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+0000</lastBuildDate><category>WZB</category><category>Anti-Islamismus</category><category>Marx</category><category>Deklassierung</category><category>Underachievement</category><category>Schule</category><category>Tucholsky</category><category>Bildungsforschung</category><category>Altersdiskriminierung</category><category>Kinderarmut</category><category>Hund</category><category>Vornamen</category><category>Bildungsbenachteiligung</category><category>Demographisierung</category><category>Intelliganz</category><category>Kevinismus</category><category>Konferenz</category><category>Klassenrassismus</category><category>Tantiemen</category><category>Sozialeugenik</category><category>Soziale 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Herkunft</category><category>Bildung</category><category>Slum</category><category>Nordamerikanische Grippe</category><category>Schweden</category><category>Diskriminierendes Deutschland</category><category>Umverteilung</category><category>Solidarische Ökonomie</category><category>UN</category><category>Volkmar Weiss</category><category>Gesellschaftstheorie</category><category>Davis</category><category>Soziale 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Kemper)</managingEditor><generator>Blogger</generator><openSearch:totalResults>34</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>25</openSearch:itemsPerPage><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="self" type="application/rss+xml" href="http://feeds.feedburner.com/Klassismus" /><feedburner:info uri="klassismus" /><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com/" /><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-4127361905435583360</guid><pubDate>Mon, 18 Oct 2010 00:59:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-10-18T03:05:49.721+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Sloterdijk</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Demographisierung</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Heinsohn</category><title>Sloterdijk: Zwei deutsche Großexperimente</title><description>Heinsohn sah am Ende des philosophischen Quartetts mit dem Thema: „Weniger Deutschland. Sterben die Deutschen aus?“ (18.10.2010) unglücklich aus. Sloterdijk hingegen konnte darstellen: es gibt keinen Rassismus. Am Anfang der Sendung hatte er betont, dass die Sendung mitnichten aufgrund der aktuellen Sarrazin-Debatte angesetzt worden sei, sondern bereits im Frühjahr die Redaktion beschlossen hatte, diese Sendung zum Thema Demografie durchzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich blieb Sarrazin außen vor. Sloterdijk hatte noch vor einem Jahr Sarrazins Interview im Lettre International, wo dieser bereits eugenisch argumentierte, verteidigt – und zwar im Cicero, dessen neuer Chef Naumann heute ebenfalls beim Philosophischen Quartett mitdiskutierte und als einziger durchgehend intelligente Kommentare von sich gab. Auch Heinsohn hatte Sarrazin bis vor kurzem noch verteidigt, ja sogar die umstrittenste Vokabel aus dem Lettre-Interview in einem eigenen Artikel frech wiederverwendet: „auswachsen“. Safranski machte mehrere Anläufe in Richtung Unterschichten-Intelligenz-Vererbung, aber weder Heinsohn noch Sloterdijk stiegen hierauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sloterdijk sprach hingegen davon, dass die deutsche Gesellschaft sich zwei große Experimente leiste. Das eine sei die Bereitschaft, alle Bedürftigen nach Deutschland einwandern zu lassen. Das zweite Experiment bestehe darin, zwei Millionen Kinder aus der Unterschicht ihren Eltern zu entfremden um ihnen ein anregendes Reizklima zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinsohn bezweifelt, dass diese Experimente funktionieren. Alle Studien zeigten, dass unser Schulsystem gut sei. 10% der Türken machen Abitur, es könne also nicht schlecht sein. Wenn Deutschland so schlecht abschneide in PISA, dann läge es an einem Trick und dieser bestehe darin, dass Länder wie Kanada nur hochqualifizierte Einwanderer zulasse. Auch Deutschland müsste sehr viel mehr hochqualifizierte Einwanderer haben. Das Problem seien nicht Türken mit Abitur, sondern die Unterschichten. Bei einem sechsjährigen Kind könne man bereits vorhersagen, wo es mit 18 landet. Daher will Frau von der Leyen ja auch das Großexperiment mit den Krippen für Einjährige. Ob sie es schaffe, in 25 Jahre die Kinder aus der Unterschicht zur Weltelite zu bringen, dürfe bezweifelt werden. In jedem Fall aber koste jedes dieser Kinder dann 200.000 Euro und das müsse bezahlt werden aus dem bezahlt werden aus dem bezahlenden Sektor, also von denen, die nur ein Kind haben. Wenn aber diesen Menschen aus dem bezahlenden Sektor noch mehr Geld genommen werde, dann würde sich der hochqualifizierte potentielle Einwanderer zweimal überlegen, nach Deutschland einzuwandern. Die Länder würden aufgrund der Kinderknappheit durch die Verlohnarbeiterung inzwischen um ihre Hochqualifizierten konkurrieren mit dem Effekt, dass sie sich gegenseitig kannibalisieren. Hier müsse man aufpassen. Wir sollten nicht den Balkan kannibalisieren, weil diese absterbenden Räume letztlich durch die EU finanziert werden müsse, sondern China, wo Deutschland nicht zuständig sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Sendung fehlten die einfachen und provozierenden Antworten, für die Sloterdijk und Heinsohn sonst bekannt sind. Unterm Strich aber implizieren sie diese. Der Versuch, Kinder aus bildungsfernen Schichten zu bilden sei zu teuer und entfremde die Kinder von ihren Eltern. Dieses „Großexperiment“ hat also zu viele negative Nebenwirkungen. Das andere „Großexperiment“, die offene Einwanderung, hätte dazu geführt, dass wir uns wegen 25 Millionen Einwanderern mit 40 Euro pro Kopf verschuldet hätten, also eine Billionen Euro Schulden haben. Auch dieses Großexperiment sei somit gescheitert. Die Lösung: keine weiteren dieser „Experimente“ wie offene Grenzen und Bildung für alle, sondern Steuersenkung und Kannibalisierung der Hochqualifizierten Chinas. Heinsohn sah am Ende dennoch bedrückt aus, obwohl der den Löwenteil des Gesprächs hatte. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Anschluss an Sarrazins Thesen boten sie also. Auf seine Eugenik-Thesen verzichteten sie - warum auch immer.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-4127361905435583360?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/7TH4GgPGuOE/sloterdijk-zwei-deutsche-groexperimente.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>6</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2010/10/sloterdijk-zwei-deutsche-groexperimente.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-7438804639877278568</guid><pubDate>Tue, 12 Oct 2010 13:01:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-10-13T21:18:56.280+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Studierendenqoute</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Vermögen</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Elite</category><title>Neue Vermögensstudie</title><description>In Kürze erscheint eine neue Vermögensstudie. Wolfgang Lauterbach, Thomas Druyen und Matthias Grundmann untersuchten das "Vermögen in Deutschland. Heterogenität und Verantwortung". Im aktuellen ManagerMagazin-Spezial "Die 500 reichsten Deutschen" findet sich ein &lt;a href="http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,722106,00.html"&gt;Interview&lt;/a&gt; mit Wolfgang Lauterbach. Hier heißt es zum Thema Klassenaufstieg:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;Der Aufstieg ist sogar die Regel. 64 Prozent der Befragten stammen aus  einem Elternhaus der Mittelschicht. Zählt man die 21 Prozent dazu, die  von "ganz unten" aufgestiegen sind, handelt es sich bei stattlichen 85  Prozent der Vermögenden um Aufsteiger. Diese rekrutieren sich jedoch  nicht repräsentativ aus der Bevölkerung, sondern stammen eben sehr viel  häufiger aus der Mittelschicht, wo mit Bildung und einem gewissen  materiellen Hintergrund bereits die Fundamente gelegt wurden.&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;Auf &lt;i&gt;The Dishwasher. Magazin für studierende Arbeiterkinder&lt;/i&gt; habe ich soeben einen Artikel von der "Working Class Students Union" aus den Vereinigten Staaten übersetzt (&lt;a href="http://dishwasher.blogsport.de/2010/10/13/eishockey-und-der-mythos-der-meritokratie/"&gt;Eishockey und der Mythos der Meritokratie&lt;/a&gt;), in dem Malcolm Gladwells "Outliers:  The Story of Success" besprochen wird. Er macht anhand von Aufsteiger-Biografien deutlich, wie sehr diese durch Zufall bestimmt waren.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-7438804639877278568?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/JhrGa6Hl01o/neue-vermogensstudie.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>1</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2010/10/neue-vermogensstudie.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-7592721482848707766</guid><pubDate>Thu, 23 Sep 2010 17:00:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-09-28T17:28:16.326+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">SPD</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Sarrazin</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Rassismus</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Eugenik</category><title>Der Eugeniker Volkmar Weiss gibt Sigmar Gabriel Recht</title><description>Das wird Thilo Sarrazin nicht passen: Ausgerechnet Volkmar Weiss, ein Eugeniker von ganz rechts, gibt Sigmar Gabriel Recht. Natürlich gehe es bei Sarrazins "Deutschland schafft sich ab" um Eugenik. Schließlich sei Sarrazin überhaupt erst durch Weiss zu diesen "komplexen" eugenischen Gedankengängen in der Lage gewesen:&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Tatsächlich dürfte Sarrazin ohne meine Vorleistung „Die IQ-Falle: Intelligenz,  Sozialstruktur und Politik“, Graz 2000, kaum zu einer so&amp;nbsp; komplexen  und brisanten Gedankenführung gelangt sein. Mit der Thematik, in die  Sarrazin sich in zwei Jahren in wirksamer Weise eingelesen hat,  beschäftige ich mich in all ihren Verzweigungen seit über 40 Jahren.&amp;nbsp;  Auch die Idee, die &lt;i&gt;PISA-Testergebnisse in&amp;nbsp;IQ-Werte zu transformieren&lt;/i&gt;,  stammt ursprünglich von mir.&amp;nbsp;  Sarrazin zitiert darüber hinaus korrekt eine Reihe  Originalarbeiten Dritter, auf die er nur durch Zitierungen in meinen  weiteren Arbeiten aufmerksam geworden sein kann, z. B.&amp;nbsp; auf  S. 368 seines Buches die PISA-Punktwerte von Migrantenkindern, M.  Levels et al., American Sociological Review (2008)." (Weiss, Volkmar. Thilo Sarrazin und Volkmar Weiss kontra Sigmar Gabriel und Frank Schirrmacher:Positive Wissenschaft gegen stalinistische Ideologie [Internet]. Version 36. Knol. 2010 Sep 23. Verfügbar bei: http://knol.google.com/k/volkmar-weiss/thilo-sarrazin-und-volkmar-weiss-kontra/19iebpu8jegcn/38.)&lt;/blockquote&gt;&amp;nbsp;Hauptanklagepunkt Gabriels in seinem ZEIT-Artikel sei die Eugenik. Thilo Sarrazin verzichtete auf die ursprünglich angedachte Antwort an derselben Stelle in der ZEIT und schrieb stattdessen ein kurzes Statement in der FAZ. Volkmar Weiss hierzu:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;In einer&amp;nbsp;ersten Antwort unter der Überschrift „Die SPD-Spitze  kann nicht lesen“ (FAZ Online 18.9.2010) versucht Sarrazin, Gabriels  Anklage vor allem als Mißverständnis und Fehlinterpretation  darzustellen. Das wird Sarrazin wenig helfen, denn die logisch und  sprachlich&amp;nbsp;brillant formulierte Anklage trifft tatsächlich den Punkt, an  dem sich die Geister scheiden.&lt;/blockquote&gt;Volkmar Weiss führt richtig aus, dass Sarrazin nicht der erste Sozialdemokrat ist, der Eugenik-Thesen vertritt. Ich hatte an anderer Stelle dargelegt, dass der Versuch eines Rausschmisses Sarrazins aus der SPD vor allem misslang, weil eben die rassenhygienische Tradition der SPD nicht beachtet wurde - oder nicht beachtet werden sollte (&lt;a href="http://dishwasher.blogsport.de/2010/08/24/warum-sarrazin-noch-in-der-spd-ist/"&gt;Warum Sarrazin noch in der SPD ist&lt;/a&gt;). Aber zu Volkmar Weiss Leidwesen sei ja nicht nur die SPD, sondern sogar die FAZ, "Sprachrohr der bürgerlichen Leistungsgesellschaft und Freiheit" anti-eugenisch eingestellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Es geht&amp;nbsp;jedoch nicht nur um die Mitgliedschaft in der SPD.  Frank Schirrmacher, der sich vehement dafür einsetzt, den Eugenik-Aspekt  des Sarrazinschen Buches und seiner haarsträubenden Hintergründe zu  beleuchten - aber nicht. um ihrer wissenschaftliche Erforschung  voranzubringen, sondern nur&amp;nbsp;sie um sie&amp;nbsp;zu verteufeln und&amp;nbsp;abzuwürgen -  ist nicht irgendwer, sondern ein Wortführer in der FAZ, die sich einst  als Sprachrohr der&amp;nbsp;bürgerlichen Leistungsgesellschaft und Freiheit  verstand.&lt;/blockquote&gt;&amp;nbsp;Ja, da war ich allerdings auch von Frank Schirrmacher positiv überrascht. Der Text von Weiss verliert sich im Weiteren in seiner "Alles-Stalinisten-Beschimpfung". Und er hinterfragt den Geisteszustand der SPD:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;An welcher Stelle ist aber eine linke Partei, die sich als&amp;nbsp;  Anti-Eugenik-Partei definiert, geistig einzuordnen?(s.o.)&lt;/blockquote&gt;Keine Ahnung, "an welcher Stelle" diese Partei "geistig einzuordnen" ist, spannender ist die Frage, wieviel &lt;a href="http://klassismus.blogspot.com/2010/09/sarrazins-vererbter-schwachsinn.html"&gt;"ererbter Schwachsinn"&lt;/a&gt; bei Sarrazin noch so alles drin ist.&lt;br /&gt;
Volkmar Weiss, lass dir nicht die Butter vom Brot klauen. Wieviel von deiner "IQ-Falle" hast du jetzt verkauft, &lt;a href="http://knol.google.com/k/manipulationen-in-wikipedia#"&gt;trotz der vielen Links, die du in Wikipedia eingebaut hast&lt;/a&gt;? Und was ist des Dankes Lohn? Sarrazin hat schon seine erste Millionen Euro verdient, keinen Monat nach Erscheinen seines Buches - und deine Eugenik wird verleugnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Nachtrag: Auch Peter Mersch bekennt sich zur Eugenik&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Genau wie Volkmar Weiss sitzt auch Peter Mersch in der zweiten Reihe. In seiner Verteidigung Sarrazins heißt es:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Um es kurz zu machen: Eine Eugenik, bei der man z. B. Krüppel wegen angeblicher schlechter Gene sterilisiert (Dominanz, Recht des Stärkeren), ist mit den Grundprinzipien von Zivilisationen nicht vereinbar, eine auf Anreizen (Gefallen-wollen, Recht des Besitzenden) beruhende, eugenisch wirkende Familienpolitik dagegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
Leider lassen sich solche Feinheiten öffentlich kaum diskutieren. Da heißt es dann etwa, die kräftige (dysgenische) Kindergelderhöhung, von der die berufstätige Akademikerin - ganz im Gegensatz zur ALGII-Bezieherin - so gut wie gar nichts hat, sei sozial, die den Interessen der gut ausgebildeten Mittelschicht genügende familienpoltische Maßnahme dagegen verwerfliche Eugenik, obwohl sie vielleicht rein gar nichts mit den Dominanz-basierten "eugenischen" Versuchen der Vergangenheit zu tun hat. Die dahinterstehende Logik scheint zu lauten: 'Eugenik ist schlecht, Dysgenik also gut.' Die fatalen Auswirkungen einer solch verfehlten Politik lassen sich längst beobachten: Menschen bekommen umso weniger Kinder, je mehr sie geistig, kulturell und materiell an sie weitergeben könnten. Und Kinder wachsen anteilsmäßig immer häufiger in Armut und Bildungsferne auf.&lt;/blockquote&gt;Er zeichnet hier die Argumentationslinie vor, denen wahrscheinlich auch bald Heinsohn und Sloterdijk folgen werden:&lt;br /&gt;
Es gibt demnach&lt;br /&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;eine gute Eugenik (Recht der Besitzenden) und einen schlechten Sozialdarwinismus (Recht des Stärkeren)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;eine gute Eugenik (Gebäranreiz für Akademiker) und eine schlechte Dysgenik (Gebäranreiz für Unterschicht)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;Vor allem die Formulierung "Gefallen-Wollen / Recht des Beistzenden" wird Sloterdijk gefallen.&lt;br /&gt;
Für Sarrazins Verbleib in der SPD ist diese Entwicklung natürlich nicht so toll. Oder sollte letztlich auch die SPD-Schiedskommission Sozialeugenik mit dem Prinzipien der Partei für vereinbar halten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Nachtrag 2, 28.09.2010&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Unverblümt werden in diversen Blogs Sarrazins eugenische Thesen diskutiert und weitergesponnen. Inzwischen wird schon eine Gruppierung von "Anti-Eugenikern" ausgemacht, die sich als Minderheit gegen Sarrazins "wissenschaftliche" Erkenntnisse sträuben. Beispielsweise hier: &lt;a href="http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=185333"&gt;Sarrazin und die Anti-Eugenik&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;pre class="code" style="display: block; position: relative; width: 605px; z-index: 100;"&gt;&lt;code&gt;&lt;a href="http://flattr.com/thing/65663/Der-Eugeniker-Volkmar-Weiss-gibt-Sigmar-Gabriel-recht" target="_blank"&gt;
&lt;img alt="Flattr this" border="0" src="http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png" title="Flattr this" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-7592721482848707766?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/L1nJ71Mn0BM/der-eugeniker-volkmar-weiss-gibt-sigmar.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2010/09/der-eugeniker-volkmar-weiss-gibt-sigmar.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-5655668872101772627</guid><pubDate>Thu, 23 Sep 2010 14:19:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-09-23T17:15:52.057+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Bettina Töhl</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Wikipedia</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Sarrazin</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Eugenik</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Elterngeld</category><title>Ist Menschenzucht geltendes Recht?</title><description>Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel warf dem Ex-Bundesbankvorstandsmitglied Thilo Sarrazin eine "Anleitung zur Menschenzucht" vor und führte dafür dessen Forderung ins Feld, Kindergeld abzuschaffen und stattdessen Akademikerinnen mit gehobener Herkunft 50.000 Euro für eine Geburt zu zahlen.&lt;br /&gt;
Bettina Röhl wies nun in einem &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,718499-2,00.html"&gt;Artikel&lt;/a&gt; darauf hin, dass dies doch längst geltendes Recht sei und meinte damit die Elterngeldregelung:&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Sarrazins Vorschlag, Jungakademikerinnen eine Prämie von 50.000 Euro  von Staats wegen zu zahlen, um sie zum Gebären anzuregen, ist im Prinzip  bereits geltendes, von der schwarz-roten Koalition, der Gabriel als  Minister angehörte, beschlossenes Recht.Das damals eingeführte Elterngeld für ein Jahr Erziehungspause eines  Elternteils beträgt für arme Schlucker ein Jahr lang 300 Euro pro Monat,  also 3600 Euro. Für Besserverdienende hatte Schwarz-Rot als Obergrenze  1800 Euro Elterngeld pro Monat ausgesetzt. Diese Gutverdiener-Paare  bekommen also per Saldo über zwölf Monate verteilt knapp 22.000 Euro  Elterngeld geschenkt.&lt;br /&gt;
Das sind gut 18.000 Euro mehr Gebärprämie, als eine  Unterschichten-Mutter erhält, um es klar und deutlich auszudrücken: Das  ist geltendes Recht. Wie kann man dazu "Menschenzucht"-Phantasien  gelangen? Gerade jetzt geht Schwarz-Gelb auf Sarrazin-Kurs und  beschränkt das Elterngeld ganz auf Besserverdiener. &lt;/blockquote&gt;&amp;nbsp;Diese Themen zusammenzubringen ist richtig. Der Schluss ist falsch. Konkret zitierte Sigmar Gabriel mit jener Aussage aus dem Buch "Deutschland schafft sich ab":&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;»Es könnte beispielsweise bei abgeschlossenem Studium für jedes  Kind, das vor Vollendung des 30. Lebensjahres der Mutter geboren wird,  eine staatliche Prämie von 50000 Euro ausgesetzt werden. (…) Die Prämie –  und das wird die politische Klippe sein – dürfte allerdings nur  selektiv eingesetzt werden, nämlich für jene Gruppen, bei denen eine  höhere Fruchtbarkeit zur Verbesserung der sozioökonomischen Qualität der  Geburtenstruktur besonders erwünscht ist.«&lt;/i&gt;       (S. 389/390)&lt;/blockquote&gt;Hmpf, ein einfacher Satz, scheint es zunächst. Doch was ist eine "sozioökonomische Qualität der Geburtenstruktur"? Eine Google-Suche ergibt keine Treffer (außer auf Sarrazins Formulierung selbst), auch "Qualität der Geburtenstruktur" nicht. Vielleicht meinte Sarrazin "Bevölkerungsqualität". Hier wird Google fündig, und zwar vor allem beim Eugeniker Volkmar Weiss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Vortrag "Bevölkerungsqualität: Der demographische Übergang in den Untergang" geht die &lt;a href="http://www.kp-marburg.de/volkmar_weiss.htm"&gt;Kritische Psychologie&lt;/a&gt; Marburg ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hatte mit dem Begriff "Bevölkerungsqualtität" in Wikipedia zu tun und stellte seinerzeit einen erfolgreichen &lt;a href="http://www.blogger.com/%20http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/10._November_2006#Bev%C3%B6lkerungsqualit%C3%A4t_%28gel%C3%B6scht%29"&gt;Löschantrag&lt;/a&gt;. Volkmar Weiss hatte an diesem Artikel mitgearbeitet. Offiziell wurde der Artikel unter dem Nickname "Gregor Strasser" erstellt. Gregor Strasser war ein führender Nazi. Volkmar Weiss ist wegen mehrfacher Regelübertretungen in Wikipedia gesperrt worden, hierzu zählte, dass er sich unter einer ganzen Anzahl von Nicknames anmeldete und diese missbräuchlich einsetzte. Den Artikel "Vererbung von Intelligenz" versuchte gegen eine Löschung zu retten, indem er unter einem Nickname zahlreiche Wikipedia-Autoren wüst beschimpfte und unter Klarnamen um Verständnis für den Wüterich bat, schließlich habe dieser doch im Kern recht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sarrazin zitiert Volkmar Weiss, wahrscheinlich ist das Gerede von der "sozioökonomischen Qualität der Geburtenstruktur" auf dem Bevölkerungsqualtiäts-Mist von Weiss gewachsen. Nach Bettina Röhl ist diese "sozioökonomische Qualität der Geburtenstruktur" bereits geltendes Recht. &lt;i&gt;"Das  ist geltendes Recht. Wie kann man dazu "Menschenzucht"-Phantasien   gelangen? Gerade jetzt geht Schwarz-Gelb auf Sarrazin-Kurs und   beschränkt das Elterngeld ganz auf Besserverdiener."&lt;/i&gt; Was soll man dazu noch sagen? Vor einem Jahr schrieb ich in &lt;a href="http://klassismus.blogspot.com/2009/10/moderne-sozialeugenik.html"&gt;Sarrazins Sozialeugenik&lt;/a&gt; (16.09.2009) bereits zum Lettre-Interview Sarrazins:&lt;br /&gt;
&lt;i&gt; &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Den "Unterschichten" das Geld wegzunehmen, damit sie schneller  aussterben, erinnert an Malthus. Es wird ja mit der Umstellung vom  Erziehungsgeld zum Elterngeld bereits praktiziert. Sarrazin drückt es  schonungslos aus und die bisherige Entwicklung reicht ihm noch nicht. &lt;/blockquote&gt;Röhl und ich sind uns weitgehend einig. Doch Röhl sagt: das ist keine Menschenzucht, weil es doch praktiziertes Gesetz ist. Ich meine hingegen: das Elterngeldgesetz ist Menschzucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;pre class="code" style="display: block; overflow: hidden; position: relative; width: 605px; z-index: 100;"&gt;&lt;code&gt;&lt;a href="http://flattr.com/thing/65595/Ist-Menschenzucht-geltendes-Recht" target="_blank"&gt;
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&lt;pre class="code" style="display: block; position: relative; width: 605px; z-index: 100;"&gt;&lt;code&gt;&lt;a href="http://flattr.com/thing/64725/Sarrazins-vererbter-Schwachsinn" target="_blank"&gt;
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&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Einzelnen:&lt;br /&gt;
Klaus von Dohnanyi, ehemaliger erster Bürgermeister Hamburgs und SPD-Mitglied, Ex-Kurator der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", stellvertretender Vorsitzender des &lt;a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=1313"&gt;"Konvents für Deutschland"&lt;/a&gt; verteidigt Sarrazin und würde ihm auch in einem Schiedsgericht beistehen.&amp;nbsp; Hier Auszüge aus seiner Verteidigungsrede:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Ist sein Buch jetzt das "Outing" eines Rassisten und Rechtsradikalen? Nein. Sarrazins Grundthese ist einfach. Er ist der Auffassung - und begründet das sehr ausführlich -, dass Deutschland Gefahr läuft, seine geistigen Eliten einzuschmelzen, weil diese selbst zu wenige Kinder bekommen, während Gruppen, die sich bisher nicht durch Arbeit und Leistung hervorgetan haben (manche Deutsche oder Teile von Migranten) mehr Kinder bekommen und so das Leistungsniveau der Nation langfristig absenken könnten."&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Diese Grundthese wäre nicht zwingend rassistisch, sondern nur zynisch, wenn sie sich auf die Tatsache beschränken würde, dass Akademikerkinder deutlich mehr Chancen haben, in die sogenannte "Elite" aufzusteigen, als sogenannte "Unterschichtskinder". Aber es geht weiter, wie auch Dohnanyi feststellt:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Sarrazins Behauptung, dass es besondere, kulturelle Eigenschaften von Volksgruppen gibt, kann heute niemand mehr mit Sachkenntnis bestreiten. Die amerikanische Enzyklopädie der Sozialwissenschaften nennt das social race: "soziale Rasse". Sarrazin sieht nun bei Teilen islamischer Gruppen eine Ablehnung der Integration und darin Gefahren für unsere Bildungs- und Leistungsgesellschaft. Integration sei auch eine "Bringschuld". Falsch?"&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
