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	<title>kostblog.de</title>
	
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	<description>Anmerkungen vom Tellerrand</description>
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		<title>Hände im Kopf</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 17:39:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Krüger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauen und Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Gästezimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Retro]]></category>

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		<description><![CDATA[Ihre Hand gleitet langsam &#252;ber das wei&#223;e Bettlaken zum Nachttisch. Sie &#246;ffnet ihre Augen leicht, als sie zum Handy greift. Es ist 4:58 Uhr an einem Dienstag. Auf dem Schreibtisch gegen&#252;ber brennt noch eine Kerze. Das flackernde Licht l&#228;sst die vergangenen Stunden noch ein bisschen weiter leben. Sie mag dieses Zimmer im Retro-Stil. Es passt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/4365252921_9a7f353897_z.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2015" title="flickr/Alex Dram" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/4365252921_9a7f353897_z.jpg" alt="" width="576" height="576" /></a></p>
<p><strong>Ihre Hand gleitet langsam &#252;ber das wei&#223;e Bettlaken zum Nachttisch. Sie &#246;ffnet ihre Augen leicht, als sie zum Handy greift. Es ist 4:58 Uhr an einem Dienstag. Auf dem Schreibtisch gegen&#252;ber brennt noch eine Kerze. Das flackernde Licht l&#228;sst die vergangenen Stunden noch ein bisschen weiter leben. Sie mag dieses Zimmer im <a href="http://kostblog.de/tag/retro/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Retro">Retro</a>-Stil. Es passt zu ihr. Sie dreht sich zu ihm, schaut ihn noch einmal kurz an und schlie&#223;t ihre Augen wieder.</strong></p>
<p><span id="more-2005"></span></p>
<p>Bislang hielt sie sich immer f&#252;r einen Gef&#252;hlsmenschen. Ja, vielleicht sogar f&#252;r einen der wenigen, die es davon &#252;berhaupt noch gibt. Sie predigte st&#228;ndig „wer nur mit dem Verstand lebt, der hat das Leben nicht verstanden“.</p>
<p>Mit ihm lief alles ein wenig anders. Sie sah ihn zum ersten Mal vor den schweren Eingangst&#252;ren des imposanten Rathauses ihrer Stadt.<br />
Seine Augen leuchteten heller als jedes andere Paar, das sie je sah. Sein L&#228;cheln lie&#223; den milden Dezemberabend noch ein wenig w&#228;rmer wirken und seine K&#252;sse schmeckten bitters&#252;&#223;. Nach Leben. Nach Lust. Nach Zukunft. Aber auch nach purer Angst.</p>
<p>Sie schrieben sich fast t&#228;glich und trafen sich &#246;fters. Sie waren sich einig. Keine Rechte. Keine Pflichten.</p>
<p>Und nun schaut sie zur&#252;ck und stellt pl&#246;tzlich fest, dass sie gen&#252;gend neurotisches Potential in sich tr&#228;gt, um vor dem, was sie wirklich f&#252;hlt, immer wieder davon zu laufen.</p>
<p>Auch vor ihm fl&#252;chtete sie schon mehrmals und bisher kam sie jedes Mal wieder zur&#252;ck. Sie w&#252;nschte, sie h&#228;tte H&#228;nde in ihrem Kopf, um ganz einfach wieder alles gerade biegen zu k&#246;nnen. Aber da ist auf einmal diese tiefe Sehnsucht in ihr, die sie unentwegt qu&#228;lt.</p>
<p>Der Song im Radio spricht ihr gerade aus der Seele. „Du hast die sch&#246;nsten Augen in dieser h&#228;sslichen Stadt und ich behielt&#8217;s f&#252;r mich und denk doch st&#228;ndig dran.“</p>
<p>Sie wird nie wissen, wie es weiter geht, wenn sie weiter retro lebt.</p>
<p>Text: Anita Hendrich</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/alexdram/4365252921/"><em>Bild: flickr/Alex Dram</em></a></p>
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		<title>Personal Widgets</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 16:52:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Krüger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Kleinrensing]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf dem Weg zum Tchibo-Shop, Sonderangebot Fleece-Jacke f&#252;r den modebewussten und sportadaptiven, Business-Schwarz-verliebten Herrn. Hat nicht gepasst, die falsche Mentalgr&#246;&#223;e. Aber f&#252;r Mama ein vor&#246;sterliches Weihnachtsgeschenk gefunden. Sondereditions-CD mit Aufnahmen von Knefs Hildegard: &#8220;F&#252;r Dich soll es rote Ziegelsteine regnen&#8221; und so weiter, nebst einem Gutschein &#252;ber eine Tasse Espresso, beim Kauf von einem Kilo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/2541584717_d7b509fc33_z.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2014" title="flickr/Rooney" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/2541584717_d7b509fc33_z.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
<p><strong>Auf dem Weg zum Tchibo-Shop, Sonderangebot Fleece-Jacke f&#252;r den modebewussten und sportadaptiven, Business-Schwarz-verliebten Herrn. Hat nicht gepasst, die falsche Mentalgr&#246;&#223;e. Aber f&#252;r Mama ein vor&#246;sterliches Weihnachtsgeschenk gefunden. Sondereditions-CD mit Aufnahmen von Knefs Hildegard: &#8220;F&#252;r Dich soll es rote Ziegelsteine regnen&#8221; und so weiter, nebst einem Gutschein &#252;ber eine Tasse Espresso, beim Kauf von einem Kilo Crema Deluxe oder wahlweise einer Garnitur Bama-Unterw&#228;sche.</strong><span id="more-1996"></span><br />
7,99 € leichter, inklusive einem aus kolumbianischen Bohnen versauboilerten Espresso und Unterzeug, verlasse ich den Kaffeebohnen-Trendshop. Im Tabakladen einer &#228;lteren Dame vor mir erkl&#228;rt, dass der zur Reinigung vorgesehene Fetzen bei 90 Grad gewaschen sich hervorragend als Kopfbedeckung f&#252;r den gefestigten violett-grauen Kopfpudel oder unbehandelt als Kleiderspende f&#252;r mittellose Faschingsvereine eignen w&#252;rde. Hab ihr die Bama-Slogilonglongs gegeben. Sie hat mich vorgelassen, sprach- und gebisslos.</p>
<p>10 Minuten mir den Unterschied der Inhaltsstoffe von meiner Zigarettenmarke im Vergleich zu Gauloises in Maispapier erkl&#228;ren lassen und die Diskussion, ob ich eine inhalierende Geschmacksprobe wirklich nur au&#223;erhalb des Gesch&#228;ftes durchf&#252;hren d&#252;rfe, durch R&#252;ckzug vereitelt.</p>
<p>Im Drogerie-Markt meines Vertrauens nach Augen-Serum gesucht, gefunden, ausprobiert und den kleinen Roller markiert, um morgen nicht wieder einen Neuen aufmachen zu m&#252;ssen, der Umwelt zuliebe. Bei Douglas einen Kurs der m&#228;nnlichen D&#252;fte eingeschlagen, von Cool Water &#252;ber Black Mamba bis hin zu Latschenkiefer Alpin, Messner Edition. Verlasse den Laden mit einer sechs Zonen-Exploration, die meiner Umwelt in die gerafften N&#252;stern steigt und verbale &#220;bergriffe der flakon&#246;sen Verkaufsmodels verhindert. An der Metzger-Schlachtbank gegen&#252;ber den Probierteller der echt original italienischen Salami aus Halberstadt leer gegessen und an der K&#228;setheke die weglaufenden Probierbrocken des blau verschimmelten Fromage du Cul des Vaches unter Protest der Verk&#228;uferin mit den Z&#228;hnen eingefangen. Hab ihr die Spie&#223;e zur&#252;ckgegeben und auf die Auszahlung vom Pfand zu Gunsten von Borderline-Ziegen der Auvergne verzichtet.</p>
<p>Im Feng Shui, die angesagteste Sushi-Bar f&#252;r schwarz gehechterte Immoflation&#228;re, Parkbanker und auf minimal-Mimik geschminkte Jetleggins mit abgebrochenem Hauptschul-Abschluss, bestelle ich mir einen Pfeffelminztee mit Absinth und frage nach, ob Kielel Sploten auf Patschleis zu haben sei. Begn&#252;ge mich mit Leis auf Tellel, mit einer extla Poltion Meellettich und St&#228;bchen aus poliertem Mahaghoni-Imitat.</p>
