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		<title>Niedergang und Aufstieg des Filmkorns</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 18:28:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bisher ist das Filmkorn an mir vorbeigezogen. Ich habe es nicht wahrgenommen. Es war einfach da. Doch jetzt, da es weg ist, vermisse ich es und frage mich, was es eigentlich war.
Doch von vorn: Mit dem Kauf eines HD-Fernsehers und dem Empfang von immer mehr Sendungen in hochaufl&#246;sender HD-Qualit&#228;t kommt man in den zweifelhaften Genuss, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bisher ist das Filmkorn an mir vorbeigezogen. Ich habe es nicht wahrgenommen. Es war einfach da. Doch jetzt, da es weg ist, vermisse ich es und frage mich, was es eigentlich war.</p>
<p>Doch von vorn: Mit dem Kauf eines HD-Fernsehers und dem Empfang von immer mehr Sendungen in hochaufl&#246;sender HD-Qualit&#228;t kommt man in den zweifelhaften Genuss, Bilder am heimischen Fernseher gestochen scharf zu sehen. Zweifelhaft ist dieser Genuss durch eine Tendenz zur Hyper-Realit&#228;t: Ein Bild in HD-Qualit&#228;t auf einem gro&#223;en Fernsehger&#228;t erschl&#228;gt einen fast mit Sch&#228;rfe und Details. Pl&#246;tzlich wird die Maske der Schauspieler sichtbar, Farben wirken oft erschreckend k&#252;hl, das Bild strahlt eine unnachgiebige Sch&#228;rfe aus, die bei aller Faszination unangenehm ist.</p>
<p>Diese Sch&#228;rfe ist nat&#252;rlich nicht das einfache Ergebnis nur eines neuen Fernsehger&#228;tes. Das Ger&#228;t gibt letztlich nur wieder, was ihm als Material &#252;bergeben wurde. Hier kann man ganz fachunkundig zwischen zwei Typen unterscheiden: hochaufl&#246;sende Inhalte, die eigens f&#252;r HD-Fernseher ausgestrahlt werden und nicht hochaufl&#246;sende Inhalte f&#252;r das klassische (jetzt ist es schon klassisch!) Fernsehen. An dieser Stelle sollen nur die hochaufl&#246;senden Inhalte interessieren &#8211; die zufriedenstellende Darstellung klassischer Inhalte auf einem HD-Fernseher ist eine Technik-Geschichte voller Missverst&#228;ndnisse f&#252;r sich.</p>
<p>Hochaufl&#246;sende Inhalte jedenfalls gibt es theoretisch zur Gen&#252;ge: Die meisten Kinofilme der letzten Jahrzehnte wurden auf 35mm-Film gedreht, einem analogen Medium mit so hoher Aufl&#246;sung, um auch auf der Kinoleinwand eine mehr als gute Figur zu machen. F&#252;r das klassische Fernsehen wurde dies bisher &#8220;runtergerechnet&#8221;, das hei&#223;t auf die geringe Aufl&#246;sung angepasst. F&#252;r HD-Fernseher nun gibt es pl&#246;tzlich die M&#246;glichkeit, auch diese Kinofilme in deutlich h&#246;herer Aufl&#246;sung noch einmal nach Hause zu bringen. Und wenn es gut gemacht ist, sieht es gut aus &#8211; keine Frage. Neben der DVD spielt hier die neuere BlueRay-Disc ihr K&#246;nnen aus.</p>
<p>Doch neben den bisher auf 35mm und auch 16mm gedrehten Filmen gibt es neue Kinofilme, Dokumentationen und Inhalte beliebiger Art, die auf modernen Kameras passend zum neuen Medium gedreht werden: Digitale Kameras mit Speicherchips. Diese werden verst&#228;rkt genutzt, denn die Arbeitskette ist ideal: Digitaler Dreh auf Chips, digitale Bearbeitung, digitales Senden. Auch wenn die digitale Filmtechnik an dieser Stelle vieles einfacher macht, hat sich eines grundlegend ge&#228;ndert: Die Filmstruktur. Film als analoges Medium hatte chemische Eigenschaften, die der Zuschauer bewusst oder unbewusst wahrgenommen hat. Insbesondere das &#8220;Filmkorn&#8221; (im englischen &#8220;grain&#8221; genannt) gab dem 35mm- und auch 16mm-Film seine grundlegend warme und edle Einf&#228;rbung, die ihn schon immer von anderen Filmformen unterschied. Es ist dieses wohlige &#8220;Krisseln&#8221; auf der Kinoleinwand, dass man nie als Bildst&#246;rung, sondern als angenehme Struktur wahrnahm. Auch das klassische Fernsehen mit seiner aus heutiger Sicht geringen Aufl&#246;sungen (PAL zum Beispiel mit nur 625 Zeilen) &#8220;verwusch&#8221; Bilder derart, dass sie eine nat&#252;rliche W&#228;rme erhielten &#8211; unabh&#228;ngig von der Studioaufnahmetechnik zum Beispiel. </p>
<p>Mit der digitalen Technologie nun gibt es weder chemische Strukturen, die das Bild in &#8220;grain&#8221; zerkrisseln, noch ist die Aufl&#246;sung so gering, dass sich eine gewisse nat&#252;rliche Bild-W&#228;rme ergibt. Das digitale Bild zeigt ganz erbarmungslos das, was auf den Lichtsensor trifft: scharfe Kanten, winzige Details. Der Abdeckstift hat keine Chance. Und so ist die Euphorie beim hochaufl&#246;senden Fernsehempfang schnell ganz ambivalent. Das diesj&#228;hrige Neujahreskonzert der Wiener Philharmoniker etwa war optisch zwar absolut hochaufl&#246;send, aber zugleich auch eine Zumutung, weil es einfach anstrengend ist und irgendwie angenehme Bildw&#228;rme, die an dieser Stelle zum Beispiel zur Musik passt, durch harte optische Details ersetzt wird.</p>
<p>Und so gibt es zwei Auswege aus dem aktuellen Unwohlsein. Der erste ist ein sozialer: Da Sehgewohnheiten nat&#252;rlich ein kulturelles und kein angeborenes Ph&#228;nomen sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis man sich an die neue Hyper-Realit&#228;t und &#220;ber-Schr&#228;fe gewohnt hat und auch in ihr ein gewisse Harmonie und Ruhe des Bildes findet. Doch so recht will man es nicht glauben und Lust auf eine Umgew&#246;hnungsphase um der neuen Technik Willen, wer m&#246;chte das schon? So ist die zweite L&#246;sung eine pragmatisch-technische: Dem digitalen Film wird einfach ein k&#252;nstlicher &#8220;grain&#8221; zugef&#252;gt. Das gewohnte Filmkorn wird also durch elektronische Zufallsmuster wieder als Struktur &#252;ber Aufnahmen gelegt. Vorher Bedingtheit des Mediums, nun stilistisches Mittel. </p>
<p>Und so wird nach einer kurzen Versch&#228;rfung wohl wieder alles beim alten sein: Film, der mit einer K&#246;rnigkeit seinen (vom Inhalt unabh&#228;ngigen) fiktionalen Charakter unterstreicht und dem Zuschauer trotz hoher Bildaufl&#246;sung ein wohliges Gef&#252;hl vermittelt. Das klingt ein wenig unpoilitisch, ist es auch &#8211; aber medientheoretisch interessant. Regisseur Peter Jackson <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Red_Digital_Cinema_Camera_Company">sagte</a> dazu ganz passend: &#8220;<i>If you shoot at 4K, but want a “film look”, then you finish at 2K and add some grain. It’s easy. It looks like film.&#8221;. </i>Ja, it looks like film, ist aber keiner und das Filmkorn ist einer digitalen Renaissance wieder auferstanden.</p>
<div class="zemanta-pixie"><img class="zemanta-pixie-img" alt="" src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=548197eb-0025-85c3-88b2-404b7eada407" /></div>
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		<title>Interview auf Caroma Club/Fritz! zu Hacker-Filmen</title>
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		<comments>http://www.leitmedium.de/2010/01/04/interview-auf-caroma-clubfritz-zu-hacker-filmen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Jan 2010 07:33:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hacker]]></category>
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		<description><![CDATA[&#220;berraschend wurde ich zum 2. Januar in die Sendung &#8220;Caroma Club&#8221; auf Radio Fritz! eingeladen, um mit Moderatorin Caro &#252;ber Hacker-Filme zu sprechen. Mit dem  Thema setze ich mich nun seit l&#228;ngerem auseinander und habe 2009 bereits auf dem Hacker Space Festival (Paris) dar&#252;ber gesprochen.