"Besondere kulturelle Eigenschaften von Volksgruppen?" Das klingt äußerst merkwürdig. Was soll das sein? Und was soll der Hinweis auf "social race"? "Race" hat im us-amerikanischen Kontext eine andere Bedeutung als "Rasse" im deutschen. Googelt man nach "Sozialer Rasse", so erfährt man etwas über Angora-Kaninchen, Islandpferde und Pappilonzucht. "Rasse" impliziert im Deutschen biologistische oder quasi-biologische Zuschreibungen. Noch bleibt Dohnanyi bei "kulutrelle Eigenschaften", aber der Text geht weiter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Sarrazin hat für seine Thesen auch "biologische" Argumente angeführt. Er beruft sich auf eine gewisse Vererblichkeit von Intelligenz. Falsch?"&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Ja, falsch, Herr von Dohnanyi. Man kann sich noch über individuelle Vererblichkeit von Intelligenz streiten. Dass sogenannte "Volksgruppen" Intelligenz vererben, ist falsch. Aber natürlich macht es Sinn, von "sozialen Rassen" zu sprechen, wenn man so etwas wie die "kollektive Vererbung von Intelligenz" zu sehen glaubt. Die richtige Kennzeichnung von Menschen, die von "Sozialen Rassen" sprechen und diesen Rassen "erblich bedingte" unterschiedliche Intelligenzgrade zusprechen, ist "Sozialrassisten".&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Er meint, dass sich das unzureichende Bemühen einer Volksgruppe (oder einer sozialen Gemeinschaft) um Bildung und Erfolgsstreben langfristig auf das messbare Intelligenzniveau dieser Gruppierungen auswirken kann."&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Nicht ganz richtig, wenn schon, dann "langfristig auf das messbare &lt;i&gt;"vererbliche"&lt;/i&gt; Intelligenzniveau auswirkt". Das klingt nach Lamarckismus: Eigenschaften gehen ins Erbgut über; oder nach einer "Entartungs"- und "Dekadenz-/Degenerierungstheorie"; dabei dachte ich bislang, Sarrazin würde vulgärdarwinistisch-eugenisch argumentieren, dass also die "Negative Auslese" eine Gruppe von Menschen mit einer vererbbar niedrigen Intelligenz entstehen lasse, die sich aber überproportional vermehre, also zu einer dysgenischen Entwicklung führe, der man zum Wohle des Volkes eugenisch entgegenwirke müsse. Was daran schlecht ist? Sozialeugenik ist menschenverachtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Und in einem Interview, nach eventuell genetischen Anteilen der Intelligenzvererbung gefragt, meinte er unter Hinweis auf wissenschaftliche Veröffentlichungen in den USA - inzwischen zu seinem eigenen Bedauern -, dass auch die Juden (die in seinem Buch nur Bewunderung wegen ihrer Intelligenz erfahren) vermutlich eine etwas andere (also überlegene) Genstruktur aufweisen könnten. Rassismus?"&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Ja. Rassismus. Sarrazin bedauert den Satz mit dem "Juden-Gen", weil damit die Stimmung plötzlich umschlug. Die New York Times berichtete, dass ein deutscher Bundesbank-Vorstand von Basken- und Juden-Gene sprach. Bis dato wusste Sarrazin sehr wohl zu vermeiden, Begriffe wie "Entartung" und "Eugenik" zu explizit zu nennen. Im Interview hat er sich verplappert. Er hat nicht den Inhalt seiner Aussage bedauert, sondern dass er nun dort gesehen wurde, wo er steht. Es klingt übrigens so, als würden Sie seinen Satz inhaltlich &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; bedauern, Herr von Dohnanyi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es Begriffe wie "Rasse" gibt, bezweifelt niemand. Die UN hat aber klargestellt, dass es keine biologische Entsprechung von "Rassen" bei Menschen gibt. Man sollte also nicht über "Rassen" nachdenken, sonndern über Rassismus. Als stellvertretener Vorsitzender des "Konvents für Deutschland", sollte es von Dohnanyi seinen Konventskollegen Oswald Metzger (Ex-SPDler, Ex-Grüner), Wolfgang Clement (Ex-SPDler, inzwischen aus dem Konvent ausgeschieden) gleichtun und die SPD verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfgang Clement:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Biologen verwenden für "Organismen, die zeitweise oder dauerhaft zur  Befriedigung ihrer Nahrungsbedingungen auf Kosten anderer Lebewesen -  ihren Wirten - leben", übereinstimmend die Bezeichnung "Parasiten".  Natürlich ist es völlig unstatthaft, Begriffe aus dem Tierreich auf  Menschen zu übertragen." &lt;/i&gt;&lt;a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/19/0,3672,2387475,00.html" rel="nofollow" title="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/19/0,3672,2387475,00.html"&gt;Quelle:  heute journal 20.10.2005&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Oswald Metzger:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;Wir können doch heute schon bei Sozialhilfe-Biografien über  Generationen beobachten, dass Menschen, die von Transfereinkommen leben,  nicht aktiviert werden. Sozialhilfeempfänger werden keineswegs  schöpferisch aktiv. Viele sehen ihren Lebenssinn darin, Kohlehydrate  oder Alkohol in sich hinein zu stopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und  das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen. Die wachsen dann  verdickt und verdummt auf. &lt;/i&gt;&lt;a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/603071.html?q=metzger"&gt;Quelle:  Stern.de 20.11.2007&lt;/a&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Dohnanyi kann die SPD zusammen mit Sarrazin verlassen ihn in den Konvent reinholen. Hans-Olaf Henkel würde sich über den neuen Kollegen freuen. &lt;a href="http://dishwasher.blogsport.de/2010/08/24/warum-sarrazin-noch-in-der-spd-ist/"&gt;In der SPD jedenfalls sollte kein Platz für das laute "Nachdenken" über Rassen und Klassenrassen sein&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Nachtrag:&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
War ja klar, ein weiteres (ehemaliges) Konvent-Mitglied hat sich für Sarrazin stark gemacht: &lt;a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Clement-wirft-SPD-Verleumdung-Sarrazins-vor-id3660631.html"&gt;Wolfgang Clement&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Nachtrag 2:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Et Voilà: Auch Oswald Metzger verteidigt nun Sarrazin (in einem Interview mit der Jungen Feiheit, die ich hier nicht verlinken werde):&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;„Während viele politisch korrekte Meinungsbildner mit Empörung auf  Sarrazins Fundamentalkritik an der gescheiterten Integrationspolitik  reagieren, die SPD-Spitze ihn rausschmeißen möchte und die Staatsspitze –  von der Kanzlerin bis zum Bundespräsidenten – die Bundesbank  erfolgreich zur Entfernung des Übeltäters aus dem Vorstand aufforderten,  ist sich das gemeine Volk einig: ‘Der Mann sagt die Wahrheit und wird  dafür abgestraft!’“&lt;/blockquote&gt;Wo bleibt Olaf Henkel? Oder hält sich Henkel zurück, weil seine &lt;a href="http://www.chaostheorien.de/artikel/-/asset_publisher/haR1/content/Eine-Bande-der-Bigotten-Dr-Sarrazin-Herr-Henkel-und-die-Bank-of-America"&gt;Position zum rassistischen "Red Lining"&lt;/a&gt; in der Bank of America bereits umstritten genug ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Nachtrag 3 (07.09.2010):&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Klaus von Dohnanyi im Deutschlandfunk-Interview mit Christoph Heinemann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Ob das richtig ist oder nicht, weiß er nicht, weiß ich nicht, aber wenn  Intelligenz vererbbar ist, dann könnte ich mir vorstellen, dass  abgesehen von der sehr viel besseren Schulpolitik, die die Juden in der  Regel in ihren Familien betreiben, und der größeren Bildungsnähe, die  sie ihren Kindern vermitteln - das ist ja der große Vorteil der  jüdischen Gesellschaft, dass sie einfach mehr Wert auf Bildung legen -,  abgesehen davon könnte es natürlich inzwischen auch dadurch ein gewisser  höherer Intelligenzquotient abhängig sein von einem Gen. Niemand weiß  das, es ist aber keine Sünde, das zu sagen. Wenn Intelligenz vererbbar  ist, was offenbar in der Wissenschaft unbestritten ist, dann könnte das  der Fall sein."&lt;/blockquote&gt;Zu dem "was die Wissenschaft" zu dieser Frage sagt, hat sich nun der Dachverband der Biologie-Wissenschaftler_innen eingeschaltet: &lt;a href="http://www.vbio.de/informationen/alle_news/e17162?news_id=10290"&gt;VBIO: Thilo Sarrazin hat grundlegende genetische Zusammenhänge falsch  verstanden&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"In Bezug auf die Aussagen Sarrazins zur Genetik verwehrt sich der Verband  Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO e. V.)  entschieden gegen jede politische Instrumentalisierung biologischer  Fakten. – Sei es durch Thilo Sarrazin selbst, sei es durch andere  Teilnehmer der derzeit laufenden öffentlichen und medialen Debatte.&lt;br /&gt;
Die genetischen Thesen von Herrn Sarrazin sind nicht mit den modernen  Erkenntnissen zur Evolutionsbiologie des Menschen vereinbar. [...]"&amp;nbsp; Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin, 02.09.2010&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://flattr.com/thing/58931/Definieren-Sie-Rassismus-Herr-Dohnanyi" target="_blank"&gt; &lt;img alt="Flattr this" border="0" src="http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png" title="Flattr this" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-9096742909840612489?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/BuLbIwSKcEY/definieren-sie-rassismus-herr-dohnanyi.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>9</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2010/09/definieren-sie-rassismus-herr-dohnanyi.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-5553346054764798055</guid><pubDate>Fri, 03 Sep 2010 16:37:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-09-03T18:45:44.732+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Klassenrassismus</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Sarrazin</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Rassenhygiene</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Rassismus</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Eugenik</category><title>Sarrazin: ein Eugeniker? - Eine Pressesammlung</title><description>Im Folgenden dokumentiere ich eine Presseliste mit kurzen Auszügen und Links, die sich mit &lt;a href="http://klassismus.blogspot.com/2009/10/moderne-sozialeugenik.html"&gt;Thilos Sarrazins Eugeniktheorie&lt;/a&gt; befassen. Ich beginne mit der Diskussion seit dem Lettre-Interview. Bereits dort wurden die eugenischen Grundzüge deutlich, wurden aber selten benannt. Seit der Diskussion um Sarrazins Bestseller "Deutschland schafft sich ab" wurde einer größeren Gruppe von Journalisten und Journalistinnen die Rassenhygiene-Theorie in Sarrazins Thesen deutlich, bzw. sie berichten nun offener darüber. So gegensätzliche Journalist_innen wie Frank Schirrmacher (FAZ) und Ulrike Herrmann (taz) unterstellen Sarrazin, dass er bewusst Begriffe wie Eugenik und Entartung vermeide, sich aber sehr wohl darüber bewusst sei, dass er sie meine.&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Zwischen Lettre-Interview und "Deutschland schafft sich ab" &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
* &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/286/499562/text/"&gt;Gutachten zu Sarrazins Rassismus&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Christian Staas (DIE ZEIT, Chefredakteur Zeit-Geschichte):&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Was Sarrazin hier entwirft, ist nichts anderes als ein eugenisches Projekt zum „Auswachsen“ unbrauchbaren Lebens. Er schlägt deshalb unter anderem die komplette Streichung von Sozialzuwendungen für Ausländer aus der „Unterschicht“ vor. Der sprachliche Duktus seiner Antworten – vom biologisierenden Bild des „Kreislaufs“ in der Stadtbeschreibung bis hin zur „negativen Auslese“ im folgenden Zitat – könnte rassenbiologischen Schriften entlehnt sein: „Benachteiligte aus bildungsfernen Schichten, davon hat Berlin besonders viele. Es gibt auch keine Methode, diese Leute vernünftig einzubeziehen. Es findet eine fortwährende negative Auslese statt.“[http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2009-10/sarrazin-grossstadt-berlin]&lt;/blockquote&gt;* Rainer Rilling (Soziologe, Schwerpunkt Elite, Kapitalismus):&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&amp;nbsp;Dieses Weltbild ist nicht faschistisch, sondern elitistisch. Es geht dabei allerdings nicht um einen oftmals als unzeitgemäß veraltet angesehenen „konservativen Elitismus“, sondern es geht, wenn die Herstellung einer vorbildlich elitären Ordnung als Aufgabe formuliert wird, um einen aktivistischen Elitismus, der – wo er sich in die Tradition der Sozialeugenik der Stereotypisierung, Reinigung usw. stellt und mit Exklusion / Abschließung sowie Versagung von Anerkennung operiert – fast (“TS: “Das klingt sehr stammtischnah”, S.200) völlig problemlos im Übergangsfeld zum Rassistischen und Faschistischen argumentiert und für entsprechende Politiken optiert.[http://ifg.rosalux.de/?p=783]&lt;/blockquote&gt;* Hajo Funke (Politologe, Schwerpunkt Antisemitismus, Rechtsextremismus):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Meines Erachtens sind Sarrazins Äußerungen sowohl sozialdarwinistisch als auch rassistisch.&lt;br /&gt;
Zudem spricht er der Unterschicht der ethnisch Deutschen ab, dass sie sich sozial entwickeln könne. Das widerspricht der politischen Linie der SPD. Aber vor allem ist das eine abgründige, sozialdarwinistische Verachtung von Deutschen, Arabern und Türken zugleich.&lt;a href="http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/das-ist-geradezu-grotesk/"&gt; Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Sozialdarwinistisches Weltbild" &lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/Landespolitik-Thilo-Sarrazin-Berliner-SPD;art124,2920576"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Wolfgang Streeck, Direktor des Kölner Max-Planck-Instituts, nach Rudolf Walter: Wer soll die Kinder kriegen, taz 16.07.2010:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; "Marktorientierte Sozialeugenik"&lt;a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&amp;amp;dig=2010%2F07%2F16%2Fa0120&amp;amp;cHash=f11c7bf24c"&gt; Link&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Seit der Diskussion um Sarrazins Buch&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, 26.08.2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Es ist unerträglich, was Herr Sarrazin mit seinen wirren sozio-biologischen Annahmen über die Intelligenz von Migranten zum wiederholten Male der Öffentlichkeit zumutet"&lt;a href="http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&amp;amp;atype=ksArtikel&amp;amp;aid=1277474049577&amp;amp;openMenu=1013016724320&amp;amp;calledPageId=1013016724320&amp;amp;listid=1018881578370"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* TAZ zur SPIEGEL-Vorveröffentlichung, 27.08.2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Zudem klammert der im Spiegel veröffentlichte Auszugs diverse heiße Eisen aus - das Thema Eugenik kommt beispielsweise gar nicht vor!&lt;a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/ich-habe-lange-mit-mir-gerungen/"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* TAGESTHEMEN: Debatte um Sarrazin. Medien-Coup mit rassistischen Thesen, 27.08.2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Er glaubt, dass sich Begabung vererbt, dass muslimische Migranten dumm sind und deren "enorme Fruchtbarkeit" eine Bedrohung darstellen, weil "die Klugen" gleichzeitig zu wenig Kinder bekommen. Der Bundesbankvorstand Sarrazin bewegt sich mit seinen Thesen in der Tradition der rassistischen Erblehre, die lange widerlegt ist - doch alle hören ihm zu.&lt;a href="http://www.tagesschau.de/inland/sarrazin160.html"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Matthias Kamann: Nur als Provokateur originell, WELT-Online, 27.08.2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Zwar hält sich Sarrazin fern von eugenischen Plänen, die im 19. und 20. Jahrhundert zu zwangsweisen Sterilisationen in der Unterschicht entworfen wurden. Doch argumentativ steht er in einer Tradition, die von Dekadenz-Theoretikern des 19. Jahrhunderts über die Sozialdarwinisten bis zu Geburtenbeschränkungen für die Unterschicht in Schweden reichen: Hochkulturen ziehen Barbaren an, diese vermehren sich ungebremst, während die Klugen aussterben, weshalb man bevölkerungspolitisch umsteuern muss. Es bleibt dabei Thilo Sarrazins Geheimnis, warum er sich nicht fragt, was an diesen Thesen dran ist, wenn sie vor rund 150 Jahren Verfallsprognosen für etwa 1950 erstellten, die dann nicht eintraten."&lt;a href="http://www.welt.de/die-welt/politik/article9227119/Nur-als-Provokateur-originell.html"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Ralf Stegner: Abrechnung mit dem Provokateur. Sarrazins böse WeltSPIEGEL-Online, 28.08.2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Wir finden eine wirre Mischung aus Ökonomismus, Eugenik und kokettem Borderline-Rassismus, wie es der Journalist Jörg Lau einmal ausgedrückt hat.&lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,714260,00.html"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Ulrike Herrmann / Alke Wierth: : "Thilo Sarrazin, der Eugeniker. Die Gene sind schuld", taz, 29.08.2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"... Denn Sarrazin argumentiert dezidiert biologistisch. Für ihn ist die Unterschicht nicht sozial benachteiligt, sondern genetisch bedingt dümmer als die Oberschicht. Es handle sich um eine "negative Auslese". Überhaupt schreibt Sarrazin sehr gern über "Selektion". Seine Formulierungen und "Analysen" erinnern nicht nur an die Eugenik - sie sind Eugenik. [...]&lt;br /&gt;
Programmatisch heißt ein Kapitel: "Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist." Dies war genau das Programm der Eugenik, die im 19. Jahrhundert von Francis Galton erfunden wurde. Auf ihn beruft sich Sarrazin explizit - allerdings ohne das Wort Eugenik zu verwenden. Sehr zielgenau verwendet er jedoch den Begriff "dysgenisch", der ohne den Kontext der Eugenik gar nicht zu verstehen ist und der 1915 erfunden wurde, um "negative Selektionsprozesse" bei einer menschlichen Population zu beschreiben."&lt;a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-gene-sind-schuld/"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Hartmut Wewetzer: Sarrazins Thesen. Was ist Intelligenz?, Der Tagesspiegel, 29.08.2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Singapur verfolgte seit 1984 eine ähnliche eugenische Politik wie von Sarrazin gefordert, hat sie aber wieder aufgegeben. Jetzt fördert man die Fruchtbarkeit ganz allgemein, ohne Ansehen des Schulabschlusses."&lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/wissen/was-ist-intelligenz/1913392.html"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Georg Thanscheidt: "Dummes Zeug", Abendzeitung, 29.08.2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Da wird wohlwollend der britische Forscher Francis Galton zitiert. Der Zeitgenosse Mendels war nicht nur der „Vater der frühen Intelligenzforschung“, wie Sarrazin schreibt, sondern auch einer der Väter der Eugenik, die nach Wegen suchte, die „eigene Rasse zu verbessern“."&lt;a href="http://www.abendzeitung.de/politik/meinung/208880"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, in Tagblatt.de, 30.8.2010&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Der Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann, warf Sarrazin einen faktischen Rückgriff auf Elemente der Rassenhygiene aus der Nazi-Zeit vor. Damit habe Sarrazin eine "rote Linie überschritten".&lt;a href="http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/ueberregional/politik_artikel,-Aeusserungen-ueber-Juden-loesen-heftigen-Widerspruch-aus-_arid,110494.html"&gt;[94]&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Frank Schirrmacher: "Sarrazins Konsequenz. Ein fataler Irrweg", FAZ, 30.08.2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Sarrazins Thesen laufen auf eine vollständige Neudefinition unseres Begriffs von Kultur hinaus.&lt;br /&gt;
Zunächst: Dieses Buch hat nicht Thilo Sarrazin verfasst. Es wurde von einer Politik geschrieben, die seit Generationen nicht mehr in Generationen denkt, sondern in Monaten. Sarrazin ist lediglich der Ghostwriter der Gespenster, die uns jetzt heimsuchen. Umso erstaunlicher die Vorabrezension der Bundeskanzlerin, die das Buch wahrscheinlich nicht sehr konzentriert gelesen hat. Sarrazins Buch sei „nicht sehr hilfreich“ bei der Integrationsdebatte, ließ sie über ihren Regierungssprecher mitteilen. Sie ist damit, wie auch der inexistente neue Bundespräsident, im Begriff, die Spaltung der Gesellschaft zu befördern. Jeder, der Sarrazins Buch gelesen hat, weiß, dass er gut begründet, warum die Politik bisher nicht hilfreich war. [...]&lt;br /&gt;
Es ist kein Zufall, dass entscheidende Begriffe, Namen und Quellen im Register nicht auftauchen, obwohl sie sich in den Fußnoten oder über Verweise rekonstruieren lassen. Das ist kein Versehen. Man sollte Sarrazin nicht unterschätzen. Er will eine völlig neue politische Debatte auslösen, die im Kern biologisch und nicht kulturell argumentiert. Dafür gibt es Vorbilder auch in der Geschichte der großen Demokratien. In den Worten von Irving Fisher aus dem Jahre 1912, der zu den Befürwortern der neuen Einwanderungsgesetzgebung in Amerika zählte: eine Einwanderungsdebatte ist immer die Chance einer eugenischen Debatte. Sarrazin spricht, wenn er von Kultur redet, nicht vom Erbe, sondern vom Erbgut, und auch das ist Bestandteil demokratischer Diskurse vor exakt hundert Jahren: „Die Gesellschaft“, so der mächtige Biologe Harry Laughlin, „muss Erbgut als etwas betrachten, das der Gesellschaft gehört und nicht allein dem einzelnen.“ [...]&lt;br /&gt;
Galton, so muss man hinzufügen, was Sarrazin hinzuzufügen vergisst, war vor allem der Vater der modernen Eugenik. Und auch das ist eine der Hintertüren, die Sarrazin sich offenlässt: ein Buch, das faktisch für eine eugenische Demographie plädiert, hätte den Begriff verhandeln und im Sachregister aufnehmen müssen, statt ihn verschämt als Adjektiv im Strom der Gedanken untergehen zu lassen."&lt;a href="http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc%7EE1E30FB65E1E44794BFFEB5A2B73DE7EA%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Pressemitteilung des Zentralrats der deutschen Katholiken (Präsident des ZdK, Alois Glück), 30.08.2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Die Basis der Argumentation von Sarrazin ist das Erbgut, eine Reduzierung des Menschen auf seine Biologie. Danach werden sie in erwünschte und unerwünschte, brauchbare und unbrauchbare sortiert. Solches Denken war und ist die Grundlage eugenischer Debatten mit einer eigenen Dynamik, bis hin zu den Euthanasieprogrammen."&lt;a href="http://www.zdk.de/pressemeldungen/meldung.php?id=594"&gt;[96]&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* SPD-Pressemitteilung, 30.08.2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Im Vorfeld seiner [Sarrazins, S.F.] Buchvorstellung hatte der ehemalige Berliner Finanzsenator, Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin, in verschiedenen Presseinterviews offensiv die These vertreten, dass bestimmte Verhaltensweisen von Menschen unterschiedlicher Herkunft genetisch zu begründen seien. So sei etwa die Bereitschaft zu Bildung und Integration im Erbgut festgelegt – und damit unveränderbar. Er arbeitete in diesem Zusammenhang mit Begriffen, „die nahe an der Rassenhygiene liege“, sagte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel am Montag in Berlin. Wegen dieser Nähe zu nationalsozialistischen Theorien leitet der SPD-Vorstand am Montag ein Parteiordnungsverfahren gegen Sarrazin ein.&lt;a href="http://www.spd.de/de/aktuell/nachrichten/2010/08/Parteiausschlussverfahren-gegen-Thilo-Sarrazin.html"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender, über Sarrazin und der Begründung für seinen Parteiausschluss (Reuters Deutschland, 30.08.2010):&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Aber wenn ich beginne - allemal in Deutschland - sozusagen entlang der Argumentation der Rassentheorie und der Rassenhygiene meine Argumentation zu untermauern, dann ist jedenfalls ein Punkt erreicht, wo es mit uns nicht geht."&lt;a href="http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE67T0C620100830"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Klaus Hödl (wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Jüdische Studien an der Karl-Franzens-Universität Graz): Sarrazin und der Zeitgeist. Sarrazin argumentiert zweifellos rassistisch, derStandard.at, 31. August 2010&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Sarrazins Vorstellungen über die gegenwärtigen sozialen Probleme und zukünftige Entwicklung Deutschlands kennzeichnen auffällige Ähnlichkeiten mit dem rassenhygienischen Diskurs um die Wende zum 20. Jahrhundert [...] Sarrazin, und auch darin stimmt er mit den Rassenhygienikern überein, schreibt Juden eine überdurchschnittlich hohe Intelligenz zu. [...]&lt;a href="http://derstandard.at/1282978632580/Sarrazin-und-der-Zeitgeist?seite=9"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Franz Walter: Sarrazin-Thesen. Sozialdemokratische Genetik, ZEIT-online, 31.98.2010&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Die Sozialdemokraten grollen mit ihrem Genossen Thilo Sarrazin. Ein Ausschlussverfahren wird eröffnet. Dabei findet sich der genetisch-biologistische Ansatz, der in Sarrazins Auffassungen mindestens mitschwingt, durchaus prominent in der sozialdemokratischen Geschichte wieder. In den 1920er Jahren waren gerade Sozialdemokraten entschiedene Eugeniker.&lt;a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-08/sarrazin-spd-eugenik"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Frank Schirrmacher: Sarrazins Quellen. Biologismus macht die  Gesellschaft dümmer, FAZ-net, 01.09.2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Es geht um Demographie, um Wirtschaft und dann, im innersten Kern  des Ganzen, um Biologie. Wer zu der dritten Puppe nicht vorstößt,  versteht das Ausmaß der Aufregung nicht. Aber von ihr hängt die  Architektur des Ganzen ab.&lt;br /&gt;
Denn im Innersten dieses Buches steckt eine vulgärdarwinistische  Gesellschaftstheorie, die mit einer Unbefangenheit dargelegt wird, als  hätte es alle Erfahrungen des zwanzigsten Jahrhunderts nicht  gegeben.[...]&lt;br /&gt;
Sarrazin meint faktisch „Entartung“ – daran kann angesichts der  Quelle kein Zweifel bestehen –, aber er nennt das Wort nicht. So geht es  einem immer wieder mit diesem Buch. Es täuscht über seine Grundlagen.  Dass er weiß, was er tut, sieht man an seinen Sicherheitsmaßnahmen:  Warum legt er so großen Wert auf den seitenlang ausgebreiteten Hinweis,  dass Intelligenztests von Juden erfunden wurden?&lt;br /&gt;
Sarrazin blendet eine jahrhundertelange, zum Teil verheerende  wissenschaftliche Rezeptionsgeschichte darwinistischer Theorien aus und  schließt an sie an, als seien sie Erkenntnis von heute. Damit es nicht  auffällt, verschleiert er die Terminologie.&lt;a href="http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc%7EE0439B949FC414E4BA0BD30FDB27317FD%7EATpl%7EEcommon%7ESspezial.html"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;dl&gt;&lt;dd&gt;&lt;/dd&gt;&lt;/dl&gt;&lt;b&gt;Seit 02.09.2010 &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Claire-Lise Buis: Integration. Die Grenzen verwischen, Rheinischer Merkur, 02.09.2010&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Sarrazins Thesen provozieren. Der SPD-Politiker bedient sich biologistischer Argumente und zitiert Vordenker der Eugenik.&lt;a href="http://www.rheinischer-merkur.de/2010_35_Die_Grenzen_verwi.44457.0.html?&amp;amp;no_cache=1"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Wissenschaftler und Eugeniker. Sarrazins Vordenker, taz, 02.09.2010&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;a href="http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/sarrazins-vordenker/"&gt;Link &lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Markus Nöthen (Direktor des Instituts für Humangenetik der Universität Bonn): "Debatten aus dem 19. Jahrhundert. Interview mit Markus Nöthen" General-Anzeiger, 02.09.2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"&lt;i&gt;Generalanzeiger:&lt;/i&gt; Die Diskussion über die Frage, inwieweit Intelligenz angeboren oder erworben ist, wird nicht zum ersten Mal geführt.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Nöthen:&lt;/i&gt; Die Konzepte von Herrn Sarrazin erinnern an Diskussionen aus dem 19. Jahrhundert, aus denen sich auch die Eugenik nährte."&lt;a href="http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=news&amp;amp;itemid=10028&amp;amp;detailid=780741"&gt; Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Andrian Kreye: Debatte um Sarrazin. Alles auf Aha-Erlebnis, Süddeutsche.de, 02.09.2010&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Momentan konzentriert sich die Debatte auf die drei großen Schwachpunkte in Sarrazins Text: die Ethnisierung eines Klassenproblems; die eugenische Betrachtung eines Bildungsproblems; und die segregationistische Behandlung des Integrationsproblems.&lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/debatte-um-sarrazin-alles-fuer-ein-aha-erlebnis-1.995422"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;* Andreas Bernar: Das verstehe ich nicht, SZ-Magazin.de, 02.09.2010&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Ein Buch prägt also die gegenwärtige Diskussion, das in Vokabular und Argumentation nahtlos an die rassenbiologischen Standardwerke der Zeit um 1900 anschließt. Man müsste in den Traktaten eines Alfred Ploetz, Erfinder des Wortes »Rassenhygiene«, nur das Wort »slawisch« durch »muslimisch« und »Rasse« durch »Glauben« ersetzen und hätte dieselben Hypothesen.&lt;br /&gt;
