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	<description>Betrachtungen eines Deutschen in Italien</description>
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		<title>Comunicato zur Auflösung der Curva Nord Bergamo</title>
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		<dc:creator><![CDATA[altravita]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Sep 2021 14:31:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Atalanta]]></category>
		<category><![CDATA[Auflösung]]></category>
		<category><![CDATA[Bergamo]]></category>
		<category><![CDATA[Supporters]]></category>
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					<description><![CDATA[Letzte Woche machte die Meldung die Runde, dass die Curva Nord von Atalanta sich nach 23 Jahren aufgelöst hätten. Sie haben dazu eine Erklärung veröffentlicht, die ich hier (schnell und oberflächlich, keine Zeit) übersetzt habe: Letztes ComunicatoDell&#8217;Atalanta Supporters 1907Curva Nord 14 1998: DER WENDEPUNKT. Eine Geschichte, die vor 23 Jahren angefangen hat, nachdem ein großartiger [&#8230;]]]></description>
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<p>Letzte Woche machte die Meldung die Runde, dass die Curva Nord von Atalanta sich nach 23 Jahren aufgelöst hätten. Sie haben dazu <a href="https://www.sportpeople.net/ultimo-comunicato-atalanta-supporters-nati-per-unire-senza-lunione-il-nostro-intento-cade/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">eine Erklärung veröffentlicht</a>, die ich hier (schnell und oberflächlich, keine Zeit) übersetzt habe:</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Letztes Comunicato<br>Dell&#8217;Atalanta Supporters 1907<br>Curva Nord 14</strong></h3>



<p><strong>1998: DER WENDEPUNKT. </strong> Eine Geschichte, die vor 23 Jahren angefangen hat, nachdem ein großartiger Freund, ein großartiger Mann, ein großartiger Ultra von uns gegangen warâ€¦ <strong>IVAN</strong>. Schluss mit den Gruppen, den Trennungen, ein einziger Gedanke: <strong>ZUSAMMENHALT </strong>hinter diesen Farben und dieser Fahne, die wir alle lieben.</p>



<p>Jahre, in denen wir die Idee von <strong>GEMEINSCHAFT</strong> gesät haben, weil wir verstanden haben, dass eine Gruppe im Laufe der Zeit eine Kurve einigen könnte, dass eine <strong>GEEINTE </strong>Kurve das ganze Stadion mitreißen könnte und dass ein ganzes geeintes Stadion ein ganzes Volk mitziehen könnte. <strong>UND SO WAR ES AUCH!</strong></p>



<p>Wir sind stolz darauf, dass wir auf korrekte Weise von Beginn an sofort in allem ein Kommando vorgegeben haben. In der apolitischen Ausrichtung, in den Versammlungen, in den zu treffenden Entscheidungen und den zu befolgenden Richtlinien, ein einiges und entschlossenes Kommando, wachend über eine Gruppe, eine Kurve, eine Stadt: <strong>ZUM SCHUTZ EINES GLAUBENS (A GUARDIA DI UNA FEDE)</strong>. Ein Spruchband, bei dem wir keinen Platz zwischen den Buchstaben lassen wollten, denn nur so hatte es die richtige Länge, um es im Herzen der Stadt aufhängen zu können, zwischen dem Obelisken und der Mauer an der Bank, im Herzen der Stadt, zu den Füßen der Stadtmauer.<strong> ZUM SCHUTZ EINES GLAUBENS, ZUM SCHUTZ DES ZUHAUSES!</strong></p>



<p>Fanmärsche, Proteste, Choreografien, Auswärtsfahrten, Auseinandersetzungen, Solidarität, das alles im Namen eines einzigen Credo: <strong>EINIGKEIT</strong>. Eine Komponente, die in den Kämpfen der Mehrheit der italienischen Fanszenen respektiert und der gefolgt wurde.</p>



<p>Nur so konnte das <strong>FESTA DELLA DEA. DIE ULTRAS IM DIENSTE DES BLAUSCHWARZEN VOLKS </strong>geboren werden. Tage voller Emotionen, der Erzählung der Geschichte Atalantas und seiner Protagonisten, in denen die Leidenschaft für diese Farben vom Vater zum Sohn weiter gegeben wurde, ganze Generationen vereint hinter einer einzigen Fahne.</p>



<p>Das <strong>BERGAMO</strong>. Ein Banner, das über das Wort Ultras hinaus geht und ein ganzes Volk vereint. Generationen von Jungs und Mädchen, die acht Jahre lang gegen die berüchtigte Tessera del Tifoso gekämpft haben. Acht lange Jahre des Protests ohne eine einzige Auswärtsfahrt, während derer wir trotzdem eine geeinte und kompakte Führungsebene hatten. <strong>Das war nicht einfach, wir haben Freundschaften verloren, haben uns aber nie aufhalten lassen, überzeugt davon, dass der Weg der richtige wäre und die Zeit hat uns Recht gegeben.</strong></p>



<p><strong>UNTERSTÜTZE DIE KURVE (SOSTIENI LA CURVA). </strong>Anfang der 2000er Jahre, als nur wenige Zugang zum Internet hatten, es noch keine Social Media gab und die Welt der Ultras ein großes Bedürfnis hatte, sich der Außenwelt mitzuteilen, war unser Fanzine das wichtigste Instrument für Gegeninformation, das den Sachen, die uns betrafen, eine Stimme gab und dafür sorgte, dass uns erst eine Kurve kennenlernte und dann eine ganze Provinz.</p>



<p>Wer damals die Idee einer vereinten Kurve vorantrug, machte <em>SostieniLaCurva </em>zu seiner eigenen Stimme, der Stimme einer freien und rebellischen Kurve, die immer versucht hatte, die prinzipiellen Werte seines Bestehens weiterzugeben:<strong> TREUE UND RESPEKT.</strong></p>



<p>Heute passiert die Kommunikation in den sozialen Medien, dem Todfeind unserer Welt, der die Reihenfolge und Bedeutung von Werten und Gedanken auf den Kopf gestellt und alle zu allmächtigen Richtern gemacht hat. Alles wurde feindlicher, falscher und heuchlerischer und Stück für Stück machte die Einigkeit Platz für Zweifel und Gedankenâ€¦</p>



<p><strong>GEBOREN UM ZU EINIGEN. OHNE EINIGKEIT FÄLLT UNSER WESEN. DESHALB LAUTET DIE ENTSCHEIDUNG SCHLIESSEN.</strong></p>



<p><strong>Repression. </strong>Eine Krankheitâ€¦ die Polizei. Eine Repression, die in unserer Stadt zu einem Mittel wurde, die unbequem gewordene Welt der Ultras zu eliminieren. Diese Repression, die unsere Leute mit der ehrenlosen Anschuldigung der Gründung einer kriminellen Vereinigung traf. Dreizehn Jahre voller Prozesse, Urteile, Widersprüche und mediale Pranger mit dem einzigen Ziel, unsere Welt zu zerstören. Jungs und Mädchen, Männer und Frauen jeder Generation haben bezahlt, und zahlen noch immer mit Stadionverboten und Haftstrafen, in den meisten Fällen durch falsche Anschuldigungen konstruierte Strafen.</p>



<p>Eine schwierige und schmerzhafte Entscheidung, die Wenige in der Verantwortlichkeit für Alle getroffen haben: Für die Jungen, die in einer Welt aufgewachsen sind, in der es überhaupt nicht einfach ist, Ultra zu sein. Und vor Allem für die älteren Generationen, die schuldhaft dieser Aufgabe als Garant nicht nachgekommen sind, ein Mangel, der unseren Weg sehr stark beeinflusst hat.</p>



<p><strong>EIN DANK GEHT AN ALLE PERSONEN, DIE ZUM WACHSEN UND LEBEN DIESER LANGEN GESCHICHTE BEIGETRAGEN HABEN</strong></p>



<p>Die in vielen Jahren geschaffenen Beziehungen zu den Ultras aus <strong>Terni</strong>, aus <strong>Cava de&#8216; Tirreni</strong>, aus <strong>Cosenza</strong>. Die historische Freundschaft mit denen aus <strong>Amantea</strong>. Die großartige Verbindung, die wir mit den Ultras Frankfurt geschaffen haben. All das bleibt und wird für immer bestehen bleiben.</p>



<p>Wir haben ein großes Bedauern, das auch unsere größte Niederlage bedeutet: es nicht geschafft zu haben, <strong>CLAUDIO </strong>wieder mit uns in die Kurve gebracht zu haben. <strong>CLAUDIO </strong>ist die Person, die den Startschuss für Alles gegeben hat, der sich selbst und sein Leben dem Wachsen der Kurve gewidmet und sie auf das höchste Niveau seiner langen Geschichte gehoben hat. Mehr als jeder andere hat er sich in den Dienst einer Gruppe, einer Kurve, einer Fanszene, einer Stadt gestellt. Eine Person, die Tausende benutzt, aber nur Wenige verteidigt haben. Ein Ultra, ein Freund, ein Mann, der mehr als jeder andere den zerstörerischen medialen Pranger und eine blinde, gezielte Repression erleiden musste und unglaublicherweise immer noch erleidet. <strong>Ohne ihn hätte es diese 23 Jahre lange Geschichte niemals gegeben.</strong></p>



<p><strong>Wir sind davon überzeugt, dem Wort Ultras den höchsten Respekt gezollt zu haben, in dem wir â€¦VORHER WÄHREND DANACHâ€¦ (â€¦PRIMA DURANTE DOPOâ€¦) Gegner und Rivalen geehrt haben.</strong></p>



<p>Eine Erfahrung endet und das macht man, um zu wachsen, nicht um zu sterben.</p>



<p>Es ist an der Zeit, dass die, die immer im Schatten mitgelaufen sind, von Mutter Kurve beschützt, jetzt wachsen und lernen, selbständig zu gehen.</p>



<p>Überzeugt davon, dass das Beenden einer Geschichte eine neue wachsen lassen kann, eine noch bedeutendere, eine noch schönere.</p>



<p class="has-text-align-center"><strong>â€¦Ultras im Leben, nicht nur beim Spielâ€¦</strong></p>



<p class="has-text-align-center"><strong>Dell&#8217;Atalanta Supporters 1907<br>Curva Nord 14</strong></p>
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		<title>KommuniquÃ© Curva Sud Milano und Associazione Italiana Milan Clubs zur Super League</title>
		<link>https://www.altravita.com/kommunique-curva-sud-milano-und-associazione-italiana-milan-clubs-zur-super-league.php</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[altravita]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Apr 2021 09:34:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Curva Sud Milano]]></category>
		<category><![CDATA[Milan]]></category>
		<category><![CDATA[Super League]]></category>
		<category><![CDATA[Ultras]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Curva Sud von Milan hat gemeinsam mit dem Verband der Fanclubs ein KommuniquÃ© herausgegeben, mit dem sie Stellung beziehen zum Projekt der Super League, insbesondere aber auch zu den Reaktionen darauf. Ich habe es Ã¼bersetzt, das Original findet sich auf curvasudmilano.it]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Die Curva Sud von Milan hat gemeinsam mit dem Verband der Fanclubs ein KommuniuÃ© herausgegeben, mit dem sie Stellung beziehen zum Projekt der Super League, insbesondere aber auch zu den Reaktionen darauf. Ich habe es übersetzt, das Original findet sich auf <a href="http://curvasudmilano.it/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">curvasudmilano.it</a></em></p>



