption-text">Jeder Investor steht vor der Frage: Wie viel meines Gesamtportfolios möchte ich risikobehaftet (z.B. in Aktien) anlegen? Es kommt auf das persönliche Risikoprofil an.</figcaption></figure>
<p>Die Finanzlehre macht es sich hier wieder etwas einfacher und unterscheidet lediglich zwischen <em>risikobehaftet </em>(risky) und risikofreien (risk-free) Anlageklassen. Die Rendite, die Du jeweils durch das Investment in solche Anlageklassen erwarten kannst, wird dabei als <i>Risikopremium</i> bezeichnet. Einfach gesagt: Du wirst entsprechend für das aufgenommene Risiko mit einer angemessenen Rendite entlohnt. Da die meisten Investoren gleichzeitig Sicherheit und eine möglichst hohe Rendite wünschen, wird hier auch das Spannungsverhältnis von Bedürfnissen bei der <strong>Portfoliozusammenstellung</strong> klar.</p>
<p>Dieses <i>Spannungsverhältnis</i> von Rendite, Sicherheit und Liquidität wird gerne auch in dem „<strong>magischen Dreieck</strong>“ der Geldanlage präsentiert. Als Beispiel siehst Du in der folgenden Darstellung, dass Aktien durch eine hohe erwartete Rendite und Liquidität aber weniger Sicherheit beschrieben werden. Wir halten also fest, dass Du bei der Portfoliozusammenstellung tendenziell Kompromisse eingehen werden musst.</p>
<figure id="attachment_4347" aria-describedby="caption-attachment-4347" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/03/Magisches_Dreieck_Spannungsfeld_Rendite_Risiko_Liquiditaet-1024x448.png" alt="Spannungsfeld von Rendite, Risiko und Liquidität als Dreieck." width="1024" height="448"><figcaption id="caption-attachment-4347" class="wp-caption-text">Aktien positionieren sich als liquide (können im Notfall schnell verkauft werden) und renditeorientiert, während die Sicherheit eingeschränkt ist (Totalausfälle sind mögich)</figcaption></figure>
<p>Darüber hinaus solltest Du Dich natürlich auch mit dem Thema „<a href="https://finanzbeben.de/humankapital/">Humankapital</a>“ fortlaufend beschäftigen. Das Investment &#8222;in Dich selber&#8220; zahlt am Ende die höchste Rendite mit dem besten Chancen-Risiko-Verhältnis. Dadurch, dass Du diesen Beitrag liest, investierst Du auch in diese nicht handelbare Anlageklasse. Es gibt in der modernen Finanzlehre tatsächlich auch Ansätze das <a href="https://finanzbeben.de/humankapital/">Humankapital</a> bei der Portfoliooptimierung mit einzubeziehen (Führt an dieser Stelle aber zu weit).</p>
<h3>Diversifikation vs. Konzentration</h3>
<p><strong>Konzentration</strong> macht und <strong>Diversifikation</strong> hält reich? Zugegeben, das ist eine steile These. Ich würde behaupten sie stimmt – aber nicht uneingeschränkt. Nehmen wir beispielsweise Warren Buffet, so können wir in seinem Portfolio durchaus eine größere Konzentration auf einzelne Titel vorfinden. Allerdings sorgt eine <strong>Kapitalkonzentration</strong> eben auch für „<strong>Klumpenrisiken</strong>“. Das Klumpenrisiko meint hierbei, dass ein Großteil des Portfolios oder auch eine Anlageklasse aus nur wenigen oder sogar nur einer Position besteht. Wenn diese Position abschmiert, zieht sie auch das gesamte Portfolio mit runter. Daher ist ein <strong>konzentriertes Portfolio</strong> meiner Meinung nach nichts für Anfänger. Ich glaube die wenigsten Privatinvestoren schlafen noch gut, wenn 50% des eingesetzten Kapitals in einer einzigen spekulativen Position steckt. Wer weiß denn schon zu 100%, ob man wirklich nicht auf ein faules Ei gesetzt hat?</p>
<figure id="attachment_4344" aria-describedby="caption-attachment-4344" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/03/Diversifikation_faule_Eier-1024x682.jpg" alt="Schlechte Aktienauswahl und Klumpenrisiken werden durch Diversifikation reduziert" width="1024" height="682"><figcaption id="caption-attachment-4344" class="wp-caption-text">Totalausfälle durch schlechte Investments (faule Eier) können durch Diversifikation systematisch kompensiert werden</figcaption></figure>
<p>Aus diesem Grund sollte Dein Portfolio <strong>breit diversifiziert</strong> werden. Das heißt, dass Dein eingesetztes Kapital über verschiedene Anlageklassen und Anlagegüter hinweg gestreut wird. Die Finanzlehre spricht bei der Diversifikation auch von dem einzigen „<i>free lunch</i>“ (neben <i>Arbitrage</i>). Denn die Risikoreduktion des unsystematischen Risikos (Ausfallrisiko von einem Anlagegut) durch Diversifikation ist kostenlos. Für andere Risikoabsicherungen musst Du in der Regel bezahlen – im Zweifel mit einer Reduktion der Rendite. Wenn Du doch ein weiteres free lunch kennst, schreibe es gerne in die Kommentare. Nur bitte keine dubiosen WhatsApp-Gruppen, bei denen mir durch CFD-Trading ein Porsche versprochen wird <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<p>Ray Dalio nennt die Diversifikation über verschiedene Anlageklassen mit geringer gegenseitiger Abhängigkeit (<em>Korrelation</em>) auch den „<a href="https://www.forbes.com/sites/forbesmarketplace/2019/03/27/holy-grail-of-investing/?sh=3b9ad63af490">heiligen Gral des Investierens</a>“. Es geht also darum verschiedene <strong>attraktive Anlageklassen</strong> mit möglichst geringer gegenseitiger Abhängigkeit zu finden und intelligent zu kombinieren, um damit das Gesamtrisiko im Portfolio zu reduzieren. Auf die mathematische Herleitung der Korrelation zwischen zwei Anlagegütern wollen wir an dieser Stelle aber verzichten – wir sprechen hier ja nur über die Basics. Vielmehr lässt sich der positive Effekt der Diversifikation und die damit einhergehende Absenkung des <strong>Gesamtportfoliorisikos</strong> auch gut in folgendem Modell erkennen:</p>
<figure id="attachment_4345" aria-describedby="caption-attachment-4345" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/03/Diversifikation_heiliger_Gral_Ray_Dalio-1024x621.png" alt="Diversifikation ist kostenlos und der heilige Gral des Investierens laut Ray Dalio" width="1024" height="621"><figcaption id="caption-attachment-4345" class="wp-caption-text">Eigene Darstellung in Anlehnung an Ray Dalio, Principles (New York: Simon &amp; Schuster, 2017)</figcaption></figure>
<h2>Portfoliorealisation (Asset Selection)</h2>
<h3>Aktives Portfoliomanagement</h3>
<h4>Definition und Zielsetzung von aktiven Portfoliomanagement</h4>
<p>Ein aktiver Portfoliomanager versucht eine Überschussrendite (<i>Outperformance</i>) im Vergleich zum Markt bzw. zu einer gewählten <strong>Benchmark</strong> zu erzielen. Eine Benchmark ist dabei nichts anderes als ein <i>Vergleichs- oder Referenzwert</i>. Ohne diesen wäre keine Aussage möglich, ob ein <strong>Portfoliomanager</strong> gut oder schlecht gearbeitet hat. Damit aber überhaupt eine Überschussrendite erzielt werden kann, ist ein <i>Informationsvorsprung</i> gegenüber dem Markt nötig. Dafür wird in der Regel <i>arbeitsintensive Research</i> betrieben. Der <strong>Portfoliomanagementstil</strong> wird durch die damit einhergehenden häufigeren Interaktionen des Portfoliomanagers daher auch als „aktiv“ bezeichnet.</p>
<h4>Fundamentalanalyse: Top-down vs. Bottom-up</h4>
<p>Die klassische <i>bottom-up</i> (von unten) <strong>Fundamentalanalyse</strong> verarbeitet betriebswirtschaftliche Kennzahlen bzw. einzelne Unternehmenszahlen (Ist- und Plandaten), um daraus den Unternehmenswert (<em>fairen Wert</em>) zu berechnen. Hier sollte auch die Rechnungslegung auf Richtigkeit, Konsistenz und Transparenz geprüft werden (wichtig, um in keine betrügerischen Unternehmen zu investieren – siehe Wirecard). Dabei fließen auch strategische Bewertungsfaktoren ein, wie etwa Geschäftsmodell, Innovationskraft, Produktportfolio und Führungskultur. Letztlich wird der indikative Unternehmenswert meist mit einem <strong>Sicherheitsabschlag</strong> (<em>margin of safety</em>) gerechnet, damit hier ausreichend Risikopuffer existiert. Im Ergebnis erhofft sich der Portfoliomanager dadurch die Entscheidungsgrundlage, ob ein Unternehmen über- oder unterbewertet ist.</p>
<p>Die <strong>top-down</strong> (von oben) Fundamentalanalyse beschreibt eine eher volkswirtschaftliche Analyse von Branchen, Ländern oder Trends als Entscheidungsgrundlage für die Auswahl der Anlagegüter. Die Verfahren können sowohl für sich alleine als auch kombiniert angewendet werden, um eine Entscheidungsgrundlage für den Portfoliomanager zu schaffen.</p>
<h4>Stock-Picking und long vs. short</h4>
<p>Aus den gewonnenen Daten bzw. der zuvor geschaffenen Entscheidungsgrundlage wird dann die <i>Taktik</i>, ob ein Unternehmen gekauft (auch als <em>long</em> bezeichnet) bzw. verkauft wird sofern es bereits im Bestand des Portfolios ist oder leerverkauft (auch als <em>short</em> bezeichnet) wird. Die Aktivität, die zum Kauf eines Unternehmens führt, wird auch als <strong>Stockpicking</strong> bezeichnet. Hier hilft auch die Analogie des Rosinenpickens (<em>cherry picking</em>). Denn der Portfoliomanager möchte nur Rosinen (<em>cherries</em>) im Portfolio haben, um sein Ziel der Outperformance zu erreichen.</p>
