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	<title>Nachrichtenpolizei</title>
	
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		<title>Erst Google, jetzt AdBlocker: Das Weinen der Verlage</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 11:33:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Verlage]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Verlage haben es schon schwer. Jahrelang pusten Sie ihre Inhalte für lau ins Web und nun merken sie plötzlich, dass sich damit kein Geld verdienen lässt. Doch statt endlich selbstbewusst ihre Leser davon zu überzeugen, dass gute Inhalte gutes Geld wert sind, nörgeln sie lieber an allen anderen herum. Erst das böse Google, dass mit Suchergebnissen Werbeeinnahmen generiert, und nun die bösen Leser, die Werbeblocker nutzen um zwischen all den bunten Bannern auch mal die journalistischen Inhalte zu finden.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Verlage haben es schon schwer. Jahrelang pusten Sie ihre Inhalte für lau ins Web und nun merken sie plötzlich, dass sich damit kein Geld verdienen lässt. Doch statt endlich selbstbewusst ihre Leser davon zu überzeugen, dass gute Inhalte gutes Geld wert sind, nörgeln sie lieber an allen anderen herum. Erst das böse Google, dass mit Suchergebnissen Werbeeinnahmen generiert, und nun die bösen Leser, die Werbeblocker nutzen um zwischen all den bunten Bannern auch mal die journalistischen Inhalte zu finden.</p>
<p>Es ist schon komisch, was sich für eine Diskussion entwickelt hat, seitdem vor ein paar Tagen einige Verlage zur großen Anti-Adblocker-Kampagne im Web geblasen haben. Man möge sich doch bitte die Werbung anschauen, denn nur so könne das Angebot weiterhin kostendeckend finanziert werden, las man auf Spiegel-Online, Süddeutsche.de und weiteren Angeboten im Web.</p>
<p>Prompt kann man zwei Lager ausmachen: Die einen, die nun reumütig Werbung ertragen um sich nicht als &#8220;Schmarotzer&#8221; zu fühlen und die anderen, die sich das Geweine nicht länger anhören wollen:</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de" data-partner="tweetdeck"><p>@<a href="https://twitter.com/streitzm">streitzm</a> So. Ade, <a href="https://twitter.com/search/%23Adblocker">#Adblocker</a>. Aber nur auf Medienseiten, die ich schätze</p>
<p>— Alexei Makartsev (@51Nord0West) <a href="https://twitter.com/51Nord0West/status/334620192879562752">15. Mai 2013</a></p></blockquote>
<p><script charset="utf-8" type="text/javascript" src="//platform.twitter.com/widgets.js" async=""></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de" data-partner="tweetdeck"><p>Was geht mir dieses blöde Presse-Mimimi auf den Sack! Wenn kein Geld verdient wird, macht es zu und hört auf, bevormunden zu wollen.</p>
<p>— Dominik Boecker (@domainrecht) <a href="https://twitter.com/domainrecht/status/334561331409719296">15. Mai 2013</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Same procedure as every year</strong></p>
<p>Online-Werbung ist nichts neues. Und schon in den 90-ern, als alle noch glaubten, man könne jedes Angebot im Web für die Kunden kostenfrei anbieten und sich per Werbung finanzieren, merkten viele schnell, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Der große Knall der &#8220;New Economy&#8221; hat dies zur Jahrtausendwende dann auch bestätigt.</p>
<p>Und was hat sich bei den Verlagen seitdem verändert? Nicht viel!</p>
<p>Die Angebote sind weiterhin kostenfrei und die Werbung ist über die Jahre immer bunter, größer und aufdringlicher geworden. In jeder freien Fläche blinkt es, manchmal dröhnen unerwartet aus irgend einem neuen Browserfenster auch noch Werbesprüche aus den Lautsprechern. Im Büro unter Kollegen ist das immer wieder besonders unangenehm.</p>
<p>Ist es da wirklich so verwunderlich, dass die User irgendwann zum Gegenangriff blasen und sich einen Werbeblocker installieren? Die Seiten sind urplötzlich wieder schneller geladen, es werden keine unerwünschten Skripte aus unerwünschten Quellen auf den Rechner gezogen und auch die Lesbarkeit ist wieder gegeben.</p>
<div id="attachment_871" class="wp-caption aligncenter" style="width: 630px"><img class="size-full wp-image-871 " alt="Screenshot: Lustiges Artikelsuchen bei rp-online.de" src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2013/05/rheinischepost_werbung1.jpg" width="620" height="473" /><p class="wp-caption-text"><em>Bunte Werbung überall: Lustiges Artikelsuchen mit Augenkrebsgarantie bei rp-online.de</em></p></div>
<div id="attachment_878" class="wp-caption aligncenter" style="width: 630px"><img class="size-full wp-image-878 " alt="Das ist nicht die Fujitsu-Homepage, sondern das Handelsblatt." src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2013/05/handelsblatt.jpg" width="620" height="446" /><p class="wp-caption-text"><em>Das ist nicht die Fujitsu-Homepage, sondern das Handelsblatt.</em></p></div>
<p><strong>Immer die Anderen</strong></p>
<p>Jetzt merken die Verlage plötzlich, dass viele ihrer Leser diese ganze bunte Werbewelt nicht mehr wünschen. Doch statt  das Geschäftsmodell nach über 15 Jahren endlich einmal anzupassen, sollen sich mal wieder die Anderen &#8211; in diesem Fall die Leser &#8211;  ändern: &#8220;Bitte schaut euch unsere Werbung an!&#8221;</p>
<p>Gerade die mobile Revolution mit Smartphones und Tables und den dazugehörigen Apps wäre doch die große Chance gewesen, den Lesern ein tolles Angebot im Abo anzubieten. Aber nur wenige Verlage haben diesen Schritt gewagt, viele machen auch auf iPhone oder Android weiter mit der Kostenlos-Kultur. Klar, ich verstehe euer Dilemma: So lange man die gleichen Nachrichten einen Klick weiter lesen kann, wird kaum einer gerade für euer Angebot bezahlen wollen.</p>
<p>Dennoch: Ich habe keine Lust mir nervige Banner links und rechts und oben und unten von euren Seiten anzuschauen. Ich will auch keine Banner, die sich über den Text legen oder Banner die sogar vor den Mauspfeilen reissaus nehmen, damit ich sie ja nicht wegklicken kann.</p>
<p>In Sachen Adblocker-Kampagne habt ihr euch zusammen getan. Tut euch auch in Sachen Paywall zusammen. Entwickelt ein faires Freemium-Modell. Ein paar kostenlose Häppchen, wer mehr will, zahlt. Das funktioniert bei anderen Angeboten doch auch.</p>
<p><strong>Dezent hätte niemanden gestört</strong></p>
<p>Ihr habt immer gejammert, dass Google dank euren Suchergebnisse wunderbar Werbeeinnahmen generiert. Wie jetzt? Bei Google geht das, bei euch nicht?  Habt ich euch mal angeschaut, wie Google Werbung schaltet? Ich sage nur ein Wort: DEZENT. Farblich leicht abgehoben, über, unter oder auch mal neben den Suchergebnissen. Auffällig zwar, aber auf jeden Fall nicht aufdringlich.</p>
<p>Sorry, aber die Kunden in die Schmarotzerrolle drängen zu wollen, nur weil sie eure kostenfreien Angebote mit Werbeblocker besuchen geht gar nicht. Bei manchen Verlagsangeboten nimmt die Werbung locker 20 Prozent des Datenvolumens der gezeigten Webseite ein. Wer sich das täglich bei mehreren Angebot antut, der sammelt im Laufe des Monats ein beträchtliches Datenvolumen an, das nur für Werbung draufgegangen ist.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Liebe Verlage, Euch ist schon klar, daß <a href="https://twitter.com/search/%23Adblocker">#Adblocker</a> massiv Bandbreite sparen? in Zeiten von <a href="https://twitter.com/search/%23Drosselkom">#Drosselkom</a> kann sich nicht jeder Werbung leisten</p>
<p>— Frank Rieger (@frank_rieger) <a href="https://twitter.com/frank_rieger/status/333873435514126336">13. Mai 2013</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Gerade wer viel mobil surft, merkt das schon nach kurzer Zeit, wenn der Provider plötzlich die Geschwindigkeit drosselt, da das monatliche Kontingent (meist sind es nicht mehr als 300 &#8211; 500 MB) erschöpft ist. Nun kommt bald auch noch die Drosselung der Leitung bei Telekom-Anschlüssen hinzu, da wird dann jedes einzelne Datenbit wieder kostbar. Die Nutzer werden dann wohl kaum gewillt sein, verschwenderisch mit ihren Daten umzugehen. Oder, liebe Verlage, zahlt ihr dann etwa der Telekom einen Obulus, damit die Werbung aus dem verbrauchten Datenvolumen eurer Leser herausgerechnet wird?</p>
<p>Wohl kaum!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/?flattrss_redirect&amp;id=862&amp;md5=f60f668cfd6a81d5dcafa5c208fb898a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Nachrichtenpolizei/~4/r8SD1UyN38o" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Brett vorm Kopf</title>