<p>Während die Fußballsaison ihrem Ende zugeht, ist ein Unwetter namens Super League über die Welt des Ballsports hereingebrochen, ein von den nobelsten europäischen Clubs gewünschter Wettbewerb in offenem Kontrast zur Politik der UEFA. Ein wahrhaftiges Erdbeben im Fußballumfeld, der uns zwangsläufig betrifft, weil unser Milan zu dem Dutzend abspalterischen Vereine gehört, die diesen neuen europäischen Wettbewerb ins Leben rufen wollen.</p>



<p>Ebenso schnell wie erwartbar und oberflächlich kam die Reaktion der verschiedenen Intitutionen des Fußballs, aber auch von Politik, Regierungschefs, Spitzen der nationalen und internationalen Verbände und Vereinspräsidenten aus ganz Europa, die keine Zeit verloren haben, sich vehement gegen die Mitglieder dieser neuen Liga aufzustellen und unter dem Ruf â€žDer Fußball gehört den Fansâ€œ schwerwiegende Sanktionen anzudrohen. Ganz ehrlich, dass diese ganzen Herren aus den Machtzentren jetzt die Fans an die erste Stelle setzen bringt uns doch sehr zum Lachen.</p>



<p>Diese Super League ist nur das Letzte der unzähligen Manöver, die seit Jahrzehnten dazu geführt haben, den Fußball zu einem Business zu machen. Selbstverständlich wäre die Geburt dieses neuen Wettbewerbs der x-te Tritt gegen den Fußball von Damals, der schon jetzt nicht mehr ist, als eine weit zurückliegende Erinnerung und unausweichlicherweise wird sie die Faszination und die Tradition der nationalen Ligen noch weiter verdunkeln, indem sie dem Fußball des unabdingbaren Prinzips des sportlichen Verdienstes beraubt.</p>



<p>Aber das, was uns noch viel mehr empört, ist die Heuchelei all derer, die dazu beigetragen haben, diesen Sport zu einem reinen Geschäft zu machen und die sich heute im Namen der Fans erheben, aber einfach, weil sie Angst haben, dass dieses so profitable Spielzeug kaputt geht, das sie für unantastbar hielten.</p>



<p>Der Fußball gehörte den Fans bis zum Ende der 90er Jahre, als die Champions League geboren wurde und den alten Cup der Landesmeister ablöste: seit diesem Zeitpunkt wurde der Graben zwischen den großen und den kleinen Clubs immer unüberwindbarer.</p>



<p>Der Fußball gehörte schon den Fans, als niemand einen Finger gerührt hat, um die von einigen Präsidenten hochgetriebenen Ticketpreise einzugrenzen.</p>



<p>Der Fußball gehörte schon den Fans, als man nichts gegen den unaufhaltsamen Aufstieg der Spielerberater machte, die die Spielergehälter in immer astronomischere Höhen trieben, die nur noch über die Fernsehgelder zu stemmen waren, genau dasselbe Fernsehen, das immer dicht gedrängtere Anstoßzeiten mit Spielen an immer unwahrscheinlicheren Tagen und Uhrzeiten durchsetzte.</p>



<p>Der Fußball gehörte schon den Fans, als Regelungen eingeführt wurden, die jede Form von Kontakt zwischen Spielern und Fans verboten haben.</p>



<p>Der Fußball gehörte schon den Fans, als die Supercup-Spiele in anderen Kontinenten ausgetragen wurden oder Spielansetzungen wenige Tage vor Anstoß geändert wurden; zum Nachteil der Fans, die sich vielleicht schon Tickets für Flüge oder die Bahn besorgt hatten, um im Stadion dabei zu sein.</p>



<p>Der Fußball gehörte schon den Fans, als einige im Verband besonders einflussreiche Präsidenten offen zugegeben haben, dass es angebracht wäre, Vereine mit weniger Fans unabhängig vom sportlichen Verdienst vom Spielbetrieb der Serie A auszuschließen.</p>



<p>Der Fußball gehörte schon den Fans, als einigen Vereinen gestattet wurde, das Financial Fair Play zu umgehen, während andere mit weniger einflussreichen Besitzern dafür bestraft wurden.</p>



<p>Der Fußball gehörte schon den Fans, als man mit jedem verfügbaren Mittel durchdrückte, die Weltmeisterschaft 2022 in Katar auszutragen, obwohl das bedeutete, die Spiele im November stattfinden zu lassen und dafür den Spielplan des Vereinsfußballs komplett umzukrempeln. Dasselbe Katar vor allem, das angeklagt ist, unzählige Menschenrechtsverletzungen an den Arbeitern zu begehen, die am Bau der Stadien beteiligt waren, oft unter unmenschlichen Arbeitsbedungungen, die ca. 6.500 Todesopfer gefordert haben. Nun, es ist auffällig, dass das der FIFA völlig gleichgültig war, die ja sonst sozialen Themen gegenüber sehr aufmerksam ist, auch wenn sich einem hier der Zweifel aufdrängt, dass sie das nur ist, wenn es ihr gerade in den Kram passt&#8230;</p>



<p>Wir könnten hier noch viel mehr Beispiele für die absolute Inkohärenz der Worte anführen, die man in diesen Stunden von den Spitzen des Fußballbetriebs vernimmt, wenn man sie mit ihrem Handeln vergleicht, das den Fußball in den letzten Jahrzehnten von einem Volkssport in ein reines Instrument des ungebremsten Business verwandelt hat.</p>



<p>Der Fußball musste schon seit langem vom Fundament bis hin in alle seine Ebenen, Verbände, Vereine, Manager, Spieler, umgestaltet werden.</p>



<p>Die Super League ist nur die x-te Schweinerei, aber wer den Fußball zu diesem Punkt fast ohne Wiederkehr geführt hat, ist keinen Deut besser, also verschont uns mit eurem lächerlichen Theater aus wohlfeiler Rhetorik und Moralität.</p>



<p>Jetzt, wo das Geld zuende geht, streitet euch unter euresgleichen aber wagt es nicht, das Wort Fans in den Mund zu nehmen.</p>



<p>SCHWEINE!</p>



<p>Curva Sud Milano â€“ Associazione Italiana Milan Clubs</p>
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		<title>Grand Prix de la Vereinslieder</title>
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		<dc:creator><![CDATA[altravita]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Mar 2021 11:25:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Grand Prix de la Vereinslieder]]></category>
		<category><![CDATA[Hymnen]]></category>
		<category><![CDATA[Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Song Cotest]]></category>
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					<description><![CDATA[St. Pauli Podcast und Blog &#8222;Millernton&#8220; hatte im letzten Jahr für einen guten Zweck den &#8222;Grand Prix de la&#160;Vereinslieder&#8220; abgehalten und dafür eine Menge Zuspruch erhalten. Auch in der Schweiz hat die Idee Gefallen gefunden und so haben die auch sonst formidablen &#8222;Teilzeitfans Wohlen&#8220; die eidgenössische Version des Vereinslieder-Wettbewerbs ins Leben gerufen. Die Idee ist [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>St. Pauli Podcast und Blog &#8222;<a href="https://millernton.de/category/grand-prix-de-la-vereinslieder-song-contest/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Millernton</a>&#8220; hatte im letzten Jahr für einen guten Zweck den &#8222;Grand Prix de la&nbsp;Vereinslieder&#8220; abgehalten und dafür eine Menge Zuspruch erhalten. Auch in der Schweiz hat die Idee Gefallen gefunden und so haben die auch sonst formidablen &#8222;Teilzeitfans Wohlen&#8220; die eidgenössische Version des Vereinslieder-Wettbewerbs ins Leben gerufen. </p>



<p>Die Idee ist schnell erzählt: Jeder der beteiligten Schweizer Fußballvereine geht mit einem Song oder einer Hymne ins Rennen. Dabei haben idealerweise Fans des Clubs den ihrer Meinung nach aussagekräftigsten Titel ausgewählt, in manchen Fällen übernehmen das Partnerschaften und so habe ich auch keine Minute gezögert, mich für den FC Lugano zu engagieren, damit auch das Tessin würdig vertreten ist. Vom 1. März bis zum 30. April gibt es regionale Vorentscheidungen, der eigentliche Höhepunkt des Wettbewerbs ist der &#8222;Große Gala-Abend&#8220;, voraussichtlich am Samstag, 4. September 2021 live via Youtube. Während des Events werden Spenden gesammelt, die nach der Veranstaltung an den guten Zeck gehen, den der Sieger bestimmen darf.</p>



<p>Die Songauswahl ist schnell erledigt. Welches Vereinslied könnte den FC Lugano besser repräsentieren als die fantastische Hymne, herrlich aus der Zeit gefallen mit ihrem 1908er Schmiss. Schmetternde Fanfaren, Inbrunst im Gesang und ein mitreißendes Hip Hip Hurra im Refrain! Da können Chiasso und Bellinzona ganz klar einpacken und ich wüsste auch sonst nicht, wer diesem Song seinen wohlverdienten Titel streitig machen könnte. </p>



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<iframe title="Inno Football Club Lugano &quot;Bianco-Neri&quot;" width="580" height="326" src="https://www.youtube.com/embed/_tKcHXyWuwk?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<p>Hashtags in den sozialen Medien sind #GrandPrix2021 #GPdlVSC und natürlich #LugaYes. Das genaue Reglement findet ihr auf der Homepage des &#8222;<a href="https://teilzeitfans.wordpress.com/grand-prix-de-la-vereinslieder/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Grand Prix de la Vereinslieder Song Conmtest Switzerland 2021</a>&#8220; und daneben auch auf <a href="https://www.facebook.com/Teilzeitfans-Wohlen-905649546223024/" target="_blank" rel="noreferrer noopener nofollow">Facebook</a>, <a href="https://www.instagram.com/teilzeitfanswohlen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram </a>, <a href="https://www.youtube.com/channel/UCPNZN7wDL2EQLclKyO9zaOw?reload=9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Youtube </a>oder <a href="https://twitter.com/GrandPrix2021" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twitter</a>.</p>



