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	<description>Das Leben ist gut, soweit es der Kunst standhält. - Robert Musil</description>
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		<title>Schwindsucht statt Infarkt: Orchestersterben</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 10:19:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer die Meldungen zur Lage deutscher Sinfonieorchester verfolgt, ist geneigt, eher von Schwindsucht als von Infarkt zu sprechen. Dass es in Deutschland keine «Kultur des Aufhörens» gäbe, davon kann in Bezug auf die Sinfonieorchester keine Rede sein. Höchstens, dass das Aufhören kulturlos betrieben wird, sprich ohne kulturpolitisches Konzept. Von den 168 Orchestern, die 1992 existierten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer die <a href="http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/klassik/430184_Orchestersterben-in-Deutschland.html">Meldungen</a> zur Lage deutscher Sinfonieorchester verfolgt, ist geneigt, eher von Schwindsucht als von Infarkt zu sprechen. Dass es in Deutschland keine «Kultur des Aufhörens» gäbe, davon kann in Bezug auf die Sinfonieorchester keine Rede sein. Höchstens, dass das Aufhören kulturlos betrieben wird, sprich ohne kulturpolitisches Konzept. Von den 168 Orchestern, die 1992 existierten, gibt es heute noch 132 – etwa 25% weniger.<br />
Aktuell sind die Orchester in <a href="http://www.duisburger-philharmoniker.de/">Duisburg</a>, <a href="http://www.swr.de/sinfonieorchester/">Baden-Baden/Freiburg</a>, <a href="http://www.swr.de/orchester-und-ensembles/rso/-/id=788472/llv7mu/index.html">Stuttgart</a> und <a href="http://www.bergischesymphoniker.de/">Remscheid/Solingen</a> von der Schließung bedroht. Die beiden SWR-Orchester haben &#8211; wohl dank ihres künstlerischen Renommees &#8211; auf der Seite <a href="http://www.orchesterretter.de">orchesterretter.de</a> immerhin rund 22.000 Unterschriften gegen eine Schließung gesammelt. Von der schwäbischen Hausfrau bis zur internationalen Kulturgröße ist alles dabei. Die Duisburger Philharmoniker kommen auf immerhin <a href="http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/duisburg/nachrichten/10000-unterschriften-fuer-oper-1.2822247">10.000 Unterschriften</a>. Die schlagkräftige Community, die über das Social Media-Projekt <a href="http://www.dacapo-dp.de/">dacapo</a> aufgebaut und letztes Jahr kurzfristig herunter gefahren wurde, hätte vermutlich zwar nichts Grundlegendes an der schwierigen Situation des Orchesters geändert, aber doch wichtige Schützenhilfe leisten können.<span id="more-1547"></span> Für die Bergischen Symphoniker versuchen es die Remscheider Orchesterfreunde ebenfalls mit einer <a href="http://remscheider-orchesterfreunde.de/online-petition-zum-erhalt-der-bergischen-symphoniker">Petition</a>, veröffentlichen die Zahl der erreichten Unterschriften allerdings (lieber?) nicht. Dass es hier schon mit einer einnehmenden Kommunikation mit der Fangemeinde hapert, auf die die Duisburger Philharmoniker beim Festhalten an dacapo hätten zurückgreifen können, zeigt bereits ein kurzer Blick auf die <a href="http://bergischesymphoniker.de/">Website</a>.<br />
Auch wenn die Zahlen der Unterschriftenaktionen insgesamt durchaus ganz beeindruckend sind, steht zu befürchten, dass die Gegenwehr zu spät kommt. Bei anderen Orchestern, die noch nicht zur Debatte stehen, lässt sich eine gewisse Nervosität bemerken, die immerhin dazu führt, dass das Marketing aufgerüstet wird mit dem Ziel, speziell junge Zielgruppen zu erreichen und die Markenprofilierung zu schärfen und sich darüber unverzichtbar zu machen. Hier bedarf es nach meinem Eindruck aber noch der Erkenntnis, dass Marketing bei der Programmierung anfängt und ein Marketingverständnis, im Sinne reinen Absatzmarketings, zu kurz greift. Damit lässt sich nur kurz- und bestenfalls mittelfristig Abhilfe schaffen. Zwar bin ich nicht der Meinung, dass man das <a href="http://kulturblog.net/2010/03/21/airbag-fur-die-pferdekutsche-innovation-im-klassischen-konzert/">Konzert neu erfinden</a> muss, um es zu erhalten, denn diese Neuerfindung hat längst stattgefunden. Aber eine programmatisch klug angestellte Öffnung gegenüber diesen Neuerfindungen kann sicher ein Schlüssel zu neuem Publikum sein. Klug angestellte Öffnung meint, dass die Verpackung nichts versprechen sollte, was der Inhalt nicht einlösen kann. (Siehe dazu meinen Blogbeitrag zum angeblichen <a href="http://kulturblog.net/2012/03/30/halb-so-wild-klassische-musik-doch-nicht-am-ende/">Ende der klassischen Musik</a>.)<br />
Sehr langfristig gedacht, und daher vermutlich am wirksamsten, sind gute Education-Programme. Catherine Milliken, von 2005 bis 2011 Leiterin des Education-Programms der Berliner Philharmoniker, zeigte beim <a href="http://kulturblog.net/2012/03/03/4-forum-kulturvermittlung-funding-by-muddling-through/">4. Forum Kulturvermittlung</a> von Pro Helvetia, dass diese Programme ihre Wirkung erst nach 20 bis 30 Jahren entfalten. Nämlich dann, wenn diejenigen, die als Kinder und Jugendliche über diese Programme erreicht wurden, an einflussreichen Stellen sitzen, an denen sie über den Fortbestand von Kultureinrichtungen mitzuentscheiden haben.</p>