Ein Mitschnitt des Interviews kann hier geh&#246;rt werden:
Alternativ gibt es einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#220;berraschend wurde ich zum 2. Januar in die Sendung &#8220;<a title="Caroma Club" href="http://www.fritz.de/programm/schema/sendungen/caroma_club.html">Caroma Club</a>&#8221; auf <a href="http://www.fritz.de/">Radio Fritz!</a> eingeladen, um mit Moderatorin Caro &#252;ber Hacker-Filme zu sprechen. Mit dem  Thema setze ich mich nun<a href="http://www.leitmedium.de/2007/11/03/hacker-filme/"> seit l&#228;ngerem auseinander</a> und habe 2009 bereits auf dem <a href="http://www.hackerspace.net/the-only-mov-i-e-is-hackers-in-movies">Hacker Space Festival</a> (Paris) dar&#252;ber gesprochen.</p>
<p>Ein Mitschnitt des Interviews kann hier geh&#246;rt werden:</p>
<p>Alternativ gibt es einen direkten Download <a href="http://www.leitmedium.de/audio/hacker-filme_interview_fritz_2010_96bit.mp3">hier</a>.</p>
<p>Weitergehende Informationen zu den angesprochenen Themen:</p>
<ul>
<li>Screenshots zu verschiedenen Filmen (u.a. &#8220;Matrix Reloaded&#8221;, &#8220;Die Hard 4&#8243;), die das Tool &#8220;nmap&#8221; verwenden: <a href="http://nmap.org/movies.html">nmap in movies</a>.</li>
<li>Artikel zur Darstellung von Hacks in Matrix auf BBC News: &#8220;<a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/3039329.stm">Matrix mixes life and hacking</a>&#8220;.</li>
<li>Ausf&#252;hrliche Inhaltsangabe zum Film &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peng!_Du_bist_tot!">Peng! Du bist tot</a>&#8220;.</li>
<li>Ank&#252;ndigung zur Vorauff&#252;hrung von &#8220;Hacker&#8221; im Rahmen des 26C3 Congresses: &#8220;<a href="http://events.ccc.de/2009/12/26/hacker-%E2%80%93-der-film/">Hacker &#8211; Der Film</a>&#8220;.</li>
<li><a href="http://www.podcast.de/episode/1406690/%22Hacker%22_-_Gespr%C3%A4ch_zum_Film_von_Alexander_Biedermann_Serie_334:_PAJ">Interview mit Regisseur Alexander Biedermann</a> &#252;ber &#8220;Hacker &#8211; Der Film&#8221;.</li>
</ul>
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		<title>The hack will not be televised? Wenn der Bildschirm im Bildschirm flimmert</title>
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		<comments>http://www.leitmedium.de/2009/11/10/the-hack-will-not-be-televised-wenn-der-bildschirm-im-bildschirm-flimmert/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 13:39:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hacker]]></category>
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		<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Vortrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur eine kurze Notiz: Nachdem ich dieses Jahr bereits auf dem Hacker Space Festival in Paris auf der Basis meiner Liste von Hacker-Filmen &#252;ber &#8220;The only Mov(i)e is &#8230; Hacker in Movies&#8221; gesprochen habe, wollte ich das Thema f&#252;r den Chaos Congress Ende dieses Jahres  von der kinematografischen Seite her aufrollen. Leider ist der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur eine kurze Notiz: Nachdem ich dieses Jahr bereits auf dem <a target="_blank" href="http://www.hackerspace.net/">Hacker Space Festival in Paris</a> auf der Basis meiner <a target="_blank" href="http://www.leitmedium.de/2007/11/03/hacker-filme/">Liste von Hacker-Filmen</a> &#252;ber &#8220;<i>The only Mov(i)e is &#8230; Hacker in Movies</i>&#8221; gesprochen habe, wollte ich das Thema f&#252;r den Chaos Congress Ende dieses Jahres  von der kinematografischen Seite her aufrollen. Leider ist der Congress mit Vortragenden &#252;berrannt und so wurde mir nun doch noch kurzfristig abgesagt.</p>
<p>Abstract des Vortrags:</p>
<blockquote><p>&#8220;<b>The hack will not be televised? Wenn der Bildschirm im Bildschirm flimmert</b></p>
<p>Hacker-Filme m&#252;ssen rekursiv im Medium Film arbeiten: Sie versuchen, das schwer darstellbare Moment eines Hacks durch Pr&#228;sentation von Bildschirm-Sequenzen zu zeigen. Die oft kurzen Szenen weisen ein &#252;berraschend breites Spektrum von detailgetreuen Abbildungen bekannter Tools hin zu fiktiven 3D-Welten. Diese breite Palette an Pr&#228;sentationsformen ist zum einen interessant, verweist zum anderen aber auch auf die Schwierigkeiten der medialen und damit popul&#228;ren Vermittelbarkeit eines Hacks und des Sujets &#8220;Hacking&#8221; an sich.</p>
<p>Der Vortrag pr&#228;sentiert Szenen aus bekannten und unbekannten Filmen und geht der Frage nach, welches Hacker-Bild durch die kinematografische Aufbereitung des Hacks als performativem Akt vermittelt will.&#8221;</p></blockquote>
<p>Erfreulicher Weise gibt es bereits Interesse von anderer Seite f&#252;r einen Vortrag im Fr&#252;hjahr 2010.</p>
<div class="zemanta-pixie"><img class="zemanta-pixie-img" alt="" src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=2c24f6a8-161b-8837-8f6c-0c95208c184a" /></div>
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		<title>Lesung “Vernetzt”, am 22.9.</title>
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		<comments>http://www.leitmedium.de/2009/09/21/lesung-vernetzt-am-229/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 10:20:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 22.9. findet eine Lesung aus dem j&#252;ngst erschienen Buch &#8220;Vernetzt&#8221; statt. Im offiziellen Ak&#252;ndigungstext hei&#223;t es dazu:
&#8220;Lesung aus VernetztMonarch, Skalitzerstr. 134 22.09.2009, 20.30 Uhr 
