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	<description>Was ich meinen und anderen Enkeln gerne sagen will</description>
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		<title>Klageschrift der deutschen Sprache</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Politopa]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jun 2020 19:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[mehr Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Diesen Podcast hatte ich schon vor knapp 2 Wochen veröffentlicht. Er war scheußlich gesprochen und einiges vielleicht missverständlich. Deshalb noch einmal und obwohl etwas mehr [...]]]></description>
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<p>Diesen Podcast hatte ich schon vor knapp 2 Wochen veröffentlicht. Er war scheußlich gesprochen und einiges vielleicht missverständlich. Deshalb noch einmal und obwohl etwas mehr Text eingeflossen ist, ist die Dauer um 1 Minute (fast 20 %) gesunken. </p>



<p>Wer meine Podcasts über einen Feed abonnieren will, kann diesen Link kopieren: <a href="https://anchor.fm/s/21a6289c/podcast/rss">https://anchor.fm/s/21a6289c/podcast/rss</a></p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/klageschriftMusik2.mp3"></audio></figure>



<p>Hier könnt Ihr es lesen:</p>
<p>Eines Tages wanderte ich durch einen Wald, einen typischen deutschen Wald, mit Eichen, Buchen, Erlen, Birken und auch ein paar Kiefern. Als ich mehr zufällig hoch in die Bäume blickte, bemerkte ich an jedem Baum einen Zettel, auf dem offensichtlich etwas stand. Mit viel Mühe und Hilfe eines längeren Astes fischte ich mir einen Zettel herunter und sah die fette Überschrift</p>
<p><strong>Klageschrift der deutschen Sprache </strong></p>
<p>und las entsetzt diesen Text:</p>
<p>Werte Sprachverhunzerinnen und Sprachverhunzer,</p>
<p>euren unerbittlichen Kampf gegen Binnen-I, Sterne, Straßenkreuzungen, Doppelpunkten und was sonst noch die Verstümmlerinnen und Verstümmler einwandfreier deutsche Orthographie in petto haben, um Leserinnen und Lesern, Sprechern und Sprecherinnen, Rednerinnen und Rednern, Anwältinnen und Anwälten, Angeklagten und Angeklagtinnen  die Durchführung ihrer Tätigkeit nahezu unmöglich macht, zolle ich, ja, diesem Kampf, zolle ich meinen uneingeschränkten Respekt. Sie haben ihre Finger in die Wunde dieser Abkürzungsfanatikerinnen  und Abkürzungsfanatiker gelegt und stellen ein klares Stoppschild auf für alle diese unsinnigen Sprachverkürzerinnen und Sprachverkürzer, diesen verkappten Programmierknechten und Programmierknechtinnen (oder heißt es dann Programmiermägde).</p>
<p>Ich sage nur, stoppt diese Verächter und Verächterinnen deutscher Sprache, erhaltet die Möglichkeit unserer schönen Sprache, durch sinnentleerte Aneinanderreihungen überflüssiger Aufzählungen möglichst nichts zu sagen. Dies ist allemal besser als durch unaussprechliche Konstrukte auch nichts zusagen. Wirklich besser, wohl kaum,  deshalb: stoppt auch die Aufzähler und Aufzählerinnen unserer beiden oder aller möglichen denkbaren Geschlechter.</p>
<p>Und glaubt doch nicht, dass ihr<em> – lese ich weiter &#8211;</em> durch diese unendliche Aufzählerei zu waschechten Feministen und Vorkämpfer der Gleichberechtigung werdet (Pardon: natürlich Feministinnen und Feministen sowie Vorkämpfer und Vorkämpferinnen). Es verschafft euch nur das gute Gefühl angeblicher politischer Korrektheit und ihr könnt dahinter  euren Machismos, euer permanent geschlechterfeindliches Handeln verbergen. Stellt euch doch nur einmal vor, die Sprache hätte sich innerhalb eines Matriarchats und nicht eines Patriarchats entwickelt, &#8211;  wobei das ja nun gar nicht so genau weiß, wie das passiert ist,  &#8211; glaubt ihr dann, dass ich, also die Sprache einen solchen weitschweifigen Unfug zugelassen hätte oder dass vorzugsweise immer mit innen, innen, innen geredet werde würde.  Die Sprache ist viel zu ökonomisch, viel zu rational und rationell, sie ist weder weitschweifig, noch eine verkappte Programmiersprache, sie ist der Ausdruck eurer Seele und eures sozialen Miteinander und glaubt nicht, wenn ihr an diesem Ausdruck willkürlich herumschleift, das ihr damit irgendetwas an eurer Seele, eurem Miteinander ändert.</p>
<p><em>Und dann steht doch tatsächlich da:</em> Und wenn ihr behauptet, dass ich mit solchen Reden das Geschäft der sogenannten Alternativen und anderer Deutschtümlerinnen und Deutschtümler besorge, dann rufe ich euch zu: Ihr habt zugelassen, dass diese Leute euer Geschäft besorgen und habt zugelassen, dass eure Sprache blutleerer und armseliger und sinnentleerter wird und sie nicht mehr als Waffe im Kampf gegen unbrauchbare Alternativen taugt. Besinnt euch, nehmt die Sprache wieder in eure Hände! Lasst es nicht zu, dass aus dem Sterben eurer Sprache, das Sterben eurer Gedanken, das Sterben eures Handelns wird.</p>
<p>gez. Der Hohe Rat der Deutschen Sprache</p>
<p>Völlig verwirrt verließ ich den Wald und eilte nach Haus, um zur Zeitung zu greifen und um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Da stellte ich fest, ich kann nicht mehr lesen, bei jedem Großen I mitten im Wort, bei jedem Stern hakte ich fest, kam nicht über diese Hürde. Entsetzt schaltete ich das Radio ein und kam nun über Liebe Hörerinnen und Hörer nicht hinweg.</p>
<p>Meine Damen und Herren, wenn Ihnen dieser Zettel in die Hände gerät, werfen Sie ihn sofort weg, er richtet bleibende Schäden an.</p>
<p> </p>
<p> </p>
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		<title>Der unauslöschliche Glaube an die Verschwörung Teil 3</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Politopa]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2020 15:39:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[mehr Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Video ist für mich ein Schulbeispiel, wie man Phrase an Phrase aneinanderreihen kann und unglaubliche Massen stimmen dem unreflektiert zu, denn oft genug werden sie nur das herausgehört haben, was sie hören wollten.  ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://youtu.be/ZU85D8w5z_E"><img src="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/verschwoerungsglaubeTeil3-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-30541" width="285" height="160" srcset="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/verschwoerungsglaubeTeil3-1024x576.jpg 1024w, https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/verschwoerungsglaubeTeil3-300x169.jpg 300w, https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/verschwoerungsglaubeTeil3-768x432.jpg 768w, https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/verschwoerungsglaubeTeil3-1536x864.jpg 1536w, https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/verschwoerungsglaubeTeil3-1320x743.jpg 1320w, https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/verschwoerungsglaubeTeil3.jpg 1920w" sizes="(max-width: 285px) 100vw, 285px" /></a><figcaption><a href="https://youtu.be/ZU85D8w5z_E">Hier geht es zum Video</a></figcaption></figure>