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		<comments>http://www.nachrichtenpolizei.de/2013/04/15/brett-vorm-kopf/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Apr 2013 09:27:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Holzwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalpark]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Klima  muss ja längst als Argument für allerlei wirtschaftliche Geldinteressen herhalten. Man schreibt einfach irgendwo "Klimaschutz" drauf und die Sinnhaftigkeit wird nicht mehr hinterfragt. Wer will schon ein böser "Klimaleugner" sein. Auf die Spitze treibt es jetzt die Holzwirtschaft.  Mit dem Argument verrottendes Holz gebe Kohlendioxid frei, behauptet die in einer Pressemitteilung, ein Nationalpark sei schlecht für das Klima und trüge überdies zur Verarmung bei. Was lernen wir daraus? Intensive Waldnutzung hat schon immer zum Klimaschutz beigetragen. Meine Güte, wie hat der Planet bloß Jahrmillionen ohne die Holzwirtschaft überlebt? ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Klima  muss ja längst als Argument für allerlei wirtschaftliche Geldinteressen herhalten. Man schreibt einfach irgendwo &#8220;Klimaschutz&#8221; drauf und die Sinnhaftigkeit wird nicht mehr hinterfragt. Wer will schon ein böser &#8220;Klimaleugner&#8221; sein. Auf die Spitze treibt es jetzt die Holzwirtschaft.  Mit dem Argument verrottendes Holz gebe Kohlendioxid frei, behauptet die in einer Pressemitteilung, ein Nationalpark sei schlecht für das Klima und trüge überdies zur Verarmung bei. Was lernen wir daraus? Intensive Waldnutzung hat schon immer zum Klimaschutz beigetragen. Meine Güte, wie hat der Planet bloß Jahrmillionen ohne die Holzwirtschaft überlebt?</p>
<p>Schauen wir mal Hinter die Kulissen: Im Nordschwarzwald soll ein neuer Nationalpark entstehen. Das Gefällt der Holzindustrie gar nicht, gingen ihr hier doch jedes Jahr tausende &#8220;Erntefestmeter&#8221; Holz flöten. Denn in dem Nationalpark soll der Wald sich selbst überlassen werden. Leben kommt, leben geht. Bäume wachsen, fallen um, verrotten. Der Lauf der Dinge halt.</p>
<p>Aber in den Zeiten der Klimapanik geht sowas natürlich nicht. Ein Wald der ungebremst CO2 freigibt, wenn die Bäume vergammeln? Unmöglich. Wo kommen wir da hin. Und im sauberen Deutschland schonmal gar nicht. Da läßt man nichts ungenutzt auf dem Boden liegen.</p>
<p>Wer kann uns also vor dem Klimakollaps dank Urwald retten? Na klar, die Holzwirtschaft! Die kann es ja gar nicht mit ansehen, wie ihr da das Holz durch die Finger gleitet. Das kann man so schön verkaufen.</p>
<blockquote><p>Mittel- und langfristig werden mindestens 50.000 Erntefestmeter Holz nicht mehr zur Verfügung stehen. Das entspricht einer Wirtschaftsleistung von zirka 46 Millionen Euro pro Jahr und gefährdet zirka 670 Arbeitsplätze. Hinzu kommt, dass durch den Verzicht der Holznutzung auf dem Gebiet des möglichen Nationalparks die CO2-Emissionen langfristig jährlich um 90.000 Tonnen steigen. Quelle: <a title="Pressemitteilung agr" href="http://www.rohholzverbraucher.de/sites/aktuelles_pressemitteilungen.php?kat=&amp;id=223&amp;headline=Gutachten%20zum%20Nationalpark%20Nordschwarzwald" target="_blank">Pressemitteilung agr, 22.03.2013</a></p></blockquote>
<p>Langsam muss man sich fragen, wer hier das größere Brett vorm Kopf hat. Der Leser, der eine solche Meldung glaubt, oder die Verfasser aus der Holzwirtschaft, die sich für kein noch so durchsichtiges Manöver zu doof vorkommen.</p>
<p>Fixer Gedanke am Rande: Der brasilianische Regenwald muss ja ein wahrer Klimakiller sein!</p>
 <p><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/?flattrss_redirect&amp;id=854&amp;md5=c3376199e523ea4cb352e44bb21e378a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Nachrichtenpolizei/~4/jdLH17pm8qA" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Faules (Bio)-Ei: Niedersächsische Gewerbeaufsicht als Freund der Produzenten</title>
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		<comments>http://www.nachrichtenpolizei.de/2013/02/27/faules-bio-ei-niedersachsische-gewerbeaufsicht-als-freund-der-produzenten/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Feb 2013 10:58:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bioeier]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerbeaufsicht]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittelskandal]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich fragt,wie es zu einem der größten Betrugsfälle mit dem Bio-Label in Deutschland kommen konnte, braucht sich nur einmal anschauen, wie die Gewerbeaufsicht in Deutschland funktioniert. Unangemeldete Besuche? Scharfe Kontrollen ob die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden? Pustekuchen! In Niedersachsen, wo es wohl die meisten Betrugsfälle mit Bioeiern gibt, macht ein Papier aus dem Jahre 2006 deutlich wem die die Gewerbeaufsicht näher stand. Dem Verbraucher oder den produzierenden Betrieben? Letzteres ist der Fall.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich fragt,wie es zu einem der größten Betrugsfälle mit dem Bio-Label in Deutschland kommen konnte, braucht sich nur einmal anschauen, wie die Gewerbeaufsicht in Deutschland funktioniert. Unangemeldete Besuche? Scharfe Kontrollen ob die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden? Pustekuchen! In Niedersachsen, wo es wohl die meisten Betrugsfälle mit Bioeiern gibt, macht ein Papier aus dem Jahre 2006 deutlich wem die Gewerbeaufsicht näher stand. Dem Verbraucher oder den produzierenden Betrieben? Letzteres ist der Fall.</p>
<p>So warb der damalige niedersächsische Umweltminister <a title="Wikipedia: Hans-Heinrich Sander" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Heinrich_Sander" target="_blank">Hans-Heinrich Sander</a> (FDP) in einer Mitteilung aus dem Jahre 2006 für ein besseres Miteinander zwischen Gewerbeaufsicht und ihren &#8220;Kunden&#8221;, den produzierenden Betrieben. Die Betriebe wurden gebeten, an einer Umfrage ihre Meinung zur den Leistungen der Gewerbeaufsicht abzugeben. So hieß es damals:</p>
<blockquote><p>„Zahlreiche Betriebe haben die Chance genutzt, ihre Aufsichtsbehörde für den Umwelt- und Arbeitsschutz zu bewerten. Das hilft uns, die Arbeit der Ämter noch mehr auf die Bedürfnisse der Unternehmen hin auszurichten und die Qualität unserer Arbeit kontinuierlich zu verbessern&#8221;</p></blockquote>
<p>Wie bitte? Die Ämter auf die Bedürfnisse der Unternehmen hin auszurichten? Was wären das denn für Bedürfnisse? Bessere Terminabsprachen im Vorfeld einer Kontrolle, damit der Unternehmer noch schnell den Stall aufräumen kann? &#8220;Achtung Herr Eierproduzent Müller, wir kommen dann in einem Monat. Sollten Sie noch zu viele Legehennen im Stall haben, ist jetzt die Chance, die notwendigen Maßnahmen zu treffen.&#8221;</p>
<div id="attachment_839" class="wp-caption aligncenter" style="width: 476px"><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2013/02/eier_ccbync20.jpg"><img class="size-full wp-image-839 " alt="Foto: cc-by-nc 2.0 Christopher / Flickr" src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2013/02/eier_ccbync20.jpg" width="466" height="214" /></a><p class="wp-caption-text">Bio oder Nicht? Man weiß es nicht&#8230; Foto: cc-by-nc 2.0 <a title="Fotonachweis" href="http://www.flickr.com/photos/christopherr/3160940717/sizes/l/in/photostream/" target="_blank">Christopher / Flickr</a></p></div>
<p>Ein Witz? Offenbar nicht. Umweltminister Sander unterstrich in der  Mittelung zur Umfrage sogar seine Nähe zur Industrie und nicht zum Verbraucher:</p>
<blockquote><p>&#8220;Häufig wurde dabei auch der Wunsch nach Bürokratieabbau, Vereinfachung der Gesetze sowie nach mehr aktuellen und fachspezifischen Informationen durch die Gewerbeaufsicht bei Ihrer Beratung geäußert. Mit solchen Forderungen rennen Unternehmer bei mir offene Türen ein. Hier bin ich gerne bereit, Anregungen anzunehmen&#8221;, erklärte Sander.</p></blockquote>
<p>Vielleicht sollte man den Leuten nochmal einbläuen, was das Wort &#8220;Aufsicht&#8221; bedeutet. Das hat nämlich was mit &#8220;Kontrolle&#8221; zu tun. Und Kontrolle wäre hier bitte nötig gewesen.</p>
<p>So konnten die Produzenten in dem Fragebogen auch angeben, ob sich die Kontrolleure vom Amt denn auch ausreichend &#8220;flexibel&#8221;, &#8220;großzügig&#8221; oder &#8220;zugänglich&#8221; zeigten. Fehlt eigentlich nur noch der Punkt &#8220;persönlichen finanziellen Zuwendungen zugeneigt&#8221;.</p>
<p>Zu guter Letzt noch ein Schmankerl aus dem Text:</p>
<blockquote><p>&#8220;Dank der Antworten wissen unsere Ämter, wie sie ihre Qualität weiter steigern [...] können. [...] In der Befragung ist herausgekommen, dass [...] die Angemessenheit der Häufigkeit der Besuche mit Konzentration auf das Wesentliche sehr von den Betrieben geschätzt wird. [...] Das ist Ansporn für die Gewerbeaufsicht in diesem Bereich noch besser zu werden&#8221;, erklärte der Umweltminister und ergänzte: &#8220;Wir werden gezielt daran arbeiten, damit die Gewerbeaufsicht [...] als Dienstleister begriffen wird.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wohin das führt, wenn sich Gewerbeaufsicht mit den Herstellern lieb Kind macht, haben wir ja nun gesehen. Sie produzieren faule Bio Eier. Prost Mahlzeit!</p>
