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	<title>Medienelite</title>
	
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	<description>Kann mehr.</description>
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		<title>Sommerpause</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 09:42:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>

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		<description><![CDATA[Bis Ende August verabschiedet sich Medie &#8230; <a href="http://medienelite.de/2010/07/21/sommerpause/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bis Ende August verabschiedet sich Medienelite in den Urlaub. Offline ist der neue Hipster. Genießt den Sommer und verwöhnt euch selbst (!)</p>
<p>Alles Gute,</p>
<p>Lantzschi</p>
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		<title>Steh auf, wenn du für Deutschland bist.</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 13:40:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entsaftet]]></category>

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		<description><![CDATA[SpOn gibt den weißen, integrationsfreud &#8230; <a href="http://medienelite.de/2010/07/10/steh-auf-wenn-du-fur-deutschland-bist/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,705107,00.html">SpOn gibt den weißen, integrationsfreudigen Paternalisten, spielt Schwarze gegen Linke aus und braucht dringend Nachhilfe in politischer Bildung</a>. <a href="http://www.derbraunemob.info/deutsch/content/content_spenden.htm">Bitte spenden Sie</a>, bevor &#8220;Linksextremisten&#8221; das Verlagsgebäude abbrennen.</p>
<p>Hinweis: Bitte Hegemonial-Bändchen an der Kasse abgeben. Diskurshoheiten müssen draußen bleiben.</p>
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		<title>Die DFB-Elf bei der WM 2010 – Eine Kritik</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 07:24:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>
		<category><![CDATA[DFB]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalmannschaft]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[

An Müller lag es nicht. Auch wenn s &#8230; <a href="http://medienelite.de/2010/07/08/die-dfb-elf-bei-der-wm-2010-eine-kritik/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://twitter.com/sprity_/status/17982469950"><img class="aligncenter size-full wp-image-2263" title="Bild 1" src="http://medienelite.de/wp-content/uploads/Bild-13.png" alt="" width="590" height="195" /></a></p>
<p>An Müller lag es nicht. Auch wenn seine quirlige und rotzige Art dem Spiel der DFB-Elf vielleicht hätte ein paar Impulse hätte geben können. Spanien hat verdient das Finale der Fußball-WM der Männer erreicht, auch wenn mich diese Mannschaft mit ihrem statischen Spiel bisher wenig überzeugt hat. Ich gönne ihnen den Weltmeistertitel, halte sie für stärker und reservenreicher als die Niederländer, zumal ihr Mittelfeld eine Weltklasse für sich ist.</p>
<p>Dass das kein Durchmarsch für deutschen Spieler wie in den vorangegangenen Spielen werden sollte, war mir klar. Mit Pedro, Iniesta, Xavi und Alonso stehen da vier Männer, die, was die Offensiv- und Defensivarbeit im Mittelfeld angeht, den jungen und zum Teil unerfahrenen deutschen Spielern haushoch überlegen waren. Schnelle Stellungswechsel, exzellent im Zweikampf, hohe Ballsicherheit und eine Passgenauigkeit, die schon mal die Zunge schnalzen lässt. Villa geht zudem die wichtigen Wege, stellt sich gut zum Ball, läuft sich frei, ein sehr gefährlicher Spieler. Toll.</p>
<p>Insgesamt hatte Spanien wesentlich mehr vom Spiel, preschte mit Ramos weit nach vorn, die DFB-Elf ließ sich ungewohnt weit zurückfallen, die deutschen Spieler hatten Respekt. Kaum einer traute sich was zu, das Spiel nach vorn war gekennzeichnet von Fehlpässen und der Mutlosigkeit, das Spiel an sich zu reißen und der Blick für den freistehenden Spieler fehlte fast gänzlich. Es war insgesamt ein schwaches Spiel der DFB-Elf, die spanischen Gegenspieler hatten sie selten im Griff. Beste deutsche Spieler waren für mich gestern Neuer, Klose und zum Teil Schweinsteiger. Wenn Spanien hätte geschlagen werden können, wäre die Niederlande kein Gegner gewesen, sondern die eigene Angst.</p>
<p><span id="more-2257"></span></p>
<p>Ich freue mich, dass die DFB-Elf bei dieser WM die beste Mannschaft war, technisch sehr versiert, sehr schnell und sehr offensiv, taktisch klug und die Aufstellung, die Löw für seine Mannschaft wählte, war immer die richtige. Außer gestern vielleicht. Aber vielleicht mangelt es auch hier an Alternativen. Gewiss, diese Mannschaft ist jung, kann noch weiter reifen und sie überzeugte mich wesentlich mehr als bei der WM 2006. Fußball auf hohem Niveau und mit viel Freude am Spiel. Ich frage mich allerdings, was in den nächsten zwei bis vier Jahren werden soll.</p>
<p>Mit Mertesacker und Friedrich sind die zwei besten Innenverteidiger der DFB-Elf bereits sehr alt (Heiko Westermann ist ein Innenverteidiger zu wenig), Klose im Sturm ebenfalls, hier fehlt der Nachwuchs.  Im Sturm überzeugte Cacau bisher überhaupt nicht, im Team von Löw fehlen ihm die Knippser-Qualitäten, die man von ihm so oft bei Stuttgart bewundern konnte. Gomez&#8230; ja dieser Gomez. Löw sollte ihn endlich aufgeben und Kießling den Vortritt lassen. Unerklärlich, wie dieser gute und torreicher Stürmer bei dieser WM auf der Bank schmoren durfte.</p>
