<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:openSearch="http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/" xmlns:blogger="http://schemas.google.com/blogger/2008" xmlns:georss="http://www.georss.org/georss" xmlns:gd="http://schemas.google.com/g/2005" xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0" version="2.0"><channel><atom:id>tag:blogger.com,1999:blog-28002854</atom:id><lastBuildDate>Fri, 27 Mar 2026 08:33:51 +0000</lastBuildDate><category>Voodoo displays</category><category>Motten</category><category>Escher</category><category>R</category><category>Figurprobleme</category><title>frischer fisch von vorgestern</title><description></description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/</link><managingEditor>noreply@blogger.com (mq)</managingEditor><generator>Blogger</generator><openSearch:totalResults>513</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>25</openSearch:itemsPerPage><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-2303030807066197449</guid><pubDate>Sun, 25 May 2014 20:32:00 +0000</pubDate><atom:updated>2014-05-25T22:35:45.365+02:00</atom:updated><title>Gottes Abwesenheitsassistent</title><description>&lt;b&gt;Von:&lt;/b&gt; g@-.universum&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Gesendet:&lt;/b&gt; Sonntag, 25. Mai 2014 06:66&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;An:&lt;/b&gt; twimc&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Betreff:&lt;/b&gt; gone fishing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Sehr geehrter Absender,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vom 03.04.33 bis zum 24.12.999999999 bin ich nicht erreichbar. E-Mails werden nicht weitergeleitet. In dringenden Angelegenheiten kontaktieren Sie bitte mein Büro unter der Durchwahl -666. Passende Vorwahlen finden Sie in den Telefonverzeichnissen von Syrien, Irak, Afghanistan, Nigeria oder Nordkorea. Zielführender wäre es jedoch, wenn Sie sich um Ihren Scheiss selbst kümmern. Selbstverständlich dürfen Sie gerne weiterhin an mich glauben oder anrufen, auch wenn Sie genau wissen, dass diese E-Mail nicht von mir stammt. Und denken Sie immer daran: Nichts wird gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gruß,&lt;br /&gt;
G&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2014/05/gottes-abwesenheitsassistent.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>8</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-5819788239213315134</guid><pubDate>Sun, 18 May 2014 20:15:00 +0000</pubDate><atom:updated>2014-05-18T22:15:56.423+02:00</atom:updated><title>Mir egal</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Es ist mir egal, wer einen Schlagersängerwettbewerb gewinnt. Es ist mir egal, welcher Fürst mit welcher Fürstin vermählt wird und ob sie dann gemeinsam Kinder bekommen oder fremdgehen. Es ist mir egal, welcher Politiker zehn Kilo ab- oder zunimmt. Springreitturniere und Autobiographien von Schauspielern sind mir egal. Es ist mir egal, aus welchem Land ein Papst kommt oder wie er sich nennt und ob es ihn gibt. Es ist mir egal, wieviel eine Flasche Champagner kostet, oder eine Schachtel Pralinen. Es ist mir egal, welcher Sportler sich scheiden lässt. Es ist mir egal, welche Band ein Comeback in Erwägung zieht. Die Lottozahlen und Frauenfußball sind mir auch egal. Es ist mir egal, dass mir das alles egal ist, und es ist mir auch egal, ob das irgendjemand außer mir auch egal ist. Die meisten anderen Themen sind mir immer noch nicht egal.&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2014/05/mir-egal.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>5</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-228723740943142868</guid><pubDate>Thu, 24 Apr 2014 08:39:00 +0000</pubDate><atom:updated>2014-04-24T21:51:36.584+02:00</atom:updated><title>Der große Mayer</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Vor acht Jahren ist an dieser Stelle ein Beitrag über den, anatomisch gesehen, Breitensport Wrestling erschienen. Damals ging es um &lt;a href=&quot;http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.de/2006/06/queen-mimi-king-hansen.html&quot;&gt;&amp;gt;&amp;gt; Queen Mimi &amp;amp; King Hansen&lt;/a&gt;, zwei Kartenfiguren aus einem Quartettspiel, das ich dereinst in Kuala Lumpur erworben und während einer langen Busfahrt durch Malaysia über mehrere Stunden vollkommen regellos mit der dreijährigen Tochter eines Mitreisenden gespielt hatte. Nun endlich folgt plangemäß der zweite Teil des Fachbeitrags, denn am Gründonnerstag lag die Vorbestellung von Berni Mayers neuem Roman &lt;i&gt;&quot;Der große Mandel&quot;&lt;/i&gt; im Briefkasten. Dafür habe ich kurzzeitig die Lektüre von Donna Tartts rund tausendseitigem Opus &lt;i&gt;&quot;Der Distelfink&quot;&lt;/i&gt; unterbrochen. 
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sich vielleicht fragen &lt;i&gt;&quot;Warum kurzzeitig? Der Mayer hat doch beachtliche 350 Seiten zu Papier gebracht!&quot;&lt;/i&gt; Das liegt daran, dass es sich nach den ersten beiden Romanen aus der Serie um die privaten Ermittler Max Mandel und Sigi Singer auch in diesem Fall um einen &lt;i&gt;Pageturner&lt;/i&gt; handelt. (Und jetzt regen Sie sich bitte erstmal über den Anglizismus auf. Das ging mir genauso, aber mir fällt spontan keine angemessene Übersetzung ein.)
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schon dreist, das erste Kapitel eines Romans &lt;i&gt;&quot;Ende&quot;&lt;/i&gt; zu nennen. Der Leser hält sich sogleich für extrem geistesgegenwärtig und kombiniert, dass man es mit einer Rückwärtsgeschichte zu tun hat, weil man sich beim Mayer über solche Kniffe nicht wundern würde, wenn man seine beiden anderen Romane kennt. Aber dann werden die Ereignisse doch umgekehrt andersherum, also nicht von hinten aufgezäumt. 
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch diese Geschichte, die in den Niederungen des provinzheimatlichen Wrestling-Milieus angesiedelt ist, wird aus der Perspektive Sigi Singers erzählt. Stilistisch durchsetzt ist der Text diesmal mit den Notizen Mandels, in seiner lakonischen Art auf Zettel geworfen. Diese Technik verleiht dem Roman glaubwürdige Dimensionen zweier Ich-Perspektiven. 
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnisse über die Randgruppenbespaßung Wrestling sind auch für Leute interessant, die keine Plastikfiguren oder andere Showcatcher-Devotionalien sammeln. Und beiläufig erwirbt man weiteres exotisches Wissen. Zum Beispiel, dass Robert Fripp, Mastermind von King Crimson und zweifelsfrei einer der profiliertesten Rock- und Jazzgitarristen überhaupt, die Systemmusik für Windows Vista geschrieben hat. Lachen Sie nicht. Diese Information ist mindestens so wertvoll wie die Fähigkeit, ein schmackhaftes Spiegelei zu braten. 
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und endlich kommt auch der kulturgeschichtlich unterbewertete Frank Zander zu seiner verdienten Geltung. Zur kulturgeschichtlichen Bedeutung von Romanschauplätzen wie Siegen oder Gießen hingegen kann ich nichts sagen. (Im direkten Vergleich mit Frank Zander vermutlich eher gering.) 
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einigen Stellen leuchtet der Erzähler in weltanschauliche Tiefen. So wird über die Sozialisierung der Landflüchtigen spekuliert, &lt;i&gt;&quot;wie wohl alles gekommen wäre, wäre man nie von zu Hause weggezogen. Vielleicht hätte die Multioptionalität, in die man in der Großstadt fast zwangsweise hineinschlitterte, einem nie das Urvertrauen beschädigt, indem sie einem permanent vorgaukelte, was man alles sein konnte, weil alle anderen immer so viel waren und man selbst so wenig.&quot;&lt;/i&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch falls Sie über keine Zeitmaschine oder ähnliche Gerätschaft verfügen, um das Buch rückwirkend an Ostern 2014 zu lesen und meiner Kritik mittels eigener Lektüre zuvorzukommen, bestellen Sie den Roman trotzdem und freuen Sie sich auf das nächste Wochenende. Es kommt bestimmt, und Sie werden sich nicht langweilen. 
