<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Finanzen? Erklärt!</title>
	<atom:link href="https://www.finanzen-erklaert.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.finanzen-erklaert.de</link>
	<description>Wissenswertes rund ums Thema persönliche Finanzen</description>
	<lastBuildDate>Mon, 05 Aug 2024 13:30:40 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.7.5</generator>

<image>
	<url>https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2019/12/cropped-graph-163549_1280-32x32.jpg</url>
	<title>Finanzen? Erklärt!</title>
	<link>https://www.finanzen-erklaert.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Das größte Risiko sind schwache Nerven, nicht die Börse!</title>
		<link>https://www.finanzen-erklaert.de/das-groesste-risiko-sind-schwache-nerven-nicht-die-boerse/</link>
					<comments>https://www.finanzen-erklaert.de/das-groesste-risiko-sind-schwache-nerven-nicht-die-boerse/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Georg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Aug 2024 13:24:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzielle Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensaufbau]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.finanzen-erklaert.de/?p=6485</guid>

					<description><![CDATA[Dieser Blog-Artikel wurde ursprünglich am 05.06.2021 veröffentlicht. Aufgrund der aktuellen Marktentwicklung möchte ich diesen gerne allen Lesern noch einmal in Erinnerung rufen. Gemäß der populären 4%-Regel benötigt man um finanziell unabhängig zu sein mindestens das 25-fache der jährlichen Ausgaben. Und dabei handelt es sich noch um eine optimistische Kalkulation. Wer auf der sicheren Seite stehen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Blog-Artikel wurde ursprünglich am 05.06.2021 veröffentlicht. Aufgrund der aktuellen Marktentwicklung möchte ich diesen gerne allen Lesern noch einmal in Erinnerung rufen.</p>
<hr />
<p>Gemäß der populären 4%-Regel benötigt man um finanziell unabhängig zu sein mindestens das 25-fache der jährlichen Ausgaben. Und dabei handelt es sich noch um eine optimistische Kalkulation. Wer auf der sicheren Seite stehen will, sollte je nach Alter eher mit <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/vorsicht-vor-der-4-regel/">Faktor 30 bis 35</a> kalkulieren. Finanzielle Unabhängigkeit und ein beachtliches Vermögen gehen also oft Hand in Hand.</p>
<p>Um aber die Rendite zu generieren, die benötigt wird, um ein Portfolio dauerhaft erfolgreich zu entsparen, muss der Teil des Vermögens, mit dem nach Berücksichtigung aller übrigen Vermögensgegenstände (Renten, Versicherungen, Immobilien, etc.) die Rentenlücke geschlossen werden soll, breit diversifiziert in liquide Aktien ETFs investiert werden. Und genau hier liegt der Hund begraben. Denn Aktien unterliegen täglichen Wertschwankungen. Dieser Stress ist für viele nur schwer zu ertragen. Insbesondere dann, wenn das Aktien-Depot den essenziellen Teil zum gesamten Budget beisteuert.</p>
<p>Das über viele Jahre in Eigenregie selbst aufgebaute Aktien-Depot stellt für viele Sparer in Deutschland nach wie vor die Ausnahme dar. Stattdessen wurde Vermögen in den letzten Jahren hauptsächlich mit Immobilien erlangt.</p>
<h4><strong>Immobilien täuschen Wertstabilität vor</strong></h4>
<p>Der Wert einer Immobilie wird nicht sekündlich neu berechnet und ist nicht jederzeit einsehbar. Der Immobilienmarkt reagiert auf sich verändernde Rahmenbedingungen erheblich langsamer als der Aktienmarkt, und ist gleichzeitig weniger transparent. In einer Krise kommt es auf dem Immobilienmarkt zunächst zu einem spürbaren Rückgang des Transaktionsvolumens, bevor letztendlich auch Preiseffekte sichtbar werden. Ein nervenzehrendes tägliches Auf und Ab wie an der Börse gibt es nicht. Der mit den Schwankungen des Aktienmarktes verbundene psychologische Stress entfällt.</p>
<h4><strong>Bin ich mental bereit ein Million-Depot zu führen?</strong></h4>
<p>Der Immobilien-Boom läuft nun schon länger als eine Dekade, und immer mehr der damaligen Investitionen in Betongold fallen aus der 10-jährigen Spekulationsfrist. Für viele ist dies der richtige Zeitpunkt die eigene Asset-Allokation zu überdenken. Doch der schlagartige Aufbau eines Aktien-Depots im 7-stelligen Bereich ist alles andere als trivial. Es empfiehlt sich eine gewissenhafte Vorbereitung.</p>
<p>Klar im Vorteil ist hier, wer sein Depot selbst über viele Jahre oder Dekaden von Null an aufgebaut und so nebenbei wertvolle Erfahrung in Krisensituationen gesammelt hat. Der Corona-Crash war beispielsweise eine solche Erfahrung. Eine Art Intensivkurs könnte man sogar sagen. Denn für diese Crash-Lektion musste man nur sehr kurz leiden. Wer durch langfristiges Investieren und aus eigener Kraft selbst ein Million-Depot aufgebaut hat, ist mental für einen Crash und temporären Wertverlust oft gut gerüstet.</p>
<p>Wenn man aber bisher nicht die Gelegenheit hatte persönliche Krisen-Erfahrung zu sammeln, dann hilft es sich zumindest ausführlich mit der Historie des Marktes befassen.</p>
<p>Ziel ist Stressstabilität aufzubauen, damit nicht negative Emotionen das Handeln beeinflussen. An der Börse muss man stets rational handeln. Mir persönlich hilft es, mich selbst regelmäßig an die zu erwartenden und unerwarteten Verluste zu erinnern. Ich betrachte die Börse als zufällige Abfolge von sich immer wiederholenden positiven und negativem Ereignisse. Dadurch wird der Aktienmarkt und das mit ihm verbundene Risiko für den menschlichen Verstand leichter beherrschbar. Wer weiß was ihn erwartet, der wird nicht überrascht und behält Kontrolle. Und wer Kontrolle hat, der kann auch in Krisenzeiten rationale Entscheidungen treffen und folgenschwere Fehler verhindern. Und auch als erfahrener Anleger ist es wichtig sich jederzeit bewusst zu machen, dass temporäre Verluste dazugehören. Wer sich intensiv mit der Historie des Aktienmarkts befasst, kann eine gesunde Erwartungshaltung entwickeln.</p>
<h4><strong>Stressstabilität trainieren</strong></h4>
<p>Zu diesem Zweck nehmen wir uns heute einen ganz besonderen Daten-Leckerbissen vor: tägliche Daten des S&amp;P 500 Total Return Index von 1928 bis heute. Das sind volle 93 Jahre oder gute 23.000 Datenpunkte. Weltweit einzigartiges Material, denn es gibt keinen anderen Aktienindex der älter ist als der US-amerikanische S&amp;P 500. Das Datenmaterial enthält u.a. auch eine tägliche Beschreibung der Marktentwicklung während der Weltwirtschaftskrise ab 1929:</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-6487" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Krise-1929-taeglich.png" alt="" width="1299" height="833" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Krise-1929-taeglich.png 1299w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Krise-1929-taeglich-300x192.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Krise-1929-taeglich-1024x657.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Krise-1929-taeglich-768x492.png 768w" sizes="(max-width: 1299px) 100vw, 1299px" /></p>
<p>Um das damalige Börsengeschehen im Detail nachzuvollziehen, betrachten wir die Grafik mit hohem Zoom-Faktor. Der 1929er Crash und die anschließende 25-jährige Erholung sind eigentlich zwei Ereignisse: Weltwirtschaftskrise und 2. Weltkrieg. Man sieht im Chart wie ab 1935 eine deutliche Erholung beginnt, die dann ab 1937 wieder vollständig erodiert. Anschließend verharrt der Markt bis Kriegsende auf niedrigem Niveau. Ohne den 2. Weltkrieg hätte sich die Börse vermutlich deutlich schneller erholt. Wer auf dem Hoch im September 1929 in die Entnahmephase gestartet ist, der durchlief den historischen Worst-Case. Mein <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/beratung/">Finanzplanungstool</a> bezieht auf Wunsch auch dieses Ereignis in den Stresstest mit ein.</p>
<h4><strong>Die entscheidende Frage lautet nicht ob, sondern wann es crasht</strong></h4>
<p>Ich habe aus dem zuvor erwähnten Datensatz einige interessante Fakten extrahiert. Diese helfen das eigene Risikobewusstsein zu schärfen, und ein Mindset zu entwickeln, das auf Basis von Wissen einen vernünftigen Umgang mit Krisen und dem mit Verlusten verbundenen Stress ermöglicht.</p>
<p>Die folgende Tabelle beschreibt die statistische Häufigkeit von Tagesverlusten, gemessen über den Zeitraum von 1928 bis heute. Ein Anleger mit einem Depot i.H.v. einer Million Euro, investiert in Aktien, wird mit einer vorhersehbaren Regelmäßigkeit Verluste in unterschiedlicher Höhe erleiden:</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-6489" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Verlusthaeufigkeiten.png" alt="" width="610" height="306" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Verlusthaeufigkeiten.png 764w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Verlusthaeufigkeiten-300x151.png 300w" sizes="(max-width: 610px) 100vw, 610px" /></p>
<p>Wer beispielsweise ein 1 Million Euro großes Aktien-Portfolio unterhält, muss darauf vorbereitet sein, durchschnittlich an einem Tag pro Woche mehr als 5.800 Euro zu verlieren. Einmal pro Monat ist sogar mit einem Tagesverlust von mindestens 17.100 Euro zu rechnen. Und einmal pro Jahr wird es rein statistisch einen Tag geben, an dem das Depot innerhalb von 24 Stunden mehr als 47.100 Euro verliert.</p>
<p>Das übersteigt das Jahresbudget, über welches der Investor gemäß der populären 4%-Regel verfügen darf. Ein Jahr finanzielle Freiheit verpufft im Verlaufe eines Börsentags. Dieses Ereignis wird jeder regelmäßig erleben, der ernsthaft die finanzielle Unabhängigkeit anstrebt.</p>
<p>Ab hier wird’s richtig schwierig. Denn die rein statistisch eher selten zu erwartenden Tagesverluste sind nicht nur bedeutend höher, nein es kommt auch noch ein weiteres Phänomen dazu: <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Volatility_clustering">Volatility Clustering</a>. Dahinter verbirgt sich die Erkenntnis der Finanzwissenschaften, dass hohe Tagesverluste (genau wie hohe Tagesgewinne) selten alleine auftreten. Gehen die Kurse beispielsweise an einem Tag 9% runter, dann ist in den Tagen zuvor wahrscheinlich schon etwas passiert. Und für die Zeit danach ist definitiv mit weiteren Kurseinbrüchen zu rechnen. Die folgende Tabelle zeigt die schlechtesten Handelstage der letzten 120 Jahre:</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-6488" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Top-20-Kurseinbrueche.jpg" alt="" width="435" height="471" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Top-20-Kurseinbrueche.jpg 512w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Top-20-Kurseinbrueche-277x300.jpg 277w" sizes="(max-width: 435px) 100vw, 435px" /></p>
<p>Man erkennt den zuvor erwähnten Effekt „Volatility Clustering“ deutlich. Die drei gelb markierten Ereignisse haben sich beispielsweise alle während der Corona-Krise zugetragen. Mit nur wenigen Tagen Abstand ging es zuerst 7,79%, dann 9,99% und schließlich 12,93% bergab. Man bemerke die zunehmende Stärke der Verluste. Es ist für mich sehr gut nachvollziehbar, wenn an dieser Stelle einige Kapitalmarkt-Akteure <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/panikverkaeufe-waehrend-corona-ist-die-riester-rente-endgueltig-gescheitert/">die Nerven verloren und die Reißleine gezogen haben</a>. Wer beispielsweise mit einem Aktien-Vermögen von einer Million Euro in die Corona-Krise gegangen ist, der musste temporäre Verluste von knapp 400.000 Euro ertragen.</p>
<p>Ich finde es wichtig sich der zuvor beschriebenen Verlustereignisse bewusst zu sein, und zu realisieren, dass es sich dabei aus der Perspektive eines Buy and Hold Investors nicht um außergewöhnliche adverse Ereignisse handelt. Stattdessen handelt es sich um erwartete Ereignisse, deren regelmäßiger Eintritt im Zeitablauf so sicher ist, wie das Amen in der Kirche. Ein Monatslohn oder ein ganzes Jahresgehalt sind ganz schnell verschwunden. Während der Corona-Krise hätte man mit dem unrealisierten Verlust ein Haus kaufen können. Das muss man aushalten. Und man kann es aushalten, wenn man weiss, dass sich Ruhe bewahren lohnt.</p>
<p>Wer im Rahmen der eigenen Entnahmestrategie auf einen hohen Aktien-Bestand setzt, der muss trotz heftiger Wertschwankungen die Nerven bewahren können. Der grösste Fehler wäre ein Notverkauf, und damit sehr wahrscheinlich die selbstverschuldete Vollkatastrophe. Wer dem Stress eines Kursrutsches nicht gewachsen ist, der wird in der Folge vermutlich auch an der psychologischen Hürde der „<a href="https://www.investopedia.com/terms/r/regret-avoidance.asp" class="broken_link">Regret Avoidance</a>“ scheitern. Gemäß dieser fällt es Anlegern schwer sich selbst falsche Entscheidungen einzugestehen. Oft ist der Wiedereinstieg nach dem Notverkauf aber nur zu höheren Kursen möglich. Dadurch ginge in der Folge ein Teil des zuvor erwirtschafteten Gewinns dauerhaft verloren, was im Kern dem Eingeständnis einer Fehlentscheidung gleicht. Steigt der Markt im Anschluss immer weiter, verleiht dies dem Regret-Avoidance Effekt zusätzliche Wirkung. Ein Teufelskreis, dem man im schlimmsten Fall nicht mehr entkommt und der das Ende der Anleger-Karriere bedeuten kann.</p>
<p>Man stelle sich einmal folgendes Szenario vor: Das Million-Depot ist nach 40% Kurseinbruch nur noch 600.000 Euro wert. Panik in den Medien – diesmal ist alles anders! Der Stress ist so hoch, dass man am Ende doch sämtliche Wertpapiere verkauft, um wenigstens noch einen Teil des Vermögens vor dem vermeintlichen Weltuntergang zu retten. Einen Monat später steht der Markt nur noch bei 30% Verlust. Du könntest jetzt einsteigen, aber dann wären 100.000 Euro Kapital für immer verloren. Noch ein Monat später steht der Markt bei nur noch minus 20%. Der Frust ist jetzt noch größer. Lieber 200.000 Euro Verlust fest einbuchen, oder darauf hoffen, dass es nochmal runter geht?</p>
<p>Am besten ist, wenn man in der Krise einen kühlen Kopf bewahrt. Dies gelingt, indem man sich intensiv mit dem Verhalten der Märkte in Krisensituationen befasst. Der Ablauf ist nämlich in groben Zügen immer der gleiche.</p>
<h4><strong>Extreme Marktereignisse sind nicht normalverteilt und treten häufiger auf als erwartet</strong></h4>
<p>Schauen wir uns zum Abschluss noch ein paar interessante Fakten aus 93 Jahren Aktienmarkt-Geschichte an. An 53,1% aller Handelstage ist der Markt gestiegen. Der durchschnittliche Anstieg an einem positiven Börsentag beträgt 0,75%, während der durchschnittliche Verlust an einem negativen Börsentag 0,79% beträgt. Verluste treten also seltener auf, sind aber im Betrag etwas höher als Gewinne.</p>
<p>Die gewichtete, durchschnittliche Rendite beträgt dementsprechend 53,1% x 0,75% + 46,9% x -0,79% = 0,03%. Das ist, natürlich rein statistisch betrachtet, der durchschnittliche Ertrag den ein Buy and Hold Investor an ca. 250 Handelstagen pro Jahr erwarten darf. Kleinvieh macht viel Mist. Plausibilitäts-Check: Dies entspricht einer annualisierten (nominalen) Rendite von 1,0003^250 – 1 = 7,78%.</p>
<p>Die Standardabweichung der täglichen Rendite beträgt in dem zugrundeliegenden Datenmaterial 1,18%. Wären die Renditen Normalverteilt, was in den Finanzwissenschaften oft angenommen wird, dann müssten 68,2% aller beobachteten Tagesrenditen im Intervall 0,03% +/- 1,18%, also zwischen -1,15% und + 1,21% liegen.</p>
<p>Um die Hypothese einer Normalverteilung zu untersuchen habe ich folgende Grafik erstellt:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-6486" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Beobachtung-vs-Normalverteilung.png" alt="" width="1302" height="660" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Beobachtung-vs-Normalverteilung.png 1302w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Beobachtung-vs-Normalverteilung-300x152.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Beobachtung-vs-Normalverteilung-1024x519.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2021/05/Beobachtung-vs-Normalverteilung-768x389.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1302px) 100vw, 1302px" /></p>
<p>Die blaue Linie zeigt die tatsächliche Verteilung der beobachteten Renditen. Die orange Linie beschreibt dagegen die zu erwartende Verteilung, sollten die Renditen normalverteilt sein. Eine faszinierende Grafik, die Abweichung ist offensichtlich. Bis zu weiten Intervallgrenzen (3% und 97%), fallen die beobachteten Renditeschwankungen geringer aus als erwartet. Bei den negativen Renditen liegt die blaue Linie über der orangen Linie, genau umgekehrt bei den positiven Renditen.</p>
<p>Nicht jedoch an den Rändern der Verteilung. Ab dem Schnittpunkt der beiden Linien treten extreme Ereignisse in der Realität plötzlich weitaus öfter auf, als es die Normalverteilung zulassen würde. Experten sprechen an dieser Stelle von sogenannten Fat-Tails und dem <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Tail_risk">Tail-Risk</a>. Extreme Ereignisse treten in der Realität relativ häufig auf.  Wer mehrere Dekaden investiert ist, der wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mindestens einen Börsencrash durchleben.</p>
<h4><strong>Fazit</strong></h4>
<p>Der Aufbau eines notwendigen Risikobewusstseins ist ein entscheidender Lernprozess und viel mühsamer als sich einfach nur das notwendige Grundlagenwissen über Aktien und ETFs anzueignen. Wer enthusiastisch ist und schlagartig mit großen Summen in den Aktienmarkt einsteigen will, der sollte daher seine Stressstabilität selbstkritisch prüfen. Idealerweise hat man sich das eigene Risiko-Mindset über viele Jahre aktive Börsenerfahrung aufgebaut. Zu diesem Zweck ist keine große Position erforderlich, man muss aber involviert sein. Denn selbst, wenn nur ein geringer Betrag wie 100 Euro in einen ETF investiert wird, führt dieses aktive Engagement automatisch dazu, dass man das Marktgeschehen zu verfolgen beginnt. Wer beispielsweise plant in den kommenden Jahren ein größeres Immobilienvermögen in Aktien umzuschichten, der sollte bereits jetzt ein kleines Depot eröffnen. Kein Studium der Börsengeschichte kann selbst gesammelte Erfahrungen ersetzen.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.finanzen-erklaert.de/das-groesste-risiko-sind-schwache-nerven-nicht-die-boerse/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>46</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der globale Investor Teil (1) – Kursrisiken während der Ansparphase</title>
		<link>https://www.finanzen-erklaert.de/der-globale-investor-teil-1-kursrisiken-waehrend-der-ansparphase/</link>
					<comments>https://www.finanzen-erklaert.de/der-globale-investor-teil-1-kursrisiken-waehrend-der-ansparphase/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Georg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Apr 2024 18:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vermögensaufbau]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.finanzen-erklaert.de/?p=7553</guid>

					<description><![CDATA[In den vergangenen Wochen habe ich mich intensiv mit einem neuen Datensatz der Wechselkursverläufe befasst. Dabei sind spezielle Erkenntnisse entstanden, die ich in der nächsten Zeit detailliert mit allen Lesern des Blogs teilen werde. Da die Fülle an neuen Informationen sehr groß ist, habe ich entschieden eine kleine Artikel-Serie mit dem Namen „Der globale Investor“ [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>In den vergangenen Wochen habe ich mich intensiv mit einem neuen Datensatz der Wechselkursverläufe befasst. Dabei sind spezielle Erkenntnisse entstanden, die ich in der nächsten Zeit detailliert mit allen Lesern des Blogs teilen werde. Da die Fülle an neuen Informationen sehr groß ist, habe ich entschieden eine kleine Artikel-Serie mit dem Namen „Der globale Investor“ zu starten. Heute beginnen wir mit Teil 1, der Analyse der Ansparphase.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aufbau der Studie über Wechselkursrisiken</strong></h2>