<p>Podolski, ich mag ihn nicht. Ruft viel zu selten sein eigentliches Können ab, ein guter Einzel- aber kein toller Teamspieler. Macht kaum Laufwege und hat keinen guten Blick. Sein Linksfuß ist super, aber dazu muss er erstmal zum Tor kommen oder sich gut positionieren. Von ihm war ich insgesamt sehr enttäuscht. Sein jugendliches Raufiverhalten kann er langsam mal ablegen, diese Mannschaft funktioniert in ihrer Gesamtheit und nicht weil Einzelne durch Aaah-Aktionen glänzen. Vielleicht im Sturm eher passend, aber dazu müsste Löw umstellen. Marin wäre eine Podolski-Alternative.</p>
<p>Mit Khedira und Özil hat das Team zwei gute Mittelfeldmänner, defensiv und offensiv, die dem Spiel aber noch mehr ihren Stempel aufdrücken könnten. Schweinsteiger ist DER Spieler der deutschen Mannschaft, kapitänwürdig, Lahm sehe ich da nicht. Der hat 2006 noch mit seinen Offensivqualitäten geglänzt, die waren 2010 eher Mangelware. Auch sein Zweikampfverhalten war schon mal besser. Schade.</p>
<p>Und Ballack? Zum Glück hat er dieses Turnier kein Stück gefehlt, auch wenn er mit Friedrich die meiste Erfahrung im Team hat. Außerdem ist er mittlerweile ziemlich alt für einen Fußballspieler, 2014 wird er keine Rolle mehr spielen. Ich habe nicht gesehen, an welcher Stelle er sich hätte gut ins Spiel der Nationalmannschaft hätte einpassen können. Natürlich hat er die taktische und technische Entwicklung seit 2002 in der Nationalmannschaft mitgemacht, doch das Spiel ist mittlerweile zu schnell und offensiv für einen wie Ballack. Wie will er die Mannschaft da führen können?</p>
<p>Trotzdem steht Ballack für das, was neben der Passgenauigkeit der DFB-Elf bei dieser WM gefehlt hat. Abgeklärtheit bei Standards. Die Ecken waren harmlos, die Freistöße ebenso, Distanzschüsse wirkten lächerlich ungefährlich. Da waren Frings und Ballack (und Hitzlsperger) bis dato das Maß aller Dinge. Die Chancen entstanden aus dem Spiel heraus. Das kann mensch löblich finden, ich finde es für internationale Turniere zu wenig.</p>
<p>Spielfreude in allen Ehren, das war wunderschön anzusehen, die hohen Siege völlig gerechtfertigt, doch eine Mannschaft muss den Ball auch streckenweise kontrollieren können, Ruhe reinbringen, wenn es brenzlich wird, Chancen mit gutem Auge herausspielen, das Spiel ohne Ball effektiver werden, und wenn es mal nicht so gut läuft, müssen die Standards für Tore sorgen können und der Abschluss noch treffsicherer werden (Kroos Torchance gestern war mehr Gedöns denn Können). Der Arbeitssieg gegen Ghana wirkte alles andere als gekonnt.</p>
<p>Das steht zwar alles nur in Maßen für modernen, schnellen Fußball, aber auf einen taktierenden, statischen und defensiven Gegner wie Spanien muss sich eine Weltklassemannschaft im Notfall sofort einstellen können. Spanien ließ sich nämlich nicht wie England und Argentinien vom Offensivspiel der Nationalmannschaft überrumpeln, auch weil sie mit &#8220;der spanischen Wand&#8221; im Mittelfeld aufwarten konnten.</p>
<p>Ich bin gespannt auf 2012 und 2014, hoffe, dass Löw weiterhin Bundestrainer bleibt und würde mir von den anderen Bundesligavereinen eine bessere Nachwuchsarbeit wünschen. Auch wenn ich Bayern München noch nie gemocht habe, die machen das nämlich super.</p>
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		<title>Feuer geben</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 11:17:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Saftpresse]]></category>
		<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>
		<category><![CDATA[Nichtraucherschutzgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Rauchverbot]]></category>

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		<description><![CDATA[ Seit nun mehr als zwei Jahren schlage i &#8230; <a href="http://medienelite.de/2010/07/07/feuer-geben/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="© Jana Pflug" src="http://medienelite.de/wp-content/uploads/IMG_0219.jpg" alt="© Jana Pflug" width="300" height="450" /> Seit nun mehr als zwei Jahren schlage ich mich durch Berlin und seine Bars, Kneipen, Cafés und Clubs mit Rauchverbot. Zu Beginn dachte ich: OMFG, es wird ganz furchtbar werden. Ich fühle mich diskriminiert, warum gehen die Nichtraucher_innen eigentlich nicht raus, um frischen Sauerstoff zu atmen?</p>
<p>Und eigentlich ist es seit über zwei Jahren total entspannt. Am Anfang bekam ich immer Panik. Suchen wir jetzt bitte ein Lokal, wo mensch rauchen darf? Sonst halt ich es in dem Laden keine zwei Minuten aus. Mittlerweile ist die Lage entspannt und mir ist es völlig wurst, ob ich da rauchen darf oder nicht (Der Mensch ist ein Gewohnheitstier). Zugegeben, es gibt einen unschönen Nebeneffekt: in vollen Clubs rieche ich nun alle Körperausdünstungen. Nikotin und Teer haben das bis dato ganz gut verdeckt. Dementsprechend rochen dann aber auch meine Klamotten am nächsten Tag. Widerlich.</p>
<p>Das wars allerdings mit negativ. Das Positive überwiegt am Rauchverbot. Meine Klamotten stinken nicht mehr, ich rauche weniger und ich tue aktiv etwas für meine Gesundheit und die aller Nichtraucher_innen. Denn das ist das wichtigste Argument: Es ist kein Rauchverbot (auch wenn das diskursiv so dargestellt wird), sondern ein <strong>Nichtraucherschutzgesetz</strong>.</p>