<p>Sollte die Hymne des FC Lugano gewinnen, und ich hege keinen Zweifel, dann gehen die während der Veranstaltung gesammelten Spenden (einstweilen, das mag sich noch ändern) an &#8222;<a href="https://www.gofundme.com/f/un-sogno-per-zaira" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zairas Traum</a>&#8222;, eine Kampagne, an der sich auch <a href="http://www.altravita.com/fussball-graffiti.php">Erlebnis Fußball</a> beteiligt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><em>Zairas Traum. Die Ultrabewegung hat in ihrer langen Historie immer wieder bewiesen, dass Solidarität eine ihrer Säulen ist. Wir möchten euch deshalb ein kleines Mädchen namens Zaira aus Cava deÂ´ Tirreni vorstellen, die unsere Hilfe benötigt. Aufmerksam geworden sind wir auf Zaira, als wir uns näher mit der Szene von Cavese beschäftigten. Ihr erinnert euch vielleicht, in Ausgabe 81 haben wir den Fächer mit den Schals der Cavese-Ultraszene vorgestellt. </em></p><p><em>Bruno stand uns damals Rede und Antwort. Falls ihr euch nicht mehr daran erinnert, wir haben euch die Seiten hier zur Verfügung gestellt. Bruno kennt die Mutter von Zaira und erzählte uns abseits vom Interview von ihrem Leiden. Zaira ist 6 Jahre alt und leidet seit ihrer Geburt an fibularer Hemimelie, einer seltenen Erbkrankheit. Ihr fehlen das gesamte linke Wadenbein und alle dazugehörigen Sehnen- und Bändersysteme. Zudem hat sie einen verkürzten Oberschenkel sowie Fehlformationen im Knie und dem linken Fuß. Aufgrund ihrer stark eingeschränkten Bewegungsabläufe bedarf es mehrerer orthopädischer Eingriffe im linken Bein.</em></p><p><em>Derzeit wird Zaira von Dr. Alexander Kirienko von der Humanitas-Klinik in Mailand betreut. Kirienko ist ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Kinderorthopädie und Fehlbildungen im Beinbereich. Die Krankheit geht mit stark abweichenden Beinlängen einher, die nicht im selben Tempo wachsen. Derzeit ist Zairas linkes Bein etwa 8 cm kürzer als ihr rechtes. Helfen tun hierbei Stützprothesen und Spezialschuhe. Dauerhafte Physiotherapie hilft Fehlstellungen zu korrigieren und das Gewebe zu verlängern.</em></p><p><em>Sollte kein chirurgischer Eingriff erfolgen, führen ihre Fortbewegungs- und Gleichgewichtsprobleme mit der Zeit zu schweren Schäden an Hüfte und Rücken. Nach Rücksprache mit den besten zur Verfügung stehenden Ärzten wurde die Verlängerung der linken Gliedmaßen vorgeschlagen, wobei eine neue Technik zum Einsatz kommen soll. Anstatt eines außen angebrachten sogenannten Festhalters, der mehrere Komplikationen nach sich ziehen kann, soll ein Metallstift durch den Oberschenkel getrieben werden.Leider wird diese 2014 eingeführte Technik nicht vom italienischen Gesundheitssystem getragen, obwohl immer wieder von Patientenschützern gefordert.</em></p><p><em>Anstattdessen sich vom Staat im Stich gelassen zu fühlen, hat Zairas Familie beschlossen selbst Geld für ihre Behandlungskosten zu sammeln und ihr damit die Möglichkeit für bessere Heilung und auch weniger physische und seelische Schmerzen zu geben.Jede kleine Geste hilft Zairas Traum Wirklichkeit werden zu lassen und sie auf ihrem Weg zu begleiten!</em></p><cite><a href="https://www.facebook.com/395291390556400/photos/a.411818955570310/3709432085808964/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Quelle: Zairas Traum bei &#8222;Erlebnis Fußball&#8220; auf Facebook</a></cite></blockquote>



<p>Selbstverständlich seit ihr herzlich eingeladen, auch unabhängig vom Grand Prix für Zairas Traum zu spenden: <a href="https://www.gofundme.com/f/un-sogno-per-zaira" target="_blank" rel="noreferrer noopener">GoFundMe &#8222;Un sogno per Zaira&#8220;</a></p>



<p>Forza Lügan!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://teilzeitfans.wordpress.com/grand-prix-de-la-vereinslieder/" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="759" height="768" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/03/GrandPrix_Logo-759x768.jpg" alt="Grand Prix de la Vereinslieder Logo" class="wp-image-24324" srcset="https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/03/GrandPrix_Logo-759x768.jpg 759w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/03/GrandPrix_Logo-296x300.jpg 296w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/03/GrandPrix_Logo-768x778.jpg 768w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/03/GrandPrix_Logo-1517x1536.jpg 1517w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/03/GrandPrix_Logo-1200x1215.jpg 1200w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/03/GrandPrix_Logo-1980x2005.jpg 1980w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/03/GrandPrix_Logo.jpg 2000w" sizes="(max-width: 759px) 100vw, 759px" /></a><figcaption>Grand Prix de la Vereinslieder </figcaption></figure>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><em>&#8222;Während der Vorentscheidungen wählen Fanclubs, Blogs oder Podcasts der Fussballclubs bis Ende April einen Vereinssong, den sie beim Contest ins Rennen schicken möchten. Im September wird dann bei einem Gala-Abend der Gewinnersong per Livestream gekürt.&#8220;</em></p><cite><a href="https://www.fm1today.ch/sport/fcsg/welcher-schweizer-fussballclub-hat-den-besten-song-141016295" target="_blank" rel="noreferrer noopener">FM1 Today über den Grand Prix</a></cite></blockquote>
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		<title>Fussball Graffiti</title>
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		<dc:creator><![CDATA[altravita]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2021 14:01:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
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					<description><![CDATA[Als der Postbote kurz vor meinem Geburtstag klingelte und mir das Päckchen vor die Tür legte, dachte ich erst an 3 Flaschen Vodka. Stattdessen gab es satte 3 Kilo Buch! &#8222;Fussball Graffiti&#8220; von Stefan Langer, der eine oder andere mag ihn als Mastermind von Erlebnis Fußball&#8220; kennen, hat das ultimative Kompendium zu Graffiti oder Writing [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als der Postbote kurz vor meinem Geburtstag klingelte und mir das Päckchen vor die Tür legte, dachte ich erst an 3 Flaschen Vodka. Stattdessen gab es satte 3 Kilo Buch! &#8222;Fussball Graffiti&#8220; von Stefan Langer, der eine oder andere mag ihn als Mastermind von Erlebnis Fußball&#8220; kennen, hat das ultimative Kompendium zu Graffiti oder Writing im Fußballzusammenhang geschaffen. Auf <a href="https://fussballgraffiti.de/" target="_blank" rel="noopener">fussball-graffiti.de könnt ihr ein paar Beispiele sehen, euch zur Geschichte des Projekts informieren und es für 39.95 Euro plus Versand bestellen</a> (oder im <a href="https://erlebnis-fussball.de/shop/" target="_blank" rel="noopener">Shop von Erlebnis Fußball</a>).</p>


<p>Auf 660 Seiten finden sich an die 1000 Fotos von dem, was die deutschen Szenen auf Wände, Züge oder Brücken gesprüht haben, angereichert mit spannenden Interviews und atemberaubend in Szene gesetzt in der Layout-Abteilung. </p>



<p>Ein umfassendes Kompendium zu einer Subkultur zu schaffen, die aus nachvollziehbaren Gründen noch verschlossener ist, als die Welt der Ultras selbst, ist nicht hoch genug anzurechnen. So eine Leistung konnte vermutlich nur Stefan gelingen, der sich in beiden Welten bewegt und den Vertrauensvorschuss aufs Beste genutzt hat. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&gt;&gt;<em>Die Arbeiten an diesem Projekt begannen 2015 und finden im Jahr 2020 ihren Abschluss. Das Buch geht dabei weit über ein Bildband hinaus, ausführliche Interviews und Writer-Storys geben noch nie dagewesene Einblicke in die verschiedenen Ansichten und Erlebnisse ihrer Protagonisten. Es erhebt damit den Anspruch ein Standardwerk für Fußball-Graffiti zu werden.</em>&lt;&lt;</p><cite><a href="https://fussballgraffiti.de/#story" target="_blank" rel="noreferrer noopener">fussballgraffiti.de</a></cite></blockquote>



<p>Viel mehr brauche ich hier auch gar nicht zu rezensieren, jeder, dem etwas am Thema liegt, sollte dafür Platz im Regal freiräumen (am besten gleich neben die &#8222;<a href="http://www.altravita.com/tag/die-stadionrebellen">Stadionrebellen</a>&#8222;). Ein besseres Werkt wird es dazu nicht geben.</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1270.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1270.jpg" alt="Fussball Graffiti Buch" data-id="24321" data-full-url="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1270.jpg" data-link="http://www.altravita.com/img_1270" class="wp-image-24321" srcset="https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1270.jpg 1024w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1270-300x225.jpg 300w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1270-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1269.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1269.jpg" alt="Fussball Graffiti Buch" data-id="24320" data-full-url="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1269.jpg" data-link="http://www.altravita.com/img_1269" class="wp-image-24320" srcset="https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1269.jpg 1024w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1269-300x225.jpg 300w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1269-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1268.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1268.jpg" alt="Fussball Graffiti Buch" data-id="24319" data-full-url="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1268.jpg" data-link="http://www.altravita.com/img_1268" class="wp-image-24319" srcset="https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1268.jpg 1024w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1268-300x225.jpg 300w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1268-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1267.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1267.jpg" alt="Fussball Graffiti Buch" data-id="24318" data-full-url="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1267.jpg" data-link="http://www.altravita.com/img_1267" class="wp-image-24318" srcset="https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1267.jpg 1024w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1267-300x225.jpg 300w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1267-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1266.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1266.jpg" alt="Fussball Graffiti Buch" data-id="24317" data-full-url="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1266.jpg" data-link="http://www.altravita.com/img_1266" class="wp-image-24317" srcset="https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1266.jpg 1024w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1266-300x225.jpg 300w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1266-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure></li></ul></figure>
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		<title>Rafael TolÃ³i &#8211; Ein Brasilianer, der zum Italiener wurde</title>
		<link>https://www.altravita.com/rafael-toloi-ein-portraet.php</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Staffler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2020 14:25:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Atalanta]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Rafael Toloi]]></category>
		<category><![CDATA[Serie A]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gastbeitrag von Christian Staffler. TolÃ³i, der bereits mit 13 Jahren von zuhause auszog um Fußballprofi zu werden, galt in Brasilien schon in jungen Jahren als großes Talent. Für die Jugendteams der SeleÃ§Ã£o hat der Verteidiger 19 Länderspiele bestritten. Im Alter von 18 Jahren debütierte er 2009 für HÃ¨lio dos Anjos in der brasilianischen SÃ¨rie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Ein Gastbeitrag von Christian Staffler.</em></p>