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		<title>Mind the gap: Unternehmensethischer Anspruch und Realität an Theatern</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 13:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf Postdramatiker wurde gerade eine wissenschaftliche Arbeit rezensiert, die sich mit Unternehmensethik im Kulturbetrieb, speziell in Theatern, beschäftigt. Der Autor Daniel Ris hat dazu u.a. eine Reihe von Theater-Intendanten befragt, wie sie es mit dieser Frage an ihrem Haus halten. Eine zentrale Erkenntnis aus diesen Interviews ist, das fast ausnahmslos ein krasser Widerspruch besteht zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Postdramatiker wurde gerade eine <a href="http://books.google.ch/books?hl=de&amp;id=24mAAidOBPcC&amp;q=">wissenschaftliche Arbeit</a> <a href="http://postdramatiker.de/blog/2012/04/29/theater-als-moralische-anstalt-und-unmoralisches-unternehmen-teil-2/#more-2250">rezensiert</a>, die sich mit Unternehmensethik im Kulturbetrieb, speziell in Theatern, beschäftigt. Der Autor Daniel Ris hat dazu u.a. eine Reihe von Theater-Intendanten befragt, wie sie es mit dieser Frage an ihrem Haus halten. Eine zentrale Erkenntnis aus diesen Interviews ist, das fast ausnahmslos ein krasser Widerspruch besteht zwischen dem ethischen Anspruch, der auf der Bühne formuliert wird &#8211; Stichwort: Theater als moralische Anstalt &#8211; und der Realität, die in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Organisationsstruktur etc. gelebt wird. Diese Erkenntnis ist eigentlich nicht so erstaunlich. Erstaunlich ist eher, dass dieser Widerspruch praktisch allen befragten Intendanten bewusst zu sein scheint. Trotzdem stellt offenbar keiner Überlegungen an, wie sein Betrieb diesbezüglich zu modernisieren wäre, sondern zieht sich auf das intelligenten Menschen eigentlich nicht würdige Argument zurück, es gehe halt nicht anders, die Qualität des Theaters würde sonst darunter leiden.  <span id="more-1540"></span>Dabei liegt der Gedanke auf der Hand, dass der Bedeutungsverlust der Theater in der gesellschaftlichen Debatte und in Bezug auf künstlerische Innovation genau damit zu tun haben könnte, dass seit dem 19. Jahrhundert insgesamt kaum eine Innovation Einzug in die Theater gehalten hat. Es muss also anders gehen, wenn es überhaupt weitergehen soll. Denn dieser Widerspruch kostet das Theater seine Glaubwürdigkeit.<br />
Ich habe vor längerem Mal <a href="http://kulturblog.net/2008/11/29/warum-das-theater/">darüber geschrieben</a>, dass es heute kaum Organisationen gibt, die sich so umfassend der Modernisierung verweigert haben, wie ausgerechnet Theater. Das Theater ist ein Museum für alte Handwerksberufe wie z. B. den Hut- oder Perückenmacher. In kaum sonst einer Einrichtung ist der Leiter mit so umfassenden, im wörtlichen Sinne feudal(istisch)en Kompetenzen ausgestattet wie im Theater. Der Normalvertrag Bühne, mit dem Solo-Künstler an einem Theater saisonweise beschäftigt werden, ist etwas plakativ gesagt eine moderne Form einer feudalistischen Verfügungsbefugnis: Er folgt nicht der Idee von Leistung und Gegenleistung, wie ein normaler Dienst- oder Werkvertrag, sondern sichert dem Arbeitnehmer lediglich feste Pausenzeiten zu. Auch die Bezahlung von Solo-Künstlern ist in etwa so schlecht, als hätte es seit 1850 keinen Inflationsausgleich mehr gegeben.<br />
Angesichts dieser und zahlloser anderer struktureller, organisatorischer, künstlerischer, technologischer Anachronismen wundere ich mich immer wieder, wie das Theater das Selbstbild eines gesellschaftskritischen «Agendasetters» aufrecht erhalten kann. </p>
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		<title>#scmuc12: Lust und Frust der Social Media-Beauftragten</title>
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		<comments>http://kulturblog.net/2012/04/22/startcamp-munchen-uber-lust-und-frust-der-social-media-beauftragten/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 14:50:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das gestrige stARTcamp München war ein guter Trost angesichts der Tatsache, dass die stARTconference in diesem Jahr nicht stattfinden wird. Es bestätigte eindrücklich, was ich kürzlich im stARTconference-Blog schrieb: Nämlich dass die Idee der stART gelebt wird und auch jenseits der Konferenz viele Menschen erreicht. Mit dem Alten Hof und der alten Münze hatte das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das gestrige <a href="http://scmuc.posterous.com/">stARTcamp München</a> war ein guter Trost angesichts der Tatsache, dass die <a href="http://www.startconference.org">stARTconference</a> in diesem Jahr nicht stattfinden wird. Es bestätigte eindrücklich, was ich <a href="http://www.startconference.org/2012/04/das-aus-der-start12-als-startschuss-fur-das-next-level/">kürzlich</a> im stARTconference-Blog schrieb: Nämlich dass die Idee der stART gelebt wird und auch jenseits der Konferenz viele Menschen erreicht. Mit dem Alten Hof und der alten Münze hatte das Veranstalterteam charmante Räume gefunden. Für die perfekte Organisation und die angenehme Atmosphäre noch einmal herzlichen Dank! </p>
<p>Ich möchte an dieser Stelle nicht auf einzelne Sessions eingehen, sondern einen allgemeinen Eindruck schildern, den ich vom stARTcamp mitgenommen habe: Social Media ist mittlerweile an vielen Einrichtungen angekommen, aber leider alles andere als verankert in den Strukturen, dem Denken und den Strategien (sofern es diese überhaupt gibt!). Nachdem ich eine Weile zugehört hatte, stellte ich eine erstaunliche Diskrepanz fest zwischen der Begeisterung und dem Ideenreichtum, mit der Einzelne sich den Social Media Aktivitäten einer Einrichtung widmen und der praktisch nicht vorhandenen &#8220;Management attention&#8221; für dieses Thema. <span id="more-1534"></span>So entstehen immer wieder herausragende Projekte &#8211; auf der <a href="http://aufbruch2null.blogspot.com/2012/01/tagung-und-startcamp-am-20-und-21-april.html">MuKoMuc</a> und dem <a href="http://scmuc.posterous.com/">stARTcamp</a> waren das z.B. die <a href="https://twitter.com/#!/culturelab/status/193277101787451392">Ludwig II. App</a> und das <a href="https://twitter.com/#!/VvonWatt">Storytelling-Projekt</a> des Stadttheaters Bern. Die Nachhaltigkeit dieser Aktivitäten ist kaum je gewährleistet, wohl aber der Frust der Verantwortlichen. Immer wieder kam mir Axel Kopps Satz in den Sinn, die &#8220;<a href="http://www.axelkopp.com/2011/12/in-eigener-sache-warum-ich-kultur-nur-noch-nebenher-mache/">Social Media-Beauftragten von Kultureinrichtungen weinen jede Nacht.</a>&#8221; Der Erfolg von Projekten hängt an einzelnen Personen, die sich für wenig Geld aber mit viel Herzblut engagieren. Kein Wunder, wenn sie früher oder später den Absprung wagen und sich eine Betätigung suchen, bei der wenigstens die Bezahlung eine gewisse Wertschätzung für die Arbeit ausdrückt. Die Kultureinrichtungen, die diesen &#8220;Braindrain&#8221; im Bereich Social Media erleben, müssen dann oftmals wieder bei Null anfangen, weil die Aktivitäten konzeptionell überhaupt nicht in die sonstige Öffentlichkeitsarbeit eingebunden haben und das Engagement Ihrer Social Media Beauftragten damit ins Leere laufen lassen. </p>