<p><span id="more-2249"></span></p>
<p>Ich meide kleine Lokalitäten, die einen Scheiß darauf geben, ob die Lüftung funktioniert oder nicht und nach spätestens zwei Minuten meine Augen anfangen zu tränen oder ich keine Luft mehr bekomme. Ich meide abgetrennte Raucherbereiche, die einen Scheiß darauf geben, ob die Lüftung funktioniert oder nicht und  nach spätestens zwei Minuten meine Augen anfangen zu tränen oder ich  keine Luft mehr bekomme. Lieber rauche ich gar nicht als dort dem Tod direkt ins Auge zu sehen.</p>
<p>Ich kann jede_n verstehen, der sich durch das Nichtraucherschutzgesetz in seiner/ihrer Freiheit eingeschränkt fühlt. Ich kann jede_n Nichtraucher_in verstehen, der/die dasselbe Gefühl vor Inkrafttreten des Nichtraucherschutzgesetzes hatte. <a href="http://www.qlod.org/weltfrieden/?p=1443" target="_blank">Noch immer werden in der Diskussion die Freiheiten von Raucher_innen und Nichtraucher_innen gegeneinander gestellt und bewertet</a>. Völlig sinnlos und letztlich auch zu kurz gedacht.</p>
<p>Ich führe kurz aus, warum. Und zwar aus ethisch-normativer Sicht. Wir sind alle Menschen, und weil das so ist, sind wir alle gleich. Faktisch, formal. Und weil wir formal alle gleich aufgrund unseres Menschseins sind, stehen uns auch Freiheiten zu. Die Freiheit zu rauchen, die Freiheit eben das nicht zu tun. Niemand verbietet uns das (zumindest dann, wenn wir volljährig sind), niemand bestimmt darüber, was wir nikotintechnisch zu tun und zu lassen haben. Allerdings: Wir sind gleich. Und aus diesem Grund steht uns allen das gleiche Maß an Freiheit zu. Freiheit ist ein Menschenrecht. Raucher_innen haben jahrhundertelang ihre Freiheit in vollem Maß ausgeschöpft und dabei die Freiheit von Nichtraucher_innen beschnitten. Es gab mehr Räume, in denen geraucht werden durfte als solche, die rauchfrei bleiben mussten. Die Freiheit der Raucher_innen überwog also die Freiheit der Nichtraucher_innen. Aus ethischer Sicht ist diese ungleiche Verteilung von Freiheit nicht okay und schlussendlich krümelkackrig betrachtet eine Beschneidung des Menschrechts auf Freiheit der Nichtraucher_innen. Und da wir das selbst nicht hinbekommen haben, griff der Staat regulativ ein, um Verteilungsgerechtigkeit herzustellen, um Freiheit und Gleichheit aller neu auszubalancieren. Mit dem Nichtraucherschutzgesetz. Es regelt nun eine halbwegs gleiche Verteilung der Freiheiten beider Seiten. Ich finde das völlig in Ordnung, ich finde nur die Umsetzung an einigen Stellen so lala (Beispiel: siehe oben mit den Raucherbereichen).</p>
<p><a href="http://sebaso.soup.io/post/63687595/Nichtraucherschutz-in-Kneipen-durch-positive-Anreize-schaffen" target="_blank">Sebaso hat viele tolle Argumente gesammelt</a>, was man wie hätte anders machen können, um nicht wie gerade in Bayern geschehen diese dämliche Volksabstimmung, deren Aussagekraft über den Volkeswillen zu bezweifeln ist, als unausweichlichen Weg zu sehen.</p>
<p><em>Diesen Texte hätte ich mir in dieser Länge sparen können. Ein schnelles &#8220;Rücksicht nehmen&#8221; müsste eigentlich ausreichen. Eigentlich.</em></p>
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		<title>Alkohol in den Köpfen</title>
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		<comments>http://medienelite.de/2010/07/06/alkohol-in-den-koepfen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 10:54:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Saftpresse]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Alkoholkarriere startete ich mit 1 &#8230; <a href="http://medienelite.de/2010/07/06/alkohol-in-den-koepfen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Alkoholkarriere startete ich mit 15. Zu dieser Zeit besuchte ich Großraumdiskotheken, die mit Flatrates und Doubledeckers (2 for 1) lockten, oder Dorffeste. Auf dem Land, vielleicht ist das einigen bekannt, trinkt mensch vor allen Dingen die Hälfte des Jahres outdoor. Fast jedes Wochenende findet eine andere dörfliche Veranstaltung statt, wo Alkohol in Massen ausgeschenkt wird. Am Anfang war das alles noch ganz harmlos, kindliche Freude in kleinem Schwips. Wenig später dann mein erster Vollrausch &#8211; gefühlte zehn Schnäpse zu viel und ich kam zu Hause an: ohne Fahrrad, ohne Rucksack, einen kaputten Gürtel in der Hand und die Kotze auf meiner Kleidung. Danach ein Gerichtsverfahren am Hals wegen Diebstahls und um 400 € leichter. Von übermäßigem Alkoholkonsum hielt mich das allerdings nicht ab. Ein paar Jahre verbrachte ich fast jedes Wochenende über dem Klo, schlief ein, ließ mich bemalen und hatte diverse Spitznamen im Freundeskreis. Stroh80, Barcardi Rigo, Smirnoff Ice, Diesel, Goldkrone, Whiskey, Rum, Ethanol, Pfeffi, Martini, Sekt und Perlwein. Der Zorn meiner besorgten Eltern war mir gewiss. Es hagelte schon mal Ausgehverbote.</p>
<p>Später dann im Studium ging das so weiter. Mensch kennt das ja. Partys unter der Woche, Partys am Wochenende, diverse Festivals. Ich hatte meine Suffgrenzen mittlerweile gut im Griff, konnte trinken ohne mich zu übergeben oder an Blackouts zu leiden. Super!</p>