<p>TolÃ³i, der bereits mit 13 Jahren von zuhause auszog um Fußballprofi zu werden, galt in Brasilien schon in jungen Jahren als großes Talent. Für die Jugendteams der SeleÃ§Ã£o hat der Verteidiger 19 Länderspiele bestritten. Im Alter von 18 Jahren debütierte er 2009 für HÃ¨lio dos Anjos in der brasilianischen SÃ¨rie A. Fünf Jahre später zog es ihn in eine andere Serie A, jene in Italien. Als Winter-Neuzugang für lediglich sechs Monate ausgeliehen, konnte er sich bei der AS Roma nicht gegen Mehdi Benatia und seinen Landsmann Leandro CastÃ n (er war zu jener Zeit einer der besten Innenverteidiger in Italien, ehe eine Gehirn-OP seine Karriere stoppte) durchsetzen. Bemerkenswert: Alle vier Spiele, in denen TolÃ³i für Benatia von Anfang an spielte, gewann die Roma. Für das Ziehen der Kaufoption war es den Römern trotzdem zu wenig. Weil er unbedingt in Italien bleiben wollte, zog er weiter in den Norden und schloss sich für eine kolportierte Ablöse von rund 3,5 Millionen Euro Atalanta an.</p>



<p>Sein erster Trainer in Bergamo war Edy Reja, der mittlerweile Nationaltrainer von Albanien ist. Die Leistungen waren solide, auch wenn ihm Reja zu Beginn eher die Peitsche (â€žEr hat großartige Qualitäten, ist aber viel zu fehlerhaft. Das mag in Brasilien gehen, nicht aber in Italien.â€œ) als das Zuckerbrot anbot. So richtig explodiert ist TolÃ³i ein Jahr später, unter Rejas Nachfolger: Gian Piero Gasperini. Der â€žstile Gaspâ€œ ist dem Brasilianer, der aufgrund italienischer Urgroßeltern auch für die Squadra Azzurra spielen dürfte, wie auf den Leib geschneidert.</p>



<p>Trotz seiner, für einen Innenverteidiger geringen Körpergröße (1,85 Meter), ist TolÃ³i ein begnadeter Zweikämpfer. Er ist nicht der Kopfballstärkste und auch nicht sehr elegant. Dafür stark am Mann, spielerisch hervorragend und sehr antizipativ in seiner Charakteristik. Das birgt einige Risiken, weil TolÃ³i nicht besonders schnell ist und er bei verlorenen Abfangmanövern dem Gegner nur schwer hinterherkommt. Das fällt bei Atalanta aber kaum ins Gewicht, zumal TolÃ³i ein herausragendes Timing bei seinen Aktionen zeigt und im Fall der Fälle gut abgesichert wird. Gasperini fordert von seinen Abwehrspielern aktives und mutiges â€žNach-Vorne-Verteidigenâ€œ, das zudem sehr mannorientiert praktiziert wird â€“ und genau hier liegen die Stärken von TolÃ³i.</p>



<p>Vor allem wenn es darum geht, Angreifer bis tief in die eigene Hälfte zu verfolgen, kann TolÃ³i glänzen. Selbst wenn er den Ball nicht direkt gewinnt, bringt der den Angreifer aus der Balance bzw. stört ihn entscheidend, was wiederum seinen Mitspielern bei der Balleroberung hilft. Die oft wild wirkende Art von TolÃ³i ist auch im Gegenpressing von Atalanta ein wichtiger Trumpf. Fängt TolÃ³i den Ball hingegen direkt ab (was sehr oft der Fall ist), sticht er nicht selten schnell in die Offensive. Dabei agiert er fast wie ein Außenverteidiger und vorder- oder hinterläuft situativ den Wingback oder sogar den Flügelstürmer. Ist Atalanta im Angriff, steht TolÃ³i gerne im offensiven (!) Halbraum und ist hierbei eine Waffe. Das ist nicht nur bei schnellen Spielverlagerungen nützlich, denn der Brasilianer ist extrem spielstark: 0,7 Keypässe (pro 90 Minuten) sind der beste Wert aller Serie-A-Innenverteidiger, genauso wie seine 6 Assists.</p>



<p>Seit Gasperini das Ruder bei Atalanta übernommen hat, ist TolÃ³i zu einem Topverteidiger der Serie A gereift. Die Dreierkette hilft ihm in seiner Spielweise enorm. Sein aggressives und weiträumiges Herausrücken, das in einer Viererkette zu großen Lücken führen würde, ist bei Atalanta hervorragend abgesichert. In den letzten beiden Jahren hat sich TolÃ³i allerdings auch in der Strafraum-Verteidigung stark verbessert. Was an TolÃ³i zudem auffällt: Er ist stets extrem konzentriert (eine unterschätzte, weil nicht sichtbare, Fähigkeit) und fokussiert, das Timing ist hervorragend. Dadurch kommt er fast ohne Fouls aus (1,0 pro 90 Minuten). TolÃ³i ist ein Meister der Defensivfeinheiten geworden, Fehler passieren ihm so gut wie nie.</p>



<p>War TolÃ³i ein Glücksgriff für Atalanta, so war es umgekehrt genauso. Es gibt wenige Trainer im europäischen Spitzenfußball, unter denen der Brasilianer so glänzen könnte, wie es unter Gasperini der Fall ist. Und im Gegenzug: Hätte sich der 62-Jährigen einen Verteidiger malen können, wäre wohl Rafael TolÃ³i dabei herausgekommen.</p>
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			</item>
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		<title>Ultras. Über das Ergebnis hinaus.</title>
		<link>https://www.altravita.com/ultras-ueber-das-ergebnis-hinaus.php</link>
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		<dc:creator><![CDATA[altravita]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2020 15:35:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Francesco Lettieri]]></category>
		<category><![CDATA[Netflix]]></category>
		<category><![CDATA[Ultras]]></category>
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					<description><![CDATA[Mitten im Lockdown bietet Netflix den Film â€žÜber das Ergebnis hinausâ€œ an, den Debutfilm von Francesco Lettieri. Offensichtlich war dem deutschen Netflix der Originaltitel &#8222;Ultras&#8220; nicht ausführlich genug. Lettieri ist bekannt für seine Musikvideos, vor allem für â€žLiberatoâ€œ, der auch den Soundtrack des Films bestreitet, daneben für &#8222;Calcutta&#8220; und &#8222;Thegiornalisti&#8220;. Die Ästhetik der neapolitanischen Rap-Videos [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mitten im Lockdown bietet Netflix den Film <em>â€žÜber das Ergebnis hinausâ€œ</em> an, den Debutfilm von Francesco Lettieri. Offensichtlich war dem deutschen Netflix der Originaltitel &#8222;Ultras&#8220; nicht ausführlich genug. Lettieri ist bekannt für seine Musikvideos, vor allem für â€žLiberatoâ€œ, der auch den Soundtrack des Films bestreitet, daneben für &#8222;Calcutta&#8220; und &#8222;Thegiornalisti&#8220;. Die Ästhetik der neapolitanischen Rap-Videos führt Lettieri in â€žUltrasâ€œ fort. Es ist anzunehmen, dass sich Lettieri sehr bewusst war, dass es mit dem Thema des Films keine einfachen Applaus geben würde, weder von Seiten der Subkultur noch von denen des geneigten Kinopublikums. Zu komplex und widersprüchlich ist die Welt der Ultras in ihrem Inneren, zu groß mittlerweile die Gräben zur Mehrheitsgesellschaft. </p>



<figure class="wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="LIBERATO - TU T&#039;E SCURDAT&#039; &#039;E ME" width="580" height="326" src="https://www.youtube.com/embed/AWQcDlHoE4o?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<p>â€žUltrasâ€œ spielt in Neapel, der sicherlich fußballbeklopptesten Stadt im generell fußballbekloppten Italien, genauer in der fiktiven Gruppe â€žApacheâ€œ, Protagonist ist der 50-jährige Sandro, genannt â€žMohicanoâ€œ. Sandro ist Mitgründer und Capo der Gruppe sowie Vaterfigur für den 16-jährigen Angelo, einen Jugendlichen aus prekären Familienverhältnissen, der in der Gruppe und Sandro Halt und Orientierung findet. Angelos Bruder â€žSasÃ â€œ hatte in einer Auseinandersetzung mit den Romanisti ein paar Jahre vor der Handlung sein Leben verloren. Der augenscheinliche Bezug auf den Tod von <a href="http://www.altravita.com/ciao-ciro.php">Ciro Esposito</a> beim italienischen Pokalfinale 2014 sorgte für die größte Kritik in den neapolitanischen Szenen, weil das Andenken an Ciro nicht respektiert würde. Außerdem würde das Ansehen der Stadt beschmutzt. Mehr oder weniger dieselbe Kritik, die eigentlich bei jeder filmischen oder journalistischen Darstellung der Stadt hochkocht, â€žGomorraâ€œ blieb davon nicht verschont. Zum Thema Ciro schreibt der Regisseur in einer <a href="https://www.facebook.com/jjlettieri/posts/2752775124836219?__xts__%5B0%5D=68.ARAnLKk2ebWFMvsV-hj-joXsqCCvsbwLnkSkBWNJliNyIouNGJnnN9DU6hTaY60lC3eRlI9tNQkytsHWETwB9d_J7I46I6mucJk9WpTcbiUd5uel0AJu1hYlU2z6mC9SIjmdTnM9Ra98bZa2DwHDkxEn7QfQiHHuYOum4TZL1veSBulxmntK8ty-zUt_W8lwSHkLkkn4jGPJt9IYypMC1AaLWGx52Vc3V1C0B9UDo28w6Hymjv1P0O5rTEkLgntVgyARuWSrQSXkwF9ge2wWmEZCegr8u2ztES33VGKR1Drha4szg3hfaCSs-b5up9uOprVAogh-a6yATTMtMGeytQ&amp;__tn__=K-R" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Stellungnahme auf Facebook (öffnet in neuem Tab)">Stellungnahme auf Facebook</a>:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>â€žDie [Kritiken] von denen ich spreche, die schmerzhaftesten und unsinnigsten sind die, nach denen der Film eine Anspielung auf Ciro Esposito enthält, ein Junge, der nicht mehr unter uns ist. Mir zittern die Hände, wenn ich das hier schreibe, denn Personen, die nicht mehr unter uns weilen, müssen in Ruhe gelassen werden. [â€¦] Nach dem 20. März hatte manch einer die Klarheit, einen Schritt zurückzutreten und festzustellen, dass SasÃ  [â€¦] der im Film nur einmal als Murales auftaucht, der Ultra-Märtyrer ist, den jede Fanszene betrauert. Wir in Neapel haben Ciro und Sergio,  Lazio hat Gabriele. Jede Szene von der Serie A bis hinunter in die Eccellenza hat ihren unschuldigen Toten und SasÃ  aus Ultras steht generell für alle und niemanden im Besonderen.â€œ</p></blockquote>