<p>Vollständiger Text des Umweltministeriums von 2006 als PDF: <a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2013/02/Kunden-antworten-Gewerbeaufsicht-2006.pdf">Kunden antworten Gewerbeaufsicht</a></p>
 <p><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/?flattrss_redirect&amp;id=835&amp;md5=f20b40fa99efbf68756bbe00be5271df" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Nachrichtenpolizei/~4/yOgeL3mIyCA" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Pferd statt Rind: Wollt ihr eigentlich beschissen werden?</title>
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		<comments>http://www.nachrichtenpolizei.de/2013/02/19/pferd-statt-rind-der-gehypte-skandal-oder-doch-nicht/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 19 Feb 2013 16:48:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittelskandal]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdefleisch]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA["Was regt ihr euch denn so auf, Pferdefleisch ist doch gesund?" Verfolgt man dieser Tage die Kommentare im Web zum Pferdefleisch-Skandal, so bemerkt man vor allem eines: Die Leute stören sich offenbar gar nicht so sehr daran, statt Lasagne aus Rindfleisch geschreddertes Sportpferd im Tiefkühlfach angedreht bekommen zu haben. Nein, die Aufmerksamkeit richtet sich vielmehr gegen diejenigen, die diese Vorfälle als skandalös bezeichnen. Doch der lässige Umgang mit dieser Art der Verbrauchertäuschung auf hohem kriminellen Niveau ist ziemlich kurzsichtig.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Was regt ihr euch denn so auf, Pferdefleisch ist doch gesund?&#8221; Verfolgt man dieser Tage die Kommentare im Web zum Pferdefleisch-Skandal, so bemerkt man vor allem eines: Die Leute stören sich offenbar gar nicht so sehr daran, statt Lasagne aus Rindfleisch geschreddertes Sportpferd im Tiefkühlfach angedreht bekommen zu haben. Nein, die Aufmerksamkeit richtet sich vielmehr gegen diejenigen, die diese Vorfälle als skandalös bezeichnen. Doch der lässige Umgang mit dieser Art der Verbrauchertäuschung auf hohem kriminellen Niveau ist ziemlich kurzsichtig.</p>
<p>In den Blogs, Kommentarspalten der Onlinemagazine, auf Twitter, Facebook oder Google Plus liest man immer wieder die gleichen Argumente: &#8220;Was ist denn so schlimm daran? Pferdefleisch ist gesünder, magerer, besser. Pferde werden nicht in der Massentierhaltung gequält. Freut euch doch, dass ihr Pferdefleisch bekommen habt statt Rind.&#8221;</p>
<p>Selbst der Hinweis, dass die verarbeiteten Tiere zu Lebzeiten offenbar Sportpferde waren und Medikamente bekommen haben, die für die anschließende &#8220;Verarbeitung&#8221; als Lebensmittel nicht geeignet sind, schreckt die Meisten nicht ab. &#8220;All die Antibiotika aus der Massenproduktion sind auch nicht besser&#8221;.</p>
<p><strong>Also alles nur halb so wild? Mitnichten!</strong></p>
<p>Es ist vollkommen unerheblich, ob das verarbeitete Fleisch nun gesünder, ungesünder oder qualitativ gleichwertig ist. Wenn auf der Packung Rind steht, so sollte auch nur Rind enthalten sein. So einfach ist das.</p>
<p>Ein Skandal ist eher, dass es vielen Verbrauchern offenbar ganz egal ist, was Ihnen am Ende vorgesetzt wird. Hauptsache billig. Nur dieses Verhalten erklärt, warum immer noch so viele Mogelpackungen in den Supermärkten lauern, die nicht das enthalten, was die Packung verspricht.</p>
<p>Wer es noch nicht bemerkt hat: Auch Wurstwaren, die auf der Verpackung als Geflügelwurst gekennzeichnet sind, <a title="Geflügelwurst: Oft mit Schwein und Rind" href="http://www.test.de/Gefluegelwurst-Oft-mit-Schwein-und-Rind-4246853-0/" target="_blank">enthalten meist einen hohen Anteil anderen Fleisches</a>, meist Rind oder Schwein. Hier versuchen <a title="Foodwatch: Etikettenschwindel" href="http://foodwatch.de/kampagnen__themen/etikettenschwindel/mogel_liste/index_ger.html" target="_blank">Verbraucherschutz-Organisationen schon lange</a>, Industrie und Politik zu einer besseren Kennzeichnung zu bewegen.</p>
<p>Doch wenn die Bevölkerung schon nicht so genau hinsieht, warum sollten es die Politiker tun? Hauptsache die graue Leberwurstpampe aus &#8220;Fett, Arsch, Nasen und Ohren&#8221; kostet nicht mehr als 50 Cent und es steht &#8220;Feine Rinderleberwurst&#8221; drauf?</p>
<p>Kein Wunder, dass eine Frau Aigner beim nächsten Skandal nur ein paar schnell hingewischte &#8220;10-Punkte-Pläne&#8221; oder ein paar Ideen zu mehr &#8220;Selbstverpflichtung der Industrie&#8221; präsentiert, in der Hoffnung, das ganze Thema sei in ein paar Wochen wieder vom Tisch.</p>
<p>Und auch jetzt entsteht bei mir der Eindruck, viele sehen in dem Pferdefleischskandal gar nichts skandalöses. Doch das ist eine Gleichgültigkeit, die dem Bemühen der Verbraucherschützer für uns alle bessere gekennzeichnete Lebensmittel zu etablieren, in den Rücken fällt.</p>
<p>So bin ich geneigt zu fragen: Wollt ihr eigentlich beschissen werden oder seid ihr einfach nur zu geizig?</p>
 <p><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/?flattrss_redirect&amp;id=831&amp;md5=f74953b39d300fa4df121dd60c94c5b5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Nachrichtenpolizei/~4/Zh-kjEI_2C8" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Die Flitzpiepen vom “Peerblog”</title>
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		<comments>http://www.nachrichtenpolizei.de/2013/02/07/die-flitzpiepen-vom-peerblog/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 07 Feb 2013 18:04:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[peerblog]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Das war ja kurz. Nach nur ein paar Tagen ist "der" Peerblog wieder offline. Hackerangriffe hätten dem Webserver und wohl auch den Betreibern der SPD-Fanboyseite so zugesetzt, dass diese jetzt das Handtuch warfen. Dass da keine Leuchten hinter dem Konzept saßen, war mir schon klar als ich vor einigen Tagen in der eigenen Beschreibung den Deppen-Artikel "der" für das(!) Blog las. Immer ein gutes Indiz, dass es sich bei den Machern um wahre "Was-mit-Social-Media"-Spezis handelt. Echtes Popcornkino ist aber die Begründung, warum man die Webseite nicht vernünftig gegen Hackerangriffe absichere: Peerblog habe ein "offenes Konzept". So zitiert Spiegel Online den Betreiber mit den Worten: "Firewalls gegen unerwünschte Eindringlinge auf CIA-Niveau kamen und kommen für uns nicht in Frage." Übersetzt heißt das wohl: "Ich hab gedacht, das Webpaket bei Strato für n' paar Euro im Monat reicht aus. Die sechsstellige Spende geb'  ich doch nicht für ein professionelles Hostingkonzept  aus, wenn mir der Sohn von 'nem Freund für 'nen Hunni mal eben der Blog strickt." Und sowas als Erklärung einer Medienagentur. Ich fasse es nicht.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das war ja kurz. Nach nur ein paar Tagen ist &#8220;der&#8221; Peerblog wieder offline.  Hackerangriffe hätten dem Webserver und wohl auch den Betreibern der SPD-Fanboyseite so zugesetzt, dass diese jetzt das Handtuch warfen. Dass da keine Leuchten hinter dem Konzept saßen, war mir schon klar als ich vor einigen Tagen in der eigenen Beschreibung den Deppen-Artikel &#8220;der&#8221; für das(!) Blog las. Immer ein gutes Indiz, dass es sich bei den Machern um wahre &#8220;Was-mit-Social-Media&#8221;-Spezis handelt. Echtes Popcornkino ist aber die Begründung, warum man die Webseite nicht vernünftig gegen Hackerangriffe absichere: Peerblog habe ein &#8220;offenes Konzept&#8221;. So zitiert <a title="Spiegel Online - Peerblog nach Hackerattacken eingestellt" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-kanzlerkandidat-steinbrueck-aus-fuer-peerblog-a-882088.html" target="_blank">Spiegel Online</a> den Betreiber mit den Worten: <em>&#8220;Firewalls gegen unerwünschte Eindringlinge auf CIA-Niveau kamen und kommen für uns nicht in Frage.&#8221;</em> Übersetzt heißt das wohl: &#8220;Ich hab gedacht das Webpaket bei Strato für n&#8217; paar Euro im Monat reicht aus. Die Spendengelder geb&#8217;  ich doch nicht für ein professionelles Hostingkonzept  aus, wenn mir der Sohn von &#8216;nem Freund für &#8216;nen Hunni mal eben der Blog strickt.&#8221; Und sowas als Erklärung einer Medienagentur. Ich fasse es nicht.</p>
<p>Mehr liest man auf der Webseite der Agentur, die für das Peerblog verantwortlich ist</p>