&#8220;Vernetzt&#8221; [Verbrecher Verlag, 2009] ist das neue Buch der Berliner Gazette, herausgegeben von Krystian Woznicki, der sich nach zehn Jahren Chefredaktion nun vor allem als Vorstandsvorsitzender des Berliner Gazette e.V. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 22.9. findet eine Lesung aus dem j&#252;ngst erschienen Buch &#8220;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3940426377?ie=UTF8&amp;tag=chaostheoriede&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3940426377">Vernetzt</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=chaostheoriede&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3940426377" alt="" style="border: medium none  ! important; margin: 0px ! important;" height="1" width="1" border="0" />&#8221; statt. Im offiziellen Ak&#252;ndigungstext hei&#223;t es dazu:</p>
<blockquote><p>&#8220;<i>Lesung aus Vernetzt<br />Monarch, Skalitzerstr. 134 <br />22.09.2009, 20.30 Uhr </p>
<p>&#8220;Vernetzt&#8221; [Verbrecher Verlag, 2009] ist das neue Buch der Berliner Gazette, herausgegeben von Krystian Woznicki, der sich nach zehn Jahren Chefredaktion nun vor allem als Vorstandsvorsitzender des Berliner Gazette e.V. verdient machen will. Ueber 40 &#8220;Kreative&#8221; aus diversen Laendern haben fuer das Buch geschrieben, inzwischen wird es auch vielerorts gelesen, u.a. von Journalisten, die es zum oeffentlichen Gespraechsthema machen. Anton Waldt von der Zeitschrift fuer elektronische Lebensaspekte De:Bug haelt fest: &#8220;Die Geschichten kreisen um das Thema, was freischaffende Kreative mit dem Internet anfangen und was das Internet mit ihnen anstellt. Erkenntnisse blitzen dabei in angenehmer Frequenz auf, die grosse Buhei-Trommel der Netz-Utopien wird einfach links liegen gelassen.&#8221; </p>
<p>Auch Frederic Valin von Spreeblick hat &#8220;Vernetzt&#8221; gelesen und meint: &#8220;Jeder Text hat den Charme eines ueberraschenden Gespraechs an einem Tresen mit einer Person, die schonmal was erlebt hat und davon, manchmal besser, manchmal schlechter zu erzaehlen hat. Kurzum: Es ist ein Buch, mit dem man ein Bier trinken gehen moechte.&#8221; Marietta Schwarz vom Deutschlandfunk sieht es im Grunde nicht anders, wenn sie ueber das Buch befindet: &#8220;Handfestes und Reflektionen.&#8221; Reflektionen ausgeloest hat der Sammelband auch bei Eva Kaczor von Miss Creative Classy: &#8220;Mich hat &#8220;Vernetzt&#8221; dazu gebracht darueber nachzudenken, warum mich vernetzt sein manchmal nervt.&#8221; </p>
<p>Zur Abwechselung sollen nun die &#8220;Vernetzt&#8221;-AutorInnen selbst zu Wort kommen &#8211; natuerlich im Rahmen einer Verbrecherversammlung in dem Klub Monarch. Bei der Veranstaltung lesen der Musiker und Komponist Dirk Dresselhaus alias Schneider TM, der Architekturprofessor Franz Xaver Baier, die Lektorin und Kunstkritikerin Anne Schreiber sowie der Unternehmer Florian Kosak, die neue Chefredakteurin der Berliner Gazette Magdalena Taube und Krystian Woznicki. Der Eintrittspreis betraegt 4 Euro.&#8221;</i></p></blockquote>
<p>Spreeblick schreibt &#252;ber das Buch:<br />
<blockquote><i>&#8220;[...] jeder Text hat den Charme eines &#252;berraschenden Gespr&#228;chs an einem Tresen mit einer Person, die schonmal was erlebt hat und davon, manchmal besser, manchmal schlechter zu erz&#228;hlen hat.</p>
<p>Kurzum: Es ist ein Buch, mit dem man ein Bier trinken gehen m&#246;chte.</i>&#8220;<br />Quelle: <a target="_blank" href="http://www.spreeblick.com/2009/08/10/krystian-woznicki-hg-vernetzt/">Spreeblick</a></p></blockquote>
<p>
<div class="zemanta-pixie"><img class="zemanta-pixie-img" alt="" src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=607024b6-96a8-8826-9d54-94007c8a13e0" /></div>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Leitmedium/~4/a7mC_Ing7uc" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Symposium “Meergemeinschaft” der Berliner Gazette – am 12./13.6. in den Sophiensälen Berlin</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 15:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wasser]]></category>

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		<description><![CDATA[An diesem Freitag, dem 12. und Samstag, den 13.6., veranstaltet die Berliner Gazette , f&#252;r deren Logbuch ich regelm&#228;&#223;ig Artikel schreibe, im Rahmen ihres diesj&#228;hrigen Themas &#8220;Wasserwissen&#8221; ein Symposium in den Berliner Sophiens&#228;len (die allein schon einen Blick wert sind). Diese &#8220;MEERGEMEINSCHAF&#8220;, . &#8220;Ein internationales Symposium mit KuenstlerInnen, WissenschaftlerInnen und UnternehmerInnen&#8221;, bietet ein spannendes Programm:
Am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An diesem Freitag, dem 12. und Samstag, den 13.6., veranstaltet die <a href="http://www.berlinergazette.de">Berliner Gazette</a> , f&#252;r deren <a href="http://www.berlinergazette.de">Logbuch</a> ich regelm&#228;&#223;ig Artikel <hints id="hah_hints"></hints>schreibe, im Rahmen ihres diesj&#228;hrigen Themas &#8220;<a href="http://www.berlinergazette.de/index.php?pagePos=12&amp;id_text=79782&amp;id_language=1&amp;bereich=&amp;aktiv=">Wasserwissen</a>&#8221; ein Symposium in den Berliner Sophiens&#228;len (die allein schon einen Blick wert sind). Diese &#8220;<a href="http://www.berlinergazette.de/index.php?pagePos=40">MEERGEMEINSCHAF</a>&#8220;, . &#8220;Ein internationales Symposium mit KuenstlerInnen, WissenschaftlerInnen und UnternehmerInnen&#8221;, bietet ein spannendes Programm:</p>
<p>Am Freitag, den 12.6., beginnt das Symposium mit der Podiumsdiskussion &#8220;Performance&#8221;:</p>