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Audiojingle zum Text finden Sie übrigens auf Bernis Blog &lt;a href=&quot;http://burnster.de/2014/04/11/der-grosse-mandel/&quot;&gt;&amp;gt;&amp;gt; St. Burnster&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt; 
Und falls Sie weitere Verbraucherinformationen über die ersten beiden Romane mit dem Mandel und dem Singer wünschen, kann ich auch hierzu mit Kritiken dienen:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.de/2012/01/zu-gast-in-mandels-buro.html&quot;&gt;&amp;gt;&amp;gt; Mandels Büro&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.de/2012/11/black-mandel.html&quot;&gt;&amp;gt;&amp;gt; Black Mandel&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2014/04/der-groe-mayer.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>9</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-9189765330348230562</guid><pubDate>Sat, 22 Mar 2014 20:09:00 +0000</pubDate><atom:updated>2014-03-22T21:19:54.119+01:00</atom:updated><title>Sehr geehrter Klimawandel,</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;manche zweifeln an Ihrer Existenz. Andere meinen, die Vorzeichen einer Veränderung seien eindeutig. Willkommen im kurzen Dasein der aktuellen Population dieses Planeten. Ihre Gegner sorgen sich aufgeregt um den Fortbestand der Menschheit, auch wenn sie selbst das prognostizierte Fiasko nicht erleben werden.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Befürworter hingegen betonen die erfreulichen Seiten. Wenn die Polkappen abschmelzen, wird Deutschland zwar seinen liebsten Fußballfeind verlieren, aber auch ohne Holland geht das Leben weiter. Die Nordsee reicht bis zur Eifel. Das ist eine landschaftlich reizvolle Kombination zwischen Strand und Hügellandschaft mit hohem Freizeitwert und vom bevölkerungsreichen, dann noch dichter besiedelten Nordrhein-Westfalen aus schnell zu erreichen. Deutschland wird zur Surfnation.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gazprom geht pleite. Keiner muss mehr heizen, und man bekommt keine Mahnungen mehr vom Schornsteinfeger wegen verpasster Termine. Niemand braucht mehr einen Schlafsack beim Campen oder lange Unterhosen mit Eingriff. Sonnenenergie setzt sich in Mitteleuropa durch. Die Klimawende schafft beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Energiewende.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rheinebene wird zum Reisanbaugebiet mit drei bis vier jährlichen Ernten. Im Schwarzwald wachsen nicht nur Nadelbaummonokulturen, sondern edle Tropenhölzer. Männer tragen endlich keine Schals mehr. Aras und andere exotische Vögel nisten im Erzgebirge. Die Berliner können auch im Januar ohne Wolldecken und Gaspilze in ihren Straßencafés herumsitzen. Zebraherden durchstreifen die Sächsische Schweiz. Frauen gehen im Bikini einkaufen.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während über die Polkappen diskutiert wird, wälzen Sie sich gähnend im Halbschlaf. Sie haben es mit dem Erwachen nicht eilig. Und Ihre Mutter Natur zeichnet sich ebenso durch Gelassenheit aus. Sie hat immerhin die Dinosaurier überlebt. Und auch Atomkriege beeindrucken sie nicht.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will Sie nicht weiter belästigen, alle reden einfach gerne über das Wetter. Klima gibt es immer. Man nimmt es, wie es kommt.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit thermostatischen Grüßen,&lt;br /&gt;
mq&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjQkOi7gihMFoQ8ar67CdMiGFoDvrF2P05_cwdY_rRZKa938FWzlzlBLDryCB0CToZ2el5zlSDFz0elf18EZmIWpGLdbp1BAhfFLUMqdpL5SvdC-UDRprVtpt5mlF_vHv2HZnEi/s1600/20140415_Baum_vor_Fenster.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span style=&quot;font-size: x-small;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot; &gt;Vor dem Fenster, vor einer Woche&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2014/03/sehr-geehrter-klimawandel.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjQkOi7gihMFoQ8ar67CdMiGFoDvrF2P05_cwdY_rRZKa938FWzlzlBLDryCB0CToZ2el5zlSDFz0elf18EZmIWpGLdbp1BAhfFLUMqdpL5SvdC-UDRprVtpt5mlF_vHv2HZnEi/s72-c/20140415_Baum_vor_Fenster.jpg" height="72" width="72"/><thr:total>15</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-8507758723044162589</guid><pubDate>Sat, 08 Mar 2014 07:16:00 +0000</pubDate><atom:updated>2014-03-08T08:24:53.338+01:00</atom:updated><title>Goldene Aschenbecher</title><description>&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEicgUvO1Yyiizj1noKAIlWl34yG1OltfzA-F0VARpw4-HvXO_txSfrH5avotkM0DvikbQqClJcxCX96u1SCJ7XbVUGMxLoqi_XIZ9rWrIi1iX9rMJmtHG4cJM0yr17znWBqJDUO/s1600/Aschenbecherdieb_klein.jpg&quot; /&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;
Drei Dinge erscheinen an dieser Entdeckung während eines nächtlichen Heimwegs bemerkenswert:&lt;br&gt;
1. Es gibt noch Raucher. (Oder andere Leute, die Aschenbecher benötigen.)&lt;br&gt;
2. Es gibt noch mindestens eine Person, die eine Schreibmaschine benutzt.&lt;br&gt;
3. Es gibt noch Ernte 23.&lt;br&gt;&lt;br&gt;
In der 1980er Jahren standen auf den Tischen des Würzburger Unicafés Aschenbecher, auf denen zu lesen war: &lt;i&gt;&quot;Dieser Aschenbecher wurde im Unicafé Würzburg geklaut&quot;&lt;/i&gt;. Die Verbreitung der Werbebotschaft durch Anstiftung zum Diebstahl seitens des Bestohlenen hat funktioniert. Ich kann mich an keine WG erinnern, die damals mit anderen Aschenbechern ausgestattet war. Bei goldenen Aschenbechern könnte die Realisierung eines solchen Konzepts kostenintensiv sein, mittelfristig betrachtet.&lt;/span&gt;

</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2014/03/goldene-aschenbecher.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEicgUvO1Yyiizj1noKAIlWl34yG1OltfzA-F0VARpw4-HvXO_txSfrH5avotkM0DvikbQqClJcxCX96u1SCJ7XbVUGMxLoqi_XIZ9rWrIi1iX9rMJmtHG4cJM0yr17znWBqJDUO/s72-c/Aschenbecherdieb_klein.jpg" height="72" width="72"/><thr:total>3</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-8756850250822016679</guid><pubDate>Sun, 23 Feb 2014 22:09:00 +0000</pubDate><atom:updated>2014-02-24T21:27:17.026+01:00</atom:updated><title>Falls es die Welt gibt</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Falls es die Welt gibt, ist sie das trügerische Spiegelbild einer Miniaturlandschaft, die du jeden Tag in dir selbst einreißt, zermalmst und in anderer Gestalt wiederaufbaust. Mühevoll schaffst du Aussichten und Ansichten und bebilderst das Dasein mit deinen Vorstellungen. Um die Landschaft zu bereisen, errechnest du Fahrpläne und stellst Weichen. Du lässt Züge gegeneinander prallen und setzt sie mit einem Handgriff zurück auf die Schiene. Gleichzeitig sitzt du selbst in diesen Zügen und lässt dein Werk an dir vorüber ziehen. Wenn der Schaffner das Abteil betritt und nach deiner Fahrkarte verlangt, lachst du ihn aus. Denn auch der Schaffner bist du selbst. Beide wissen, dass der Zug an der nächsten Weiche entgleisen wird. Aber in diesem Moment sitzt du schon wieder in einem anderen Zug. Je länger die Reise dauert, desto mehr verdichtet sich der Eindruck, dass du alle Stationen kennst, und es fällt dir auch immer schwerer, neue Landschaften zu erschaffen. Der Raubbau am Rohstoff deiner verblassenden Träume hinterlässt leere Räume. Dennoch kannst du dir nicht vorstellen, dass alles irgendwann verschwindet, wenn es dich nicht mehr geben soll.&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2014/02/falls-es-die-welt-gibt.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>4</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-3234754910724751122</guid><pubDate>Mon, 03 Feb 2014 21:31:00 +0000</pubDate><atom:updated>2014-02-23T23:10:26.909+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Voodoo displays</category><title>Voodoo Display #40</title><description>&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiOzvVloP22ttofxhUnLNjGAkMdsrfqyrjpCeLIAJl1wgPpTMkrD5aItCjaBoaofg0T2Hk-kRtYex4Ug4Z53C2bV4S3pqfZmR97dQ1yS26QmLxMZBxRL0EUI948wJuDeCRKyYTY/s1600/voodoo_display_40.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace; font-size: x-small;&quot;&gt;Frankfurt am Main, 2013&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2014/02/voodoo-display-40.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiOzvVloP22ttofxhUnLNjGAkMdsrfqyrjpCeLIAJl1wgPpTMkrD5aItCjaBoaofg0T2Hk-kRtYex4Ug4Z53C2bV4S3pqfZmR97dQ1yS26QmLxMZBxRL0EUI948wJuDeCRKyYTY/s72-c/voodoo_display_40.jpg" height="72" width="72"/><thr:total>3</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-11269572276638553</guid><pubDate>Sun, 02 Feb 2014 10:16:00 +0000</pubDate><atom:updated>2014-02-02T11:21:14.050+01:00</atom:updated><title>Applaus für den Hammermann</title><description>&lt;iframe allowfullscreen=&quot;&quot; frameborder=&quot;0&quot; height=&quot;344&quot; src=&quot;//www.youtube.com/embed/ERfsnvGDjVM&quot; width=&quot;400&quot;&gt;&lt;/iframe&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Am 2.2.2014 um 10 Uhr wurde der &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/AfE-Turm&quot; &gt;&amp;gt;&amp;gt; AFE-Turm&lt;/a&gt; gesprengt. Es handelte sich um die bislang größte Gebäudesprengung in Europa. Als Liebhaber großer Sprengungen, bei denen keine Menschen zu Schaden kommen, habe ich die Arbeit des Hammermanns dokumentiert. Faszinierend ist die Verzögerung des Schalls im Vergleich zur visuellen Wahrnehmung bei solchen Ereignissen.&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2014/02/applaus-fur-den-hammermann.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>5</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-177966914861601913</guid><pubDate>Thu, 23 Jan 2014 16:58:00 +0000</pubDate><atom:updated>2014-01-23T21:45:06.551+01:00</atom:updated><title>Im Netz der grimmigen Dinge</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Die anonyme E-Mail war über den WLAN-Drucker auf meinen Tablet-PC gesendet worden und stammte von der elektrischen Zahnbürste. Zunächst dachte ich, es handelt sich um einen nigerianischen Virus. Jedoch versetzte ein automatisches Update des Zahnbürstenbetriebssystems dieses Ding offenbar in die Lage, Botschaften zu versenden, die über sachliche Inhalte bei der Bestellung von Zahnpasta oder neuer Bürstenaufsätze weit hinausgingen.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Inhalt der E-Mail denunzierte den Rasierapparat, der angeblich &lt;i&gt;&quot;auf den Föhn scharf&quot;&lt;/i&gt; sei und aus Eifersucht einen Scherenkopfanschlag auf meine Gesichtshaut plane. Selbstverständlich hielt ich die Zahnbürste für verrückt, zog jedoch gleichzeitig in Betracht, dass sie auf den Rasierer eifersüchtig sein könnte und ihre Platine sich aufgrund einer möglichen Fehlprogrammierung selbst zum Föhn hingezogen fühlt. 
