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		<title>München: 15 Geheimtipps unter den Sehenswürdigkeiten in der Altstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christopher Weidner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Aug 2024 13:01:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mystisches München]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimtipp]]></category>
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<p>München ist eine Stadt, die auf Magie gebaut ist. Überall flüstern dir Gebäude, Gassen und Zeichen an Häusern Sagen und Legenden zu. Auf einem kleinen Spaziergang zu den geheimnisvollsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt, lernst du die mystische Seite Münchens kennen. Wo andere nur gewöhnliche Touristenattraktionen sehen, zeigen wir dir die geheime Bedeutung so mancher Sehenswürdigkeit … Du wirst die Stadt mit anderen Augen sehen!</p>

<p>Wir beginnen am Marienplatz, dem Herz der Stadt. Der Marienplatz in München ist für viele Touristen die erste Station, um München kennen zu lernen. Dieser Platz blickt auf eine lange Geschichte zurück. Einst „Markt“ und später „Schrannenplatz“ genannt, erhielt er 1854 seinen heutigen Namen. Er war der zentrale Ort für Handel, Gericht und Turniere.</p>

<p>Hier beginnt dein mystisch-magischer Spaziergang durch die Altstadt. Suche als Erstes die Mariensäule. Du kannst sie nicht verfehlen, denn sie steht in der Mitte des Platzes. Auf einer hohen Säule erkennst du eine goldene Statue …</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 1: Die Mariensäule</strong></h2>

<p>Im Zentrum des Marienplatzes erhebt sich die prächtige Mariensäule. Errichtet im Jahr 1637, war sie ein Dankesgelübde von Kurfürst Maximilian I. für die Verschonung Münchens im Dreißigjährigen Krieg. Die Himmelskönigin thront auf der Mondsichel, das Zepter in ihrer linken Hand, das Christuskind mit dem Reichsapfel in der rechten. Obwohl der Künstler der Säule unbekannt ist, diente sie als Inspiration für viele Nachbildungen, wie jene in Wernstein am Inn, in Wien und in Prag.</p>

<p>Zu ihren Füßen kämpfen vier Engelsfiguren gegen das Böse: Ketzerei, Hunger, Krieg und Pest. Diese Darstellung knüpft an Psalm 91, Vers 13 an: „Über die Schlange und den Basilisken wirst Du schreiten und den Löwen und den Drachen wirst Du zertreten.“ Ein Basilisk, halb Schlange, halb Hahn, kann nur durch seinen eigenen tödlichen Blick, reflektiert in einem Spiegel, besiegt werden.</p>

<p>Wusstest du, dass die Mariensäule auch als Freiluftaltar dient und hier schon zwei Päpste einen Gottesdienst abgehalten haben?</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 2: Der Fischbrunnen</strong></h2>

<p>Der Fischbrunnen ist ein beliebter Treffpunkt und reich an Geschichte. Bereits im 14. Jahrhundert stand hier ein Brunnen, an dem Fischhändler ihre Körbe abstellten.</p>

<p>Zwei Münchner Traditionen sind eng mit diesem Brunnen verbunden. Der Metzgersprung, eine Zeremonie, bei der Metzgerlehrlinge freigesprochen wurden, brachte sie in einer speziellen Tracht ins Wasser. Die Lehrlinge warfen Äpfel und Nüsse ins Publikum. Dieser Brauch geht auf die Pestzeit im 16. Jahrhundert zurück und wird seit 1995 alle drei Jahre im Sommer wieder gefeiert.</p>

<p>Eine weitere Tradition ist das Waschen der Geldbeutel am Aschermittwoch. Der Oberbürgermeister und der Stadtkämmerer beginnen die Zeremonie, danach folgen die Bürger. Es heißt, so gehe das Geld das ganze Jahr über nicht aus. Manche sagen, dass dies auch das ganze Jahr funktioniert. Hast du es ausprobiert?</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 3: Der Heilige Onuphrius</strong></h2>

<p>Haus Nummer 17 am Marienplatz schmückt ein imposantes Mosaik. Es zeigt den Heiligen Onuphrius, groß gewachsen, mit einer Krone und gekleidet in einen Blätterschurz. In seiner Hand hält er ein Doppelkreuz. Onuphrius war der Sohn eines Nomadenkönigs aus Afrika. Nach dem Tod seines Vaters suchte er Zuflucht in einem ägyptischen Eremitenkloster. Ein Engel führte ihn in die Wüste, wo er einen weisen Eremiten traf, der ihm spirituelle Vollkommenheit lehrte. Onuphrius verbrachte 60 Jahre in der Wüste. Engel versorgten ihn, während er gegen Versuchungen kämpfte und mit Gott kommunizierte. Heinrich der Löwe soll seine Reliquien nach München gebracht haben. So wurde Onuphrius der erste Patron der Stadt.</p>

<p>Onuphrius gilt als der Schutzpatron der Pilger, der Reisenden – und damit auch der Besucher unserer Stadt! Wenn du ihm in die Augen schaut, so heißt es, bist du den ganzen Tag vor einem plötzlichen Tod geschützt!</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 4: Das Glockenspiel im Neuen Rathaus</strong></h2>

<p>Das Glockenspiel im Münchner Rathausturm besteht aus 43 Glocken und 32 Figuren und zählt zu den größten Glockenspielen Europas. Es erinnert an ein spektakuläres Ereignis in der Geschichte unserer Stadt &#8211; und eine alte Tradition. Die obere Etage des Glockenspiels zeigt die Hochzeit von Herzog Wilhelm V. mit Renate von Lothringen im Jahr 1568, einschließlich eines Ritterturniers auf dem Marienplatz. Es war damals eines der größten Feste, das München je erlebt hatte. In der unteren Etage drehen sich die Schäffler, also die Fassmacher, zu überlieferten Melodien im Kreis. Diese Fassmacher führen alle sieben Jahre zwischen Dreikönig und Faschingsdienstag ein einzigartiges Spektakel auf. Der Brauch, der seit 1702 belegt ist, geht der Legende nach auf das Jahr 1517 zurück. Damals brachten die Schäffler mit ihrem mutigen Tanz das Leben nach der Pest zurück auf die Straßen und lockten die Menschen aus ihren Häusern.</p>

<p>Das Glockenspiel spielt täglich um 11:00 Uhr und 12:00 Uhr, von Mai bis Oktober zusätzlich um 17:00 Uhr. Hast du gesehen, dass der weißblaue bayerische Ritter am Ende den rot-weißen lothringischen Ritter vom Pferd stößt?</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 5: Das Wurmeck</strong></h2>