<figure id="attachment_4350" aria-describedby="caption-attachment-4350" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/03/Stockpicking-Rosinenpickerei-1024x682.jpg" alt="Cherry Picking als ein Bild für die Aktienselektion" width="1024" height="682"><figcaption id="caption-attachment-4350" class="wp-caption-text">Ein &#8222;Stockpicker&#8220; versucht nur die Rosinen zu erwischen und vermeidet faule Eier.</figcaption></figure>
<h4>Market-Timing</h4>
<p>Beim <strong>Market-Timing</strong> wird tendenziell versucht auf Grundlage der vorangegangenen Fundamentalanalyse den <i>Zeitpunkt</i> des Kaufs oder Verkaufs zu <i>steuern</i>. Diese Taktik bezieht sich sowohl auf einzelne Aktien als auch auf Anlageklassen oder marktbreite Indizes und Branchen. Es wird hier also versucht, das zukünftige Marktgeschehen vorweg zu nehmen. Das äußert sich dann häufig in der Umschichtung innerhalb einer Anlageklasse (<i>Sektorenrotation</i> von Wachstumsaktien auf Substanzwerte) oder auch anlageklassenübergreifend wie etwa von Aktien auf Anleihen bei Änderungen des Marktzinses. Damit dient das Market-Timing auch als Risikoabsicherung, sofern der Portfoliomanager starke Kursfluktuationen antizipiert und entsprechend agiert.</p>
<h4>Technische Analyse: Charttechnik und Momentum</h4>
<p>Bei der <strong>technischen Analyse</strong> versucht der Portfoliomanager anhand der vergangenen Kurse und Umsätze eines Wertpapiers <i>Muster</i> zu erkennen und damit dann zukünftige Entwicklungen zu antizipieren. Dazu werden verschiedene Charts wie beispielsweise das Kerzendiagramm verwendet. <i>Charttechniker</i> reden auch gerne über &#8222;Kurslücken&#8220;, Doppelhochs, Widerstände, Trendlinien und Trendkanäle. Diese Muster dienen beim Portfoliomanagement dann als Indikation für einen Kauf oder Verkauf. Ich persönlich sehe Charttechnik sehr kritisch – auch bedingt durch die <i>Random-Walk-Theorie</i> (siehe dazu weiter unten im Text). Der <i>Momentum-Faktor</i> (Trendfolge) ist aber tatsächlich empirisch bestätigt, was mich zumindest dazu bringt <strong>Charttechnik</strong> als optionale Taktik anzuführen. Ich bleibe aber skeptisch, ob sich damit Überrenditen in den Kapitalmärkten der Industrieländer erzielen lassen.</p>
<h3>Passives Portfoliomanagement</h3>
<h4>Effizienzmarkthypothese und Random-Walk-Ansatz</h4>
<p>Die Hypothese des effizienten Marktes besagt vereinfacht, dass bereits alle der Öffentlichkeit zugänglichen Informationen im Marktpreis enthalten sind und Marktteilnehmer rational sind und stets zu ihrem eigenen Vorteil agieren. Damit wäre das aktive Portfoliomanagement sinnlos – ja richtig. Der <i>Random-Walk-Ansatz</i> beschreibt darüber hinaus, dass vergangene Marktpreise keine Indikation für zukünftige Entwicklungen sind und Preise daher einem zufälligen Pfad – dem „Random Walk“ folgen. Dadurch, dass Portfoliomanager keine Informationsvorsprünge gegenüber anderen Marktteilnehmern nach dieser Hypothese erreichen können, bedarf es also eines anderen Portfoliomanagementstils.</p>
<h4>Das Marktportfolio und marktbreite Indizes als realistische Benchmark</h4>
<p>Das <a href="https://www.gabler-banklexikon.de/definition/marktportefeuille-70421">Marktportfolio</a> beinhaltet vereinfacht alle global verfügbaren risikobehafteten Anlagegüter über alle existierenden Anlageklassen hinweg. Wir können uns das Marktporfolio am Aktienmarkt darüber hinaus vereinfacht auch als „<i>Welt AG</i>“ vorstellen, die alle Unternehmen vereint. Wir verzichten hier wieder auf eine mathematische Herleitung des Marktportfolios. Die durchschnittliche langfristige Marktrendite vor Inflation wird in der Regel mit 7% pro Jahr angenommen. Wichtig ist aber, dass das Marktportfolio nur in der Theorie existiert, weshalb in der Praxis daher auf <strong>marktbreite Indizes</strong> als repräsentative Alternative zurückgegriffen wird. <i>Realistische Benchmarks</i> sind größere und marktbreite Indizes wie etwa der Standard &amp; Poor’s 500 (S&amp;P500) oder der MSCI World.</p>
<h4>Definition und Zielsetzung von passiven Portfoliomanagement</h4>
<p>Bei dem „<b>passiven</b>“ <b>Investmentstil</b> verzichtet ein Portfoliomanager auf oben genannte Taktiken, um damit eine Outperformance gegenüber dem Marktportfolio zu erzielen. Denn diese Outperformance ist nicht möglich, wenn wir von einem tatsächlich vollkommen effizienten Markt ausgehen dürfen (den gibt es aus meiner Sicht aber nicht). Vielmehr wird über ein <strong>globales und breit diversifiziertes Portfolio</strong> versucht das theoretische Marktportfolio bestmöglich nachzubilden, um damit die Marktrendite zu erzielen. Das heißt, dass passiv gemanagte Portfolios darauf abzielen sich der Rendite und dem Risiko einer realen Benchmark (einem Index) oder einer Kombination von mehreren Benchmarks (Indizes) anzunähern.</p>
<h4>Exchange-Traded-Funds (ETFs) als Vehikel für den passiven Investmentstil</h4>
<p>Die Umsetzung des <strong>passiven Investmentstils</strong> erfolgt als klassische <i>long-only</i> bzw. <i>buy-and-hold Strategie</i> (es wird langfristig investiert), die mit so genannten ETFs umgesetzt werden kann. ETFs sind börsengehandelte Finanzvehikel, die einen ganzen Warenkorb von Aktien beinhalten und damit bereits breit gestreut sind. Es werden dabei ETFs gekauft und im Portfolio gemischt, die möglichst marktbreite Indizes abbilden. Je nachdem, welche Aufteilung der passive Portfoliomanager dabei getroffen hat, ist die einzige Aktivität neben den Zukäufen das <i>Rebalancing</i>. Das Rebalancing ist notwendig, um die ursprünglich definierte Portfoliostruktur bei unterschiedlicher Renditeentwicklung der ETFs wiederherzustellen. Für Musterdepots (auch als Sparpläne) mit einer vorgefertigten Portfoliostruktur und weiterführenden Wissen zum Thema erfolgreiches Investieren mit Indexfonds, empfehlen wir das <a class="thirstylink" title="Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" href="https://finanzbeben.de/link/souveraen-investieren-mit-indexfonds-und-etfs/" target="_blank" rel="noopener sponsored">Buch von Gerd Kommer</a> – aus meiner Sicht ein absolutes must-read, auch für Teilzeit-Stockpicker wie mich.</p>
<figure id="attachment_4348" aria-describedby="caption-attachment-4348" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/03/Portfolio_Rebalancing_Risikomanagement-1024x682.jpg" alt="Rebalancing ist ein Werkzeug des Risikomanagements" width="1024" height="682"><figcaption id="caption-attachment-4348" class="wp-caption-text">Das Klumpenrisiko kann durch Rebalancing reduziert werden und definierte Portfoliostrukturen wiederhergestellt werden</figcaption></figure>
<h3>Aktiver vs. passiver Anlagestil: Ausgewählte Argumente</h3>
<h4>Effizienzmarkthypothese</h4>
<p>Wenn wir uns tatsächlich in einem absolut effizienten Markt bewegen, macht aktives Portfoliomanagement keinen Sinn – ein erster Grund gegen einen aktiven Anlagestil. Ein aktiver Portfoliomanager würde mit seinen Handlungen <i>Mehrkosten</i> generieren ohne einen Informationsvorsprung damit ausnutzen zu können, um damit dann eine Outperformance gegenüber der Marktrendite (größer als die hier angenommenen 7% pro Jahr) zu erzielen. Es lässt sich also festhalten, dass ein aktiver Portfoliomanager die Effizienzmarkthypothese ignoriert.</p>
<h4>Systematische empirische Underperformance aktiver Fonds</h4>
<p>Ein <a href="https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/fonds-etf/ratgeber-etf-teil-5-der-grossteil-der-fondsmanager-scheitert-am-index/23112434.html">Großteil</a> der aktiv gemanagten Fonds schneidet bei der Rendite schlechter ab, als beispielsweise ein <strong>passives buy-and-hold Investment</strong> auf einen marktbreiten Indexfonds. Hier argumentieren viele dann, dass dies durch die laufenden Kosten der Fall ist. Wir wissen ja „<strong>hin und her macht Taschen leer</strong>.“ <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Tatsächlich zieht sich diese Underperformance aber durch – ob vor oder nach Kosten. Dieses Phänomen nehmen viele passive Investoren als Hauptargument für ihre Strategie – und ich denke sie haben hier auch einen Punkt, der schwer ins Gewicht fällt.</p>
<h4>Market-Timing vs. Buy-and-hold</h4>
<p>Ein Teil der Underperformance lässt sich eventuell durch die statistisch selten funktionierende Market-Timing Taktik von aktiven Fonds erklären. Kritiker vom Market-Timing sagen auch, dass es unmöglich ist den Markt „<i>zu timen</i>“ und nur selten langfristig funktioniert. Das deckt sich auch mit der zuvor genannten <i>systematischen Underperformance</i>. Statistisch schlägt die buy-and-hold Strategie (also dauerhaft investiert zu bleiben) das Market-Timing, bei dem versucht wird Kursbewegungen zu antizipieren. <a href="https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11284265-ken-fisher-raet-markt-timing-ab-time-the-market-beats-timing-the-market">Ken Fisher</a> hat das ganz gut auf den Punkt gebracht: „Time In The Market Beats Timing The Market – Almost Always“</p>
<h4>Opportunitätskosten</h4>
