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	<title>Lerne siegen &#8211; Ein Blog für den Neubeginn</title>
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		<title>Erfolgskiller: Atemloser Alltag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ute Bienkowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 07:33:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[„Immer mehr. Und noch mehr vom selben“ lautet das Erfolgsmantra unserer hochgerüsteten Konsum- und Erlebniswelt, deren Lebenswirklichkeit sich in den rasanten Umschlagbewegungen von Kapital und Gütern vollzieht. Alarmierend dabei die stetig steigende Tendenz von Menschen, die sich von den Schattenseiten der Erfolgsgesellschaft und deren tradiertem Mehrwertprinzip erschöpft und getrieben fühlen. Wie sonst ist zu erklären, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Immer mehr. Und noch mehr vom selben“ lautet das Erfolgsmantra unserer hochgerüsteten Konsum- und Erlebniswelt, deren Lebenswirklichkeit sich in den rasanten Umschlagbewegungen von Kapital und Gütern vollzieht. Alarmierend dabei die stetig steigende Tendenz von Menschen, die sich von den Schattenseiten der Erfolgsgesellschaft und deren tradiertem Mehrwertprinzip erschöpft und getrieben fühlen. Wie sonst ist zu erklären, dass die Lebenszufriedenheit in Deutschland seit Jahren stagniert und sich ein psychosoziales Klima allgemeiner Erschöpfung und depressiver Verstimmung breitmacht?</p>
<p><span id="more-218"></span>Zum Ausgleich von Konkurrenznachteilen schuften wir wie im Hamsterrad, um im Wettlauf um größere Effizienz und noch höhere Renditen immer schneller, besser und billiger zu werden und dem ersehnten Erfolg so letztlich doch entgegenzuarbeiten. Und was die Sache nicht leichter macht: Im globalisierten Wandel mit seinen Unwägbarkeiten ist die Orientierung an den Erfolgen von gestern längst kein Garant mehr für die Erfolge von morgen.</p>
<p>Damit stehen wir vor einer Situation, zu deren Erklärung die vertrauten Maßstäbe nicht mehr taugen. Mit der zunehmenden Brüchigkeit althergebrachter Erfolgskonzepte steigen infolgedessen die Anforderungen an die individuelle Fähigkeit, Erfolg auch jenseits determinierter Erfolgskonzepte zu finden. Was wir heute brauchen, ist eine Umorganisation, ein Umdenken und eine Ausrichtung an neuen Wegen des Gelingens:</p>
<p>Statt in immer weniger Zeit immer mehr zu leisten, brauchen wir anstelle von Durchhalteparolen, wie sie zur Zeit der New Economy en vogue waren, heute vielmehr Strategien, die durch innere Entlastung und weniger Stress für mehr Gelassenheit und Lebensqualität sorgen. Auf diese Weise können innere Freiräume geschaffen werden, die dann für kreative Problem- und Lösungsstrategien zu nutzen sind. <strong>Innehalten als Voraussetzung fürs Durchhalten</strong> ist brandaktuell. Denn pausenlos weiterarbeiten ist Stress pur, der auf Dauer die Lebenskraft und -lust verzehrt.</p>
<p>***</p>
<p>© Ute Bienkowski. Alle Rechte vorbehalten.<br />
<a href="http://www.zenit-institut.de" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">Zenit &#8211; Institut für Kreativität und Erfolgsmethodik</span></a></p>
<p>Weitere Beiträge zum Thema: <a href="http://www.sorbas-ejournal.de" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">Sorbas &#8211; eJournal für den Neubeginn</span></a>.</p>
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		<title>Warten auf den schwarz-gelben Neubeginn &#8211; Warten auf Godot?</title>
		<link>https://bienkowski.wordpress.com/2010/04/08/schwarz-gelber-neubeginn-warten-auf-godot/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ute Bienkowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 23:16:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Eine schwarz-gelbe Wunschkoalition, die den politischen Neubeginn vergeigt. Ein deutscher Vizekanzler, der augenscheinlich viel lieber Oppositionspolitik macht. Eine Kanzlerin, von der niemand so recht weiß, wofür sie steht und wohin sie will. Wer glaubt, er habe es hier mit der Steilvorlage für ein grottenschlechtes Bauerntheater zu tun, wird schnell eines Besseres belehrt. Denn hier geht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine schwarz-gelbe Wunschkoalition, die den politischen Neubeginn vergeigt. Ein deutscher Vizekanzler, der augenscheinlich viel lieber Oppositionspolitik macht. Eine Kanzlerin, von der niemand so recht weiß, wofür sie steht und wohin sie will. Wer glaubt, er habe es hier mit der Steilvorlage für ein grottenschlechtes Bauerntheater zu tun, wird schnell eines Besseres belehrt. Denn hier geht es um die deutsche Realpolitik 2010. Eine Realpolitik, die schon deshalb zur Groteske verkommt, weil die Kanzlerin als Hüterin der Richtlinienkompetenz den Deutschen zur Bundestagswahl 2009 ein neues Denken versprochen hatte. Und auch ihr alarmistischer Vizekanzler, der das Land wie kaum ein anderer polarisiert, wollte eigentlich die geistig-politische Wende bringen.</p>
<p><span id="more-212"></span>Was vom politischen Neubeginn in Deutschland stattdessen übrig blieb, sind die klein-kleinen Grabenkämpfe seiner Volksvertreter, ihr parteipolitisches Machtgerangel, Quertreiberei aus Bayern. Entsprechend groß die Enttäuschung beim entnervten Wahlvolk, das sich mittlerweile zu Recht fragt: Ist Politik denn nur noch Selbstzweck?</p>
