<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-stylesheet type="text/xsl" media="screen" href="/~d/styles/rss2full.xsl"?><?xml-stylesheet type="text/css" media="screen" href="http://feeds.feedburner.com/~d/styles/itemcontent.css"?><rss xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/" xmlns:feedburner="http://rssnamespace.org/feedburner/ext/1.0" version="2.0">

<channel>
	<title>Punkt Magazin</title>
	
	<link>http://www.punktmagazin.ch</link>
	<description>Wirtschaft ist mehr</description>
	<lastBuildDate>Thu, 23 May 2013 05:21:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="self" type="application/rss+xml" href="http://feeds.feedburner.com/PUNKTmagazin" /><feedburner:info uri="punktmagazin" /><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com/" /><feedburner:browserFriendly></feedburner:browserFriendly><item>
		<title>Bezahlen mit Karl Marx</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/bezahlen-mit-karl-marx/</link>
		<comments>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/bezahlen-mit-karl-marx/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 May 2013 05:21:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rino Borini</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaftliches]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Marx]]></category>
		<category><![CDATA[Kreditkarte]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrwert]]></category>
		<category><![CDATA[Profit]]></category>
		<category><![CDATA[Sparkasse Chemnitz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.punktmagazin.ch/?p=15116</guid>
		<description><![CDATA[Das Portrait des kommunistischen Vordenkers wird zu vielen Zwecken eingesetzt. Jetzt kann man ihn sogar durch einen Schlitz ziehen - als Aufdruck einer Kreditkarte.
 <a href="http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/bezahlen-mit-karl-marx/" title="Bezahlen mit Karl Marx">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Das Portrait des kommunistischen Vordenkers wird zu vielen Zwecken  eingesetzt. Jetzt kann man ihn sogar durch einen Schlitz ziehen &#8211; als  Aufdruck einer Kreditkarte.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/04/No43_015_b.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-15224" title="No43_015_b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/04/No43_015_b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></a></p>
<p>Karl Marx war einer der einflussreichsten und zugleich umstrittensten Ökonomen des 19. Jahrhunderts. Nur wenige Denker haben die Welt so tiefgreifend verändert und zugleich derart polarisiert wie der 1818 in Trier geborene Deutsche. Der streitbare Philosoph formulierte unter anderem die Mehrwerttheorie, die besagt, dass ein Mensch mehr Wert schaffen kann, als zu seiner eigenen Erhaltung notwendig ist. Diese Differenz macht sich der Kapitalist zunutze, indem er die Arbeiter mehr produzieren lässt, als sie ihn kosten. So entsteht Profit. Aus Marx Profit schlagen wollen nun auch andere: Das Symbol des Sozialismus dient in jüngster Vergangenheit als Kulisse für (kapitalistische) Marketingstrategien. So sind in den Souvenirshops in Chemnitz (zu DDR-Zeiten: Karl-Marx-Stadt) Artikel mit dem Motiv des berühmten Karl-Marx&#8211;Monuments der Renner. Sein Abbild findet sich weltweit, sei es auf Lacktellern in Laos, Stickbildern in China oder auf Briefmarken. Der schwedische Möbelriese Ikea erhielt im Jahre 2009 von der Stadt Chemnitz sogar die Bewilligung, mit dem Bildnis des Philosophen zu werben. Seit einigen Monaten kann man sogar mit Karl Marx bezahlen: Die Sparkasse Chemnitz hat den Vordenker des Kommunismus auf einer Kreditkarte verewigt. Der PR-Coup scheint gelungen, die Resonanz sei riesig, liess das Kreditinstitut jüngst verlauten. Die Anhänger von Karl Marx dürften dieser Idee vermutlich mit gemischten Gefühlen begegnen. Doch eigentlich kann es nicht überraschen, dass ausgerechnet Marx auf einer Kreditkarte auftaucht. Schliesslich hat er sich sein Leben lang mit Geld und dessen Funktion in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung beschäftigt. In diesem Sinne: Wem das Kapital ausgeht, der greife zur Marxcard.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/bezahlen-mit-karl-marx/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vorsicht ist die Mutter der Inflationskiste</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/investierbares/vorsicht-ist-die-mutter-der-inflationskiste-erwin-heri/</link>
		<comments>http://www.punktmagazin.ch/investierbares/vorsicht-ist-die-mutter-der-inflationskiste-erwin-heri/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 May 2013 07:09:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Erwin Heri</dc:creator>
				<category><![CDATA[Investierbares]]></category>
		<category><![CDATA[10x10]]></category>
		<category><![CDATA[Erwin Heri]]></category>
		<category><![CDATA[ETF]]></category>
		<category><![CDATA[Indexfonds]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.punktmagazin.ch/?p=15457</guid>
		<description><![CDATA[10x10-Kolumne von Prof. Erwin Heri, Professor Finanztheorie an der Universität Basel. <a href="http://www.punktmagazin.ch/investierbares/vorsicht-ist-die-mutter-der-inflationskiste-erwin-heri/" title="Vorsicht ist die Mutter der Inflationskiste">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Heri_01.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-15461" title="Heri_01" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Heri_01.jpg" alt="" width="480" height="340" /></a></p>
<p>All die alten Monetaristen, die noch immer davon ausgehen, es gäbe so etwas wie die Quantitätsgleichung des Geldes, nach der eine übermässige Geldversorgung der realen Wirtschaft über kurz oder lang zu Inflation führen sollte, werden Lügen gestraft. Die jüngsten Erfahrungen haben, zusammen mit dem Globalisierungsargument – seit Jahrzehnten vermochte man Arbeitskräfte zu vorher nie gesehenen Gehaltsstrukturen irgendwo hinter dem Ural zu mobilisieren – die Inflationsrisiken quasi strukturell besiegt. Nun kommt dazu, dass der Goldpreis wieder auf Talfahrt ist – dies wird nicht selten mit dem Fehlen jeglicher Inflationsbefürchtungen gleichgesetzt.</p>
<p>Mit der Finanzkrise, den gestiegenen Unsicherheiten, der gesunkenen Risikoneigung der Marktteilnehmer, den angehobenen Kapitalanforderungen an das Bankensystem et cetera ist offensichtlich geworden, dass das explodierende Geldangebot der Zentralbanken nicht ein Inflationspotenzial geschaffen hat, sondern nur der Befriedigung einer ebenso dramatisch gestiegenen Liquiditätsnachfrage diente. Die Welt ist halt eine andere geworden. &#8211; Ist sie das wirklich? Ich habe überhaupt kein Problem mit der Aussage, dass jede Generation das Recht hat, die gleichen Fehler wie ihre Väter zu machen. Ich schreibe dies vor allem für die Väter. Sollten nämlich unsere Jungen noch einmal den gleichen Fehler machen wie wir in den Inflationsjahren vor 1980, dann sollten zumindest nicht wir wieder die Leidtragenden sein.</p>
<p>Die Inflation hat unterschiedliche Gesichter. Eine der fieseren Formen ist schleichend, drei bis fünf Prozent per annum. Kaum merklich. Politisch kein Thema. Das Problem der schleichenden Inflation ist aber der Zinseszinseffekt. Eine Inflation von 4 Prozent pro Jahr reduziert den Wert eines realen Renteneinkommens oder eines realen Vermögens in 18 Jahren um 50 Prozent. Das ist die «Inflationsversion» der sogenannten 72er-Regel, die sich aus der Zinseszinsfunktion ableiten lässt: 72 geteilt durch die durchschnittliche Inflationsrate ergibt die Anzahl Jahre bis zur (realen) Halbierung eines nominellen Einkommens beziehungsweise eines Geld- oder Vermögensbestandes.</p>
<p>Das ist für die Jungen kein Problem. Wer aber heute 60 ist, marschiert in 18 Jahren stramm auf die 80 zu. Vielleicht hat der gute Rentner jemanden, der ihm seine Rente jeweils an die Inflation anpasst. Wenn aber der heutige Lebensplan vorsieht, einen Teil oder den kompletten Lebensunterhalt vom eigenen Vermögen zu bestreiten, ist es angebracht, früh genug dasselbige vermehrt in Anlagen zu investieren, die von der schleichenden Inflation – von allen anderen Formen von Inflation ganz zu schweigen – weniger angegriffen werden. Hier drängen sich reale Aktiva wie Immobilien und Aktien auf. Andere Anlagen haben es schwerer. Festverzinsliche Papiere verursachen durch eine sich beschleunigende Teuerung doppelt Schmerzen. Einerseits wird die Rückzahlung bei Verfall real weniger Wert sein, und andererseits werden sich über die Laufzeit Kursverluste einstellen, die bei eventueller vorzeitiger Auflösung ärgerlich sind. Und auch Gold hat nach der kürzlich erfolgten Entmystifizierung einen Teil seines möglichen Inflationsabsicherungscharakters verloren.</p>
<p>Geldanlage war und ist eine Langfristthematik. Dabei haben in den letzten 25 Jahren Inflationsüberlegungen eine untergeordnete Rolle gespielt. Es ist anzunehmen, dass dies in den kommenden25 Jahren anders sein wird.</p>
<p>Regelmässige Infos zu ETF gibt es kostenlos im PDF-Magazin 10×10.ch – <a href="http://www.10x10.ch/" target="_blank">hier zu bestellen</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.punktmagazin.ch/investierbares/vorsicht-ist-die-mutter-der-inflationskiste-erwin-heri/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Entrepreneur Stammtisch</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/entrepreneur-stammtisch/</link>
		<comments>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/entrepreneur-stammtisch/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 May 2013 08:01:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rino Borini</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaftliches]]></category>
		<category><![CDATA[Birgitte Olsen]]></category>
		<category><![CDATA[eigentümergeführte Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Entrepreneur]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Pawlicek]]></category>
		<category><![CDATA[Michel Péclard]]></category>
		<category><![CDATA[Plaza Club]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Zellweger]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmertum]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.punktmagazin.ch/?p=15364</guid>
		<description><![CDATA[PUNKTmagazin veranstaltete den ersten «Entrepreneur Stammtisch». Über 100 Gäste fanden sich im Plaza Club in Zürich ein. Experten und Unternehmer diskutierten über die Faszination «Unternehmertum». <a href="http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/entrepreneur-stammtisch/" title="Entrepreneur Stammtisch">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>PUNKTmagazin veranstaltete den ersten «Entrepreneur Stammtisch». Über 100 Gäste fanden sich im Plaza Club in Zürich ein. Experten und Unternehmer diskutierten über die Faszination «Unternehmertum».<br />
</strong></p>
<p style="text-align: left;">Am 7. Mai  trafen sich über 100 Gäste im Zürcher In-Club Plaza. Motto der Abendveranstaltung: «Unternehmertum». Eine dynamische Diskussionsrunde, unter der Leitung des Journalisten Marco Metzler, diskutierte die Frage: Sind eigentümergeführte Unternehmen besser durch die Krise gekommen als Manager von Publikumsgesellschaften. Es diskutierten:  Marcel Pawlicek  (CEO Burckhardt Compression), <a href="http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/michel-peclard-more-pepper-less-paper/" target="_blank">Michel Péclard</a> (erfolgreicher Gastronom), <a href="http://www.punktmagazin.ch/investierbares/bellevue-entrepreneur/" target="_blank">Birgitte Olsen</a> (Lead Portfolio Manager Bellevue Asset Management)  und Thomas Zellweger (Professor Universität St. Gallen).   Der zweite Teil des Abends fand an der Bar statt. Rino Borini,  Chefredaktor PUNKTmagazin, zog mit Dorian Selz, Co-Founder von <a href="http://squirro.com/" target="_blank">Squirro</a>,  in einem lockeren (Bar-)Gespräch ein Fazit. Selz war Co-Gründer der schweizweit bekannten Plattform local.ch.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Bildergalerie: «Entrepreneur Stammtisch»</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_00.jpg"><img class="size-full wp-image-15394 aligncenter" style="border: 1px solid black; margin-top: 1px; margin-bottom: 1px;" title="Stammtisch_00" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_09.jpg" alt="" width="480" height="340" /></a></p>