<blockquote><p>Der peerblog.de ist als normale Website online gegangen. Firewalls gegen unerwünschte Eindringlinge auf CIA-Niveau kamen und kommen für uns nicht in Frage. Das offene Konzept führt nun dazu, dass unsere Inhalte nicht geschützt sind, von Hackern jederzeit gefälscht und manipuliert werden können. Quelle: <a title="Steinkuehler-com.de" href="http://www.steinkuehler-com.de/news/news_agentur.html#a12">steinkuehler-com.de</a></p></blockquote>
<p>Man gibt sogar noch zu, die eigenen Inhalte im Netz nicht ausreichend geschützt zu haben, ja nicht einmal schützen zu wollen. Ob die in ihrer Agentur auch alle ohne Virenscanner arbeiten? Von wegen freie Gesellschaft und so? Oder werfen die ihre Computer weg sobald was passiert und werden Gärtner oder sowas!? Eine sechsstellige Summe sollte das Blog laut <a title="Spiegel Online: Bundestag prüft Steinbrücks Weblog" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/peerblog-bundestag-prueft-steinbruecks-weblog-a-881832.html" target="_blank">Medienberichten </a>angeblich erhalten. Für vernünftiges Hosting war davon wohl nicht viel vorgesehen.</p>
<p><a title="Fefe's Blog" href="http://blog.fefe.de/" target="_blank">Fefe </a>würde wohl sagen: &#8220;Die BESTEN der BESTEN der BESTEN, SIR!&#8221;</p>
<p>Der Westen hat allerdings eine ganz andere Vermutung, warum es mit dem Peerblog jetzt nichts mehr geworden ist. Die ganze Aktion sei ein Versuch gewesen, das Parteienfinanzierungsgesetz zu umgehen, vermutet man dort.</p>
<blockquote><p>Der Macher vom PeerBlog, der kaufbare Wendehals Karl-Heinz Steinkühler, und seine anonymen Hintermänner haben ein Problem. Ihr öffentliches Peer-Steinbrück-Sponsoring ist ein geldwerter Vorteil. Quelle: <a title="Der Westen" href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/02/das-wird-eng-fur-peer-abgeordnetengesetz-greift/" target="_blank">Der Westen</a></p></blockquote>
<p>DAS klingt zumindest logischer als diese haarsträubende Erklärung, man stelle ein Webangebot aufgrund Hackerangriffen ein, die ein ungeschütztes Portal nicht respektieren wollten.</p>
<p>Oder wie man auf Twitter sagt:<br />
<center><br />
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de">
<p>Stümpeer</p>
<p>&mdash; Franz Patzig (@Franz) <a href="https://twitter.com/Franz/status/299612684150771713">7. Februar 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></center></p>
 <p><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/?flattrss_redirect&amp;id=809&amp;md5=bcc6bba2ee03c156351d41469d95d0dd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Nachrichtenpolizei/~4/kvIL_X59Fa8" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Scheiße aufs Podest: Einen “Grimme” für das Dschungelcamp?</title>
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		<comments>http://www.nachrichtenpolizei.de/2013/01/30/scheise-aufs-podest-einen-grimme-fur-das-dschungelcamp/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Jan 2013 11:58:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man von Scheiße umringt ist und keinen Ausweg mehr weiß, dann hilft nur noch eines: Man erzählt den Leuten einfach, die Scheiße sei gar keine Scheiße. Sie habe ja auch gute Seiten. Schon fangen alle an, in dem übel riechenden Kot feinste Nuancen von Rosenduft zu entdecken. Man könnte auch sagen: Sie riechen sich die Scheiße schön. So geschehen mit der RTL Show "Ich bin ein Star, holt mich hier raus", kurz "Das Dschungelcamp". Im australischen Dschungel hockt eine Gruppe längt vergessener Ex-Promis auf engstem Raum zusammen und muss für die tägliche Nahrungszuteilung der Gruppe Ekelprüfungen über sich ergehen lassen. Weil es offenbar sonst nichts erhellenderes mehr für das deutsche Fernsehvolk im Privatfernsehen zu sehen gibt, adelt man die Show nun auch noch mit einer Nominierung für den Grimme Preis. Scheiße aufs Podest.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man von Scheiße umringt ist und keinen Ausweg mehr weiß, dann hilft nur noch eines: Man erzählt den Leuten einfach, die Scheiße sei gar keine Scheiße. Sie habe ja auch gute Seiten. Schon fangen alle an, in dem übel riechenden Kot feinste Nuancen von Rosenduft zu entdecken. Man könnte auch sagen: Sie riechen sich die Scheiße schön. So geschehen mit der RTL Show &#8220;Ich bin ein Star, holt mich hier raus&#8221;, kurz &#8220;Das Dschungelcamp&#8221;. Im australischen Dschungel hockt eine Gruppe längt vergessener Ex-Promis auf engstem Raum zusammen und muss für die tägliche Nahrungszuteilung der Gruppe Ekelprüfungen über sich ergehen lassen. Weil es offenbar sonst nichts erhellenderes mehr für das deutsche Fernsehvolk im Privatfernsehen zu sehen gibt, adelt man die Show nun auch noch mit einer Nominierung für den Grimme Preis. Scheiße aufs Podest.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-800" alt="scheisse_aufs_podest_grimme" src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2013/01/scheisse_aufs_podest_grimme.jpg" width="604" height="354" /></p>
<p>Das &#8220;Dschungelcamp&#8221; spaltet die Nation. Die einen sehen in der Show eine tolle Abendunterhaltung, die anderen den Anfang vom Ende des Abendlandes. Ich tendiere zu letzterem. Es waren letztendlich nicht die Islamisten, die unsere Kultur in die Knie zwangen, nein, wir haben uns ganz von selbst und freiwillig die Gehirne weggebombt. Jeden Abend saßen wir vor dem Kasten und erfreuten uns am Elend der verschwitzen Promi-Resterampe. Doch das Dschungelcamp, die kollektive Massenverblödung, blieb in unseren Köpfen. Es blieb auch am folgenden Morgen das Gesprächsthema Nummer eins. In der Straßenbahn, im Radio, auf der Arbeit und sogar die Zeitungen, online wie offline, hievten wir das Camp durch stetige Beachtung aus dem Niveaumorast.</p>
<p>Nein, die Show selbst ist nicht das, wofür wir uns schämen müssten. Das Dschungelcamp ist nur die logische Folge einer Verblödungsindustrie, die schon mit dümmlichen Nachmittagstalkshows begonnen hatte, noch bevor das erste &#8220;Big Brother&#8221;-Haus seine Pforten öffnete. Wir brauchen eben diese tägliche Lästerdosis. Vielleicht ist der Job Scheiße, der Chef war wieder gemein zu uns oder die Kollegen gehen uns auf den Keks? Wie schön, wenn wir wenigstens Abends zusehen können, wie sich andere zu noch viel größeren Idioten machen. So macht das Ablästern im Freundes- und Kollegenkreis am nächsten Tag gleich doppelt so viel Spaß.</p>
<p>Der  Mensch fühlt sich eben gut, wenn&#8217;s einem anderen Scheiße geht.</p>
<p>Aber ist das eine Eigenschaft, die es auch noch zu loben gilt, indem man solche Shows auf eine Stufe stellt, wo sie einfach nicht hingehören?</p>
<p>Es gibt nichts am Dschungelcamp, was einen Grimmepreis rechtfertigt.</p>
<p>Manch einer sieht das anders.</p>
<p>Alexander Krei vom Medienmagazin dwdl.de zum Beispiel: In seinem Kommentar &#8220;<a title="DWDL.de &quot;Schluss mit der Empörung&quot;" href="http://www.dwdl.de/meinungen/39379/im_grimmedschungel_schluss_mit_der_empoerung/page_0.html" target="_blank">Schluss mit der Empörung</a>&#8221; bezeichnete er die Aufregung über die Auszeichnung als überzogen. Es wäre längst an der Zeit gewesen, diese Show zu ehren. Man verkenne den &#8220;Kern&#8221; des Formats. Und so führt er an:</p>
<blockquote><p>Beim Dschungelcamp werden all jene Regeln, die sich das Privatfernsehen im Laufe der Jahre angeeignet hat, vorübergehend außer Kraft gesetzt. Die Moderatoren machen keinen Hehl daraus, dass die meisten Prominenten der Kategorie D bis F nur deshalb ins Camp gegangen sind, weil auf deren Konto Ebbe herrscht.</p></blockquote>
<p>Hört hört. Weil man also gar nicht erst verheimlicht, dass es sich bei den Kandidaten meist um verzweifelte Kreaturen handelt, die für jeden Eurocent jede noch so große Scheiße über sich ergehen lassen, ist die Show also per se schon mal besser als all der verlogene Dreck, der uns in anderen Produktionen des Privatfernsehens präsentiert wird. Apropos Regeln, von welchen Regeln ist die Rede?</p>
<blockquote><p>Wenn es im Camp dann doch mal persönlich und ernst wird, wird gerne auf unnötige Dramatisierungen verzichtet, wie man sie in Formaten wie &#8220;Deutschland sucht den Superstar&#8221; oder &#8220;Das Supertalent&#8221; inzwischen zuhauf gesehen hat.</p></blockquote>
<p>Na, sag das doch gleich: Weil Slow-Motion Einblendungen und dramatische musikalische Untermalung zur Förderung der Tränendrüsen des Zuschauervolks unterbleibt, ist hier wahrlich ein intellektueller Geist am Werk gewesen.</p>
<p>Was ist nun der Kern des Formats? Dass er uns nicht im Dunkeln darüber lässt, dass wir gleich Scheiße zu sehen bekommen? Ist das die Erkenntnis jahrzehntelanger TV-Verblödung? Dass eine Show endlich so ehrlich ist und uns schon im Vorfeld auf die kommende Scheiße vorbereitet?</p>
<p>Nach den Statuten des Grimme-Institutes sollen mit dem Grimme-Preis Produktionen geehrt werden, die &#8220;die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen und nach Inhalt und Methode <strong>Vorbild für die Fernsehpraxis</strong> sein können.&#8221;</p>
