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	<title>Heimatverein Treuenbrietzen e.V.</title>
	
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	<description>Geschichte und Geschichten aus der Mark</description>
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		<title>Vorschau auf die Sitzungen im Jahr 2012</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 22:27:05 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[02.02.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum,Jahreshauptversammlung 01.03.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum &#8211; Herr Jürgen Küster berichtet über seine Reise nach Israel &#8211; danach Vereinssitzung 05.04.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum 03.05.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum 07.06.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum Juli – August Sommerpause 02.08.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum 06.09.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum 04.10.2012, 19.30 Uhr [...]
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<p>02.02.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum,Jahreshauptversammlung</p>
<p>01.03.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum &#8211; Herr Jürgen Küster berichtet über seine Reise nach Israel &#8211; danach Vereinssitzung</p>
<p>05.04.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum</p>
<p>03.05.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum</p>
<p>07.06.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum</p>
<p>Juli – August Sommerpause</p>
<p>02.08.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum</p>
<p>06.09.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum</p>
<p>04.10.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum</p>
<p>01.11.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum</p>
<p>06.12.2012, 19.30 Uhr im Heimatmuseum, Weihnachtsfeier</p>

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		<title>Förderung der Seidenraupenzucht in Treuenbrietzen</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 22:23:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(aus Zauche- und Fläming-Heimat Jg. 35) &#160; In Preußen nahm die Seidenraupenzucht durch Friedrich den Großen einen bedeutenden Aufschwung. Damals wurde der kostbare Stoff auch von Männern getragen, und viel Geld ging dafür ins Ausland. Der König befahl das Anpflanzen von Maulbeerbäumen im ganzen Land und erteilte Privilegien auf Begründung großer Maulbeerplantagen. Die Terrasse im [...]
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<p>(aus Zauche- und Fläming-Heimat Jg. 35)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In Preußen nahm die Seidenraupenzucht durch Friedrich den Großen einen bedeutenden Aufschwung. Damals wurde der kostbare Stoff auch von Männern getragen, und viel Geld ging dafür ins Ausland. Der König befahl das Anpflanzen von Maulbeerbäumen im ganzen Land und erteilte Privilegien auf Begründung großer Maulbeerplantagen. Die Terrasse im Schlosse zu Sanssouci war mit Maulbeerbäumen bepflanzt. Er teilte Belohnungen an diejenigen aus, die viel und gute Seide gewannen. Neben baren Geldunterstützungen schützten die verschiedensten Verordnungen auch die Seidenindustrie, der König stand immer als treibender Faktor dahinter.  Die preußische Seidenindustrie war gegen Ende des 18. Jahrhunderts die bedeutendste in Deutschland geworden. Während im Jahre vor seinem Regierungsantritt nur 4000 Pfund Seide verarbeitet wurden, waren es 1785, also ein Jahr vor seinem Tode, bereits 14000 Pfund im Wert von 60-70000 Talern, die hauptsächlich in der Mark und den benachbarten Provinzen gewonnen wurden. Nach des Königs Tode aber verfiel der ganze stolze Bau, und nichts ist in der Mark davon übrig geblieben als einige verkümmerte Maulbeerplantagen.</p>
<p><span id="more-450"></span></p>
<p>Unter seinem Nachfolger, Friedrich Wilhelm II., erschien am 3. Mai 1788 eine &#8221;Kgl. Preußische Verordnung zur Beförderung der Maulbeerplantagen und des Landseidenbaues&#8221;. Es wurden darin Belohnungen ausgesetzt, u. a. erhielt jede Grundherrschaft und Gemeinde sowie jeder Gutsbesitzer mit einer Plantage von mindestens 200 Bäumen eine Belohnung von 20 Rtlr. und die auf den Seidenbaubetrieb geschlagene Medaille in Gold, welche 6 Dukaten beträgt. Die Namen der Förderer wurden in den Zeitungen veröffentlicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ferner erhielt auf Grund jener Verordnung der Gutsherr, Kirchenpatron, Prediger; Küster und Kirchenvorsteher, der den Kirchhof des Dorfes mit Maulbeerbäumen bepflanzte, für jeden laubbaren Baum eine Beihilfe von 2 Groschen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Friedrich der Große hielt besonders die Lehrer und Geistlichen seines Landes zur Aufzucht der für die Fütterung nötigen Maulbeerbäume an. So hat denn in Treuenbrietzen auch der Archidiakonus Nicolai die Seidenraupenzucht betrieben. Im Jahre 1771 stellte er sie jedoch ein, als Pächter der von ihm bis dahin benutzten Maulbeerbäume erscheinen in erster Linie die Lehrer der umliegenden Dörfer, so 1771 und 1774 die Küster Haensch aus Nichel und Erxleben aus Treuenbrietzen, 1794 und 1800 der Küster Blenkels aus Nichel und die Kantoren Schede aus Bardenitz und Claudius aus Pechüle. In Treuenbrietzen befasste sich auch der damalige Kämmerer Rabenhorst mit der Seidenraupenzucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die meisten Maulbeerbäume befanden sich auf den beiden Kirchhöfen zu St. Marien und St. Nicolai, es waren am Anfang 50 Stück, aber schon nach etwa 20 Jahren waren über die Hälfte eingegangen (1789  = 21 Stück, 1794 wieder 31 Stück vorhanden). Auch die Stadtwälle waren mit Maulbeerbäumen bepflanzt worden, zählte man doch dort 1789 nicht weniger als 40 Stück. Im Garten des Hofspitals standen dagegen nur wenige Bäume, und vor einem Grundstück außerhalb des Stadtgebiets, dem Schwerdtfegerschen Haus, sogar nur 6 Stück, alles in allem dürfte also der Bestand kaum jemals die Zahl 100 überschritten haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Züchter haben wiederholt Ursache zu klagen. Im Sommer 1783 starben z. B. dem Kämmerer Rabenhorst sämtliche ausgelegten &#8221;Würmer&#8221; (Raupen) nach der vierten Häutung. Er führt diese Erscheinung auf die vielen Nebel und auf andere schädliche Ausdünstungen zurück. Die Blätter der Bäume seien alle mit einer klebrigen Feuchtigkeit überzogen gewesen. Der König genehmigt deshalb auch auf einem entsprechenden Antrag hin, dass die Pacht für das Jahr erlassen wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mehr als alles andere beweist der allmähliche Rückgang der Pachterträge, wie wenig lohnend die Seidenraupenzucht war. Während 1771 immerhin noch 8 Taler 12 Groschen für die Bäume auf dem Kirchhof gezahlt wurden, bot man 1800 nur noch 1 Taler 16 Groschen (für jeden  Baum jährlich 1 Groschen). In der ersten Zeit wurde die Laubbenutzung immer auf 3 Jahre, später auf 6 Jahre verpachtet. Es kam vor, dass bei manchem angesetzten Verpachtungstermin sich nur ein einziger Liebhaber einfand. Die letzte Bekanntmachung erschien am 8. Oktober 1806, am 21. Oktober sollte die Verpachtung stattfinden. An diesem Tage wälzten sich gewaltige Heeresmassen durch unseren Ort. Am 23. Oktober weilte Napoleon selbst in den Mauern unserer Stadt. Der Krieg hatte der sterbenden Seidenraupenzucht bei Treuenbrietzen den Todesstoß versetzt.</p>

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		<title>Neugründungen von Dörfern</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 22:22:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Clausdorf &#160; Clausdorf wurde in derselben Gegend, in welcher das alte Clausdorf im 14. Jahrhundert gelegen hat, als ein zu dem Amte Zinn angehöriges Colonistendorf in den Jahren 1748 bis 1752 aufgebaut. Die  Erbzinsverschreibung datiert vom 23. August 1752. Jeder der 10 Kolonisten: Johann Jakob Pfeifer, Johann Adam Helgenberger, Johann Martin Kolbe, Johann Davis Wassen, [...]
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<p><strong>Clausdorf</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Clausdorf wurde in derselben Gegend, in welcher das alte Clausdorf im 14. Jahrhundert gelegen hat, als ein zu dem Amte Zinn angehöriges Colonistendorf in den Jahren 1748 bis 1752 aufgebaut. Die  Erbzinsverschreibung datiert vom 23. August 1752. Jeder der 10 Kolonisten: Johann Jakob Pfeifer, Johann Adam Helgenberger, Johann Martin Kolbe, Johann Davis Wassen, Andreas Jakob Brummer, Johann Michel Greter, Leonhardt Benert, Johann Otto Stephan, Christian Wolf und Anna Katharine Witwe Prinz erhielten von der alten Feldmark Clausdorf 102 Morgen Acker, 14 Morgen 18 Quadrat-Ruten Wiese und 2 Morgen zur Hofstelle und zum Hausgarten. Die nötigen Häuser, Scheunen und Ställe wurden ihnen auf königliche Kosten aufgebaut. Jeder Kolonist bekam 3 Ochsen, 2 Kühe, 20 Schafe, 3 Taler zu einer Zuchtsau, 10 Taler zu einem Wagen und Pfluge und die einmalige Aussaat an Winter- und Sommergetreide für das ihm zugewiesene Land unentgeltlich. Der Besitz an Land, Gebäuden und Inventar wurde den Kolonisten erb- und eigentümlich verschrieben. Von allen Landesabgaben &#8221;sie haben Namen wie sie wollen, sie seien erdacht oder sollen noch erdacht werden&#8221;, wurden sie von und an und zu &#8221;ewigen Zeiten&#8221;  befreit. Nur übernahm jeder Kolonist die Verpflichtung, jährlich an das Amt Zinna vom 1. Juni 1750 ab zu Martini 14 Taler 8 Groschen 11 Pfennige Erbzins und an die Pfarre zu Treuenbrietzen 2 Scheffel 5/8 Metze Roggen Berliner Maß (Meßkorn) zu entrichten. Das Schulzenamt, dem eine Dienstwiese von 4 Morgen zinsfrei überwiesen wurde, erhielt Johann Jakob Pfeifer. Auch wurde die Schulstelle mit 15 Morgen Acker, 3 Morgen Wiesenwuchs, freier Amtswohnung und Hausgarten dotiert. Sämtliche Einwohner des Dorfes erhielten das Recht, sich Raff-, Lager- und Leseholz in der sogenannten Kirchenheide zu sammeln, aber nur zu ihrer Feuerung, nicht zum Verkauf, auch das Bauholz sollte ihnen nach besonderen Anschlägen der vorgesetzten Behörde aus dieser Forst unentgeltlich angewiesen werden. Reiche die Dorfheide hierzu nicht aus, so sollten die Königlichen Forsten ihnen sowohl Brenn- als Bauholz zu ermäßigten Preisen liefern. Bier und  Branntwein sollten  die Kolonisten aus dem Amte Zinna nehmen und ihr Korn nur auf den Amtsmühlen mahlen lassen. Von jeder gewaltsamen Werbung zum Militärdienst sollten sie mit ihren Kindern und Nachkommen für alle Zeiten befreit sein.</p>
<p>(aus Pischon, Chronik von Treuenbrietzen)</p>

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		<title>Beseitigung der Wohnungsnot in Treuenbrietzen  durch Friedrich den Großen</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 22:22:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(aus Zauche- und Fläming-Heimat Jg. 35) &#160; Die Bevölkerung war zu damaliger Zeit auf den Wohnraum angewiesen, der von der Stadtmauer umgrenzt wurde. Vor den Toren der Stadt waren nur die Mühlen, die Ziegelei, das Hospital und das Armenhaus vorhanden. Das wirtschaftliche Leben der Stadt wurde beeinflusst durch das Vorherrschen des Tuchmacher-Gewerbes und durch die [...]