<p>So bleibt als Fazit, dass die guten Ideen da sind und es einige beispielhafte Projekte gibt, zugleich aber die breite, nachhaltige, wenn man so will &#8220;strategische&#8221; Verankerung der Social Media-Aktivitäten in die in die allgemeinen Kommunikationsabläufe der Einrichtungen fehlt. Christoph Deeg spricht hier von <a href="http://crocksberlin.wordpress.com/2012/04/21/ein-zuhause-fur-deine-ideen-mein-beitrag-zum-startcamp-in-munchen/">Social Media als &#8220;Querschnittsfunktion&#8221;</a>. Ein langer Weg, aber jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. <img src='http://kulturblog.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Halb so wild: Klassische Musik doch nicht am Ende</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 19:42:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturvermittlung]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor kurzem machten vier Kulturfunktionäre als «alte Wilde» Furore mit der Forderung, die Hälfte der Kultureinrichtungen zu schließen. Als ob das nicht genug sei, verkünden jetzt ein paar junge Wilde mit Hilfe von Jung/von Matt gleich das Ende der klassischen Musik: http://www.youtube.com/watch?v=jWRcchep3is Mit dem Clip wird die neue Staffel (!) einer jungen Konzertreihe des Konzerthauses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kulturblog.net/2012/03/14/kultur-neu-erfinden/" title="Kultur neu erfinden">Vor kurzem</a> machten vier Kulturfunktionäre als «alte Wilde» Furore mit der Forderung, die Hälfte der Kultureinrichtungen zu schließen. Als ob das nicht genug sei, verkünden jetzt ein paar junge Wilde mit Hilfe von Jung/von Matt gleich das Ende der klassischen Musik:</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=jWRcchep3is">http://www.youtube.com/watch?v=jWRcchep3is</a></p>
<p>Mit dem Clip wird die neue Staffel (!) einer jungen Konzertreihe des <a href="http://www.konzerthaus-dortmund.de/index.html">Konzerthauses Dortmund</a> beworben. Wer in dieser Reihe Musik wie in dem Musikclip erwartet, wird allerdings enttäuscht. Letztlich sind es ganz normale Recitals von viel versprechenden jungen Künstlern auf dem Weg in eine Karriere im klassischen Konzertbetrieb. Das ist weder besonders wild, noch das Ende der klassischen Musik. Im Gegenteil. Es ist der &#8211; durchaus ehrbare &#8211; Versuch, das Ende der klassischen Musik noch möglichst lange hinauszuzögern. <span id="more-1512"></span>Dabei wirkt es direkt rührend, wenn man auf erste besorgte Nachfragen, ob in dem Clip tatsächlich wertvolle Instrumente zerstört worden seien, gleich <a href="http://www.page-online.de/emag/kreation/artikel/das-ende-der-klassischen-musik">beschwichtigend versichert</a>, dass es sich natürlich nur um Attrappen gehandelt habe. Auch 40 Jahre nach Jimi Hendrix bleibt die Klassikwelt noch in Ordnung. Puhhh!</p>
<p>Wobei: In einigen us-amerikanischen und europäischen Metropolen formiert sich seit einiger Zeit eine Szene klassisch ausgebildeter Musiker, die die Grenzen neu ausloten, was sich mit Geigen, Klarinetten und was auch immer für Musik machen lasst. <em>Indie-Classical</em> nennt das der Musikjournalist Jayson Greene auf <a href="http://pitchfork.com/features/articles/8778-indie-classical/">pitchfork</a> und beschreibt, wie diese sich diese Szene von einem Randphänomen zu einem eigenen Genre entwickelt hat:</p>
<blockquote><p>Over the past decade, indie-classical has grown past the point where it&#8217;s some miraculous new fruit on pop culture&#8217;s Big Tree. It&#8217;s a high-functioning cottage industry now, complete with its own roster of independent labels (New Amsterdam, Innova, Cantaloupe, Bedroom  Community), familiar names (Nico Muhly, Hauschka, Owen Pallett, and Missy Mazzoli of Victoire, to name a highly visible few) and a round-the-clock PR department. Moments like Joanna Newsom&#8217;s 2007 concert with the Brooklyn Philharmonic used to feel rare. Now, something like it seems to come along every month.</p></blockquote>
<p>Charakteristisch für dieses Genre ist, dass es keine charakterischen Merkmale gibt: </p>
<blockquote><p>The interesting thing about this group of people, and New Amsterdam, is the real lack of interest in anything that you could call aesthetic categories, or rules about what does and doesn&#8217;t belong in their sphere of influence,</p></blockquote>
<p><a href="http://www.npr.org/2008/05/29/90951497/a-new-label-for-musics-new-blood">meint</a> der New York Magazine-Autor Justin Davidson.</p>
<p>Wenn man sich bei youtube nach den einschlägigen Namen der Szene umguckt (z.B. <a href="http://www.myspace.com/tyondaibraxton">Tyondai Braxton</a>, <a href="http://www.youtube.com/results?search_query=owen+pallett+lewis+takes+action&amp;oq=Owen+Pallett+Lewis+&amp;aq=1&amp;aqi=g2&amp;aql=&amp;gs_l=youtube-psuggest-reduced.3.1.0l2.610155l617217l0l619529l21l21l1l4l4l0l285l2521l4j6j6l16l0.">Owen Pallett</a>, <a href="https://www.newamsterdamrecords.com/?page_id=541">New Amsterdam Records Videos</a> etc.), dann kann man das schnell bestätigen. Allerdings stellt sich dann auch schnell die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Labelings. Wie auch immer. Als ich den Clip oben sah, habe ich eigentlich etwas indie-classical-mäßiges erwartet. Zwar ist auch Indie-Classical nicht das Ende der klassischen Musik, aber immerhin etwas vielleicht so etwas wie deren «dunkle Seite». Und eine Angebotsbereicherung, in die Konzerthäuser berechtigte Hoffnungen setzen könnten, wenn es darum geht, hippe, urbane junge Leute als Besucher zu gewinnen. </p>