<p>Ja, das Dschungelcamp hat die Massen unterhalten, keine Frage. Brot und Spiele, das hat schon im alten Rom funktioniert. Doch wollen wir eine Gesellschaft, die solche Auswüchse auch noch mit Preisen von einer Institution ehrt, die sich Medienbildung und Medienkompetenz auf die Fahnen schreibt?</p>
<p>Der deutsche Kabarettist Dieter Hildebrandt soll einmal gesagt haben &#8220;&#8221;Leute, fresst Scheiße, Millionen Fliegen können nicht irren!&#8221;</p>
<p>Wohl bekommt&#8217;s!</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/?flattrss_redirect&amp;id=796&amp;md5=6bbabaee0128e81b83881a865aad8951" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Nachrichtenpolizei/~4/NIFTvafqbrM" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Nichtwähler größte Fraktion bei Wahl in Niedersachsen</title>
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		<comments>http://www.nachrichtenpolizei.de/2013/01/21/nichtwahler-groste-fraktion-bei-wahl-niedersachsen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Jan 2013 09:53:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Politikverdrossenheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Was für eine Wahl, betretene Gesichter auf der einen, und jubelnde Sieger auf der anderen Seite. Schwarz-Gelb wird abgelöst, Rot-Grün triumphiert. Breites Grinsen bei den Wahlsiegern. Sogar die FDP freute sich ob ihrer "9,9 Prozent". Das sah in Umfragen kürzlich noch ganz anders aus. Doch das gestrige Wahlergebnis ist für die Politik alles andere als ein Grund zur Freude. Satte 40,6 Prozent hielten es nämlich nicht für nötig, überhaupt eine Stimme abzugeben. Sei es nun aus Frust oder Gleichgültigkeit. Solange die stärkste Fraktion immer noch die Nichtwähler sind, sollte sich manch ein Politiker und mach eine Politikerin fragen, wie es wirklich um "Volkes Wille" steht. Dabei hilft diese leicht angepasste Grafik des gestrigen Wahlergebnisses.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Was für eine Wahl, betretene Gesichter auf der einen, und jubelnde Sieger auf der anderen Seite. Schwarz-Gelb wird abgelöst, Rot-Grün triumphiert. Breites Grinsen bei den Wahlsiegern. Sogar die FDP freute sich ob ihrer &#8220;9,9 Prozent&#8221;. Das sah in Umfragen kürzlich noch ganz anders aus. Doch das gestrige Wahlergebnis ist für die Politik alles andere als ein Grund zur Freude. Satte 40,6 Prozent hielten es nämlich nicht für nötig, überhaupt eine Stimme abzugeben. Sei es nun aus Frust oder Gleichgültigkeit. Solange die stärkste Fraktion immer noch die Nichtwähler sind, sollte sich manch ein Politiker und mach eine Politikerin fragen, wie es wirklich um &#8220;Volkes Wille&#8221; steht. Dabei hilft diese leicht angepasste Grafik des gestrigen Wahlergebnisses.</p>
<div id="attachment_787" class="wp-caption aligncenter" style="width: 585px"><img class=" wp-image-787 " alt="Niedersachsenwahl 2013" src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2013/01/Niedersachsenwahl2013.jpg" width="575" height="467" /><p class="wp-caption-text">Auch keine Stimme ist eine Meinung. Nimmt man die Fraktion der Nichtwähler (40,6%) mit ins Gewicht, so relativiert sich geglaubter Zuspruch aus dem Volke, in dem sich einige Politiker nach dem Wahltag in Niedersachsen wähnen. Datenquelle: <a title="Landesbetrieb f. Statistik u. Kommunikationstechnologie Niedersachsen" href="http://www.aktuelle-wahlen-niedersachsen.de/LW2013/000.html" target="_blank">LSKN</a></p></div>
<p>Bevor man sich also nun wieder breit grinsend gegenseitig auf die Schultern klopft: Grund zur Freude gibt es wohl erst, wenn die Fraktion der Nichtwähler nicht mehr stärkste &#8220;Partei&#8221; ist.</p>
<p>So gesehen sieht es für die Sieger des gestrigen Abends ziemlich bitter aus. Beispiel: Liebe Grüne, dieses Wahlergebnis bedeutet, dass 91,9 Prozent in Niedersachsen nicht für eure Politik sind! Liebe SPD, 80,6 Prozent wollten auch euch keine Stimme geben. Und sehr verehrte FPD: 94,1 Prozent hielten auch bei euch ein Kreuz für überflüssig.</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/?flattrss_redirect&amp;id=786&amp;md5=0e4c42d4f48c82ccd81fbaebb45ce57e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Nachrichtenpolizei/~4/msMGvaPg7pI" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Faules Obst: Wenn Ökostrom Biosaft wäre</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/Nachrichtenpolizei/~3/CTcgP0MWKI0/</link>
		<comments>http://www.nachrichtenpolizei.de/2013/01/14/faules-bio-obst-wenn-strom-saft-ware/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Jan 2013 12:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[EEG]]></category>
		<category><![CDATA[Eneuerbare-Energien-Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Ökostromumlage]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellen Sie sich folgendes fiktives Szenario vor: Die Bundesregierung will die Safthersteller des Landes dazu zwingen, künftig mehr gesunde Säfte für die Bürger zu produzieren. Daher wird ein Gesetz erlassen, dass die Safthersteller dazu verpflichtet, in Deutschland angebautes Bio-Obst zu einem gesetzlich vorgeschriebenen Preis abzukaufen um daraus Saft für die Kunden herzustellen. Das sogenannte "Bioobst-Abgabe-Gesetz"  (BAG) wird erlassen. Für Obstbauer eine Lizenz zum Gelddrucken. Sofort betätigt sich landauf landab jeder des es sich leisten kann im Obstanbau. Überall schießen Plantagen aus dem Boden. Jeder verfügbare Meter wird für die Herstellung von Bio-Obst verwendet. Der Öffentlichkeit verkauft man die Aktion als Förderung der allgemeinen Gesundheit. Bio ist gut. Wer kann da schon dagegen sein?]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Stellen Sie sich folgendes fiktives Szenario vor: Die Bundesregierung will die Safthersteller des Landes dazu zwingen, künftig mehr gesunde Säfte für die Bürger zu produzieren. Daher wird ein Gesetz erlassen, dass die Safthersteller dazu verpflichtet, in Deutschland angebautes Bio-Obst zu einem gesetzlich vorgeschriebenen Preis abzukaufen um daraus Saft für die Kunden herzustellen. Das sogenannte &#8220;Bioobst-Abgabe-Gesetz&#8221;  (BAG) wird erlassen. Für Obstbauer eine Lizenz zum Gelddrucken. Sofort betätigt sich landauf landab jeder des es sich leisten kann im Obstanbau. Überall schießen Plantagen aus dem Boden. Jeder verfügbare Meter wird für die Herstellung von Bio-Obst verwendet. Der Öffentlichkeit verkauft man die Aktion als Förderung der allgemeinen Gesundheit. Bio ist gut. Wer kann da schon dagegen sein?</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-763"></span><br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/justusbluemer/6042777587/sizes/z/in/photostream/"><img class="size-full wp-image-765 aligncenter" alt="Apfel" src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2013/01/apfel.jpg" width="200" height="188" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Wettbewerb verzerrt sich<br />
</strong></p>
<p>An der Leipziger Saftbörse wird zudem mit dem verfügbaren Bio-Obst gehandelt. Doch es gibt da ein kleine Problem: Der Biosaft kann nicht lange gelagert werden, da er schnell verdirbt. Damit haben die Safthersteller nun ein Problem: Da sie das Bio-Obst immer kaufen müssen, egal ob bereits genug vorrätig ist oder nicht, werden sie ihren Saft nicht mehr los. Das Resultat: An der Saftbörse kollabiert der Preis, es herrscht ein Überangebot. Obst beim Händler um die Ecke wird dagegen rar, da jeder Obstbauer lieber an die Safthersteller verkauft.</p>
<p>Da sich in Deutschland wegen des Überangebots bald keine Abnehmer mehr für Saft finden, wird der überschüssige Saft ins Ausland verkauft. Aber auch dort hat man nicht immer Bedarf. Also wird das Zeug auch schonmal zum Dumpingpreis verkauft oder einfach verschenkt. Es hat sogar schon &#8220;negative Preise&#8221; an der Börse gegeben. Man bekam also noch Geld dazu, wenn man sich des Saftes erbarmte.</p>
<p><strong>Innerdeutsche Saftpreise explodieren</strong></p>
<p>Dummerweise profitierten nur die Endvebraucher im Ausland von dem billigen Bio-Saft aus Deutschland. Für die Deutschen selbst wurde das Zeug nicht günstiger: Denn die Mehrkosten, die die Safthersteller wegen des BAG an die Obstbauern abdrücken mussten, holten sie sich über immer höhere Preise vom Endverbraucher zurück. Auch der Preis für unverarbeitetes Obst schoss somit zwangsläufig in die Höhe.</p>
<p><strong>Monokulturen zerstören Artenvielfalt</strong></p>
<p>Inzwischen gab es kaum noch natürliche Landschaften. Überall nur noch Bio-Obst-Plantagen.  Das fanden viele Menschen vollkommen in Ordnung, ja sogar schön. Doch andererseits hatten diese ausufernde Monokulturen Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt im Land. Viele Tierarten, die mit den eintönigen Obstplantagen nicht klar kamen, starben aus. Andere hingegen vermehrten sich über alle Maße. Zudem wurden immer neue Straßen- und Schienennetze gebaut, um mit der ganzen Logistik des Obst- und Safttransportes klar zu kommen.</p>