<p>Opportunitätskosten beschreiben die <i>Kosten des Verzichts</i>. Ein aktiver Portfoliomanager könnte seine Zeit auch anderweitig verwenden (z.B. Fokus auf Karriere und Bildung). Frage Dich an der Stelle selber einmal, wie viel Zeit Du monatlich für die Börse aufwendest oder aufwenden möchtest und kannst. Steht dies in einem guten Verhältnis zu Deiner (erwarteten) Rendite? Um die Opportunitätskosten überhaupt kompensieren zu können, <i>muss</i> der Markt konsequent und langfristig geschlagen werden.</p>
<h4>Arbitrage-Chancen</h4>
<p>Arbitrage beschreibt am Kapitalmarkt eine Situation, in der durch die Ausnutzung von Marktineffizienzen <i>risikolose Gewinne</i> erzielt werden können (z.B. Preisunterschiede einer Aktie zum selben Zeitpunkt an verschiedenen Börsenplätzen). Zur Erzielung dieser Gewinne bedarf es aber eines aktiven Anlagestils. Arbitrage kann man daher auch als einen aktiven Marktmechanismus beschreiben, der Preiseskalation und damit auch zum Teil Blasenbildung verhindert. Solche Gewinne sollten in einem effizienten Markt aber nicht möglich sein. Wichtig: In einem effizienten Markt kann es per Definition natürlich keinen Arbitragegewinn geben.</p>
<h4>Informationsparadoxon</h4>
<p>Wenn alle verfügbaren Informationen sofort und voll in den Preisen reflektiert wären, hätte niemand ein Interesse diese Informationen weiterhin zu produzieren (weil man durch die Produktion dieser Information kein Geld mehr verdienen würde). Aber dann könnten die Preise diese Informationen nicht widerspiegeln. Diese paradoxe Beziehung ist als Informationsparadoxon bekannt und wurde 1980 von Grossmann und Stiglitz aufgestellt. Es spricht dafür, dass ein Teil des Marktes aktiv sein muss, damit der Markt überhaupt alle Informationen reflektieren kann.</p>
<h4>Behavioral Finance</h4>
<p>Die moderne Verhaltensforschung im Finanzwesen (Behavioral Finance) hat zusätzlich zu einem neuen Blick auf die bisherige Kapitalmarktforschung geführt, indem der Investor nicht mehr als komplett rational wahrgenommen wird, sondern vielmehr als <i>irrational</i>. Es werden Grenzen des effizienten Marktes aufgezeigt. Die Marktteilnehmer werden dabei in „<strong>Rauschhändler</strong>“ bzw. Dump Money (auch <em>noise trader</em>: Großteil der Privatanleger, der Geräuschen folgt und den fairen Wert eines Investments nicht kennt) und <b>Arbitrageure</b> bzw. Smart Money (eher institutionelle Anleger oder Anleger, die den fairen Wert eines Investments kennen) unterteilt. Die Behavioral Finance ist dabei ein eigenes spannendes Thema, welches die klassische Kapitalmarktforschung <i>ergänzt</i>. Dem würde ich mich gerne in einem eigenen Beitrag widmen.</p>
<h4>Herdenverhalten und Passivität</h4>
<p>Der <a href="https://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/indexfonds-sind-beliebt-wie-nie-14652411.html" target="_blank" rel="noopener">Boom der Indexfonds</a> sorgt auch für Kritik: Es wird zunehmend „<i>dummes Geld</i>“ am Kapitalmarkt investiert, weil ein passiver Investor eine Art „Mitläufer“ ist. Denn er wird niemals über Marktpreise oder den Markttrend bestimmt – kann diese aber verstärken, wenn sich Indexregeln oder Marktkapitalisierungen von Unternehmen oder ganzen Branchen ändern. Die Kritik dabei ist, dass möglicherweise Marktineffizienzen und Blasenbildungen durch das <i>Herdenverhalten</i> verstärkt werden – also Marktpreiseskalation begünstigen. Spannende Hypothese für eine wissenschaftliche Arbeit – hast Du Lust? <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />. Weiterführend können wir festhalten, dass es keinen wirklich passiven Ansatz gibt bedingt durch die oben bereits genannten Änderungen (Indexregeln oder Marktkapitalisierungen). Daher können wir das passive Portfoliomanagement auch als einen aktiven Investmentstil betrachten, bei dem aber ein großer Teil der verbliebenen Aktivitäten auf Intermediäre verschoben wird (z.B. auf Indexbetreiber wie etwa MSCI und Fondsgesellschaften wie etwa Vanguard). Das Rebalancing zum Erhalt der statischen Portfoliostruktur bleibt dabei als einzige Aktivität für Dich als Privatinvestor übrig.</p>
<h4>Risikoabsicherung</h4>
<p>Aktive Portfoliomanager nutzen diverse Mechanismen, mit denen sie ihre Portfolios absichern. Dazu zählen beispielsweise Risikobudgetierung, Short-Strategien, Put-Optionen, Stop-Loss-Aufträge, kurzfristige Umschichtungen und Market-Timing. Diese Absicherung wird dabei auch als ein Qualitätsmerkmal von aktiv (professionell) gemanagten Fonds wahrgenommen. Wir müssen hierbei aber immer berücksichtigen, dass Absicherung in der Regel Rendite kostet. Wenn der Markt dann doch steigt, fährt man möglicherweise mit einer &#8222;angezogenen Handbremse&#8220; los. Dennoch lassen sich auch Beispiele finden, bei denen aktive Fonds sich in Krisen- oder Crashsituationen besser schlagen als ihre Benchmarks. Hier ist auch die Frage, womit Du Dich als Privatanleger besser fühlst (auch wenn Gefühle nicht an den Kapitalmarkt gehören, ja!).</p>
<h4>Zusammenfassende Betrachtung der Anlagestile</h4>
<p>Die hier angerissenen Argumente sind nicht isoliert zu betrachten. Weiterhin gibt es noch eine ganze Menge weiterer Argumente, die ich hier aufführen könnte. Ich habe mich hier auf die für mich wesentlichen Argumente beschränkt. Aber bitte schreibe mir Deine Meinung und mögliche weitere Argumente in die Kommentarsektion – der Beitrag lebt hier und kann damit ergänzt werden.</p>
<figure id="attachment_4343" aria-describedby="caption-attachment-4343" style="width: 660px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/03/Aktives_vs_passives_Investieren.png" alt="Aktives versus passives Portfoliomanagement" width="670" height="713"><figcaption id="caption-attachment-4343" class="wp-caption-text">Sowohl für aktives als auch passives Investieren lassen sich Argumente finden.</figcaption></figure>
<h3>Alternative Anlagestile und Anlagetrends</h3>
<h4>Semi-passiver Anlagestil und Core Satellite Strategie</h4>
<p><strong>Semi-passives Portfoliomanagement</strong> vereint oder kombiniert den aktiven mit dem passiven Anlagestil und ist somit ein Mischansatz. Eine geringe Performance-Abweichung von der gewählten Benchmark ist bei diesem Mischstil in Ordnung (2% werden hier oft genannt). Mit dem <strong>semi-passiven Anlagestil</strong> wird häufig auch die „<strong>Core Satellite-Strategie</strong>“ in Verbindung gebracht. Die Idee: Es gibt einen gut und breit diversifizierten statischen <b>Kern</b> (abgebildet via Indexfonds) und <i>Satelliten</i>. Dies Satelliten können dabei <strong>Branchen- bzw. Sektorenwetten</strong> (man wettet, dass ein Teil des Marktes, den Gesamtmarkt schlagen wird) sein, die wiederum mit ETFs abgebildet werden, oder <strong>Investitionen in Einzelaktien</strong> – so wie ich es handhabe. Der Kern des Portfolios besteht aus einer statischen Zusammenstellung von breit diversifizierten Indexfonds und ein weiterer Teil aus einem eher spekulativen aktiv gemanagten Portfolio mit Einzelaktien oder Themen-ETFs. In der Praxis könnte dies bedeuten, dass Du zwei verschiedene <a href="https://finanzbeben.de/depot-vergleich/" target="_blank" rel="noopener">Depots</a> führst, damit Du das Gesamtportfolio entsprechend abgrenzen kannst – das vereinfacht Dir etwas die mentale Buchführung.</p>
<h4>Faktorprämien und Faktor-Investing</h4>
<p>Ein neuer Trend der Kapitalmarktforschung ist das Suchen nach neuen <strong>Faktorprämien</strong> (auch <strong>Smart Beta</strong>), die eine systematische Marktoutperformance ermöglichen. Auf die mathematische Herleitung über multiple Regressionsanalysen und Anwendung des Capital Asset Pricing Models (CAPM), wollen wir an dieser Stelle aber verzichten – das war wirklich (k)ein Spaß an der Uni <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />. Es geht mir vielmehr darum, dass Du den Einfluss dieses Trends auf das Portfoliomanagement verstehst. Faktoren, die Du wahrscheinlich bereits kennst oder zumindest schon einmal gehört hast sind beispielsweise:</p>
<ul>
<li>Quality (Qualität): Gute strategische Positionierung sowie finanzielle Stabilität und Profitabilität</li>
<li>Growth (Wachstum): Stark wachsende Unternehmen – meist unprofitabel</li>
<li>Value (Substanz): unterbewertete Unternehmen (klassische Kennzahlen wie etwa Free Cashflow, KGV etc.)</li>
<li>Momentum: Positiver Kursverlauf, verstärkt durch Newsflow und Prognosen</li>
<li>Size (Größe): Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung</li>
<li>Low Volatility (geringe Schwankung): Unternehmen, die eine geringe Schwankungsfreudigkeit (Volatilität) und damit Risiko aufweisen</li>
</ul>