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</ol>]]></description>
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<p>(aus Zauche- und Fläming-Heimat Jg. 35)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Bevölkerung war zu damaliger Zeit auf den Wohnraum angewiesen, der von der Stadtmauer umgrenzt wurde. Vor den Toren der Stadt waren nur die Mühlen, die Ziegelei, das Hospital und das Armenhaus vorhanden. Das wirtschaftliche Leben der Stadt wurde beeinflusst durch das Vorherrschen des Tuchmacher-Gewerbes und durch die unverhältnismäßig starke Garnison. Während die Zivilbevölkerung nur die Zahl 2400 erreichte, betrug die Kopfzahl der Garnison mit Einschluss der Soldatenfrauen und Kinder fast 1400, also über 1/3 der Gesamtbevölkerung. Dadurch entstand eine Wohnungsnot in unserer Stadt, die den König veranlasste, Bauhilfsgelder für Neubauten auszuwerfen. Sie betrugen am Anfang 15 % (bei massiven Gebäuden), später 25 % und unter seinem Nachfolger sogar 30 %. Aber der Erfolg blieb aus. So wurden z. B. In den Jahren um 1783-89 nur zwei Häuser mit Hilfe mit Bauhilfsgeldern errichtet.</p>
<p><span id="more-446"></span></p>
<p>So musste der König einen anderen Weg einschlagen, um dem Übelstand abzuhelfen. Er entschloss sich, auf eigene Kosten Neubauten auszuführen und in vorhandenen Häusern, die sich dazu eigneten, Etagen-Wohnungen ausbauen zu lassen. Friedrich ließ sich dabei auch von dem Gedanken leiten, das hiesige Tuchmachergewerbe noch mehr zu heben. In der Stadt waren zu jener Zeit 80 Webstühle in Betrieb, davon 21 beständig. Die Treuenbrietzener Tuche wurden hauptsächlich auf der Leipziger Messe umgesetzt, daneben aber gingen auch Lieferungen bis nach Straßburg und nach der Schweiz. &#8221;Überhaupt glauben wir, dass dieses Gewerk unter allen in der Kurmark die meiste Wolle verarbeitet&#8221;, schreibt u. a. Der Magistrat an den König. Aber die aufgekaufte Wolle musste gesponnen werden. Obwohl schon 300-400 Spinner in der Stadt tätig sind, muss noch viel Wolle auf dem platten Lande und in den sächsischen Städten Zahna und Niemegk gesponnen werden. Es fehlen etwa noch 100 Spinner, aber diese kann man eben wegen Platzmangels in der Stadt nicht unterbringen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Stadt hat das allergrößte Interesse an dem Ausbau von Etagen-Wohnungen, und doch vergehen fast 10 Jahre bei den fortgesetzten Berichten und Meldungen. Endlich tut der Magistrat einen kühnen Schritt, unter Umgehung der Kammer in Potsdam wendet er sich direkt an den König und bittet um ein Geschenk von 4000 Talern zum Ausbau der Etagen. &#8211; Antwort des Königs: &#8221;Dieserhalb sich in diesem Jahr noch gedulden und kommenden Jahres anderweitig Erinnerung tun&#8221;. Das war im Frühjahr, doch schon im Herbst glaubte Treuenbrietzen &#8221;Erinnerung tun zu dürfen&#8221;. Diesmal aber kam man schlecht an. Warum gerade 4000 Taler? Genügten früher nicht 1500 Taler? Untersuchen! Berichten! &#8211; Auch die Potsdamer Kammer kam auf ihre Kosten. Sie war ja übergangen worden. &#8221;So habt ihr denselben (nämlich den Magistrat zu Treuenbrietzen) zugleich über diesen Umstand zur Verantwortung zu ziehen&#8221;. Das war der Befehl des Königs. Statt der erhofften 4000 Taler gab es Vorwürfe, Ärger, dicke Köpfe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nun hieß es für die Stadtverwaltung, die Scharte wieder auszuwetzen und die Sachen einzurenken. In dem Antwortschreiben wurden alle Register über die Not der Stadt gezogen. &#8221;Es wollen sich Familien von verschiedenem Stande und sogar nach des Obrist von Rohr Versicherung Personen von Adel hier niederlassen, allein sie finden ihr Unterkommen nicht&#8221;. Die Einquartierung wird immer &#8221;lastbarer, zumal seit 1773 die 2. Grenadier-Kompanie des Batl. von Rohr von Beelitz hierher verlegt worden ist.&#8221;. Und noch  verschiedene andere Gründe führt man an, man würde sich sonst niemals &#8221;erdreistet haben, dieserhalb  bei Seiner Königl. Majestät um ein Geschenk nachzusuchen&#8221;. Man war jetzt bescheidener, man brauchte nur noch 1800 Taler, um die man in einem neuen Antrag bat, allerdings durch die Kammer. Die Antwort des Königs: &#8221;- dass Höchstdieselben nicht auf einmal an allen Orten bauen lassen können. Die Kammer muss also warten und deshalb noch in Geduld stehen, bis das Geld gelegentlich erfolgen kann&#8221;.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>So wurde dann der Plan des Etagen-Ausbaues wieder um mehrere Jahre verschoben, bis im Jahre 1779 ein neuer Versuch unternommen wird, der auch Erfolg hat. Diesmal kommt eine Kabinetts-Ordre des Königs. Zwecks &#8221;weitere Ausbreitung der dortigen Woll-Manufaktur&#8221; erfolgt auf Spezial-Befehl des Königs eine eingehende Untersuchung der baufälligen Häuser, der Vermögensverhältnisse der Hauseigentümer, der Kostenanschläge, der Lieferungsmöglichkeit von Bauholz und Steinen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im Frühjahr 1781 beginnt trotz aller Schwierigkeiten der Ausbau der Etagen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zunächst machen sich Treuenbrietzener Fuhrleute auf den Weg und holen Kalk aus den Kalkbrennereien zu Ferch, unter den Fuhrleuten befindet sich der Bürger August Naethe mit seinem Bruder Friedrich Naethe. Auch 16 Fuhren Feldsteine müssen angefahren werden. Die Anfuhr wird übernommen von dem Stadtverordneten Nichelmann und dem Färber Koreuber. Über 36000 Mauer- und fast 2000 Dachsteine liefert die hiesige Kämmerei-Ziegelei. Auch unter den Bürgern, die Bauholz aus der Zinnaschen Forst holen, sind Namen, die heute noch ansässig sind, nämlich Kolzenburg und Thurley. Die Steinmühle, die Neue Mühle und die Schneidemühle der Witwe Kettlitz in Bardenitz bekommen viel Arbeit. Hierher kommen die &#8221;Sägeblöcke&#8221; für Bretter, Bohlen und Balken. Der Besitzer der Steinmühle war zu jener Zeit der Mühlenmeister Schneider, die Neue Mühle gehörte dem Mühlenmeister Seebald. Vor allem aber finden die Handwerker reichlich Beschäftigung bei den Bauten, so der Maurermeister Christoph Legeler, die Zimmermeister Müller und Friedrich Langhammer, der Töpfermeister Christian Halle, der Tischlermeister Gottfried Schmidt, die Glasermeister Christian Wehle und Karl Hübner, die Schlossermeister Christian Voigt und Georg Karl Auffhalter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fast 2000 Taler waren vom König für den Ausbau der Etagen aufgewendet worden, genau 1952 Taler 23 Groschen 7 Pfennig. In dieser Summe ist der Wert des aus der Königl. Forste Zinna gelieferten Holzes noch nicht einbegriffen. Ein schönes Stück Geld swar verdient worden. Und außerdem war dem empfindlichsten Wohnungsmangel abgeholfen, in 29 Häusern gab es 34 neue Wohnungen, gewiss eine Leistung, die der Bevölkerungspolitik des Königs alle Ehre macht und Zeugnis ablegt von einer tatkräftigen, weitblickenden Staatsfürsorge.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zwei Jahre später, nämlich 1783, hat der König auch den Neubau von 18 Häusern ausführen lassen. Er hat dazu die wüsten, unbebauten Stellen innerhalb des Stadtgebietes enteignen müssen. Es ist kennzeichnend, dass unter den neuen Besitzern 6 Tuchmacher erwähnt werden.</p>

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		<title>Friedrich der Große und unsere Heimat</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 22:21:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(aus Zauche Fläming-Heimat Nr. 1/35) &#160; Friedrich der Große und Treuenbrietzen Wir wissen, dass die unermüdliche Tätigkeit des großen Königs auch in unserer Heimatstadt sich auswirkte. Sie zeigte sich in der Beseitigung der Wohnungsnot, in Dorfgründungen, in der Förderung der Seidenraupenzucht und in der Hebung des Hopfenbaues. Das alles habe ich nachgewiesen in einer der [...]
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<p align="center">(aus Zauche Fläming-Heimat Nr. 1/35)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Friedrich der Große und Treuenbrietzen</strong></p>
<p>Wir wissen, dass die unermüdliche Tätigkeit des großen Königs auch in unserer Heimatstadt sich auswirkte. Sie zeigte sich in der Beseitigung der Wohnungsnot, in Dorfgründungen, in der Förderung der Seidenraupenzucht und in der Hebung des Hopfenbaues. Das alles habe ich nachgewiesen in einer der ersten Nummern des Streiter (damals Tageblatt) und zwar im Jahre 1932 in der Arbeit „Friedrich der Große und Treuenbrietzen“. Auch in zwei anderen Arbeiten im Tageblatt vom Jahre 1932 habe ich ähnliche Stoffe behandelt: „Christoph Retz erhält vom König im Kietz zwei Häuser geschenkt.1782“, ferner „Schwierigkeiten beim Hausbau 1783“. Ich erinnere auch an meine Veröffentlichung vom Jahre 1933 „Niebelhorst, eine Gründung Friedrich des Großen“ und „Soldatenschicksal“(1934). „Siedler zur Zeit des Alten Fritz“. „Treuenbrietzener Bürger huldigen Friedrich den Großen“. Die folgenden Artikel sind teilweise Ergänzungen der früheren Arbeiten. Sollte aus dem Leserkreise der Wunsch laut werden, die genannten Arbeiten noch mal zum Abdruck zu bringen, so sind wir gern bereit, eine Wiederholung der betreffenden Arbeiten zu bringen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der alte Fritz in Treuenbrietzen<span id="more-444"></span></strong></p>
<p>Eigentlich war es der junge Fritz, der durch Treuenbrietzen kam. Und so ganz wohl fühlte er sich dabei nicht. Der Wagen, auf dem er sich befand, wurde von Reitern begleitet. Es war aber keine Ehren-Begleitung, sondern eine starke Bedeckung. Und auf dem Wagen saßen Soldaten, die ihn bewachten. So zog der preußische Kronprinz, der später als Fridericus Rex berühmt geworden ist, in Treuenbrietzen am 3. September 1730 ein,  um hier eine Nacht zu verweilen. Es wart die Folge davon, dass der Kronprinz mit Unterstützung des Leutnants Katte einen Fluchtversuch unternommen hatte, der aber missglückte. Der erzürnte König Friedrich Wilhelm I. ließ seinen Sohn als Deserteur festnehmen und Anfang September von Wesel nach der Festung Küstrin bringen. Der Transport stand unter dem Befehl des Generals von Buddenbrock. Es war jener General, der später, als der König die Todesstrafe für seinen Sohn verlangte, ihm mit den Worten entgegentrat: „Wenn Euer Majestät Blut verlangen, so nehmen Sie meines, jenes bekommen Sie nicht, so lange ich sprechen darf“. Es ist heute wohl kaum festzustellen, wo der Arrestant mit seinem Transportkommando in Treuenbrietzen einquartiert war. Am 4. September ging der Transport weiter bis Mittenwalde, am 6. September kam er in Küstrin an.</p>
<p>Schon im ersten Jahr seiner Regierung kam Friedrich der Große wieder durch unsere Stadt. Es war am 15. August 1740, als der König von Charlottenburg über Potsdam und Wittenberg nach Leipzig fuhr, um dort zu übernachten und dann seine Schwester, die Markgräfin Wilhelmine in Beyreuth zu besuchen.</p>
<p>Dann berührte der König wieder Treuenbrietzen beim Beginn des 2. Schlesischen Krieges. Im August 1744 überschritt er mit einem Heere von 80.000 Mann die sächsische Grenze. Am 14. August kam er von Treuenbrietzen nach Wittenberg. In seiner Begleitung befanden sich seine beiden Brüder, die Prinzen August Wilhelm und Heinrich.</p>
<p>Bis heute lässt sich noch nicht urkundlich nachweisen, ob der König noch öfter in Treuenbrietzen geweilt hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Treuenbrietzener Garnison zur Zeit des Alten Fritz</strong></p>
<p>Nachdem Friedrich zur Regierung gekommen war, erhielt unsere Stadt eine neue Garnison. Es war das im Jahre 1742 formierte „stehende Grenadier Bataillon von Biela“. 40 Jahre später tut wieder ein Biela Dienst in der Garnison Treuenbriezen und zwar als Hauptmann im stehenden Batl. von Scholten. Er heiratet um 1780 die Witwe des Kriegs- und Domänenrates von Buchholz in Rietz. Von 1750 ab hören wir von dem Kahldischen Bataillon. Wiederholt erwarben Soldaten dieses Bataillons das Meisterrecht bei der Schuhmacher-Innung. So mancher Sohn eines Grenadiers erlernte auch das Schuhmacherhandwerk. Als Ende Juni 1756 das Bataillon Marschbefehl erhält, hat einer von den Soldatensöhnen nur 2 Jahre gelernt, doch es wird eine Ausnahme gemacht, er wird zum Gesellen gesprochen. 1759 tritt der Sohn des im Kriege gefallenen Grenadiers Hagen in die Lehre. Besonders an der Schlacht von Torgau hatte das Bataillon hervorragenden Anteil. Wir wissen bis heute nichts von dem Schicksal der Offiziere, deren Namen uns durch Zufall erhalten sind, so des Obristen von Kahlde, Haptmann von Lewald, Hauptmann Geiszitzheim, Major von Wangenheim. Wahrscheinlich ist auch so mancher von ihnen in den vielen Schlachten gefallen. Mancher vergaß aber auch seine Pflicht gegenüber dem König. Deshalb war an der Hauptwache, die auf dem östlichen Marktplatze lag, ein Galgen errichtet worden. Während des siebenjährigen Krieges wurden an ihm Bildnisse desertierter Offiziere und Namenstafeln desertierter Mannschaften angeheftet.</p>