<p>Auf der Suche nach einer Erklärung für dieses erbärmliche Politikspektakel mag so mancher Wähler geneigt sein, dem Denkforscher Dietrich Dörner Glauben zu schenken, der bei seiner Suche nach »der Logik des Misslingens« herausgefunden haben will, dass es eine menschliche Tendenz zu sein scheint, gerade dann zur Lösung der falschen Probleme Zuflucht zu nehmen, wenn die richtigen, ernsthaften als zu schwierig und zu unübersichtlich erleben werden. Eine Tendenz, von der offensichtlich auch die uns Regierenden nicht verschont blieben. Wie sonst ist zu erklären, dass ein wirklicher Lernprozess durch die Wirtschaftskrise weder in der Politik noch in den Unternehmen bisher stattgefunden hat?</p>
<p>Noch immer harren wir einer Finanzmarktregulierung. Und auch eine Zwangsabgabe für Banken ist gerade mal in der Planung. Kein Wunder, dass sich eine erschreckende Politikverdrossenheit als Katalysator für ein psychosoziales Klima allgemeiner Verunsicherung und Lebensunzufriedenheit in Deutschland breit macht. Denn angesichts der drängenden Probleme unserer Zeit erwartet der Wähler endlich eine politische Weichenstellung, nicht zuletzt deshalb, weil er und seine nachfolgenden Generationen die Zeche für die Finanzkrise zahlen müssen.</p>
<p>Vor dem Hintergrund einer gigantischen Staatsverschuldung werden wir es in Zukunft mit einer <em>Politik der Schrumpfung</em> zu tun haben, wie es der Gesellschaftsforscher Berthold Vogel ausdrückt. Und der sozial verträgliche Umgang damit wird zu den großen gesellschaftspolitischen Herausforderungen gehören. Statt sich jedoch in permanenter Panikmache zu üben, sollten die Medien eigentlich voll davon sein, wie die neuen ökonomischen Bedingungen der Globalisierung in Bildung übersetzt werden können, damit die ökonomischen Unwägbarkeiten beherrschbarer und die Abstiegsangst durch die Entwicklung von Lösungsstrategien gemindert wird. Denn zur allgemeinen Lebenszufriedenheit trägt vor allem die Zuversicht bei, den veränderten Wettbewerbsbedingungen nicht bedingungslos ausgeliefert zu sein, sondern ihnen sehr wohl etwas entgegensetzen zu können.</p>
<p>Und so wird die Zukunftsfähigkeit Deutschland nicht zuletzt von der Frage abhängen, wie wir den neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen trotzen wollen, um auf Dauer wettbewerbsfähig zu bleiben.</p>
<p>***</p>
<p>© Ute Bienkowski. Alle Rechte vorbehalten.<br />
<a href="http://www.zenit-institut.de" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">Zenit &#8211; Institut für Kreativität und Erfolgsmethodik</span></a></p>
<p>Weitere Beiträge zum Thema: <a href="http://www.sorbas-ejournal.de" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">Sorbas &#8211; eJournal für den Neubeginn</span></a>.</p>
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		<title>Guido Westerwelle und der wenig diskrete Charme der Bourgeoisie.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ute Bienkowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 13:07:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sind wir alle von spätrömischer Dekadenz bedroht? Da gibt es schon eine Menge, was wir in jüngster Zeit an Dekadenz über uns haben ergehen lassen müssen: ein demokratischer Staat, der, um an die Daten von Steuerhinterziehern zu gelangen, sich über seine eigene Rechtsstaatlichkeit erhebt und sich auf einen gewagten Deal mit Kriminellen einlässt. Geistliche Amts- [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><strong>Sind wir alle von spätrömischer Dekadenz bedroht?<br />
</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Da gibt es schon eine Menge, was wir in jüngster Zeit an Dekadenz über uns haben ergehen lassen müssen: ein demokratischer Staat, der, um an die Daten von Steuerhinterziehern zu gelangen, sich über seine eigene Rechtsstaatlichkeit erhebt und sich auf einen gewagten Deal mit Kriminellen einlässt. Geistliche Amts- und Würdenträger, die ihre Schutzbefohlenen befummeln, statt mit ihnen Latein und Griechisch zu büffeln. Öffentlich-rechtliche Sendeanstalten, die uns in munterer Talkrunde den „frechsten Arbeitslosen Deutschlands“ zur Unterhaltung präsentieren, damit er einem werktätigen Publikum, das ihm die Transferleistungen erwirtschaftet, seine Arbeitsverweigerungsstrategien zum Besten geben kann. Und zu guter Letzt mussten wir dieser Tage auch noch eine menschelnde Landesbischöfin verkraften, die, betrunken am Steuer, eine rote Ampel überfährt und von der Polizei erwischt wird. Es mag allein ihrem unumwundenen Schuldeingeständnis und achtenswerten Rückritt zuzuschreiben sein, dass der entnervte Beobachter nicht aufstöhnt: „Sind wir eigentlich nur noch von Dekadenz umgeben?“</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-202"></span>Doch hat die Sorge vor der grassierenden Dekadenz, insbesondere spätrömischer, unlängst einen wachsamen Mahner auf den Plan gerufen. In Person des liberalen Parteivorsitzenden Guido Westerwelle hat sich der diesmal wenig diskrete Charme der Bourgeoisie in markigen Sprüchen und Vergleichen Luft gemacht, um uns nach dem Karlsruher Urteil zur Neuberechnung geltender Hartz-IV-Gesetze vor spätrömischer Dekadenz und anstrengungslosem Wohlstand zu warnen.</p>
