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	<title>Punkt Magazin</title>
	
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	<description>Wirtschaft ist mehr</description>
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		<title>Ein Drink an der Bar mit Annina Frey</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 12:45:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Nill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Genüssliches]]></category>
		<category><![CDATA[3a-Produkte]]></category>
		<category><![CDATA[Annina Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Bar-Story]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Zürich]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus dem Drink an der Bar mit der Moderatorin von Glanz und Gloria, Annina Frey, wurde nichts. Das Schweizer Fernsehen gibt das Gespräch nicht frei. Dennoch verrät Annina Frey einige Restaurant-Tipps. Die dürfen wir publizieren.  <a href="http://www.punktmagazin.ch/genussliches/ein-drink-an-der-bar-mit-annina-frey/" title="Ein Drink an der Bar mit Annina Frey">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Aus dem Drink an der Bar mit der Moderatorin von Glanz und Gloria, Annina Frey, wurde nichts. Das Treffen fand statt und der Text steht. Aber das Schweizer Fernsehen gibt unser Gespräch mit Frau Frey nicht frei. Damit die schönen Fotos nicht umsonst geschossen wurden, verrät Annina Frey einige Restaurant-Tipps. Die dürfen wir publizieren. </strong></p>
<p><strong><a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/05/D3_12.jpg"><img class="size-full wp-image-12473 aligncenter" title="Annina Frey" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/05/D3_12.jpg" alt="" width="480" height="320" /></a></strong></p>
<p>Es hätte so schön sein können: Das Gespräch mit der Moderatorin von Glanz und Gloria, Annina Frey, fand in gelöster Stimmung statt. Frau Frey erzählte viel und viel Spannendes. Das Gespräch wurde wie üblich aufgezeichnet, transkribiert und verdichtet. Ein Text entstand, der die Frey von einer direkteren Seite zeigte, als man sie vom Fernsehen her kennt.</p>
<p>Unverblümt nahm sie Stellung, zu ihrem <a href="http://bar-storys.ch/kein-drink-an-der-bar-mit-annina-frey/anti-polizei-blog/" target="_blank">Skandal-Blog</a> (in dem sie einige Polizisten beleidigte, die sie aus dem Verkehr zogen), zum Thema Pornografie (die sie mit ihrem Partner guckt, wenn sie von Andrew Blake gemacht ist), zum Thema Beziehung (wenn man wie sie acht Jahre mit dem Partner zusammen sei, müsse man sich auch genügend Freiraum zugestehen) oder über ihre Rolle als <a href="http://www.blick.ch/people-tv/tv/annina-frey-kriegt-auf-den-sack-id1839169.html" target="_blank">Witzopfer bei Giacobbo/Müller</a> (man dürfe ja über fast sonst nichts mehr Witze machen, da halte sie als Fashion-Victim gerne hin).</p>
<p><strong>Wir dürfen nicht publizieren.</strong></p>
<p>Aber eben: Dürfen wir nicht veröffentlichen. Das Schweizer Fernsehen hat die Veröffentlichung des langen Gesprächs mit Annina Frey untersagt. Über die Gründe müssen wir den Mantel des Schweigens legen. Und zähneknirschend akzeptieren, dass dieses spannende Gespräch das Licht der Welt wohl erst dann erblicken wird, wenn die Frey nicht mehr zu 40 Prozent beim Schweizer Staatsfernsehen angestellt ist, zu 60 Franken pro Sendung.</p>
<p>Aus diesem Grund dürfen wir nur den Teil des Gesprächs publizieren, der garantiert frei von allenfalls heiklen Aussagen von Annina Frey ist. Und das sind Restaurant-Tipps zurzeit noch. Also huschhusch, raus mit dem Text. Ehe es sich die Verantwortlichen bei SRF anders überlegen. In diesem Sinne: Gute Unterhaltung mit Annina Freys Restaurant-Tipps!</p>
<p><em>Nachdem wir uns eine Stunde lang angeregt mit Glanz&amp;Gloria-Moderatorin Annina Frey unterhalten hatten, wollten wir von der charmanten Baslerin wissen, in welchen Lokalen man sie regelmässig antrifft und was sie gerne trinkt. </em></p>
<p><strong><em>Christian Nill_</em>Frau Frey, weshalb trafen wir uns eigentlich hier?</strong></p>
<p><em>Annina Frey_</em>Ich bin extrem neugierig und entdecke auf meinen Reisen gerne immer wieder neue Lokale. Aber wenn ich wieder zuhause bin, dann zieht es mich regelmässig in zwei, drei Betriebe, in denen ich mich schlicht heimisch fühle.</p>
<p><strong>Wie zum Beispiel hier im altehrwürdigen Kindli mitten in der Zürcher Altstadt.</strong></p>
<p>Genau. Hier bin ich Stammgast, fühle mich wohl und werde auch mit Namen begrüsst wenn ich hereinkomme. Man kennt sich.</p>
<p><strong>Wie haben Sie das Kindli entdeckt?</strong></p>
<p>Mein Partner ist Innenarchitekt beim Innenarchitekturbüro P.5 und hat hier, wenn ich mich recht erinnere, das WC umgebaut.</p>
<p><strong>Irgendwo muss man ja anfangen.</strong></p>
<p>Aber auch die dazugehörenden Privatwohnungen. So entstand die Bekanntschaft mit Gisela Lacher, der Inhaberin des Hotel Kindli. Sie kennt einen Haufen Leute, und das gibt dann immer lustige Treffen hier.</p>
<p><strong>Was trinken Sie da genau?</strong></p>
<p>Klassisch.</p>
<p><strong>Champagner. Gibt es auch einmal eine Abweichung davon?</strong></p>
<p>Ja, durchaus. Aber nach einem strengen Tag, und wenn ich ohne Auto unterwegs bin, &#8230;</p>
<p><strong>man lernt ja dazu&#8230;</strong></p>
<p>&#8230;dann nehme ich immer ein Cüpli (für Nicht-Schweizer: ein Glas Champagner, die Red.). Ich mag es nicht, zu viel zu mischen, nur schon wegen der Kopfschmerzen. Aber es muss schon Champagner sein, ich trinke keinen Prosecco.</p>
<p><strong>Verstanden. Sie haben ja auch eine Barkeeper-Ausbildung gemacht.</strong></p>
<p>Die habe ich leider nicht abgeschlossen. Aber das ist schon ewig her.</p>
<p><strong>Was würden Sie denn für Fotograf Scherrer und mich mixen?</strong></p>
<p>(denkt nach) Einen Gin Fizz.</p>
<p><strong> Frau Frey, wir würden gerne noch etwas essen gehen. Was empfehlen Sie?</strong></p>
<p>Sie können direkt sitzen bleiben: Hier im Kindli (in Zürich, die Red.) ist das Essen wunderbar und die Bedienung sehr nett. Das liegt auch an der Inhaberin Gisela Lacher.</p>
<p><strong>Welches Lokal in Zürich mögen Sie ausserdem?</strong></p>
<p>Zum Kindli gehört auch das Lumière, quasi hier um die Ecke. Das ist ebenfalls ein tolles Lokal. Oder dann der Bederhof, den würde ich zwingend empfehlen.</p>
<p><strong>Der Bederhof ist eines der Lokale, die der Gastro-Hansdampf Erik Hämmerli betreibt, nebst der </strong><strong>Fischstube am Zürichsee und der </strong><strong>Old Fashion Bar beim Paradeplatz. Weitere Lieblinge von Ihnen?</strong></p>
<p>In Miami das Prime One Twelve. In Paris das neue Hotel Von Philippe Starck: Le Royal Monceau. Er hat ja schon zuvor welche gemacht, das Le Meurice oder dann das Mama Shelter.</p>
<p><strong> Das seit April 2012 auch einen Ableger in Marseille hat. Weiter?</strong></p>
<p>Es gibt so viele! Zum Beispiel in St. Tropez gibt es hinten links ein ganz reizendes Fischlokal.</p>
<p><strong>Hinten links ist einfach zu merken.</strong></p>
<p>Ach ja, das Zuma, ebenfalls in Miami.</p>
<p><strong>Das Zuma gehört zur Lionstone Group, deren Senior Vice President übrigens ein Schweizer namens Rolf Sprecher ist.<br />
</strong></p>
<p>Das Zuma ist auf jeden Fall super. In Los Angeles kann ich das Ivy empfehlen. Nur schon, um sich dort etwas umzusehen. Grosses Kino!</p>
<p><strong>Und noch ein paar, die etwas näher liegen?</strong></p>
<p>In Klosters gehe ich gern ins Alpenrösli. Und dann kommt mir auch gleich die Chässstube Rehalp in Zürich in den Sinn, immer gut für Fondue. Oder das The Hotel in Luzern.</p>
<p><strong>Von Stardesigner Jean Nouvel. Dort hat es verschiedene Hotel-Restaurants, u.a. das </strong><strong>Bam Bou, wo der junge Nachwuchskoch Pascal Schmutz seit Ende 2011 wirkt.</strong></p>
<p>Und dann fällt mir noch das L’Agapé Substance in Paris ein. Und eines in Barcelona, aber da habe ich den Namen vergessen.</p>
<p><em>Weitere Informationen zu Annina Frey sowie das Rezept für den Drink, den wir ihr mixen würden, finden Sie auf </em><em><a href="http://bar-storys.ch/" target="_blank">Bar-Storys.ch</a>.</em></p>