<p>Nach dem Kriege erhielt unsere Stadt in dem Grenadier-Bataillon von Carlowitz eine neue Garnisontruppe. Als Kompanieführer wird aus dieser Zeit ein Major von Bock genannt. 1711 wechselte das Bataillon Chef und Namen. Es war jetzt das „stehende Grenadier-Bataillon  Nohr“, das in Treuenbrietzen, dem Grenzort gegen Sachsen, einquartiert war. Zwei Kompanien lagen mehrere Jahre in Beelitz, kehrten aber auf Anordnung des Königs 1773 nach Treuenbrietzen zurück. In den letzten Jahren des großen Königs, nämlich von 1778 – 1786 führte das Bataillon der Major von Scholten, der 1778 Chef des Bataillons wurde und dessen Namen nun die Truppe führte. Er war ein ungewöhnlich tatkräftiger Mann, sowohl auf wirtschaftlichem wie geistigen Gebiet leistete er Hervorragendes. Selbstverständlich war er auch ein tüchtiger Offizier, der noch in Treuenbrietzen zum Obristenleutnant, nach seinem Weggang von hier zum General befördert wurde. Gerhard Wernicke, Potsdam, hat über seine Tätigkeit schon früher eine hochinteressante Arbeit geschrieben „Die philosophischen Grenadiere von Treuenbrietzen“. Scholten war es auch, der in Treuenbrietzen den Bau einer Kaserne erstrebte.  Die Kaserne aber musste innerhalb der Stadtmauern liegen, um die Fluchtversuche der Soldaten zu verhindern. Da fand sich aber nut ein einziger  Platz „unweit des Schönfließer Tores bei dem Lazarett“. Es musste nämlich unbedingt die Abführung der Unreinlichkeiten ermöglicht werden. An der Biegung der Vogelgesangstraße – Hinter der Mauer wollte man die beiden Häuser von Schmidt und Tuchmacher Erne aufkaufen. Da die Häuser dem Einfallen nahe waren, wurde ein Preis von 120 Talern gefordert. Auch Moellers Garten sollte einbezogen werden. Aus dem Plan ist nichts geworden. Die Schwierigkeiten waren doch zu groß, so wurden die Soldaten weiter in Bürgerquartieren untergebracht.</p>
<p>Aber eine andere Arbeit scheint Scholtens Werk zu sein. An den Straßen nach Sachsen zu lagen in der Nähe der Stadt Wachthäuser, nämlich am Galgenberg und bei der heutigen Mannschen Ziegelei. Dort hielten sich beständig Posten zum Nachsetzen der Deserteure auf. Im Jahre 1781 wurden die beiden Jäger-Wachthäuser verkauft und abgebrochen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Garnisontruppe stellte ständig Wachen für das Hauptwachlokal und für die Wachstube an den Stadttoren. Die Hauptwache lag auf dem „östlichen Marktplatz“. Es war nur ein kleines Gebäude mit zwei Stuben, eine für Offiziere und eine für Mannschaften. Soldatisch einfach war auch die Einrichtung. Die Offz.-Wachstube enthielt 1 Tisch, 3 Schemel, 1 Leuchter, 1 Laterne. Die „Gemeinen-Stube“ 3 Tische, 3 Bänke, 2 Schemel, 2 Leuchter, 2 Lichtgputzscheren, 1 Ofengabel, 1 Axt, 1 Holztrage, 1 Laterne, 4 Krüge. Die selben Gegenstände befanden sich in den Wachtstuben am Neuen (Berliner) Tor, Stein-(Jüterboger) Tor, Schönfließ- (Leipziger) Tor. Die Offz.-Wachtstube fehlte hier. Treuenbrietzen war durch seine Lage in der Nähe der sächsischen Grenze eine verhältnismäßige starke Grenzgarnison. Vom Jahre 1780 wird die Militärbevölkerung unserer Stadt, einschließlich der Frauen und Kinder auf 1369 angegeben, das ist mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Die Gründung einer Soldaten-Kinderschule durch Scholten war eine Notwendigkeit. Vom Jahre 1772 wissen wir die Stärke des Bataillons genau. Außer dem Chef gehörten dazu an Offizieren 3 Premier-Capitains, 1 Stabs-Capitain, 12 Subaltern-Offiziere. An Mannschaften: 4 Feldwebels, 32 Unteroffiziere, 4 Feldscherer, 360 Grenadiere. Es war der Bestand von 4 Kompanien, zu denen 200 Frauen gehörten. Zwei Kompanien des Bataillons lagen in Beelitz. Aber von Ende März bis Mitte Mai 1773 rückten die Beelitzer Truppen hier ein zum Exerzieren. Nach der Revue (Besichtigung) am 21. Mai rückte die Beelitzer Garnison für immer hier ein. So wurde die Treuenbrietzener Garnison wieder stärker und zwar um 1 Major, 1 Kaptain (v. Nuwotzky), 1 Stabs-Kapitän (v. Bila), 6 Subaltern-Offiziere, 2 Feldwebels, 14 Unteroffiziere, 2 Feldscherer, 180 Grenadiere, 19 Weiber. Während der Exerzier-Monate waren es sogar 282 Grenadiere, Spiel- und Zimmerleute. Als die Beelitzer Garnison einrückte, entstand eine Wohnungsnot, die der König durch Herstellung baufälliger Häuser, Neubauten und durch Ausbau von Etagen zu beheben versuchte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ein desertierter Leutnant</strong></p>
<p>Der Leutnant von Cleric vom hiesigen Grenadier-Bataillon hatte im November 1742 auf drei Monate Urlaub erhalten, und da er sich nicht wieder gestellt hatte, erhielt der Major von Byla folgende Kabinettsorder:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mein lieber Major von Byla!</p>
<p>Da ich aus eurem Rapport vom 16ten ersehe, dass der Leutnant von Cleric nach dreimaliger öffentlicher Citation (Aufforderung) nicht erschienen, so sollt ihr nun zur Execution schreiten. Er hat sich zwar bei mir gemeldet, aber warum meldet er sich nicht bei Euch?</p>
<p>Ich bin</p>
<p>Euer Wohlaffectionierter</p>
<p>König Friedrich</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Infolgedessen musste die Kämmerei, jedoch nur vorschussweise, einen Galgen auf dem Marktplatze bauen lassen, welcher 8 Taler 12 Groschen gekostet hat. Nachdem die Execution, es war im Januar 1741, vor sich gehen sollte, erhielt gedachter von Cleric unter dem Galgen Pardon, welche Begnadigung demselben nicht einmal angenehm gewesen sein soll. Der Galgen wurde hierauf wieder weggenommen und einer bei der Hauptwache errichtet, an welchem die Bildnisse der desertierten Offiziere und die Namen der Gemeinen angeheftet wurden.</p>
<p>Im Mai 1815 ist dieser Galgen mit Einwilligung der Regierung in aller Stille durch den Schweinehirten fortgeschafft worden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Spionage und Grenzschutz im 2. Schlesischen Krieg.</strong></p>
<p>1744/45</p>
<p>Sachsen hatte sich mit Österreich verbündet und rechnete somit zu den Feinden Friedrichs. Die Gegend um Wittenberg und Belzig war also feindliches Ausland. Die Städte und Dörfer des Amtes Jüterbog gehörten damals zum Fürstentum Querfurt, dessen Fürst angeblich neutral blieb, der aber von Jüterbog aus einen umfangreichen Spionagedienst errichtete. So war Treuenbrietzen förmlich von Feinden umgeben. Ende März brachten etliche Bürger, die von Berlin kamen, die Nachricht mit, das die bisher in den Grenzorten Beelitz und Treuenbrietzen gelegene leichte Kavallerie den Befehl erhalten habe, am 1. April aufzubrechen und nach Alt-Ruppin zu gehen.</p>
<p>Die Sachsen bewachten ihre Grenzen, indem sie den „Blendowskischen Pülk tatarischer Hoff Fahnen“ Postierungsquartiere längs der brandenburgischen Grenze zuwiesen. Eine Fahne sollte in Zahna, Kropstädt und Marzahna, eine andere in Niemegk, Belzig und Lüsse zu liegen kommen. Sie mussten täglich ein- oder zweimal die Grenze auf und ab patrouillieren.</p>
<p>Von dem Amtmann in Jüterbog waren fortgesetzt Kundschafter unterwegs. So erfuhr er auch, dass die Bürgerschaft im Brandenburgischen angewiesen wurde, Waffen zu führen und sich einexerzieren zu lassen. Leute, die nach Beelitz geschickt wurden, stellten fest, dass dort und in der Umgebung keine Soldaten mehr waren. Ein Bote ging nach Magdeburg durch das Amt Belzig. Als er etwa 3 bis 4 Meilen jenseits der Grenze war, stieß er auf einen Ort, in welchem die ersten preußischen Truppen lagen. Diese etwa 100 Mann stark, gehörten einem Dragoner-Regiment, das kurz vorher in Beelitz gestanden hatte.  Von Leuten, die im August nach Jüterbog zum Jahrmarkt kamen, hörte er, dass in kurzer Zeit etliche Regimenter Husaren u. a. leichte Kavallerie in die Grenzorte Trebbin, Beelitz, Treuenbrietzen usw. einrücken sollten. Nach seinen Erkundigungen sollte bei Brück oder bei Boßdorf ein Lager preußischer Truppen gebildet werden. Im Amt Belzig wurde viel Hafer und Heu aufgekauft.</p>
<p>Auch erfuhr er von den Grenzsicherungen im preußischen Amt Zinna. Hier wurden in den Dörfern Wachen aufgestellt, Pechkränze an Stangen befestigt, um sie im Notfall anzuzünden. Die Einwohner stellten Teertonnen daneben auf, um dieselben bei Gefahr anzuzünden und den benachbarten Gemeinden Signale zu geben. Bürger und Bauer mussten sich dann in den Verteidigungszustand setzen und gegebenenfalls von der Flinte und dem „Hausgewehr“ Gebrauch machen. So lautete die Anweisung.</p>
<p>Im Amte Zinna ließ der Amtmann die Schulzen und Schöppen eines jeden Ortes nach seinem Wohnsitz kommen und gab nachfolgende Verhaltungsmaßregeln. Jedes Dorf stellt nach seiner Größe 2 – 4 Mann zur Nachtwache, die fleißig im Ort und dort, wo es nötig ist, auch in der Umgebung patrouillieren sollen, damit kein verdächtiges Gesindel einschleiche und Unfug verübe. Am Tage stehen am Eingang des Dorfes zwei Mann Wache, die alle Bettler und sonstige Fremde abweisen und, sofern sie sich widersetzen oder gar verdächtig sind, ins Amt liefern. Die Krüger dürfen keine verdächtigen Personen beherbigen und müssen die bei ihnen einkehrenden Leute dem Schulzen melden, der sie nach ihrem Gewerk fragt. An der zu errichtenden mit Stroh und Teer versehenen Stange hält bei Tage eine Person, dagegen  in der Nacht ein  Posten von 2 Mann Wache. Die Eingänge des Dorfes werden mit Schlagbäumen versehen und die unnötigen Zugänge mit Gräben und Pfählen unbrauchbar gemacht. In jedem Ort stehen besonders des Nachts 2 Pferde in Bereitschaft, damit sowohl dem Amt als den benachbarten Orten schleunigst Nachricht gegeben werde. In solchen gefahrvollen Augenblicken wird auch die Sturmglocke gezogen und die Bewohner des Ortes müssen mit ihren Hausgewehren dem anderen zur Hilfe eilen. Die Wächter dürfen nicht jünger als 18 Jahre sein. Der Schulze visitiert sie und ist deshalb vom Wachtdienst befreit. Dem Amt werden für jede Nacht von jedem Dorf 3 Mann neben den ordentlichen Nachtwächter zu Wachtzwecken geschickt. Die Feuergeräte müssen in gutem Zustand sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Inzwischen war auf sächsischer Seite ein Korps unter dem General Renard herangerückt. Mit 6000 Mann rastete er am 27. September bei Zahna. Er wollte den Preußen die bei Treuenbrietzen mit 5000 Mann standen den Durchmarsch verwehren. Er schickte einen Trompeter zu dem kommandierenden preußischen Offizier und ließ ihn wissen, dass beim Einmarsch in sächsisches Gebiet die besetzten Orte angezündet und seine Truppen die Feindseligkeiten sogleich aufnehmen würden. Am folgenden Tage rückte das sächsische Korps in die Gegend von Niemegk und stellte sich so auf, dass den Preußen ihr bisheriger Weg auf Coswig an der Elbe versperrt war.</p>
<p>Sachsen hatte jetzt beschlossen, in Friedrichs Stammlande einzufallen. Preußen ergriff Gegenmaßnahmen. Die Magistrate im Süden der Mark sollten alle Tage durch Eilboten melden, was in Sachsen, insbesondere in Wittenberg und Umgebung vorginge, und waren verpflichtet, ohne Rücksicht auf die Kosten unter allerhand Vorwänden Leute nach Sachsen auszusenden. Die mussten erforschen, welche Bewegungen und Anstalten in Feindesland getroffen wurden.</p>
<p>Infolge der Siege Friedrichs unterblieb der Einfall. So blieb unsere Heimat von den Leiden des Krieges verschont, hatte aber trotzdem viel Unruhe und Beschwerde durchmachen müssen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Aus dem siebenjährigen Krieg</strong></p>
<p>Wir wissen nicht genau, ob der König 1756 bei seinem Einfall in Sachsen mit seinem Heere durch Treuenbrietzen marschiert ist, können es aber auf Grund einer Notiz in dem Einnahme- und Ausgabebuch der Hüfnerschaft Darbrietzen annehmen. Dort steht vermerkt über 1757: dem Pfänder Haseloff sind gezahlt für Aufräumung des  Ihr. Köigl. Maj. Durchreise für 4 Tage Arbeit a 4 Groschen = 16 Groschen.</p>
<p>Treuenbrietzen hat zweimal während des Krieges Feinde in seinen Mauern gesehen, nämlich 1758 und 1760. Immer waren es österreichische Streife-Korps, die hier brandschatzten. So besetzten am 27. August 1758 50 österreichische Kavalleristen das Rathaus, nahmen die öffentlichen Kassen in Beschlag und erpressten eine Kontribution von 1152 Talern, nachdem sie 6000 Gulden vergeblich gefordert hatten.</p>
<p>Schlimm war es im Jahre 1760. Im Oktober erschien eine größere Abteilung der österreichischen Armee in Treuenbrietzen. Sie kam über Wittenberg und Boßdorf, wo Kirche, Pfarre und Einwohner gebrandschatzt worden waren. Auch das Kirchenbuch hatte man zum größten Teil mitgenommen. In Treuenbrietzen war während der so unruhigen Oktobertage das Hauptquartier der Österreicher. Über 15000 Taler wurden von ihnen von der unglücklichen Stadt erpresst. Es erscheint uns rätselhaft, wie die Stadt die ungeheure Summe aufbringen konnte. Selbst die Innungsgelder wurden herangezogen, so musste z. B. das Schuhmacher-Gewerk 29 Taler beisteuern. Die Stadt erhielt nur etwa 9000 Taler vom König und vom Staat zurück.</p>
<p>Unserer Nachbarstadt Beelitz erging es nicht besser. Dort verlangten die Österreicher 10000 Taler. Da die Bürgerschaft nur 7000 Taler aufbringen konnte, sandte sie am 13. Oktober zwei Vertreter nach Treuenbrietzen zu dem Oberst Sprung, um bei ihm um Nachlass zu bitten. Sie erreichten auch, dass der Rittmeister Blaskowick, der in Beelitz die Summe eintreiben sollte, mit dem einkassierten Gelde zufrieden sein musste. Am selben Tag marschierte auch das Regiment, das von Esterhazi kommandierte, von Beelitz über Treuenbrietzen. Die Österreicher führten 15 Preußen mit, die ihre Ulanen in der Nähe von Brandenburg gefangen genommen hatten.</p>