<p style="text-align:justify;">Nicht, dass wir angesichts dramatischer Staatsverschuldung und Globalisierungsdruck keine Diskussion über die Zukunft unseres Sozialstaates gebraucht hätten oder darüber, wie sich Leistung für hart arbeitende Menschen wieder lohnen kann. Nur ist das Irritierende an dieser Debatte der Zynismus, mit dem sie losgetreten wurde, und wie sie die Nation inzwischen gespalten hat. Solche Diskurse können ein Land auch zerreißen, nicht zuletzt deswegen, weil der gesellschaftliche Zusammenhalt als unabdingbare Voraussetzung für sozialen Frieden mit davon abhängt, wie die <em>Insider</em> einer Gesellschaft mit ihren <em>Outsidern</em> umgehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Hinzu kommt: Bei seiner schonungslosen Kritik an den Hartz-IV-Regelungen und ihrer Gefahr des anstrengungslosen Wohlstands muss dem liberalen Mahner entgangen sein, dass dekadente Verhältnisse durchaus auch in den eigenen Reihen anzutreffen sind. Beispielsweise, wenn gut Betuchte in einer Zeit, in der sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnet, ihr Geld ins zugriffssichere Ausland schaffen und durch Steuerhinterziehung im XXL-Stil den Eigennutz über das Allgemeinwohl stellen. Und nicht zuletzt tragen die Liberalen wegen  ihrer kategorischen Ablehnung eines gesetzlichen Mindestlohns zumindest eine Mitverantwortung daran, dass ein stellenweise unverantwortliches Lohndumping selbst arbeitende Menschen in die Armutsfalle treibt und zu Bittstellern beim Amt macht.</p>
<p style="text-align:justify;">Was wir angesichts solcher Zustände brauchen, sind nicht Sprüche, denen keine Taten folgen, sondern endlich konkrete Vorschläge, wie die Rundumerneuerung des Sozialstaats aussehen kann und vor allem, wie er vor dem Hintergrund leerer Kassen in Zukunft zu finanzieren ist. Im Hinblick auf diese Herkulesaufgabe wächst die Sorge vor einer schwarz-gelben Regierung, die sich zwar ausgiebig streitet, aber darüber hinaus bisher nichts bewegt hat.</p>
<p>***</p>
<p>© Ute Bienkowski. Alle Rechte vorbehalten.<br />
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		<title>Ich hartze, du hartzst. Und wir hartzen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ute Bienkowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Jan 2010 23:24:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Jetzt ist es amtlich: Wem weniger als 913 Euro netto pro Monat zur Verfügung stehen, gilt nach statistischen Berechnungen als arm. Wenngleich zum Kreis der Betroffenen allen voran Arbeitslose, Alleinerziehende und Singles gehören, schützt selbst ein ordentliches Beschäftigungsverhältnis inzwischen nicht mehr unbedingt vor Armut. Und so waren den Zahlen der Statistiker zufolge bereits 2007 sieben [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt ist es amtlich: Wem weniger als 913 Euro netto pro Monat zur Verfügung stehen, gilt nach statistischen Berechnungen als arm. Wenngleich zum Kreis der Betroffenen allen voran Arbeitslose, Alleinerziehende und Singles gehören, schützt selbst ein ordentliches Beschäftigungsverhältnis inzwischen nicht mehr unbedingt vor Armut. Und so waren den Zahlen der Statistiker zufolge bereits 2007 sieben Prozent der Erwerbstätigen armutsgefährdet. Das Erschreckende daran, dass mittlerweile nicht einmal mehr Akademiker davor gefeit sind.</p>
<p><span id="more-200"></span>Die Hartz-IV-Gesetze haben den Arbeitsmarkt flexibilisiert und die Arbeitslosenzahlen unstreitig reduziert. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass dieselben Arbeitsmarktreformen die Entstehung eines neuen Niedriglohnsektors, verstärkte Zeitarbeit sowie geringfügige und befristete Beschäftigungsverhältnisse erheblich begünstigt haben. Im Zuge dessen macht das Wort von der Arbeitsarmut die Runde. Nur, wie retten die am gesellschaftlichen Alles-ist-möglich-Anspruch Gescheiterten ihr Selbstwertgefühl über das Kränkende, trotz ihrer Hände Arbeit und mitunter fundierter Ausbildung beim Amt zum Bittsteller zu werden? Und wie wird die Demütigung verkraftet, aufgrund eines Billiglohns fernab der schönen Glaspalastwelt allenfalls noch als Konsument von »Ramschware« in Betracht zu kommen?</p>
<p>Vor diesem Hintergrund dürfen wir gespannt sein. Gespannt darauf, wie lange das stereotype Argument, schlecht bezahlte Arbeit sei besser als gar keine, zur Beschwichtigung derer ausreicht, die im Wettlauf um den günstigsten Standort als billiges »Humankapital« ins Rennen geschickt und dort vielfach verheizt werden. Dabei ist das eigentlich Skandalöse, dass die Wirtschaft Niedriglöhne heute mit staatlicher Legitimation als Druckmittel im Wettbewerb als Standortvorteil nutzen kann. Nicht allein, dass derartige Verhältnisse hinreichend Sprengstoff für krawallige Polemik bieten. Sie können eine Gesellschaft zerreißen, weil sie keine Basis sind, auf der ihr Zusammenhalt auf Dauer funktionieren kann.</p>
<p>In einer Zeit, in der sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnet und ein sozialer Abstieg längst nicht mehr nur die Aussicht für sogenannte Unterprivilegierte ist, brauchen wir schon im eigenen Interesse endlich eine gesellschaftliche Debatte jenseits plakativer Worthülsen und Sprechblasen darüber, wie zum Erhalt unseres viel beschworenen sozialen Friedens jedermann ein menschenwürdiges Dasein führen kann.</p>
<p>Unlängst wurde unter der Ägide des renommierten Langenscheidt-Verlags das Wort »hartzen« als Synonym für rumhängen, trödeln, arbeitslos sein zum Jugendwort 2009 gekürt. Nicht genug damit, dass damit Millionen von Menschen beleidigt werden, die unverschuldet in die Arbeitslosigkeit geraten oder trotz redlicher Arbeit auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind. Auch um einer gesellschaftlichen Zweiteilung nachhaltig entgegenzutreten, dürfte dies wohl kaum ein angemessenes Signal sein. Denn vor dem Hintergrund einer weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise mit unabsehbaren Folgen kann »hartzen« heute jeden treffen.</p>
<p>***</p>
<p>© Ute Bienkowski. Alle Rechte vorbehalten.<br />
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<p>Weitere Beiträge zum Thema: <a href="http://www.sorbas-ejournal.de" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">Sorbas &#8211; eJournal für den Neubeginn</span></a>.</p>