<p>Sp&#228;ter im Cinemaxx mit 3-D-Brille und Kindert&#252;te Popcorn und Flaschbier: Demolition Man. Der Film kommt total verschwommen daher, die Handlung echt mies und mit mir v&#246;llig unbekannten Schauspielern. Kurz bevor ich gehe, raunze ich einer Bio-ist-gut-Kind-Mutter zu, dass der Film erst ab sechszehn zugelassen ist und der kleine mich st&#228;ndig boxende Paul-Martin bei mir unter der linken Achsel Schutz gefunden hat und kurzfristig an Schnappatmung leidet.</p>
<p>Wieso haben die in diesen Kino-Kristall-Pal&#228;sten keinen der Dich an die Hand nimmt, Toilette, Popcorn, Bier, Saal 12, Demolition-Man. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Hab, bevor ich die Kindervorstellung verlassen musste, Puh der B&#228;r und seine Freunde, mit meinem MP3 Player im Duett durch Overkill und Bomber von Mot&#246;rhead die musikalische Dramaturgie aufgewertet. Beim Entsorgen der dreidimensionalen Sehhilfe irrt&#252;mlich meine eigene mit weggeworfen. In der Halle &#252;ber den Harribo-Stand gestolpert. Demolition Man in Lakritze und Weingummi. Meine Brille zwischen Restm&#252;ll und handwarmer Pampers wiedergefunden.</p>
<p>Mich auf dem Weg ins Kneipenviertel spontan der Anti-Rassismus Bewegung, unterst&#252;tzt durch die Dresdner Verkehrsbetriebe, nach kurzer intensiver Diskussion angeschlossen. 60 Euro Aufnahmegeb&#252;hr, Button mit „Schwarzfahrer sind auch Menschen“ an die Jacke getackert und an einem 30 min&#252;tigen Protestmarsch bis in die Neustadt teilgenommen.</p>
<p>In einer Kneipe drei Pils an dreifachen Tequilas mit einer ganzen Botox-Zitrone als Bausatz bestellt. Konversationslos den lasziv-gelangweilten Mithockern die kalte Schulter gezeigt und &#252;ber Frust und Frostbeulen nachgedacht. Die Toiletten-Prosa gelesen: “Besser in der Kaiserin als Imperator“. In Veranstaltungsmagazinen versucht Veranstaltungen zu finden, zwei Becks Lemon in die austrocknende Kehle gegossen und vor dem Lokal mit Kurt zusammen gesto&#223;en. Im Blue Note engagiert wortlos mit mehreren Blue Curacao bei Blue Velvet Jazz und Blue Motion uns blau gegrient. Sp&#228;ter allein in der Droschke dem immer wiederkehrenden Taxi-Driver-H&#246;rspiel gefolgt :“ Ich hab mehrmals geklingelt, da ist keener!“ „Der Kunde sagt aber, er stehe seit zehn Minuten vor der T&#252;r und es sei kein Taxi da&#8221;. „Dann ist das die falschen Stra&#223;e wo der is“…..</p>
<p>An der Br&#252;hlschen Terrasse versucht die Stadt, mit Beleuchtung Licht in meinen Tunnelblick zu kriegen. Der Taxifahrer verneint meine Frage ob er f&#252;r 79,88 € nach Paris fahren kann. Aber immerhin kreiselt er f&#252;r die Summe gro&#223;fl&#228;chig quer durch Dresden und zweimal an der Haust&#252;r vorbei. Auf Grund einer Umleitung muss ich auf die finale Anfahrt verzichten und unter Absingen zotiger Lieder erreiche ich nach einer knappen Stunde die T&#252;r in der mein Schl&#252;ssel sich verkantet. Noch immer ist der Aufzug defekt. Beschlie&#223;e mit einem Sit-In und durch Anketten die Reparatur desselben zu erzwingen. Werde unsanft und frierend vom Nachbarn geweckt: “Kannste mal von Kevins Schlitten absteigen?&#8221;</p>
<p>Breitgezogene Milchzahn- und Breiluke unter Wasser rauspressenden ger&#246;teten Kinderaugen rotzt mich an. Hab Probleme die Knoten zu l&#246;sen. Schneide das Seil durch und ignoriere die verbalen Ausf&#228;lle des Erzeugers des kreischenden Wadenbei&#223;ers. Stelle fest, dass es im Haus keinen Aufzug gibt aber viele unausgeglichene Mitbewohner. Schleppe mich nach oben. Falle in die Couch und einen gnadenvollen Schlaf. Werde um 19:00 Uhr wach. Stehe auf und beschlie&#223;e, ins Bett zu gehen. Tr&#228;ume von Graubrot und gesalzener Butter. Es gibt schlimmeres.</p>
<p><a href="http://www.tom-kleinrensing.de/">Text: Tom Kleinrensing</a></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/roonbaboon/2541584717/"><em>Bild: flickr/Rooney</em></a></p>
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		<title>Keine Zeit</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 17:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Krüger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gästezimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Japaner]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor mir h&#252;pft ein wei&#223;es Kaninchen mit Taschenuhr &#252;ber den Gehweg, ich hetze ihm hinterher. Verdammt, ich bin ja sowas von zu sp&#228;t! Wie immer in solchen Situationen bin ich hoffnungslos verloren. Der M&#252;mmelmann hat l&#228;ngst gemerkt, dass ich ihm dicht auf den Fersen bin. Er nuschelt irgendwas in seine Uhr und verschwindet mit einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/42017049_7d8f26ce31_z.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2011" title="flickr/The Rocketeer" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/42017049_7d8f26ce31_z.jpg" alt="" width="576" height="432" /></a></p>
<p><strong>Vor mir h&#252;pft ein wei&#223;es Kaninchen mit Taschenuhr &#252;ber den Gehweg, ich hetze ihm hinterher. Verdammt, ich bin ja sowas von zu sp&#228;t! Wie immer in solchen Situationen bin ich hoffnungslos verloren. Der M&#252;mmelmann hat l&#228;ngst gemerkt, dass ich ihm dicht auf den Fersen bin. Er nuschelt irgendwas in seine Uhr und verschwindet mit einem Satz um die n&#228;chste Ecke. Ich jage ihm nach, ich hab doch keine Zeit, keine Zeit, keine Zeit.</strong></p>
<p><span id="more-1995"></span></p>
<p>Als ich schwungvoll um die H&#228;userecke biege, renne ich fast mit ihnen zusammen. Eine Horde <a href="http://kostblog.de/tag/japaner/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Japaner">Japaner</a> kreuzt meinen Weg. Ich komme gerade noch rechtzeitig vor dem ersten zu stehen, der freudig seine Hand austreckt und seinen l&#228;chelnden Mund vor die Linse schiebt. Was zum Henker? <a href="http://kostblog.de/tag/japaner/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Japaner">Japaner</a>? Hier? Im Winter?</p>
<p>In dem Gedr&#228;ngel sehe ich gerade noch einen wei&#223;en Puschelschwanz verschwinden. Vor mir steht eine un&#252;berwindbare Mauer aus kleinen grinsenden Menschen und blitzenden Fotoapparaten. Und der Hase? Schon l&#228;ngst weg. Nein! Ich atme tief durch und bahne mir einen Weg hindurch. Den ersten Dreien schaffe ich auszuweichen, dann kommt eine feste Viererkette. Eiskalt t&#228;usche ich rechts an, sprinte links vorbei, springe &#252;ber einen mannshohen Papierkorb, rolle mich federnd ab und stehe nun in ihrer Mitte wie eine Eins.</p>
<p>Weiter geht’s, ich schaffe es mit einem Bodycheck gleich f&#252;nf von ihnen aus dem Weg zu r&#228;umen, schnappe mir die Kamera eines der zunehmend verwirrten Japaner, der gerade liebevoll die graue Hauswand vor mir ablichten wollte und schie&#223;e wie wild Fotos mit Blitz. Es funktioniert, die H&#228;lfte torkelt geblendet durch die Gegend, sie hinter mir zu lassen ist ein Leichtes. Weiche geschickt im Matrix-Style einer &#252;blen Schwenkattacke aus, hechte mich &#252;ber die wei&#223;e Fahrbahnmarkierung und knalle den Fotoapparat auf den Asphalt. Touchdown.</p>
<p>Ich schaue mich keuchend um, der wei&#223;e Bastard hat sich doch tats&#228;chlich aus dem Staub gemacht. Gut, ich muss umdenken, hab doch keine Zeit, keine Zeit, keine Zeit. Da f&#228;llt mein Blick auf ein kleines japanisches Auto. Ich grinse. So, du fellige Nervens&#228;ge, jetzt wollen wir doch mal sehen, ob ich dich nicht noch einholen kann.</p>
