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	<title>It's a little more complicated than that</title>
	
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	<description>Matthias Winkelmann</description>
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		<title>Boom verblüfft Experten – was sagen die Experten?</title>
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		<comments>http://mwinkelmann.de/2010/08/13/boom-verblufft-experten-was-sagen-die-experten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 13:18:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Winkelmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Prognosen]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Hinweis: heute in der Stunde ab 16 Uhr sendet Radio Fritz des RBB ein kurzes Interview mit mir zum Thema Konjunkturprognosen, basierend auf meinem Oktopus Paul &#8211; Artikel. Wirklich spannend ist es aber eher nicht &#8211; &#8220;die irrtümliche Annahme der Normalverteilung wirtschaftlicher Prozesse&#8221; passt einfach nicht so gut zu dem Sender. Das Fantastische am Prognostizieren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hinweis: heute in der Stunde ab 16 Uhr sendet Radio Fritz des RBB ein kurzes Interview mit mir zum Thema Konjunkturprognosen, basierend auf meinem <a href="http://mwinkelmann.de/2010/07/15/funf-fuhrende-wirtschaftsforschungsinstitute-vs-oktopus-pau/">Oktopus Paul &#8211; Artikel</a>. Wirklich spannend ist es aber eher nicht &#8211; &#8220;die irrtümliche Annahme der Normalverteilung wirtschaftlicher Prozesse&#8221; passt einfach nicht so gut zu dem Sender.</em></p>
<p>Das Fantastische am Prognostizieren ist, dass Prognosen in den seltensten Fällen wirklich überprüft werden. Irgendwie schaut man zwar immer interessiert die Wettervorhersage, bemerkt am nächsten Tag aber nicht, wenn sie daneben lag. Auffällig sind die Fehler nur, wenn man wirklich mal sein Handeln an der Vorhersage orientierte, also zum Beispiel zum Grillen einlud, was dann im Regen endete. Daran wie selten sowas passiert erkennt man einerseits, dass Wettervorhersagen inzwischen ganz gut geworden sind. Andererseits aber, dass sie für die meisten mehr Unterhaltung als Information darstellen. Jacke/keine Jacke? Das entscheidet man immer noch mit dem Blick zum Himmel oder der Hand im Fenster.</p>
<p>Gelegentlich ist der Unterschied zwischen Prognose und Realität aber so gewaltig, dass man gar nicht umhin kommt, ihn zu bemerken. Ausgerechnet im Sommerloch passiert das nun gerade den armen Wirtschaftsforschungsinstituten. Mit der Überschrift &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,711660,00.html">Boom verblüfft Experten</a>&#8221; vermeldet Spiegel Online gerade das unerwartet hohe Wirtschaftswachstum von 2,2% im zweiten Quartal. Zusammen mit den 0,5% des ersten Quartals hat die Wirtschaft somit bereits jetzt fast das Doppelte des im Gemeinschaftsgutachten für 2010 prognostizierte Wachstums von 1.5% geschafft und könnte den Rest des Jahres mal etwas ruhiger angehen lassen.</p>
<p>Bei der Prognose von 1.5% handelt es sich nichtmal um eine der langfristigen Prognosen aus 2009, sondern um die aus dem Frühjahrsgutachten 2010. Dieses wurde im April veröffentlicht, als das jetzt vermeldete Wirtschaftswunderquartal also bereits begonnen hatte. Prognosen sind schwer, besonders wenn sie die Zukunft voraussagen? Die Wirtschaftswissenschaften scheinen schon mit der Gegenwart so ihre Probleme zu haben.</p>
<p>Die Kaffeesatzwissenschaften profitieren dann aber wieder von einem anscheinend kollektiv gestörten Kurzzeitgedächtnis. Im oben genannten Spiegel-Artikel wird das Erstaunen der Auguren, also die Erkenntnis über deren Fehleinschätzungen, zwar in Überschrift und Einleitung genannt. Im zweiten Absatz dürfen ebendiese Experten dann aber wieder neue Prognosen abgeben. Ohne jede kritische Hinterfragung.</p>
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		<title>Schau mal: Für Stand &amp; Volumen</title>
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		<comments>http://mwinkelmann.de/2010/08/09/schau-mal-fur-stand-volumen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 11:51:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Winkelmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schwachsinn]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich will schon länger einen Artikel über die pseudowissenschaftlichen Graphen und Texte auf der Rückseite von Shampooflaschen schreiben. Heute fiel mir auf, dass die Vorderseite noch viel lustiger sein kann. Das sicherlich ganz tolle &#8220;SCHAUMA for men&#8221; geniert sich nicht, an die niedrigsten Instinkte der Zielgruppe zu appellieren. Die Angabe &#8220;mit Hopfen&#8221; spricht noch eher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich will schon länger einen Artikel über die pseudowissenschaftlichen Graphen und Texte auf der Rückseite von Shampooflaschen schreiben. Heute fiel mir auf, dass die Vorderseite noch viel lustiger sein kann.</p>
<p><a href="http://mwinkelmann.de/wp-content/uploads/2010/08/schauma1.jpg" rel="lightbox[145]"><img class="alignleft size-full wp-image-147" title="Schauma - plattes Marketing" src="http://mwinkelmann.de/wp-content/uploads/2010/08/schauma1.jpg" alt="" width="297" height="395" /></a>Das sicherlich ganz tolle &#8220;SCHAUMA for men&#8221; geniert sich nicht, an die niedrigsten Instinkte der Zielgruppe zu appellieren. Die Angabe &#8220;mit Hopfen&#8221; spricht noch eher harmlos die 20% dem Bier gewidmeten Neurone des Männerhirns an. Aber &#8220;Für Stand &amp; Volumen&#8221;? Liebe Henkel-Strategen: der moderne Mann könnte sicher auch mit etwas mehr Subtilität umgehen.</p>