<h2>Der Text zum Video</h2>
<p><strong>&#8222;Der unauslöschliche Glaube an die Verschwörung Teil 3&#8220;</strong></p>
<p>Zunächst einige Vorbemerkungen. Ich habe die Absicht, ein Video zu analysieren, das vor etwa zwei Wochen ins Netz gestellt wurde(etwa Mitte Mai 2020)  und im Netz einen großen Zuspruch gefunden hat. Es sind Bemerkungen eines Oberarztes aus der Intensivmedizin, der in sehr dramatischer um nicht zu sagen melodramatischer Art und Weise seine Sorgen über die Maßnahmen in der Corona-Krise zum Ausdruck bringt. Ich gebe hier nicht den Link zu diesem Video wieder, um nicht bei der weiteren Verbreitung Hilfe zu leisten. Dennoch gehe ich sogar noch einen Schritt weiter, denn ich habe dieses Video transkribiert und biete in meiner Beschreibung einen Link zur Schriftform des Videos an. Etwaige Ungenauigkeiten bitte ich zu entschuldigen, sie sind aber in keinem Fall sinnverändernd.</p>
<p>Ich muss außerdem vorab feststellen, dass es sich im engeren Sinne bei der Präsentation des Arztes nicht um verschwörerische Mutmaßungen handelt, jedenfalls nicht in unmittelbar offensichtlicher Weise. Dennoch ist die Sprache und dabei nicht nur die formale Ausdrucksweise sondern vor allem die Intonation, die dramatisierende Artikulation, sein verzweifelt scheinendes Zögern vor dem Aussprechen der nächsten Thesen von einem verschwörungsgläubigen Ductus geprägt, so dass man ihn ganz spontan in diese Ecke stellt. Und die himmelhochjauchzend positiven Kommentare machen deutlich, dass dies nicht nur mein subjektiver Eindruck ist.</p>
<p>Eine letzte Vorbemerkung: beim ersten Hören besonders der ersten Hälfte des Videos war ich ähnlich beeindruckt und berührt wie viele der Kommentatoren. Gerade deshalb fühle ich mich verpflichtet diesen Text einer klärenden Analyse zu unterziehen. In meinem ersten Podcast zu diesem Thema habe ich erwähnt, dass ich mich von manchen Vorträgen auch leicht beeindrucken lasse, dieser gehört leider dazu. Es ist häufig mein Stil, dass ich erst einmal glaube, um zu verstehen und dann erst langsam wach werde und den Worthülsen auf dem Grund gehe.</p>
<p>Noch eine Vorbemerkung bevor ich in die Analyse einsteige und diese Vorbemerkungen ist vielleicht die wichtigste. Der Beitrag suggeriert, dass dieser Arzt über Deutschland spricht und im weiteren Text beruft er sich auch auf das RKI (Robert-Koch-Institut). Dass er seit 2019 nicht mehr in Deutschland arbeitet sondern in der Schweiz,  wird total verschwiegen und man müsste also jetzt daraus schließen, dass die von ihm beklagten Verhältnisse schweizerische Verhältnisse sind. Aber das will er vermutlich nicht, er meint schon Deutschland. Dieses Verschweigen muss ich als perfide Lüge ansehen, denn die Kommentatoren schienen mir fast durchweg deutsche Bürger zu sein. Da doch einige Kommentatoren bemerkten, dass das Ganze vielleicht ein Fake sei, da hier weder ein Name noch eine Institution genannt wurde, fühlte sich ein ebenfalls namenloser Kommentator verpflichtet zu recherchieren und demaskierte ihn mit Namen und Arbeitsstelle. Vielleicht ist auch dieser namenlose Kommentator er selbst oder von ihm beauftragt.</p>
<p>Am Anfang wird man von ihm auf das Thema Angst eingestimmt, dass er von so vielen Menschen die schwer erkrankt sind, meistens beatmet werden erlebt hat und dann diese merkwürdige Formulierung „viele der Patienten werden diese Krankheit auch nicht überleben“.  Das liest sich so, als wenn er bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Corona-Toten erlebt hat, das mag dann etwas seine Haltung zu dieser Krankheit erklären. Dann schreibt er auch, was ich auch unterschreiben würde, „Hier weiß man noch sehr, sehr wenig. Es laufen viele Studien.“ Das ist eigentlich ein guter Satz, aber warum er dann später plötzlich alles über diese Krankheit weiß, wie wir sehen werden, ist doch wohl sehr erklärungsbedürftig.</p>
<p>Und nun kommt er überraschend zu der Schlussfolgerung <em>„dass diese Grippewelle dieses Jahr vergleichbar mit anderen Grippewellen von vor Jahren, letztes Jahr, vor fünf Jahren, vor 10 Jahren. Sie verläuft teilweise sogar eher mild.</em>“  Und das mag mit der Grippewelle ja so sein oder meinte er die Corona-Welle, also Grippe gleich Corona. Ich dachte immer die Medizin macht da einen Unterschied, da hat er vermutlich eine etwas andere Terminologie. Aber die Grippewelle, die eigentliche Influenza, die gab es natürlich auch und die mag ja vergleichbar mit irgendwelchen Jahren davor gewesen sein. Aber nun kommt seine gewaltige Schlussfolgerung „<em>sie verläuft sogar eher mild“,</em> also er meint Corona läuft vermutlich eher mild. Ja, diese Krankheit verläuft bei vielen mild und deshalb sind wir ja auch wegen der fast 400.000 Toten weltweit so entspannt, denn wir haben ja noch keine 50 Mio Toten wie bei der Spanischen Grippe vor fast 100 Jahren.</p>
<p>Und nun fragt er sich, was das mit der Zählerei soll. Also das Zählen der Fallzahlen ist eine Zählerei, vermutlich völlig sinnlos. Er will also nicht mal die Zahlen wissen, die Zahlen erzeugten angeblich Angst. Ich glaube, er meint wohl,  dumm stellen hilft gegen die Angst und damit wohl automatisch gegen Corona oder wie soll man das verstehen? Und woher will er wissen, dass Zahlen Angst erzeugen, die Särge in Bergamo waren es, vielleicht auch ihre schiere Anzahl, aber man soll ja nicht zählen, wenn die Särge an einem vorbeifahren, das würde ja nur Angst erzeugen. Und die „ominöse Reproduktionszahl“  mal falle. Mal steige sie. Ja, das haben so statistische Zahlen an sich, dass die mal fallen und mal steigen, das ist auch bei der „ominösen Reproduktionszahl“.  Sie würde jetzt natürlich steigen, da viel mehr getestet wird. Das könne man sogar beim RKI nachlesen. Und warum fällt sie jetzt, wo doch jetzt 3 Wochen danach noch mehr getestet wird, aber auch damals hätte schon durch mehr Tests zu einer kleineren Reproduktionszahl führen können.</p>