<p>Kann ich nicht. Ich hatte lange vorher schon verloren. Ich wurde registriert, markiert und nun wissen alle Bescheid. Er hat es ihnen gesagt, ganz sicher. Dieser wuschelige Teufel! Jemand hat schon l&#228;ngst auf den orangenen Button gedr&#252;ckt. Alle Ampeln schalten auf rot, ich bei&#223;e vor Wut in das Lenkrad. Kruzifix nu mal! Das gibt es doch nicht. Ich schaue auf die Uhr, die ihre Zeiger schweigend weiterstellt. Nein, ich komm zu sp&#228;t, zu sp&#228;t, zu sp&#228;t.</p>
<p>Mit wildem Motorengeheul brause ich durch die Stadt, 70 im zweiten Gang, h&#228;tte ich dem Japaner gar nicht zugetraut. &#220;berfahre fast zwei &#228;ltere Damen, die bei gr&#252;n &#252;ber die Stra&#223;e wollen. W&#228;hrend ich im R&#252;ckspiegel ihre erhobenen F&#228;uste kleiner werden sehe, frage ich mich, ob die Polizei als Grund f&#252;r Fahrerflucht auch Zeitnot gelten l&#228;sst.</p>
<p>Ich bin fast da. Fast bin ich da. Ich habe es fast geschafft. Ja, aber auch nur fast. In diesem Augenblick tritt Stufe zwei des M&#246;hrenplanes in Kraft. Wohin ich schaue &#246;ffnen sich quietschend die Garagentore. Alle Rentner der Stadt mit Hut, Strickklopapierm&#252;tze und Wackeldackel auf der Ablage fahren ihre frisch gewachsten Autos auf die Stra&#223;e. Ich mache eine Vollbremsung hinter einem silbernen Rentnerfahrzeug mit der Aufschrift 10 km/h. 10? Seit wann gibt’s die eigentlich? &#220;berholen ist ganz schlecht, vor mir fahren die Sonntagsfahrer in Kolonne und das an einem Montag. Langsam wird’s auff&#228;llig, Kollege Schlappohr!</p>
<p>Memo an mich selbst: Muss unbedingt den Stundenlohn der Rentner erfragen, ist vielleicht ein lukrativer Nebenverdienst im Ruhestand. Ich tuckel weiter mit unglaublichen 15 km/h durch die Stadt. Ja, wirklich entspannend, wenn man gar keine Zeit hat, wirklich GAR KEINE! Ich versuche es mit anschieben von hinten, hilft leider nur ein kleines bisschen, fahre jetzt 16 km/h. Nachdem ich dann irgendwann doch noch angekommen bin, parke ich das Auto ordnungsgem&#228;&#223; mitten auf der Stra&#223;e in zweiter Reihe, ist ja zum Gl&#252;ck nicht meins.</p>
<p>Benommen steige ich aus, mir ist ganz schlecht von dem ewigen Wackeldackelgewackle. Als meine Augen noch kreisend versuchen, ein klares Bild zu senden, huscht ein wei&#223;er Schatten vorbei. Ha! In Schl&#228;ngellinien rennend nehme ich wieder die Verfolgung auf. Bin direkt hinter ihm, als er um die Ecke biegt. Jetzt habe ich dich, du Mastvieh. Ich renne um die Ecke und sehe: JAPANER?</p>
<p>Jetzt reicht&#8217;s! Ich schnappe mir den erst besten Knipser, den ich in die Finger bekomme, atme tief durch und ziele auf das wei&#223;e Fellb&#252;schel am Horizont. Ein Wurf. Ich registriere freudestrahlend, wie das wei&#223;e Kaninchen vom Fotoapparat zermalmt wird. Ein Herr aus dem Land des L&#228;chelns stupst mich freundlich an und h&#228;lt mir seine Kamera vor die Nase. Anscheinend will er mir seine Schnappsch&#252;sse von grauen W&#228;nden zeigen. Ich nicke l&#228;chelnd. „Gerne, ich hab Zeit.“</p>
<p>Text: Anja Knobloch</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/kt/42017049/"><em>Bild: flickr/The Rocketeer</em></a></p>
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		<title>Jein</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 06:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Krüger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauen und Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Mike Altmann]]></category>
		<category><![CDATA[Schwanensee]]></category>

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		<description><![CDATA[Nein. Auf gar keinen Fall. Das tue ich mir nicht an. Meine Entscheidung ist unumst&#246;&#223;lich. Wie ein Felsblock, an dem sich die w&#252;tenden Wellen die Fingern&#228;gel abbrechen. Stehe auf dem Plateau meines festen Willens und zeige dem nassen, kalten Tosen unter mir den Finger der Wut. Du wirst mich nicht bekommen. Ich bleibe hier, wo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/popcorn.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2009" title="flickr/AlicePopkorn - on retreat" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/popcorn.jpg" alt="" width="600" height="600" /></a></p>
<p><strong>Nein. Auf gar keinen Fall. Das tue ich mir nicht an. Meine Entscheidung ist unumst&#246;&#223;lich. Wie ein Felsblock, an dem sich die w&#252;tenden Wellen die Fingern&#228;gel abbrechen. Stehe auf dem Plateau meines festen Willens und zeige dem nassen, kalten Tosen unter mir den Finger der Wut. Du wirst mich nicht bekommen. Ich bleibe hier, wo es sicher ist, ich nicht untergehen kann. Gehe schlafen, mit dem &#252;berlegenen Gef&#252;hl einer Entscheidung, die mir die einzig richtige scheint f&#252;r diesen Moment. Weil sie so wunderbar vern&#252;nftig ist.<span id="more-2006"></span></strong></p>
<p>Am n&#228;chsten Morgen will ich von meinem Felsblock aus das Meer betrachten. Und stehe mittendrin. In den Fluten, die nicht mehr w&#252;tend und aggressiv sind. Die sich um meinen K&#246;rper schmiegen, ganz warm und mich hinausziehen. Von Ferne h&#246;re ich das leise Singen einer Violine. Sie spielt so sanft und so vertraut, dass ich eintauche, und mich wie Daniel der Delphin auf die sanften Wellen lege.  Schnell hinausschwimme. Will keine Note verpassen, dem Klang ganz nah sein, ihn mit jeder Faser in mir aufsaugen und zusehen, wie du spielst.</p>
<p>Aber es ist weiter als ich dachte. Eine Schwanenfamilie kreuzt meinen Weg. Die kleinen Federpuschel schnattern aufgeregt und schwimmen um meine Beine. Ihre Mutter verscheucht sie, weil sie es nicht mag, wenn sie zu vertraut mit Fremden umgehen. Wo ich hin will, fragt sie. Und ob ich denn keine Angst habe, so weit drau&#223;en auf dem Meer, ganz allein. Ich erz&#228;hle ihr die ganze Geschichte. Von der Zuneigung, dem blinden Verst&#228;ndnis, der Seelenverwandtschaft, den guten und schlechten Gedanken, den Mut und der Angst und der Sehnsucht, die mich jetzt antreibt.</p>
<p>Ich denke lange nach &#252;ber die Worte der sch&#246;nen, schwarzen Schwanenmutter. Ganz ruhig, ohne auch nur einmal mit den Fl&#252;geln zu schlagen, gibt sie mir den Rat, umzukehren. Ich soll mir nicht selbst den Dolch ins Herz bohren sondern lieber damit auf die Jagd nach neuer Beute gehen. Sie hat recht, singen mir die Stimmen der Erinnerung, die sich wie der Gefangenenchor von Nabucco um mich geschart haben. Ich h&#246;re all den Schmerz, sehe all die traurigen Blicke und gehe all die stummen Schritte, die uns auseinander f&#252;hrten.</p>
<p>Die Flut beginnt mich wegzusp&#252;len vom Klang der Violine. Mutlos lasse ich mich treiben. Zur&#252;ck zu meinem Ufer, an dem ein Wimpernschlag einen neuen Felsblock erbaut. H&#246;her, m&#228;chtiger, massiver als je zuvor. Unantastbar f&#252;r alle deine Wasser.</p>
<p>Am n&#228;chsten Morgen. Wieder das Plateau. Und wieder h&#246;re ich die lockende Violine. Will springen, tauchen, schwimmen. Und kann nicht. Bin ohne Kraft. Und ohne Willen.</p>