Sarrazin begründet gewissermaßen die neue Disziplin der Religionshygiene. Wobei er große Mühe darauf verwendet, die historische Blaupause seines Buchs nur bis zu jener Grenze aufzudecken, an der sie für die meisten Leser unkenntlich bleibt. Seit 70 Jahren diskreditierte Schlagwörter wie »Eugenik« etwa kommen kein einziges Mal vor. Der seltene und daher ungefährdete Gegenbegriff der »Dysgenik« fällt dagegen ständig, in dem Zusammenhang, dass die ungehinderte Fortpflanzung muslimischer Einwanderer zur Schädigung des deutschen Erbguts führt.&lt;a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/34607"&gt;Link&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;a href="http://flattr.com/thing/58063/Sarrazin-ein-Eugeniker-Pressedokumentation-mit-Links" target="_blank"&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img src="http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-5553346054764798055?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/HkqAqgm5Lp4/ist-sarrazin-eugeniker-eine.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2010/09/ist-sarrazin-eugeniker-eine.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-2768600827604680464</guid><pubDate>Thu, 26 Aug 2010 17:54:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-08-27T09:29:00.247+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Klassengesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Klassenjustiz</category><title>Wegen Ladendiebstahl muss eine Mutter ins Gefängnis</title><description>Weil sie zehn Marzipanschweinchen im Wert von 30 Euro klaute, muss eine Mutter für fünf Monate ins Gefängnis - ohne Bewährung. Sie war wegen ähnlicher Bagatellen zuvor schon zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Sohn muss wahrscheinlich ins Heim. An solchen Fällen zeigt sich, dass die Justiz in Deutschland strukturell klassistisch geprägt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Infos: &lt;a href="http://afunke.blogsport.de/2010/08/26/gefaengnis-fuer-mutter-wegen-diebstahl-von-lebensmitteln-26-august-2010/"&gt;Gefängnis für Mutter wegen Diebstahl von Lebensmitteln&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://flattr.com/thing/54819/Wegen-Lebensmitteldiebstahl-muss-eine-Mutter-ins-Gefangnis" target="_blank"&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img src="http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-2768600827604680464?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/rRJucWaAizE/wegen-ladendiebstahl-muss-eine-mutter.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>6</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2010/08/wegen-ladendiebstahl-muss-eine-mutter.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-3718851114849902320</guid><pubDate>Tue, 24 Aug 2010 10:43:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-08-24T13:22:00.402+02:00</atom:updated><title>DER SPIEGEL und BILD sind rassistisch, Sarrazin ist doch egal</title><description>Thilo Sarrazin wird am 30.August 2010 sein Machwerk "Deutschland schafft sich ab!" herausbringen. In gewohnter Weise wird er dort seine rassistischen und klassistischen Gedanken breit treten. Die "Unterschichten" und die türkischen und arabischen "Ausländer" vermehren sich wie die Karnickel und das ist schlecht, weil sie dadurch ihr schlechtes genetisches Erbmaterial im Volk verbreiten. So oder ähnlich wird es klingen. Alte Phrasen, immer wieder neu wiederholt von alten und jungen Faschisten. Das Problem ist nicht Sarrazin. Das Problem sind die Medien wie BILD, die mit Vorabdrucken seines Buches eine ganze Serie starten oder DER SPIEGEL, welcher ihm am Montag gleich die fünf Seiten vor der SPIEGEL-Bestseller-Seite überließen, wo er dank dieses ungewöhnlichen Medien-Promotings  ganz nach oben klettern wird. &lt;a href="http://dishwasher.blogsport.de/2010/03/20/in-die-bildungsferne-geboren-neues-von-heinsohn/"&gt;WELT-Online und die FAZ&lt;/a&gt; sind hier genauso zu kritisieren wie der FOCUS. Danke, SPIEGEL, für deinen Bärendienst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://flattr.com/thing/53749/SPIEGEL-und-BILD-sind-rassistisch-Sarrazin-ist-doch-egal" target="_blank"&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img src="http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-3718851114849902320?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/ZQWF6r-8wag/der-spiegel-und-bild-sind-rassistisch.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>5</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2010/08/der-spiegel-und-bild-sind-rassistisch.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-4869039792157380695</guid><pubDate>Mon, 26 Jul 2010 19:34:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-26T21:41:44.383+02:00</atom:updated><title>Sodom und Gomorrha</title><description>Eva Herman zu den 19 Toten und 450 Verletzten: "Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem  schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man  nur erleichtert aufatmen!" Sie steht mit ihrer Meinung nicht allein. Exakt die gleiche Argumentation benutzten 2005 Christ_innen nach dem &lt;a href="http://knol.google.com/k/common-ground-in-new-orleans"&gt;Hurricane Katrina&lt;/a&gt; in New Orleans. Hier war es vor allem der &lt;a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,373425,00.html"&gt;Umzug Mardi Gras&lt;/a&gt;, gegen den sich Gottes Zorn richtete. Die Frage wird sich stellen, wie die Traumata der Überlebenden aufgearbeitet werden, und ob an der einen anderen Stelle, sei es therapeutisch oder esoterisch.&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Eva Herman: "Viele sind durch das ausgeuferte Unglück ernüchtert und wach geworden,  herausgerissen aus der falschen Traumwelt." Unglücke ernüchtern nicht, Unglücke traumatisieren. Wieviele Leute werden ein schlechtes Gewissen oder ein komisches Gerühl haben, allein weil sie überlebt haben und ihre Bekannten nicht, oder weil sie gedrückt haben, weil sie über andere hinweggetrampelt sind, weil sie weggerannt sind, statt zu helfen. Dieses bedrückenden Zustände sind eben nicht ernüchternd. Sie können in eine Traumwelt führen und die Menschen &lt;a href="http://knol.google.com/k/virtualit%C3%A4t-und-trauma#"&gt;virtualisieren&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://flattr.com/thing/40839/Sodom-und-Gomorrha" target="_blank"&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img border="0" src="http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png" title="Flattr this"  border="0"/&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-4869039792157380695?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/UwV6AEF-LzA/sodom-und-gomorrha.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2010/07/sodom-und-gomorrha.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-8423021297100427667</guid><pubDate>Mon, 14 Jun 2010 11:37:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-06-14T18:10:33.019+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Deutschland</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Nationalismus</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Sarrazin</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Reichsparteitag</category><title>Innerer Reichsparteitag im Deutschlandfahnenmeer</title><description>Das Fußballblog "11 Freunde" kommentiert das erste Spiel der deutschen Mannschaft während der WM 2010:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Da waren wir auf einmal zu sehr wieder wer. Katrin Müller-Hohenstein  geriet ob des Tores von Miroslav Klose so stark in Verzückung, dass sie  ihrem Sidekick Oliver Kahn entgegen jubelte: »Und für Miroslav Klose  muss das doch ein innerer Reichparteitag sein, jetzt mal ganz im Ernst,  dass der heute hier trifft.« &lt;a href="http://www.11freunde.de/bundesligen/130510/ein_innerer_reichsparteitag"&gt;Andreas Bock: Ein innerer Reichsparteitag&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;und endet mit der Frage: "Im Eifer dieser Zeilen: Wie zur Hölle fühlt sich so etwas eigentlich an?  Ein innerer Reichsparteitag?"&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Dieser Frage möchte ich mich anschließen und bin zudem verwundert über diese Formulierung, die ich jetzt zum ersten Mal bewusst höre. Eine schnelle Internetrecherche ergibt folgendes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;1. Gefühl tiefster Befriedigung / Genugtuung&lt;br /&gt;
2. private Zelebration rechtsradikalen Gedankengutes &lt;a href="http://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=%7E%7Eein%20innerer%20Reichsparteitag&amp;amp;bool=relevanz&amp;amp;suchspalte[]=rart_ou"&gt;Redensarten-Index&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;Zu den ersteren Formulierungen gehören affirmative Verwendungen wie: "Es war &lt;b&gt;ein innerer Reichsparteitag&lt;/b&gt; für mich, diesen wichtigen Sieg, also den Aufstieg, in Oberhausen feiern zu dürfen!", zu den Äußerungen zweiter Art eher negative Zuschreibungen: "Fehlgeleitete können an einem germanischen Runenstein ihren &lt;b&gt;inneren Reichparteitag&lt;/b&gt; feiern." Entgegen vielen Twitter- und Blogmeldungen war diese Formulierung tatsächlich affirmativ gemeint und nicht in einem negativen Sinn zuschreibend. Katrin Müller-Hohenstein wollte wohl ausdrücken, dass in der Psyche Miroslav Kloses etwas tolles passierte, ein Befreiungsmoment gleichsam. Die Formulierung ist ihr rausgerutscht. Die Fragen, die sich mir stellen: wo kommen solche Formulierungen her? Wo und wie setzen sie sich fort? Wer benutzt diese Formulierungen in einem affirmativen, positiven Sinn? Es geht hier nicht um die Verurteilung Katrin Müller-Hohensteins. Wie der Twitterer Sascha Lobo ganz richtig anmerkt: &lt;span class="status-body"&gt;&lt;span class="entry-content"&gt;"Sich über  Müller-Hohenstein aufregen, aber bei &lt;a href="http://dishwasher.blogsport.de/2010/06/11/sarrazin-macht-eugenik-salonfaehig/"&gt;Sarrazin&lt;/a&gt; ruhig bleiben. Unterm &lt;i&gt;Wasserfall&lt;/i&gt;  über den Nieselregen meckern."&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class="status-body"&gt;&lt;span class="entry-content"&gt;Mich erschrecken solche Formulierungen vor allem vor dem Hintergrund des naiven Massengebrauchs der Detuschlandfahne. Meine Kritik hieran wird in der Regel reflexhaft abgewehrt mit den Sprüchen: "Das ist doch normal, in allen Ländern werden die eigenen Fahnen geschwungen" und&amp;nbsp; "Der Nationalsozialismus ist so lange her, wir sollten doch allmählich zur Normalität zurückkehren." Es ist eben nicht normal, in anderen Ländern sprechen Sportreporterinnen nicht vom "inneren Reichsparteitag" ihrer Torhelden. Ganz einfach deshalb nicht, weil es diesen Reichsparteitag der NSDAP nur in Deutschland gegeben hat. Und es ist keine Formulierung, die Katrin Müller-Hohenstein sich mal eben ausgedacht hat, sondern eine, die sich in bestimmten Kreisen fortpflanzt - warum auch immer.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class="status-body"&gt;&lt;span class="entry-content"&gt;Wie zur Hölle fühlt sich ein "innerer Reichsparteitag" an und gibt es da noch andere individuelle Äquivalente zur NSDAP-Politik? Klaus Theweleit hatte in seiner Analyse des Nationalsozialismus ("Männerphantasien") die Innenwelten der Nazis erforscht. Leider wird er heute kaum noch gelesen, was die Kommunikation über Deutschlandfahnen kompliziert. So gesehen ist es ein Glücksfall, dass einer ZDF-Reporterin dieser "Innere Reichsparteitag" rausrutschte.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class="status-body"&gt;&lt;span class="entry-content"&gt;Nachtrag: In der Welt-Online wird das Idiom "Innerer Reichsparteitag" als "Berliner Mutterwitz" erklärt. Dazu der Kommentar eines Lesers namens Moritz:&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="status-body"&gt;&lt;span class="status-content"&gt;&lt;span class="entry-content"&gt;"??? für was berliner Mütter so alles herhalten  müssen". &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-8423021297100427667?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/_syfyfjj7Jk/innerer-reichsparteitag-und.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>7</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2010/06/innerer-reichsparteitag-und.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-8809085117965074927</guid><pubDate>Sun, 06 Jun 2010 01:35:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-06-06T03:44:21.806+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaftstheorie</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Klassenbegriff</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Klassengesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Konferenz</category><title>Ausbeutung – Ungleichheit – soziale Kämpfe in der Gegenwart</title><description>&lt;a href="http://www.th.rosalux.de/veranstaltungen/veranstaltung/cal/event/2010/07/02//tx_cal_phpicalendar/ausbeutung-ungleichheit-soziale-kaempfe-in-der-gegenwart/view-list%7Cpage_id-13992.html"&gt;Konferenz 2./3.07 2010 in Jena:&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;h2 style="font-weight: normal;"&gt;Erste Jenaer Klassenkonferenz&lt;/h2&gt;"Sowohl für die kritische  Gesellschaftstheorie als auch für die sozialen Bewegungen ist ungeklärt,  welche analytischen und handlungsrelevanten Einsichten die Anwendung  des Klassenbegriffs auf die heutige Sozialstruktur bietet, ja ob es  überhaupt möglich ist, von sozialen Klassen zu sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Class  Counts&lt;/i&gt; – selbst wer am Klassenbegriff festhält, weil alle  Alternativangebote (Schicht, Milieu, Multitude) kapitalismustheoretisch  fragwürdig sind, steht vor Unklarheiten: Wie ist die gegenwärtige  Klassenlandschaft zu kartographieren? Welche bekannten  Klassen­formationen existieren in welcher Gestalt fort, welche entstehen  neu? Lässt sich in den Prozessen der Neuzusammensetzung die Ausbildung  von Klassenbewusstsein beobachten? Wie entscheidend ist der  (Nicht-)Besitz von Produktionsmitteln – zumal der  informationstechnischen, die sich mehr und mehr verallgemeinern? Wie  hängt der „arbeitsweltliche“ Klassenbegriff mit außerbetrieblichen  kulturellen Praxen zusammen? Darüber hinaus: Wie artikulieren sich  Klassen(-fraktionen) auf der Ebene der (staatlichen,  zivilgesellschaftlichen) Politik? Welche Konsequenzen (für  Gewerkschaften und soziale Bewegungen) sind aus einer aktuellen  Klassenanalyse sinnvoller Weise zu ziehen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Veranstaltung  soll sowohl zeitdiagnostische Fragen diskutieren als auch mögliche  theoretische Zugänge prüfen und nicht zuletzt Folgen für Strategie und  Praxis emanzipatorischer Politik abwägen. Herausforderung, aber auch  Chance liegen in der Integration wissenschaftlicher und  bewegungsorientierter Perspektiven."&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.th.rosalux.de/veranstaltungen/veranstaltung/cal/event/2010/07/02//tx_cal_phpicalendar/ausbeutung-ungleichheit-soziale-kaempfe-in-der-gegenwart/view-list%7Cpage_id-13992.html"&gt;Hier der Link zur Website &lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-8809085117965074927?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/9k4_E_e4URY/ausbeutung-ungleichheit-soziale-kampfe.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>1</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2010/06/ausbeutung-ungleichheit-soziale-kampfe.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-7866986791696819743</guid><pubDate>Fri, 09 Apr 2010 13:29:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-04-13T14:37:05.698+02:00</atom:updated><title>Stopp Westerwelle, Koch und Sarrazin! – Kein Platz für Sozialrassismus!</title><description>&lt;a href="http://www.elo-forum.net/hartz-iv/hartz-iv/-2010040915442.html"&gt;Pressemitteilung&lt;/a&gt; vom &lt;a href="http://www.erwerbslosenforum.de/"&gt;Erwerbslosen Forum Deutschland&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
Arbeitslos, TV-Konsum, Fettleibigkeit und ein geltungssüchtiger Thilo Sarrazin&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Bonn – Die Diffamierungskampagne gegen Hartz IV-Bezieher nimmt kein Ende. Nachdem die Berliner Grünenpolitikerin Claudia Hämmerling über Ostern den Vorschlag ins Spiel brachte, Hartz IV-Bezieher zur Kontrolle von Hundekot einzusetzen und nach heftiger Kritik diesen wieder zurück nahm, legte gestern der Berliner Ex-Finanzsenator und jetziges Vorstandsmitglied der Bundesbank, Thilo Sarrazin (SPD)  heftig nach.&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Finanznot wäre angeblich nicht das zentrale Problem bei Hartz IV-Beziehern, sondern ihr übermäßiger TV-Konsum, ihre Wortarmut und Fettleibigkeit. Das hätte etwas mit Verhalten zu tun, so Sarrazin bei einer Diskussionsrunde am Donnerstagabend mit der „taz“-Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann im Kulturkaufhaus Dussmann. Für das Erwerbslosen Forum Deutschland hat sich Sarrazin inzwischen zu einem nicht mehr  zu ertragenden „Sozialrassisten“ entwickelt, der nun von außen gestoppt werden muss. „Die SPD scheint ja kein Problem mit einer anscheinend narzisstischen Persönlichkeit in ihren eigenen Reihen zu haben, die sich immer wieder durch rechtspopulistische Diffamierungen gegen Sozialleistungsbezieher und Menschen mit Migrationshintergrund hervor tut. Deshalb werden wir Anfang Juni eine Dauerkampagne starten, die da lautet: Stopp Westerwelle, Koch und Sarrazin! – Kein Platz für Sozialrassismus!“, so Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Kampagne soll an die erfolgreiche Kampagne „Stoppt Strauß“ von 1980 angeknüpft werden. Auch Franz-Josef Strauß zeichnete sich unter anderem durch seine rechtspopulistischen Parolen gegen andere aus. „Damit soll bewusst gemacht werden, dass alle drei Persönlichkeiten  offenbar den verstorbenen österreichischen Rechtspopulist Jörg Haider adaptieren. Westerwelle, Koch und Sarrazin wollen die Gesellschaft spalten, indem sie mit sozialrassistischen Parolen Menschen für ein Klima der Vergiftung gegen Menschen in Armut und mit Migrationshintergrund aufbringen. Die Mittelschicht soll eingelullt werden, dass nicht Gefahr von der sehr kleinen Klasse der Reichen, die schon jetzt 60 Prozent des gesamten Vermögen in Deutschland angeeignet haben ausgeht, sondern von den armen Menschen, die ihnen angeblich alles wegnehmen“, so Martin Behrsing in Bonn.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-7866986791696819743?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/owrFRA74HNE/stopp-westerwelle-koch-und-sarrazin.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>2</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2010/04/stopp-westerwelle-koch-und-sarrazin.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-5400874437359305363</guid><pubDate>Fri, 19 Mar 2010 16:13:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-03-19T18:11:21.594+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kultur</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Tucholsky</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Punk</category><title>The Dishwasher - Das Magazin für studierende Arbeiterkinder</title><description>Vorübergehend bin ich hier weniger aktiv, da ich das Magazin und Blog &lt;a href="http://dishwasher.blogsport.de/"&gt;"The Dishwasher - Magazin für studierende Arbeiterkinder"&lt;/a&gt; aufbauen möchte. Das ändert sich wieder, sobald der Laden dort läuft.&lt;br /&gt;
Als Pausenuntermalung hier ein Gedicht von Kurt Tucholsky, vertont von "The Ex" und "Dog faced Hermans":&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object height="344" width="425"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/ohebt1mMFpM&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1&amp;amp;"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/ohebt1mMFpM&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1&amp;amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Kurt Tucholsky:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Lied der Steinklopfer&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn jeder Stein ein  Richter wär,&lt;br /&gt;
ein General von unserm Heer,&lt;br /&gt;
Herr Hilferding im Frack –:&lt;br /&gt;
dann rammten wir mit voller Kraft,&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;die&lt;/i&gt; Straße wäre bald geschafft –&lt;br /&gt;
rack –&lt;br /&gt;
pickepack –&lt;br /&gt;
tack-tack.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß jeder Stein und jeder Stein&lt;br /&gt;
so schwer geht in den Boden ein&lt;br /&gt;
wie allen Tag für Tag&lt;br /&gt;
die Lehre, daß der Arbeitsmann&lt;br /&gt;
nicht nur für andere schuften kann –&lt;br /&gt;
rack –&lt;br /&gt;
pickepack –&lt;br /&gt;
tack-tack . . . !&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer marschiert mit Pfeifen, wer fährt laut&lt;br /&gt;
über die Straße, die &lt;i&gt;wir gebaut?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Und wer ist daran schuld?&lt;br /&gt;
Die Ramme gepackt.&lt;br /&gt;
Es klopft im Takt:&lt;br /&gt;
Geduld.&lt;br /&gt;
Geduld.&lt;br /&gt;
Geduld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurt Tucholsky&lt;br /&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt; Aus: Deutschland, Deutschland.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-5400874437359305363?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/YrmBNCXAmI8/dishwasher-das-magazin-fur-studierende.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2010/03/dishwasher-das-magazin-fur-studierende.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-6990034078286000009</guid><pubDate>Sun, 10 Jan 2010 13:33:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-01-19T22:44:16.330+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Bildungsforschung</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">AGG</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Diskriminierungshierarchie</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Diskriminierung</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">ADS</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Bildungsbenachteiligung</category><title>Diskriminierung an Hochschulen</title><description>&lt;b&gt;Diskriminierung an Hochschulen ... &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
... zurecht werden die meisten an soziale Benachteiligung denken, an &lt;a href="http://knol.google.com/k/arbeiterkinder#"&gt;Arbeiterkinder&lt;/a&gt;, die sich die Studiengebühren nicht leisten können, an Nicht-Akademikerkinder, denen nicht vermittelt wird, dass sie stipendienberechtigt sind, an Studierende, die motiviert sind, sich aber vom Uni-Bluff abschrecken lassen, an Professoren, die ihre Hiwi-Stellen eher an Akademikerkinder vergeben als an Nicht-Akademikerkinder, man assoziiert vielleicht Studierende, die für ihren Lebensunterhalt nebenher jobben müssen, während andere von ihren Eltern Auslandsaufenthalte gesponsert bekommen, vielleicht kennt man noch Fälle, wo der eine Uni-Absolvent direkt in die Praxis seines Vaters einsteigen konnte, während der andere erstmal Schulden abbauen muss oder erinnert man sich eher an abwertende Sprüche gegenüber studierenden Arbeiterkindern, deren informationstechnologische Ausstattung mitunter ebenso armselig ist wie ihre Reiseerfahrung?&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies alles wird &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; untersucht, wenn die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu "Diskriminierung an Hochschulen" forschen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die Antidiskriminierunsstelle des Bundes lässt forschen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist vor weniger Jahren im Zusammenhang mit der Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) gegründet worden. Zu einer Aufgabe der ADS zählt die Vergabe von Forschungsaufträgen zu Diskriminierungsfragen. Die ADS verfolgt dabei einen horizontalen Ansatz, was bedeutet, dass keine &lt;a href="http://knol.google.com/k/diskriminierung#"&gt;Diskriminierung&lt;/a&gt; als besonders wichtig hervorgehoben, sondern im Gegenteil die &lt;a href="http://knol.google.com/k/intersektionalit%C3%A4t#"&gt;gegenseitige Überschneidung&lt;/a&gt; der verschiedenen Diskriminierungen Beachtung finden soll. Dem eigenen Anspruch nach soll also eine &lt;a href="http://knol.google.com/k/diskriminierungshierarchie#"&gt;Diskriminierungshierarchie&lt;/a&gt; verhindert werden. Der Anspruch kann jedoch nicht verwirklicht werden, da die ADS nicht offen forscht, sondern sich auf die sechs im AGG genannten Diskriminierungsgründe beschränkt. In einem vorangegangenem Artikel (&lt;a href="http://klassismus.blogspot.com/2009/03/das-agg-klassenspezifisch-erganzen.html"&gt;Das AGG klassenspezifisch ergänzen&lt;/a&gt;) bin ich ausführlicher darauf eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese vorgegebene Beschränkung führte im letzten Jahr zu einer Studie, die im Ergebnis absurd ist. Geforscht werden sollte über "Diskriminierung im Alltag". Heraus kam zunächst, dass mit sehr großem Abstand vor allem klassenspezifische Benachteiligungen als Diskriminierungen wahrgenommen werden:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Frage: Welche Gruppen gelten als benachteiligt?&lt;br /&gt;
Antwort: In allererster Linie die sozial Schwachen. &lt;i&gt;&lt;br /&gt;
(ADS: Diskriminierung im Alltag, 2009, S. 92)&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;Da aber klassenspezifische Benachteiligungen (Arbeitslosen- und Obdachlosendiskriminierung, Benachteiligung aufgrund von sozialer Herkunft oder Vermögen) nicht zu den Diskriminierungen zählen, die vom AGG verhindert werden sollen, untersuchte die Studie dieses Phänomen nicht weiter. Stattdessen widmete sich die Studie in aller Ausführlichkeit ausschließlich den als weniger wichtig wahrgenommenen Diskriminierungsformen. Eine Studie in Irland kam aufgrund der beschränkten Forschungsfrage zu entsprechend schrägen Ergebnissen und empfahl der Regierung dringend, Arbeitslosigkeit als zu verbietenden Diskriminierungsgrund in das Antidiskriminierungsgesetz aufnehmen zu lassen. Eine entsprechende Empfehlung auszusprechen, traute sich von den Verantwortlichen der Studie in Deutschland wohl niemand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnliches Desaster droht nun dem neuen Forschungsprojekt &lt;a href="http://www.bmfsfj.de/ADS/root,did=132408.html"&gt;"Diskriminierung an Hochschulen"&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Falsche Forschungsfragen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ein auf zwei Jahre angelegtes Forschungsprojekt soll nun "Diskriminierung an Hochschulen" durchleuchten. Mir wurde mitgeteilt, dass verschiedene Forschungsergebnisse nahelegten, dass &lt;a href="http://knol.google.com/k/soziale-herkunft#"&gt;Soziale Herkunft&lt;/a&gt; ein Diskriminierungsgrund an Hochschulen sein könne. Daher würde auch Soziale Herkunft bei der Frage von Kummulation von Diskriminierungen (bspw. Diskriminierung nach Geschlecht und sozialer Herkunft) Eingang in die Forschung finden. Nicht jedoch als eigenständiger Diskriminierungsgrund. Hier sei die ADS dem AGG verpflichtet und dürfe nur über Diskriminierungen forschen lassen, die vom AGG als Diskriminierungen anerkannt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karsten König und der bekannte Ungleichheitsforscher Reinhard Kreckel hatten vor wenigen Jahren bereits auf die Schräglage bei Zielvereinbarungen der Hochschulen aufmerksam gemacht, wonach es relativ viele geschlechtsbezogene, einige wenige migrationsbezogene und überhaupt keine auf die soziale Herkunft bezogene antidiskriminierende Hochschulvereinbarungen gebe und dass hier dringendender Handlungsbedarf bestehe (&lt;a href="http://www.hof.uni-halle.de/journal/texte/03_2/Koenig_Kreckel_Bevorzugte_Geschlechtergerechtigkeit.pdf"&gt;Karsten König/Reinahrd Kreckel: "Bevorzugte Geschlechtergerechtigkeit. Zur ungleichheitspolitischen Bedeutung von Zielvereinbarungen zwischen Landesregierungen und Hochschulen", 2003&lt;/a&gt;). Eine offene Forschung zu "Diskriminierung an Hochschulen" würde diesen Handlungsbedarf wahrscheinlich erhärten. Eine Forschung, die keinen eigenständigen Diskriminierungsgrund "Soziale Herkunft" kennen darf, kann natürlich im Ergebnis auch nicht Rahmenvereinbarungen zwischen Land und Hochschulen empfehlen, die Diskriminierungen aufgrund von Sozialer Herkunft abbauen und verhindern sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;ADS und AGG müssen reformiert werden&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes muss dringend reformiert werden. Sie muss offener gestaltet werden. Wenn man sich heute an die ADS wenden möchte und Fragen oder Beratungsbedarf hat, so muss man zunächst auf einem Internetformular ankreuzen, um welchen der sechs Diskriminierungsfälle es sich handelt - erst danach wird man weitergeleitet. Das ist typisch deutsche Bürokratie und kann nicht funktionieren. Diskriminierungen beschränken sich nicht auf sechs Typen, nur weil ein Gesetz nicht mehr als diese sechs anerkennen will. Gerade dann, wenn man einen horizontalen Ansatz verfolgt, ist es wichtig, offen mit Diskriminierungen umzugehen. In gleicher Weise gilt dies auch für Forschungsfragen. Was fängt die ADS mit ihrer Studie "Diskriminierung im Alltag" nun an, in der sie schwarz auf weiß bestätigt bekommen haben, dass sie relevante Diskriminierungsformen ignorieren? Nichts. Sie lässt sie in die Schublade verschwinden. Ähnliches droht der Studie "Diskriminierung an Hochschulen" - zumal gerade der Bildungssektor ein Feld ist, wo soziale Herkunft extrem wichtig ist.&lt;br /&gt;