<p>Als Fazit  kann festgehalten werden, dass die Mehrheit der Unternehmer weder von  Gier geplagt sind noch sich hohe Millionensaläre auszahlen. Sie  verfolgen mit Leidenschaft, Mut und langfristigem Denken ihre  unternehmerischen Zielen. Ob nun eigentümergeführte Firmen besser durch  Krisen kommen als managergeführte Unternehmen, kann nicht abschliessend  beantwortet werden. Fest steht auf alle Fälle: Ein Manager sollte sich  verhalten wie ein Unternehmer und die Mitarbeiter spielen eine zentrale  Rolle. Diese Veranstaltung wurde von <a href="http://www.bellevue.ch/cms/bellevue_asset_management/bbentrepreneur" target="_blank">Bellevue Asset Management </a>unterstützt.</p>
<p style="text-align: left;">PUNKTmagazin führt immer wieder spannende Gespräche mit Entrepreneurs. Finden Sie eine Auswahl hier. <a href="http://www.punktmagazin.ch/tag/entrepreneur/">L&#8217;Entrepreneur.</a></p>
<p style="text-align: left;"><strong><br />
</strong></p>
<p style="text-align: center;">
<p><a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_01.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_02.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_03.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_04.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_05.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_06.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_07.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_08.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_09.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_10.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_11.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_12.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_13.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_14.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_15.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_16.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_17.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_18.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_19.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_20.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_21.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_22.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_23.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_24.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/Stammtisch_25.jpg"></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/entrepreneur-stammtisch/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>L’Entrepreneur: René Beyer</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/entrepreneur-rene-beyer/</link>
		<comments>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/entrepreneur-rene-beyer/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 May 2013 10:46:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rino Borini</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaftliches]]></category>
		<category><![CDATA[Beyer]]></category>
		<category><![CDATA[Entrepreneur]]></category>
		<category><![CDATA[René Beyer]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmertum]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.punktmagazin.ch/?p=15352</guid>
		<description><![CDATA[«L’Entrepreneur» schaut hinter die Kulissen von Unternehmen und stellt die dahinterstehenden Personen vor. Dieses Mal: René Beyer von Beyer Chronometrie. <a href="http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/entrepreneur-rene-beyer/" title="L’Entrepreneur: René Beyer">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>«<a href="http://www.punktmagazin.ch/tag/entrepreneur/">L’Entrepreneur</a>» schaut hinter die Kulissen von Unternehmen und stellt die dahinterstehenden Personen vor. Dieses Mal: René Beyer von Beyer Chronometrie.<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/No43_entrepreneur_b.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-15353" title="No43_entrepreneur_b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/05/No43_entrepreneur_b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></a></strong></p>
<p>René Beyer führt in achter Generation das älteste Fachgeschäft für Uhren und Juwelen in der Schweiz. Das Sortiment von Beyer Chronometrie umfasst 13 hochwertige Uhrenmarken – und eines der weltweit renommiertesten Uhrenmuseen. Das Unternehmen wurde stets vom Vater auf den Sohn vererbt – alles gelernte Uhrmacher, so auch René Beyer. Seine Devise lautet: «Service kommt vor dem Verkauf.»</p>
<p><em> </em> <em> </em> <strong><em>PUNKTmagazin</em></strong><strong>_  Beyer Chronometrie ist 253 Jahre alt. Ist die Marke nicht etwas verstaubt?</strong></p>
<p><em>René Beyer</em>_  Im Gegenteil. Tradition muss modern gelebt werden. Der Kunde soll spüren, dass wir mit der Zeit gehen. Ich bin immer bereit, etwas zu ändern, und Ideen von Mitarbeitern sind ebenso gefragt. Diese müssen jedoch durchdacht und linientreu sein.</p>
<p><strong>Müssen Sie Ihre Mitarbeiter manchmal bremsen?</strong></p>
<p>Es ist umgekehrt, sie müssen mich bremsen. Ich peitsche meine Mitarbeiter regelrecht an, endlich damit aufzuhören, «normal» sein zu wollen. Viele gehen lieber den einfachen Weg, nämlich Bestehendes zu belassen. Es funktioniere ja, heisst es dann. Ich hingegen schlafe ein, wenn alles gleich bleibt. Die Welt geht vorwärts und nicht rückwärts: Man muss immer wach bleiben.</p>
<p><strong>Wie viel Leidenschaft braucht ein Unternehmer? </strong></p>
<p><strong></strong> Sehr viel. Würde sie mir verloren gehen, dann wäre ich fehl am Platz und nicht mehr würdig, dieses Unternehmen zu leiten.</p>
<p><strong>Wie differenzieren Sie sich von anderen Chronometrien?</strong></p>
<p>Mit Service. Eine Patek Philippe ist faktisch eine perfekte Uhr, aber ich kann sie noch perfekter machen, indem ich einen exzellenten Service anbiete. Das müssen wir zelebrieren. Für mich ist aber ebenso wichtig, dass es meinen Mitstreitern gut geht. Dann habe ich nämlich den Anspruch, noch besser zu sein.</p>
<p><strong>Was ist Ihre grösste Herausforderung?</strong></p>
<p>Die steht noch vor mir. Ich muss meine Nachfolge planen. Aber keine Sorge, als Unternehmer hat man immer mehrere Pläne griffbereit. Es ist wie beim Schach. Ein guter Spieler hat im Voraus Alternativen im Kopf.</p>
<p><strong>Es gab in den letzten Jahren einige Krisen. Hatten Sie schlaflose Nächte?</strong></p>
<p>Ich sehe Krisen als Chancen. Und als echter Entrepreneur ist man wie ein Schiffskapitän: Kommt ein Unwetter auf, muss er auf der Brücke stehen und verlässt diese nicht.</p>
<p><strong>Das Verrückteste, das Sie erlebt haben?</strong></p>
<p>Vor einigen Jahren hatten wir innert kurzer Zeit drei Rammbock-Einbrüche. Das war ein Moment, wo mein Plan A, B und C nicht mehr funktionierten. Das war eine Situation, in der sogar ich ratlos war.</p>
<p><strong>Was ärgert Sie?</strong></p>
<p>Wenn Mitarbeiter streng nach Plan arbeiten und sich mit dem erstbesten Resultat zufrieden geben. Das geht mir gegen den Strich. Mein Anspruch ist, sich nicht mit Durchschnittlichkeit zufriedenzugeben.</p>
<p><strong>Ihre Misserfolge?</strong></p>
<p>Da gibt es einige. Wer keine Misserfolge hat, ist kein echter Entrepreneur. Denn nur durch Fehler kann sich ein Mensch weiterentwickeln. Wer bei uns im Haus keine Fehler macht, ist absolut ungeeignet, um hier zu arbeiten.</p>
<p><strong>Sie sind täglich von Luxus umgeben. Verlieren Sie nie den Boden unter den Füssen?</strong></p>
<p>Ich suche immer den Kontakt zur Basis. Beispielsweise gehe ich als Präsident des Fördervereins des Trammuseums Zürich auf die Strasse, um Spenden einzusammeln. Oder ich werfe mich in eine Uniform von anno 1930 und kontrolliere die Billette auf der Museumslinie in einem Tram mit Baujahr 1897.</p>
<p><strong>Wie viele Stunden arbeiten Sie pro Tag? </strong></p>
<p><strong></strong> Im Kopf arbeite ich 24 Stunden, aber aus Sicht meiner Mitarbeiter bin ich zu selten anwesend. Das hat wiederum Vorteile, denn so lösen sich Probleme von selbst. Es gibt immer Menschen, die zu bequem sind, um selber nach einer Lösung zu suchen. Lieber schnell den Chef fragen.</p>
<p><strong>Wer ist Herr Beyer?</strong></p>
<p>Ich bin, der ich bin, und vielleicht morgen jemand anders. Ich bin ein Querdenker, hin und wieder auch ein Kind. Ich kann mich ab kleinen Sachen erfreuen. Und die schönste Freude ist für mich die Vorfreude. <sup> </sup></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/entrepreneur-rene-beyer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ökonomie 3.0</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/oekonomie-3-0-oliver-fiechter/</link>
		<comments>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/oekonomie-3-0-oliver-fiechter/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 07 May 2013 06:34:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rino Borini</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaftliches]]></category>
		<category><![CDATA[Confirmation Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie 3.0]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Fiechter]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsordnung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.punktmagazin.ch/?p=15180</guid>
		<description><![CDATA[Buchautor und Unternehmer Oliver Fiechter im Interview über die Ökonomie 3.0, Nutzenorientierung und Transparenz.
 <a href="http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/oekonomie-3-0-oliver-fiechter/" title="Ökonomie 3.0">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Buchautor und Unternehmer Oliver Fiechter im Interview über die Ökonomie 3.0, Nutzenorientierung und Transparenz.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/04/No43_058_b.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-15242" title="No43_058_b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/04/No43_058_b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></a></p>
<p>Da der menschliche Denkapparat nicht perfekt funktioniert, verfällt er immer wieder in bekannte Muster. Muster, die häufig nicht zielführend sind. Menschen lieben es, die Umwelt so zu interpretieren, dass sie sich ihrem Denkmuster anpasst. Dieser «Vater aller Denkfehler» wird auch «Confirmation Bias» genannt. Legt man ihn ab, präsentiert sich ein nüchternes Bild der Wirtschaft, einige Ökonomen nennen es bereits «The New Normal»: die Einsicht, dass die aktuellen und kommenden Probleme mit den heute bekannten Mitteln nicht gelöst werden können. «Die Wirtschaft sind wir alle», lautet der Titel des Buches von Unternehmer Oliver Fiechter. Er will den starren Wertschöpfungsfokus von heute aufbrechen und soziale wie auch wirtschaftliche Denkprozesse in Gang setzen – und rüttelt damit kräftig an bestehenden Wirtschaftsparadigmen. Fiechters Appell richtet sich an alle, denn die aktuelle Wirtschaftsordnung ist kein Naturereignis, dem wir Menschen hilflos gegenüberstehen, sie wurde von uns gemacht. In der Ökonomie 3.0, wie Fiechter sie nennt, wird es nicht mehr um die Überwindung der Ressourcenknappheit gehen, sondern um die Bewältigung des materiellen Überflusses.</p>