<p><em> </em><a href="http://www.bar-storys.ch/" target="_blank"><img title="barstorys_ch-weblogo300x125" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2000/09/barstorys_ch-weblogo300x125.jpg" alt="" width="100" height="42" /></a></p>
<p><a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/05/D3_1.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/05/D3_2.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/05/D3_3.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/05/D3_4.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/05/D3_5.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/05/D3_6.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/05/D3_7.jpg"></a><br />
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<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/05/D3_9.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/05/D3_10.jpg"></a><br />
<a href="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/05/D3_11.jpg"></a></p>
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		<title>Zum Ersten, zum Zweiten, verkauft!</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/zum-ersten-zum-zweiten-verkauft/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 05:31:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dmitrij Gawrisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaftliches]]></category>
		<category><![CDATA[Auktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Christie's]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Sotheby's]]></category>

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		<description><![CDATA[An Kunstauktionen werden Milliarden umgesetzt. Doch welche Faktoren bestimmen eigentlich den Preis eines Kunstwerks? Und wie legt man eine Sammlung an, die den eigenen Geschmack trifft und sich erst noch finanziell auszahlt? <a href="http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/zum-ersten-zum-zweiten-verkauft/" title="Zum Ersten, zum Zweiten, verkauft!">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>An Kunstauktionen werden Milliarden umgesetzt. Doch welche Faktoren bestimmen eigentlich den Preis eines Kunstwerks? Und wie legt man eine Sammlung an, die den eigenen Geschmack trifft und sich erst noch finanziell auszahlt?</strong></p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-12124 aligncenter" title="No37_022b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/04/No37_022b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></p>
<p style="text-align: left;">Das teuerste und gleichzeitig schwerste Kunstwerk des Abends läuft unter der Losnummer 5. Gleich zwei kräftige Helfer müssen Hand anlegen, um die Skulptur von Lena Schorno, einer jungen Schweizer Künstlerin, auf die Bühne zu hieven. Pferdesalami nennt sich die gewichtige Plastik, und so sieht sie auch aus: vorne Pferdekopf und -brust sowie die beiden Vorderbeine, hinten Gesäss, Hinterbeine und Schweif – alles aus Gusseisen. Den Körper bildet ein vergipstes, mit schwarzer Farbe bestrichenes drei Meter langes Eisenrohr. Pferdesalami – der Name ist gut gewählt.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Hauptsache viele Nullen</strong></p>
<p>Das Eröffnungsgebot liegt bei 30 000. Schnell findet sich ein Interessent, der 25 000 zu zahlen bereit ist. Sogleich fährt in der ersten Reihe eine Hand hoch, eine energische Frauenstimme ruft: «20 000!» Moment, läuft hier nicht etwas schief? Ist nicht der Sinn einer Kunstauktion, sich gegenseitig zu überbieten, bis nur noch einer übrig bleibt, der schliesslich den Zuschlag erhält und das Werk mit nach Hause nehmen kann? Nicht hier bei Ida Nowhere, einem Berliner Kunstraum, wo alles ein bisschen anders läuft. Hier unterbieten sich die Interessenten – und das niedrigste Gebot gewinnt. Statt eines eleganten Auktionshammers verwendet Auktionator Hubertus Klausinski einen Fleischklopfer, mit dem er im Laufe der Versteigerung zwei Schweinefilets dünn klopft. Für zusätzliches Kribbeln sorgen die Preise: Sie werden nicht in Euro, sondern in Eurocent angegeben. Bei den Bietenden führt das, wie man dem Gemurmel und Gelächter der nahezu hundert Anwesenden entnehmen kann, gelegentlich zu Rechenfehlern. Mal bleibt eine Null zu viel stehen, mal eine zu wenig.</p>
<p>Verlässt man die heissen, vom Rauchverbot verschonten Räume von Ida Nowhere und betritt beim weltweit führenden Auktionshaus Sotheby’s in London das Parkett des internationalen Kunsthandels, weht einem der kühle Wind von Klimaanlagen um die Nase. Die hier präsentierten Werke werden buchstäblich mit Samthandschuhen angefasst, schliesslich werden einige von ihnen später für mehrere Millionen versteigert. Aber nicht Millionen von Eurocents, wie bei Ida Nowhere, sondern Dollar, britische Pfund und Euro – den Leitwährungen des internationalen Kunsthandels.</p>
<p><strong>Holzfaserplatte oder Penthouse</strong></p>
<p>«Alle Kunst ist völlig nutzlos», schrieb der irische Schriftsteller Oscar Wilde 1890. Wäre er heute noch am Leben und hätte er am 2. November 2006 die «New York Times» durchgeblättert, so wäre er vermutlich nicht übel erstaunt gewesen. An jenem Tag nämlich berichtete die renommierte Zeitung über einen spektakulären Kauf: Das Gemälde mit dem unauffälligen Titel «No. 5, 1948» des amerikanischen Künstlers Jackson Pollock wechselte für die damalige Rekordsumme von 140 Millionen Dollar den Besitzer. Eine knapp drei Quadratmeter grosse Holzfaserplatte, auf die vor allem braune und gelbe Farbe gespritzt war, kostete somit exakt doppelt so viel wie das weltweit teuerste Penthouse-Apartment unter dem Dach des New Yorker Pierre mit einer Gesamtfläche von 1260 Quadratmetern. Nur ein Gemälde konnte seither einen noch höheren Preis erzielen: «Die Kartenspieler» des Post-Impressionisten Paul Cézanne, das aus dem Nachlass des griechischen Tankermilliardärs George Embiricos an die Königsfamilie von Katar überging. Kostenpunkt: sagenhafte 240 Millionen Franken.</p>
<p>Auch Gemälde zeitgenössischer Künstler erzielen bei Auktionen bisweilen zweistellige Millionenbeträge. 2008 verkaufte sich der Akt «Benefits Supervisor Sleeping» des vergangenes Jahr verstorbenen britischen Künstlers Lucian Freud für immerhin 26 Millionen Franken. Käufer war übrigens der russische Oligarch Roman Abramowitsch, Besitzer des Londoner Fussballclubs Chelsea.</p>
<p><strong>Emotion bestimmt den Preis</strong></p>
<p>Wie ist es zu erklären, dass Sammler Millionen von Franken bezahlen für vermeintlich nutzlose Objekte mit einem Materialwert von bestenfalls ein paar tausend Franken? Marktversagen? Dummheit? Wahnsinn? Verhaltensökonomen wie Douglas Hodgson von der Universität Quebec in Montreal haben eine simpel anmutende Erklärung. «Ein Kunstwerk vermittelt in erster Linie Emotionen», so der Forscher. «Ein Gemälde, das ich an die Wand hänge, bereitet mir ästhetisches Vergnügen. Es bringt auch Prestige mit sich, wenn Freunde mich darum beneiden, weil der Künstler gerade in aller Munde ist. Je mehr positive Emotionen der Sammler vom Kunstwerk erhält, desto mehr bezahlt er dafür.»</p>
<p>«Gute Kunst ist immer ein Gegenentwurf zur Welt, eine Utopie», schwärmt Clemens Berggruen von der Galerie ArtPoint in Berlin, als habe er nur auf diese Frage gewartet. Kunst berühre Seele, Kopf und Herz gleichermassen. Von Käufern, die Gemälde ersteigern und sie dann im Safe einschliessen, um sie in Zeiten der Inflation und explosiver Finanzmärkte als sicheren Hafen für ihr Vermögen zu nutzen, hält der Galerist nichts.</p>
<p>Die Zahlen geben ihm Recht. Nach Ausbruch der Finanzkrise 2008 stürzten auch Kunstindizes, die seit den Neunzigerjahren durchschnittliche Jahresrenditen von sieben Prozent erzielten, um bis zu sechzig Prozent ein. Bis heute haben sie sich nicht erholt. Geschmäcker verändern sich. Was heute begehrt ist, kann morgen – oder halt in 200 Jahren – wieder out sein. So geschehen mit Werken britischer Landschaftsmaler um das Jahr 1800 herum. Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts brach ihr Preis im Schnitt um 93 Prozent ein.</p>
<p><strong>Oft ins Museum</strong></p>