<p>1760 erlitt die Stadt einen neuen Verlust, indem die beiden Wagen, die sie zum Train der Armee hatte stellen müssen, von den Feinden in Schlesien fortgenommen wurden. Im Jahre darauf musste die Stadt wieder 4 Fourage-Wagen stellen, aber es fehlte an Geld, die Stadt lieh sich aus diesem Grunde von dem Kaufmann Kaplik in Spandau 600 Taler.</p>
<p>So hat die Stadt durch den Krieg schwer gelitten. Und man kann sich vorstellen, wie die Bevölkerung aufatmete, als endlich der Friede geschlossen war. Man feierte das Friedensfest aus vollstem Herzen. Das Schuhmacher-Gewerk gab bei dieser Gelegenheit für die Illumination 1 Taler aus. „Bei gehaltenem Friedensfest hat man sich ein Vergnügen gemacht und ein Viertel Bier getrunken“</p>

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		<title>75 Jahre Siedlung Frohnsdorf</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 22:19:22 +0000</pubDate>
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<p>Am 20./21. August  feierten die Bewohner der Siedlung Frohnsdorf ihr 75jähriges Bestehen. Viel hat sich seither verändert. An den meisten Grundstücken wurden Um- und Ausbauten vorgenommen, Gehwege und Straßen wurden gebaut sowie Abwasserkanäle und Gasleitungen verlegt.</p>
<p>In seiner Kurzchronik gibt uns Ernst-Peter Rabenhorst einen Überblick über die Entstehung und Entwicklung der Siedlung Frohnsdorf.<span id="more-441"></span></p>
<h1><em>Die Siedlung Frohnsdorf – eine Kurzchronik</em></h1>
<p>&nbsp;</p>
<p>1911: Im Nieplitztal bei Frohnsdorf beginnt die Landhausbesiedlung. Den Anfang machen Oberverwaltungsgerichtsrat Dr. BÜTTNER aus Berlin und Landgerichtsdirektor BARCHEWITZ aus Potsdam. Weiter errichtet die Rentnerin Frida LEHMANN ein Landhaus bei Frohnsdorf. (Bericht JAHN,1913,S.21)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1934: Im Rahmen des nationalsozialistischen Siedlungsprogramms ist eine große Siedlung mit über 100 Häusern auf der Flur Frohnsdorf geplant, und zwar auf dem Ackergelände an der Jüterboger Straße.(ZFH,02/1934).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Februar 1936: In diesen Tagen wird mit den Bauarbeiten für die geplante Siedlung Frohnsdorf begonnen. Es werden dort 125 Einfamilienhäuser entstehen, davon 19 Einzelhäuser und 53 Doppelhäuser. Sie sollen bereits im Juli bezugsfertig sein. (Streiter,04.02.36)</p>
<p>April 1936: Die Bauarbeiten in der Siedlung Frohnsdorf sind so weit fortgeschritten, dass mit dem Bezug der Häuser im Laufe des Sommers zu rechnen ist. Bewerber für die Siedlungen können sich umgehend im Stadtbauamt melden. (Streiter,17.04.36)</p>
<p>Oktober 1936: Bei einer Besichtigungsfahrt der Gaubehörden wird festgestellt, dass die neue Siedlung Frohnsdorf das Muster einer Arbeitersiedlung ist. Sie liegt weitab der Stadt und der großen Verkehrswege und hat Ausdehnungsmöglichkeiten nach allen Seiten. Auch die Siedler können in allen Richtungen nach Arbeit suchen, was ihre Krisenfestigkeit erhöht. Am Waldrand entsteht jetzt eine neue Schule. (Streiter,07.10.36)</p>
<p>Oktober 1936: In Frohnsdorf wird das Richtfest für die Waldschule gefeiert. Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Treuenbrietzen, Carl ZOCH, hält die Festansprache. Er verweist darauf, dass in Frohnsdorf in kürzester Zeit 125 neue Siedlerstellen entstanden sind. Anschließend galt es, für deren Kinder eine neue Schule zu errichten. Im Hauptgebäude der Schule befinden sich künftig zwei Klassenzimmer, das Lehrmittelzimmer und eine Lehrerwohnung. Im Seitengebäude werden Nebenräume, Brausen und Toiletten eingerichtet. Die Schule erhält eine Zentralheizung mit Warmwasserversorgungsanlage. Außerdem ist eine offene Veranda vorgesehen, die bei schlechtem Wetter von den Kindern in den Pausen genutzt werden kann. Die Schule soll noch 1936 ihrer Bestimmung übergeben werden. (Streiter,12.10.36)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>März 1937: Die Siedlungsgemeinschaft Frohnsdorf ruft zu einer „Deutschen Osterfeier“ auf. Die Feier beginnt mit einem Umzug durch das neu entstandene Dorf, der von einem Spielmannszug der HJ begleitet wird. (Streiter,25.03.1937)</p>
<p>April 1937: Die freie Schulstelle im Ortsteil Frohnsdorf wird dem dort ansässigen Lehrer MEINECKE übertragen. Damit kann der Unterricht an der Schule in Frohnsdorf am 19.April beginnen. Die Einweisung des Lehrers erfolgt durch den Treuenbrietzener Bürgermeister Fritz TITTMANN, der sich persönlich nachdrücklich für den Bau der Schule eingesetzt hatte. Die Schule hat zwei Klassenzimmer mit je 27 Doppelbänken, so dass sie von bis zu 108 Kindern besucht werden kann. (Streiter,16.04.1937)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1939: In der Siedlung Frohnsdorf wohnen 120 Familien in schmucken Häusern mit Wasserversorgung. Die Arbeiter sind zum größten Teil in den Fabriken der Umgebung beschäftigt. (Paul Friedrich PULS: „Frohnsdorf bei Treuenbrietzen“. In: ZFH,16/1939).</p>
<p>März 1939: Ab 12.03.1939 erhalten die neuen Straßen in Frohnsdorf folgende Namen: Lüdendorfer Straße (von der R 2 in Frohnsdorf bis Ortsausgang in Richtung Lüdendorf); &#8211; „Graf-SPEE-Straße (die von der Lüdendorfer Straße zuerst links abzweigende und durch die Siedlung Frohnsdorf in Hufeisenform führende Straße); &#8211; Otto-WEDDIGEN-Straße (die nächste abzweigende Straße, die mitten durch die Siedlung Frohnsdorf führt); &#8211; Hermann-LÖNS-Weg (der neben dem Forstamt in Frohnsdorf rechts an der Nieplitz entlang führende Weg bis zum Jagdhaus Neue Hufen, wo er auf die Neue Hufenstraße stößt); &#8211; Gorch-FOCK- Weg (auf der anderen Seite der Nieplitz, gegenüber dem Waldgasthaus „Alte Eiche“ beginnend, am Forellenteich vorbei, bis zur Neue Hufenstraße). &#8211; Otto WEDDIGEN war der Führer des U-Bootes „9“ im Ersten Weltkrieg. Gorch FOCK war Seefahrer und Schriftsteller. Er schrieb das Buch „Seefahrt ist not“ und starb 1916 in der Schlacht am Skagerrak. (Streiter,13.03.39)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1940: Auf Grund der Verordnung über die öffentliche Bewirtschaftung von Eiern und Eiererzeugnissen erhält der Frohnsdorfer Kaufmann Karl WEIDENHAMMER die Zuständigkeit für die Erfassung der abzuliefernden Hühner- und Enteneier in Frohnsdorf. (Streiter,08.07.40)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1941: Die Feldflächen in Frohnsdorf zwischen Waldschule und Bahnlinie sowie zwischen Bahnlinie und Reichsstraße sollen in einzelnen, verschieden großen Parzellen zur Verpachtung kommen. Interessenten können sich bis 26.März im Rathaus melden. (Streiter,22.03.41).</p>
<p>1941: Auf einer Einwohnerversammlung des Ortsteils Frohnsdorf in der Gaststätte „Alte Eiche“ teilt Bürgermeister TITTMANN mit, dass neben der Waldschule die Einrichtung eines Friedhofes für den Ortsteil geplant ist. „Die Einrichtung eines Kindergartens sowie die Beförderung der Schulkinder durch einen Omnibus zur Stadt muss bis nach dem Kriege zurück gestellt werden.“ (Streiter,31.03.41)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>01.12.1945: Alle Kinder der Siedlung Frohnsdorf besuchen ab jetzt die dreiklassige Schule in Frohnsdorf. Es wird ein dritter Klassenraum eingerichtet. Lehrerin ist Frl. HEISE. (Tätigkeitsbericht Schulbeauftragter BERING vom 15.02.1946)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Januar 1947: In Frohnsdorf ist beabsichtigt, an das Schulgebäude einen Kindergarten anzubauen. Eventuell soll auch ein Gemeindehaus mit anschließendem Gerätehaus für die Feuerwehr auf dem Anger der Siedlung erstellt werden. Auch eine Friedhofs-Kapelle soll gebaut werden. (Protokoll Stadtverordnetenversammlung vom 07.01.1947)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>August 1949: Frau BLÜTHNER legt ihr Amt als Ortsteilbürgermeister von Frohnsdorf  nieder, ihr folgt Heinrich KÖGELER (SED). (Protokoll Stadtverordnetenversammlung vom 27.08.49)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Oktober 1950: Der Waldfriedhof in Frohnsdorf wird der KWU übergeben. Die Leichenhalle wird in Gemeinschaftsarbeit erstellt. Die Grenze zwischen Schulhof und Friedhof soll mit einer Hecke bepflanzt werden. (Protokoll Stadtverordnetenversammlung vom 01.07.50)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1953: Der Kindergarten Frohnsdorf wird eingeweiht. Die Kosten liegen wesentlich höher als geplant. (Protokoll Ratssitzung vom 02.07.53)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1955: Der Rat der Stadt befürwortet die Übernahme der Verkaufsstelle des verstorbenen Herrn WEIDENHAMMER in Frohnsdorf durch den Konsum, weil der Konsum in der Lage ist, den gesamten Ortsteil Frohnsdorf zu versorgen. (Protokoll Ratssitzung vom 10.02.55)</p>
<p>1955: Der Rat der Stadt stimmt dem Verkauf von 49 Siedlungsgrundstücken in der Siedlung Frohnsdorf zu. (Protokoll Ratssitzung vom 22.12.55)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1961: Die DFD- Gruppe Frohnsdorf richtet eine Konsumverkaufsstelle in der ehemaligen Schule ein. Sie leisteten dazu 38 NAW- Stunden. ( „Das sozialistische Dorf“,02.09.61,S.2)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1993: Die neu gebaute Straße im Wohngebiet Frohnsdorf erhält den Namen „Waldsiedlung“. Das beschloss die Stadtverordnetenversammlung. (FE,31.03.94,S.13)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>2002: Die frühere Waldschule von Frohnsdorf wird nach aufwendiger Sanierung zum Hotel und Restaurant umgebaut. Neuer Betreiber ist die Familie PRÄGER, die vier Mitarbeiter beschäftigt. In dem 1933 bis 1936 als Schule für die neue Siedlung Frohnsdorf errichteten Fachwerkgebäude waren später (1961) der Konsum, die Post und der Jugendklub untergebracht. Entstanden ist jetzt ein Gastraum mit 36 Plätzen, der auch den früheren Laubengang mit einschließt. Weitere 38 Plätze gibt es auf der Gartenterrasse. Im Dachgeschoss sowie in der früheren Lehrerwohnung sind für Hotelgäste 10 Zimmer mit 25 Betten geplant. (FE,30.08.02,S.15)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>14.08.2004: Mit einem Umzug weihen die Frohnsdorfer ihre beiden neuen Straßen ein. Nach der 2003 fertig gestellten Karl-LIEBKNECHT-Straße hat jetzt, 70 Jahre nach Gründung der Siedlung, auch die Karl- MARX- Straße eine feste Straßendecke erhalten. (FE,17.08.04,S.16)</p>
<p><em>Ernst-Peter Rabenhorst</em></p>

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		<title>Aus dem Vereinsleben</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 22:18:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anlässlich Christi Himmelfahrt unternahmen die Mitglieder des Heimatvereins ihre traditionelle Fahrt in die Umgebung von Treuenbrietzen. Das Reiseziel war der Bischofstein bei Rietz und der „Krähenborn“ zwischen Zeuden und Niemegk. Da das Waldgebiet wegen der Schädlingsbekämpfung gesperrt war, mussten wir auf ein anderes Ziel ausweichen. Die Reise ging daraufhin über Rietz nach Niemegk und zurück. [...]
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<p>Anlässlich Christi Himmelfahrt unternahmen die Mitglieder des Heimatvereins ihre traditionelle Fahrt in die Umgebung von Treuenbrietzen. Das Reiseziel war der Bischofstein bei Rietz und der „Krähenborn“ zwischen Zeuden und Niemegk. Da das Waldgebiet wegen der Schädlingsbekämpfung gesperrt war, mussten wir auf ein anderes Ziel ausweichen. Die Reise ging daraufhin über Rietz nach Niemegk und zurück.<br />
Zwischen dem Gemeindehaus und der Kirche in Rietz wurde ein neuer Rastplatz angelegt.<br />
Hier kann man nicht nur gut sitzen sondern sich auch gut anhand der angebrachten Wanderkarten und entsprechenden Informationsmaterialien orientieren. Einen weiteren, sehr originell angelegten Rastplatz konnten wir hinter Neu Rietz in Richtung Niemegk in Augenschein nehmen. Zu einem Halbkreis aufgerichtete Feldsteine bieten überraschend gute Sitzmöglichkeiten. Auf Initiative des Ortsbeirates sind insgesamt drei Rastplätze in Rietz eingerichtet worden. Eine sehr löbliche Aktion wie unsere Vereinsmitglieder feststellten.<br />
In Niemegk angekommen wurde ein Mittagsimbiss eingenommen, um so gestärkt die Heimreise anzutreten. Auf dem neuen Fahrradweg an der B 102 fuhren wir nach Haseloff.<br />
Im Gasthaus am Wachtelberg wurde noch eine „Bierprobe“ genommen und für gut befunden.<br />
Über Rietz ging es zurück nach Treuenbrietzen wo wir bei unserem Vereinsfreund Jürgen Küster unseren Grillnachmittag durchführen konnten. Bei reichlich Speise und Trank konnten wir den erlebnisreichen Tag ausklingen lassen.<br />
Ein herzliches Dankeschön sagen wir hiermit unserem Vereinsfreund Jürgen und seiner Frau für die gute Vorbereitung und die Gastfreundschaft, die wir erleben konnten.</p>
<p><em>Wolfgang Ucksche</em></p>

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		<title>150 Jahre MTV 1861 Treuenbrietzen</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 22:17:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Siegmund Bölke erinnert sich. Der MTV 1861 Treuenbrietzen beging unlängst sein 150-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurden mehrere Zeitzeugen befragt, unter ihnen der langjährige Vorsitzende des Vereins, Siegmund Bölke, Jahrgang 1936. Er übte dieses Amt von 1980 bis 2005 aus. Nachfolgend beantwortet er einige Fragen zur Geschichte und Gegenwart des Sports in Treuenbrietzen, speziell zum [...]