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl meine Haare trocken waren, stellte ich den Föhn auf die höchste Stufe ein und ließ mir ausgiebig heiße Luft um den Kopf wirbeln. Tatsächlich fing die Akkuanzeige des Rasierapparats sofort an, zornesrot zu blinken, obwohl das Gerät seit zwei Tagen am Stromnetz hing und vollständig geladen war. Es roch ein wenig nach verbrannten Haaren.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich nahm die Zahnbürste zur Hand, stellte mich direkt vor den Rasierer und putzte mir mit Hingabe die Zähne. Bis mir das Ding einen Stromschlag versetzte, der meinen Schädel vibrieren ließ. Es roch ein wenig stärker nach verbrannten Haaren. Über den Weg der stillen elektronischen Post ließ mich die Zahnbürste wissen, dass unser bisheriges Vertrauensverhältnis aufgrund meines &lt;i&gt;&quot;niederträchtigen Verhaltens fundamental erschüttert&quot;&lt;/i&gt; sei. Eine ähnliche E-Mail erhielt ich vom Rasierer, das Schreiben beinhaltete schlimmste Beschimpfungen. Falls Föhne ein männliches Geschlecht besitzen, sind Zahnbürsten weiblich und Rasierer homosexuell?
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Vorstellung eines Rauschebarts, vergilbter Zähne und verletzter Gerätegefühle hätte ich leben können, aber offenbar besaß die Zahnbürste ein besonderes Charisma im Netz der Dinge und brachte die anderen elektrischen Gegenstände gegen mich auf. Plötzlich schlossen sich ohne Aufforderung die Rollläden und ließen sich nicht mehr öffnen. Gespenstisch flackerte das Licht, bevor es erlosch. Zum Glück kannte ich mich in meiner Wohnung aus und fand mich in der Dunkelheit zurecht. Zweimal stolperte ich über den Staubsauger, der mir immer wieder bösartig vor die Füße rollte. 
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich mich auf dem Weg zum Kühlschrank am Herd abstützen wollte, verbrannte ich mir die Hand. Der Kühlschrank blieb stockdunkel und schickte mir eine Wolke eisiger Luft entgegen. Ich wagte nicht, hineinzufassen. Aus der Backröhre vernahm ich ein bedrohliches Raunen.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorgestern habe ich die Wohnung verlassen, nachdem es mir gelungen war, die Türsperre mit einer improvisierten Evilware zu überlisten. Ich weiß nicht, ob ich dorthin zurückkehre.&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2014/01/im-netz-der-grimmigen-dinge.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>12</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-4470682871089359458</guid><pubDate>Sun, 19 Jan 2014 08:09:00 +0000</pubDate><atom:updated>2014-01-26T19:21:40.597+01:00</atom:updated><title>Sehr geehrte Südosteuropäer,</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;ich entschuldige mich auf diesem Weg für das fremdschamverursachende 
Verhalten von einigen meiner Landsleute. Es ist erschütternd, welche 
&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;
haarsträubenden &lt;/span&gt;Dummheiten über die sogenannte &lt;i&gt;&quot;Armutsmigration&quot;&lt;/i&gt; in jüngster Zeit 
verbreitet wurden. Nach schlimmster xenophobischer Manier werden ganze 
Nationen als Bedrohung dargestellt. Es sind immer die Anderen, die 
Fremden, die unseren Wohlstand bedrohen, indem sie angeblich deutsche 
Arbeitsplätze oder Sozialaufwendungen erschleichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte nehmen Sie den Deutschen diese Diskussion nicht allzu übel. Die &lt;i&gt;
German Angst&lt;/i&gt; ist ein international bestauntes Phänomen. Besonders 
verbreitet scheint die Angst im wohlhabenden Südostdeutschland zu sein, 
vermutlich weil sich diese Region selbst gerne an den 
politischen Rand Europas bugsiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von &lt;i&gt;&quot;Sozialtourismus&quot;&lt;/i&gt; war die Rede, eine Sprachverhunzung, die zurecht 
zum Unwort des Jahres 2013 gewählt wurde. Manchem, der keinen Hunger 
kennt und keine Angst haben muss, im Winter am Frost zu krepieren, weil 
zu wenig Heizmittel verfügbar sind, mag das Verständnis für Menschen 
fehlen, die ihre Heimat verlassen, ohne die fremde Sprache, das fremde 
System und fremde Erwartungshaltungen zu kennen. Und auch für Menschen 
mit einer qualifizierten Berufsausbildung, die von ihrem Gehalt nicht 
würdevoll leben können und daher migrieren, mangelt es an Empathie. Wie 
in jeder anderen Kultur gilt auch das Mitgefühl der Deutschen in erster 
Linie ihnen selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angst vor Zuwanderung und Veränderung ist ebenso tief verankert wie 
schädlich. Davon abgesehen, dass man in deutschen Innenstädten häufiger 
von Punks mit Hochschulreife als von südosteuropäischen 
Bevölkerungsgruppen angebettelt wird, ist die Mehrheit der Migranten auf
 der Suche nach Arbeit. Das ist ihr gutes - europäisches - Recht. Und 
wir sollten froh sein, dass dieses Recht beansprucht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie die Demografiediskussion um das angebliche Aussterben der 
Deutschen als empirischer Sondermüll entsorgt werden kann, gehören Agitationen wie &lt;i&gt;&quot;Wer betrügt, der fliegt&quot;&lt;/i&gt; (CSU) in den 
Kehrichteimer der Geschichte. Nicht nur, weil es sich um einen 
außerordentlich miesen Reim handelt, der im Deutschunterricht einer 
Förderschule für Lernbehinderte bestenfalls eine Vierminus verdient 
hätte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich heiße Menschen aus Südosteuropa sowie anderen Himmelsrichtungen 
ausdrücklich willkommen und ziehe den Hut vor allen, die das Vertraute 
verlassen und neue Möglichkeiten suchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit xenophilen Grüßen,&lt;br /&gt;
mq&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2014/01/sehr-geehrte-sudosteuropaer.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>2</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-8292239721372874683</guid><pubDate>Mon, 13 Jan 2014 20:54:00 +0000</pubDate><atom:updated>2014-01-13T22:10:36.542+01:00</atom:updated><title>Flamingo</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Im Zoo von San Diego habe ich einen halben Vormittag damit verbracht, das zweite Bein an jenem Flamingo zu suchen, der regungslos in den Teichrand gespießt war. Ich verspürte eine dunkle Neigung, gegen das dürre Standbein der Kreatur zu treten. Dann überwältigte mich das schlechte Gewissen. Denn wie würde man sich fühlen, wenn der Flamingo aus einem tragischen Grund tatsächlich nur ein Bein besessen hätte und umgekippt wäre? Plötzlich hob der Vogel ab und winkte mir mit seinem zweiten Bein, das er beim Start aus dem Gefieder geklappt hatte, verächtlich zu.&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2014/01/flamingo.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>5</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-160524966737143973</guid><pubDate>Sat, 28 Dec 2013 21:30:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-12-28T23:44:43.635+01:00</atom:updated><title>2013</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Text&lt;br /&gt;
- Arbeit und Struktur, Wolfgang Herrndorf&lt;br /&gt;
- Back to Blood, Tom Wolfe&lt;br /&gt;
- Blutsbrüder, Ernst Haffner&lt;br /&gt;
- Der Überlebende, Ernst-Wilhelm Händler&lt;br /&gt;
- Die Abenteuer des Joel Spazierer, Michael Köhlmeier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Film&lt;br /&gt;
- Breaking Bad (Final Season)&lt;br /&gt;
- Der Geschmack von Rost und Knochen&lt;br /&gt;
- Inside Llewyn Davis&lt;br /&gt;
- Spring Breakers&lt;br /&gt;
- The Power of Few&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sound&lt;br /&gt;
- Daft Punk, Giorgo By Moroder&lt;br /&gt;
- Hanne Kolstø, The City&lt;br /&gt;
- Motörhead, I don&#39;t believe a word&lt;br /&gt;
- Poliça, Wandering Star&lt;br /&gt;
- ZZ Top, Under Pressure&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