<p>Konkret werden wir mit den Daten des MSCI World TR Brutto-Index arbeiten, also dem Index, in den viele von uns vernünftigerweise einen erheblichen Teil ihres Vermögens investieren. Den MSCI-World Index gibt es seit 1970. TR steht dabei für Total Return und bedeutet, dass auch die Dividenden in der Performance berücksichtigt sind. Da es sich darüber hinaus um einen Brutto-Index handelt, sind auch keine Quellensteuern berücksichtigt.</p>



<p>Der Index beschreibt in seiner originären Version die Wertentwicklung des weltweiten Aktienmarkts in US-Dollar. Fast alle Studien zu Renditen und Entnahmeraten basieren auf der Analyse dieser Renditedaten. Häufig werden dann allgemeine Schlussfolgerungen über die Rendite des Aktienmarktes getroffen, und es wird nicht zwischen den verschiedenen Währungsräumen dieser Welt differenziert. Tatsächlich habe ich vor einigen Jahren in <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/vorsicht-vor-der-4-regel-teil-2-welchen-einfluss-haben-wechselkursrisiken-auf-die-sichere-entnahmerate/" data-type="post" data-id="530">diesem Artikel</a> untersucht, welchen Einfluss das Euro-Dollar Wechselkursrisiko auf die sichere Entnahmerate hat. Wir haben damals gelernt, dass das Wechselkursrisiko besser nicht ignoriert werden sollte.</p>



<p>Im Rahmen der hier vorliegenden Analyse werden wir diese Betrachtungsweise auf insgesamt 13 Währungsräume ausweiten (12 Fremdwährungen und US-Dollar). Konkret werden wir uns ansehen welche individuelle Renditeerfahrung MSCI-World Investoren in unterschiedlichen Währungsräumen gemacht haben. Dazu werden wir den originären MSCI World Index in US-Dollar unter Verwendung von historischen Wechselkursdaten in die verschiedenen Fremdwährungen umrechnen. Anschließend werden wir die auf diese Weise erzeugten MSCI-World Renditen für die verschiedenen Währungsräume analysieren. Im letzten Schritt werden wir dann unter Verwendung der lokalen Inflationsdaten die realen Renditen je nach Währungsraum berechnen, und dabei auch das Zusammenspiel von Wechselkursen und Inflation analysieren. An dieser Stelle sei vorab verraten, dass wir dabei auch eine eindeutige Empfehlung hinsichtlich des Umgangs mit Wechselkursrisiken erhalten werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie haben Wechselkurse die Depot-Rendite langfristig beeinflusst?</strong></h2>



<p>Doch der Reihe nach. Werfen wir zunächst einen Blick auf die im Rahmen der vorliegenden Studie betrachteten Wechselkurse. Die folgende Tabelle gibt einen groben Überblick über die historische Entwicklung der Fremdwährungen gegenüber US-Dollar:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="401" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Wechselkurshistorie-1024x401.png" alt="" class="wp-image-7560" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Wechselkurshistorie-1024x401.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Wechselkurshistorie-300x118.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Wechselkurshistorie-768x301.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Wechselkurshistorie.png 1141w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Im weiteren Verlauf des Artikels werden wir die einzelnen Währungen mit dem internationalen 3-stelligen Währungscode benennen. Sämtliche Daten bis auf indische Rupie und Euro liegen ab 1971 vor, d.h. wir können den MSCI-World Index nahezu vollständig in die verschiedenen Fremdwährungen umrechnen, und anschließend analysieren.</p>



<p>Wechselkurse sind historische gewachsen, und die Notierungen gegen US-Dollar sind daher nicht immer einheitlich. Normalerweise wird ein Wechselkurs in Einheiten Fremdwährungen pro US-Dollar ausgedrückt. Beispielsweise hat man im Jahr 1971 für einen US-Dollar 357,72 YEN erhalten, Ende 2023 dagegen nur noch 147,32 YEN. Der Yen hat also im Zeitablauf gegenüber dem Dollar an Wert gewonnen (+142,82%). Bei den Währungen GBP, AUD, NZD und Euro ist es umgekehrt, hier drückt der Wechselkurs die Anzahl US-Dollar pro Einheit Fremdwährung aus. So hat man im Jahr 1971 noch 2,42 US-Dollar für ein britisches Pfund erhalten, Ende 2023 gab es dagegen nur 1,27 US-Dollar für ein britisches Pfund. Das britische Pfund hat demnach gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren (-47,52%). Der Grund weshalb GBP, AUD und NZD anders behandelt werden ist die historische Bedeutung des britischen „Empires“ im internationalen Handel. Des Weiteren wurde bei Einführung des Euro entschieden, dass der Wert aller anderen Währungen immer je Euro angegeben wird. Damit die Daten besser vergleichbar sind, macht es Sinn die Notierungen zu vereinheitlichen. In den drei rechten Spalten der Tabelle werden sämtliche Währungen in Einheiten USD pro Einheit Fremdwährung ausgedrückt, und anschließend die relative Veränderung des Wechselkurses im Zeitablauf ermittelt.</p>



<p>Besonders hervorzuheben ist der südafrikanische Rand (ZAR). Dieser hat gegenüber dem US-Dollar von 1971 bis heute 96,23% seines Wertes verloren. Im Jahr 1971 war der ZAR stärker als der USD, für einen ZAR hat man 1,4 USD erhalten. Heute erhält man dagegen für einen ZAR nur noch gute 5 Dollar-Cent! Oder umgekehrt ausgedrückt, für einen Dollar hat man im Jahr 1971 nur 0,72 ZAR erhalten, heute dagegen 18,9 ZAR. Ein südafrikanischer Investor, der in Dollar-Assets investiert, hat aufgrund der Wechselkursentwicklung also einen enormen Rendite-Booster erfahren: Allein durch das Halten von US-Dollar konnte er sein Vermögen ausgedrückt in ZAR um Faktor 26,25 (= 18,9 / 0,72) steigern.&nbsp;Hinzu kommt die Aktienmarktrendite.</p>



<p><strong>Erste wichtige Erkenntnis:</strong> Die Entwicklung der eigenen Währung gegenüber dem US-Dollar hat einen signifikanten Einfluss auf die Rendite in Heimatwährung.</p>



<p>Die nachfolgende Tabelle stellt verschiedene Rendite- und Risiko-Kennzahlen des MSCI World TR Index, ausgedrückt in Fremdwährung, dar:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="829" height="477" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Nominale-Renditen.png" alt="" class="wp-image-7555" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Nominale-Renditen.png 829w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Nominale-Renditen-300x173.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Nominale-Renditen-768x442.png 768w" sizes="auto, (max-width: 829px) 100vw, 829px" /></figure>



<p>Der zuvor beschriebene Verfall des südafrikanischen Rand gegenüber dem US-Dollar hat dazu geführt, dass ein ZAR-Investor eine Rendite, ausgedrückt in Heimatwährung, von 16,8% p.a. eingefahren hat. Ohne Wechselkursrisiko (erste Zeile „USD“), waren nur 9,81% p.a. realistisch. Das Wechselkursrisiko hat die Renditen der Investoren am Kap der guten Hoffnung also enorm beflügelt. Im Vergleich zu den anderen Währungen lässt sich feststellen, dass das Wechselkursrisiko bis auf die Fälle JPY, CHF und DKK bisher immer einen positiven Rendite-Einfluss hatte. Die Risikokennzahlen sind dagegen über die verschiedenen Währungen stabil, so dass auch das Sharpe Ratio als Koeffizient von Rendite und Risiko in den meisten Währungen höher ausfällt als in USD. Den historisch stärksten Kurseinbruch mussten Investoren in Japan erfahren, hier türmten sich die Wertverluste in der Spitze auf bis zu 61,23% auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Reale versus nominale Rendite – welchen Einfluss hatte die Inflation?</strong></h2>



<p>Für einen fairen Vergleich der einzelnen Länder müssen wir noch die unterschiedliche Entwicklung der Inflation in den einzelnen Währungsräumen berücksichtigen. Zu diesem Zweck werden wir im nächsten Schritt die währungsabhängigen Kursverläufe des MSCI World Index um die Inflation des jeweiligen Landes bereinigen. Auf der Internetseite www.macrotrends.net sind diese Daten in hoher Qualität frei verfügbar. Die folgende Tabelle stellt die Ergebnisse dar:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="422" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Reale-Renditen-1024x422.png" alt="" class="wp-image-7557" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Reale-Renditen-1024x422.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Reale-Renditen-300x124.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Reale-Renditen-768x317.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Reale-Renditen.png 1154w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>An dieser Stelle wird deutlich, dass hohe nominale Renditen auch mit einer erhöhten Inflation einhergehen. Vergleicht man beispielsweise die nominalen Renditen p.a. der USA (erste Zeile) mit der Großbritanniens (GBP, zweite Zeile), dann liegt die Rendite des MSCI World in britischen Pfund ca. 1,3%-Punkte oberhalb der Dollar-Rendite. Die Ursache dafür war ein Abwerten des britischen Pfund gegenüber dem Dollar von 1,21% p.a. (Spalte „CCY vs USD p.a.“).</p>



<p>Gleichzeitig lag in Großbritannien aber auch die Inflationsrate ca. 1,3%-Punkte oberhalb der US-Inflation (5,20% vs 3,95%). Berücksichtigt man auch diesen Effekt, in dem man die reale Rendite vergleicht, dann gibt es plötzlich fast keinen Unterschied mehr. Die negativen Inflationseffekte werden durch gegenläufige positive Wechselkurseffekte kompensiert.</p>



<p>Vergleicht man die beiden Spalten „nominale Rendite p.a.“ und „reale Rendite p.a.“, dann beträgt die Spannweite (= Maximum – Minimum) der nominalen Renditen 10,27%, die der realen Renditen dagegen nur 4,36%. Durch Einbezug der Inflation werden die Wechselkurseffekte stark reduziert, und die globalen Renditen gleichen sich stark an.</p>



<p>Dieser Effekt wird in dem blau eingefärbten Bereich auf der rechten Seite der Tabelle noch einmal gesondert hervorgehoben: Die Spalte „CCY vs USD p.a.“ sagt aus wie sich eine Währung im Durchschnitt pro Jahr gegenüber dem US-Dollar entwickelt hat. Die Spalte rechts daneben („Delta Inflation CCY vs USD“) zeigt den Inflationsunterschied einer Währung gegenüber US-Dollar. Beide Effekte gemeinsam neutralisieren sich weitestgehend (Spalte „Delta Inflation + CCY-Effekt“).</p>



<p><strong>Daraus folgt die zweite wichtige Erkenntnis:</strong> Man sollte bei der Investition in Aktien auf jegliche Wechselkursabsicherung verzichten. Denn im Falle relativ hoher Inflation erzeugen freie Wechselkurse durch Abwertung der Heimatwährung eine zusätzliche Rendite. Oder vereinfacht ausgedrückt: Wechselkursrisiken schützen vor Inflationsrisiken!</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welchen Einfluss hatte das Wechselkursrisiko auf die jährlichen Renditen des MSCI-World Index in den unterschiedlichen Währungsräumen?</strong></h2>



<p>Die folgenden beiden Tabellen zeigen die minimalen historischen Durchschnittsrenditen, die ein Investor nach Ablauf einer bestimmten Zeit erzielen konnte. Die obere Tabelle enthält die nominalen Renditen, die untere Tabelle die realen Renditen je nach Währung und Ablauf von X Jahren:</p>



<p><strong>1) Nominale Mindestrenditen:</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="447" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/nominale-Renditen-nach-Zeit-1024x447.png" alt="" class="wp-image-7554" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/nominale-Renditen-nach-Zeit-1024x447.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/nominale-Renditen-nach-Zeit-300x131.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/nominale-Renditen-nach-Zeit-768x336.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/nominale-Renditen-nach-Zeit.png 1094w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Ohne den Verlust an Kaufkraft zu berücksichtigen haben fast alle Investoren weltweit, (bis auf die Anleger aus der Schweiz) nach spätestens 15 Jahren eine positive Rendite erwirtschaftet. Nach Ablauf von 10 Jahren konnten dagegen nur die südafrikanischen Investoren eine sichere positive Rendite erwirtschaften. D.h. wenn Murphys Law in Kraft tritt, dann musste man, egal wo auf der Welt, maximal zwischen 10 und 15 Jahren ausharren, um wieder aus den roten Zahlen zu kommen. Nach Ablauf von 30 Jahren, haben sich die wechselkursabhängigen Renditen global stark angeglichen.</p>



<p><strong>2) Reale Mindestrenditen:</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="446" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/reale-Renditen-nach-Zeit-1024x446.png" alt="" class="wp-image-7556" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/reale-Renditen-nach-Zeit-1024x446.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/reale-Renditen-nach-Zeit-300x131.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/reale-Renditen-nach-Zeit-768x334.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/reale-Renditen-nach-Zeit.png 1096w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Mit Berücksichtigung der Inflation kann die Erholung dagegen länger dauern. Auch nach Ablauf von 15 Jahren gibt es noch mehrere Währungsräume, in denen eine vollständige Erholung von einem vorausgegangenen Kurseinbruch nicht immer vollständig erfolgt ist. Nach Ablauf von 30 Jahren verhält es sich bei den realen Renditen ähnlich wie bei den nominalen Renditen, d.h. die Unterschiede zwischen den einzelnen Währungen fallen geringer aus.</p>



<p><strong>Dritte wichtige Erkenntnis: Je länger der Anlagehorizont, desto weniger relevant ist das Wechselkursrisiko.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wechselkurse beeinflussen insbesondere die Renditereihenfolge</strong></h2>



<p>Zum Abschluss noch etwas Sparplanmathematik. Bei Sparplänen wird nicht einmalig am Anfang, sondern regelmäßig während der Laufzeit investiert. Maßgeblich für den Investitionserfolg ist deshalb nicht nur die durchschnittliche Rendite, sondern auch die konkrete Reihenfolge der einzelnen Renditesegmente (siehe Renditereihenfolgerisiko). Die obere Tabelle zeigt, wie sich das nominale Vermögen mit einem monatlichen Sparplan von 1.000 Euro nach Ablauf von 30 Jahren entwickeln konnte. Die untere Tabelle berücksichtigt zusätzlich auch noch die Inflation je Land:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="361" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Sparplan-nominal-1024x361.png" alt="" class="wp-image-7558" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Sparplan-nominal-1024x361.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Sparplan-nominal-300x106.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Sparplan-nominal-768x271.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Sparplan-nominal-1320x466.png 1320w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Sparplan-nominal.png 1355w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Die einzelnen Spalten beschreiben die Perzentile, also den Wert der in X% der Verläufe nicht unterschritten wurde. Das 0%-Perzentil (linke Spalte) entspricht dem Minimum, das 100% Perzentil dem Maximum. Die Ergebnisse des 50% Perzentils (= Median) erhält man, wenn man eine Hochrechnung auf Basis von Durchschnittsrenditen durchführt.</p>



<p>Nach Ablauf von 30 Jahren wären fast alle Investoren Millionär geworden (0%-Perzentil). Lediglich in der Schweiz oder in Japan wäre im schlechtesten Fall das Ziel der Million signifikant verfehlt worden. Insgesamt haben aus nominaler Sicht die Investoren in Südafrika und Indien am besten abgeschnitten – nicht wirklich verwunderlich bei den überdurchschnittlich hohen historischen nominalen Renditen. Südafrikanische Investoren, die den Sparplan im Dezember 1971 gestartet haben, hätten nach Ablauf von 30 Jahren über knapp 40 Millionen südafrikanische Rand verfügt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="361" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Sparplan-real-1024x361.png" alt="" class="wp-image-7559" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Sparplan-real-1024x361.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Sparplan-real-300x106.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Sparplan-real-768x271.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Sparplan-real-1320x466.png 1320w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/04/Sparplan-real.png 1355w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Mit Berücksichtigung der Inflation sieht das Bild dagegen anders aus. Hier halten die Neuseeländer die rote Laterne in der Hand. Dies liegt insbesondere daran, dass Neuseeland deutlich stärker unter der Ölkrise in den 70er Jahren gelitten hat als der Rest der Welt, denn hier waren die Inflationsraten sogar bis Ende der 80er Jahre zweistellig. Das ehrbare Ziel eines Millionenvermögens haben aus realer Sicht nur wenige Investoren erreicht. Insgesamt fällt auf, dass die Variation der Ergebnisse aus realer Sicht beim Sparplan signifikant höher ausfällt als bei den realen Renditen nach 30 Jahren. Dies ist mit dem Einfluss der Wechselkurse auf die Renditereihenfolge zu erklären, welcher auch noch nach Ablauf von 30 Jahren deutliche Spuren im Endergebnis hinterlässt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p>Das Wechselkursrisiko ist aus Investorensicht während der Ansparphase eher positiv als negativ zu bewerten, denn es bietet einen Schutz vor bestimmten Inflationsrisiken. Der globale Investor unterscheidet zwischen systemischen und individuellem Inflationsrisiken.</p>



<p>Das systemische Inflationsrisiko ist definiert als ein starkes Ansteigen des allgemeinen weltweiten Inflationsniveaus, so wie es beispielsweise in den 70er Jahren oder zuletzt im Jahr 2022 der Fall war. Ist man nicht auf die Ersparnisse angewiesen, dann sitzt man diese Phasen als Aktieninvestor einfach aus. Während der Entnahmephase kann in diesem Fall ein <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/entnahmestrategien-optimieren-mit-dem-inflations-cap-das-inflationsrisiko-reduzieren/" data-type="post" data-id="7101">Inflationscap </a>eine wirksame Strategie sein.</p>



<p>Das individuelle Inflationsrisiko ist das Risiko, dass die Inflation innerhalb des eigenen Sitzlandes höher ausfällt als der weltweite Durchschnitt. Dies war in der Vergangenheit beispielsweise in Südafrika und Indien der Fall. In diesem Fall kann ein Investment in den globalen Aktienmarkt langfristig keine ausreichend hohe Rendite liefern, um den Unterschied zwischen den Inflationsraten zu kompensieren. Doch dann kommt der Wechselkurs ins Spiel: Vereinfacht ausgedrückt ist aus Sicht des internationalen Investors das Land mit hoher Inflation unattraktiv, dessen Währung wertet daher ab. Diese Abwertung beschert den Investoren innerhalb des Hochinflationslands eine Überrendite, mittels derer die betroffenen Investoren die erhöhte Inflation kompensieren können.</p>



<p>Es ist daher im Falle von Investments in Aktien vorteilhaft das Wechselkursrisiko nicht abzusichern. Darüber hinaus haben Produkte mit Wechselkursabsicherung eine höhere Kostenquote, was sich zusätzlich nachteilig auf den langfristigen Investitionserfolg auswirkt.</p>



<p>Wieder einmal hat der einfache Weg beim Investieren die Nase vorn! Im nächsten Teil der Serie werden wir untersuchen wie sich das Zusammenspiel von Wechselkurs und Inflation auf die sichere Entnahmerate auswirkt.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.finanzen-erklaert.de/der-globale-investor-teil-1-kursrisiken-waehrend-der-ansparphase/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>11</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fallstudie: Alexandra (60) lässt ihre Selbstständigkeit langsam ausklingen</title>
		<link>https://www.finanzen-erklaert.de/fallstudie-alexandra-60-laesst-ihre-selbststaendigkeit-langsam-ausklingen/</link>
					<comments>https://www.finanzen-erklaert.de/fallstudie-alexandra-60-laesst-ihre-selbststaendigkeit-langsam-ausklingen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Georg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Mar 2024 12:07:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fallstudien]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzielle Unabhängigkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.finanzen-erklaert.de/?p=7538</guid>