<p><strong>Dogma &#8220;Ökolabel&#8221;</strong></p>
<p>Doch diese Probleme interessierten die Wenigsten: &#8220;Bio ist Gesund und gut für die Umwelt&#8221;, an diesem Dogma wollte keiner rütteln. Und wer es doch tat, dem wehte ein eisiger Gegenwind ins Gesicht. &#8220;Du findest Chemiesaft wohl besser, was?&#8221;  Vor allem argumentierten die Obstbauern, dass ihr Bio-Saft in Wirklichkeit viel billiger als der herkömmlich produzierte sei. In der Tat, das galt aber nur für die Preise an der Saftbörse. Dort wurden die Produkte wegen des Überangebots verschleudert. Die Endverbaucher hatten nichts davon.</p>
<p>So kam es, dass Bio-Saft für die Deutschen immer unerschwinglicher wurde. Und das obwohl das ganze Land zugepflastert war mit Obstplantagen und obwohl soviel Saft produziert wurde, wie nie zuvor. Auch das Ausland wurde langsam ungeduldig, da die Förderung der deutschen Obstbauern durch den Steuerzahler den Wettbewerb derart verzerrte, dass die Hersteller im eigenen Land durch die Dumpingpreise aus Deutschland in die Knie gezwungen wurden.</p>
<p><strong>Umverteilung von unten nach oben</strong></p>
<p>Erschwerend kam hinzu, dass diejenigen die das Glück hatten, Ländereien zu besitzen oder genügend Geld, sich an einer eigenen Obstplantage zu beteiligen, immer reicher wurden. Und zwar auf Kosten der breiten Mehrheit der Bürger, die entweder in den Städten lebten oder sich eine Beteiligung eben nicht selbst leisten konnten. Im Grunde zahlte eine Mehrheit Geld an eine Minderheit, damit diese ihnen immer teureren Saft verkaufen konnte.</p>
<p>Sie alle mussten ja irgendwie  mal gesunden Saft trinken oder wenigstens etwas Obst essen. Doch das wurde für viele bald nicht mehr möglich. Sie verzichteten auf die wichtigen Vitamine und tranken nur noch Wasser. Das Obst selbst war ja auch kaum noch zu bezahlen, da die Obstbauern ihre Ernte lieber an die Safthersteller verkauften, als an die Obsthändler im Land. Und wenn doch, dann nur zu horrenden Preisen.</p>
<p><strong>Gut gemeint, schlecht gemacht</strong></p>
<p>Das Ende der Geschichte: Immer mehr Bürger wurden krank. Vitaminmangel war die Hauptursache. Immer weniger Menschen konnten sich Obst oder Säfte leisten. Die Monokulturen sorgten innerhalb kürzester Zeit für das Verschwinden ganzer Arten. Andere Tiere wurden dabei zur Plage. Und alles nur, weil man für den Biosaft plötzlich die Planwirtschaft einführte.</p>
<p><strong>Schwarze-Peter-Spielchen</strong></p>
<p>Einige Unternehmen, vor allem großere Caterinfirmen im Land, versuchten nun sich von der Ökosaft-Umlage, wie das BAG im Volksmund genannt wurde, zu befreien. Doch die Lobby der Bio-Obstproduzenten war stark und die Politik stand hinter ihnen. Es dürfe keine Ausnahmen geben hieß es. Denn wer sich nicht am Bio-Obst-Ausbau beteilige, der sei für die steigenden Preise verantwortlich. Schnell hatte man den schwarzen Peter diesen Unternehmen zugespielt und von der BAG-Problematik abgelenkt. Wer sich gegen das BAG stellte, wurde zur Umweltsau stigmatisiert. Die Folgen waren absehbar. Die Cateringfirmen strichen ihr Angebot zusammen, manche machten Pleite oder lagerten ihre Unternehmen ins Ausland aus.</p>
<p>Moral von der Geschicht&#8217;: Die Politik stellte sich als ziemlicher Saftladen heraus.</p>
<p><strong>Unrealistisches Szenario? Weit gefehlt&#8230;</strong></p>
<p>Wer jetzt sagt, so ein Szenario sei doch vollkommener Irrsinn und wäre vielleicht ein Paradebeispiel für die Misswirtschaft aus sozialistischen Ländern, der tausche einfach die Begrifflichkeiten in diesem Artikel aus.</p>
<p>Aus den Bio-Obstbauern werden die Betreiber regenerativer Anlagen wie Wind-, Solar- oder Biomasse. Die Safthersteller sind die großen Stromkonzerne,  die Straßen und Schienen stellen die notwendige Netzinfrastruktur bestehend aus neuen Stromtrassen dar. Die Cateringfirmen sind energieintensive Unternehmen. Monokulturen, also die Nutzung weniger Pflanzenarten zur Energieerzeugung haben die Störung des ökologischen Gleichgewichts und die Verteuerung von Nahrungsmitteln zur Folge. Das direkte Resultat eines ungebremsten, weil bedarfsentstellten Ausbaus regenerativer Energieerzeugung, losgelöst vom Strombedarf und auf Kosten der Steuerzahler.  Nicht alles was &#8220;grün&#8221; ist, ist auch gut für die Umwelt.</p>
<p><strong>Lesen Sie dazu auch:</strong></p>
<ul>
<li><a title="FAZ: Das deutsche Stromnetz läuft über" href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energie-das-deutsche-stromnetz-laeuft-ueber-12020837-l1.html" target="_blank">Das deutsche Stromnetz läuft über</a><br />
FAZ, 10. Januar 2013</li>
<li><a title="Deutschland verschenkt Strom" href="http://www.sz-online.de/nachrichten/deutschland-verschenkt-strom-2481322.html" target="_blank">Deutschland verschenkt Strom</a><br />
Sächsische Zeitung, 10. Januar 2013</li>
<li><a title="Ökostrom kostet Verbraucher so viel wie nie" href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/erneuerbare-energien-oekostrom-kostet-verbraucher-17-milliarden-euro-a-876029.html" target="_blank">Ökostrom kostet Verbraucher so viel wie nie</a><br />
SPIEGEL ONLINE, 06. Januar 2013</li>
<li><a title="DIHK sieht Jobs durch hohe Strompreise gefährdet" href="http://www.stern.de/wirtschaft/news/dihk-sieht-jobs-durch-hohe-strompreise-gefaehrdet-1949072.html" target="_blank">DIHK sieht Jobs durch hohe Strompreise gefährdet</a><br />
STERN ONLINE, 02. Januar 2013</li>
<li><a title="EEG-Umlage belastet vor allem ärmere Haushalte" href="http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-12/energiewende-eeg-umlage-belastung-stromkunden" target="_blank">EEG-Umlage belastet vor allem ärmere Haushalte</a><br />
DIE ZEIT, 17. Dezember 2012</li>
<li><a title="Höhere Ökostromumlage macht Nahrungsmittel teurer" href="http://www.welt.de/wirtschaft/article109797275/Hoehere-Oekostrom-Umlage-macht-Lebensmittel-teurer.html" target="_blank">Höhere Ökostromumlage macht Nahrungsmittel teurer</a><br />
DIE WELT, 12. Oktober 2012</li>
<li><a title="Windiges Minus" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-69407365.html" target="_blank">Windiges Minus: Käufer bekommen Geld, wenn sie Strom abnehmen</a><br />
DER SPIEGEL, 8. März 2010</li>
</ul>
<p><em>Bildnachweis: (cc by-sa) <a href="http://www.flickr.com/photos/justusbluemer/6042777587/sizes/z/in/photostream/" target="_blank">Justus Blümer / Flickr</a></em></p>
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 <p><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/?flattrss_redirect&amp;id=763&amp;md5=28be41245741a7568b57870955d868a2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Nachrichtenpolizei/~4/CTcgP0MWKI0" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Sandy entzaubert: Historie schwerer Hurrikane an der Ostküste der USA</title>
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		<comments>http://www.nachrichtenpolizei.de/2012/10/31/sandy-entzaubert-historie-schwerer-hurrikane-der-ostkuste-der-usa/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 31 Oct 2012 15:50:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Hurrikan]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Sandy]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war nur eine Frage der Zeit, bis nach dem anhaltenden Katastrophen-Journalismus nun auch wieder der Klimawandel für Hurrikan Sandy herhalten muss. In der Tat, die Bilder der Zerstörung in den USA mögen erschreckend sein. Besonders deshalb, da wir seit Tagen mit ihnen auf allen medialen Kanälen konfrontiert werden. Dennoch: Sandy war überhaupt kein besonders starker Hurrikan. Im Gegenteil. Schaut man in die Historie der größten Hurrikane der letzten 100 Jahre die die amerikanische Ostküste trafen, so wäre Sandy gemessen an ihrer Stärke nicht mal eine Erwähnung wert.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es war nur eine Frage der Zeit, bis nach dem anhaltenden Katastrophen-Journalismus nun auch wieder der <a title="taz: Hurrikan Sandy und das Klima" href="http://www.taz.de/!104591/" target="_blank">Klimawandel</a> für Hurrikan Sandy herhalten muss. In der Tat, die Bilder der Zerstörung in den USA mögen erschreckend sein. Besonders deshalb, da wir seit Tagen mit ihnen auf allen medialen Kanälen konfrontiert werden. Dennoch: Sandy war überhaupt kein besonders starker Hurrikan. Im Gegenteil. Schaut man in die Historie der größten Hurrikane der letzten 100 Jahre die die amerikanische Ostküste trafen, so wäre Sandy gemessen an ihrer Stärke nicht mal eine Erwähnung wert.</p>