People&lt;br /&gt;
- Elon Musk&lt;br /&gt;
- Nelson Mandela&lt;br /&gt;
- Malala Yousafzai&lt;br /&gt;
- Marcel Reich-Ranicki&lt;br /&gt;
- Michael Chodorkowski&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Other&lt;br /&gt;
- Alles mir zu Ehren, aber alles ohne mich, Michael Kumpfmüller in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 2. Dezember&lt;br /&gt;
- Chris Ware: Jimmy Corrigan, the Smartest Kid on Earth&lt;br /&gt;
- Elevator Ghost&lt;br /&gt;
- Rainbow Bar &amp;amp; Grill, L.A.&lt;br /&gt;
- Taipeh 101&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/12/2013.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>4</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-5303070511783593390</guid><pubDate>Mon, 23 Dec 2013 19:32:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-12-23T20:32:26.447+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Voodoo displays</category><title>Voodoo Display #39</title><description>&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEg1MsKpyMAgMjSekca0BmqeMzcchWWLI8-3DdJ30TIhdrTEs4ZsgbErNXQ5mq_UgSOr_imXsKNy9tIk9jwYnBtb2JAVwR-Nd-hMjJscqMQX7NEM4dTgG6wGIcQM3kA2aQN5v_Sl/s1600/voodoo_display_39.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace; font-size: x-small;&quot;&gt;Bangkok, 2013&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/12/voodoo-display-39.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEg1MsKpyMAgMjSekca0BmqeMzcchWWLI8-3DdJ30TIhdrTEs4ZsgbErNXQ5mq_UgSOr_imXsKNy9tIk9jwYnBtb2JAVwR-Nd-hMjJscqMQX7NEM4dTgG6wGIcQM3kA2aQN5v_Sl/s72-c/voodoo_display_39.jpg" height="72" width="72"/><thr:total>4</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-194406200757182504</guid><pubDate>Thu, 12 Dec 2013 20:34:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-12-12T21:37:49.465+01:00</atom:updated><title>Nur die Größe der Zelle</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Wozu das ganze Geschwafel von der Freiheit? Als ob es jemals einen freien Menschen gegeben hat. Jeder Mensch, jedes Lebewesen, sogar jeder Stein, jedes Atom ist an irgendeine Form der Abhängigkeit seiner Existenz gekettet.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Buddha hat der Legende zufolge über einen langen Zeitraum gefastet, um während seiner Meditation die Erleuchtung zu erlangen. Wieviele Tage hält es ein Mensch ohne Wasser aus? Wo der Mensch an die Grenzen der Naturgesetze stößt, wird es abrupt mythologisch. Die Geistesgeschichte unserer Spezies kennt zahlreiche Belege dafür, dass phantastische Erklärungsmodelle gegenüber naturwissenschaftlichen Begründungen bevorzugt werden. Folgerichtig lässt der Mensch seine Götter nicht verdursten, wenn sie einen Tag zu lange in der Sonne hocken, sondern spricht sie heilig. Und überhaupt, was soll das eigentlich sein, die Erleuchtung.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Legendenfigur Buddha war nicht frei, sondern in der Idee gefangen, die Erleuchtung zu erlangen. Und auch andere Götter wären nicht frei, wenn es sie gäbe, denn auch sie wären Gefangene ihrer Ideen. (Nebenbei: Würde ein Gott sich die Sinnfrage stellen?) Und wenn es keine Götter gibt, sind sie gefangen als Idee in den Köpfen der Menschen.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiwillig verdursten oder verhungern ist machbar, aber der Mensch besitzt noch nicht einmal die Befähigung zur Freiheit, aus eigenem Willen mit dem Atmen aufzuhören. Nur mit einem Strick oder in Abhängigkeit anderer Hilfsmittel gelingt es. Und selbst ein Freitod erfolgt nicht freiwillig, sondern ist eine zwangsläufige Konsequenz, die aus anderen Zwängen resultiert.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles befindet sich in gegenseitigen Abhängigkeiten. Der freie Wille ist eine Illusion. Jede Entscheidung ist geprägt von Erfahrungen, und die wenigsten Erfahrungen geschehen ohne fremde Einflüsse. Die Unfreiheit und die Unfreiwilligkeit sind real in ihren unterschiedlichen selbst und fremd verschuldeten Konstellationen. Die Formen der Gefangenschaft unterscheiden sich allein in der Größe der Zelle.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Teufel mit dem Pathos der Freiheit. Lieber ein Leben in der Auseinandersetzung mit vielen unberechenbaren Abhängigkeiten als ein Dasein in einer einzigen durchsichtigen Illusion.&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/12/nur-die-groe-der-zelle.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>4</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-1879737580071158217</guid><pubDate>Sat, 07 Dec 2013 17:51:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-12-08T21:55:54.161+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Escher</category><title>Unter der Nacht</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Escher starrte in die Dunkelheit. Es musste unter dem Bett lauern. Dort unten hatte sich alles Schlechte versammelt und zu einem kalten, geduldigen Wesen ohne Gedächtnis vereint. Mit einem weiten Satz sprang Escher von seiner Schlafstätte in die Mitte des schwarzen Raumes. Er wagte nicht, sich umzudrehen. Ein Blick bohrte sich durch seinen Rücken und zerrte an den Eingeweiden.
&lt;br&gt;
&lt;br&gt;
Ihm kam es vor, als ob der Raum aus kleinen Würfeln bestand, die jemand durcheinander geschüttelt und auf eine falsche, bösartige Weise wieder zusammengesetzt hat. Durch das Fenster schien plötzlich eine Stratuswolke, die inmitten des nächtlichen Himmels gleißend hell über der Stadt stand und Millionen Lichter reflektierte.
&lt;br&gt;
&lt;br&gt;
Und Escher verstand, dass er selbst das Wesen ist, das unter dem Bett lebt. Er greift nach seinem Knöchel und zieht sich ohne Gegenwehr in den dunklen Spalt.&lt;br&gt;Unter der Tarnung des aufgewirbelten Nachtstaubs lauerte Escher wie eine Spinne und starrte in die Dunkelheit. Irgendwann würde der Andere das sichere Kissen verlassen, das sagte ihm sein Gespür. Die Wolke war verschwunden. Und mit ihr das Licht.&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/12/unter-der-nacht.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>5</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-2328192362958072114</guid><pubDate>Sun, 17 Nov 2013 20:22:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-11-17T21:37:44.784+01:00</atom:updated><title>Selbstbildnisse im Elektromarkt</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Es muss ein magischer Moment gewesen sein, als der Mensch sich zum ersten Mal selbst wahrnahm. Er beobachtete die glatte Wasseroberfläche und erkannte plötzlich, dass es sich bei dem Wesen, das ihm in die Augen blickte und seinen Bewegungen spiegelbildlich folgte, um ihn selbst handelte. In diesem Augenblick verankerte sich das menschliche Selbstbewusstsein.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seither versucht der Mensch, dieses Bild im Bewusstsein festzuhalten. Er will der Vergänglichkeit entrinnen, die er bereits vor seinem Blick auf jene glatte Wasseroberfläche kennengelernt hatte.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die glatten Wasseroberflächen unserer Zeit sind die Displays von Smartphones und Tablet Computern. Per Berührung lassen sich Spiegelbilder konservieren und die Vergänglichkeit scheinbar überlisten.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Elektromärkten öffne ich die Fotospeicher von Geräten und betrachte Menschen, die sich zuvor selbst angesehen und bildlich festgehalten haben. Im Hinblick auf die Bewältigung der Vergänglichkeit erscheint es nicht rätselhaft, warum offenbar die wenigsten ihre Selbstbildnisse löschen, um sich fremden Blicken zu entziehen.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbekannte überlassen einen Teil ihrer Identität einem Unbekannten, der die Porträts ablichtet und anschließend vom Gerätespeicher löscht.