<p>Spricht man mit Galeristen, wird klar, dass das Sammeln von Kunst eine Leidenschaft ist. Bedeutet Leidenschaft zwangsläufig ein Verlustgeschäft? Oder gibt es Wege, künstlerischen Anspruch mit Wertsteigerung zu verbinden? «Eine Garantie, dass man ein Gemälde in zwanzig Jahren mit Gewinn verkaufen kann, gibt es natürlich nicht», sagt Berggruen. Einsteigern rät er, möglichst viele Museen und Ausstellungen zu besuchen, sich auf eine Kunstrichtung festzulegen und sich in dieser zu vertiefen. Des Weiteren soll man nur Werke von ausgewählten Künstlern kaufen, die man vielleicht sogar persönlich kennenlernen und deren Karriere man verfolgen kann, sofern es sich um noch lebende, zeitgenössische Künstler handelt. Es gibt auch objektive Kriterien, die den Preis mitbestimmen. So beträgt die optimale Grösse eines zeitgenössischen Gemäldes gemäss einer Studie der Universität Bern sieben Quadratmeter. Ebenfalls zum Tragen kommen Ruf und Renommee des Künstlers. Das Gemälde muss stilistisch auf den ersten Blick einem Künstler zugeordnet werden können, die Unterschrift alleine reicht nicht aus. Zuletzt wird der Preis auch bestimmt durch das Auktionshaus, in dem ein Gemälde verkauft wird: Die höchsten Beträge erzielen Sotheby’s und Christie’s in New York, gefolgt von denselben Häusern in London.</p>
<p>Und bei Ida Nowhere in Berlin? Der Fleischklopfer des Auktionators Klausinski saust aufs Schweinefilet. Klopft zum Ersten. Zum Zweiten. Und zum Dritten. Die Pferdesalami ist verkauft – für 3200 Cent, also 32 Euro. Der Erlös dient dem Erhalt von Ida Nowhere. Als letztes Los kommen die beiden inzwischen flach geklopften Schweineschnitzel unter den Hammer. Bis auf einige Lacher ist es still im Saal. Die Hände verharren im Schoss und die Schnitzel verbleiben somit beim Auktionator. Nach der schweisstreibenden Versteigerung hat er sich eine kräftigende Mahlzeit verdient.</p>
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		<item>
		<title>Athen oder sparta?</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/genussliches/athen-oder-sparta/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 05:14:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Fehr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Genüssliches]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend und Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Sport für den gesunden Körper, Musik für den wachen Geist – so die Theorie. Die Realität an den Volksschulen sieht anders aus. Schafft es die Volksinitiative «Jugend und Musik», das zu ändern? <a href="http://www.punktmagazin.ch/genussliches/athen-oder-sparta/" title="Athen oder sparta?">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Sport für den gesunden Körper, Musik für den wachen Geist – so die Theorie. Die Realität an den Volksschulen sieht anders aus. Schafft es die Volksinitiative «Jugend und Musik», das zu ändern?</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><img class="size-full wp-image-12150 aligncenter" title="No37_073b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/04/No37_073b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></strong></p>
<p>Wie tief Musik im menschlichen Wesen verankert ist, zeigt sich eindrücklich in den ersten und letzten Phasen des Lebens. Wie beruhigt man weinende Säuglinge? Indem man ihnen etwas vorsingt. Und was wissen Alzheimer-Patienten noch immer, wenn sie bereits ihren eigenen Namen vergessen haben? Die Melodien und Texte der Lieder aus ihrer Jugend. Musik ist nicht nur tief in uns drin, sie hat sogar einen evolutionären Hintergrund. Tanz und Musik waren es, die es den Urvölkern ermöglichten, sich zu synchronisieren und so ein Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln.</p>
<p>Auch bei der Behandlung von Depressionen bedient man sich der heilenden Wirkung von Musik, denn sie aktiviert dieselben Hirnregionen, in denen Emotionen verarbeitet werden. Positive Musik führt zu positiven Emotionen – und kann so helfen, den emotionalen Haushalt ins Lot zu bringen. Das kann sogar zu positiven Effekten für das Immunsystem führen, wie die Psychologieprofessoren Stefan Koelsch und Tom Fritz herausgefunden haben.</p>
<p>Nicht konkret beweisbar sind hingegen direkte Zusammenhänge zwischen musikalischer Aktivität und der schulischen Leistung, wie sie der berühmte deutsche Musikpädagoge Hans Günther Bastian in seinen Langzeitstudien festzustellen glaubte. Seine radikal-sympathische Schlussfolgerung lautete: «Also gehen wir auch ans Gerät … und fordern mit demselben Recht: ein Musikinstrument für jeden Schüler.» Auch wenn Bastian wohl etwas übers Ziel hinausschoss, fest steht: Musik aktiviert das Gehirn, Musik ermöglicht Emotionalität – Musik macht glücklich. Noch glücklicher macht selber Musizieren.</p>
<p><strong>Musikfeindliche Volksschule</strong></p>
<p>Trotz dieser schlagenden Argumente wird die musikalische Bildung in der Schweiz stiefmütterlich behandelt, wie der 2005 vom Bundesamt für Kultur veröffentlichte Bericht «Musikalische Bildung in der Schweiz» aufzeigte. Man könnte sogar von Missständen sprechen, denn obwohl auf dem obligatorischen Stundenplan während der obligatorischen Schulzeit ein bis zwei Wochenlektionen Musikunterricht stehen, seien oft weder Fachlehrer noch Infrastruktur gegeben. Auch auf Kindergartenstufe, wo Musik traditionell am intensivsten gepflegt wird, sinke das Niveau des Unterrichts, seit für das Lehrpersonal eine Matur, aber keine musikalische Ausbildung nötig sei. In der Oberstufe entfalle der Unterricht aus Personalmangel oft ganz. An diesen Zuständen hat sich auch in den vergangenen Jahren nichts verändert.</p>
<p>Das Resultat sind regionale Differenzen in der Qualität des Unterrichts. Während einzelne Schulgemeinden die musikalische Bildung stark fördern und über hervorragende Infrastrukturen verfügen, wird sie anderorts stark vernachlässigt – und somit vorwiegend den Eltern überlassen. Dort wiederum kommen häufig altbekannte sozio-kulturelle Muster zum Tragen: Kinder von gebildeten Eltern erhalten eher musikalische Bildung als Kinder aus bildungsfernen Schichten.</p>
<p><strong>Spartanische Schweiz</strong></p>
<p>Die Volksinitiative «Jugend und Musik», die Ende 2008 mit über 150 000 Unterschriften eingereicht wurde, will diese Missstände beheben, indem die musikalische Bildung in der Verfassung verankert wird, so wie es beim Sport schon lange der Fall ist. Sie soll den anderen Fächern qualitativ gleichgestellt werden, und Kinder, die sich an Musikschulen ausbilden lassen wollen, sollen aktiv unterstützt werden. Zu guter Letzt wird auch eine stärkere Förderung von musikalisch Hochbegabten gefordert.</p>
<p>Nach einem Hin und Her zwischen National- und Ständerat (inklusive einem für die Initianten nicht akzeptablen Gegenvorschlag, der nur die ausserschulische Bildung regeln wollte) scheint die neuste Fassung mit dem Zusatz «… unter Mitwirkung der Kantone» ihren Weg zu gehen. Frühestens Ende 2012, wohl eher anfangs 2013 wird die Initiative zur Abstimmung gelangen.</p>
<p>Die grundsätzliche Frage, welchen Stellenwert der musikalischen Bildung in einem Schulsystem beigemessen werden soll, brachte der inzwischen abgewählte grüne Zuger Nationalrat Jo Lang während einer Debatte mit einem historischen Vergleich auf den Punkt: «Unsere Zivilisation hatte an ihrer Wiege zwei Modelle: Das spartanische setzte den Sport über die Musik, das athenische stellte Musik und Sport gleich. Athen oder Sparta? Das ist hier die Frage.»</p>
<p>In Zeiten, in denen vermehrt die Abkehr vom oberflächlichen Konsumwahn und die Rückkehr zu wahren Werten proklamiert wird, sind der Musikinitiative an der Urne durchaus Chancen einzuräumen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Jagd nach Zinsen</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/investierbares/die-jagd-nach-zinsen/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 06:30:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>punktmag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Investierbares]]></category>
		<category><![CDATA[Anleger]]></category>
		<category><![CDATA[Obligationen]]></category>
		<category><![CDATA[Realzinsen]]></category>
		<category><![CDATA[Zinsen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.punktmagazin.ch/?p=11811</guid>
		<description><![CDATA[Durch die expansive Geldpolitik der Zentralbanken gerieten Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen unter Druck. Höhere Erträge sind nur mit mehr Risiko machbar.
