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	<description>Menschen in Bewegung. Stills.</description>
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		<title>Blockupy: Alles ist verboten!</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 16:56:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der schwarze Block Frankfurt schwitzt ordentlich und hat, zwecks besserer Unterscheidung, auf dem Rücken nicht nur &#8220;Polizei&#8221;, sondern rote, blaue und neongelbe Schildchen mit römischen Ziffern angeklettet. 5000 demonstrieren am Paulsplatz, vor der deutschen Bank, vor der EZB und am &#8230; <a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1748">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/b80079e4ec2a4dd9af061758aa7e834a" width="1" height="1" alt="">Der schwarze Block Frankfurt schwitzt ordentlich und hat, zwecks besserer Unterscheidung, auf dem Rücken nicht nur &#8220;Polizei&#8221;, sondern rote, blaue und neongelbe Schildchen mit römischen Ziffern angeklettet. 5000 demonstrieren am Paulsplatz, vor der deutschen Bank, vor der EZB und am Römerberg. Sie halten außerdem einen grünen Lungenflügel Frankfurts besetzt: Die Taunusanlage. Verrammelt und abgeschottet. Wer da durch will, muss schon eine Sondererlaubnis haben, also Banker, Rechtsanwalt oder einer deren Dienstleistenden sein. Touristen, Spaziergänger, Radfahrer, Jogger – müssen draußen bleiben. Die ganze Innenstadt von baden-württembergischen Polizist_innen abgeriegelt, die den verwirrten Irrfahrern nicht mal sagen können, wie sie zum Bahnhof kommen. </p>
<p>Frankfurt Mitte Mai: Seit Montag ist Panik angesagt: Die Deutsche Bank packt ihre Skulpturen ein und zieht einen fünffachen Ring von schwarz bespannten Zäunen um ihre Türme. 40.000 gewaltbereite Demonstranten seien unterwegs, der HR interviewt Geschäftsleute in der Innenstadt und wünscht ihnen am Ende „viel Glück“, die Polizei empfiehlt: Eltern sollen ihre Kinder nicht in den Kindergarten bringen, Banker und Rechtsanwälte nicht Kostüm, Schlips und Anzug tragen, sondern „unauffällig“ in Freizeitkleidung kommen (unauffällig? Können die gar nicht. Da steckt der Mont-Blanc-Füller in der Freizeithemdentasche – und, die legeren Segelschuh kosten ein Vermögen). Die Beamten riegeln schon seit Montag die Innenstadt derart ab, dass man meinen könnte, die Queen, Obama und Netanjahu kämen gemeinsam zu Besuch. Mittwochabend stürmt unser Großer rein: Dreimal haben sie mich heute gecasht: Perso abgenommen, an die Wand gestellt und angeschnauzt – Geht’s noch?!</p>
<p>Donnerstag </p>
<p>Alles unter Kontrolle. Allein, die gewaltbereiten Chaoten fehlen an diesem Mittag, an dem das <a href="http://http://www.grundrechtekomitee.de" target="_blank">Komitee der Grundrechte</a> zur Demo für die Wahrung des Demonstrationsrechts aufruft. „Mama?!“, schmiegt sich ein Mädchen fragend an seine Mutter – die beiden kommen vom Paulsplatz, wo man schon von weitem Demogeräusche hört, Schilder sieht – „Ach“, antwortet Mama, „als ich so alt war wie du (grob geschätzte acht Jahre) hat meine Mutter mich auch zu Demos mit genommen.“ Ich grinse noch, als sich mir ein Blockierer in den Weg stellt: „Wollen Sie zur Demo?“ Ein kurzgeschoren Blonder, der mich nicht wirklich anschauen mag und nicht wirklich lächelt; einer aus dem schwarzen Block halt. Mal sehen, vor allem will ich durch. Er guckt, als sei ich schwer von Begriff: „Wollen Sie zur Demo? Hier gehts nicht durch.“ Aber, da oben gehts doch weiter, seh ich doch. Da will ich hin&#8230;Absurdsprech vom Feinsten. Schließlich lässt er mich. Manno! Wenn sie sich schon mich krallen wollen, kann es verdammt überhaupt keine Autonomen, außer dem gut bewehrten schwarzen Block mit der rückwärtigen Aufschrift &#8220;Polizei&#8221; auf der Jacke, hier geben. </p>
<p>Wir umkreisen den Absperrkordon der Innenstadt, sehen ratlos umherstreifende Polizisten und Kameramänner – kein gewalttätiger Chaot weit und breit. Nur Leute, die wie wir an jeder zweiten Ecke in einer polizeibestückten Sackgasse stranden. Und ein zutiefst subversives Demo-Schild der Dresdner Bank (hängt da immer):</p>
<blockquote><p>&#8230; Den Göttern  gleich ich nicht!</p>
<p>Zutiefst ist es gefühlt;<br />
dem Wurme gleich ich,<br />
der den Staub durchwühlt,<br />
den, wie er sich im Staube nährend lebt,<br />
Des Wandrers Tritt vernichtet und begräbt&#8230;</p>
<p>Für uns mög euer Wort in seiner Kraft bleiben&#8230;<br />
Ihre Dresdner Bank.</p></blockquote>
<p>Also, noch Mal: Paulsplatz. Und mit Mal wird’s eng. Polizeibusse fahren an, über Twitter wird gewarnt, ein Schützenpanzer und ein Wasserwerfer (WAVE) seien unterwegs. Doch jetzt wird hier gekesselt, dass mir ein bisschen schwummerig wird. Erst umstellen etwa 500 Polizisten rund 300 Demonstranten, Brustpanzer an Brustpanzer, Pistolenholster an Pistolenholster, Helm an Helm. Drumrum rangieren sie ihre Busse, Schnauze an Reserverad. Dicht. Und dann wird aufgefordert, die Demo zu verlassen. „Sie begehen hier nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat.“ Brüllt es aus dem Polizeiwagen. „Das Megafon weg!“ Konstantin Wecker soll aufhören zu singen, und: Alle sollen weg. „Genau!“ ruft ein vorbeiradelnder Nichtanzugträger: „Schickt sie alle nach Hause. Die braucht kein Mensch.“  </p>
<p>Wir wutschen raus, obschon die Polizeikette recht dicht ist, und ich höre einen, den ich von Occupy kenne: „Rhein soll zurücktreten!“ Das werde ich überall sagen. „Rhein soll zurücktreten! Straftat? Unsinn! Hier wird man belogen und betrogen.“ Occupymann erzählt, die Polizei hätte ein Ausweichquartier für die geräumten Camper zugesagt –  tatsächlich aber habe es das nicht gegeben, „die sind jetzt alle irgendwo untergekommen.“ Als wir fahren, sehen wir einen Trupp Blockupy-Aktivisten. Schließlich wird doch der Kessel wieder aufgelöst, alle ziehen auf den Römerberg, lese ich später auf Twitter. </p>
<p>Und? Blockupy war supererfolgreich. Jetzt schon. Dermaßen lahm gelegt war die Innenstadt noch nie, nicht mal beim Marathon oder beim früheren Erster-Mai-Radrennen. Und wenn jetzt schon die Polizisten demonstrieren&#8230; Die Blockyouparty geht ja noch drei Tage. Die Jungs und Mädels auf dem Römer beweisen sogar Lokalpatriotismus und Herzensnähe zu den Montagsdemos am Flughafen, sie rufen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ </p>
<p>Erstaunlich aber doch, dass die Polizei eine verschüchterte Hertha weiterspielen lässt, damit es keine Randale unter den Fans gibt, in Frankfurt aber alles lahm legt, und keinen spielen lässt, auch wieder: damit es keine Randale gibt. Wer ist, macht und bestimmt eigentlich, wann wo Randale ist? Acht Monate gibt’s hier jetzt das kleine friedliche Occupy-Camp und plötzlich sollen die Leute ihre Sprösslinge nicht mehr in den Kindergarten bringen. Warum? Weil die Occupier Anzugträger und Kinder fressen? Nein, Herr Rhein macht Schluss mit lustig. Deeskalation sieht anders aus. <a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/898" title="Occupy Tag zwei: Yes we camp" target="_blank">Peter Grottian</a> hat übrigens gleich zu Anfang des Camps ziemlich deutlich gemacht: Überlegt euch was, die sind jetzt nett zu euch, aber wenn’s ernst wird, wird sich das ändern. </p>