<p>Am linken Eck des Neuen Rathauses windet sich ein furchteinflößender Drache die Mauer hinauf. Wir stehen am „Wurmeck“. Hier soll einst ein riesiger Lindwurm über München geflogen sein und seinen giftigen Atem durch die Gassen geblasen haben. Die Pest kam in die Stadt und forderte viele Menschenleben. Schließlich landete das Ungeheuer auf dem Marktplatz. In Reliefs links und rechts davon wird diese Münchner Sage erzählt. Du siehst Bürger erschrocken zurückweichen. Links von den fliehenden Bürgern sind die tapferen Kanoniere zu sehen. Diese mutigen Männer aus der gegenüberliegenden Hauptwache töten den Drachen mit einem einzigen Schuss. München ist gerettet. Rechts davon tanzen die Schäffler, die Fassmacher, die du schon vom Glockenspiel kennst. Mit ihren Buchsbaumbögen formen die Tänzer eine „Schlange“, die den Pestwurm symbolisiert. Figuren wie die „Gretl mit der Butt’n“ und der Kasperl, der Nasen mit Ruß schwärzt, gehören ebenfalls zum Ensemble.</p>

<p>Wusstest du, dass die Schäffler außer der Reihe auch nach dem Ende der Corona-Pandemie in München getanzt haben?</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 6: Die wundertätige Madonna</strong></h2>

<p>In der Heilig-Geist-Kirche in München gibt es ein besonderes Kleinod: die wundertätige Madonna. Sie befindet sich im nördlichen Seitenschiff und ist an den zahlreichen Kerzen leicht zu erkennen. Diese Statue ist als „Hammerthaler Muttergottes“ bekannt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts stand gegenüber der Kirche eine Weinwirtschaft, die zur Hammerthaler Familie gehörte. Im Jahr 1620 fand die Wirtin im Kloster Tegernsee eine Madonna in einer dunklen Ecke und brachte sie nach München in ihre Hauskapelle. Kurz darauf bemerkte sie erstaunt, dass ihre Gliederschmerzen verschwunden waren. Dieses Wunder sprach sich schnell herum, und viele Menschen strömten herbei, um die Madonna zu sehen. Da die kleine Kapelle dem Ansturm nicht gewachsen war, übergab die Frau die Statue dem Augustiner-Eremiten-Kloster in der Neuhauser Straße, dem heutigen Jagd- und Fischereimuseum. Die Klosterkirche wurde zu einer Wallfahrtsstätte, in der die Madonna viele weitere Wunder wirken sollte. Als die Augustiner 1803 im Zuge der Säkularisation ihr Kloster verlassen mussten, retteten fromme Gläubige das Gnadenbild und brachten es in die Heilig-Geist-Kirche. So kehrte die Madonna an den Ort zurück, an dem ihre wundersame Geschichte begann. Seitdem berichten Gläubige erneut von zahlreichen Heilungen.</p>

<p>Diese wundertätige Madonna zieht weiterhin viele Besucher an, die an die heilende Kraft der „Hammerthaler Muttergottes“ glauben und ihre Hoffnung in sie setzen. Welchen Wunsch hast du der wundertätigen Madonna anvertraut?</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 7: Der Brezenreiter</strong></h2>

<p>Im Deckenfresko erblickst du links oberhalb des Medaillons mit der Inschrift „ALII FIDES“ in der Heilig-Geist-Kirche eine ungewöhnliche Figur. Sie steht neben einem weißen Pferd und hält eine Brezel in der Hand. Was hat das zu bedeuten?</p>

<p>Seit dem 14. Jahrhundert spendete die Familie Wadler jährlich Geld an das Heilig-Geist-Spital. Mit diesem Geld wurden Brezen gekauft, die am 1. Mai kostenlos an die Armen der Stadt verteilt wurden. Um Mitternacht ritt ein Bote auf einem weißen Pferd, dessen Hufe so präpariert waren, dass sie viel Lärm machten, durch die Gassen. Er verteilte eine Handvoll Brezen als Zeichen dafür, dass am Spital nun Brezen ausgegeben wurden. Dieser Brauch wurde über Jahrhunderte bis ins Jahr 1801 gepflegt. In diesem Jahr herrschte große Not. Die Brezen waren knapp, und die Menschen rissen sie dem Reiter förmlich aus der Hand &#8211; bis er keine mehr hatte. In ihrer Wut zogen sie ihn vom Pferd und verprügelten ihn. Dies führte zur Einstellung des schönen Brauchs.</p>

<p>Hast du den Brezenreiter gefunden?</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 8: Heinrich und der Löwe</strong></h2>

<p>Das Relief an der Fassade der Stadtsparkasse hinter dem Alten Rathaus zeigt eine magere Kreatur, die sich zu vier Steinklumpen hinunterbeugt. Wer würde denken, dass sie auf Heinrich den Löwen verweist, den Gründer Münchens. Geboren 1129, wurde Heinrich im Alter von 13 Jahren Herzog von Sachsen und später Herzog von Bayern. Er entstammte dem mächtigen Geschlecht der Welfen. Heinrich erhielt den Beinamen „der Löwe“ wegen seiner Eigenschaften wie Stärke und Mut. Eine andere Sage berichtet, dass Heinrich der Löwe einst auf einer Insel strandete und dort einem Löwen im Kampf gegen einen Drachen beistand. Dieser Löwe begleitete in seitdem sein ganzes Leben als treuer Freund.</p>

<p>Im Physiologos, einem frühchristlichen Buch über die Symbolik der Tiere, wird erklärt, was dieses Relief darstellt: Der Legende nach gebiert die Löwin ihre Jungen tot; der männliche Löwe haucht ihnen nach drei Tagen Leben ein. Diese Vorstellung wurde auf Heinrich den Löwen übertragen und in diesem Bildnis verewigt: Er erweckte München durch den Bau der Salzhandelsstraße zum Leben.</p>

<p>Hast du die Statue Heinrichs des Löwen an der Fassade des Alten Rathauses links von der Sparkasse entdeckt? Sie ist neben dem Relief die einzige Erinnerung an den Gründer der Stadt.</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 9: Der Alte Hof</strong></h2>

<p>Nur wenige Schritte vom Marienplatz entfernt liegt der Alte Hof, ein Ort, der eine Atmosphäre aus vergangenen Zeiten vermittelt. Dieses Gebäude stammt aus dem späten 12. Jahrhundert und war die erste Burg Münchens. Archäologische Grabungen haben gezeigt, dass an dieser Stelle bereits in der Bronze- und frühen Keltenzeit gesiedelt wurde. Es ist eine altehrwürdige Stätte. Im 13. Jahrhundert ließ Ludwig der Strenge die Herzogsburg erweitern. Sein Sohn, Ludwig der Bayer, machte die Festung zur ersten festen Kaiserresidenz, nachdem er 1328 zum Kaiser gekrönt wurde.</p>