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		<title>Foldit: Spielerische Proteinforschung</title>
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		<comments>http://mwinkelmann.de/2010/08/05/foldit-spielerische-proteinforschun/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 20:39:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Winkelmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Proteine]]></category>

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		<description><![CDATA[In der aktuellen Nature findet sich ein Artikel zu Foldit, einem Spiel mit dem die Talente tausender Spieler zur Erforschung von Proteinstrukturen eingesetzt werden. Die Bestimmung der genauen Struktur von Proteinen ist eines der Top-Ten Probleme der Biologie, und da ich auch daran arbeite, bietet Foldit eine gute Gelegenheit, mal darüber zu schreiben. Proteine sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der aktuellen <em>Nature</em> findet sich <a href="http://www.nature.com/nature/journal/v466/n7307/full/nature09304.html">ein Artikel</a> zu <a href="http://fold.it/portal/">Foldit</a>, einem Spiel mit dem die Talente tausender Spieler zur Erforschung von Proteinstrukturen eingesetzt werden. Die Bestimmung der genauen Struktur von Proteinen ist eines der Top-Ten Probleme der Biologie, und da ich auch daran arbeite, bietet Foldit eine gute Gelegenheit, mal darüber zu schreiben.</p>
<p><a href="http://mwinkelmann.de/wp-content/uploads/2010/08/1bxy.png" rel="lightbox[137]"><img class="alignright size-full wp-image-141" title="Das Protein 1BXY" src="http://mwinkelmann.de/wp-content/uploads/2010/08/1bxy.png" alt="Das Protein 1BXY" width="413" height="321" /></a>Proteine sind &#8211; achtung langweiliges Schulwissen &#8211; die Maschinen des Körpers. Vom berühmten Effekt der Stärkespaltung im Mund bis zur Muskelkontraktion oder der Synthese von Neurotransmittern wie Serotonin oder Dopamin wird (fast) jeder Stoffwechselvorgang bei allen Lebewesen von Proteinen vollbracht. Jedes Protein besteht aus einer Kette aus zwanzig verschiedenen Aminosäuren. Diese unterschiedlichen Aminosäuren interagieren miteinander. Einige sind groß, andere klein. Manche positiv, andere negativ geladen. Die Perlenkette faltet sich daher in sich selbst in eine dreidimensionale Struktur. Die Abfolge der Aminosäuren in der Kette ist dabei bekannt &#8211; sie ergibt sich direkt über den <em>genetischen Code</em> aus der DNA-Sequenz eines Genes. Wie diese Kette sich dann faltet ist jedoch bisher nicht vorherzusagen. Lediglich durch teure und zeitaufwändige Experimente, vor allem durch den Beschuss mit Röntgenstrahlen und die Interpretation der entstehenden Bilder ist es bisher gelungen, einige tausend Strukturen zu lösen. Bei großen und insbesondere wasserabweisenden Proteinen ist dies jedoch besonders schwer, da für die Röntgenexperimente erst Kristalle der Proteine gezüchtet werden müssen, und dafür müssen sie wasserlöslich sein.</p>
<p>Der heilige Gral ist daher eine Methode oder ein Algorithmus, der aus der bekannten Sequenz die Struktur des Proteins vorhersagt. Teilweise funktioniert dies schon recht gut. Allerdings nur dort, wo bereits die Struktur ähnlicher Proteine bekannt ist. Das Problem ist so schwer und bedeutend, dass ein <a href="http://predictioncenter.org/casp9/index.cgi">eigener Wettbewerb</a> geschaffen wurde, in dem alle zwei Jahre Arbeitsgruppen aus aller Welt ihre Algorithmen gegeneinander antreten lassen. Der durchschlagende Erfolg ist bisher jedoch ausgeblieben.</p>
<p>Die Arbeitsgruppe um David Baker war mit ihrer Software Rosetta dabei in den vergangenen Durchgängen immer vorne mit dabei. Mit Foldit erproben sie nun eine neue Strategie. Zusätzlich zur nakten Rechenkraft der Computer sollen die menschlichen Fähigkeit zur Mustererkennung angezapft werden. Denn Proteine scheinen sich nach wiederholenden Mustern zu falten, die formal schwer erfasst werden können, menschlicher Intuition aber vielleicht nicht entkommen. Schließlich fliegt keine Wolke vorbei, in der wir kein Gesicht finden könnten.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/E0J9H3Yxjec&amp;hl=en_US&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/E0J9H3Yxjec&amp;hl=en_US&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Foldit ist nicht nur eine gute Idee sondern auch exzellent umgesetzt. Ich kenne keine Anwendung, in der dreidimensionale Strukturen so einfach manipuliert werden können. Die bekannten physikalischen Eigenschaften des jeweiligen Proteins werden dargestellt und bestimmen zugleich das Ziel. Hydrophobe (wasserabweisende) Bereiche des Proteins versucht der Spieler so innerhalb des Proteins zu verstecken, wo sie dem umgebenden Wasser nicht ausgesetzt sind.</p>
<p>Trotz des Erfolgs des Spiels sind die Ergebnisse zur Zeit vielleicht noch nicht direkt brauchbar. Ein wichtiges Ziel der Entwickler ist es aber auch, die Strategien der menschlichen Spieler zu erfassen und zu verstehen, um sie im nächsten Schritt vielleicht in Software zu giessen.</p>
<p>Das Nature-Paper führt <em>Foldit players</em> auch als Koautoren auf. Wenn man das ernst nimmt, ist meine Erdös-Zahl jetzt &lt;=5. Aber ich war ja auch schon Time&#8217;s Man of the Year 2006.</p>
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		<item>
		<title>33 Ziffern um ein Konto zu identifizieren?</title>