 <a href="http://www.punktmagazin.ch/investierbares/die-jagd-nach-zinsen/" title="Die Jagd nach Zinsen">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Durch die expansive Geldpolitik der Zentralbanken gerieten Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen unter Druck. Höhere Erträge sind nur mit mehr Risiko machbar.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><img class="alignnone size-full wp-image-12460" title="JagdZinsen_480x340" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/03/JagdZinsen_480x340.jpg" alt="" width="480" height="340" /><br />
</strong></p>
<p>Private Anleger aber auch institutionelle Investoren wie Pensionskassen, erwirtschaften im aktuellen Null-Zins-Umfeld geringe Renditen aus ihren Obligationen. Damit nicht genug. Traditionelle Bondanleger erhalten auf einigen Anlagen sogar negative Realzinsen. Schliesslich sind die Realzinsen die entscheidende Grösse, denn Inflation frisst Vermögen auf.</p>
<p>Um der Ebbe im Zinseinkommen zu entkommen, können risikoreichere Bondanlagen eingesetzt werden. Am ertragsreichsten scheint derzeit das Kreditsegment zu sein. Und es sind Unternehmensanleihen, die derzeit die Performancetabelle anführen. Ihre Gewinne sind nach wie vor stabil, die Zahl der defizitären Firmen ist überschaubar. Die Ausfallquote bleibt somit weiterhin niedrig.</p>
<p>Der Markt für Unternehmensobligationen wird mittels der Bonitätsratings in zwei Klassen unterteilt. Investment Grade – und somit investitionswürdig – sind Bonds von Unternehmen, die bei Moody&#8217;s mindestens mit «Baa3» und bei Standard &amp; Poor&#8217;s (S&amp;P) mit «BBB-» bewertet werden. Emittenten, die schlechtere Ratings oder gar keine Bewertung aufweisen, fallen in das High-Yield-Segment, also in den hochverzinslichen Bereich. Am Markt wird oft wenig schmeichelhaft von «Ramschpapieren» gesprochen.</p>
<p><strong>Hochverzinsliche Anleihen</strong></p>
<p>Das Segment für hochverzinsliche Unternehmensanleihen hat deutlich an Schwung zugenommen, insbesondere Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors wachsen. Im Gegensatz zu anderen Obligationen bieten High-Yield-Anlagen dem Anleger bei einem überraschenden Wirtschaftsaufschwung die Chance, vom Wachstum zu profitieren. Der High-Yield-Bondmarkt korreliert zudem stärker mit den Aktienmärkten bezüglich deren Reaktion auf Unternehmenswachstum und verbesserten Fundamentaldaten. Attraktive Renditen von derzeit sieben bis acht Prozent machen diese Anlageform ausserordentlich attraktiv. Der Investment Manager ING rechnet für globale und europäische High-Yield-Fonds sogar mit Renditen in zweistelliger Höhe.</p>
<p>Im Vergleich zu klassischen Unternehmensanleihen weisen High-Yield-Obligationen in der vertraglichen Ausgestaltung eine komplexere Struktur auf. Aus diesem Grund, aber auch rein aus Risikoüberlegungen, eignen sich diversifizierte Anlagelösungen. Die Auswahl an Indexprodukten hat in den letzten Monaten zugenommen, mittlerweile können Investoren globale wie auch regionale (Europa, USA, Asien) Strategien wählen.</p>
<p>Regelmässige Infos zu ETF gibt es kostenlos im PDF-Magazin 10×10.ch – <a href="http://www.10x10.ch/" target="_blank">hier zu bestellen</a>.</p>
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		<title>Die Macht der Masse</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 08:10:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Thoeny</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaftliches]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdinvesting]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>

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		<description><![CDATA[Crowdfunding ist vor allem im kreativen Sektor der neue Hoffnungsstern. Die Finanzierungsmethode aus den USA trifft den Zeitgeist von Social Media und Selfmade und wird seit neustem auch in der Schweiz angeboten. Erste Erfolge versprechen einiges. <a href="http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/die-macht-der-masse/" title="Die Macht der Masse">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Crowdfunding ist vor allem im kreativen Sektor der neue Hoffnungsstern. Die Finanzierungsmethode aus den USA trifft den Zeitgeist von Social Media und Selfmade und wird seit neustem auch in der Schweiz angeboten. Erste Erfolge versprechen einiges.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-12128" title="No37_026b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/04/No37_026b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></p>
<p style="text-align: left;">Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie haben ein vielversprechendes Drehbuch, die Rollen sind bereits besetzt und auch die Crew steht in den Startlöchern. Das einzige, was Ihnen noch fehlt, sind eine Million Euro Produktionskapital. Was wie ein Schreckensszenario aus der Filmbranche klingt, ist in Realität eine Erfolgsgeschichte: Die deutsche Comedyserie Stromberg warb kürzlich für ihren geplanten Kinofilm und forderte seine Fans auf, bei der Finanzierung des Streifens zu helfen. Innerhalb von nur einer Woche steuerten Stromberg-Anhänger über eine Million Euro bei und der Filmproduktion stand nichts mehr im Wege – dank Crowdfunding.</p>
<p><strong>Alles oder nichts</strong></p>
<p>Auch hierzulande fällt der englischsprachige Begriff immer öfter, wenn es um Kapitalbeschaffung geht. Die Idee des neuen Finanzierungsmodells besteht darin, dass viele einzelne Geldgeber zusammen – die Crowd oder der Schwarm – ein Projekt finanzieren. Ort des Geschehens sind in der Regel Plattformen im Internet, wo Initiatoren und Unterstützer aufeinandertreffen und miteinander kommunizieren können. Die Betreiber der Plattformen unterstützen die Projektinhaber bei der Finanzierung und Umsetzung und beaufsichtigen gleichzeitig die gesamten Crowdfunding-Aktionen. Ihre Einnahmen generieren sie durch Prämien.</p>
<p>Wie auf einem Marktplatz präsentieren die Projektinitiatoren auf einem der verschiedenen Online-Portale ihre Idee. Wer sich als Geldgeber dafür interessiert, zahlt etwas ein. Meist handelt es sich um kleine Geldbeiträge, die in der Summe die erforderliche Kapitalhöhe ergeben sollen. Das Bittere daran: Schafft es ein Projekt nicht, die Zielsumme bis zum Stichtag zu erreichen, bleiben die Initiatoren mittellos – und die Förderer erhalten ihre Einzahlungen zurück . Ist die Finanzierungsaktion hingegen erfolgreich, profitieren die Geldgeber – je nach Höhe ihres Beitrags – von einer Gegenleistung. Die Motivation der Financiers hat aber wenig damit zu tun. Vielmehr geht es beim Crowdfunding darum, zur Entstehung eines Projekts beitragen zu können und Teil dieses Erfolgs zu sein.</p>
<p>Crowdfundings – auf Deutsch Schwarmfinanzierung – entstand in den USA. Als Pionier auf diesem Gebiet gilt die im Jahr 2000 gegründete Plattform ArtistShare, mit deren Hilfe Musiker ihr Album finanzieren konnten. Etwas später kamen weitere künstlerisch orientierte Plattformen hinzu. In Europa startete SellaBand durch, in den USA bescherten Portale wie IndieGoGo und Kickstarter der Branche ersten Aufwind. «In den USA ist Crowdfunding bislang am stärksten verbreitet. In den letzten Jahren kamen auf diesem Weg über achtzig Millionen Dollar  zusammen», sagt Karsten Wenzlaff, Gründer von ikosom, dem Berliner Institut für Kommunikation in sozialen Medien. Der Socialmedia-Experte veröffentlichte in seinem Institut 2011 die erste Crowdfunding-Studie im deutschsprachigen Raum. «Diese Art von Kapitalbeschaffung stösst auch in Europa auf Interesse. Vor allem der Kreativbereich nutzt diese neue Finanzierungsmöglichkeit mehr und mehr», so Wenzlaff.</p>
<p>Das ikosom unterscheidet zwei Arten von Crowdfunding: das klassische Crowdfunding und das Crowdinvesting. Beim klassischen Crowdfunding setzen sich Fans finanziell für Projekte ein, meist handelt es sich um künstlerische Werke. Im Gegenzug kommen sie in den Genuss von Goodies. Bei einem literarischen Projekt etwa erhalten sie ein signiertes Buch, bei einer Filmproduktion erscheint ihr Name im Abspann. Crowdinvesting hingegen kommt vor allem bei Startups und Unternehmensfinanzierungen zum Einsatz. Ein finanzieller Beitrag gilt als Investition und macht den Geber zum Anteilshaber. Was die beiden Modelle vereint, ist ihr Grundgedanke: eine internetbasierte Finanzierungsaktion, bei der viele kleine Beiträge zusammen die Umsetzung eines Projekts oder einer Geschäftsidee ermöglichen.</p>
<p><strong>Kultureller Antrieb</strong></p>
<p>Im deutschsprachigen Markt haben sich mittlerweile bereits über ein Dutzend Plattformen erfolgreich etabliert. In der Schweiz gehören wemakeit.ch, 100-days.net, c-crowd.com und jüngst auch projektstarter.ch zu den bedeutendsten. Ein Blick auf die von ikosom publizierten Zahlen von Deutschland und Österreich lässt auch für die Schweiz eine äusserst zuversichtliche Prognose erstellen: Bis April 2011 wurden in den beiden Ländern durch klassisches Crowdfunding 550 000 Euro erwirtschaftet – heute belaufen sich die Einnahmen bereits auf zwei bis drei Millionen Euro. Weshalb erlebt Crowdfunding gerade in der künstlerischen Sparte einen solchen Boom? Karsten Wenzlaff  kennt die Gründe: «Der oft finanzschwache Kreativbereich war bisher stark von institutionellen Geldgebern abhängig. Ohne öffentliche Fördergelder oder Verträge mit klassischen Verwertern wie Verlagen und Labels sah die Zukunft bislang nicht sehr rosig aus. Mit Crowdfunding erreicht diese Sparte eine neue Unabhängigkeit. Nun entscheiden plötzlich die Anhänger darüber, ob eine Idee realisierbar ist und unterstützt werden soll oder nicht.»</p>