<p>Eine wei&#223;e Taube mit gro&#223;er runder Brille und einem S&#228;ckchen auf dem R&#252;cken setzt sich neben mich. Sie nestelt einen klein gefalteten Brief aus dem Beutel. „Hast du zuf&#228;llig ein Bier dabei?“, fragt sie gurrend und z&#252;ndet sich eine Zigi an. „Eigentlich rauche ich gar nicht mehr. Dieser st&#228;ndige Husten macht mich wahnsinnig.“ „Halt‘ den Schnabel“, stauche ich das T&#228;ubchen zusammen, „ich muss lesen.“ „Da steht nix besonderes drin, mein Lieber“, kontert sie und bl&#228;st mir rauchende Kringel in die Nase. „Du hast doch nicht etwa meine Post gelesen?“ (Mir f&#228;llt ein, dass ich seit Tagen nichts gegessen habe und im Supermarkt heute Inventur ist.) Gerade will ich ihr den Hals umdrehen, als die kleine Taube pl&#246;tzlich ernst wird: „Was soll da drin stehen, was du selbst nicht wei&#223;t?“  Dann kichert sie wieder albern und flattert davon.</p>
<p>Ich zerkn&#252;lle den Brief und esse ihn auf. Du hast recht. Es ist alles in mir. Nehme einen Pinsel, male mir einen Teppich und Wechselunterw&#228;sche und bin im n&#228;chsten Augenblick dort, wo ich wirklich sein will.</p>
<p><strong><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2011/04/mike-altmann.png"><img class="alignnone size-full wp-image-1115" title="mike-altmann" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2011/04/mike-altmann.png" alt="" width="600" height="236" /></a><br />
</strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/alicepopkorn/5371305946/"></a><em><a href="http://www.flickr.com/photos/alicepopkorn/5371305946/">Bild: flickr/AlicePopkorn &#8211; on retreat</a><a href="http://www.flickr.com/photos/alicepopkorn/"></a></em></p>
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		<title>Das Problem der Robbenbabys</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 16:05:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Krüger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Axel Krüger]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wodka]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Ich bin zornig. Zorn ist ein nat&#252;rliches Privileg des Alters. Sehr junge Menschen sind w&#252;tend und werden krebsrot im Gesicht vor Anstrengung, wenn sie ihren Brei nicht kriegen oder das verlangte Lieblingsspielzeug. Wenige Jahre sp&#228;ter, pubertierend, werden sie dann motzig, stinkig oder urst sauer, wenn die Pickel sprie&#223;en und aus ihren h&#252;bschen Kindergesichtern &#252;ble [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/2186843893_a5007024e9_z.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1969" title="flickr/kevin dooley" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/2186843893_a5007024e9_z.jpg" alt="" width="576" height="435" /></a></p>
<p><strong>Ich bin zornig. Zorn ist ein nat&#252;rliches Privileg des Alters. Sehr junge Menschen sind w&#252;tend und werden krebsrot im Gesicht vor Anstrengung, wenn sie ihren Brei nicht kriegen oder das verlangte Lieblingsspielzeug. Wenige Jahre sp&#228;ter, pubertierend, werden sie dann motzig, stinkig oder urst sauer, wenn die Pickel sprie&#223;en und aus ihren h&#252;bschen Kindergesichtern &#252;ble Streusandb&#252;chsen machen. Danach folgt eine l&#228;ngere Phase der Betroffenheit &#252;ber eher globale Themen wie das Sterben der Wale, des Regenwaldes und der Robbenbabys.</strong></p>
<p><span id="more-1960"></span></p>
<p>Junge M&#228;nner nehmen sich dem Problem der Robbenbabys in der Regel nur an, wenn sie mit dieser gespielten Gef&#252;hlslage junge Frauen, die sich das Haar nicht waschen und metallische Gegenst&#228;nde durch Wangen oder Schamlippen bohren, ihre emotionale Bandbreite darlegen wollen. Die sich metallische Gegenst&#228;nde durch allerlei K&#246;rperregionen bohrenden jungen Frauen hoffen, damit ihre V&#228;ter zu irritieren, die ihnen als verfickte Banker, sprich also Vertreter des Schweinesystems in aufsteigender Reihenfolge Hamster, Meerschwein, Hund und Pony auf den Gabentisch gelegt haben, w&#228;hrend ihre Knospen reiften.</p>
<p>Dass der Herr Papa jeden Donnerstagnachmittag eine ganzk&#246;rpergepiercte Domina aufsucht, um sich in aufsteigender Reihenfolge mit Hundehalsband, Reitpeitsche und metallischen Gegenst&#228;nden traktieren zu lassen, darf das Fr&#228;ulein Tochter nie erfahren. Sie w&#252;rde sich vermutlich umgehend rosafarbene Ballettkleider kaufen und Querfl&#246;te spielen lernen. Dabei f&#228;hrt der alte Herr geh&#246;rig ab auf den animalischen Geruch ungewaschener Haare und tr&#228;umt den ganzen langen Dienstleistungsdonnerstag lang hinter seinem Furnierholzschreibtisch vom Schmerz, den metallische Gegenst&#228;nde verursachen k&#246;nnen.</p>
<p>Wirklich coole junge M&#228;nner, die niemanden beeindrucken wollen, sind nicht betroffen. Sie ern&#228;hren sich von kalter Pizza, onanieren unregelm&#228;&#223;ig und tr&#228;umen davon, einmal in der Schei&#223;schule so richtig aufzur&#228;umen. Aber so richtig richtig. Mit einem schwarzen Kapuzenpulli auf dem &#8220;Fuck the world&#8221; steht und zwei durchgeladenen Pumpguns und den ganzen ekligen Folgen. Wenn sie Gl&#252;ck haben, sto&#223;en sie am Baggersee bei Sonnenaufgang auf die Dominas der V&#228;ter von den jungen Frauen in ihrer Klasse, die ihnen beibringen, wie man Gras raucht und den Sternen beim Vergl&#252;hen zusieht. Wenn sie Pech haben, werden sie beim Onanieren erwischt und gehen dann mit zwei Pumpguns in diese Schei&#223;schule.</p>
<p>Nach der Phase der Betroffenheit ist f&#252;r die meisten Menschen gef&#252;hlsm&#228;&#223;ig der Ofen ziemlich aus. Entweder hei&#223;t es, die lieben Kleinen aufzuziehen, die getragen und geschlagen werden m&#252;ssen, bis sie eine Kopie von Oma und Opa sind und damit erbberechtigt und w&#252;rdig, in aufsteigender Reihenfolge Hamster, Meerschwein, Hund, Pony und den ersten Besuch im Striplokal bezahlt zu kriegen. Oder aber es war nichts mit Nachwuchs und die Ersatzdrogen m&#252;ssen her. Einsatz f&#252;r die &#196;rmsten in Afrika ist sehr beliebt oder eine B&#252;hnenkarriere als Mezzosopranistin &#8211; das geht mit Kindern ja leider gar nicht.</p>
<p>Dann kommt Resignation. Aber richtig. Nicht so ein leiser Selbstzweifel. Die ganz gro&#223;e Trommel. Weltschmerz de luxe. Nur zu ertragen, wenn man alle anderen mit runter zieht ins dunkle, kalte Grab, in dem vergorene Leidenschaft als Leichenwasser abflie&#223;t Richtung Mittelerde. Und schuld sind alle anderen. Schuld hat der Vater und der Pfarrer und der Lehrer und das widerliche Schwein damals auf der Party, das uns unter die Bluse gefasst und frigide gemacht hat und die vertane Zeit beim Milit&#228;r, wo nur gesoffen wurde und geraucht. Deswegen sind wir jetzt so fett.</p>
<p>Das macht mich zornig. Zorn ist ein Privileg, das man sich nehmen muss. Ich nehm&#8217; mir dieses Privileg und br&#252;lle meinen Zorn jetzt raus. Was hat Euch fett gemacht im Kopf und an den Leibern? Sagt nicht die gute Butter. Ich hab nur gute Butter ran getan an meine Speisen. Mein ganzes Leben lang. Und Wein gesoffen, den besten, den ich mir gerade leisten konnte. Und Bier, mit denen, mit denen man besser Bier trinkt. Das waren viele. Wein ist nur was f&#252;r Jungs, die sich die Fingern&#228;gel feilen. Und <a href="http://kostblog.de/tag/wodka/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wodka">Wodka</a>. <a href="http://kostblog.de/tag/wodka/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wodka">Wodka</a> sowieso. Jetzt bin ich alt und zornig, weil Ihr Eure Frauen schlagt. Und Eure M&#228;nner. Und dabei stinkt wie vollgef&#252;llte Fettabscheider im August. Was Euch so &#252;bel riechen l&#228;sst sind all die Hamster und die Meerschweine, die Hunde, Pferde und die Dominas, die ihr gegrillt habt und gefressen mit euren Fingern voller fetter Mayonnaise.</p>