<p><strong>PUNKTmagazin_ Herr Fiechter, wie soll ich Sie bezeichnen: Wirtschaftsphilosoph, Zukunftsforscher, Unternehmer, Buchautor?</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"> </span></p>
<p>Oliver Fiechter_ Das ist eine herausfordernde Frage zu Beginn, die ich mir selber nicht stelle. Eigentlich passen alle Begriffe zu mir.</p>
<p><strong>Inwiefern? </strong></p>
<p>Zum einen bin ich ein reflektierter Zeitgenosse, der leidenschaftlich über Grundsätzliches nachdenkt und Bücher über gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen schreibt. Zum anderen habe ich aber auch den Mut, mich Denkautoritäten zu widersetzen und Konventionen zu hinterfragen, um unter anderem unternehmerisch neue Wege zu gehen. Grundsätzlich ist es schwierig, mich zu «schubladisieren».</p>
<p><strong>Sind Sie ein Querdenker? </strong></p>
<p>Was ist das, ein Querdenker? Wenn das eine Person ist, die bereit ist, überraschende und frische Perspektiven einzunehmen und neue Positionen zu vertreten, dann bin ich wohl einer. Ich hatte schon in der Schule grosse Probleme, mich ein- und unterzuordnen. Ich besass einen natürlichen Reflex zum Ungehorsam, der es mir verunmöglichte, Wissen unkritisch zu übernehmen. Ich habe Erfahrungswissen stets höher bewertet als Schulwissen.</p>
<p><strong>Sollte man die Systemgläubigkeit auflockern? </strong></p>
<p>Ja, man sollte grossen Systemen grundsätzlich nicht vertrauen, sondern sie stets mit der Wahrnehmung der eigenen Realität in Abgleich bringen und sie hinterfragen. So entsteht Selbstbestimmung. Ich stelle fest, dass nur wenige Menschen bereit sind, selber zu denken.</p>
<p><strong>Haben Sie deswegen das Buch «Die Wirtschaft sind wir» geschrieben? </strong></p>
<p>Ich versuche, die unterschiedlichen Reifegrade der Wirtschaft zu klassifizieren, damit wir gegenwärtige Konflikte besser verstehen und einordnen können. Mit meinem Buch will ich darauf aufmerksam machen, dass die Zukunft in unseren Händen liegt. Ich habe keinen Leitfaden geschrieben, sondern beschreibe Thesen zu einer neuen Gesellschaftsordnung, die am Entstehen ist aufgrund der technologischen Entwicklung wie beispielsweise dem Internet und den sozialen Netwerken. Ich möchte Denkprozesse anstossen. Wir sind die Konsumenten, Arbeitnehmer und Investoren, die täglich am Wirtschaftssystem teilnehmen. Wir geben die Zukunft vor.</p>
<p><strong>Sie schreiben, die Ökonomie 3.0 sei längst Alltag. Was ist Ökonomie 3.0 überhaupt? </strong></p>
<p>Die Ökonomie 3.0 beschreibt ein Prinzip der Bedürfnisbefriedigung und eine neue Art des Zusammenarbeitens. Ökonomie 3.0 ist eine Wirtschaft, die von uns Menschen dezentral gesteuert wird.</p>
<p><strong>Was ist anders im Vergleich zu früher?</strong></p>
<p>Vereinfacht gesagt, kann die Ökonomie 1.0 als die Agrarwirtschaft bezeichnet werden. Die Ökonomie 2.0 ist die Industriegesellschaft und Ökonomie 3.0 ist die Dienstleistungsgesellschaft. Wobei jede Ökonomiestufe Anteile von den anderen beinhaltet. Der signifikante Unterschied ist folgender: In der Ökonomie 2.0 ging es darum, die Knappheit zu beseitigen. In der Ökonomie 3.0 ist das Ziel, den Überfluss zu bewältigen. Da stecken grundlegend verschiedene Logiken dahinter, und die bringen ganz andere Systemimperative mit sich.</p>
<p><strong>Anders formuliert: Bei 1.0 ging es um Kosten, bei 2.0 um Gewinne. Und bei 3.0 nun um den Nutzen? </strong></p>
<p>In der Ökonomie 3.0 stehen die Bedürfnisse aller Anspruchsgruppen im Vordergrund. Und wir alle verlangen, involviert zu werden und aktiv mitgestalten zu können, anstatt nur passiv zu konsumieren. Die Ökonomie 3.0 bildet ein neues Gedanken- und Wertesystem, in dem wir mehr Freiheiten besitzen – aber auch mehr soziale Verantwortung tragen. Letzten Endes geht es um unsere persönliche Identität.</p>
<p><strong>Wie spürt man die Ökonomie 3.0? </strong></p>
<p>Der Wandel von 2.0 zu 3.0, also von Quantität zu Qualität, passiert nicht schlagartig. Die Ökonomie 3.0 ist als Werteinnovation zu verstehen. Aber man spürt schon grundlegende Veränderungen, allein schon durch die globalen Informations- und Kommunikationstechnologien. Wir sind aufgeklärter als früher und können aufgrund technologischer Möglichkeiten mehr Einfluss nehmen.</p>
<p><strong>Die von ihnen geforderte Nutzenorientierung stellt Unternehmen vor Herausforderungen. </strong></p>
<p>All diese Veränderungen werden definitiv einen Einfluss haben auf Unternehmen, deren Kulturen und ihre Prozesse. Diese verändern sich fundamental. Das Schlimme dabei ist, dass vielen Unternehmen der Transformationswille fehlt, diese Herausforderungen anzugehen.</p>
<p><strong>Warum fehlt der Transformationswille? </strong></p>
<p>Wenn in der Ökonomie 2.0. eine Firma gegründet wurde, verfolgte sie das Ziel, die Knappheit zu beseitigen. Das Unternehmen orientierte sich am Effizienzparadigma, im Fokus stand die Transaktion. Nun ändert sich das und es fällt ihnen nun schwer, sämtliche Stakeholder einzubinden und auf den Interaktionsmodus umzustellen.</p>
<p><strong>Sie sprechen von Beseitigung des Überflusses. Das Ende des Wachstums? </strong></p>
<p>Das würde ich so nicht sagen. Vielmehr geht es heute um qualitatives Wachstum. Der rein transaktionsorientierte Massenkonsum wird abnehmen. Wir werden vermehrt Sinnangebote kaufen, also Produkte, die 1:1 unserer Identität entsprechen. Die zentrale Fragestellung lautet also: Was soll wachsen und warum?</p>
<p><strong>Warum ist diese Frage zentral? </strong></p>
<p>Man muss sich einfach mal vor Augen führen, wie degeneriert das System eigentlich ist. Da produziert die Automobilbranche Tausende von Autos, eigentlich für die Halde. Das Verschrotten ist teurer, als das Auto nach Afrika zu verschenken. Trotzdem werden sie verschrottet. Oder wenn Sie heute an eine Tankstelle gehen, dann sehen Sie neben der Kasse einen blinkenden Verkaufsständer mit Werbung für eine Zigarettenmarke. Rings um diesen Ständer leuchtet es wie auf einem Flipperkasten. Und auf einem riesigen Werbekleber steht dann noch, dass Rauchen tödlich ist. Diese einfachen Beispiele zeigen, wie ambivalent das Wachstum um jeden Preis ist.</p>
<p><strong>Warum ist in der neuen Logik der Kunde die neue Macht? </strong></p>
<p>Der Konsument spielte eigentlich schon immer die zentrale Rolle, er hat es in der Vergangenheit einfach oft vergessen. Früher liess er sich verführen, heute muss er aus 30 fast identischen Produkten auswählen. Und der Konsument von heute spürt viel stärker, dass er eine Verantwortung hat. Am Ende muss er verstehen, dass er mit jedem Kauf auch eine politische Aussage macht.</p>
<p><strong>Das setzt Wissen voraus. </strong></p>
<p>Bildung ist entscheidend und das Humankapital das wichtigste Kapital in der Ökonomie 3.0, in der immer mehr immaterielle Bedürfnisse durch immaterielle Wertschöpfung befriedigt werden. Das Eintrittsbillett in die Ökonomie 3.0 ist das persönliche Verständnis und das Wissen darum, was einem wichtig ist und was nicht.</p>
<p><strong>Führt das dazu, dass sich Menschen untereinander mehr austauschen? </strong></p>
<p>Ja, das ist heute bereits der Fall, vor allem über soziale Netzwerke. Die Wirtschaft wird sich künftig stärker in Gemeinschaften, Communities, organisieren. Die Peers schliessen sich mit Gleichgesinnten zusammen und treffen ihre Kaufentscheide zunehmend unabhängiger, was zu einem Verlust der institutionellen Entscheidungsmacht führt.</p>
<p><strong>Ist die Forderung nach Transparenz eine Folge davon? </strong></p>
<p>Ja. Der Konsument will wert- und identitätsorientierter kaufen und unterstützt damit die Unternehmen, die nutzenorientiert produzieren. Früher haben sich Firmen abgekapselt, das Motto lautete: Der Kunde kommt, bezahlt und geht. Es spielte eigentlich gar keine Rolle, wer der Kunde war und wie es ihm ging. Das Unternehmensziel war einfach, noch effizienter zu produzieren und mehr zu verkaufen.</p>
<p><strong>Wird der Konsument zum Co-Produzenten? </strong></p>
<p>Heute und künftig geht es um eine intensive Zusammenarbeit zwischen Leistungserbringer und Leistungsempfänger: Interaktion statt Transaktion. Die Kunden werden in den Mittelpunkt gesetzt und zum Referenzpunkt aller Managemententscheidungen. Und schliesslich wissen kundenorientierte Unternehmen, dass Vorteile für Kunden zu Vorteilen für die Firma werden.</p>
<p><strong>Aber sagten Unternehmer nicht schon immer, der Kunde stehe im Mittelpunkt? </strong></p>
<p>Das war in vielen Fällen nicht ehrlich gemeint. Man kann nicht die Bedürfnisse der Kunden ins Zentrum stellen und gleichzeitig das bezüglich Margen attraktivste Produkt vertreiben wollen.</p>
<p><strong>Heute werden Firmenlenker und Mitarbeiter in den wenigsten Fällen am Kundennutzen gemessen. Warum nicht? </strong></p>
<p>Das ist genau der Punkt. Unsere Analysesysteme sind einseitig. Wenn die finanzielle Seite einer Firma gesund ist, heisst das noch lange nicht, dass man motivierte Mitarbeiter und begeisterte Kunden hat. Das hat beispielsweise der deutsche Warenhauskonzern Karstadt-Quelle sehr zu spüren bekommen. Um den Konzern zu retten, pumpte die damalige Privatbank Sal. Oppenheim (gehört heute zur Deutschen Bank, die Red.) soviel Geld hinein, dass die Bank selber in Schieflage geriet. Der Insolvenzverwalter sagte dann etwas Entscheidendes: Hätte die Bank damals gewusst, dass Kunden und Mitarbeiter dem Milliardenkonzern seit Jahren den Rücken zugewandt hatten, hätte man jeden einzelnen Euro zur Rettung sparen können.</p>
<p><strong>Man sollte also den Kundennutzen bilanzieren? </strong></p>
<p>Wertschöfpung ist nur dann nachhaltig, wenn sie die Bedürfnisse der Kunden reflektiert. Heute messen wir ja wirklich schon praktisch alles – ausser den Nutzen, den Unternehmen für ihre Anspruchsgruppen stiften. Firmen sollten sich stärker mit der Währung «Nutzen» auseinandersetzen. Tut sie es nicht, trifft die Firma womöglich schlechte Entscheide und schafft falsche Anreize.</p>
<p><strong>Das bedeutet auch, mit den Kunden auf Augenhöhe zu kommunizieren. </strong></p>
<p>Genau, aber nicht nur mit den Kunden, sondern auch mit den Mitarbeitern, Lieferanten und Investoren. Die Unternehmen müssen Möglichkeiten finden, ihre Anspruchsgruppen auf allen Interaktionsebenen partizipieren zu lassen. Das führt zu ganz neuen Prozessverständnissen. Aus Sicht der Ökonomie 3.0 müssten Unternehmen sowohl das Wohl der Mitarbeiter und Kunden als auch das Wohl der Öffentlichkeit in die Erfolgsbilanz integrieren.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"> </span></p>
<p><strong>Migros lässt Kunden auf der Internetseite Migipedia mitreden. Ist das Ökonomie 3.0? </strong></p>
<p>Das ist eine gute Sache. Die Kunden werden auf Migipedia vernetzt, können Ideen anschauen, diskutieren und aus einem strukturierten Prozess entsteht am Ende ein Produkt – von Kunden für Kunden. Wir stehen hier erst ganz am Anfang, das wird in der Zukunft noch stärker passieren. In der Ökonomie 3.0 geht es um diese Vernetzung. Netzwerke werden zunehmend wichtiger.</p>
<p><strong>Können Produkte oder Ideen in solch dezentralen Netzwerken schneller gedeihen?</strong></p>
<p>Da gibt es bereits unzählige Beispiele. Nehmen wir das Drohnenprojekt von Chris Anderson. Der ehemalige «Wired»-Chefredaktor hat sich zum Ziel genommen, die weltweit besten unbemannten Drohnen zu bauen – und zwar mit einem geringen Budget. In einer kleinen Werkstatt in Nordamerika wurde nichts anderes gemacht, als Gleichgesinnte zu suchen. Rings um den Globus sind unterbeschäftigte Profis und interessierte Laien miteinander zusammengekommen und haben die Vision einer neuen Drohne umgesetzt. Das ist ein eindrückliches Beispiel der Do-it-Yourself-Wirtschaft.</p>