<p>Auch die Gründer von wemakeit.ch und 100-days.net, das Projekt des Schweizer Newsletters Ron Orp, witterten ihre Chance, als sie im Februar 2012 kurz nacheinander mit ihren Plattformen Online gingen. Seither können sich die Kunst- und Kulturförderer vor Projektbewerbungen kaum retten. Beide Dienstleister beherbergen und betreuen im Schnitt jeweils rund fünfzig Projekte gleichzeitig. «Die grosse Nachfrage zeigt, dass wir den Nerv der Zeit treffen», freut sich Rea Eggli, Mitgründerin von wemakeit.ch. «Knapp 45 Tage nach dem Start hatten bereits neun Projekte ihre Zielsummen erreicht oder gar übertroffen.» Finanzierungsüberschüsse sind beim Crowdfunding keine Seltenheit.</p>
<p>Gemäss ikosom ist jede zweite Kampagne erfolgreich und im Durchschnitt mit 112 Prozent überfinanziert. Ist Crowdfunding für die Betreiber bereits ein Geschäft? Romano Strebel, Mitinhaber von 100-days.net, antwortet lachend: «Nein. Wir können mit den Prämieneinnahmen erst unsere Kosten decken. Die Beträge liegen momentan bei etwa 2500 bis 5000 Franken, unsere Prämie beträgt lediglich fünf Prozent jedes gelungenen Finanzierungsprojekts.» Ihnen gehe es primär darum, initiative Köpfe zu unterstützen. Gleichzeitig bedeute 100-days.net für die Ron Orp GmbH ein spannendes Community-Projekt mit positiven Lesermarketing-Effekten.</p>
<p><strong>Der Fleissige triumphiert</strong></p>
<p>Ist Crowdfunding gar ein Weg, um schnell und leicht an Geld zu kommen? Rea Eggli verneint entschieden: «Nein, das Geld ist auch da nicht gratis und leicht haben es unsere Ideengeber nicht. Jede Idee wird von uns kritisch geprüft. Sind wir vom möglichen Erfolg überzeugt, unterstützen wir die Kreativen dabei, das Projekt möglichst erfolgsversprechend zu präsentieren und begleiten sie während der ganzen Aktion.» Doch was bestimmt über Erfolg oder Misserfolg einer Crowdfunding-Aktion? «Der Wiener Kulturmanager Christian Henner-Fehr bringt es auf seinem ‹Das Kulturmangagement Blog› auf den Punkt: Qualität + Reputation + Netzwerk. Qualitative Projekte sind mit viel Einsatz verbunden und verfügen über einen guten Ruf und ein breites Netzwerk. Nur wer rackert, gewinnt», fasst Romano Strebel zusammen.</p>
<p>Dass sich professionelles Engagement bewährt, beweist das Crossover-Theaterprojekt «True Nature». Das erforderliche Tourneekapital generierten die beiden Künstler Anna Tenta und Johannes Glarner innert kurzer Zeit über wemakeit.ch. Ihr vielseits gepriesenes Stück über das Yogabusiness überzeugt nicht nur die Kritik, sondern auch die Schwarmfinanzierer: 26 000 Franken stellten sie zur Verfügung. «Da uns Stadt und Kanton finanziell nicht unterstützten, mussten wir die Uraufführung aus der eigenen Tasche bezahlen. Dank Crowdfunding können wir nun auf Tournee gehen», freut sich Glarner.</p>
<p>Auch die Macher des ersten Schweizer Schülerradios «kantipark.ch» sind zufrieden. Um ihren Studioumbau realisieren zu können, riefen sie auf 100-days.net zum Geldsammeln auf. Ihr Ziel von 1500 Franken haben sie übertroffen. Initiator Roman Zech wird Crowdfunding wohl auch in Zukunft wieder nutzen: «Diese Strategie hat uns nicht nur Kapital, sondern auch sehr viel Aufmerksamkeit von aussen gebracht. Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen.»</p>
<p><strong>Vertrauen ins Web 2.0</strong></p>
<p>Die Meinungen zu Crowdfunding scheinen durchwegs positiv zu sein. Dennoch zeigen sich viele Crowdfunder zu Beginn skeptisch gegenüber der internetbasierten Kapitalbeschaffung. Die Leute müssten die Gewissheit haben, dass ihr Geld sicher ans Ziel komme. Vertrauen und Missbrauchschutz seien beim Crowdfunding essenziell, sonst funktioniere das Modell nicht, erklärt Strebel. «Eine gesetzliche Grundlage existiert bisher noch nicht, umso wichtiger sind deshalb die Sicherheitsstandards der Anbieter. Unser Partner ist FairGive, eine Stiftung, die Spendentransaktionen über digitale Kanäle überwacht und den Datenschutz garantiert. Damit sichern wir nicht nur unsere Kunden, sondern auch uns selber ab.»</p>
<p>Crowdfunding stecke in Europa zwar noch in den Kinderschuhen, die ikosom-Untersuchungen machten aber deutlich, dass es mehr als ein Hype sei, sagt Karsten Wenzlaff: «In den nächsten Jahren wird sich der Bereich der Internetfinanzierung stark entwickeln. Der nächste Trend sind Start-up-Investitionen via Crowdfunding.» Die Schweizer Plattform für Crowdinvesting, c-crowd.com, scheint mit ihrer Ausrichtung das richtige Gespür zu haben. Mitbegründer Phil Steinberger erwartet von der Zukunft einiges: «Der Markt Schweiz hat noch grosses Potenzial, was Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmer betrifft. Auf der anderen Seite haben viele Privatanleger Vertrauen in das Finanzsystem verloren und öffnen sich neuen Möglichkeiten. Daraus entsteht Nachfrage und Angebot für Alternativen bei Finanzierungen und Investitionen – diese führen wir zusammen, das ist unsere Chance.»</p>
<p>Wie schnell und in welchem Mass sich Crowdfunding auf dem Schweizer Markt etablieren wird, ist schwierig vorauszusagen. Mit zunehmenden Erfolgsmeldungen von kommerziellen Projekten steigt aber mit Sicherheit das Interesse an Crowdfunding – und somit auch das Vertrauen in diese Finanzierungsphilosophie.</p>
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		<title>L’Entrepreneur: Sara Hürlimann</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/l%e2%80%99entrepreneur-sara-hurlimann/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 12:59:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rino Borini</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaftliches]]></category>
		<category><![CDATA[Entrepreneur]]></category>
		<category><![CDATA[Sara Hürlimann]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmertum]]></category>
		<category><![CDATA[zahnarztzentrum.ch]]></category>

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		<description><![CDATA[Das zahnarztzentrum.ch bietet das gesamte Spektrum der Zahnmedizin unter einem Dach. Die 16 Standorte – 4 weitere werden dieses Jahr eröffnet – sind an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Die CEO-Aufgaben teilen sich Sara Hürlimann und ihr Mann Christoph. <a href="http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/l%e2%80%99entrepreneur-sara-hurlimann/" title="L’Entrepreneur: Sara Hürlimann">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>«L’Entrepreneur» schaut hinter die Kulissen von Unternehmen und stellt die dahinterstehenden Personen vor. Dieses Mal: Sara Hürlimann von Zahnarztzentrum.ch.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><img class="size-full wp-image-12126 aligncenter" title="No37_025b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/04/No37_025b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></strong></p>
<p>Das zahnarztzentrum.ch bietet das gesamte Spektrum der Zahnmedizin unter einem Dach. Die 16 Standorte – 4 weitere werden dieses Jahr eröffnet – sind an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Die CEO-Aufgaben teilen sich Sara Hürlimann, promovierte Zahnärztin mit Vertiefung Oralchirurgie, und ihr Mann Christoph. Insgesamt arbeiten 340 Mitarbeiter für den Betrieb, der Umsatz belief sich 2011 auf rund fünfzig Millionen Franken.</p>
<p><strong>PUNKTmagazin  War die Gründung eine Bieridee oder von langer Hand geplant?</strong></p>
<p>SARA hürlimann_ Die Idee kochte zwei oder drei Jahre im Kopf. Den Entscheid, das zahnarztzentrum.ch tatsächlich zu gründen, fällten mein Mann und ich ganz spontan in den Ferien. Ab diesem Zeitpunkt bis zur Eröffnung der ersten Praxis dauerte es ein Jahr. Viele Freunde und Bekannte zeigten uns den Warnfinger: «Ihr seid doch wahnsinnig!»</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Ihre Vision? </strong></p>
<p><strong> </strong>Wir wollen die Grössten und Besten im Bereich der Zahnmedizin sein. Und wir sind schon sehr weit. Insgesamt betreuen wir unsere Kunden in 16 Filialen, dieses Jahr werden 4 weitere Zentren eröffnen. Die Qualität ist hervorragend, das spüren wir schon allein am starken Zustrom der Patienten.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Wie viele Seiten umfasst Ihr Businessplan? Spielt er im Alltag eine Rolle?</strong></p>
<p><strong> </strong>Er ist mehrere Seiten lang. Auf dem Papier sehen Zahlen immer sehr schön aus, aber wenn keine Patienten kommen, bringt auch der beste Businessplan nichts. Wir leben unser Unternehmen.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong><em>War es einfach, an Kapital zu kommen?</em></strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong> </strong></span>Wir haben von zehn Banken eine Absage erhalten. Unsere erste Finanzierung erhielten wir dann von der elften Bank, der Migros Bank.</p>