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		<title>Success as usual: Warum Robert Enke gestern war</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ute Bienkowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 00:30:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neubeginn]]></category>
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					<description><![CDATA[»Wer sich zu einer Schwäche bekennt, ist nicht schwach. Er ist stark«, so Stephan Weil, amtierender Oberbürgermeister von Hannover, anlässlich der Trauerfeier für Torhüter Robert Enke nach seinem Freitod. Tragisch nur, dass die gesellschaftliche Wahrnehmung unserer effizienzorientierten Ellbogengesellschaft eine ganz andere ist: Auf Erfolg und dessen Accessoires fixiert, wird wie bei den Kickern derjenige gnadenlos [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>»Wer sich zu einer Schwäche bekennt, ist nicht schwach. Er ist stark«, so Stephan Weil, amtierender Oberbürgermeister von Hannover, anlässlich der Trauerfeier für Torhüter <a title="Robert Enke - die geschlagene Nummer Eins" href="/2009/11/14/robert-enke-die-geschlagene-nummer-eins/" target="_blank">Robert Enke</a> nach seinem Freitod. Tragisch nur, dass die gesellschaftliche Wahrnehmung unserer effizienzorientierten Ellbogengesellschaft eine ganz andere ist: Auf Erfolg und dessen Accessoires fixiert, wird wie bei den Kickern derjenige gnadenlos ausgepfiffen, der nicht ins Klischee vom bedingungslosen Leistungswillen passt und stolpert.</p>
<p>Für Verlierer ist auf dem grünen Rasen kein Platz, und in der Gesellschaft haben sie keine Lobby. Wie sonst ist zu erklären, dass Bundestrainer Joachim Löw im Zusammenhang mit dem Selbstmord seines Keepers und einem Telefonat mit dessen Vater augenscheinlich keinen Grund dafür sieht, »dass wir uns Vorwürfe machen müssen«, und für eine schnellstmögliche Rückkehr zur Normalität plädiert. Mit anderen Worten: Robert Enke war gestern, und success as usual ist heute.</p>
<p><span id="more-192"></span>Hatte es nach Enkes Tod und dem damit verbundenen Hype für einen Moment lang so ausgesehen, als würde diese menschliche Tragödie eine nachhaltige Debatte über unsere gesellschaftliche Werteorientierung auslösen, so können wir heute, nachdem Enke medial in großem Stil betrauert und das Leid seiner Angehörigen im Scheinwerferlicht genügend voyeuristisch ausgeleuchtet wurde, davon ausgehen, dass mit der Rückkehr zur Normalität auch der eingeschlagene Weg sowohl auf dem Spielfeld als auch im gesellschaftlichen Denken fortgesetzt wird.</p>
<p>Der hochtourige Wettkampf um Marktanteile lässt keinen Raum mehr für kritische Fragen. Im Rennen um Konkurrenzvorteile und Schnäppchen bleibt uns keine Zeit zum Innehalten. Vielleicht, weil das Mantra vom ökonomischen Erfolg aus unser aller Lebenswirklichkeit nicht mehr wegzudenken ist. Vielleicht, weil wir von unserer hochgerüsteten Konsum- und Erlebniswelt nur noch mitgerissen werden. Das Tragische daran ist nur, dass sich die Brüchigkeit eben dieser Leistungs- und Konsumorientiertheit an dem Schicksal Enkes in so fataler Weise spiegelt. Und das umso mehr vor dem Hintergrund eines unberechenbaren Arbeitsmarkts, der im Zuge einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise eine wachsende Zahl von Menschen in die Erschöpfung und Depression treibt.</p>
<p>Was wir deshalb heute schon im eigenen Interesse brauchen, ist endlich eine gesellschaftliche Debatte über Werte jenseits determinierter Erfolgs- und Effizienzvorstellungen. Dabei geht es beileibe nicht darum, das Stolpern salonfähig zu machen, sondern vielmehr um die Suche nach Wegen, menschenwürdig und verantwortungsbewusst damit umzugehen. Nur so können wir verhindern, dass Stolperer unter Umständen zu dauerhaften Verlierern und tickenden menschlichen Zeitbomben werden, deren Frust sich in Gewalt gegen andere entlädt, was sie dann zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem macht.</p>
<p>***</p>
<p>© Ute Bienkowski. Alle Rechte vorbehalten.<br />
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<p>Weitere Beiträge zum Thema: <a href="http://www.sorbas-ejournal.de" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">Sorbas &#8211; eJournal für den Neubeginn</span></a>.</p>
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		<title>Robert Enke: die geschlagene Nummer eins</title>
		<link>https://bienkowski.wordpress.com/2009/11/14/robert-enke-die-geschlagene-nummer-eins/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ute Bienkowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 01:05:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[»You Can Win If You Want« – so lautet nicht nur ein Erfolgssong des einstigen Popduos Modern Talking, sondern auch das Motto unserer modernen Leistungsgesellschaft. Dem Nationalkeeper Robert Enke wurde die daraus resultierende Einstellung jetzt zum Verhängnis. Die Geschichte dieses todtraurigen Nationaltorhüters, der sich im Kampf um den Ball zur Spitze durchschlug und sich eines [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>»You Can Win If You Want« – so lautet nicht nur ein Erfolgssong des einstigen Popduos Modern Talking, sondern auch das Motto unserer modernen Leistungsgesellschaft. Dem Nationalkeeper Robert Enke wurde die daraus resultierende Einstellung jetzt zum Verhängnis. Die Geschichte dieses todtraurigen Nationaltorhüters, der sich im Kampf um den Ball zur Spitze durchschlug und sich eines unbedingten Erfolgswillens zum Trotz dennoch vor seiner Krankheit geschlagen geben musste, hat die Republik wie kaum eine andere gerührt.</p>