<p>Zunächst einmal: Das Ausmaß der Schäden allein ist kein Beleg für die Stärke eines Sturms. Wäre Sandy auf dünn besiedeltes Gebiet gestoßen oder hätte &#8220;nur&#8221; eine Karibikinsel getroffen, so wäre das unseren Medien vielleicht eine Randnotiz wert gewesen. Dummerweise traf Sandy aber auf relativ dicht besiedeltes Gebiet und sogar Millionenstädte wie New York oder Atlantic City. Da braucht es keinen besonders großen Hurrikan um besonders große Schäden anzurichten. Wo viele Menschen leben, geht eben auch viel kaputt. Wird uns das dann tagelang in Bild und Ton um die Ohren genauen, mag in der Tat der Eindruck entstehen, hier hätte ein Monstersturm gewütet.</p>
<p>Dabei ist die Infrastruktur gerade in den USA solchen Wetterlagen oft nicht gewachsen: Die leichte Holzbauweise vieler Wohnungen der Küstenstädte und die in vielen Gegenden noch überirdisch verlaufenden Telefon- und Stromleitungen machen es einem Unwetter besonders leicht, das öffentliche Leben zum Erliegen zu bringen. Wenn dann noch umfangreiche Küstenschutzmaßnamen wie ausreichend hohe Deiche fehlen, sind auch großflächige Überflutungen kaum überraschend.</p>
<p><strong>War Sandy ungewöhnlich?</strong></p>
<p>In der Tat kommt es nicht sehr häufig vor, dass sich ein Wirbelsturm Richtung amerikanische Ostküste verirrt und dann auch noch das Land trifft. Meist verpuffen diese Stürme irgendwann über dem Atlantik oder drehen vorher ab. Doch man braucht sich nur auf der Homepage des National Hurricane Center umsehen und dort ein wenig in den <a title="National Hurricane Center Archives" href="http://www.nhc.noaa.gov/pastall.shtml#tracks_us" target="_blank">Archiven stöbern</a>: Man findet eine recht detaillierte Auflistung aller Hurrikane ab Stufe 3, die in den vergangenen 100 Jahren Kurs auf die nordamerikanische Ostküste hielten. Wohlgemerkt: Ab Stufe 3! Hurrikane in &#8220;Sandy-Stärke&#8221; sind diesem Archiv nicht mal eine Erwähnung wert.</p>
<div id="attachment_750" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2012/10/hurrikane_festland_usa.jpg" rel="prettyPhoto"><img class="size-medium wp-image-750 " title="Hurrikane über dem US-Festland 1851-2004" src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2012/10/hurrikane_festland_usa-300x237.jpg" alt="Hurrikane über dem US-Festland 1851-2004" width="300" height="237" /></a><p class="wp-caption-text">Diese Grafik zeigt die Anzahl von Hurrikanen der Stärke 1-5 die pro Dekade das US-Festland (nicht nur die Ostküste) erreichten. Datenquelle: <a title="U.S. Hurricane Strikes by Decade" href="http://www.nhc.noaa.gov/pastdec.shtml" target="_blank">NOOA</a></p></div>
<p>Und in der Tat: Im vergangenen Jahrzehnt findet sich dort kein einziger nennenswerter Kandidat, der der US-Ostküste gefährlich wurde. Die letzten großen Hurrikane waren &#8220;<a title="Hurrikan Fran" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hurricane_Fran" target="_blank">Fran</a>&#8221; (1996) und Hurrikan &#8220;<a title="Hurrikan Emily" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hurricane_Emily_(1993)" target="_blank">Emily</a>&#8221; (1993). Beide Stärke 3 und damit um einiges bedrohlicher als Sandy. Während Emily noch kurz vor Landgang abdrehte und somit &#8220;nur&#8221; drei Tote und rund 50 Millionen US-Dollar Schäden anrichtete, kamen bei Fran 27 Menschen ums Leben, die Schäden beliefen sich auf rund 3,2 Milliarden US-Dollar. Wirklich katastrophal war zuletzt aber <a title="Hurrikan Hugo" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hurricane_Hugo" target="_blank">Hurrikan &#8220;Hugo&#8221;</a> der 1989 die US-Ostküste traf, über 100 Menschen das Leben kostete und dabei rund 10 Milliarden US-Dollar Schaden anrichtete.</p>
<p><strong>Die 1950er Jahre: Eine Hurrikan-Jahrzent für die US-Ostküst</strong>e</p>
<p>Richtig schlimme Hurrikan-Zeiten findet man in der Vergangenheit: Die 1950er Jahre waren für die US-Ostküste ein stürmisches Zeitalter, wie die folgende Grafik zeigt:</p>
<div id="attachment_723" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2012/10/majors_1951_1960.jpg" rel="prettyPhoto"><img class="size-medium wp-image-723 " title="Hurrikane 1951-1960 Stärke 3-5" src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2012/10/majors_1951_1960-300x188.jpg" alt="Hurrikane 1951-1960 Stärke 3-5" width="300" height="188" /></a><p class="wp-caption-text">Hurrikane 1951-1960 Stärke 3-5. Anklicken für große Version. Bild: © National Hurricane Center</p></div>
<p>Der tödlichste war wohl 1954 Hurrikan &#8220;<a title="Hurricane Hazel" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hurricane_Hazel" target="_blank">Hazel</a>&#8220;. Auf seinem Weg tötete der Sturm der Kategorie 5 über 1000 Menschen in Haiti. Doch auch in den USA fielen dem Hurrikan immer noch knapp 100 Menschen zum Opfer. Die Gesamtschäden wurden mit rund 420 Millionen US-Dollar beziffert.</p>
<p><strong>1955: Eine Hurrikantrilogie</strong></p>
<p>1955, nur ein Jahr später, trafen gleich drei Hurrikane hintereinander auf die US-Ostküste: Besonders in North-Carolina sorgten die Stürme &#8220;<a title="Hurrikan Connie" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hurricane_Connie" target="_blank">Connie</a>&#8220;, &#8220;<a title="Hurrikan Diane" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hurricane_Diane">Diane</a>&#8221; und &#8220;<a title="Hurrikan Ione" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hurricane_Ione">Ione</a>&#8221; für schwere Überschwemmungen und forderten insgesamt rund 240 Menschenleben.</p>
<p><strong>1960: Hurrikan &#8220;Donna&#8221; bleibt hartnäckig</strong></p>
<p>Große Ausdauer zeigte 1960 der Hurrikan &#8220;<a title="Hurrikan Donna" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hurricane_Donna" target="_blank">Donna</a>&#8220;. Er gilt bis heute als einer der Hurrikane, der seine Stärke am längsten aufrecht erhalten konnte. Der Sturm wütete 17 Tage lang vom 29. August bis 14. September 1960 und hinterließ von den karibischen Inseln Kuba oder Hispaniola (Haiti/Dominikanische Republik) bis zum südlichen Quebec in Kanada eine Spur der Verwüstung. Teilweise erreichte der Sturm eine Stärke der Kategorie 5. Noch in Long Island hatte er Hurrikanstärke 1. Donna forderte nach ungenauen Schätzungen bis zu 370 Menschenleben und verursachte rund 900  Millionen US-Dollar Schaden.</p>
<div id="attachment_733" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2012/10/hurricane_new_england.jpg" rel="prettyPhoto"><img class="size-medium wp-image-733 " title="Historical Record of New Englands Stricken Area (1938)" src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2012/10/hurricane_new_england-300x217.jpg" alt="Historical Record of New Englands Stricken Area (1938)" width="300" height="217" /></a><p class="wp-caption-text">Hurrikane waren schon immer auch mediale Ereignisse. So wurden in den USA nach dem Sturm regelmäßig Bildbände der Zerstörung herausgegeben. Hier das Cover des 1938 erschienenen Buchs &#8220;Historical Record of New Englands Stricken Area&#8221;, welches rund 700 Aufnahmen der Verwüstungen zeigt. Eine Übersicht weiterer Bücher dieser Art findet sich unter <a title="Vintage Hurricane Photo Books" href="http://www.westislandweather.com/apps/photos/album?albumid=11440180" target="_blank">www.westislandweather.com</a>.</p></div>
<p><strong>1890er Jahre: Schwere Zeiten für die US-Ostküste</strong></p>
<p>Auch vor rund 120 Jahren war die Ostküste der USA nicht vor schweren Stürmen gefeit. Besonders stürmisch ging es in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts zu. <a title="NOAA Revisits Historic Hurricanes" href="http://www.aoml.noaa.gov/hrd/hurdat/" target="_blank">Vier große Hurrikane trafen die Küste</a> vom US-Bundesstaat Georgia und weiter nördlich. Darunter 1893 der Kategorie 3 &#8220;Sea Islands Hurrikan&#8221; in Georgia und South Carolina, im selben Jahr ein weiterer Kategorie 3 Hurrikan der South- und North-Carolina traf sowie 1898 ein Kategorie 4 Hurrikan wieder in Georgia und ein Jahr später, 1899, ein Kategorie 3 Hurrikan in North-Carolina. Diese Dekade war für die Ostküste der Vereinigten Staaten die zweit schwerste seit regelmäßiger Wetteraufzeichnungen und wurde nur von dem Sturmjahrzehnt der 1950er Jahre übertroffen.</p>
<p><strong>Hurrikane als Schrecken der europäischen Kolonialisten</strong></p>
<p>Schon vor vielen Jahrhunderten fielen ganze Armeen der europäischen Kolonialisten den <a title="The Deadliest Atlantic Tropical Cyclones, 1492-1996" href="http://www.nhc.noaa.gov/pastdeadly.shtml" target="_blank">atlantischen Hurrikanen zum Opfer</a>. So verloren die Franzosen die Oberhand vor der amerikanischen Ostküste, als 1565 ein Hurrikan ihre gesamte Flotte versenkte. Für die Spanier ein Glücksfall, konnten diese dank des Sturms anschließend das französische Fort Caroline nahe dem heutigen Jacksonville einnehmen. 1640 zerstörte ein großer Hurrikan große Teile der niederländischen Flotte auf ihrem Weg nach Havanna. 1666 verlor der britische Gouverneur von Barbados, Lord Willoughby, bei einem Hurrikan siebzehn seiner Schiffe und 2000 seiner Soldaten.</p>