<p>Empirisch konnten bei diesen Faktoren bereits systematische Überrenditen im Vergleich zur Marktrendite nachgewiesen werden. Daraus hat sich das <strong>Faktor-Investing</strong> entwickelt, bei dem Unternehmen nach diesen und weiteren Faktoren ausgewählt werden. Wir könnten auch sagen, dass jetzt jeder versucht neue Faktoren zu finden, um daraus neue <strong>Portfoliomanagement-Strategien</strong> abzuleiten (wie beim Goldrausch). Man weiß natürlich nur nicht wie lange diese Strategien tatsächlich eine Outperformance bringen, vor allem jetzt, wo diese Faktoren jedem bekannt sind. Dieser Trend ist natürlich ein Fest für jeden aktiven Portfoliomanager, denn einen Manager braucht man normalerweise zur Umsetzung.</p>
<h4>Faktor-Investing bei ETFs</h4>
<p>Aber der Trend lässt sich inzwischen auch beim passiven Anlagestil wiederfinden. Es gibt von MSCI mittlerweile <strong>Faktor-Indizes</strong>, z.B. „MSCI World Momentum Factor“ oder sogar <strong>Multi-Faktor-Indizes</strong>, bei denen mehrere Faktoren miteinander kombiniert werden. Auf dieser Basis werden dann vorselektierte Unternehmen in einen vermeintlich &#8222;<i>elitäreren</i>&#8220; Indexkorb gelegt, der wiederum von Investoren gekauft wird. In wie fern dieser Ansatz dann noch als „passiv“ bezeichnet werden kann, lasse ich an dieser Stelle einfach offen – mache Dir Deine eigene Meinung und schreibe unten in die Kommentarsektion. Des Weiteren lassen sich kritische Stimmen zu den Multi-Faktor-Indizes finden, da die kombinierten Faktoren eine gewisse Abhängigkeit haben. Fraglich ist: Heben sich die Faktoren bei einem Multi-Ansatz gegenseitig auf? Wenn ja, wie viel? Bleibt abzuwarten, wie solche Strategien in Zukunft performen.</p>
<h4>Weitere Anlageprämissen und strategische Ausrichtungen</h4>
<p>Die weiteren Anlageprämissen und Taktiken möchte ich im Folgenden nur aufzählen, da diese Themen zu umfangreich sind und ich hier eigenständige Beiträge plane:</p>
<ul>
<li><strong>Dividendenaristokraten</strong></li>
<li><strong>Dividendenwachstumsstrategie</strong> (Dividend-growth)</li>
<li><strong>Total-Return</strong> (Long-Short)</li>
</ul>
<h2>Portfoliokontrolle (Performance Analyse)</h2>
<h3>Performanceanalyse durch Benchmarking</h3>
<p>Die <i>Messung von Erfolg</i> ist immer nur dann möglich, wenn wir vergleichen können. Um aber überhaupt vergleichen zu können, wird ein Referenzwert benötigt. Im Unternehmens-Controlling verwendet man als Referenzwerte beispielsweise Planungen (z.B. auf der Basis eines Business Plans oder Forecasts). Im Portfoliomanagement hingegen wird als Referenzwert eine Benchmark herangezogen. Eine Benchmark ist in diesem Kontext in der Regel ein <strong>Vergleichsindex</strong>. Es wird also gemessen inwieweit das gemanagte Portfolio von einer gewählten Benchmark abweicht (nach oben oder unten), um dann daraus Schlüsse über die Performance zu ziehen und potentielle Maßnahmen abzuleiten. Die wichtigste Frage dient dabei der Überprüfung der Zielerreichung: Wurde das Ziel Deines Portfolios erreicht? Beispielhafte Ziele (basierend auf der Risikoanalyse):</p>
<ul>
<li>Renditemaximierung und Schlagen eines Vergleich-Indizes</li>
<li>Risikominimierung (in Form von geringer Volatilität)</li>
<li>Kapitalerhalt (Rendite sollte die Inflation decken)</li>
</ul>
<p>Das <strong>Ziel des passiven Portfoliomanagements</strong> liegt ganz einfach in der korrekten Indexabbildung. Das heißt, dass das Portfolio möglichst keine Abweichung (nach oben oder unten) im Vergleich zum Index erzielt. Eine Abweichung nennt man hier auch „<i>Tracking Error</i>“. Beim passiven Portfoliomanagement sollte der Tracking Error im besten Fall bei 0 liegen. In der Realität weichen passive Portfolios aber meist leicht ab, daher sollte das Ziel Nahe 0 liegen.</p>
<h3>Ableitung geeigneter Maßnahmen</h3>
<p>Auf Basis der Performanceanalyse kannst Du dann geeignete Maßnahmen für das weitere Management Deines Portfolios ableiten. Zu diesen Maßnahmen zählen zum Beispiel:</p>
<ul>
<li>Anpassung der definierten Portfoliostruktur</li>
<li>Änderung der Auswahl von Anlagegütern</li>
<li>Rebalancing, um die vormals definierte Portfoliostruktur einzuhalten oder Klumpenrisiken zu vermeiden</li>
<li>Umschichtungen, um beispielsweise den risikobehafteten Anteil zu steuern</li>
</ul>
<h3>Geeignete und irreführende Benchmarks</h3>
<p>Indizes, die für <strong>Benchmarking</strong> geeignet sind, sollten in der Regel möglichst breit diversifiziert sein und einen Großteil des Kapitalmarktes abbilden. Folgende beispielhafte Indizes haben sich dabei in der Praxis als Benchmarks ihrer jeweiligen Region (Sektor) oder Branche durchgesetzt:</p>
<ul>
<li>Welt: MSCI World (ACWI), FTSE All-World</li>
<li>USA: S&amp;P500, DOWJONES, RUSSEL2000</li>
<li>Deutschland: DAX30</li>
<li>Europa: MSCI Europe, STOXX EUROPE 600, STOXX50</li>
<li>Japan: Nikkei, TOPIX</li>
<li>Schwellenländer: MSCI Emerging Markets</li>
<li>Tech-Unternehmen: NASDAQ100</li>
</ul>
<p>Die Schwierigkeit liegt in der Auswahl einer <i>adäquaten Benchmark</i> für Dein Portfolio (bei einem aktiven Investmentstil). Es kommt auf den Schwerpunkt Deiner Investments an. Dabei muss überprüft werden, in welchen Regionen und in welchen Branchen Du investiert bist. Das könnte zum Beispiel auch bedeuten, dass ein Privatinvestor, der eher in Technologiewerte investiert, den NASDAQ100 als Benchmark gegenüber dem klassischen MSCI World vorziehen sollte. Der MSCI World hingegen hat als Seniorpartner immer die USA mit über 50% dabei – da stellt sich die Frage, ob dieser Index dann noch die korrekte Benchmark für die „Welt AG“ ist. Einige aktive Fonds wählen ihre Benchmarks und die Zeiträume auch sehr gewählt, um ein positives Bild ihrer historischen Rendite zu zeichnen (Stichwort: <i>Window-Dressing</i>). Ich persönliche nutze mehrere Benchmarks, um meine Maßnahmen nicht auf irreführenden Tatsachen aufzubauen. Das heißt in der Praxis, ich nutze neben dem „Klassiker“ MSCI World auch noch den MSCI Emerging Markets und den NASDAQ100 als ergänzende Benchmarks. Das begründe ich damit, dass ich derzeit sowohl in den Schwellenländern, als auch im Technologiesektor zu einem größeren Teil investiert bin. Die Analyse nach Sektor/Branche und Region mache ich dabei auch gerne über den <a href="https://www.morningstar.de/de/screener/stock.aspx">Aktien-Screener</a> von Morningstar.</p>
<h3>Ausgewählte Kennzahlen zur Erfolgsmessung</h3>
<ul>
<li>Diverse Renditekennzahlen (Beitrag folgt)</li>
<li>Volatilität (Schwankungsfreudigkeit) als Kennzahl für Risiko</li>
<li>Sharpe-Quotient: Zeigt das (Über-)Rendite-Risiko-Verhältnis</li>
<li>Value-at-Risk (VaR) ist eine Risikokennzahl, die angibt welcher Verlust in einem bestimmten Zeitraum statistisch nicht überschritten wird: Maximaler statistischer Verlust</li>
<li>Tracking Error: Renditeabweichung von der Benchmark</li>
</ul>
<h3>Ausgewählte Analyse Tools</h3>
<ul>
<li><a href="https://www.portfolio-performance.info/">Portfolio Performance</a></li>
<li><a href="https://www.parqet.com/" target="_blank" rel="noopener">Parqet (vormals Tresor One)</a></li>
</ul>
<h2>Portfoliomanagement: Implikationen für Privatinvestoren</h2>
<h3>Kernbotschaften und Takeaways zum privaten Portfoliomanagement</h3>
<ul>
<li>Ziele und Meilensteine definieren (z.B. Altersvorsorge)</li>
<li>Eigene Risikoanalyse erstellen und regelmäßige überprüfen</li>
<li><strong>Zeit im Markt schlägt Market Timing</strong> (fast) immer: Also fange <i>jetzt</i> an zu investieren (<a href="https://finanzbeben.de/spar-zinseszins-rechner/" target="_blank" rel="noopener">Zeitzins und Zinseszins</a>)</li>
<li><strong>Risikoreduktion durch Diversifikation</strong> ist kostenlos</li>
<li>Möglichst Anlageklassen kombinieren, die eine geringe Schwankungsabhängigkeit haben</li>
<li>Konzentration nur für Fortgeschrittene oder mit einem kleinen Teil des Gesamtportfolios</li>
<li>Zeiteinsatz, eigene Expertise und Opportunitätskosten abwägen bei Wahl des Anlagestils</li>
<li>Aktiv zu investieren bedeutet sich regelmäßig mit dem Markt auseinandersetzen zu müssen: Möchtest Du das? Wenn nein, investiere lieber passiv</li>
<li>Anlagestil und Strategie so wählen, dass Du noch schlafen und langfristig daran festhalten kannst</li>
<li>Tatsächliches Risikoempfinden kann bei größeren Kursverlusten von Deinem Risikoprofil abweichen</li>
<li>Wir sind alle nicht rational und der Homo Oeconomicus ist ein Märchen</li>
<li>Verluste wiegen schwerer als Gewinne (mache Dir das bewusst)</li>
<li>Etwas <i>Langeweile</i> beim Investieren <i>als Qualität verstehen</i> lernen: An einer Strategie festhalten und ein ständiges „hin und her [macht Taschen leer]“ vermeiden</li>
<li>Daher schlägt passiv meistens aktiv: Das sollte für die meisten Privatinvestoren gelten</li>
<li>Für den Zocker in Dir: Halte einen kleinen Teil Deines Portfolios in einem separaten spekulativen <a href="https://finanzbeben.de/depot-vergleich/" target="_blank" rel="noopener">Depot</a> mit Einzelaktien (gehe hier meinetwegen nur auf Pennystocks)</li>
<li>Wohlfühlfaktor und Disziplin: Wenn Du die Strategie nicht durchhalten kannst, bringt Dir das beste Modell und auch die beste Ausbildung nichts</li>
<li>Auch wenn Strategien einen langfristigen Zeitraum betrachten, solltest Du stets offen für Anpassungen/Verbesserungen bleiben sofern dringend erforderlich</li>