					<description><![CDATA[Heute geht es um Alexandra, Inhaberin einer Marketingagentur. Mit dem größten Kunden konnte sie bisher ca. 75% ihres Umsatzes generieren, doch leider ist die zukünftige Fortsetzung der Zusammenarbeit alles andere als sicher. Glücklicherweise hat Alexandra bisher gut gewirtschaftet und ein ordentliches finanzielles Polster aufgebaut. Sie ist daher überzeugt, dass nun der passende Zeitpunkt gekommen ist, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute geht es um Alexandra, Inhaberin einer Marketingagentur. Mit dem größten Kunden konnte sie bisher ca. 75% ihres Umsatzes generieren, doch leider ist die zukünftige Fortsetzung der Zusammenarbeit alles andere als sicher. Glücklicherweise hat Alexandra bisher gut gewirtschaftet und ein ordentliches finanzielles Polster aufgebaut. Sie ist daher überzeugt, dass nun der passende Zeitpunkt gekommen ist, um beruflich den Fuß vom Gas zu nehmen, und sich mit dem Übergang in den wohlverdienten Ruhestand zu befassen. Alexandra hat mich daher mit einer vollumfänglichen Analyse ihrer finanziellen Gesamtsituation beauftragt.</p>



<p>Neben einem 7-stelligen Depot lag der Fokus der Analyse insbesondere auch auf diversen Immobilien, die Alexandra aktuell noch vermietet. Für die Zukunft möchte sie sich gerne von dem damit verbundenen administrativen Zeitaufwand befreien, und hat mich daher gebeten die relevanten finanziellen Aspekte zu beleuchten. Die Abwägung zwischen Verkaufen und Vermieten steht daher im Mittelpunkt der aktuellen Fallstudie.</p>



<p>Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor ist außerdem die zukünftige Entwicklung der Selbständigkeit. Im Moment läuft alles weiter wie bisher. Doch Alexandra hat allen Grund zur Annahme, dass sich dies in naher Zukunft ändern könnte. Für die Planung haben wir daher angenommen, dass der Start der Entnahmephase mit Wegfall des größten Kunden beginnt. Weil Alexandra in diesem Szenario ihre Selbständigkeit nicht sofort vollständig aufgeben möchte, haben wir angenommen, dass ab Start Entnahmephase bis zum Jahr 2033 mit den verbleibenden Kunden noch 2.000 Euro Umsatz pro Monat erwirtschaftet werden. Für Alexandra ist es wichtig in jedem Fall über ausreichend finanzielle Ressourcen zu verfügen, um ihren bisher gewohnten Lebensstil unbesorgt weiter fortsetzen zu können.</p>



<p>Wie im <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/category/fallstudie/" data-type="category" data-id="34">Fallstudienformat </a>üblich starten wir zunächst mit einem kurzen Interview. Denn neben den Zahlen ist das Bild der Person wichtig. In Deutschland wird noch immer viel zu wenig über das Thema persönliche Finanzen gesprochen. Diejenigen, die finanziell überdurchschnittlich gut ausgestattet sind, wollen offensichtlich keinen Neid bei anderen auslösen (…und umgekehrt haben die, die Neid provozieren wollen, tatsächlich oft leere Taschen). Ich freue mich daher mit Hilfe der Fallstudienserie etwas Licht ins Dunkel dieses Tabu-Themas zu bringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Teil 1 – Interview</strong></h2>



<p><strong>Name, Alter, Beruf, Familienstand, Wohnort (ungefähr)?</strong></p>



<p>Alexandra, 60, Freiberuflerin, geschieden, NRW</p>



<p><strong>Was sind Deine Hobbies und Interessen?</strong></p>



<p>Reisen, Fotografieren, Design, Freunde</p>



<p><strong>Werdegang &amp; Beruf &#8211; womit verdienst Du Dein Geld?</strong></p>



<p>BWL-Studium, anschließend in der Beratung von PR- und Werbeagenturen, nach über 10 Jahren „verselbständigt“ und seitdem als Freelance Beraterin tätig. Und Anfang 2000 habe ich neben dem Job noch den MBA im Bereich Medien gemacht – wollte mal wieder das Hirn zusätzlich in Bewegung bringen…</p>



<p><strong>Wie hoch ist Dein Netto-Gehalt inklusive sonstiger Einkünfte?</strong></p>



<p>Kein Gehalt, da nicht angestellt bin. Einkünfte belaufen sich insgesamt auf circa 100.000 Euro.</p>



<p><strong>Wie hoch war Deine durchschnittliche Sparquote in den letzten 5 Jahren und im letzten Jahr (schätzungsweise)? &nbsp;</strong></p>



<p>Kann ich nicht sagen. Wenn ich Geld hatte, habe ich es in Immobilien oder Aktien investiert</p>



<p><strong>Wie hoch ist das Ziel-Vermögen bzw. welches monatliche Netto-Budget wird angestrebt?</strong></p>



<p>&nbsp;5.000 Euro mtl.</p>



<p><strong>Wie hoch ist das aktuelle Vermögen / wie setzt es sich zusammen? Wie wurde das Vermögen erlangt?</strong></p>



<p>Circa 3,3 Mio.. 60% Immobilien, 30% Wertpapiere, 5% Gold, 5% Cash. Hauptsächlich durch günstige Immobilienkäufe und ein Teil Erbschaft. Und einem einmaligen Coup mit Apple-Aktien J</p>



<p><strong>Was ist Deine Motivation für die finanzielle Unabhängigkeit?</strong></p>



<p>Ehrlich gesagt reicht es mit 59 Jahren langsam. Ich habe beruflich Erfolg gehabt, habe ausreichend vorgesorgt Ich habe keine Kinder, keine Geschwister, meine Eltern sind mittlerweile verstorben – letzten Endes muss ich nur für mich selbst sorgen. Also kann ich jetzt auch die Zeit genießen.</p>



<p><strong>Teilzeit oder harter Cut, und mit welchem Alter?</strong></p>



<p>Ohne dass es geplant war, ist es bereits zu einem Teilzeitmodell geworden. Ursprünglich haben langjährige Kunden aufgrund von innerbetrieblichen Entwicklungen meine Zeit runtergeschraubt. Das war für mich damals sehr passend, da ich mich um meinen Vater kümmern musste, der zum Pflegefall geworden war und daher mehr Zeit brauchte. Nach seinem Tod musste ich sein Haus ausräumen und verkaufen, auch das hat viel Zeit und Kraft erfordert. Mittlerweile ist bis auf ein paar Kleinigkeiten alles erledigt. Von einem Teil des Verkaufserlöses meines Elternhauses habe ich mir eine kleine Immobilie am Mittelmeer gekauft und arbeite vier Monate von dort aus. Damit habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt – ein Haus am Meer.</p>



<p>Solange ich für meine Kunden noch arbeiten darf, mache ich das weiter. Wie jeder Freiberufler weiß, kann sich das aber von heute auf morgen ändern – ich werde sehen, wie es kommt. Und wie ich mich kenne, finde ich auch danach wieder etwas anderes zu tun – vermutlich aber in einem anderen Bereich.</p>



<p><strong>Wie stellst Du bzw. Ihr euch die Zeit als Privatier vor?</strong></p>



<p>Wenn ich das selbst so genau wüsste J Ich werde sicherlich viel Zeit in meinem Mittelmeer-Domizil verbringen, da ich hier einen netten Freundeskreis habe und das Meer liebe. Darüber hinaus plane ich zu reisen. Und um meine Immobilien muss ich mich ja auch noch kümmern. Schließlich und endlich mal wieder mehr in den Tag hineinleben und den Moment genießen. Und den einen oder anderen Groschen noch zu verdienen, ist auch nicht das Schlimmste – solange ich nicht aus finanziellen Gründen arbeiten muss</p>



<p><strong>Was soll mit Deinem Restvermögen am Ende der Entnahmephase geschehen?</strong></p>



<p>Das ist mein Puffer, für den Krankheits- oder Pflegefall. Und ansonsten versuche ich möglichst alles zu verbrauchen und nach mir die Sintflut.</p>



<p><strong>Was möchte ich / wir den Lesern sonst noch mit auf den Weg geben?</strong></p>



<p>Nicht nur mit dem Blick auf die finanzielle Freiheit leben! Es gibt Dinge, die kann man nur in einem gewissen Alter machen, verschiebt nicht alles auf später. Man muss definitiv auch im Hier und Jetzt leben. Ich wünschte, ich hätte die eine oder andere Reise nicht auf später verschoben…</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Teil 2 – Analyse</strong></h2>



<p>Kommen wir nun zum zweiten Teil der Fallstudie, dem Analyse-Teil. In diesem Abschnitt werfen wir einen detaillierten Blick auf Alexandras Vermögenssituation und das daraus darstellbare Entnahme-Budget. Beginnen wir mit einer kompakten Darstellung von Alexandras Ausgangslage:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="735" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Vermoegensuebersicht-1024x735.png" alt="" class="wp-image-7543" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Vermoegensuebersicht-1024x735.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Vermoegensuebersicht-300x215.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Vermoegensuebersicht-768x552.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Vermoegensuebersicht.png 1043w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Neben einem 510.000 Euro-Aktien-Depot verfügt Alexandra auch noch über einen Cash-Bestand von 500.000 Euro, der in Aktien investiert werden soll. Im Rahmen der Zusammenarbeit war die konkrete Vorgehensweise zur Investition der liquiden Mittel einer der Schwerpunkte. Des Weiteren sind auch diverse Immobilien, u.a. ein Mehrfamilienhaus und Stellplätze, welche aktuell einen monatlichen Brutto-Mietertrag von 2.640 Euro bzw. 740 Euro pro Monat abwerfen, Teil des Vermögens. Und selbstverständlich ist auch die klassische Altersvorsorge in Form der gesetzlichen Rentenversicherung, eines Rürups und drei Lebensversicherungen vertreten. Letztere sind aufgrund des Abschlusses vor dem Jahr 2005 erfreulicherweise steuerfrei.</p>



<p>Während der ersten Jahre der Entnahmephase plant Alexandra ihr Gewerbe auf Sparflamme weiterzubetreiben. Sie rechnet damit ab Start der Entnahmephase bis zum Jahr 2033 monatliche Einkünfte von 2.000 Euro brutto erzielen zu können.</p>



<p>Des Weiteren ist zu erwähnen, dass die gesetzliche Rente und der Rürup zusammen genommen gerade ausreichen, um die Kosten für die private Krankenversicherung zu tragen (1.165 Euro pro Monat). Wechselt Alexandra nicht in einen günstigeren PKV-Basistarif und vereinbart sie keinen angemessen Selbstbehalt, dann ist Sie zur Erlangung des benötigten Einkommens vollständig auf das vorhandene Vermögen angewiesen. Es ist deshalb eine besonders vorsichtige Vorgehensweise bei der Finanzplanung geboten.</p>



<p>Berücksichtigt man sämtliche Vermögensbestandteile und Annahmen gemeinsam, dann ergeben sich in Abhängigkeit vom Start in die Entnahmephase und dem persönlichem Risikoappetit folgende monatliche inflationsindexierte Netto-Budgets:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1013" height="533" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Base.png" alt="" class="wp-image-7539" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Base.png 1013w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Base-300x158.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Base-768x404.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1013px) 100vw, 1013px" /></figure>



<p>Jede der Zeilen steht für einen bestimmten Zeitpunkt, zu dem die Entnahmephase startet. Der Start in die Entnahmephase soll spätestens erfolgen, sobald Alexandras wichtigster Kunde wegfällt. Da unsere Zusammenarbeit im Mai 2023 stattfand, stellt die erste Zeile (Juni 2023) den sofortigen Start in die Entnahmephase dar. In den darauffolgenden Zeilen verschiebt sich der Beginn der Entnahmephase um jeweils 3 Monate nach hinten. Durch den späteren Start bleibt das vorhandene Vermögen länger geschont, außerdem verkürzt sich die Länge der Entnahmephase, denn der Planungshorizont von 100 Jahren Lebensalter bleibt unverändert. Deshalb führt ein späterer Start immer zu einem höheren monatlichen Budget.</p>



<p>Die Zweite Dimension ist das Pleite-Risiko. Die Linke Spalte zeigt die Ergebnisse, mit denen das Vermögen historisch betrachtet niemals vorzeitig verbraucht worden wäre. In den Spalten weiter rechts wird das Risiko einer vorzeitigen Pleite sukzessive erhöht (0,1%; 0,25%; etc.) Die Ergebnisse in der Spalte 50% würde man erhalten, wenn man mit Durchschnittsrenditen plant, und das Renditereihenfolgerisiko somit nicht berücksichtigt. Die Differenz zwischen den Spalten „50%“ und „0%“ kann daher auch als Versicherungsprämie zur Absicherung gegen das <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/sequence-of-return-risk/" data-type="post" data-id="1224">Renditereihenfolgerisiko </a>interpretiert werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welcher finanzielle Vorteil lässt sich durch den Rückzug in die alte Wohnung erzielen?</strong></h2>



<p>Aktuell wohnt Alexandra zur Miete. Für das Jahr 2025 überlegt Sie Eigenbedarf anzumelden, und die aktuell vermietete Eigentumswohnung in Düsseldorf wieder selbst zu bewohnen. Mit dem Umzug würde sie in ihre einst selbst bewohnte, kleinere Eigentumswohnung zurückziehen. Alexandra beabsichtigt zukünftig mehr Zeit in ihrem Ferienhaus auf Ibiza zu verbringen. Eine kleinere Wohnung in Deutschland ist aus ihrer Sicht ausreichend. Ökonomisch betrachtet würde Sie dadurch Netto-Mietausgaben von 1.200 Euro gegen monatliche Brutto-Mieteinnahmen von 690 Euro pro Monat tauschen. Das sollte der Entnahmeplanung in jedem Fall helfen. Die folgende Tabelle zeigt, dass dadurch das sichere monatliche Budget (Spalte „0%“) um ca. 300 Euro gesteigert werden kann:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1022" height="534" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Eigenbedarf.png" alt="" class="wp-image-7541" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Eigenbedarf.png 1022w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Eigenbedarf-300x157.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Eigenbedarf-768x401.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1022px) 100vw, 1022px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verkaufen versus Vermieten</strong></h2>



<p>Ein weiteres wichtiges Projekt, welches Alexandra in den nächsten Jahren unbedingt angehen möchte, ist der Verkauf des geerbten Mehrfamilienhauses sowie der PKW-Stellplätze. Die Verwaltung der Objekte bereitet zu viel Aufwand. Im Alter möchte Sie ausschließlich auf einfach handhabbare ETFs setzen.</p>



<p>Schauen wir uns zuerst das Mehrfamilienhause an, bei dem bezüglich des Verkaufszeitpunkts noch Unklarheit besteht. Der Verkauf soll zwischen 2024 und 2034 erfolgen. Je nach Zeitpunkt wird ein Netto-Erlös von 860.000 Euro (2024) oder 1.000.000 Euro (2034) angenommen. Dies entspricht einer jährlichen Wertsteigerung von 1,5%. Durch den Verkauf des Mehrfamilienhauses wird schlagartig ein großer Einmalbetrag verfügbar, der annahmegemäß in den Aktienmarkt investiert wird. Im Gegenzug entfallen ab dem Verkaufszeitpunkt aber auch Mieteinnahmen in Höhe von 2.640 Euro brutto.</p>



<p>Zuerst die Ergebnisse im Szenario Vermietung mit anschließendem Verkauf im Jahr 2034 für 1 Million Euro:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1019" height="532" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/VK-MFH-2034.png" alt="" class="wp-image-7545" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/VK-MFH-2034.png 1019w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/VK-MFH-2034-300x157.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/VK-MFH-2034-768x401.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1019px) 100vw, 1019px" /></figure>



<p>Und nun der sofortige Verkauf in 2024 für 860.000 Euro:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1020" height="535" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/VK-MFH-2024.png" alt="" class="wp-image-7544" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/VK-MFH-2024.png 1020w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/VK-MFH-2024-300x157.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/VK-MFH-2024-768x403.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1020px) 100vw, 1020px" /></figure>



<p>Die gute Nachricht an dieser Stelle: Das inflationsindexierte monatliche Netto-Budget kann durch die Maßnahme deutlich gesteigert werden.</p>



<p>Zusätzlich fallen auch die Ergebnisse auf der linken Risikoseite der Tabelle für beide Varianten ähnlich hoch aus. Der Grund dafür ist, dass das Verhältnis von Miete zu Verkaufserlös ausgeglichen ist, so dass ökonomisch-risikoorientiert betrachtet beide Varianten annähernd gleichwertig sind. Auf der rechten Seite der Tabelle liegen den Entnahmebudgets dagegen besonders positive Kursverläufe zugrunde. In diesem Fall wäre es besser das Investment in den Aktienmarkt möglichst früh vorzunehmen. Da die zukünftige Entwicklung der Märkte jedoch unbekannt ist, sollte man sich im Rahmen der Finanzplanung an den adversen Szenarien (linke Seite) orientieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie soll mit den Stellplätzen verfahren werden?</strong></h2>



<p>Abschließend sollen als dritte Maßnahme, neben dem Wiedereinzug in die ursprünglich bewohnte Eigentumswohnung und dem Verkauf des Mehrfamilienhauses, die 8 PKW-Stellplätze verkauft werden. Konkret soll aus Gründen der zeitlichen Diversifikation pro Jahr genau ein Platz für 18.000 Euro verkauft und der Verkaufserlös anschließend in den Aktienmarkt investiert werden, wobei der Verkaufserlös für zukünftige Transaktionen annahmegemäß um 1,5% p.a. steigt, so dass in Summe über 8 Jahre verteilt, insg. ca. 162.000 Euro eingenommen werden. Im Gegenzug gehen mit jedem verkauften Stellplatz monatliche Mieteinnahmen i.H.v. 92,50 Euro verloren.</p>



<p>Wird der Verkauf als weiteres Element in die bisherige Planung eingerechnet, dann ergibt sich folgendes Bild:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="526" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Eigenbedarf-VK-MFH-2024-VK-Garagen-1024x526.png" alt="" class="wp-image-7540" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Eigenbedarf-VK-MFH-2024-VK-Garagen-1024x526.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Eigenbedarf-VK-MFH-2024-VK-Garagen-300x154.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Eigenbedarf-VK-MFH-2024-VK-Garagen-768x394.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Eigenbedarf-VK-MFH-2024-VK-Garagen.png 1038w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Durch den Verkauf der Stellplätze kann trotz der wegfallenden Mieteinnahmen auf der linken Risikoseite ein Budget-Plus von ca. 100 Euro monatlich erreicht werden. Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang auch der Wegfall des mit der Vermietung verbundenen Aufwands, auf den Alexandra während der Rentenphase keine Lust hat.</p>



<p>Zu guter Letzt stellt folgende Grafik die Entwicklung und Zusammensetzung der Entnahmen im Zeitablauf für einen sofortigen Start in die Entnahmephase dar:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="589" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Nominaler-Verlauf-1024x589.png" alt="" class="wp-image-7542" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Nominaler-Verlauf-1024x589.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Nominaler-Verlauf-300x173.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Nominaler-Verlauf-768x442.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/02/Nominaler-Verlauf.png 1204w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Alexandras Budget ist inflationsindexiert. Es steigt zur Wahrung der Kaufkraft im Zeitablauf an. Die gelben Segmente repräsentieren die Steuern, welche durch die Gewinnrealisierungen im Rahmen der Entnahmen fällig werden. Die dunkelblauen Balken stellen den Teil der Entnahmen dar, über den Alexandra tatsächlich verfügen kann. Das Verhältnis von Abgaben zu Entnahmen fällt auffällig hoch aus, weil Alexandra beim Thema Steuern konservativ vorgeht. Anstatt mit der aktuell gültigen Regelung der pauschalen Abgeltungssteuer zu planen, stellt sie sich darauf ein, dass Kapitalerträge zukünftig wieder mit dem persönlichen, oft höheren Einkommenssteuersatz besteuert werden.</p>