<div id="attachment_738" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2012/10/fortcaroline.jpg" rel="prettyPhoto"><img class="size-medium wp-image-738 " title="Spanische Sodaten attackieren Fort Caroline während eines Hurrikans" src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2012/10/fortcaroline-300x294.jpg" alt="Spanische Sodaten attackieren Fort Caroline während eines Hurrikans" width="300" height="294" /></a><p class="wp-caption-text">Spanische Soldaten attackieren 1565 Fort Caroline während eines Hurrikans. Bild: <a title="National Geographic Stock" href="http://www.nationalgeographicstock.com/ngsimages/explore/explorecomp.jsf?xsys=SE&amp;id=616505" target="_blank">BIRNEY LETTICK/National Geographic Stock</a></p></div>
<p><strong>Sandy entzaubert</strong></p>
<p>Ruft man sich diese Ereignisse in Erinnerung dann kommt einem Hurrikan Sandy, der lediglich mit Tropensturm-Stärke das Land traf, doch recht klein und unwichtig vor. Richtig ist aber, dass der Mensch in den vergangenen Jahrzehnten auf immer größerem Gebiet siedelt und lebt. Häuser und Straßen baut und sich prächtig vermehrt. So ist es kein Wunder, dass mit ansteigender Bevölkerung und gewachsener Infrastruktur auch kleinere Stürme immer größeren Schaden anrichten können.</p>
<div id="attachment_747" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2012/10/fig11.jpg" rel="prettyPhoto"><img class="size-medium wp-image-747 " title="&quot;Great Miami Hurricane&quot; von 1926 - Wieviel Schaden er wohl heute anrichten würde?" src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2012/10/fig11-300x225.jpg" alt="&quot;Great Miami Hurricane&quot; von 1926 - Wieviel Schaden er wohl heute anrichten würde?" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Fortschreitende Urbanisierung am Beispiel &#8220;Great Miami Hurricane&#8221; von 1926: Wieviel Schaden er am Miami Beach wohl heute anrichten würde?</p></div>
<p>So ist Sandy eher ein Beleg für die Probleme einer fortschreitenden Urbanisierung der Landschaft unter Vernachlässigung ausreichender Sicherheitsvorkehrungen um die Bevölkerung vor solchen Naturkatastrophen wenigstens einigermaßen zu schützen. Ein Beweis für einen ungewöhlichen Klimawandel ist Sandy auf keinen Fall.</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/?flattrss_redirect&amp;id=721&amp;md5=d213393ba063eec7ffedb33fc2e02723" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Nachrichtenpolizei/~4/Xfw7_9V51xU" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Hurrikan “Sandy”: Der mediale Supersturm</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Oct 2012 14:55:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Liest man die Schlagzeilen der vergangenen Tage könnte man meinen, Roland Emmerichs Katastrophenstreifen "The Day After Tomorrow" wird Wirklichkeit. Ein "Monstersturm" (Berliner Morgenpost) rase auf die Ostküste der USA zu, "50 Millionen Amerikaner bedroht", titelt die Süddeutsche. Über Tage hinweg beherrschen immer neuen Katastrophenszenarien die Schlagzeilen. Von meterhohen Tsunamiwellen ist die Rede, von einem drohenden Supersturm über Land. Spiegel Online schrieb sogar vom "Hurrikan höchster Kategorie". Dabei ist "Sandy", so der Name des angeblichen Ungetüms, gerade mal Tropensturm-Größe entwachsen und mit Kategorie 1 auf der untersten Stufe der Hurrikan-Skala.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Liest man die Schlagzeilen der vergangenen Tage könnte man meinen, Roland Emmerichs Katastrophenstreifen &#8220;The Day After Tomorrow&#8221; wird Wirklichkeit. Ein &#8220;<a title="Berliner Morgenpost" href="http://www.morgenpost.de/vermischtes/article110341935/Sturm-Sandy-bringt-HMS-Bounty-in-Seenot.html" target="_blank">Monstersturm</a>&#8221; (Berliner Morgenpost) rase auf die Ostküste der USA zu, <a title="Süddeutsche.de" href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/hurrikan-an-der-us-ostkueste-sandy-bedroht-millionen-amerikaner-1.1508773" target="_blank">&#8220;50 Millionen Amerikaner bedroht&#8221;</a>, titelt die Süddeutsche. Über Tage hinweg beherrschen immer neuen Katastrophenszenarien die Schlagzeilen. Von meterhohen Tsunamiwellen ist die Rede, von einem drohenden Supersturm über Land. Spiegel Online schrieb sogar vom &#8220;Hurrikan höchster Kategorie&#8221;. Dabei ist &#8220;Sandy&#8221;, so der Name des angeblichen Ungetüms, gerade mal Tropensturm-Größe entwachsen und mit Kategorie 1 auf der untersten Stufe der <a title="Hurrikan Skala" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Saffir%E2%80%93Simpson_Hurricane_Scale" target="_blank">Hurrikan-Skala</a>.</p>
<p>Sicher, Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h sind eine ziemlich steife Brise, aber nichts was einen orkanerprobten Ostfriesen aus den Gummistiefeln haut &#8211; und vor allem nichts, was noch nie dagewesen ist. Es wird sicherlich Überschwemmungen und Schäden geben, aber den herbei geschriebenen Untergang der amerikanischen Ostküste werden wir glücklicherweise wohl kaum erleben.</p>
<p>Das <a title="NOAA" href="http://www.nhc.noaa.gov/" target="_blank">National Hurricane Center</a> beschreibt Sandy am Montag noch mit Spitzengeschwindigkeiten von rund 136 km/h und damit Hurrikanstufe 1. Was Spiegel Online dennoch veranlasste, <a title="Spiegel Online: Hunderttausende auf der Flucht - &quot;Sandy&quot; gewinnt an Stärke" href="http://www.spiegel.de/panorama/hurrikan-sandy-nimmt-kurs-auf-die-usa-a-864000.html" target="_blank">vom Sturm der höchsten Kategorie zu sprechen</a>? Es ist wohl der Phantasie der Autoren entsprungen. Später korrigierte sich das Nachrichtenmagazin und schrieb korrekt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Sandy&#8221; wurde bisher von den Meteorologen als Hurrikan der Kategorie 1 eingestuft, das bedeutet Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h.</p></blockquote>
<p>Aber das wäre ja keine Sensationsmeldung mehr wert. Um von der ursprünglichen Behauptung nicht ganz abzurücken heisst es weiter</p>
<blockquote><p>Jedoch fürchten die Experten, dass in seinem Zentrum Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 Kilometern pro Stunde erreicht werden könnten.</p></blockquote>
<p>Doch welche Experten sind das?</p>
<p>Auf der Webseite des National Hurricane Centers sagen die Meteorologen bei Landgang des Hurrikans nur noch <a title="Hurricane Force Wind Speed Probabilities - 120 Hours " href="http://www.nhc.noaa.gov/refresh/graphics_at3+shtml/092341.shtml?hwind120#contents" target="_blank">zu rund 30-35% eine Wahrscheinlichkeit</a> des Erreichens der vollen Hurrikanstärke in Bodennähe voraus. Eher würde das Land mit <a title="50 Knot Wind Speed Probabilities - 120 Hours " href="http://www.nhc.noaa.gov/refresh/graphics_at3+shtml/092341.shtml?50wind120#contents" target="_blank">Geschwindigkeiten um die 93 km/h getroffen</a>, im Landesinneren dann mit stark abnehmende Tendenz.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.nhc.noaa.gov/satellite.shtml"><img class="aligncenter size-medium wp-image-719" title="ECSTIR" src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/uploads/2012/10/ECSTIR-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></p>
<p>Mal ein Vergleich: Orkan Kyrill, der im Januar 2007 über Europa hinwegfegte, erreichte über Land teilweise Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h. Hurrikan Kathrina, der im Jahre 2005 New Orleans verwüstete kam sogar auf bis zu 280 km/h. Kein Vergleich also zu Sandy, die sicherlich ziemlich stürmisch und ungemütlich werden wird, aber noch längst nicht das Label &#8220;Super-&#8221; oder &#8220;Monstersturm&#8221; verdient. Auch auf den Satellitenbildern wirkt Sandy längst nicht so bedrohlich, wie es Kathrina einst tat.</p>
<p>Offenbar brauchen wir aber diese Superlative, um die recht austauschbaren Newsangebote gerade im Internet überhaupt noch wahr zu nehmen. Man überschlägt sich mit immer neuen Gigantismen, die Fakten bleiben dabei auf der Strecke. Da wird mehr medialer Wind produziert, als es Sandy je könnte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://www.nachrichtenpolizei.de/?flattrss_redirect&amp;id=707&amp;md5=2cfd4db4c1bb4e8eee08e99e5b625d04" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachrichtenpolizei.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Nachrichtenpolizei/~4/wo-4O0IS6Y8" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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