<blockquote><p><i>&#8220;Tanz, Theater, Festival und Festspiel – in ihrer fliessenden, fluechtigen Beschaffenheit bieten sich solche Ereignisse dazu an, verschiedene Formationen des Kollektiven modellhaft zu erproben. Aber welche zukunftsweisenden Ansaetze bieten sie zur Gestaltung, Inszenierung beziehungsweise Dekonstruktion von Gemeinschaft? Die Podiumsdiskussion bringt Inge Baxmann [Kulturwissenschaftlerin], Florian B. Mueck [Unternehmer] und Christopher Uhe [Komponist] zusammen. Zur Einleitung liest die Schauspielerin Sabine Waffender Texte mit Wasser-Motiven von Franz Kafka und anderen. Publikumsgespraech mit Waffeln und Wasser im Anschluss an die Diskussion.&#8221;</i></p></blockquote>
<p>Pers&#246;nlich ist das nicht unbedingt mein Thema, jedoch klingt die Einleitung mit Wasser-Motiven von Franz Kafka recht reizvoll, da ich Kafka bisher nicht mit Wasser assoziiert h&#228;tte. </p>
<p>Am Samstag, den 13.6. gibt es einen Workshop &#8220;Medien&#8221; f&#252;r Jugendliche zwischen 17 und 25:</p>
<blockquote><p><i>&#8220;Aus so unbegrenzt vielen Verbindungen, wie sie das Meer bietet, setzt sich heute die Gesellschaft zusammen; als Katalysator dienen Medien. Aber wie koennen Medien zu Buehnen werden, die die Erfahrung von Gemeinschaft kritisch reflektieren? Der Workshop ermoeglicht jungen/angehenden MedienmacherInnen zwischen 17 und 25 den Austausch mit MedienexpertInnen: Vettka Kirillova [Netz- und Performancekuenstlerin], Wolfgang Knauff [Unternehmer] und Roman Schmidt [Publizist].&#8221;</i></p></blockquote>
<p>Es sind wohl noch zwei bis drei Pl&#228;tze frei, die Anmeldung erfolgt per formloser E-Mail an Magdalena Taube (mt@berlinergazette.de).</p>
<p>Der eigentliche H&#246;hepunkt &#8211; zumindest f&#252;r mich &#8211; beendet das Symposium. Am Samstag Abend, ab 19 Uhr findet der Vortrag &#8220;Philosophie&#8221; statt:</p>
<blockquote><p><i>&#8220;Bei dem Vortrag ueber Gemeinschaft und Gewalt im Zeitalter der Globalisierung kommt mit dem Philosophen Roberto Esposito ein international diskutierter Denker zu Wort, der in seiner innovativen Gemeinschaftstheorie das Maritime des Gemeinsam-Seins herausgearbeitet hat. Fuer ihn ist &gt;das Meer die […] bewegliche und extreme Form jener Trennung, der wir ausgeliefert sind. Das Element der Entwurzelung – und deswegen auch der Verlust der Herrschaft ueber unser Geschick&lt;. Sabine Waffender liest zur Einleitung Textpassagen mit Wasser-Motiven von Friedrich Hoelderlin und anderen.&#8221;</i></p></blockquote>
<p>Bisher hatte ich in meiner Arbeit keine Ber&#252;hrung mit dem italienisches Philosophen Roberto Esposito. Die Klappentexte seiner B&#252;cher &#8220;<a href="http://www.diaphanes.de/scripts/buch.php?ID=62">Communitas.Ursprung und Wege der Gemeinschaft</a>&#8221; und &#8220;<a href="http://www.diaphanes.de/scripts/buch.php?ID=38">Immunitas. Schutz und Negation des Leben</a>&#8221; scheinen ihn irgendwo zwischen Giorgio Agamben und Francois Jacob (&#8220;Die Logik des Lebenden&#8221;) zu verorten. Ein sicher interessanter Abend in ansprechend-angenehmer Umgebung.<br /><a class="performancingtags" href="http://technorati.com/tag/berlin" rel="tag"><br /></a></p>
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		<item>
		<title>Vom Web 2.0 und der Amnesie von Online-Quellen</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 21:06:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medientheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein am&#252;santesLesemoment hatte ich bei der Vorbereitung meines Besuchs des &#8220;Crashkurs Online-Medien&#8221; der Berliner Gazette, deren Abend zum Thema &#8220;Web 2.0&#8243; ich morgen Abend begleite. Es bot sich an, vorbereitend einen Blick in Geert Lovinks &#8220;Zero Comments: Elemente einer kritischen Internetkultur&#8221; zu werfen, das bereits zu lang auf meinem Schreibtisch liegend auf eine Rezension f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein am&#252;santesLesemoment hatte ich bei der Vorbereitung meines Besuchs des &#8220;<a href="http://bgseminar.wordpress.com/">Crashkurs Online-Medien</a>&#8221; der <a href="http://www.berlinergazette.de/">Berliner Gazette</a>, deren Abend zum Thema &#8220;Web 2.0&#8243; ich morgen Abend begleite. Es bot sich an, vorbereitend einen Blick in Geert Lovinks &#8220;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899428048?ie=UTF8&amp;tag=chaostheoriede&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3899428048">Zero Comments: Elemente einer kritischen Internetkultur</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=chaostheoriede&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3899428048" alt="" style="border: medium none  ! important; margin: 0px ! important; display: none;" border="0" height="1" width="1" />&#8221; zu werfen, das bereits zu lang auf meinem Schreibtisch liegend auf eine Rezension f&#252;r die Berliner Gazette wartet. Lovink versucht mit einem Kniff den leidigen Definitionsversuch &#8220;Web 2.0&#8243; zu umgehen, indem er in einer Fu&#223;note anmerkt<br />
<blockquote>&#8220;<i>Statt einer Definition des Web 2.0, z.B. jener von Wikipedia, w&#252;rde ich gerne auf den folgenden Eintrab bei Listible verweisen: www.listible.com/list/complete-list-of-web-2-0-products-and-services</i>&#8220;<br />Quelle: Geert Lovink, Zero Comments. Elemente einer kritischen Internetkultur, Bielefeld 2008, S. 9.</p></blockquote>
<p>Nun ist das Anliegen verst&#228;ndlich und warum sollte man gerade die Definition von &#8220;Web 2.0&#8243; nicht dem Web &#252;berlassen, dabei aber der bereits &#252;berm&#228;chtigen Wikipedia entfliehen und auf eine web-2.0-affine Liste von Web 2.0 Diensten verweisen? Nun, wie sich herausstellt: Weil der Link nicht mehr verf&#252;gbar ist und die scheinbar oft zitierte Liste sich im Datennirvana aufgel&#246;st hat. Dies entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn nicht Ironie, die die Verg&#228;nglichkeit von Onlinequellen in Allgemeinen und Web 2.0 Ph&#228;nomenen im speziellen gerade an deren Definition festmacht. Immerhin muss man zugestehen dass allein die &#8220;sprechende URL&#8221;, also lesbare Adresse, eine technische Errungenschaft, die in ihrer Durchsetzung sicher dem Web 2.0 zugeschrieben werden kann, trotz fehlendem Inhalt eine Assoziation ausl&#246;st &#8211; quasi Abstract und Adresse in einem ist.</p>