<p>Eine weitere Auffälligkeit: Im Jahr 2024 findet der Verkauf des Mehrfamilienhauses statt, und eine Lebensversicherung zahlt einen hohen Einmalbetrag. Beide Beträge übertreffen Alexandras Budget-Bedarf, weshalb sie ein signifikantes Investment in den Aktienmarkt durchführen wird (grüner Balken unterhalb der x-Achse).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p>Nach langer Zeit freue ich mich mal wieder eine Fallstudie mit weiblicher Hauptrolle präsentieren zu können. Die Zusammenarbeit hat mir sehr viel Freude gemacht, an dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank! Der Fokus der Fallstudie liegt auf der Frage „Verkaufen versus Vermieten?“. Im Rahmen der Zusammenarbeit haben wir darüber hinaus auch noch analysiert, wie Alexandra die <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/1-sided-glidepath/" data-type="post" data-id="6672">Glidepath Methode</a> zur Investition der liquiden Mittel nutzen kann, und wie Inflationsrisiken gemanagt werden können. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Leser den einen oder anderen Aspekt der vorliegenden Fallstudie auf die eigene Planung übertragen können. &nbsp;&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.finanzen-erklaert.de/fallstudie-alexandra-60-laesst-ihre-selbststaendigkeit-langsam-ausklingen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>10</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wieviel Rente ist mit 1 Million Euro nach Steuern und Sozialabgaben möglich?</title>
		<link>https://www.finanzen-erklaert.de/wieviel-rente-ist-mit-1-million-euro-nach-steuern-und-sozialabgaben-moeglich/</link>
					<comments>https://www.finanzen-erklaert.de/wieviel-rente-ist-mit-1-million-euro-nach-steuern-und-sozialabgaben-moeglich/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Georg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Jan 2024 20:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Entnahmestrategien]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzielle Unabhängigkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.finanzen-erklaert.de/?p=7502</guid>

					<description><![CDATA[In der Vergangenheit haben wir auf diesem Blog viel über Entnahmestrategien und die daraus resultierenden Entnahmeraten gesprochen. Die Themen Steuern und Sozialabgaben wurden dabei regelmäßig ausgeklammert. Denn nur so war es möglich, die verschiedenen Strategien neutral miteinander zu vergleichen.&#160; Der aktuelle Blog-Artikel untersucht den Einfluss der Länge der Entnahmephase bei gleichzeitiger Berücksichtigung von Steuern und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>In der Vergangenheit haben wir auf diesem Blog viel über Entnahmestrategien und die daraus resultierenden Entnahmeraten gesprochen. Die Themen Steuern und Sozialabgaben wurden dabei regelmäßig ausgeklammert. Denn nur so war es möglich, die verschiedenen Strategien neutral miteinander zu vergleichen.&nbsp;</p>



<p>Der aktuelle Blog-Artikel untersucht den Einfluss der Länge der Entnahmephase bei gleichzeitiger Berücksichtigung von Steuern und Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung. Wir werden uns dabei insbesondere anschauen, wie sich die verschiedenen Modelle der Krankenversicherung auf die Höhe der Entnahmen auswirken, und dadurch auch das aus ökonomischer Sicht optimale Versicherungsmodell für den Privatier in Deutschland identifizieren.</p>



<p>Damit die Berechnungen korrekt durchgeführt werden können, sind vorab einige wenige Annahmen zu treffen. Denn ein in diesem Kontext wichtiger Faktor ist die deutsche Rentenversicherung. Zum einen erhöht der Erhalt der monatlichen Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung das zu versteuernde Einkommen, und damit auch die Möglichkeit Krankenversicherungsbeiträge steuerlich geltend zu machen. Viel wichtiger ist jedoch der Einfluss auf die Höhe der Krankenversicherungskosten. Denn die Rentenversicherung übernimmt ab Bezug der Rente einen Teil der Krankenversicherungsbeiträge. Darüber hinaus können Rentner unter bestimmten Voraussetzungen den Status “Krankenversicherung der Rentner (KVdR)” erhalten. Dann wird die Beitragshöhe zur gesetzlichen Krankenversicherung anders berechnet, und fällt oft geringer aus. Man erkennt an dieser Stelle bereits, dass das Thema Steuern und Sozialabgaben im Entnahme-Kontext alles andere als trivial ist.</p>



<p>Als Basis für alle folgenden Berechnungen wird uns die fiktive Person Max (Mustermann) dienen. Max ist 50 Jahre alt, privat krankenversichert und hat im Laufe seines bisherigen 25-jährigen Erwerbslebens insgesamt 40 Rentenpunkte erworben. Die gesetzliche Rente wird in 17 Jahren beginnen, wenn Max 67 Jahre alt sein wird. Gemäß aktuellem Rentenbescheid darf Max eine monatliche Bruttorente von 1.504 Euro pro Monat erwarten. Dieser Betrag wird im Zeitablauf annahmegemäß noch im Einklang mit der Inflation zzgl. 0,5%-Punkte p.a. wachsen.&nbsp;</p>



<p>Max hat außerdem vor kurzem 1 Million Euro geerbt, welche er in ein breit diversifiziertes Aktienportfolio investiert. Er fragt sich nun welche Entnahmen mit diesem Vermögen möglich sind, und welche Versicherung er vor diesem Hintergrund optimalerweise wählen sollte. Da er noch nicht genau weiß, wie lange er mit seinem Vermögen auskommen muss, betrachtet er vorsichtshalber Entnahme-Zeiträume mit einer Länge von 20, 30, 40, 50 und 60 Jahren.</p>



<p>Sämtlichen Berechnungen liegen die per 01.01.2024 geltenden Steuer- und Sozialabgaben-Parameter zugrunde. Diese sind im Folgenden kurz vorab tabellarisch dargestellt:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Parameter.png" alt="" class="wp-image-7512" width="595" height="459" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Parameter.png 775w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Parameter-300x231.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Parameter-768x592.png 768w" sizes="auto, (max-width: 595px) 100vw, 595px" /></figure></div>


<p>Wir widmen uns nun Max’s Anliegen. Konkret geht es um die Fragen: Welches Budget ist mit 1 Million Euro plus 40 Rentenpunkten im Alter von 50 darstellbar? Und welche Rolle spielt in diesem Kontext die Wahl der Krankenversicherung?</p>



<p>Ausgangspunkt sind die klassischen “nackten” Entnahmeraten, d.h. ohne Berücksichtigung von Steuern, Krankenversicherung und der gesetzlichen Rente, welche wie so oft auf diesem Blog auch eine Inflationsindexierung des Budgets beinhalten. Die folgende Tabelle stellt die Ergebnisse dar, jede Zeile steht für eine bestimmte Länge der Entnahmephase (20 bis 60 Jahre), die Spalten beschreiben das Risiko eines ungeplanten Verbrauchs des Depots:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/1.-Basis-1024x217.png" alt="" class="wp-image-7503" width="685" height="145" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/1.-Basis-1024x217.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/1.-Basis-300x64.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/1.-Basis-768x163.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/1.-Basis.png 1084w" sizes="auto, (max-width: 685px) 100vw, 685px" /></figure></div>


<p>Diese erweitern wir im nächsten Schritt um den Bezug von 40 Rentenpunkten mit Start in 17 Jahren. Die monatliche Bruttorente beträgt nach heutigen Maßstäben 1.504 Euro. Des Weiteren wird auch die Einkommensteuer, die auf die Rentenpunkte zu zahlen ist, berücksichtigt, d.h. die Rente fließt netto in die Kalkulation ein. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie zusätzliche Steuern und Abgaben durch Gewinnrealisierung bei der Depotentnahme bleiben an dieser Stelle noch außen vor.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/2.-40-RP-1024x216.png" alt="" class="wp-image-7504" width="688" height="145" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/2.-40-RP-1024x216.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/2.-40-RP-300x63.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/2.-40-RP-768x162.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/2.-40-RP.png 1080w" sizes="auto, (max-width: 688px) 100vw, 688px" /></figure></div>


<p>Jetzt wird das Modell um 25% Abgeltungsteuer zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag erweitert. Normalerweise wird die Abgeltungssteuer im Falle von Aktienfonds noch um 30% Teilfreistellung gemindert. Der Grund dafür sind Steuern, die bereits auf Fonds-Ebene abgeführt werden. Die Teilfreistellung ignorieren wir, da wir mit den Brutto-Daten des S&amp;P 500-Index rechnen. Andernfalls würden die Abgaben in zu geringer Höhe berücksichtigt. An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass das Renten-Planungstool alternativ auch in der Lage ist, die Kapitalerträge dem sonstigen Einkommen hinzuzurechnen, und dieses anschließend mit der gewöhnlichen Einkommensteuer gemäß EStG zu besteuern. Wird das Renten-Planungstool im Abgeltungssteuermodus betrieben, dann wird diese Fähigkeit dazu genutzt eine Günstigerprüfung durchzuführen. Denn in Fällen geringen Einkommens ist es finanziell vorteilhaft, auf die Besteuerung gemäß Abgeltungsteuer zu verzichten. Sollten Kapitalerträge in der Steuererklärung erfasst sein, dann führt das Finanzamt ebenfalls eine solche Günstigerprüfung unaufgefordert durch.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/3.-Kapitalertragsteuer-1024x218.png" alt="" class="wp-image-7505" width="680" height="144" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/3.-Kapitalertragsteuer-1024x218.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/3.-Kapitalertragsteuer-300x64.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/3.-Kapitalertragsteuer-768x163.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/3.-Kapitalertragsteuer.png 1081w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></figure></div>


<p>Mit Berücksichtigung von Steuern fällt auf, dass sich die Ergebnisse in den niedrigen Perzentilen kaum von denen ohne Steuern unterscheiden. Der Grund dafür ist, dass den geringen Entnahmeraten (linke Seite der Tabelle) eine besonders negative Kursentwicklung zugrunde liegt. In diesem Kontext werden während der Entnahme geringe bzw. keine Gewinne realisiert, so dass auch keine Kapitalertragsteuer anfällt. Der rechten Seite der Tabelle liegen dagegen positive Kursverläufe zugrunde, bei denen während der Entnahme Kapitalerträge generiert werden, und Steuern die Netto-Entnahmehöhe reduzieren.</p>



<p>Ab jetzt wird es kompliziert, denn nun kommt auch die Krankenversicherung ins Spiel. In Deutschland besteht eine Krankenversicherungspflicht, es gibt die beiden Möglichkeiten gesetzlich oder privat versichert zu sein.&nbsp;</p>



<p>Wir betrachten zunächst den komplexeren Fall der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung hängt die Höhe des Beitrags vom Einkommen ab. In diesem Zusammenhang ist noch weiter zwischen der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung und der gesetzlichen Pflichtversicherung zu unterscheiden. Während bei einem gesetzlich pflichtversicherten Rentner (auch bekannt als Status Krankenversicherung der Rentner), ausschließlich die staatliche Rente als Einkommen betrachtet wird werden im Falle des freiwillig gesetzlich versicherten Rentners sämtliche Einkünfte, also z.B. auch Kapitalerträge, dem Einkommen hinzugerechnet. Der freiwillig gesetzlich versicherte Rentner zahlt daher oft höhere Krankenversicherungsbeiträge.</p>



<p>An dieser Stelle fragen sich bestimmt Leser, wie man ein in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversicherter Rentner wird, d.h. den Status Krankenversicherung der Rentner erlangt. Die Voraussetzung dafür ist, dass man mindestens 90% der 2. Hälfte des Erwerbslebens gesetzlich krankenversichert war. Für jedes Kind wird die Mindestdauer der sog. Vorversicherungszeit um 3 Jahre verkürzt.</p>



<p>Mein persönlicher Fall als Beispiel: Ich habe mit 26 meine erste versicherungspflichtige Tätigkeit aufgenommen (erster Job nach dem Studium; Beginn des Erwerbslebens). Bis zum Bezug der Rente mit 67 (Ende des Erwerbslebens) vergehen 41 Jahre. Davon die Hälfte sind 20,5 Jahre. Davon 90% sind 18,45 Jahre. Jetzt noch 2 x 3 Jahre Abzug für meine beiden Kinder macht 12,45 Jahre, die ich vor Bezug der gesetzlichen Rente mit 67 gesetzlich krankenversichert sein müsste, um in den Genuss der Vorteile der Pflichtversicherten zu kommen. Das bedeutet, ich müsste spätestens im Alter von 67 minus 12,45 = 54,55 Jahren zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Würde ich die gesetzliche Rente bereits mit 63 beziehen wollen, dann wäre ein Wechsel mit spätestens 52,35 Jahren erforderlich.</p>



<p>Als Privatier, also in der Zeit bis zum Bezug der gesetzlichen Rente (ab dann ist man Rentner), ist man in der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich freiwillig versichert. Das bedeutet, es werden immer alle Einkünfte betrachtet. Und selbst wenn man gar kein Einkommen hat, wird ein fiktives Mindesteinkommen von aktuell 1.178 Euro pro Monat unterstellt, und darauf dann der Versicherungsbeitrag berechnet.</p>



<p>Auch unser Proband Max hat im Alter von 50 Jahren noch alle Möglichkeiten, was die Wahl der Versicherung betrifft. Als gesetzlich Pflichtversicherter blieben seine Kapitalerträge bei der Bestimmung des Krankenversicherungsbeitrags während der Rente außen vor. Er befasst sich daher nachvollziehbarerweise mit einem Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung. Dafür müsste er nicht mehr tun, als sein Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze abzusenken, notfalls indem er sich arbeitslos meldet.</p>



<p>Die folgenden beiden Tabellen zeigen die Budgets nach Berücksichtigung von Kapitalertragsteuern, Netto-Rente sowie Kranken- und Pflegeversicherung. In der oberen Tabelle wird angenommen, dass Max als Rentner gesetzlich pflichtversichert ist. In der unteren Tabellen lautet die Annahme für die Rentenzeit dagegen freiwillig gesetzlich versichert:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/4.1-GKV-pflicht-1024x221.png" alt="" class="wp-image-7506" width="676" height="146" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/4.1-GKV-pflicht-1024x221.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/4.1-GKV-pflicht-300x65.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/4.1-GKV-pflicht-768x166.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/4.1-GKV-pflicht.png 1080w" sizes="auto, (max-width: 676px) 100vw, 676px" /></figure></div>

<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/4.2-GKV-freiwillig-1024x217.png" alt="" class="wp-image-7507" width="679" height="144" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/4.2-GKV-freiwillig-1024x217.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/4.2-GKV-freiwillig-300x64.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/4.2-GKV-freiwillig-768x163.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/4.2-GKV-freiwillig.png 1081w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></figure></div>


<p>Aktuell ist Max, wie bereits erwähnt, privat krankenversichert. In seinem aktuellen Tarif zahlt er monatlich 550 Euro, davon sind 400 Euro für die Basisabsicherung, also dem Service-Level, der dem der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht. Das ist deshalb wichtig, weil Max nur den Anteil für die Basisabsicherung steuerlich absetzen kann. Der darüberhinausgehende Premium-Schutz im Wert von monatlich 150 Euro geht dagegen voll vom Netto ab. Hinzu kommen weitere 50 Euro pro Monat für die Pflegeversicherung. Der gesamte monatliche Beitrag für die private Versicherung beträgt somit 600 Euro.</p>



<p>Im Rahmen der Simulation wird angenommen, dass dieser Beitrag sich im Zeitablauf analog zur Inflation entwickelt. Würde Max an seinem gegenwärtigen Modell weiter festhalten, dann ergäben sich die folgenden Entnahmemöglichkeiten:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/5.1-55050-pkv-1024x217.png" alt="" class="wp-image-7508" width="672" height="142" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/5.1-55050-pkv-1024x217.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/5.1-55050-pkv-300x63.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/5.1-55050-pkv-768x163.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/5.1-55050-pkv.png 1082w" sizes="auto, (max-width: 672px) 100vw, 672px" /></figure></div>


<p>Alternativ hat Max so wie jeder privat Krankenversicherte immer die Möglichkeit Kosten zu sparen, indem er in den Basistarif wechselt. Das Leistungsniveau des Basistarifs entspricht dem der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Gegenzug reduziert sich der monatliche Beitrag auf 450 Euro (inklusive Pflegeversicherung), und es ergeben sich die folgenden Entnahmemöglichkeiten:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/5.2-400-pkv-1024x219.png" alt="" class="wp-image-7509" width="676" height="144" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/5.2-400-pkv-1024x219.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/5.2-400-pkv-300x64.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/5.2-400-pkv-768x164.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/5.2-400-pkv.png 1080w" sizes="auto, (max-width: 676px) 100vw, 676px" /></figure></div>


<p>Dieses Szenario eignet sich für einen Vergleich auf Augenhöhe mit der gesetzlichen Krankenversicherung. Denn der Leistungsumfang ist gleich, die Beitragshöhe unterscheidet sich jedoch. Im Falle der privaten Krankenversicherung ist der Beitrag einkommensunabhängig. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt dieser 14,6% vom Einkommen zzgl. Zusatzbeitrag und Pflegeversicherung, wobei der Beitrag aufgrund der Beitragsbemessungsgrenze von 5.175 Euro entsprechend nach oben gedeckelt ist. Daraus folgt, dass Privatier Max in guten Börsenzeiten, in denen im Rahmen der Entnahmen hohe Kapitalerträge realisiert werden, mehr zahlt, wie wenn er privat versichert wäre. In schlechten Börsenzeiten wird im Rahmen der Entnahmen jedoch nur sehr wenig bzw. kein Gewinn realisiert. Die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung fallen dann geringer aus wie in der privaten Krankenversicherung.&nbsp;</p>



<p>Daraus folgt die wichtige Erkenntnis: Die gesetzliche Krankenversicherung bietet aufgrund ihrer Einkommensabhängigkeit einen impliziten Schutz vor dem berüchtigten Rendite-Reihenfolgerisiko während der Entnahmephase. Als Privatier, der eine Entnahme-Strategie anwendet, ist es wichtig, diesen Aspekt zu kennen, um sich im Hinblick auf die Krankenversicherung optimal entscheiden zu können.</p>



<p>Zu guter Letzt prüft Max noch einen für ihn besonders vorteilhaften Weg. Dabei kombiniert er die Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung (impliziter Schutz durch geringe Beiträge bei Kurseinbrüchen) mit denen der privaten Krankenversicherung (besserer Service).</p>



<p>Max wechselt zurück in die gesetzliche Krankenversicherung und ergänzt diese um eine private Zusatzversicherung, um die Leistungslücke zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung zu schließen.&nbsp;</p>



<p>Die im Zeitablauf gesparten Beitragsrückstellungen der privaten Krankenversicherung, die automatisch einbehalten werden und später dazu dienen sollen, die Versicherungsbeiträge während der Rente zu subventionieren, werden dabei gänzlich auf die Zusatzversicherung gelenkt. Je nach Höhe der bisher angesparten Beitragsrückstellungen kostet die private Zusatzversicherung dann so gut wie nichts mehr.</p>



<p>Die folgende Tabelle zeigt das monatliche Budget nach Steuern und Versicherungskosten in der Konstellation gesetzlich pflicht-krankenversichert mit einer privaten Zusatzversicherung für 150 Euro pro Monat:&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/6.1-GKV-pflicht-150-zusatz-1024x217.png" alt="" class="wp-image-7510" width="669" height="142" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/6.1-GKV-pflicht-150-zusatz-1024x217.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/6.1-GKV-pflicht-150-zusatz-300x64.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/6.1-GKV-pflicht-150-zusatz-768x163.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/6.1-GKV-pflicht-150-zusatz.png 1083w" sizes="auto, (max-width: 669px) 100vw, 669px" /></figure></div>


<p>Je nach Höhe der vorhandenen Beitragsrückstellungen liegt der tatsächliche Beitrag dann auch deutlich unterhalb von 150 Euro, so dass sich die Budget-Ergebnisse gemäß dieser Tabelle denen der gesetzlichen Pflichtversicherung annähern (siehe Tabelle weiter oben).</p>



<p>Verzichtet Max in diesem Zusammenhang auf einen Wechsel in die gesetzliche Pflichtversicherung (Krankenversicherung der Rentner), dann ergeben sich folgende Entnahmemöglichkeiten:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/6.2-GKV-freiwillig-150-zusatz-1024x217.png" alt="" class="wp-image-7511" width="679" height="144" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/6.2-GKV-freiwillig-150-zusatz-1024x217.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/6.2-GKV-freiwillig-150-zusatz-300x64.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/6.2-GKV-freiwillig-150-zusatz-768x163.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/6.2-GKV-freiwillig-150-zusatz.png 1081w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></figure></div>