<p>So dann spricht er über vier Punkte, die ihm besonders wichtig sind,  die er als Tatsachen, als Fakten bezeichnet.</p>
<p>Zu Punkt 1: für die überwiegende Mehrzahl aller Menschen besteht kein signifikant erhöhtes Risiko, an dieser Krankheit zu versterben. Verstehe ich das richtig, man stirbt mit der gleichen Wahrscheinlichkeit, ob man diese Krankheit hat oder nicht? Oder im Vergleich zu irgendeiner anderen Krankheit? Z.b. Krebs oder Husten? Egal was er meint, in jedem Fall, es ist eine Meinung, ein Beleg sehe ich nirgends, ein Faktum ist es nicht.</p>
<p>Punkt 2: der Schutz der Risikogruppen würden Bettenknappheit auf Intensivstation verhindern. Einfacher formuliert: wenn wir die Risikogruppen schützen (er meint vermutlich wegsperren) gäbe es genügend Betten auf Intensivstationen. Das kann man ja annehmen, aber Fakten sind es deshalb  noch lange nicht. Außerdem räumt er ja damit ein, dass diese Krankheit wohl doch nicht so mild ist, wenn die Gefahr besteht, dass Bettenknappheit droht. Also nicht einmal zwischen seinen ersten beiden Punkten kann er Konsistenz herstellen. Vielleicht hat ihn die ominöse Reproduktionszahl etwas durcheinander gebracht.</p>
<p>Punkt 3: eine breite Isolation würde eine breite Immunisierung der Population verhindern. Also soll man doch nicht isolieren, wie er es für die Alten und Kranken vorschlägt. Nun fallen alle 3 wichtigen Punkte regelrecht auseinander oder meinetwegen zusammen. Aber auch ohne diesen Widerspruch ist der Punkt an sich wiederum eine Vermutung, aber kein Faktum, denn nur mit der breiten Masse der Alten könnte man eine breite Immunisierung hinkriegen (ob das bei diesem Virus überhaupt funktioniert, ist nach wie vor nicht klar, wird aber von ihm locker unterstellt).</p>
<p>Und nun Punkt 4,  der für ihn der entscheidende sei:  „<em>denn aktuell würden aufgrund fehlender Versorgung ganz akut an Herzinfarkten, Schlaganfällen, verzögerten Behandlungsbeginn von Krebserkrankungen Menschen sterben</em>“. Ja, das darf man gerne annehmen bei den Maßnahmen, die getroffen wurden, aber bislang gibt es dafür weder Einzelbelege noch Statistiken. Solange bleiben  seine Vermutungen Vermutungen und werden nicht per ärztliche Anordnung zu Fakten.</p>
<p>Man darf diesen Vermutungen Glauben schenken oder sie auch als unsinnig zurückweisen, widersprüchlich sind sie allemal und Fakten sind sie in keinem Falle. Aber nun wird es mit seinen Annahmen mit seinen Spekulationen regelrecht peinlich, peinlich für einen Arzt. Er fragt sich nun, <em>wenn man hier eine Risiko-Nutzen-Abwägung mache, also den Schaden im Verhältnis zum Nutzen setzt, dann wäre für ihn der Schaden mittlerweile höher als der Nutzen und das wäre es schon länger</em>. Vielleicht ist das die zentrale Aussage seiner sogenannten Botschaft überhaupt. Ein Arzt macht eine Risiko-Nutzen-Abwägung wie ein beliebiger Ökonom, der das darf, der das vielleicht sogar muss, von dem man es erwarte sollte. Ein Arzt darf bestenfalls das Risiko zwischen einer Behandlung mit seinen Nebenwirkungen oder oder einer anderen Behandlung oder einer Nichtbehandlung  abwägen. Aber statistische, wirtschaftliche Abwägungen, dass hier eventuell Existenz wegbrächen, langfristige dramatische Folgen für die nächsten 10 Jahre, hätte er sich als Arzt verkneifen dürfen und sollen und sich glücklich schätzen, dass er als Arzt immer auf der Seite des Individuums stehen darf.</p>
<p>Ich hoffe sehr, dass er nie zur Nutzen-Schaden-Abwägung gezwungen wird, wenn er bei seinem Versuch der breiten Durchseuchung wegen Bettenmangels in die klassische Triage-Entscheidung gerät. Ich möchte dann nicht in der Nähe seiner Klinik leben.</p>
<p>Aber nun wird es noch kurioser. Er sagt, <em>es wird behauptet aus dem Gesundheitswesen und von der Politik, dass es um die Gesundheit ginge und das nichts über den Schutz von Menschenleben ginge. </em>Ich kenne diese Argumentation nicht, ich habe nur immer gehört, dass es um den Schutz, um die Arbeitsfähigkeit des Gesundheitswesens ginge. Aber nun zerschmettert er die nichtexistente Argumentation (welche Heldentat!), dass es um die Gesundheit ginge. Denn wenn es um die Gesundheit ginge, dann würde man ja die anderen Missstände in unserer Gesellschaft bekämpfen, wie die nicht adäquate Belohnung in der Altenpflege, Glyphosat in der Landwirtschaft, die Kinderarmut die angeblich unzureichende Prävention. Nichts davon wäre auf der politischen Agenda und deshalb ginge es ja gar nicht um die Gesundheit. (Werter Herr Doktor, ich könnte da noch viel, viel mehr aufführen und viel tieferliegende Probleme, die behoben werden müssten.)</p>