<p>Jetzt schon klar, was das ganze Himmelfahrtsspektakel soll (zu schweigen davon, was das kostet?!?!). Nun, Boris Rhein entspricht durchaus der neuen, spektakulär rückschrittigen Linie „Härte und Durchgreifen“. Weg ist weg: Occupy geräumt. </p>
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		<title>Ausstellung: Lebensräume – Flugrouten</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 11:14:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Terry Keegan]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Eva strickt, läuft, redet gegen den Lärmteppich über Offenbach – und sie liebt, Zeichen zu setzen – Eva Reiß, Chefin der Evangelischen Kirche in Offenbach. Am liebsten sind ihr bekennende Zeichen mit Witz und Aussage und, ja, sie liest &#8230; <a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1714">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1714/schlangenhautahorn" rel="attachment wp-att-1718"><img class="alignleft size-full wp-image-1718" title="Schlangenhautahorn" src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/05/Schlangenhautahorn.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7bc3a5fa4a904201b85e8e87251b1dea" alt="" width="1" height="1" />Eva strickt, läuft, redet gegen den Lärmteppich über Offenbach – und sie liebt, Zeichen zu setzen – Eva Reiß, Chefin der Evangelischen Kirche in Offenbach. Am liebsten sind ihr bekennende Zeichen mit Witz und Aussage und, ja, sie liest dieses Blog. Und weil es bei ihr gezündet hat &#8211; Ausstellungen sind Kinder von Begegnungen &#8211; zeigt sich die Offenbacher Stadtkirche in diesem Sommer mit unserem Blick auf Rhein-Main. Es ist ja hier ein bisschen wie im Ruhrpott: im Ballungsraum, denken viele, gibt’s eh keine intakte Natur, keine Ruhe mehr. Stimmt nicht. Frankfurt ist eine kleine, eine ländliche Großstadt. Eine Finanzmetropole mit feinen Kräuter- und Blumengärten zu Füßen. Und auch Offenbach, gern abgezoffte, kleine, kreative Stadtschwester, träumt sommers wie winters gern am Main. Wir haben alles! Museen, Erdbeeren, Apfelwickler, Häfen, Kulturheidelbeeren, Konzerte und Spargel, Pharmariesen, Global Youth Village, Filmfestivals und Zecken. Multikulti in jedweder Hinsicht und mit jedweder Verkehrsanbindung zu Wasser zu Lande und – in der Luft. Schwäne überfliegen Wasserstraßen, Kraniche trompeten über uns hinweg. Am lautesten, stetigsten und zahlreichsten im Luftraum aber sind First-Class-, Fracht- und Ferienflieger.</p>
<p>Unsere Ausstellung hat deswegen gleich zwei Fenster zur Einsicht: Eines öffnet die Flügel für Naturschönheiten des Rhein-Main-Lands, gibt Ausblicke auf regionale Lebensräume – das zweite zeigt, wie wichtig den Bewohnern das Bewahren dieser Schätze ist, so wichtig, dass sie seit Jahrzehnten für Lebensqualität und Ruhe auf die Straße gehen.</p>
<div id="attachment_1719" class="wp-caption alignleft" style="width: 462px"><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1714/ausstellung-of" rel="attachment wp-att-1719"><img class="size-full wp-image-1719" title="Ausstellung OF" src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/05/Ausstellung-OF.jpg" alt="" width="452" height="640" /></a><p class="wp-caption-text">Unser Plakat: made by Kück*</p></div>
<p>Die Bilderroute in der Kirche beginnt (in schwarz-weiß, um klarer zu sehen) mit einem der ältesten Bilder aus dem heiß umkämpften Wald, der später für die Startbahn-West fiel. Der Augenblick zurück fällt auf die Hüttenkirche, die 1980 errichtet wurde und hier die Offenbacher Stadtkirche als kleine Schwester aus jüngerer Vergangenheit grüßt. Es folgen Bilder des Protests &#8211; von vor zehn Jahren, von heute -, der sich nach wie vor gegen die Rodung von Stille und Lebenskraft richtet, und gegen permanenten Ausbau von Fluglärm.</p>
<p>Natürlich wissen die Rhein-Mainer, welche Vorteile ihnen der Ballungsraum bringt: Arbeit, Schule, Einkauf, Freizeitgestaltung – alles im Drehkreuz von Interesse, Nachfrage, Bedarf. Alles gut erreichbar. Bebauung, Verkehr und menschengemachter Lärm gehören also dazu, sind also zu ertragen. Damit das aber gelingt, fordern Menschen aus Groß-Gerau, Eppstein, Offenbach, muss die andere Waagschale mit einer Auszeit von alledem bestückt werden, muss den Ausgleich wahren und die Grenzen stecken.</p>
<p>Und jetzt zum zweiten Arm, Bein oder Auge der Region: der Stille. Vielfältig auch sie. Dieser Teil der Bilderserie zeugt von der Kraft der Ruhepole mitten im Finanzsturm.  Wir wissen wo es sie gibt. Und hier ein kleiner Dank an unsere Plakatmacher *<a href="http://www.kueck-wa.de" target="_blank">Karin und Wolfgang</a>, die sicheren Auges mit uns die Auswahl zum Meditativen hin gesiebt haben &#8211; Ausstellungen sind Kinder von Begegnungen. So also könnte es sein: Innehalten vorm gesponnenen Wagenrad, gebannt vom Glitzern &#8211; in den Harztropfen frisch geschlagener Bäume &#8211; dem Herzschlag der Zeit folgen. Zeit, die die junge Sonnenblume braucht, Blatt für Blatt ihr Innerstes freizulegen, ihr klares Gesicht zu zeigen. Jede Pore eine Blüte, ein Samenkorn der Zukunft.</p>
<p>Gar nicht so selten kreuzen sich die Wege von Mensch und Tier. Ein Glück, denn der Blick eines Hirschen macht unverwundbar für einen Tag. Wer seine Sinne frisch hält, begegnet solchen Lebensträumen überall in der „Metropolregion“, die sich von Offenbach, Frankfurt, Aschaffenburg und Darmstadt um die Bergstraße nach Wiesbaden bis über den Hochtaunuskreis hoch zur Fulda zieht. Feldfurche und Hochhaus liegen oft nur Schwanenschwingenschwünge auseinander.</p>
<p>Weil das witzig, netzig Gedankenwendige ein Prinzip der Weiterentwicklung ist, sorgen wir vor der Ausstellungseröffnung für eine fadenziehende Aktion, setzen mit einem Strick-In ein Zeichen gegen den Fluglärm. Bestrickt wird ein symbolischer Deckel, der zumindest an diesem Tag und an der Offenbacher Stadtkirche der Zahl der Flugbewegungen eine Grenze setzt. Und weil sich in der Stadt auch oft die Wege der Menschen kreuzen, konnten wir Terry Keegan einladen, den Straßenmusiker und Conga-Trommler, der auch <a title="Hart am Wind: Fluglärm ahoi!" href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1339">hier</a> im Blog schon Bilder getaktet hat&#8230;</p>
<p>Angenetzt? Zeigts uns: am dritten Juni um drei.</p>
<p><em>ausstellung lebensräume &#8211; flugrouten: 3.6. &#8211; 8.9.12<br />
vernissage: 3.6. 16 uhr 30<br />
stadtkirche offenbach, herrnstraße 44<br />
mo &#8211; fr 12-18 uhr, sa 11-13 uhr</em></p>
<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1714/montagsdemo" rel="attachment wp-att-1720"><img class="alignleft size-full wp-image-1720" title="Montagsdemo" src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/05/Montagsdemo.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Stay, Yahye stay! Lasst ihn endlich sein Leben starten</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 11:15:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Asyl]]></category>