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		<comments>http://mwinkelmann.de/2010/07/28/33-ziffern-um-ein-konto-zu-identifizieren/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 21:23:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Winkelmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die EU-Kommission fordert 22-stellige Kontonummern und elfstellige Bankleitzahlen. Angeblich dient dies der Vereinfachung und Harmonisierung des Zahlungsverkehrs. Vereinfacht wird dabei vielleicht manches für die Banken, aber nicht unbedingt für die Kunden. Wenn man sich bei einem Prozent aller Ziffern verschreibt (geschätzt aus meiner vielleicht etwas unterdurchschnittlichen Vergangenheit), liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler bei 33 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die EU-Kommission fordert <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,708996,00.html"><strong>22-stellige Kontonummern</strong></a> und elfstellige Bankleitzahlen. Angeblich dient dies der Vereinfachung und Harmonisierung des Zahlungsverkehrs.</p>
<p>Vereinfacht wird dabei vielleicht manches für die Banken, aber nicht unbedingt für die Kunden. Wenn man sich bei einem Prozent aller Ziffern verschreibt (geschätzt aus meiner vielleicht etwas unterdurchschnittlichen Vergangenheit), liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler bei 33 Ziffern bei 28% (1-0.99^33). Wer dann also noch Überweisungen ohne Copy&#038;Paste ausfüllt dürfte oft danebenliegen.</p>
<p>Vermutlich enthalten so lange Zeichenketten aber etwas Redundanz, oder zumindest eine Prüfsumme. Damit wird die Überweisung wenigstens nur abgewiesen und das Geld verschwindet nicht im Kaukasus. Denn der Abgleich zwischen Kontonummer und Kontoinhaber wurde ja bereits gestrichen.</p>
<p>Trotz dieser Metainformationen und vielleicht weiteren Vorteilen für die Bankenseite wie der Zuteilung ganzer Ziffernblöcke zu einzelnen Ländern/Banken/Großkunden ist der Sinn zumindest nicht offensichtlich. Mit einer 33-stelligen Folge von 36 Ziffern kann man immerhin 2&#215;10^51 (36^33) Konten adressieren. Die europäischen Banken können damit also <a href="http://education.jlab.org/qa/mathatom_05.html"><strong>jedem Atom der Erde</strong></a> ca. zehn Konten einrichten.</p>
<p>Mein Vorschlag wäre ja eher eine sechsstellige Kontonummer ohne Bankleitzahl. Damit könnte man dann immerhin auch über zwei Milliarden Konten abdecken, also ziemlich genau drei Konten für jeden Europäer. Vielleicht noch 1-2 Stellen zusätzlich für eine Prüfsumme. Vermutlich würde dies die Komplexität auf der Anbieterseite erhöhen. Für Kunden wäre es aber wesentlich einfacher.</p>
<p>Aber vielleicht gibt es ja einen Grund, Bankkunden in Zukunft Fleißarbeit aufzubürden. Wobei im BIC/Swift-Verfahren anscheinend durchaus auch solche Nutzbarkeitsaspekte berücksichtigt wurden. Eine Bankleitzahl sieht dort z. B. so aus: <em>BE LA DE BE</em>. </p>
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		<title>Ben Goldacre vs. Gillian McKeith</title>
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		<comments>http://mwinkelmann.de/2010/07/19/ben-goldacre-vs-gillian-mckeith/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 11:14:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Winkelmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schwachsinn]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Kampf der Vernunft gegen die Hömöopathie füllt nicht nur das deutsche Blogsommerloch, sondern inzwischen auch das englische. Die Debatte ist dort schon etwas weiter entwickelt und schließt auch unzählige Anbieter von Vitaminpillen, Fischölen und ähnlichem ein. Zu verdanken ist das vor allem dem Arzt und Guardian-Korrespondenten Dr. Ben Goldacre, der mit seinem Buch Bad [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Kampf der Vernunft gegen die Hömöopathie füllt nicht nur das deutsche Blogsommerloch, sondern inzwischen auch das englische. Die Debatte ist dort schon etwas weiter entwickelt und schließt auch unzählige Anbieter von Vitaminpillen, Fischölen und ähnlichem ein. Zu verdanken ist das vor allem dem Arzt und Guardian-Korrespondenten Dr. Ben Goldacre, der mit seinem Buch <em>Bad Science</em> quasi die Bibel der Skepsis gegenüber den Heilsversprechen alternativer Medizin geschrieben hat &#8211; angefangen mit dem meist harmlosen Schrott wie Homöopathie und Chiropraxis bis hin zum gefährlichen Unsinn wie den Vitaminpillen gegen Aids des Matthias Rath. Auch die Pharmabranche kommt nicht unbedingt gut weg.</p>
<p>Eines der Kapitel beschäftigt sich mit Gillian McKeith, oder, um ihren vollen wissenschaftlichen Titel zu verwenden, &#8220;Gillian McKeith&#8221;. Denn Gillian McKeith verwendet zwar gerne einen Doktortitel, hat diesen aber an einer amerikanischen &#8220;Fernuniversität&#8221; gekauft, der mittlerweile die Zulassung entzogen wurde.</p>
<p>Gillian McKeith verkauft eine ganze Reihe lustiger Produkte die auf ebenso lustigen Theorien beruhen. So vertritt sie vehement eine These zur heilenden Kraft von Chlorophyll, des photosynthetisch wirkenden Pflanzenpigments. Insbesondere im Darm soll Chlorophyll wahre Wunder vollbringen, obwohl die Sonne da ja eher selten scheint. Überhaupt pflegt sie eine gewisse Obsession mit den tieferen Darmregionen. </p>
<p>Nun ist Gillian McKeith auch auf Twitter <a href="http://twitter.com/gillianmckeith" rel="nofollow"><strong>aktiv</strong></a>. Oder zumindest eine Person, die dort die erste Person singular verwendet. Der Account war auch auf offiziellen Webseiten von &#8220;Dr.&#8221; Gillian McKeith verlinkt. Heute taucht der Link nur noch auskommentiert im Quelltext auf, denn die &#8220;poo lady&#8221;, wie sie wegen oben genannter Obsession auch genannt wird, will nicht mehr unbedingt mit den bei Twitter geschriebenen Worten assoziiert werden.</p>