Schließlich sollte die ADS in der Form aufgewertet werden, dass sie unabhängig von der Bundesregierung diese kritisieren und Vorschläge einbringen kann. Wenn die Studie "Diskriminierung im Alltag" feststellt, dass klassenspezifische Benachteiligungen als Diskriminierungen wahrgenommen werden, dann sollte die ADS als Auftraggeberin dieser Studie in der Konsequenz dem Parlament empfehlen, das AGG um diese klassenspezifische Benachteiligungen zu erweitern.&lt;br /&gt;
Das AGG, welches in anderen Ländern richtiger Anti-Diskriminierungs-Gesetz heißt, wurde Deutschland von der EU mehr oder weniger aufgezwungen. Dass die deutsche Regierung hier nicht der Vorreiter für eine Erweiterung der europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien sein wird, zeigt sich auch daran, dass ein CSUler die Front gegen die letzte Erweiterung anführte. Die Antidiskriminierungsrichtlinien um Vermögen und Soziale Herkunft zu erweitern ist durchaus im Gespräch, da die EU-Charta weiter als die Antidiskriminierungsrichtlinien gefasst sind. Auch war Soziale Herkunft ursprünglich als Diskriminierungsform im Katalog enthalten, wurde aber kurz vor der Verabschiedung der Antidiskriminierungsrichtlinien als einziger Punkt fallen gelassen und nicht wieder aufgenommen worden, da es schlicht an einer Lobby für Arbeiterkinder fehlte. Ein Mitglied von Groen-Links bestätigte mir, dass vor elf Jahren in Amsterdam niemand die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft in die Diskussion einbrachte und dass daher die Antidiskriminierungsrichtlinien ohne diesen Punkt verabschiedet wurden. Das war kurz vor PISA.&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
Was tun?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Die Entstehung der Antidiskriminierungsrichtlinien im europäischen Kontext hat gezeigt, wie wichtig "Lobby-Arbeit" der von Diskriminierung betroffenen Gruppen ist. Bislang gibt es nur marginale Zusammenschlüsse von studierenden Arbeiterkindern.&lt;br /&gt;
König und Kreckel verwiesen in ihrem Buchaufsatz zur ungleichheitheitspolitischen Bedeutung von Zielvereinbarungen zwischen Land und Hochschulen ("Die vereinbarte Abdankung", Insitutuionalisierte Ungleichheiten, S. 148) auf unser &lt;a href="http://astamuenster.wordpress.com/asta-team/referat-fur-finanziell-und-kulturell-benachteiligte-studierende/"&gt;"Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende"&lt;/a&gt; in Münster. Allerdings haben sie Recht damit, dass ein Referat in einem AStA noch keine schlagkräftige Organisation ist. Diese fehlt bislang. Die Organisation "Arbeiterkind.de" wäre groß genug, um in den Medien gehört zu werden. Aber die OrganisatorInnen von Arbeiterkind.de weigern sich, politisch und inhaltlich für Arbeiterkinder Partei zu ergreifen. Sie wollen nur caritativ tätig werden, was auch nicht schlecht ist, aber natürlich die Diskriminierung nicht abschafft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Nachtrag&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ein Forschungsprojekt der FU-Berlin (Institut für Rechtssoziologie und Rechtstatsachenforschung) zum Thema&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.diskriminierung-in-deutschland.de/"&gt;Realtität der Diskriminierung in Deutschland - Vermutung und Fakten&lt;/a&gt; operiert ebenfalls auf Grundlage des AGG, statt sich ohne diesen Bias offen dem Thema zu nähern. Sowohl in der Einleitung als auch in den Antwortmöglichkeiten einer Online-Befragung werden die vom AGG geschützten Diskriminierungsformen bevorzugt behandelt. Es sieht so aus, als hätten diese vorgegebenen Diskriminierungsformen einen Pretest ersetzt. Das kann man machen - nur dann bekommt man eben nicht die "Realtität der Diskriminierung in Deutschland" heraus, sondern die "Realität der Diskriminierung der nach dem AGG geschützten Diskriminierungsformen".&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-6990034078286000009?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/xzjq_szuIug/diskriminierung-hochschulen.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>4</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2010/01/diskriminierung-hochschulen.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-965671978806460227</guid><pubDate>Tue, 29 Dec 2009 13:51:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-01-19T22:45:12.045+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Marx</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Reproduktion</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Soziale Herkunft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Arbeiterkinder</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Klassenrassismus</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Lohn</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Arbeitskraft</category><title>Klassenrassismus bei Marx - Über Marx hinaus Teil 1</title><description>&lt;b&gt;Über Marx hinaus&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.assoziation-a.de/neu/Ueber_Marx_hinaus.htm"&gt;"Über Marx hinaus"&lt;/a&gt; ist eine Anthologie der Herausgeber Marcel van der Linden und Karl Heinz Roth. In zwei Sektionen ("Arbeitsgeschichte – Die Evidenz der Empirie", "Das Marxsche Konzept auf dem Prüfstand") finden sich auf 600 Seiten zwanzig sehr lesenswerte Artikel, die sich mit der "Arbeitsgeschichte und [dem] Arbeitsbegriff in der Konfrontation mit den globalen Arbeitsverhältnissen des 21. Jahrhunderts" befassen. Einige Artikel sind so spannend, dass ich gerne in diesem Blog näher auf sie eingehen möchte. Ich beginne mit einem Beitrag von Thomas Kuczynski.&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;"Was wird auf dem Arbeitsmarkt verkauft?"&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage stellt Thomas Kuczynski in seinem gleichnamigen Beitrag, welcher zuerst in einer Festschrift für Georg Fülberth erschien. Ich möchte den Inhalt dieses Beitrags mit zwei Thesen zusammenfassen. Die eine These ist, dass auf dem Arbeitsmarkt die ArbeiterInnen ihre Arbeitskraft nicht verkaufen, sondern vermieten. Thomas Kuczynski zieht hier aus didaktischen Gründen als geeignetes Vergleichsobjekt den Wohnungsmarkt heran. Entsprechend den Mietswohnungen, deren Nutzung nur vorübergehend anderen gewährt wird, wird die Arbeitskraft nicht an die Kapitaleigentümer verkauft, sondern nur vermietet. Würde sie verkauft werden, wäre sie für immer Eigentum des Käufers. Sie verbleibt aber laut Kuczynski bei den ArbeiterInnen. Der Kapitaleigentümer, der die Arbeitskraft nur mietet, zahlt für diese Miete die Kosten, die für die Reproduktion der Arbeitskraft aufgebracht werden müssen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unterschiedliche Höhe der "Miete" erklärt Kuczynski mit unterschiedlichen Reproduktionskosten, womit wir zur zweiten These kommen: Der Arbeitslohn entspricht nicht nur der Reproduktion der individuellen Arbeitskraft, sondern auch der intergenerationellen Reproduktion der Arbeitskraft, also dem Erziehen von Kindern mit dem Ziel, die Arbeitskraft später zu ersetzen, zu reproduzieren. Diese Reproduktion ist sozialschichtspezifisch zu betrachten. Ein Akademikerkind verursacht mehr Kosten als ein Fabrikarbeiterkind bis es den Platz seiner Eltern einnehmen kann. Daher ist der Lohn (die Miete der Arbeitskraft) eines Akademikers entsprechend höher als der Lohn eines Fabrikarbeiters. Im Lohn sind die Kosten für die Sozialisation der Kinder enthalten, die die Arbeitskraft ihrer Eltern ersetzen sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werde ich auf beide Thesen näher eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wird Arbeitskraft verkauft oder vermietet?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die These, dass die Arbeitskraft nur vermietet wird, ist plausibel. Aber dennoch erhebe ich hier Widerspruch. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass meine Arbeitskraft nach ein paar Stunden Arbeit nachläßt. Wenn ich zehn oder zwölf Stunden am Stück gearbeitet habe, bin ich so fertig, dass von Arbeits"kraft" kaum noch etwas da ist. Sie ist tatsächlich weg, die Müdigkeit nimmt zu und die Konzentrationsfähigkeit ab. Kuczynski hebt hervor, dass Marx zunächst von "Arbeitsvermögen" und später zunehmend von "Arbeitskraft" sprach. Aufgrund des &lt;a href="http://knol.google.com/k/virtualit%C3%A4tsdispositive#"&gt;Energie-Dispositivs&lt;/a&gt; des 19. Jahrhunderts hat sich Marx wahrscheinlich Arbeitskraft als Energie-Quantum vorgestellt (Energeia: wirkende Kraft), die umgewandelt, verausgabt wird und damit weg ist. Der Fabrikarbeiter / die Fabrikarbeiterin ist nach mehreren Stunden Arbeit kraftlos. Hier bietet sich an, zwischen Akt und Potenz zu unterscheiden. Das Arbeitsvermögen bleibt, es wird vermietet und muss nach dem Nutzen reproduziert werden, indem die verausgabte Arbeitskraft neu produziert wird. Mein Vorschlag ist hier davon zu sprechen, dass ein spezifisches Arbeitsvermögen vermietet, die Arbeitskraft hingegen verkauft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Klassenreproduktion bei Marx&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spannender noch als die Frage, ob Arbeitskraft vermietet oder verkauft wird, ist die zweite These: Der unterschiedliche Lohn ergibt sich aus dem Auftrag, über die Sozialisation der eigenen Kinder die Arbeitskraft zu reproduzieren. Neben der Aufteilung der Menschen in die proletarische Klasse derjenigen, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen und der Klasse derjenigen, die über Kapital an Produktionsmitteln verfügen, wird ein weiterer "klassenähnlicher" Begriff eingeführt. Kuczynski bietet an, von "sozialer Schicht" zu sprechen. Tatsächlich benutzt Marx an den entsprechenden Stellen aber den Terminus "Race":&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Der Eigentümer der Arbeitskraft ist sterblich. Soll also seine Erscheinung auf dem Markt eine kontinuierliche sein, wie die kontinuierliche Verwandlung von Geld in Kapital voraussetzt, so muß der Verkäufer der Arbeitskraft sich verewigen, 'wie jedes lebendige Individuum sich verewigt, durch Fortpflanzung'. Die durch Abnutzung und Tod dem Markt entzogene Arbeitskräfte müssen zum allermindesten durch eine gleiche Zahl neuer Arbeitskräfte beständig ersetzt werden. Die Summe der zur Produktion der Arbeitskraft notwendigen Lebensmittel schließt also die Lebensmittel der Ersatzmänner ein, d.h. der Kinder der Arbeiter, so daß sich diese Race eigentümlicher Warenbesitzer auf dem Warenmarkte verewigt." (&lt;a href="http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_161.htm"&gt;MEW 23, S. 187&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Während hier nur von den Lebensmitteln für die Kinder der Arbeiter gesprochen wird und weder "Arbeiter" differenziert wird (sind mit "Arbeiter" nur FabrikarbeiterInnen gemeint oder auch beispielsweise LehrerInnen?) noch von Bildungskosten die Rede ist, zieht Kuczynski zwei weitere Zitate aus dem Kommunistischen Manifest heran, um seine These zu belegen, dass der unterschiedliche Lohn sich aus dem Auftrag der sozialen Vererbung des Arbeitsvermögen ergebe:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Die Bourgeoisie hat alle bisher ehrwürdigen und mit frommer Schau betrachteten Tätigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet. Sie hat den Artz, den Juristen, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt." (&lt;a href="http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm#Kap_I"&gt;MEW 4, S. 465&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Gegenüber diesen Lohnarbeitern benötigt der Fabrikarbeiter, die Fabrikarbeiterin, kaum Kosten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Der Arbeiter "wird ein blßes Zubehör der Maschine, von dem nur der einfachste, eintönigste, am leichtesten erlernbare Handgriff verlangt wird. Die Kosten, die der Arbeiter verursacht, beschränken sich daher fast nur auf die Lebensmittel, die er zu seinem Unterhalt und zur Fortpflanzung seiner Race bedarf." (&lt;a href="http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm#Kap_I"&gt;MEW 4, S. 469&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Mit dem Lohn wird die Sozialisation der Kinder der ArbeiterInnen mitbezahlt - da diese unterschiedlich ist, ist auch der Lohn unterschiedlich hoch. "Gerade bei der Reproduktion der höher qualifizierten Arbeitskräfte, der Intellektuellen, Manager usw. spielt die gesamte Sozialisation der Heranwachsenden eine große Rolle. Die aber kostet durchaus, ebenso das kulturelle Umfeld usw." (Kuczynski 376) Kuczynski interpretiert Marx nun in der Weise, dass der Unternehmer nicht nur die unmittelbare, sondern auch die mittelbare Reproduktion des Arbeitsvermögens seiner Arbeiter bezahlt:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Obgleich also das Arbeitsvermögen, sofern es zur Wirkung gelangt, einerseits unmittelbar, nämlich während des Produktionsprozesses und im produzierenden Individuum selbst reproduziert wird, bedarf es andererseits zu siner 'Verewigung' ebenso der Reproduktion außerhalb des unmittelbaren Produktionsprozesses. Die für diese - nicht mehr auf das Individuum, sondern auf seine soziale Schicht bezogene - Reproduktion notwendige Arbeitszeit bestimmt zu einem beträchtlichen Teil den Reproduktionswert der Ware Arbeitskraft." (Kuczynski 376f.)&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Zuständigkeit für die mittelbare Reproduktion: Staat oder Familie?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Nach Louis Althusser ist der Staat mit seinen Ideologischen Staatsapparaten (ISA) für die mittelbare Reproduktion der Arbeitskraft zuständig. Ideologische Staatsapparate wie die Kirche und vor allem die Schule garantieren, dass dem Arbeitsmarkt immer die angeforderten Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Kuczynski sieht diese Aufgabe hingegen stärker bei den Familien. Wahrscheinlich würde Althusser ebenso zugestehen, dass der Familie eine Reproduktionsaufgabe zukommt, wie Kuczynski dies für (Aus-)Bildungsinstitutionen einräumt. Aber hier scheint eine unterschiedliche Wertung vorzuliegen, wer hauptsächlich für die mittelbare Reproduktion der Arbeitskraft zuständig ist. Gekoppelt an diese Frage ist die Beurteilung, ob dem Kapitalismus eine quasi ständische Reproduktion inhärent ist oder ob der Kapitalismus sich prinzipiell neutral zur sozialen Herkunft verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zitate von Karl Marx, die Kuczynski heranführt, in denen er von der "Verewigung" und "Fortpflanzung" der "Race" der FabrikarbeiterInnen spricht, scheinen es zu legitimieren, von einem dem Kapitalismus notwendig inhärenten "Klassenrassismus" (Pierre Bourdieu) zu sprechen. Das Elterngeld, welches wohlhabende Eltern gegenüber arme Eltern bevorteilt, scheint dann tatsächlich eher mit dem Kapitalismus konform zu gehen, statt ihm zu widersprechen. Der Kapitalismus verhält sich dann auch nicht neutral und beurteilt Menschen einfach nur nach ihren Leistungen, sondern basiert auf den Bahnen der sozialen Vererbung und gesteht nur in Ausnahmefällen "Bildungsaufstiege" zu. Ob dem aber wirklich so ist, dies wäre weiterhin zu überprüfen und zu diskutieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Nachtrag&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob die Bevorteilung von Kinder reicher Eltern systemimmanent ist, ist sehr aktuell, da ständig neue Privilegierungen eingefordert werden. Zum Beispiel auch von den &lt;a href="http://www.duckhome.de/tb/archives/7569-Private-Krankenversicherung-fordern-mehr-Geld-fuer-die-Kinder-der-Reichen.html"&gt;Privaten Krankenkassen&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Literatur:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomas Kuczynski: Was wird auf dem Arbeitsmarkt verkauft?, in: Marcel van der Linden / Karl Heinz Roth (Hg.): Über Marx hinaus. Arbeitsgeschichte und Arbeitsbegriff in der Konfrontation mit den globalen Arbeitsverhältnissen des 21. Jahrhunderts, Berlin/Hamburg 2009: Assoziation A, S. 363 - 378&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-965671978806460227?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/h9t1RYVCUC8/klassenrassismus-bei-marx-uber-marx.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2009/12/klassenrassismus-bei-marx-uber-marx.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-6929111819929153644</guid><pubDate>Sat, 05 Dec 2009 09:21:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-01-19T22:45:52.942+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Homophobie</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Syndrom Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Antisemitismus</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Heitmeyer</category><title>Homophobie und Antisemitismus nehmen zu</title><description>&lt;b&gt;Deutsche Zustände&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Gestern wurden während der Pressekonferenz in Berlin die neuen Ergebnisse der Langzeitstudie zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit vorgestellt. Diese Studie ist auf zehn Jahre angelegt, jedes Jahr werden zweitausend Menschen Sätze vorgelegt, denen sie zustimmen oder die sie ablehnen können. Es werden mit dieser Studie gruppenbezogene Vorurteile untersucht. Die Forschergruppen aus Bielefeld und Marburg verfolgen die These, dass diese einzelnen Vorurteile als ein "Syndrom der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit" aufgefasst werden können, das heißt, dass diejenigen, die ausländerfeindlich sind, meistens auch zu Sexismus und Behindertenfeindlichkeit neigen. Die Ergebnisse werden in der Suhrkamp-Reihe "Deutsche Zustände" zusammengefasst, wobei der gestern vorgestellte achte Band die Wirtschaftskrise und deren Folgen für die Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in den Fokus nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
Ergebnisse&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Zwei Ergebnisse wurden während der Pressekonferenz betont:&lt;br /&gt;
1. eine Zunahme von Homophobie und Antisemistismus bei gleichzeitigem allgemeinen Rückgang der gruppenbezogenen Abwertungen&lt;br /&gt;
2. eine Ablehnung von Gleichberechtigung und Schutz von schwachen Gruppen, die gekoppelt an Abstiegsängsten in Krisenzeiten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Homophobie und Antisemitismus nehmen zu&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu 2008 stellen sich drei Tendenzen dar:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;* Deutlich sinken Fremdenfeindlichkeit, Etabliertenvorrechten,  Sexismus und Rassismus&lt;br /&gt;
* Leicht sinken Islamfeindlichkeit, Behindertenfeindlichkeit, Obdachlosenfeindlichkeit und die Abwertung von Langzeitarbeitslosen&lt;br /&gt;
* Gestiegen sind die Abwertung von Schwulen und Lesben und der Antisemitismus&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;Darüberhinaus konnte festgestellt werden, dass diejenigen, die Banker für die Wirtschaftskrise verantwortlich machen, stärker zu Homophobie und Antisemitismus neigen als diejenigen, die das Wirtschaftssystem für die Krise in die Verantwortung nehmen.&lt;br /&gt;
Die bekannte These, dass die verkürzte Kapitalismuskritik zu Antisemitismus führe, weil Banker mit Juden gleichgesetzt werden, scheint sich durch diese empirische Untersuchung zu bestätigen: es trifft vor allem die als "statushoch" wahrgenommenen Gruppen.&lt;br /&gt;
Interessant sind in diesem Zusammenhang kritische Betrachtungen von Männlichkeit und Arbeit, wie sie George L. Mosse in dem Band "Das Bild des Mannes" skizziert. 1914 war der Hurrapatriotismus gekoppelt an einer "Befreiung" von Dekadenz und Degeneration, die in der Homosexualität und dem Judentum gefunden wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Zunehmende Ablehnung von Solidarität&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Gefragt nach den Auswirkungen der Krise kam die Forschergruppe zu folgenden Zahlen:&lt;br /&gt;
- 92 % fürchten, es würde in Zukunft mehr soziale Abstiege geben.&lt;br /&gt;
- 94 % erwarten mehr Armut.&lt;br /&gt;
- 75 % der Befragten erwarten, dass die Bedrohung des Lebensstandards die Solidarität mit Schwachen verringert,&lt;br /&gt;
- 59 % sehen in Krisenzeiten weniger Chancen auf Gerechtigkeit und&lt;br /&gt;
- 62 % meinen, in Krisenzeiten könne man nicht mit Fairness druch andere rechnen.&lt;br /&gt;
- 32 % meinen, in der Wirtschaftskrise können wir uns nicht leisten, dass alle Menschen gleiche Rechte haben.&lt;br /&gt;
- 20 % meinen, wir können es uns in der Krise nicht mehr erlauben, Minderheiten besonders zu achten und zu schützen.&lt;br /&gt;
- 61 % meinen, in Deutschland müssen zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden.&lt;br /&gt;
Wilhelm Heitmeyer und Andreas Zick erwarten eine Zunahme der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, wenn die Wirtschaftkrise weiter zunehme und sich entsprechend in eine Gesellschaftskrise transformiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Differenziertes Syndrom der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
2008 konnte noch von einem einheitlichen Syndrom Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gesprochen werden. Inzwischen sind einige Differenzierungen möglich.&lt;br /&gt;
Bereits 2008 wurde festgestellt, dass die drei gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeiten Obdachlosen- und Langzeitlosenabwertung sowie Behindertenfeindlichkeit einer eigenen Logik folgen. Wilhelm Heitmeyer sah die Abwertung dieser Gruppen gekoppelt an einem zunehmenden Nütlichkeitsdenken, in dem Menschen nach ihrem Wert im ökonomischen System betrachtet würden. Heitmeyer kritisierte, dass die Marktwirtschaft sich zu einer Marktgesellschaft verändert habe, in der die Verwertungslogik zunehmend den Alltag durchdringe.&lt;br /&gt;
Während der &lt;a href="http://klassismus.blogspot.com/2009/11/syndrom-der-gruppenbezogenen.html"&gt;europäischen Studie zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit&lt;/a&gt;, die ebenfalls in diesem Jahr vorgestellt wurde, konnten die Ergebnisse zur Behinderten- und Obdachlosenfeindlichkeit nicht mehr in das gemeinsame Syndrom integriert werden (die Langzeitlosenabwertung wurde leider nicht untersucht). Dies lässt darauf schließen, dass es sich tatsächlich um eine nur leicht verwandte Form von Diskriminierung handelt. Auch in der jetzigen Studie bildet die Abwertung dieser Gruppen eine Einheit, da sie weder zugelegt haben, noch deutlich gesunken sind wie Rassismus und Sexismus.&lt;br /&gt;
In der aktuellen Studie wurde nun die zunehmende Diskriminierung der sogenannten "statushohen" Gruppen herausgestellt, die sich also anders gestalte als die anderen Abwertungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lassen sich hiermit drei verschiedene Formen von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit feststellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Abwertung aufgrund von Rassismus und Sexismus&lt;br /&gt;
* Abwertung aufgrund eines ökonomischen Nützlichkeitsdenken (Sozialeugenik): Behindertenfeindlichkeit, Abwertung von Obdachlosen und Arbeitslosen&lt;br /&gt;
* Abwertung von vermeintlich statushohen Gruppen (Dekadenz-Vorwurf): Homophobie und Antisemitismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte es sich tatsächlich um drei zu differenzierende Vorurteilsdynamiken handeln, so sind sie alle gleichzeitig ernst zu nehmen. In der heutigen Tageszeitung lautete der Kommentar eines Journalisten: &lt;a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/dummer-hass-nach-oben/"&gt;"Dummer Hass nach oben"&lt;/a&gt;. Wie die Kommentare zu diesem Beitrag zeigen, wird auf den festgestellten Antisemitismus und der Homophobie gleich eine schuldige Gruppe gefunden: die Unterschicht und der Islam.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-6929111819929153644?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/EblEk2K24So/homophobie-und-antisemitismus-nehmen-zu.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>1</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2009/12/homophobie-und-antisemitismus-nehmen-zu.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-5202650441436434546</guid><pubDate>Sat, 14 Nov 2009 01:56:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-01-19T22:46:10.337+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Diskriminierungshierarchie</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Syndrom Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Anti-Islamismus</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Europa</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Diskriminierung</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit</category><title>Syndrom der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in Europa</title><description>Die ersten Ergebnisse einer europäischen Untersuchung zum Syndrom der "Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit" wurden gestern in Berlin präsentiert. Es war Freitag der 13. Die Ergebnisse zeigen rassistische, anti-islamische und sexistische Vorurteilstrukturen in allen untersuchten europäischen Ländern. Zahlen zu klassistischen Vorurteilen (z.B. &lt;a href="http://knol.google.com/k/klassismus-gegen-obdachlose/8bgikaqot3ts/49#"&gt;Klassismus gegen Obdachlose&lt;/a&gt;) wurden leider nicht dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiert wurde diese Studie zu Vorurteilsstrukturen von ForscherInnen der Universität Bielefeld, die in einem auf zehn Jahre angelegten Forschungsprojekt jährliche Befragungen zu abwertenden Einstellungen gegenüber sozialen Gruppen durchführen und auswerten. Diese Langzeitstudie liefert jährlich wichtiges Material zur &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/diskriminierung/8bgikaqot3ts/3#"&gt;Diskriminierung&lt;/a&gt; in Deutschland. Dokumentiert werden diese Ergebnisse u.a. in den Suhrkamp-Bänden "Deutsche Zustände". Die jetzige europäische Studie fand in Kooperation mit Universitäten in Amsterdam, Bielefeld, Budapest, Grenoble, Lissabon, Marburg, Oxford, Padua, Paris, und Warschau statt und stand unter der Schirmherrschaft der Amadeu Antonio Stiftung aus Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ergebnisse in Zahlen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Erste Ergebnisse wurden in einer &lt;a href="http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/gfepressrelease.pdf"&gt;Pressemappe&lt;/a&gt; vorgelegt. Hier zeigten sich unterschiedlich starke länderspezifische Vorurteilsstrukturen. Gefragt wurde, ob man bestimmten Äußerungen (die Vorurteile nahelegen) zustimme.&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Diese Vorurteile werden in Europa weitgehend geteilt. Gleichzeitig offenbaren sich Unterschiede im Ausmaß der Zustimmung mit insgesamt dem niedrigsten Ausmaß in den Niederlanden, gefolgt von Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Portugal und der vergleichsweise höchsten Zustimmung in Polen und Ungarn.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Während der Pressekonferenz wurden folgende Zahlen genannt:&lt;br /&gt;