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		<description><![CDATA[&#160; Das Ausländergesetz ist nicht für die Menschen da, es regelt nur den Umgang mit ihnen durch die Behörde. Chef der Frankfurter Ausländerbehörde, 2003. Wir treffen den Ex-Kindersoldaten, Flüchtling, Rapper, wir treffen Yahye (spricht man Yachje) bei sich zuhause. Er &#8230; <a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1696">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1464/20120201-_mg_7855" rel="attachment wp-att-1471"><img class="alignleft size-full wp-image-1471" title="Yahye #1" src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/02/20120201-_MG_7855.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>Das Ausländergesetz ist nicht für die Menschen da, es regelt nur den Umgang mit ihnen durch die Behörde.<br />
Chef der Frankfurter Ausländerbehörde, 2003.</p></blockquote>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/45fb2f76e87f4cdc95b941c52e6eb866" width="1" height="1" alt="">Wir treffen den Ex-Kindersoldaten, Flüchtling, Rapper, wir treffen Yahye (spricht man Yachje) bei sich zuhause. Er checkt die Deutsch-Hausaufgaben in seinem knallrot gestrichenen WG-Zimmer unterm Dach. Betroffenheitsgetue und Winkelzüge von Anwälten sind nicht sein Ding. Flucht soll vorbei sein, die Zukunft beginnnen &#8211; er will ein Bleiberecht für dieses Land, dafür arbeitet er mit aller Kraft. Er blättert in seinem Heft. Alles erledigt? Der ebenfalls tiefrote Teppichboden schlägt eine trotzige Falte, der Junge mit den starken Oberarmen, dem runden Gesicht und der männlichen Stimme hat ihn selbst verlegt. </p>
<p>Mit 13 ist er aus Somalia nach Polen geflohen. Allein. Letzten Sommer, mit 17, flieht er von dort nach Frankfurt – und wird kurze Zeit später aufgefordert, „freiwillig“ wieder auszureisen. „Fliegen oder Knast“, so schätzt er die Alternative ein. „Dann doch lieber sehen, was mir in Polen einfällt“, entscheidet er, packt und stellt um auf Überleben. Am nächsten Morgen um acht würde er am Flughafen sein. „Then, Anna gave me a call.“ Anna vom Verein für Jugend und Erziehungshilfe. Übers Handy fragt sie, „Willst du wirklich gehen?“ Nein, natürlich nicht. Aber wie soll er den Behördenton finden? Überzeugen, dass er bleiben muss? Weil er das alleine nicht schaffen würde, steht die Tasche an der Tür – aber jetzt&#8230; Sie redet und redet, plötzlich erkennt er eine Chance. „Ich hab ja immer irgendwelche Risiken auf mich genommen. Ich habe Anna vertraut.“ Er zählt glücklich auf, was dieser Wendetag, an dem er ausreisen sollte, alles verändert hat: Anna hat Emails an Bekannte geschrieben, die sich mit Asylverfahren auskennen, die Leute aus dem Stadtteil haben Unterschriften für eine Petition gesammelt, Aufrufe an Zeitungen geschickt, auf Facebook eine <a href="http://www.facebook.com/groups/149162905160789/" target="_blank">Gruppe</a> gegründet&#8230;  </p>
<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1464/20120201-_mg_7853" rel="attachment wp-att-1474"><img class="alignleft size-full wp-image-1474" title="Yahye #3" src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/02/20120201-_MG_7853.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Er berät sich mit Leuten, die mehr und mehr zu seinen Freunden werden. „Weil ich nicht zurück gegangen bin, musste ich aus dem Wohnheim der Jugendhilfe raus.“ Er zieht in eine WG-Wohnung der Frankfurter Stadtteilinitiative SIKS, beantragt Hartz IV, geht zur Schule. Er macht Musik, wird 18 &#8211; irgendwie alles gleichzeitig. Als Rapper und Sänger lernt er im Viertel schnell Leute kennen, die ebenfalls Musik machen. Sein Handy klingelt, „Hi Basti. Ja, wir können uns in einer halben Stunde treffen – im Musikstudio, klar“. Vorm Mikro muss er keine unmöglichen Lösungen suchen, vorm Mikro kennt er sich selber aus, ist als Rapper Yaxie Yax längst angekommen. „Musik ist mein Leben“, sagt er. Natürlich interessieren mich seine Texte &#8211; welcher ist sein eigener Favorit? Er schiebt die Kappe zurück, überlegt, „Thankful.“ Hier ein paar Auszüge aus dem Lied:</p>
<blockquote><p>Back in the days when I didnt know where I was, where to go where to sleep and what to eat, life gave me a limit Lord helped me to suvive..<br />
as I served in the military at the age of 13 as a soldier child!<br />
I thank the Lord for getting from around the devil and living life like a penitentiary with AK47 in my hand!<br />
troubles went away! my life in way! now who is to say that I cant fly when I came closer to my final destination!<br />
I walked in this planet as a loner child and took the most dangerous way to come from mogadishu to frankfurt!<br />
I never thought I would reach 18 but life goes on and I believe that I could reach 80!<br />
alhamdulillah am so thankful!<br />
(Thankful, Yaxie Yax 2011)</p></blockquote>
<p>Songtexte schreibt auf Englisch oder auf Somali, seit er elf ist. Es sind seine zwei Muttersprachen, weil er zwei Mütter hat. „Meine Mom, die mich geboren, und meine Tante, die mich in Kenia aufgezogen hat.“ Jetzt kann er sie nur noch via Telefon erreichen, seine Mom in Somalia und die Tante in den USA. Deren ältester Sohn ist dorthin ausgewandert und hat eine Familienzusammenführung erwirkt. Yahyes Gedanken taumeln durch die Zeit, die Finger verhaken sich. Seine Kindheit endet mit zwölf, als das Militär ihn holt und zum Kindersoldaten macht. Als die Tante davon erfährt, schickt sie Geld, er soll fliehen. „Sie hat gesagt, ich soll nach Holland gehen.“ Ein Schleuser bringt Yahye zuerst nach Russland, alles andere sei zu gefährlich. „Hier sind wir“, heißt es irgendwann. Er springt vom LKW, ist auf sich allein gestellt, und beantragt Asyl. Das bekommt er auch und begreift, dass man ihn betrogen hat, dass „Poland“ nicht Holland heißt, in keiner der vier Sprachen, die er beherrscht. Zu somali, suaheli, englisch und arabisch kommt jetzt noch polnisch. </p>
<p>Seine Mitbewohner sind krass drauf. Sie nennen den 13-Jährigen „Affe“, klauen sein Essen, seine Kleidung, sein Geld. Interessiert niemanden. „Hier kannst du nicht bleiben“ – sagt der Überlebensinstinkt. „Ich bin nach Warschau gegangen und habe dort auf der Straße gelebt und gesungen. Ein Musikproduzent hört und entdeckt ihn für sich. Plötzlich wendet sich das Blatt: Ein Vertrag, ein Zimmer, Auftritte, Reisen&#8230; Er tritt bei einem Rap-Contest an und gewinnt. Die Frauen mögen ihn – er grinst – sie haben für ihn gestimmt. Hey, da ist es ja, das Glück!</p>
<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1464/20120201-_mg_7863" rel="attachment wp-att-1508"><img class="alignleft size-full wp-image-1508" title="Yahye #7" src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/02/20120201-_MG_7863.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Doch die hässliche Seite Europas wischt es fort: „Mach deine schwarze Musik in Afrika. Das hier ist Polen. Hau ab, sonst töten wir dich.“ Polnische Neonazis schlagen ihn zusammen, drohen mit Mord, wenn er nicht abhaut. Und sein Produzent? Lässt ihn fallen. Dass bloß die Polizei nicht kommt, ist seine Sorge. Yahye hat er nur zehn Prozent des Verdienstes ausbezahlt – und den Rest wohl ohne Steuern zu zahlen selbst eingesackt. Yahye erinnert sich gut an die Antwort: „‚Tja, das ist Polen. Wenn sie dich umbringen wollen, will ich nichts damit zu tun haben. Geh. Wenn du mein Studio nicht sofort verlässt, töte ich dich, bevor jemand anderes dich töten kann.’ Damals bin ich dann aufgewacht. Brrr.“ </p>