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</ol>]]></description>
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<h1 align="center"><a href="http://www.heimatverein-treuenbrietzen.de/wp-content/uploads/Unbenannt2.png"><img class="alignleft size-full wp-image-437" title="Unbenannt2" src="http://www.heimatverein-treuenbrietzen.de/wp-content/uploads/Unbenannt2.png" alt="" width="133" height="192" /></a></h1>
<p>Siegmund Bölke erinnert sich.</p>
<p>Der MTV 1861 Treuenbrietzen beging unlängst sein 150-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurden mehrere Zeitzeugen befragt, unter ihnen der langjährige Vorsitzende des Vereins, Siegmund Bölke, Jahrgang 1936. Er übte dieses Amt von 1980 bis 2005 aus. Nachfolgend beantwortet er einige Fragen zur Geschichte und Gegenwart des Sports in Treuenbrietzen, speziell zum MTV 1861 Treuenbrietzen, und zu seiner eigenen sportlichen Entwicklung. Das Interview führte Rüdiger Lehmann, Autor einer kürzlich erschienenen Broschüre zur 150-jährigen Geschichte des MTV Treuenbrietzen 1861.</p>
<p><span id="more-435"></span></p>
<p><strong>Siegmund, wann und wie bist du eigentlich zum Turnen gekommen?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>In meinen Kinderjahren habe ich mit ca. zehn Jahren (1945/1946) in Jänickendorf, wo ich geboren wurde und aufgewachsen bin, mit dem Turnen begonnen. Dort gab es damals viele ältere Turner, die uns zu begeistern verstanden. Für die Trainingsstunden wurde der Tanzsaal der Gaststätte Zimmermann genutzt. Wir mussten selbst das Heizmaterial mitbringen, damit es im Winter einigermaßen warm wurde.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>1954 bist du zum Studium nach Magdeburg gegangen. Hat dich das Turnen auch in deiner Studentenzeit begeistert?</strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Auf alle Fälle. Ich habe neben meinem Studium des Bauingenieurwesens beim Sportclub „Aufbau Magdeburg“ </em><em>geturnt und intensiv 1½ Jahre trainiert bis ich aus gesundheitlichen Gründen ausgemustert wurde. Wenn ich es heute sehe &#8211; rechtzeitig. War dann aber als Übungsleiter an der Ingenieur-Schule und in verschiedenen Vereinen in Magdeburg und tätig. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Und später?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Mit dem Ende des Studiums habe ich das Turnen zunächst vernachlässigt. Ich bin wieder nach Jänickendorf gekommen. Hier wurde aber nicht mehr geturnt. In Jänickendorf habe ich bis 1960 gewohnt und gelebt. Dann hat es mich durch meine Heirat nach Treuenbrietzen verschlagen, verbunden mit einem beruflichen Neustart.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Wie sah dieser Neustart aus? In Treuenbrietzen kennt man dich seit vielen Jahren als etablierten Architekten&#8230;</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><a href="http://www.heimatverein-treuenbrietzen.de/wp-content/uploads/Unbenannt3.png"><img class="alignright size-full wp-image-438" title="Unbenannt3" src="http://www.heimatverein-treuenbrietzen.de/wp-content/uploads/Unbenannt3.png" alt="" width="139" height="192" /></a>Begonnen </em><em>hat meine berufliche Tätigkeit in Luckenwalde. Dort habe ich in fünf Jahren fünf Funktionen ausgeübt &#8211; vom stellvertretenden Kreisbauleiter bis zum Kreisbaudirektor. Immer ein Aufstieg nach oben, für einen Parteilosen nicht gerade einfach. 1965 habe ich dann nicht für den Kreistag kandidiert und die Funktion des Kreisbaudirektors aufgegeben. Dann kam ich nach Treuenbrietzen. Dorthin wechselte ich aus den genannten Gründen und wegen der langen Fahrstrecke. Ich wurde zunächst für ein Jahr technischer Leiter im Fahrzeugwerk Gehler KG und</em> <em>habe in diesem Zeitraum die Verlagerung des Werkes von der Neuen Markstraße/Großstraße an den Hans-Gerade-Weg baulich geplant und eingeleitet.</em> <em>1966 </em><em>habe ich dann die Funktion eines Abteilungsleiters Projektierung der ZBO Ließen übernommen, um in Treuenbrietzen eine Abteilung aufzubauen. Nach dem Aufbau dieser Abteilung übernahm ich die Leitung dieser Abteilung.</em> <em>1990 habe ich mich dann als Architekt selbstständig gemacht.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie hast du den Kontakt zum Turnverein in Treuenbrietzen gefunden?</strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Unmittelbar nach meiner Hochzeit oder eigentlich schon davor hat mein Schwiegervater Wilhelm Kunter erfahren, dass ich aktiver Turner war. Er brachte mich letztendlich auch zum Verein.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Erinnerst du dich noch an deine erste Turnstunde dort?</strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Ja, sie war gut, ich bin begeistert aufgenommen worden und habe mich von der ersten Stunde an im Verein wohl gefüllt.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Du hast dann lange Zeit im Verein geturnt und Sport getrieben. Was hat deine Frau dazu gesagt?</strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Sie kannte es nicht anders von </em><em>mir, dass</em> <em>ich begeisterter Turner war und schließlich habe ich sie dann überzeugt, selbst Sport zu treiben. Jetzt ist sie schon seit vielen Jahren ebenfalls im Verein aktiv.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Dann hast du zunehmend Funktionen bzw. Ehrenämter im Verein übernommen. Welche waren das eigentlich?</strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>1962 wurde ich zum stellvertretenden Leiter der Sektion Turnen und Gymnastik der BSG (</em><em>Betriebssportgemeinschaft) „Motor“ Treuenbrietzen gewählt. Noch heute bin ich stolz darauf, damals das Vertrauen der Turner und Gymnasten erhalten zu haben. Sektionsleiter war dein Großvater Theo Lehmann. Als er 1980 die Sektionsleitung aus den Händen gab, wurde ich als sein Nachfolger gewählt. Die Sektion Turnen war zu dieser Zeit die größte Sektion mit ca. 500 Mitgliedern.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Gab es damals noch weitere Sektionen im Verein?</strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Ja, viele. Wenn ich mich recht erinnere, waren es zwischen acht und zehn. Dazu gehörten auch die Sektionen Fußball, Schwimmen, Tischtennis und Kegeln. Dass jede Sektion eine eigene Leitung hatte und gut organisiert war, können sich viele heute nicht mehr vorstellen.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie haben diese Sektionen zu DDR-Zeiten gearbeitet? Gab es Charakteristika, Besonderheiten, Schwierigkeiten?</strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Nein, eigentlich nicht. </em><em>Sie haben selbstverständlich, wie in einem Verein, alle sportlichen Tätigkeiten und Ereignisse selbst organisiert. Verantwortlich war die Sektionsleitung, die Sportpläne bestätigte und über die Finanzierung wachte.</em> <em>Allerdings galt die Sektion Turnen als „reaktionärer“ Teil in der BSG „Motor“. So ist beispielsweise auf Betreiben jüngerer Turner die alte Traditionsfahne des MTV 1861 Treuenbrietzen in den achtziger Jahren wieder entstanden. Die Fahne wurde zwar in einer Fahnenstickerei in der DDR hergestellt, aber die Goldborte für die Fahne musste aus West-Berlin organisiert werden. Die Fahnenweihe fand im September 1989 statt und sollte mit großem „Bahnhof“ erfolgen. Das hat mir als Sektionsleiter schon Sorgen bereitet. Schließlich konnte so etwas in der Vorwendezeit durchaus anders bewertet werden.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Hast du Repressalien erwartet oder befürchtet?</strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Eigentlich sogar mehr. Wir hatten einen großen Fackelzug zur Fahnenweihe geplant, genau zu der Zeit, als in Leipzig und anderen Orten die Demonstrationen der friedlichen Revolution stattfanden. Unsere sportliche Feier hätte also durchaus falsch eingeschätzt werden können. Aber wir haben uns rechtzeitig mit der örtlichen Polizei abgestimmt und hatten keine Probleme. Ich bin stolz auf die friedliche Umgestaltung unseres Landes und erwarte auch von der Jugend, dass sie sich mit der Geschichte dieser Zeit und der Gegenwart beschäftigt.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Da wir gerade bei der DDR-Zeit sind: Wie </strong><strong>war die Zusammenarbeiten mit dem Bürgermeister, mit der Stadt, mit den Stadtverordneten in den 70er und 80er Jahren? </strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Die Zusammenarbeit mit der Kommune war damals gut. Wir wurden von der Stadt und dem Trägerbetrieb unterstützt. Der Neubau der Turnhalle an der Albert-Schweitzer-Schule (Damals hieß die Schule POS W. I. Lenin oder „Leninschule“.) und die Umbauten der Sportplätze Rahn (Parkstadion) und Berliner Straße, erfolgten mit Unterstützung der Stadt und der Sportler der BSG „Motor“, die zum überwiegenden Teil Eigenleistungen erbrachten. Auch die Anfang der siebziger Jahre gesperrte Turnhalle Lindenallee wurde in Eigeninitiative der Turner mit Unterstützung der Stadt und der örtlichen Handwerker wieder nutzungsfähig gemacht. Organisationstalent und Motivation waren gefragt, um eine gute Grundlage für die sportliche Ertüchtigung und Bestätigung, insbesondere für die Jugend, zu schaffen. Heute wird oft gefragt: wann kommt was? </em></p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong>Gab es für die Sektionen damals einen Trägerbetrieb, der sie finanziell kräftig unterstützt hat oder waren es nur Pfennigbeträge?</strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Nein, die Wirtschaftszweige haben die gesellschaftliche Tätigkeit in den Sportvereinen stark unterstützt, vielleicht sogar mehr als heute. Die einzelnen Vereine waren immer bestimmten Wirtschaftszweigen zugeordnet, zum Beispiel „Turbine“ im </em><em>Wasserwirtschaftsbereich, „Stahl“ im Stahlbaubereich oder „Aufbau“ im Baubereich. Der Trägerbetrieb der BSG (Betriebssportgemeinschaft) „Motor“ (und der Sektionen) war damals das Meßgerätewerk Treuenbrietzen. Daher auch der Name BSG „Motor“ Treuenbrietzen.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie lange bist du dort eigentlich Vorsitzender oder Sektionsleiter gewesen?</strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Sektionsleiter war ich von 1980 bis 1990. Davor übte ich die Funktion des </em><em>1. Stellvertreters von 1962 bis 1980 aus. Dann haben unsere „wilden Jungen“ in Treuenbrietzen darauf gedrungen, dass die alte Tradition des MTV 1861 wieder entsteht. Im Herbst 1990 wurde der MTV 1861 traditionsgemäß aus der Taufe gehoben und der Verein wieder neu gegründet. Ich habe das befürwortet, allerdings nicht geahnt, wie viel Arbeit damit verbunden war. Mit der Gründungsversammlung wurde ich zum Vereinsvorsitzenden gewählt, was ich bis 2005 war, also 25 Jahre lang Vorsitzender des Vereins.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Warum bist du dem Verein so lange treu geblieben?</strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Ja, es sind jetzt 51 Jahre &#8230; Erstens ist Sport mein Leben von Kindheit an, wie bereits gesagt. Die Treue hat</em><em> viele Gründe. Gesunderhaltung des Körpers, sportliche Tätigkeit und Aktivität und nicht zuletzt der gesellige Zusammenhalt im Verein. Nur in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist. Das erlebe ich im MTV 1861 Treuenbrietzen immer wieder und wieder.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Aber das hättest du genauso gut in einem anderen Verein finden können&#8230; </strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Stimmt, aber der Treuenbrietzener Turnverein ist der einzige, </em><em>in dem ich Turnen kann und</em> <em>dem ich mich von Jugend an verbunden fühle.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Rückblickend auf das halbe Jahrhundert im Verein – an welche Ereignisse denkst du besonders gern?</strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>An die Feiern zum </em><em>100-jährigen Bestehen, wo die besten Turner der DDR hier in Treuenbrietzen ihr Können zeigten, und zum 110-jährigen Jubiläum des Turnens in Treuenbrietzen, an die Fahnenweihe 1989 und die (Wieder-) Gründung des MTV 1861 im Jahr 1990. Aber das sind nur die „großen“ Ereignisse. Wichtig finde ich vor allem, dass alle Vereinsmitglieder an der Weiterentwicklung des Sports und des Turnens in Treuenbrietzen mitgewirkt haben. Nur, wenn man auf so eine breite Unterstützung zählen kann, macht die Arbeit Spaß. Seien es der Vorstand mit seinen Gremien, aber auch die Übungsleiter, vor allem im Kinder- und Jugendbereich. Auf alle, die viel Freizeit in die Förderung und das Leben im Verein opfern, bin ich stolz.</em></p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Literaturtipp:</em></strong></p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><a href="http://www.heimatverein-treuenbrietzen.de/wp-content/uploads/Unbenannt4.png"><img class="alignnone size-full wp-image-436" title="MTV Treuenbrietzen 1861" src="http://www.heimatverein-treuenbrietzen.de/wp-content/uploads/Unbenannt4.png" alt="" width="128" height="192" /></a></p>
<p><em>Wer mehr über die Geschichte des MTV 1861 Treuenbrietzen erfahren will, dem sei das Büchlein „150 Jahre MTV 1861 Treuenbrietzen.“ Empfohlen. Es schlägt einen Bogen von den Anfängen der Geschichte des Turnens in Deutschland, die in Berlin und Brandenburg begann, bis hin zum MTV 1861 Treuenbrietzen und seinen jetzigen Angeboten. Interviews mit Zeitzeugen, Erinnerungen langjähriger Vereinsmitglieder, ein Abriss der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Treuenbrietzen und des Spielmannszuges sowie ein umfangreiches Bildmaterial der verschiedenen Epochen ergänzen die 120 Seiten starke Publikation mit 80 Fotos und Abbildungen. Sie dürfte für all diejenigen, die sich für Sport- und Heimatgeschichte interessieren, eine interessante Lektüre sein. Das Büchlein ist zum Preis von 8 Euro an folgenden Stellen zu haben:</em></p>
<ul>
<li>Stadtinformation Treuenbrietzen</li>
<li>Christine Wiesenack, Treuenbrietzen, Berliner Chaussee 2A</li>
<li>Rüdiger Lehmann, Treuenbrietzen, Leipziger Straße 26.<strong></strong></li>
<li>und bei allen Übungsleitern des MTV 1861.</li>
</ul>
<p>Rüdiger Lehmann</p>

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</ol></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/HeimatvereinTreuenbrietzen/~4/M0iDDj012gI" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>150 Jahre Männerturnverein (MTV 1861) – die Anfänge des Turnens in Treuenbrietzen</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 22:10:28 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Heimatblätter]]></category>
		<category><![CDATA[MTV Treuenbrietzen]]></category>

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		<description><![CDATA[Zusammengetragen von Ernst- Peter Rabenhorst Wem nutzt das Turnen? In Preußen wird 1860 das obligatorische Knabenturnen eingeführt. Auch in Treuenbrietzen spricht man 1860 erstmals über die Möglichkeit, eine Turnanstalt an der Schule zu errichten. Dazu wirft der „Gesellige Verein“ in seiner Sitzung am 30.April 1860 vier Fragen auf: Welche Vorteile gewährt ein regelmäßiger Turnunterricht der [...]