<p>Wer an dieser Stelle den Eindruck gewonnen hat, dass dies bisher kompliziert war, der muss wissen, dass im Hintergrund noch weitere Besonderheiten berücksichtigt wurden. Neben steuerlichen Details wie die Berücksichtigung von Verlustvorträge durch Entnahmen während Krisenzeiten, dem Sparerpauschbetrag, der steuerliche Absetzbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen innerhalb gewisser Grenzen oder der Günstigerprüfung, sind auch die Zuschüsse zur Krankenversicherung, die man als Rentner von der gesetzlichen Rentenversicherung (übrigens auch als Privat-Versicherter) erhält, und die gerne bei der Beurteilung der gesetzlichen Rente übersehen werden, in die Kalkulation mit eingeflossen. Das Ziel war, die deutsche Gesetzgebung hinsichtlich Steuern und Sozialabgaben möglichst umfassend abzubilden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong><strong></strong></h2>



<p>Mit dieser Analyse wird noch einmal deutlich, wie mächtig das Entnahmemodell im Gegensatz zu einer Dividendenstrategie ist. Mit dessen Hilfe können sämtliche relevante Komponenten wie Steuern, Krankenversicherung und zusätzliches Einkommen gemeinsam betrachtet werden. Auf Basis der gewonnenen Informationen lassen sich dann sinnvolle Schlüsse ziehen.</p>



<p>Der Themenkomplex Krankenversicherung während der Entnahmephase ist damit abschließend und vollständig behandelt. Die im Artikel zur Verfügung gestellten Informationen helfen hoffentlich vielen Lesern eine grobe Orientierung für die Entnahmemöglichkeiten unter Berücksichtigung von Steuern und Sozialabgaben zu erhalten. Im Anhang werden sämtliche Ergebnisse noch einmal als Entnahmerate dargestellt. Das erleichtert den Vergleich. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Entnahmeraten für den hier betrachteten Fall ermittelt wurden, und nicht ohne weiteres auf andere Vermögen übertragen werden können.</p>



<p></p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading has-text-align-center"><strong>Anhang &#8211; Entnahmeraten</strong></h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-1.png" alt="" class="wp-image-7513" width="679" height="445" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-1.png 918w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-1-300x197.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-1-768x504.png 768w" sizes="auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px" /></figure></div>

<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-2.png" alt="" class="wp-image-7514" width="678" height="292" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-2.png 919w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-2-300x130.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-2-768x332.png 768w" sizes="auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px" /></figure></div>

<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-3.png" alt="" class="wp-image-7515" width="677" height="291" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-3.png 917w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-3-300x129.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-3-768x331.png 768w" sizes="auto, (max-width: 677px) 100vw, 677px" /></figure></div>

<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-4.png" alt="" class="wp-image-7516" width="680" height="292" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-4.png 918w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-4-300x129.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2024/01/Rate-Teil-4-768x330.png 768w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /></figure></div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.finanzen-erklaert.de/wieviel-rente-ist-mit-1-million-euro-nach-steuern-und-sozialabgaben-moeglich/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>117</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aktien versus Immobilien – Der Versuch eines Vergleichs</title>
		<link>https://www.finanzen-erklaert.de/aktien-versus-immobilien-der-versuch-eines-vergleichs/</link>
					<comments>https://www.finanzen-erklaert.de/aktien-versus-immobilien-der-versuch-eines-vergleichs/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Georg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Dec 2023 12:21:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Asset Allokation]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensaufbau]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.finanzen-erklaert.de/?p=7474</guid>

					<description><![CDATA[Vor einiger Zeit bin ich auf den GREIX-Index aufmerksam geworden. Der eine oder andere Leser hat sicherlich auch schon davon gehört. Für alle anderen: Der GREIX ist ein neuer Index, der die Preis-Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes beschreibt. Anders als die üblichen Verfahren zur Messung der Immobilien-Preise, basiert der GREIX nicht auf den Angebotspreisen der öffentlichen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Vor einiger Zeit bin ich auf den GREIX-Index aufmerksam geworden. Der eine oder andere Leser hat sicherlich auch schon davon gehört. Für alle anderen: Der GREIX ist ein neuer Index, der die Preis-Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes beschreibt. Anders als die üblichen Verfahren zur Messung der Immobilien-Preise, basiert der GREIX nicht auf den Angebotspreisen der öffentlichen Plattformen und Anzeigenportalen, sondern auf tatsächlichen Transaktionspreisen. Das heißt nicht die Preise, die verlangt wurden, sondern die, zu denen am Ende tatsächlich gekauft bzw. verkauft wurde, werden berücksichtigt. Durch diese Methodik kann ein objektives und repräsentatives Bild der tatsächlichen Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes erzeugt werden.</p>



<p>Die Transaktionspreise wurden durch die Digitalisierung von Notarverträgen gewonnen. Das GREIX-Team hat für die initiale Konstruktion des Index teilweise rückwirkend Daten ab 1960 erfasst. Und das Beste daran: Die aufbereiteten Daten stehen allen Interessierten kostenlos zum Download zur Verfügung! Für weitere Details zum Index und dessen Konstruktion verweise ich gerne auf die <a href="https://greix.de/">dazugehörige Internetpräsenz</a>, insbesondere die <a href="https://greix.de/faq">FAQ</a>. Im heutigen Artikel werden wir die verfügbaren Daten umfassend analysieren und nutzen, um den Immobilienmarkt mit dem Aktienmarkt zu vergleichen.</p>



<p>In der letzten Zeit liest man immer wieder von erheblichen Korrekturen am Immobilienmarkt. Auch der GREIX-Index beschreibt seit einigen Quartalen eine negative Entwicklung der Immobilienpreise. Gleichzeitig setzt der Aktienmarkt momentan zur Jahresendrally an. In den letzten Jahren hatten beide Assetklassen eine sehr positive Entwicklung. Mich hat deshalb interessiert, welche der beiden Assetklassen aktuell die Nase vorn hat, und habe einen Performance-Vergleich zwischen deutschen Immobilien und dem MSCI-World durchgeführt. Die dabei gewonnen Daten sind für die deutsche Investment-Community von Interesse, weshalb ich diese gerne mit allen Lesern teile.</p>



<p>Noch eins vorab: In den GREIX kann man nicht investieren, dieser beschreibt lediglich die durchschnittliche Preisentwicklung im deutschen Immobilienmarkt. Das bedeutet, es handelt sich um einen Durchschnittswert, während in der Praxis jedes einzelne Objekt über individuelle Besonderheiten verfügt, die Wertdifferenzen begründen können. Die GREIX-Daten sind daher nicht 1:1 auf jede einzelne Immobilie übertragbar. Einige werden sich im Zeitablauf besser als der Index, andere wiederum schlechter entwickelt haben. &nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die alte Frage neu gestellt: Kaufen oder Mieten?</strong></h2>



<p>Beim vorliegenden Artikel geht es insbesondere um die Frage, die sich viele junge Menschen stellen: Soll ich besser als Mieter ein großes Aktien-Depot aufbauen, oder als Immobilieneigentümer den eigenen Haus-Kredit tilgen? Wie kann Vermögen effektiver aufgebaut werden? Dieses Thema habe ich auch in meinen <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/kaufen-vs-mieten-eine-neue-perspektive/" data-type="post" data-id="34">allersten Blog-Artikel</a> vor mehr als 4 Jahren beleuchtet. Natürlich spielen bei der Entscheidung Kaufen versus Mieten neben ökonomischen Aspekten auch noch andere Faktoren eine Rolle. Es handelt sich eher um eine Melange an Kriterien mit deren höchst individueller Gewichtung. In jedem Fall ist es aber wertvoll die monetären Aspekte zu beleuchten.</p>



<p>Für den Vergleich mit den GREIX-Daten habe ich den MSCI-World Kursindex herangezogen. Dieser zeigt die Kursentwicklung ohne die während der Laufzeit erhaltenen Dividenden. Denn erhaltene Mieterträge, bzw. die ersparte Miete, sind ebenfalls nicht Bestandteil des GREIX-Index. Auf diese Art und Weise ist ein fairer Performance-Vergleich der beiden Asset-Klassen Aktien und Immobilien möglich.</p>



<p>Der GREIX unterscheidet die drei Unterkategorien “Einfamilienhäuser”, “Mehrfamilienhäuser” und “Eigentumswohnungen”, die wir im Folgenden ebenfalls separat betrachten werden. Die nachstehende Tabelle vergleicht verschiedene Performance-Indikatoren der drei Immobilien-Kategorien mit dem Aktienmarkt (rechte Spalte):</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1005" height="454" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/GREIX-vs-MSCI-World.png" alt="" class="wp-image-7478" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/GREIX-vs-MSCI-World.png 1005w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/GREIX-vs-MSCI-World-300x136.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/GREIX-vs-MSCI-World-768x347.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1005px) 100vw, 1005px" /></figure>



<p>Für jede der vier Investment-Kategorien wurden die folgenden Kennzahlen ermittelt:</p>



<p><strong>1. Vervielfacher:</strong> Um welchen Faktor ist der Wert der Anlage über den gesamten Zeitraum gestiegen?</p>



<p><strong>2. Rendite p.a.:</strong> Durchschnittliche Wertsteigerung pro Jahr (geometrisches Mittel)</p>



<p><strong>3. Volatilität:</strong> Wertsteigerung p.a. +/- Volatilität ergibt die durchschnittliche jährliche Schwankungsbreite der Wertentwicklung</p>



<p><strong>4. Sharpe-Ratio:</strong> Wird als Rendite p.a. dividiert durch die Volatilität berechnet und drückt aus, wie viel Rendite durch Wertsteigerung pro Einheit Risiko erwirtschaftet wird</p>



<p><strong>5. Max. Drawdown:</strong> Der während der Laufzeit maximale Kursverlust</p>



<p>Des Weiteren werden insgesamt drei verschiedene Zeiträume betrachtet: 1981 &#8211; 2023 (alle Daten), ab 2000 (unmittelbar vor Dotcom-Crash und globaler Finanzkrise) und ab 2010 (Nach-Krisenzeit).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zuerst das „Big-Picture“</strong></h2>



<p>Betrachten wir zunächst nur die oberste Box, welche die langfristige Entwicklung der Preise seit 1981 (42 Jahre) beschreibt. Wer damals sein Geld in den Aktienmarkt investiert hätte, hätte ohne Dividenden den Wert seines Investments fast verzwanzigfacht (Vervielfacher = 19,9). Da können Immobilien bei weitem nicht mithalten. Diese haben im Zeitablauf nur um Faktor 4 (Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen) bzw. 9 (Mehrfamilienhäuser) zugelegt.</p>



<p>Innerhalb der Assetklasse Immobilien haben Mehrfamilienhäuser deutlich besser abgeschnitten als Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Sehr interessant! Wer dafür eine Erklärung hat, möge diese bitte gerne im Kommentarbereich nennen. Ansonsten scheint der altbewährte positive Zusammenhang von Risiko (Volatilität) und Rendite sich auch im Immobiliensektor zu bestätigen. Die Preise von Mehrfamilienhäusern schwanken stärker als die der übrigen Objekte, erzielen aber auch eine höhere Rendite.</p>



<p>Insgesamt schwanken die Preise von Immobilien deutlich weniger als die von Aktien (Volatilität). Werden Rendite und Risiko zueinander ins Verhältnis gesetzt (Sharpe Ratio), dann schneiden Immobilien trotz der geringeren Rendite deutlich besser ab als Aktien. Am Immobilienmarkt wird eine Einheit Rendite also mit weniger Risiko verdient. Mit anderen Worten: Der langsame jedoch bequeme Weg zu mehr Wohlstand.</p>



<p>Wer dagegen in den Genuss der hohen Aktienmarktrenditen kommen wollte, dessen Nerven wurden deutlich häufiger herausgefordert.</p>



<p>Nicht nur die Volatilität, sondern auch der maximale Kursverlust (Max. Drawdown) fallen beim Aktienmarkt deutlich höher aus. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 gingen die Kurse über insgesamt drei Jahre um 50,14% nach unten. Eine wahrhaftig herausfordernde Zeit für die Nerven aller Aktionäre.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Einstieg zu Beginn der verlorenen Dekade ab dem Jahr 2000</strong></h2>



<p>Gehen wir nun über zum mittleren Abschnitt der Tabelle und werfen einen Blick auf den Zeitraum 2000 &#8211; 2023. Wer zu dieser Zeit eingestiegen ist, hat deutlich geringere Renditen erfahren. Die Dekade nach dem Platzen der Dotcom-Blase war für alle Asset-Klassen schwierig. Immobilien und Aktien haben seitdem eine ähnlich hohe Rendite erzeugt, die Aktionäre mussten währenddessen aber mit wesentlich höheren Kursschwankungen zurechtkommen. Das Sharpe-Ratio fällt daher für den Immobiliensektor in dieser Zeit bei dieser Betrachtung sehr positiv aus.</p>



<p>Eine Besonderheit ist mir beim Vergleich mit den oberen Datensatz ab 1981 aufgefallen: Der maximale Drawdown bei den Eigentumswohnungen fällt geringer aus als bei den Daten ab 1981. Das bedeutet, der jüngste Kurseinbruch bei den Eigentumswohnungen war nicht das größte Verlustereignis dieser Gattung in den letzten 42 Jahren. Denn die Preise von Eigentumswohnung sind in der Zeit von Q4 1995 bis Q4 2004 stärker gefallen als seit der aktuellen Zinswende. Wer hätte das gedacht bzw. kann sich heute noch daran erinnern!?</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bei sinkendem Zinsniveau haben alle Asset-Klassen Rückenwind</strong></h2>



<p>Schauen wir uns abschließend die dritte Daten-Box mit den Ergebnissen ab 2010 an. Diese repräsentiert auch meinen persönlichen Investment-Horizont, d.h. seit dem Jahr 2010 bin ich wesentlich in das Thema Geldanlage engagiert. Damals wurde im Freundeskreis oft über Investments in Immobilien gesprochen. Manch einer hat Nägeln mit Köpfen gemacht und ist mit mehreren Objekten als Vermieter in den Immobilienmarkt eingestiegen. Ich selbst habe mich für den Weg der Aktie entschieden und mich seitdem einige Male mit der Frage befasst, was gewesen wäre, wenn ich mich stattdessen damals auch für Immobilien entschieden hätte…</p>



<p>Wie man der Tabelle entnehmen kann, war es in dem betrachteten Zeitraum weitestgehend egal, ob man sich für Aktien oder Immobilien entschieden hat. Beide Asset-Klassen haben bei dieser Art des Vergleichs eine gute Rendite von 7-8% pro Jahr erwirtschaftet. Zuzüglich Dividenden oder (ersparter) Miete. So macht Vermögensaufbau Spaß. Mit der Immobilie war dies sogar vergleichsweise stressfrei möglich, die Wertschwankungen fallen im Vergleich zum Aktienmarkt deutlich geringer aus. Es verwundert also nicht, dass ein Großteil der Deutschen Vermögen lieber mit Immobilien anstatt mit Aktien aufbaut.</p>



<p>Abschließend habe ich den Verlauf der Wertentwicklung noch grafisch dargestellt. In Abhängigkeit vom Einstiegszeitpunkt ergeben sich die folgenden Verläufe:</p>



<p><strong>1. Einstieg im Januar 1981:</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="938" height="611" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/1980-2023.png" alt="" class="wp-image-7475" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/1980-2023.png 938w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/1980-2023-300x195.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/1980-2023-768x500.png 768w" sizes="auto, (max-width: 938px) 100vw, 938px" /></figure>



<p><em>&#8211; Sehr gut zu erkennen: Aktien haben beim Vergleich GREIX – MSCI World langfristig die Nase vorn, Mehrfamilienhäuser sind auch nicht schlecht gelaufen &#8211;</em></p>



<p><strong>2. Einstieg im Januar 2000:</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="937" height="591" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/2000-2023.png" alt="" class="wp-image-7476" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/2000-2023.png 937w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/2000-2023-300x189.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/2000-2023-768x484.png 768w" sizes="auto, (max-width: 937px) 100vw, 937px" /></figure>



<p><em>&#8211; Die ersten 10 Jahre nach dem Platzen der Dotcom-Blase sind beide Assetklassen in diesem Vergleich mehr oder weniger seitwärts gelaufen. Wer damals in Immobilen investiert hat, liegt auch heute, 23 Jahre später, noch vorn &#8211;</em></p>



<p><strong>3. Einstieg im Januar 2010:</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="936" height="590" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/2010-2023.png" alt="" class="wp-image-7477" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/2010-2023.png 936w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/2010-2023-300x189.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/2010-2023-768x484.png 768w" sizes="auto, (max-width: 936px) 100vw, 936px" /></figure>



<p><em>&#8211; In den letzten 13 Jahren reicht es nur noch für ein Unentschieden, mit positivem Ausblick für den Aktienmarkt &#8211;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong><strong></strong></h2>



<p>Je nach Einstiegszeitpunkt in den vergangenen vier Dekaden ergeben sich bei diesem Ansatz der Untersuchung unterschiedliche Rangreihungen bezüglich der gesamthaften Wertentwicklung von Aktien und Immobilien. Langfristig betrachtet lagen Aktien klar vorn, in der jüngsten Vergangenheit traf dies jedoch nicht unbedingt zu. Insbesondere in der Dekade seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 konnten Immobilienbesitzer eine aktienähnliche Rendite einfahren. Wahrscheinlich ist dies auf das besondere Niedrigzinsumfeld zurückzuführen gewesen. Genauso wie die jetzt wieder gestiegenen Zinsen der Grund für den deutlichen Wertverlust in der jüngsten Vergangenheit sind.</p>



<p>Aktuell scheint sich das Bild wieder zugunsten der Aktie zu entwickeln. Ist jetzt womöglich der Zeitpunkt gekommen, zu dem sich die Wertentwicklungen von Aktien und Immobilien wieder den langfristigen Durchschnitten anpassen? War die starke Wertentwicklung von Immobilien in vergangenen Jahren womöglich nur eine temporäre Anomalie, bedingt durch das außergewöhnliche Niedrigzinsumfeld? Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die kommenden zehn Jahre. Die Zukunft bleibt wie immer ungewiss. Vielleicht ergibt sich in den nächsten Jahren das eine oder andere Schnäppchen für geduldige Aktionäre!?</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.finanzen-erklaert.de/aktien-versus-immobilien-der-versuch-eines-vergleichs/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>43</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Trendfolge &#8211; langfristiger Renditebringer oder zu schön, um wahr zu sein?</title>
		<link>https://www.finanzen-erklaert.de/trendfolge-renditebringer-oder-nicht/</link>
					<comments>https://www.finanzen-erklaert.de/trendfolge-renditebringer-oder-nicht/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Georg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Dec 2023 15:15:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Asset Allokation]]></category>
		<category><![CDATA[Entnahmestrategien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.finanzen-erklaert.de/?p=7462</guid>

					<description><![CDATA[In den letzten Wochen habe ich die knapp verfügbare Freizeit einer Überholung meines Rentenplanungs-Tools gewidmet. Zahlreiche neue Features ergänzen den Funktionsumfang erheblich. Der Fokus lag insbesondere auf einer Verbesserung der Performance. Eine Daten-Tabelle wie die, die wir im heutigen Artikel betrachten, kann jetzt deutlich schneller errechnet werden. Auch die grafische Aufbereitung ist noch einmal erheblich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>In den letzten Wochen habe ich die knapp verfügbare Freizeit einer Überholung meines Rentenplanungs-Tools gewidmet. Zahlreiche neue Features ergänzen den Funktionsumfang erheblich. Der Fokus lag insbesondere auf einer Verbesserung der Performance. Eine Daten-Tabelle wie die, die wir im heutigen Artikel betrachten, kann jetzt deutlich schneller errechnet werden. Auch die grafische Aufbereitung ist noch einmal erheblich verbessert. Die Arbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt, mein eigenes vorzeitiges Weihnachtsgeschenk an mich selbst! Die Version für den privaten Gebrauch profitiert ebenfalls, indem diese jetzt sowohl auf PC als auch auf MAC läuft. Und wenn (diesmal) alles klappt, dann bald sogar ohne Excel-Lizenz, als eigenständige Anwendung. Dazu bei passender Gelegenheit gerne mehr Details.</p>