<p>Soweit, so nachvollziehbar. Tatsächlich jede Fanszene führt ihre Toten auf Bannern und Fahnen mit und lässt kein Jahr ohne Erinnerung an sie verstreichen. Da â€žUltrasâ€œ in Neapel spielt, kam die Kritik aus Neapel. Hätte es <a href="http://www.altravita.com/8-jahre.php">Verweise auf einen getöteten Polizisten</a> gegeben, würde die Kritik sicher aus Catania stammen. Der Schuss, den man in der finalen Schlüsselszene hört, ist denn auch vermutlich ein Hinweis auf <a href="http://www.altravita.com/tod-des-lazio-rom-fans-gabriele-sandri.php">Gabriele Sandri</a>, den Lazio-Fan, der 2007 ohne weiteren Anlass von einem Polizisten erschossen wurde. Es ist aber eben auch nur ein Schuss, man hört ihn auch nur, Lettieri liefert keinen Namen, keine Bezüge, keine Interpretation und keine Ausschlachtung des Falles.  </p>



<p>Überhaupt handelt es sich bei â€žUltrasâ€œ
natürlich nicht um einen Dokumentarfilm. Wer siffige
Auswärtsfahrten, epische Schlachten und atemberaubende Choreos
sucht, ist auf Youtube besser aufgehoben, ein paar hübsche Beispiele
von historischen Aufnahmen bindet der Regisseur aber ein. Der
Konflikt, den der Film aufzeigt, ist in der Tat ein anderer: ein
Generationenkonflikt, zwischen â€žden Altenâ€œ und â€žden Jungenâ€œ,
wie ihn jede einzelne italienische Gruppe oder Kurve durchlebt und
durchlebt. 
</p>



<p>Ein Generationenkonflikt, den Sandro auch in seiner eigenen Person auskämpft. Der jugendlich gescheitelte Grauhaarige trägt eine Jeansweste (mit der Südstaatenfahne, die aus dem Stadio San Paolo durchaus bekannt ist), die meine modebewusste Begleitung zur Reaktion <em>â€žder zieht sich aber auch an wie ein 16-jährigerâ€œ</em> veranlasste. Die â€žApacheâ€œ sind sein Leben, seine Brüder, sein Rückzugsraum, aber eventuell nicht mehr alles im Leben. Parallel durchlaufen die beiden Ebenen des Konflikts durch den ganzen Film. Auf der einen Seite Sandros, ja, Liebe als Metapher dafür, dass es da draußen ja eventuell tatsächlich noch ein Leben jenseits der Gruppe gibt. Schon aus seinen ersten ungelenken Anbahnungsversuchen kann man gut ablesen, dass er mit dem ganzen Romantikdings nicht wirklich große Erfahrungen hat. Wunderschön herausgearbeitet ist hierzu die Szene, als er seine Beflirtete endlich zum ersten Abendessen eingeladen hat, aber dummerweise die Brüder von den â€žApacheâ€œ vor dem Auto stehen und selbstverständlich alls sich darüber lustig machen, dass er  <em>â€žja jetzt verliebtâ€œ</em> sei. So wie das Leben mit 16 eben so ist.</p>



<p>Er ist aber 50 und derselbe Konflikt findet auch in seiner Gruppe selbst statt, so wie in allen anderen Kurven und Gruppen Italiens auch. Der â€žMohicanoâ€œ trägt seine Südstaatenweste wie eine aus der Zeit gefallene Insignie, auch die restlichen Verweise führen in die Vergangenheit. Die Zaunfahne der fiktiven â€žApacheâ€œ, das Material, der verwendete Font erinnern durchaus an die â€žFedayn E.A.M.â€œ Irgendwann taucht auch das Banner â€žSpirito Selvaggioâ€œ (â€žwilder Geistâ€œ) auf, das man als â€žSpirito Liberoâ€œ (â€žfreier Geistâ€œ) aus dem San Paolo kennt. Und mit viel gutem Willen hat der eine oder andere im symbolischen Apachen schon das Symbol der â€žTeste Matteâ€œ erkannt. Eindeutig ist der Verweis, als die Gruppe die Hymne der â€žVecchi Lionsâ€œ anstimmen lässt: <em>â€žandai in Mozambico, mi sbucciai un dito&#8230;â€œ</em></p>



<p>Dem gegenüber stehen die â€žJungenâ€œ der Gruppe, ordentlich frisiert und modisch in â€žNorthfaceâ€œ, â€žWeekend Offenderâ€œ, â€žLyle Scottâ€œ oder â€žCP Companyâ€œ gekleidet. â€žPechegnoâ€œ und â€žGabbianoâ€œ stehen für die aktuelle Führungsriege, weil die Alten ja seit ewigen Zeiten Stadionverbot haben. Und so möchte die junge Generation sich â€žendlich wieder zeigenâ€œ, â€žmal wieder Chaos veranstaltenâ€œ. Wut, Testosteron, Lust auf Selbstbestätigung und Achtung. Andere Mode, andere Mentalität, andere Prioritäten. Die einen wollen zum Höhepunkt des Films nach Rom fahren, für die anderen ist das eine grottenschlechte Idee. Dies findet seinen Höhepunkt im Finale in Rom, dem vermutlich bildgewaltigsten, aber erzählerisch schlechtesten Aspekt des Films. </p>



<p>Ohne etwas verraten zu wollen: Wenn sich Lettieri genauso vielschichtig und einfühlsam mit der tatsächlichen Stadionsituation auseinandergesetzt hätte, wie er es mit den Konfliktlinien Sandros, Angelos und der Gruppe getan hat, wäre sicherlich allen geholfen gewesen. So gerät die â€žAuswärtsfahrtâ€œ nach Rom in koksbefüllten Lieferwagen zu einer extremisierten Darstellung der Klischees, die durch die öffentliche Meinung geistern, seit es Ultras gibt. Wobei auch die Ultras selbst in ihrer epischen Selbstbeweihräucherung und -glorifizierung selbst dazu beigetragen haben, dass es diese Klischees überhaupt gibt. Nun ja, â€žwer dabei war, weiß Bescheidâ€œ, im Film sieht mir das alles zu sehr nach â€žGomorrhaâ€œ aus. Wer aus den dramatisierten Szenen aber schließt, dass alle Ultras oder gar alle Neapolitaner immer so sind, wie dargestellt, der sollte grundsätzlich nur Dokumentarfilme konsumieren. </p>



<p>Trotzdem halte ich â€žUltrasâ€œ für keinen schlechten Film. Die italienische Subkultur der Ultras hat in den letzten fünf Jahrzehnten ein beachtliches Interesse in der Öffentlichkeit gefunden, das sich aber nur selten im Fernsehen gespiegelt hat. Ricky Tognazzis â€žUltrÃ â€œ von 1991 ist ein gelungenes Beispiel, <a href="http://www.altravita.com/lultimo-ultras-ein-film-von-stefano-calvagna.php">Stefano Calvagnas Machwerk â€žUltrÃ . Blutiger Sonntagâ€œ</a> aus 2010 das schlimmste überhaupt. Der hier besprochene Film ist eine sinnvolle Möglichkeit, sich dem Thema zu nähern. Selbstverständlich gibt es immer Möglichkeit und Notwendigkeit von Kritik, sicherlich ist es auch nachvollziehbar, dass manche Ultras und manche Szenen ein kommerzielles Produkt über ihre Subkultur grundsätzlich ablehnen. Trotzdem hat Lettieri sichtbar eine gute Vorstellung von dem, wovon er redet. Die Bildsprache, mit der er Neapel und die Gruppe erzählt ist mächtig, die Charaktere sind nachvollziehbar, das Grummeln der jüngeren Mitglieder und die verschiedenen Ansichten sind es auch.  </p>



<p>Ärgerlich ist, dass er das Potential hatte, ein sehr guter Film zu werden. Dafür hätte Lettieri aber die Fahrt nach Rom anders erzählen müssen, gern so genau, wie er sich der Beziehung zu Angelo widmet. Lettieri trifft aber keine Entscheidung, wo er selbst steht; <a href="http://www.altravita.com/acab-der-film.php">ACAB </a>war da viel viel überzeugender. Der Regisseur zwinkert aber lieber dem breiten Publikum zu: ein bisschen Polizeigewalt, ein bisschen Ultragewalt, die Drogen, die Messer und diese elende Lovestory. Weitgehend unaufgelöst. Wenn er stattdessen eine Entscheidung in den Film gebracht hätte, ob er selbst das denn nun gut oder schlecht findet, dann hätte er Rom auch glaubwürdig erzählen können und dann wäre es ein guter Film geworden, egal ob er sich auf die Seite der Polizei oder der Ultras geschlagen hätte. </p>



<p>Der Konflikt mit den &#8222;Jungen&#8220; und Sandros Zweifel, ob die Gruppe denn nun immer noch &#8222;Alles&#8220; sein muss oder ob &#8222;die Wohnung mit Blick aufs Meer&#8220;, von der er seit immer träumt, nicht auch wichtig sind, das macht der Film richtig gut. </p>



<p>In &#8222;Ultras&#8220; gibt es keinen Drogendealer, keine Pistole und keinen Raubüberfall. Im Film gibt es Gewalt, es gibt Messer, es gibt Sex. Außerhalb des Films auch. Ich halte â€žUltrasâ€œ für einen ernsthaft bemühten Film, der sich seinem Thema interessiert nähert. Ansonsten gilt das, was immer gilt: â€žWenn man 20 Ultras dieselbe Frage zum selben Sachverhalt stellt, bekommt man 25 verschiedene Antworten.â€œ  Ich kenne Schlechteres zum Thema.</p>



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		<title>Post aus Wuhania</title>
		<link>https://www.altravita.com/post-aus-wuhania.php</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[altravita]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2020 11:54:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Wir glaubten, wir hätten furchtbare Probleme. Wie sollten wir wissen, dass wir glücklich waren?&#8220; Margaret Atwood, Der Report der Magd Wie jeden Samstag war ich einkaufen. Schlüssel, Portemonnaie, Einkaufstaschen, Handy, Zigaretten, Feuerzeug, Selbstbescheinigung. Die Selbstbescheinigung muss man auf einem Formular des Innenministeriums ausfüllen, bevor man das Haus verlässt: Adressdaten, Telefonnummer und der Grund, aus welchem [&#8230;]]]></description>
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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Wir glaubten, wir hätten furchtbare Probleme. Wie sollten wir wissen, dass wir glücklich waren?&#8220;</p><cite>  Margaret Atwood, Der Report der Magd </cite></blockquote>