<p>Ein Zugriff auf die Liste ist &#252;brigens weiterhin m&#246;glich, &#252;ber das web.archive.org Projekt:<br /><a href="http://web.archive.org/web/20080209162222/http://www.listible.com/list/complete-list-of-web-2-0-products-and-services">http://web.archive.org/web/20080209162222/http://www.listible.com/list/complete-list-of-web-2-0-products-and-services</a></p>
<p>Eine andere web-2.0-affine Definition des Web 2.0 liefert die f&#252;r die Wikipedia &#252;bberraschend modern aussehende, klickbare Tag Cloud zum Thema: <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a7/Web_2.0_Map.svg">http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a7/Web_2.0_Map.svg</a></p>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Leitmedium/~4/gxRtSruZiNg" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Jour Fixe “Medien und Entwicklung” am 24. April (u.a. mit Tom Tykwer)</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/Leitmedium/~3/ZJY_jrrj_Bw/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 Apr 2009 16:51:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entwicklungshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Gespannt blicke ich dem n&#228;chsten Freitag, 24. April, entgegen. Auf einen Hinweis der Berliner Gazette, habe ich mich f&#252;r eine Teilnahme am j&#228;hrlichen Jour Fixe &#8220;Medien und Entwicklung&#8221; eingetragen, veranstaltet durch &#8220;mict international&#8221; im Hamburger Bahnhof in Berlin, eingetragen.Fokus der eint&#228;gigen Konferenz liegt auf der Vorstellung und kritischen Bewertung von &#8220;deutschen Initiativen [...], die Medienproduktion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gespannt blicke ich dem n&#228;chsten Freitag, 24. April, entgegen. Auf einen Hinweis der <a href="http://www.berlinergazette.de/">Berliner Gazette</a>, habe ich mich f&#252;r eine Teilnahme am j&#228;hrlichen Jour Fixe &#8220;Medien und Entwicklung&#8221; eingetragen, veranstaltet durch &#8220;<a href="http://www.mict-international.org/">mict international</a>&#8221; im Hamburger Bahnhof in Berlin, eingetragen.Fokus der eint&#228;gigen Konferenz liegt auf der Vorstellung und kritischen Bewertung von &#8220;<i>deutschen Initiativen [...], die Medienproduktion und Rezeption in Asien, Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa mit eigenen Projekten begleiten</i>&#8221; (siehe Programm).</p>
<p>Das Programm ist recht breit gef&#228;chert &#8211; sicher eine Herausforderung f&#252;r den Tag, zugleich aber auch eine Chance:</p>
<blockquote><ul>
<li>Keynote Speaker: <b>Prof. Dr. Alina Mungiu-Pippidi</b>, Professorin f&#252;r Demokratieforschung an der Hertie School of Governance in Berlin</li>
<li><b>Andrea Goetzke und Geraldine de Bastion</b><br /><i>Ubuntu und der Freedom Toaster. Offene Software und Digitale Kultur in Afrika,</i></li>
<li><b>Tom Tykwer</b><br /><i>The Making of Soulboy. Eine Filmproduktion in den Slums von Nairobi,</i></li>
<li><b>Dr. Martin Ritter</b><br /><i>Wen interessiert die Vergangenheit? Relevanz und Reichweite der Medienberichterstattung w&#228;hrend des Rote-Khmer-Tribunals in Kambodscha,</i></li>
<li><b>Dr. Helmut Osang</b><br /><i>Radio for the people – Ein Versuch, Radio in S&#252;dlaos auf den Kopf zu stellen,</i></li>
<li><b>A. Sofie Jannusch</b><br /><i>mediaME – A Participatory Platform for Sharing Tools and Approaches for Media Development Monitoring and Evaluation,</i></li>
<li><b>Christian Kreutz</b><br /><i>Mobile Activism in Afrika – eine (fast) unbemerkte Revolution,</i></li>
<li><b>Anja Wollenberg</b><br /><i>Im Superwahljahr´09 mit Journalisten in Netzwerken arbeiten und lernen. Ein Erfahrungsbericht aus Irak und ein Ausblick in den Sudan,</i></li>
<li>Moderation: <b>Matthias Spielkamp</b>.<br /><small>Quelle: <a href="http://reset.to/blog/jour-fixe-medien-und-entwicklung-24-04-09-berlin">reset.to</a>.</small></li>
</ul>
</blockquote>
<p>       Von besonderem Interesse f&#252;r mich ist der Vortrag von Andrea Goetzke und Geraldine de Bastion von &#8220;<a href="http://newthinking-communications.de/">newthinking communications</a>&#8221; &#252;ber den Einsatz von Ubuntu in Afrika. W&#228;hrend ich selbst &#252;ber &#8220;<a href="http://www.ubuntu-berlin.de/">Ubuntu Berlin</a>&#8220;, &#8220;<a href="http://verein.ubuntu-de.org/">ubuntu Deutschland e.V.</a>&#8221; und den &#252;ber deutsche Grenzen hinaus bekannten &#8220;<a href="http://c-base.org/">c-base e.V.</a>&#8220;&nbsp; mich im deutschsprachigen und insbesondere Berliner Raum f&#252;r Freie Software Projekte engagiere, ist meine Vorstellung &#252;ber den Einsatz Freier Software und Digitaler Kultur z.B. in Afrika eher unscharf (wenn ich auch durch ein zeitweises Engagement im Rahmen des OLPC-Projektes hier einen ersten Einblick nehmen durfte). Letztlich steht man hier schnell vor der Diskussion, ob eine funktionierte Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten nicht oberste und einzige Priorit&#228;t sein sollte. Vielleicht wird der Vortrag auch auf diese oft angebrachte Kritik eingehen.</p>