<p>Es begann mit einem &#8220;Tweet&#8221; von Rachel Moody, die eben beschriebenes Kapitel über McKeith gelesen hatte. In einer schönen Demonstration des Prinzips, in emotional aufgeregten Zuständen die Tastatur besser nicht anzufassen, antwortete McKeith (oder vielleicht auch eine dafür beschäftigte PR-Agentur) daraufhin mit einer <a href="http://www.zenbuffy.com/wp-content/uploads/2010/07/screentweets.jpg" rel="lightbox[113]"><strong>Reihe von Beschimpfungen</strong></a> gegen Moody. Auch Ben Goldacre bekam seinen Teil ab: &#8220;How sad a life to enjoy reading lies about another by an ass who makes money from pharmaceutical giants&#8221;.</p>
<p>Und nun beginnt der spannende Teil dieses Sommerloch-Stürmchens. Ben Goldacre gehört nämlich zur wachsenden Zahl britischer Wissenschaftler und Journalisten, die eine Reformierung der abstrusen Verleumnungsgesetzgebung (Libel) anstreben. Diese Gesetze bzw. Urteile werden regelmäßig verwendet, um kritische Stimmen in der Wissenschaft zum schweigen zu bringen. Ein gutes Beispiel ist Simon Singh, der neben seinem bekannten Buch über den Satz von Fermat auch eines über Chiropraktiker schrieb, dafür vom entsprechenden Verband verklagt wurde, und erst nach mehreren Jahren und hohen Rechtskosten wieder behaupten darf, dass Manipulation der Wirbelsäule nicht das Mittel der Wahl zur Krebsbekämpfung sein sollte.</p>
<p>Der Spieß ist in diesem Fall mal andersrum &#8211; es ist Dr. Goldacre der beleidigt bzw. verleumdet wurde. Der Fall ist recht eindeutig, denn &#8220;ass&#8221; ist auch im Englischen selten ein konstruktiver Diskussionbeitrag. Auch mit &#8220;Lügner&#8221; verliert man ziemlich sicher, denn dafür muss man nicht nur eine falsche Behauptung nachweisen, sondern auch den expliziten Willen, die Unwahrheit zu sagen. </p>
<p>Aber natürlich <a href="http://www.badscience.net/2010/07/and-then-i-was-incompetently-libelled-by-a-litigious-millionaire/"><strong>zögert Goldacre nun</strong></a>, ein Recht zu nutzen, das er bekämpft. Auch wenn die plumpe Anklage &#8220;Lügner&#8221; und &#8220;Arschloch&#8221; nicht unbedingt den Fällen entspricht, in denen sich Quacksalber gegen die kritische Auseinandersetzung mit ihren Methoden wehren. Erstmal verlangt er nur die in Deutschland gebräuchliche Gegendarstellung: “Bad Science by Ben Goldacre is not lies”, bei Twitter. Mal sehen, ob &#8220;poo lady&#8221; über ihren (Chlorophyll-)Schatten springen kann.  </p>
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		<title>Dehnen senkt das Verletzungsrisiko im Sport nicht</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 10:35:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Winkelmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>
		<category><![CDATA[Studien]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem ich den gestrigen Tag bei einer Veranstaltung der IHK verschwenden durfte, verwende ich zum Einstieg in diesen Artikel mal die größte intellektuelle Errungenschaft der Wirtschaftswissenschaften: die Vierfeldertafel. Die Tafel charakterisiert die (Un-)Menge gut gemeinter Ratschläge in zwei Dimensionen: wahr/falsch und neu/alt. Wie zu erkennen sind mir neue und wahre Ratschläge natürlich immer willkommen. Neue [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich den gestrigen Tag bei einer Veranstaltung der IHK verschwenden durfte, verwende ich zum Einstieg in diesen Artikel mal die größte intellektuelle Errungenschaft der Wirtschaftswissenschaften: die Vierfeldertafel.</p>
<p><a href="http://mwinkelmann.de/wp-content/uploads/2010/06/Vierlfeldertafel-Ratschlaege.png" rel="lightbox[18]"><img class="size-full wp-image-68 aligncenter" title="Vierlfeldertafel-Ratschlaege" src="http://mwinkelmann.de/wp-content/uploads/2010/06/Vierlfeldertafel-Ratschlaege.png" alt="Einteilung gut gemeinter Ratschläge auf den Achsen Wahr/Falsch und Alt/Neu" width="455" height="293" /></a></p>
<p>Die Tafel charakterisiert die (Un-)Menge gut gemeinter Ratschläge in zwei Dimensionen: wahr/falsch und neu/alt. Wie zu erkennen sind mir neue und wahre Ratschläge natürlich immer willkommen. Neue und falsche sind &#8211; sofern man sie als solche erkennt &#8211; teilweise zumindest amüsant. Das Thema dieses Beitrags ist eine &#8211; Whaa! Whaaa! &#8211; alte, aber falsche Weisheit: &#8220;WKDN (&#8220;Wie Kannst Du Nur&#8221;) Laufen gehen ohne vorher zu Dehnen?</p>
<p>Die schützende Wirkung des Dehnens ist ein alter &#8211; aber vermutlich falscher &#8211; Mythos. Irgendwie scheint die Idee, Mühe auf sich zu nehmen um potentielles Unbill zu vermeiden mit einem menschlichen Grundinstinkt zu resonieren.</p>
<p>Zum Glück gibt es ja seit mindestens 2000 Jahren das Mittel der Studie, um dem Wahrheitsgehalt solcher Ursache-&gt;Wirkung-Mythen nachzugehen. Und erstaunlicherweise gibt es eine ganze Menge zum Thema &#8220;vermindert Dehnen das Verletzungsrisiko&#8221;. Hier möchte ich eine Metastudie vorstellen, die die Ergebnisse aus zwölf Studien zum Thema zusammenfasst<sup class='footnote'><a href='#fn-18-1' id='fnref-18-1'>1</a></sup>.</p>
<p>Das Prinzip einer Studie nochmal kurz am Beispiel erklärt: wir nehmen einige Sportler und losen diese zufällig zwei Gruppen zu. Die eine Gruppe dehnt vor dem Laufen, die andere bekommt ein Placebo. Das muss nicht immer eine Zuckerpille sein. Man könnte diesen Läufern z. B. auch &#8220;besondere&#8221; Schuhe geben oder anderweitig die Illusion einer sinnvollen Intervention wecken. Auch muss man nicht unbedingt das genaue Ziel der Studie verraten und könnte die Teilnehmer im Glauben lassen, es ginge vor allem um die Messung der Laufleistung. </p>
<p>Jedenfalls misst man die Anzahl der Verletzungen in den beiden Gruppen und vergleicht diese. Bei ausreichender Teilnehmeranzahl sollte man dann bei einem tatsächlichen Nutzen des Dehnens signifikante, also nicht nur aus Zufall entstehende, Unterschiede feststellen.</p>