<p>Irgendwer rät ihm, nach Paris, London, Amsterdam oder Frankfurt zu gehen. Warschau-Frankfurt ist das realistischste Ziel. Er nimmt einen Zug, meldet sich als Flüchtling – und darf in Frankfurt in ein Wohnheim für Minderjährige einziehen. Das Jugendamt schickt Anna. Yahye ist <a href="http://www.b-umf.de/" target="_blank">einer von vielen Flüchtlingen</a>. Zu vielen, wie zu viele europäische Ämter und Deutschland-den-Deutschen-Denker finden. Die Frankfurter Ausländerbehörde fordert ihn auf, &#8220;freiwillig&#8221; zu verschwinden. Nur da, wo ein Flüchtling zuerst europäischen Boden betritt, darf er um Asyl bitten – und bleiben. So haben es die EU-Länder unter dem Kürzel <a href="http://www.euractiv.de/globales-europa/artikel/asylrecht-eugh-urteil-stellt-dublin-ii-verordnung-in-frage-005818" target="_blank">„Dublin II“</a> verabredet, um „Asyl-Shopping“ zu verhindern. Könnte ja jeder sonst kommen und sich die europäischen Rosinen rauspicken. </p>
<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1464/20120201-_mg_7867" rel="attachment wp-att-1509"><img class="alignleft size-full wp-image-1509" title="Yahye #8" src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/02/20120201-_MG_7867.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rosinen. Frankfurt steht bei Yahye nicht für süße Zutaten, sondern für Zukunft. Für den Ort, an dem mehr drin sein könnte, als reines Überleben. Er will bleiben &#8211; und die Leute im Viertel wollen das auch. Das muss man erst mal hinkriegen, von einem Tag auf den anderen in einem fremden Land in einer fremden Kultur. Und dort Menschen für sich gewinnen. Es muss Yahyes Art sein, sich zu öffnen, einen anzulachen. Zu sagen: hier bin ich, wer bist du? Lass uns was auf die Beine stellen. Das sagenhafte Multikulti Frankfurts ja doch meist eher ein Nebeneinander, das schnell in Clübchen und Grüppchen zerfällt. Und doch. Gibts Menschen, die herz- und weltoffen sind, Netzwerke wie SIKS. Dieser Ruf eilt der Stadt sogar voraus: eine der ausländerfreundlichsten Metropolen Europas zu sein. Ich erinnere mich an einen glückstrunkenen Iraner, der von Frankfurt genauso begeistert war wie Yahye, der unbedingt bleiben wollte, weil hier alle Leute soooo nett seien, soooo zuvorkommend. &#8220;Wonderful!&#8221; Und ich dachte früher immer „Bankfurt“ &#8211; stehe mehr für durchgestylte Geld- und Werbeperformance, denn für alternatives Leben. Andererseits gibt es nirgendwo in der Republik ein so großes und so lange geduldes Occupy-Camp.</p>
<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1464/20120201-_mg_7857" rel="attachment wp-att-1505"><img class="alignleft size-full wp-image-1505" title="Yahye #6" src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/02/20120201-_MG_7857.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hier also soll Zukunft sein! Wünschen sich große braune Augen, die schon verdammt viel gesehen haben. Musik ist sein Puffer, sein Medium, &#8220;mein Leben&#8221;. bei Auftritten kommen die somalischen Lieder am besten an. Er singt seine Geschichte, aber nicht nur. „Ich will, dass die Leute Spaß haben, tanzen – wie früher auf der Straße in Somalia.“  Das Schicksal mag hart sein, aber Yahye drückt es nicht durch einen Aggrostil á la Ich-fick-das-Leben aus. Warum? Yahye schaut nach innen, reibt die Finger aneinander. „Weil das keinen Sinn macht. Im Wohnheim gab es einen Typ, dem ging es ähnlich wie mir. Aber statt sich anzustrengen, sein Leben in den Griff zu kriegen, hat er sich mit allen angelegt. Hat alles immer noch schlimmer gemacht.“ Er schüttelt den Kopf, Aber es hat ihn zu einem Song inspiriert.</p>
<p>Yahye denkt in Lyrics, Papier und Stift immer griffbereit. Ein patenter Kerl. Nicht nur beim Teppich verlegen – er lernt, bügelt, kocht, geht ins Fitnessstudio. Zusammenschlagen lassen will er sich nie mehr. Einer aus der jungen Generation von Flüchtlingen, die ihren Platz selbst finden wollen. Das habe ich bei der <a href="http://jogspace.net/" target="_blank">Jugendliche ohne Grenzen</a> Gala zum ersten Mal kapiert: Party, Leute! Auch wir wollen Spaß haben! Damit zeigen sie der Gesellschaft ein verwirrendes Bild: Flüchtlinge? Das sind doch Opfer. Geknechtete, arme Menschen, die rumgescheucht werden. Betroffene, denen man (vielleicht, wenn genug Platz ist) helfen muss. Aber die jungen Flüchtlinge sagen: Almosen, Opfer? Nein Danke! Wehren sich gegen Vereinnahmung und Abschiebung aufs Wartegleis, werden selbst aktiv. Sie wissen, wie Überleben geht.</p>
<p>Überleben ist gut, Zukunft planen besser. Yahye erklärt, was jetzt ansteht: „Damit ich bleiben kann, muss ich die Schule fertig machen und einen Ausbildungsplatz finden – oder Arbeit.“ Aussuchen kann er sich nicht viel. Ob er eine weiter führende Schule besuchen will, schon gar nicht. Das Ausländergesetz ist halt nicht für junge Menschen gemacht. Damit er jetzt seine Spezialklasse, die Jugendliche ohne Abschluss in die Arbeitswelt eingliedern soll, bis zum Hauptschulabschluss im Juni fertig machen kann, hat er zusammen mit Anna und den Leuten von SIKS die Petition eingereicht. Dass die abgelehnt wird, steht fest – „aber so habe ich Zeit gewonnen.“ Nach der Ablehnung wird er die Härtefallkommission bitten, aus „humanitären Gründen“ bleiben zu dürfen. </p>
<p>Bis dahin muss er 1. gut deutsch können, 2. integriert sein und 3. eigenes Geld verdienen, damit er dem Staat nicht auf der Tasche liegt. Knackpunkt ist Nummer 3. „Ich muss lernen, lernen, lernen“ – Bewerbungen schreiben, wie Arbeitsleben ist&#8230; Spaß ist was anderes, verrät sein Blick. Doch, wenn er dann bleiben kann&#8230; Letzten Herbst hat er bei einem Konzertveranstalter sein erstes Praktikum gemacht – „Das war gut, nur gab es leider keinen freien Platz.“ Veranstaltungstechniker, würde er gerne werden. „Ich könnte mir auch vorstellen als Dolmetscher zu arbeiten, im Hotel, mit Flüchtlingen – überall wo Sprachkenntnisse gebraucht werden. Schön wäre irgendwas mit Musik. Aber ich nehme auch jede körperliche Arbeit&#8230;“ Er sucht einen Arbeitgeber, der ihn nicht erst einstellt, wenn er Arbeitserlaubnis hat, die er erst kriegt, wenn er eine Arbeitsstelle hat&#8230; Einen mit Mut zum Risiko. Und Herz. so wie Yahye.</p>
<p><em>Dringend Gesucht: Mutige Leute aus der Gastro-, Hotel- oder Veranstalterbranche, bitte <a href="http://neonfruit.de/gallus/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=39&amp;Itemid=36" target="_blank">hier</a> melden.</em></p>
<p>Die Petition und ein Video über Yahye auf: <a href="www.siks-ffm.de" target="_blank">www.siks-ffm.de<br />
</a><br />