<p>Ich bin so zornig auf mein Doppelkinn und hab so Angst, dass auch ich rieche wie ein Fettabscheider im August und w&#252;rde gerne meinem Vater danken und dem Pfarrer und den Lehrern mit diesem Text. Und meiner Frau, die st&#228;ndig daf&#252;r sorgt, dass ich nicht fett bin.</p>
<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2011/03/axel-krueger.png"><img class="alignnone size-full wp-image-1089" title="axel-krueger" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2011/03/axel-krueger.png" alt="" width="600" height="201" /></a></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/sukanto_debnath/519690623/"></a><em><a href="http://www.flickr.com/photos/pagedooley/2186843893/">Bild: flickr/<a href="http://www.flickr.com/photos/pagedooley/">kevin dooley</a></a><a href="http://www.flickr.com/photos/sukanto_debnath/"></a></em></p>
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		<title>Bluesday</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 17:30:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Krüger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Genie und Wahnsinn]]></category>
		<category><![CDATA[Mike Altmann]]></category>
		<category><![CDATA[Bendzko]]></category>
		<category><![CDATA[Heike]]></category>

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		<description><![CDATA[Als mein Wecker wie immer um 6.29 Uhr klingelt, wei&#223; ich sofort Bescheid. Heute ist melancholische Stimmung im Dorf. Aus dem Fenster kriecht Nebel herein. Der Mittelstrahl ist desorientiert. Die Milch sauer auf die Welt. Gestern hat mich Heike verlassen. Dabei waren wir drei Tage lang so gl&#252;cklich. Heute ist Bluesday. Beschlie&#223;e, mich wieder ins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/01/6148346007_f242d296f6_z.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1985" title="flickr/wihajster" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/01/6148346007_f242d296f6_z.jpg" alt="" width="427" height="640" /></a></p>
<p><strong>Als mein Wecker wie immer um 6.29 Uhr klingelt, wei&#223; ich sofort Bescheid. Heute ist melancholische Stimmung im Dorf. Aus dem Fenster kriecht Nebel herein. Der Mittelstrahl ist desorientiert. Die Milch sauer auf die Welt. Gestern hat mich <a href="http://kostblog.de/tag/heike/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Heike">Heike</a> verlassen. Dabei waren wir drei Tage lang so gl&#252;cklich. Heute ist Bluesday.<span id="more-1984"></span></strong></p>
<p>Beschlie&#223;e, mich wieder ins Bett zu legen. Will auf andere Gedanken kommen und spiele F&#252;nf gegen Willi. Bekomme den Dokumentarfilm &#252;ber die H&#252;hnerpest von gestern Abend nicht aus dem Kopf.  Verzichte notgedrungen auf meinen H&#246;hepunkt und stehe endg&#252;ltig auf. Suche mir graue Str&#252;mpfe, graue Unterhosen und einen grauen Pullover aus dem Schrank. Bin v&#246;llig verzweifelt, dass ich keine grauen Hosen besitze. Nehme die Jeans, die am traurigsten &#252;berm Hintern h&#228;ngt.</p>
<p>Die Fahrt zur Arbeit dauert 45 Minuten l&#228;nger als sonst. Brauche bei der H&#228;lfte der Strecke eine Pause, nach einem Kilometer. Stelle mich auf den Parkplatz der Psychosozialen Beratungsstelle. H&#246;re zehnmal hintereinander „Wenn Worte meine Sprache w&#228;r‘n“  von Tim <a href="http://kostblog.de/tag/bendzko/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Bendzko">Bendzko</a>. Frage eine zuf&#228;llige Passantin nach Taschent&#252;chern und bekomme noch w&#228;hrend sie in ihrer Handtasche w&#252;hlt einen Heulkrampf. Sie l&#228;dt mich aus Mitleid in ihre Frauengruppe ein, die sich immer mittwochs trifft. Ich erwidere, dass das ja erst morgen sei und ich derzeit keine solch langfristigen Planungen mache, da ich &#252;ber mein baldiges Ableben nachdenke. Die Dame schaut mich besorgt durch ihre Hornbrille an, schl&#228;gt den Kragen ihres Pl&#252;schmantels hoch und fragt, ob ich Torh&#252;ter oder Schiedsrichter sei. Ich sage nur: „Heute ist Bluesday“ und rase mit meinem Wagen im Schneckentempo vom Parkplatz.</p>
<p>Im B&#252;ro fehlt mir die Kraft, den Rechner hochzufahren. Die Sekret&#228;rin bietet mir einen Kaffee an. Lehne ab, weil er mich doch nur auf schwarze Gedanken bringen w&#252;rde. Konsequenterweise m&#252;sste ich einen Klaren trinken. Das verschiebe ich auf Mittag. Vorher muss ich zum Arzt. Alle haben Verst&#228;ndnis und meinen, dass ich ohnehin ziemlich grau wirke. Der Hausarzt hat keine Sprechstunde. War ja klar – am Bluesday hat der sicherlich was Besseres zu tun, als gebrochene Herzen zu reparieren.</p>
<p>Lege mich zuhause aufs Sofa. Filmnachmittag. Auf andere Gedanken kommen. Als ich bei &#8220;Otto &#8211; Der Film&#8221; weinen muss, ist mir klar, wie ernst das Problem wirklich ist. Melde mich in Internetforen als Black Swan an. Will ein paar Tipps, damit es mir endlich besser geht. Funktioniert. Aber anders als geplant: Freunde mich mit Sternenstaub und Mondfinsternis an. Verabreden uns auf einen Kaffee. Vereinbaren ein geheimes Zeichen, damit wir uns an der Himmelspforte auch nicht verfehlen.</p>
<p>Noch ein letzter langer Spaziergang. Werde dabei mehrfach von Rollatoren &#252;berholt. Verdammte Raser, murmel ich den fidelen Senioren hinterher. Und denke so bei mir: Ihr habt‘s gut – ihr vergesst sofort, dass ihr eigentlich traurig seid. In diesem Moment beginnt es zu schneien. Das ist ein Zeichen. Setze mich auf eine Bank. Nach f&#252;nf Stunden kommt eine Sch&#252;lergruppe vorbei, h&#228;lt mich f&#252;r einen endgeilen Schneemann und st&#252;lpt mir einen rostigen Henkeltopf &#252;ber den Sch&#228;del. Zum Gl&#252;ck haben sie keine M&#246;hre dabei.</p>
<p>Werde mit Erfrierungen vierzehnten Grades ins Klinikum gefahren. Na also, geht doch. Gevatter Tod wieder ein St&#252;ckchen n&#228;her ger&#252;ckt. Erkundige mich beim Notarzt, ob es im Haus auch ein Hospiz gibt. Statt einer Antwort bekomme ich eine beachtliche Kan&#252;le in den Allerwertesten. „Das kriegt Mario Barth vor jedem Auftritt.“</p>
<p>Damit ist mein sch&#246;ner Bluesday nat&#252;rlich im Eimer. Ich erz&#228;hle der Schwester noch ein paar saukomische Geschichten von einparkenden Frauen. Sie l&#228;chelt verkrampft und verabschiedet sich auch schnell. Heute Abend ist Konzert. Tim Bendzko. Melancholischer Schei&#223;.</p>
<p><strong>Bluesday ist das Allerletzte aus der Reihe &#8220;Die Sonstwasdays&#8221;. Bisher erschienen sind <a href="http://kostblog.de/aggroday/2011/11/28/">Aggroday</a>, <a href="http://kostblog.de/aggrochristmas-2/2012/01/06/">Aggro X-Mas</a> und <a href="http://kostblog.de/loveday/2012/01/25/">Loveday</a>.</strong></p>
<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2011/04/mike-altmann.png"><img class="alignnone size-full wp-image-1115" title="mike-altmann" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2011/04/mike-altmann.png" alt="" width="600" height="236" /></a></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/wihajsder/6148346007/">Bild: flickr/wihajster</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Arschkartenabo günstig abzugeben</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 09:37:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Krüger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gästezimmer]]></category>