<p>Seitdem ist Genosse Alkohol mein bester Begleiter in schweren Stunden gewesen oder einfach: um mich anzuheitern. Alkohol ist eine tolle Droge. Gesellschaftlich führt er ein unkritisches Schattendasein: vom sozialen Umfeld toleriert, werden lediglich Alkoholkranke geächtet und in die Pennerecke gestellt. Dass Haus, Frau, Job und Kind zu verlieren nichts mit Pennerdasein zu tun hat, ignorieren die meisten. In meinem familiären Umfeld hatte Alkohol des öfteren verheerende Wirkung. Alkohol und ich sind deshalb eng verbunden, ich neige zum trinken.</p>
<p><span id="more-2245"></span></p>
<p>Ich kann mich nicht erinnern, in gemeinsamer Runde mit Freunden jemals nicht getrunken zu haben, ein Gläschen Wein ist mir zu wider. Ich muss was merken. Nüchtern bleiben ist rausgeschmissenes Geld. Auch am Wochenende ist klar: Alkohol. Die einzigen Abende, an denen ich nüchtern blieb, waren Clubbesuche technoider Art. Einfach, weil ich länger durchhielt und gerne zur Musik tanzte. Später verflüchtigte sich diese Praxis in Tequila und Bier.</p>
<p>Alkohol erweitert mein Bewusstsein. Ich rede ganz anders über Dinge, ich bin offener und lustiger. Und betäubter. Alles, was schlecht läuft, wird ausgeblendet. Alkohol als Verdrängung. In meiner Berlinzeit (seit 2007) kombinierte ich Alkohol auch schon mal mit anderen Sachen, was den Abend nicht unbedingt besser machte, ihn jedoch umso folgenreicher werden ließ. Nicht gut. So beschränkte ich mich letztlich doch auf meinen besten Begleiter in Partyzeiten.</p>
<p>In den vergangenen Monaten merkte ich allerdings, dass ich vermehrt Gelegenheiten suchte um zu trinken. Was in meiner Jugend als geplanter Zufall auftrat, wurde nun zur selbstbewussten und suchtbejahenden Tätigkeit. Ich suchte Ablenkung: vom Alltag und vom Alltagsstress. Alkohol war die einzige Möglichkeit, der einzige Zeitpunkt, mich befreit zu fühlen. Lasten abzulegen oder sie wenigstens für einen kurzen Moment in die Ecke zu stellen. Unvorstellbar einen Abend in Gesellschaft nüchtern zu verbringen, quälende Gedanken an die nächsten Tage, die ich nüchtern beenden sollte. Hilfe!</p>
<p>Sich das alles einzugestehen, ist vielleicht die eine Sache. Das alles verändern zu wollen, die andere. Ich wägte Gründe ab: Geld, Gesundheit, Befreiung, Selbstermächtigung über den Willen. Zum Glück entschied ich mich für einen Potpourri aus all dem.</p>
<p>Seit einem Monat lebe ich nun ohne Alkohol, halbwegs ohne Probleme. Mein Portemonnaie dankt mir jeden Tag, ich fühle mich fit, mein Gewicht ist gesunken, das sieht jetzt alles wohlgeformt aus &#8211; ohne Sport. Noch mehr berauschend ist allerdings die Erkenntnis, Nein zu sagen &#8211; weil ich es kann. Es macht mir nichts aus. Ich sehne mich nicht nach einem kühlen Bier, mein Ausgehverhalten ist unverändert, mein soziales (trinkendes) Umfeld ist super tolerant, alle ringen der alkoholfreien Geschichte Respekt ab. Passiert ja schon mal des öfteren, dass man blöd angeschaut wird, weil in der Bitter Lemon kein Vodka drin ist. Nicht hier, nicht bei mir. Danke dafür.</p>
<p>Trotzdem muss ich zugeben, in diesem ersten Monat bin ich nicht ganz unterstützungsfrei ausgekommen. Ich besorgte mir etwas Gras, dass ich ab und an in Begleitung konsumierte. Grüne Blüten als &#8220;Nikotinpflaster&#8221;. Wirkt super. Aber irgendwie auch nicht. Mein vor einem Monat gekaufter Mini-Vorrat geht langsam zur Neige, ich habe nicht vor, mich neu einzudecken. Beide Drogen erzielen bei mir unterschiedliche Wirkung. Zum Partymachen, zum Aufputschen, zum stundenlang Fröhlichsein, wie Alkohol das schafft, ist Gras gänzlich ungeeignet. Gras ist gut, wenn man nach einem erschöpfenden Tag bei Sonnenuntergang mit einem guten Freund oder einer guten Freundin ein bisschen Abschalten will. Mehr nicht. Nett, aber irgendwie nicht auf Dauer angelegt. Als Partyersatz greife ich lieber zu Cola oder Club Mate. Grandioses Zeug. Ließ mich im Berghain von halb 5 bis 9 Uhr fast unentwegt und gut gelaunt tanzen, ohne Erschöpfungsgefühle zu generieren. Neuartige Rauschzustände, die ich bis dato nicht kannte und auf die ich mich immer wieder zurückbesinne, wenn ich anderen ein Bier mitbringe und mir einen Eistee.</p>
<p>Ich weiß nicht, wie lange ich jetzt noch so weitermache. Mit jeder verstrichenen Woche steigt die Hemmschwelle, Alkohol anzufassen. Unweigerlich schießen Erinnerungen in den Kopf, wie es sich anfühlt, betrunken zu sein. Momentan fühlt sich das mehr bäh als supi an. Ich warte auf den Moment, an dem ich wieder trinken kann, ohne als Grund Verdrängung angeben zu müssen. Vielleicht wäre eine gute Gelegenheit an meinem Geburtstag die Überwindung meines Burn-Outs zu feiern, an dem ich seit März herumkrebse. Mit einem Gläschen Wein.</p>
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		<title>Stößchen!</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 19:08:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Flattr]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Gemeinde,

der erste richtige Fl &#8230; <a href="http://medienelite.de/2010/07/01/stoesschen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Gemeinde,</p>
<p>der erste richtige <a href="http://medienelite.de/2010/05/27/klingelbeutel/">Flattr</a>-Monat ist um. Zeit für einen kleinen Rückblick, um euch das nochmal genau zu erläutern und transparent zu machen. Außerdem habe ich ein paar Fragen, doch zunächst der Reihe nach:</p>