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		<title>Kultur neu erfinden</title>
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		<comments>http://kulturblog.net/2012/03/14/kultur-neu-erfinden/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 14 Mar 2012 08:26:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturarbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[«Wenn die Lösungen so einfach wären!» So der Stoßseufzer des Deutschen Kulturrats zu dem Vorschlag eines Autorenteams – bestehend aus Dieter Haselbach, Armin Klein, Pius Knüsel und Stephan Opitz – die Hälfte der öffentlich finanzierten Kultureinrichtungen dicht zu machen, um den «Kulturinfarkt» zu kurieren. Nachzulesen ist dieser Vorschlag in der aktuellen Ausgabe des Spiegels, kommende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>«Wenn die Lösungen so einfach wären!» So der <a href="http://www.kulturrat.de/detail.php?detail=2254&amp;rubrik=2">Stoßseufzer</a> des Deutschen Kulturrats zu dem Vorschlag eines Autorenteams – bestehend aus Dieter Haselbach, Armin Klein, Pius Knüsel und Stephan Opitz – die Hälfte der öffentlich finanzierten Kultureinrichtungen dicht zu machen, um den «<a href="http://www.amazon.de/Kulturinfarkt-Gleiche-Kulturpolitik-Kulturstaat-Kultursubvention/dp/3813504859">Kulturinfarkt</a>» zu kurieren. Nachzulesen ist dieser Vorschlag in der aktuellen Ausgabe des Spiegels, kommende Woche erscheint ein Buch, das sich dem Thema ausführlich widmet.<br />
Der Artikel beginnt mit einer zwar ziemlich pauschalen, aber doch zu einem guten Teil auch treffenden Diagnose: der kulturpolitische Grundsatz der 1970er Jahre «Kultur für alle!» sei gescheitert, Kultur in Deutschland wird zu sehr vom Angebot, zu wenig von der Nachfrage her gedacht. Mit Museen und Theatern würde die geistige Erbauung der ohnehin wohlhabendsten fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung subventioniert. Während allerorten der Trend zum mündigen, selbstbestimmten Bürger zu erkennen sei, halte die öffentlich finanzierte Kulturszene immer noch an dem Anspruch der «ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechts» (Schiller) fest und meint, am besten zu wissen, was für andere gut sei. Der Ausbau der kulturellen Infrastruktur seit den 1970er Jahren sei «die letzte Offensive des vordemokratischen Modells des Kunstbürgers», das jetzt endgültig an seine (vor allem auch) finanziellen Grenzen stößt und zunehmend von privaten Anbietern abgehängt werde. Das ist alles recht polemisch, aber das soll es auch sein.<span id="more-1489"></span><br />
Noch polemischer wird es dann bei der Therapie: Die Autoren schlagen vor, die Hälfte der öffentlich subventionierten Kultureinrichtungen kurzerhand dicht zu machen. 70 statt 140 Theater, 3200 statt 6300 Museen, 4000 statt 8200 Bibliotheken. «Wäre das die Apokalypse?» Nein, natürlich nicht, muss man da antworten, aber die Frage ist auch nur rhetorisch gemeint. Das frei werdende Geld soll genutzt werden, so die Autoren, um der Kulturpolitik neue Handlungsspielräume zu verschaffen. Konkret schlagen sie vor, das freiwerdende Geld dazu zu nutzen, </p>
<ul>
<li>die verbleibenden Einrichtungen besser auszustatten, </li>
<li>die Laienkultur wegen ihrer sozial integrativen Bedeutung zu fördern, </li>
<li>die Kulturindustrie, die nationale und internationale Ambitionen vereint, zu unterstützten, </li>
<li>die Hochschulen für Musik, Kunst und Design von Elfenbeintürmen zu Produktions- und Innovationszentrum zu reformieren und </li>
<li>die gegenwartsbezogene kulturelle Bildung zu stärken. </li>
</ul>
<p>Das ist ambitiös. Und mal abgesehen davon, dass die finanziell besser ausgestatteten Institutionen in fünf oder zehn Jahren wieder vor genau den gleichen Problemen wie heute stehen würden, stelle ich die vorsichtige Vermutung an, dass zwei Milliarden schnell verbraucht sein werden, wenn man in diesen fünf Bereichen wirklich vorwärts machen will. Wie auch immer. Die Diskussion, die die Autoren anstoßen wollten, ist eröffnet und wird teilweise schon hitzig geführt.<br />
Auf grundsätzlicher Ebene stellt sich aber die Frage, ob mit dieser Idee nicht das Pferd von hinten aufgezäumt wird, indem erst die Maßnahme gesetzt wird und dann Überlegungen angestellt werden, wohin diese Maßnahme führen kann. Das zumindest ist die Logik des Spiegel-Artikels und die ausgesprochen willkürlich gesetzte Marke von 50% lässt ebenfalls vermuten, dass es mehr um die Provokation als um eine brauchbare Vision für den Kultursektor geht. Zielführender wäre es wohl, zunächst die Vision zu entwickeln und dann die nötigen Maßnahmen zu deren Verwirklichung abzuleiten (dieses Vorgehen schlägt Armin Klein übrigens auch in seinem Buch «Der exzellente Kulturbetrieb» den Kultureinrichtungen vor, die er jetzt abschaffen möchte). Und zwar eine Vision die auf breiter Basis und durch einen offenen Prozess entsteht. Das heißt unter Einbezug von Kulturnutzern und -nichtnutzern, von Künstlern und Kulturschaffenden, Kulturfunktionären und Kulturpolitikern, die ihre Ideen und Vorstellungen eingeben, die wiederum von einer Kommission verdichtet und begrenzt werden. Vielleicht würde man dann sogar zu dem Ergebnis kommen, am besten alle Einrichtungen dicht zu machen?! Oder zu der Überzeugung, dass die deutsche Kulturlandschaft weltweit einzigartig ist und daher unbedingt konserviert werden sollte?!<br />