<p>Die erwähnte Metastudie wertete nun zwölf solcher Studien aus. Bei vier dieser zwölf konnten solche signifikanten Unterschiede gefunden werden. Allerdings testeten drei davon nicht nur Dehn- sondern auch Aufwärmübungen. Fünf Studien ergaben keine signifikante Reduktion der Verletzungen durch Dehnen. Bei drei war Stretching sogar schädlich, d. h. es erhöhte die Zahl der Verletzungen.</p>
<p>Die These vom schützenden Dehnen ist damit widerlegt. Möglicherweise ist es sogar schädlich. Die Autoren schlagen fünf Mechanismen vor, wie dieser Effekt entstehen sollte. Diese Spekulationen sind natürlich nicht getestet und sollten mit Vorsicht genossen werden. Trotzdem sind sie ganz interessant:</p>
<ol>
<li>Dehnbare Muskeln reißen schneller</li>
<li>Laufverletzungen entstehen selten durch Überdehnung der Muskeln, sondern eher durch z. B. Umknicken (=Bänderriss) </li>
<li>Verletzungen treten bei ungewohnten, schlecht koordinierten Bewegungen auf, die beim langsamen, bewußten (und weniger ermüdetem) Dehnen nicht trainiert werden</li>
<li>Dehnen verhindert warnende Schmerzen</li>
<li>Dehnen schadet das Cytoskelett, also die intrazellulären Strukturen</li>
</ol>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-18-1'>Shriar, Ian: <a href="http://journals.lww.com/cjsportsmed/Abstract/1999/10000/Stretching_Before_Exercise_Does_Not_Reduce_the.7.aspx">Stretching Before Exercise Does Not Reduce the Risk of Local Muscle Injury: A Critical Review of the Clinical and Basic Science Literature</a>; Clinical Journal of Sport Medicine, 1999 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-18-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Kampf gegen Malaria: Genveränderte Moskitos oder doch einfach Laser?</title>
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		<comments>http://mwinkelmann.de/2010/07/16/kampf-gegen-malaria-genveranderte-moskitos-oder-doch-einfach-laser/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 13:40:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Winkelmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gentechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Laser]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Monaten las ich von einem Projekt der FU Berlin, Bienen im Flug auf freiem Feld mittels Radar zu verfolgen. Was bei Bienen geht, sollte auch bei Mücken funktionieren, weshalb ich gleich anfing eine Radar-Laser-Computer-Kombination zu konstruieren, um fortan die Mücken im Schlafzimmer entweder in FPS-Manier oder automatisch zu zerstören. Das Projekt gab ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Monaten las ich von einem Projekt der FU Berlin, Bienen im Flug auf freiem Feld mittels Radar zu verfolgen. Was bei Bienen geht, sollte auch bei Mücken funktionieren, weshalb ich gleich anfing eine Radar-Laser-Computer-Kombination zu konstruieren, um fortan die Mücken im Schlafzimmer entweder in FPS-Manier oder automatisch zu zerstören.</p>
<p>Das Projekt gab ich dann erstmal auf, als ich erfuhr, dass die Bienen durch kleine Lamettastreifen markiert werden, um ein ausreichendes Radarecho zu erzeugen. Auch ist eine Radarquelle auf dem Nachttisch nicht unbedingt schlafförderlich. Andere sind da ausdauernder und bauten, mit der Erfahrung aus dem Star Wars Projekt zur Raketenabwehr in der Reagan-Zeit, einen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0C5vkbtpdN4">Prototypen</a> einer solchen Anlage. Wenn Malaria etwas gutes hat, dann dass es die Begründung solcher Forschung liefert. Denn eigentlich wollten die sicher auch nur &#8216;ne coole Lightshow und den Geruch verbrannter Mücken am Morgen (wer liebt ihn nicht).</p>
<p>Mücken einzeln per Laser zu töten macht zwar Spaß, ist allerdings als echte Waffe gegen Malaria wohl eher sinnlos. Erfolgsversprechender ist da ein Ansatz, den unter anderem Corby-Harris e. al.<sup class='footnote'><a href='#fn-106-1' id='fnref-106-1'>1</a></sup> verfolgen: durch genetische Manipulation wird die Mücke dabei malariaresistent. Es wurde ein Gen in Moskitoeier eingeschleust, dass durch eine Stoffwechselveränderung später die Infektion mit dem Malariaparasiten <em>Plasmodium falciparum</em> erschwert. Bei Moskitos mit zwei Exemplaren des Genes (Mücken haben, wie Menschen, zwei komplette Gensätze) wurde die Infektion sogar zu 100% verhindert. Die Idee ist, solche oder ähnlich veränderte Moskitos freizusetzen und die natürliche nicht-resistente Moskitopopulation zu verdrängen. Dies könnte gelingen. Der Malaria-Erreger schadet auch den Müken, wodurch der resistente Stamm einen evolutionären Vorteil hätte.</p>
<p>Wie bei jedem Mittel gegen Infektionskrankheiten stellt sich dann die Frage, ob diese Lösung dauerhaft funktionieren könnte. Die Erfolge von Bakterien, Resistenzen gegen Antibiotika zu entwickeln sind ja allseits bekannt. Evolution ist allerdings nicht allmächtig und Resistenz nicht zwangsläufig: kein Bakterium schaffte bisher den Sprung durch den Gummihandschuh, und kein Reh ist kugelresistent geworden, trotz 200 Jahren bewaffneter Jagd.  </p>
<p>Die wirklich spannende Frage: was sagen die Gentechnikgegner? Bei Monsanto-Mais ohne verbraucherrelevanten Vorteil ist es leicht, die Masse der Bevölkerung auf seiner Seite zu haben. Bei Malaria geht es dagegen um jährlich ca. eine Million Tote. Keine Menge an Mückennetzen konnte dieses Drama bisher nennenswert eindämmen. Kann man dieses Leid aus dogmatischer Technikfeindlichkeit ignorieren? Ich freue mich schon auf die Diskussion, auch wenn sie vermutlich noch zehn Jahre Zeit hat.</p>
<p>Ach ja: auch diese Mücken stechen noch. Vielleicht sollte ich doch den Laser bauen, z. B. mit einer räumlichen Ortung durch drei Mikrophone?