<p>Aber nun da klar ist, dass es  eben nicht um die Gesundheit ginge, wie er sagt, kommt er nun zu der gewaltigen Schlussfolgerung, wir müssten uns selber um die Gesundheit kümmern, wir müssten eigenverantwortlich damit umgehen. Ja, mein Gott, das ist doch selbstverständlich. Ich behaupte natürlich nicht, dass alle so denken, wenn ich das auch wünschen würde, aber für unsere Gesundheit ist weder das Gesundheitswesen noch die Politik verantwortlich, für unsere Gesundheit sind wir in erster Linie selbst verantwortlich und eventuell gewisse gesellschaftliche und wirtschaftliche Verhältnisse, die schwer zu beeinflussen sind und die man verändern muss. Für die Gesundheit ist nicht das Gesundheitswesen verantwortlich, wenn es auch so heißt, es ist dafür verantwortlich, dass Krankheiten angemessen und nach dem Stand der Wissenschaft behandelt werden.</p>
<p>Und nun kommt er zum Immunsystem<em>, das nun entscheidend ist, und das durch die Angstmacherei nachweislich geschwächt wird</em>. <em>Nachweislich</em>, wir haben es wieder, die Verstärkung von qualitativen Aussagen, um nicht belegbare quantitative Aussagen zu vermeiden. Es ist jedenfalls neu, auch ohne Statistik, dass Angstmacherei das Immunsystem schwächt. Vielleicht gibt es Vermutungen, dass Angst das Immunsystem schwächt, aber wie viel Prozent der Leute davon betroffen sind, bleibt sein Geheimnis. Ich wüsste auch nicht, wie das zu ermitteln wäre, denn m. W. gibt es bislang keine Maßzahl für die Stärke von Immunsystemen. Und das wäre ja wohl die wichtigste Voraussetzung für  eine diesbezügliche Studie. Solange darf jemand all das, was er in seiner Umgebung wahrnimmt, als statistisch relevant betrachten. Und in meiner Umgebung hat man vielleicht  Sorgen, aber Angst oder gar panische Angst erzeugt durch Angstmacherei konnte ich nirgendwo bislang beobachten. Dass die Leute in seiner Intensivstation Angst haben, ist wohl das Natürlichste der Welt, dass er durch gutes Zureden diese Angst beheben oder lindern kann, hoffe ich sehr, aber ob dadurch nun wieder das Immunsystem gestärkt wird, das wird sich wohl nur schwer nachweisen lassen.</p>
<p>Und nun hat er es mit der Evidenz. Weiß er, was das ist? Da habe ich manchmal meine Zweifel. Ihm bricht das Herz, wenn Kinder Masken tragen sollen, denn dafür gäbe es keine Evidenz. Mir würde es das Herz brechen, wenn in einer Evidenz sichernden statistischen Untersuchung die eine Hälfte der Kinder erkrankt und die andere nicht. Dann doch wohl lieber ohne Evidenz auf sinnvoll erscheinende Maßnahmen setzen. Aber <strong>er</strong> weiß ja auch ohne Evidenz, dass die üblichen Hygienemaßnahmen ausreichen. Die Spitze ist dann, dass er feststellt, dass es für den Lockdown auch keine Evidenz gäbe. Ja mei,  möchte man da sagen. Obwohl es hierzu tatsächlich und zufällig eine Untersuchung im Großmaßstab gibt und die Evidenz ist wohl gesichert, wenn man Schweden mit den anderen skandinavischen Ländern vergleicht. Über eine Modellrechnung für Deutschland oder die Schweiz möchte ich gar nicht nachdenken, wenn man die schwedischen Ergebnisse zugrunde legt. Dennoch! Eine Studie zum Nachweis der Evidenz des Lockdowns zu verlangen, ist so daneben, dass es mich fassungslos macht.</p>
<p>Und nun käme im Herbst die nächste Grippewelle oder meint er Corona-Welle? Wäre es dann noch Sars-Cov-2 oder Sars-Cov-3. Ja, die Fragen müssten doch wohl jetzt geklärt werden, vielleicht ist es auch Sars-Cov-7, vielleicht macht das Virus einen riesigen Sprung oder es hat sich verzählt. <em>Diese Fragen müssten doch in einem wissenschaftlichen Miteinander geklärt werden und nicht gegeneinander, das würde doch jede Kraft rauben.</em> Wo wird denn gegeneinander gearbeitet? Oder meint er, dass alle Virologen der gleichen Meinung sein müssten, dann Gnade Gott dem Fortschritt der Wissenschaft.</p>
<p>Es wird jetzt immer unklarer und es fängt an, weh zu tun, das zu kommentieren, ich will es dennoch versuchen, obwohl ich nicht weiß, ob es mir gelingt. Im gleichen Satz sagt er, dass es die Aufgabe der Ärzte wäre, dem Patienten die Angst zunehmen und dass sie auch den ganzen Tag nichts anderes tun würden. Das ist ja gut, freut mich außerordentlich.  Aber er macht jetzt nicht Schluss sondern meint, noch einen flammenden Appell anschließen zu müssen:  jetzt müsse man es tun und dann der markante Satz „<em>wer wenn nicht wir, soll es tun und wann wenn nicht jetzt“.</em> (Findet man bei Sprüchen im Internet, Zitat hat er vergessen) Also macht er es jetzt oder muss er erst noch dazu aufrufen oder was denn nun.</p>
<p>Der Appell wird nun immer flammender. Nun müssen wir aufstehen und einstehen <em>für ein Gesundheitssystem, wie wir es wollen</em>. Welches meint der denn? Natürlich nicht ein einziger Vorschlag, nichts was man anfassen kann. Oder meint er, dass die vielen sinnlosen Operationen weitergehen sollen, damit sein Job als Anästhesist und Intensivmediziner gesichert bleibt? Ich weiß nicht, ob dieser Mann ein guter Arzt ist, vielleicht ist er es, aber ich glaube nicht, dass er als Anästhesist vor einer Operation mir die Angst nehmen könnte, wenn ich die dann hätte, mit einer solchen inkonsistenten und verschwommenen Argumentation.</p>
<p>Wenn doch nur ein einziger Vorschlag käme, wie z.B. die Kommunalisierung der Krankenhäuser oder meinetwegen auch die Totalprivatisierung, dann wäre ich befriedigt und  stünde nicht so hilflos vor diesem Text. Nein, das hat nicht mal das magere Niveau einer Verschwörungstheorie.</p>
<p>Aber meine Verzweiflung gilt nicht diesem Mann, der wäre mir egal,  sondern den vielen Kommentaren, die diesem Geschwafel zujubeln. Wenn es nicht einige deutliche kritische Stimmen darunter gäbe, ich würde an mir selber zweifeln.</p>