Ganz nebenbei würde man bei solch einem Vorgehen auch das Geschmäckle vermeiden, das hängenbleibt, wenn im Elfenbeinturm des Professoren- oder Kulturfunktionärsbüros Ideen ausgeheckt werden, die die These beinhalten, die Hochkultureinrichtungen würden sich in ihren Elfenbeintürmen verschanzen. Es würde außerdem die 50% der Mitarbeiter in öffentlich finanzierten Kultureinrichtungen involvieren, die sich jetzt vor den Kopf gestoßen fühlen müssen, weil ihre Arbeit implizit als überflüssig bezeichnet wird. Da niemand weiß, welche 50% gemeint sind, fühlen sich wahrscheinlich sogar 100% vor den Kopf gestoßen – ob das so geschickt ist, wenn man wirklich etwas verändern möchte? Insofern kann ich mich der Frage nicht ganz erwehren, ob das Professorenteam die Kulturszene wirklich nach vorne bringen, oder nicht vor allem ein Buch verkaufen möchte, um das verfassungsgerichtlich als <a href="http://www.sueddeutsche.de/bildung/urteil-am-bundesverfassungsgericht-professorenbesoldung-in-hessen-ist-verfassungswidrig-niedrig-1.1283514">dürftig attestierte</a> Professorengehalt etwas aufzubessern. Und den lukrativen Beratungsmandaten, die zu vergeben wären, wenn man die Vorschläge der Herren umsetzen würde, wären diese sicher auch nicht abgeneigt. Ein Schelm also, wer bei der Lektüre vom «Kulturinfarkt» Böses denkt. Ups, das war jetzt aber auch arg polemisch. Nichts für ungut. Denn am Ende ist vielleicht weniger wichtig, <em>wie</em> die Diskussion angestoßen wurde, als vielmehr <em>dass</em> sie angestoßen wurde. Und für Diskussionen wird das Buch sorgen.</p>
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		<title>Jetzt geht’s los: Crowdfunding für stART12 hat begonnen</title>
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		<comments>http://kulturblog.net/2012/03/09/jetzt-gehts-los-crowdfunding-fur-die-start12-hat-heute-begonnen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 09 Mar 2012 10:02:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturmarketing]]></category>

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		<description><![CDATA[Keine 24 Stunden hat es gedauert, bis wir die erste Hürde für das Crowdfunding der stART12 genommen haben: Bevor das Projekt zur Finanzierung freigeschaltet werden kann, mussten wir zunächst 100 Fans aufbieten. Gestern abend um halb fünf haben wir damit gestartet, heute morgen gegen halb zehn machte der 100. Fan seinen Klick. Frank Tentler brachte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keine 24 Stunden hat es gedauert, bis wir die erste Hürde für das Crowdfunding der <a href="http://www.startconference.org">stART12</a> genommen haben: Bevor das Projekt zur Finanzierung freigeschaltet werden kann, mussten wir zunächst 100 Fans aufbieten. Gestern abend um halb fünf haben wir damit gestartet, heute morgen gegen halb zehn machte der 100. Fan seinen Klick. <a href="http://echtzeitgeist.posterous.com">Frank Tentler</a> brachte es auf den Punkt: »Das ging ja im Lady-Gaga-macht-eine-neue-Community-auf-Tempo!« Vielen Dank für diese tolle Unterstützung!<br />
Inzwischen ist die <a href="http://www.startnext.de/start12">stART12 auf startnext.de</a> zur Finanzierung freigegeben, die ersten 10 EUR im Topf. (Auch hier gilt: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.) Unser Ziel ist es, bis zum 15. April 25.000 EUR zu sammeln und damit einen wichtigen Grundstock für die Finanzierung der Konferenz zu schaffen. Wie das Crowdfunding funktioniert und worum es thematisch bei der Konferenz gehen wird erklärt Frank im Video unten. (Herzlichen Dank noch einmal an Bernd Uhlen, der das Video gemacht hat!)<br />
Tickets für die Konferenz gibt es während der Crowdfunding-Phase ab 150 EUR. Dazu auf der Projektseite in der Seitenleiste unter »Dankeschöns« den »Lotse« (oder eine höhere Kategorie) auswählen und über »Projekt jetzt unterstützen« den Betrag aufs Treuhandkonto überweisen. Besten Dank!  </p>
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		<title>4. Forum Kulturvermittlung: Funding by muddling through</title>
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		<comments>http://kulturblog.net/2012/03/03/4-forum-kulturvermittlung-funding-by-muddling-through/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 03 Mar 2012 21:33:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturvermittlung]]></category>

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		<description><![CDATA[Vergangenen Donnerstag besuchte ich das vierte Forum zur Kulturvermittlung von Pro Helvetia, das diesmal im Stadttheater Biel stattfand. Nachdem es in den ersten Foren um die Frage ging, was Kulturvermittlung eigentlich leisten kann und soll und ob sie gar die Kulturwelt retten könne, wurde diesmal die Frage verhandelt, wer das alles eigentlich bezahlen soll. Denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vergangenen Donnerstag besuchte ich das <a href="http://www.prohelvetia.ch/Forum-Kulturvermittlung-Biel.1413.0.html">vierte Forum zur Kulturvermittlung</a> von <a href="http://www.prohelvetia.ch/">Pro Helvetia</a>, das diesmal im Stadttheater Biel stattfand. Nachdem es in den ersten Foren um die Frage ging, was Kulturvermittlung eigentlich leisten kann und soll und ob sie gar die <a href="http://kulturblog.net/2012/01/23/3-forum-kulturvermittlung-in-basel/">Kulturwelt retten könne</a>, wurde diesmal die Frage verhandelt, wer das alles eigentlich bezahlen soll. Denn einerseits ist in den klassischen Kultureinrichtungen die Kulturvermittlung als ein Arbeitsfeld erkannt worden, das eine hohe strategische Relevanz besitzt. Andererseits sind die finanziellen Mittel der Einrichtungen in aller Regel nicht erhöht worden, um den zusätzlichen Aufwand für Kulturvermittlung abzudecken &#8211; eher im Gegenteil. Die Situation ist hinlänglich bekannt.<br />
In den Vorträgen des Forums wurden durchwegs sehr interessante Vermittlungsprojekte vorgestellt, allein, die Rahmenbedingungen ihrer jeweiligen Finanzierung schienen mir so speziell, dass sich die Leitfrage des Tages in meinen Augen eigentlich nicht beantworten ließ. Es ist eine schöne Anekdote, wenn Catherine Milliken (bis vor kurzem Leiterin des <a href="http://www.berliner-philharmoniker.de/education/">Education-Programms</a> der Berliner Philharmoniker) berichtet, wie Simon Rattle bei der Deutschen Bank aufschlägt, seine Ideen für ein Education-Programm vorstellt und die Bank nur noch die Kontonummer wissen möchte, auf den sie einen ordentlichen sechsstelligen Betrag überweisen kann. <span id="more-1469"></span>Nur spiegelt das nicht die Realität der Kultureinrichtungen wieder, die in der Regel nicht über die internationale Strahlkraft eines Simon Rattles oder der Berliner Philharmoniker verfügen.<br />