<p><strong>Was war rückblickend die grösste Herausforderung?</strong><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong>Der Schritt von zwei auf drei Filialen. Bei zwei Filialen konnten mein Mann und ich vieles selber erledigen und bestimmen, aber bei der dritten ging das nicht mehr. Das Aufsetzen von durchdachten Strukturen und Hierarchieebenen, ohne dabei Qualitätseinbussen zu erleiden, war schon eine sehr grosse Herausforderung. Das hat viel Hirn gekostet.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Der grösste Misserfolg?</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong> </strong></span> Wir eröffneten eine Filiale in Basel, die einfach nicht in die Gänge kam. Doch wir haben sie viel zu spät geschlossen. Investitionen sind das eine, das andere sind die hohen laufenden Kosten. Wir lernten daraus und würden heute mit der Schliessung nicht mehr solange zuwarten, auch wenn es wirklich weh tut.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Das Ärgerlichste, das Sie bisher erlebt haben? </strong></p>
<p><strong> </strong>Der Start lief wirklich hammermässig. Als wir unser Filialnetz verdoppelten – von vier auf acht – standen wir plötzlich vor einem gewaltigen Liquiditätsengpass. Es entstand eine unglaubliche Stresssituation: drei Kinder unter drei Jahren, ein Neugeborenes, acht Filialen und dann eben dieser Liquiditätsengpass. Das war unnötig.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;"> </span></em></p>
<p><strong>Was würden Sie tun, wenn Ihr Unternehmen morgen Pleite ginge? </strong></p>
<p><strong> </strong>Was für eine Frage – Holz anfassen! Schon alleine wegen unseren 340 Mitarbeitern wäre ich sehr traurig. Aber ich besitze noch zwei andere Firmen mit einem ähnlichen Konzept – arzthaus.ch und kinderarzthaus.ch. Ich würde mich dann auf diese konzentrieren.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Wie lautet Ihre Devise als Unternehmerin?</strong><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong>Alles, was man tut, muss besser sein als das, was sonst im Markt erhältlich ist. Ich habe die Zahnmedizin nicht erfunden, doch wir setzen das um, was ich auch als Patientin erwarte.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Wie viele Stunden arbeiten Sie pro Woche?</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong> </strong></span> Ich zähle sie nicht, Privatleben und Arbeit sind eng verbunden. Mein Prinzip lautet, so wenig wie möglich und soviel wie notwendig. Das variiert stark. Derzeit expandieren wir und das ist zeitintensiv. Aber ich nehme mir genügend Zeit, so gingen wir diesen Winter mit den Kindern fast jedes Wochenende auf die Skipiste.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Und zum Schluss: Wer sind Sie eigentlich?</strong><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong>Ich bin eine überdurchschnittlich aktive Person. Einige behaupten, ich sei hyperaktiv. Ich denke, ich bin immer fair und freundlich, aber sehr fordernd. Am Ende des Tages will ich Ergebnisse sehen. Und seit sieben Jahren bin ich passionierte Mutter. Als Mutter und Unternehmerin muss ich häufig zurückstecken. Früher war ich hin und wieder gerne ein Party Animal, aber Mutter sein ist fantastisch. <sup> </sup><em> </em></p>
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		<title>Generation Y</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/investierbares/mirjam-staub-bisang-generation-y/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 05:28:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam Staub-Bisang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Investierbares]]></category>
		<category><![CDATA[Generation Y]]></category>
		<category><![CDATA[Karriere]]></category>
		<category><![CDATA[Mirjam Staub-Bisang]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[War for Talents]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Generation Y will Inhalte, ist informiert und sucht Seelenverwandte im Internet. Unternehmen, die nachhaltig gestalten wollen, kommen an ihr nicht vorbei.  <a href="http://www.punktmagazin.ch/investierbares/mirjam-staub-bisang-generation-y/" title="Generation Y">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Die Generation Y will Inhalte, ist informiert und sucht Seelenverwandte im Internet. Wer nachhaltig gestalten will, kommt an ihr nicht vorbei.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-12209" title="KolumneBisang_b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/04/KolumneBisang_b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></p>
<p>Eclairs und Diplomat, Schoggi Mélange, endlos Telefonieren und Händchenhalten auf der Kunsteisbahn. Jugenderinnerungen lassen uns sentimental werden. Für die Generation X, die heute 35- bis 45-Jährigen, sind das die guten alten Zeiten. Eine Generation später ist alles anders: Brownies und Cupcakes, Double Shot Caramel No Fat Latte with Whipped Cream, Chatten statt Plaudern, Surfen statt Schlittschuhlaufen. Die heute 25- bis 35-Jährigen, nennen wir sie Generation Y, erleben vieles ganz anders. Die Liebe beginnt im Internet und endet mit einer Statusänderung in Facebook.</p>
<p>Es gehört zum Denkansatz der Nachhaltigkeit, den Wandel in der Gesellschaft aufzugreifen. Wer nachhaltig gestalten will, geht auf die Verhaltensweisen der Generation Y ein. Ihre Angehörigen suchen Seelenverwandte im Internet und nicht auf der Eisbahn. Sie fühlen sich mit Menschen verbunden, die sie noch nie gesehen haben, getrennt von Ozeanen. So bilden sich weltumspannende Tribal Communities aus Interessens- und Glaubensgenossen. Diese Communities ersetzen die Begegnung auf dem Pausenplatz. Das prägt. Nicht besser, nicht schlechter, sondern einfach anders sind die jungen Erwachsenen heute. Gleichzeitig stellen sie die nachrückenden Arbeitnehmer und Konsumenten.</p>
<p>Für Unternehmen ist das eine Herausforderung. Sie müssen sich im War for Talents um die besten Arbeitskräfte durchsetzen. So entwickeln sie Arbeitszeitmodelle, die eine taugliche Work-Life-Balance ermöglichen, oder auch den Karriereambitionen von Frauen mit Kindern Rechnung tragen. Wenig hilfreich sind Hinweise von altgedienten Führungskräften – selbst Babyboomer der Nachkriegszeit –, dass sie damals selbst malochten, um die Karriere zu sichern, oder aber den Kindern zuliebe auf den beruflichen Aufstieg verzichtet haben. Sozial nachhaltige Modelle vereinen eben die verschiedenen Ebenen der Lebensgestaltung.</p>
<p>Die Generation Y will Inhalte. Und sie ist informiert. Nachhaltigkeit ist deshalb schon beim Bewerbungsgespräch ein zentrales Thema und wird zum Wettbewerbsvorteil im Kampf um junge Talente. 85 Prozent der jungen Arbeitnehmer suchen eine Stelle mit Inhalt und Werten. Die Reputation einer Firma ist oft wichtiger als das Anfangssalär.</p>
<p>Das gilt auch für die Positionierung in den Absatzmärkten. Die neuen Konsumenten sind kritisch. Sie lassen sich kein X für ein Y vormachen. Sie informieren sich über Herstellungsprozesse von Produkten und scheuen sich nicht, ihre Meinung kundzutun. Mit traditioneller Werbung sind sie kaum zu beeinflussen, viel wichtiger ist die Meinung der Community. Nachhaltig aufgestellte Unternehmen erkennen das und handeln entsprechend. Sie meiden Reputationsrisiken und berücksichtigen in der Folge nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische und soziale Kriterien. Sie wissen: Informationen werden in Windeseile – mit Cybergeschwindigkeit – gestreut, gute wie schlechte.</p>
<p>Das passt schon &#8211; und zwar für alle Beteiligten. Es gibt also keinen Grund, sentimental zu werden und den guten alten Zeiten nachzutrauern. Nachhaltige Strategien ersetzen romantische Erinnerungen.</p>
<p><em>Dr. Mirjam Staub-Bisang ist Gründungspartnerin sowie Verwaltungsratsdelegierte der Independent Capital Management AG. Die Rechtsanwältin und Buchautorin hält zudem einen MBA-Abschluss der INSEAD.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Oldtimer – Pferdestärken als Renditequellen</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/investierbares/oldtimer-pferdestarken-als-renditequellen/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 07:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Kalhammer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Investierbares]]></category>
		<category><![CDATA[Oldtimer]]></category>
		<category><![CDATA[Reale Werte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.punktmagazin.ch/?p=12232</guid>
		<description><![CDATA[Das schnelle Geld lässt sich mit Oldtimern nur selten verdienen. Die Klassiker überzeugen dafür mit Wertbeständigkeit und hohen emotionalen Renditen. <a href="http://www.punktmagazin.ch/investierbares/oldtimer-pferdestarken-als-renditequellen/" title="Oldtimer &#8211; Pferdestärken als Renditequellen">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Das schnelle Geld lässt sich mit Oldtimern nur selten verdienen. Die Klassiker überzeugen dafür mit Wertbeständigkeit und hohen emotionalen Renditen.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><img class="size-full wp-image-12140 aligncenter" title="No37_057b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/04/No37_057b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></strong></p>
<p>Oldtimer sind Emotionen pur, verpackt in Stahl und Chrom und verkörpern Erinnerungen und Träume zugleich. Doch die Klassiker sorgen nicht nur für emotionale Gewinne, sie punkten auch mit realen Wertsteigerungen. Besonders angesichts der niedrigen Zinsen und der wachsenden Inflationsgefahr suchen Investoren nach beständigen Werten. Laut Experten können die Klassiker zumindest die Inflationsrate ausgleichen und zum Teil Renditen von fünf bis sieben Prozent liefern. Doch es geht auch extremer.</p>