<li>Werde nicht arrogant, weil Du 2-3 Mal richtig gelegen hast: &#8222;Hochmut kommt vor dem Fall&#8220;</li>
<li>Analyse-Tool zur Erfolgsmessung und Transparenz verwenden und regelmäßig pflegen</li>
<li>Cash ist in der Regel Trash: Bis auf einen Notgroschen für private Ausnahmesituationen und etwas Manövrierkapital, das Du bei Nachkaufkursen investieren könntest, würde ich den Rest abhängig vom Risikoprofil voll investieren</li>
<li>Dein&nbsp;<a href="https://finanzbeben.de/humankapital/" target="_blank" rel="noopener">Humankapital</a> als eigene Anlageklasse verstehen, die nicht (direkt) börsennotiert ist: Wirft in den meisten Fällen die höchste Rendite ab und ist mehr oder weniger risikolos <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></li>
</ul>
<h3>Meine persönliche langfristige Strategie</h3>
<p>Ich persönliche bevorzuge einen Mischansatz beim Management meines Portfolios und folge damit wohl am ehesten der Core Satellite Strategie (<i>semi-aktiv</i> würde ich es eher nennen). Aktuell habe ich aber einen Großteil meines Gesamtportfolios in Einzelposten investiert und nur einen kleineren Teil in Indexfonds. Bis zu meinem Ruhestand möchte ich nach und nach langsam umschichten, um dann später in der Rente einen größeren Teil passiv in einem <a class="thirstylink" title="Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" href="https://finanzbeben.de/link/souveraen-investieren-mit-indexfonds-und-etfs/" target="_blank" rel="noopener sponsored">statischen Indexfondsportfolio</a> zu halten. Wenn die Zeit knapper wird, möchte ich mich nicht mehr 24/7 mit der Börse beschäftigen. Aber der Zocker in mir muss sicherlich weiterhin bedient werden <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> – daher werde ich wahrscheinlich bis zum bitteren Ende auch einen gewissen spekulativeren Anteil im Gesamtportfolio halten. Angefangen in <strong>risikobehaftete Anlageklassen</strong> zu investieren, habe ich 2014 – mit Indexfonds (also passiv). Dazu würde ich auch jedem Anfänger raten, da man so langsam nach und nach in das Thema Portfoliomanagement einsteigen kann und ein Gefühl für seine persönliche Risikoaffinität bekommt. Ich lege jedem Anfänger auch den Börsenführerschein von der mittlerweile verstorbenen Beate Sander ans Herz.</p>
<h3>Eure Meinung und Diskussion der Anlagestile</h3>
<ol>
<li>Wie siehst Du die Diskussion rund um <strong>aktives vs. passives Portfoliomanagement</strong>?</li>
<li>Was hälst Du von den aktuellen Anlagetrends und Faktor-Investing?</li>
<li>Gibst Du die Verantwortung lieber an einen professionellen aktiven Portfoliomanager ab?</li>
<li>Wie sind Deine persönlichen bisherigen Erfahrungen beim Portfoliomanagement?</li>
<li>Hast Du weitere Tipps für Privatinvestoren rund um das Thema Management des eigenen Portfolios?</li>
</ol>								</div>
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		<title>Kaufmann für Versicherungen und Finanzen als Karriere?</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2021 17:27:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Von der Ausbildung bis zur Frage: Angestellt oder besser selbstständig?</p>
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									<h2>Warum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen?</h2>
<p>Die <strong>Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen</strong> ist vielseitig und bietet die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Zudem sind die <strong>Verdienstmöglichkeiten für Versicherungskaufleute</strong> durchaus vielseitig und gut. Da dies nicht mit einem Satz abgehandelt werden kann, werde ich hier mal ein bisschen aufräumen, denn es <u>kann</u> große Unterschiede geben, ob man später im Außen- oder im Innendienst für eine Versicherung arbeitet. Ich betone deshalb „kann“, weil es als Selbstständiger natürlich kein geregeltes Einkommen gibt, aber fangen wir ganz von vorne an.</p>
<h2>Ausbildung als Versicherungskaufmann</h2>
<p>Die Ausbildungsbezeichnung lautet „<strong>Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen</strong>“, abgelöst von dem klassischen Begriff des „<strong>Versicherungskaufmanns</strong>“ (verwende ich wegen der kürzeren Bezeichnung noch gerne). Für diese Ausbildung eignen sich vor allem Personen, die kommunikativ sind und daher &#8222;gut mit Menschen können&#8220;. Wenn ihr euch einen Ausbildungsplatz sucht, würde ich mich an eurer Stelle direkt beim Versicherer anstellen lassen. Die Agentur um die Ecke ist an keinen Tarifvertrag gebunden und ihr stellt euch meist schlechter. Viele Versicherer fordern inzwischen einen Eignungstest, auf den ihr euch <a title="Prüfungsvorbereitung Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen" href="https://finanzbeben.de/link/pruefungsvorbereitung-kaufmann-frau-fuer-versicherungen-und-finanzen/" target="_blank" rel="noopener sponsored">vorbereiten</a> solltet.</p>
<p>Die aktuellen <strong>Ausbildungsvergütungen von Versicherungskaufleuten</strong> sind folgendermaßen:</p>
<h3>Grundvergütung Ausbildung zum Versicherungskaufmann</h3>
<p>gültig seit 01.04.2020</p>
<ol>
<li>Ausbildungsjahr 1.040€</li>
<li>Ausbildungsjahr 1.115€</li>
<li>Ausbildungsjahr 1.200€</li>
</ol>
<p>Gültig ab 01.06.2021</p>
<ol>
<li>Ausbildungsjahr 1.070€</li>
<li>Ausbildungsjahr 1.145€</li>
<li>Ausbildungsjahr 1.230€</li>
</ol>
<div>
<p>Gültig ab 01.09.2022</p>
<ol>
<li>Ausbildungsjahr 1.120€</li>
<li>Ausbildungsjahr 1.195€</li>
<li>Ausbildungsjahr 1.280€</li>
</ol>
<div>
<p>Gültig ab 01.09.2023</p>
<ol>
<li>Ausbildungsjahr 1.170€</li>
<li>Ausbildungsjahr 1.245€</li>
<li>Ausbildungsjahr 1.330€</li>
</ol>
</div>
</div>
<p>Zusätzlich werden 40€ jeden Monat für vermögenswirksame Leistungen gezahlt. Auch können noch Sonderleistungen für Bahnfahrer oder ähnliches geleistet werden. Einfach hier mal im Vertrag nachschauen.</p>
<p>Dies könnt ihr alles unter folgenden Link nachschauen: <a href="https://www.agv-vers.de/fileadmin/doc/tarifvertraege_downloads/tarifvertraege/gehaltstarifvertrag_in_der_ab_02_04_2022_geltenden_Fassung.pdf" class="broken_link">Gehaltstarifvertrag Versicherung</a></p>
<p>Im Verhältnis zu anderen Ausbildungsberufen ist die Grundvergütung im oberen Bereich anzusehen. Den Ausbildungsberuf aber nur nach der Vergütung auszuwählen, ist selbstverständlich nicht zu empfehlen. Überlegt euch, wo eure Talente liegen und ob ihr für diesen Beruf geeignet seid.</p>
<h3>Zusätzliche Verdienstmöglichkeiten als Versicherungskaufmann</h3>
<p>Sofern man die <strong>Ausbildung als Kaufmann für Versicherungen und Finanzen</strong> im Außendienst macht, können hier zusätzliche Einnahmen in Form von Provisionen erwirtschaftet werden. Diese können teilweise so hoch sein, wie die Ausbildungsvergütung selbst. Das hängt stark davon ab, wie gut ihr euch in die Agentur integriert und ob ihr von Anfang an Kundenkontakt haben dürft. Teilweise fängt dies erst im 2. Ausbildungsjahr an. Ich selbst war die ersten 1,5 Jahre im Innendienst und bin dann in den Außendienst gewechselt, die zweite Hälfte der Ausbildung hatte ich ebenfalls kaum Kundengespräche, wodurch ich mir nur wenig dazuverdienen konnte. Kundengespräche hat man aber nach der Ausbildung noch genug, da macht euch mal keine Sorgen. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Wie sagt man so schön: &#8222;Lehrjahre sind keine Herrenjahre&#8220;, denn der Spaß fängt erst nach der Ausbildung an.</p>
<figure style="width: 190px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/02/Auszubildender-mit-Abschluss-200x300.jpg" alt="Ausbildungsstart als Kaufmann für Versicherungen und Finanzen" width="200" height="300"><figcaption class="wp-caption-text">Zum Ausbildungsstart als Kaufmann für Versicherungen und Finanzen verdient man bereits überdurchschnittlich.</figcaption></figure>
<h2>Ausbildung zum Versicherungskaufmann und dann?</h2>
<div>
<h3>Versicherungsberuf ist facettenreich: Innendienst vs. Außendienst</h3>
</div>
<p>Im Anschluss unterscheidet man grundsätzlich den Innendienst vom Außendienst. Ich kann zum Innendienst leider wenig sagen, da ich mich nach der Ausbildung selbstständig gemacht habe und in den Außendienst gewechselt bin. In dem o.a. Link könnt ihr euch aber ein Bild machen, was der Innendienst so hergibt. Je nachdem welche Ambitionen man mal später hat, sind auch Gehälter von bis zu 60.000€ Möglich in Führungspositionen natürlich noch mehr. Der <strong>Versicherungsberuf</strong> bietet aber so viele verschiedene Facetten, dass mich hier auf den Außendienst beschränke. Sofern ihr konkrete Fragen zu bestimmten Zweigen in der Versicherungsbranche habt, schreibt es in die Kommentare unter diesem Artikel, ich würde mich sehr freuen. Kommen wir aber nun zum eingemachten.</p>
<h3>Arten der Selbstständigkeit im Bereich Versicherungen und Finanzen</h3>