Für die normale Kultureinrichtung um die Ecke passt eher das Finanzierungsmodell des Vermittlungsprogramms <a href="http://www.schulhausroman.ch/">Schulhausroman</a>, das Initiator Richard Reich vorstellte. Das basiert darauf, hier ein bisschen Geld aufzutun, dort ein bisschen Geld aufzutun, Leute vor Ort zu kennen, die jemanden kennen, der einen guten Draht zur Bildungsbehörde oder einem Sponsoren oder sonst jemandem mit Geld hat, eine Schule zu finden, die eigenes Geld zur Verfügung hat und Anträge, Anträge und nochmals Anträge zu schreiben. Funding by muddling through könnte man das in Anlehnung an eine berühmt-berüchtigte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Muddling_Through">Management-Methode</a> nennen. Ich meine das mit größtem Respekt vor dieser aufreibenden Arbeit, aber eine verallgemeinerbare und übertragbare Systematik steckt eben auch hier nicht dahinter. Oder anders gesagt: jede Kultureinrichtung müsste ihre eigene Muddling-through-Systematik über Jahre nach dem Prinzip Trial and Error ermitteln.<br />
Die einzige Erkenntnis in Bezug auf Finanzierung von Kulturvermittlung im besonderen – aber natürlich auch Kulturarbeit allgemein – die sich generalisieren lässt, klang zwar immer wieder durch, wurde aber nicht so ganz direkt und offen angesprochen: Es ist das Sponsoring durch die Mitarbeiter, das in Form von Selbstausbeutung und implizitem Lohnverzicht eingebracht wird. Aber auch das ist muddling through statt Konzept – auch wenn der Wahnsinn leider viel zu oft Methode hat.</p>
<div class="feedflare">
<a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Kulturblogger?a=MObeYKC8rUE:jCCunupk3Zg:yIl2AUoC8zA"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Kulturblogger?d=yIl2AUoC8zA" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Kulturblogger?a=MObeYKC8rUE:jCCunupk3Zg:F7zBnMyn0Lo"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Kulturblogger?i=MObeYKC8rUE:jCCunupk3Zg:F7zBnMyn0Lo" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Kulturblogger?a=MObeYKC8rUE:jCCunupk3Zg:qj6IDK7rITs"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Kulturblogger?d=qj6IDK7rITs" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Kulturblogger?a=MObeYKC8rUE:jCCunupk3Zg:D7DqB2pKExk"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Kulturblogger?i=MObeYKC8rUE:jCCunupk3Zg:D7DqB2pKExk" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Kulturblogger?a=MObeYKC8rUE:jCCunupk3Zg:7Q72WNTAKBA"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Kulturblogger?d=7Q72WNTAKBA" border="0"></img></a>
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		<item>
		<title>Pinterest – Das Problem mit der Lizenz zum Pinnen</title>
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		<comments>http://kulturblog.net/2012/02/18/pinterest-das-problem-mit-der-lizenz-zum-pinnen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 17:26:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Web]]></category>

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		<description><![CDATA[Vergangenen Mittwoch ging es im KM-Treff um das Thema Pinterest für Museen. Jenni Fuchs hielt dazu einen interessanten Vortrag, in dem sie einerseits auf die Funktionsweise und die Anwendungsmöglichkeiten von Pinterest einging, andererseits aber auch das Thema «Urheberrecht und Pinterest» anschnitt. Das ist bei Pinterest insofern relevant, als die Plattform darauf setzt, dass die Nutzer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vergangenen Mittwoch ging es im <a href="https://proj.adobeconnect.com/_a789908106/p1iz85qsofg/?launcher=false&amp;fcsContent=true&amp;pbMode=normal">KM-Treff</a> um das Thema <a href="http://www.pinterest.com">Pinterest</a> für Museen. <a href="http://www.jennifuchs.com">Jenni Fuchs</a> hielt dazu einen interessanten Vortrag, in dem sie einerseits auf die Funktionsweise und die Anwendungsmöglichkeiten von Pinterest einging, andererseits aber auch das Thema «Urheberrecht und Pinterest» anschnitt. Das ist bei Pinterest insofern relevant, als die Plattform darauf setzt, dass die Nutzer fremde Inhalte an die eigenen Pinnwände heften und damit für deren Weiterverbreitung sorgen. Ob und wenn ja, unter welchen Bedingungen diese Inhalte für eine Weitergabe freigegeben sind, ist oftmals unklar. Klar ist dagegen, dass man urheberrechtlich betrachtet eine <a href="http://spreerecht.de/social-media-2/2012-02/pinterest-und-die-rechtlichen-grenzen-beim-teilen-und-verlinken">Kopie erstellt</a>, wenn man etwas pinnt. Das wiederum setzt das Einverständnis des Urhebers voraus, wenn alles rechtlich einwandfrei ablaufen soll. Streng genommen müsste man also bei allen Bildern, wo es nicht klar gestellt ist – zum Beispiel durch eine Creative Commons License – die Lizenz zum Pinnen einholen. In meinen Augen macht das die Nutzung von Pinterest damit entweder kompliziert und unspontan oder juristisch heikel. In Deutschland kann man sich nämlich nicht wie in den USA auf eine Fair Use-Klausel berufen, die das Kopieren von urheberrechtlich geschütztem Material in gewissem (privatem) Umfang erlaubt. So oder so: der Spaß ist irgendwie getrübt. <span id="more-1432"></span><br />