<p>Wie jeden Samstag war ich einkaufen. Schlüssel, Portemonnaie, Einkaufstaschen, Handy, Zigaretten, Feuerzeug, Selbstbescheinigung. Die Selbstbescheinigung muss man auf einem Formular des Innenministeriums ausfüllen, bevor man das Haus verlässt: Adressdaten, Telefonnummer und der Grund, aus welchem wichtigen Grund ich mich auf den Straßen aufhalte. Der Einkauf von Lebensmitteln gehört neben beruflichen Verpflichtungen und medizinischen Notwendigkeiten noch dazu. Die sonst am Wochenende perfekt zusammengestaute Uferstraße meines Städtchens am Lago Maggiore ist weitgehend menschenleer, wenn man die an jeder Ecke mit ihren Atemschutzmasken stehenden Carabinieri ignoriert. Gleich drei Streifenwagen beleuchten die gespenstische Szenerie vor dem Supermarkt mit ihrem bleich blauen Blinken.</p>



<p>Ich und meine Freundin trennen uns am Eingang, denn pro Familie darf nur eine Person hinein. Das sonst übliche Hintergrundgedudel ist still, dafür erinnern in Abständen von gefühlt einer Minute Durchsagen, wie der Einkauf vonstatten gehen soll: Abstand halten! Nur ein Familienmitglied! Wenigstens gibt es hier keine kilometerlangen Schlangen. Die Hälfte der schweigend durch die Gänge huschenden Gestalten trägt Atemschutzmasken, das Verkaufspersonal würde sowieso als Krankenschwestern durchgehen. Ich habe das beklemmende Gefühl, dass die Leute sich nicht nur quasi angeekelt ausweichen, niemand hebt auch nur den Blick, um den anderen anzusehen. Hier, wo mein Problem bis vor einer Woche noch war, dass sich umarmende und Küsschen verteilende Horden die Gänge versperren. Hier, wo mich die ältere Dame mit ihrer labbrigen Papiermaske mit einem Blick auf den Bart straft, als hätte ich Lepra. </p>



<p>Ab und zu treffe ich meine Freundin in den Gängen und wir versuchen, uns über den Einkauf zu verständigen. Seit fünf Jahren sind wir ein perfekt geöltes Einkaufsteam, aber die improvisierte Trennung sorgt dafür, dass wir Zuhause feststellen sollten, dass wir jede Menge Mürbeteig haben, dafür niemand an Eier oder Hundefutter gedacht hat. Wir müssen uns alle erst an den Virus gewöhnen. Niemand von uns hat Lust, noch einen Abstecher ins Zentrum zu machen, um Geld abzuheben. Dort wäre heute normalerweise Markt und tausende Einwohner, Touristen und Besucher aus der nahen Schweiz hätten alles geflutet. Den Anblick der verwaisten Piazza würde heute keiner ertragen wollen, darauf verständigen wir wortlos, als ich die Brieftasche auf Geldscheine durchsuche. Für zwei Stangen Zigaretten würde es reichen. Man weiß ja nie.</p>



<p>Die resolute Dame im Tabaklädchen hat die Situation unter Kontrolle. Mit energischen Gesten manövriert sie die drei Kunden im vorgeschriebenen Abstand durch ihren Kiosk. <em>&#8222;Du kannst mir sagen was Du brauchst, er hier packt schnell seine Sachen zusammen und geht dann nach da weg&#8220;</em>, wobei sie &#8222;da&#8220; mit einer Feldherrengeste Richtung Tür unterstreicht. Da draußen hält in dem Moment ein Leichenwagen und vier Sargträger in dunklen Anzügen und mit Atemschutzmasken steigen aus. Ich desinfiziere mir die Hände und wir fahren schweigend zurück nach Hause. Nicht &#8222;obenrum&#8220;, über die Hügel wie sonst, um dem Urlauberstau zu umgehen, sondern bequem durch die Stadt, vorbei an weiteren zwei Kontrollposten der Carabinieri. </p>



<p>Kein einziges Segel auf der trügerisch glitzernden Oberfläche des Sees. Kein Kondensstreifen der sonst im nahen Mailänder Flughafen Malpensa startenden oder landenden Flugzeuge. Keine fremden Autokennzeichen. Keine Stühle oder Menschen vor den Bars an diesem sommerlich anmutenden Wochenende mit fast 20 Grad. Über allem eine wattierte Stille, wie ich sie sonst nur von Schneefallabenden kenne. Nicht, dass dieser spießige Flecken am Lago sich durch besonderen Trubel ausgezeichnet hätte, aber in diesen Tagen der Schockstarre machen <a rel="noreferrer noopener" aria-label="meine italienischen Nachbarn (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.neues-deutschland.de/artikel/1134326.coronavirus-in-italien-erwacht-die-solidaritaet.html" target="_blank">meine italienischen Nachbarn</a> nicht den Lärm, den sie sonst so ausgeiebig und liebenswert betreiben. Keine Rasenmäher, keine Fadensensen, keine Bohrmaschinen. Ich finde es großartig, dass Italien sich jeden Abend auf dem Balkon versammelt, um gemeinsam gegen die Angst anzusingen. Ich würde mich freuen, wenn alle sofort anfangen würden, jeden erdenklichen Lärm zu schlagen mit Allem, was zur Verfügung steht. Denn diese Stille bringt dich um.</p>



<p>Ich schließe die Tür und steige die drei Meter Treppe hinauf. <em>&#8222;Ich möchte da nie wieder rausgehen.&#8220; &#8222;Ich auch nicht.&#8220;</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Sie machte sich Gedanken darüber, wie man sich keine Gedanken macht.&#8220; </p><cite> Margaret Atwood, Der Report der Magd  </cite></blockquote>



<p>Bis gestern 18 Uhr wurden in Italien 24.747 Personen positiv getestet, aktuell sind 20.603 erkrankt, 2335 Menschen geheilt und 1809 verstorben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1280" height="960" src="https://i1.wp.com/www.altravita.com/wp-content/uploads/2020/03/1479914568168464723.jpg?fit=580%2C435" alt="" class="wp-image-24279" srcset="https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2020/03/1479914568168464723.jpg 1280w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2020/03/1479914568168464723-300x225.jpg 300w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2020/03/1479914568168464723-1024x768.jpg 1024w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2020/03/1479914568168464723-768x576.jpg 768w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2020/03/1479914568168464723-1200x900.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interview mit Pierluigi Spagnolo, Autor von â€žDie Stadionrebellenâ€œ</title>
		<link>https://www.altravita.com/interview-mit-pierluigi-spagnolo-autor-von-die-stadionrebellen.php</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[altravita]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Oct 2019 08:06:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Die Stadionrebellen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[i ribelli degli stadi]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Pierluigi Spagnolo]]></category>
		<category><![CDATA[Ultras]]></category>
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					<description><![CDATA[Pierluigi Spagnolo ist der Autor von â€žI ribelli degli stadiâ€œ, ein Buch Ã¼ber die ilatienische Ultras-Bewegung, was letzten Herbst in Italien erschienen ist. Seitdem steht es in diversen Bestseller-Listen italienischer Verkaufsrankings. Wir sprachen mit dem Autor Ã¼ber sein Werk, was von Kai Tippmann ins Deutsche Ã¼bersetzt wurde und in KÃ¼rze in Deutschand erscheinen wird.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>



<p>Pierluigi Spagnolo ist der Autor von â€ž<a href="https://www.amazon.de/gp/product/8862883986/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=8862883986&amp;linkCode=as2&amp;tag=altravita-21&amp;linkId=acbfdb3ceee978f6e908ac8c9e08778e" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="I ribelli degli stadi (öffnet in neuem Tab)">I ribelli degli stadi</a>â€œ, ein Buch über die ilatienische Ultras-Bewegung, was 2017 in Italien erschienen ist. Seitdem steht es in diversen Bestseller-Listen italienischer Verkaufsrankings. Wir sprachen mit dem Autor über sein Werk, was von Kai Tippmann ins Deutsche übersetzt wurde und in Kürze in Deutschand erscheinen wird.</p>



<p><strong>Hallo Pierluigi. Stell dich doch bitte zunächst kurz vor, damit die Leser wissen, mit wem sie es zu tun haben.</strong></p>



<p>â€žIch bin 42 Jahre alt, in Bari geboren und ich lebe und arbeite seit 2012 in Mailand. Ich bin Journalist und arbeite für die Gazzetta dello Sport, die wichtigste italienische Sporttageszeitung, eine der ältesten Europas (die Gazzetta wurde vor 123 Jahren gegründet). Ich habe als Kind angefangen, ins Stadion zu gehen, mit 7-8 Jahren, mit 12-14 Jahren bin ich dann allein in die Kurve gegangen. Ich habe nie aufgehört, die Kurve meines Vereins zu besuchen, die Ccurva Nord von Bari. Auch heute noch folge ich, wenn es meine beruflichen Verpflichtungen zulassen, der Mannschaft auswärts (nach der Pleite im Sommer 2018 spielt Bari aktuell in der Serie C) oder gehe zu den Spielen im Stadio San Nicola von Bari.â€œ</p>



<p><strong>Du kommst aus Bari und lebst heute in Mailand. Hast du noch eine Bindung zu dem Fußball und der Ultras-Bewegung in Bari?</strong></p>



<p>â€žWie gesagt, so oft ich kann, verfolge ich mein Team als Fan in der Kurve. In den letzten Jahren habe ich viele Auswärtsspiele im Norden Italiens besucht, als Bari in der Serie B spielte. Ich mit den Belangen der Ultras in meiner Stadt natürlich gut vertraut, was die aktuellen Gruppen (Seguaci, Bulldog e Re David, 40+ und die anderen) und deren Capos angeht.â€œ</p>



<p><strong>Wie kam es zu der Idee, ein Buch über die italienische Bewegung zu schreiben und was macht das Buch anders, als die vielen anderen Bücher über die italienische Ultras-Bewegung?</strong></p>



<p>â€žAm Vorabend der 50 Jahre Ultrabewegung in Italien habe ich gedacht, dass es notwendig wäre, ein ganzes Jahrhundert Fankultur im italienischen Fußball und ein halbes Jahrhundert Ultras aufzuarbeiten. Das war im Jahr 2018, 50 Jahre nach der Gründung der Fossa dei Leoni bei Milan, der absolut ersten Ultragruppe unseres Fußballs. Das wollte ich auch, um eine gewisse historische Wahrheit wieder herzustellen und die üblichen Klischees zu entkräften, die die Welt der Ultras begleiten, die von der Welt der Medien und der öffentlichen Meinung auch weit über ihre wirkliche Verantwortung und Schuld hinaus kriminalisiert wird.â€œ</p>



<p><strong>Dein Buch ist sehr erfolgreich, worin liegt der Erfolg begründet?</strong></p>