<p>An der Fassade des Burgstocks prangt ein herrlich bemalter Fachwerkerker, das sogenannte „Affentürmchen“. Herzog Ludwig, genannt der Strenge, hielt exotische Tiere an seinem Hof, darunter einen zahmen Affen. Eines Tages fand dieser Affe die unbeaufsichtigte Wiege des kleinen Ludwigs, des Sohns des Herzogs. Er packte das Kind, um mit ihm zu spielen. Die Amme entdeckte dies und schrie auf. Erschrocken flüchtete der Affe mit dem Kind durch die Burg, kletterte auf das Dach und erreichte die Spitze des Türmchens. Im Burghof versammelte sich der aufgeregte Hofstaat. Ein mutiger Koch fasste sich ein Herz, stieg hinauf und lockte den Affen mit einem Stück Wurst zurück in die Burg. Der Plan gelang, und der Affe legte das Kind wieder in seine Wiege. Die Legende besagt, dass der kleine Ludwig die ganze Zeit über geschlafen habe, ein Zeichen für den unerschütterlichen Charakter des späteren deutschen Kaisers.</p>

<p>Doch etwas stimmt an dieser hübschen Geschichte nicht: Das Türmchen stammt aus dem 15. Jahrhundert &#8211; da weilte der erste Wittelsbacher Kaiser schon lange nicht mehr unter den Lebenden &#8230;</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 11: Die Frauenkirche</strong></h2>

<p>Der Dom zu unserer lieben Frau, besser bekannt als Frauenkirche, ist das Wahrzeichen Münchens und mit seinen berühmten „welschen“ Hauben weltweit bekannt. Die Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts von Meister Jörg errichtet. Die runde Turmbekrönung wurde nach modernen Erkenntnissen von Darstellungen der goldenen Kuppel des Felsendoms in Jerusalem inspiriert. So befindet sich auf dem höchsten Punkt dieses christlichen Gotteshauses eine Nachbildung der Kuppel einer Moschee! Wenn man nun die Frauenkirche durch das Hauptportal betritt, entdeckt man direkt unter der Orgelempore und noch vor dem Gitter den schwarzen Abdruck eines Fußes im Boden. An der Ferse ist deutlich eine Art Sporn zu erkennen. Dazu erzählt man gerne diese Sage:</p>

<p>Den Teufel ärgerte es, dass die Münchner erneut eine Kirche erbaut hatten. In der Nacht nach der Fertigstellung schlich er sich durch das Hauptportal in die Kirche, um sie zu zerstören. Doch nach wenigen Schritten musste er laut auflachen: Die Baumeister schienen alle Fenster vergessen zu haben! In seinem Triumph über diese vermeintliche Dummheit stampfte er vor Freude auf und hinterließ den Fußabdruck. Am nächsten Tag erkannte er seinen Irrtum: Von außen betrachtet hatte die Kirche sehr wohl Fenster, die jedoch von den Säulen im Inneren verdeckt waren. Zornig eilte er zurück, aber es war zu spät: Die Kirche war inzwischen geweiht, und er hatte keine Macht mehr über sie. Der Legende nach tobt der Teufel noch heute als wütender Wind um die Kirche, um wenigstens von außen Schaden anzurichten.</p>

<p>Tatsächlich verdecken die Säulen des Kirchenschiffs die Fenster von der Stelle aus, an der der Fußabdruck zu sehen ist. Früher war auch das Fenster im Chor durch den Hochaltar und den heute nicht mehr vorhandenen Bennobogen verdeckt.</p>

<p>Stelle dich bei deinem Besuch der Frauenkirche auf den Teufelstritt und spüre in dich hinein. Was nimmst du wahr? Manche berichten, dass diese Stelle in Wirklichkeit ein Kraftort aus &#8230;</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 12: Der unselige Goldschmied</strong></h2>

<p>Im Pflaster der Fußgängerzone vor dem Kaufhaus Hirmer markieren dunkle Steine den Grundriss des ehemaligen Westtores der ältesten Stadtbefestigung Münchens, den sogenannten „Schönen Turm“. Am Kaufhaus befindet sich auch eine Erinnerungstafel an diesen Torturm, der 1807 abgerissen wurde. Seinen Namen erhielt er von den zahlreichen bunten Fresken, die ihn schmückten. Am Eck des Kaufhauses zur Frauenstraße ist zudem eine Steinfigur zu sehen, die den Schönen Turm auf ihren Schultern trägt.</p>

<p>Einst lebte ein Goldschmied neben dem Schönen Turm. Er war berühmt für sein Geschick, sodass ihm ein reicher Mann ein wertvolles Schmuckstück brachte, das er kopieren sollte. Der Schmied machte sich sogleich an die Arbeit in seinem Zimmer unterm Dach. Da es heiß war, hatte er das Fenster geöffnet. Als er den Raum verlassen musste, schloss er sorgfältig ab. Doch bei seiner Rückkehr stellte er entsetzt fest, dass der Schmuck verschwunden war. Der Verlust wurde gemeldet, doch man beschuldigte den Goldschmied, seinen eigenen Diebstahl vertuschen zu wollen. Er wurde vor den Richter geführt und zum Tode verurteilt. Als er durch den Schönen Turm geführt wurde und das Armesünderglöckchen für ihn schlug, blickte er nach oben und rief: „Eines Tages wirst du die Wahrheit und meine Unschuld verkünden!“ Wenige Zeit später wurden Renovierungsarbeiten am Turm durchgeführt. Ein Handwerker entdeckte dabei im Glockenstuhl das Nest einer Dohle und darin das gestohlen geglaubte Schmuckstück. Der Vogel war offensichtlich durch das geöffnete Fenster geflogen und hatte es geklaut. Es stellte sich heraus, dass ein Unschuldiger in den Tod geschickt worden war.</p>

<p>Noch heute, so heißt es, gehen die Seelen vieler unschuldig Verurteilter an dieser Stelle um. Besonders in den Raunächten sollen hier Geister umgehen &#8211; kaum vorstellbar, mitten in der Münchner Fußgängerzone &#8230;</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 13: Die Löwen vor der Residenz</strong></h2>

<p>Das monumentale Stadtschloss der Wittelsbacher in München, mit seinen zahlreichen Zimmern, Gängen und Fluchten, ist reich an Sagen und Legenden.</p>

<p>Die vier Löwenstatuen, je zwei links und rechts neben den monumentalen Portalen der Residenz, repräsentieren die vier Herrscherideale: Tapferkeit, Mäßigung, Weisheit und Gerechtigkeit. Es heißt, wer alle vier Nasen an den Fratzen der Schilder, die von den Löwen gehalten werden, im Vorbeigehen reibt, wird den ganzen Tag Glück haben. So soll es zu dieser Tradition gekommen sein:</p>