Unabhängig davon wirft Pinterest aber auf sehr anschauliche Weise ein Problem des Urheberrechts bzw. der Verwertungsrechte (s. den sehr guten Artikel zu dieser Unterscheidung bei <a href="http://postdramatiker.de/blog/2012/01/21/warum-das-aktuelle-urheberrecht-den-urhebern-nichts-nutzt-und-wer-sie-wirklich-ausplundert-wenn-nicht-die-netznutzer/">Postdramatiker</a>) im digitalen Netz auf. Pinterest schafft nämlich eine Realität, auf die das Recht früher oder später Antworten finden muss, die über eine massenhafte Abmahnung und Kriminalisierung der Nutzer hinausgeht. <a href="http://netzwertig.com/2012/02/13/reform-des-urheberrechts-je-schneller-pinterest-wachst-desto-besser/">Netzwertig</a> hofft auf ein rasantes Wachstum von Pinterest, um über eine kritische Anzahl an Nutzern, Druck auf Lobbyisten der Verwertungsindustrie und den Gesetzgeber ausüben zu können, eine praktikable Lösung zu finden. Ideen, wie das aussehen könnte, werden im Netz bereits eifrig vorgestellt und diskutiert (s. z.B. <a href="http://www.neunetz.com/2012/02/13/modernes-urheberrecht/">hier</a> oder <a href="https://digitalegesellschaft.de/2011/11/ein-urheberrecht-fuer-das-21-jahrhundert/">hier</a> oder <a href="http://www.google.com/url?q=http%3A%2F%2Fcollaboratory.de%2Fdownloads%2FIGCollaboratory-Abschlussbericht-Urheberrecht-fuer-die-Informationsgesellschaft.pdf&amp;sa=D&amp;sntz=1&amp;usg=AFrqEzcxBVnjW3RzstZ-Uc0May4yvIIdjQ">hier</a>).<br />
Das derzeitige Urheberrecht geht von einem Werkbegriff aus, der noch tief im 19. Jahrhundert verankert ist, nämlich einem unverwechselbaren und unersetzlichen Original, in dem sich die schöpferische Leistung eines genialen Kopfes manifestiert. In der digitalen Welt ist diese Vorstellung allerdings hinfällig. Eine digitale Kopie unterscheidet sich von dem Original nur dadurch, dass sie ein späteres Erstelldatum hat. Ansonsten ist sie identisch. Damit ist aber auch der Schaden eines «Diebstahls», einer Modifikation oder einer Kopie anders zu bewerten als bei auratischen Originalen der analogen Welt. Mit dieser technologischen Entwicklung geht außerdem ein ästhetischer Paradigmenwechsel einher, den das Urheberrecht noch nicht reflektiert. Die Idee des andauernden Materialfortschritts als Gradmesser für künstlerische Qualität wird obsolet, stattdessen etabliert sich eine Kultur des Remixes, in der nicht mehr das absolut Neue als das Gute betrachtet wird, sondern die originelle Rekombination von und intelligente Bezüge zu Bekanntem. Natürlich ist die Rekombination oder Weiterverarbeitung von bestehendem Material schon immer Bestandteil der künstlerischen Praxis gewesen, aber durch die Digitalisierung hat sie eine völlig andere Dimension und auch einen anderen ästhetischen Stellenwert erhalten.<br />
Das Urheberrecht (und die Leistungsschutzrechte) sollte diese Aspekte berücksichtigen, wenn es nicht zu einem Gesetz werden soll, an die sich keiner mehr hält oder in einem praktikablen Rahmen halten kann. Dann wird über kurz oder lang die normative Kraft des Faktischen das Problem regeln, wie im Falle des sog. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kranzgeld">Kranzgeld-Paragraphen</a>. Der erlaubte es verlobten Frauen, eine Entschädigung zu verlangen, wenn ihr Partner die Verlobung wieder auflöste und sie als nicht mehr unbescholten auf dem Heiratsmarkt zurückließ. 1992 entschied das Amtsgericht Münster, dieser Paragraph sei mit dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes nicht mehr in Einklang zu bringen.<br />
So etwas in der Art wäre sicher die schlechtere Lösung für Urheber wie für die Verwerter.</p>
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		<title>Hochkultur als Leitkultur?</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 17:10:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[In der aktuellen Ausgabe des KM Magazins ist nicht nur ein von mir verfasster Rückblick auf das Symposium Kultur digital – ich weiß, ich wiederhole mich – sondern auch ein Rückblick auf die Jahrestagung des Fachverbands Kulturmanagement von Dirk Heinze (S.52ff.). Auf der Jahrestagung wurde offenbar u.a. die Frage diskutiert, ob Hochkultur denn noch Leitkultur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der <a href="http://www.kulturmanagement.net/frontend/media/Magazin/km1202.pdf" title="KM Magazin Februar 2012">aktuellen Ausgabe</a> des KM Magazins ist nicht nur ein von mir verfasster Rückblick auf das Symposium <em>Kultur digital</em> – ich weiß, ich <a href="http://kulturblog.net/2012/02/02/jeder-mensch-ist-ein-kunstwerk/">wiederhole</a> mich – sondern auch ein Rückblick auf die Jahrestagung des <a href="http://www.fachverband-kulturmanagement.de/">Fachverbands Kulturmanagement</a> von Dirk Heinze (S.52ff.). Auf der Jahrestagung wurde offenbar u.a. die Frage diskutiert, ob Hochkultur denn noch Leitkultur sei und nur wenn ja, könne ja eine öffentliche Finanzierung gerechtfertigt werden. Die Frage, was Leitkultur denn eigentlich ist, scheint mir dabei eigentlich viel schwieriger zu beantworten zu sein, als die, ob Hochkultur denn Leitkultur ist.<br />
Spontan verstehe ich unter Leitkultur Kultur, die etwas Charakteristisches über unsere Zeit, Gesellschaft, Werte, Komplexe, Obsessionen etc. mit den ästhetischen Mitteln unserer Zeit sagen kann. Hochkultur – das habe ich hier schon mehrfach <a href="http://kulturblog.net/2010/03/21/airbag-fur-die-pferdekutsche-innovation-im-klassischen-konzert/" title="Airbag für die Pferdekutsche">beschrieben</a> – benutzt aber zumeist museale Technologien und Medien (Theater, Orchester, Leinwand etc.), deren ästhetische Grenzen gründlich ausgelotet, um nicht zu sagen ausgereizt, sind. Sie kann deswegen gar keine zeitgemäße oder gar zukunftsorientierte Ästhetik vertreten. <span id="more-1420"></span>Ich verstehe deswegen auch gar nicht, was daran provokant sein soll, wenn Bruno Seger laut Heinzes Bericht sagt, dass Theater Museen sind. <a href="http://kulturblog.net/2008/11/29/warum-das-theater/">Natürlich sind sie das.