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<p><em>Zusammengetragen von Ernst- Peter Rabenhorst</em></p>
<p><strong>Wem nutzt das Turnen?</strong></p>
<p>In Preußen wird 1860 das obligatorische Knabenturnen eingeführt. Auch in Treuenbrietzen spricht man 1860 erstmals über die Möglichkeit, eine Turnanstalt an der Schule zu errichten. Dazu wirft der „Gesellige Verein“ in seiner Sitzung am 30.April 1860 vier Fragen auf:</p>
<ol>
<li>Welche Vorteile gewährt ein regelmäßiger Turnunterricht der Jugend?</li>
<li>Was nutzt es dem Manne, wenn er die Turnübungen fortsetzt?</li>
<li>Welchen Vorteil hat die Stadt, wenn sie den Turnunterricht in allen Schulen und Vereinen befördert?</li>
<li>Welcher Platz eignet sich am besten zu einem guten Turnplatz?</li>
</ol>
<p><strong>Gründung des MTV</strong></p>
<p>1861 konstituiert sich in Treuenbrietzen ein Ausschuss, der die Gründung eines Turnvereins vorbereiten sollte. Ihm gehören an: Bürgermeister ROSENTHAL, Färbereibesitzer KOREUBER, Kaufmann A. JAENICKE, Buchbindereibesitzer HANNEBOHN, Maurermeister RÜGER, der Küster und Lehrer KÜHN, Kreisgerichtssekretär TONSOR, Seifenfabrikant K. MÜLLER, Buchhändler F. KÖHLER sowie Fabrikbesitzer J. LEHMANN. Die Leitung des Ausschusses liegt  in den Händen des Turnlehrers KÜHN. Die Gründung des Männerturnvereins (MTV 1861) erfolgt am 30.Juni 1861.</p>
<p><span id="more-431"></span></p>
<p>Um die Bedeutung des neu gegründeten Vereins zu unterstreichen, übernimmt der damalige Bürgermeister Carl Wilhelm ROSENTHAL den Vorsitz des Vereins. Nach der Abwahl von Bürgermeister ROSENTHAL wird Louis BEHRENDT 1868 zum neuen Vorsitzenden des MTV gewählt. Louis BEHRENDT kann 1893 auf eine 25-jährige ununterbrochene Tätigkeit als Vorsitzender des Männerturnvereins zurückblicken. (ZBZ,10.10.1893). 1897 wird er auf Beschluss der Generalversammlung zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt. (ZBZ,17.01.1897)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nach der Gründung des Vereins galt es, Geräte zu beschaffen und einen geeigneten Turnplatz zu finden. Geturnt wird zuerst auf dem schon bestehenden städtischen Schulturnplatz. Für die oberen Knabenklassen wird der Schulunterricht obligatorisch. Die Turnlehrer der Schulen sind gleichzeitig die Turnwarte des Vereins. Später gibt es Schauturnen für die Öffentlichkeit auf dem städtischen Turnplatz am Schlalacher Weg, gleich links hinter der Nieplitzbrücke. 1865 beteiligt sich der Verein an der Einweihung des HIMMEL- Denkmals und der Gedenktafel am Geburtshaus des Komponisten. (Streiter,03.06.1936).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Aufbau von Abteilungen</strong></p>
<p>Der MTV beschließt 1885, zur Förderung des Turnens eine Jugend- Abteilung zu errichten. „Mitglied kann jeder junge Mann werden, welcher das 14.Lebensjahr zurückgelegt und seiner Schulpflicht genügt hat“. Der Beitrag beträgt 10 Pfennig pro Monat. (ZBZ,04.04.1885)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mit Beginn des Schuljahres 1903 wird das Mädchenturnen in den Lehrplan aufgenommen. (Bericht Bürgermeister JAHN, 1902-04)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im November 1904 wird eine Damenabteilung des MTV gegründet. Die Abteilung, deren Leitung Lehrer THIEDE übernimmt, ist die erste ihrer Art im Turngau Zauch- Belzig. (ZBZ,21.12.04)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1905 beschließt der MTV, eine Alters- Turnriege zu gründen, der alle über 25 Jahre alten Herren beitreten können. (ZBZ,07.04.1905)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der MTV 1861 ruft im Jahre 1912 eine Kinder- und Jugendabteilung ins Leben. (HV)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die ersten Turnlehrer</strong></p>
<p>Erste Verdienste um die Einführung des Turnunterrichts in Treuenbrietzen erwirbt sich Fritz KÜHN. Er wirkte 56 Jahre lang, von 1830 bis 1886, als Lehrer und Küster an der Treuenbrietzener Schule. Zu einer Zeit, als das Turnen an den Schulen noch nicht gepflegt wurde, richtet er auf seinem privaten Grundstück einen Turnplatz ein und führt dort die Jugend privat in die Kunst des Turnens ein. Fritz KÜHN verstirbt 1893 in Greifswald. (ZBZ,16.12.1893)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1863 stellt der „Männer- Turnverein Treuenbrietzen 1861“ gegen ein Entgelt von zwei Talern den Sergeanten LONGÈ als Turnlehrer an. 1864 folgt ihm  Turnlehrer LAHNDT. Die Schul- Kommission weist darauf hin, dass unentschuldigtes Fehlen in den Turnunterrichtsstunden genau so geahndet wird, wie jede andere Versäumnisstunde. (WT,16.04.1864)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ab 1864 werden die Turnübungen für die aktiven Mitglieder des MTV jeden Donnerstagabend von 8 bis 10 Uhr unter der Leitung von Turnlehrer LAHNDT abgehalten. Meldungen zum Beitritt neuer Mitglieder nehmen die Vorstandsmitglieder ROSENTHAL, F. KÖHLER und J. BÖHME entgegen. (WT,09.03.1864). Noch im gleichen Jahr findet im Saal  bei Gastwirt LOBBES ein kleines Schauturnen des MTV mit Freiübungen und anschließendem Tanzvergnügen statt. (WT,27.04.1864). Für den Männerturnverein (MTV 1861 e.V.) werden die Kosten für einen besoldeten Turnlehrer aber bald zu hoch. Deshalb wird LAHNDT 1868 entlassen. Seit dieser Zeit arbeiten die Turnwarte ehrenamtlich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ein Turnplatz in den Heerwegen</strong></p>
<p>Im Sommer 1860 entsteht in Treuenbrietzen der erste Turnplatz in der Nähe der Heerwege. Am 11.Mai 1860 beschließt die Stadtverordnetenversammlung die Bereitstellung eines Platzes in der „Voßhaide“ als Turnanstalt und bewilligt die Mittel für die Anschaffung der notwendigen Turngeräte. Und schon im Oktober 1863 findet das erste Schauturnen der Schulturner statt. (ZFH, 11/1934)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dem Aufseher für die städtischen Verschönerungsanlagen, KÖHLER, wird 1862 auch die Beaufsichtigung des Turnplatzes an den Heerwegen übertragen. Der Magistrat dankt in einem Schreiben dem General- Gartendirektor LENNÉ zu Sanssouci für die bereitwillig gelieferten Strauchgewächse zur Bepflanzung des Turnplatzes. Auch dem Apotheker PAUCKERT wird für seine „uneigennützigen und rastlosen Bemühungen um die Verschönerungsanlagen der Stadt“ gedankt. (WT,12.02.1862)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Neue Schule mit Turnplatz</strong></p>
<p>Nachdem der Pachtvertrag mit Bäckermeister KNAPE über den alten Gottesacker vor dem Berliner Tor wird 1866 endgültig aufgehoben wurde, wird dort ein Schulhaus gebaut. Der für den Bau nicht benötigte Teil des Gottesackers wird zur Anlage eines Turnplatzes genutzt. (WT,31.10.1866)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die neue Elementarschule in der Burgwallstraße wird 1868 durch den Prediger und lokalen Schulinspektor HÖHNE unter Beteiligung der städtischen Behörden und sämtlicher Lehrer feierlich eingeweiht. Die Baukosten betrugen 7.000 Taler. Der freie Platz neben der Schule wird als Turnplatz eingerichtet. Dadurch entfallen die langen Wege zum bisherigen Turnplatz in den Heerwegen. (WT,12.08.1868). Auch der Turnschuppen auf dem bisherigen Turnplatz am Schlalacher Wege wird abgerissen und beim neuen Schulhaus wieder aufgebaut. (WT,14.04.1869). Die früher auf dem abgelegenen Platz am Schlalacher Weg abgehaltenen Turnübungen werden von nun an auf dem Turnplatz neben der Elementarschule durchgeführt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1868 bewilligt die Stadtverordnetenversammlung der Garnison die notwendigen Hölzer aus dem Stadtforst zum Bau von Turngeräten für eine Turnanstalt. Vereinbart wird gleichzeitig,  dass die Turngeräte bedingungslos in den Besitz der Stadt übergehen, falls das Bataillon einmal die Stadt verlassen sollte. (WT,07.03.1868)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>MTV erhält Sportplatz am Anger</strong></p>
<p>Der hintere Teil des Angers wird 1932 in einer Tiefe von rund 100 Metern von der nordöstlichen Grenzlinie in südwestlicher Richtung an den MTV als Sport- und Spielplatz für die Dauer von zunächst 15 Jahren verpachtet. Der Pachtpreis beträgt 50 RM jährlich. (TZ,20.02.1932)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Vereinsfahne wird geweiht</strong></p>
<p>Im Vereinslokal von Mutter LEHMANN feiert der MTV 1875 sein 14-jähriges Stiftungsfest und die Weihe seiner neu beschafften Vereinsfahne. „Die neue Fahne macht sich sehr schön: auf der einen Seite von roher Seide mit der Inschrift ‚Männer- Turnverein Treuenbrietzen, gegründet 1861’, auf der anderen Seite von weißer Seide mit einem grünen Eichenzweig, welcher ein Wappen in zwei roten und zwei weißen Feldern einschließt, in welchem sich das vierfache F befindet, ist dieselbe ringsum mit Goldfransen besetzt, und hat eine vergoldete Fahnenschnur mit dergl. Troddeln.“ (WT,18.08.1875)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Turner- Feuerwehr</strong></p>
<p>Die Stadtverordnetenversammlung beschließt 1876, „dem hiesigen Turnverein zur Errichtung einer Turner- Feuerwehr die Mittel zu bewilligen, und zwar bis 180 Mk. zur Aufstellung eines Steigerhauses und bis 187 Mk. zur Beschaffung der zunächst nötigen Geräte unter der vom Magistrat beauftragten Bedingung, dass sowohl das Steigerhaus als auch die Geräte im Eigentum der Kommune verbleiben.“ (WT,30.08.1876). Die Turner- Feuerwehr hat 1877 ihren ersten Einsatz. Es brennt im TURLEY’ schen Hause in der Neue-Markt-Straße. Auch das daneben liegende GRÄBE’ sche Haus wird durch das Feuer stark beschädigt. (ZBZ,23.03.1902)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Horst WOLLENBERG schreibt in seiner Chronik der Treuenbrietzener Feuerwehr: Die Freiwillige Feuerwehr Treuenbrietzen wurde am 17. September 1876 von Mitgliedern des Männerturnvereins unter dem Namen Freiwillige Turner – Feuerwehr ins Leben gerufen. Sie stand unter dem Kommando von Bernhard Adler. Auf dem Turnplatz befindet sich ein 40 Fuß hohes Steigerhaus. Als Abzeichen trugen die Mitglieder ein breites rotes Band um den linken Oberarm. Die erste Ausrüstung erhielt die Freiwillige Feuerwehr von der Aachen – Münchener- Feuerversicherung in Form einer kleinen zweiräderigen Spritze. Sie wurde mit der Hand zum  Brandplatz gefahren. Später schritt man zur Uniformierung. Als Uniform wurden eine weiße Drillichbluse, ein schwarzer Filzhelm und ein grauer Hanfgurt gewählt. Im Jahre 1879 schloss sich die Turner – Feuerwehr dem Brandenburgischen Feuerwehrverband an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die kleine Spritze wurde allmählich unbrauchbar und durch eine zweiräderige Abprotzspritze mit Saugvorrichtung ersetzt, ebenso wurden anstelle der Filzhelme schwarze Lederhelme mit gelbem Messingkamm beschafft. Da die Ausrüstung immer mehr Mittel beanspruchte, musste trotz städtischer Unterstützung die Vereinskasse immer erneut angegangen werden, wodurch es zu Reibereien und Misshelligkeiten im Turnverein kam, denn nicht alle Mitglieder des Turnvereins waren Feuerwehrleute. Die Harmonie des Vereins drohte in die Brüche zu gehen, so dass am 30. August 1883 durch einen einstimmig gefassten  Generalversammlungsbeschluss die Trennung in Turnverein  und Freiwillige Feuerwehr vollzogen wurde.</p>
<p><strong>Turnen im Saal</strong></p>
<p>Im Winter stellt der Gastwirt LOBBES den Saal seines Lokals zum Turnen zur Verfügung. Diesem Haus in der Lindenallee haben die Treuenbrietzener Turner bis heute die Treue gehalten. In seiner unmittelbaren Nachbarschaft gestalteten sie einen ehemaligen Schuppen zu ihrem Vereinslokal um.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Turnen im Schützenhaus</strong></p>