<p>Lola Montez war den Münchnern ein Dorn im Auge, und die Studentenschaft forderte von Ludwig I., der ungehörigen Liaison ein Ende zu bereiten. 1848 schrieb ein Student eine Schmähschrift auf die Tänzerin und befestigte sie an der Pforte der Residenz. Der erzürnte König setzte eine Belohnung auf die Ergreifung des unbekannten Täters aus. Der Student, gekränkt, dass ihm diese Tat nicht alleine zugetraut wurde, hing ein weiteres Pamphlet auf: „Unbekannte Täter? Natürlich, es waren derer vier: Ich, die Tinte, die Feder und das Papier!“ Dieses Mal wurde er erwischt. Der König, amüsiert von der Dreistigkeit, erließ ihm die Strafe und schenkte ihm die Belohnung, denn immerhin habe er zu seiner eigenen Ergreifung beigetragen. Der überglückliche Student strich beim Hinausgehen über die Nasen der Löwenfiguren. Seither heißt es, sein Glück übertrage sich auf alle, die ihm gleich tun.</p>

<p>Hast du das Ritual vollzogen? Wichtig: Damit es funktioniert, musst du alle Nasenspitzen berührt haben!</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 14: Der schwere Stein im Hof der Residenz</strong></h2>

<p>Herzog Christoph, der Mitte des 15. Jahrhunderts lebte, galt als einer der stärksten Männer seiner Zeit. Viele Heldengeschichten ranken sich um ihn; so soll er schon als Kind einen Löwen getötet und sich später zu einem der besten Turnierkämpfer entwickelt haben. Im Durchgang von der Residenzstraße zum Brunnenhof, dem sogenannten Kapellenhof, befindet sich neben dem Eingang zur Staatlichen Münzsammlung ein großer schwarzer Stein an einer Kette. Darüber sind in mehr als drei Metern Höhe drei Nägel in die Wand geschlagen. Es heißt, Christoph der Starke konnte diesen Stein mühelos durch die Luft schleudern und im Sprung den obersten Nagel mit dem Fuß treffen. Bis heute konnte niemand diese Leistungen überbieten.</p>

<p>Im Jahr 1460 schlug der Blitz in das Rathaus ein und verursachte einen Brand. Das Feuer bedrohte auch das Nachbarhaus, in dem die Bewohner gefangen waren. Herzog Christoph erschien, trat die Türe des Hauses ein und befreite die Eingeschlossenen. Er rettete außerdem ein Kind aus dem brennenden Dachgeschoss und riss mit aller Kraft eine Mauer ein, um das Feuer zu ersticken. Er löschte alle Feuer und rettete die Stadt vor einer Katastrophe.</p>

<p>Und? Hast du versucht den schweren Stein anzuheben? Wenn es dir gelingt, geben wir dir ein Bier aus!</p>

<h2><strong>Geheime Sehenswürdigkeit Nr. 15: Spuk in der Residenz</strong></h2>

<p>In dem gewaltigen Komplex der Residenz erscheint zuweilen der Geist einer ganz in Schwarz gekleideten, verschleierten Frau. In ihrer Hand trägt sie einen Apfel, während sie durch die Flure schwebt und sich die Türen lautlos vor ihr öffnen und schließen. Das Erscheinen der schwarzen Frau kündigt den Tod eines Mitglieds des Hauses Wittelsbach an. So geschehen auch beim Tod von König Ludwig II. Sie erschien in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni 1886 sowohl in der Residenz als auch im Schloss Schleißheim. In dieser Nacht schlug die Turmuhr der Theatinerkirche um 1 Uhr dreizehnmal statt einmal. Am nächsten Tag wurde König Ludwig II. mit seinem Leibarzt unter mysteriösen Umständen tot im Starnberger See gefunden. Tatsächlich wird die Schwarze Frau bis zum heutigen Tag gesichtet &#8230;</p>

<p>Außerdem spukt um Mitternacht in der Residenz ein riesiger, schwarzer Pudel. Mit großen rot glühenden Augen und Flammen, die aus seinem Maul lodern, bietet er einen furchterregenden Anblick. Der Legende nach handelt es sich um den Geist eines habgierigen Dieners, der zur Zeit der Besetzung Münchens durch die Österreicher den Feinden das Versteck des kurfürstlichen Schatzes verraten hatte. Sein Verrat wurde jedoch entdeckt und er wurde hingerichtet. Der Verräter fand nach dem Tod keine Ruhe und spukt seitdem als Geisterpudel durch die Räume des Schlosses. Es heißt, in der Hölle habe er das Gold, das er für seinen Verrat bekam, geschmolzen fressen müssen. Daher schlagen die Flammen ihm aus dem Maul. Dieser Geist gilt als besonders bösartig. Wem auch immer er in den Fluren der Residenz begegnet, sollte schleunigst die Beine in die Hand nehmen.</p>