* 50,4% der Europäer stimmen eher oder voll und ganz zu, dass es zu viele Einwanderer in ihrem Land gibt. Diese Aussage spiegelt eine generelle und blinde Ablehnung von Immigranten.&lt;br /&gt;
* 24,4% nehmen an: „Juden haben zu viel Einfluss in [Land].“ Hier zeigt sich eine traditionelle Facette des Antisemitismus der antisemitische Konspirationsmythen widerspiegelt.&lt;br /&gt;
* 54,4% der Europäer glauben, dass der Islam eine Religion der Intoleranz ist. Dies macht sichtbar, dass viele Europäer ein negatives Islambild teilen (und auch im Hinblick auf Muslime negative Einstellungen vertreten).&lt;br /&gt;
* Fast ein Drittel (31,3%) der Europäer stimmen eher oder voll und ganz zu, dass es eine „natürliche Hierarchie zwischen Schwarzen und Weißen“ gibt. Dies bedeutet, dass sie einer sehr offenen und direkten Form des Rassismus zustimmen, der den Glauben an eine ethnische Hierarchie durch scheinbar natürliche Unterschiede legitimiert.&lt;br /&gt;
* Die Mehrheit der Europäer von 60,2% befürwortet traditionelle Geschlechterrollen, die u.a. in wirtschaftliche Ungleichheit der Geschlechter mündet, indem sie z.B. fordern: „Frauen sollten ihre Rolle als Ehefrau und Mutter ernster nehmen.“&lt;br /&gt;
* 42,6% lehnen gleiche Rechte für Schwule und Lesben ab und beurteilen Homosexualität als „unmoralisch“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ursachen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Zu den Ursachen stellt die Studie fest, dass eine konservative und autoritäre Einstellung, ein Gefühl der Bedrohung und ein fehlender (direkter oder auch nur indirekter) Kontakt zu Menschen mit einer "anderen" Gruppenzugehörigkeit die Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit fördere:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wird von einem Bündel von Faktoren verursacht. Unter den wichtigsten Faktoren sind solche, die zum Einen offen sind für negative Propaganda, Zum Anderen aber auch für Prävention und Intervention durch Bildung, Reflektion und positive persönliche Erfahrung offen sind: a) das subjektive Gefühl, Einwanderer würden die Wirtschaft und die Lebensart eines Landes, bzw. des Befragten selbst bedrohen b) die Befürwortung einer autoritären Haltung, die strenge Disziplin und hartes Vorgehen gegenüber Außenseiter fordert, um vermeintlich Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten. Zugleich verringert c) eine positive Haltung gegenüber Vielfalt, d.h. soziale Heterogenität im Hinblick auf verschiedene soziale, ethnische, kulturelle und religiöse Gruppen GMF.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Syndrom Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Konkret bezogen auf das &lt;i&gt;Syndrom&lt;/i&gt; Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit kommt die Studie zunächst zu einem Schluss, der sich mit den Inhalten in "Deutsche Zustände" deckt:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Das Syndrom Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit konnte mit denselben Elementen (gleichen Vorurteilen) für alle Länder bestätigt werden. Verschiedene Vorurteile werden aus einem gemeinsamen Kern gespeist, der maßgeblich von einer Ideologie der Ungleichwertigkeit bestimmt wird.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Überraschenderweise wird dann festgestellt, dass nicht alle acht der untersuchten Vorurteile sich im Individuum zu einem Syndrom bündeln und gegenseitig verstärken, sondern nur die sechs Vorurteilsstrukturen gegenüber Einwanderern, Juden/Jüdinnen, MuslimInnen, Schwarzen, Frauen und Menschen mit homosexueller Orientierung. Nicht in Relation mit diesen Vorurteilen stünden die beiden Abwertungen gegenüber obdachlosen und behinderten Menschen. Zudem könne es auf Länderebene weitere mit dem Syndrom zusammenhängende Vorurteile gegenüber psychisch Erkrankten oder gegenüber Sinti und Roma geben, dies sei jedoch nicht untersucht worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier schließen sich verschiedene Fragen an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst fällt auf, dass im Individuum die Abwertung von Menschen in Obdachlosigkeit oder mit Behinderungen nicht mit anderen Gruppen-Abwertungen zusammenhängt. Das heißt, wer rassistisch ist, ist oftmals auch sexistisch, antisemitisch, heterosexistisch, anti-islamisch, aber nicht unbedingt obdachlosen- oder behindertenfeindlich. Leider wurden auserechnet zu diesen beiden "Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeiten" keine Zahlen präsentiert. Dies irritiert. Waren keine Abwertungen vorhanden? Dies würde mich sehr wundern, da erst in diesem Jahr die Studie im Auftrag der Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes &lt;a href="http://klassismus.blogspot.com/2009/04/ohrfeige-fur-aktuelle.html"&gt;"Diskriminierung im Alltag"&lt;/a&gt; in aller Deutlichkeit feststellte: &lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Forschungsfrage: Welche Gruppen gelten als benachteiligt?&lt;br /&gt;
Befund: In allererster Linie die sozial Schwachen.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;Ebenso empfahl eine &lt;a href="http://klassismus.blogspot.com/2009/04/The%20Experience%20of%20Discrimination%20in%20Ireland%20Analysis%20of%20the%20QNHS%20Equality%20Module"&gt;Studie über Diskriminierung in Irland&lt;/a&gt; Arbeitslosendiskriminierung in die Antidiskriminierungsgesetze aufzunehmen, da eine starke Diskriminierung von Arbeitslosen festgestellt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwundert bin ich auch darüber, dass "Abwertung von Arbeitslosen" nicht in die Untersuchung aufgenommen wurde, obwohl diese doch gerade erst in den deutschen Studien zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit entdeckt worden ist und für Schlagzeilen sorgte. Dies ist auch ein wenig ärgerlich, zum einen, weil die aktuelle Sarrazin-Debatte gezeigt hat, dass der Rassismus in seinem Lettre-Interview sehr viel stärker öffentlich wahrgenommen und angeprangert wurde, als der mindestens ebenso stark dort enthaltene Klassismus. Zum anderen ist es ärgerlich, weil auf europäischer Ebene ja eh schon aufgrund der &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/diskriminierungshierarchie/8bgikaqot3ts/14#"&gt;diskriminierungshierarchischen&lt;/a&gt; Antidiskriminierungsgesetze (welche Klassendiskriminierung ausblenden) Forschungen in diesem Bereich kaum stattfinden. Daher hätte die Studie zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit ein erfrischender Gegenpol sein können, der vielleicht auch Bewegung um die notwendige Erweiterung der europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien hätte bringen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Zwei Syndrome Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Dennoch bleibt das Ergebnis spannend, dass Abwertungen von behinderten oder obdachlosen Menschen nicht nahtlos zum Syndrom Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gehören. Spannend, weil zuvor bereits festgestellt wurde, dass die Abwertungen gegen arbeitslose, obdachlose und behinderte Menschen einhergehen mit einem Nutzenkalkül. Heitmeyer als einer der Initiatoren der Langzeitstudie sprach von einem &lt;i&gt;Übergang von der Marktwirtschaft zur Marktgesellschaft&lt;/i&gt;, der sich darin zeige, dass Menschen zunehmend nach ihrem wirtschaftlichen Nutzen bewertet würden. Menschen, die nicht im Wirtschaftprozess integriert seien, würden als nutzlos angesehen. Hier wurde also bereits ein "Sub-Syndrom" der Abwertung festgestellt, welches mit dem vermeintlichen "ökonomischen Nutzen" eines Menschen einhergeht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heißt das, dass wir es hier mit zwei Syndromen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit zu tun haben? Falls ja, lägen auch unterschiedliche Ursachen vor. Hier müsste differenzierter untersucht werden, welche Menschen zu welchen Syndromen neigen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-5202650441436434546?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/-SjwXORfZxI/syndrom-der-gruppenbezogenen.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>5</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2009/11/syndrom-der-gruppenbezogenen.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-5967082384790573041</guid><pubDate>Fri, 16 Oct 2009 17:19:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-09-02T17:45:05.980+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Sarrazin</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Rassismus</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Sozialeugenik</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Klassismus</category><title>Sarrazins Sozialeugenik</title><description>Thilo Sarrazin ist im Vorstand der Bundesbank und bekannt für seine rassistischen und klassistischen Sprüche. Besonders umstritten waren seine Äußerungen in der Lettre International 86 vom September 2009.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sarrazins Äußerungen waren nicht nur rassistisch, sondern auch klassistisch. Sein Rassismus wurde zurecht angegriffen. Der Berliner Integrationsbeauftragte Günter Piening warf Sarrazin "rassistische Äußerungen" vor und ähnlich äußerten sich Kenan Kolat von der Türkischen Gemeinde und Stefan Kramer vom Zentralrat der Juden in Deutschland. Die Bundesbank reagierte mit einer Distanzierung und einer Strafmaßnahme gegen Sarrazin und die Berliner Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Zurecht. Aber die Kritik richtete sich ausschließlich gegen die rassistischen, nicht gegen die sozialeugenisch-klassistischen Sprüche gegen die sogenannte "Unterschicht".&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte im Folgenden die klassistischen Passagen herausheben, die neben den ethnozentrischen Abwertungen das Interview durchziehen und mit ihnen eine Einheit bilden. Bereits der Titel und auch der letzte Satz zeigen den sozialeugenischen Tenor von Sarrazins Äußerungen: "Klasse statt Masse. Von der Hauptstadt der Transferleistungen zur Metropole der Eliten" (197)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geführt wurde das Interview vom Chefredakteur und Geschäftsführer des Lettre International, Frank Berberich. Die letzten &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/klassismus-von-deutschen-politikern/8bgikaqot3ts/221#2009"&gt;Ausfälle von Sarrazin&lt;/a&gt; sind noch nicht ein halbes Jahr alt. Wenn daraufhin der Chef vom Lettre International selber das Interview führt, dann besteht der Verdacht, dass die Zeitung auf einen Skandal aus war, um ihre Auflage zu steigern. Hierzu passt auch, dass sich Sarrazin zunächst gemäßigt äusserte, bis Frank Berberich bemerkte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;So sanftmütig ...&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berberich: "Sie sprechen so sanftmütig und wohlwollend, wie sie nie zuvor gesprochen haben." (198)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war für Sarrazin das Zeichen, jetzt endlich loslegen zu müssen. Er kommt auf die Bevölkerungsstrukur Berlins zu sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sarazin: [...] "Daneben hat sie einen Teil von Menschen, etwa zwanzig Prozent der Bevölkerung, die nicht ökonomisch gebraucht werden, zwanzig Prozent leben von Hartz IV und Transferleistungen [...] Dieser Teil muß sich auswachsen. Eine große Zahl an Arabern und Türken in dieser Stadt [...] hat keine produktive Funktion [...] und es wird sich vermutlich auch keine Perspektive entwickeln. Das gilt auch für einen Teil der deutschen Unterschicht [...] Berlin hat wirtschaftlich ein Problem mit der Größe der vorhandenen Bevölkerung." (198)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Unterschicht soll aussterben&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem seltsamen Ausdruck "auswachsen" zeigte sich Berberich irritiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berberich: "Wenn Sie sagen 'auswachsen', meinen Sie damit, daß die Leute sterben und sich diese Schicht nicht wieder neu generiert durch Kinder, Enkel usw?" (198)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sarrazin bestätigt, dass er mit "auswachsen" "aussterben" meint. "Auswachsen" ist jedoch noch perfider als Aussterben. Immerhin bezieht sich aussterben noch auf die Personen. Sich-Auswachsen ist jedoch ein Terminus, der sich auf einen Organismus bezieht, bei dem ein Makel in den Haaren oder in den Nägeln rauswächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sarazin: "Niels Bohr hat gesagt, er hat noch nie jemanden kennengelernt, der seine wissenschaftliche Meinung geändert habe. Wissenschaftliche Meinungen sind immer nur ausgestorben. Und das ist auch sonst so. An das eine erinnern sich die Leute nicht mehr, und das andere muß sich auswachsen. [...] (198)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Unterschichtsgeburten gefährden Bildungssystem&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar danach geht Sarrazin auf das Bildungssystem ein: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sarrazin: "Wir haben ein schlechtes Schulsystem, das nicht besser werden wird. Berlin ist belastet von zwei Komponenten: der Achtundsechzigertradition und dem Westberliner Schlampfaktor. Es gibt auch das Problem, daß vierzig Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden. [...] So daß das Niveau an den Schulen kontinuierlich sinkt, anstatt zu steigen. In Berlin gibt es stärker als anderswo das Problem einer am normalen Wirtschaftskreislauf nicht teilnehmenden Unterschicht." (198)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt mit Sicherheit keine Studie, die belegt, dass vierzig Prozent der Geburten in der "Unterschicht" stattfinden. Dass Achtundsechszigertradition (was soll das sein???) und ein "Westberliner Schlampfaktor" für ein niedriges Niveau an den Schulen zuständig sein soll, wage ich zu bezweifeln. Es ist Aufgabe der Bildungspolitik ein hohes Niveau an Schulen zu gewährleisten. Mir ist nicht bekannt, dass Sarrazin irgendwelche bildungssoziologischen oder pädagogischen Kompetenzen hat. Dass eine hohe Geburtenquote in der Unterschicht das Niveau an Schulen drücken soll, lässt sich nur aufrechterhalten, wenn man von einer sozialgruppenspezifischen Weitervererbung von Intelligenz ausgeht und davon, dass das Bildungssystem nicht kompensatorisch tätig wird. Sarrazin macht beides: er behauptet, dass sich Intelligenz vererbt und negiert irgendeine kompensatorische Zuständigkeit des Bildungssystems:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sarazin: "Benachteiligte aus bildungsfernen Schichten - davon hat Berlin besonders viele. Es gibt auch keine Methode, diese Leute vernünftig einzubeziehen. [...] Unsere Bildungspopulation wird von Generation zu Generation dümmer. Der Intellekt, den Berlin braucht, muß also importiert werden [...]. (199)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser klassisch sozialeugenische Ansatz wird kurz später noch einmal untermauert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sarazin: "Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate. Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung." (199)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterschicht muss aussterben und andere "Rassen" (oder wie würde Sarrazin sonst "osteuropäische Juden" mit einem spezifischen IQ gegenüber Deutsche bezeichnen?) müssen die Bevölkerungsqualität in Deutschland heben. Alles klar?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Keine Geldleistungen für Nichtleistungsträger&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sarazin: "Wir haben in Berlin vierzig Prozent Unterschichtsgeburten, und die füllen die Schulen und die Klassen, darunter viele Kinder von Alleinerziehenden. Wir müssen in der Familienpolitik völlig umstellen: weg von Geldleistungen, vor allem bei der Unterschicht. [...] Man muß davon ausgehen, daß menschliche Begabung zu einem Teil sozial bedingt ist, zu einem anderen Teil jedoch erblich. Der Weg, den wir gehen, führt dazu, daß der Anteil der intelligenten Leistungsträger aus demographischen Gründen kontinuierlich fällt." (200)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den "Unterschichten" das Geld wegzunehmen, damit sie schneller aussterben, erinnert an Malthus. Es wird ja mit der Umstellung vom Erziehungsgeld zum Elterngeld bereits praktiziert. Sarrazin drückt es schonungslos aus und die bisherige Entwicklung reicht ihm noch nicht. Was soll der Nebensatz mit den Alleinerziehenden? Sollen sie auch "auswachsen" - oder zwangsverheiratet werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sarazin: "Berlin müßte Stadt der Intellektuellen und der Elite sein, aber die Stadt in ihren politischen Strömungen ist nicht elitär aufgestellt, sondern in ihrer Gesinnung eher plepejisch und kleinbürgerlich. [...] Ich würde aus Berlin eine Stadt der Elite machen. Das würde voraussetzen, daß unsere Massenuniversitäten nicht weiterhin massenhaft Betriebs- oder Volkswirte, Germanisten, Soziologen ausbilden, sondern konsequent Qualität anstreben. Die Zahl der Studenten sollte gesenkt, und nur noch die Besten sollten aufgenommen werden. [...] Berlin sollte für die Besten attraktiv sein [...] Die Schulen müssen von unten nach oben anders gestaltet werden. Dazu gehört, den Nichtleistungsträgern zu vermitteln, daß sie ebenso gerne woanders nichts leisten sollten. [...] Wir brauchen Klasse statt Masse." (201)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Unterstützer: Schlöndorff, Henkel, Broder, Giordano, Sloterdijk ... "Aufbruch der Leistungsträger"&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tja... deutlicher gehts nicht. Leider steht hier Sarrazin nicht allein. Schlöndorff und Henkel (&lt;a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article4847894/Ich-unterstuetze-Sarrazin-ohne-Wenn-und-Aber.html"&gt;"Ich unterstüzte Sarrazin ohne Wenn und Aber"&lt;/a&gt;) unterstützen Sarrazin. Henryk M. Broder, der&lt;a href="http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/audio19478-popup.html"&gt; sich damit brüstet&lt;/a&gt;, das Interview in voller Länge gelesen zu haben, findet Sarrazins Äußerungen richtig und macht darauf aufmerksam, dass Sarrazins "Kritik" nicht nur ethnische Gruppen betrifft, sondern auch die deutsche Unterschicht: &lt;i&gt;"das Verhalten der Deutschen, also wenn sie so wollen, der eingeborenen Unterschicht in dieser Stadt ist genauso. Insofern hat die Integration ja gut stattgefunden. Die Migranten benehmen sich so wie die Einheimischen und halten die Hand auf."&lt;/i&gt; Auch Ralph Giordano meint, man müsse Sarrazins Aussagen richtig lesen und unterstützt Sarrazins Thesen: &lt;i&gt;"Er hat doch recht, wenn er sagt, je niedriger die Schicht, desto höher die Geburtenrate. Er hat doch recht, wenn er sagt, große Teile sind weder integrationswillig noch integrationsfähig. Er hat doch recht, wenn er sagt, wir müssen in der Familienpolitik völlig umstellen, nämlich weg von der Geldleistung, vor allem bei der Unterschicht."&lt;/i&gt; In der Novemberausgabe des Cicero unterstützt auch Peter Sloterdijk Sarrazins Thesen. Er wettert darüber "wie tief bei uns der Sprachkarren im Dreck steckt" und nennt sein Manifest "Aufbruch der Leistungsträger [sic!]".(s.a. Rudolf Walther: &lt;a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/blasen-zu-phrasen/"&gt;Blasen zu Phrasen&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Problematisch ist, dass Sarrazin nur für seinen Rassismus angegriffen wurde, den ich hier ausgelassen habe, der aber natürlich Sarrazins Konzept der Rassenhygiene abrundet. Die Unterschicht hat keine Lobby.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: Lettre International. Europas Kultur Zeitung, Nr. 86, September 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Nachtrag: &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Wie jetzt herausgekommen ist, hatte die Bundesbank das Interview genehmigt, gegengelesen und einige von Sarrazin gebilligte Änderungen vorgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Nachtrag II:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Gegen Sarazins Rassismus findet eine Demonstration an der Berliner SPD-Zentrale statt: 19.Okt., Mo, 16:00, vor der SPD-Zentrale,&amp;nbsp; Willy-Brandt-Haus, Wilhelmstraße 140 / Stresemannstraße 28&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://unrastwildcat.blogsport.de/2009/10/19/es-reicht-schluss-mit-der-diskriminierung-und-dem-rassismus/" rel="bookmark" title="Permanent Link zu &amp;quot;Es reicht! Schluss mit der Diskriminierung und dem Rassismus!&amp;quot;"&gt;Es reicht! Schluss mit der Diskriminierung und dem Rassismus!&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtrag III:&lt;br /&gt;
Endlich scheint die gesamte "Ungeheuerlichkeit" des Sarrazin-Interviews, nämlich die rassistische &lt;i&gt;und&lt;/i&gt; klassistische Sozialeugenik, auch in den etablierten Medien angekommen zu sein. Christian Staas im ZEIT-Online-Artikel &lt;a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2009-10/sarrazin-grossstadt-berlin"&gt;Schickes Ödland Großstadt&lt;/a&gt; wertet das Interview in einer ähnlichen Weise wie dieser Blog-Beitrag. Hinweisen möchte ich auch auf Rainer Rillings Beitrag &lt;a href="http://ifg.rosalux.de/?p=783"&gt;Anmerkung zum Weltbild Thilo Sarrazins&lt;/a&gt; im Blog des Instituts für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung (Mehring 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtrag IV:&lt;br /&gt;
Gunnar Heinsohn folgt Sloterdijks Aufruf zum "Aufstand der Leistungsträger" und fordert die Abschaffung des Elterngeldes für Bedürftige sowie größere Steuerfreibeträge für "Karrierefrauen". Seine Sprache kann im menschenverachtenden Niveau durchaus mit Sarrazins Äußerungen mithalten. Gunnar Heinsohn und die &lt;a href="http://metalust.wordpress.com/2009/11/03/gunnar-heinsohn-und-die-transferbabys/"&gt;"Transferbabys"&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtrag V:&lt;br /&gt;
Mittlerweile sind einige Analysen erschienen. Zum Beispiel hier: &lt;a href="http://www.merkur.de/2009_49_Ein_Gespenst_geht.38956.0.html"&gt;Anselm Neft: Politische Korrektheit. Ein Gespenst geht um&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtrag VI:&lt;br /&gt;
Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt verteidigt die Sozialeugenik Sarrazins im Gespräch mit der Zeit:&lt;br /&gt;
"di Lorenzo: Wenn Sarrazin sagt, osteuropäische Juden hätten einen um 15 Prozent höheren Intelligenzquotienten als der Rest der Bevölkerung, wenn er sagt, dass Türken »Kopftuchmädchen produzieren« – das ist doch nicht tischunfein, das ist diffamierender Unsinn, wenn auch im Falle der osteuropäischen Juden positiv diskriminierend!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schmidt: Die Sache mit der Intelligenz wollen wir doch mal genau untersuchen (holt das Originalinterview hervor): Sarrazin wünscht sich Einwanderung nicht durch Türken und Araber, er sagt, es würde ihm gefallen, »wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung«. Was auch immer, ich halte die sachliche Aussage für richtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
di Lorenzo: Sie glauben, dass Menschen von Geburt an intelligenter oder dümmer sind, weil sie einem bestimmten Volk oder gar einer Religionsgemeinschaft angehören?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schmidt: Es spielen bei der Intelligenz natürlich zwei Dinge eine Rolle: die Begabung, das sind die Gene. Und es spielt das soziale Umfeld eine Rolle, die Schule, die Familie und all das, was man braucht, um aus der Begabung etwas zu machen. Das würde die moderne Wissenschaft heute ähnlich sehen und dafür ihre Fachausdrücke haben. Es gibt ja gar keinen Zweifel daran, dass die hohe geistige Bedeutung von Wissenschaft und Kunst in Berlin zur Zeit der Weimarer Republik ganz wesentlich den Juden zuzuschreiben war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
di Lorenzo: Und was soll es bringen, alle Türken pauschal anzurempeln und so hässliche Ausdrücke zu gebrauchen wie »Kopftuchmädchen produzieren«?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schmidt: Ich hätte diese Ausdrücke sicherlich nicht gebraucht. Nach einem langen Gespräch, das umgangssprachlich geführt wurde, hätte ein Redakteur an drei oder vier Stellen Korrekturen vornehmen müssen. Das hat offenbar keiner getan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
di Lorenzo: Warum verteidigen Sie Herrn Sarrazin? Weil Sie ihn lange kennen und einmal einen guten Eindruck von ihm gewonnen hatten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schmidt: Nein, weil ich sein Interview ganz gelesen habe – im Gegensatz zu vielen Journalisten. Aber es stimmt auch, dass ich ihn seit mehr als 30 Jahren kenne. Er hat als Berliner Finanzsenator hervorragende Arbeit geleistet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