<p>Sicher ebenso interessant wird es sein, den unter anderem durch &#8220;Lola Rennt&#8221; und &#8220;The International&#8221; bekannten Regisseur <a href="http://www.tomtykwer.de/">Tom Tykwer</a> in einem g&#228;nzlich unglamor&#246;sen Kontext reden und denken zu sehen. W&#228;hrend es mittlerweile zum guten Ton geh&#246;rt, als Filmschaffender scharenweise Kinder zu adoptieren und als Botschafter f&#252;r irgendein Hilfswerk in die Kamera zu l&#228;cheln, ist allein das Thema Tykwers &#252;berraschend: die k&#252;nstlerische Ausbildung von Kindern in Afrika.</p>
<p>Ob das breit gef&#228;cherte Programm als Rundreise zwischen &#8220;<i>Asien, Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa&#8221;</i> aufgeht, wird nach dem Tag zu sehen sein. Es w&#228;re w&#252;nschenswert, dass sich entweder ein roter Faden zwischen den einzelnen Abschnitten entlangzieht oder klar gestellt werden kann, dass trotz des gr&#246;&#223;ten gemeinsamen Teilers &#8220;Medienentwicklung in Krisenregionen und Schwellenl&#228;ndern&#8221; die einzelnen Aktivit&#228;ten recht klar voneinander zu trennen sind. Ich bin gespannt.</p>
<p>Das vollst&#228;ndige Programm ist <a href="http://www.cameco.org/files/einladung_jourfixe2009_1.pdf">verf&#252;gbar als PDF</a>.</p>
<p>
<div class="zemanta-pixie"><img class="zemanta-pixie-img" src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=6a30ba52-f594-88de-9eab-e058fef7c2da" /></div>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Leitmedium/~4/ZJY_jrrj_Bw" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>“Vorläufiger Höhepunkt einer Jahrhunderte alten Kulturtechnik”</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/Leitmedium/~3/Zb0Xrli7etk/</link>
		<comments>http://www.leitmedium.de/2009/04/14/vorlaeufiger-hoehepunkt-einer-jahrhunderte-alten-kulturtechnik/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 19:19:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Informatik]]></category>
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		<description><![CDATA[Erstaunlich enthusiastisch &#228;u&#223;ert sich Ralf Gr&#246;tker im Telepolis-Artikel &#8220;Alles verzettelt!&#8221; &#252;ber die Browser-Erweiterung &#8220;Zotero&#8220;. Dabei ist ihm Grunde auch erst einmal Recht zu geben: Zotero ist &#8211; gerade als Erweiterung im Browser &#8211; eine sehr n&#252;tzliche Software im Umgang mit Quellen. Mit wenigen Klicks ist es m&#246;glich, Webseiten als zitierbare Quellen mit Zeitstempel zu sichern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erstaunlich enthusiastisch &#228;u&#223;ert sich Ralf Gr&#246;tker im Telepolis-Artikel &#8220;<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29997/1.html">Alles verzettelt!</a>&#8221; &#252;ber die Browser-Erweiterung &#8220;<a href="http://www.zotero.org/">Zotero</a>&#8220;. Dabei ist ihm Grunde auch erst einmal Recht zu geben: Zotero ist &#8211; gerade als Erweiterung im Browser &#8211; eine sehr n&#252;tzliche Software im Umgang mit Quellen. Mit wenigen Klicks ist es m&#246;glich, Webseiten als zitierbare Quellen mit Zeitstempel zu sichern, sowie generell Quellen wie B&#252;cher, Artikel und Notizen zu verwalten und diese w&#228;hrend des Schreibens von Texten in Microsoft Word oder OpenOffice direkt als Quellangaben einzubinden.</p>
<p>Dies ist mit Sicherheit ein weiterer wichtiger Schritt in eine leistungsstarke und komplett freie Umgebung f&#252;r (angehende) Akademiker. War es bis vor kurzem noch selbstverst&#228;ndlich mit Standards wie Windows, Microsoft Office und Endnote zu arbeiten, zeigen hier mehr und mehr kommerzielle und insbesondere freie Alternativen ein breites Sprektrum an Auswahlm&#246;glichkeiten auf. </p>
<p>Der Enthusiasmus bez&#252;glich Zotero ist aber weniger einer &#252;ber das, was ist, als vielmehr &#252;ber das, was vielleicht wird: Zotero, entwickelt vom Zentrum f&#252;r Geschichte und Neue Medien George Mason University, soll zuk&#252;nftig zunehmend auf soziale Komponenten bauen. Gemeint ist hiermit insbesondere die kollektive Verschlagwortung von Online-Ressourcen im Sinne von <a href="http://de.icio.us/">Delicious</a> oder <a href="http://www.connotea.com/">Connotea</a>, wie auch die darauf aufbauend m&#246;gliche Korrelations-Berechnung von Quellen. &#8220;Vorl&#228;ufiger H&#246;hepunkt einer jahrhunderte alten Kulturtechnik&#8221; der Karteikarte sei dies, so fasst es Gr&#246;tker zusammen.</p>
<p>Dabei scheint in Vergessenheit zu geraten, dass Universalprojekte seit Jahrhunderten sich an umfassenden Nachschlagewerken versuchen. Die Idee ist nicht neu &#8211; nichtzuletzt seien die etliche B&#228;nde umfassenden Enzyklop&#228;dien genannt. Das Problem einer solchen jedoch ist nicht unbedingt das Fehlen von Inhalten oder eine nicht ausreichende Aktualit&#228;t, sondern vielmehr eine h&#228;ufig zu hohe Informationsdichte, die letztlich eher dem Sammelinstinkt Rechnung tr&#228;gt, Bibliothekars-Herzen h&#246;her schlagen lasst, im Grunde aber immer nur auf das Sammeln des n&#228;chsten Objektes verweist. </p>
<p>Schlage ich beispielsweise bei Delicous unter &#8220;<a href="http://delicious.com/search?context=all&amp;p=medienkultur&amp;lc=1">Medienkultur</a>&#8221; nach, erhalte ich 293 Treffer &#8211; eine gerade noch zu bew&#228;ltigende Menge ob des speziellen Begriffes. Und dennoch scheint die Bandbreite dessen, was die verschiedenen Nutzer unter diesem Begriff verstehen und verschlagworten derart weit gef&#228;chert zu sein, dass (zumindest) ich nicht auf die Idee k&#228;me, hier ernsthaft nach nicht-technischen Quellen zu suchen. Stattdessen greife ich gleich auf Volltextrecherchen (Suchmaschinen) zur&#252;ck.</p>