<p>Würdest du nach diesen Geschichten eine Nacht in der Residenz verbringen wollen?</p>
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		<title>Italienische Momente im Bernheimer Palais</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christopher Weidner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2024 11:19:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mystisches München]]></category>
		<category><![CDATA[bedeutendes Gebäude]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Löwe]]></category>
		<category><![CDATA[Renaissance]]></category>
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					<description><![CDATA[Das neobarocke Palais am Lenbachplatz wurde als luxuriöses Wohn- und Kaufhaus von der Familie Bernheimer errichtet. Die Einweihung des &#8222;größten Kunsthauses der Welt&#8220; fand 1889 unter der Schirmherrschaft von Prinzregent Luitpold statt. Architekt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das neobarocke Palais am Lenbachplatz wurde als luxuriöses Wohn- und Kaufhaus von der Familie Bernheimer errichtet. Die Einweihung des &#8222;größten Kunsthauses der Welt&#8220; fand 1889 unter der Schirmherrschaft von Prinzregent Luitpold statt. Architekt war kein geringerer als Friedrich von Thiersch. Das Haus entwickelte sich in der Folge zu einem der bedeutendsten  für auserlesene Kunst und Antiquitäten, in dem Fürsten aus ganz Europa einkauften.</p>
<h2>Palais Bernheimer &#8211; das größte Kunsthaus der Welt</h2>
<p>Service wurde damals ganz groß geschrieben, Bernheimer lieferte Komplettausstattungen und beschäftigte eigens  Zeichner, die Aquarelle für die Kundschaft anfertigten, damit sich diese ein Bild von der fertigen Einrichtung machen konnten. Als jüdische Familie mussten die Bernheimer 1938 ihr Geschäft schließen. Die meisten Familienmitglieder emigrierten. Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde es von der Familie wieder aufgebaut und gilt heute als eine der nobelsten Adressen Münchens.</p>
<h2>Italien in München</h2>
<p>Etwas versteckt und nicht immer zugänglich ist der so genannte italienische Hof des Hauses, der zwischen 1907 und 1910 durch Zukauf der Häuser in der Ottostraße gebaut wurde, um dort Steinskulpturen und andere Kunstgegenstände zu präsentieren. Dieser Hof atmet den Flair Venedigs und Veronas mit seinen architektonischen Anspielungen an die italienische Baukunst des Mittelalters und der Renaissance &#8211; ein geheimes Stück Italien mitten in der Stadt. Die Säulen schmücken Fabelwesen, die Portale tragen Inschriften und die Wände werden geschmückt von Epitaphen und Reliefs &#8211; sogar ein Venezianischer geflügelter Löwe, Symboltier des Evangelisten Markus, Schutzpatron der Lagunenstadt, ist zu finden. Ein echtes Kleinod &#8211; und nur wenigen bekannt.</p>
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		<title>Mythenreich: Rund um die Villa Stuck</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Jun 2024 11:19:17 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch ohne die berühmte Sammlung der Villa Stuck zu besichtigen lohnt sich der Besuch des Gebäudes für alle, die sich auf Spurensuche nach Mystischem begeben &#8211; denn das Haus mit seinen Fassaden und seinem Garten (über das Café frei zugänglich) ist ein Bilderbuch der Mythen.</p>
<p>Unsere Bilder wollen einen kleine Einblick in die fantastische Alt der Villa Stuck liefern, zeigen Götter, Faune, Fabelwesen. Gerade an einem sonnigen Nachmittag lässt es sich in dem lauschigen Innenhof gut aushalten, die bezaubernde Stimmung genießen, die von den Künstlergarten ausgeht und zum Sinnieren und Plauschen einlädt.</p>
<h2>Eine Villa für den Malerfürsten</h2>
<p>Das einstige Atelier und Wohnaus des Münchener &#8222;Malerfürsten&#8220; Franz von Stuck ist sicherlich einer der Höhepunkte der Museenlandschaft unserer Stadt. Diese ungewöhnliche Villa, nach den Plänen des damals 34jährigen 1897/98 errichtet, ist ein Gesamtkunstwerk, das Elemente von der klassischen Antike bis zur Renaissance verschiedene Stile auf eigenwillige, aber in sich stimmige Weise miteinander verwebt.</p>
<h2>Mythenreiches Reich der Mythen</h2>
<p>Bemerkenswert ist schon die Begrüßung des Besuchers durch die speerschwingende Amazone, die in wilder Kraft auf uns zureitet. Rechts davon ein Abguss der Kapitolinischen Wölfin, die Wächterin der Villa. Über den auf der Südseite gelegenen Garten blicken Zeus und Hera in stoischer Gelassenheit auf das sich ihnen darbietende Treiben kämpfender Satyre und tanzender Nymphen. Ein Ort der Muse. Die mit den Köpfen antiker Persönlichkeiten gekrönten Säulen machen den Garten zu einem Ort der Anbindung an die lange Zeit vor unserer eigenen Existenz.</p>
<p>Natürlich sollte ein Besuch der Villa selbst und ihrer prachtvollen Ausstattung nicht fehlen &#8211; doch davon ein andermal mehr &#8230;</p>
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		<title>Auf dem Alten Nördlichen Friedhof in München</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christopher Weidner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2024 11:19:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Den Alten Südlichen Friedhof kennt wohl jeder Münchner und auch der interessierte Tourist wird schon einmal zwischen den romantisch gelegenen Grabsteinen bayrischer Prominenz des 19. Jahrhunderts gewandelt sein. Doch weniger [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height: 1.5em;">Den Alten Südlichen Friedhof kennt wohl jeder Münchner und auch der interessierte Tourist wird schon einmal zwischen den romantisch gelegenen Grabsteinen bayrischer Prominenz des 19. Jahrhunderts gewandelt sein. Doch weniger bekannt, vielleicht weil kleiner und nicht so hochdekoriert ist die Idylle des Alten Nördlichen Friedhofs. Dabei ist dieser Gottesacker ein Faszinosum, und das zu allen Jahreszeiten.</span></p>
<h2>Ein Gottesacker der besonderen Art</h2>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Geliebt wird er von Jung und Alt: ein Spielplatz gehört ebenso zu ihm wie ein sommerliches Picknick zwischen verwitterten Denkmälern oder der morgendliche Lauf durch das überschaubare Carrée in der Maxvorstadt, ganz in der Nähe des Josephsplatzes. </span>Ich habe dort schon Menschen tanzen, meditieren, schlafen und tief in Gespräche versunken gesehen.</p>