<div class="wp-block-file"><a href="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/Verschwörung-Teil-3.pdf">Verschwörung-Teil-3</a><a href="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/Verschwörung-Teil-3.pdf" class="wp-block-file__button" download>Herunterladen</a></div>



<p>Hier der Text zum Video des Intensivmediziners</p>
<p><a href="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/Inntensivmediziner.pdf">Inntensivmediziner</a></p>



<h2>Nachbemerkungen</h2>



<p>Nach Fertigstellung dieses Podcasts hatte ich mich daran gemacht, die kritischen Kommentare zu dem Video des Arztes einzusammeln. Dabei habe ich dann bemerkt, dass es doch entschieden mehr kritische Kommentare gibt, als ich beim ersten Durchchecken gedacht hatte und diese sind auch zum großen Teil sehr fundiert. Naturgemäß wiederholen sie einiges an der Kritik, die ich hier vorgebracht habe,  ich muss natürlich sagen, ich wiederhole es, aber es sind doch unabhängige Einschätzungen, wie ihr mir glauben dürft und deshalb für mich sehr wertvoll. Aber zum Teil ergänzen sie sich auch hervorragend und da Kommentare sehr leicht verschwinden können, habe ich sie hier eingesammelt und gewissermaßen verewigt.  Wie aus einigen dieser Kommentare hervorgeht, soll der Arzt das Originalvideo selbst gelöscht haben. Natürlich wird von etlichen Kommentatoren wie selbstverständlich unterstellt, dass das von YouTube durchgeführt wurde, ist ja schließlich alles eine Verschwörung. Da ich nicht weiß, warum das Originalvideo gelöscht wurde und der Arzt sich auch nicht in die Folgediskussion eingeschaltet hat, kann ich nicht davon ausgehen, dass er zu besseren Einsichten gelangt ist. Aber unabhängig davon bleibt es für mich ein Schulbeispiel, wie man Phrase an Phrase aneinanderreihen kann und unglaubliche Massen stimmen dem unreflektiert zu, denn oft genug werden sie nur das herausgehört haben, was sie hören wollten.  Selbst wenn ihr hier 20 &#8211; 30 Kommentare mit kritischen Inhalt findet,  stehen immer noch hunderte von Kommentaren mit unglaublicher Borniertheit und Ignoranz gegenüber.</p>



<div class="wp-block-file"><a href="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/Kritische-Kommentare.pdf">Kritische-Kommentare</a><a href="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/Kritische-Kommentare.pdf" class="wp-block-file__button" download>Herunterladen</a></div>



<p>Der Vollständigkeit halber gebe ich hier einige wenige positive Kommentare von etlichen Hundert wieder. Da sie alle sehr ähnlich sind, würde sich eine Wiedergabe auch aus diesem Grund nicht lohnen.</p>
<p>&nbsp;</p>



<div class="wp-block-file"><a href="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/Positive-Kommentare.pdf">Positive-Kommentare</a><a href="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/Positive-Kommentare.pdf" class="wp-block-file__button" download>Herunterladen</a></div>
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		<title>Rundumschlag gegen die deutsche Politik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Politopa]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2020 14:28:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Susanne Gaschkes Generalabrechnung mit den Merkel-Jahren]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2>Susanne Gaschkes Generalabrechnung mit den Merkel-Jahren</h2>



<p><a href="https://www.welt.de/debatte/kommentare/article209108837/Trumps-Amerika-Unser-Buendnis-mit-den-USA-sollten-wir-nicht-ueber-den-Haufen-werfen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier der Link zum Artikel von Susanne Gaschke</a></p>



<p><a href="https://youtu.be/TU_CV8NVles">Hier der Link zum Video</a></p>



<p>Sehr geehrte Frau Gaschke, Sie haben einen hervorragenden Bogen unseres politischen Versagens gespannt, wie  wir alles mit vollen Händen, was einmal gut war, wegwerfen. Sie fangen gleich mit der SPD an, die sich selbst wegwirft und gehen sofort zu den nächsten Versagensleistungen unserer letzten 15 Jahre über, die man automatisch dann nach diesem Einstieg gleich der SPD mit zuschiebt. Da muss man erst noch einmal von vorne lesen, um nachzusehen, ob Sie das so gemeint haben. Nein, so haben sie es nicht gemeint, aber so dürfte es bei den meisten angekommen sein. Und dann geht es weiter über die Abschaffung der Wehrpflicht, über die schwierige Situation mit Amerika, denen wir  angeblich leichten Herzens gestatten, ihre Truppen abzuziehen (von Trumps leichtem Herzen, die amerikanischen Truppen abzuziehen, ist dabei natürlich nicht die Rede). Und wo muss es natürlich dann zum Schluss enden, ganz automatisch bei Angela Merkel,  die ja die Folgen ihrer Energiewende, die Folgen ihrer Corona-Politik, die Folgen des Lockdown ja nicht mehr ausbaden müsse, weil sie dann ja bereits in Pension wäre. Dies ist mindestens genauso unfair, als wenn ich Ihre Miesmacherei Ihrem berechtigten Ärger über die Abservierung  Ihres Mannes Hans-Peter Bartels zuschreibe. Nein, das glaube ich dann doch nicht.</p>



<p>Ich muss sagen, Sie haben mir mit dem Artikel so richtig die Stimmung verdorben, ich war danach nicht mehr in der Lage, mir zu überlegen, ob ich als Gegenstück einen positiven Bogen in dieser Art spannen könnte für die letzten 15-20 Jahre. &nbsp;Wenn Sie das können, dann bitte ich Sie dringend, bei Ihrem nächsten Kommentar das doch einmal zu versuchen, damit wir wieder etwas aufatmen können und nicht nur vor der Misere unseres Landes stehen, das wir natürlich bei der nächsten Gelegenheit wieder als eines der besten der Welt loben werden. Dem würde ich mich dann gerne anschließen.</p>


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		<title>Der unauslöschliche Glaube an die Verschwörung Teil 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Politopa]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2020 16:05:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[mehr Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Analyse eines Disputs im Kommentarteil eines Youtube-Videos zu Verschwörungstheorien.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Hier kannst du den Podcast hören. Oder/und danach den Text lesen.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/theorien2.mp3"></audio></figure>



<p>Der Kanal redefabrik hat einen Video bereitgestellt, dass sich mit Verschwörungstheorien auseinandersetzt. Ich finde das Video ganz gut, aber das darf jeder für sich selbst entscheiden, deshalb hier in der Beschreibung der link zu diesem Video <a href="https://www.youtube.com/watch?v=35ayb50j9mQ">https://www.youtube.com/watch?v=35ayb50j9mQ</a>.</p>



<p>Ich setze mich nicht mit diesem Video auseinander sondern mit der Kommentierung und dabei genauer mit einen Schlagabtausch, auf den ich nach einigem Lesen gestoßen bin. Ich kann leider kein Link dafür angeben, das ist wohl technisch nicht möglich, deshalb habe ich den <a href="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/disputMitKommentaren.pdf">Thread </a>kopiert und man darf sich das gerne unabhängig durchlesen. Dabei sind einige Kommentare von mir eingeblendet, in kursiv, so dass sie auch gerne übersprungen werden können, um unabhängig zu urteilen. Der Disput findet zwischen einem <em>mortal combat</em> statt auf der einen Seite und auf der anderen Seite ein Kommentator mit dem Namen <em>Der Spiegelhalter</em> und später steigt für den Spiegelhalter ein Kommentator mit dem Namen KDK ein. Man darf sich natürlich auch über diese Namen Gedanken machen, aber auch das will ich hier aus Platzgründen und vor allem Zeitgründen unterdrücken.</p>