<p>Doch zurück zum Thema des Artikels, welcher unabhängig von der eigenen Einstellung zu alternativen Investments interessante Informationen für angehende Privatiers enthält. Vor einiger Zeit habe ich einen <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/trendfolge-fonds-entnahmestrategie/" data-type="post" data-id="7379">Artikel </a>zum Thema Entnahme-Strategie unter Einsatz von sog. Trendfolgefonds veröffentlicht. Da die bisher verfügbaren Marktdaten im Segment Trendfolge nur bis zum Jahr 2000 zurückreichen, sind keine vollständigen Simulationsrechnungen möglich. Wir haben daher alternativ mit einem experimentellen Versuchsaufbau die Tauglichkeit der Strategie überprüft. Konkret wurden Entnahmeraten für einen 30-jährigen Entnahmezeitraum gerechnet. Die dafür verwendeten 30-jährigen Datensätze bestanden aber nur in den ersten 5 Jahren aus echten Marktdaten, die übrigen 25 Jahre wurde eine konstante reale Rendite von 5% angenommen, um eine ausreichend hohe Anzahl an Renditesequenzen zu erzeugen, und gleichzeitig auch das <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/sequence-of-return-risk/" data-type="post" data-id="1224">Renditereihenfolgerisiko </a>zumindest in den ersten 5 Jahren der Entnahmephase zu berücksichtigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Trendfolge: Bringt das Rente oder kann das weg?</strong><strong></strong></h2>



<p>Die Simulationsergebnisse waren durchaus beeindruckend, und haben bei mir zu einem temporär verstärkten Interesse an dieser Strategie geführt. Sollte sich der eine oder andere Leser des Blogs fragen, ob ich nun einen Teil meiner finanziellen Mittel in Trendfolge-Fonds investiere, lautet die Antwort: Ich bin skeptisch und habe das Thema für mich auf Wiedervorlage in einigen Jahren gelegt. Aktuell bleibe ich weiter bei meiner 100% Aktienquote (und bin damit aktuell sehr zufrieden!). Und auch wenn ich investieren wollen würde, dann würde ich in jedem Fall noch abwarten, bis sich der Markt in dieser Hinsicht weiterentwickelt hat. Das heißt, es müssen preiswerte Trendfolge-ETFs verfügbar sein, über die Anleger effizient in einen diversifizierten Basket bestehend aus mehreren Hedge-Fonds investieren können.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wertschöpfung versus Wertumverteilung</strong></h2>



<p>Aber nicht nur die hohen Kosten schrecken mich ab. Ich bin mir auch unsicher, ob Trendfolgefonds auf Dauer tatsächlich nachhaltig Rendite produzieren können. Denn deren Wertentwicklung hängt nicht wie beim Aktienmarkt von einer Teilhabe an der weltweiten Wertschöpfung ab. Wertschöpfung ist die Fähigkeit der Menschen, den Wert der Dinge durch Innovation zu steigern. Eines meiner liebsten Beispiele in diesem Zusammenhang ist die Erfindung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dreifelderwirtschaft">Dreifelderwirtschaft</a>. Nur durch optimierten Einsatz der Ackerfläche und ohne zusätzliche Ressourcen konnte der Ernte-Ertrag erheblich gesteigert werden. Purer Hinzugewinn durch Innovation und Wissen, daran partizipiert der Welt-Investor.</p>



<p>Bei der Trendfolge werden dagegen nur bereits existierende Werte zwischen Marktteilnehmern umverteilt. Statt gemeinsam wird man auf Kosten anderer wohlhabend. Der Gewinn der Trendfolge basiert auf der Ausbeutung von Anlegerverhalten, wie z.B. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Herdenverhalten">Herdenverhalten</a>. Ob dieses im Zeitablauf jedoch ähnlich stabil ist wie das menschliche Streben nach Verbesserung, also der Rendite-Quelle des Aktienmarkts, kann niemand wissen. Wer glaubt, dass sich menschliches Verhalten im Zeitablauf nur wiederholt, der ignoriert die menschliche Lernfähigkeit. Es besteht z.B. die Möglichkeit, dass Innovationen wie die Entwicklung von künstlicher Intelligenz das Anlegerverhalten maßgeblich verändern, was sich letztendlich auch negativ auf die Rendite-Möglichkeiten von Trendfolge-Fonds auswirken könnte.</p>



<p>Dazu kommt, dass Trendfolge-Fonds ein erratisches Renditeprofil aufweisen. 50% Kursanstieg innerhalb weniger Monate nach 10 Jahren Seitwärtsphase sind Teil der Anlagestrategie und müssen erwartet werden. Das bedeutet, ein Versagen der Strategie kann erst einigermaßen sicher festgestellt werden, wenn mindestens 20 Jahre oder mehr keine Rendite mehr erwirtschaftet wurde. Und dann ist es für eine Korrektur der Asset-Allokation womöglich zu spät.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Lassen wir die Zahlen sprechen!</strong></h2>



<p>Neben diesen eher theoretischen Überlegungen kommt jetzt das neue Renten-Planungstool zum Einsatz. Ich habe die oben beschriebene experimentelle Analyse damit erneut durchgeführt, diesmal jedoch mit Staatsanleihen anstatt mit Trendfolge-Fonds. D.h. der Versuchsaufbau ist identisch, nur die historischen Renditen der Trendfolger wurden durch die von 10-jährigen US-Staatsanleihen ersetzt.</p>



<p>Die Ergebnisse der Simulation sind ähnlich beeindruckend wie die bei Verwendung von Trendfolge-Fonds:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="652" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/2000er-5y-1024x652.png" alt="" class="wp-image-7464" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/2000er-5y-1024x652.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/2000er-5y-300x191.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/2000er-5y-768x489.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/2000er-5y.png 1026w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Der Berechnung liegen analog zur Trendfolge-Studie nur Marktdaten ab dem Jahr 2000 zugrunde. Die einzelnen Zeilen beschreiben auch hier die Verteilung der Entnahmeraten für den 30-jährigen Zeitraum in Abhängigkeit der Asset-Allokation. Mit einer 100% Aktienquote können maximal 3,61% des ursprünglichen Vermögens sicher entnommen werden (Tabellen-Wert unten links). Mit einer Asset-Allokation von 35% Aktien und 65% Staatsanleihen kann die sichere Entnahmerate gemäß Versuchsergebnis um stolze 1,45%-Punkte auf 5,06% angehoben werden. Ein ähnliches Ergebnis haben wir damals auch mit den Trendfolge-Fonds erhalten. Gleichzeitig ist auch die Persistenz der Strategie ähnlich hoch, d.h. signifikante Vorteile sind bis zum 40%-Perzentil sichtbar.</p>



<p>Ich frage mich daher: Wie ist dies möglich? Denn aus <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/100-prozent-aktienquote-optimal/" data-type="post" data-id="7225">einem anderen Artikel des Blogs</a> im Frühjahr dieses Jahres wissen wir, dass der Einsatz von Anleihen während der Entnahmephase nur in seltenen Fällen vorteilhaft ist. Diese Erkenntnis steht im Wiederspruch zu den hier vorliegenden Versuchsergebnissen!</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vorsicht bei Rückschlüssen aus kleinen Grundgesamtheiten</strong></h2>



<p>Für die Verzerrung der Ergebnisse kommen zwei Ursachen in Betracht:</p>



<p>1) Die Konstruktion der Marktdaten, indem nur in den ersten 5 Jahren echte Daten verwendet werden, und anschließend auf eine konstante Rendite von 5% p.a. abgestellt wird.</p>



<p>2) Die Betrachtung eines zufällig günstigen Zeitraums. Denn aufgrund der Tatsache, dass die Zinsen seit dem Jahr 2000 kontinuierlich gesunken sind, hatten Anleihe-Investoren bis vor kurzem permanenten Rückenwind.</p>



<p>Schauen wir uns zunächst die zweite Ursache an: Der gewählte Zeitraum ist nicht repräsentativ. Um diesen Effekt herauszuarbeiten, bleibt die Konstruktion der Renditesequenzen erhalten, d.h. die ersten 5 der insgesamt 30 Jahre basieren weiterhin auf echten historischen Daten, die verbleibenden 25 Jahre rentieren pauschal mit 5% p.a. Der Unterschied zu der vorherigen Berechnung ist aber, dass wir nun sämtliche Marktdaten seit 1870 berücksichtigen. Die Ergebnisse basieren also auf einer um Faktor 7,5 erweiterten Grundgesamtheit, und sind somit wesentlich repräsentativer:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="653" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/1870er-5y.png" alt="" class="wp-image-7465" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/1870er-5y.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/1870er-5y-300x191.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/1870er-5y-768x490.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Zunächst fällt auf, dass alle Entnahmeraten tendenziell deutlich geringer ausfallen als zuvor. Mit 100% Aktienquote sind hier nur noch 2,54% Entnahmen p.a. möglich. Dies ist dadurch begründet, dass nun wesentlich adversere Szenarien, wie z.B. die große Rezession während der 30er Jahre oder die Ölkrise der 70er Jahre, im Datenmaterial enthalten sind. Dagegen waren das Platzen der Dotcom Bubble im Jahr 2000 und die Finanzkrise im Jahr 2007 relativ harmlos.</p>



<p>Durch die Beimischung von Anleihen sind im Ergebnis weiterhin signifikante Vorteile erzielbar, der Aufschlag auf die sichere Entnahmerate fällt jedoch mit 0,69%-Punkten erheblich geringer aus (100% Aktien vs. 30% Aktien). Und auch die Persistenz hat abgenommen, ab dem 25%-Perzentil liefern Anleihen keinen positiven Beitrag hinsichtlich der Entnahmemöglichkeiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Potenzial von Aktien entfaltet sich manchmal erst langfristig</strong></h2>



<p>Gehen wir nun einen Schritt weiter und arbeiten über den gesamten 30-jährigen Zeitraum mit echten Marktdaten, basierend auf der Grundgesamtheit von 1870 – 2023.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1025" height="653" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/full.png" alt="" class="wp-image-7466" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/full.png 1025w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/full-300x191.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/12/full-768x489.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1025px) 100vw, 1025px" /></figure>



<p>Die Vorteilhaftigkeit einer Beimischung von Anleihen ist ähnlich hoch, jedoch bei anderer Asset-Allokation. Basierend auf den vollständigen Marktdaten empfiehlt sich jetzt eine Aktienquote von 75% gegenüber Staatsanleihen. Der wesentlichste Unterschied zur vorherigen Analyse liegt in der signifikanten Abnahme der Persistenz. Anleihen leisten nur noch in wenigen Fällen einen positiven Beitrag. Das Ergebnis stimmt jetzt wieder mit dem der <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/100-prozent-aktienquote-optimal/" data-type="post" data-id="7225">Analyse Anfang 2023</a> überein (Achtung: damals wurde anders als hier ein 50-jähriger Entnahmehorizont betrachtet, weshalb sich die Ergebnisse etwas unterscheiden, nicht jedoch die Tendenz).</p>



<p>Auffällig ist auch, dass die ermittelten Entnahmeraten tendenziell etwas höher ausfallen. Der Grund dafür ist, dass in der ersten und zweiten Analyse die berühmte Regression zum Mittelwert durch die Kappung des echten Datenmaterials nach fünf Jahren nicht vollständig abgebildet werden konnte. Darunter versteht man, dass der Aktienmarkt im Rahmen der Erholung nach starken Kurseinbrüchen temporär überdurchschnittliche Renditen, oberhalb der zuvor konstant angenommenen 5%, ermöglicht. Mit anderen Worten: Fünfjährige Zeitreihen sind nicht immer ausreichend lang genug um beides, Krise und anschließende Erholung, vollumfänglich zu beschreiben. Durch den vollständigen Erhalt der historischen Daten in der dritten und finalen Analyse ist auch dieser Aspekt korrekt berücksichtigt. Langfristig liefern Aktien gegenüber Anleihen eben eine höhere reale Rendite, und die aktuell verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass dies auch im Vergleich zu Trendfolge-Fonds der Fall ist.</p>



<p>Die Analyse-Ergebnisse verdeutlichen sehr gut welchen enormen Einfluss der Aufbau einer Studie auf die Ergebnisse hat. Frei nach dem Motto: „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“. Am besten sind Studien, die weitestgehend ohne Annahmen und sonstiger Eingriffe des Anwenders auskommen, bei denen die Ergebnisse maximal unbeeinflusst sind. Bei Finanzmarktstudien setzt dies eine ausreichend lange historische Datenbasis voraus.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong><strong></strong></h2>



<p>Übertragen auf die Zuverlässigkeit der Trendfolge-Strategie im Rahmen der eigenen Asset-Allokation stellt sich nun die Frage, ob diese auch in Zukunft einen positiven Beitrag zum Erfolg der Entnahmestrategie leisten wird, oder ob es sich eher um einen Zufall handelt, beeinflusst durch die Auswahl des betrachteten Zeitraums und des Studiendesigns. Wahrscheinlich wird man diese Frage aufgrund der Tatsache, dass Trendfolgestrategie menschliches Verhalten ausbeuten, welches sich im Zeitablauf aber ändern wird, niemals endgültig beantworten können.</p>



<p>Schließlich muss man sich auch die Frage stellen, ob es wirklich sinnvoll und vertretbar ist, das Risiko so einer Finanzinnovation in die persönliche Finanzplanung hineinzutragen. Ich selbst habe mich bis auf Weiteres dagegen entschieden. Stattdessen konzentriere ich mich im Rahmen der Asset-Allokation ausschließlich auf “Zutaten” die sich seit mehr als 100 Jahren bewährt haben. Das sind im Wesentlichen Aktien, Anleihen, Cash und meinetwegen auch noch Gold. Meine Analysen zeigen, daraus lassen sich ausreichend vernünftige und gute Portfolios für die Entnahmephase generieren. Denn nicht Outperformance, sondern die sichere Rente ohne Nervenkitzel ist das Ziel.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.finanzen-erklaert.de/trendfolge-renditebringer-oder-nicht/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>29</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fallstudie: Christian (48) prüft den Wechsel von seiner Dividenden- zur Entnahmestrategie</title>
		<link>https://www.finanzen-erklaert.de/fallstudie-christian-48-prueft-den-wechsel-von-seiner-dividenden-zur-entnahmestrategie/</link>
					<comments>https://www.finanzen-erklaert.de/fallstudie-christian-48-prueft-den-wechsel-von-seiner-dividenden-zur-entnahmestrategie/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Georg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Oct 2023 12:07:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fallstudien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.finanzen-erklaert.de/?p=7440</guid>

					<description><![CDATA[Passend zum aktuellen Podcast freue ich mich, eine Fallstudie zum Thema Dividenden- oder Entnahmestrategie präsentieren zu können. Wir werfen einen Blick in die Finanzplanung von Christian. Christian ist 48 Jahre alt und hat im Laufe seiner Karriere als Vertriebler das erreicht, wonach viele Finanzblogleser streben: Er hat sich aus eigener Kraft ein 2-Millionen Euro Depot [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Passend zum <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/podcast-dividenden-oder-entnahmestrategie/" data-type="post" data-id="7426">aktuellen Podcast</a> freue ich mich, eine Fallstudie zum Thema Dividenden- oder Entnahmestrategie präsentieren zu können. Wir werfen einen Blick in die Finanzplanung von Christian. Christian ist 48 Jahre alt und hat im Laufe seiner Karriere als Vertriebler das erreicht, wonach viele Finanzblogleser streben: Er hat sich aus eigener Kraft ein 2-Millionen Euro Depot aufgebaut. Im letzten Jahr erhielt er daraus Dividenden in Höhe von 40.000 Euro. Nach Abzug der Kapitalertragssteuern inklusive Solidaritätszuschlag und Berücksichtigung des Sparer-Pauschbetrags blieb ihm ein passives Jahres-Netto von 32.800 Euro.</p>



<p>Christian bewohnt eine abbezahlte Eigentumswohnung und ist seit vielen Jahren im verantwortungsvollen Umgang mit seinen finanziellen Ressourcen geübt. Er plant als Privatier auch in Zukunft monatlich mit nur 2.000 Euro Budget auszukommen. Daraus ergibt sich, dass er einen krisenbedingten Rückgang der Netto-Dividenden um 8.800 Euro pro Jahr bzw. 27% verkraften könnte. Hier kann also nicht mehr viel schiefgehen, Christian ist finanziell unabhängig.&nbsp;</p>



<p>Es stellt sich die Frage: Weshalb befasst sich Christian trotzdem mit dem Thema Entnahmestrategien? Der Grund: Eine Dividendenstrategie ist unter steuerlichen Aspekten nicht optimal. Während Dividenden voll besteuert werden, gilt dies bei der Entnahme nur für den entnommenen Gewinn-Anteil. Die Rückführung des ursprünglich investierten Kapitals bleibt selbstverständlich vom Fiskus verschont. Um ein geplantes Netto-Budget zu erzeugen, werden bei der Entnahmestrategie weniger Steuern fällig und daher weniger Vermögen verbraucht.</p>



<p>Auch wenn Christian bereits über ein für seine Bedürfnisse ausreichend hohes Vermögen verfügt, darf man an dieser Stelle nicht vergessen: Christian hat aus eigener Kraft mit nur 48 Jahren ein Millionenvermögen aufgebaut hat. Dies gelang Christian, weil er sich in finanziellen Angelegenheiten optimal verhalten hat, und stets darauf achtete nichts zu verschwenden. Dieses Verhalten lässt sich auch nach der Zielerreichung nicht einfach abstreifen. Und das ist auch gut so, denn wer weiß, vielleicht ändern sich Christians Lebensumstände ja noch einmal und sein finanzieller Bedarf steigt? Mit 48 Jahren ist noch vieles möglich&#8230;</p>



<p>Wie immer startet auch diese Fallstudie zunächst mit einem Interview, das ein besseres Bild von den Menschen hinter den Zahlen und deren individueller Situation vermittelt. Anschließend werfen wir im Analyse-Teil wie gewohnt einen Blick auf die gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse. Vorhang auf für Christian!</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Teil 1 &#8211; Interview</strong><strong></strong></h2>



<p><strong>Name, Alter, Beruf, Familienstand, Wohnort (ungefähr)?</strong></p>



<p>Mein Name ist Christian. Ich bin 48 Jahre alt, geschieden, Single und keine Kinder. Von Beruf bin ich inzwischen Privatier – bis vor kurzem arbeitete ich noch im Vertrieb bei einem Automobilkonzern. Ich lebe in einer mittelgroßen Stadt in Nord-Ostdeutschland.</p>



<p><strong>Was sind Deine Hobbies und Interessen?</strong></p>



<p>Seit dem Privatiersdasein treibe ich fast täglich Sport. Ferner bin ich Fußballfan und sehr oft im Stadion anzutreffen. Weiter lese ich gerne und möchte künftig auf jeden Fall mehr reisen.&nbsp; Auch Aktien &amp; Wertpapierhandel würde ich als Hobby bezeichnen.</p>



<p><strong>Werdegang &amp; Beruf &#8211; womit verdienst Du Dein Geld?</strong></p>



<p>Ich arbeite seit meinem 16. Lebensjahr – in Summe also 32 Jahre. Ich war wahrscheinlich einer der faulsten Schüler ever und habe die Realschule nur mit Ach und Krach bewältigt. Den Rekord an Fehltagen müsste ich wahrscheinlich bis heute inne haben. Die Schule hat mich tatsächlich null interessiert. Ich habe mich dann einfach mal für eine kaufmännische Ausbildung entschieden damit weckte ich eine Leidenschaft. Die Ausbildung habe ich als Jahrgangsbester abgeschlossen. Das Fachabitur auf dem 2. Bildungsweg folgte dann im Anschluss. Studiert habe ich allerdings nicht, sondern habe mich auf einer privaten Wirtschaftsschule nur ein Jahr weitergebildet – auch hier wieder als Jahrgangsbester. Im Anschluss ging es dann nach einer kurzen Zeit als Assistent der Geschäftsleitung in sehr jungen Jahren schon in einen Konzern. In den darauffolgenden über 20 Jahren erfolgten bedingt durch die Jobs und auch durch zwei Jobwechsel zahlreiche Umzüge innerhalb Deutschlands.</p>