<p>Die Versicherungsgesellschaft unterscheidet 3 Arten von Kaufleuten von Versicherungen und Finanzen: 1. Den „klassischen“ <strong>Ausschließlichkeitsvertreter</strong>, der für eine Gesellschaft arbeitet, 2. den Versicherungsmakler, der mehrere Gesellschaften im Portfolio hat und den Honorarberater, der, wieder Name schon sagt auf Honorarbasis arbeitet. Den Honorarberater trifft aber in freier Wildbahn nur selten an und wird sich meiner Meinung nicht durchsetzen, wo bleibt denn die Motivation vernünftig zu beraten, wenn man nur für ein spezielles Thema bezahlt wird? Dennoch gebe ich zu, dass der Honorarberater wirklich unabhängig ist. Das meiste Potential bieten die ersten beiden genannten.</p>
<h2>Voraussetzungen im Vertrieb als Versicherungskaufmann</h2>
<div>
<h3>Mobilität erfordert und soziale Art von Vorteil</h3>
</div>
<p>Um einen <strong>Ausbildungsplatz als Kaufmann für Versicherungen und Finanzen</strong> zu ergattern gibt es grundsätzliche Voraussetzungen. Ein Führerschein der Klasse B sollte vorhanden sein. Einen Kunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu besuchen, kann man machen, aber es empfiehlt sich nicht. Welchen Weg man auch einschlägt, der <strong>Versicherungsvertrieb</strong> ist Fleißarbeit. Man sollte nicht davon ausgehen, dass die Kunden einem die Bude einrennen und man über Nacht reich wird. Ständiger Kundenkontakt ist das Fundament und daher völlig normal. Wer also die Scheu hat einen fremden Menschen anzurufen, der wird es schwer haben. <i>Freundlichkeit, Kompetenz und manchmal auch Hartnäckigkeit</i> sind die Grundpfeiler im Außendienst. Der Versicherungsvertrieb ist immer noch ein Verkäufermarkt.</p>
<h3>Versicherungen und Finanzen als Branche: Geistige, nicht körperliche Arbeit</h3>
<p>Ihr müsst die <i>Bedürfnisse des Kunden</i> erkennen und darauf eingehen. Ist nicht so einfach wie es sich anhört und Bedarf einer Erfahrung über viele Kundengespräche. Das macht den Beruf aber so spannend. Man hat jeden Tag mit neuen aufregenden Menschen zu tun und jeder ist anders. Zusätzlich sollte man <strong>gut mit den eigenen Finanzen umgehen können</strong>. Wie soll ich jemanden zum Konsumverzicht bringen, wenn ich selbst am Ende des Monats nichts übrig habe. Das <a href="https://finanzbeben.de/haushaltsbuch-fuehren/" target="_blank" rel="noopener">Führen einen Haushaltsbuchs</a> kann da schon wahre Wunder helfen und ich kann dies nur jedem empfehlen. Die meisten wissen gar nicht, wo ihr Geld im Laufe des Monats so hingeht.</p>
<h2>Die Eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht</h2>
<figure style="width: 290px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/02/Verdienstmoeglichkeiteiten-Versicherung-300x192.jpg" alt="Vergütung als Kaufmann für Versicherungen und Finanzen" width="300" height="192"><figcaption class="wp-caption-text">Das Gehalt nach der Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen hängt in erster Linie davon ab, ob man im Innen- oder Außendienst arbeitet.</figcaption></figure>
<p>Nun ja, was heißt das denn jetzt im Portemonnaie. Als <strong>Kaufmann für Versicherungen und Finanzen im Außendienst</strong> bekommt häufig von der Versicherung <i>aus zwei Töpfen Geld</i>. Einmal aus der laufenden Betreuung der Kunden, man bearbeitet ja deren Anliegen, hilft bei der Schadenabwicklung und klärt Verwaltungsaufgaben, wie Lastschriftänderungen, Wohnungswechsel etc. Dies wird dadurch indirekt vergütet. Der andere Topf ist der Weg <i>Vertragsabschlüsse</i> mit Kunden, in der Regel auch nur über Neuverträge oder Mehrprämien. Lasst euch aber eins sagen, es ist ein Geschäft nach Masse. Man kann mal den Lucky Punch haben, aber das reicht in der Regel nicht bis zu Rente.</p>
<h3>100.000€ Jahresgehalt als Versicherungskaufmann?</h3>
<p>Die Höhe des Verdienstes ist dann aber nicht begrenzt. Ein erfolgreicher Finanzberater, der schon lange im Geschäft ist, kann so auch mal 80.000-100.000€ brutto pro Jahr verdienen (das kann man als langjährige Führungskraft auch). Als Berufseinsteiger ist das eher unrealistisch. 30.000-40.000€ sind hier die Regel.</p>
<h3>Je länger dabei, desto besser in der Versicherungsbranche</h3>
<p>Man erkennt einen guten Berater daran, dass dieser sich schon einen größeren Kundenstamm über die Jahre aufbauen konnte. Jemand der nach ein paar Jahren aufhört, hat es in der Regel nicht geschafft, oder der Beruf war einfach der Falsche. Eines sollte hier aber außerhalb des Gehalts nie vergessen werden: Der Beruf muss Spaß machen. Wenn ich 40-45 Jahre einen Beruf ausführe, muss ich gerne zur Arbeit gehen. Ich habe täglich mit Menschen zu tun, aus allen Gesellschafts- und Einkommensschichten. Da benötige ich jeden Tag die richtige Motivation, um diesen Menschen mit Respekt entgegentreten zu können.</p>
<h2>Der Weg als Quereinsteiger, ein guter?</h2>
<h3>Schneller Einstieg im Versicherungsvertrieb?</h3>
<p>Wenn man einen schnelleren Weg gehen möchte, kann man auch als Quereinsteiger in dem Beruf Fuß fassen. Hier beträgt die Ausbildung, je nach Gesellschaft zwischen 3-15 Monate und man erlangt den <strong>Versicherungsfachmann</strong>, wobei man sagen muss, dass man nach 3 Monaten nur an der Oberfläche gekratzt hat, eigenständiges arbeiten ist hier noch nicht gegeben. Man erhält in der kurzen Zeit Einblicke in die unterschiedlichen Versicherungsprodukte, aber das war es dann auch. Auch der betriebswirtschaftliche Teil wird außen vorgelassen, welchen ich schon als sehr wichtig empfinde. Falls ihr also die Wahl habt, entscheidet euch für die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen.</p>
<h3>Ohne Hilfe nicht zu schaffen</h3>
<p>Man braucht danach auf jeden Fall eine Agentur, die hier unterstützt. Dabei kann man mal mit einem Einstiegsgehalt von ca. 25.000€ Brutto rechnen. Bedenkt bitte, ihr seid branchenfremd und habt nur ganz kurz in den Beruf reingeschnuppert. Große Gehaltsvorstellungen könnt ihr da nicht verlangen. In den meisten Fällen hat man aber noch die Möglichkeit über Provisionen oder individuelle Vereinbarungen Geld dazuzuverdienen.</p>
<h2>Würde ich mich wieder für den Beruf entscheiden?</h2>
<h3>Vielseitigkeit und Karrierechancen als Versicherungskaufmann</h3>
<p>Der <strong>Beruf des Kaufmanns für Versicherungen und Finanzen</strong> ist vielseitig und die Karrierechancen sind entsprechend groß, geschenkt bekommt man aber wie in jedem anderen Beruf nichts. Eins sollte hier aber außerhalb des Gehaltes nie vergessen werden, der Beruf sollte wie oben geschrieben vor allem Spaß machen und eure Talente bedienen.</p>
<h3>Vielseitigkeit der Menschen und Kundenkontakt begeistert</h3>
<p>Man lernt als Finanzberater und Kaufmann für Versicherungen Menschen aus allen Gesellschafts- und Einkommensschichten kennen und jedes Gespräch ist anders. Das begeistert mich jeden Tag und ich hoffe ich darf diesen Job noch weitere 30 Jahre machen. Falls ihr euch nicht sicher seid, ob der Beruf etwas für euch ist, fragt doch euren netten Berater von nebenan, vielleicht könnt ihr ja mal ein Praktikum machen, um mal reinzuschnuppern. Ich wette hier werdet ihr auf ein positives Feedback stoßen. Gute Berater werden immer wichtiger und die Versicherungsbranche sucht. Was haltet ihr von dem Ausbildungsberuf und haltet ihr diese Ausbildung für erstrebenswert? Nutzt gerne die Kommentarfunktion, falls ihr Fragen zu dem (Ausbildungs-)Beruf habt.</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://finanzbeben.de/karriere-kaufmann-fuer-versicherungen-und-finanzen/">Kaufmann für Versicherungen und Finanzen als Karriere?</a> erschien zuerst auf <a href="https://finanzbeben.de">Finanzbeben</a>.</p>
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		<title>SPAC-Party oder Wahnsinn?</title>
		<link>https://finanzbeben.de/spac-party-oder-wahnsinn/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marius]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2021 17:51:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fortgeschritten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Einschätzung des aktuellen SPAC-Hypes am Beispiel von CHURCHILL CAPITAL CORP IV und dem potentiellen Übernahmekandidaten LUCID MOTORS</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://finanzbeben.de/spac-party-oder-wahnsinn/">SPAC-Party oder Wahnsinn?</a> erschien zuerst auf <a href="https://finanzbeben.de">Finanzbeben</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="2449" class="elementor elementor-2449" data-elementor-post-type="post">
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						<span class="elementor-alert-title">Keine Anlageberatung sowie Interessenkonflikt</span>
			
						<span class="elementor-alert-description">Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung oder Handlungsempfehlung dar. Es wird darauf hingewiesen, dass der Autor zur Zeit der Veröffentlichung des Artikels selber in das hier diskutierte Wertpapier investiert ist oder war und daher ein Interessenkonflikt besteht.</span>
			
			