<p>Der Schützenhauswirt LÜDERITZ baut an sein Lokal eine Turnhalle an. Sie wird 1878 durch Bürgermeister GEIMECKE eingeweiht, der in seiner Begrüßungsrede erklärt: „Herr Schützenwirt LÜDERITZ hat dieselbe auf seine Kosten erbauen lassen und dadurch eine Opferfreudigkeit bewiesen, die der allgemeinen Anerkennung wert ist“. (ZBZ,30.11.1878).  In der Halle turnen die Turner des MTV 1861 und die oberen Klassen der Schulen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Stadtverordnetenversammlung beschließt im Jahre 1906, den Turnunterricht der Schulen, einschließlich der Winterschule, im Winterhalbjahr in der Turnhalle des Schützenhauses durchzuführen. (Protokoll SV,22.10.1906)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1908 verlässt die Schützenhauswirtin Frau TRITT die Stätte ihres bisherigen Wirkens. Die Mitglieder des Männer-Turnvereins finden sich zu einem Abschieds-Kommers für ihre Vereinswirtin im Schützenhaus zusammen. Der Vorsitzende des Vereins, Lehrer THIEDE, hält die Festrede. Er verweist darauf, dass trotz „überschäumenden Jugendmutes“ selten ein Misston zwischen dem Verein und seiner Wirtin geherrscht habe. (ZBZ,17.03.1908)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Sparen für eine städtische Turnhalle</strong></p>
<p>Einstimmig wird von der Stadtverordnetenversammlung  beschlossen, das Überschussdrittel der Sparkasse aus dem Rechnungsjahr 1913 als Grundstock zur Ansammlung eines Fonds für den Bau einer städtischen Turnhalle zu verwenden. Bürgermeister JAHN bemerkt dazu, dass eine städtische Turnhalle nicht nur für die körperliche Ertüchtigung der Schülerinnen und Schüler von Bedeutung ist, sondern auch für die Turnvereine, die Jugendpflege, die Kinderbewahranstalt und andere Einrichtungen. (TZ,03.06.1914). Die Überschüsse der städtischen Sparkasse werden auch 1915 einem Fonds zugeführt, aus dem der Bau einer städtischen Turnhalle finanziert werden soll. (Protokoll SVV,02.06.1915). 1925 wird der Tanzsaal einer Gaststätte in der Lindenallee (ehemals LOBBES) zur städtischen Turnhalle umgebaut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mitglied im Zauch-Belziger Turngau</strong></p>
<p>Die Turnvereine Treuenbrietzen, Beelitz und Belzig schließen sich 1884 zum Zauch-Belziger Gau zusammen. Der MTV 1861 wird Mitglied der Deutschen Turnerschaft und gehört dem Turnkreis III b Berlin- Brandenburg an. Er nimmt 1885 mit  neun Turnern am Deutschen Turnfest in Dresden teil. (HV)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vorsitzender des Zauch-Belziger Turngaus und zugleich zweiter Vorsitzender des MTV Treuenbrietzen ist über mehrere Jahre der praktische Arzt Dr. W. BASTIAN aus Treuenbrietzen. Er stirbt 1895 nach kurzem Leiden. (ZBZ,25.06.1895)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Stiftungsfeste und Gauturnfeste in Treuenbrietzen </strong></p>
<p>1886: Der Männerturnverein erhält von der Stadt eine Beihilfe von 100 Mark für das am 29.August stattfindende 25-jährige Stiftungsfest des Vereins. (ZBZ,14.07.1886). Am Tage des Stiftungsfestes findet auch das 7.Zauch- Belziger Gauturnfest  in Treuenbrietzen statt. Zum Programm gehören der Abmarsch nach dem Marktplatz, das Antreten vor dem Hotel L. BEHRENDT, der Festzug durch die Stadt in Richtung Schützenhaus und ein Schauturnen. (ZBZ,08.09.1886).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1889: Auch sein 28-jähriges Stiftungsfest feiert der MTV drei Jahre später mit einem Festumzug, Schauturnen und Turnerball. Das Schauturnen besteht aus Freiübungen, Geräte- und Kürturnen. Während des Turnens konzertiert die RIECH‘ sche Musikkapelle. (ZBZ,11.09.1889)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1896:  In Treuenbrietzen findet ein weiteres Gauturnfest statt, das 17.des Turngaus Zauch- Belzig. Es wird mit der Fahnenweihe des Turnvereins „JAHN“ verbunden.  (Bericht Bürgermeister JAHN 1896-98). Der MTV „JAHN” wurde 1895 gegründet, er ist der dritte Turnverein in Treuenbrietzen. Sein Vorsitzender wird O. MOELTER. Der Verein löst sich aber nach wenigen Jahren wieder auf. (HV)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1897: In Treuenbrietzen findet das 18.Gauturnfest des Turngaus Zauch-Belzig statt. Es ist verbunden mit dem 25-jährigen Stiftungsfest des zweiten in Treuenbrietzen gegründeten Turnvereins, des  Männerturnvereins „Hoffnung“. (Bericht Bürgermeister JAHN 1896-98)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1907: Der Belziger Turngau feiert  im Schützenhaus sein Gauturnfest. Die Stadt prangt im Schmuck von Girlanden und Fahnen. Der Vorsitzende des Zauch- Belziger Turngaus, Lehrer THIEDE, eröffnet den Kommers. Es folgen die Darbietungen der Turner und das Wettturnen. (ZBZ,26.06.1907)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1911: Festlich begeht der MTV 1861 im Jahre  1911 sein 50-jähriges Stiftungsfest. Der historische Festzug zeigt die Entwicklung der Leibesübungen vom Altertum bis zur Neuzeit. Stadtrat Louis KNAPE übergibt dem Vorsitzenden des Vereins, Lehrer THIEDE, ein von der Stadt gestiftetes JAHN- Bild. (ZBZ,08.08.1911)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1936: Der Deutsche Turntag hatte 1935 die Auflösung der deutschen Turnerschaft beschlossen. Sie wird dem Reichsbund für Leibesübungen angegliedert und damit der nationalsozialistischen Bewegung gleichgeschaltet. Unter diesen Bedingungen feiert der MTV sein 75-jähriges Bestehen. 500 Teilnehmer nehmen an den Wettkämpfen teil. Die Unterbringung erfolgt in Privatquartieren. Vereinsführer BREUEL begrüßt die Gäste. Er dankt allen erfolgreichen alten Turnern und überreicht ihnen Ehrenurkunden: Otto ZEWRLING, Karl PREUSS, Paul PAULINIUS, Franz REHFELDT, August WOLSCHLÄGER, Gustav THIEDE, Otto HASELOFF, Karl ZOCH, Max NÄTHE, Gustav MÜLLER, Otto SAACKEL, Rudolf HARMS, Rudolf BREUEL, Fritz BRECKO, Albert WUCKE, Wilhelm SCHÜLER, Willi HEESE, Reinhold WITT, Albert LEHMANN, August REUTER, Paul WELLMITZ, Kurt KUNZE, Otto BLUMBERG, Gustav MENCKE, Karl DÜMCHEN, Richard REHFELD, Erich SAAGE, Fritz GÖRES, Fritz BAATZ. Hauptbrandmeister ELLGER überreicht dem MTV, aus dessen Reihen die Feuerwehr in Treuenbrietzen hervorging, ein Jubiläumsgeschenk. (Streiter,15.06.1936)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1941: Der MTV begeht seinen 80.Jahrestag im Saal des „Bürgergartens“. Vereinsführer Pg. BREUEL teilt mit, dass gegenwärtig 50 Mitglieder des Vereins an der Front sind. Vereinsführer BREUEL und sein Stellvertreter Pg. SAACKEL werden mit einem „Ehrenbrief“ ausgezeichnet. Oberturnwart Pg. Theo LEHMANN erhält ein Bild. (Streiter,17.11.1941)</p>
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<p><strong>Generalversammlungen des MTV</strong></p>
<p>1905: Der MTV führt seine Generalversammlung im Schützenhaus durch. Den Bericht erstattet der stellvertretende Vorsitzende Karl REICHHELM. Die Mitgliederzahl des Vereins stieg auf 190. Sie verteilt sich auf 22 Zöglinge, 162 Steuer zahlende und 6 Ehrenmitglieder. Außerdem ist die im November 1904 neu gegründete Damenabteilung mit 17 Turnerinnen hinzugetreten. Zahnarzt REICHHELM wird zum neuen Vorsitzenden gewählt, Schriftführer und Stellvertreter wird G. THIEDE. Weiter kommen in den Vorstand: Turnwart C. HINTZE und sein Stellvertreter P. NÄTHE, Zeugwart H. KAUFMANN, Kassenwart P. PAULINIUS, Vergnügungswart E. HAHN sowie die Ausschussmitglieder C. PREUSS; A. KARSTÄDT und H. GERICKE. (ZBZ,17.01.1905)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1909: Der MTV hält seine Generalversammlung im Schützenhaus ab. In den Vorstand werden wieder gewählt: Lehrer G. THIEDE als Vorsitzender, P. PAULINIUS als sein Stellvertreter, A. KARSTÄDT als Kassenwart, Hermann KAUFMANN als Vergnügungswart und R. TEMPELHAHN als Beisitzer. Neu in den Vorstand kommen M. NÄTHE, O. REHFELD und W. THEITGE. Das älteste Mitglied des Vereins, Julius POHLER, wird zum Ehrenmitglied ernannt. Karl HINTZE kann in diesem Jahr auf eine 25-jährige Tätigkeit als Turnwart zurückblicken. Es wird beschlossen, ihm ein Ehrengeschenk zu überreichen und das Jubiläum durch Fackelzug und Kommers festlich zu begehen. Da Karl HINTZE aus Altersgründen sein Amt niederlegt, wird Gustav GÖRES zum neuen Turnwart ernannt und bestätigt. (ZBZ,16.01.1909).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1921: Der MTV beschließt auf seiner Hauptversammlung im Schützenhaus die Bildung einer eigenen Schwimmabteilung. Schwimmwart wird Willi HESSE aus der Großstraße 72. Zum Eintritt in diese Abteilung meldeten sich sofort 35 Personen. Gegenstand der Beratung ist auch die Vorbereitung des 60.Stftungsfestes des Vereins. (TZ,01.05.1921)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1922: Die Generalversammlung des MTV findet Im Schützenhaus statt. Der Vereinsvorsitzende, Lehrer THIEDE, gibt den Jahresbericht. Der Verein besteht aus sieben Ehren-Mitgliedern, 293 Erwachsenen, 30 Jugendturnern und 36 Damen. Dazu kommen noch 37 Knaben und 39 Mädchen. In den neuen Vorstand werden gewählt: G. THIEDE, Vorsitzender; Paul PAULINIUS, stellv. Vorsitzender; H. KAUFMANN, Kassenwart; T. SACHSE, Schriftwart; A. WOLLSCHLÄGER, Turnwart; O. SAACKEL, Sport- und Spielwart; W. HESSE, Schwimmwart; GOHLKE, Vergnügungswart. (TZ, 15.01.1922)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1925: Der MTV hält  seine Generalversammlung im Schützenhaus ab. Zum Vorsitzenden wird Lehrer THIEDE gewählt, sein Stellvertreter ist BREUEL. Weiter werden gewählt: Gerätewart P. BALZER, stellv. Vergnügungswart BEYER, stellv. Turnwart Albert LEHMANN. Das ausgeschiedene Vorstandsmitglied PAULINIUS wird zum Ehrenmitglied ernannt. (TZ,17.01.1925)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1929: Der Vorsitzende des MTV, Lehrer THIEDE, teilt auf der Hauptversammlung mit, dass dem Verein 193 Mitglieder angehören. Der Vorsitzende schließt seinen Jahresbericht mit den Worten „Vorwärts immer – rückwärts nimmer!“ Zum neuen Sportwart wird Turnbruder RHODE gewählt, die Wiederwahl von Spielwart SAACKEL, Oberturnwart August WOLLSCHLÄGER und des stellvertretenden Vorsitzenden BREUEL erfolgt durch Zuruf. August REUTER wird Schwimmwart, W. HESSE Werbewart. (TZ,14.01.1929)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Militärische Pflichtturnstunde in Kriegszeiten</strong></p>
<p>Einer Anregung der Königlichen Regierung folgend, beschließt der Magistrat 1915, für die Fortbildungsschüler vom 15. Lebensjahre an eine militärische Pflichtturnstunde einzurichten und andere für den Augenblick weniger wichtige Unterrichtsfächer zurück zu stellen. Ratsherr LEHMANN wird von der Königlichen Regierung als Führer der hiesigen Jungmannschafts- Kompanie bestätigt. (TZ,09.01.1915)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Jubiläen und Ehrungen verdienter Turner</strong></p>
<p>Der MTV veranstaltet 1904 zu Ehren seines langjährigen Vorsitzenden, Ratsherr Otto WELSCH, am Tage seiner 25-jährigen Mitgliedschaft einen Kommers. Neben turnerischen Darbietungen wird erstmals ein germanischer Schwertertanz zur Aufführung gebracht. (ZBZ,07.05.1904). Otto WELSCH wird aus Anlass des Jubiläums zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt, der stellvertretende Vorsitzende Karl REICHHELM übergibt ihm die Urkunde. Die RIECH’sche Kapelle bringt ihm eine Morgenmusik. (ZBZ,11.05.1904). Sechs Jahre später stirbt Ratsherr Otto WELSCH im 49. Lebensjahr. Er gehörte seit 1896 der Stadtvertretung an und  wurde 1902 in das Magistratskollegium berufen. Otto WELSCH war bis zuletzt Ehrenvorsitzender des MTV. (ZBZ,18.12.1910).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Lehrer THIEDE kann 1918 auf eine 25-jährige Dienstzeit an der Schule in Treuenbrietzen zurückblicken. Er bekleidet außerdem in der Kirche das Amt des Chordirigenten. Als eifrigem Förderer der Turnerei wurde ihm die Leitung des Männer-Turnvereins übertragen. In der Sanitätskolonne übt Lehrer THIEDE das Amt eines Kolonnenführers aus. (TZ,01.11.1918)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Turnfreunde Paul PAULINIUS und August WOLLSCHLÄGER können 1923 auf eine 40-jährige Mitgliedschaft im MTV zurückblicken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Sportliche Erfolge</strong></p>