<p>â€žVielleicht hatte die Welt der italienischen Ultras, der sich zwei Generationen von Fans und zehntausende Personen zugehörig fühlen, wirklich ein Buch nötig, dass die Geschichte einmal ohne die üblichen Stereotypen erzählt. Das Buch wird als ein ehrlicher Text aufgenommen, ausgeglichen, objektiv, aber mit der Leidenschaft eines Menschen geschrieben, der wirklich die Kurven frequentiert hat. Jemand, der die Welt der Ultras kennt und wirklich liebt. Vielleicht steckt das Geheimnis des Erfolgs in diesem Aspekt.â€œ</p>



<p><strong>Was ist deine Lieblingsanekdote aus dem Buch?</strong></p>



<p>â€žWas ich immer im Herzen tragen werde, sind die Nachrichten der Capos der 80er Jahre, die mir von Mailand bis Genua Komplimente für mein Werk geschickt haben. Und die Nachrichten von 14-16jährigen Jungs und Mädchen, die mir Dinge schreiben wie &gt;&gt;Ich war noch nie in einem Buchladen, um mir freiwillig ein Buch zu kaufen.&lt;&lt; Wenn ich irgendeinen Jugendlichen an Literatur und das Wissen um die Geschichte der italienischen Ultras herangeführt habe, nun, dann bin ich wirklich glücklich.â€œ</p>



<figure class="wp-block-image"><a href="https://www.amazon.de/gp/product/8862883986/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=8862883986&amp;linkCode=as2&amp;tag=altravita-21&amp;linkId=acbfdb3ceee978f6e908ac8c9e08778e" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" width="568" height="768" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/10/Image-1-568x768.jpg" alt="Pierluigi Spagnolo I Ribelli Degli Stadi" class="wp-image-24257" srcset="https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/10/Image-1-568x768.jpg 568w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/10/Image-1-222x300.jpg 222w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/10/Image-1-768x1039.jpg 768w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/10/Image-1.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 568px) 100vw, 568px" /></a><figcaption>Pierluigi Spagnolo I Ribelli Degli Stadi</figcaption></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Intervista con Pierluigi Spagnolo</title>
		<link>https://www.altravita.com/intervista-con-pierluigi-spagnolo.php</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[altravita]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Oct 2019 07:55:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Italiano]]></category>
		<category><![CDATA[i ribelli degli stadi]]></category>
		<category><![CDATA[letteratura]]></category>
		<category><![CDATA[libro]]></category>
		<category><![CDATA[Pierluigi Spagnolo]]></category>
		<category><![CDATA[Ultras]]></category>
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					<description><![CDATA[Intervista con Pierluigi Spagnolo per altravita Pierluigi Spagnolo Ã¨ l&#8217;autore di &#8222;I ribelli degli stadi&#8222;, un libro sul movimento ultras in Italia, che Ã¨ stato pubblicato in Italia nel giugno 2017. Da allora si trova in vari elenchi di bestseller delle classifiche di vendita. Con l&#8217;autore abbiamo parlato del suo libro che Ã¨ stato tradotto [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Intervista con
Pierluigi Spagnolo per altravita</strong></p>



<p>Pierluigi Spagnolo Ã¨ l&#8217;autore di &#8222;<a rel="noreferrer noopener" aria-label="I ribelli degli stadi (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.amazon.de/gp/product/8862883986/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=8862883986&amp;linkCode=as2&amp;tag=altravita-21&amp;linkId=acbfdb3ceee978f6e908ac8c9e08778e" target="_blank">I ribelli degli stadi</a>&#8222;, un libro sul movimento ultras in Italia, che Ã¨ stato pubblicato in Italia nel giugno 2017. Da allora si trova in vari elenchi di bestseller delle classifiche di vendita. Con l&#8217;autore abbiamo parlato del suo libro che Ã¨ stato tradotto in tedesco da Kai Tippmann e a breve verrÃ  pubblicato in Germania. </p>



<p><strong>Domanda: Ciao
Pierluigi. Potresti fare una breve introduzione, cosÃ¬ i nostri
lettori sanno con chi hanno a che fare.</strong></p>



<p>Risposta:
â€œHo 42 anni, sono nato a Bari e vivo e lavoro a Milano dal 2012.
Faccio il giornalista e lavoro alla Gazzetta dello Sport, il piÃ¹
importante giornale sportivo italiani, tra i piÃ¹ antichi dâ€<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2122.png" alt="™" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />Europa
(Ã¨ stato fondato 123 anni fa). Ho iniziato ad andare allo stadio da
bambino, a 7-8 anni, in curva da solo a 12-14. Non ho mai smesso di
frequentare la curva della mia squadra, la Nord del Bari. Anche
adesso, quando gli impegni di lavoro me lo permettono, seguo la
squadra in trasferta (attualmente Ã¨ in Serie C, dopo il fallimento
dellâ€<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2122.png" alt="™" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />estate 2018) e in casa, allo stadio San Nicolaâ€. 
</p>



<p><strong>Domanda: Sei
di Bari e ora vivi a Milano. Hai ancora legami con il calcio e con
gli ultras a Bari?</strong></p>



<p>Risposta:
â€œCome ti dicevo, appena posso seguo la mia squadra da tifoso, in
curva. Negli anni scorsi, con il Bari in Serie B, da Milano ho fatto
molte trasferte nel Nord Italia. Conosco ovviamente molto bene la
realtÃ  ultras della mia cittÃ , i gruppi attuali (Seguaci, Bulldog e
Re David, 40+, tra gli altri) e i rispettivi capiâ€. 
</p>



<p><strong>Domanda: Come
Ã¨ nata l&#8217;idea di scrivere un libro sul movimento italiano e perchÃ©
Ã¨ diverso da i tanti altri libri sull&#8217;argomento?</strong></p>



<p>Risposta:
â€œAlla vigilia del traguardo dei 50 anni del movimento ultras
italiano, raggiungo nel 2018 a 50 anni dalla nascita della Fossa dei
Leoni del Milan, in assoluto il primo gruppo ultras del nostro
calcio, ho pensato che fosse necessario ricostruire un secolo di tifo
calcistico e il mezzo secolo del mondo ultras, anche per ristabilire
una certa veritÃ  storica e sfatare anche i luoghi comuni che quel
mondo porta con sÃ©, sempre criminalizzato dal mondo
dellâ€<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2122.png" alt="™" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />informazione e dallâ€<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2122.png" alt="™" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />opinione pubblica, anche oltre le sue
reali colpe e responsabilitÃ â€. 
</p>



<p><strong>Domanda: Il
tuo libro sta avendo grande successo, su cosa si basa secondo te?</strong></p>



<p>Risposta:
â€œForse il mondo ultras italiano, nel quale si riconoscono due
generazioni di tifosi e decine di migliaia di persone, aveva davvero
bisogno di un libro che lo raccontasse senza i soliti stereotipi.
Quel libro viene percepito come un testo onesto, equilibrato,
obiettivo, ma scritto con passione da uno che le curve le ha
frequentate davvero, che il mondo ultras lo conosce e lo ama con
sinceritÃ . Forse il segreto del successo sta in questo aspettoâ€.</p>



<p><strong>Domanda: Quale
Ã¨ l&#8217;aneddoto che ti piace di piÃ¹ del libro?</strong></p>