<p><strong>Netzwerke und Dezentralisierung führen zu neuen Unternehmensstrukturen? </strong></p>
<p>Das Verhältnis der Firmen zu Kunden, Mitarbeitern und Aktionären wird sich grundlegend ändern. Weniger Hierarchiestufen beeinflussen den Ideenfluss und den Wissensprozess positiv. Dadurch könnten neue finanzielle Mittel wieder in den Systemkreislauf fliessen, wo sie besser investiert werden könnten. So entstehen Netzwerke, in denen sich die Menschen aufgrund ihrer Ideen und Fähigkeiten projektbezogen vereinen können. So wie sich ein Schwarm formiert.</p>
<p><strong>Zum Schluss ist Ihre Vision das Streben nach einem immateriellen, auf sinnstiftenden Idealen ausgerichteten Leben. Warum das? Wir leben doch bereits sehr gut. </strong></p>
<p>Es gibt eine negative Korrelation zwischen Lebensqualität und Lebensstandard. Die westlichen zivilisierten Länder mit ihrem Fokus auf quantitatives Wachstum haben ihren blinden Fleck auf den qualitativen Aspekten. Heute weiss man, dass die Bewohner der Länder mit den grössten Bruttoinlandprodukten weniger Lebensqualität und Glück empfinden, dafür höhere Selbstmordraten, eine grössere Prostitutionsdichte und eine  stark steigende Anzahl an psychisch Erkrankten aufweisen. Wenn wir die Gesellschaft in Balance bringen wollen, dann müssen wir uns stärker nach der Lebensqualität richten, weniger nach dem Lebensstandard.</p>
<p><strong>Oliver Fiechter</strong> wurde 1972 in Buenos Aires (Argentinien) geboren. Er ist ein scharfer Zeitbeobachter, der sich in Theorie und Praxis mit Wirtschaft und Gesellschaft auseinandersetzt. 2012 gründete der Ostschweizer Buchautor und Unternehmer die Ökonomie 3.0 AG. Diese setzt das von ihm ausgearbeitete Denkmodell «Ökonomie 3.0» in die Praxis um. Davor baute er das in St. Gallen domizilierte- &#8211;Institut ISG auf. Fiechter ist es gelungen, eine Methode zu entwickeln, die es erstmals ermöglicht, betriebswirtschaftliche Daten mit qualitativen Informationen, also weichen Faktoren eines Unternehmens, zu verknüpfen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/oekonomie-3-0-oliver-fiechter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Halali</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/halali/</link>
		<comments>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/halali/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 May 2013 12:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam Staub-Bisang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaftliches]]></category>
		<category><![CDATA[1:12 Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Grundeinkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Mindestlohn]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsschulden]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.punktmagazin.ch/?p=15161</guid>
		<description><![CDATA[Wird die Schweiz ein zweites Griechenland wenn wir das Gundeinkommen und den Mindestlohn an der Urne annehmen? <a href="http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/halali/" title="Halali">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Wird die Schweiz ein zweites Griechenland wenn wir das Grundeinkommen und den Mindestlohn an der Urne annehmen?</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/04/KolumneBisang_b.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-12209" title="KolumneBisang_b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/04/KolumneBisang_b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Glaubt man Umfragen, so könnten die verfassungsmässige Verankerung von Mindest- und Maximallöhnen, das gesicherte Grundeinkommen und eine nationale Erbschaftssteuer schon bald Realität sein. Das bedeutet eine Abkehr von liberalen Werten mit Entfaltungsmöglichkeiten für jeden hin zu rigoroser Umverteilung, gefolgt von einem Halali, dem Jagdruf auf alle (vermeintlich) Reichen. Ein Blick ins europäische Ausland mit seinen stark verschuldeten Staaten zeigt, dass dies langfristig nicht aufgehen kann.</p>
<p>Auch in der Schweiz würde die Wettbewerbsfähigkeit sinken. Als Folge davon Investitionen, schliesslich Löhne, aber auch Unternehmensgewinne und am Schluss das Steueraufkommen. Hier setzt die Nachhaltigkeitsanalyse an. Im Falle von Staatsanleihen untersucht sie die Nachhaltigkeit ganzer Gemeinwesen mit ihren Volkswirtschaften aufgrund politisch-sozialer sowie ethischer und ökologischer Kriterien. So zum Beispiel die Funktionsweise der Demokratie, die Qualität der Angebote im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen, aber auch die Verbreitung von Korruption oder den Ressourcenverbrauch. Diese Analysen zeigen auf, ob ein Staat so nachhaltig aufgestellt ist, dass er auch in Zukunft seine Schulden bedienen kann.</p>
<p>Nachhaltigkeitskriterien beeinflussen direkt die Bonität von Staatsanleihen, die durch die langfristige Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft gesichert sind. Nur ein Staat mit wirtschaftlich aktiven Unternehmern und Arbeitnehmern generiert das für die Schuldenbewirtschaftung erforderliche Steuersubstrat. Für Investoren ist die Nachhaltigkeitsanalyse relevant, da sie langfristige Trends erkennt – häufig lange Zeit vor den Rating-Agenturen. So hielten Investoren, die sich auf Nachhaltigkeitsanalysen abstützten, bereits Jahre vor dem Kollaps keine griechischen Staatsobligationen mehr. Griechenland wurde schon lange als nicht nachhaltig eingestuft, dies nämlich aufgrund des ineffizienten Staatsapparates, der Korruption, der grassierenden Schattenwirtschaft sowie mangelnder Wettbewerbsfähigkeit und hoher Arbeitslosigkeit.</p>
<p>Es wäre übertrieben, die Schweiz mit Griechenland zu vergleichen, aber gemessen an Nachhaltigkeitskriterien bewegen wir uns potenziell in die falsche Richtung. Ein Ja zu der im Herbst zur Abstimmung gelangenden 1:12-Initiative würde eine willkürliche Lohnobergrenze setzen und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz gefährden. Die besten und ehrgeizigsten Köpfe würden das Land für fettere Weidegründe verlassen, die entsprechenden Bildungsinvestitionen im Nichts verpuffen und Spitzenkräfte aus dem Ausland nicht mehr kommen – genauso wie heute kaum jemand nach Griechenland zieht, um Karriere zu machen. Dagegen sind Länder wie Grossbritannien und die Niederlande, die sich auf ihre liberale Geschichte zurückbesinnen, begehrte Ziele für qualifizierte Führungskräfte und Unternehmern.</p>
<p>Wir können nur hoffen, dass das Schweizer Stimmvolk seine liberalen Grundwerte auch bei kommenden Abstimmungen hochhält. Sie tragen den Gedanken der Nachhaltigkeit in sich.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/halali/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bauern an der Börse</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/investierbares/bauern-an-der-borse/</link>
		<comments>http://www.punktmagazin.ch/investierbares/bauern-an-der-borse/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 May 2013 05:39:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Kalhammer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Investierbares]]></category>
		<category><![CDATA[Bauern]]></category>
		<category><![CDATA[Börse]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.punktmagazin.ch/?p=14884</guid>
		<description><![CDATA[Die Preise für viele Agrargüter sind derzeit hoch. Gute Aussichten für Landwirte, aber auch Anleger können profitieren.
 <a href="http://www.punktmagazin.ch/investierbares/bauern-an-der-borse/" title="Bauern an der Börse">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Die Preise für viele Agrargüter sind derzeit hoch. Gute Aussichten für Landwirte, aber auch Anleger können profitieren.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/02/No42_065_b.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-14885" title="No42_065_b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/02/No42_065_b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></a></strong></p>
<p>«Gegessen wird immer», heisst es. Zutreffender wäre jedoch: «Gegessen wird immer mehr». So lagen die Erzeugerpreise im Ackerbau 2012 in nahezu allen Bereichen über denjenigen des Vorjahres. Der Kartoffelpreis beispielsweise stieg um rund sechzig Prozent, wie aus einem Bericht der Deutschen Landwirtschaftskammern hervorgeht. Grund für die Preissteigerungen ist eine zunehmende Nachfrage nach Nahrungsmitteln, aber ebenso nach Tierfutter und Energiepflanzen für Biogas und -treibstoffe. Mit der wachsenden Bevölkerung, besonders in den Schwellenländern, steigt der Bedarf kontinuierlich weiter. Gute Aussichten für die Bauern. Doch das ganze ist kein Selbstläufer, die Landwirte sind gefordert: Sie müssen sich mit neuer Technik ausrüsten und ihre Anbauflächen erweitern. Doch fruchtbares Land ist rar und teuer. Bauern müssen also investieren – und das tun sie auch. Für die nächsten sechs Monate liegt das geplante Investitionsvolumen der deutschen Landwirtschaft gemäss dem Deutschen Bauernverband bei 6,7 Milliarden Euro. Meist greifen sie dafür auf Kredite zurück, doch es gibt einige wenige Unternehmen, die einen anderen Weg eingeschlagen haben. So hat sich beispielsweise die KTG Agrar AG bereits 2008 aufs Börsenparkett gewagt. Das Unternehmen bewirtschaftet mehr als 38 000 Hektar Ackerland in Deutschland und Litauen, um Marktfrüchte wie Getreide und Mais anzubauen. Zwei Jahre später folgte Tonkens Agrar. Neben der Milchproduktion widmet sich das Unternehmen dem Anbau, der Lagerung und der Vermarktung von Getreide, Kartoffeln, Mais und Zwiebeln. Auch wenn die Titel an der Börse nicht gerade zu den Überfliegern zählen, so erfreuen sie sich bei Anlegern grosser Beliebtheit. Sowohl bei Anleihen als auch bei Kapitalerhöhungen war die Nachfrage dementsprechend hoch. Ebenfalls auf den deutschen Kapitalmarkt wagte sich im vergangenen Jahr die Ekosem Agrar, der drittgrösste Milchproduzent Russlands. Die deutsche Holding eines russischen Grosslandwirts verschaffte sich über zwei Anleihen neues Kapital. Oft investieren die Firmen mit diesen Geldern in neue Geschäftsfelder. Dazu zählt vor allem die Produktion von Biogas, die sich zunehmend zu einer wichtigen Einnahmequelle für Landwirte entwickelt. Im Mai 2012 ging die Tochtergesellschaft KTG Energie an die Börse. Ebenfalls in diesem Bereich tätig sind die Deutsche Biogas, Envitec und Biogas Nord. Für Anleger stehen also zahlreiche -Unternehmen zur Auswahl, um indirekt von den steigenden Rohstoffpreisen zu profitieren. Über die nächsten Jahre dürfte die Zahl weiter zunehmen.<strong></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.punktmagazin.ch/investierbares/bauern-an-der-borse/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Folgen des smarten Verzichts</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/was-sind-die-folgen-des-smarten-verzichts/</link>
		<comments>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/was-sind-die-folgen-des-smarten-verzichts/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 07:24:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Fehr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaftliches]]></category>
		<category><![CDATA[Airbnb]]></category>
		<category><![CDATA[Gottlieb Duttweiler Institute GDI]]></category>
		<category><![CDATA[Sharing Economy]]></category>
		<category><![CDATA[Teilen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.punktmagazin.ch/?p=15145</guid>
		<description><![CDATA[Teilen ist aus Ressourcensicht effizienter als Besitzen – logisch. Dank den Möglichkeiten des mobilen Internets wird die Sharing Economy nun tatsächlich zum Wirtschaftsfaktor.