<a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1464/20120201-_mg_7847" rel="attachment wp-att-1475"><img class="alignleft size-full wp-image-1475" title="Yaxie Yax #5" src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/02/20120201-_MG_7847.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Das Gedicht: Spring</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 20:52:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrikblog]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Leer räumen den Kokon, den Hort der Häutungen. Beziehen das Unbezog’ne, Neue den mehrfach, den leeren Raum entziehen dem andern, dem Noch-nicht entringen das Hier-ich! Alles kann sein vor der Niederkunft. Ein Finden, Schwingen und Austreiben. Aufziehn den Elternkreis. &#8230; <a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1676">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1676/sprunge-1" rel="attachment wp-att-1679"><img class="alignleft size-full wp-image-1679" title="Sprünge #1" src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/Sprünge-1.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Leer räumen den Kokon, den<br />
Hort der Häutungen.<br />
Beziehen das Unbezog’ne, Neue<br />
den mehrfach, den leeren Raum<br />
entziehen dem andern,<br />
dem Noch-nicht<br />
entringen das Hier-ich!</p>
<p style="text-align: center;">Alles kann sein<br />
vor der Niederkunft.<br />
Ein Finden, Schwingen und<br />
Austreiben.<br />
Aufziehn den Elternkreis.</p>
<p style="text-align: center;">Aber das Band,<br />
die alte Feder der Unruh,<br />
Zug und Gegenzug<br />
Wellentalschmerz und Bergung<br />
bleibt als Furche des Zwischenstands.<br />
Wölbt die Lippen des Gucklochs<br />
die Weiße der Wände<br />
sprengt den Staub des Nichts und Wiedernichts.</p>
<p style="text-align: center;">Bleibt zwiefach geheftet, Hasta la Vista!<br />
Vaterhands Muttermunds Baby.<br />
Spring, die Augen in die Ferne.<br />
Gib, der Zukunft Raum, dem Neuen Tür -<br />
wie immer es sei.</p>
<p style="text-align: center;">Es gilt.<br />
Die Ansprünge erkennen und ertragen,<br />
die Spannung neu verdrahten:<br />
Ab jetzt.<br />
Den Vertrag mit dem Morgen schon gezeichnet,<br />
mögen es verdammt gute Anteile sein.</p>
<p style="text-align: center;">Die Kindheit wiegt,<br />
sie bleibt zurück.</p>
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		<title>Jetzt erst Recht! Erst recht jetzt?</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 13:12:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flughafenausbau]]></category>
		<category><![CDATA[Jobmotor]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[BI Flörsheim-Hochheim]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesverwaltungsgericht Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerinitiativen gegen Fluglärm]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerinitiativen Rhein-Main]]></category>
		<category><![CDATA[Flughafen Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Flughafenausbaugegner]]></category>
		<category><![CDATA[Fluglärm]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Fraport]]></category>
		<category><![CDATA[Mediationsnacht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtflugverbot]]></category>
		<category><![CDATA[Nordwestbahn]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Protestbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Volker Bouffier]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Von der Terminaldecke mit Blickrichtung der Abflugtafel hängt ein riesiges Plakat, Aufschrift: „Freitag schon auf Montag freuen!“ Nette Begrüßung, auch wenn’s nicht wirklich den Demonstranten gegen Ausbau und Fluglärm gilt. „Jetzt erst recht“, die heutige Parole der BI Flörsheim-Hochheim, &#8230; <a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1655">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1655/p01-20120402-_mg_8420" rel="attachment wp-att-1658"><img src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/p01-20120402-_MG_8420.jpg" alt="" title="Airport City #1" width="640" height="427" class="alignleft size-full wp-image-1658" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/64a7977a5aa14e938248c643d80ec3de" alt="" width="1" height="1" />Von der Terminaldecke mit Blickrichtung der Abflugtafel hängt ein riesiges Plakat, Aufschrift: „Freitag schon auf Montag freuen!“ Nette Begrüßung, auch wenn’s nicht wirklich den Demonstranten gegen Ausbau und Fluglärm gilt. „Jetzt erst recht“, die heutige Parole der <a href="http://www.fluglaermportal.de" target="_blank">BI Flörsheim-Hochheim</a>, in Form knallroter Pappen ausgegeben, ist eine passende Antwort. Inmitten des Schilderwaldes blitzen die Pappen überall hervor, verleihen der montäglichen Demostunde einen nachdrücklichen roten Faden. Auch sonst haben sich die BI-ler was einfallen lassen für: als Leitfiguren auf der Bühne und an der Spitze des Demozugs eine Troika stahlblonder Hochheimer „Stewardessen“ (im Funkenmariechen-Kostüm), ein Fluglärmlied nach der Musik des Lieds „Skandal um Rosi“, Refrain hier: Skandal in Rhein-Main – und während des obligatorischen Rundgangs durch den Terminal bedröhnt eingespielter Fluglärm die nach Ruhe schnappenden Fluggäste.</p>
<p>Es ist die letzte Demo vor der Entscheidung des Leipziger Gerichts und für rund 2000 Leute scheint dies ein fester Termin im Wochenplan zu sein (Freitag schon auf Montag freuen). Bei allem Spaß: sicher würden die Topfdeckelschläger Eimertrommler und (verbotenen) Trillerpfeifer diesen Termin gern und sofort streichen – wenn, ja, wenn es Ruhe gäbe. Natürlich nachts. Aber am liebsten auch am Tag. Der Satz von Fraport Chef Schulte, man könne sich doch an den Fluglärm gewöhnen – bringt ihm deswegen hier und heute nur ohrenbetäubendes Getöse, Buh-Rufe und Trillergepfeife ein.</p>
<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1655/p02-20120402-_mg_8382" rel="attachment wp-att-1659"><img src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/p02-20120402-_MG_8382.jpg" alt="" title="18. Montagsdemo #1" width="640" height="427" class="alignleft size-full wp-image-1659" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Die Bahn muss weg“ wird gerufen, „jetzt erst recht“. Basserstaunt waren die Politiker, dass plötzlich doch Leute auf die Straße gingen und dass doch Tausende waren, noch erstaunter, dass sie immer wieder kommen. Mir wird ganz schwummerig vor Deja vu. Wie oft noch? Demonstranten und Flughafenpersonal kennen sich ja jetzt schon eine Weile, es ist die 18. Demo immerhin und das Feeling beinah wie im Zoo – die einen Parolen rufend und Schilder schwenkend, die anderen mit professionell runtergedimmtem Lächeln. Jeder auf seiner Seite des Weltbildzauns.</p>
<p>Zwei Tage später haben wir es amtlich:</p>
<p>Die Bahn darf bleiben, und das Nachtflugverbot auch (gibts übrigens in der gesamten Schweiz seit 50 Jahren). Habs grade auch in der taz kommentiert: <a href="http://www.taz.de/Kommentar-Fluglaerm/!90944/" target="_blank">mit Blick nach Brüssel</a>. Wenn ich an das Gezeter der Lufthansa denke, Weihnachten fällt aus, 40 Mio Verlust. Wenn man 320 Mio Gewinn macht&#8230; Doch die 150 Randnachtflüge werden kommen, sind ja längst eingeplant und am Tag wird weiterhin der Lärm zunehmen, da eine Deckelung nirgendwo vorgesehen ist. Kann man sich dran gewöhnen? Derzeit läuft eine Studie über die <a href="http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3774.pdf" target="_blank">Belastung mit Fluglärm in der Nacht</a>. Zwischenergebnis: sie erhöht den Blutdruck. Wie wär’s: alle Leute, denen Fluglärm nichts ausmacht und die niedrigen Blutdruck haben ab nach Flörsheim, Raunheim, Offenbach&#8230; Und die Ureinwohner? Erbarme! Die Hesse komme&#8230;</p>