di Lorenzo: Der Philosoph Peter Sloterdijk hat zum Fall Sarrazin geschrieben: »Man möchte meinen, die deutsche Meinungs-Besitzer-Szene habe sich in einen Käfig voller Feiglinge verwandelt, die gegen jede Abweichung von den Käfigstandards keifen und hetzen.« Gibt es bei uns wirklich einen solchen Druck zur Konformität?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schmidt: Ich hätte es abermals anders formuliert, aber im Prinzip ist etwas Richtiges an dem, was Herr Sloterdijk schreibt. Ein wichtiger Punkt ist doch, dass die Volksmeinung überwiegend auf der Seite Sarrazins ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.zeit.de/2009/47/Helmut-Schmidt-47?page=3"&gt;Giovanni di Lorenzo, Verstehen Sie das, Herr Schmidt? ZEITmagazin, 12.11.2009 Nr. 47&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://flattr.com/thing/57500/Sarrazin-Sozialeugenik" target="_blank"&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img src="http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-5967082384790573041?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/ae8gNylm4u8/moderne-sozialeugenik.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>6</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2009/10/moderne-sozialeugenik.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-6516787313920301706</guid><pubDate>Wed, 14 Oct 2009 04:19:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-10-29T12:48:31.519+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Schweden</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Soziale Herkunft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Arbeiterkinder</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Mittelschicht</category><title>Klassendebatte in Schweden</title><description>Schweden - das ist ein Synonym für den &lt;i&gt;sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat&lt;/i&gt;. Dennoch ist auch Schweden ein kapitalistisches Land und somit eine Klassengesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Montag war Gabriel Kuhn auf der Durchreise in Münster und berichtete über aktuelle Klassendebatten in Schweden. In einem fünfjährigen Projekt stellten linke AktivistInnen mit einer Herkunft aus der Arbeiterklasse ein Buch zusammen, in dem sie über ihre Klassenkonflikte innerhalb des linksalternativen Milieus berichten. Das Buch mit dem Titel &lt;i&gt;En knuten näve i fickan&lt;/i&gt; (Eine geballte Faust in der Tasche) erschien 2008 im linken schwedischen Yelah-Verlag und wurde von Fredric Carlsson-Andersson und Atilla Piskin herausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gabriel Kuhn hat fünf der fünfzehn autobiographischen Erfahrungsberichte ins Deutsche übersetzt und mit Rezensionen und einem Interview mit Carlsson-Andersson/Piskin versehen. Den Vortrag hielt Gabriel Kuhn bewusst sehr kurz, da er in Hamburg ein großen Diskussions- und Mitteilungsbedürfnis über die Klassenfragen im linken Alltag mitbekam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_obymJsrFYfw/StVE_yEbMJI/AAAAAAAAACE/GyskkOZ8R4g/s1600-h/mumin+tasse.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" src="http://2.bp.blogspot.com/_obymJsrFYfw/StVE_yEbMJI/AAAAAAAAACE/GyskkOZ8R4g/s400/mumin+tasse.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;b&gt;Mumin-Tasse&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/deed.de"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;cc-by-nd 2.0&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt; &lt;a href="http://www.flickr.com/photos/anna-stina/"&gt;Anna-Stina&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Obwohl ich mich nun bewusst seit ca. fünfzehn Jahren mit Fragen der Klassenherkunft befasse und diese Problematik in den unterschiedlichsten linken Zusammenhängen thematisiere, berührten mich dennoch die autobiographischen Schilderungen. Die AutorInnen des Buches sind keine Bildungsaufsteiger in dem Sinn, dass sie die Klasse gewechselt haben. Sie verblieben in der Arbeiterklasse, obschon sie sich in dem von der Mittelklasse dominierten links-alternativen Milieu bewegten und von außen betrachtet dazu gehörten. Doch in allen Texten - zumindest den übersetzten - sprechen die AutorInnen davon, dass sie sich unter den "Mumin-Linken" nicht wohl fühlten. Es werde viel von Klassenkampf gesprochen, aber die Klassenbilder seien mit Klischees behaftet. Die Interessen und Probleme der &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/arbeiterkinder/8bgikaqot3ts/62#"&gt;Arbeiterkinder&lt;/a&gt; hätten keinen Raum. Aus den Texten spricht Trauer und Spott, und auch Hass.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Niemand kann etwas für seine Herkunft. Und es geht in dem Band nicht um Verurteilung. Thema ist vielmehr, dass endlich einmal zugehört wird&lt;span style="font-size: small;"&gt;. Es gibt Unterschiede und diese müssen zur Kenntnis genommen werden. Die beiden Herausgeber schreiben in der Einleitung:&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;"Natürlich kann jemand aus der ArbeiterInnenklasse kommen un die Regeln der linken Mittelklasse lernen. Aber allzu oft geschieht dies nicht. Und selbst, wenn du das schaffst und zu einem Teil der Mumin-Linken wirst - so richtig wirst du dich trotzdem nie zugehörig fühlen. eine der AutorInnen dieser Textsammlung erzählte in einem Interview mit der Zeitung Arbetaren [ArbeiterIn], dass sie schnell verstand, wie unpopulär es in jungen linken Kreisen war, einen Metzger zum Vater zu haben. Sie sagte deshalb bald, dass ihr Vater mit Tieren arbeite.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;[...]&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Linke Lieder über die ArbeiterInnenklasse sind lange in der Popwelt der Kunstschulen geschrieben worden - von den 'RotweinrevolutionärInnen', wie Erik Zsiga sie nennt. Die Resultate waren nicht unbedingt schlecht. Aber von nun an wollen wir dabei sein."&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div class="" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Die sich nach dem Vortrag in Münster anschließende Diskussion war sehr spannend, wie immer, wenn Menschen von ihren eigenen Leben erzählen. Ich war vor allem überrascht, dass dieses Buch in Schweden sehr bekannt geworden ist und für viele Debatten sorgt. Die Auseinandersetzungen sind alt und werden immer wieder neu geführt. So ließ sich bereits das feministische Kollektiv "Furies" Anfang der 1970er Jahre in New York nicht mehr die Dominanz der linken Männer aus der Mittelschicht gefallen. Und Gabriele Theling schrieb in den 1980ern eine Diplomarbeit, die deckungsgleich mit den Beschreibungen aus New York zehn Jahre zuvor und Stockholm zwanzig Jahre später ist.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class="" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;In Deutschland blieben entsprechende Debatten bislang aus. Die Neuen Sozialen Bewegungen kennen keine Klassen, die MarxistInnen kennen keine soziale Herkunft und die wenigen studierenden Arbeiterkinder kennen keine politischen Äußerungen. Aber bekanntlich bleibt ja nichts so wie es ist.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Frederic Carlsson-Andersson / Atilla Piskin(Hg.): En knuten näve i fickan, Yelah-Verlag, Schweden 2008&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;In Auszügen auf deutsch übersetzt: Gabriel Kuhn (Hg.): &lt;a href="http://zuchthaus.free.de/syndikat-a/?p=productsMore&amp;amp;iProduct=1863&amp;amp;sName=V-51-G.-Kuhn-%28Hg.%29--Mit-geballter-Faust-in-der-Tasche-"&gt;Mit geballter Faust in der Tasche. Klassenkonflikte in der Linken&lt;/a&gt; - Debatten aus Schweden, Syndikat-A-Verlag, März 2009, 2,50 €&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_obymJsrFYfw/StVVcL4KUoI/AAAAAAAAACM/dfvwsOalT9I/s1600-h/en+knuten.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" src="http://2.bp.blogspot.com/_obymJsrFYfw/StVVcL4KUoI/AAAAAAAAACM/dfvwsOalT9I/s400/en+knuten.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-6516787313920301706?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/2iKqpQqOero/klassendebatte-in-schweden.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="http://2.bp.blogspot.com/_obymJsrFYfw/StVE_yEbMJI/AAAAAAAAACE/GyskkOZ8R4g/s72-c/mumin+tasse.jpg" height="72" width="72" /><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2009/10/klassendebatte-in-schweden.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-5840850921179291965</guid><pubDate>Thu, 24 Sep 2009 15:29:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-01-19T22:47:04.218+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Studierendenqoute</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Stiftungen</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kinderarmut</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Bildungsfinanzierung</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Diskriminierung</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Stipendien</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">OECD</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">WZB</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Underachievement</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kevinismus</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Vornamen</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Bildungsbenachteiligung</category><title>Bildungspolitik: Jede Woche eine Watsche!</title><description>Die Verantwortlichen für die Klassendiskriminierung in Deutschland werden im Wochenturnus abgewatscht. Abgewatscht durch internationale Studien der OECD, durch Auftragsstudien, deren Ergebnisse nicht so sein sollten wie sie sind und gedeckelt und zurückgehalten werden, durch kleinere Studien wie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und durch Masterarbeiten, die ganz neue Diskriminierungsaspekte herausarbeiten. Würde man diese Studien als Ohrfeigen visualisieren und im Zeitraffer ablaufen lassen, dann sähe es ungefähr so wie im folgenden Video aus. It's hard to catch the first time: &lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object height="344" width="425"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/tN0nq40k4pk&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/tN0nq40k4pk&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber können Studien eine Regierungspolitik ändern? Wohl kaum, sie können sie nur blöd aussehen lassen. In diese wissenschaftlichen Ergebnisse muss - um im Bild zu bleiben - eine Wucht eingebaut werden, sonst bleibt die derzeitige Politik blöddreinschauend bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Studien im Einzelnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Watsche Nr 1&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;OECD-Studie: Kinderarmut in Deutschland&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
1. September 2009 &lt;a href="http://www.oecd.org/document/52/0,3343,de_34968570_35008930_43589044_1_1_1_1,00.html"&gt;OECD-Studie&lt;/a&gt;: Die &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/kinderarmut-in-deutschland/8bgikaqot3ts/198#"&gt;Kinderarmut in Deutschland&lt;/a&gt; ist größer als in den meisten anderen OECD-Staaten. Vor allem bei der Verwirklichung gleichwertiger Lebensverhältnisse und Chancengleichheit bleibt Deutschland hinter vergleichbaren Ländern zurück. In Deutschland werde sehr viel Geld für Kinder und Familien ausgegeben, nicht jedoch für arme Eltern und deren Kinder. Es müssten dringend die Transferleistungen für arme Familien, insbesondere Alleinerziehende, verbessert werden! &lt;br /&gt;
Der deutschen Politik sind die OECD-Studien nicht nur bei PISA äußerst unangenehm und sie verhehlen dies schon lange nicht mehr. Statt die Ohrfeigen zu ertragen, wird ein peinliches Trotzverhalten an den Tag gelegt. Nacheinander werden die EU-Kommission, die internationale PISA-Koordination der OECD, der &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/bericht-ber-den-deutschlandbesuch-des/8bgikaqot3ts/134#"&gt;Menschenrechtsbeobachter der UN&lt;/a&gt; als "inkompetent" und "befangen" beschimpft. Dieses unwürdige Verhalten führte bereits dazu, dass Deutschland nicht mehr von den PISA-Ergebnissen vorab informiert wird. Auch die Ergebnisse der Kinderarmuts-Studie der OECD werden von Politikern wie Peter Ramsauer (stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion) als "methodischer Mist" diffamiert. Die Ergebnisse scheinen ihm zu stinken. Sehr unwahrscheinlich, dass die Wissenschaftler der OECD methodisch unsauber gearbeitet haben, denn ihre Ergebnisse decken sich mit denen der UNICEF wenige Jahre zuvor.&lt;br /&gt;
Jedes sechste Kind lebt in Deutschland in relativer Armut. Das heißt, dass das Haushaltseinkommen unter der Hälfte des deutschen Durchschnittseinkommens liegt. In Dänemark, dem Spitzenreiter unter den in der OECD-Studie untersuchten Staaten, lebt hingegen nur jedes 37. Kind in relativer Armut.&lt;br /&gt;
"Deutschland sollte seine Transfers stärker auf bedürftige Kinder und deren Familien konzentrieren. Außerdem sollten Dienstleistungen wie Kinderbetreuung und Ganztagsschulen weiter ausgebaut werden", forderte Monika Queisser, Leiterin der OECD-Abteilung für Sozialpolitik bei der Präsentation der Studie. Hinzuzufügen ist allerdings, dass die Zahlen von 2003 sind. Also noch vor der sozialeugenischen Wende hin zur "Nachhaltigen Familienpolitik", in deren Zuge das sozialkompensatorische Erziehungsgeld durch das einkommensabhängige Elterngeld ersetzt wurde. Es wurde also genau das falsche gemacht: die Transfers für Arme wurden mit dem Elterngeld auf die Hälfte gekürzt und Reiche erhalten nun das sechsfache an staatlichen Transfers. Die nächste OECD/UNICEF-Watsche kommt bestimmt - und sie wird weher tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Watsche Nr 2&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Studie des WZB: Underachievement in Deutschland&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
26. August 2009 Das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin untersuchte in &lt;a href="http://bibliothek.wzb.eu/pdf/2009/i09-503.pdf"&gt;einer Studie&lt;/a&gt; &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/kinderarmut-in-deutschland/8bgikaqot3ts/198#"&gt;Bildungsbenachteiligung&lt;/a&gt; im Zusammenhang mit sozialer Herkunft, kognitiven Fähigkeiten und Persönlichkeitsstrukturen. Fazit: Auf den Hauptschulen sind zuviele Underachiever mit sogenannter niedriger sozialer Herkunft, auf den Gymnasien zuviele Overachiever, die aus akademischen Familien stammen. Dies lasse sich nicht auf persönliche Merkmale wie Fleiß und Neugier zurückführen, da einige Hauptschüler nicht nur "intelligenter" als Gymnasiasten seien, sondern auch ebenso diszipliniert wie interessiert. Die Ergebnisse der LAU- und IGLU-Studien wiesen nach, dass &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/arbeiterkinder/8bgikaqot3ts/62#"&gt;Arbeiterkinder&lt;/a&gt; bessere Noten erbringen müssen, um eine Gymnsialempfehlung zu bekommen. Bisher wurde diese &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/diskriminierung/8bgikaqot3ts/3"&gt;Diskriminierung&lt;/a&gt; schön geredet durch die Infragestellung, ob diese Arbeiterkinder trotz ihrer Intelligenz nicht doch gymnsialuntauglich seien, ob ihr Arbeiterfamilien-Habitus nicht zu wenig bildungsbeflissen sei. Dies lässt sich nun aufgrund der Studie der WZB-Studie klar beantworten: es gibt keinen Unterschied bei den Persönlichkeitsmerkmalen Diszipliniertheit und Neugier. Daher empfehlen die SozialwissenschaftlerInnen in expliziter Deutlichkeit, von der viel zu frühen Aufteilung in verschiedene Schulformen Abstand zu nehmen.&lt;br /&gt;
-&amp;gt; &lt;a href="http://klassismus.blogspot.com/2009/08/oberschicht-unterschicht.html"&gt;Weitere Informationen&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Watsche Nr 3&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;OECD-Studie: Bildungsfinanzierung und Studierendenquote&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
8. September 2009: Jährlich wiederholt die OECD-Studie Bildung auf einen Blick die Mahnungen: Deutschland hat eine zu geringe Studierendenquote - vor allem von Arbeiterkindern - und gibt zuwenig Geld für Bildung aus. So auch die Studie &lt;a href="http://www.oecd.org/document/8/0,3343,de_34968570_34968855_39283656_1_1_1_1,00.html"&gt;Bildung auf einen Blick 2009&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
Der Zahl der Studienanfänger lag in Deutschland im Jahr 2007 bei 34 Prozent eines Jahrgangs. Das ist einer der niedrigsten Werte innerhalb der OECD, noch geringer ist die Quote lediglich in der Türkei, Belgien und Mexiko. Im Schnitt der 30 wichtigsten Industrienationen nehmen indes heute 56 Prozent ein Studium auf. &lt;br /&gt;
Auch in der Weiterbildung hinkt Deutschland laut OECD hinterher. In anderen Industrieländern beteiligen sich erheblich mehr Ältere an hochqualifizierter Weiterbildung.&lt;br /&gt;
23 Prozent eines Altersjahrgangs schlossen 2007 ein Hoch- oder Fachhochschulstudium ab. Die Quote der erfolgreich Studierenden verdoppelte sich von 1995 bis 2007 in den Mitgliedsländern der OECD von 18 auf 36 Prozent. Während im Schnitt die Zahl der Studienabschlüsse um 100 Prozent zunahm, wurde Deutschland auch hier weiter abgehängt und konnte das Ergebnis von 14 nur auf 23 Prozent, also nur um 60 Prozent verbessern.&lt;br /&gt;
Und auch bei der Bildungsfinanzierung bildet Deutschland ein Schlusslicht: 13,3 Prozent der öffentlichen Ausgaben wenden die Industrieländer im Schnitt für Bildung auf - in Deutschland liegt die Quote bei unter zehn Prozent und hiervon wird zuviel Geld in "höhere" und zu wenig Geld für primäre Bildung investiert.&lt;br /&gt;
Die OECD rät - zum wiederholten Male - dass die Studierenquote dringend erhöht werden müsse und dass gerade in Krisenzeiten mehr Bildungsausgaben, vor allem im Primarbereich, getätigt werden sollten. Aber hat die Bundesregierung daran ein Interesse oder vertritt sie lieber die Interessen der Besserverdienenden. Denn auch die Einkommensvorteile von Akademikern sind in Deutschland höher als in anderen Ländern:&lt;br /&gt;
Arbeitnehmer mit akademischem Abschluss verdienten 2006 im Schnitt 64 Prozent mehr als Arbeitnehmer mit Berufsausbildung. Im Jahr 2000 hatte der durchschnittliche Einkommensvorteil noch 43 Prozent betragen. Der Studie zufolge erzielt mit 27,1 Prozent ein deutlich größerer Anteil der Hoch- und Fachhochschulabsolventen in Deutschland Spitzengehälter als im OECD-Schnitt, der bei 26,1 Prozent liegt.&lt;br /&gt;
Um mehr Kinder aus einkommensschwachen Elternhäusern für ein Studium zu gewinnen, plädiert die OECD-Direktorin Barbara Ischinger für ein Stipendiensystem. Die GEW schloss sich dem an. Wie das Stipendiensystem derzeit in Deutschland aussieht, lässt eine zeitweilig gedeckelte Studie der HIS erkennen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Watsche Nr 4&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;HIS-Studie zur Stipendienvergabe: Benachteiligung durch Stiftungen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
24.September 2009 Eine aktuelle HIS-Studie zur Sozialen Herkunft der StipendiantInnen konnte nur Durchschnittswerte veröffentlichen, da die Stiftungen im Juni auf einer Klausurtagung beschlossen haben, die Ergebnisse für jede einzelne Stiftung erst einmal zu überprüfen.&lt;br /&gt;
Nach einem heute publizierten &lt;a href="http://www.academics.de/wissenschaft/aus_gutem_hause_36567.html?page=0"&gt;ZEIT-Artikel&lt;/a&gt; stellt auch die Vergabe von Stipendien eine Bildungsbenachteilung aufgrund der sozialen Herkunft dar:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Das Ergebnis: Die Stipendien bekommen vor allem die Kinder gut verdienender Akademiker. Arbeiterkinder schaffen es selten in den Kreis der Auserwählten. Werden Bildung und Berufsstatus der Eltern berücksichtigt, hat demnach weniger als jeder zehnte Stipendiat in der Studienförderung eine, wie die Forscher sagen, »niedrige soziale Herkunft «, kommt also beispielsweise aus einer Arbeiterfamilie. Die Kinder beruflich erfolgreicher Akademiker - Stipendiaten mit »hoher sozialer Herkunft« - machen dagegen mehr als die Hälfte der Geförderten aus.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;Sie zitieren Ulrich Mayer von der Yale-Universität:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;»Eine solche Studie ist von enormer Bedeutung, denn hier zeigt sich die Heranbildung von Eliten«, sagt Karl Ulrich Mayer, Co-Direktor des Zentrums für Ungleichheitsforschung an der amerikanischen Yale University. »Die Befunde sind ein echter Hammer. Das ist die Selbstreproduktion des deutschen Bildungsbürgertums.« Denn bei der Förderung begabter Studenten geht es keineswegs nur um Geld. Die Stiftungen bieten den Geförderten Seminare und Sommerakademien an, nicht zuletzt sind sie Karrierenetzwerke, die mit beeinflussen, wer zu den Eliten von morgen gehören wird.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;Am sozial selektivsten ist ausgerechnet die größte Stiftung, die Studienstiftung des deutschen Volkes. Hier finden sich nur 5% Studierende mit einer niedrigen sozialen Herkunft, aber 64% mit einer hohen sozialen Herkunft. Der Präsident der Studienstiftung weist jede Verantwortung von sich, an diesen Verhältnissen etwas ändern zu müssen. Dies sei nicht Aufgabe der Stiftungen.&lt;br /&gt;
Ulrich Mayer widerspricht:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Der Yale-Soziologe Karl Ulrich Mayer fordert, »die Auswahl der Begabtenförderung müsste kompensatorisch sein und vorhergehende Nachteile ausgleichen«. Man könne die soziale Selektion international beobachten, von den amerikanischen Elite-Colleges bis zu den französischen Écoles Normales. »Die einseitige soziale Zusammensetzung ist aber keineswegs unveränderlich«, sagt Mayer und fordert eine »bewusstere Aufnahmepolitik«.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Watsche Nr 5&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Studie der Uni Oldenburg: Diskriminierung durch Lehrer&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
18. September 2009 Eine &lt;a href="http://idw-online.de/pages/de/news333970"&gt;Masterarbeit der Uni Oldenburg&lt;/a&gt; von Julia Kube bringt es ans Licht: Lehrer diskriminieren Kinder aufgrund ihrer Namen, die auf eine niedrige soziale Herkunft schließen lassen. &lt;br /&gt;
Zitat aus der Studie, für die knapp 2.000 GrundschullehrerInnen anonymisiert befragt wurden:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Von dem überwiegenden Anteil der befragten Lehrpersonen werden SchülerInnen mit bestimmten Namen eher negativ oder eher positiv wahrgenommen. Als eher freundlicher, leistungsstärker und verhaltensunauffällig stellen sich Kinder mit Vornamen wie Charlotte, Sophie, Marie, Hannah, Alexander, Maximilian, Simon, Lukas oder Jakob im Bewusstsein von LehrerInnen dar, während Namen wie Chantal, Mandy, Angelina, Kevin, Justin oder Maurice eher mit Leistungsschwäche und Verhaltensauffälligkeit assoziiert werden. Besonders "Kevin" hat sich als stereotyper Vorname für "verhaltensauffällige" Schüler herausgestellt. In einem Fragebogen fand sich der Kommentar "Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!".&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;Die Betreuerin der Forschungsarbeit, Prof. Dr. Astrid Kaiser war vor allem von der unreflektierten Gewissheit der GrundschullehrerInnen schockiert: "Was mich bei der Studie allerdings überrascht hat, war die Deutlichkeit und die Schärfe, mit der die befragten Lehrer über bestimmte Namen urteilen - und mit welcher Bestimmtheit sie davon ausgehen: Das ist kein Vorurteil, das ist eigene Erfahrung, das ist die Wahrheit." In diesem &lt;a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,577161,00.html"&gt;Spiegel-Interview&lt;/a&gt; machte sie zudem deutlich, wie schwierig es gewesen ist, überhaupt einen Studierenden zu finden, der seine Abschlussarbeit zu dem Thema machen wollte. Einige lehnten aus Angst vor der zu erwartenden Lehrer-Schelte das Thema ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was also bleibt?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
Die Studien auswendig lernen und dann so benutzen, wie Terence Hill es vormacht: die diskriminierende Politik solange lautstark und fundiert abwatschen, bis sie nicht mehr nur blöd aussieht, sondern in sich zusammenbricht. Like to see it again, deutsche Bildungspolitik? It's hard to catch the first time.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-5840850921179291965?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/Qe3nGF1Hzeo/bildungspolitik-jede-woche-eine-watsche.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2009/09/bildungspolitik-jede-woche-eine-watsche.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-662097870185005582</guid><pubDate>Thu, 27 Aug 2009 12:45:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-01-19T22:47:19.295+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Soziale Selektion</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Soziale Herkunft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gymnasium</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Diskriminierung</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Akademikerkinder</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Hauptschule</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">IGLU</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Bildungsbenachteiligung</category><title>Oberschicht : Unterschicht = Overachievement : Underachievement</title><description>Es gibt in Deutschland zahlreiche Studien die eine &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/bildungsbenachteiligung/8bgikaqot3ts/67"&gt;Bildungsbenachteiligung&lt;/a&gt; aufgrund der &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/soziale-herkunft/8bgikaqot3ts/106"&gt;Sozialen Herkunft&lt;/a&gt; nachweisen. Am bekanntesten sind die PISA-Studien. Viele dieser Untersuchungen bestätigen einfach nur, dass der Bildungserfolg mit der Sozialen Herkunft zusammenhängt. Inzwischen können wir zusätzlich auf Forschungen zurückgreifen, die uns genauer sagen, wo die Ursachen für die Bildungsbenachteiligung liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich wird jede dieser Studien von konservativen Gruppierungen angezweifelt. Aber selbst wenn sie sich zu einer Anerkennung der Forschungsergebnisse durchringen, werden diese in einer Weise interpretiert, die eine Kritik an klassendiskriminierenden Zuständen abzuwehren versucht. &lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;"Benachteiligung" als verharmlosender Begriff&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Zu diesen Abwehrkämpfen gehört eine sehr weite Interpretation des Begriffs "Benachteiligung". Als wir vor einigen Jahren in Münster das erste autonome Referat für studierende Arbeiterkinder einrichten wollten, und mit 50 anwesenden studierenden Arbeiterkindern dieses eindrücklich einforderten, wurde es uns zugestanden unter dem Titel &lt;a href="http://astamuenster.wordpress.com/asta-team/referat-fur-finanziell-und-kulturell-benachteiligte-studierende/"&gt;"Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende"&lt;/a&gt;. Es war ein politischer Kompromiss. Während wir "Benachteiligung" als unzulässige Diskriminierung durch das Bildungssystem verstanden, interpretierten eher konservative Gruppierungen Benachteiligung in einer Weise, die als ein persönlicher Makel oder als ein Makel der Herkunftsfamilie bestenfalls Mitleid hervorrufen könnte.&lt;br /&gt;
Ähnlich verhielt es sich mit dem Artikel "Bildungsbenachteiligung in Deutschland" in Wikipedia. Während der Prozedur, in der dieser Artikel als "lesenswert" gekennzeichnet wurde, lief ein Löschantrag, weil "Bildungsbenachteiligung" kein enzyklopädischer, sondern ein wertender Begriff sei. Auch hier kam ein Kompromiss zustande, in dem Benachteiligung nicht als &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/diskriminierung/8bgikaqot3ts/3"&gt;Diskriminierung&lt;/a&gt; gewertet wurde.&lt;br /&gt;
Mit dem Begriff der Benachteiligung können also diejenigen, die keine Kritik am Bildungssystem haben, gut leben. Ihre Argumentation: Man könne zwar statistisch eine Verteilung feststellen, die für Arbeiterkinder ungünstig ist. Aber&lt;br /&gt;
1) angeblich stehen die Eltern dem Schulerfolg ihrer Kinder im Weg&lt;br /&gt;
2) angeblich sind Arbeiterkinder nunmal aufgrund ihrer mangelnden Intelligenz auf der Hauptschule&lt;br /&gt;
3) und wenn die beiden Argumente entkräftet sind, dann muss es wohl in der Persönlichkeit der Nicht-Akademikerkinder begründet liegen, dass sie keinen Bildungserfolg erzielen: sie sind dann angeblich zu undiszipliniert, zu uninteressiert.&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;
Benachteiligung als aktive und strukturelle Diskriminierung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Tatsächlich zeigen aber einige der neueren Studien, dass nicht nur eine &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/diskriminierung/8bgikaqot3ts/3#Statistische_Diskriminierung"&gt;Statistische Diskriminierung&lt;/a&gt; vorliegt. Sie können sehr genau benennen, dass und in welcher Form eine &lt;span style="font-style: italic;"&gt;nicht akzeptable Diskriminierung&lt;/span&gt; stattfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1) So zeigten Schulforschungsstudien wie die Hamburger LAU-Studie und die IGLU-Studien aus Dortmund, dass Eltern aus unteren Schichten sich an den Empfehlungen der LehrerInnen halten. Wenn die Lehrer die Kinder fürs Gymnasium empfehlen, stimmen sie in der Regel genauso zu, wie bei der Empfehlung für die Hauptschule. Es sind die Eltern aus den höheren Dienstklassen, die den Lehrerempfehlungen immer dann widersprechen, wenn diese nicht das Gymnasium empfehlen. Die weiter unten aufgeführte neue Studie vom WZB zeigt, dass auf Gymnasien vor allem Akademikerkinder oftmals überfordert sind (Overachievement). Es sind in erster Linie AkademikerInnen, die für ihre Kinder die falsche Schulform auswählen.&lt;br /&gt;