&lt;br /&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhtwaQFZdtoxHjNOcajj8wa449ti1wPrw0FNCu5wuBkTTx2Qf2OIwxndkGMkrP0-06vzHTJvouJh0yoVhTycV7KcRfm8RnUOOzotDr8FUc5HYTHrXoZLqE9KzbGSdeCSxx4gGwJ/s1600/selbstbildnis_in_e_1.jpg&quot; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEi3QrAvqiuGu7uhQ4O5whRacozpMnblooG16vs5ubM_6-Fcgb0d8PidL1k0GcE43UnJKJWKknwFmQGVjCEDpdhaoYhOxD9FbJmZxFALzJp0-vw7eOVddhyphenhyphenD373NkifsNVIxXeUz/s1600/selbstbildnis_in_e_2.jpg&quot; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEizhUjZDOMlfTx4QfRSHPFeE2xtOEDEaicf-V6w-vrO3e0apj87O1m8jH5eV3yceREHN46rHN4syeas2Td2J9oeEcpNSOOExEaE-572bAPcZfYkGy_BJcR_69rRCNrkRbzw-Jx9/s1600/selbstbildnis_in_e_3.jpg&quot; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEim80tvAKYbsaWMq-aKeJa820B02GSqK-gxNIB88jKkxL6c2fXZtClIvXtxc642-Tp5y3yB2LL8ZCozd5fqmae45DaMoq4n1320QnMaS18ierAsW902KELZv0zMtHjEuHD3MlyH/s1600/selbstbildnis_in_e_4.jpg&quot; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhrsy1jqkyF1e3YjKbkc06Z6RucLbN2RWWaz3QOVNPTOCUS8wYd68e_EeGoUjWtYiU4hZYDJCEnbZnRzVHq0qE3lA1ldfrT5ajYOUDFoERC9Yt7ulo-Q1syGw_KMGNGGno324_9/s1600/selbstbildnis_in_e_5.jpg&quot; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiPpIxFuFR1P8FEeuu76alN0uujRsyIaRMrI4yb0_zp7CXsiH9J4zDSQEAXb088LrVpXbYE9XnkfyzlniFcZ9BIXJ6Fiu6B-V57-X7duq0YozoAolvUt1T7YUPRh6GsmcZlKpLN/s1600/selbstbildnis_in_e_6.jpg&quot; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiIQTpubHOSxL-N42bOZ9Yzw9V8QvCHmXmh6DiRoJzJyFDgR4_eI6uNgYzqgE8ypqikQWXjlSDmmO1ekaztemEpQH6TYm-okPTr1kebf-AEzx8zrh0q4DYZfexYQinrj10FZxMf/s1600/selbstbildnis_in_e_7.jpg&quot; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEirHSkURn7wmXix0Qg2K7pnaD7t0nvihKi_gXTlv1GdG4UX_4tPqESvj867wTLzL_J4CI2lNUh5ITB1yk9AsO23RTDfGyvvp1fnXOlpVRvYNwpUP7-VxLpJMuU7lODkF69Fp8ia/s1600/selbstbildnis_in_e_8.jpg&quot; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiQBGXnW6XctdfYrgKS16j_LRXGBtKdAFXliN6N3_SywnVQR5W3sfKSrsv1qhiHHCH2B7OZkT0RIw8jqUkzxH3g0iVWg6LmbQy-9jzh_AeM1t37nNrHLCCiGgzvMQpRK7GbepHf/s1600/selbstbildnis_in_e_9.jpg&quot; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEh3iWYHtif7dmnT5RKxNtJ8KN10teSYEGaQ3quzCU8BqBeZ6em2WqFwjCVBq9Wrjc8v3dl2LmxekzTfa1m4_TkxIk1aXHLOiccTv933S1ROHrQbEx54Q5g4Tm4ALGf_NtJoo-u4/s1600/selbstbildnis_in_elektromarkt_10.jpg&quot; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;
Übrigens erkennen Affen ihr Spiegelbild nur, wenn sie mit sozialem Kontakt aufgewachsen sind. Isolierte Affen erkennen ihr Spiegelbild nicht.*
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--&lt;br /&gt;
&lt;span style=&quot;font-size: x-small;&quot;&gt;*G. G. Gallup: Self-recognition in primates: A comparative approach to the bidirectional properties of conciousness. In: American Psychologist. Band 32, 1977, S. 329-337.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/11/selbstbildnisse-im-elektromarkt.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhtwaQFZdtoxHjNOcajj8wa449ti1wPrw0FNCu5wuBkTTx2Qf2OIwxndkGMkrP0-06vzHTJvouJh0yoVhTycV7KcRfm8RnUOOzotDr8FUc5HYTHrXoZLqE9KzbGSdeCSxx4gGwJ/s72-c/selbstbildnis_in_e_1.jpg" height="72" width="72"/><thr:total>14</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-3903420041730527883</guid><pubDate>Sat, 16 Nov 2013 04:50:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-12-23T20:32:54.500+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Voodoo displays</category><title>Voodoo Display #38</title><description>&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiyZPAnEXwvr7COwU0bGtPtD0Ja9NBrlm76ekoC90DoZ21UNKzMJealbuatVsG8yUjDG5a0BFJi3m1BUgBKyXT7w8rBfcusWK8rR88VtYo2ZsSDEUZwk6WueD2KO6K-9fb4jMBI/s1600/voodoo_display_38.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace; font-size: x-small;&quot;&gt;Downtown Los Angeles, 2013&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/11/voodoo-display-38.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiyZPAnEXwvr7COwU0bGtPtD0Ja9NBrlm76ekoC90DoZ21UNKzMJealbuatVsG8yUjDG5a0BFJi3m1BUgBKyXT7w8rBfcusWK8rR88VtYo2ZsSDEUZwk6WueD2KO6K-9fb4jMBI/s72-c/voodoo_display_38.jpg" height="72" width="72"/><thr:total>3</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-3444391304887486386</guid><pubDate>Fri, 25 Oct 2013 19:50:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-10-26T15:06:57.533+02:00</atom:updated><title>Tatahanahita</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Er sah aus wie irgendeiner aus der Masse der Millionen, die durch das Straßengewirr strömten und einen monströsen Organismus bildeten, dessen Wucherungen sich in Form endloser Wellblechmeere erstreckten. Jacky war bis zur vollkommenen Unauffälligkeit angepasst an Bombay. Er trug diese billigen, milliardenfach produzierten Plastiksandalen, weite Bundfaltenhosen und ein gestreiftes Hemd, bei dem er die oberen Knöpfe offen ließ. In die Brusttasche hatte er einen goldfarbenen Werbekugelschreiber geklemmt. Erst an seinem Englisch, das er mit gedehntem französischen Akzent sprach, erkannte ich, dass er kein Inder war. Als er sich vorstellte, klang es wie &quot;&lt;i&gt;Schakie&lt;/i&gt;&quot;.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jacky war die meiste Zeit damit beschäftigt, die Gefräßigkeit seiner Sucht zu befriedigen und gleichzeitig einen Rest Würde zu wahren. Sein Gesicht war ausgesaugt vom Heroin, als ob sich kein Streifen Substanz mehr zwischen dem Schädelknochen und der zerfurchten Haut befand. Er lebte seit Jahren in Indien, auf einer schmalen Kante zwischen Existenz und Tod und auf der Suche nach nichts, außer dem nächsten billigen Schuss.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einmal sei er zurückgereist in die verlorene Heimat, ein kleines Nest in der Bretagne. Seine Eltern hatten Geld für den Flug geschickt. Ohne Jacke und Socken sei er im Februar in Paris angekommen, weil er vergessen habe,  wie kalt es um diese Jahreszeit in Frankreich ist. Im Elternhaus saß er zwei Wochen neben dem Ofen, dann hat er sich Geld für den Rückflug nach Indien besorgt.  
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir begegneten uns in &lt;i&gt;Colaba&lt;/i&gt;, einer der vielen pochenden Innereien des Molochs. In der Nähe des &lt;i&gt;Gateway of India&lt;/i&gt; kostete ein Platz im Schlafsaal des YMCA für eine Nacht 40 Rupien, etwa zwei Mark. Jacky übernachtete dort seit Monaten. Manchmal packte ihn ein Anfall von Schüttelfrost, und seine Zähne klapperten in der zähflüssigen Hitze, die wie Gelee sämtliche Winkel der Stadt verklebte. Ich belegte das Feldbett neben seinem und versteckte mein Geld nachts in der Unterhose.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bengale, der jeden Abend vor der Absteige herumlungerte, fragte immer wieder, ob ich in einem Bollywood-Film mitspielen will. In Indien bekommt man merkwürdige Fragen von merkwürdigen Menschen gestellt. Meistens haben die Fragen etwas mit Geld zu tun, das den Besitzer wechseln soll. Zu den ersten Lektionen, die dieses wundersame Land den Fremden lehrt, gehören Misstrauen und die Kunst, Distanzverletzungen auszublenden oder auszuhalten. Der Kampf ums Überleben zwingt unzählige Menschen, nach jedem Faden einer Hoffnung zu greifen.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten Tage ignorierte ich die Angebote des Bengalen. Bis Jacky erzählte, dass er seit Monaten als Statist arbeitete. Es ging um Produktionen, für die internationale Gesichter benötigt wurden. Für einen Tag beim Film gab es hundert Rupien von der Firma des Bengalen und ein Mittagessen. Bollywood wollte ich mir sowieso ansehen, also ließ ich mich für einen Tagesjob anheuern.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am folgenden Morgen wurden wir vor dem YMCA von einem Minibus abgeholt, der durch das Zentrum kreuzte und an verschiedenen Ecken Ausländer aufsammelte. Zum Teil handelte es sich um Europäer, zum Teil um Ostafrikaner, die in Bombay Jura studierten. Einer erklärte mir, dass aufgrund der gemeinsamen Commonwealth Vergangenheit einige afrikanische Länder und Indien ein vergleichbares Rechtssystem besäßen. Das Studium sei in Bombay günstiger als in der Heimat, und Gandhi habe schließlich auch als Anwalt in Südafrika gearbeitet.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Filmset bestand aus der Attrappe eines Verkehrsflugzeugs in einer riesigen Halle. Grobe Handlung der Szene, an der den ganzen Tag herumgedreht wurde: indisches Liebespaar befindet sich auf internationalem Flug, er singt, dass er sie liebe, sie entgegnet singend und tanzend, dass sie ihn nicht liebe, das Flugzeug gerät in Turbulenzen, eine Katastrophe scheint sich anzubahnen, was durch hektisches Wackeln der Kamera simuliert wurde, alle internationalen Fluggäste springen auf, tanzen zu Hindipop zwischen den Sitzreihen, indischer Hauptdarsteller singt hochdramatisch, wie sehr er die Hauptdarstellerin liebe, sie singt, wie sehr sie ihn immer noch nicht liebe &lt;i&gt;etc&lt;/i&gt;. Jedenfalls vermute ich, dass sowas in der Art gesungen wurde. Ich beherrsche kein Mahrathi, aber die Gestik der beiden Witzfiguren war eindeutig, und bei den Bollywood-Filmen, die ich kenne, sind keine wesentlichen Abweichungen in der Handlung wahrzunehmen. Wahrscheinlich stürzte das Flugzeug dann doch nicht ab, oder das Liebespaar hat eine Notlandung überlebt, keine Ahnung, davon kann ich nicht berichten, da während meines Tages beim Film in Bollywood nur die Absturztanzszene gedreht wurde.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meiste Zeit verbrachte man damit, herumzustehen und auf irgendwas zu warten. Ich habe keinen Schimmer, worauf beim Film ständig gewartet wird. Geheimnisvolle Welt der Leinwand. Und die Hauptdarsteller verhielten sich zwischen den Drehs genauso blasiert und arrogant, wie ich mir indische Filmstars vorgestellt hatte.