<p><strong>Mai</strong></p>
<p>Im Mai habe nur wenige Tage geflattrt, weil ich mich um den 26.5. herum endlich mal da angemeldet hatte bzw. anmelden konnte. Ich spende monatlich insgesamt 5€ an Texte, die ich aus Gründen toll finde. Für eine Woche (oder etwas weniger) zog mir Flattr anteilig 85 Cent ab. Das ist der Betrag, den ich in wenigen Tagen anteilig verflattrn konnte. Einnahmen in diesen wenigen Tagen waren 3,36€ &#8211; also fast das Vierfache von dem, was ich ausgab.</p>
<p><strong>Juni</strong></p>
<p>Den Juni über habe ich jetzt 5€ verflattrt und 9,86€ eingenommen, also fast das Zweifache von dem, was ich ausgab. Erwähnung finden muss hierbei, dass ich im Juni so gut wie keine Texte veröffentlicht habe, da ich für <a href="http://missy-magazine.de/category/medienelite/">Missy unterwegs</a> war. Ganze neun magere Posts, von denen 2,5 als gehaltvoll eingeschätzt werden können.</p>
<p><strong>=</strong></p>
<p>Ich habe also insgesamt 5,85€ ausgegeben und 13,22€ eingenommen. Meine Gewinnmarge liegt damit momentan bei 2,26. Mit 35 Flattrs bekomme ich pro Klick durchschnittlich 38 Cent. Super! Vielen Dank an alle, die mich bedacht haben.</p>
<p><strong>Anmerkungen</strong></p>
<p>Auf Flattr gibt es seit kurzem die Möglichkeit, die Einnahmen direkt wieder auf das Ausgabenkonto zu packen und somit PayPal keine Gebühren in den Rachen zu schmeißen, die momentan anfallen (35 Cent + 3,4% vom Gesamtbetrag, der auf das Ausgabenkonto überwiesen wird). Leider profitieren davon nur Blogger_innen bzw. Autor_innen, alle ausschließlich Leser_innen müssen trotzdem noch an PayPal abdrücken. Ich hoffe, diesem Missstand wird bald Rechnung getragen.</p>
<p>Für alle Flattrneulinge (egal ob auch schreibend oder nur lesen) empfehle ich, einen relativ hohen Betrag erstmalig zu überweisen. Wer 5€ monatlich verflattrt und immer wieder neu von PayPal 5€ einziehen lässt, macht minus.</p>
<p>Natürlich zirkuliert das Geld häufig nur innerhalb der schreibenden Zunft (anyone als reine_r Ausgeber_in??) und die dicken <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/flattr-einnahmen-im-juni/" target="_blank">Blogs profitieren von ihrem Bekanntheitsgrad</a> (<a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/da-bin-ich-aber-flatt/" target="_blank">es sei</a> <a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2010/07/01/flattr_bringt_uns_99850_euro_im_jun/" target="_blank">ihnen gegönnt</a>), aber ich sehe bei mir diese 2,26. Das ist erstmal ein Wert &gt; 1. Das heißt ich gebe nicht nur, was einnehme und umgekehrt. Ich refinanziere also locker meine Hosting- und Serverkosten und kann jeden Monat anderen Geld spenden, dafür bin ich nur einmal an mein Konto gegangen und habe 8€ auf mein Flattr-Ausgabenkonto überweisen lassen (letztlich waren es dank PayPal nur 7,38€). Dufte. Wenn das so weitergeht &#8211; vorausgesetzt  ich kotze mich hier ordentlich aus &#8211; dann kann ich anderen bald mehr Geld zugeben als nur 5€ monatlich oder mir ein iPhone 4 kaufen.</p>
<p><strong>Ihr</strong></p>
<p>Wie kommt ihr mit Flattr zurecht? Was sind eure Erfahrungen? Was findet ihr scheiße, wo seht ihr Verbesserungsbedarf oder kennt ihr gar alternative Revenue-Modelle? Über ein bisschen Feedback würde ich mich freuen.</p>
<p>Weiß jemand, ob das <a href="http://wordpress.org/extend/plugins/flattrss/" target="_blank">FlattrRSS-Plugin</a> schon gut und richtig funktioniert, ohne komischen Code zu generieren, der kacke aussieht?</p>
<p>Wie sieht Ganze steuerlich aus? Momentan läuft das in so einer Grauzone nehme ich an, ist aber eigentlich steuerpflichtig &#8211; wenn ja, wie? Und wie genau unterscheiden sich kommerzielle von privaten Blogs? Spende oder Einnahme?</p>
<p><strong>Ichnochmal</strong></p>
<p>Medienelite kann jetzt übrigens auch beflattrt werden, ohne, dass ich mich visuell übergeben muss. Rechts in der Navi. Der Zähler wandert zwar kontinuierlich nach oben, aber pro Monat darf 1x geklickt werden. Super für alle regelmäßigen Leser_innen, die sich statt eines teuren Printmagazins lieber an Internetzigem erfreuen. Print ist trotzdem besser.</p>
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		<title>So schmeckt der Sommer.</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 22:24:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Metropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>

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		<description><![CDATA[

Wie so oft in diesen Tagen laufe ich &#8230; <a href="http://medienelite.de/2010/06/29/so-schmeckt-der-sommer/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/_timl/4668720943/"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4003/4668720943_93447c9b64.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Zeitfixierer (CC-BY-SA)</p></div>