 <a href="http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/was-sind-die-folgen-des-smarten-verzichts/" title="Die Folgen des smarten Verzichts">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Teilen ist aus Ressourcensicht effizienter als Besitzen – logisch. </strong><strong> </strong><strong>Dank den Möglichkeiten des mobilen Internets wird die Sharing Economy nun </strong><strong> </strong><strong>tatsächlich zum Wirtschaftsfaktor.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/04/No43_038_b.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-15234" title="No43_038_b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/04/No43_038_b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></a></p>
<p>Albert Schweitzer, Arzt, Theologe, Orgelbauer, Philosoph und Träger des Friedensnobelpreises, war sich sicher: «Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.» Was er nicht bedachte: Dasselbe gilt (und galt schon immer) auch für den Nutzen, den eine Sache einem Menschen bringt. Der Verdienst der Sharing Economy ist, dass sie dieses Wissen wieder präsent machte und erst noch in einen wirtschaftlichen Kontext rückte. «Teilen statt Besitzen» lautet ihr vielsagendes Credo. Oder anders: Man muss nicht zwingend Eigentümer einer Sache sein, um von ihrem Nutzen profitieren zu können – es reicht, über einen gesicherten Zugang zu ihr zu verfügen, der bei Bedarf genutzt werden kann. Mein, dein, unser? Egal!</p>
<p>Das Konzept des Teilens ist nicht neu, sondern seit jeher die Basis des Zusammenlebens von Familien, Freunden, Staats- und sonstigen Gemeinschaften. Für den Amerikaner David Graeber, Ethnologe und Anarchist, ist Teilen der Naturzustand. Er spricht von «Basiskommunismus» – und meint es nicht negativ. Erst in der Nachkriegszeit verlor das Teilen seinen Wert: In der Konsumgesellschaft ab den boomenden 1960er-Jahren wurde Eigentum zum Beweis des Erfolgs. Geteilt wurde in der Familie und im nahen Umfeld. Dass Teilen nun wieder eine grössere Rolle spielt und in wenigen Jahren sogar zu einem eigenen Ökonomiezweig wurde, ist unter anderem einem veränderten Lifestyle und gestiegenem Ressourcenbewusstsein zu verdanken. Möglich wurden die zahlreichen Geschäftsmodelle durch die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre: Smartphones, Apps und das mobile Internet. Zurzeit ist die Sharing Economy noch ein Sammelsurium aus Innovatoren, Digital Natives, Wachstumskritikern und vor allem unzähligen Ideen – mit unklarem Ausgang. Sicher ist aber schon heute: Sharing Economy hat Zukunft.</p>
<p><strong>Eine Idee, fünf Modelle</strong><strong></strong></p>
<p>Eine Zukunft, die der US-Ökonom Jeremy Rifkin schon zur Jahrtausendwende vorhersah: «In der Access Society besteht die effiziente Lösung darin, sich etwas zu leihen. Das hat Folgen.» Ein Jahrzehnt später wird klar, wie diese Folgen aussehen. Nicht nur physische Güter werden geteilt, sondern auch Finanzierungen, Projekte oder Arbeiten – und sämtliche digitalen Güter. Dass der Aufstieg der Sharing Economy zeitlich mit dem Siegeszug der sozialen Netzwerke und der «Share»-Funktion zusammenfällt, ist kein Zufall.<strong></strong></p>
<p><strong> </strong>Was die Sharing Economy für Innovatoren so spannend macht, ist ihre Vielseitigkeit, wie das Beispiel von gemeinsam genutzten Autos zeigt. Es gibt nicht <em>das</em> Car-Sharing, sondern zig Formen: Am bekanntesten sind die Non-Profit-Organisationen (etwa Mobility) und die gewinnorientierten Anbieter (meist mit Beteiligung der Autobauer) mit eigenen Flotten. Man kann sich aber auch ganz einfach mit Nachbarn ein Auto teilen. Auf Relayrides wiederum können Private ihr Fahrzeug im Stundentarif vermieten. Will man dagegen einmalig von A nach B fahren, bietet sich Car-Pooling an: eine Mitfahrgelegenheit gegen kleines Entgelt. Eine Idee, fünf funktionierende Sharing-Economy-Geschäftsmodelle.</p>
<p>Shooting Star der Branche ist Airbnb, ein Marktplatz für die Vermietung privater Unterkünfte. Das 2008 im Silicon Valley gegründete Unternehmen ist in 192 Ländern aktiv und hat durch seine über 300 000 privaten Gastgeber bereits weit mehr als zehn Millionen Übernachtungen vermittelt. Airbnb, dessen Unternehmenswert auf über zwei Milliarden Dollar geschätzt wird, zeigt den Nutzen des geteilten Eigentums für die involvierten Parteien exemplarisch auf: Der Vermieter erhält einen Zustupf zur Miete, während er selbst auf Reisen ist (oder kurzzeitig bei Bekannten unterkommt), der Mieter kann die Stadt abseits des Massentourismus und günstiger als im Hotel erleben, Airbnb erhält eine Vermittlungsgebühr. Es ist nicht einfach, Argumente gegen Airbnb vorzubringen – dasselbe gilt für die ganze Sharing Economy. Für die «Time» ist sie deshalb ein Trend, der die Wirtschaft nachhaltig verändern wird. «Forbes» schätzt den Umsatz des Wirtschaftszweigs im laufenden Jahr auf 3,5 Milliarden Dollar.</p>
<p><strong>Leitwährung Reputation</strong></p>
<p>Eine treibende Figur der Sharing Economy ist die Amerikanerin Rachel Botsman – Autorin von «Mine is yours», dem aktuellen Standardwerk der Bewegung. Sie sieht in der Sharing Economy nicht einfach ein neues Konsummodell, sondern eine neue Welt. Eine Welt mit eigener Währung: Reputation. Sie sei zentral, denn der Verzicht auf Eigentum falle nur leicht, wenn eine Garantie oder zumindest eine sehr grosse Wahrscheinlichkeit bestehe, dass der Kollaborationspartner seinen Teil der Abmachung einhalte. Virtuelles Vertrauen, das Reputationskapital, werde die Welt verändern und herkömmliche Ratinginstrumente wie die Credit History (in der Schweiz der Betreibungsregisterauszug) zumindest teilweise ablösen, ist sie überzeugt. Wie und dass solche Bewertungssysteme funktionieren, zeigt Airbnb, wo sich Mieter und Vermieter mit echtem Namen gegenseitig bewerten. Hat ein Gastgeber 30 überschwängliche Bewertungen und 5 von 5 möglichen Sternen, kann sich Gast Nummer 31 sicher sein, dass auch sein Aufenthalt problemlos ablaufen wird. Dass die Reputation, die man sich auf einer Plattform erarbeitet hat, auch in einer anderen genutzt werden kann, stellen Services wie Trustcloud sicher. Sie fassen die Reputationen auf verschiedenen Seiten zu einem «Reputation Trail» zusammen. Botsman sieht in der Sharing Economy das Potenzial für eine nächste Industrielle Revolution – und die Wiederentdeckung der Menschlichkeit. Denn die vielen Transaktionen zwischen den einzelnen Teilnehmern – sie werden Mikro-Entrepreneure genannt – seien nur möglich, wenn die Verbindungen stark und von Vertrauen geprägt seien.</p>
<p>Teilen ist neu und sexy – und liege deshalb im Trend, so das Fazit der kürzlich veröffentlichten Studie «Sharity – die Zukunft des Teilens» des Gottlieb Duttweiler Institute (GDI). Einleitend werden die verschiedenen Arten des Teilens erläutert: Mothering, auch Sharing-In genannt, steht für bedingungsloses Teilen – im Zentrum stehen die Gemeinschaft und soziale Beziehungen. Pooling, oder Sharing-Out, dagegen meint die bessere Auslastung von Ressourcen, die in der Regel geprägt ist von einer Tit-for-Tat-Mentalität: Teilen als rationaler Austausch von knappen Gütern. Überzeugte Anhänger der Sharing Economy lebten den «Lifestyle of smart simplicity», den Lebensstil des smarten Verzichts: Sie definieren sich nicht darüber, was sie besitzen, sondern darüber, was sie nicht besitzen. Sie tun das nicht primär wegen fehlendem Geld oder um Ressourcen zu sparen, sondern weil sie es «gerne tun» und «innerhalb der Familie ebenso machen» (siehe Grafik rechts). Differenzen zeigen sich bei der Teilbereitschaft der verschiedenen Gruppen: So teilen Deutsche mehr als Schweizer, Berliner mehr als Deutsche, Frauen mehr als Männer, Junge, die Generation Y, (wenig überraschend) mehr als Alte. Letzteres ist die Basis für das positive Schlussfazit der Studie: «Die Share Economy eröffnet neue Perspektiven, jenseits von Markt und Staat, die noch nicht ansatzweise ausgeschöpft sind.»</p>
<p><strong>Der Mikro-Entrepreneur im Zentrum</strong></p>
<p>Hier wird es spannend: Was wären die Folgen, wenn dieses Potenzial eines Tages tatsächlich ausgeschöpft werden sollte? Erreichen wir denselben Output mit weniger Input? Mehr Output mit demselben Input? Oder gar mehr Output mit weniger Input? Die Meinungen diesbezüglich sind widersprüchlich – und angesichts der fehlenden Erfahrungswerte wohl mehr Wunschdenken denn Prognose. Wachstumskritiker sehen in der Sharing Economy die Möglichkeit, der sinnlosen Ressourcenverschwendung Einhalt zu gebieten. Also gleicher Output mit weniger Input. Der deutsche Nachhaltigkeitsexperte – als solcher will er den Ressourcenverbrauch naturgemäss senken – Johannes Reidel sieht im kollaborativen Konsum zwar eine Tendenz in Richtung mehr Nachhaltigkeit, ist sich über die gesamtvolkswirtschaftlichen Folgen aber unsicher. «Einerseits muss man den logistischen Aufwand für den Transport der Güter bedenken, andererseits könnten sich einige Shared-Consumption-Modelle sogar konsumsteigernd auswirken», sagte er im «Spiegel».</p>
<p>Damit spricht er sogenannte Spill-Over-Effekte an: Geld, das dank geteiltem Konsum eingespart wird, wird anderswo ausgegeben – es wird also mehr konsumiert statt weniger. In diese Richtung deuten die Resultate einer von Airbnb in Auftrag gegebenen Studie über die wirtschaftlichen Folgen der privaten Wohnungsvermittlung für San Francisco. Das Resultat: Da private Appartements günstiger sind als Hotels, blieben die Gäste länger in der Stadt und gaben durchschnittlich 1100 Dollar aus – 260 Dollar mehr als Hotelgäste. 14 Prozent gaben sogar an, sie hätten den Städtetrip nicht gemacht, wenn es Airbnb nicht gäbe. Somit ist das passiert, was Thomas Straubhaar, Leiter des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, dem «Stern» sagte: «Jede Optimierung hilft doch, Verschwendung zu stoppen, die Effizienz zu steigern und Überkapazitäten abzubauen. Wer Ressourcen spart, setzt Wachstumskräfte frei. Das ist das Grundverständnis ökonomischer Effizienz.» Wachstumskräfte, die im obigen Beispiel San Franciscos Handel zugute kamen.</p>
<p>In diesem Szenario führt die Sharing Economy nicht zu weniger Ressourcenverbrauch, weniger Wirtschaftsleistung und im Zuge dessen allenfalls zur Vernichtung von Arbeitsplätzen, sondern lediglich zu einer besseren Auslastung der Ressourcen. Immerhin gekoppelt an eine Machtverschiebung: weg von Grossunternehmen hin zum Mikro-Entrepreneur. Welche realen volkswirtschaftlichen Folgen die Sharing Economy auch haben wird: Nur schon diese Verschiebung der Machtverhältnisse – die noch lange nicht abgeschlossen ist – ist ihr bereits sehr hoch anzurechnen. In der Sharing Economy kann eben wirklich jeder – jenseits von Markt und Staat, wie es die GDI-Studie formuliert – mitwirken und sie mitgestalten: als Kunde, Anbieter oder Unternehmer.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/was-sind-die-folgen-des-smarten-verzichts/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Gipfel des guten Lebens</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/der-gipfel-des-guten-lebens/</link>
		<comments>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/der-gipfel-des-guten-lebens/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 07:24:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dmitrij Gawrisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaftliches]]></category>
		<category><![CDATA[Byung-Chul Han]]></category>
		<category><![CDATA[Generation]]></category>
		<category><![CDATA[Keynes]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Wachstum]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.punktmagazin.ch/?p=15120</guid>
		<description><![CDATA[Veraltete Werte haben zur Krise geführt, die hochentwickelte Länder seit Jahren quält. Nur neue Werte könnten die Wirtschaft wieder ins Lot bringen. Die vielbeschworene Transparenz gehört jedoch nicht uneingeschränkt dazu.