<h2>Ein Ort der Kraft</h2>
<p>Der Alte Nordfriedhof ist also so etwas wie eine Kraftort der Begegnung geworden, er strahlt etwas Berührendes aus, etwas Sanftes, gar nicht Morbides. Inmitten der trudelnden Stadt findet man hier zu sich und zu anderen. In jedem Fall ist der Alte Nördliche Friedhof einen Besuch wert. Etwas Zeit sollte man schon mitbringen: Nicht nur, um die zahlreichen Grabmäler und Epitaphien zu betrachten, sondern auch um die Landschaft zu genießen, sich berühren zu lassen, sich hinzugeben.</p>
<p>Die Bilder zeigen einige Eindrücke eines Besuches, den ich dem Alten Nordfriedhof an einem kalten, aber sonnigen Februartag abstattete.</p>
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		<title>Fantastische Welten im Palais des Grafen von Preysing</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christopher Weidner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2024 11:19:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Er war der Obristkämmerer, Prinzenerzieher und bester Freund des Kurfürsten Karl Albrecht, sein engster Berater:  Johann Maximilian IV. Emanuel Graf von Preysing. Sein Domizil hatte er der Residenz genau gegenüber, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Er war der Obristkämmerer, Prinzenerzieher und bester Freund des Kurfürsten Karl Albrecht, sein engster Berater:  Johann Maximilian IV. Emanuel Graf von Preysing. Sein Domizil hatte er der Residenz genau gegenüber, hinter dem damals noch stehenden Schwabinger Tor, dem Nordausgang des alten Münchens. Doch in den Augen seines Fürsten war sein Haus eher eine Behausung und offensichtlich eines so hochrangigen Bediensteten nicht würdig. So musste sich Graf von Preysing nicht selten spöttische Bemerkungen über sein nicht standesgemäßes Wohnen gefallen lassen.</p>
<p><span id="more-4754"></span></p>
<h2>Von der Hütte zum Palast</h2>
<p>Eines Tages hatte er wohl genug von Hohn und Häme und engagierte keinen geringeren als Joseph Effner als Baumeister seines neuen Stadthauses. Fünf Jahre lang, von 1723 bis 1728, wurde nun gebaut, und zwar in solcher Hast, wie man sagt, dass die Maurer Nachtschichten bei Fackelschein einlegen mussten.</p>
<h2>Münchens erstes Rokoko-Juwel</h2>
<p>Das Ergebnis war jedoch überwältigend: München bekam seinen ersten Rokoko-Palais, dessen Ausstattung seines Gleichen suchen konnte und schon damals für einiges Aufsehen sorgte. Unter Anderem glänzt der Prunkbau mit exquisiter Stuckatur, die wie dem Dominiks Zimmermann zu verdanken haben, der auch die berühmte Wieskirche gestaltete. An nichts wurde gespart &#8211; sogar die muschelförmigen Futternäpfe für die Pferde wurden aus feinstem rotem Marmor gefertigt und kosteten ungeheure 25 Gulden &#8211; das Stück!</p>
<h2>Eine noble Adresse &#8230;</h2>
<p>Der Zweite Weltkrieg hätte uns fast dieses Juwel, das sich mittlerweile unmittelbar hinter der neu errichteten Feldherrnhalle befindet, genommen. Doch Erwin Schleich gelang es das Gebäude nach alten Vorlagen zu rekonstruieren. Zugänglich für die Öffentlichkeit ist werktags die Prunktreppe mit den fantastischen Karyatiden, die Treppe stützende mythische Gestalten. Heute zählt der Preysing-Palais wieder zu den nobelsten Adressen der Stadt.</p>
<h2>&#8230; ein Feuerwerk der Fantasie!</h2>
<p>Der Besuch dieses Meisterwerks höfischer Architektur ist lohnend: Überall begegnen wir fantastischen Wesen, Blättergesichtern, die uns auf Schritt und Tritt beobachten, mythischen Gestalten wie Nymphen und Faunen, die sich wortlos und im Geheimen über unsere Köpfe hinweg auszutauschen scheinen, Göttinnen und Eroten, wie der Strategin Minerva, in arkadische Landschaften &#8211; ein Feuerwerk der Vorstellungskraft, üppig und verschlungen, rätselhaft und zuweilen irritierend in seiner Vielfalt und barocken Bildersprache. Da wimmelt es nur so vor Symbolen, Pflanzenornamenten und Tieren. Genug, um sich eine ganze Weile darin zu vertiefen &#8230;</p>
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		<title>Freising &#8211; Weltenberg an der Isar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christopher Weidner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2024 11:19:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ohne Freising hätte es München nie gegeben &#8211; schließlich war Otto I., der Gegner Heinrichs des Löwen hier Bischof, als es um den Markt in Föhring ging, den der Weife [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 14px;line-height: 1.5em">Ohne Freising hätte es München nie gegeben &#8211; schließlich war Otto I., der Gegner Heinrichs des Löwen hier Bischof, als es um den Markt in Föhring ging, den der Weife Heinrich kurzerhand abbrennen ließ, um sein München zu gründen und den Salzhandel für sich zu beanspruchen. So will es zumindest die legendäre Geschichte &#8230;<span id="more-4595"></span></span></p>
<h2>Die Stadt auf dem heiligem Berg</h2>
<p>Noch heute weht durch die älteste Stadt an der Isar an allen Ecken und Enden die Geschichte. Ein bemerkenswerter Flecken, durchdrungen von tiefster Religiosität, aber auch spürbar eine Stadt, die auf wirklich sehr beeindruckenden Kraftplätzen errichtet wurde. Vor allem der Domberg, schon immer das spirituelle Zentrum der Stadt, ja der ganzen Gegend, ragt als heiliger Berg aus der Landschaft &#8230;</p>
<p>Hier einige Eindrücke von einem Ausflug nach Freising.</p>
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		<title>Pfui Deifi &#8211; dem Teufel in München auf der Spur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christopher Weidner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2024 11:19:17 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Unheimliche Orte]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 9. Januar lief auf Bayern 2 eine ganze Sendung über den Leibhaftigen und seine vielen Facetten zwischen Theologie und Volksglauben mit zahlreichen interessanten Interviews und spannenden Einblicken in die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 9. Januar lief auf Bayern 2 eine ganze Sendung über den Leibhaftigen und seine vielen Facetten zwischen Theologie und Volksglauben mit zahlreichen interessanten Interviews und spannenden Einblicken in die Geschichte des Bösen &#8211; unter Anderem begleitete die Autorin des Beitrags Antje Dechert den Stadtspürer <strong>Christopher Weidner</strong> auf einer seiner Stadtführungen durch das Schaurige München, auf der natürlich Sagen und Legenden rund um den Sparifankerl, wie er bei uns heißt, nicht fehlen dürfen.</p>