<p><em>Mortal combat</em> wirft der Bundesregierung und den Mainstream-Medien vor, Verschwörungstheoretiker zu sein weil sie sich nicht mit den „wissenschaftlichen Standpunkt der Professoren und Doktoren auseinandersetzen die die Corona-Maßnahmen kritisieren, sie würden sich weigern in den offenen Diskurs zu geben“. Hier wird stillschweigend unterstellt, dass Meinungsäußerungen von Professoren und Doktoren, deren Name er nicht nennt oder vielleicht auch nicht kennt, automatisch wissenschaftlich begründete Meinungen sind. Vielleicht will er auch suggerieren, dass Professoren und Doktoren per se Wissenschaftler sind. Was allerdings nur in den seltensten Fällen zutrifft. Und wenn Sie es sind oder waren, haben sie gewöhnlich nicht das Expertenwissen für das hier geforderte Spezialgebiet und hatten es auch früher nicht oder es ist veraltet.Ich benutze hier absichtlich keine Namen, da auch <em>mortal combat</em> &nbsp;keine Namen genannt hat.</p>



<p>Stattdessen würden Politik und Medien „den Aussagen des RKI und Doktor Drosten blind vertrauen“. &nbsp;Sie vertrauen nicht nur, sie vertrauen blind, das Drosten kurzerhand der Professorentitel aberkannt wurde, sei geschenkt und dass diese Institutionen und Personen nur noch Aussagen machen im Gegensatz zu den wissenschaftlichen Standpunkten der nicht genannten Professoren und Doktoren mag jeder für sich selbst bewerten. Für mich ist interessant, dass diese sprachlichen Verschiebungen möglicherweise völlig unbewusst stattfinden, dennoch muss man sie aufdecken, damit die Argumentation richtig bewertet werden kann.</p>



<p>Nun verlangt <em>mortal combat</em>, dass die Politiker „vernünftige Maßnahmen ergreifen“ und behauptet „diese Maßnahmen die gerade laufen absolut unvernünftig sind“. Vermutlich kennt <em>mortal combat</em> die vernünftigen Maßnahmen, aber darum geht es nicht: mit seinem „absolut unvernünftig“ verstärkt er seine Behauptung, um sich einer faktischen Begründung der angeblich unvernünftige Maßnahmen zu entledigen.</p>



<p>Nun räumt <em>Der Spiegelhalter</em> ein, dass es schon vor den Kontaktverboten &nbsp;(die es übrigens nie gegeben hat) die Erkrankungen rückläufig waren. Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für <em>mortal combat</em> und er unterstellt, dass <em>Der Spiegelhalter</em> gesagt habe, dass die Infektionszahlen schon rückläufig „vor den allerersten Maßnahmen“ gewesen sind. Wieder eine Verstärkung auf „allererste Maßnahmen“, obwohl <em>Der Spiegelhalter</em> das weder gesagt hat noch stimmt es. Nun wird noch munter behauptet „die Zahlen stimmen vorne und hinten nicht“, also vermutlich kennt er die richtigen, um das zu behaupten. Und dass die „Todeszahlen recht niedrig“ wären gegenüber „durchschnittlichen Grippetoten“. Welche meint er, die von 2018 mit einer deutlichen Übersterblichkeit oder die von 2016 und anderen Jahren mit einer großen&nbsp; Grippewelle ohne deutliche Übersterblichkeit bzw. &nbsp;ohne eine messbare Übersterblichkeit? Aber nun fange ich doch an, auf der Sachebene zu argumentieren, ich will ja auf der Sprachebene bleiben. Die Sachebene haben eigentlich Spiegelhalter und KDK hervorragend bedient. Für die sprachliche Ebene halten wir fest, dass er quantitativ scheinende Angaben (recht niedrig, durchschnittlich) ohne Zahlen macht.</p>



<p>Aber jetzt lässt er doch die Katze aus dem Sack, denn er meint, daraus schließen zu können, dass „im Hintergrund ganz was anderes läuft“. Auf die Nachfrage was denn da im Hintergrund gelaufen wäre kommt der Hinweis auf die Schweinegrippe. Hier wurden wir „bewusst verarscht, nachweislich“. Wieder diese verstärkende Sprache <em>verarscht</em> ist schon sehr stark <em>bewusst verarscht</em>, das ist schwerer Betrug und nun ist es auch noch nachweislich, dann wäre es ja schon fast gerichtlich dingfest zu machen. Damit ist es also nachweislich nachgewiesen. Ich habe mal gelesen, dass man Verschwörungserzähler nicht verspotten soll, dann solidarisieren sich die Noch-nicht-Verschwörungserzähler mit ihnen. Mag sein, aber manchmal muss man Luft rauslassen.</p>



<p>KDK fragt nach aussagekräftigen Quellen und <em>mortal combat</em> antwortet <em>„guck doch bitte die doku &#8222;profiteure der angst&#8220; an, findest du auf Youtube“</em> . Das ist interessant, jetzt werden die viel gescholtenen Mainstream-Medien als Kronzeugen für die Wahrheit angerufen. Natürlich nur wenn sie passt. Dies ist eine sehr übliche Methode hat aber leider nichts oder nur wenig mit meiner Sprachkritik zu tun. Kann es mir hier nur wieder nicht verkneifen.</p>



<p>KDK führt nun die Spanische Grippe an und wird von <em>mortal combat</em> zurechtgewiesen, dass man die Spanische Grippe ja nicht mit der jetzigen Situation vergleichen kann, damals gäbe es ja 50 Millionen Tote. Das ist doch eine recht kuriose Argumentation. Vielleicht ist die Überlegung angebracht, obwohl sie in dieser Absolutheit nicht stimmt, dass es diese 50 Millionen Tote gab, weil eben solche drastischen Maßnahmen nicht ergriffen wurden. Also man muss durchaus vergleichen aber das Vergleichen verbietet sich ja. &nbsp;Nun meinte er, dass das in Deutschland ein „falscher Alarm“ gewesen sei, „nichts besonderes gewesen ist“, er meint die Epidemie. Diesmal keine sprachliche Verstärkung sondern Abschwächung aber mit dem gleichen Ziel, fehlende Fakten und Zahlen durch Sprachakrobatik zu ersetzen. Und wieder will ich mir eine aus der Reihe nicht verkneifen: Da kann ich nur hoffen, dass <em>mortal combat</em> damals gefordert hat, dass die freien Bettenkapazitäten den Italienern und Franzosen zur Verfügung zu stellen sind und die Regierung aufgefordert hat, Solidarität zu üben und nicht zu mauern. Das wäre mal eine richtig massive Kritik gegen die Regierung, für die er meine Unterstützung bekommen hätte. Aber ich befürchte, dass er damals vor Angst geschlottert hat bei dem Gedanken, dass die Regierung vielleicht auf die Idee kommen könnte,&nbsp; europäische Solidarität zu üben.</p>