 <a href="http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/der-gipfel-des-guten-lebens/" title="Der Gipfel des guten Lebens">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Veraltete Werte haben zur Krise geführt, die hochentwickelte Länder  seit Jahren quält. Nur neue Werte könnten die Wirtschaft wieder ins Lot  bringen. Die vielbeschworene Transparenz gehört jedoch nicht  uneingeschränkt dazu.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/04/No43_018_b.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-15226" title="No43_018_b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/04/No43_018_b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></a></p>
<p>Bunte Luftballons und Transparente flattern im Wind. Der Ort ist Berlin, gleich an der S-Bahn-Station Treptower Park. Die Zeit ist ein grauer Montagmorgen Mitte März. In der Nacht hatte es kräftig geschneit, die Strassen, Dächer und Äste der Kastanien sind von einer weissen Glasur überzogen. Die Ballons und Transparente preisen die Eröffnung einer neuen Filiale des Backwerks an. Noch zwei Tage zuvor hatte in demselben Lokal ein vietnamesisches Ehepaar Blumen für Begräbnisse verkauft.</p>
<p>Das Backwerk ist eine Selbstbedienungsbäckerei. Das Geschäftskonzept ist so schlicht wie effizient: Wie im Supermarkt nehmen Kunden Brötchen, Sandwiches und Kuchenstücke eigenhändig aus den Regalen, füllen Pappbecher selbst mit Kaffee oder heissem Wasser und bezahlen an der Kasse beim Ausgang. Angelockt vom günstigen Eröffnungsangebot packe auch ich mir ein Gipfeli – in Berlin wie in Paris: Croissant – und ein Weissbrötchen – nur in Berlin: Schrippe – in die Papiertüte und stelle mich an.</p>
<p>«Croissant und Schrippe», sage ich, als ich an der Reihe bin, und zücke mein Portemonnaie.</p>
<p>Doch der Verkäufer hinter der Kasse macht keine Anstalten, die Waren einzutippen. Er hebt den Kopf und mustert mich. «Darf ich mal einen Blick in die Tüte werfen?»</p>
<p>«Croissant und Schrippe», wiederhole ich, gekränkt, dass er mich für einen Lügner oder Dieb hält, nur weil ich mit Schweizer Akzent spreche. «Vertrauen Sie mir doch einfach.»</p>
<p>«Zum letzten Mal habe ich vor 24 Jahren jemandem vertraut», entgegnet der Mann trocken und besteht weiter darauf, dass ich ihm mein Croissant und die Schrippe zeige, bevor er sie mir verkauft. Mit anderen Worten: Er beharrt auf Transparenz.</p>
<p>Mit seiner Forderung liegt er voll im Trend. Die Transparenz ist als Schlagwort und Wert – Schlagwert? – in aller Munde. Publizitätsvorschriften verlangen, dass Banken sämtliche Risiken von Wertpapieren offenlegen. Lebensmittelproduzenten sind gefordert, die Herkunft ihrer Birnen und Inhaltsstoffe ihres Erdbeerjoghurts genau zu belegen und anzugeben, wie viele Kalorien und Prozente des täglichen Bedarfs das Produkt auf die Waage bringt. Selbst Dichter und Schriftsteller, die Jahrhunderte lang die Freiheit genossen, Texte ihrer Vorgänger im Sinne der eigenen Kunst beliebig zu zitieren (und damit Generationen von Literaturwissenschaftlern ein Auskommen bereiteten, die in ihren Master- und Doktorarbeiten solchen Verweisen in mühsamer Kleinarbeit nachforschen), müssen sich seit einigen Jahren angewöhnen, ihren Gedichtbänden und Romanen genaue Quellenangaben nachzustellen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Transparenz als der neue Gott </strong></p>
<p>Das Wort Transparenz setzt sich zusammen aus den lateinischen Worten <em>trans</em> (durch) und <em>parere</em>. Parere bedeutet ursprünglich: Auf jemandes Befehl hin erscheinen. In seinem Ursprung haftet dem Begriff also etwas Gewaltsames an. Verfechter der Transparenz sind dennoch überzeugt, dass erst vollkommene Gläsernheit der Welt Vertrauen schafft. Dabei sind Vertrauen und Transparenz logisch betrachtet Erzfeinde wie einst Gott und der Teufel. Während Transparenz auf grenzenloses Wissen setzt, ist Vertrauen erst möglich, wenn wichtige Informationen fehlen.</p>
<p>«Vertrauen heisst, trotz Nichtwissen eine positive Beziehung zu einem Menschen oder einer Sache aufzubauen», sagt der Philosoph Byung-Chul Han. Mit anderen Worten: Wer alles weiss, ist auf Vertrauen und Ehrlichkeit nicht angewiesen. Gibt es daran etwas auszusetzen? Schliesslich leben wir in einer Wissensgesellschaft; wer eine Information vor allen anderen hat, kann im günstigen Fall damit Geld verdienen. Dagegen hat das Vertrauen, also das Nichtwissen, den Menschen bisher nur Verluste an der Börse, Pferdefleisch in der Lasagne oder Dioxin im panierten Hähnchen gebracht.</p>
<p>Das Vertrauen ist gescheitert – Transparenz, bitte rette uns! In der Art, wie sie vor allem in der Wirtschaft heute beschworen wird, gleicht die Transparenz einer neuen Religion. Das blinde Vertrauen, das ihr entgegengebracht wird, hält der Philosoph Han für gefährlich. «Nur das Tote ist transparent», schreibt Han in seinem Bestseller «Transparenzgesellschaft». Grund dafür ist, dass durchsichtige Menschen und Dinge ihr lebendiges Geheimnis verloren haben, sie sind zu Glas erstarrt. Dem misstrauischen Verkäufer im Backwerk etwa ist es nicht ersichtlich, was ich wirklich in meine Tüte gelegt habe. Zwischen uns entsteht ein Gespräch: Während er das Geheimnis gelüftet haben will, appelliere ich an sein Vertrauen, er droht mit der Polizei, ich will wissen, welches Ereignis vor 24 Jahren derart markerschütternd gewesen war, dass es ihm sein ganzes Vertrauen gestohlen hat, er erzählt mir von den falschen Versprechen der Wiedervereinigung, seiner jahrelangen Arbeitslosigkeit, ich zeige ihm das Innere der Tüte und bezahle, er dankt mir, ich danke ihm auch, ich gehe wieder raus in den Schnee und fühle mich glücklich, weil ich um eine zwischenmenschliche Erfahrung reicher bin.</p>
<p>Hätte an der Migros- oder Coop-Kasse ein ähnliches Gespräch mit weltgeschichtlicher Dimension wegen eines Gipfeli und eines Weggli entstehen können? Vermutlich nicht, schliesslich verwenden die beiden Schweizer Grossverteiler in ihren Backwarenabteilungen Klarsichttüten. Das (auf)klärende Gespräch hatte jedoch auch einen Preis: Ich verpasste meine S-Bahn und musste auf die nächste warten. Die Abfertigung an der Migros-Kasse ohne Gespräch wäre schneller gewesen. Und auch die verärgerten Kunden hinter mir in der Schlange hätten nicht schnaubend darauf warten müssen, bis der Verkäufer und ich unseren kleinen Streit beigelegt hatten. Aber ist Schnelligkeit ein Wert, der unbedingt zählt? Die nächste S-Bahn kommt fünf Minuten später.</p>
<p><strong>«Don’t Like» gibts nicht</strong></p>
<p>Transparenz raubt nicht nur Geheimnisse, argumentiert Han, sie glättet auch Widerstände und beschleunigt Abläufe, indem sie ihnen jegliche Reibung nimmt. Auf diese Weise verdichtet sie den Alltag, damit mehr Tätigkeiten darin Platz finden. Diesen Mechanismus demonstriert Facebook. In den ersten Jahren seines Bestehens – online ging das soziale Netzwerk am 4. Februar 2004 – konnten sich die Nutzer nur durch Statusmeldungen und Kommentare öffentlich zu Wort melden. Aber Kommentare schreiben kostet Zeit. Und man muss auf einigermassen korrekte Grammatik achten. Also wurde am 21. April 2010 der «Like»-Button eingeführt. Seitdem lassen sich Statusmeldungen mit einem Mausklick beantworten. Das spart Zeit – sagt dafür aber überhaupt nichts mehr darüber aus, was, etwa an einem veränderten Beziehungsstatus, genau gefällt: dass eine Freundin nun verlobt ist oder dass nur ihr eine solche Dummheit einfallen konnte? Transparenz raubt Menschen, Dingen und Situationen ihren individuellen Charakter, sie beseitigt Unterschiede, macht alles zum Einheitsbrei. Einen «Don’t Like»-Button würde die Informationsaufnahme wieder verlangsamen, weil Kritik Klärungsbedarf schafft. Doch einen solchen Button wird es bei Facebook nach Aussage von Mark Zuckerberg in absehbarer Zeit nicht geben.</p>
<p>Durch Kundenkarten und Onlineprofile wissen Firmen besser denn je, welche Kunden welche Produkte kaufen und sie wann und wie konsumieren. Dennoch hat die Transparenz auch für Unternehmen ihren Preis: Auch sie müssen ihre Geheimnisse lüften. Die Forderung, Gehälter der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats offenzulegen, um Lohnexzesse zu verhindern, hatte die gegenteilige Wirkung: Statt zu sinken, schossen die Gehälter durch die Decke – die erfolgreiche Abzockerinitiative war die Folge.</p>
<p>Im Extremfall kann die Transparenz sogar fordern, dass nicht nur Schweizer Banken die Daten von all ihren Kunden offenlegen, sondern gleich alle Betriebe sämtliche Geschäftsgeheimnisse lüften – was für eine Wirtschaftsordnung wie die unsere, die ihren Wert aus Wissensvorsprüngen und neuen Ideen schöpft, fatal wäre: Die Marktwirtschaft würde sich in ein kommunistisches Regime verwandeln, in dem alles geteilt würde (so wie auf Facebook) und es kaum noch Anreize für private Innovation gäbe. Ihre verhätschelte Gottheit würde sich also gegen die Marktwirtschaft wenden und sie vernichten. Aber wäre das wirklich so schlimm?</p>
<p><strong>Wachstum ohne Widerrede</strong></p>
<p>Robert und Edward Skidelsky versuchen in ihrem Buch «Wie viel ist genug?» den Leser vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens zu führen. Kritiken der Unersättlichkeit erleben seit den jüngsten Krisen eine Hochkonjunktur. Doch die Skidelskys – Vater Robert ist Wirtschaftsprofessor, Sohn Edward lehrt Philosophie – gehen noch weiter. Sie begnügen sich nicht mit der üblichen, ebenso bekannten wie banalen Kapitalismuskritik, sondern suchen in der Geschichte nach Ideen, wie ein sinnvolles Leben mit dem Kapitalismus funktionieren könnte – und das ganz ohne Wohlstandseinbussen.</p>
<p>Die Skidelskys beginnen mit einer grundlegenden Frage, die in Zeiten hektisch geschnürter Rettungspakete für verschuldete Staaten allerdings selten gestellt und nie gehört wird: Wozu ist endloses Wirtschaftswachstum überhaupt gut? Sie geben die ebenso simple wie intuitiv einleuchtende Antwort: dass es ganz und gar unsinnig sei, solange das Wachstum keinem höheren Zweck diene. Ein Wachstum ohne Zweck gleiche einem Wettrennen ohne Sieger und ohne Ziellinie, das dazu verdammt ist, bis in alle Ewigkeit anzudauern und zu erschöpfen. Kann das Treten im sprichwörtlichen Hamsterrad wirklich ein sinnvolles Leben sein?</p>
<p>Als höherer Zweck des Wachstums wird immer die Verbesserung der materiellen Lebensbedingungen genannt. Doch hier, in der hochentwickelten Schweiz wie in der ganzen westlichen Welt, lassen sie die Lebensbedingungen nicht mehr so einfach verbessern. Um das Jahr 1900 herum besass ein Erwachsener 20 bis 30 Gegenstände, Hemden, Hosen, Unterhosen, Socken, Schuhe, Bett, Tisch und Stuhl. Heute hat der typische 18-Jährige rund 500 Gegenstände in seinem Zimmer stehen, haben die Werber von Jung von Matt herausgefunden. Bezogene immaterielle Dienstleistungen sind in dieser Rechnung noch nicht enthalten. Seit dem Jahr 1930 hat sich das reale Pro-Kopf-Einkommen in Europa trotz Krieg und Bevölkerungswachstum vervierfacht. Kurzum: Die meisten Menschen in der westlichen Welt besitzen eigentlich genug. Mehr als genug.</p>