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-106-1'>Corby-Harris V, Drexler A, Watkins de Jong L, Antonova Y, Pakpour N, et al. 2010<a href="http://www.plospathogens.org/article/info:doi/10.1371/journal.ppat.1001003"> Activation of Akt Signaling Reduces the Prevalence and Intensity of Malaria Parasite Infection and Lifespan in Anopheles stephensi Mosquitoes.</a> PLoS Pathog 6(7): e1001003. doi:10.1371/journal.ppat.1001003 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-106-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Die Fünf führende Wirtschaftsforschungsinstitute vs. Oktopus Paul</title>
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		<comments>http://mwinkelmann.de/2010/07/15/funf-fuhrende-wirtschaftsforschungsinstitute-vs-oktopus-pau/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 13:05:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Winkelmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schwachsinn]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Prognosen]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein beliebtes set piece der öffentlich-rechtlichen Nachrichten ist die Verkündung von Zufallszahlen. Nein, nicht die als Service getarnte Glücksspielwerbung der Lottozahlenverkündung ist gemeint. Es geht um noch zufälligere Zahlen. Zahlen, die die Einschränkung &#8220;Diese Angaben sind wie immer ohne Sinn und Verstand&#8221; verdient hätten, sie aber nicht bekommen: die Konjunkturprognosen. Diese Berichte beginnen meist mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein beliebtes <em>set piece</em> der öffentlich-rechtlichen Nachrichten ist die Verkündung von Zufallszahlen. Nein, nicht die als Service getarnte Glücksspielwerbung der Lottozahlenverkündung ist gemeint. Es geht um noch zufälligere Zahlen. Zahlen, die die Einschränkung &#8220;Diese Angaben sind wie immer ohne Sinn und Verstand&#8221; verdient hätten, sie aber nicht bekommen: <strong>die Konjunkturprognosen</strong>.</p>
<p>Diese Berichte beginnen meist mit &#8220;Die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitue prognostizieren&#8230;&#8221; und enden mit einer schönen Zahl, ausgestattet mit einer Genauigkeit suggerierenden Dezimalstelle: das im kommenden Jahr erwartete Wirtschaftswachstum, gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Die Medien pilgern zu diesen Orakelzeremonien wo graue Männer mit grauen Krawatten ex cathedra die Zukunft bestimmen. Zwar finden sich in den Printmedien vereinzelt kritische Stimmen an diesem Ritual. Eine Konsequenz wird daraus jedoch nicht gezogen. Weder verzichten die Medien auf die Wiedergabe dieser Kaffeesatzleserei, noch wird der interessierte Bürger bei der Wiedergabe der Prognosen gewarnt: &#8220;Achtung, diese Prognosen sind nur Spielzeug und nicht als Schwimmhilfe geeignet. Treffen Sie keine Entscheidungen auf dieser Basis, erst recht keine wichtigen&#8221;.</p>
<h2>Die Daten</h2>
<p>Aber der Reihe nach. In Deutschland gibt es zwei relevante Gremien, die Wachstumsprognosen abgeben: der Rat der sogenannten Wirtschaftsw<del datetime="2010-07-15T10:28:06+00:00">a</del>eisen und die gemeinsame Prognose der &#8220;fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute&#8221;. Da letztere ihre historischen Prognosen einfach lesbar im Internet anbieten, möchte ich diese hier dem harschen Licht der Realität unterwerfen. Online verfügbar sind die Frühlings- und Herbstgutachten seit 1999. Auch die jeweilig eingetretenen Wachstumszahlen der vorangegangenen Jahre ist enthalten.</p>
<p>Jedes Gutachten enthält eine Prognose für das laufende sowie das kommende Jahr. Im April und Oktober 2002 gibt es so jeweils eine Vorhersage für 2002 und eine für 2003. Insgesamt gibt es somit vier Prognosereihen mit Abständen von 3, 9, 18 und 21 Monaten zum Ende des vorhergesagten Jahres. Bei den beiden Vorhersagen mit kurzer Frist hat das Jahr natürlich schon angefangen, d. h. es sind teilweise schon Echtdaten enthalten. Hier möchte ich mich auf die längerfristigen Vorhersagen des jeweils nächsten Jahres konzentrieren.</p>
<p><a href="http://mwinkelmann.de/wp-content/uploads/2010/07/vorhersage_21_mo__vs_realität-Kopie.png" rel="lightbox[84]"><img class="alignright size-full wp-image-88" title="Konjunkturvorhersage vs. Realität" src="http://mwinkelmann.de/wp-content/uploads/2010/07/vorhersage_21_mo__vs_realität-Kopie.png" alt="" width="574" height="392" /></a>Grafik 1 zeigt einen Scatterplot der Vorhersagen (y-Achse) zum eingetretenen Wert (x-Achse). Der Punkt ganz links bedeutet z. B., dass ein Wachstum von 1,4% vorhergesagt wurde, real aber -5% eintrafen (2009). Bei perfekten Progosen würden alle Punkte auf der eingezeichneten diagonalen Gerade x=y liegen. Natürlich kann man von einer Prognose keine Perfektion erwarten. Zumindest einen gewissen Zusammenhang zwischen Vorhersage und Realität würde man sich aber schon wünschen, bei dem sich die Datenpunkte um die Gerade herum verteilen. Zu erkennen ist davon jedoch: <strong>nichts</strong>. Fast scheinen die Punkte sich um die entgegengesetze Gerade zu schaaren. Bei guten Konjunkturprognosen sollte man sich dann vielleicht Sorgen machen. (Link zur Datentabelle siehe unten)</p>
<p>Die Güte der Vorhersagen kann man auch berechnen. Am verständlichsten ist die durchschnittliche Abweichung: die 21-Monats-Prognose liegt im Schnitt um <strong>2 Prozentpunkte</strong> daneben, und das bei einem Wert der lediglich zwischen -5 und +3 schwankt. Ein ähnliches Maß ist die Wurzel der mittleren quadratischen Abweichung (WMQA), der für diese Prognosen bei 2.61 liegt. Aus nicht näher interessanten Gründen kann man damit folgendes zeigen: <strong>wenn die &#8220;fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands&#8221; eine Wachstumsprognose von 1% abgeben bedeutet dies, dass das reale Wachstum mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% im Bereich von -1.6% bis +3.6% liegt</strong>. Es gibt also entweder Rezession oder das höchste Wachstum der letzten zehn Jahre. Eine absolut nutzlose Vorhersage, die aber wenigstens nicht den falschen Anschein von Sicherheit weckt.</p>