<p>Zu ergänzen ist noch, dass ich am Abend oder an den Wochenenden in der Ausbildung oder in den ersten Berufsjahren noch nebenbei gearbeitet habe. Diese Gelder flossen nahezu alle in den Aktienmarkt.</p>



<p><strong>Wie hoch ist Dein Netto-Gehalt inklusive sonstiger Einkünfte?</strong></p>



<p>Mein Nettogehalt (incl. Boni, 13. Gehalt, etc) lag 2022 im Schnitt bei 5.198€ zzgl. Dienstwagen und betrieblicher Altersvorsorge. Mir ist bewusst, dass dies ein sehr gutes Gehalt ist. Dieses habe ich mir aber auch sehr, sehr hart und mit viel Einsatz (=Überstunden) erarbeitet. Dazu kommt natürlich noch Cashflow aus Dividenden. Diese lagen im Jahr 2022 bei rund 30.000€ netto.</p>



<p><strong>Wie hoch war Deine durchschnittliche Sparquote in den letzten 5 Jahren und im letzten Jahr (schätzungsweise)?</strong></p>



<p>Da ich seit einigen Jahren alles tracke kann ich dies genau sagen – die Sparquote 2022 von meinem Gehalt lag bei 69% = 42.000€. Da kommen die Dividenden noch oben drauf. Incl. (vollem) Beitrag zur privaten Krankenversicherung in Höhe von 705€ habe ich in 2022 2.318€ im Monat ausgegeben. Die Sparquote lag in den Jahren immer zwischen 60-70%.</p>



<p><strong>Wie hoch ist das Ziel-Vermögen bzw. welches monatliche Netto-Budget wird angestrebt?</strong></p>



<p>Mein Zielvermögen habe ich so genau nie definiert. Für mich war sehr früh klar, dass ich eigentlich nur aus dem Job raus möchte, der mir keinerlei Freude oder Erfüllung gab. Aufgrund eines Abfindungsangebotes habe ich die Gelegenheit nun wahrgenommen und mich verabschiedet. Das künftige Netto-Budget soll natürlich so hoch wie möglich bei hoher Sicherheit sein. Ich werde also wohl meinen Lebensstandard womöglich noch erhöhen können. Allerdings kommen auch neue Kosten wie z.B. für ein eigenes Auto neu dazu. Ich bin gespannt was ich mit Georg gemeinsam für ein Konzept erarbeite.</p>



<p><strong>Wie hoch ist das aktuelle Vermögen / wie setzt es sich zusammen? Wie wurde das Vermögen erlangt?</strong></p>



<p>Das aktuelle Vermögen setzt sich folgendermaßen zusammen:</p>



<p>ETF: 235.000 Euro</p>



<p>Einzel-Aktien: 1.385.000 Euro</p>



<p>Cash / Geldmarkt: 383.000 Euro</p>



<p>Dazu kommt noch eine selbst genutzte kleine, bescheidene und bezahlte Eigentumswohnung (Baujahr 2020).</p>



<p>Das Vermögen habe ich zu sehr großen Teilen selbst erarbeitet und erspart. Dazu kam noch ein kleineres Erbe, was natürlich bei der Vermögensbildung half. Ich hatte das große Glück, dass ich mit 15 Jahren notgedrungen ein Praktikum bei der Dresdner Bank machen musste (Pflichtpraktikum). Dies auch nur, weil ich als Ersatzmann für einen erkrankten Mitschüler einspringen durfte. Hier durfte ich einige Tage in der Börsenabteilung mitwirken. Und schon damals hat es „klick“ gemacht. So klischeehaft es auch klingen mag, der Film „Wall Street“ aus den 80ern wirkte dann noch als Brandbeschleuniger bei mir. So habe ich bereits von meinem ersten Ausbildungsgehalt 500 DM im Monat gespart (habe bei den Eltern gewohnt). Dazu kamen noch die Einkommen aus Nebenjobs am Abend oder am Wochenende.&nbsp; Dieses habe tatsächlich über die ganzen Jahrzehnte ich bis zu meinem letzten Gehalt durchgezogen. Natürlich habe ich unfassbar viele Fehler gemacht – unvergessen 2001 der Kauf eines asiatischen Internetfonds der binnen kürzester Zeit um 90% abschmierte &#8211;&nbsp; aber dann auch daraus gelernt. Gewisse Cash-Reserven habe ich sowohl in der Subprimekrise 2008 als auch im Corona-Crash voll investiert. Zwischenzeitlich verfolgte ich intensiv die Dividenden-Strategie – wie man meinem Portfolio auch noch anmerkt. Inzwischen bin ich auch Passiv-Anleger in ETFs.</p>



<p><strong>Was ist Deine Motivation für die finanzielle Unabhängigkeit?</strong></p>



<p>Ich hatte schlicht die Schnauze voll vom Job. Ich wollte frei sein und nicht mehr so extrem viel Stress haben. Der Finanzwesir hat es mal sehr schön ausgedrückt&nbsp; &#8211; „Leben in der arschlochfreien Zone“.</p>



<p><strong>Teilzeit oder harter Cut, und mit welchem Alter?</strong></p>



<p>Harter Cut – in Teilzeit hätte ich sicher das Tempo beibehalten bzw. hätte niemals im Kopf abschalten können. Wobei ich nicht ausschließen möchte wieder in einem sehr lockeren Midi-Job zu arbeiten. Ich würde gerne mal einen erfüllenden Job haben.</p>



<p><strong>Wie stellst Du Dir die Zeit als Privatier vor?</strong></p>



<p>Erstmal absolut stressfrei – keine Termine – kein Druck – kein Kopfkino. Ich werde einfach in den Tag hinein leben und tun worauf ich Lust habe. Und falls mir wirklich langweilig werden sollte, schaue ich mal was ich ehrenamtlich oder auch im Midi-Job machen kann. Da das Privatleben aber über Jahr schlief, kenne ich bislang noch keine Langeweile.&nbsp;</p>



<p><strong>Was soll mit Deinem Restvermögen am Ende der Entnahmephase geschehen?</strong></p>



<p>Da ich keine Kinder habe, plane ich eigentlich den Großteil zu verzehren. Sonst würde ich gerne den Rest an den Tierschutz vermachen.</p>



<p><strong>Was möchte ich den Lesern sonst noch mit auf den Weg geben?</strong></p>



<p>Von nichts kommt nichts. Wenn Ihr es wirklich schaffen wollt – auch außerhalb von Selbstständigkeit – geht dies meiner Einschätzung nach nur mit bedingungslosem Vollgas. Meldet Euch für Sonderprojekte. Macht Euch zum Problemlöser für den Chef. Macht auch die Aufgaben, die keiner gerne macht. Seid immer erreichbar und zeigt vollen Einsatz. Ich habe in der Retrospektive sicher übertrieben mit dem Arbeitseinsatz und deswegen auch gesundheitlich schon Einschläge hinter mir. Auch dies sollte einem bewusst sein. Man zahlt unter Umständen einen hohen Preis dafür. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber mit einer 36-Stunden-Woche ist eine Karriere meiner Erfahrung nach schwierig zu erlangen. Und man kann es eben auch als sehr mittelmäßiger Schüler ohne Studium schaffen – mit Willen, Biss und Einsatz. Dies gepaart mit einer sehr hohen Sparquote und „all in“-Mentalität in Aktien sollten zum Erfolg führen. Fallt nicht in die Lifestyle-Inflationsfalle – ich habe das sehr oft bei Kollegen beobachtet. Reich wird man idealerweise durch viel verdienen und viel sparen. Und nochmals – Euch muss bewusst sein, dass Ihr unter Umständen einen hohen Preis dafür bezahlt.</p>



<p>Bei konkreten Fragen stehe ich Euch gerne unterhalb dieses Threads für Rückfragen zur Verfügung.</p>



<p>Bedanken möchte ich mich ganz herzlich bei Georg. War eine extrem lockere aber wirklich spannende Zusammenarbeit, die mich in jedem Fall bereichert hat.</p>



<p></p>



<p>An dieser Stelle auch von meiner Seite noch einmal vielen Dank an Christian für die angenehme Zusammenarbeit und die Teilnahme an meinem Fallstudien-Format! Kommen wir nun zum nächsten Teil, der Analyse.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Teil 2 &#8211; Analyse</strong></h2>



<p>Christians Vermögen ist sauber strukturiert, schwere finanzielle Fehler sind ihm nicht unterlaufen. Neben dem üppigen Depot hat Christian bisher 44,23 Rentenpunkte erworben. Zusätzlich hat er im Rahmen der Altersvorsorge in eine Riester-Rentenversicherung eingezahlt, die ihm ab 2040 jährlich 5.466 Euro brutto zurückzahlt. Der Start in die Entnahmephase wird ihm mit einer Abfindung von 100.000 Euro erleichtert, die er durch Nutzung von steuerlichen Gestaltungsspielräumen wie z.B. der Fünftel-Regelung brutto wie netto einplant.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="948" height="684" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Vermoegen.png" alt="" class="wp-image-7446" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Vermoegen.png 948w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Vermoegen-300x216.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Vermoegen-768x554.png 768w" sizes="auto, (max-width: 948px) 100vw, 948px" /></figure>



<p>Christian befindet sich bereits seit Juli dieses Jahres in der Entnahmephase, und sein Vermögen soll für mindestens 52 Jahre ausreichen. Werfen wir nun einen Blick auf einige seiner Möglichkeiten:</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Variante 1 – Cash-Puffer</strong></h2>



<p>Für den Start beabsichtigt Christian risikoorientiert vorzugehen. Ein geringer Teil seines Vermögens soll als Barbestand für schwierige Zeiten vorgehalten werden. Fällt der Aktienmarkt um mehr als 20%, dann beabsichtigt Christian sein Budget nicht mehr aus dem Depot, sondern aus dem <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/entnahmestrategien-cash-puffer/" data-type="post" data-id="7284">Cash-Puffer</a> zu entnehmen. Sollte ein derartiges Ereignis dagegen nicht innerhalb der ersten drei Jahre der Entnahmephase eintreten, dann wird der Cash-Puffer nicht weiter benötigt und in jedem Fall verbraucht. Für die Verzinsung des Barbestands haben wir aufgrund des überschaubaren Zeitraums 3% nominal p.a. angenommen. Nach diversen ersten Simulationsläufen und unter Berücksichtigung von Christians persönlichen Präferenzen, konnten wir eine Cash-Allokation von 10% als optimal feststellen. Die folgende Tabelle zeigt die Resultate:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="839" height="465" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Cash-Puffer.png" alt="" class="wp-image-7442" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Cash-Puffer.png 839w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Cash-Puffer-300x166.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Cash-Puffer-768x426.png 768w" sizes="auto, (max-width: 839px) 100vw, 839px" /></figure>



<p>Die linke Achse beschreibt die Höhe des monatlichen Budgets im Falle der Entnahme aus dem Cash-Puffer. Die Werte in der Tabelle rechts daneben stehen für die mögliche Entnahme aus dem Depot in Abhängigkeit vom Cash-Budget. Das ausbalancierte Cash-Budget liegt bei 4.750 Euro pro Monat. Denn hier kann Christian unabhängig von der Herkunftsquelle der Mittel (Cash oder Aktien-Depot) in jeder Markt-Phase über ein nahezu identisch hohes Budget verfügen. Dies ist auch deshalb der Fall, weil die Cash-Entnahme genau wie die Depot-Entnahme inflationsindexiert ist.</p>



<p>Mit einer zusätzlichen Deckelung der Inflationsanpassung auf maximal 5% pro Jahr (Inflationscap, mehr Details zur Strategie <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/entnahmestrategien-optimieren-mit-dem-inflations-cap-das-inflationsrisiko-reduzieren/" data-type="post" data-id="7101">hier</a>) kann das ausbalancierte Budget um einige hundert Euro auf mindestens 5.000 Euro pro Monat gesteigert werden:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="836" height="464" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Cash-Puffer-CPI-Cap.png" alt="" class="wp-image-7441" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Cash-Puffer-CPI-Cap.png 836w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Cash-Puffer-CPI-Cap-300x167.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Cash-Puffer-CPI-Cap-768x426.png 768w" sizes="auto, (max-width: 836px) 100vw, 836px" /></figure>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading">Variante 2 &#8211; Glidepath</h2>



<p>Als Alternative zu der Cash-Puffer Strategie habe ich Christian noch meinen persönlichen Favoriten, den <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/1-sided-glidepath/" data-type="post" data-id="6672">Glidepath</a>, vorgestellt. Hierbei wird ebenfalls ein Teil des Vermögens zunächst als Barbestand zurückgehalten und anschließend in den Aktienmarkt investiert. Im Rahmen der Zusammenarbeit haben wir unterschiedliche Ausgestaltungsmöglichkeiten dieser Strategie analysiert, und schließlich die Variante mit einer monatlichen Erhöhung der Aktienquote um 2,5%-Punkte als präferierte Variante festgelegt. Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, ist mit dem Glidepath ohne Inflationscap ein ähnliches Ergebnis wie mit der Cash-Puffer-Strategie in Kombination mit dem Inflationscap realisierbar:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="834" height="466" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Glidepth.png" alt="" class="wp-image-7443" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Glidepth.png 834w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Glidepth-300x168.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Glidepth-768x429.png 768w" sizes="auto, (max-width: 834px) 100vw, 834px" /></figure>



<p>Mit einer initialen Aktienquote von 55%, welche anschließend in 2,5%-Schritten über 22 Monate bis auf 100% hochgefahren wird, lässt sich das maximale sichere Budget i.H.v. 4.909 Euro pro Monat erzeugen (Spalte 0% Risiko). Der Grund dafür, dass der Glidepath bessere Ergebnisse produziert als der Cash-Puffer (4.750 Euro pro Monat), ist dessen impliziter Mechanismus, durch den in schwachen Marktphasen ein relativ hoher Teil des Cash-Bestands günstig und mit hoher Renditeerwartung in den Aktienmarkt investiert wird.</p>



<p>Christian fragt sich an dieser Stelle, wie die Ergebnisse wohl aussehen würden, wenn die Aktienquote nicht wie oben angenommen auf 100%, sondern nur auf 80% hochgefahren wird. Aufgrund der geringeren Portfoliorendite bei gleichzeitig nur moderater Reduktion der Volatilität führt diese Vorgehensweise zu einem um ca. 500 Euro pro Monat reduzierten Budget. Die optimale initiale Aktienquote liegt nun bei 40%:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="836" height="466" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Glidepth80.png" alt="" class="wp-image-7445" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Glidepth80.png 836w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Glidepth80-300x167.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Glidepth80-768x428.png 768w" sizes="auto, (max-width: 836px) 100vw, 836px" /></figure>



<p>Aber Performance ist nicht alles, eine Entnahmestrategie muss auch in Crash-Zeiten emotional durchzuhalten sein. Das Wissen um die Existenz eines üppigen Cash-Reservoirs im Hintergrund kann dabei helfen, die eine oder andere Aktienkurs-Kapriole besser durchzustehen. Daher kann es durchaus sinnvoll sein auf Budget zu verzichten.</p>



<p>Zu guter Letzt kommt noch einmal der Inflationscap von 5% zum Einsatz, diesmal in Kombination mit der zuvor beschriebenen 2,5% Glidepath-Strategie mit 80% Ziel-Aktienquote. Durch die Kombination beider Strategien kann der zuvor durch den 20% Cash-Anteil verursachte ermittelte Budget-Abschlag vollständig kompensiert werden:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="836" height="464" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Glidepth80-CPI.png" alt="" class="wp-image-7444" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Glidepth80-CPI.png 836w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Glidepth80-CPI-300x167.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/10/Glidepth80-CPI-768x426.png 768w" sizes="auto, (max-width: 836px) 100vw, 836px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p>Mit der Dividendenstrategie liegt Christians monatliches Netto-Budget aktuell bei 2.733 Euro (= 32.800 / 12). Die Höhe künftiger Einnahmen ist nicht kalkulierbar.</p>



<p>Durch den Wechsel auf eine Entnahmestrategie kann Christian sein monatliches Netto-Budget um gut 2.200 Euro auf berechnete sichere 4.948 Euro pro Monat steigern. Darüber hinaus sind bei der Entnahmestrategie neben den Steuern auch die Kosten für die Kranken- und Pflegeversicherung berücksichtigt, so dass der tatsächliche Unterschied bei ca. 2.800 Euro pro Monat liegt. Grund für das höhere Budget sind insbesondere die <a data-type="post" data-id="7052" href="https://www.finanzen-erklaert.de/dividendenstrategie-steueroptimiert/">Vorteile bei der Besteuerung</a> der Entnahmen und die <a data-type="post" data-id="7014" href="https://www.finanzen-erklaert.de/entnahme-versus-dividendenstrategie-kapitalverzehr/">Möglichkeit des kalkulierten Kapitalverzehrs</a>. Dass es tatsächlich zum vollständigen Verbrauch des Depots kommt ist jedoch äußerst unwahrscheinlich. Denn dadurch, dass Christian sich bei der Höhe der Entnahmen am historischen Worst-Case der letzten 150 Jahre orientiert, arbeitet er mit einem hohen Risikopuffer. Der von Christian bedachte Tierschutz darf daher eine signifikant hohe Spende erwarten.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.finanzen-erklaert.de/fallstudie-christian-48-prueft-den-wechsel-von-seiner-dividenden-zur-entnahmestrategie/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>21</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Finanzwesir rockt Podcast: Dividenden- oder Entnahmestrategie?</title>
		<link>https://www.finanzen-erklaert.de/podcast-dividenden-oder-entnahmestrategie/</link>
					<comments>https://www.finanzen-erklaert.de/podcast-dividenden-oder-entnahmestrategie/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Georg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Sep 2023 19:14:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.finanzen-erklaert.de/?p=7426</guid>

					<description><![CDATA[Es gibt Neuigkeiten von der Podcast-Front. Gemeinsam mit dem “Einkommens-Investor” Luis Pazos habe ich mich bei “Der Finanzwesir rockt” den Fragen der Moderatoren Albert Warnecke und Daniel Korth zum Thema Dividenden- oder Entnahmestrategie gestellt. Ich wünsche viel Spaß beim Reinhören und freue mich über Feedback zum Inhalt im Kommentarbereich!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Es gibt Neuigkeiten von der Podcast-Front. Gemeinsam mit dem “Einkommens-Investor” Luis Pazos habe ich mich bei “<a href="https://finanzrocker.net/altersvorsorge-dividenden-oder-entnahmestrategie-der-finanzwesir-rockt-110/">Der Finanzwesir rockt</a>” den Fragen der Moderatoren Albert Warnecke und Daniel Korth zum Thema Dividenden- oder Entnahmestrategie gestellt. Ich wünsche viel Spaß beim Reinhören und freue mich über Feedback zum Inhalt im Kommentarbereich!</p>



<p></p>



<script class="podigee-podcast-player" src="https://player.podigee-cdn.net/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js" data-configuration="https://finanzwesir-rockt.podigee.io/113-dividenden-vs-entnahmestrategie/embed?context=external"></script>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.finanzen-erklaert.de/podcast-dividenden-oder-entnahmestrategie/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>69</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Entnahmestrategien optimieren: Können Trendfolge-Fonds das Risiko während der Entnahmephase reduzieren?</title>
		<link>https://www.finanzen-erklaert.de/trendfolge-fonds-entnahmestrategie/</link>
					<comments>https://www.finanzen-erklaert.de/trendfolge-fonds-entnahmestrategie/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Georg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Sep 2023 10:21:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Asset Allokation]]></category>
		<category><![CDATA[Entnahmestrategien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.finanzen-erklaert.de/?p=7379</guid>