<p><strong>Ein Milliardenbusiness</strong></p>
<p>Für den grauen Porsche 911 S, den Steve McQueen im Filmklassiker «Le Mans» fuhr, wurde die Summe von umgerechnet fast einer Million Euro bezahlt. Gleich viel kostete der Aston Martin DB4 GT. Gar einen Preis von über drei Millionen Euro erzielte «La Marquise», das älteste fahrbare Auto der Welt. Das Prunkstück wurde Ende 2011 im zarten Alter von 127 Jahren in Pennsylvania versteigert. Es ist also durchaus möglich, dass einzelne Modelle Wertsteigerungen von 200 Prozent erfahren, manchmal sogar innerhalb weniger Jahre. So brachte beispielsweise ein Ferrari Testa Rossa aus dem Jahre 1957 – nicht zu verwechseln mit dem Testarossa, der ab 1984 produziert wurde – seinem Verkäufer in den USA rund zwölf Millionen Euro ein. Teurer war bislang nur der Bugatti 57SC Atlantic. Insgesamt werden mit Oldtimern laut Weltverband FIVA pro Jahr rund 16 Milliarden Euro umgesetzt.</p>
<p><strong>Frühzeitig Trends erkennen</strong></p>
<p>All zu grosse Hoffnungen auf schnelle Gewinne durch Oldtimer sollte man sich jedoch nicht machen. Denn bei Investitionen in alte Autos gilt, was bei Finanztransaktionen immer gilt: Kaufentscheide sollten sorgfältig überlegt sein und nicht aus dem Bauch heraus getroffen werden. Schon gar nicht ohne ausreichende Informationen und Erfahrung. Darüber hinaus braucht es viel Geduld. Ähnlich wie es Börsenguru André Kostolany für Aktien empfohlen hat, sollte man sich vielleicht auch nach dem Kauf eines Oldtimers ein paar Jahre lang schlafen legen – und dann mit Gewinn verkaufen. Wer sich aber intensiv mit der Materie auseinandersetzt, kann gemäss Experten durchaus frühzeitig Trends erkennen. Wichtig ist, allfällige Investitionen für den Unterhalt der alten Karossen nicht ausser Acht zu lassen.</p>
<p>Interessenten sollten Fahrzeuge nur bei renommierten Händlern oder an Auktionen erstehen. Versteigert werden Oldtimer von der Schweizer Oldtimer-Galerie Toffen, vom deutschen Auktionshaus Lankes und Dorotheum in Österreich. Wer sich bei der Auswahl lieber auf das glückliche Händchen von jemand anderem verlässt, kann über Car Funds investieren. Letztlich bieten Oldtimer zwar keine Garantien für hohe Renditen, jedoch sicher für Fahrspass. Wer hin und wieder mit seinem Prunkstück ausfährt, erträgt es leichter, wenn der erhoffte Gewinn ausbleibt. <sup> </sup></p>
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		<item>
		<title>Ritalin der Achtziger</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/ritalin-der-achtziger/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 06:50:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Fehr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaftliches]]></category>
		<category><![CDATA[Lego]]></category>
		<category><![CDATA[Windenergie]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit fast sechzig Jahren spielt Lego eine Hauptrolle in den Kinderzimmern dieser Welt. Nach turbulenten Jahren befindet sich  der Konzern wieder auf gutem Kurs – und erobert neue Geschäftsfelder. <a href="http://www.punktmagazin.ch/wirtschaftliches/ritalin-der-achtziger/" title="Ritalin der Achtziger">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Seit fast sechzig Jahren spielt Lego eine Hauptrolle in den Kinderzimmern dieser Welt. Nach turbulenten Jahren befindet sich  der Konzern wieder auf gutem Kurs – und erobert neue Geschäftsfelder.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><img class="alignnone size-full wp-image-12118" title="No37_010b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/04/No37_010b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></strong></p>
<p>In den Achtzigerjahren war Lego nicht einfach ein Spiel, Lego war eine Erziehungsmethode. «Hier habt ihr ein paar Steine und Männchen, erschafft eure eigene Welt und lasst uns ein paar Stunden in Ruhe», lautete die Anweisung, die noch so gerne befolgt wurde. Mit Legosteinen liess sich selbst der grösste Zappelphilipp für ein paar Stunden beschäftigen. Lego war so etwas wie das Ritalin dieser Zeit, nur günstiger und ohne Nebenwirkungen. Auch in den Neunzigerjahren, als die ausländische Konkurrenz wuchs und Videospiele immer populärer wurden, hielt sich der Konzern wacker. Der grosse Einbruch erfolgte im Jahr 2003, als Missmanagement und eine Verzettelung in den Geschäftsaktivitäten zu einem Jahresverlust von 150 Millionen Euro führten. Fast ein Viertel der über 8000 Mitarbeiter verloren ihre Stelle, die Stimmung war auf dem Nullpunkt.</p>
<p><strong>Kompatibel seit 1963</strong></p>
<p>Zu den internen Problemen gesellte sich 2004 der Entscheid des Bundesgerichtshofs in Deutschland, den Schutz der Marke Lego aufzuheben, da die Noppen lediglich eine technische Funktion ausüben würden. Dem darauffolgenden jahrelangen Rechtsstreit setzte der Europäische Gerichtshof im September 2010 ein Ende. Er entschied, Lego sei definitiv keine Marke – und Billigkopien daher legal. Lego – die Steine sind übrigens seit 1963 alle miteinander kompatibel – liess sich durch den Rechtsstreit jedoch nicht aus dem Konzept bringen, im Gegenteil. Der Spielwarenkonzern wechselte das Management und trennte sich teilweise oder ganz von unnötigem Ballast wie Freizeitpärken, Kleiderlinien und Computerspielen und fokussierte sich wieder auf das Hauptgeschäft: Entwicklung und Verkauf von Lego-Welten. Sinnbildlich für den Wandel steht die Reduktion des Sortiments von über 12 000 auf gerade mal 7000 Teile.</p>
<p>Stattdessen ging man vermehrt gezielte Kooperationen mit der Filmindustrie ein, woraus erfolgreiche und lukrative Sondereditionen wie Harry Potter, Star Wars oder Pirates of the Caribbean resultierten. Erfolgreich sind auch Lego Bionicle und Lego Architecture, die Nachfolgeprodukte von Lego Technics,  die fast zur Hälfte von Erwachsenen gekauft werden. Fantasiewelten für die Kleinen, Technik für die Grossen – Lego für alle. Das Resultat dieser Strategie ist ein glänzend aufgestellter Konzern, der seinen Jahresgewinn 2011 erneut steigern konnte – auf satte 760 Millionen Euro – und heute wieder über 9000 Angestellte beschäftigt. In die Hände gespielt hat Lego wohl auch der gesellschaftliche Wandel hin zu mehr Qualität und Bewusstsein für die Herstellung von Spielzeugen.</p>
<p><strong>Seriöses Spielen mit Plato</strong></p>
<p>Bei Lego hatte man immer schon eine Affinität, Neues und Ungewöhnliches zu wagen. Ein Beispiel dafür ist Lego Serious Play, das sich an einer Aussage Platos orientiert: «Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr.» Bei Serious Play geht es darum, komplexe Situationen aus dem Geschäftsalltag in eine spielerische Form zu transformieren und so zu komplett neuen Lösungsansätzen zu gelangen. Spannend ist nicht nur der Ansatz an sich, sondern auch die Tatsache, dass das ganze Progamm in eine Open-Source-Hülle verpackt wurde. Sämtliche Grundlagen sind frei zugänglich.</p>
<p>Die neueste Meldung betrifft die Energieversorgung, und auch hier will der Lego-Konzern neue Massstäbe setzen. In den kommenden Jahren werden rund 400 Millionen Euro in den Bau eines Windparks vor der deutschen Küste investiert. Mit den 77 Turbinen verfolgt Lego das ehrgeizige Ziel, bis 2020 hundert Prozent des eigenen Energiebedarfs zu decken. CEO Jørgen Vig Knudstorp erklärt das weitsichtige Engagement wie folgt: «Diese massiven Investitionen in Windenergie sind keine einmalige Aktion, sondern integraler Bestandteil unserer Vision, weltweit positiven Einfluss auszuüben. Wir befinden uns am Anfang einer nie endenden Reise, und Investitionen in erneuerbare Energien sind ein grosser Schritt in die richtige Richtung.»</p>
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		<title>Emotionen trüben die Urteilskraft</title>
		<link>http://www.punktmagazin.ch/investierbares/emotionen-truben-die-urteilskraft/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 06:41:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Kalhammer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Investierbares]]></category>
		<category><![CDATA[Börse]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Weber]]></category>
		<category><![CDATA[Staatspleite]]></category>

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		<description><![CDATA[Anleger verhalten sich oft nicht rational. Mit einfachen Regeln, Selbstkontrolle und Disziplin können zumindest gravierende Fehler verhindert werden. <a href="http://www.punktmagazin.ch/investierbares/emotionen-truben-die-urteilskraft/" title="Emotionen trüben die Urteilskraft">zum Artikel</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Anleger verhalten sich oft nicht rational. Wie mit einfachen Regeln, Selbstkontrolle und Disziplin zumindest gravierende Fehler verhindert werden können, erklärt Behavioral-Finance-Experte Martin Weber.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><img class="size-full wp-image-12142 aligncenter" title="No37_059b" src="http://www.punktmagazin.ch/wp-content/uploads/2012/04/No37_059b.jpg" alt="" width="480" height="340" /></strong></p>