<h2>Der Teufel in München</h2>
<p>Der Leibhaftige, der Gottseibeiuns, der Widersacher, Luzifer &#8211; der Teufel hat viele Namen und viele Gesichter. Auch München hat er immer wieder heimgesucht. An den folgenden drei Stationen in der Münchner Innenstadt können Sie sich auf die Spur des Teufels begeben.</p>
<h3>Der Teufel und der Alte Peter</h3>
<p>Der Teufel wollte die älteste Kirche Münchens zerstören und stürmte mit der Schar der Dämonen in einer wilden Sturmnacht auf den Turm ein, um ihn zu Fall zu bringen. Doch der mutige Türmer, der in der Turmstube seinen Dienst tat, erwachte von dem Heidenlärm und packte ein Holzkreuz, das an der Wand hing. Damit stellte er sich dem Leibhaftigen entgegen und schlug mit aller Kraft auf ihn ein &#8211; und schließlich gelang es ihm, den Teufel zu vertreiben. Einige behaupten, dass seither die Turmspitze etwas schief stünde. Andere sagen, dass sich das Kreuz auf der Turmspitze durch den Tritt des Teufels um 90° gedreht habe. Tatsächlich blickt das Turmkreuz entgegen dem Brauch nicht nach Westen, sondern nach Norden.</p>
<h3>Der Teufelstritt in der Frauenkirche</h3>
<p>Den Teufel ärgerte, dass die Münchner schon wieder eine Kirche gebaut hatten. So schlich er sich in der Nacht nach der Fertigstellung der Kirche, und vor ihrer endgültigen Weihe durch das große Hauptportal in die Kirche, in der Absicht sie zu zerstören. Doch nach wenigen Schritten musste er laut auflachen: Die Baumeister hatten offensichtlich alle Fenster vergessen! In seinem Triumph über die vermeintliche Dummheit, stampfte er vor Freude auf &#8211; und hinterließ jenen Fußabdruck. Am nächsten Tag aber erkannte er seinen Irrtum: Massen von Menschen strömten in die Kirche, und von außen besehen hatte die Kirche sehr wohl Fenster! Zornig eilte er herbei, doch zu spät: die Kirche war geweiht worden und er hatte keine Macht mehr über sie. Es heißt, dass er noch heute als wütender Wind um die Kirche rast, um wenigstens von außen Schaden anzurichten.</p>
<h3>Der Heilige Michael stürzt den Teufel</h3>
<p>Ganz unten an der Fassade der Michaelskirche in der Neuhauserstraße erhebt sich vor goldenem Hintergrund die beeindruckende Statue des Erzengel Michael im Kampf gegen Satan, den er auf die Erde hinab stößt. Ähnlich wie mit dem Heiligen Georg identifizierten sich die Fürsten der Gegenreformation mit dem Erzengel, der das Böse in seine Schranken weist.</p>
<p>Diese Szene bezieht sich auf folgende Stelle im Neuen Testament:</p>
<p><em>„Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie konnten sich nicht halten und sie verloren ihren Platz im Himmel. Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen.“</em><br />
<em>Offenbarung des Johannes 12</em></p>
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		<title>Zeitreise in das mystische Ägypten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christopher Weidner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2024 11:19:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Juni 2013 eröffnet hat die beachtliche Ägyptische Staatssammlung im Kunstareal zwischen Königsplatz und Alter Pinakothek ihr neues Zuhause bezogen. Der Neubau, den sich die Sammlung mit der Hochschule für [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="4049" class="elementor elementor-4049" data-elementor-settings="{&quot;element_pack_global_tooltip_width&quot;:{&quot;unit&quot;:&quot;px&quot;,&quot;size&quot;:&quot;&quot;,&quot;sizes&quot;:[]},&quot;element_pack_global_tooltip_width_tablet&quot;:{&quot;unit&quot;:&quot;px&quot;,&quot;size&quot;:&quot;&quot;,&quot;sizes&quot;:[]},&quot;element_pack_global_tooltip_width_mobile&quot;:{&quot;unit&quot;:&quot;px&quot;,&quot;size&quot;:&quot;&quot;,&quot;sizes&quot;:[]},&quot;element_pack_global_tooltip_padding&quot;:{&quot;unit&quot;:&quot;px&quot;,&quot;top&quot;:&quot;&quot;,&quot;right&quot;:&quot;&quot;,&quot;bottom&quot;:&quot;&quot;,&quot;left&quot;:&quot;&quot;,&quot;isLinked&quot;:true},&quot;element_pack_global_tooltip_padding_tablet&quot;:{&quot;unit&quot;:&quot;px&quot;,&quot;top&quot;:&quot;&quot;,&quot;right&quot;:&quot;&quot;,&quot;bottom&quot;:&quot;&quot;,&quot;left&quot;:&quot;&quot;,&quot;isLinked&quot;:true},&quot;element_pack_global_tooltip_padding_mobile&quot;:{&quot;unit&quot;:&quot;px&quot;,&quot;top&quot;:&quot;&quot;,&quot;right&quot;:&quot;&quot;,&quot;bottom&quot;:&quot;&quot;,&quot;left&quot;:&quot;&quot;,&quot;isLinked&quot;:true},&quot;element_pack_global_tooltip_border_radius&quot;:{&quot;unit&quot;:&quot;px&quot;,&quot;top&quot;:&quot;&quot;,&quot;right&quot;:&quot;&quot;,&quot;bottom&quot;:&quot;&quot;,&quot;left&quot;:&quot;&quot;,&quot;isLinked&quot;:true},&quot;element_pack_global_tooltip_border_radius_tablet&quot;:{&quot;unit&quot;:&quot;px&quot;,&quot;top&quot;:&quot;&quot;,&quot;right&quot;:&quot;&quot;,&quot;bottom&quot;:&quot;&quot;,&quot;left&quot;:&quot;&quot;,&quot;isLinked&quot;:true},&quot;element_pack_global_tooltip_border_radius_mobile&quot;:{&quot;unit&quot;:&quot;px&quot;,&quot;top&quot;:&quot;&quot;,&quot;right&quot;:&quot;&quot;,&quot;bottom&quot;:&quot;&quot;,&quot;left&quot;:&quot;&quot;,&quot;isLinked&quot;:true}}" data-elementor-post-type="post">
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<p>Im Juni 2013 eröffnet hat die beachtliche <strong>Ägyptische Staatssammlung</strong> im Kunstareal zwischen Königsplatz und Alter Pinakothek ihr neues Zuhause bezogen. Der Neubau, den sich die Sammlung mit der Hochschule für Film und Fernsehen teilt, ist architektonisch in meinen Augen höchst gelungen. Wir steigen über flache Treppenstufen erst einmal zum Eingang des Museums hinab. Dieser Eingang erinnert an das Portal eines Altägyptischen Tempel. Rund um ein Atrium gruppieren sich hallenartige Räume, die an sakrale Architekturen erinnern. Der überall gegenwärtige Sichtbeton mit seinem neutralen, warmen Grau unterstützt die Kostbarkeit der Exponate. Zugleich schafft er eine archaische Atmosphäre, wie sie in Pyramiden oder Königsgräbern zu finden sein mag.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Abstieg in die eigenen Tiefen</h2>