		<category><![CDATA[SMS]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern wollte ich flei&#223;ig sein, hatte alles vorbereitet, doch aus unerfindlichen Gr&#252;nden lief es einfach nicht. Ich war aufgekratzt und innerlich unruhig. Kein klarer Gedanke erreichte meinen Kopf. Viel mehr Fantasiefetzen und Wahnvorstellungen. Mr. X geisterte wieder einmal herum, doch &#8211; OLÉ &#8211; dem habe ich erfolgreich einen Riegel vorgeschoben und ihn irgendwo in meiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/01/3204026062_011a1e518f_z.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1975" title="flickr/lipjin" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/01/3204026062_011a1e518f_z.jpg" alt="" width="576" height="420" /></a></p>
<p><strong>Gestern wollte ich flei&#223;ig sein, hatte alles vorbereitet, doch aus unerfindlichen Gr&#252;nden lief es einfach nicht. Ich war aufgekratzt und innerlich unruhig. Kein klarer Gedanke erreichte meinen Kopf. Viel mehr Fantasiefetzen und Wahnvorstellungen. Mr. X geisterte wieder einmal herum, doch &#8211; OLÉ &#8211; dem habe ich erfolgreich einen Riegel vorgeschoben und ihn irgendwo in meiner Erinnerungsschublade vergraben.<span id="more-1974"></span></strong></p>
<p>Heulen muss ich schon ein paar Tage nicht mehr und auch der Schmerz ist weniger geworden. Mittlerweile denke ich, dass er gar nicht wei&#223;, was er verpasst. Ha, irgendwann wird er mich mit einem fremden, sch&#246;nen Mann verliebt durch die Stra&#223;en wandeln sehen, nat&#252;rlich Hand in Hand, an jeder Ecke stehen bleibend und knutschend. Und dann wird er sich gr&#252;n und blau &#228;rgern. Bilder vom Rumpelstilzchen kommen mir in den Sinn. Tja mein Guter, das h&#228;ttest alles du haben k&#246;nnen. Pech gehabt!</p>
<p>Der Tag schlich so dahin und ich h&#228;tte irgendwie alles anschreien k&#246;nnen. Vielleicht lag es am Mond? Naja und um ehrlich zu sein, ich hab eigentlich auch alles angemeckert. Vor allem meinen K&#252;hlschrank. Er verweigerte mir die Essensausgabe. Dann stellte ich fest, dass auch noch mein Toastbrot verschimmelt war. Es fehlte nur noch, dass es mit mir sprach. Es kann eben nicht jeder Tag glanzvoll sein. Ich gab mich mit Kn&#228;ckebrot und altem K&#228;se zufrieden. Wenn auch nicht ausreichend nahrhaft, aber da gab es ja immerhin noch meine Notration Duplos. Merken: Unbedingt wieder einkaufen gehen!</p>
<p>Gestern Abend geschah dann noch etwas sehr seltsames. Ich bekam eine <a href="http://kostblog.de/tag/sms/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with SMS">SMS</a> von einer fremden Nummer und alle Alarmglocken gingen an. Verzweifelt versuchte ich mich zu erinnern, ob ich in j&#252;ngster Vergangenheit im Rausch irgendwem meine Nummer zugesteckt hatte. Denn es kam nur ein einziger Kusssmiley an. Hatte ich unter zu viel Alkoholeinfluss an dem einen Wochenende doch noch irgendetwas getan, was in den Weiten meines Unterbewusstseins verschwand? Ich wurde leicht panisch. F&#252;r meine Spontanaktionen k&#246;nnte ich mich manchmal selbst ohrfeigen! Sachlich antwortete ich. Es kam nur ein Name zur&#252;ck. „Thomas.“ &#196;hhmmm ja gut, Thomas ist ja nun ein Sammelbegriff wie Matthias oder Daniel. Toll, ich kenne vielleicht zehn verschiedene Thomase, und deren Telefonnummern habe ich alle.</p>
<p>Die Panik wurde gr&#246;&#223;er und wilde Geschichten sponnen sich wieder in meinem Kopf zusammen. Gott sei Dank kl&#228;rte er mich auf. Es war ein alter Bekannter. Ihm hatte ich vor langer Zeit mal meine Nummer gegeben, da er in der Stadt war. Ich hatte aber niemals seine. Es stellte sich heraus, dass er mittlerweile verheiratet war und zwei Kinder hatte. Kinder! Wie die Zeit vergeht. Oh und er sucht ein wenig Abwechslung. Es gibt so viele Frauen, die er noch nicht ausprobiert hat. Bitte? In welchen Film befand ich mich denn jetzt schon wieder? Liebe Leser, ich wei&#223; nicht, was ich irgendwann einmal falsch gemacht habe, doch ist DAS noch normal? Ich frage mich st&#228;ndig, ob andere Leben auch so ablaufen oder ob nur ich beim Fall vom Himmel das Arschkartenabo gebucht hab.</p>
<p>Wenn man jemanden heiratet, liebt man ihn, will nur ihn, hat keine Augen f&#252;r etwas anderes. Wie kann man da Abwechslung suchen? Meine kleine romantische Traumwelt br&#246;ckelt in den letzten Monaten mehr und mehr. Ich habe immer an die einzige Liebe geglaubt. Dass es doch irgendwo auf der Welt den passenden Deckel gibt. Einen Menschen, der einfach passt. Wo man sich fallen lassen kann, man selbst sein kann. Wo ein unsichtbares Band unsere beiden Seelen fest zusammen schn&#252;rt. Die Realit&#228;t beweist mir allerdings immer wieder das Gegenteil. Es gibt wohl nur noch Liebe auf Zeit und wenn es zu anstrengend wird, gibt man den Toaster eben zur&#252;ck, oder stellt ihn in den Keller und besorgt sich einen neuen. Das hatten wir ja schon einmal. Eindeutig nicht meine Welt.</p>
<p>Da bleibe ich doch lieber allein und z&#228;hle Paulchen, meinen stillen, summenden Begleiter in der Nacht, zu meinen besten Liebhabern. Oder sollte ich all meine Tr&#228;ume begraben und skrupellos durch das Leben v&#246;geln? The answer my friend&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Text: Tante Glubschie</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/levoodoo/3204026062/"></a><em><a href="http://www.flickr.com/photos/levoodoo/3204026062/">Bild: flickr/lipjin</a><a href="http://www.flickr.com/photos/levoodoo/"></a></em></p>
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		<title>Der Handschuh</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 17:30:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Krüger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Mike Altmann]]></category>
		<category><![CDATA[Handschuh]]></category>
		<category><![CDATA[Strumpf]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich neulich durch den Stadtpark renne, ist es noch fr&#252;her Morgen. Nur wenige Hundebesitzer mit schlaftrunkenen Gesichtern begegnen mir. Ich sehe von weitem einen indigoblauen Flecken auf dem gefrorenen Boden. Als ich heran bin, bleibe ich stehen, gehe in die Knie und betrachte voll Staunen einen einzelnen Handschuh. Durch die K&#228;lte der Nacht sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/01/2223150725_2becabb90f_b_blue.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1982" title="flickr/deruneinholbare" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/01/2223150725_2becabb90f_b_blue.jpg" alt="" width="616" height="432" /></a></p>
<p><strong>Als ich neulich durch den Stadtpark renne, ist es noch fr&#252;her Morgen. Nur wenige Hundebesitzer mit schlaftrunkenen Gesichtern begegnen mir. Ich sehe von weitem einen indigoblauen Flecken auf dem gefrorenen Boden. Als ich heran bin, bleibe ich stehen, gehe in die Knie und betrachte voll Staunen einen einzelnen <a href="http://kostblog.de/tag/handschuh/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Handschuh">Handschuh</a>. Durch die K&#228;lte der Nacht sind seine Finger steif und starr. Fast sieht es so aus, als w&#252;rde eine kleine M&#228;dchenhand in ihm stecken. Ich blicke mich um. Keine Spur von einem zweiten <a href="http://kostblog.de/tag/handschuh/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Handschuh">Handschuh</a>.<span id="more-1981"></span></strong></p>