<p>Nun ist die Maskenpflicht „absolut absurd“, wieder diese sprachliche Überhebung, die wiederum als Ersatz für Belege fungieren soll. Und dass die Maskenpflicht nur heute „absolut absurd“ ist und vor einigen Wochen noch nicht, bleibt sein Geheimnis. Hier könnte er sogar RKI und  Drosten kritisieren, die häufig die Bedeutung der Maske heruntergespielt haben, ja sie zum Teil sogar als kontraproduktiv angesehen haben.</p>



<p>Solche Dispute gehen gewöhnlich sang und klanglos zuende.  <em>KDK </em>hat noch mal zwei ganz gute fundierte Kommentare angehängt, aber dann kam keine Antwort mehr, lassen wir das auch hier ausklingen und ihr könnt euch eure eigenen Gedanken machen. Ich habe noch vor einen, vielleicht sogar zwei Podcast anzuhängen, die sich mit Verschwörungsglauben im Zusammenhang mit der Corona-Krise beschäftigen und werde mich dann wieder melden. </p>



<p><a href="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/06/disputMitKommentaren.pdf">Kommentierte Wiedergabe des Disputs</a></p>
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		<title>Der unauslöschliche Glaube an die Verschwörung Teil 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Politopa]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 May 2020 14:07:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[mehr Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Vielfach neigen Leute, die wie ich allergisch gegen Verschwörungstheorien sind, dazu, alles was nicht offen auf dem Tisch liegt, als Verschwörungstheorien zu verdammen. Das ist eine geistige Vereinfachung, die wir uns nicht leisten sollten, wenn wir uns mit den tatsächlichen und letztlich auch gefährlichen Verschwörungstheorien auseinandersetzen wollen.]]></description>
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<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/05/musikvorspanntheorien1.mp3"></audio><figcaption>Hier kannst du dir diesen Beitrag als Podcast anhören.</figcaption></figure>