<p>Dass der Torheld das Geheimnis seiner tabuisierten Traurigkeit ebenso vehement wie sein Tor hütete und aus Angst vor dem Öffentlichwerden seiner Depressionen und Versagensängste schließlich den Freitod auf den Schienen wählte, wirft nicht nur einen Blick hinter die Fassade einer äußerlich strahlenden Siegerpose, sondern auch auf die Abgründe des Leistungssports und nicht zuletzt einer Leistungsgesellschaft insgesamt, die jede Form von Schwäche verpönt und schon einen zweiten Platz als Niederlage wertet. Umso größer ist der Respekt vor Enkes so tapferer Witwe Teresa, die uns mit ihrer schonungslosen Offenheit einen Einblick in die fußballerische Kraftmeierei und der Zerbrechlichkeit menschlichen Lebens dahinter erlaubt.</p>
<p><span id="more-189"></span>Wenn dieser Suizid die Menschen derart erschüttert hat, dann vielleicht auch deshalb, weil viele intuitiv spüren, dass Robert Enke einer von ihnen war. Denn die allseits eingeforderte Effizienzsteigerung hat eine Beschleunigungslogik in Gang gesetzt, die bei einer ständig wachsenden Zahl von Menschen Zustände von chronischer Erschöpfung und Niedergeschlagenheit auslöst und sie vielfach an die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit treibt. Gewiss, zum Erhalt unseres Wohlstands braucht die Wirtschaft Wachstum. Ist ein Ziel aber erst erreicht, muss es sofort überboten werden.</p>
<p>Die ständige Steigerung aller Optionen mitsamt der rasenden Umschlagsbewegungen von Gütern und Kapital verstärken das Gefühl, nicht mehr selbst zu leben, sondern gelebt zu werden. Im Auf und Ab unberechenbarer Finanzmärkte wie eine Kleiderpuppe hin- und hergeworfen, wird der Mensch vor diesem Hintergrund zum bloßen Leistungserbringer degradiert. Immer mehr Leistung. Immer mehr Druck. Immer mehr Stress. Tatsächlich wird der Traum vom stets perfekten, schönen, erfolgreichen, ganzheitlichen und immer prallen Leben für viele Menschen heute zum Alptraum.</p>
<p>Kein Wunder, dass die Angst umgeht, die Angst, im Kampf um Konkurrenzvorteile nicht mehr mitzuhalten und abgehängt zu werden. Wen wundert es, dass im Zuge dessen die psychischen Erkrankungen rasant zunehmen. Die sich hier zuspitzende Situation ruft die Experten auf den Plan – und Krankenkassen schlagen wegen des explodierenden Konsums an Psychopharmaka Alarm. Es gibt immer weniger verbindliche Werte in unserer Gesellschaft – mit einer Ausnahme. Dieser eine Wert wird für immer mehr Menschen zunehmend wichtig: Es ist die Motivation, erfolgreich zu sein, alles perfekt zu machen, möglichst weit nach oben zu kommen.</p>
<p>Wer in unserer erfolgs- und leistungsorientierten Marktmaschinerie dabei aber stolpert, ist selbst schuld. So jedenfalls sieht es das öffentliche Auge einer Ellbogengesellschaft, die den Erfolg im Sinne des Gewinnstrebens und der Leistungsmaximierung zum allgemeingültigen Maßstab erhebt und Niederlagen als Makel stigmatisiert. Fatal. Denn trotz aller Erfolgsrhetorik und Durchhalteparolen ist niemand vor Erfolgseinbußen gefeit, steht jeder Menschen irgendwann einmal auf der Verliererseite.</p>
<p>Und so ist der gesellschaftliche Umgang mit dem Scheitern ein zutiefst unmenschlicher und mutloser. Wir haben kaum so etwas wie eine Kultur des Umgangs mit Grenzen. Alles Mangelhafte wird als peinlich empfunden. Die Fähigkeit, mit Grenzen umzugehen, müsste Bestandteil unserer Bildung sein, denn die Unplanbarkeit gelingenden Lebens und die Begrenztheit der eigenen Lebenszeit ist ein Grundproblem des menschlichen Daseins. Hinzu kommt, dass eine Gesellschaft, die das Recht des Stärkeren wie wir salonfähig macht, auf Dauer nicht wird überleben können.</p>
<p>***</p>
<p>© Ute Bienkowski. Alle Rechte vorbehalten.<br />
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		<title>Quo vadis, Deutschland?</title>
		<link>https://bienkowski.wordpress.com/2009/09/13/quo-vadis-deutschland/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ute Bienkowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 16:35:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sind die fetten Jahre vorbei? Glaubt man den vollmundigen Wahlkampfparolen, dann hat Deutschland die weltweite Finanzkrise entweder längst überwunden, oder aber das Schlimmste kommt erst noch – und zwar dann, wenn der Bürger die falsche Regierung wählt. Auch ein Blick in die mehr oder weniger seriöse Presse hilft nicht weiter. Die Prognosen wechseln sich beständig [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sind die fetten Jahre vorbei?</strong></p>
<p>Glaubt man den vollmundigen Wahlkampfparolen, dann hat Deutschland die weltweite Finanzkrise entweder längst überwunden, oder aber das Schlimmste kommt erst noch – und zwar dann, wenn der Bürger die falsche Regierung wählt. Auch ein Blick in die mehr oder weniger seriöse Presse hilft nicht weiter. Die Prognosen wechseln sich beständig ab, und fast könnte man meinen, das hinge von der jeweils aktuellen Stimmungslage der verantwortlichen Redaktion ab. Derartige Flatterhaftigkeit in der Informationspolitik lässt aber vor allem einen Verdacht aufkommen: Die Lage ist noch viel schlimmer als vermutet, und dafür gibt es ganz handfeste Zahlen.</p>
<p><span id="more-186"></span>Wie das <a href="http://www.destatis.de/" target="_blank">Statistische Bundesamt</a> unlängst veröffentlicht hat, ist jeder zehnte Bundesbürger inzwischen auf staatliche Unterstützung angewiesen. Kurz: Immer mehr Menschen, die ihren Lebensunterhalt – auch als Folge von Niedriglohn-Jobs, sowie rasant steigender Energie- und Lebenshaltungskosten – nicht mehr alleine bestreiten können und von sozialem Abstieg bedroht sind.</p>