<p>Das ist ja immer so. Immer geht e i n Handschuh verloren. Oder e i n <a href="http://kostblog.de/tag/strumpf/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Strumpf">Strumpf</a>. Was das Todesurteil f&#252;r den Teil des Paares ist, der zwar noch da ist aber ohne sein Pendant zum nutzlosen Utensil verkommt. In seltenen F&#228;llen schafft es der einzelne <a href="http://kostblog.de/tag/strumpf/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Strumpf">Strumpf</a> noch in den Schuhputzschrank und wird bis zu seinem endg&#252;ltigen Ableben mit braunen, schwarzen oder farblosen Schmierstoffen bestrichen, unsanft &#252;ber Leder gescheuert, um danach wieder achtlos zwischen Schn&#252;rsenkel, Dosen und B&#252;rsten geworfen zu werden. Ach, wie sehr sehnt sich der schwarz-gr&#252;n karierte <a href="http://kostblog.de/tag/strumpf/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Strumpf">Strumpf</a> in diesen Momenten zur&#252;ck in sein altes Leben. Eng aneinander gekuschelt an seinen baumwollenen Zwilling, umringt von der ganzen Sockenbande, standesgem&#228;&#223; in einem eigenen Schubfach des IKEA-Badm&#246;bels.</p>
<p>Wenn morgens das Licht anging, begann der Sockenschub zu leben. Versuchten sich die Str&#252;mpfe in die beste Position zu bringen. Wie gro&#223; war die Freude, wenn der blinde Griff sie erwischte, sie endlich die unbequeme Position verlassen konnten, vom Rollmops zum stolzen Aal am Fu&#223; wuchsen und gespannt waren, wohin sie die Schritte heute lenken w&#252;rden. Am sch&#246;nsten waren f&#252;r den Strumpf immer die Wochenenden. Endlich mal nicht nur das eint&#246;nige Gemurmel, Gebimmel und Gest&#246;hne einer B&#252;rolandschaft. Pl&#246;tzlich knirschte, roch und t&#246;nte es ganz anders. Manchmal lernte der Strumpf sogar andere Schr&#228;nke kennen, durfte sich dort ausruhen vom anstrengenden Marsch des Tages, w&#228;hrend der Besitzer f&#252;r einige Stunden in dampfenden Kabinen und sprudelnden Becken verschwand und danach so wunderbar weiche, gut riechende F&#252;&#223;e hatte. Ja, das sind die Sternstunden in einem Sockenleben.</p>
<p>Jetzt stehe ich vor dem einsamen, erfrorenen Handschuh. Und denke an das M&#228;dchen, das sicherlich nicht &#228;lter als sieben ist. Wie es nach dem gestrigen Toben auf dem Spielplatz so schwitzt, dass es sich die Handschuhe auszieht. Die Mutter es nach kurzer Diskussion toleriert, aber mit dem M&#252;ttern ureigenen Blick mahnt: „Pass ja auf, dass du sie nicht verlierst. Ich kaufe dir keine neuen mehr. Dann musst du eben den restlichen Winter frieren.“ Nat&#252;rlich vergessen kleine M&#228;dchen so etwas Unwichtiges wie einen Handschuh sofort, wenn sie einem schlafenden Igel begegnen oder einer Schaukel oder einem allerletzten fallenden Blatt im Wind. Zu Hause erst, viele Stunden sp&#228;ter, meist wenn es morgens in der gr&#246;&#223;ten Hektik darum geht, den Schulbus noch zu erreichen, wird der Verlust bemerkt. Sofort erinnert sich das M&#228;dchen an die Drohung und sieht sich frierend durch den Winter laufen, weil Kinder alles w&#246;rtlich nehmen, was wir Erwachsenen in unserer Hilflosigkeit von uns geben.</p>
<p>Der einsame Handschuh ist wie wir. Ich bin hier und du bist da. Aber ich wei&#223;, dass es dich gibt. Ich nehme die kalten f&#252;nf Finger, w&#228;rme sie an meinem Herzen und renne so schnell ich kann nach Hause.</p>
<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2011/04/mike-altmann.png"><img class="alignnone size-full wp-image-1115" title="mike-altmann" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2011/04/mike-altmann.png" alt="" width="600" height="236" /></a></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tobiasflath/2223150725/"></a><em><a href="http://www.flickr.com/photos/tobiasflath/2223150725/">Bild: flickr/deruneinholbare</a><a href="http://www.flickr.com/photos/tobiasflath/"></a></em></p>
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		<title>Man muss wohl erst ganz unten sein</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 17:30:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Krüger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gästezimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Liebeskummer]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich sa&#223; den ganzen Tag vor meinen Laptop und versuchte, klare Gedanken zu verfassen. Die Betonung liegt hier auf versuchte, denn ich schrieb keine einzige Zeile f&#252;r meine Hausarbeit. Stattdessen schweiften meine Gedanken immer wieder ab. Meistens zu Mr. X. Es ist wirklich toll, zu was das menschliche Hirn in der Lage ist. Ich sah [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/6211881401_bcef484d02_z.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1979" title="Flickr/to.wi" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/6211881401_bcef484d02_z.jpg" alt="" width="565" height="410" /></a></p>
<p><strong>Ich sa&#223; den ganzen Tag vor meinen Laptop und versuchte, klare Gedanken zu verfassen. Die Betonung liegt hier auf versuchte, denn ich schrieb keine einzige Zeile f&#252;r meine Hausarbeit. Stattdessen schweiften meine Gedanken immer wieder ab. Meistens zu Mr. X. Es ist wirklich toll, zu was das menschliche Hirn in der Lage ist. Ich sah mich in meiner Wohnung sitzen, total verzweifelt und verheult, auf einmal klingelte es Sturm, ich &#246;ffnete mit verquollenen Augen die T&#252;r und davor stand er. Wortlos nahm er mich in die Arme und k&#252;sste mich leidenschaftlich. Auwei. Solche Tr&#228;ume beherrschen meine Tage. Diese ganzen Vorstellungen machten es mir nat&#252;rlich gestern auch nicht unbedingt leichter. Ich war mitten drin in einer dicken, fetten Selbstmitleidsphase und die ganze Welt war b&#246;se und schlecht.</strong><span id="more-1977"></span></p>
<p>Irgendwann schleppte ich mich noch zum Einkaufen. Nat&#252;rlich nur mit Musik im Ohr. Ein Ph&#228;nomen f&#252;r sich. St&#246;pselt man sich gute Musik, in meinem Fall nat&#252;rlich nur traurige Liebeslieder, in die Ohren, sieht man die Welt mit anderen Augen. Man geht wie in einem Film durch die Welt. Gestern schwebte ich, wie soll es auch anders sein, durch ein Liebesdrama. Ich fokussierte mich auf P&#228;rchen, um mir noch mal selbst so richtig den Dolch ins Herz zu rammen. Sie liefen H&#228;ndchen haltend und lachend durch die Regale im Supermarkt, blieben stehen, um sich zu k&#252;ssen und das ganze Szenario wurde mit feinster musischer Melodramatik unterlegt. Wahnsinn. Wenn das mal nicht reinste Selbstkasteiung ist.</p>
<p>Wieder zu Hause angekommen, erlebte ich den totalen Nullpunkt. Ich fing an zu heulen und mein Selbstwert kroch irgendwo am Boden ziemlich z&#252;gig weg von mir. Ich hatte wirklich das Gef&#252;hl, der einzig verzweifelte und einsamste Mensch auf der ganzen Welt zu sein. Es war Zeit Doc anzurufen. Doc ist ein sehr guter Freund und, wie der Name schon sagt, Mediziner, mein ganz pers&#246;nlicher Therapeut. Vor zehn Jahren waren wir mal ein Paar. Er kennt so einige Macken von mir und hilft, wenn es brennt. Daf&#252;r liebe ich ihn wirklich. Ich schniefte und schluchzte also meine ganzen Sorgen in mein Telefon und am anderen Ende herrschte Stille. „Hallo?“ Ich hatte keine Lust alles nochmal zu erz&#228;hlen. Dann ging es los. Er wusch mir geh&#246;rig den Kopf. Erst wollte er mich einweisen, um mein seelisches Gleichgewicht wieder herzustellen. Ich protestierte lautstark, denn vor meinem inneren Auge zogen Bilder von langen, wei&#223;en G&#228;ngen vorbei. &#220;berall standen traurige Menschen. Einige mit verbundenen Handgelenken, andere kauerten nur sich wiegend in der Ecke und markersch&#252;tternde Schreie drangen aus den Gummizellen zu mir heraus. Oh nein, alles nur nicht das.</p>