<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1655/p04-20120402-_mg_8419" rel="attachment wp-att-1660"><img src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/04/p04-20120402-_MG_8419.jpg" alt="" title="18. Montagsdemo #2" width="427" height="640" class="alignleft size-full wp-image-1660" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wahlfilter: Schwarz-weiß oder Farbe?</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Mar 2012 22:13:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schwarz-Weiß]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Boris Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Der Stand der Dinge]]></category>
		<category><![CDATA[Flughafenausbaugegner]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Janine Wissler]]></category>
		<category><![CDATA[Oberbürgermeisterwahl]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Feldmann]]></category>
		<category><![CDATA[Rosemarie Heilig]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula Fechter]]></category>
		<category><![CDATA[Werbebranche]]></category>
		<category><![CDATA[Wim Wenders]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Schwarzweiß-Malerei, Schwarzweiß-Denken – den Blick aufs Schwarz-Weiße als altbackenen Look, negativ konnotiert als &#8216;Sehen ohne Nuancen&#8217; gibt’s schon lange; auch wenn’s, wie man auf guten SW-Fotos sehen kann, null trifft. Bei uns ist „sieht ja aus wie schwarz-weiß“ ein &#8230; <a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1620">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1620/vollkornbrot" rel="attachment wp-att-1634"><img src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/03/Vollkornbrot.jpg" alt="" title="Vollkorn" width="640" height="421" class="alignleft size-full wp-image-1634" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/99b0ec7b3b8c4cb8933f88eb9ebe2bdf" alt="" width="1" height="1" />Schwarzweiß-Malerei, Schwarzweiß-Denken – den Blick aufs Schwarz-Weiße als altbackenen Look, negativ konnotiert als &#8216;Sehen ohne Nuancen&#8217; gibt’s schon lange; auch wenn’s, wie man auf guten SW-Fotos sehen kann, null trifft. </p>
<p>Bei uns ist „sieht ja aus wie schwarz-weiß“ ein Running Gag aus Wim Wenders’ „Der Stand der Dinge“. Der Ausruf entfährt dem entsetzten Filmproduzenten: „Ich denke: Das sieht ja aus wie schwarz-weiß – &#8211; - es <em>ist</em> schwarz-weiß!“ Und? Dann und dafür will kein Geld mehr zahlen. Das war ein zynisch-selbstironisch-verzweifelter Autoren-Kommentar – damals war Wenders <em>der</em> Schwarzweiß-Filmer – aber Farbe, Farbe war Zukunft. Und jetzt? Schwarzweiß war so lange so was von out, dass die Werbebranche es vor ein paar Jahren als verdammt cool wieder entdeckt hat. Und: Was kaum noch jemand weiß, da kaum noch jemand so fotografieren kann – es hat ja was besonderes, es relativiert die Dinge. Schwarz-Weiß-Sehen ist nicht Polarisieren, sondern Sortieren. Eine Kunst, das ein Auge erfordert, das schwarz-weiß sehen kann. Denn aus der Menge der visuellen Reize sticht dann plötzlich nicht mehr das Bunteste hervor, sondern Muster und Struktur. Kurz, das Wesentliche. Ich finde jedenfalls die geheimnisvoll glänzenden, vielschichtigen und silberhaltigen Schwarz-Weiß-Fotos, die in unserem Archiv liegen, oder die in Ausstellungen gezeigt werden, noch immer zeitlos schön und wunderbar.</p>
<p>Vielleicht hat es mich deswegen so gestört, dass ausgerechnet der konservative Kandidat der CDU für das Oberbürgermeisteramt der Stadt Frankfurt, Boris Rhein, mit – Schwarzweiß-Plakaten geworben hat. Die ersten, die ich sah: der Mann im Vordergrund wie ein Fels, mit einer an ihn geschmiegten Frau – mir sträubten sich die Haare. Mutig. Sagte Pat. Mutig und richtig gut. Mal echt andre Plakate. Das fällt auf.</p>
<p>Verdammt. Touché. Mal abgesehen von Person und Assoziation sahen diese Plakate einfach cool aus. Schwarz-weiß und orange, und das Ganze verdichtet auf die wesentliche, rein visuelle Aussage „Ich und die Menschen, der Stadt – das passt“. Die anderen Plakate dagegen waren aus dem üblichen Baukasten der Wahlwerber: Die Frauen standen völlig uncharismatisch, mit Orchideenprogrammen und seltsamen Aussagen nur für sich selbst – mit Grinseporträts die Grüne Rosemarie Heilig, mit Seriosität die Frau Doktor der Flughafenausbaugegnerpartei Ursula Fechter, und mit wechselnden Plakatparolen in den Händen die Junglinke Janine Wissler. Die Katzen-Kinder-Ich-bin-das-Volk-Poster des Piraten Herbert Förster? Hm.</p>
<p>Einzig ernsthafter Gegner war ein anderer Mann. Schade. Vorbei die Momente neidvoller Bewunderung für uns Frankfurter, die mich etwa die junge Frau an der Rezeption des Wiener Campingplatzes erleben ließ: Wow! Ihr habt ja eine Frau als Oberbürgermeister??!! Also Peter Feldmann, der sch auf den Plakaten so wacker mit sozialdemokratischen Bildbausteinen inszenieren ließ, das man wirklich fragen mochte: Welchen Beruf hat denn Ihr Werbegrafiker?</p>
<p>Jetzt werden die Plakate neu gemischt. Die Frauen sind raus, die schwarz-roten Jungs gehen in die Stichwahl. „Wissen Sie was?“, sagt zu mir ein Aboverkäufer, der sich redlich müht, die Frankfurter Rundschau unter die Supermarktkunden zu bringen. „Was glauben Sie, was mehr darüber entscheidet ob mir jemand ein Abo abnimmt? Mein Haarschnitt (A) oder der Inhalt (B)?“ Nun? (A) natürlich. Dazu muss es Studien geben, denn mit einem Mal hat die CDU-Werbeagentur Angst vor ihrer Courage? Was, wenn die Leute Coolness, Hochfliegerei und Arroganz der Avantgarde nicht mögen und lieber das bekannte Baukastensystem haben wollen. Plötzlich wird gelächelt und gelockt. Ziele und Strukturen sind verwischt, und: Rheins Plakate bunt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1620/0304-01" rel="attachment wp-att-1627"><img src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/03/0304-01.jpg" alt="" title="schwarz-weiß #2" width="640" height="452" class="alignleft size-full wp-image-1627" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Entree! Buch- und Ausstellungs-März</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 23:28:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fotoblog]]></category>
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		<category><![CDATA[Mach's selbst]]></category>
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		<category><![CDATA[Susanne Born]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon draußen gewesen? Barfuß? Die Zehen im Sand, die Sohlen in taunasser Wiese, die Sommerwaden im Grasblütengekuschel&#8230; Draußen sein ist ein Lebensentwurf. Ist durchgepustet werden, ist die unberechenbar-köstliche Überraschung des Jetzt. Ob Urlaubstag, Waschtag, Marktag – alles Alltag, der nebenbei &#8230; <a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1561">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/1a593596cf21465192c89bc6591baff5" alt="" width="1" height="1" />Schon draußen gewesen? Barfuß? Die Zehen im Sand, die Sohlen in taunasser Wiese, die Sommerwaden im Grasblütengekuschel&#8230; Draußen sein ist ein Lebensentwurf. Ist durchgepustet werden, ist die unberechenbar-köstliche Überraschung des Jetzt. Ob Urlaubstag, Waschtag, Marktag – alles Alltag, der nebenbei seine Stillleben zusammenwürfelt. Oft nur sichtbar in der Sekunde des Vorübergehns. Wenn die Kamera passen muss, übernimmt das innere Auge die Spur.<br />