<p>Obgleich die Zahl dieser Fälle in Deutschland rapide zunimmt, ist Erfolg immer noch das Motto einer auf Gewinnmaximierung ausgerichteten <a href="/2008/10/08/leistungsgesellschaft/" target="_blank">Leistungsgesellschaft</a>, die Erfolgseinbußen als Störfaktoren betrachtet und sie mit immer effizienteren Technologien, rationelleren Steuerungsmechanismen und bewährten Handlungsmaximen zu verhindern versucht. Und weil in unserer Gesellschaft alles, nur keine Erfolgseinbußen erlaubt sind, verfügen wir kaum über so etwas wie eine Kultur des souveränen Umgangs mit Lebensumbrüchen und Wendepunkten wie Karriereknicks, Jobverlust, Trennung, ungewissen Lebensumständen und Sinnkrisen. Daher ist auch nicht verwunderlich, dass es so wenige Beispiele gibt, wie Brüche im Leben verarbeitet und bewältigt werden können.</p>
<p>Nach unserem gängigen Gesellschaftsbild bedeutet nur Siegen und Durchhalten Stärke. Aber Loslassen können, ist eine ebensolche Stärke. Und die Souveränität, nach einem Bruch neu durchzustarten, zählt zu unseren Kernkompetenzen, auf die wir allerdings viel zu wenig vorbereitet werden. Dies bietet insofern Anlass zur Sorge, als gerade im globalisierten Zeitalter mit seinen Unwägbarkeiten und seiner Zunahme an globalen und individuellen Krisen flexible Stärke und die Fähigkeit, Alternativen ins Auge zu fassen, gefragt sind. In Zeiten von Outsourcing und Outplacement gibt es keine Garantie mehr für Beständigkeit: Job- und Ortswechsel gehören heute ebenso zum Alltag wie sich ständig ändernde soziale Kontexte oder die zunehmende Komplexität von Arbeitsprozessen.</p>
<p>Was wir vor dem Hintergrund einer <a href="/2009/01/14/wer-erklart-uns-die-globalisierung/" target="_blank">globalisierten Welt</a> und ihren Unwägbarkeiten brauchen, ist eine vorwärtsgerichtete Sicht der Dinge, die im Umgang mit Brüchen auf Gelassenheit setzt und lösungsorientierte Wege dahingehend aufzeigt, wie ein beruflicher oder privater Neubeginn gelingen kann. Denn es besteht die Gefahr, dass in einer Gesellschaft, deren gesamtes Streben auf ökonomische Logik, auf stete Steigerung und Vermehrung ausgerichtet hat, bald niemand mehr weiß, wie er mit Erfolgseinbußen souverän umzugehen hat.</p>
<p>***</p>
<p>© Ute Bienkowski. Alle Rechte vorbehalten.<br />
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		<title>Ein Votum für Deutschland und die Kunst des Scheiterns</title>
		<link>https://bienkowski.wordpress.com/2009/08/24/ein-votum-fur-deutschland-und-die-kunst-des-scheiterns/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ute Bienkowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 21:18:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Während sich die Wahlkampfplatitüden in kernigen bis nichtssagenden Sentenzen darum bemühen, dem Bürger mit möglichst verlockend klingenden Versprechungen die eigene politische Coleur schmackhaft zu machen, gehen die bedeutenden Probleme, denen sich dieses Land gegenübersieht, geflissentlich im Sommerloch unter. Dabei gehört es zum guten (also schlechten) Ton der Maschinerie, den Gegner so gut es geht als [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Während sich die Wahlkampfplatitüden in kernigen bis nichtssagenden Sentenzen darum bemühen, dem Bürger mit möglichst verlockend klingenden Versprechungen die eigene politische Coleur schmackhaft zu machen, gehen die bedeutenden Probleme, denen sich dieses Land gegenübersieht, geflissentlich im Sommerloch unter. Dabei gehört es zum guten (also schlechten) Ton der Maschinerie, den Gegner so gut es geht als Versager darzustellen, und sich selber schon einmal vorab den Lorbeerkranz für zukünftige Heldentaten zuzusprechen. Will man diesem strategischen Gerede Glauben schenken, so muss man davon ausgehen, dass das Scheitern immer ein Privileg der anderen ist. Wer Fehler gemacht hat, ist nicht würdig, dieses Land zu regieren und hat keine zweite Chance verdient. So der Tenor.</p>
<p><span id="more-183"></span></p>
<p>Doch damit wird nicht nur lauthals um Wählerstimmen gebuhlt, sondern auch eine Grundhaltung in den Köpfen zementiert, die dort ohnehin bereits fest verankert ist: Die Hierarchie von Gewinnern und Verlieren. Siegen und Scheitern – zwei Kategorien, in die sich Menschen bequem und gerne aufteilen lassen. Siegen ist eine Kunst, aber Scheitern? Bis auf den heutigen Tag provoziert „Scheitern“ in Deutschland immer einen sehr dicken und zusätzlich Tausende kleine Zeigefinger, die alle den Odem der Schadensfreude und des Spotts verbreiten. Die gesellschaftliche Formel dafür ist einfach: Wer im Wettlauf mit den anderen stolpert und zu Boden stürzt, bleibt meist auch dort – und das zurecht.</p>
<p>Nach gängiger Meinung ist der Gescheiterte an seiner Misere selbst schuld. Dummheit, Schwäche und Inkompetenz sind gerne unterstellte Ursachen. So jedenfalls sieht es das öffentliche Bewusstsein, das aus lauter Angst vor dem eigenen Scheitern demjenigen kein Verständnis entgegenbringt, der in einer erfolgsorientierten Marktmaschinerie stolpert und auf der Strecke bleibt. Scheitern ist verpönt. Und wer vom Scheitern spricht, meint in aller Regel die anderen. Kein Wunder, dass die Angst vor Niederlagen in der deutschen Seele so tief verwurzelt ist.</p>
<p>Dabei hat das Scheitern viel mehr mit uns zu tun, als es uns die hyperaktive Leistungsgesellschaft glauben machen will. Denn die dramatischen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und der rasante gesellschaftlichen Wandel in einer globalisierten Welt wirbeln unsere Welt durcheinander und konfrontieren uns mit unverhofften Abstürzen, Wandlungen, Brüchen und Chancen. Scheitern wird also mehr und mehr zur Erfahrung des modernen Menschen. Und das anzunehmen, ist die eigentliche Herausforderung der Moderne.</p>