<p>Das soll nicht Fortschritts-ablehnend klingen: Geteilte Informationsablagen haben durchaus Vorteile. Jedoch ist ein grenzenlos offenes System der Verschlagwortung &#8211; das nicht einmal wie Wikipedia sich durch kontinuierliches Editieren nur einer Fassung als Kompromiss zwangsl&#228;ufig n&#228;hern muss &#8211; vor allem eines: grenzenlos. Allein Begriffe wie &#8220;Medien&#8221;, &#8220;Diskurs&#8221;, &#8220;Dispositiv&#8221; sind in einzelnen Disziplinen teilweise sehr genau definiert, als Schlagworte in einem &#252;bergreifenden System jedoch scheitern sie schnell am Fehlen eines Kontextes. </p>
<p>Und so ist die vielversprechendste anstehende Neuerung in Zotero eher &#8220;<a href="http://liblogs.albany.edu/library20/2007/12/zotero_commons_who_needs_libra.html">Zotero Commons</a>&#8220;, ein zentrales, freies Ablagesystem im Rahmen des &#8220;Internet Archive&#8221;, dass digitale Quellen zu einem bestimmten Zeitpunkt konserviert und somit f&#252;r eine wissenschaftliche Zitationsweise zug&#228;nglich macht. Ob sich dadurch wissenschaftliche Vorbehalte gegen nicht &#8220;reviewte&#8221; Quellen aus dem Internet aus dem Weg r&#228;umen lassen, ist fraglich, immerhin aber k&#246;nnte ein Weg f&#252;r ein einheitlicheres und vor allem nachvollziehbares Zitationssystem f&#252;r Online-Quellen geschaffen werden.</p>
<p>Ob der vorl&#228;ufige H&#246;hepunkt der Karteikarte, &#252;ber die <a href="http://www.uni-weimar.de/medien/wissenschaftsgeschichte/personen/krajewski.html">Markus Krajewski</a> &#252;brigens das hervorragende Buch &#8220;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3931659291?ie=UTF8&amp;tag=chaostheoriede&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3931659291">Zettelwirtschaft: Die Geburt der Kartei aus dem Geiste der Bibliothek</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=chaostheoriede&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3931659291" alt="" style="border: medium none  ! important; margin: 0px ! important; display: none;" border="0" width="1" height="1" />&#8221; (und zugleich die passende Software &#8220;<a href="http://www.verzetteln.de/synapsen/">Synapsen</a>&#8220;) ver&#246;ffentlicht hat, nun so schnell erreicht ist und pb sich kollektive Quellensammlungen &#252;berhaupt in eine Genealogie der Kartei integrieren k&#246;nnen und sollten, sei dahingestellt. Eine konsequente Weiterentwicklung freier Mittel zur akademisches Arbeit ist es alle mal, und, wie Gr&#246;tke unterstreicht,  &#8220;<i>zur Sammlung von Kochrezepten, Reisetipps oder Geschenkideen</i>&#8221; eignet es sich auch noch.</p>
<div class="zemanta-pixie"><img class="zemanta-pixie-img" src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=ba07cfae-3fdc-895a-ba87-175a5aa990d9" /></div>
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		<title>Medienwissenschaft – Ein deutscher Sonderweg?</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Apr 2009 17:50:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
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		<description><![CDATA[Theo R&#246;hle von netzmedium.de weist auf eine erstaunlich gut besetzte Poduiumsdiskussion (u.a. Friedrich Kittler, Hartmut Winkler, Geert Lovink und Hans Ulrich Gumbrecht) zum Thema &#8220;Medienwissenschaft: Ein deutscher Sonderweg?&#8221; an der Universit&#228;t Siegen hin.
Aus dem offiziellen Ank&#252;ndigungstext:
Ohne &#220;bertreibung kann man Mediengeschichte und Medientheorie als eine idiosynkratische Entwicklung der Kulturwissenschaften in Deutschland beschreiben. Weltweit nehmen deshalb einschl&#228;gig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Theo R&#246;hle von netzmedium.de <a href="http://netzmedium.de/2009/04/10/german-media-theory-too-shy-to-admit-its-own-greatness/">weist</a> auf eine erstaunlich gut besetzte Poduiumsdiskussion (u.a. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Kittler">Friedrich Kittler</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Winkler">Hartmut Winkler</a>, <a href="http://networkcultures.org/wpmu/geert/">Geert Lovink</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Ulrich_Gumbrecht">Hans Ulrich Gumbrecht</a>) zum Thema &#8220;<a href="http://www.uni-siegen.de/locatingmedia/aktuelles/gumbrecht_audimax.html">Medienwissenschaft: Ein deutscher Sonderweg?</a>&#8221; an der Universit&#228;t Siegen hin.</p>
<p>Aus dem offiziellen Ank&#252;ndigungstext:<br />
<blockquote>Ohne &#220;bertreibung kann man Mediengeschichte und Medientheorie als eine idiosynkratische Entwicklung der Kulturwissenschaften in Deutschland beschreiben. Weltweit nehmen deshalb einschl&#228;gig interessierte Forscher an deutschen Publikationen Ma&#223;. Trotzdem l&#228;sst sich der Glaube an deutschen Universit&#228;ten nicht unterdr&#252;cken, dass das Mekka der Medientheorie im Ausland seinen Ort haben m&#252;sse. F&#252;r Hans Ulrich Gumbrecht (Stanford University) kommt in dieser unangemessenen Bescheidenheit auch ein Effekt von interkulturellem Provinzialismus zum Tragen. Denn wenn die deutschen Medienforscher schon ihre eigene Vorrangstellung nicht anerkennen k&#246;nnen, so w&#252;rden sie es wohl f&#252;r noch undenkbarer halten, dass eine Forschungsrichtung, die sie fasziniert, in vielen akademischen Nationalkulturen &#252;berhaupt nicht pr&#228;sent ist.<br /><small>Quelle: <a href="http://www.uni-siegen.de/locatingmedia/aktuelles/gumbrecht_audimax.html">www.uni-siegen.de</a></small></p></blockquote>
<p>Ein wenig verbl&#252;ffend ist der Nachdruck dieser Absatzes schon. Abgesehen von einer scheinbar pl&#246;tzlich nachrangigen Medientheorie und -geschichte des nicht-deutschsprachigen Raumes (erinnert sei allein an die Denker der Toronto School um McLuhan, Innis und Ong), scheint irgend etwas mit dem Argument nicht zu stimmen. Und so verwundert es kaum, dass netzmedium recht kritisch anmerkt:<br />