<p>Kleinere Räume mit Multimediastationen schaffen intimere Einblicke in die ausgesuchten Kunstwerke einer Vergangenheit, die viele tausend Jahre alt ist &#8211; und immer noch zu faszinieren versteht. Geheimnisvoll, mystisch, heilig &#8211; ein Rundgang durch die Räumlichkeiten der Sammlung bietet ein besonderes Erleben. Es lässt uns unter die Oberfläche des Alltäglichen tauchen. <strong>Mit dem Abstieg vertiefen wir uns in das, was die rätselhaften Objekte in unseren eigenen Tiefen auslösen.&nbsp;</strong>Architektur, die das Unbewusste einlädt, mit dem Wahrgenommenen zu kommunizieren. Dabei ist die Nähe, die diese Ausstellung zu vielen Exponaten zulässt, von Vorteil. Wir kommen Göttern, Wunderwesen, Menschen ganz nahe, tauchen ein in die Aura der Skulpturen.&nbsp;Die Galerie zeigen einen kleinen Ausschnitt der Kunst, die es dort zu entdecken gibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mysterien des Alten Ägyptens</h2>



<p>Nehmen Sie sich viel Zeit für die Ausstellung, lassen Sie sich nicht hetzen &#8211; und genießen Sie die vielfältigen Perspektiven, die diese gelungene Museumsarchitektur auch von Raum zu Raum immer wieder anbietet. Sicherlich ist das Museum ein Ort, an den Sie gerne wiederkommen werden &#8211; vielleicht auch zu einer unserer Führungen zu den Mysterien des Alten Ägyptens, die wir im Begriff zu planen.</p>
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		<title>Wild und schön &#8211; Wunderwesen am Regensburger Dom</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christopher Weidner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2024 11:19:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anderswo]]></category>
		<category><![CDATA[Mystisches Wissen]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zu einem Ausflug nach Regensburg gehört sicherlich der Besuch der gotischen Kathedrale, des Domes. Es gäbe viel zu erzählen von diesem beeindruckenden Beispiel der Gotik. Wer sich nicht erschlagen lassen möchte von der Fülle an Details, tut gut daran, sich einen Aspekt auszusuchen und sich für diesen genügend Zeit zu nehmen. So haben wir es auch bei unserem letzten Besuch gemacht &#8211; und uns die Wunderwesen an den Fassaden des Bauwerks vorgenommen. Gargoyles, grüne Männer, Fratzen, Fabelwesen, Drachen, allerlei Getier, Geschöpfe des Zwielichts und dämonische Begleiter der Nacht &#8211; sie tummeln sich zwischen Heiligen und biblischen Szenen.</p>
<p>Warum bevölkerten die Menschen der damaligen Zeit gerne die Wände ihrer sakralen Stätten mit diesen Wesen aus der Zwischenwelt? Zum Einen wollte man sich genau dadurch vor ihnen schützen: Wenn die Mächte des Bösen einen Angriff auf die Kathedrale starten, dann sollen sie schon im Anflug von ihrem eigenen Anblick so erschreckt werden, dass sie gleich kehrt machen. Oder man dachte sich, die heraneilenden Dämonen bekämen bei der Sichtung so vieler Fabelwesen den Eindruck, für sie wäre gar kein Platz mehr &#8211; und verschonten das Gebäude. Apotropäisch nennt man solche Figuren, also Unheil abwehrend.</p>
<p>Wie auch immer der Grundgedanke hinter diesem Abwehrzauber aussehen mag: auf diese Weise bekamen die Geschöpfe der Zwischenwelten einen festen Platz unter den Menschen. Übrigens nicht nur außen am Dom, sondern auch innen &#8211; ein paar grüne Männer verstecken sich dort in einigen Winkeln und grinsen auf die Besucher herab.</p>
<p>Hinter jedem dieser Wunderwesen steckt aber nicht nur die Angst vor dem Dämonischen, sondern auch die Erinnerung an die einst weit verbreitete Vorstellung, dass die gesamte Natur bevölkert ist von solchen Geschöpfen. Man behandelte sie mit Respekt, sah man doch in ihnen vor allen Dingen das chaotische, nicht kontrollierbare Wirken der Natur, dem wir Menschen zunächst einfach ausgeliefert sind. Um von den Kräften der Natur zu profitieren, galt es, sich gut mit ihnen zu stellen, sie zur Zusammenarbeit einzuladen. Die Christianisierung erschuf aus den <em>daimones</em> (griechisch für &#8222;Kräfte&#8220;) schließlich die <em>Dämonen</em>. Und heute glauben die meisten Menschen weder an das Eine noch an das Andere.</p>
<p>Wer sich die Geschöpfe am Regensburger Dom genau ansieht, der wird entdecken, mit wie viel Charme und Witz die Bildhauer die einzelnen Skulpturen gestaltet haben, dass es uns schwer fällt, in ihnen nur das Schreckliche zu sehen. Sie wirken teilweise liebenswert, ulkig &#8211; und manche sogar weise, wie die Grünen Männer und Wilden Frauen. Gut und Böse &#8211; dann sind eben Urteile, die wir Menschen fällen. Die Natur kennt weder gut noch böse. Sie ist, wie sie ist &#8211; der Rest liegt im Auge des Betrachters. Vielleicht ist dies eine der Botschaften der zahlreichen Wunderwesen des Domes. Dass Schöpfung immer aus dem Chaos geboren wird. Und dass ohne Chaos kein Kosmos möglich ist.</p>
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		<title>Ein Garten Eden in München</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christopher Weidner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2024 11:19:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mystisches München]]></category>
		<category><![CDATA[(un)heilig]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Meine Taube in den Felsenschlüften, im Verstecke des Steigs, laß mich dein Angesicht sehn, laß mich deine Stimme hören, denn süß ist deine Stimme, anmutig ist dein Gesicht.&#8220; [av_slideshow size=&#8217;extra_large&#8216; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center">&#8222;Meine Taube in den Felsenschlüften,<br />
im Verstecke des Steigs,<br />
laß mich dein Angesicht sehn,<br />
laß mich deine Stimme hören,<br />
denn süß ist deine Stimme,<br />
anmutig ist dein Gesicht.&#8220;</p>
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<p style="text-align: center">&#8222;Ein verriegelter Garten ist meine Schwester-Braut,<br />
ein verriegelter Born,<br />
ein versiegelter Quell.<br />
Was dir sich entrankt,<br />
ein Granatenhain ists<br />
mit köstlicher Frucht,<br />
Zyperblumen mit Narden,<br />
Narde, Aloe, Kalmus und Zimt<br />
mit allem Auszug der Balsame.<br />
Ein Gartenquell ists,<br />
ein Brunnen lebendigen Wassers,<br />
rieselnd vom Libanon her.<br />
Erwache, Nord,<br />
komm, Süd,<br />
wehe durch meinen Garten,<br />
daß seine Balsame rieseln!<br />
In seinen Garten komme mein Minner<br />
und esse von seiner köstlichen Frucht.<br />
&#8211; ich komme zu meinem Garten,<br />
meine Schwester-Braut,<br />
ich pflücke meine Myrrhe mit meinein Balsam,<br />
ich esse meine Wabe mit meinem Honig,<br />
ich trinke meinen Wein mit meiner Milch.<br />
Esset, Freunde, trinket, und berauschet euch an der Minne!&#8220;</p>
<hr />
<p style="text-align: left">Noch bis zum 7. September ist die Installation &#8222;Jubeln sollen alle Bäume des Waldes&#8220; von Gabriel Jilg in der Heilig-Geist-Kirche in München zu betrachten. Mich haben die Bäume, die Tauben, die Kräuter im sakralen Raum an das Hohelied der Liebe Salomons erinnert &#8211; hier in der poetischen Übertragung von Martin Buber. Wer durch die Kirche wandelt, das Plätschern des Brunnens hört und bei jedem Blick nach oben sich Säulen und Bäume mischen, entsteht das Gefühl in einem heiligen Hain zu stehen. Kirche kehrt an ihren Ursprung zurück &#8230; Ungewöhnlich und inspirierend!</p>
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