<p>Dabei geht es nicht darum, das Scheitern »salonfähig« zu machen. Es geht vielmehr darum, es zu verstehen, damit wir souveräner mit Tiefschlägen umgehen können. Kurz: Es geht ums Aufstehen und nicht ums Hinfallen. Verlieren zu können, ist ein große Stärke, doch will die Kunst, ein »guter« Verlierer zu sein, frühzeitig geübt und trainiert sein. Es geht also um eine für unsere Kultur noch junge Kunst: die Kunst des Scheiterns. Man kann die Kunst des Scheitern als gesellschaftlichen Aufbruch verstehen. Man kann sie aber auch schlicht als notwendige Neupositionierung deuten, wenn wir nicht noch tiefer im Sumpf von leeren Kassen und betrieblich bedingten Insolvenzen versinken wollen.</p>
<p>Wenn Deutschland aber dauerhaft als Gründerland etabliert und die Eigenverantwortung insgesamt gefördert werden soll, brauchen wir neben der Kultur der Selbstständigkeit auch eine Kultur des Neubeginns, die verhindert, dass aus Gestrauchelten endgültige Verlierer werden, die durch das soziale Netz fallen und die Volkswirtschaft damit zusätzlich belasten.</p>
<p>Und so wird die politische und wirtschaftliche Überlebensfähigkeit Deutschlands nicht zuletzt von seiner Fähigkeit abhängen, auf veränderte technische, soziale und kulturelle Herausforderungen angemessen zu reagieren. Denn in dem Maße, wie sich die allgemeine Risikobereitschaft aus Angst vor dem Scheitern reduziert, stagnieren im gleichen Zug  jegliche Vorwärts- und Fortschrittsbewegung. Scheitern und das Lernen daraus wird demnach begriffen als notwendiges Element allen Fortschreitens, aller gesellschaftlicher und ökonomischer Vorwärtsbewegung. Und so wird die politische und wirtschaftliche Überlebensfähigkeit Deutschlands nicht zuletzt von seiner Fähigkeit abhängen, auf veränderte technische, soziale und kulturelle Herausforderungen angemessen zu reagieren.</p>
<p>***</p>
<p>© Ute Bienkowski. Alle Rechte vorbehalten.<br />
<a href="http://www.zenit-institut.de" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">Zenit &#8211; Institut für Kreativität und Erfolgsmethodik</span></a></p>
<p>Weitere Beiträge zum Thema: <a href="http://www.sorbas-ejournal.de" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">Sorbas &#8211; eJournal für den Neubeginn</span></a>.</p>
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		<title>Sind Clowns die besseren Krisenmanager?</title>
		<link>https://bienkowski.wordpress.com/2009/06/22/sind-clowns-die-besseren-krisenmanager/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ute Bienkowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 09:48:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neubeginn]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise erleben wir turbulente Zeiten. Die Lebensumstände haben sich in der Krise enorm verändert. Immer häufiger ist es vorbei mit der Gradlinigkeit in der Karriere oder im Leben. Existenzielle Nöte und Zukunftsängste werden zu einer Lebensrealität von immer mehr Menschen. Scheitern ist zwar inzwischen ein alltägliches Phänomen, allerdings noch immer [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise erleben wir turbulente Zeiten. Die Lebensumstände haben sich in der Krise enorm verändert. Immer häufiger ist es vorbei mit der Gradlinigkeit in der Karriere oder im Leben. Existenzielle Nöte und Zukunftsängste werden zu einer Lebensrealität von immer mehr Menschen. Scheitern ist zwar inzwischen ein alltägliches Phänomen, allerdings noch immer nicht als Normalität akzeptiert. Die Angst davor lähmt unsere Kraft, wenn wir sie nicht umwandeln und bewusst und mutig zu neuen Ufern aufbrechen.</p>
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<p>Dabei ist es gerade der entspannte Umgang mit Rückschlägen, der neue Handlungsspielräume erschließt, weil durch den Wegfall der Angst vor einer Niederlage Freiräume entstehen, die für neue Ideen und Projekte genutzt werden können. Zum Selbstverständnis der Moderne gehört der Glaube an die permanente Höher- und Weiterentwicklung. Die „moderne Pflicht zum Erfolg“ hat es der amerikanische Soziologe <a href="http://soziologieheute.wordpress.com/2009/02/13/robert-king-merton-1910-2003/" target="_blank">Robert Merton</a> einmal genannt, wobei Erfolg in erster Linie ein normativer und leistungsorientierter Begriff ist.</p>
<p><span id="more-176"></span>In einer Zeit jedoch, in der wirtschaftlicher Erfolg für eine wachsende Zahl von Menschen zu einem knappen Gut wird, brauchen wir neue Deutungsmuster für erfolgsorientiertes Handeln und gelingendes Leben: Nicht nur aus dem Siegen und Durchhalten beziehen wir unsere Stärke. Loslassen und Etwas-aufgeben-Können ist eine genauso große menschliche Stärke, die es entsprechend zu würdigen gilt. Gerade in veränderungsreichen Zeiten ist sie ein wesentlicher Erfolgsfaktor.</p>
<p>Wie das gelingen kann, dies lehrt der Clown. Seine Weisheit ist im Nicht-Perfekten begründet. Er ist der Gegenspieler eines durchrationalisierten und perfekten Lebens, dessen Maßstab der schnelle Gewinn ist. Der Clown vermittelt, dass es nichts Endgültiges und keine Gewissheiten gibt. Stattdessen muss immer weiter und wieder nachgedacht werden. Aus seiner Lust am Scheitern zieht er ein großes Maß an innerer Befreiung. Die Komik des Clowns liegt ebenso im Auge des Betrachters wie das gesellschaftlich determinierte Scheitern. Der Clown demonstriert, dass man das Leben auch aus einer ganz anderen Perspektive betrachten kann.</p>
<p>In unserer leistungsbesessenen Zeit sucht er über das Komische und Groteske unsere Wahrnehmungsmuster aufzubrechen und zu vermitteln, dass selbst Krisen und Konfliktsituationen nichts Absolutes sind, sondern immer auch Raum für individuelle Gestaltungsmöglichkeiten lassen.</p>