<p>Bei den Ausscheidungskämpfen des Kreises Zauch- Belzig erkämpft sich Adolf WELLMITZ vom MTV mit 170 Punkten die Berechtigung, am Zwölfkampf beim Deutschen Turnfest in München teilzunehmen. (TZ,16.06.1923). Dort erringen Adolf WELLMITZ und Walter EBEL je einen Sieg mit 176 bzw. 166 Punkten. (TZ,21.07.1923)</p>
<p>Ein Jahr später gewinnt Adolf WELLMITZ den Zehnkampf des Geräteturnens im Gau Zauch-Belzig. Der Wettkampf fand in Lütte statt. (TZ,10.04.1924)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Beim 39.Gauturnfest in Belzig sind die Treuenbrietzener äußerst erfolgreich. Bei den Frauen gibt es einen Doppelsieg durch Anni KARSTÄDT und Lisbeth GÄBELT. Bei den Jugendlichen von 14 bis 17 Jahren liegen sogar fünf Treuenbrietzener vorn: Kurt NÄTHE siegt im Zwölfkampf vor Theodor LEHMANN, Fritz WACHE, Karl KORBITZKI und Erich KARSTÄDT. (TZ,28.06.1924)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der MTV 1861 Treuenbrietzen veranstaltet 1933 am Tag der Jugend einen Fünfkampf (800 m Lauf, Keulenweitwurf, Weitsprung, Kleinkaliberschießen und 25 km Gepäckmarsch mit 25 Pfund im Tornister). Den Sieg erringt Theo LEHMANN mit 72 Punkten vor Horst SAACKEL, Bruno KAUFMANN, Erich HENNING und Heinz BREUEL. (TZ,04.07.1933)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Anlässlich seines 75-jähriges Bestehen veranstaltet der MTV 1861 Treuenbrietzen einen Geräte-Wettkampf Treuenbrietzen – Brück – Belzig. Einzelsieger des Wettkampfes wird Kurt NÄTHE. Theo LEHMANN und Kurt SCHÖNLEIN belegen gemeinsam den 3.Platz. Fritz KLOHS wird Achter. (Streiter,13.01.1936)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Vorsitzende des MTV 1861 Treuenbrietzen bis 1945: </strong></p>
<p>1861-1868: Bürgermeister ROSENTHAL</p>
<p>1868-1898: Louis BEHRENDT</p>
<p>1897-1904: Otto WELSCH</p>
<p>1905-1906: Karl REICHHELM</p>
<p>1906-1930: Gustav THIEDE</p>
<p>1930-1935: Fritz BRECKO</p>
<p>1935-1945: Rudolf BREUEL</p>

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		<title>Die Treuenbrietzener Buchhandlungen</title>
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<p align="center"><em>Zusammengetragen von Ernst- Peter Rabenhorst</em></p>
<p>Vor 65 Jahren, am 1.April 1946, wurde in Treuenbrietzen die Volksbuchhandlung gegründet. Aus diesem Anlass luden Regina SCHIKOWSKI und Klaus MEISSNER, die in den letzten Jahrzehnten den Buchverkauf in Treuenbrietzen in ihre Hände genommen hatten, zu einem kleinen Umtrunk. Aber die Geschichte der Treuenbrietzener Buchhandlungen reicht weiter zurück. Meist waren es Druckereien oder Papierhandlungen, die nebenbei noch einen Bücherverkauf betrieben. An diese mehr oder weniger kleinen Buchläden soll hier erinnert werden.</p>
<p><strong>PFINGSTEN &#8211; die älteste Buchhandlung</strong></p>
<p>In einer Zeitungsannonce aus dem Jahre 1924 weist die Buchbinderei und Buchdruckerei PFINGSTEN darauf hin, dass es sich bei ihr um die älteste Buchhandlung in Treuenbrietzen handle. Sie verfüge noch immer über ein großes Lager an Büchern aller Art. (Streiter,27.11.1940)<span id="more-428"></span></p>
<p>Seit wann die Buchhandlung besteht, wird dort nicht vermeldet. Doch darüber gibt                                                             ein anderes Inserat Aufschluss, das im Jahre 1924 in der Festschrift von Walter KUNZE zur Feier des fünfhundertjährigen Bestehens der Schützengilde Treuenbrietzen veröffentlicht wurde. Dort heißt es: „Buchbinderei, Buchdruckerei, Buch- und Papierhandlung Martin PFINGSTEN. Gegr. 1870. Anfertigung von Bucheinbänden aller Art, Einrahmung von Bildern und Brautkränzen. Bibeln, Gesangbücher, Kochbücher, Romane, Bilderbücher, Briefmarken, Postkarten, Photographie-Alben in großer Auswahl. Schulbücher, Schulbedarf, Kontobücher, Bürobedarf. Bei Bücherbestellungen kulante Bedienung. Modezeitungen werden im Abonnement besorgt und frei Haus zum Originalpreis geliefert. Tageszeitungen, Lederwaren, Klaviernoten, Gummistempel, Unterhaltungsspiele. In Vereins-, Geschäfts- und Familiendrucksachen billigste Preise bei schnellster Anfertigung.“</p>
<p>Fest steht auch, dass ein Buchbindermeister Carl PFINGSTEN im Jahre 1875 seine Wohnung aus den Hakenbuden 509 (heute Großstraße 115) in die Grünstraße 385 (heute Grünstraße 1) verlegte. (WT,18.09.1875). Buchbindermeister Carl PFINGSTEN stirbt 1905 im 61.Lebensjahr. (ZBZ,04.11.1905). 1927 feiert sein Sohn und Nachfolger, Buchbindermeister Martin PFINGSTEN, das Fest der Silbernen Hochzeit. Am gleichen Tage ist es 25 Jahre her, dass seine Ehefrau ein eigenes Putzgeschäft gründete. (TZ,16.04.1927).</p>
<p>Noch bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts war an der Straßenfront in der Grünstraße 1 eine Inschrift zu erkennen, die an den Buchdrucker und Buchhändler Martin PFINGSTEN erinnerte. Doch auch sie ist nach der letzten Sanierung verschwunden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Buchhandlung HANNEBOHN</strong></p>
<p>Alex HANNEBOHN war in erster Linie Buchdrucker und Verleger. Er gab seit April 1859 das „Wochenblatt für Treuenbrietzen und Umgegend“ heraus, welches jeden Sonnabend ausgeliefert wurde. HANNEBOHN weist in seinem ersten Werbeschreiben darauf hin, dass die Zeitung hauptsächlich „der Ökonomie, diesem Hauptstamme des gesellschaftlichen Lebens“ dienen soll. Außerdem soll sie das Organ der hiesigen städtischen Behörde sein und deren Bekanntmachungen veröffentlichen. Ebenso kann sie von Privatpersonen für Anzeigen genutzt werden. Neben der Druckerei besaß HANNEBOHN damals schon einen Laden, in dem er  Geschäftsbücher, Karten und Formulare verkaufte. Buchdruckerei und Laden befanden sich zunächst in den Hakenbuden 513 (heute Großstraße 111), im Hause der früheren Militärwache, in dem später Schuhmachermeister Otto REHFELD seine Werkstatt hatte. Außer Papierwaren wurden im Laden auch STOLLWERK’ sche Konfitüren verkauft. (TZ,13.09.1934)</p>
<p>Nach dem Tode des Verlegers übernimmt sein Sohn Paul HANNEBOHN 1887 die seit 1859 bestehende „Buchdruckerei, Buch- und Papierhandlung, Annoncen- Expedition“ und führt sie unter dem Namen „A. HANNEBOHN“ fort. (ZBZ,06.04.1887)</p>
<p>Er wird im Folgejahr zum eigentlichen Begründer einer zusätzlichen Buchhandlung, in der er Zeitschriften und Neuerscheinungen auf dem Gebiet der Literatur und der Musik anbietet. (ZBZ,26.09.1888). 1899 verlegt Paul HANNEBOHN die Buchdruckerei und das Ladengeschäft in sein neu erbautes Haus in der Großstraße 106a (heute Großstraße 102). (ZBZ,30.06.1899). Am 18.Mai 1912 verkauft er aus gesundheitlichen Gründen Buchdruckerei und Verlag an den Buchdruckereibesitzer Fritz EICHSTÄDT, der mit der Druckerei in die Leipziger Straße 1 übersiedelt. Paul HANNEBOHN stirbt 1924 im Alter von 63 Jahren. (TZ,29.10.1924)</p>
<p><strong>Buchhandlung BLENN</strong></p>
<p>Am 24.Juli1899 gründet  Felix BLENN eine Buch- und Papierwarenhandlung in der Großstraße 32. Er bietet dort Büroartikel, Papierausstattungen, Ansichtskarten, Geschenkartikel, Kontobücher, Leihbücher und Schulartikel an. Hinzu kommen ein  ausgedehnter Zeitungsvertrieb und die Annahme von Inseraten. (Annonce im „Stadtführer“ von 1930). Am 30.November 1945 wird ihm die Genehmigung erteilt, den Handels- Gewerbebetrieb „Leihbücherei, Büroartikel, Buch-, Papier- und Zeitschriften- Handlung“ weiter auszuüben.</p>
<p>Die 1895 geborene Elsbeth HAGEN, verwitwete BLENN, erhält 1948 die Berechtigung, eine Buchverkaufsstelle und Leihbücherei zu betreiben. Sie darf auch Zeitschriften vertreiben. Im gleichen Jahr wird sie zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt, weil sie Schnürsenkel und Fingerhüte zu erhöhten Preisen eingekauft und weiter verkauft hatte. Auch den erzielten Mehrerlös von 50 Mark muss sie abführen. (Gewerbeakte)</p>
<p>Nach dem Tode ihres Mannes heiratet Elsbeth HAGEN einen Herrn RECKZEH und führt die Firma Felix BLENN weiter. Am 31.Dezember 1955 gibt  sie ihren Gewerbebetrieb „Buchverkaufsstelle, Papier-, Schreib- und Spielwaren- Einzelhandel“ auf. Das Geschäft wird von der HO- Industriewaren übernommen. (Gewerbeakte).</p>
<p>Heute befindet sich in dem Gebäude ein  Friseur &amp; Kosmetik- Salon.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Buchhandlung BAENSCH</strong></p>
<p>1919 eröffnet Kurt BAENSCH in der Großstraße 83 ein Papier- und Schreibwarenhaus. (TZ,16.12.1919). 1925 empfiehlt Kurt BAENSCH nicht nur seine Bockbiermützen und Lokaldekorationen, sondern er teilt gleichzeitig mit, dass er sein Buch-, Papier- und Lederwarengeschäft in den Umbau in der Großstraße 85 verlegt hat. Auch gibt er bekannt, dass er seinem Geschäft eine große Abteilung Spielwaren und Christbaumschmuck angegliedert hat. (TZ,07.12.1925).</p>
<p>1960 erhält die Konsumgenossenschaft Treuenbrietzen/Marzahna die ehemalige Wohnung BAENSCH in der Großstraße 85 als Verwaltungsräume. (Protokoll Ratssitzung vom 21.10.1960).</p>
<p>Zeitzeugin Jutta WELLMITZ erinnert sich: Kurt BAENSCH ging in den 50-er Jahren in den Westen. Die HO übernahm den Laden und führte das Geschäft für Lederwaren, Spielwaren und Schreibwaren weiter. Klaus KREFT übernahm die Geschäftsführung. Im oberen Teil des Hauses befanden sich Verwaltungsräume des Konsums. Nach dem Umzug des Konsum in das Haus HOLZAPFEL (Großstraße 80) erhielten SCHUMANN‘ s die Wohnung. Frau SCHUMANN übernahm auch die Leitung der HO- Verkaufsstelle nach dem Ausscheiden von Klaus KREFT. Nach 1990 kam der 90-jährige BAENSCH noch einmal nach Treuenbrietzen und stellte Rückgabeansprüche für das Haus.</p>
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<p><strong>Buchhandlung PETERMANN</strong></p>
<p>Das Gründungsjahr der Buchhandlung ist nicht bekannt. Erstmals erwähnt wurde sie 1905, als die Buchhandlung und Buchbinderei von H. PETERMANN aus der Nagelgasse 293 (heute Nagelgasse 6) in die Großstraße 75 (heute 70) zog, wo PETERMANN  das zwangsversteigerte Hausgrundstück des Barbierherrn August ZERLING erworben hatte. (ZBZ,19.08.1905). Es soll sich hier um das höchste Wohnhaus in Treuenbrietzen handeln. 1941 betreibt ein Fritz PETERMANN die Buchhandlung nebst Buchbinderei und Schreibwarengeschäft.</p>
<p>Nach Kriegsende kaufte Schneider KLOTZKOWSKI das Haus, gab es aber später an die Stadt ab. 1950 befand sich in dem Haus Großstraße 70 das Fotogeschäft Willi GRUBE.</p>
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<p><strong>Eine „Deutsche Buchhandlung“</strong></p>
<p>1932 eröffnet Otto TIETZ im Hause der Tischlerei GOETZE in der Großstraße 37 eine „Deutsche Buchhandlung“. Er verteilt als erstes Eintrittskarten für die Teilnahme an einer Wahlkampfrede Adolf Hitlers am 4.April 1932 in Potsdam. (TZ,30.03.1932).</p>
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<p><strong>Buchhandlung</strong><strong> WALTER</strong></p>
<p>1932 eröffnet H. P. WALTER in der Großstraße 93 ein „Buch-, Papier- und Schreibwarengeschäft“ nebst Antiquariat. (TZ,26.03.1932)</p>
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<p><strong>Die Volksbuchhandlung</strong></p>
<p>Soweit die Vorgeschichte der Buchhandlungen in Treuenbrietzen. In der sowjetischen Besatzungszone wird nach 1945 damit begonnen, einen einheitlichen, zentral geleiteten Volksbuchhandel aufzubauen.  Eine Zweigstelle des Volksbuchhandels nimmt 1946 ihre Arbeit in der Großstraße 7 auf. Zunächst ist dort auch noch die Stadtbücherei untergebracht. Und so erledigt Fräulein PÖTSCH neben dem Buchverkauf ehrenamtlich noch die Aufgaben der Buchausleihe.</p>

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