<p>Ich bin nicht irre. Nur ein wenig zu emotional. Also schimpfte er mich aus wie eine Mutter ihr Kind, was nicht h&#246;ren will. Und tats&#228;chlich, danach ging es mir besser. Er gab mir Tipps, wie ich meine Hausarbeit schreiben sollte. Zu Mr. X meinte er nur, er h&#228;tte mich gar nicht verdient und ich wollte doch nicht wirklich so einem Macho hinterher rennen, der sich noch daran labt, dass ich mich nach ihm verzehre. Es gibt n&#228;mlich Menschen, die brauchen das Gef&#252;hl, begehrt zu werden. Erst dann drehen sie auf &#8211; was allerdings mit denjenigen passiert, die sie anhimmeln, ist ihnen egal. In diesem Fall bin ich ja die Dumme und er bl&#252;ht auf. Will ich mir das wirklich antun? Nein, nat&#252;rlich nicht. Doc f&#252;hrte mir also meine grausame Realit&#228;t vor Augen und ich musste hinsehen. Und einsehen. Einsehen, dass ich mir im Moment nur selbst schade und endlich mal meinen Hintern bewegen muss. Das Wichtigste ist, dass ich meine Hausarbeit zu Ende schreibe. Die Professoren interessiert es am Abgabetermin nicht, warum ich nur 10 Seiten statt 35 abgebe. Ausreden wie <a href="http://kostblog.de/tag/liebeskummer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Liebeskummer">Liebeskummer</a> z&#228;hlen in der harten Welt nun mal nicht. Oh Doc, lass dich knutschen.</p>
<p>Ich verbrachte also den restlichen Abend noch mit einigen kleinen Gr&#252;beleien, jedoch ohne Tr&#228;nen. Ich wollte Docs Rat beherzigen und die Hausarbeit nicht von zu Hause schreiben. Er meinte, ich sollte mich lieber in die Bibliothek setzen. Das w&#228;re produktiver. Irgendwann schlief ich ein und tr&#228;umte die wildesten Tr&#228;ume. Doc auf einem wei&#223;en Pferd mit Lanze. Mr. X, wie er schreiend vor ihm weg lief und ich mit meinem Laptop auf einer bunten Blumenwiese, abseits des Geschehens, nat&#252;rlich ganz konzentriert. Willkommen zur&#252;ck im Leben.</p>
<p>Text: Tante Glubschie</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/w-tommerdich/6211881401/"><em>Bild: flickr/to.wi</em></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ich rauch dann ab jetzt</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 17:30:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Krüger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Axel Krüger]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Backcamembert]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/522011753_4b5d2b5614_b.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1966" title="flickr/onkel_wart (busy busy busy....)" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2012/02/522011753_4b5d2b5614_b.jpg" alt="" width="562" height="789" /></a></p>
<p><strong>Auf meinem t&#228;glichen Weg zum Batteriefachgesch&#228;ft traf ich dieser Tage drei gro&#223;gewachsene muskul&#246;se Typen in gl&#228;nzenden R&#252;stungen. Sie waren &#252;ber und &#252;ber mit Bierdeckelchen bespickt, auf denen Geschichten standen. &#8220;Pfl&#252;ck Dir eine Geschichte&#8221;, rief es in grollendem Ton unter einer der R&#252;stungen hervor. Eigentlich wollte ich das nicht, eigentlich wollte ich in aller Ruhe mit dem Batteriefachmann &#252;ber Batterien reden, vielleicht ein Bier dazu trinken und mich dann nach Hause trollen, wo ein batteriegetriebenes Spielzeug der Erweckung harrte.</strong></p>
<p><span id="more-1948"></span></p>
<p>Ich hatte gar nicht mal so wenig Angst, dass die drei mich auf ihre Schultern n&#228;hmen und in ein Land entf&#252;hrten, wo es am Wochenende verboten ist, verschiedenfarbige Schn&#252;rsenkel zu tragen. Prinzipiell k&#246;nnte mir das gleichg&#252;ltig sein, da ich in Schn&#252;rsenkelangelegenheiten eigentlich eher der akkurate Typ bin. Schn&#252;rsenkelangelegenheiten sind meines Erachtens nach nicht der Ort f&#252;r T&#228;ndelei und Unentschiedenheit. Wer sich schon bei Schn&#252;rsenkeln nicht f&#252;r Form und Farbe entscheiden kann, der wird auch in weniger wichtigen Dingen immer zaudernd bleiben und z&#246;gernd warten, nach welcher Seite die Wippe des Lebens sich neigt. </p>
<p>Aber gerade die scheinbar weniger wichtigen Dinge machen doch das Salz aus in der cremighei&#223;en Suppe, die man l&#246;ffeln muss, bevor die T&#252;r zum Nimmerwiedersehen knallend zuschl&#228;gt und den Putz im Rahmen rieseln l&#228;sst. Einen <a href="http://kostblog.de/tag/backcamembert/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Backcamembert">Backcamembert</a> kann man mal eine Weile stehen lassen, um Preiselbeeren zu pfl&#252;cken, eine Partie Boule zu spielen oder eine M&#228;nnerfreundschaft zu begr&#252;nden. Eine cremighei&#223;e Suppe besser nicht.</p>
<p>Also pfl&#252;ckte ich mir ein Bierdeckelchen und trollte mich. Im gleichen Moment &#252;berfiel mich das Gl&#252;ck. Es kam Rotz und Wasser heulend aus einem Hoteleingang und fing ungefragt an, mir seine Geschichte zu erz&#228;hlen. Was f&#252;r ein Tag. Innerlich verfluchte ich meine Eltern und deren Eltern und wiederum deren und damit auch meine gesamte Ahnenreihe f&#252;r ihren ungez&#252;gelten Fortpflanzungstrieb, ohne den ich nicht in diese beschissene Lage gekommen w&#228;re. &#196;u&#223;erlich blieb ich v&#246;llig ruhig.</p>
<p>&#8220;Nimm den Bierdeckel, Gl&#252;ck&#8221;, sagte ich zu dem H&#228;ufchen Elend, das sich an meinen Arm geklammert hatte &#8220;schreib Deine Geschichte da drauf und geh nach Marrakesch auf den gro&#223;en Markt. Da wirst Du eine Menge Leute finden, die keine eigenen Geschichten haben und Dir viel Geld daf&#252;r bieten werden. Von dem Geld unternimmst Du eine Reise und kaufst Dir am Ziel ein Haus mit Zwergorchideen und einer gekiesten Auffahrt. Eines Tages wird ein geheimnisvoller Lederkoffer auf gl&#228;sernen Rollen bei Dir ankommen. Der Kies in der Auffahrt wird knirschen und aus ihm ein Wesen von nie gesehener H&#228;sslichkeit umgeben vom Geruch vergorenen Kalbshirns entsteigen. Zermalme es sofort. Und frag nicht weiter. Niemand k&#246;nnte mit der Antwort leben.&#8221;</p>
<p>Zufrieden lehnte ich mich in meinen Wildlederschuhen zur&#252;ck. Das war ich los, das Gl&#252;ck mit seinem d&#252;mmlichen Dauergrinsen. Ich begann zu t&#228;nzeln. Die sch&#246;nsten M&#228;dchen der Stadt warfen mir Kussh&#228;nde zu und kleine parf&#252;mierte Zettel mit ihren Handynummern. Kaum war ich zur&#252;ck in meinem B&#252;ro holte mich die Wirklichkeit mit einem wuchtigen Schlag wieder auf den Boden. Das versteckte Muster der Auslegware hatte mir zugeraunt, dass ich vor die T&#252;r gehen solle, weil ein Meteorit auf die Erde zurase und exakt auf meinem Schreibtisch zum Stoppen kommen w&#252;rde.</p>
<p>Drau&#223;en stand mein alter Freund und rauchte. Es nieselte leicht. Meinen alten Freund rauchend im Nieselregen zu sehen, gab mir Kraft. Ich nahm seine ru&#223;verschmierten H&#228;nde in meine und sah im so tief wie es durch die geplatzten &#196;derchen nur m&#246;glich war, in die blutunterlaufenen Augen. &#8220;Ich werde jetzt anfangen zu rauchen&#8221;, sagte ich zu ihm. &#8220;H&#246;chste Zeit, einer Menge Leute in diesem Land in die Eier zu treten.&#8221;</p>
<p><a href="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2011/03/axel-krueger.png"><img class="alignnone size-full wp-image-1089" title="axel-krueger" src="http://kostblog.de/wp-content/uploads/2011/03/axel-krueger.png" alt="" width="600" height="201" /></a></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/onkel_wart/522011753/"></a><em><a href="http://www.flickr.com/photos/onkel_wart/522011753/">Bild: flickr/onkel_wart (busy busy busy&#8230;.)</a><a href="http://www.flickr.com/photos/onkel_wart/"></a></em></p>
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