<h2>Oktopus Paul kann&#8217;s besser</h2>
<p>Richtig amüsant wird es, wenn wir Paul den Oktopus zum Konkurrent der &#8220;fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands&#8221; machen. Paul wurde gerade der Ruhestand versprochen, daher ist er etwas faul und gibt als Vorhersage jeweils das BIP des Vorjahres an, also eine Stagnation mit exakt 0% Wachstum. Bewerten wir die Vorhersagen Pauls nun mit den gleichen Mitteln erhalten wir einen WMQA von 2.27 (Experten: 2.61). <strong>Der Oktopus trifft die Realität also besser als die &#8220;fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands&#8221;. </strong>Erst bei der kürzerfristigen 18-Monats-Prognose liegt der Oktopus mit 2.27 leicht schlechter als die Experten mit 2.0.</p>
<p>Nun können die &#8220;5fWD&#8221; sich ungerecht behandelt fühlen. Schließlich war die Rezession 2009 nicht wirklich vorhersagbar. In den Gutachten z. B. der Wirtschaftsweisen wird auch immer ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Vorhersagen nur unter bestimmten, teils explizit genannten, Bedingungen gelten. Die Prognosen dienen aber eben als Handlungsgrundlage in der realen Welt, die sich an diese Bedingungen nicht hält. &#8220;Unvorhersehbare Ereignisse&#8221; sind tatsächlich nichrt vorhersagbar, sie sind aber nicht wirklich außergewöhnlich oder selten: 1997: Asienkrise, 1998: Russlandkrise, 1999: Dotcom-Krise, 2001: Terroranschläge etc. <strong>Eine Vorhersage für&#8217;s idealisierte volkswirtschaftliche Reagenzglas ist unbrauchbar</strong>. <strong>Keine Daten zu haben ist besser, als falsche Daten zu haben</strong>. Die Handlungsempfehlung ist also nicht, die bestehenden Modelle zu verbessern. Dies wird seit 40 Jahren probiert, ist aber eben aussichtslos. Die Empfehlung lautet: <strong>hört einfach auf!</strong> Es ist moralisch bedenklich, 40 Jahre wissentlich ein fehlerhaftes Produkt zu verkaufen. Wo die &#8220;Gutachten&#8221; aus mehr als nur der Konjunkturprognose bestehen, so wäre ich erstaunt, wenn diese weicheren Empfehlungen an die Politik qualitativ besser wären. Sie lassen sich nur nicht so gut testen. Mein Vorwurf ist nicht die Ungenauigkeit der Vorhersagen, denn solche sind schwierig &#8211; insbesondere, wenn sie die Zukunft betreffen. Mein Vorwurf ist, dass es überhaupt versucht wird.</p>
<p>Da wohl auch weiterhin fleißig prognostiziert werden wird, müssen die Medien die Verantwortung übernehmen. Es gilt, nicht weiter Jahr für Jahr wissentlich Falschmeldungen zu verbreiten. Da dies wohl im passenden Gremium nicht gut ankäme, sollte zumindest direkt bei der Verkündung darauf hingewiesen werden, dass die Prognosedaten in den Vorjahren höchstens Unterhaltungswert hatten.</p>
<p>Eingangs erwähnte ich, dass Konjunkturdaten vermutlich &#8220;noch zufälliger&#8221; als die Lottozahlen sind. Denn Lottozahlen sind zwar zufällig, aber beherschbar. Alle Zahlen können mit gleicher Wahrscheinlichkeit gezogen werden. Es ist ein Spiel, dessen Regeln uns bekannt sind.</p>
<p>Die Regeln der Volkswirtschaft sind uns nicht bekannt. Bei der Schätzung des Konfidenzintervalls weiter oben gehe ich von einer Normalverteilung der Konjunkturentwicklung aus, dass diese Zahlen also wie die Körpergroße in einem beherschbaren Rahmen um einen Mittelwert schwanken. In der Wirtschaft könnte diese Annahme bereits zu optimistisch sein, denn sie unterschätzt vermutlich die Gefahr von Großereignissen.</p>
<h2>Material und Methoden</h2>
<p>Alle Daten stammen von der <a href="http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome/a-winfo/d2kprog/20kproggd/_kproggdlist">Website des Ifo-Instituts</a>. Die Berechnungen können in <a href="http://spreadsheets.google.com/ccc?key=0AgFM3Z-5mW40dDBqQ2lweWl6UVZFME8xUC1hVTVDVHc&amp;hl=en">diesem google-Dokument</a> nachvollzogen werden. Die Idee zu dieser Analyse kam mir bei der Lektüre des hervorragenden <em>The Black Swan</em> von Nassim Nicholas Taleb.</p>
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		<title>Ein Artikel – Zwei Innovationsmethoden</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 23:28:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Winkelmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungsförderung]]></category>
		<category><![CDATA[IBM]]></category>
		<category><![CDATA[Informatik]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Kategorie die mit &#8220;Wissenschaft&#8221; betitelt ist, sich meist jedoch nur mit neuen Fahrwerken von AUDI oder mal wieder dem &#8220;echten Jesus Christus&#8221; beschäftigt, ist im aktuellen Spiegel ein guter Artikel, der nebenbei ganz wundervoll die Unterschiede der Europäischen zur US-Wissenschaft aufzeigt. Das Thema: Software, die natürlich gestellte Fragen verstehen und beantworten kann. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Kategorie die mit &#8220;Wissenschaft&#8221; betitelt ist, sich meist jedoch nur mit neuen Fahrwerken von AUDI oder mal wieder dem &#8220;echten Jesus Christus&#8221; beschäftigt, ist im aktuellen Spiegel ein guter Artikel, der nebenbei ganz wundervoll die Unterschiede der Europäischen zur US-Wissenschaft aufzeigt.</p>
<p>Das Thema: Software, die natürlich gestellte Fragen verstehen und beantworten kann. Der amerikanische Ansatz ist &#8220;Watson&#8221;, ein IBM-System das im Herbst publikumswirksam bei Jeopardy mitspielen soll, so wie einst Deep Thought Blue Kasparov im Schach besiegte (woraufhin erstmal kollektiv die Kriterien für jetzt-aber-wirklich-ECHTE Intelligenz verschoben wurden).</p>