<blockquote>Talk about German “supremacy” hardly seems like the right kind of attitude to make these encounters happen. It appears to me that it is not so much the false modesty of German scholars that is at the root of this gap but rather the self-induced isolationism of German academia.<br /><small>Quelle: <a href="http://netzmedium.de/2009/04/10/german-media-theory-too-shy-to-admit-its-own-greatness/">netzmedium.de</a></small></p></blockquote>
<p>Nun ist auch dieses Argument &#8211; einer selbstverschuldeten Isolation &#8211; nicht unbedingt unkritisch hinzunehmen. Immerhin isoliert es durch eben jene absolute Zusammenfassung eines Abstraktums deutscher Medientheorie und schafft im Moment des Aussprechens eine Zuschreibung, die sicher ihren Teil zur Isolation beitr&#228;gt, indem sie ein Spektrum an Ver&#246;ffentlichungen und Theoretikern verflacht. Nachvollziehbar ist der Vorwurf aber alle mal, wenn jedoch auch bedacht werden sollte, dass allein der gerade im medientheoretischen Bereich andauernde Konflikt zwischen zumeist eher bodenst&#228;ndigen amerikanischen und oft eher abstrakten europ&#228;ischen Theorien seinen Teil zu einer m&#246;glichen Alleinstellung beitr&#228;gt.</p>
<p>Nichtsdestotrotz eine sicher interessante Diskussion.</p>
<div class="zemanta-pixie"><img class="zemanta-pixie-img" src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=290a3254-e243-82c2-b55c-656eed10c79a" /></div>
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		<title>Fremdschaemen</title>
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		<comments>http://www.leitmedium.de/2009/04/08/fremdschaemen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 11:57:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ccm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Postmoderne]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Wochen ereilte mich ein Schock zum Samstag: Ein Blick auf die Strasse offenbarte einen Demonstrationszug, der direkt vor meinem Haus hielt und dutzende Polizisten, die eine aufgebrachte Menge davon abhielten, noch naeher zu kommen. &#62;&#62;Thor Steinar schliessen&#60;&#60; hiess es und schnell offenbarte sich das ganze Uebel: Quasi ueber Nacht hatte im Nebenhaus ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Wochen ereilte mich ein Schock zum Samstag: Ein Blick auf die Strasse offenbarte einen Demonstrationszug, der direkt vor meinem Haus hielt und dutzende Polizisten, die eine aufgebrachte Menge davon abhielten, noch naeher zu kommen. &gt;&gt;Thor Steinar schliessen&lt;&lt; hiess es und schnell offenbarte sich das ganze Uebel: Quasi ueber Nacht hatte im Nebenhaus ein Geschaeft der fuer die Neonaziszene bekannten Marke &gt;&gt;Thor Steinar&lt;&lt; eroeffnet. Eine Stunde spaeter war der erste Hitlergruss auf der Strasse zu sehen. Panik schlich sich ein. Hoffnung auf &gt;&gt;Gegenwehr&lt;&lt;, die nicht lange auf sich warten liess.</p>
<p>Doch treten wir einen Schritt zurueck und beschreiben die Szene abstrakt: Ein Geschaeft eroeffnet in einer Strasse. Ab dem Tag der Eroeffnung wird der Laden nahezu taeglich mit Farbbeuteln beworfen, die Scheiben tagsueber eingeschlagen, die Mitarbeiter und Einkaeufer beschimpft, vor das Geschaeft gespuckt, der Mittelfinger beim Vorbeigehen gezeigt und ueberdurchschnittlich viele Hunde erledigen unter Anleitung ihrer Halter ihre Geschaefte allabendlich nach Ladenschluss vor den verriegelten Schaufenstern. Es herrschen eine gereizte Stimmung und gegenseitiges Misstrauen zwischen Passanten und Ladenhuetern.</p>
<p>Diese Szene kommt befremdlich anachronistisch bekannt vor. Ist es nicht eben jene Szene, die im Schulunterricht als Ur-Parabel erzaehlt wurde ueber den verwerflichen Umgang mit als Fremdkoerpern empfundenen Geschaeften vor 1945? Waren es nicht eben jene Taten wie das Einschlagen von Scheiben, das wiederholte Beschmieren, Spucken, Beschimpfen, die Betroffenheit und historisches Unverstaendnis in einem erzeugten? Dies mag zugespitzt klingen und dennoch wirft es die Frage auf, wie man eigentlich mit dem umgeht, was einem fremd und zuwider ist &#8211; ohne Dinge zu tun, fuer die man selbst andere Menschen verurteilen wuerde.</p>
<p>Was also bleibt, ist ein aeusserst fader Beigeschmack, der die staendig praesente buergerliche Courage vorm eigenen Haus als peinlich und unbeholfenen anmutenden Aktionismus erscheinen laesst, der mit eben jenen Mitteln kaempft, fuer die er andere zur Rechenschaft ziehen moechte: Verbreiten von Angst, Zerstoerung, Diskriminierung. Es liesse sich viel einwenden im Sinne von &gt;&gt;Recht so&lt;&lt;, doch sind wir ehrlich, ist es nichts, worauf man stolz sein kann. Im Gegenteil – Fremdschaemen ist angesagt, spaetestens, wenn eine betrunkene Horde Jugendlicher ihr Adrenalin beim Werfen von Farbbeuteln auslebt. </p>
<p>Doch was kann man tun? Vielleicht geben die aktuelle Debatte um die Parteienfinanzierung und John Grishams &gt;&gt;Die Firma&lt;&lt; eine Antwort: Man kann das Spiel spielen. Waehrend ein Laden wie Thor Steinar sicher kaum schliesst, weil ein mutiger Buerger vor das Geschaeft spuckt, sind Mieter in Haus und Umgebung, die Mietminderung verlangen, ein Vermieter, der auf Druck von Oeffentlichkeit und Politik fristlos kuendigt und eine Stadtverwaltung, die es vielleicht etwas genauer nimmt bei der Pruefung von Parkplaetzen und Muelltrennung, Mittel, die zwar weniger Aggression abbauen, dafuer aber nachhaltiger und weniger &#8230; verkehrt.</p>
<p>(erschien zuerst in der <a href="http://www.berlinergazette.de/?p=1055">Berliner Gazette</a>)</p>
<div class="zemanta-pixie"><img class="zemanta-pixie-img" src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=2f190a75-b6ae-8503-af7d-2a05894f5867" /></div>
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