<p>Es wird argumentiert, dass das Wirtschaftswachstum weiter angeregt werden müsse, um auch die Niedrigverdiener bei uns in den Genuss des Wohlstands zu versetzen. Statistiken weisen jedoch in die umgekehrte Richtung: Die Ungleichheit in der Verteilung von Einkommen und Vermögen nimmt seit 1970 wieder zu. Verdiente ein amerikanischer Spitzenmanager damals rund das 30-fache eines durchschnittlichen Arbeitnehmers, verdient er heute das 263-fache. Im selben Zeitraum sind die Einkommen des reichsten Fünftels der Bevölkerung neun Mal so schnell gewachsen wie die Einkommen des ärmsten Fünftels. Vom anhaltenden Wachstum profitieren also vor allem die Vermögenden – und die Vermögensschere geht immer weiter auseinander.</p>
<p>Ähnlich wie Transparenz ist auch Wachstum zum Selbstzweck geworden, zu einem Wert an sich, der besonders dort, wo er stattfindet, nämlich in der Wirtschaft, fast nie hinterfragt wird. Es diene nicht mehr dem Menschen, argumentieren die Skidelskys, sondern die Menschen dienen dem Wachstum, wie Sklaven, die sich für ihren Herrn abschuften, ohne jemals auch nur ein Dankeswort zu hören. Hörig würden diese Sklaven des Wachstums sogar geistige und kulturelle Verdummung in Kauf nehmen, nur um ihren Zweck zu erfüllen: Politiker, die in Schulen geisteswissenschaftliche Fächer wie Sprache, Literatur oder Geschichte durch vermeintlich produktivere Naturwissenschaften ersetzen wollen, verlangen genau das.</p>
<p><strong>Der Irrtum von Keynes</strong></p>
<p>Dabei hätte ursprünglich alles anders kommen sollen. 1930 veröffentlichte der US-Ökonom John Maynard Keynes einen Aufsatz mit dem Neugier weckenden Titel «Wirtschaftliche Möglichkeiten für unsere Enkelkinder». Darin entwirft er eine Welt, die dank dem technischen Fortschritt und damit erzielten Produktivitätsgewinnen einen Wohlstand erreicht hat, der es Menschen erlaubt, höchstens 15 Stunden in der Woche zu arbeiten und die übrige Zeit damit zuzubringen, ihren Interessen und Hobbys nachzugehen, ohne sich vor wirtschaftlichen Einbussen zu sorgen. Gemäss Keynes sollte diese schöne neue Welt 2030 Wirklichkeit werden. Derzeit deutet allerdings nichts darauf hin, dass sich seine Prophezeiung erfüllen wird. Wo hat sich Keynes geirrt?</p>
<p>Zum einen ahnte er nicht, dass sich die Arbeitsplätze und die Wertschöpfung von der Landwirtschaft und Industrie in den Dienstleistungssektor verlagern würden, wo die Arbeit, anders als in der Produktion, nicht automatisiert werden kann. Zu seiner Zeit arbeiteten 80 Prozent der Menschen in der Industrie und Landwirtschaft und nur 20 Prozent erbrachten Dienstleistungen. Heute verhält es sich genau umgekehrt. Zweitens unterschätzte Keynes sowohl die Freude, die anspruchsvolle, kreative und selbstbestimmte Arbeit machen kann, als auch die Angst vor Langeweile und Vereinsamung ohne Arbeit. Das erklärt auch, weshalb Führungskräfte und andere Spitzenverdiener heute mehr arbeiten als ihre Angestellten – früher verhielt es sich auch damit umgekehrt.</p>
<p>Eine grosse Rolle dürfte drittens der Wettbewerbsdruck auf den Märkten spielen. Um Kosten zu sparen, ziehen es Firmen vor, vorhandene Arbeitskräfte stärker zu belasten statt neue Mitarbeiter zu suchen, um die Arbeit auf mehr Wenigerarbeitende zu verteilen. Dies belegen die unzähligen Überstunden, die die meisten von uns anhäufen, während etwa in Spanien jeder Fünfte (darunter viele Akademiker) keine Stelle hat. Nicht zuletzt ist Keynes davon ausgegangen, dass die Menschen automatisch weniger arbeiten würden, sobald ihre lebensnotwendigen Bedürfnisse befriedigt seien. Dabei unterschätzte er die Begierde, also das dauerhafte, durch nichts zufriedenzustellende Verlangen nach immer mehr Gütern und Luxus, durch die sich Prestige und Status ausdrücken.</p>
<p><strong>Die nächste grosse Generation</strong></p>
<p>Dennoch: Die Arbeitszeiten sind rückläufig, wenn auch langsamer als Keynes dachte. 1930 arbeiteten die Menschen in den Industrieländern rund 50 Stunden die Woche. Nach Keynes These hätte die Arbeitszeit bis heute um über die Hälfte sinken müssen. In Wirklichkeit sank sie bloss um ein Fünftel, auf etwa 40 Stunden. Aber damit sind die Menschen noch nicht zufrieden: In einer vor wenigen Jahren durchgeführten Umfrage sagten 51 Prozent der Befragten, dass sie weniger arbeiten möchten, nur 12 Prozent wollten mehr arbeiten. Und in ihrem Buch «Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen» schreibt die australische Krankenschwester Bronnie Ware, die jahrelang Sterbende pflegte, dass Patienten kurz vor ihrem Tod vor allem eines bereut hätten: in ihrem Leben zu viel gearbeitet zu haben.</p>
<p>Auch die neusten Trends auf dem Arbeitsmarkt deuten darauf hin, dass sich unsere Einstellung zur Arbeit wandelt. Für die Generation Y, also die nach 1980 Geborenen, ist Spass an der Arbeit oft wichtiger als Prestige, Sinn wichtiger als Gehalt. Die amerikanischen Historiker Neil Howe und William Strauss halten sie für «die nächste grosse Generation», die die Welt verändern wird. Die Generation Y hinterfragt die gängigen Werte – es ist kein Zufall, dass Y im Englischen ausgesprochen wird wie «why». Warum: Warum schadet das Unternehmen der Umwelt? Warum muss ich unbezahlte Überstunden leisten, während Menschen mit ähnlicher Qualifikation ohne Arbeit sind? Warum sollen Karriere und Kinder nicht vereinbar sein? Schon im Bewerbungsgespräch erkundigen sich die Millennials nach Sabbaticals, Eltern-, Teil- und Auszeit. Sie wollen arbeiten, daneben aber genug Zeit haben, um sich auch sozial zu engagieren und ihre Freizeitagenda nicht zu vernachlässigen.</p>
<p>Die Millennials streben «das gute Leben» an, für das sich auch die Skidelskys in ihrem Buch einsetzen. Aber was genau heisst es, gut zu leben? Vater und Sohn reisen weit, um Antworten auf diese Frage zu finden. Sie reisen zurück in der Zeit, um so grosse Philosophen wie Platon, Aristoteles, Kant und Nietzsche zu befragen, die sich allesamt in ihren Texten ausführlich mit dem guten Leben beschäftigt haben, sie besuchen Denker anderer Kulturen wie den Chinesen Konfuzius oder die Verfasser der indischen Dharmasutren, um den Vorwurf des Eurozentrismus zu entkräften.</p>
<p>Sie entdecken Werte, die über individuelle Vorlieben und kulturelle Eigenheiten hinausgehen, die mit anderen Worten universell sind. Sie sind unverzichtbar. Und: Werte, die das gute Leben ausmachen, sind Werte an sich. Sie sind für den Menschen da und dienen keinem noch so hohen Zweck. So können wir zwar auf Nahrung nicht verzichten, und das wird von allen Kulturen der Welt ähnlich gesehen, aber eigentlich ist die Pasta auf dem Teller nur Mittel zum Zweck – sie ermöglicht das Überleben. Somit ist sie zwar lebensnotwendig, aber kein Teil des guten Lebens.</p>
<p>Zum guten Leben zählen die Skidelskys sieben Werte: Gesundheit, Sicherheit vor Krieg und Krise, zwischenmenschlicher Respekt, Persönlichkeit als die Fähigkeit, einen Lebensplan mit eigenen Vorlieben, Vorstellungen und eigenem Temperament zu entwerfen, Harmonie mit der Natur, Musse als arbeitsfreie Zeit, freie Lebensäusserung und -genuss sowie die Freundschaft, die sie als Summe derjenigen zwischenmenschlichen Beziehungen definieren, die keinem Zweck dienen und, anders als etwa Geschäftskontakte, keinen Nutzen stiften müssen.</p>
<p><strong>Warum so lange warten?</strong></p>
<p>Die Grundwerte des guten Lebens sind keine Waren, sie lassen sich weder kotieren noch handeln. Und sie sind keine Variablen einer Gleichung, die eine Zielgrösse wie etwa das Lebensglück zu optimieren sucht: Man könne, argumentieren die Skidelskys, einen Wert nicht vollständig gegen einen anderen austauschen, alle sind per Definition gleichwertig und unverzichtbar. Konflikte zwischen einzelnen Werten müssten immer wieder neu und nach individuellen Vorlieben und Bedürfnissen gelöst werden. Das koste zwar Zeit, mache aber genau das aus, was sie mit Persönlichkeit meinen: Die Persönlichkeit ist ihrer selbst bewusst, sie stellt sich über die Zeit, sie lässt sich nicht so leicht versklaven.</p>
<p>Die Skidelskys sind überzeugt: Das gute Leben, das sie skizziert haben, liesse sich bereits heute verwirklichen. Möglich sei dies allerdings nur, wenn Wirtschaftswachstum kein oberstes Ziel mehr wäre und weniger gearbeitet würde. Um den Arbeitsdruck zu verringern, plädieren die Autoren sowohl für weniger Konsum als auch eine gerechtere Einkommensverteilung, weil zu grosse Einkommensscheren den wirtschaftlichen Wettbewerb überheizten, während hohe Konsumausgaben den Wunsch, weniger zu arbeiten, im Keim erstickten. Um den Konsum abzukühlen, schlagen sie vor, künftig die Ausgaben und nicht das Einkommen zu besteuern. Um mehr Einkommensgleichheit zu erreichen, befürworten sie die Einführung eines Grundeinkommens, wie es in den westlichen Dienstleistungsnationen immer lauter diskutiert wird.</p>
<p>Man kann von den Grundwerten der Skidelskys halten, was man will. Tatsache bleibt, dass sich das Wirtschaftswachstum in der westlichen Welt allen Ankurbelungsbemühungen zum Trotz seit den 1960er-Jahren verlangsamt: Wuchsen die G7-Staaten damals mit über 5 Prozent pro Jahr, betrugen die Wachstumsraten in der letzten Dekade nur noch magere 1,3 Prozent. Und Besserung ist nicht in Sicht: Damit unsere Wirtschaft wieder schneller wächst, müssen wir mehr konsumieren, was angesichts der 500 Gegenstände, die das Zimmer eines normalen 18-Jährigen bereits heute bis oben füllen, schwierig werden könnte. Effizienz und Exporte können den Verfall des Wachstums zwar verzögern, aber nicht aufhalten.</p>
<p>Wie kann eine Marktwirtschaft aussehen, wenn die Märkte gesättigt sind? Können Unternehmen, die nicht mehr wachsen, langfristig profitabel bleiben? Lässt sich Vertrauen aufbauen, ohne sich zu entblössen? Ist ein Kapitalismus denkbar, der den Wohlstand bewahrt statt ihn endlos mehren zu wollen? Auf Ökonomen und Unternehmer gleichermassen wartet die dringliche Frage: Was kommt nach dem Wachstum? Das gute Leben? Aber warum so lange warten?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/der-gipfel-des-guten-lebens/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der ETF und seine vielen Väter</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/investierbares/der-etf-und-seine-vielen-vater/</link>
		<comments>http://www.punktmagazin.ch/investierbares/der-etf-und-seine-vielen-vater/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 07:22:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Kalhammer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Investierbares]]></category>
		<category><![CDATA[Anleger]]></category>
		<category><![CDATA[ETF]]></category>
		<category><![CDATA[Indexfonds]]></category>
		<category><![CDATA[SMI]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.punktmagazin.ch/?p=15169</guid>
		<description><![CDATA[Börsenkotierte Indexfonds haben die Anlagewelt im Sturm erobert. Ein Erfolg, der so nicht erwartet werden konnte, wie ein Rückblick auf ihre zwanzigjährige Entstehungsgeschichte zeigt.