2) Die selben Studien (LAU, IGLU) unterstreichen, dass LehrerInnen SchülerInnen aus "unteren" Schichten auch dann seltener fürs Gymnasium empfehlen, wenn diese SchülerInnen intelligenter und belesener sind als ihre MitschülerInnen aus akademischen Elternhaus. Sie müssen bessere Noten erbringen als ihre MitschülerInnena aus reicheren Familien, wenn sie eine Gymnasialempfehlung erhalten wollen.&lt;br /&gt;
3) Bleibt also noch die Persönlichkeit. Vielleicht sind ja die Kinder aus nicht-akademischen Elternhäusern tatsächlich so intelligent wie die aus akademischen Elternhäusern. Aber, so argumentieren die Befürworter des dreigliedrigen Schulsystems, sind sie auch diszipliniert genug und sind sie neugierig genug? Ja, sagen Johannes Uhlig, Heike Solga und Jürgen Schupp, die die schulische Unterforderung (Underachievement) im Zusammenhang mit Sozialer Herkunft und Persönlichkeitsmerkmale untersuchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Welche Rolle spielen Underachievement und Persönlichkeitsstruktur für die Bildungsdiskriminierung?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Uhlig, Solga, Schupp konnten in ihrer Studie &lt;a href="http://bibliothek.wzb.eu/pdf/2009/i09-503.pdf"&gt;"Ungleiche Bildungschancen: Welche Rolle spielen Underachievement und Persönlichkeitsstruktur?"&lt;/a&gt; vom April 2009 zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"dass Kinder aus Familien, in denen kein Elternteil über ein abgeschlossenes Hochschulstudium verfügt, ein höheres Risiko eines Underachievement haben. Beim Zugang zu adäquater schulischer Bildung in Deutschland finden sich damit bedeutende soziale Ungleichheiten – und dies auch dann, wenn Kinder unterschiedlicher Herkunft vergleichbare Niveaus hinsichtlich ihrer kognitiven Lernpotenziale besitzen."(ebd. 27)&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Dies widerspreche der Forderung von Chancengleichheit - ein altbekanntes Ergebnis, welches keinerlei Effekte auf die Bildungspolitik hat. Spannender ist ihr Nachweis, dass Persönlichkeitsmerkmale wie Fleiß, Offenheit, Kooperation bei den Nicht-Akademikerkindern unter den "Underachievern" keine Auswirkungen auf die Frage haben, zu welcher Schulform sie zugelassen wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Es sind daher eher sekundäre Herkunftseffekte, die zu einem Underachievement führen. Vor allem die Entscheidungen von Lehrer/innen und Eltern und weniger die Leistungs- bzw. Notenunterschiede zwischen Kindern unterschiedlicher Schichtzugehörigkeit legen nach der Grundschule ihren weiteren Bildungsweg fest."(ebd. 26)&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Sie schränken hiermit auch Bourdieus Habitus-Theorie ein, derzufolge SchülerInnen aufgrund ihres "falschen Habitus" diskriminiert würden. Wobei hier zu berücksichtigen ist, dass die WissenschaftlerInnen 17jährige und 18jährige untersucht haben. Das heißt, dass der Habitus sich bereits in dem verfestigt haben könnte, was in der Studie als "fluide Intelligenz" gemessen worden ist.&lt;br /&gt;
Ihre Studie legt nahe, dass Kinder von Nicht-AkademikerInnen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;direkt&lt;/span&gt; aufgrund ihrer Sozialen Herkunft von den Lehrkräften benachteiligt werden. In ihrer Empfehlung auf Grundlage dieser Studie sprach sich das Forschungsteam daher dafür aus, "'Entscheidungen' über unterschiedliche Bildungswege und ungleiche Lernmilieus möglichst spät in der Bildungsbiografie erfolgen zu lassen."(ebd. 28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bleibt also dabei: Bildungsbenachteiligung heißt Diskriminierung: strukturelle Diskriminierung durch das Bildungssystem und personale Diskriminierung durch LehrerInnen und dem &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/standesdnkel/8bgikaqot3ts/143?collectionId=8bgikaqot3ts.382"&gt;Standesdünkel&lt;/a&gt; reicherer Familien.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-662097870185005582?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/l4Z7K_UAHDs/oberschicht-unterschicht.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>5</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2009/08/oberschicht-unterschicht.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-2807139696567435093</guid><pubDate>Fri, 22 May 2009 14:24:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-01-19T22:47:36.535+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Tantiemen</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Bildung</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">VG Wort</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Bedingungsloses Grundeinkommen</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Wikipedia</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Bertelsmann</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Solidarische Ökonomie</category><title>Zur Solidarischen Ökonomie Wikipedias</title><description>&lt;script type="text/javascript"&gt;
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&lt;/script&gt; &lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Solidarische Ökonomie und Anerkennung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
In den letzten Tagen stellte ein Wikipedia-Autor eine interessante Frage. Er sei einer der unbekannten Schreiber der Wikipedia-Inhalte, sei auch an der Weiterentwicklung von Software beteiligt und für ihn sei es bislang selbstverständlich gewesen, dass dieses freiwillige Engagement unmittelbar mit der Idee des Bedingungslosen Grundeinkommen zusammenhänge. Erst als er mit einem Kollegen darüber diskutierte, wurde ihm klar, dass nicht alle Wikipedia-Autoren ihre nicht-entgeltliche Arbeit mit der Forderung nach einem Bedingungslosen Grundeinkommen verknüpfen. Seine Frage war, wie andere Wikipedia-Autoren dies sehen, ob sie nicht auch einer Entkopplung von Einkommen und Arbeit zustimmen würden.&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er brachte damit einen wesentlichen Punkt in einer breiten Diskussion ein, die die Anerkennung der Wikipedia-Autoren zum Inhalt hat. Diese Debatte wird an verschiedenen Stellen geführt, zum Teil erbittert und leider auch hinter verschlossenen Türen. Was die Wikipedia-Autoren und -Autorinnen nicht wissen, die in zwei Lager geteilt sind über der Frage, ob sie zukünftig in den Artikeln gennant werden sollen oder nicht: die Foundation und ihre Chapter sind bereits viel weiter. Mir wurde Ende dieses Jahres von der VG Wort, bzw. ihrer Abteilung &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/texte-im-internet-metis/8bgikaqot3ts/204#"&gt;"METIS/Texte im Internet"&lt;/a&gt;, mitgeteilt, dass Wikipedia-Autoren Tantiemen erhalten werden. Ungläubig, ob ich mich verhört hatte, frug ich zwei Wochen später, also am Jahresanfang 2009 noch einmal nach und mir wurde bestätigt: es handele sich nur noch um das Problem, wie die Hauptautoren/ Hauptautorinnen ermittelt werden können, dann würde die Bezahlung erfolgreicher Wikipedia-Autoren/ Autorinnen umgesetzt. Dies könne noch bis zum Ende dieses Jahres dauern oder auch jederzeit losgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die Lizenzumstellung bei Wikipedia und das Problem der Autoren-Nennung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Ich habe keine Ahnung, wie weit die Entwicklung zur Zeit, also ein Vierteljahr später, fortgeschritten ist. Tatsache aber ist, dass von der Foundation Vorschläge gemacht wurden, wie Hauptautoren von Wikipedia-Artikeln ermittelt werden. Die Hauptautoren-Frage wurde wichtig, weil Wikipedia auf die CC-Lizenz umstellt. Dies ist gut für Wikipedia und gut für die KonsumentInnen von Wikipedia, aber schlecht insbesondere für die deutschen AutorInnen Wikipedias. Denn es reicht mit der neuen Lizenz aus, auf Wikipedia-Artikel zu verlinken. Man muss nicht mehr auf die versteckt in der Versionsgeschichte zu findenden AutorInnen verlinken. Diese Verschlechterung wurde in der deutschsprachigen Wikipedia diskutiert und die Community ist darüber tief gespalten. Eric Möller von der Foundation aus San Francisco versprach eine Nachbesserung und Frank Schulenburg legte ein Modell vor, welches die Ermittlung der Hauptautoren gestattet. In dieser Diskussion um die Hauptautoren wurde allerdings nicht erwähnt, dass für eine Kompatibilität mit Metis ein anerkanntes System zur Bestimmung von Hauptautoren ebenfalls wichtig sei. (Wie Frank Schulenburg mir explizit mitteilte, ging es ihm tatsächlich nur um die Nennung von Autoren, nicht um Metis. Ich entschuldige mich dafür, dass durch meinen Beitrag der Eindruck entstehen könnte, er habe eine andere Absicht verfolgt.) Wenn man 1 und 1 zusammenzählt, dürfte es aber klar sein, dass Tantiemen der nächste Schritt sind. Dass die Foundation bzw. ihr deutsches Chapter an der Erfassung durch METIS ein Interesse hat, liegt auf der Hand, da jährlich mehrere Millionen Euro ausgeschüttet werden für Internet-Artikel der Art, wie sie die Wikipedia-AutorInnen emsig seit Jahren erstellen. Wenn für Wikipedia der gleiche Schlüssel zugrundegelegt wird, dann bekäme die Wikimedia-Foundation für jeden Artikel, der den METIS-Kriterien entspricht 41% der Tantiemen. Es könnte sich hierbei für die deutschsprachigen Artikel um eine sechs- bis siebenstellige Summe jährlich handeln, also um eine zweistellige Prozentzahl dessen, was Wikimedia weltweit an Spenden einnimmt. Meine Information von METIS ist mehrere Monate alt. Vielleicht ist dieses Projekt schon lange wieder begraben. Nichtsdestotrotz müssen die Wikipedia-AutorInnen über solche Vorhaben informiert werden. Mir erschienen die Diskussionen über die Nennung von HauptautorInnen absurd, da die geplante Bezahlung mit keinem Wort erwähnt wurde. Und ich wartete darauf, wann endlich die Foundation bzw. ihr deutsches Chapter mit der Information herausplatzt, dass schon seit längerer Zeit an dem System gearbeitet wird, METIS in Wikipedia möglich zu machen - und dass die Problematik der HauptautorInnen-Nennung (wie vermeidet man, dass Wikipedia-Artikl zur Tantiemen-Abschöpfung inhaltsleer "aufgeblasen" werden?) hier zentral ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Was ist "Metis/ Texte im Internet"?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Seit zwei Jahren hat die VG Wort ein System, welches die Abgaben für CD- und DVD-Brenner an Internet-Autoren ausschüttet. Es geht hier um mehrere Millionen Euro. 2008 konnte METIS (Meldesystem Texte im Internet) 15 Millionen Euro ausschütten. Diese gingen an Internet-Autoren und -Autorinnen, deren Artikel genügend Satzzeichen und Aufrufe hatten. Sie gingen auch an Verlagen und Organisationen, auf deren Seiten Autoren veröffentlichen. Hier war der Schlüssel rund 40% für die Organisation, 60% für die Autoren. Wenn man sich vor Augen hält, dass die Wikimedia-Foundation und ihre Chapter im letzten Jahr weltweit rund 6 Millionen an Spenden einnahmen, mit denen sie Wikipedia aufrechterhalten und weiterentwickeln, dann könnte hier eine wahre Goldgrube angezapft werden. Dies sind jedoch Spekulationen. Eventuell verzichtet die Foundation auf die 40% und leitet die Tantiemen zu 100% an die Autoren weiter. Vielleicht wird auch ein anderer Prozentsatz ausgehandelt, vielleicht wurden die Bemühungen inzwischen auch wieder abgebrochen. Aber selbst wenn das Vorhaben inzwischen nicht mehr weitergeführt werden sollten, bleibt das Thema auf dem Tisch. Internet-AutorInnen erhalten von VG Wort Tantiemen. Wikipedia-AutorInnen sind nicht nur Internet-AutorInnen, sondern sie schreiben einige der qualitativ besten Artikel und die mit den meisten Aufrufen. Es gibt also keinen wirklichen Grund, Wikipedia-AutorInnen von der Tantieme auszuschließen. Dass Wikipedia-Artikel von einer Schwarm-Intelligenz, von einem Kollektiv geschrieben werden, ist ein Mythos. Die überwiegende Zahl der Wikipedia-Artikel hat nur einen einzigen Autoren, der im Sinne der Schöpfungshöhe tätig geworden ist. Von den rund hundert Artikeln, die ich in Wikipedia verfasst habe, und die sich zudem noch im politisch umstrittenen Bereich befinden (Diskriminierung, Klassengesellschaft) wurden 80% kaum verändert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Wikipedia ist kein Wiki&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, noch auf einen anderen Mythos einzugehen. Wenn man die Wikipedia-AutorInnen fragt, weshalb sie bei Wikipedia editieren, so werden in der Regel sehr ehrenwerte Gründe genannt. Sie arbeiten an dem Ziel, das Wissen der Welt allen Menschen unentgeltlich zugänglich zu machen. Und man wird dann häufiger hören, dass diese AutorInnen nach dem Wiki-Prinzip arbeiten und nicht zulassen werden, dass gegen dieses &lt;a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14736/1.html"&gt;Wikiprinzip&lt;/a&gt; verstoßen wird. Verkürzt heißt das Wikiprinzip, dass jeder alles editieren kann. Zudem sind die Wikis oftmatls miteinander verknüpft. Erik Möller bezeichnete den Übergang von Jimbo Wales Nupedia zur Wikipedia, in der Larry Sanger die Wikisoftware und damit das Wikiprinzip einfügte mit "Von der Bürokratie zur Anarchie". Wir können hinzufügen "... und wieder zurück zur Bürokratie". Wikipedia verfügt über eine Wikisoftware. Was die Gestaltung von Wikipedia angeht, hat sich aber zumindest das deutschsprachige Wikipedia vom anarchistischen "Jeder kann alles editieren und alle sind gleichberechtigt" sehr weit entfernt. Es gibt heute IPs, junge Benutzer, profilierte Benutzer, wahl- und abstimmungsberechtigte Benutzer, Benutzer mit Sichterrechten, Redakteure, Admins, Mitglieder des Schiedsgerichts und Bürokraten - über allem schwebt die Foundation mit ihren nationalen Chaptern. Wenn man als Neuling etwas in der Wikipedia schreiben will, so muss man in der Kommentarzeile mitteilen, was man gemacht hat und das geschriebene muss erst gesichtet werden, bevor es öffentlich sichtbar ist. Änderungen oder Erweiterungen müssen gut begründet sein mit reputablen Quellen, sonst wird gelöscht. Im Gegensatz zur Anfangszeit der Wikis, als diese gegenseitig aufeinander verlinkten, werden in Wikipedia Wikis ausdrücklich nicht als reputable Quellen akzeptiert, Links auf Wikis sind untersagt (solange es sich nicht um Schwesterprojekte aus dem Wikimedia-Universum handelt). Wikipedia ist vom Prinzip noch immer Jimbo Wales Nupedia. &lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Erik Möller: "Das Nupedia-Projekt wurde im März 2000 vom Internet-Unternehmer Jimmy ("Jimbo") Wales gegründet und hatte von Anfang an das Ziel, eine gigantische, freie Enzyklopädie zu schaffen, die Britannica, Encarta &amp;amp; Co. den Garaus machen sollte."&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Encarta wurde der Garaus gemacht, auch der Brockhaus ging schon pleite. Dennoch scheint das deutsche Chapter der Wikipedia-Foundation nicht von dem Grundsatz abzurücken, Wikipedia weiter wachsen zu lassen - dem müssen sich alle anderen Ziele unterordnen, wie der erste Vorsitzende des sehr wirtschafts-affinen deutschen Wikimedia-Vereins verlautbarte. Autoreninteressen kommen nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Wikipedia-Fetisch: Wikipedia schreibt keine Artikel!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
"Arbeitnehmer" sind Arbeitgeber, "Benutzer" sind Autoren! Nicht nur die Editiermöglichkeiten in Wikipedia sind weit vom Wikiprinzip "Jeder kann alles editieren" entfernt. Es hat sich gezeigt, dass die "Schwarmintelligenz" tatsächlich sehr viel stärker auf einzelne Autoren zurückzuführen ist, als auf eine fluide Masse. Wenn man sich anschaut, wer die Artikel in Wikipedia schreibt, dann hat die Mehrzahl der Artikel tatsächlich nur einen Autoren, der im Sinne der Schöpfungshöhe am Artikel gearbeitet hat. Der Rest der Arbeit ist Lektorat und Verknüpfung im Wikipedia-Raum. Es gibt natürlich Artikel, in denen mehr als ein Autor schöpferisch tätig waren, aber nur weniger, an denen mehr als fünf Autoren mitschrieben.&lt;br /&gt;
Es ist aus zwei Gründen wichtig, herauszustellen, dass die Wikipedia-Artikel von einzelnen Autoren und Autorinnen geschrieben werden.&lt;br /&gt;
1. Es muss verhindert werden, dass Wikipedia als Fetisch wahrgenommen wird. Auch wenn die Wikipedia-Artikel nicht als kostenpflichtige oder werbefinanzierte Ware präsentiert werden, so sind sie dennoch Produkte von Arbeit und unterliegen wie andere Arbeitsprodukte auch, einer Fetischierung, die den Produktionsprozess unsichtbar macht. Wikipedia-Artikel werden konsumiert. Und sie werden in einer anderen Weise konsumiert als Texte, die einen Autoren oder eine Autorin aufweisen. Die Nicht-Nennung der AutorInnen führt nicht zu einem Mehr an Kollaborativität, sondern zur Verschleierung der Arbeitsleistung. Wikipedia hat kein Problem damit, dass die Artikel gelesen werden. Wikipedia hat aber sehr wohl ein Problem mit dem ursprünglichen Wiki-Prinzip. Ein Wiki basiert auf der Kommunikation der Schreibenden - Lesen und Schreiben sind Prozesse der Gegenseitigkeit, Leser sind Autoren, Autoren sind Leser. Wikipedia hingegen macht die Schreibenden und damit die Kommunikation unsichtbar. Entsprechend heißt es dann: "Bei Wikipedia steht...", statt "XY hat bei Wikipedia geschrieben..." Wissen wird zum Fetisch.&lt;br /&gt;
2. Während die Open-Source-Bewegung viel erreicht hat, ist die Open-Content-Bewegung erschreckend unbekannt und es mangelt ihr an einem entsprechenden kritischen Diskurs. Es fehlt vor allem an einem kritischen Bewusstsein der Content-Verwertung. Der enthusiastische Leitsatz aus der jüngeren SchülerInnen- und StudentInnen-Bewegung "Bildung ist keine Ware!" hat einen ernstzunehmenden konkret-utopischen Gehalt, ist aber im Kapitalismus eine falsche Feststellung. Natürlich ist Bildung im Kapitalismus auch immer Ware, vor allem seit Bertelsmann und ähnliche Konzerne auf internationaler Ebene ihre Interessen durchtrippsen. Die bewusste Verweigerung vor allem auch des deutschen Chapters von Wikimedia, nicht zu differenzieren, wem denn Wissen unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird, kann ich nicht nachvollziehen. Ich behaupte mal, dass die meisten Wikipedia-AutorInnen ihre Artikel schreiben, um nicht nur ihr Wissen zu teilen, sondern auch, weil sie für Freies Wissen eintreten, also gegen die Verwertungslogik von Bertelsmann und Co. Um auf den Beitrag des Wikipedia-Autoren am Anfang dieses Artikels zurückzukommen: Viele Wikipedia-AutorInnen vertreten mit dem Verbreiten ihres Wissens eine Idee, die Idee der Gegenseitigen Hilfe, dem Entkommen aus der Verwertungslogik des Kapitalismus, dass man nur dann etwas bekommt, wenn man bezahlt und dass man nur dann etwas macht, wenn man bezahlt wird. Aber: vom unreflektiertem Zur-Verfügung-Stellen des Wissens profitieren nicht zuletzt auch die Konzerne, die dieses unentgeltliche Wissen aufsaugen und in ihrem Verwertungsapparat als Produkt unbezahlter Arbeit nutzen. Sie werden durch Open-Content gestärkt, ohne dass sie von ihrer Verwertungslogik auch nur einen Milimeter abrücken. Die Content-Industrie war noch nie so stark wie heute. Es sind nicht zuletzt Konzerne wie Bertelsmann, die mit ihren Stiftungen Kampagnen das Sozialsystem angreifen und Studiengebühren einführen. Bertelsmann hat sich seine Kampagne "Du bist Deutschland" 30 Millionen Euro kosten lassen, das siebenfache des Wikipedia weltweit zur Verfügung stehenden Kapitals, um mitzuteilen:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;"Du bist Deutschland. Also: Wie wäre es, wenn du dich mal wieder selbst anfeuerst? Gib nicht nur auf der Autobahn Gas. Geh runter von der Bremse. Es gibt keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Deutschlandbahn. Frage dich nicht, was die anderen für dich tun. [...] Behandle dein Land doch einfach wie einen guten Freund. Meckere nicht über ihn, sondern biete ihm deine Hilfe an. Bring die beste Leistung, zu der du fähig bist."&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Die Idee der Gegenseitigkeit des Wiki-Prinzips wird hier ebenso mit Füßen getreten, wie die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens: Meckere nicht, sondern arbeite. Bertelsmann: DRM- und &lt;a href="http://www.zeit.de/online/2005/47/sony_kommentar"&gt;Spionage-Technologie&lt;/a&gt;. Gegen die Bertelsmann-Logik ist es wichtig, die Wikipedia-Idee zu entwickeln und das heißt: Anerkennung der Motivation und Arbeit der Wikipedia-Autoren und -Autorinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Solidarische Ökonomie der Bildung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Wikipedia ist ein Phänomen, welches im Widerspruch zur Konkurrenz-Ökonomie steht. Wikpedida steht für eine &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/solidarische-konomie/8bgikaqot3ts/171#"&gt;Solidarische Ökonomie&lt;/a&gt; im Bereich der Bildung. Solidarität heißt jedoch nie Selbstlosigkeit. Solidarität basiert auf wohlwollender Gegenseitige Hilfe und auf dem Bewusstsein, dass jedem Menschen bedingungslos die Befriedigung seiner Grundbedürfnisse zustehen. In der Solidarischen Ökonomie definieren sich die Menschen nicht als Konkurrenten, sondern als Menschen mit Bedürfnissen. Eine &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Solidarische Ökonomie der Bildung&lt;/span&gt; basiert auf dem Bedürfnis Wissen zu erhalten, zu diskutieren, zu verbreiten vor dem Hintergrund, dass Menschen zunächst Grundbedürfnisse haben: einen sicheren erholsamen Privatraum, gesunde Nahrung, Gesundheit- und Gesundheitsversorgung. Zur Erlangung dieser Grundversorgung ist auch die Zugänglichkeit von Wissen und Wissensaustausch elementar wichtig, um aber gleichberechtigt partizipieren zu können, muss die Grundversorgung gewährleistet sein. Jeder, der einen längeren und guten Wikipedia-Artikel geschrieben hat, weiß aber, dass die Recherchierung, die Formulierung und die nachhaltige Diskussion über den Artikel extrem zeitaufwendig ist. Auch freie Zeit gehört zu den Grundbedingungen einer Solidarischen Ökonomie der Bildung.&lt;br /&gt;
Wer also über das Wikipedia-Prinzip, das Wikiprinzip oder eine Solidarische Ökonomie der Bildung reden will, der muss die Wikipedia-AutorInnen als Menschen in den Mittelpunkt stellen. Um einen Wikipedia-Artikel schreiben zu können, muss man sich nicht nur die entsprechende inhaltliche Kompetenz angeeignet haben, sondern man benötigt eine sorgenfreie Grundversorgung, einen ausreichenden Informationszugang und genügend freie Zeit. Im Kapitalismus heißt dies: Wikipedia-AutorInnen brauchen Geld. Ich stimme dem Wikipedia-Autoren am Anfang dieses Artikels zu und fordere mit ihm die Einrichtung eines bedingungslosen Grundeinkommen. Wikipedia hat gezeigt, dass Menschen auch dann arbeiten, wenn sie nicht hierfür entlohnt werden. Da es aber kein bedingungsloses Grundeinkommen gibt, gehört die Arbeit von Wikipedia-AutorInnen natürlich wie jede andere Arbeit auch entlohnt. Durch die METIS-Tantiemen und/ oder durch höhere Abgaben der Superreichen (gerade eben forderten 23 Millionäre in Deutschland die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, um dieses Geld u.a. für Bildung auszugeben) oder eine Bildungsabgabe der Konzerne, die schließlich von dem Wissen der Wikipedia-AutorInnen unentgeltlich profitieren. Es ist schon lange nicht mehr so, dass Wikipedia-Arbeit einfach nur Spaß macht, wie Jimbo Wales unablässig behauptet. In Wikipedia schreiben heißt, gründlich zu recherchieren und ein Höchstmaß an Gelassenheit und Konfliktfähigkeit aufzubringen, wenn man beispielsweise nicht nur auf Wikipedia-Diskussionsseiten, sondern auch auf Nazi- und Maskulisten-Seiten gebasht wird, wo Fotos, Namen und Adressen von unliebsamen Wikipedia-Autoren veröffentlicht werden. In Wikipedia schreiben ist anstrengende und verantwortungsvolle Arbeit. Diese gehört anerkannt - in Zeiten der Konkurrenzökonomie auch materiell.&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;
Nachtrag 24. Mai 2009:&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Die Regelung für die Ausschüttung für Texte im Internet für 2008 wurde soeben bekannt gegeben. Insgesamt hat sich bei der Ausschüttung im Jahreszeitraum 2008 gegenüber 2007 nicht viel geändert. Die Ausschüttungskriterien für 30,- Euro pro Text blieben gleich, die für 40,- Euro wurden jedoch leicht verschärft durch die Anhebung der benötigten Zahl der Sessions.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spannend an der Veränderung ist, dass nicht die Ausschüttungsbeiträge pro Text gesenkt werden, sondern die benötigte Session-Zahl angehoben wird. Sollte tatsächlich Wikipedia in METIS einbezogen werden und METIS weiterhin die Politik verfolgen mit einem Anstieg der gemeldeten Texte nicht die Ausschüttung pro Text zu reduzieren, sondern die notwendige Besucheranzahl nach oben zu korrigieren, dann könnte dies für Wikimedia und seine deutschsprachigen Autor_innen zu einer wahren Goldgrube werden. Wikipedia würde bei der Ausschüttung wahrscheinlich entsprechend dem Google-Ranking seiner Texte absahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Fragen an den deutschen Wikimedia-Verein&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Die Foundation wollte, dass vor der Implementierung im METIS-System zunächst eine Diskussion mit der Community geführt wird. &lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Weshalb gibt der Verein Interviews mit Blogs statt zunächst die Community zu informieren?&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Weshalb führt er konkrete Verhandlungen, ohne sich in der Community rückzuversichern?&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Weshalb lässt er es zu, dass eine Umfrage über die Nennung von HauptautorInnen stattfindet, ohne zu erwähnen, dass diese Frage auch die Auszahlung mit Tantiemen betrifft?&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Wird der Verein vor der Implementierung der Zählmarke eine Umfrage starten und ist es für den Verein relevant, was die Wikipedia-AutorInnen hierüber denken?&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Wie weit ist der Prozess vorangeschritten?&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Wann können wir in etwa mit der Aufnahme Wikipedias ins METIS rechnen?&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Ich würde mich über eine Antwort freuen, die Fragen sind durchaus nicht rhetorisch gemeint. Dennoch sei mir eine rhetoorische Frage gestattet. Weshalb erfahre ich von Annette Wagner von METIS, dass demnächst eine Tantiemen-Zahlung anstehen könnte für Wikipedia-AutorInnen, weshalb erfahre ich als Wikipedia-Autor dies nicht vom Verein? Dennoch solidarische Grüße für Euer Engagement und in Erwartung von Antworten, Andreas&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;NACHTRAG 28.05.2009&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Jetzt ist es offiziell: Der Verein hat sich zu Wort gemeldet über die Wikipedia E-Mail-Liste. Kurz gesagt: der Verein hat tatsächlich wieder Kontakt aufgenommen mit Metis. Zur Zeit sind zwei Beteiligte mit der Geschäftsstelle dabei, genaue Definitionen und eine Folgeabschätzung zu erarbeiten. Hierzu zählt u.a. eine rechtliche Einschätzung und Risikobewertung durch die Anwaltskanzlei. Diese Informationen sollen als Grundlage für eine Diskussion in der Community dienen. "Wenn sie eine Einführung von METIS nicht ausschließen, wird die Community darüber diskutieren und entscheiden können, ob eine Teilnahme an METIS gewünscht ist oder nicht." Die spannende Frage hierbei ist, ob das dieses Jahr noch etwas wird - dann sollte man sich mit individueller Anmeldung zur Sonderausschüttung zurückhalten -, oder ob sich das ganze noch ins nächste Jahr hineinzieht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-2807139696567435093?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/wCYDHgneOXg/zur-solidarischen-okonomie-wikipedias.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>8</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2009/05/zur-solidarischen-okonomie-wikipedias.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-2774524356720292298</guid><pubDate>Sun, 17 May 2009 10:36:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-01-19T22:48:08.785+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Arbeitslose</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Demographisierung</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Klassengesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Politikersprüche</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Bundesbank</category><title>Leben wir in einer Klassengesellschaft?</title><description>Zu diesem Thema werde ich am 25. Mai einen Vortrag halten. Bei der Vorbereitung fühle ich mich positiv irritiert, da ich nicht weiß, wo ich zuerst anfangen soll. Ich komme kaum hinterher, die mit den Schlagzeilen der Medien gelieferten Belege für die Existenz der Klassengesellschaft aufzuarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie waren die Zahlen letzte Woche? Geringverdiener zahlen in Deutschland am meisten Steuern? Wer präsentierte dieses Ergebnis? Die OECD? Und gab es da in der letzten Woche nicht noch eine Studie, derzufolge die Einkommensschere sich noch weiter öffnet? Heute präsentierte der Deutsche Partitätische Wohlfahrtsverband den "Armutsatlas".&lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt; Und was waren dass letzte Woche für &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/klassismus-von-deutschen-politikern/8bgikaqot3ts/221#"&gt;klassistische Äußerungen&lt;/a&gt; von diesem Sarrazin, der nun in den Vorstand der Bundesbank gehievt worden ist? Wie kommt es, dass er sich in dem Stern-Interview schwerpunktmäßig überhaupt mit Hart-IV-EmpfängerInnen beschäftigt? Hat er als Bundesbank-Vorstand in den Zeiten der heftigsten Finanz- und Wirtschaftskrise seit Bestehen der BRD nicht andere Probleme? Oder gehört &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/diskriminierung-langzeitarbeitsloser/8bgikaqot3ts/165"&gt;Arbeitslosen-Bashing&lt;/a&gt; zum Kernbereich eines Vorstandes der Bundesbank? Vielleicht wäre es der richtige Ansatz, mit der Frage, ob wir in einer Klassengesellschaft leben, beim Vorstand der Bundesbank zu beginnen.&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;