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									<h2>SPAC-Turbo befeuert Kapitalmarktrally</h2><h3>Aktienmarkt im Rallymodus und SPACs als neuer Trend</h3><p>Gegenwärtig sprechen viele Kapitalmarktexperten von einer notwendigen Korrektur. Manche sprechen sogar von einem bevorstehenden Crash an den Märkten (z.B. <a href="https://www.gevestor.de/details/crash-gefahr-jim-rogers-rechnet-mit-groesstem-crash-unserer-zeit-804938.html" target="_blank" rel="noopener" class="broken_link">Jim Rogers</a>). Währenddessen steigt der Aktienmarkt immer weiter. Insbesondere die jüngsten explosionsartigen Kursanstiege bei den US-amerikanischen börsengelisteten Zweckgesellschaften bzw. Special-Purpose Acquisition Companies (<strong>SPACs</strong>) oder auch <strong>Blankoscheck-Unternehmen</strong> heizen diese Diskussion weiter an.</p><h3>Enorme medial wirksame Kursanstiege bei SPACs nach gemeldeten Deals</h3><p>Die enormen Kursanstiege kommen unmittelbar nach einer erfolgten Ankündigung von einem Deal mit einem vielversprechenden Start-up zustande. Die Finanzvehikel rücken damit auch vermehrt in den Fokus der breiten Öffentlichkeit. Die plötzliche Aufregung über die Flut von Startups, die über SPACs an die Börse drängen, ist groß. Dabei beteiligen sich nicht nur große Finanzakteure, wie etwa Hedge-Fonds, sondern zunehmend auch Privatinvestoren. Frühzeitig Investierten winken dabei potentiell hohe Kursgewinne, wie auch das US-amerikanische <a href="https://www.wsj.com/articles/spac-mania-gives-early-investors-steady-returns-with-little-risk-11610533800">Wallstreet Journal</a> in einem Artikel zu SPACs feststellt. Wenn Du derzeit beispielsweise nach dem Thema &#8222;<strong>SPAC</strong>&#8220; bei Google Trends suchst, wirst Du einen rasanten Interessenzuwachs in den letzten Monaten feststellen.</p><div><figure id="attachment_2383" aria-describedby="caption-attachment-2383" style="width: 1014px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://trends.google.de/trends/"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/02/Google-Trends-Stichwort-SPAC-1024x349.jpg" alt="Google Trends Thema SPAC" width="1024" height="349" /></a><figcaption id="caption-attachment-2383" class="wp-caption-text">Datenquelle: Google Trends</figcaption></figure></div><h3>Lucid Motors, ein eng verwandtes Suchthema</h3><p>Schaut man derzeit weiter noch auf die mit dem SPAC-Thema verwandten und viel gesuchten Stichwörter bei Google Trends, wird man unweigerlich auf <strong>Lucid Motors</strong> stoßen. Lucid Motors ist ein kalifornisches Elektroauto-Startup. Es wird von mehreren US-Medien, darunter auch &#8222;The Motley Fool&#8220;, bereits als das &#8222;<a href="https://www.fool.com/investing/2021/01/14/this-spac-could-be-the-next-tesla/">nächste Tesla</a>&#8220; oder zumindest als eine Alternative zum Elektroautoprimus bezeichnet. Dieser derzeit stark positive Newsflow sowie die aktuelle Stimmung auf diversen sozialen Medien (siehe hierzu auch diverse <a href="https://www.youtube.com/results?search_query=lucid+motors+spac" target="_blank" rel="noopener">YouTube Videos</a> zu Lucid Motors) rund um einen kurz bevorstehenden Börsengang erklären auch den aktuellen Hype. Damit verbunden ist der explosionsartige Kursanstieg des potentiellen SPAC, auf den ich unten weiter eingehen werde.</p><div><figure id="attachment_2502" aria-describedby="caption-attachment-2502" style="width: 545px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://trends.google.de/trends/"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/02/Google-Trends-Stichwort-SPAC-verwandte-Themen.jpg" alt="Google Trends Thema SPACs und Lucid Motors" width="555" height="336" /></a><figcaption id="caption-attachment-2502" class="wp-caption-text">Datenquelle: Google Trends</figcaption></figure></div><p>Ich werfe in diesem Beitrag einen Blick auf die generelle Funktionsweise von SPACs und die aktuelle Marktsituation am Beispiel von Gerüchten rund um die SPAC <b>&#8222;Churchill Capital Corp IV&#8220;</b> (im Folgenden nur kurz <b>CCIV</b>) und dem potentiellen Fusions- bzw. Übernahmeziel Lucid Motors.</p><h2>Funktionsweise von SPACs</h2><h3>SPACs als Kapitalhüllen ohne eigenes operatives Geschäft</h3><p>SPACs sind erst einmal nur börsengelistete Kapitalhüllen. Das heißt, dass diese Kapitalhüllen <em>kein eigenes operatives Geschäft</em> betreiben. Stattdessen werden sie mit Bankguthaben ausgestattet, um damit auf die Suche nach einem potentiellen Fusionskandidaten bzw. Akquisitionsziel zu gehen.</p><h3>Abgrenzung der SPACs vom klassischen Börsengang</h3><p>Durch diese Vorgehensweise, können umfangreiche Offenlegungen, die normalerweise während eines <i>klassischen Börsengangs</i> notwendig wären, vermieden werden. Mit einem klassischen Börsengang ist hier der Initial Public Offering (IPO) Prozess gemeint, bei dem normalerweise ein Unternehmen mit eigenem operativen Geschäft erstmalig Aktien ausgibt (auf diesen Prozess kommen wir vielleicht nochmal in einem anderen Artikel zu sprechen). SPACs suchen bei einem Börsengang Risikoanalysten (Underwriter) und institutionelle Investoren, bevor sie der Öffentlichkeit und damit auch Privatinvestoren Aktien anbieten. Das bedeutet aber auch, dass SPAC-Investoren bei Einstieg in diese Aktien keine Ahnung haben, in welches Unternehmen sie letztendlich investieren werden. Böse Zungen könnten auch behaupten, dass man ein <b>börsengelistetes Rubbellos</b> kauft.</p><h3>Was passiert mit dem Kapital der SPAC?</h3><p>Das Kapital, das SPACs bei einem Börsengang sammeln, wird danach auf ein verzinsliches Treuhandkonto überwiesen. Diese Mittel können nur ausgezahlt werden, um eine Fusion oder Akquisition abzuschließen und sind damit zweckgebunden (<em>special-purpose</em>). Nach einem erfolgreichen Deal werden SPACs normalerweise unter dem Namen des fusionierten oder akquirierten Unternehmens an einer der wichtigsten Börsen notiert. Nach dem Deal hat das gemeinsam notierte Unternehmen dann auch den Zugriff auf das Treuhandguthaben.</p><h3>Begrenzter Zeithorizont für einen Deal und Liquidation der SPAC</h3><p>SPACs haben dabei in der Regel zwei Jahre Zeit, um einen Deal abzuschließen oder müssen sich sonst einer Liquidation stellen. In einigen Fällen kann ein Teil der aus dem Treuhandkonto erzielten Zinsen als Betriebskapital der SPACs verwendet werden. Das maximale Risiko für Investoren ist auf den Liquidationswert der SPACs (Bankguthaben auf einem Treuhandkonto) begrenzt. Wenn eine Liquidation erfolgt, erhalten die Investoren zum Zeitpunkt der Liquidation einen entsprechenden Teil vom Liquidationswert im Verhältnis ihrer Anteile als Auszahlung. Hier hilft zum besseren Verständnis auch ein Blick in die aktuelle Bilanz von der SPAC CCIV:</p><figure id="attachment_2518" aria-describedby="caption-attachment-2518" style="width: 1882px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/02/SEC-CCIV-30-Sep-Abschluss.png" alt="CHURCHILL CAPITAL CORP IV Bilanz zum 30. September 2020" width="1892" height="907" /><figcaption id="caption-attachment-2518" class="wp-caption-text">Quelle: SEC</figcaption></figure><h2>Lucid Motors und die SPAC &#8222;CCIV&#8220;</h2><h3>Erste Gerüchte durch Bloomberg-Artikel Mitte Januar</h3><p>Erstmalig kam das Gerücht rund um einen möglichen Deal zwischen CCIV und Lucid Motors durch einen <a href="https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-01-11/lucid-motors-said-to-be-in-talks-to-list-via-michael-klein-spac" class="broken_link">Bloomberg Artikel Mitte Januar</a> auf. In dem Artikel werden viele Verknüpfungen zwischen verantwortlichen Schlüsselpersonen oder sich Nahestehenden von CCIV und Lucid Motors offengelegt. Jedenfalls sind durch diesen Artikel erstmalig auch viele Privatinvestoren und damit die breite Öffentlichkeit auf Lucid Motors und CCIV aufmerksam geworden.</p><h3>Lucid Motors, ein potentieller Herausforderer von Tesla</h3><p>Lucid Motors wird als aufgehender Stern am &#8222;Stromerhimmel&#8220;, in einer ohnehin schon gehypten E-Auto-Branche, gehandelt. Gegründet wurde das Unternehmen bereits 2007. Damals noch unter dem Namen Atieva. Viele Mitarbeiter von Lucid Motors, darunter auch der aktuelle CTO und CEO Peter Rawlinson, haben zuvor bereits bei Tesla gearbeitet. Als brisant einzustufen ist, dass ausgerechnet Peter Rawlinson für seine Arbeit als Chefingenieur am Tesla Model S bekannt ist. Dieser Fakt allein sorgt schon für eine sehr interessante Konkurrenzsituation zwischen Lucid Motors und Tesla mit seinem CEO Elon Musk.</p><h3>Wichtiger Ankerinvestor aus Saudi-Arabien</h3><p>Der wichtigste Ankerinvestor ist der Öffentliche Investmentfonds von Saudi-Arabien. Dieser investierte 2018 über ein Milliarde US-Dollar in Lucid Motors. Damit lässt sich auch ein Gerücht erklären, nachdem der Investmentfonds von Lucid Motors angeblich erwartet, dass auch ein Werk in Saudi-Arabien errichtet wird damit ein möglicher SPAC-Deal genehmigt wird.