&#8230;<br />
So fängts an. Unser Booklet. Das gerade gedruckt wird. Der Anlass &#8211; Tanztherapeutin Susanne Born will ihre Räume durch unsere Foto-Strick-Graffiti verwandelt haben. Am Sonntag den 25. März öffnet sie dann &#8211; für einen Tag für eine Ausstellung. Und weil wir den Besuchern auch was zum Blättern anbieten wollen, wird jetzt dieses Booklet gedruckt. Und dabei gleichmal blurb ausprobiert, den book-on-demand Publisher der Fotografen (das Wort blurb ist übrigens keine Neuschöpfung, ist kreatives Beiwerk, gibts seit 1907 sagt wiki: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Blurb" target="_blank">hier</a>). Also blurb, denn: selbst ist der Mensch, vor allem der Autorenmensch, vor allem weil die Verlage nicht nur zicken, sondern buy-outen und Leistungsschutz irgendwie anders sehen als Autoren wie Freelenser und Freischreiber &#8211; Autoren wie wir.<br />
Also: ran an das eigene Portfolio.<br />
Drin: Unsere aktuellen Projekte. Neugierig?</p>
<p>Hier der blurb-Link zum Blättern:</p>
<div style="text-align:left; width:450px"><object id="myWidget" type="application/x-shockwave-flash" data="http://de.blurb.com/assets/embed.swf?book_id=3033550&#038;locale=de_DE" width="450" height="300"><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><param name="movie" value="http://de.blurb.com/assets/embed.swf?book_id=3033550&#038;locale=de_DE"></param><a target="_new" href="http://de.blurb.com/books/preview/3033550?ce=blurb_ew&#038;utm_source=widget"><img src="http://bookshow.blurb.com/bookshow/cache/P4352341/md/wcover_2.png"></img></a></object>
<div style="display:block;"><a href="http://de.blurb.com/bookstore/detail/3033550?ce=blurb_ew&#038;utm_source=widget" target="_blank" style="margin:12px 3px;">meise&amp;amp;meise Ocean City Wildwechsel Foto-Strick-Graffiti by meise&amp;amp;meise</a> | <a href="http://de.blurb.com/landing_pages/bookshow?ce=blurb_ew&#038;utm_source=widget" target="_blank" style="margin:12px 3px;">Make Your Own Book</a></div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und hier in echt (für 10 Euro) -<br />
entweder direkt bei uns <a href="http://meiseundmeise-blog.de/impressum" target="_blank">bestellen</a> oder<br />
kommen, sehen und alles einpacken lassen bei:</p>
<p><strong>Begegnungen und Einblicke &#8211; Fotos und Strick-Graffiti</strong><br />
Praxis für Bewegung und Tanz<br />
Oberstr. 19, 64297 Darmstadt-Eberstadt</p>
<p><strong>Sonntag, 25. März 2012</strong><br />
Ausstellung 14-18 Uhr<br />
Strick-In 15-16 Uhr</p>
<p>Entrée! Entrée!!</p>
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		<title>Strick-Aktion: Anti-Lärmteppich für Offenbach</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Mar 2012 20:15:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flughafenausbau]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Strick Graffiti]]></category>
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		<category><![CDATA[Carpet of Noise]]></category>
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		<category><![CDATA[Protestaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Streeet-Art]]></category>
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		<category><![CDATA[Strick-Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Strickrausch]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Ankommen und gelobt werden: Wie schön! Und so herrliche Wolle! „Och ja – meine Reste halt.“ „Drei Tage dran gehäkelt“, verrät die Frau mit dem kirschroten Schal neben mir, als sie eine kunterbunte Decke auspackt. In der Mitte des &#8230; <a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1544">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1544/20120304-_mg_8063" rel="attachment wp-att-1545"><img src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/03/20120304-_MG_8063.jpg" alt="" title="Anti-Lärmteppich #1" width="640" height="427" class="alignleft size-full wp-image-1545" /></a></p>
<p>&nbsp;<br />
<img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ccf44f4222da495293d9fb4fba4e9e1e" width="1" height="1" alt="">Ankommen und gelobt werden: Wie schön! Und so herrliche Wolle! „Och ja – meine Reste halt.“ „Drei Tage dran gehäkelt“, verrät die Frau mit dem kirschroten Schal neben mir, als sie eine kunterbunte Decke auspackt. In der Mitte des Offenbacher Marktplatzes treffen sich heute die ausdrucksstarken Nadeln der Region und stricken gegen Fluglärm. Am zentralen Nähtisch orientieren sich die Neuankömmlinge: wer hat hier den Hut auf? Wo soll ich anstricken? Der Lärmteppich oben verhindert, dass man verstehen kann, was die beiden Initiatorinnen der Aktion eben sagen, der Lärmteppich unten auf dem Marktpflaster wächst und mäandert über den Platz. </p>
<p>Aus Taschen und Körben quellen Maschenkombinationen verschiedenster Couleur. Und werden allesamt aneinander genäht. Bunt zu monochrom, neonorange und kraus zu traumhaft schönen Farben und Mustern. Eine Frau freut sich, seit Ewigkeiten zum ersten Mal wieder an die Nadel gekommen zu sein. Eine andere hat nen Schal dabei, und sagt kategorisch – „Ich kann nicht stricken.“ Ach was, so was verlernt man doch nicht? „Nein. Ich will nicht, hat mir noch nie Spaß gemacht, deswegen hab ich einfach diesen Schal hier mitgebracht, nähen Sie den ein?“ Klar. Wird erledigt. Überall Kinder, Frauen mit Strickzeug. Zwischendrin der ein oder andere Mann, der fotografiert, fingerhäkelt, oder gar zusammen näht, was der Liebsten und Banknachbarin so von der Nadel fällt&#8230;</p>
<p>Am Ende? Soll es ein <em>Carpet of Noise</em> sein, so ist die Aktion beim Guinnessbuch der Rekorde angemeldet. Übertroffen werden muss der &#8220;Handwoven Carpet&#8221; von 955 Quadratmetern &#8211; schaun mer mal. Eine der beiden Frauen, die hier den Hut auf haben, respektive die Scheibe mit dem schicken Überflug-Verboten-Schild im Haar (<a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1310" target="_blank">hier schon mal beschrieben</a>), heißt Andrea Ehrig: „Hab mir gedacht, Lichterketten, so was gabs ja alles schon. Es sollte was mit Humor sein. Und auch ein bisschen die Medien anlocken…“ Klappt perfekt. Kinder und ein Kessel bunt gestricktes ergeben doch auch wirklich ein ungewohntes Protestbild gegen Fluglärm. Keine schreit. Dafür zeigen Plakate und eingestrickte Statements Flagge. </p>
<p>„Mehrere Hundert Offenbacherinnen also?“ Fragt der Mann vom HR-Fernsehen „Nicht nur aus Offenbach“, korrigiert Andrea Ehrig – „die kommen von überall aus der Umgebung: Odenwald, Frankfurt&#8230;“ Hm. Interessiert ihn das? Er notiert ihre Handy-Nummer, um später die genaue Quadratmeterzahl zu erfahren. Zwei bis drei Quadratmeter stammen übrigens von der Frankfurter <a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1113" title="Strickrausch bei Occupy: “Get up stand up!…”" target="_blank">Strickrausch</a>-Truppe. Hat ja was entspanntes so ein offizielles Strickkränzchen, bei dem man sich gegenseitig nach dem Gerichtstermin in Leipzig fragen kann und wie das so ist auf den Montagsdemos – und dabei ohne es recht zu realisieren zur Strick-Guerilla wird. Am Ende sinds rund 450 Quadratmeter Maschenprotest. </p>