&lt;br /&gt;
&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjRgF7tCPv3Aa_0_UxoSAdkeMreQAL2eXDo5W38urkBOtmg1LYlvcVjKamZH7jYW8Pb6Kcasn8py82pLzcRMszfBJfUkfrO33-1j8WA9TQOR-jSKMcNgbYHuj8ODIwVNVgcblx8/s1600/tatahanahita_set.jpg&quot; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace; font-size: x-small;&quot;&gt;Am Set von &lt;i&gt;Tatahanahita&lt;/i&gt;, Bollywood 1996&lt;/span&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fand ich meinen Tag beim Film in Bollywood ansatzweise langweilig. Zwischendurch ging ich spazieren und schaute mir andere Ecken des Geländes an. Das hat keiner gemerkt, oder vielleicht hat es auch keinen interessiert.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor es am späten Nachmittag mit dem Minibus zurück nach Colaba ging, habe ich mich bei der Regieassistentin erkundigt, wie der Film heißen sollte. &lt;i&gt;Tatahanahita&lt;/i&gt;, notierte ich auf einem Zettel. Leider habe ich vergessen zu fragen, was das auf Englisch heißt. Ich fragte noch, worum es in dem Film ging. Sie schaute mich entgeistert an, drehte sich um und schwirrte ab. 
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Minibus haben die Afrikaner während der gesamten Fahrt laut durcheinander gerufen, gelacht, gesungen und in die Hände geklatscht. Irgendwann hat der bengalische Jobvermittler ein Mikrofon ergriffen und um Ruhe gebeten, da er eine &lt;i&gt;sehr wichtige Durchsage&lt;/i&gt; machen wollte. Da das Mikrofon seine Stimme zwar verzerrte, aber nicht spürbar verstärkte, konnte er sich gegen das Geklatsche, Rufen, Singen und Lachen der Afrikaner zunächst nicht durchsetzen. Irgendwann haben ihm doch alle für einen Moment zugehört.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit ernster Miene berichtete der Bengale, dass in Colaba vor wenigen Stunden ein hochrangiger Politiker erschossen worden sei und alle sofort nach Verlassen des Minibusses ihre Unterkünfte aufsuchen sollen, da man mit Unruhen rechnen müsse. Kaum hatte er den Satz beendet, fingen die Afrikaner wieder nahtlos an, durcheinander zu rufen, zu lachen, zu singen und in die Hände zu klatschen. Da politische Unruhen in Indien selten unblutig verlaufen, fragte ich einen der fröhlichen Afrikaner, ob er nicht beunruhigt sei. Er klopfte mir lachend auf die Schulter und meinte, seine Freunde und er kämen alle aus Ländern, in denen jeden Tag Leute erschossen werden, warum sollte er ausgerechnet jetzt beunruhigt sein.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach meiner Rückkehr habe ich in Deutschland ein paar Mal bei den Betreibern indischer Videotheken nach einem Film namens &lt;i&gt;Tatahanahita&lt;/i&gt; gefragt. Keiner kannte den Streifen oder wusste, was der Titel bedeutet. Vermutlich werde ich mich nie zu einem von Hindipop begleiteten Flugzeugabsturz tanzen sehen. Viele Bollywood Produktionen bleiben unvollendet, oder die Szenen werden unter einem anderen Titel zusammengeschnipselt.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal frage ich mich, was aus Jacky geworden ist, ob er noch in Indien lebt und ob er überhaupt noch lebt. Aber nach einem kurzen Moment vergesse ich diese Begegnung wieder. Ein Schicksal von Milliarden.&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/10/tatahanahita.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjRgF7tCPv3Aa_0_UxoSAdkeMreQAL2eXDo5W38urkBOtmg1LYlvcVjKamZH7jYW8Pb6Kcasn8py82pLzcRMszfBJfUkfrO33-1j8WA9TQOR-jSKMcNgbYHuj8ODIwVNVgcblx8/s72-c/tatahanahita_set.jpg" height="72" width="72"/><thr:total>3</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-861611742941649227</guid><pubDate>Sun, 20 Oct 2013 20:07:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-10-20T22:09:44.488+02:00</atom:updated><title>Sehr geehrte dumme Frage,</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;es ist nicht ihre Schuld, gestellt worden zu sein. Und wahrscheinlich ist Ihre Existenz für Sie ebenso unangenehm wie für mich. An Ihren Absender will ich mein Anliegen nicht richten, da man sich dem Verdacht der Überheblichkeit ausliefern würde. Denn landläufig hat sich der Irrtum verbreitet, dass es keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten gebe.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn wir es niemals in der Öffentlichkeit äußern würden und unsere Korrespondenz weiterhin höchst vertraulich behandelt wird, wissen wir beide, dass diese Behauptung schwachsinnig ist. Denn sonst wäre uns Ihre Existenz nicht so grauenhaft unangenehm. Schon allein, wie Sie in der Luft hängen: ohne Sinn und Zweck, ein Bild des Jammers und der geistigen Verwahrlosung. Hätte Ihr stumpf aus der Wäsche glotzender Schöpfer einen Bruchteil der Energie, die zu Ihrer Formulierung erforderlich war, für einen Gedanken an Ihre Beantwortung aufgewendet, wäre uns diese alberne Situation erspart geblieben.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das eigenständige Denken steht in Zeiten der Flatratebeantwortung beliebiger Dummheiten nicht hoch im Kurs. Schamlos werden Salven dummer Fragen in die Welt gepfeffert.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor Sie weiter dumm im Raum stehen beziehungsweise in der Luft hängen, kann ich Sie auch gleich dumm beantworten: Nein.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit fragwürdigen Grüßen,&lt;br /&gt;
mq
&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/10/sehr-geehrte-dumme-frage.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>5</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-8562298544366194601</guid><pubDate>Sat, 12 Oct 2013 13:01:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-10-12T15:02:53.902+02:00</atom:updated><title>Atemrost</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Während der Lungenkrebs in meinem Großvater wucherte, lungerten auf dem Gang der Krankenstation alte Männer, die sich an rollenden Infusionsgestellen oder an Bierflaschen festhielten und rauchten, als ginge es darum, dem Tod eine zweite Überholspur zu teeren. Der Kippenautomat stand vor dem Eingang, der Bierautomat im Keller der Klinik.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu jener Zeit zog ich dem Großvater täglich die Marke des Gründers von New York, dessen Namen ich damals nicht richtig aussprechen konnte und der bis heute mystisch auf mich wirkt, aus dem Automat. Hierfür wurde das Kind mit der Verantwortung über ein Zweimarkstück ausgestattet. Die Aufgabe erledigte ich mit größter Gewissenhaftigkeit, denn ein silbernes Zweimarkstück musste von enormem Wert sein. Am Zigarettenautomat hat das Kind die Mechanik von Geld und Gegenwert begriffen.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaute dem Großvater gerne beim Rauchen zu. Die Formen, die der Rauch seiner Zigaretten in der Luft hinterließ und der Geruch gefielen dem Kind. Nur diesen verrosteten Atem, den der Großvater ausstieß, wenn er nicht rauchte, mochte ich nicht. Und seine vergilbten Fingernägel mochte ich auch nicht.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rauchen war ein Symbol der Souveränität. Im vergangenen Jahrhundert glich das erste Inhalieren von Nikotin einem Initiationsritus. Ein Raucher galt als erwachsen oder durfte sich zumindest so fühlen. Ich bin bislang keiner Person begegnet, die sich in den 1980er Jahren mit dem Heranwachsen auseinandersetzen musste und nicht spätestens im Alter von vierzehn Jahren den ersten Glimmstengel &lt;i&gt;auf Lunge&lt;/i&gt; geraucht hat. Paffer ernteten Verachtung. Heute soll es Jugendliche geben, die angeblich noch nie an einer Zigarette gezogen haben. Und kaum jemand kennt noch die Herkunft der Frage, wer denn gleich in die Luft gehen wird oder die Behauptung, dass Raucher der Marke, die nach einer baltischen Stadt benannt war, kleine Kinder fressen.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geraucht wurde überall. Im Kino, im Fernsehen, in der Werbung, in der Literatur, im Büro, in der Politik, im Hotel, im Krankenhaus, im Flugzeug, im Wirtshaus, im Zug, im Bus, im Taxi, im Schlafzimmer, in Amerika, einfach überall. Helmut Schmidt wird gelobt für seine mentholverzierten Mattscheibensperenzchen, aber man sollte auch hervorragende Televisionsraucher wie Manfred Krug, Reiner Werner Fassbinder oder Klaus Kinski nicht vergessen.