</p><h3>Flaggschiff &#8222;Lucid Air&#8220; und Produktionskapazitäten</h3><p>Noch dieses Jahr im Frühling möchte Lucid Motors sein neues Flaggschiff, den Lucid Air, auf den Markt bringen. Dafür wurde in Rekordzeit ein Werk im US-amerikanische Arizona errichtet. Zunächst wird in der ersten Stufe mit einer Produktionskapazität von 34.000 Einheiten geplant. Darüber hinaus soll die Produktionskapazität auf bis zu 400.000 Einheiten pro Jahr ausgebaut werden. Im folgenden Video siehst Du den Lucid Air. Die technischen Daten findest Du relativ schnell, wenn Du nach dem Lucid Air suchst. Es fällt hier besonders auf, dass immer wieder mit Tesla verglichen wird.</p><p></p><h3>Diversifikationsstrategie, Luxussegment und Konkurrenzsituation</h3><p>Lucid Motors hat zudem noch ein Konzept für einen E-SUV vorgestellt und plant weitere kostengünstigere Automodelle für eine breitere Masse. Diese Diversifikationsstrategie, von Premium auf Volumen, kennen wir auch schon von Tesla. Somit dient der Lucid Air vor allem einem: Die Marke Lucid Motors neben Tesla im Stromer-Luxussegment zu platzieren. In einem Interview hat Peter Rawlinson auf die bisher begrenzte Konkurrenz in diesem Segment aufmerksam gemacht. Vergleichbare Autos im Verbrennersegment kommen dabei vor allem von europäischen Anbietern. Dadurch, dass man sich in verschiedenen Marktsegmenten befindet, sieht Peter Rawlinson derzeit also kaum Konkurrenz durch beispielsweise Daimler, BMW und Co.</p><h3>Weitere Indizien und Gerüchte in sozialen Medien</h3><p>Auf diversen Social Media Plattformen, insbesondere YouTube und Reddit, werden derzeit auch noch weitere &#8222;Indizien&#8220; für einen baldigen SPAC-Deal zwischen CCIV und Lucid Motors diskutiert. Zu diesen Indizien zählen neben den zuvor genannten Verknüpfungen von Schlüsselpersonen beider Gesellschaften unter anderem eine Ausweitung von Börsennotizen des CCIV-SPAC, ein Unternehmensregistereintrag von Lucid Motors, der anstehende Super Bowl in Kombination mit einer angeblichen Werbeanzeige von Lucid Motors sowie der zeitlich nahestehende <i>Merger-Monday </i>(hat sich auch nicht bewahrheitet). Dieses Gerücht kam auf, da in der Vergangenheit Akquisitionen und Fusionen in der Regel am Montag verkündet wurden. Auch SPAC-Deals werden gerne am Montag vor- oder nachbörslich gemeldet.<br />Daher könnte es hier eine Verbindung geben, die aber keiner bestätigen<br />kann. Das für mich wichtigste Indiz ist die Ausschreibung für mehrere administrative Stellen im Bereich Investor Relations und SEC-Reporting. Diese Funktionen sind nur bei einer börsennotierten Gesellschaft notwendig.</p><h3>CNBC Interview mit Peter Rawlinson und Frage zur SPAC CCIV</h3><p>Für mich persönlich ist vor allem das letzte Interview von CNBC mit Peter Rawlinson bezeichnend, in dem er direkt danach gefragt wurde, ob er mit CCIV den Gang an die Börse wagt und ob es sogar bereits einen Deal gibt. Natürlich konnte er in diesem Interview nichts bestätigen oder ausräumen. Aber sein Grinsen ist schon lustig. Sieh es Dir selber an und sage mir, ob er ein guter Pokerspieler ist. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p><p></p><p>Das originale und ungeschnittene Interview scheint nicht mehr verfügbar zu sein. Zumindest konnte ich nichts mehr finden auf CNBC. Daher habe ich hier eine Sekundärquelle eingebunden. Das könnte ein weiteres Indiz für einen möglichen Deal sein, falls das Management von Lucid Motors darum gebeten hat, das Interview zu schneiden.<em><br /></em></p><h3>Bloomberg Terminal Status Update des SPACs CCIV (<em>Update vom 12.02.2021</em>)</h3><p>Im Bloomberg Terminal, einer Platform für professionelle Finanzmarktdaten, wurde der Verhandlungsstatus von &#8222;in Verhandlung&#8220; (<em>Negotiation</em>) auf &#8222;liegt vor&#8220; (<em>On the Block</em>) angepasst. Darüber hinaus wurde die Zahlungsmethode von Aktien auf Cash geändert. Dieses Status-Update hat den Aktienkurs jetzt weiter steigen lassen. Auf den sozialen Medien gehen Viele von einer baldigen Nachricht eines Deals aus. Es bleibt spannend.</p><h3>Kurszuwächse und Handelsvolumen machen CCIV zur meistdiskutierten SPAC</h3><p>Schaust Du Dir die gegenwärtigen Kurszuwächse von CCIV und das Handelsvolumen im Vergleich zu anderen SPACs an, kannst Du nur ins Staunen geraten. Es scheint so, als wenn der Markt den Deal zwischen CCIV und Lucid Motors schon größtenteils eingepreist hat. Das bringt natürlich auch ein extremes Risiko mit sich, wenn wir die aktuelle Marktkapitalisierung von CCIV mit dem Liquidationswert (Treuhandvermögen) vergleichen. Es bleibt abzuwarten, was die nächsten Woche bringen. Fest steht: Timing, Kapitalbedarf und Markenbildung sprechen für einen zeitnahen Deal von Lucid Motors. Ob das letztendlich wirklich mit CCIV passiert, steht aber in den Sternen. Aber dahin scheint der Kurs aktuell zu laufen.</p><figure id="attachment_2522" aria-describedby="caption-attachment-2522" style="width: 1425px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://finanzbeben.de/wp-content/uploads/2021/02/spachere-cciv.png" alt="spacHero top SPACs" width="1435" height="625" /><figcaption id="caption-attachment-2522" class="wp-caption-text">Quelle: spacHero.com</figcaption></figure><h2>SPAC-Hype oder große Chance?</h2><h3>Einmalige Chance oder ein Zeichen für einen überhitzten Markt</h3><p>Ich weise an dieser Stelle nochmal darauf hin: Es gibt bisher keine Bestätigung, dass sich Lucid Motors und CCIV geeinigt haben. Das heißt konkret, dass das derzeitige Premium (Aufschlag) zum Liquidationswert von CCIV rein <em>auf einer Hoffnung basiert</em>. Daher sprechen hier böse Zungen auch von einem klaren Indikator für eine Blase.</p><h3>Einstiegszeitpunkt und Fallhöhe des SPAC-Investments</h3><p>Wer hier früh eingestiegen ist, hat trotz aller Kritik diverser Kapitalmarktexperten bereits jetzt einen stattlichen Kursgewinn erzielt. Ich zähle mich auch zu den glücklichen frühzeitigen Investoren, die noch in den &#8222;Teens&#8220; investiert haben. Daher ist mein persönliches Risiko begrenzt. Es würde mir jetzt aber schwer fallen, an dieser Stelle noch selber zu investieren, wenn ich an der Seitenlinie stehen würde. Aber das muss jeder selber für sich entscheiden. Meiner Meinung nach geht man ein hohes Risiko ein, wenn man jetzt noch in CCIV investiert. Bei einem Kurseinbruch kann man hier eventuell mit einer kleinen Position noch reinkommen. Man sollte sich den Risiken allerdings genau bewusst sein. Die SPAC kann auch wieder auf 10-12 US-Dollar fallen (Liquidationswert). Allerdings kann keiner sagen, wohin der Kurs geht, wenn der Deal tatsächlich bestätigt wird.</p><h3>Wo Rauch ist, ist meist zumindest auch ein Strohfeuer</h3><p>Ich persönlich muss an der Stelle zugeben, dass mich die vielen Indizien insgesamt darin bestärkt haben meinen Kursgewinn noch nicht zu realisieren und hier auf der Long-Seite zu bleiben. Timing, Kapitalbedarf und vor allem die notwendige Schnelligkeit bestärken mich darin, dass Lucid Motors den Schritt an die Börse über CCIV tatsächlich anstrebt. Wer will denn schon das &#8222;nächste Tesla&#8220; verpassen? #nofomo <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p><ul><li>Wie siehst Du das Gerücht rund um Lucid Motors und CCIV?</li><li>Wird der SPAC-Zug, wie ihn die <a href="https://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/boersenmaentel-der-spac-zug-rast-weiter-17160595.html" target="_blank" rel="noopener">FAZ</a> kürzlich bezeichnet hat, jetzt auch nach Europa und damit Deutschland rasen?</li><li>Was hälst Du von der aktuellen Situation rund um den SPAC-Hype?</li><li>Stimmst Du mir zu, dass SPACs teilweise börsengelistete Rubbellose sind?</li></ul><p>Schreibe Deine Meinung in die Kommentarsektion.</p><p><em><span style="text-decoration: underline;">Update vom 09.04.2021:</span><br /></em></p><p>Dear Deal ist inzwischen längst durch und CCIV (bald Lucid Motors) hat sich seitdem mehr als halbiert. In der Spitze waren wir bei rund 50 USD. Ich bin zwischenzeitlich kurz raus und habe mich jetzt wieder langfristig neu positioniert. Dennoch hat der Kursverfall durch den verkündeten <a href="https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/tesla-konkurrent-aus-kalifornien-lucid-motors-geht-an-die-boerse-und-ist-direkt-24-milliarden-dollar-wert/26941412.html?ticket=ST-1352318-L5SraQKQgCggUY0N2gFM-ap4" target="_blank" rel="noopener">PIPE-Deal</a> (das Handelsblatt berichtete) gezeigt, wie risikobehaftet solche gehypten SPACs wirklich sind. Der Einstiegszeitpunkt hat hier darüber entschieden, wie hoch der Verlust bei einigen Privatinvestoren dann in der Folge ausfiel. Ich rate Dir daher generell davon ab auf solche Hype-Züge aufzusteigen, wenn sich schon eine deutliche Fahnenstange im Kursverlauf gebildet hat. Ich hatte hier nur etwas Timing-Glück. Es bleibt aber spannend, wie Lucid Motors sich entwickeln wird. Langfristig halte ich das Unternehmen noch immer für sehr interessant.</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://finanzbeben.de/spac-party-oder-wahnsinn/">SPAC-Party oder Wahnsinn?</a> erschien zuerst auf <a href="https://finanzbeben.de">Finanzbeben</a>.</p>
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