<p>Wie so oft in diesen Tagen laufe ich abends durch Friedrichshain. Mein Friedrichshain. Momentan aber in Lichtenberg exiliert. Sie hebt noch schnell Geld ab, da vorn, wo sich Boxhagener und Wühlisch küssen. Ich halte ihr Fahrrad und beobachte Menschen, Kinder, Schüler, jede Menge Schüler. Teens. Junge Teens, wieder diese Gruppen, aus den Hostels strömend, mit Becks Green Lemon oder selbstgemischten &#8220;Mischen&#8221; in der Hand. Zurecht gemacht. Die Jungs in weit offen geknöpften Hemden, die Mädchen mit diesen Handtäschchen der Winzigkeit, eine lange Schlaufe &#8211; nur Platz für Lippenstift, Puder und etwas Kleingeld. Die Damen wollen schließlich ausgeführt werden. Sie zickt. Er bestimmt. Das immer gleiche Bild. Der Tross stiefelt die Wühlisch hinunter, ohne bekanntes Ziel, dafür mit reichlich warmem Alkohol. Die Schweißperlen auf der Stirn. Sie wollen saufen, sie wollen Spaß haben, die letzte Nacht. Berlin.</p>
<p>&#8220;Ey! Vergesst eure Beziehungen, lasst&#8217; uns was mit der Klasse machen. &#8211; Was in Berlin passiert, bleibt in Berlin&#8221;, brüllt einer.</p>
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		<title>Frage: Wie kann die Gleichstellung von Männern und Frauen erreicht werden?</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 21:42:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitrusfrüchte]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>

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		<description><![CDATA[Am besten so:

 &#8230; <a href="http://medienelite.de/2010/06/29/gleichstellung-youtube/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am besten so:</p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Ty8PT8YFG7k&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/Ty8PT8YFG7k&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
<div class='wp_likes' id='wp_likes_post-2222'><a class='like' href="javascript:wp_likes.like(2222);" title='' ><img src="http://medienelite.de/wp-content/plugins/wp-likes/images/like.png" alt='' border='0'/></a><span class='text'></span>
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		<item>
		<title>Neu 2010</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 13:06:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe ein neues Theme. Wordpress 3.0  &#8230; <a href="http://medienelite.de/2010/06/29/neu-2010/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ein neues Theme. WordPress 3.0 ist oberklasse. Ab jetzt gibt es wieder eine ordentliche Sidebar. Es ist noch nicht alles perfekt, weil das Wetter zu schön ist. Wer feedbackt, bekommt einen Lolli.</p>
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		<title>Deutschland. Re/Visionen.</title>
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		<comments>http://medienelite.de/2010/06/15/deutschland-revisionen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 13:38:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lantzschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Saftpresse]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Weltmeisterschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[

Es ist Weltmeisterschaft in Südafri &#8230; <a href="http://medienelite.de/2010/06/15/deutschland-revisionen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2199" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><img class="wp-image-2199" title="CIMG3546" src="http://medienelite.de/wp-content/uploads/CIMG3546.jpg" alt="" width="512" height="384" /><p class="wp-caption-text">WM 2006. Deutschland - Italien. Fanmeile Berlin.</p></div>
<p>Es ist Weltmeisterschaft in Südafrika, es ist wieder Zeit für unreflektierte Deutschtümelei, impliziten Nationalismus, hegemonial abgesicherte <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2911/nehmt-dem-neger-endlich-die-trote-weg">Diskurshoheit über Rassismus</a>, <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ein-innerer-reichsparteitag/">Nationalsozialismus</a> und Exotismus (siehe Fußballkommentator_innen und -moderator_innen Müller-Hohenstein, Béla Réthy und Günter Netzer). Kritik ist nicht erlaubt oder vollkommen überzogen. Der/die gemeine Deutsche kämpft für sein/ihr Recht auf Selbstbestimmung sondergleichen. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich kotzen könnte ob so viel Borniertheit und mangelnder Selbstreflektion.</p>
<p>Doch genug der Wut und zunächst ein kurzer biografischer Rückblick: Ich bin Deutsche, in Deutschland geboren, meine Eltern, Großeltern und Urgroßeltern ebenso. Soweit mir bekannt ist, habe ich also keinen Migrationshintergrund und gehöre somit ganz selbstverständlich zur weiß-deutschen Mehrheitsgesellschaft. Meine Urgroßeltern stützten das Nazi-Regime durch Kriegseinsätze oder Rumsitzen, meine Oma nähte in der Schule Hakenkreuze auf Flaggen oder schmiss sich während russischer Luftangriffe in Schützengräben. Später war mein Opa in der NVA, genoss viele Privilegien, mit der Stasi hatten wir allerdings wenig am Hut (soweit mir bekannt ist). Als die Mauer fiel, war ich vier Jahre alt.</p>
<p>Meine Kindheit war toll, ich wuchs in einer homogenen Kleinstadt auf, wohnte zwei Blöcke neben DEM Asylheim, dass 1992 von Neonazis mit Molotow-Cocktails beschmissen wurde, unter dem Beifall der Bewohner_innen Hoyerswerdas fuhr die Polizei irgendwann die Gastarbeiter_innen aus der Stadt. Ich wunderte mich lediglich, warum ich nicht raus durfte zum Spielen. Bis ich 19 war, verbrachte ich also mein Leben in Hoyerswerda, genoss das Dasein in der unteren Mittelschicht ebenso wie meine Freund_innen. Ich kannte weder People of Colour, noch Homosexuelle oder behinderte Menschen. Ich würde mich im Nachhinein als unsozial und hedonistisch beschreiben, ich hatte ja niemanden, der mich mal zur Seite nahm.</p>