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ende der Tabakära zeichnete sich ab, als ich 2002 durch San Francisco spazierte. Plötzlich drehte sich ein Passant vor mir um und meinte &quot;&lt;i&gt;Sorry&lt;/i&gt;&quot;. Wohlsituierte Amerikaner entschuldigen sich für jeden Quatsch, aber in diesem Fall konnte ich bei aller Bemühung nicht nachvollziehen, was mir der Mann getan haben wollte. Auf meine Nachfrage erklärte er sein Bedauern, dass mich der Rauch seiner Zigarette aufgrund der Gegenwindverhältnisse belästigt haben könnte. In diesem Moment wurde mir klar, dass die Hysterie eines Tages die ganze Welt erfassen würde.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Kettenraucher war ich geworden, als ich während der Zeit beim Roten Kreuz von meinem ersten Unfalleinsatz mit mehreren Toten auf einer Landstraße zurückkam und im Verlauf der restlichen Nacht jede Selbstgedrehte an der vorigen angezündet habe. Einige Jahre später habe ich ebenso plötzlich aufgehört, weil jede Form einer Abhängigkeit die Freiheit einschränkt und weil ich kein innerlich verrosteter Mann mit Atem wie verbranntes Metall und vergilbten Fingernägeln werden wollte.&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/10/atemrost.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>3</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-2761474715102759670</guid><pubDate>Tue, 24 Sep 2013 19:21:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-09-24T21:24:59.333+02:00</atom:updated><title>Sehr geehrte Wahlverweigerer,</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;zu den vielen Möglichkeiten der Demokratie gehört auch die Freiheit, sich an den Möglichkeiten der Demokratie nicht zu beteiligen. Von diesem demokratischen Recht haben Sie Gebrauch gemacht. Die scheinbar paradoxe Schattenseite dieses demokratischen Rechts besteht darin, dass durch seine Anwendung die Demokratie in Frage gestellt wird. Wenn die Mehrzahl der Wahlberechtigten auf eine Stimmabgabe verzichtet, wird einer demokratischen Regierungsbildung das Fundament der Legitimation entzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahlverweigerung ist demokratieschädlich, und die damit verfolgten Ziele bleiben nebulös, sind Ausdruck einer vollgefressenen Wohlstandsgesellschaft. Der Nichtwähler sitzt satt in seinem Schaukelstuhl, in der rechten Hand die Fernbedienung oder das Smartphone und in der linken eine Flasche Bier, während er über die Unfähigkeit der Politiker lamentiert und über mangelnde Alternativen klagt. Es werden Angebote erwartet, die man aus dem bequemen Beobachterposten des Schaukelstuhlbesitzers kritisieren und vernichten kann. Leider handelt es sich bei den Wahlverweigerern nicht ausschließlich um Vertreter bildungsferner Schichten, sondern auch um Personen aus wissenschaftlichen und publizistischen Metiers. Vom rhetorischen Geschwurbel abgesehen, besteht der einzige Unterschied zwischen Ihnen und dem bildungsfernen Wahlverweigerer bestenfalls in der Wahl des Getränks. Immerhin konnten Sie sich zwischen Bier und Wein entscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt immer eine bessere Lösung. Das gilt für jede Situation. Wer sich beklagt, sollte nicht nur die bessere Lösung vorschlagen, sondern sich mit ganzer Kraft für deren Realisierung einsetzen. Aber hierfür ist es erforderlich, sich aus dem bequemen Schaukelstuhl zu erheben und Anfeindungen, Spott oder Frustration in Kauf zu nehmen. Bei 80 Millionen Menschen gibt es mindestens 80 Millionen Meinungen. Um ein friedliches Nebeneinander dieser Menschen bei gleichzeitiger Umsetzung von Zielen zur Verbesserung dieses Nebeneinanders erreichen zu können, ist mehr gefordert als herablassende Kritik und eingängige Lösungsohrwürmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorgestern wurde die Wahl zur Gewinnerin der Wahl. Mit einer Beteiligung von 71,5 Prozent aller Stimmberechtigten gab es erstmals seit 1998 wieder ein Plus auf Bundesebene. Und da Sie sich für ein Erfrischungsgetränk entscheiden konnten, bleibt die Hoffnung, dass Sie bei den nächsten politischen Wahlen auch Ihre Wahl treffen können. Vielleicht stammt dann sogar einer von 80 Millionen oder mehr möglichen konstruktiven Lösungsansätzen von Ihnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit ausgewählten Grüßen,&lt;br /&gt;
mq&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/09/sehr-geehrte-wahlverweigerer.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>3</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-4499920679758273649</guid><pubDate>Fri, 20 Sep 2013 15:19:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-09-20T17:24:34.347+02:00</atom:updated><title>Der Unverwechselbare</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Er hat den für mich einzigen plausiblen Grund für die Lektüre von Lyrik genannt. In einem Interview sagte Marcel Reich-Ranicki, dass er in seinem Versteck nicht gewagt habe, sich mit längeren Texten zu beschäftigen, aus Angst, von den Nazis gefasst zu werden und ein Werk nicht zu Ende lesen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende der Neunziger habe ich für einige Monate im Frankfurter Stadtteil Eschersheim gelebt. Die Wohnung befand sich in einer Mietskaserne auf der nördlichen Seite der Hügelstraße. Er wohnte, sehr passend, im sogenannten &lt;i&gt;Dichterviertel &lt;/i&gt;südlich der Hügelstraße. Allerdings residierte er nicht in einer der großbürgerlichen Villen, sondern in einem waschbetonverkleideten Mehrfamilienhaus. Und nahezu täglich, wenn ich mit meinem Hund in Richtung Grünanlage gegangen bin, sind mir Marcel Reich-Ranicki und seine Frau Tosia begegnet. Sie sind stets in dieselbe Richtung spaziert und haben sich dabei auf Polnisch unterhalten. Jedes Mal, wenn ich den Kritiker und seine Frau eingeholt hatte, verlangsamte ich meinen Schritt und begleitete die beiden für wenige Sekunden auf gleicher Höhe, weil ich herausfinden wollte, ob man sein Lispeln auch in der fremden Sprache erkennen konnte. Aber obwohl er deutlich vernehmbar sprach, war ich mir nie sicher, und um nicht aufzufallen, musste ich das Paar schließlich überholen. Ob sein Sprachfehler international war, kann ich bis heute nicht sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf nationaler Ebene war nicht nur sein Sprachfehler von größter Unverwechselbarkeit und höchstem Rang. Von Karl Kraus abgesehen, gibt es - vollkommen unabhängig von der Kunstform - keinen deutschen Kritiker, der eine vergleichbare Bedeutung besitzt. In Erinnerung bleiben nicht nur das &lt;i&gt;Literarische Quartett&lt;/i&gt;, seine Fehden mit Martin Walser und die rabiate Ablehnung des &lt;i&gt;Deutschen Fernsehpreises&lt;/i&gt;, sondern vor allem die unzähligen Rezensionen, in denen er kein Blatt vor den Mund genommen hat. Welchem zeitgenössischen Kritiker gelingt es, mit Einverständnis seiner Herausgeber, unverblümte Schmähungen wie &quot;&lt;i&gt;wertlos&lt;/i&gt;&quot;, &quot;&lt;i&gt;furchtbar&lt;/i&gt;&quot;, &quot;&lt;i&gt;abscheulich&lt;/i&gt;&quot; oder &quot;&lt;i&gt;scheußlich&lt;/i&gt;&quot; in einem reichweitenstarken Medium zu veröffentlichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Begeisterung für Thomas Mann konnte ich nie teilen, und die gespielten Wutausbrüche wirkten zuweilen übertrieben lächerlich. Aber die Autobiografie &quot;&lt;i&gt;Mein Leben&lt;/i&gt;&quot; zählt zum Wertvollsten, was innerhalb dieses Genres hervorgebracht wurde, und seine unverwechselbar lakonische Kolumne &quot;&lt;i&gt;Fragen Sie Reich-Ranicki&lt;/i&gt;&quot; in der FAZ werde ich vermissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann sind wir alle vergessen, aber wenn es im Leben darum gehen sollte, unverwechselbar zu sein, dann wäre Marcel Reich-Ranicki ein phänomenales Beispiel.&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/09/der-unverwechselbare.