<p>Risposta: â€œQuello che mi rimarrÃ  sempre nel cuore sono i messaggi dei capi degli anni 80, che da Milano a Genova mi hanno fatto i complimenti per il lavoro realizzato. E i messaggi dei ragazzini di 14-16 anni, che mi hanno scritto: â€œNon ero mai entrato in una libreria per acquistare un libro per libera sceltaâ€. Se ho avvicinato qualche ragazzino alla lettura e alla conoscenza della storia degli ultras italiani, beh, sono davvero feliceâ€.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter"><a href="https://www.amazon.de/gp/product/8862883986/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=8862883986&amp;linkCode=as2&amp;tag=altravita-21&amp;linkId=acbfdb3ceee978f6e908ac8c9e08778e" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" width="568" height="768" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/10/Image-1-568x768.jpg" alt="Pierluigi Spagnolo I Ribelli Degli Stadi" class="wp-image-24257" srcset="https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/10/Image-1-568x768.jpg 568w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/10/Image-1-222x300.jpg 222w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/10/Image-1-768x1039.jpg 768w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/10/Image-1.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 568px) 100vw, 568px" /></a><figcaption>Pierluigi Spagnolo I Ribelli Degli Stadi</figcaption></figure></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Toter, kein Populismus</title>
		<link>https://www.altravita.com/ein-toter-kein-populismus.php</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[altravita]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jan 2019 11:51:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Daniele Belardelli]]></category>
		<category><![CDATA[Inter]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Marco Piovella]]></category>
		<category><![CDATA[Matteo Salvini]]></category>
		<category><![CDATA[Salvini]]></category>
		<category><![CDATA[San Siro]]></category>
		<category><![CDATA[UltrÃ ]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Abend des 26. Dezember spielte Inter gegen Napoli. Tabellenzweiter gegen den Dritten, Nord gegen Süd, ein spannendes Duell, das die Ligaverantwortlichen auf den Abend des zweiten Weihnachtsfeiertags gelegt haben. Ungefähr 120 Ultras von Inter, unterstützt von Freunden aus Varese und Nizza, hatten sich möglichst unauffällig in die Via Novara begeben. Hier kommt man lang, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Abend des 26. Dezember spielte Inter gegen Napoli. Tabellenzweiter gegen den Dritten, Nord gegen Süd, ein spannendes Duell, das die Ligaverantwortlichen auf den Abend des zweiten Weihnachtsfeiertags gelegt haben. Ungefähr 120 Ultras von Inter, unterstützt von Freunden aus Varese und Nizza, hatten sich möglichst unauffällig in die Via Novara begeben. Hier kommt man lang, wenn man mit dem Auto über die &#8222;Tangenziale Ovest&#8220; des Mailänder Stadtrings zum San Siro fährt. Beispielsweise von Napoli aus. Viele Freiflächen, Parkplätze, eine Tankstelle, zwei Imbissbuden und ein paar Verkaufsstände für Schals und Sitzkissen. Von hier aus sieht man das eindrucksvolle Dach des Mailänder Fußballtempels in knapp zwei Kilometern Entfernung. Ich stelle mein Auto immer hier ab, weil es nur zehn Minuten Fußweg sind und man nach dem Spiel schnell wieder auf der Autobahn ist. Hier, in der Piazza St.Elena, erwartet man die Gästefans. Polizei ist keine anwesend.</p>
<p>Als die ersten Autos und Minibusse &#8211; auch sie ohne Polizeibegleitung &#8211; aus Napoli in Richtung Stadion vorbeikommen beginnt, was der Mailänder Polizeipräsident später in einer Pressekonferenz als &#8222;militärisch geplante Aktion&#8220; bezeichnen sollte.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Scontri Inter-Napoli, nuovo video: i tifosi si affrontano con spranghe e bastoni" width="580" height="326" src="https://www.youtube.com/embed/_GBET69Xt6U?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Drei Minuten dauert die Aktion, am Ende bleibt Daniele Belardelli liegen, UltrÃ  und eine der Führungsfiguren von &#8222;Blood &amp; Honour Varese&#8220;, langsam überrollt von &#8211; mindestens &#8211; einem &#8222;dunklen Van&#8220;. Er ist bei Bewusstsein, als ihn Marco Piovella, der Verantwortliche für die Choreografien bei Inter, in ein Auto lädt, das ins Krankenhaus rast. Dort stirbt Belardelli, genannt &#8222;Dede&#8220;, trotz sofortiger Notoperation an seinen schweren inneren Verletzungen. Inzwischen wurden die beiden Vans in Napoli gefunden und die Fahrer ausfindig gemacht. Piovella, in der Kurve besser bekannt als &#8222;Il Rosso&#8220;, wird festgenommen, nachdem ein UltrÃ  der Boys, Luca da Ros, ihn gegenüber der Polizei als Organisator der Auseinandersetzungen benannt hatte. Nun funktionieren Kurven nicht so, dass einer befiehlt und alle folgen müssen, aber Piovella ist zumindest Mitglied der Führungsriege der Curva Nord und zumindest repräsentativ fürs Ganze. Wir hatten Marco seinerzeit in der <a href="http://www.altravita.com/italien-doku.php">Italien-Doku bei den Choreo-Vorbereitungen</a> im Bild.</p>
<p>Zunächst ist alles so wie sonst: Zeitungen und Nachrichtensendungen sezieren Piovellas Lebensgeschichte, der seit seinem Universitätsabschluss extrem erfolgreich ein Unternehmen für Lichtarchitektur betreibt, sein Foto in Anzug und Krawatte kennt bald jeder Italiener. Mailands Polizeichef Marcello Cardona fordert eine Schließung der Kurve von Inter bis zum 31. März und ein Verbot von Auswärtsfahrten für den Rest der Saison. Nichts geäußert hat er zu dem Umstand, wie der Mailänder Polizei die Ansammlung von 120 Ultras im erweiterten Stadionbereich genauso entgehen konnte, wie die Anreise der Curva A aus Napoli. Unterstaatssekretär Giancarlo Giorgetti fordert, Risikospiele nur noch mittags auszutragen und ganz generell werden &#8222;härtere Strafen&#8220; gefordert. So weit, so reflexhaft.</p>
<p>Doch dann nimmt die ganze Geschichte eine unerwartete Wendung, die nicht mit der Situation nach dem Tod <a href="http://www.altravita.com/tod-des-lazio-rom-fans-gabriele-sandri.php">Gabriele Sandris</a>, <a href="http://www.altravita.com/das-derby-des-halbtoten-mannes.php">Ciro Espositos</a> oder <a href="http://www.altravita.com/speziale-innocente.php">Filippo Racitis</a> vergleichbar ist.<em> &#8222;Ein Stadion ohne Farben und Gesänge ist kein Stadion&#8220; </em>spricht sich Innenminister Matteo Salvini gegen die Sperrung vion Stadien oder Sektoren aus. In einer <a href="https://www.lastampa.it/2019/01/07/italia/salvini-e-la-violenza-allo-stadio-sbagliato-punire-milioni-di-tifosi-per-colpa-di-mila-ultr-C32ZsWmO4BODnHg6LmNphN/pagina.html" target="_blank" rel="noopener">Konferenz mit Georgetti und dem italienischen Polizeichef Franco Gabriellico</a> unterstreicht er einige Tage nach den Vorfällen noch einmal, dass Banner, Trommeln, Megafone und Fahnen nichts mit Gewalt zu tun hätten und den organisierten Fans diese Fanutensilien nicht verwehrt werden dürften. Megafone und Trommeln waren nach zehn Jahren gerade erst wieder erlaubt worden. Gleiches gilt für Choreografien, die bislang bei der Polizei angemeldet werden müssen. Hier wünscht sich Salvini mehr Freiheit für die Fans, so lange die Kurven ihrer Verantwortung gerecht werden.</p>
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<p>Leute, erzählen wir keinen Quatsch, eine Sache sind Messer, Stöcke und Papierbomben; eine altre Sache sind die Fahnen, Schals, Megafone, Trommeln und Zaunfahnen. Das Stadion muss bunt und farbenfroh sein.</p>
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<p>Natürlich spricht der Innenminister auch davon, dass es für Gewalttaten in und ums Stadion sichere Strafen geben sollte und diese vor allem schneller ausgesprochen werden müssten, um wirksam zu sein. Er spricht aber auch von der Bedeutung des Fanbeauftragten in seiner Rolle als Mittler zwischen den organisierten Fans und den Institutionen und der notwendigen Eigenverantwortung der Kurven, die gestärkt werden müsse. Des weiteren wünscht er sich die Wiedereinführung der seit Jahrzehnten verbotenen Sonderzüge zu Auswärtsfahrten. Die Kurven müssten ihrer gesellschaftlichen Verantwortung besser gerecht werden, aber die Probleme wären nicht auf die Kurven begrenzt, denn die &#8222;schlechte Ezriehung&#8220; fände sich auch in allen anderen Sektoren.</p>
<p>Zum guten Schluss warnt er vor Hysterie und unterstreicht, dass der Fußball 12 Millionen Menschen in Bewegung setzt, unter diesen aber höchstens 6.000 Gewaltbereite befänden und man nicht alle über einen Kamm scheren darf. Ein Satz aus dem Handbuch des Populismuskritikers.</p>
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<p>Man kann 2018 nicht für ein Fußballspiel sterben, aber die Zahlen belegen, dass der Fußball immer gesünder wird. Die Zahl der verletzten Fans ist um 60% gesunken, die der Polizisten um 50%, während Stewards überhaupt nicht mehr verletzt wurden. Auch die Zahlen der Stadionverbotler und Inhaftierten ist gesunken. Heute haben wir ungefähr 6.500 Stadionverbotler. Wir reden von einem Phänomen, das 12 Millionen Menschen und 6.000 Rowdies bewegt. Fußball ist nicht Verbrechen, sondern Leidenschaft, Sport und Support.</p>
</blockquote>
<p>Er selbst würde seit seinem 15. Lebensjahr Kurven frequentieren und somit wisse er zumindest, worüber er redet. Bilder von seinem Besuch beim Fest der Curva Sud von Milan am 16.12. waren durch die sozialen Medien getrieben worden. Man kann das alles bewerten, wie man mag, Populismus sind diese Aussagen aber nicht.</p>
<p>Es kommt dann aber noch bizzarrer, als Gianluigi Buffon <a href="https://www.gazzetta.it/Calcio/08-01-2019/buffon-psg-calcio-juve-carrarese-canna-manganellata-polizia-320203922783.shtml" target="_blank" rel="noopener">in der Vanity Fair zum Thema Ultras befragt</a> wird:</p>
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<p>Ich wal ein UltrÃ , vom Commando UltrÃ  Indian Tips, Name einer Gruppe von Fans, die Carrarese folgten, das habe ich noch heute auf meine Handschuhe gedruckt. Ich habe Leute getroffen, über die viel geredet wird, ohne etwas über sie zu wissen. Normale Jungs und Mädchen, Träumer, Idealisten. Einige interessante Personen und ein paar Idioten&#8230; Als Jugendlicher hatte ich dieses Gefühl von Allmacht und Unbesiegbarkeit. Ich hielt mich für unzerstörbar, dachte ich könnte übertreiben, machen was ich wollte. Ich möchte die gesunde Verrücktheit meiner 20 Jahre nicht missen. Ich habe meine Scheiße gebaut und irgendwie bin ich zufrieden, dass ich nichts davon vergessen habe.</p>
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<p>Man möge sich die Augen reiben, aber Gigi Nazionale geht noch weiter und berichtet von den Schlagstöcken der Polizei, die er sich eingefangen hat.</p>
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<p>Das ist eine Geschichte, die sich vor 20 Jahren zugetragen hat. Nach einem Spiel nahm ich einen Fan von Parma im Auto mit. An der Mautstelle war eine Polizeisperre. Als er die Blaulichter sah, verschwand er. Ich stand allein gegen sie da.</p>
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<p>Und auch weitere Aspekte der jugendlichen Subkultur empören ihn kaum:</p>
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<p>Ich habe Drogen und Doping immer vermieden, höchstens mal einen Joint. Aber ich erinnere mich an die Rauchwolke, die die Fans der Casertana einhüllt, ein Nebel der nichts mit den Rauchtöpfen zu tun hat, sondern von den 200 Tüten stammt, die da gleichzeitig geraucht werden: als ob ich es vor mir sehe.</p>
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<p>Und gibt dann auch die allgemeingültige Antwort auf die Frage zum toten UltrÃ  in Mailand:</p>
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<p>Es ist schwierig, das was in Mailand passiert ist, in den richtigen Kontext zu setzen. <span title="">Der Hass ist ein obszöner Wind, egal wo er weht, nicht nur in einem Stadion, weil ich den starken Verdacht habe, dass Fußball in all dem nur als Vorwand wirkt. <br /></span></p>
</blockquote>
<p>Ich weiß nicht, was die derzeitige Unaufgeregtheit zum Thema ausgelöst hat, aber zumindest der Reflex, nach härteren Strafen zu rufen, scheint diesmal auszufallen. Selbstverständlich darf niemand bei einem Fußballspiel sterben, für die genaue Aufklärung der Dynamik sind die Ermittlungsbehörden zuständig. Mehrere Personen wurden festgesetzt, gegen direkt und indirekt Beteiligte wird ermittelt. Neu ist, dass sich ein italienischer Innenminister mit Statistiken zu Stadiongewalt auseinandersetzt und nicht Pyrotechnik mit Gewalt in einen Topf wirft. Die Anekdoten von Gianluigi Buffon passen hier allerbestens in eine Diskussion, die Problematiken nicht ausblendet, aber in einen Kontext setzt und auch die positiven Aspekte unterstreicht. Das ist ein guter Ansatz, auch wenn zu den Ereignissen in Mailand noch zu viele Fragen offen sind, um sich eine klare Meinung zu bilden. Die Fakten werden ermittelt, danach weiß man mehr. So viel Geduld sollte man haben und scheinbar hat man sie. Ich bin erstaunt.</p>


<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="717" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/01/49938931_1193359514135975_3399838928319021056_n.jpg" alt="" class="wp-image-24148" srcset="https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/01/49938931_1193359514135975_3399838928319021056_n.jpg 960w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/01/49938931_1193359514135975_3399838928319021056_n-300x224.jpg 300w, https://www.altravita.com/wp-content/uploads/2019/01/49938931_1193359514135975_3399838928319021056_n-768x574.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure></div>
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