<p><span id="more-2196"></span></p>
<p>Als ich mit 17 das FDJ-Hemd meiner Mutter aus dem Schrank zog und es durch die Stadt spazieren fuhr, lächelten mich alle an. Als Mutti von der Arbeit kam, ermahnte sie mich gleich, dass das verboten sei. Verfassungsfeindliche Organisation. Ich war völlig von den Socken. Die DDR kannte ich bis dato nur als romantisierten Teil deutscher Geschichte. Meinem Opa gefiel das gar nicht, dass die FDJ so schlimm sein sollte wie die HJ. Geht ja gar nicht. Irgendwie. Dasselbe meinte auch ein späterer Kommilitone, als wir uns im Seminar Öffentlichkeitsarbeit Werbefilme beider &#8220;Organisationen&#8221; anschauten und irgendwie keine Unterschiede feststellen konnten.</p>
<p>Bis heute weiß ich so gut wie nichts über das Leben im Realsozialismus, erstaune immer wieder bei Meldungen über Zwangsadoptionen, Repressionen oder die Todesstrafe, reflektiere in regelmäßigen Abständen mit Freunden über &#8220;damals&#8221; und warum es trotzdem völlig dämlich ist, von Unrechtsstaat zu sprechen. Meine Eltern hüllen sich in Schweigen, loben das sozialstaatliche und die vielen Kindergärten, wollen dennoch nicht zurück, weil es ihnen heute besser geht. Meine Großeltern nörgeln über niedrige Renten und damit haben sie zumindest für Ostrenter in vielen Teilen Recht. Allerdings nicht, die, die schon zu Ostzeiten Rente bezogen, in der NVA tätig waren oder im Bergbau. Die müssen sogar Steuern zahlen auf ihre Rente und darüber regen sich diese dann wieder auf. Der Mensch ist nie zufrieden.</p>
<p>In der Schule lernte ich wenig über die DDR, eine kleine Chronik bekam ich vorgesetzt, beim Mauerfall war dann Abitur-Prüfung. Hitler konnte ich irgendwann im Schlaf, schrieb eine Hausarbeit über Sprache im Nationalsozialismus, schaute mir die Guido-Knopp-Reihe an, um seine Körpersprache zu deuten und interpretierte eine Goebbels-Rede zur Bücherverbrennung. Wir lasen Einschätzungen von Historikern über Kriegsschuld. Ich fand gut, dass es einige gab, die auch den anderen ehemaligen Imperialmächten eine Mitschuld durch Appeasement-Politik zusprachen. Bis heute kann ich nicht sagen, warum ich das gut fand, wahrscheinlich war mir das andere zu eintönig. Apropos Imperialismus: Wir mussten auswendig lernen, wer welche Gebiete besetzte, Deutschlands Rolle dabei wurde eher so ein bisschen relativiert. Ich wusste wenig über Kolonialismus und Rassismus, Sklaverei musste mein Englisch-Leistungskurs mit &#8220;Onkel Toms Hütte&#8221; übernehmen. Oder so. Bis heute erinnere ich mich nicht mehr, warum die Biolehrerin uns eurasische und nigride Homo sapiens zeigte. Darwin wurde auch schon mal kritischer rezipiert.</p>
<p>Auf einem Schulausflug nach England, begrüßten uns die einheimischen Jugendlichen mit Hitlergruß, wiederum andere bezeichneten uns als Nazis und wiederum ganz andere stolzierten mit SS-Outfits durch die Straßen. Fasching war wohl nicht. In Dubai musste ich mir von Einheimischen Hitler-Honig um den Mund schmieren lassen. BMW, Mercedes und Hitler. Das ist deutsch. Das ist toll. Juden sind eh doof. Sagen konnte ich dazu nichts. Das wäre unhöflich gewesen und außerdem: Frau, Dubai, klingelt&#8217;s?</p>
<p>Mit meinem Umzug nach Berlin vor drei Jahren wurde ich eine multikulturelle Stadt geschmissen, die bis heute kaum Platz lässt für Xenophobie (umso erschreckender, falls es doch der Fall ist), ich musste mir meine latente Ausländerfeindlichkeit abgewöhnen, ich musste mir mein Unbehagen gegen Schwarze abgewöhnen, ich musste lernen, dass die Welt nicht einfach funktioniert und ziemlich verwirrend sein kann. Ich musste Fremdheitsgefühle erleben, die ich bis dato nicht kannte, meine Identität, Herkunft, sozialer Status, meine privilegierte Stellung in der Gesellschaft hat Berlin radikal in Frage gestellt. Bis heute habe ich nichts von meiner privilegierten Stellung verloren, ich bin immernoch weiß und immernoch deutsch. Mein sozialer Stand ist soweit akzeptabel, dass ich mir ein bezahltes Studium und einen regelmäßigen Kaufrausch leisten kann. Das einzige, was sich verändert hat: dass ich diesen Text hier so schreiben kann, wie ich ihn gerade schreibe.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Die WM 2006 war eine Zeit, in der wir in den Halbzeitpausen für die anstehende Matheprüfung lernten, die deutsche Flagge am Fensterbrett hissten, im Autokorso mitfuhren, Nazis uns ihr Bier entgegen streckten (nach dem Argentinien-Sieg) oder uns gern die Fresse poliert hätten (nach dem Sieg gegen die polnische Mannschaft). Ich bebte während den deutschen Spielen, der Adrenalinausstoß war unglaublich und als Jens Lehmann den entscheidenden Elfer im Viertelfinale gegen Argentinien hielt, rissen wir fast die Lampe von der Decke. Das Halbfinale verbrachte ich auf der Fanmeile in Berlin. Ich hielt mich noch nie unter Massen von Menschen auf, schon gar nicht in schwarz-rot-goldenen Fahnenmeeren. Die WM 2006 hat mich bewegt, noch Wochen später entdeckte ich lächelnde Gesichter in der U-Bahn und blieb regungslos vor der unscheinbaren Outdoor-Fotogalerie im Regierungsviertel stehen.</p>