</a> Allerdings kann man da auch durch interessante Programmierung, orignelle Bearbeitungen (Romeo und Julia mit Happy End? – Naja&#8230;) und «heutige» Inszenierungen nichts dran ändern. Der ganze Apparat mit all seinen Strukturen, mit seiner ganzen inhärenten Ästhetik ist durch und durch 18./19. Jahrhundert. Die wirklich «heutigen» Geschichten – also die, die ästhetisch innovativ und relevant sind – werden mittlerweile in 3D und THX erzählt oder von HBO oder NBC produziert und vertrieben. Die Begründung, dass es öffentlich finanziertes Theater brauche, weil im Fernsehen nur Schrott käme, die ein Teilnehmer auf dem <a href="http://kulturblog.net/2012/01/23/3-forum-kulturvermittlung-in-basel/" title="3. Forum Kulturvermittlung in Basel">3. Forum Kulturvermittlung</a> äußerte, dreht sich ins Gegenteil: Im Theater kommt aufgrund von Zeitdruck und knappen Ressourcen immer mehr Inszenierungs-Routine zustande, während das Fernsehen auch ein <a href="http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/amerikanisches-fernsehen-serien-als-stresstest-11636816.html">anspruchsvolles Erzählmedium</a> ist und bei weitem nicht nur seichten Mainstream, sondern auch experimentelle Formate und anspruchsvolle Inhalte hervorbringt. Wie soll das Theater gegen die Budgets der großen Sender konkurrieren? Und wie soll es eine kulturelle Strahlkraft gegen die Reichweiten der Sender entfalten können? Ein Staatstheater mit irgendetwas zwischen 800 und 2.000 Plätzen konnte früher in kleinen König- oder Fürstentümern kulturelles Agendasetting leisten. Heute wäre dieser Anspruch selbst durch die bedeutendsten Häuser nicht mehr einzulösen, weil das Kino und Fernsehen nicht nur Tausende, sondern Millionen rund um die Welt erreicht. Mich beschleicht daher die Vermutung, dass der Anspruch, dass Hochkultur auch Leitkultur sein sollte, wenn überhaupt, nur noch in abgehobenen kulturtheoretischen Debatten zu halten ist.<br />
Allerdings würde ich nicht den Schluss ziehen wollen, dass damit der Anspruch der Hochkultur auf öffentliche Finanzierung verfällt, denn diese ganzen Überlegungen bedeuten ja nicht, dass Hochkultur keinen Wert mehr hätte oder dass sie nichts mehr zu sagen hätte. Aber es ist ein musealer Wert. Sie zeigt, welchen Blick Künstler früherer Generationen auf die großen Menschheitsthemen Liebe, Verrat, Untreue, Glaube etc. hatten. Und auch wenn Beethovens Musik heute nicht mehr «unerhört» ist, dann ist sie damit ja nicht schlechter als vor 200 Jahren. Bei bildender Kunst ist dieser zeitlose Wert unstrittig. Bei Musik teilweise und im Theater fast durchwegs gibt es allerdings das komische Bestreben, das Zeitlose aufs Heutige zu verkürzen, zum Beispiel – um das Beispiel aus Heinzes Bericht noch einmal aufzugreifen – indem Romeo und Julia von der Tragödie zur Soap umgeschrieben wird. Das kann man machen, gerade wenn es gut ankommt und so etwas wurde auch schon immer gemacht. Nur dürfte ein Kunstwerk durch solche Bearbeitungen kaum je besser werden &#8211; in diesem Fall können wir ja abwarten, ob sich diese Bearbeitung allgemein durchsetzt.  Trotzdem, die europäische Hochkultur als reichhaltiges, einzigartiges kulturelles Erbe sollte uns auch weiterhin etwas Wert sein – weil man immer noch viel von und an ihr lernen kann. Aber jede Bemühung, die alte Kultur zu einer zu machen, die auf der Höhe unserer Zeit ist, halte ich für letztlich hoffnungslos. Im Museum dagegen hat die Hochkultur einen ehrenwerten Platz, an dem sie sein kann, was sie ist und keinen unerfüllbaren Ansprüchen ausgesetzt ist.</p>
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		<title>Jeder Mensch ist ein Kunstwerk</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 13:25:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>

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		<description><![CDATA[Vergangene Woche besuchte ich das Symposium Kultur digital, das Migros Kulturprozent im Gottlieb Duttweiler Institut, Rüschlikon, veranstalte. Dort wurde sehr facettenreich über die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Kulturbereich diskutiert. Mein ausführlicher Bericht über das Symposium erscheint in der nächsten Ausgabe des KM Magazins. Deswegen an dieser Stelle nur der Hinweis, dass die durchwegs sehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vergangene Woche besuchte ich das Symposium <a href="http://www.kulturdigital.ch" title="Kultur digital">Kultur digital</a>, das <a href="http://www.migros-kulturprozent.ch/Home/49/Default.aspx" title="Migros Kulturprozent">Migros Kulturprozent</a> im Gottlieb Duttweiler Institut, Rüschlikon, veranstalte. Dort wurde sehr facettenreich über die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Kulturbereich diskutiert. Mein ausführlicher Bericht über das Symposium erscheint in der nächsten Ausgabe des <a href="http://kulturmanagement.net/km_magazin/abonnement/prm/66/chi_ia__1/index.html">KM Magazins</a>. Deswegen an dieser Stelle nur der Hinweis, dass die durchwegs sehr interessanten und anspruchsvollen Vorträge und Podiumsdiskussionen <a href="http://www.migros-kulturprozent.ch/Tagungen-Tagungen-Podcasts-und-Fotos/1580/Default.aspx" title="Podcasts kultur digital">im Netz</a> dokumentiert sind. Besonders empfehlen möchte ich den sehr differenzierten, anspielungsreichen Eröffnungsvortrag von Gerhard Schulze. Das ist zwar keine leichte Kost, aber es lohnt sich.<br />
Immer wieder kam die Sprache auf die Paradigmenwechsel, die die Digitalisierung in der Kulturwelt ausgelöst hat. Zum Beispiel beim Werkbegriff, bei der Rolle des Autors, der Distribution von Kulturprodukten usw. Ein weiterer Paradigmenwechsel ist mir jetzt noch im Nachklang deutlich geworden. <span id="more-1404"></span>Beuys&#8217; viel zitierte Aussage: »Jeder Mensch ist ein Künstler« wurde durch die Digitalisierung einerseits noch einmal bekräftigt. Heute kann jeder mit Laptop, ein bisschen Zusatzequipment und Internetanschluss Kulturgüter produzieren und an ein potenzielles Millionenpublikum bringen.<br />
Aber die Digitialisierung hat Beuys Aussage andererseits auch erweitert: sie macht nicht nur jeden Menschen zum Künstler, sondern auch zum Kunstwerk. Das zumindest impliziert ja die Idee und Anmutung von Intels wirklich wunderschön gemachtem <a href="http://www.intel.com/museumofme/r/index.htm" title="Museum of Me">Museum of me</a>, das vergangenes Jahr für Aufruhr sorgte. Und auch die neue Facebook Chronik verfolgt einen solchen Ansatz: sie sammelt, bewahrt und stellt aus. Klassische Aufgaben eines Museums&#8230; Folgerichtig ist in den Privatsphäreeinstellungen von Publikumsauswahl die Rede.</p>
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