<p>Der therapeutische Humor im Gesundheitswesen macht sich ebendiesen Aspekt zunutze. „<em>Nur den Erfolg zu betrachten, führt zu einem falschen Eindruck, weil in Zeiten schnellen Wandels auf die alten Mechanismen des Erfolges nur noch bedingt Verlass ist</em>“, lautet auch die Botschaft von <a href="http://en.scientificcommons.org/jerker_denrell" target="_blank">Jerker Denrell</a>, einem Wirtschaftswissenschaftler an der renommierten Stanford-Universität. Weil sich die Welt rasant ändert und die Zukunft nicht vorhersehbar ist, empfiehlt er, das Scheitern genauso ins Kalkül zu ziehen und es als integralen Bestandteil erfolgsorientierten Handels aufzufassen.</p>
<p>Die Sieger im Leben verstehen, dass sie vielleicht mehrmals anfangen und sich beim Versuchen neu einstellen müssen. Allein schon deshalb benötigen wir auf der Suche nach einem souveränen Umgang mit dieser weltweiten Krise neue Weltdeutungs- und Erklärungsmodelle für unser gesellschaftliches Verständnis von Erfolg.</p>
<p>***</p>
<p>© Ute Bienkowski. Alle Rechte vorbehalten.<br />
<a href="http://www.zenit-institut.de" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">Zenit &#8211; Institut für Kreativität und Erfolgsmethodik</span></a></p>
<p>Weitere Beiträge zum Thema: <a href="http://www.sorbas-ejournal.de" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">Sorbas &#8211; eJournal für den Neubeginn</span></a>.</p>
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		<title>Aus der Krise lernen, statt ihr zu erliegen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ute Bienkowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 May 2009 16:49:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Oder: Warum die Krise eine halbgöttliche Instanz ist. „Immer besser, immer schneller, immer billiger!“ lautet das Erfolgsmantra unserer modernen Leistungsgesellschaft, die neben dem schnellen Gewinn den Konsum und das Shareholder-Value-Prinzip zum allgemein gültigen Lebensentwurf erhoben hat. Im Wettlauf um neue Marktanteile sieht der globale Kapitalismus den Menschen vor allem als Leistungserbringer, dessen Unzulänglichkeit er durch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Oder: Warum die Krise eine halbgöttliche Instanz ist.</strong></p>
<p>„Immer besser, immer schneller, immer billiger!“ lautet das Erfolgsmantra unserer modernen Leistungsgesellschaft, die neben dem schnellen Gewinn den Konsum und das Shareholder-Value-Prinzip zum allgemein gültigen Lebensentwurf erhoben hat. Im Wettlauf um neue Marktanteile sieht der globale Kapitalismus den Menschen vor allem als Leistungserbringer, dessen Unzulänglichkeit er durch den Einsatz immer effizienterer Technologien und rationellerer Steuerungsmechanismen möglichst gering zu halten versucht.</p>
<p>Vor dem Hintergrund einer weltumspannenden Wirtschafts- und Finanzkrise hat das kapitalistische Mehrwertprinzip und sein Glaube an eine permanente Leistungssteigerung und -erfüllung tiefe Risse bekommen.</p>
<p><span id="more-172"></span></p>
<p>Wenn es heute darum geht, aus der globalen Finanzmisere nach Möglichkeit Lehren zu ziehen, die uns nach der Krise besser als vor der Krise dastehen lassen, so brauchen wir im Kampf gegen unseren renditegetriebenen Steigerungswahn nicht nur neue Regeln für die Geldwirtschaft, sondern auch eine Kultur des Innehaltens und einen damit verbundener Ausstieg aus dem totalen Steigerungswahn als Puffer gegen die Forderung nach maximaler Flexibilisierung.</p>
<p>Die Angst vor der Zukunft ist der sicherste Weg, sie nicht zu gewinnen. Und so müssen wir, die wir als Folge der Krise inzwischen in der Mehrzahl von Job- und Existenzängsten geplagt sind, uns die Frage stellen, was wir der Krise entgegensetzen, um uns von ihr nicht lähmen zu lassen. Unser Missverständnis in Bezug auf Krisen ist vielfach immer noch dieses passive, schicksalhafte Verständnis davon. Wir haben aber durchaus Einfluss darauf, wie wir über die Umstände denken und wie wir darauf reagieren. In der Psychologie spricht man vom Prinzip der Selbstwirksamkeit: Bin ich Opfer oder Gestalter? Die Überzeugung, keine Marionette des Schicksals zu sein, ist ein wesentliches Merkmal der Selbstwirksamkeit. Um aus der Dynamik der Frustration auszusteigen kann man sich beispielsweise folgende Fragen stellen: Welche Handlungsmöglichkeiten habe ich trotz alledem? Welche Alternativen bieten sich mir? Woraus ziehe ich meine Stärke? Woraus kann ich Kraft schöpfen?</p>
<p>„Die Krise ist eine halbgöttliche Instanz“, hat der Philosoph Peter Sloterdijk unlängst in einem <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1238966814604.shtml" target="_blank">Interview</a> erklärt. Wer es versucht hat, weiß: Der Nutzen von Zäsuren könnte etwa darin liegen, dass in ihnen nicht zuletzt die Aufforderung zum „Nicht Weiter-so“ steckt.</p>
<p>Auf der Suche nach Mitteln zur souveränen Krisenbewältigung wird die Bereitschaft zum Innehalten, kritischen Hinterfragen und zur Richtungsänderung, wenn die Umstände es erfordern, zu einer Schlüsselkompetenz. Das setzt mentale Mobilität voraus, aber ebenso innere Ruhe, Gelassenheit und die Konzentration auf Wesentliches. In der Erkenntnis, dass das Richtige auf diese Weise deutlich werden könnte, steckt die Kraft für einen Neubeginn.</p>
<p>***</p>
<p>© Ute Bienkowski. Alle Rechte vorbehalten.<br />
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<p>Weitere Beiträge zum Thema: <a href="http://www.sorbas-ejournal.de" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">Sorbas &#8211; eJournal für den Neubeginn</span></a>.</p>
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