<p>Bis zur aktuellen WM in Südafrika bin ich dieses Gefühl und dieses Erlebnis immer wieder im Kopf durchgegangen. Weil ich wissen wollte, was es ist, was diese Euphorie auslösen kann, was dieses Gemeinschaftsgefühl bewirkt. Immer habe ich nach etwas gesucht, was nicht national konnotiert wäre&#8230;ergebnislos. Ich musste mir eingestehen, dass diese Euphorie keinen weiteren Grund hatte außer das schwarz-rot-goldene Fahnenmeer. Zusammengehörigkeit definiert über Nationalfarben, Nationalität, mein Deutschsein. Ich kam zu dem Schluss, dass die Suche nach Inhalten vermeintlicher deutscher Leitkultur im Fußball und im Nationalismus mündet und war enttäuscht.</p>
<p>Trotzdem beschäftigt mich weiterhin, warum es vielen Deutschen offenbar ein auf der Seele brennendes Bedürfnis ist Farbe zu bekennen in diesen Tagen, warum dieses halb verdurstete Suchen nach einem letzten Fleck Gemeinschaft nun bei der WM 2010 endlich gestillt wird, warum sich Gemeinschaftsgefühl überhaupt über Nationalität definiert und warum so viele Deutsche pekiert sind, wenn ihnen dieser Wunsch &#8220;auch noch zur WM&#8221; verwehrt werden soll durch die politisch Korrekten.<br />
Meine Euphorie hält sich dieses Mal sehr in Grenzen, die Flaggen finde ich beinahe bedrohlich, ich sehe nur noch besoffene und grölende Vollpfosten und genau so viele spießige Fans, die sich verschämt die Farben auf die linke und rechte Wange gemalt haben, weil mehr muss nicht ja nicht sein. Weniger ist manchmal mehr, würde ich sagen. Ich habe neuerdings Angst, wenn ich abends nach Hause laufe (leider zu Recht, wie die letzten Tage bewiesen), Freund_innen von mir reden von einem veränderten lantent fremdenfeindlichen und rassistischen Klima, auch sie fühlen sich bedroht. Ja, es ist in der Tat ein Angstklima, natürlich nicht bei der Mehrheitsgesellschaft, denn die guckt ja gemeinschaftlich Fußball. Es lässt sich nicht genau fassen, aber in weißen Deutschen ohne Migrationserfahrung schlummert wohl etwas, das spätestens alle zwei bis vier Jahre zum Leben erweckt wird. Wahrhaben oder einordnen wollen das die wenigsten, <a href="http://www.malte-welding.com/2010/06/14/vorbei-marsch/" target="_blank">nicht mal die</a>, <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ein-innerer-reichsparteitag/">die ich sonst für kritisch gehalten habe</a>.</p>
<p>Dabei muss ich anhand der bereits skizzierten biografischen Fetzen eingestehen, dass ich das durchaus nachvollziehen kann. Es gibt Menschen in meinem Bekanntenkreis, die wollen sich &#8220;nicht mehr entschuldigen müssen&#8221; für den Holocaust, die Israel kritisieren wollen, ohne als antisemitisch zu gelten, die nicht mehr über Hitler reden wollen, Begriffe so verwenden, wie es ihnen beliebt, weil sie ja die Guten sind. Tolerant sind. Nichts gegen Andere haben. Nur witzig sein. Das wollen sie alle. Ich halte diese Einstellung für legitim, ich halte Nationalfarben für legitim, ich halte den Genuss von Privilegien für legitim &#8211; mit sonderlicher Reflektiertheit, politischer Sensibilisierung und kritischer Denke hat das aber nichts zu tun.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Weiße Mehrheitsdeutsche sind traumatisiert, deutsche Geschichte ist nicht mehr und nicht weniger als zerrissen, besonders in Anbetracht der vergangenen zwei Jahrhunderte. Die Kriege sind ein Katzensprung her, Kolonialrassismus wurde nie aufgearbeitet, die DDR-Geschichte wird es wohl nie sein, bis ich sterbe. Der Diskurs über Deutschsein, Deutschfühlen und Deutschland ist noch immer bestimmt von großer Schuld und Schuldzuweisung, von defizitärem Humanismus. Ich fühle mich schlecht, wenn ich im Informationszentrum des Holocaust-Mahnmals in die Gesichter kopfschüttelnder Touristen blicke. Doch um Schuld und Defizite geht es nicht. Und auch nicht um Verbote und Maulkörbe. Ein &#8220;innerer Reichsparteitag&#8221; ist nur deshalb ein Politikum, weil es Menschen gibt, die diese Worte völlig unreflektiert vor Millionen von Menschen äußern, Kritiker_innen eine Distanzierung von der NS-Zeit verlangen und Kritiker_innenkritiker_innen für sich eine Diskurshoheit über Nationalismus, NS-Zeit, Faschismus beanspruchen.</p>
<p>Verantwortungsbewusstes Handeln statt Schuldzuweisungen, weder Gut/Böse, sondern reflexives und reflektiertes Wissen über die eigene Geschichte, ein Nationalbewusstsein schaffen. Heißt: Sich bewusst zu werden über die Gesellschaft, über die Systeme, über Vorgänge, Praxen und Diskurse,  Repräsentationen, Kategorien und Identitäten, Symbole und Artefakte, die Deutschland bestimmen und bestimmt haben, sich eine eigene kritische und selbstkritische Meinung zu Thema Deutsch zu bilden, sensibel und bewusst damit umgehen, mit diesem angeborenen oder erworbenen Deutschsein. Nur dann ist imho die Schuld ad acta gelegt und die Verantwortung an ihre Stelle getreten. Und nur dann, können die, die sich gerade irgendwie angesprochen fühlen,  deutsche Geschichte als einen Teil ihrer Identität annehmen, statt wegzustoßen und zu verdrängen, aus der Opferrolle heraustreten und sich selbstbewusst innerhalb der nationalstaatlichen Grenzen bewegen, ohne dafür zu Recht kritisiert zu werden.</p>
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