<p><em><strong>PUN</strong><strong>KTmagazin  Drohende Staatspleiten und Kapriolen an den Finanzmärkten stellen Anleger vor immer neue Herausforderungen. Gibt es angesichts dieser Veränderungen überhaupt das «richtige Verhalten» an der Börse?</strong></em></p>
<p><em>MartinWeber</em>_ Dass sich immer alles verändert, ist kein neues Phänomen. Wenn wir in der Geschichte zurückblicken, dann sehen wir, dass es schon immer Krisen gab. Spanien ist schon siebenmal Pleite gegangen, und in Deutschland gab es bereits zahlreiche Währungsreformen. Das ist an sich nichts Besonderes. Anleger, die sich rational verhalten und sich nach der Theorie richten, machen schon sehr viel richtig. Aber natürlich ist es schwierig, sich in Zeiten, die als turbulent wahrgenommen werden, richtig zu verhalten.</p>
<p><strong>Noch genereller gefragt: Ist rationales Anlegen überhaupt möglich? </strong></p>
<p>Nein, beziehungsweise nur sehr schwer. Das ist die Idee der Behavioral Finance. Unsere Forschungsrichtung beschäftigt sich mit dem tatsächlichen Verhalten der Anleger und den Auswirkungen auf die Märkte. Dass Menschen nicht immer rational handeln, ist völlig normal. Das gilt auch in anderen Bereichen, so fährt manch einer viel zu schnell Auto, obwohl das nicht rational ist.</p>
<p><strong>S</strong><strong>ind Emotionen der Grund für irrationales Verhalten? </strong></p>
<p>An der Börse sind Emotionen omnipräsent: Gier, Angst, Freude und Ärger. An der Börse ärgern wir uns vielleicht, weil wir zu spät eingestiegen sind oder weil wir Verluste machen. Wir freuen uns, weil ein Titel unerwartet stark gestiegen ist. Diese Emotionen sind normal, man erlebt sie täglich auch im Leben.</p>
<p><strong>Der Investor ist ein emotionsgeladenes Wesen mit animalischen Instinkten. Würden Sie das unterschreiben? </strong></p>
<p>Dass wir emotionsgeladen sind durchaus – aber in unterschiedlichem Ausmass. Warum sollte man sich an der Börse anders verhalten als im richtigen Leben? Wir ärgern uns ja auch, wenn wir beim Tennis den Ball ins Netz spielen. Rational wäre es, den Fehler zu vergessen und einfach weiterzuspielen.</p>
<p><strong>Von welchen Emotionen werden Anleger an der Börse hauptsächlich getrieben? </strong></p>
<p>Das kann man so allgemein nicht sagen. Das Risikoverhalten ändert sich laufend, obwohl dies nicht der Fall sein sollte. Dasselbe gilt für Erwartungen bezüglich der Zukunft. Ich denke, die beiden Hauptfaktoren, die uns emotional antreiben sind die Erwartungen und die eigenen Präferenzen.</p>
<p><strong>Welche konkreten Fehler begehen Anleger, wenn sie ihre Emotionen nicht im Griff haben? </strong></p>
<p>Man muss unterscheiden zwischen den Fehlern, die wir selbst begehen und deren ökonomischen Auswirkungen. Fehler auf der Individualebene sind beispielsweise, dass wir uns zu sicher sind, oder dass wir im Nachhinein meinen, alles gewusst zu haben. Diese Fehler wiederum haben Auswirkungen. Selbstüberschätzung beispielsweise hat zur Folge, dass Anleger zu viele Trades machen.</p>
<p><strong>D</strong><strong>er Anleger läuft ja doch immer nur dem Markt hinterher. Das Ziel, ihn zu schlagen, erreicht er so gut wie nie … </strong></p>
<p>Ja. Viele Anleger sind sich einfach zu sicher und überschätzen sich darum selbst. Eine weitere Folge davon ist, dass sie nicht richtig diversifizieren. Und doch denken viele Anleger, dass es gerade ihnen gelingt den Markt zu schlagen. Die Statistik spricht jedoch Bände. Individual-Investoren «schlagen» den Markt im Durchschnitt mit Minus zwei Prozent. Sie machen also Verluste. Das Ziel, den Markt zu schlagen, kann man nur durch Glück erreichen – erwarten kann man es nicht. Das wissen inzwischen sogar meine Kinder.</p>
<p><strong>Wie kann man nun erfolgreich an der Börse agieren? </strong></p>
<p>Erfolg an der Börse ist eine tolle Sache. Doch was ist Börse überhaupt? Es ist eine Möglichkeit, sich an Unternehmertum zu beteiligen. Eine Aktie von BASF ist beispielsweise ein Teil des Schornsteins von BASF. Wenn man sich am Eigenkapital beteiligt, sollte man eigentlich eine positive Rendite erwarten können. Und genau das ist der springende Punkt: Wir können zwar erwarten, eine positive Rendite zu erzielen. Was wir aber eben nicht erwarten dürfen, ist, dass wir den Markt schlagen.</p>
<p><strong>Erfolg an der Börse ist also nur möglich, indem man sich realistische Ziele setzt?</strong></p>
<p>Genau. Dann geht es noch darum, den Markt für sich realistisch abzubilden und dabei nicht zu hohe Kosten zu verursachen. Diese laufen oft aus dem Ruder durch zuviele Trades, teure Beratung und gebührenintensive Fonds.</p>
<p><strong>Wie sollen Anleger, die sich ihrer Emotionen bewusst sind, ihre Anlageentscheide fällen? </strong></p>
<p>Es gibt viele komplexe Überlegungen, bei denen allenfalls auch ein Berater mit einbezogen werden sollte. Die Kernfrage ist: Wann spare ich, wieviel spare ich und welches Risiko gehe ich ein. Dabei ist es gar nicht so wichtig, in welches Produkt man investiert, im ersten Moment ist das sogar völlig nebensächlich. Entscheidend ist hingegen, wieviel ich sparen will, wann ich das Geld benötige und wieviel Risiko ich ertragen kann. Wird das Geld breit diversifiziert im Markt angelegt, dann wurde schon sehr viel richtig gemacht.</p>
<p><strong>Gibt es Methoden, damit Anleger ihre Emotionen besser in den Griff bekommen und somit Fehler vermeiden können?</strong></p>
<p>Im Vordergrund steht das Vermeiden von Fehlern. Ganz nach dem Motto: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Man versucht also zu erkennen, wo seine eigenen Fehler liegen. Ich habe dies im vergangenen August, als die Kurse stark gefallen sind, an mir selber bemerkt. Ich war zu dieser Zeit in der nordostsibirischen See, konnte quasi nichts machen und war auch immer erst zwei Tage später informiert. Und es ging trotzdem gut. In der Zwischenzeit haben sich die Kurse wieder erholt. Aber Investoren haben den starken Drang, auf jede Veränderung zu reagieren, auch wenn es oft besser wäre, nichts zu tun und abzuwarten.</p>
<p><strong>Gibt es weitere Faktoren? </strong></p>
<p>Weniger ist oft mehr. Man sollte nicht in Aktivismus verfallen und sich jeden Schritt genau überlegen. Entscheidend ist, die Anlagekosten tief zu halten. Das Problem ist, dass Menschen die Idee von Zinseszinsrechnungen oft nicht verstehen. Anleger haben oft keine Ahnung, wie hoch die totale Rendite ist, wenn man ein bestimmtes Kapital über dreissig Jahre zu 8 Prozent verzinst. Im Gegenzug wissen sie aber häufig auch nicht, wie stark die Rendite durch Kosten von nur schon 1,5 Prozent jährlich geschmälert wird.</p>
<p><strong>Ihrer Ansicht nach ist also ein langfristiger Anlagehorizont durchaus sinnvoll? </strong></p>
<p>Es gibt keine statistische Evidenz, die dagegen spricht. Ich habe das Wort Anlagehorizont jedoch sowieso nie verstanden. Wenn ich Geld habe, lege ich es an und wenn ich Geld brauche, dann muss ich etwas verkaufen. Was ich aber wissen sollte, ist, welchen Betrag ich in zehn Jahren zur Verfügung haben will und welches Risiko ich bereit bin einzugehen.</p>
<p><strong>Welche konkreten Regeln</strong><strong> sollten sich Anleger zusammenfassend selbst auferlegen? </strong></p>
<p>Wichtig sind eine breite Streuung und Kostenkontrolle. Von Zeit zu Zeit müssen vielleicht leichte Anpassungen vorgenommen werden, ansonsten gilt: Finger weg! Das ist zwar langweilig – aber erfolgreich. Vorhersehungen, dass beispielsweise asiatische Märkte bald stark steigen werden, sind unsinnig, denn das weiss keiner. Man kennt die Marktstimmung immer erst im Nachhinein. Andernfalls wäre man in der Situation der Hexe Schlotterbeck mit ihrer Kristallkugel beim Räuber Hotzenplotz. Aber Investoren haben keine Kristallkugel, auch ich nicht.</p>
<p><strong>Gibt </strong><strong>es bestimmte Strategien, mit denen Anleger Ihre Ratschläge praxistauglich umsetzen können? </strong></p>
<p>Eine Investmentstrategie, die unserer Ansicht nach nicht so schlecht funktioniert, ist der Core-Satellite-Ansatz. Als Kernanlage sollten die wichtigen Märkte breit passiv abgebildet werden. Wenn man dann immer noch nicht ruhig schlafen kann, kann man noch etwas dazu kaufen wie beispielsweise ein paar Nebenwerte der Unternehmen der Nachbarschaft. Wer an Gold glaubt, der soll in das Edelmetall investieren, aber nicht als Core-Anlage. Bei grossen Werten sind ETF und Indexfonds vorzuziehen. Denn sie haben den grossen Vorteil, dass sie kostengünstig sind. Zudem generieren nur wenige aktive Fonds einen Zusatzertrag.</p>
<p><strong>Ist es möglich, aus dem Wissen über die Verhaltensfehler von anderen Investoren Kapital zu schlagen? </strong></p>
<p>Das wäre natürlich praktisch, aber so weit sind wir in der Forschung noch nicht. Behavioral Finance will wissen, was die Akteure im Markt machen und was die Auswirkungen auf die Marktpreise sind. Natürlich wäre es schön, wenn man wüsste, dass der Preis xy falsch ist und eigentlich woanders liegen müsste – und dieses Wissen nutzen könnte. Aber soweit sind wir nicht, und Fonds, die behaupten, mit Behavioral Finance den Markt zu schlagen, sind aus wissenschaftlicher Sicht unrealistisch.</p>
<p><sup> </sup></p>
<p><sup> </sup></p>
<p><em>Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Weber hält einen Lehrstuhl für Finanzwirtschaft an der Universtiät Mannheim.</em></p>
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