<p>Auf der Rückfahrt nach Frankfurt dann noch ein Hingucker. Noch eine Art Anti-Lärmteppich von Künstlern (<a href="http://www.ja-art.de" target="_blank">jA-ART</a>). Ach Offenbach&#8230; <em>Ja zu Fra</em> darf Einigkeit der Beschäftigten und Luftmeilensammler am Römer demonstrieren, JA-ART Besinnung ans Offenbacher Stadthaus hängen: „Es war , als hätt’ der Himmel / Die Erde still geküsst, / Dass sie im Blütenschimmer / von ihm nun träumen müsst&#8230;“ Das Transparent mit dem Mondnacht-Gedicht von Eichendorff sieht aus, als werde es gerade mittendurch gerissen. Drüber ein Flieger. Drunter in rot: „Fraport occupies the Sky“. </p>
<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1544/20120304-_mg_8028" rel="attachment wp-att-1546"><img src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/03/20120304-_MG_8028.jpg" alt="" title="Anti-Lärmteppich #2" width="640" height="427" class="alignleft size-full wp-image-1546" /></a></p>
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		<title>Geschenkt: Betriebsfahrt zum Römer</title>
		<link>http://meiseundmeise-blog.de/archives/1527</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Mar 2012 21:34:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flughafenausbau]]></category>
		<category><![CDATA[Fotoblog]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Deniz Yücel]]></category>
		<category><![CDATA[Flughafen Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Flughafenausbaugegner]]></category>
		<category><![CDATA[Fraport]]></category>

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		<description><![CDATA[Mutig. Diese etwas andere Demo war teuer. Voll durchdacht, designt und beworben &#8211; ganzseitig in den Zeitungen &#8211; in frischem , netten himmelblau -, im Radio und via Einladung der Vielflieger. Ein Stück Flughafen auf dem Römer, der fernsehgerecht ausgeleuchtet &#8230; <a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1527">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1527/20120301-_mg_7999" rel="attachment wp-att-1528"><img class="size-full wp-image-1528 alignleft" title="Pro-Flughafendemo" src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/03/20120301-_MG_7999.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>  Mutig.</p>
<p>Diese etwas andere Demo war teuer. Voll durchdacht, designt und beworben &#8211; ganzseitig in den Zeitungen &#8211; in frischem , netten himmelblau -, im Radio und via Einladung der Vielflieger. Ein Stück Flughafen auf dem Römer, der fernsehgerecht ausgeleuchtet ist. Eine große Bühne ist aufgebaut, Zelte, Brezeln gibts, Kaffee und Wasser gratis. 35 große Busse und 6 kleine säumen den Mainkai. Betriebsfahrt. Eine glatte Moderatorinnenstimme spricht: darf ich das sagen: &#8220;das war erst der Anfang&#8221;.<br />
Der Römer ist gefüllt. Schätze es waren 6 bis 8000 Leute da (Fraport sagt 10, die Polizei 8000). Es dominieren zwei verschiedene Dresscodes: Blaumann mit neongelber Fraport-Weste oder Damen und Herren in edlem Zwirn, Schwarz-weiß. &#8220;Ich sehe Architekten, Ärzte und Parteimitglieder&#8221;, freut sich der Condorchef über die positive Resonanz der Region. Ein Exilbayer sagt, &#8220;der Flughafen muss noch weiter ausgebaut werden&#8221;, unbedingt.<br />
Alle tragen die gleichen himmelblauen oder grünen Schilder,die gleichen Aufkleber und die gleichen Sticker. Nur ein Schild weicht ab vom Vergissmeinnichtblau-Einerlei: &#8220;Keine Totenstille über Frankfurt&#8221;.  </p>
<p>Und, ja &#8211; hier sind endlich auch die Migrantenmitbürger unter den Demonstranten, die Deniz Yücel von der taz beim Supermontag am Flughafen vermisst hat (<a href="http://www.taz.de/!87036/" target="_blank">Sleepless in Wixhausen</a>). Schließlich arbeiten sie da &#8211; und heute war &#8220;Betriebsausflug&#8221; angesagt. Landebahn stillegen? Innerdeutsche Flüge streichen? Wirtschaftskraft! Arbeitsplätze! Fliegen wollen! Schon mutig. Chapeau FAG.</p>
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		<title>Das Gedicht: Winter</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 11:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Asyl]]></category>
		<category><![CDATA[Das Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrikblog]]></category>
		<category><![CDATA[Flucht]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hilde Domin]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Yahye Adan Dualle]]></category>
		<category><![CDATA[Yaxie Yax]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Winter Die Dachrinne kahl, bis auf ein Nest. Drin zittern weiße Federn, noch vom letzten Jahr. Wenn der Frühling kommt, wird dies das windige Zuhause von ein paar Küken sein. Kannst du sie hören? Wand an Wand, das schützende &#8230; <a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1516">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://meiseundmeise-blog.de/archives/1516/20120201-_mg_7867-2" rel="attachment wp-att-1518"><img class="alignleft size-full wp-image-1518" title="Yaxies hands #1" src="http://meiseundmeise-blog.de/wp-content/uploads/2012/02/20120201-_MG_78671.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Winter</p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/70cbbdba5cfd4477b22299a644698ba5" width="1" height="1" alt="">Die Dachrinne kahl,<br />
bis auf ein Nest.<br />
Drin zittern weiße Federn, noch vom letzten Jahr.<br />
Wenn der Frühling kommt, wird dies das windige Zuhause<br />
von ein paar Küken sein.</p>
<p>Kannst du sie hören?<br />
Wand an Wand, das schützende Dach über euch<br />
über dir<br />
Nach Jahren auf der Flucht,<br />
des Gehens im Sand<br />
vom Kind zum Mann.</p>
<p>Des Singens, Aufbrechens, Suchens.<br />
Beschimpft, bepisst werdens,<br />
Umgeleitet, ausgenutzt werdens,<br />
des&#8230;</p>
<p>Zuhören! Verdammt, ihr sollt endlich zuhören!<br />
Recht für, nicht gegen,<br />
Fluchtwege für Menschen freihalten, nicht<br />
nur als Notausgänge für Banken.</p>
<p>Wem die Sohlen zu lange brennen,<br />
dem brennen auch Hände und Zungen<br />
Notausgänge fürs Erlebte<br />
Freiräume des Denkens<br />
manche kämpfen, manche beginnen zu singen</p>
<p>So wie Yaxie Yax,<br />
nur älter, war Hilde Domin,<br />
der in der Fremde Wasser geschöpft wurde,<br />
die bleiben durfte,<br />
die auch fern ihrer Mutter ihren Fuß in die Luft setzte,<br />
es schmerzte, aber sie trug.</p>
<p>Ihr Nest im Dachrinnenzweig<br />
Deins über den himmelblauen Geländern,<br />
über den roten Teppichfalten..<br />
Rot, auch wenn<br />
Grün deine Lieblingsfarbe ist.<br />
Werden wir tragen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Yaxie ist <a href="http://neonfruit.de/gallus/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=39&amp;Itemid=36" target="_blank">Yahye</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Über seine Geschichte erzählen wir bald mehr. Hier im Blog.</p>
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