<p>Europa: ALEXANDRIA, ein Unterpunkt des Unterpunktes &#8220;Anwendung&#8221; des Bundesforschungsministerium-&#8221;Leuchtturmprojektes&#8221; THESEUS, welches eine Abspaltung des Projektes &#8220;Quaero&#8221; ist, mit dem Jaques Chirac einst beweisen wollte, dass Frankreich besser ist als Google. Und überhaupt. Lernt erstmal Griechisch, dann schauen wir mal, wer hier WISSENSCHAFT betreibt.</p>
<p>Welches System nun besser ist – und ob man sie überhaupt vergleichen kann – kann ich nicht entscheiden, möchte aber erwähnen, bereits vor ca. fünf Jahren in der gleichen Zeitschrift von dem gleichen Problem las: einem Computer &#8220;beizubringen, dass Menschen zwar oft in Häusern, Häuser aber eher selten in Menschen sind&#8221;.</p>
<p>Der Unterschied im Stil ist jedoch offensichtlich. Hier das privat finanzierte, gut vermarktete aber eben auch mit einem konkreten inhaltlichen und zeitlichen Ziel unternommene Projekt. Auf der anderen Seite das verschachtelte Top-Down Staatsprojekt, dass &#8220;in drei Jahren&#8221; soweit sein soll. Das als me-too Projekt einer Nation entstand, die vom fehlenden <em>accent grave</em> bei google gekränkt war. Das nach fünf Monaten bereits zerfiel, aber aus politischen Gründen nicht zerfallen durfte. Zitat Wikipedia: &#8220;Theseus und Quaero ergänzen sich komplementär und sind eng über regelmäßig tagende Arbeitsgruppen verzahnt.&#8221; Seufz.</p>
<p>Die Fotos des Artikels erzählen die ganze Geschichte. IBM Wissenschaftler vor einem chaotischen Whiteboard, ein gut ausgeleuchteter schwarzer IBM-Server und das professionelle Jeopardy-Set von der amerikanischen Seite. Aus Deutschland sehen wir das &#8220;Theseus-Innovationszentrum&#8221;, wo sich anscheinend das mittlere Management der AOK in die Flachbildschirmaustellung von Saturn verlaufen hat.</p>
<p>Anders als beim Schachduell 1997 ist natürlich nicht alles Schwarz-Weiß. Auch in Deutschland gibt es mit &#8220;Sempria&#8221; ein privatwirtschaftliches Projekt &#8211; wenn auch eines pensionierten Professors der anscheinend ebenfalls Fan toter Sprachen ist. Und die Amerikaner haben ihre wirklich innovativen Ideenschmieden wie Xerox Parc oder Bell Labs längst besseren Quartalszahlen geopfert. Trotzdem entstehen in den USA noch immer aus Universitäten oder Privatunternehmen heraus echte &#8220;Leuchttürme&#8221; wie Wolfram Alpha oder eben Google. Wie man das passende Klima dafür erzeugt, weiß ich nicht. Einen Leuchtturm von oben und hunderte Kilometer vom Meer entfernt zu konstruieren bringt es jedoch nicht.</p>
<p>Und jetzt wieder an die Arbeit&#8230; Das Sixth EU Framework Programme for Research and Technological will die Bücher prüfen und ich muss noch die Inventarnummern auf den Bällen in den Mäusen abgleichen.</p>
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		<item>
		<title>Die Hessischen Unis, Doktoranden und die Logik</title>
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		<comments>http://mwinkelmann.de/2010/06/23/die-hessischen-unis-doktoranden-und-die-logik/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 15:25:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Winkelmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Logik]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>

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		<description><![CDATA[In Hessen gab es laut SPON etwas Aufregung um den folgenden Satz der Immatrikulationsverordnung: Bewerber, die nicht an der Hochschule beschäftigt sind, können als Doktoranden immatrikuliert werden. Daraus wurde von der Uni Frankfurt, aber wohl anfangs auch vom Ministerium, der Umkehrschluss gezogen, dass Hochschulmitarbeiter nicht zeitgleich als Promotionsstudenten eingeschrieben sein können. Logisch nennt sich das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Hessen gab es laut <a href="Bewerber, die nicht an der Hochschule beschäftigt sind, können als Doktoranden immatrikuliert werden.">SPON</a> etwas Aufregung um den folgenden Satz der Immatrikulationsverordnung:</p>
<blockquote><p>Bewerber, die nicht an der Hochschule beschäftigt sind, können als Doktoranden immatrikuliert werden.</p></blockquote>
<p>Daraus wurde von der Uni Frankfurt, aber wohl anfangs auch vom Ministerium, der Umkehrschluss gezogen, dass Hochschulmitarbeiter nicht zeitgleich als Promotionsstudenten eingeschrieben sein können. Logisch nennt sich das (deutscher Begriff sehr willkommen) <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Denying_the_antecedent">Denying the Antecedent</a>: Aus &#8220;Wenn A -&gt; B&#8221; wird gefolgert &#8220;Wenn nicht A -&gt; nicht B&#8221;. Ein einfaches Beispiel: aus &#8220;wenn es regnet, ist die Straße nass&#8221; sollte man besser nicht folgern &#8220;wenn es nicht regnet, kann die Straße nicht nass sein&#8221;. Die zusätzliche Verneinung im Verordnungstext macht da keinen Unterschied.</p>
<p>Natürlich kann man argumentieren, dass die Sprache nicht unbedingt immer den strengen Regeln der formalen Logik folgen muss. Dann ist dieser Fall aber gerade ein schönes Beispiel, warum es zumindest in wichtigen Texten vielleicht keine schlechte Idee ist. Wenn der falsche Umkehrschluss ursprünglich gewollt war, wäre es einfacher und sinnvoller gewesen, diesen explizit im Text zu verwenden.</p>
<p>Als Kompromiss bietet sich natürlich an: für Naturwissenschaftler und Mathematiker gilt der Satz der formalen Logik entsprechend. In den Geisteswissenschaften gilt er, wie er nach Tagesform der zuständigen Sachbearbeiter ausgelegt wird.</p>
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