 <a href="http://www.punktmagazin.ch/investierbares/der-etf-und-seine-vielen-vater/" title="Der ETF und seine vielen Väter">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Börsenkotierte  Indexfonds haben die Anlagewelt im Sturm erobert. Ein Erfolg, der so  nicht erwartet werden konnte, wie ein Rückblick auf ihre zwanzigjährige  Entstehungsgeschichte zeigt.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/04/No43_050_b.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-15238" title="No43_050_b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2013/04/No43_050_b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></a></strong></p>
<p>Es begab sich zu der Zeit, nicht lange ist sie her, da veranstalteten die Börsen noch wahre Kursfeuerwerke, das Schweizer Leitbarometer SMI überschritt erstmals die Marke von 2500 Punkten und der Libor-Zinssatz in der Schweiz lag noch bei rund sechs Prozent. In dieser glücklichen Zeit, wir schreiben das Jahr 1993, kam eine Finanzinnovation zur Welt, die in diesem Jahr, 2013, ihren 20. Geburtstag feiert: der börsengehandelte Indexfonds, den das US-Finanzinstitut State Street lancierte. Es war eine Zangengeburt: Ganze drei Jahre musste der Finanzdienstleister auf die Zulassung des Indexfonds auf den S&amp;P 500-Index warten. Als das Produkt, das den wichtigsten US-amerikanischen Aktienindex abbildet und damit auch für die kleinen Anleger zugänglich macht, am 22. Januar 1993 endlich an der American Stock Exchange eingeführt wurde, war der Grundstein für die fulminante Erfolgsgeschichte der Exchange Traded Funds (ETF) gelegt.</p>
<p>«Wir erobern die Finanzwelt und revolutionieren den Kapitalmarkt», hätte Jim Ross, Manager bei State Street, damals sagen können. Doch er glaubte nicht daran, dass Indexfonds einmal eine grosse Rolle spielen würden und ging von einem Weltmarkt für fünf Indexfonds aus. Doch es kam völlig anders. Der ETF, der ein Anfangsvolumen von nur 6,5 Millionen Dollar aufwies, verwaltet heute über 130 Milliarden. Damit ist der «Spider», wie er genannt wird, der grösste ETF der Welt überhaupt. Und das meistgehandelte Wertpapier dazu. Insgesamt gibt es weltweit über 4800 von diesen kosteneffizienten Indexvehikeln, in die mehr als zwei Billionen Dollar investiert sind.</p>
<p>Das Erfolgsgeheimnis der ETF ist offensichtlich: Erstens überzeugen sie mit Transparenz, denn der Anleger weiss jederzeit, in was er investiert ist. Zweitens haben ETF eine günstige Kostenstruktur, weil teure Analysen und Fondsmanager entfallen. Und drittens profitieren die Indexvehikel von einer fortlaufenden Handelbarkeit, Flexibilität und hoher Liquidität. Sie können an der Börse ge- und verkauft werden wie normale Aktien. ETF machen es möglich, mit nur einem Produkt eine breite Diversifikation zu erreichen. Für John Bogle, Gründer der Vanguard Group, standen vor allem die tiefen Gebühren im Zentrum: «Beim Geldanlegen bekommt man, wofür man nicht bezahlt. Die Gebühren zählen. Intelligente Anleger werden darum Indexfonds mit tiefen Kosten nutzen, um ein diversifiziertes Portfolio mit Aktien und Bonds aufzubauen, und diesem treu bleiben.» Die ETF bieten den Komfort, mit einer einzigen Transaktion Zugang zu einem ganzen Markt zu bekommen, bringt es der «Economist» auf den Punkt.</p>
<p><strong>Pioniere ebnen den Weg</strong></p>
<p>Die romantische Vorstellung, der Spider sei ohne Vorarbeit aus dem Ei geschlüpft, stimmt so nicht. Zahlreiche Vordenker aus Wissenschaft und Ökonomie ebneten seinen Weg. Und dies nicht selten unter Kritik und Spott der Öffentlichkeit. Pionierarbeit leistete der französische Mathematiker Louis Bachelier im Jahr 1900, indem er die Bewegungen von Aktien studierte. Im Zuge seiner Untersuchungen zeigte sich, dass die Chancen, den Markt zu schlagen, bei 50 Prozent liegen. «Das Auf und Ab an der Börse ist so willkürlich wie der Schlingerkurs eines Besoffenen», resümierte er.</p>
<p>Der Nobelpreisträger Harry Markowitz nahm die Erkenntnisse Bacheliers auf und schuf ein gutes halbes Jahrhundert später die «Modern Portfolio Theory». Seiner Ansicht nach war nicht die Maximierung der Rendite entscheidend, sondern die Minimierung des Risikos. Bewerkstelligt wird dies durch Diversifikation des Portfolios. Heutige Anleger sind mit dieser Theorie bestens vertraut. Und ETF setzen die Theorie in die Tat um: Zum einen ermöglichen sie, mit nur einem Produkt breit gestreut in einen Gesamtmarkt zu investieren, zum anderen bilden sie diesen Markt möglichst präzise ab.</p>
<p>Einen Schritt weiter ging William Sharpe, als er das Modell 1964 erweiterte und die Vorteile der breiten Streuung belegte. Immer mehr Untersuchungen zeigten, dass sich die Erfolge von risikobehaftetem Market-Timing und Stock-Picking in Grenzen hielten. Daraufhin setzte in der Finanzwelt Ernüchterung ein und die aktiven Anlagestrategien mussten sich harscher Kritik stellen. Diese Entwicklungen waren ein guter Nährboden für den ersten Indexfonds für professionelle Anleger, den 1971 von Bill Fouse und William Sharpe geschaffenen «Samsonite Pension Fund». Dessen Ziel war es, einen Markt, in diesem Fall die Entwicklung der 1500 damals an der New York Stock Exchange gehandelten Titel, möglichst genau abzubilden.</p>
<p><strong> </strong>1975 folgte der erste Indexfonds für Privatanleger, der allerdings noch nicht börslich gehandelt wurde. Lanciert wurde der «Vanguard 500 Index Fund» von der gleichnamigen Investmentgesellschaft, die US-Anlagegurus John Bogle (Bild rechts) und Burton Malkiel (Bild links) kurz zuvor gegründet hatten. Aufgrund von Verständnisproblemen und hohen Kaufgebühren fand das Vehikel zu Beginn keinen grossen Anklang. Statt der budgetierten 150 Millionen Dollar wurden nur 11 Millionen Dollar gezeichnet. Von der Fachpresse wurde das Produkt belächelt und als «Bogles Torheit» abgetan. «In Indexfonds anzulegen, heisst, von vornherein auf Mittelmässigkeit zu setzen», so ihr Urteil. Bis die angestrebte 100-Millionen-Dollar-Schwelle erreicht wurde, dauerte es ganze sieben Jahre.</p>
<p>Dank der zahlreichen technischen Fortschritte zu Beginn der 80er-Jahre wurde es möglich, Indexfonds mit nur einem Auftrag zu handeln. Dem Spider standen nun alle Wege offen, das Angebot an Indexfonds nahm rasant zu. Die Produkte, die anfangs noch unterschätzt und von den Fondsgesellschaften mit Argwohn betrachtet wurden, gewannen langsam aber sicher an Fahrt.</p>
<p><strong>Duell der Giganten</strong></p>
<p>Bereits kurz nach der Lancierung des ersten ETF kamen neue Produkte auf den Markt. 1995 beispielsweise wurde ein ETF von State Street auf den Index von amerikanischen mittelgrossen Unternehmen zugelassen. Ein Jahr später wurde das Angebot ergänzt um Produkte, die die Renditeentwicklung einzelner Länder wie beispielsweise der Schweiz oder Deutschlands abbildeten. 1998 schliesslich folgte der erste Sektoren-ETF auf die Finanzbranche. Beschränkten sich die Neuemissionen zu Beginn ausschliesslich auf die Aktienmärkte, wagten sich die Emittenten ab 2002 in den Anleihenbereich vor. Den Auftakt machte der heutige Marktführer iShares mit einer kleinen Palette an verschiedenen Laufzeiten. Der Grund für den späten Start der Obligationen-ETF dürfte in der geringeren Liquidität der Bond-Märkte liegen. Darüber hinaus findet der Obligationenhandel im Gegensatz zum Aktienhandel grösstenteils ausserbörslich statt. Die Preisbildung unterliegt somit zahlreichen Einflüssen, die nicht immer für alle Marktteilnehmer klar erkennbar sind.</p>
<p>Heutzutage können Anleger aus mehr als 700 Obligationen-ETF auswählen. Gegenüber den 2800 Aktien-ETF sind sie klar in der Minderzahl, doch ihre Anzahl dürfte in den nächsten Jahren deutlich ansteigen. Experten sehen hier den aussichtsreichsten Wachstumsmarkt der Branche. Anzeichen dafür gab es bereits 2012, als die Zuflüsse mit 70 Milliarden Dollar einen neuen Rekord erreichten. Der Vermögensverwalter BlackRock erwartet in diesem Segment in den nächsten zehn Jahren einen Anstieg auf über 2000 Milliarden Dollar. Aktuell sind hier «nur» 347 Milliarden investiert. Der erste ETF kam zwar aus dem Hause State Street, doch in der Folge übernahm ein anderes Emissionshaus in vielen Breichen die Vorreiterrolle: iShares, die ETF-Sparte von BlackRock. Das gilt auch für ETF auf Schwellenländer, die 2003 lanciert wurden. Heute ist der ETF auf den MSCI Emerging Markets 46 Milliarden Dollar schwer. Während sich State Street des grössten und meistgehandelten Produkts rühmen kann, ist iShares zum grössten ETF-Anbieter aufgestiegen.</p>
<p>2004 lancierte State Street das erste Rohstoffprodukt, den SPDR Gold Trust, das per März 2013 mehr als 62 Milliarden Dollar vereint. Der letzte wichtige Meilenstein war die Schaffung von aktiven ETF, die eine alternative Gewichtung vornehmen und es ETF-Anlegern erlauben, spezifische Anlage-Strategien umzusetzen. Sowohl ETF- wie auch Fondsanbieter sehen im aktiven Indexing einen Wachstumsmarkt. Pionier war für einmal der weltgrösste Fondsanbieter Pimco, der 2012 den Pimco Total Return ETF auflegte und heute mehr als drei Milliarden Dollar verwaltet.</p>
<p><strong>Meilenstein 2000</strong></p>
<p>Einen weiteren Schub erlebten die Produkte zur Jahrtausendwende durch die Zulassung in der Schweiz, Deutschland, Schweden, Grossbritannien und Israel. Mit ETF auf den europäischen Leitindex Euro Stoxx 50 und dem UK-Barometer FTSE 100 machte erneut iShares den Anfang. Doch anders als in den USA sind diese beiden Produkte in Europa nicht die grössten. Diese Ehre gebührt dem iShares-ETF auf den deutschen Aktienmarkt DAX, der ein Jahr später zugelassen wurde und heute 18 Milliarden Dollar verwaltet. 2005, ein Jahr nach dem US-Marktstart, hielten die Obligationenprodukte auch in Europa Einzug.</p>
<p>Der 2004 von ETF Securities gelistete Gold Bullion Securities gab Anlegern erstmals die Möglichkeit, von der Entwicklung des Goldpreises zu profitieren. Zwei Jahre später lancierte die ZKB ihr bis dato erfolgreichstes Produkt, den ZKB Gold ETF. Dieser vereint heute mehr als zehn Milliarden Dollar und ist damit der zweitgrösste ETF Europas. Der Gold-ETF war jedoch nicht das erste Schweizer Produkt. Bereits 1989 wurde vom damaligen Bankverein das erste passive Anlagevehikel emittiert. Im September 2000 folgten die ersten beiden ETF auf europäische Aktien-indizes. Sechs Monate später lancierte die Credit Suisse einen Indexfonds auf den SMI. Der XMTCH, wie er damals hiess, war das erste einheimische Produkt und ist bis heute der meistgehandelte ETF an der SIX Swiss Exchange. Mittlerweile wurde das ETF-Geschäft der CS von BlackRock übernommen.</p>
<p>Anfänglich als Nischenprodukt gehandelt, haben ETF weltweite Erfolge erzielt, in deren Zug sich weitere Indexprodukte, die Exchange Traded Products (ETP), entwickelt haben. 2009 überschritten die weltweit in ETP investierten Vermögen die Billionen-Dollar-Marke. Zu Jahresbeginn 2013 waren es bereits über zwei Billionen Dollar. Dies entspricht knapp acht Prozent des gesamten Fondsmarkts, der sich laut Europäischem Fondsverband Efama auf rund 27 Billionen Dollar beläuft. Die ETP-Vermögen werden weiter wachsen, darin sind sich Experten einig. Immer mehr Aufmerksamkeit erhalten die Kosten. Denn diese können gesteuert werden, der Markt nicht.</p>
<p>Heute erhalten ETF Unterstützung von prominenter Seite. So auch von Warren Buffett, der sich im «Manager Magazin» bereits vor Jahren für ETF stark machte: «Wer kein aktiver Investor ist – und nur wenige sollten sich darin versuchen – sollte sich an Indexfonds halten.» Der weitere Weg dürfte klar sein: Die Produktvielfalt wird weiter wachsen und somit dafür sorgen, dass die Geschichte um weitere Meilensteine ergänzt wird. Und wenn sich die Anbieter nicht verzetteln, werden sie noch lange glücklich mit den ETF leben.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.punktmagazin.ch/investierbares/der-etf-und-seine-vielen-vater/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