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>2</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-3949297862199161604</guid><pubDate>Fri, 23 Aug 2013 11:45:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-08-23T14:14:03.085+02:00</atom:updated><title>Sehr geehrte DB,</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;in Zeiten, in denen jeder auf Sie einprügelt - und an andere Zeiten kann ich mich kaum erinnern - ist es an der Zeit, Ihre guten Seiten zu beleuchten. Man kann nicht bestreiten, dass Züge sich verspäten oder ausfallen, aber im öffentlichen Diskurs werden solche Unregelmäßigkeiten behandelt, als ob sie beabsichtigt herbeigeführt würden und mindestens mit der Todesstrafe für sämtliche Bahnbedienstete geahndet werden müssten.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn man die physikalische Erklärung nachvollziehen kann, warum sich tonnenschwere Flugzeuge in der Luft halten können, sollte jede Flugreise ein kindliches Staunen über dieses wundersame Phänomen hervorrufen. Ähnlich verhält es sich mit Netz- und Fahrplänen für Zugverbindungen: rechnerisch erklärbar und tiefgründig logisch, aber in ihrer Komplexität schwer nachzuvollziehen. Daher mag der rechnerisch durchschnittlich begabte Reisende wenig Verständnis dafür aufbringen, dass sich die Ankunft eines Zuges in Passau verzögern kann, wenn zuvor eine Kettenreaktion durch ein Unwetter in Kiel ausgelöst wurde, die sich dann über die unzähligen Abhängigkeiten im Streckennetz auf das gesamte Bundesgebiet auswirkt.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schlechte Erfahrungen nisten sich im Speicher der Erinnerungen nachhaltiger ein als gute Erfahrungen. Daher erinnert sich der Reisende selten an die vielen pünktlichen und angenehmen Fahrten mit Ihnen, sondern meistens an die Ausnahmeerlebnisse, wenn ein Zug oder eine Klimaanlage ausfiel, oder wenn es kein Bier im Bistrowagen gab.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles lässt sich verbessern. Aber wer Zugreisen in Asien oder Afrika erlebt hat, lernt Ihre Annehmlichkeiten zu schätzen, sogar ohne Bistrobier und Sitzplatzreservierung im handyfreien Bereich mit Tisch, Stromanschluss und klimatisiertem Fensterplatz in Fahrtrichtung. Man kann auch nicht behaupten, dass sich Ihre Mitarbeiter im Vergleich zu anderen Dienstleistungsbranchen oder Ländern durch markante Unfreundlichkeit auszeichnen. Häufig sind Zugbegleiter unaufgefordert bereit, sich für Unannehmlichkeiten, die sie nicht im Entferntesten persönlich verschuldet haben, zu entschuldigen. Und häufig bekommen sie dennoch die Wut der Passagiere in beleidigender Form zu spüren.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liebe DB, Ihre Probleme sind nicht durch die vielen Menschen verschuldet, die zu Ihrem Betrieb beitragen, sondern durch die jeweils regierenden Parteien, die sich auf Börsengangdiskussionen einlassen, Ihre Personalpolitik zum bestimmenden Teil mitverantworten und als Mehrheitseigentümer Überschüsse nicht ins Netz investieren, weil sie nicht begreifen, wie entscheidend eine funktionierende Logistik zur gesellschaftlichen Entwicklung beiträgt, und warum sich der Staat dieser Verantwortung stellen sollte.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber im Sommerlochtheater, noch dazu vor Wahlen, war es noch keiner Partei zu peinlich, themenunabhängig ihre Verantwortung für die eigenen Fehler der politischen Konkurrenz in die Schuhe zu schieben. Man fragt sich nur immer, ob diese Typen alle anderen für geistesgestört halten oder selbst geistesgestört sind. Die Antwort darauf ist Ihnen bekannt.
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit mobilen Grüßen,
&lt;br /&gt;
mq&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/08/sehr-geehrte-db.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>4</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-6827962308872169289</guid><pubDate>Sat, 10 Aug 2013 21:00:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-08-12T14:08:47.003+02:00</atom:updated><title>Der Tod ist mein Lehrling</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Ohne den Tod gäbe es nur Götter. Und ohne die Angst vor dem Tod gäbe es 
keinen einzigen Gott. Erst das Bewusstsein über unser irdisches Ende hat
 die Bedrängnis durch den Tod und damit die Idee des Überirdischen 
hervorgebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tod ist das Gipfelkreuz auf der Spitze des Angstberges. Die Angst 
vor dem Ende der Existenz erwächst aus der existenziellen Angst vor der 
Zukunft, unter dem Gipfelkreuz in ewigem Eis konserviert. Je 
vielschichtiger sich die Möglichkeiten des Denkens entwickeln, desto 
stärker bestimmen die Möglichkeiten des Ungewissen das Bewusstsein. 
Dabei überwiegen die negativen Utopien. Die Lebensform Mensch hat sich 
aufgrund ihrer Fähigkeit des negativen Denkens innerhalb der Weltordnung
 durchgesetzt. Optimismus bedeutet Stillstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgelöst durch den Angstinstinkt führt das negative Denken zur 
Planung, Vorsorge und Absicherung gegen ungünstige Möglichkeiten der 
Zukunft. Kein Rind spart Gras. Der Mensch spart alles. Für die 
Möglichkeit schlechter Zeiten, auch wenn es ihm gut geht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angst vor dem Tod dient dem evolutionären Zweck, das Fortbestehen 
der eigenen Art durch eine langfristige Besetzung von Lebensräumen 
durchzusetzen. Obgleich der Mensch in der Lage ist, das Phänomen einer 
rasant wachsenden Weltbevölkerung rational zu bewerten, bleibt dieser 
Angstmechanismus ein fest verschraubtes Bauteil im Lebensgetriebe. Die 
Logik der Natur kennt den Stillstand nur in Form des Todes. Leben 
bedeutet gnadenlose Verdrängung und Streben nach Wachstum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Einzelnen ist die Angst vor dem Tod unbegründet, denn der Tod 
setzt keine besonderen Kenntnisse und keine Befähigung voraus. Der Tod 
ist eine Prüfung, die am Ende jeder besteht. Billionen Lebewesen haben 
den Beweis für das Unausweichliche erbracht und das Sterben vorgelebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die Religion formuliert moralische Begründungen für die Angst vor 
dem Tod und steigert diese Angst über ihren evolutionären Zweck hinaus. Jede 
institutionelle Religion ist auf einem hierarchischen System begründet, und jedes 
hierarchische System beruht auf der Ausübung von Macht. Angst ist ein 
wirksames Machtinstrument. Die Methode der Religionen besteht darin, 
Menschen mittels ihrer Angst vor dem Tod einzuschüchtern. Wer sich nach 
dem Verhaltenskodex der jeweiligen Religion richtet, erhält zur 
spirituellen Belohnung die Aussicht auf ein besseres Dasein - aber erst nach dem Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenwart benötigt keinen Gott. Und wenn der Tod uns irgendwann 
sucht, wird er wissen, wo er uns findet. Bis dahin sollten wir ihm alles beigebracht haben, was er über uns wissen muss.&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/08/der-tod-ist-mein-lehrling.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>7</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-28002854.post-8257804289867208809</guid><pubDate>Sat, 03 Aug 2013 20:34:00 +0000</pubDate><atom:updated>2013-08-03T22:44:23.084+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Escher</category><title>Unter der Drachenhaut</title><description>&lt;span style=&quot;font-family: &amp;quot;Courier New&amp;quot;,Courier,monospace;&quot;&gt;Das rostige Drahtseil war zwischen zwei entgegengesetzten Gedanken gespannt. Escher versuchte, sein Gleichgewicht zu halten. Er blickte in den Abgrund und nahm die nächtlichen Schemen seiner Gehirnlandschaften wahr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Im Fallen träumte er, nicht zu existieren, und nachdem er erwacht war, zweifelte Escher daran, dass es ein Traum gewesen sein konnte. Bis ihm der Drachen begegnete, der sich einen Menschen tätowieren ließ. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Oberfläche im Inneren erinnerte ihn an brüchigen Beton. Es stank nach Aas. Anstelle von Wachs verdampfte Beuteblut. Die Kerzenflamme warf ein bitteres Licht an die Wand seiner Seele. Als Escher das Licht trank, wurde ihm bewusst, dass er ein verbleichendes Bild unter der Haut des Drachens bleiben würde.&lt;/span&gt;</description><link>http://frischerfischvonvorgestern.blogspot.com/2013/08/unter-der-drachenhaut.html</link><author>noreply@blogger.com (mq)</author><thr:total>6</thr:total></item></channel></rss>