Sarrazin und die Bundesbank&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Der Vorstand der Bundesbank ist 2009 von acht auf sechs Mitglieder reduziert worden. Herr Sarrazin ist neu hinzugekommen. Vorgeschlagen werden die Mitglieder je zur Hälfte von der Bundesregierung und dem Bundesrat. Ernannt werden sie vom Bundespräsidenten.&lt;br /&gt;
Zu den Aufgaben der Bundesbank, der "Bank der Banken", heißt es:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Oberstes Ziel aller Tätigkeiten der Bundesbank ist: Die Stabilität des allgemeinen Preisniveaus und des Finanzsystems zu sichern. Hierfür sind gründliche Analysen, eine langfristige Orientierung und Neutralität gegenüber Einzelinteressen unabdingbar. In ihrer Stabilitätspolitik ist die Bundesbank auch auf die Unterstützung durch die Wirtschafts-, Finanz- und Lohnpolitik angewiesen. &lt;a href="http://www.bundesbank.de/aufgaben/aufgaben_aufgaben.php"&gt;Selbstdarstellung&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
"Neutralität gegenüber Einzelinteressen"? Im Ranking beim &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/diskriminierung-langzeitarbeitsloser/8bgikaqot3ts/165#"&gt;Arbeitslosen-Bashing&lt;/a&gt; hat sich Dr. Thilo Sarrazin noch vor Clement und &lt;a href="http://klassismus.blogspot.com/2009/02/zum-klassismus-mifelders.html"&gt;Mißfelder&lt;/a&gt; an die Spitze gesetzt. Mit seinen jüngsten Äußerungen lieferte er gegen die bisherigen Spielregeln nicht nur einen markigen Spruch auf Stammtischniveau, sondern einen Rundumschlag. Was genau äußerte Sarrazin am 14.05. im Stern-Interview?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er äußerte sich zu finanzpolitischen Fragen in drei Bereichen und jedesmal ging es ihm um eine weitere Einschränkung des Sozialsystems:&lt;br /&gt;
1. &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Rente.&lt;/span&gt; Die „übermäßige“ Erhöhung um 2,41 Prozent ab 1.Juli sei eine „völlig unsinnige Maßnahme“. Er empfiehlt stattdessen Eigenvorsorge, man könne ja schließlich für seine Rente sparen.&lt;br /&gt;
2. &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Finanzielle Hilfe für bedürftige Eltern&lt;/span&gt; Seine These: Hartz-IV-EmpfängerInnen versuchten ihren finanziellen Lebensstandard dadurch zu verbessern, dass sie mehr Kinder in die Welt setzten. "Die große Frage ist: Wie kann ich es schaffen, dass nur diejenigen Kinder bekommen, die damit fertig werden". Manche Frauen würden zwei, drei oder mehr Kinder in die Welt setzen, obwohl sie "nicht das Umfeld" oder "die persönlichen Eigenschaften" hätten, "um die Erziehung zu bewältigen". Deswegen müsse das Sozialsystem so geändert werden, "dass man nicht durch Kinder seinen Lebensstandard verbessern kann, was heute der Fall ist".&lt;br /&gt;
3. &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Energiekostenbeihilfe für ALG-2-EmpfängerInnen&lt;/span&gt; Zitat Sarrazin: "Hartz-IV-Empfänger sind erstens mehr zu Hause; zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren viele die Temperatur mit dem Fenster." Mit dieser Zuschreibung wiederholte er seine Forderung an die finanzschwachen Menschen in Deutschland vom Juli 2008: sie sollten gefälligst nicht die Heizung anstellen, sondern Pullover tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sarrazins Angriffe sind im doppelten Sinn &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/diskriminierung/8bgikaqot3ts/3#"&gt;diskriminierend&lt;/a&gt;. Arbeitslosen und Armen wird a) ein moralisch verwerfliches Verhalten unterstellt, um ihnen b) noch weiter die finanziellen Ressourcen zur Partizipation in der Gesellschaft zu entziehen. Dies unterscheidet Sarrazin und Co. von Menschen, die einfach nur Vorurteile gegen Arbeitslose und Arme haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar äußerte der Präsident der Bundesbank sich unmittelbar zu dem Statement, dass dieses nicht die Position der Bundesbank wiedergebe. Wir wissen damit aber noch nicht, was die anderen Vorstandsmitglieder der Bundesbank über Rentner, Arbeitslose und finanzschwache Eltern denken. Herr Sarazzin ist nunmal seit zwei Wochen Vorstand in der Bundesbank. Seine Positionen waren mehr als deutlich, als er von Brandenburg und Berlin vorgeschlagen und vom Bundespräsidenten ernannt wurde. Die Positionen Sarrazins und sein Auftreten waren bei seiner Ernennung bekannt. Die Distanzierung vom Präsidenten der Bundesbank, Herrn Weber, bleibt zudem vage. Bislang war es Usus der Vorstandsmitglieder, dass sie sich mit politischen Stellungnahmen zurückhielten, damit sie nicht in den Verdacht gerieten, nicht neutral oder gar interessengeleitet zu sein. Der diskrete Charme der Bundesbank - Thilo Sarrazin hat ihn innerhalb seiner ersten zwei Wochen durchbrochen. Zudem sorgte Thilo Sarrazin mit seinem Statement für Unmut, man solle Bankberatern nicht trauen. Natürlich muss ein Präsident der Bundesbank, der "Bank der Banken", zu &lt;span style="font-style: italic;"&gt;dieser&lt;/span&gt; Äußerung eines Bundesbankvorstandes Stellung beziehen. Wir wissen daher trotz der Distanzierung nicht, ob der Bundesbank-Vorstand als Ganzes nicht doch die sozialpolitischen Positionen eines Sarrazin teilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte Sarrazin nicht entlassen werden, wie es nicht nur Verdi unmittelbar nach den klassistischen Äußerungen Sarrazins forderte, dann wissen wir eben, dass seine Positionen für die Bundesbank tragbar sind. Wir müssen dann konstatieren, dass aus im Vorstand der Bundesbank klassenspezifische Interessen verfolgt werden, ein Klassenkampf gegen Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen geführt wird.  Abgesehen von Oswald Metzger, der nach seinen Verbalattacken gegen Arbeitslose von der Partei Die Grünen zur CDU wechselte, musste in Deutschland kein Politiker mit irgendwelchen Konsequenzen oder gar Sanktionen rechnen, wenn er sich diskriminierend gegenüber Arme oder Arbeitslose äußerte. Diskriminierung von Armen ist nunmal nicht verboten in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;
Klassistische Äußerungen vom Bundesbank-Vorstand - ein Beleg für die Klassengesellschaft?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Nein, kein Beleg. Ein Hinweis. Aber wieviele Hinweise braucht es? &lt;br /&gt;
Letzte Woche teilte die OECD mit, dass in Deutschland Geringverdiener überproportional mit Steuern und Abgaben belastet werden. Nur in Belgien werden Geringverdiener noch mehr belastet. Hinzu komme, dass ab einer bestimmten Einkommenshöhe die Steuerbelastung wieder sinke, statt zuzunehmen. „Anders als die progressive Einkommenssteuer vermuten lässt, sinkt in Deutschland die Belastung der Arbeitseinkommen ab einem bestimmten Punkt wieder“, schreibt die OECD. „So fallen in Deutschland bei einem Single mit einem Jahresgehalt von rund 63.000 Euro mit 53,7 Prozent die höchsten Abzüge durch Steuern und Sozialbeiträge an. Bei 110.000 Euro Jahresgehalt müssen dagegen nur noch 50 Prozent der Arbeitskosten an Sozialkassen und Staat abgeführt werden. Die Steuer- und Sozialabgabenquote liegt damit wieder auf dem Niveau eines Arbeitnehmers mit 36.500 Euro Jahresgehalt“, stellt die OECD fest.&lt;br /&gt;
Heute veröffentlichete der Paritätische Wohlfahrtsverband den "Armutsatlas". Die Klassengesellschaft bildet sich inzwischen regional ab. Dies geschieht nicht zufällig, sondern ist ebenso Bestandteil einer Demographisierung der bisherigen Politik wie die Familienpolitik zunehmend sozialeugenisch demographisiert wird (wie es sich auch wieder in Sarrazins Äußerung zeigt). Eva Barlösius und Claudia Neu kritisierten bereits in einem Aufsatz in der Prokla 146, dass der bisherige geographische Gleichheitsgrundsatz (dass prinzipiell im Bayerischen Wald und in Castrop-Rauxel die gleiche ärztliche Versorgung, die gleiche Infrastruktur zur Verfügung zu stehen habe) mit demographischen Argumenten aufgeweicht werde (Eva Barlösius, Claudia Neu: "'Gelichwertigkeit - Ade?' Die Demographisierung und Peripherisierung entlegener ländlicher Räume", in: Prokla 146, März 2007, S. 77-93).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun gut, soziologisch müsste der Begriff "Klassengesellschaft" genauer auseinandergenommen werden. Wie definiert sich Klasse gegenüber Schicht? Und vorausgesetzt, es gebe in Deutschland Klassen, die einer vernünftigen Definition gegenüber standhalten, prägen sie dann unsere Gesellschaft so sehr, dass es erlaubt sei, von der "Klassengesellschaft" zu reden? Ja, dem ist so, wobei ein Blog nicht das richtige Organ ist, den Beweis zu führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch neben der soziologischen Sprache gibt es auch ein emotionales Bedürfnis, Ungerechtigkeiten artiklulieren zu können. Dieser Sprache wurden wir durch eine jahrzehntelange Denunziation des Klassenbegriffs weitgehend beraubt. Es ist an der Zeit, den Klassenbegriff wieder zu vergesellschaften. Benennen wir also das, wofür der Bundesbank-Vorstand Sarrazin bekannt ist mit dem Begriff, der am klarsten trifft: interessensgeleiteter Klassenkampf von oben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-2774524356720292298?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/fPKnOASAw3k/leben-wir-in-einer-klassengesellschaft.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2009/05/leben-wir-in-einer-klassengesellschaft.html</feedburner:origLink></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-3200733906730064557.post-7262656798647371790</guid><pubDate>Mon, 27 Apr 2009 16:34:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-01-19T22:48:23.931+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Theweleit</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Schweinegrippe</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Slum</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Davis</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesundheit</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Rassismus</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Nordamerikanische Grippe</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Hund</category><title>Rassismus und "Schweinegrippe"</title><description>Trägt die Wahrnehmung der Nordamerikanischen Grippe, der sogenannten &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Schweinegrippe"&lt;/span&gt; dazu bei, den alltäglichen Rassismus zu verstärken? Ja. Und zwar auf verschiedene  Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Reine und Unreine&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Rassismus basiert auf Gegensatzpaaren. Nach Wulf D. Hund (Rassismus, 2007, S.43ff) ist eine wichtige Form des Rassismus das Gegensatzpaar "Reine und Unreine". Dieses Gegensatzpaar finde sich zunächst und am deutlichsten im Kastenwesen in Indien, sei aber auch mit dem Entstehen des Begriffs "Rasse" in Spanien im Antijudaismus wesentlich gewesen. Und auch im Begriff "Rassenhygiene" zeigte sich die Verknüpfung von Unreinheit, Krankheit und Seuche mit Rasse. Unreinheit und Krankeit werden auf klassenrassistische Konstruktionen projiziert. &lt;br /&gt;
&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich sind Arme häufiger von Krankheit betroffen als Reiche, und Armut und Reichtum ist ethnisch ungleich verteilt. Aber nicht Arme erzeugen Krankheiten, sondern Armut erzeugt Krankheiten. &lt;br /&gt;
Die aktuelle Bilderproduktion, welche mit der "Schweinegrippe" einhergeht, unterstützt rassistische Einstellungen: Schwein und Slum produziere Seuchen, Pandemien; entstanden sei die Schweinegrippe nicht nur im Organismus eines Schweins, sondern ebenso im "Moloch" Mexiko-City. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Krankheit und Armut&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/soziale-ungleichheit-der/8bgikaqot3ts/160#"&gt;Arme sind häufiger krank als Reiche&lt;/a&gt;. Arme sterben schneller an den selben Krankheiten als Reiche. Aber es sind nicht Arme, die die Krankheiten erzeugen, sondern die schlechte Ernährung, die schlechten Lebensbedingungen, die mangelnden hygienischen Bedingungen, die mangelnde medizinische Versorgung unter denen sie leben müssen. Mexiko-City ist eine der größten Städte der Welt. Nach Mike Davis leben in Mexiko 19,6% der urbanen Bevölkerung in Slums, das sind 14,7 Millionen Menschen (Planet of Slums, 2006, S.24). Soeben hat die Menschheit eine globale Veränderung erlebt, seit wenigen Monaten leben erstmals in der Menschheitsgeschichte mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Um die Stadtkerne der schnell anwachsenden Städte bilden sich Siedlungen mit mangelnder Infrastrukur. Vor allem Wassermangel ist ein Problem. Ein Problem, mit dem wir im reichen Norden unmittelbar zu tun haben, da über den globalen Handel &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/virtuelles-wasser/8bgikaqot3ts/37#"&gt;Virtuelles Wasser&lt;/a&gt; vom wasserarmen Süden in den wasserreichen Norden transportiert wird. Epidemien sind in Gegenden häufig, in denen die Lebensbedingungen und die medizinische Versorgung unter dem Niveau sind, welches ein gutes menschliches Leben ermöglicht. Eine gute medizinische Versorgung wird verhindert durch Protektion, durch wirtschaftliches Gewinnstreben. So kann zum Beispiel Indien vieler seiner sehr günstig produzierten Medikamente nicht nach Afrika exportieren, wo diese erschwinglichen Arzneien dringend gebraucht werden - denn dies würde die Gewinnspanne von Pharmakonzernen einschränken. Zudem ist eine schlechtere medizinische Versorgung auch gewünscht, um die soziale Ungleichheit aufrecht zu erhalten. Wenn selbst in Deutschland die offiziellen Wirtschaftsberater empfehlen, die soziale Ungleichheit vor allem in den Bereichen Alter und &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/soziale-ungleichheit-der/8bgikaqot3ts/160#"&gt;Gesundheit&lt;/a&gt; zu erhöhen, so wird dies erst Recht in Nord-Süd-Beziehungen umgesetzt. &lt;br /&gt;
Epidemien zeichnen sich dadurch aus, dass sie lokal begrenzt sind. Bei Epidemien handelt es sich beinahe immer um Formen &lt;a href="http://knol.google.com/k/andreas-kemper/strukturelle-gewalt/8bgikaqot3ts/209#"&gt;struktureller Gewalt&lt;/a&gt;, da hier bekannte und bekämpfbare Krankheitserreger am Werk sind und es nur eine Frage des Aufwandes ist, diese unschädlich zu machen. Eine Pandemie jedoch bleibt nicht auf eine Zone der Armut beschränkt, sondern erreicht auch den industriell und medizinisch gut versorgten Norden. Epidemien sorgen für Mitleid - Pandemien sorgen für Xenophobie und Rassismus.&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;
Wie verbreitet sich die "Schweinegrippe"?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Bislang wurden noch keine Fälle von infizierten Schweinen nachgewiesen. Die Grippe verbreitet sich von Mensch zu Mensch. Dennoch verordnete aufgrund der Schweinegrippe die Regierung in Ägypten die Schlachtung von 350.000 Schweinen. Im Kairoer Slumviertel Manschiet Nasser kam es daraufhin zu Unruhen. Auf die Einwände der WHO wurde die Schlachtung mit einer grundsätzlichen Gesundheitsreform begründet. Hier zeigt sich, dass die Grippe auch klassistische Effekte erzeugt.&lt;br /&gt;
Konservative in den Vereinigten Staaten machen MigrantInnen verantwortlich für die Verbreitung der Nordamerikanischen Grippe. "Illegale Einwanderer" würden diesen Virus unkontrolliert verbreiten. Damit das Weltbild stimmt, wird in konservativen Radiosendungen auch der militante Islamismus verantwortlich gemacht. Tatsächlich verbreitet sich jedoch das Virus nicht durch "illegale Einwanderer", sondern durch einheimische Reisende, die aus Mexiko zurückkehrten. Eine us-amerikanische Website &lt;a href="http://mediamatters.org/items/200904270037?f=h_latest"&gt;Mediamatters&lt;/a&gt; listet verschiedene rassistische Kommentare auf und stellt diesen die nüchterne Analyse des &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Centers for Disease Control and Prevention&lt;/span&gt; gegenüber. &lt;br /&gt;
Während man über diese rassistischen Verschwörungstheorien nur den Kopf schütteln kann, sollten wir das wirkmächtige Bild von "infizierten Aliens" nicht unterschätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Spanische Grippe, anti-mexikanischer Rassismus und Zyklon B&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Die Spanische Grippe brach in Kansas zur gleichen Zeit aus, als 1918 die mexikanische Revolution statt fand. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Wilson, war ein Eugeniker. Er unterzeichnete den "Immigration Act" und das Gesundheitsministerium gab zeitgleich den "Manual for the Physical Inspection of Aliens" heraus. In El Paso, an der us-amerikanischen Grenze zu Mexiko, wurde mexikanische Einwanderer interniert und mit Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt. Auch wenn damals medizinisch das Wissen schon vorhanden gewesen ist, dass ein Virus die Spanische Grippe verursachte, wurden Mexikaner mit Benzin, Kerosin und Pestiziden zwangsbehandelt. Zu diesen Pestiziden gehörte auch Zyklon B, welches für die "Entlausung" der Kleidung in den sogenannten "Gas Chambers" benutzt wurde. Zahlreiche Mexikaner und Mexikanerinnen starben an dieser Behandlung. (&lt;a href="http://www.creators.com/opinion/alexander-cockburn/zyklon-b-on-the-u-s-border.html"&gt;Alexander Cockburn: Zyklon B on the US Border&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
1938 berichtete Dr. Gerhard Peters im &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Anzeiger für Schädlingskunde&lt;/span&gt; über die "Behandlung" von Mexikanern mit Zyklon B und veröffentlichte Fotos von den us-amerikanischen "Entlausungskammern". 1939 stieg der Gebrauch von Zyklon B in deutschen Lagerunterkünften von Zwangsarbeitern sprunghaft an. 1941 wurden erste Versuche in Auschwitz I durchgeführt, ab 1942 begann in Auschwitz-Birkenau der Massenmord mit Zyklon B.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;"Schweinegrippe" oder "Nordamerikanische Grippe"?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) kritisiert den Begriff "Schweinegrippe". Es gebe bisher noch keine Schweine, die an diesem Virus erkrankt seien. Man könne sich zudem nicht durch den Verzehr an gebratenem Schweinefleisch anstecken. In der Vergangenheit seien Grippen mit tierischem Ursprung oft nach ihrer regionalen Verbreitung benannt worden, wie die "Spanische Grippe" oder die "Asiatische Grippe". Es sei daher einleuchtend, die neue Krankheit "Nordamerikanische Grippe" zu nennen. &lt;br /&gt;
Auch aus antirassistischer Perspektive ist dem Begriff der "Nordamerikanischen Grippe" der Vorzug zu geben. Zum einen findet die Bilderproduktion von Schwein, Slum und Seuche mit ihren rassistischen Implikationen nicht weiter statt. Zum anderen wird mit dem Begriff "Nordamerika" die gemeinsame Betroffenheit unterstrichen. Es findet keine Zuweisung der Krankheitsverantwortung an den Süden statt und damit auch nicht die Fokussierung auf ein zweifelhaftes Eindämmungsdenken (wie konstitutiv das Bild des Dammes und des Dammbruchs (Flut und Seuche) für die Entstehung der nationalsozialistischen Ideologie gewesen ist, machte Klaus Theweleit in seinen 1978 herausgekommen Bänden "Männerphantasien" deutlich: Für den soldatischen nationalsozialistischen Mann ist die gefeierte Masse "immer eine formierte, in Dammsystemen gegossene. Ein Führer ragt aus ihr heraus. Die verachtete erscheint dagegen immer unter den Attributen des Flüssigen, Schleimigen, Wimmelnden." (Männerphantasien, 1978, 11)). Mit Metaphern wie dem "Moloch" Mexiko-City werden genau diese Phantasien geschürt, die dann bei den nächsten Parlamentswahlen zusätliche Prozentpunkte für rassistisch ausgerichtete Parteien bringen.&lt;br /&gt;
Der Begriff "Nordamerikanische Grippe" hingegen überschreitet und durchbricht die Mauer zwischen den USA und Mexiko, zwischen Nord und Süd, und macht deutlich, dass wir gemeinsam handeln müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Weitere Artikel&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
13.05. &lt;a href="http://employmentattorneyservices.wordpress.com/2009/05/13/racial-discrimination-and-the-h1n1-influenza-virus/"&gt;Employment Attorney Services: Racial Discrimination and the H1N1 Influenza Virus&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
09.05. &lt;a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1241622484284"&gt;Jean Ziegler: Schweinegrippe wird kaltherzig ausgenutzt&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
06.05. &lt;a href="http://trendsupdates.com/mexico-criticizes-swine-flu-discrimination-against-its-citizens-abroad/"&gt;GSeranno:Mexico criticizes swine flu discrimination against its citizens abroad&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
05.05. &lt;a href="http://thedefendersonline.com/2009/05/05/which-is-more-contagious-swine-flu-or-racism/"&gt;TaRessa Stovall: Which is More Contagious, Swine Flu or Racism?&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
05.05. &lt;a href="http://www.tagesschau.de/ausland/mexiko200.html"&gt;Michael Castritius (Tagesschau): Weltweite Angst vor Schweinegrippe. Schikane statt Solidarität für Mexiko&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
05.05. &lt;a href="http://www.as-coa.org/article.php?id=1622"&gt;Americas Society / Council of the Americas: H1N1 Special: Mexico Complains of Discrimination in Response to Flu Outbreak * Video *&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
04.05. &lt;a href="http://www.redroom.com/blog/tim-wise/of-swine-and-scapegoats-reflections-racism-and-right-wing-nuttery"&gt;Tim Wise: Of Swine and Scapegoats: Reflections on Racism and Right-Wing Nuttery&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
04.05. &lt;a href="http://online.wsj.com/article/SB124137876507580987.html"&gt;Andrew Brown (The Wallstreet Journal): China Forces Dozens of Mexican Travelers Into Quarantine&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
04.05. &lt;a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1742191_Schweinegrippe-Alle-Mexikaner-sind-verdaechtig.html"&gt;Dietmar Ostermann: Schweinegrippe. Alle Mexikaner sind verdächtig&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
01.05. &lt;a href="http://www.msnbc.msn.com/id/30467300/"&gt;Brian Alexander: Amid swine flu outbreak, racism goes viral. Anti-immigrant hatred spreads on talk radio, Web sites &lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
03.05 &lt;a href="http://globalvoicesonline.org/2009/05/03/china-quarantining-all-mexicans/"&gt;John Kennedy: China: Quarantining all Mexicans&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
30.04. &lt;a href="http://www.jewcy.com/post/swine_flu_xenophobia_not_kosher"&gt;Rabbi Jill Jacobs: Swine Flu Xenophobia: Not Kosher&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
29.04. &lt;a href="http://www.blogger.com/Michelle%20Malkin%20and%20Michael%20Savage%20Use%20Swine%20Flu%20Crisis%20to%20Peddle%20Their%20Xenophobia"&gt;Joshua Holland: Michelle Malkin and Michael Savage Use Swine Flu Crisis to Peddle Their Xenophobia&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
28.04. &lt;a href="http://www.huffingtonpost.com/bonnie-fuller/hate-mongering-conservati_b_192412.html"&gt;Bonnie Fuller: Hate-Mongering Conservative Commentators Using Swine Flu to Promote Racism!&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
28.04. &lt;a href="http://chicolingo.blogspot.com/2009/04/pandemic-flu-and-xenophobia-history.html"&gt;Chico Lingo: Pandemic Flu and Xenophobia: A History Lesson&lt;/a&gt; (Ein spannender Beitrag zu anti-mexikanischen Übergriffen während der Spanischen Grippe)&lt;br /&gt;
28.04. &lt;a href="http://www.huffingtonpost.com/2009/04/28/swine-flu-conservatives-b_n_192212.html"&gt;The Huffington Post: Swine Flu: Conservatives Blame Immigrants&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
27.04. &lt;a href="http://www.nypress.com/blog-3976-infected-by-avian-swine-sars-flu-the-spread-of-xenophobia.html"&gt;New York Press: Infected by Avian Swine SARS Flu: The Spread of Xenophobia&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
27.04. &lt;a href="http://mediamatters.org/items/200904270037?f=h_latest"&gt;Media Matters: Paranoia pandemic: Conservative media baselessly blame swine flu outbreak on immigrants&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
27.04. &lt;a href="http://www.boston.com/news/politics/politicalintelligence/2009/04/antiimmigration_1.html"&gt;Political Intelligence: Anti-illegal immigration group faults Obama on swine flu&lt;/a&gt; (man beachte die xenophoben Kommentare)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;script type="text/javascript"&gt;
var gaJsHost = (("https:" == document.location.protocol) ? "https://ssl." : "http://www.");
document.write(unescape("%3Cscript src='" + gaJsHost + "google-analytics.com/ga.js' type='text/javascript'%3E%3C/script%3E"));
&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;
&lt;script type="text/javascript"&gt;
try {
var pageTracker = _gat._getTracker("UA-8592399-1");
pageTracker._trackPageview();
} catch(err) {}
&lt;/script&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3200733906730064557-7262656798647371790?l=klassismus.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://feedproxy.google.com/~r/Klassismus/~3/Zc545QfZskw/rassismus-und-schweinegrippe.html</link><author>noreply@blogger.com (Andreas Kemper)</author><thr:total>3</thr:total><feedburner:origLink>http://klassismus.blogspot.com/2009/04/rassismus-und-schweinegrippe.html</feedburner:origLink></item></channel></rss>