					<description><![CDATA[Vor einiger Zeit bin ich auf ein Portfolio bestehend aus Aktien-ETFs und Trendfolge-Fonds gestossen. Trendfolge-Fonds sind ein relativ neuartiges Produkt, weshalb nur wenig über die Kursentwicklung in der Vergangenheit bekannt ist. In meiner ersten Reaktion war ich daher skeptisch, ob eine historische Simulation überhaupt sinnvoll durchgeführt werden kann.&#160; Mein Gegenüber erklärte mir, dass er durch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Vor einiger Zeit bin ich auf ein Portfolio bestehend aus Aktien-ETFs und Trendfolge-Fonds gestossen. Trendfolge-Fonds sind ein relativ neuartiges Produkt, weshalb nur wenig über die Kursentwicklung in der Vergangenheit bekannt ist. In meiner ersten Reaktion war ich daher skeptisch, ob eine historische Simulation überhaupt sinnvoll durchgeführt werden kann.&nbsp;</p>



<p>Mein Gegenüber erklärte mir, dass er durch die von ihm gewählte Asset-Allokation eine deutlich reduzierte Volatilität bei nahezu vollständigem Erhalt der Aktienmarktrendite erwartet. Es sei daher möglich, im Rahmen der Analyse mit der 150-jährigen Historie des Aktienmarktes zu arbeiten. Aber die dabei im Ergebnis ermittelten Pleite-Wahrscheinlichkeiten würden wohl tendenziell überschätzt, bzw. das sichere Budget unterschätzt. Die aus der innovativen Asset-Allokation resultierenden Effekte (reduzierte Volatilität bei gleichzeitigem Erhalt der Rendite) sollen anders ausgedrückt so wirken wie ein zusätzlicher imaginärer Sicherheitspuffer, der sich aufgrund der mangelnden Datenbasis aber nicht exakt quantifizieren lässt. Mit anderen Worten: die historisch sichere Entnahmerate soll durch den Einsatz von Trendfolge-Fonds noch sicherer werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>In der Entnahmephase gilt: Rendite gut, Volatilität schlecht</strong></h2>



<p>Ein Ansatz, der mein Interesse geweckt hat. Vor gut einem Jahr haben wir in <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/volatilitaet-und-sichere-entnahmerate/" data-type="post" data-id="7067">diesem Artikel</a> das Zusammenspiel von Rendite, Volatilität und sicherer Entnahmerate betrachtet. Das Ergebnis lautete, dass eine höhere Renditeerwartung einen positiven Einfluss auf die sichere Entnahmerate hat, während sich der Sachverhalt bei der Volatilität genau andersherum darstellt: je höher die Volatilität, desto geringer die sichere Entnahmerate. Gemäß den Gesetzen des Marktes geht eine Reduktion der Volatilität regelmäßig mit einer Reduktion der Rendite einher. Denn Risiko und Rendite sind über ein unsichtbares Band miteinander verbunden, wer kein Risiko eingehen möchte, der verdient nur den risikolosen Zins.</p>



<p>Gelingt es aber, das Risiko ohne Rendite-Verlust zu reduzieren, dann muss die sichere Entnahmerate in der Konsequenz steigen. Im Idealfall kann das Kursrisiko vollständig eliminieren werden (Volatilität = 0), so dass auch kein <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/sequence-of-return-risk/" data-type="post" data-id="1224">Renditereihenfolgerisiko </a>mehr existiert. Die sichere Entnahmerate ohne Kapitalverzehr wäre dann maximal und entspräche exakt der Rendite.</p>



<p>Als souveräner Selbstentscheider bei der Geldanlage empfiehlt es sich grundsätzlich die Theorie einer praktischen Überprüfung zu unterziehen. Bei meiner Recherche nach geeigneten Marktdaten entdeckte ich den <a href="http://www.ctaindexes.com/List_SGCTATrend.html">SG-Trend-Index</a>. Dieser stellt die durchschnittliche Performance von 10 bedeutsamen Trendfolgefonds ab dem Jahr 2000 dar und kann als Repräsentant für die Trendfolgestrategie betrachtet werden. Ein weiterer relevanter Index ist der Barclays BTOP 50, welcher aber erst im Jahr 2010 startet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was ist Trendfolge und wie wirkt Trendfolge im Portfolio-Kontext?</strong></h2>



<p>Bevor wir uns im Folgenden das Zusammenspiel von Aktienmarkt und Trendfolge im Detail ansehen, kurz noch etwas Hintergrund zur Trendfolgestrategie und deren Eignung als Beimischung zum Aktienportfolio: Bei der Trendfolge wird eine Vielzahl an Märkten fortlaufend beobachtet. Neben Aktien spielen auch die Assetklassen Anleihen (Kredit), Währungen, Zinsen und Rohstoffe eine Rolle. Sobald in einem der beobachteten Märkte eine signifikante Kursbewegung nach oben oder unten auftritt, wird mit Hilfe von Derivaten eine entsprechende Position eingegangen. Das Ziel ist, dem Trend zu folgen und von seiner weiteren Entwicklung zu profitieren. Dadurch, dass auf unterschiedlichen Märkten sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse spekuliert werden kann, ist die Entwicklung der Trendfolgestrategie unabhängig von der Entwicklung des Aktienmarktes. Durch eine Kombination von Aktien-ETFs mit Trendfolgefonds zeigen die verfügbaren Daten, dass aufgrund der geringen Korrelation erhebliche Diversifikationseffekte realisiert werden können, d.h. die Portfoliovolatilität wird reduziert. Für den Erfolg der Entnahmestrategie ist dabei entscheidend, dass die Reduktion der Volatilität nicht mit einer entsprechend hohen Reduktion der Rendite einhergeht, wie es sonst häufig bei Portfolios mit mehreren Asset-Klassen der Fall ist.</p>



<p>Genug der Theorie, werfen wir jetzt einen Blick das Zusammenspiel von SG-Trend und Aktienmarkt in den letzten 23 Jahren:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="640" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/08/Korrelation-SG-Trend-und-SP500-1024x640.png" alt="" class="wp-image-7381" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/08/Korrelation-SG-Trend-und-SP500-1024x640.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/08/Korrelation-SG-Trend-und-SP500-300x187.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/08/Korrelation-SG-Trend-und-SP500-768x480.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/08/Korrelation-SG-Trend-und-SP500.png 1109w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Die orange Linie beschreibt die Entwicklung des S&amp;P 500 TR Index, die blaue Linie repräsentiert den SG-Trend Index. Beide Zeitreihen starten im Januar 2000 und basieren auf täglichen Kursen (linke Achse). Die graue Linie stellt die rollierende einjährige Korrelation zwischen beiden Zeitreihen dar (rechte Achse).&nbsp;</p>



<p>Auf den ersten Blick fällt die im Zeitablauf etwas schwächere Performance des SG-Trend gegenüber dem US-Aktienmarkt auf. Während die durchschnittliche (nominale) Aktienmarktrendite im betrachteten Zeitraum bei 6,76% lag, konnte der SG-Trend im gleichen Zeitraum nur 5,84% p.a. erwirtschaften. Im Ergebnis wird ein Indexstand von ca. 4.000 Punkten (SG-Trend) vs. 5.000 Punkten (S&amp;P 500) erreicht.</p>



<p>Auf den zweiten Blick sticht die negative Korrelation in Krisenzeiten ins Auge. Während des DotCom-Crashs (2000-2002), der globalen Finanzkrise (2007-2008) und der aktuellen Ukraine-Krise war bzw. ist der Korrelationskoeffizient jeweils deutlich negativ, d.h. durch die Kombination von Trendfolge-Fonds mit Aktien war es im betrachteten Zeitraum möglich einige schwere Kurseinbrüche abzumildern, also die Portfoliovolatilität zu reduzieren. Bildet man beispielsweise ein Portfolio bestehend aus 50% S&amp;P 500 und 50% SG-Trend, dann liegt die Rendite des 50/50 Portfolios gemäß <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Risikodiversifizierung#Diversifikationseffekt">Portfoliotheorie </a>genau in der Mitte, also bei 6,3%. Die Volatilität fällt dagegen aufgrund des Diversifikationseffektes von 13,1% (100% SG-Trend) bzw. 19,7% (100% Aktien) auf nur noch 10,8%. Das ist wirklich sehr beeindruckend!</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welchen Einfluss haben Trendfolge-Fonds auf die sichere Entnahmerate?</strong></h2>



<p>An dieser Stelle kommt die Frage auf, welche Konsequenzen sich daraus für die sichere Entnahmerate ergeben. Leider ist es aufgrund der mangelnden Datenverfügbarkeit nicht möglich eine vollständige historische Simulation (150 Jahre) wie sonst auf diesem Blog üblich durchzuführen. Die endgültige Antwort auf diese spannende Frage bleibt zukünftigen Generationen vorbehalten.</p>



<p>Trotzdem ist es möglich, eine tendenzielle Aussage zu treffen. Zu diesem Zweck werfen wir einen Blick auf den folgenden Versuchsaufbau: In Ermangelung einer ausreichend langen Zeitreihe, fokussieren wir uns auf die ersten 5 Jahre der Entnahmephase. Konkret bedeutet dies, dass wir eine fiktive 30-jährige Zeitreihe konstruieren, bei der die ersten 5 Jahre aus historischen Daten bestehen, während für die darauffolgenden 25 Jahre eine konstante reale Rendite von 5% angenommen wird. Es basiert also nur der Beginn der Zeitreihe auf echten historischen Daten. Da jedoch insbesondere die Geschehnisse zu Beginn der Entnahmephase für den Erfolg der Entnahmephase entscheidend sind, lässt sich auf Basis der Ergebnisse durchaus eine Aussage über die grundsätzlichen Wirkungszusammenhang treffen.</p>



<p>Die folgende Tabelle stellt die Simulationsergebnisse für verschiedene Kombinationen aus SG-Trend und S&amp;P 500 TR dar. Die oberste Zeile steht für eine Aktienquote von 0%, d.h. es wird ausschließlich in den SG-Trend investiert. In den Zeilen darunter steigt die Aktienquote in 5%-Schritten:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/09/Trendfolge-SER.png" alt="" class="wp-image-7385" style="width:706px;height:479px" width="706" height="479" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/09/Trendfolge-SER.png 952w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/09/Trendfolge-SER-300x204.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/09/Trendfolge-SER-768x522.png 768w" sizes="auto, (max-width: 706px) 100vw, 706px" /></figure></div>


<p>Die Ergebnisse sind sehr interessant. Die linke Spalte zeigt das 0%-Perzentil, d.h. die minimal beobachtete Entnahmerate je Zeile / Asset-Allokation. Bei einer 100%igen Aktienquote beträgt diese 3,61%, d.h. es kann im gesamten 30-jährigen Zeitraum jedes Jahr über 3,61% des ursprünglichen Kapitals verfügt werden (letzte Zeile, linke Spalte). Mit einer Asset Allocation von 30% Aktien und 70% SG-Trend steigt die sichere Entnahmerate im zuvor beschriebenen Versuchsaufbau auf 4,98%.</p>



<p>An dieser Stelle gleich eine Warnung: Den Berechnungen liegt eine konstruierte unplausible Zeitreihe zugrunde. Die Ergebnisse sollten in keinem Fall als sichere Entnahmerate für den 30-jährigen Zeitraum interpretiert werden. Ob eine Steigerung der Entnahmerate um mehr als 1%-Punkt tatsächlich möglich ist, kann nicht sicher beantwortet werden. Die Ergebnisse lassen aufgrund ihrer Signifikanz aber durchaus darauf schließen, dass die Beimischung von Trendfolge-Fonds einen positiven Effekt auf die sichere Entnahmerate haben kann.</p>



<p>Es ist auch hervorzuheben, dass die positiven Effekte nicht nur auf seltene Ausnahmesituationen beschränkt sind. Die Tabelle zeigt, dass die Entnahmerate in mehr als 35% der Fälle durch eine signifikante Beimischung von Trendfolgefonds, d.h. ein Anteil von 50% bis 80% am Gesamtportfolio, gesteigert werden kann. In den übrigen Fällen wäre es im Sinne einer maximalen Entnahme dagegen besser gewesen, ausschließlich auf Aktien zu setzen, was durch die allgemein höhere Renditeerwartung von Aktien begründet ist.&nbsp;</p>



<p>Ein solch starke Strategie-Persistenz über eine Vielzahl adverser Szenarien hinweg ist bemerkenswert und viel höher im Vergleich zum klassischen 60/40 Aktien-Anleihe-Portfolio. Zu Beginn des Jahres haben wir in <a href="https://www.finanzen-erklaert.de/100-prozent-aktienquote-optimal/" data-type="post" data-id="7225">diesem Artikel</a> gezeigt, dass eine Beimischung von Anleihen nur in sehr seltenen Extremsituationen vorteilhaft gewesen ist. In 99% der Fälle wäre es bei einer Auswahl zwischen Staatsanleihen und Aktien besser gewesen, ausschließlich auf Aktien zu setzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Spannende Theorie, aber komplizierte Umsetzung</strong></h2>



<p>Wer jetzt gleich loslegen und in den SG-Trendindex investieren möchte, der wird aktuell noch enttäuscht. Es gibt momentan keine Möglichkeit direkt in den SG-Trend-Index zu investieren. Stattdessen muss man die im Index enthaltenen Fonds einzeln erwerben. Ist man bereit diesen Weg zu gehen, wird man bei weiterer Recherche feststellen, dass einige Fonds für europäische Standard-Privatanleger nicht verfügbar sind, da diese die erforderlichen EU-Regularien nicht erfüllen. In manchen Fällen besteht die Möglichkeit eines &#8222;Private Placements&#8220;. Voraussetzung dafür ist, dass man ein &#8222;Accredited Investor&#8220; und ein &#8222;Qualified and Eligible Participant (QEP)&#8220; ist. Mit anderen Worten, man benötigt mindestens 2 Millionen USD liquides Vermögen und ein Einkommen von mindestens 200.000 USD pro Jahr allein oder 300.000 USD als Paar.</p>



<p>Es gibt aber auch eine Reihe Trendfolge-Fonds, die mit einem normalen Privatanlegerdepot in Deutschland erworben werden können. Nicht alle sind Bestandteil des SG-Trend-Index, was aber auch nicht weiter problematisch sein dürfte. Trendfolge-Fonds unterscheiden sich insbesondere durch die von ihnen bewirtschafteten Asset-Klassen und die Geschwindigkeit, mit der neu identifizierte Trends verfolgt werden. Durch deren Kombination miteinander kann zusätzlich auf der Fonds-Ebene diversifiziert werden, so dass möglichst sämtliche Nuancen der Trendfolge-Strategie abgedeckt sind.</p>



<p>Ein wichtiger Aspekt sind die Kosten. Oft gibt es bei Trendfolge-Fonds verschiedene Tranchen für institutionelle und private Anleger. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der Kosten und des Mindestanlagebetrags. Institutionelle Tranchen sind häufig günstiger als die Tranchen für Privatanleger und / oder verzichten auf den Ausgabeaufschlag. Im Gegenzug werden für den Erwerb der institutionellen Tranchen höhere Mindestanlagen von bis zu 5 Millionen USD gefordert. Und nur wenige Broker ermöglichen Privatanlegern den Erwerb von institutionellen Tranchen. Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl an UCITS-konformen Trendfolgefonds, die für Privatanleger in Deutschland verfügbar sind. Es handelt sich nicht um eine Kaufempfehlung, grundsätzlich sollte vor dem Erwerb eines Fonds immer der Prospekt studiert werden:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/09/Trendfolge-Fonds_2-1024x442.png" alt="" class="wp-image-7402" style="width:710px;height:303px" width="710" height="303"/></figure></div>


<p>Der initiale Aufwand umfasst die Mindestanlage und den Ausgabeaufschlag. Der Trade-off zwischen Investitionssumme und Kosten sticht beim Vergleich der beiden Varianten deutlich hervor. Der Fonds „Winton Trend“ ist meiner Recherche nach aktuell nicht handelbar.</p>



<p>Der den Berechnungen oben zugrundeliegende SG-Trend Index basiert auf Netto-Renditen, d.h. die Rendite ist um die Anbieter Kosten bereinigt. Nicht berücksichtigt sind zusätzliche Kosten durch die depotführende Stelle. Da die Differenz zwischen privater und institutioneller Tranche der depotführenden Bank als Vertriebsprovision ausgezahlt wird, ist dieser Teil der Kosten nicht im SG-Trend Index berücksichtigt. Das bedeutet, wer die oben beschriebene Strategie mit Fonds-Tranchen für Privatanleger umsetzen möchte, sollte mit einer reduzierten Rendite für den SG-Trend kalkulieren. Da Kosten nahezu 1:1 auf die Entnahmerate durchschlagen, resultiert dies bei einer Differenz der laufenden Kosten von z.B. 1% und einem 50%-Anteil von Trendfolgefonds im Portfolio in eine um ca. 0,5%-Punkte reduzierte Entnahmerate.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p>Viele Leser des Blogs fragen sich an dieser Stelle sicherlich, ob ich nun meine bisherige Anlagestrategie ändere, und ebenfalls einen signifikanten Teil meines Vermögens in Trendfolge-Fonds investiere. Die ehrliche Antwort lautet: Aktuell noch nicht, aber ich prüfe den Ansatz ernsthaft. Trotz der positiven Resultate bin ich weiterhin skeptisch. Die Frage, die ich mir besonders stelle ist, weshalb der Gesamtmarkt mit seiner Schwarmintelligenz diesen Ansatz im Zeitablauf trotz der vermeintlichen Vorteilhaftigkeit nicht stärker adaptiert hat. Denn die von Trendfolge-Fonds verwalteten Mittel stagnieren seit mehr als 10 Jahren.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/08/AuM-Trendfolge-1024x565.png" alt="" class="wp-image-7380" style="width:767px;height:423px" width="767" height="423" srcset="https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/08/AuM-Trendfolge-1024x565.png 1024w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/08/AuM-Trendfolge-300x166.png 300w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/08/AuM-Trendfolge-768x424.png 768w, https://www.finanzen-erklaert.de/wp-content/uploads/2023/08/AuM-Trendfolge.png 1167w" sizes="auto, (max-width: 767px) 100vw, 767px" /></figure></div>


<p>Würden dagegen immer mehr Marktteilnehmer die Vorteilhaftigkeit der Strategie erkennen, müssten auch die investierten Mittel mit der Zeit weiter zunehmen. Weshalb ist das nicht der Fall? Wo ist der Haken? Oder ist Trendfolge das Investment der Zukunft und bisher haben es nur wenige bemerkt? Nie zuvor habe ich mich mehr auf die Diskussion mit Euch im Kommentarbereich gefreut!</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.finanzen-erklaert.de/trendfolge-fonds-entnahmestrategie/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>133</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Finanzfluss-Podcast: Vom eigenen Vermögen leben ist komplizierter als gedacht</title>
		<link>https://www.finanzen-erklaert.de/finanzfluss-podcast-vom-eigenen-vermogen-leben-ist-komplizierter-als-gedacht/</link>
					<comments>https://www.finanzen-erklaert.de/finanzfluss-podcast-vom-eigenen-vermogen-leben-ist-komplizierter-als-gedacht/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Georg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jul 2023 16:19:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.finanzen-erklaert.de/?p=7369</guid>

					<description><![CDATA[Für alle Podcast-Freunde gibt es seit heute eine neue Folge im Finanzfluss-Podcast zum Thema Entnahmestrategien mit mir als Gast. Viel Spaß beim Reinhören!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Für alle Podcast-Freunde gibt es seit heute eine neue Folge im Finanzfluss-Podcast zum Thema Entnahmestrategien mit mir als Gast. Viel Spaß beim Reinhören!</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-spotify wp-block-embed-spotify wp-embed-aspect-21-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<div class="oceanwp-oembed-wrap clr"><iframe title="Spotify Embed: #411 Interview: Vom eigenen Vermögen leben ist komplizierter als gedacht – mit Georg Wieninger" style="border-radius: 12px" width="100%" height="152" frameborder="0" allowfullscreen allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy" src="https://open.spotify.com/embed/episode/03cRr1QscGkbxWdLtktXTZ?utm_source=oembed"></iframe></div>
</div></figure>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.finanzen-erklaert.de/finanzfluss-podcast-vom-eigenen-vermogen-leben-ist-komplizierter-als-gedacht/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>13</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