<h2>Zu verschwörungstheoretischem Denken</h2>
<p>Es ist in den letzten Wochen etwas sehr Erstaunliches passiert. Mehr als 200 Regierungen dieser doch so unterschiedlichen Welt, sind sich in der Beurteilung der Corona-Krise nur in Schattierung uneinig und dies alles, ohne dass sie sich zu einer großartigen Sitzung zusammen gefunden haben.</p>
<p>Bei dieser überwältigenden Einigkeit sollte man doch meinen, dass da kein Plätzchen mehr für großartige Verschwörungstheorien übrig ist. Aber ganz im Gegenteil, sie blühen und gedeihen vielleicht gerade deshalb. Und ich fing an zu überlegen, ob ich mich damit intensiver beschäftigen sollte. Ich gebe zu, dass die Beschäftigung mit diesen Theorien mir einige Schwierigkeiten bereitet. Das hängt natürlich vor allem damit zusammen, dass man fein säuberlich unterscheiden muss, wo finden nur abweichende Meinungen vom sogenannten Mainstream statt und wo muss man die Keule Verschwörungstheorie herausholen.</p>
<p>Ich muss vorausschicken, dass mir der Begriff Verschwörungstheorie überhaupt nicht gefällt. Das hat den einfachen Grund, dass der Begriff ursprünglich von Leuten und aus Gründen eingeführt wurde, die nun überhaupt nicht nach meinem Geschmack sind. Der Begriff ist eine Erfindung, möglicherweise eine Gemeinschaftserfindung von CIA und FBI mit der Zielsetzung, alle Theorien, die damals Attentatstheorien genannt wurden, die nicht der offiziellen Lesart über die Vorgänge um den Kennedy Mord folgten, die von der Warren-Kommission festgelegt wurde,.</p>
<p>Dass die Warren-Kommission damals horrenden Blödsinn verbreitet hat, und dies nicht etwa aus Unfähigkeit sondern sehr gezielt, bestreitet heute kaum noch jemand. Aber das Ziel war schon erreicht, weitere offizielle Untersuchungen zum Kennedy Mord haben nicht mehr stattgefunden, ich muss einschränken, ich habe jedenfalls nie wieder etwas Derartiges gehört. Das hat natürlich damals weder dem Journalismus Ruhe gelassen, noch den Thrillerautoren, noch der Hollywood-Filmindustrie.</p>
<p>Dass dieser Begriff dann eigentlich von der Gegenseite übernommen wurde, also den Kräften, die den amerikanischen Geheimorganisationen und natürlich deren steuernde Hintermännern alles Mögliche Böse zutrauten, entbehrt nicht einer gewissen Komik.</p>
<p>Vielfach neigen Leute, die wie ich allergisch gegen Verschwörungstheorien sind, dazu, alles was nicht offen auf dem Tisch liegt, als Verschwörungstheorien zu verdammen. Das ist eine geistige Vereinfachung, die wir uns nicht leisten sollten, wenn wir uns mit den tatsächlichen und letztlich auch gefährlichen Verschwörungstheorien auseinandersetzen wollen.</p>
<p>Aus der Literaturkritik wissen wir, dass jede Literatur, also Schriftstücke, die den Anspruch erheben, Literatur zu sein, einen doppelten Boden haben. Und ein tieferes Verständnis der Literatur kann man nur erlangen wenn man diesen doppelten Boden wenigstens erahnt. In der Politik und der Wirtschaft kann man davon sprechen und spricht man davon, dass hinter jeder Geschichte eine andere Geschichte ist.</p>
<p>Wenn politische Handlungen besonders dämlich erscheint, vielleicht auch dem Handelnden sogar schaden könnte, sollte man sich fragen, ob dahinter nicht ein verstecktes strategisches Interesse liegt, das Vorrang vor einem kurzfristigen Nachteil hat. Dies wäre dann die Geschichte hinter der Geschichte. Doch wenn man in diese Denkrichtung geht, dann sollte man sie auch konsequent weitergehen, dann gibt es nämlich auch eine Geschichte hinter der Geschichte hinter der Geschichte und so weiter und so weiter. Ob wir uns dann im verschwörungstheoretischen Gestrüpp verheddern, ist sicher kaum noch auszumachen.</p>
<p>Was ich sagen will, ist, dass die Welt komplexer ist, als sie auf dem ersten Blick erscheint. Obwohl es nun so erscheinen mag, dass ich hiermit Verschwörungstheorien anhänge, ist es im Grunde genommen das Gegenteil einer Verschwörungstheorie. Verschwörungstheorien lassen nur erscheinen, dass die Welt komplex ist, indem sie Vermutungen, Gerüchte, Hypothesen zu großartigen Wahrheiten aufblasen. Sie sind die großen Vereinfacher, die Alleserklärer. Und das immer mit der gleichen Ideologie, dem gleichen Denkansatz: das Volk wird verdummt, die Regierung lügt, die Medien manipulieren, die Macht haben immer die gleichen. Die Liste dürft ihr fortsetzen.</p>
<p>Ich behaupte nicht, dass es damit einfacher geworden ist, &nbsp;Verschwörungstheorien als solche zu enttarnen, aber sie sind ein Anhaltspunkt. Für mich gibt es darüber hinaus auch noch einen psychologischen Anhaltspunkt: wenn ich diese Leute sprechen höre, wird mir immer körperlich unwohl dabei, um es noch sanft auszudrucken. Aber auch da muss ich aufpassen, denn das Unwohlsein kann ja auch daher rühren, dass mir lieb gewordene Wahrheiten, liebgewordene eigene Wahrheiten in Frage gestellt werden und da wehrt sich nicht nur der Geist sondern auch zuweilen der Körper.</p>
<p>Nun möchte ich mich dem, was eine Verschwörungstheorie ist, von einer neutraleren Seite nähern. Ohne jede Wertung handelt es sich um eine Ansicht. Und jeder hat Ansichten zu allen möglichen Dingen und eine Meinung, die mag richtig oder die mag falsch sein.</p>
<p>Was macht nun eine Ansicht zu einer Verschwörungstheorie. Ich lehne mich sehr weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass jeder, der zu allen Problemen, die im öffentlichen, gesellschaftlichen, politischen Leben auftreten, eine feste Ansicht, eine überraschend schnelle Interpretation und dann meistens auch nicht mehr änderbare Meinung hat, einer Verschwörungstheorie anhängt. Dabei ist noch nicht einmal angenommen, dass diese Ansichten in irgendeinem Sinne irgendetwas Negatives sind oder &#8211; was man als ein bestimmtes Kennzeichen von verschwörungstheoretischer Meinungsbildung ansehen kann &#8211; dass diese Ansichten in irgendeiner Weise manipulativ sind. Ich bin hier noch völlig wertungsfrei. Wir können also als ein relativ sicheres Kriterium festhalten, dass die Meinungsbildung zu einem Geschehen in relativ kurzer Zeit erfolgt, ja, in ihrer Struktur eigentlich schon vorher feststeht, und dann unverrückbar und nicht mehr hinterfragbar beibehalten wird.</p>
<p>Eine Widerlegung ist unter diesen Bedingungen de facto nicht möglich und das scheint mir ein zweites Kriterium für die Erkennbarkeit verschwörungstheoretischen Denkens zu sein: es kann prinzipiell nicht widerliegt werden.</p>
<p>Ein weiterer Hinweis auf eine verschwörungstheoretische Denkweise, ist eine rechthaberische Ausdrucksweise, die sowohl schriftlich aber besonders mündlich zum Ausdruck kommen kann. Das hat bei mir immer dieses Gefühl des Unwohlseins ausgelöst. Wenn man mit diesem Phänomen der Ausdrucksform zu tun hat, ist die Erkennung relativ leicht. Leider ist es nur ein ziemlich hinreichendes Kriterium aber kein notwendiges. Ich bin mehrfach auf Reden &#8211; ja besonders bei Reden &#8211; dann hereingefallen, die in einer besonders einfühlsam Weise vorgetragen wurden, wo man dann erst bei näherem Analysieren erkennen konnte, dass das zur Hälfte blanker Unsinn ist und zur anderen Hälfte aus Halbwahrheiten zusammengeknetet wurde. Im schriftlichen erkennt man so etwas schon eher, solche Werke legt man dann auch schnell weg, aber ein netter halb oder ganzstündiger Vortrag, von dem lässt sich auch gerne mal beeindrucken.</p>
<p>Kommen wir zu etwas Konkretem: eines der schwersten Geschütze, dass die verschwörungstheoretische Klientel aufruft bzw. aufstellt, ist der so genannte tiefe Staat. Dieser Begriff hat sich mittlerweile fest etabliert und wird vermutlich auch von seriösen Leuten untersucht. Man kann diesen Begriff auf diese einfache Formel reduzieren: Hinter dem offiziellen Staat gibt es noch eine mächtige Klientel, die unsere sichtbaren Politiker als Hampelmänner laufen lässt und in einer völlig unverantwortlichen und demokratisch unlegitimierten Weise aus dem Hintergrund diese von uns bestimmten Repräsentanten dirigieren. Diese Feststellung ist de facto nicht widerlegbar es gibt nur einige Hinweise, dass dem nicht so ist.</p>
<p>In neuester Zeit gibt es natürlich als ganz starken Hinweis das Handeln in der Corona-Krise, das man wohl kaum mit einem tiefen Staat in Verbindung bringen kann. Selbst wenn man der Meinung ist, dass die alten Hintergrund-Akteure gegen neue ausgetauscht worden sind, fragt sich, wer wohl diesen Austausch besorgt hat? Wieder neue Hintermänner eines noch tieferen tiefen Staates? Oder waren es doch die sogenannten „Hampelmänner“ da vorne, die mit der Stimme und meinetwegen aus Angst vor der Stimme des Volkes so entschieden haben, dass den eigentlichen wirtschaftlichen Akteuren, wie mir scheint, die Spucke weg geblieben ist.</p>
<p>Aber auch die ersten Ansätze zu einer massiveren Klimapolitik lassen nicht darauf schließen, dass der tiefe Staat (häufig wird tiefer Staat mit großem T geschrieben, ich denke, das ist zu viel der Ehre) dies bewirkt hat. Selbst wenn man meint, das riesige Finanzinstitute wie Blackrock zu nachhaltigem Handeln aufgerufen haben, muss man sich wieder fragen, aus welchen Motiven heraus das geschehen ist, wer hat da eigentlich Druck auf wen ausgeübt. Haben die Institute vielleicht erkannt, dass auch sie nicht gegen den Druck der öffentlichen Meinung handeln können? Oder dass es vielleicht erfolgreicher ist, mit dem Druck der öffentlichen Meinung zu handeln? Lassen wir das offen. Ich will ja nur ganz ganz leichte Zweifel sehen in den Köpfen der Vertreter des tiefen Staates.</p>


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		<title>War die bisherige Corona-Strategie richtig?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Politopa]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2020 10:22:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[mehr Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Pro&#38;Contra-Artikel in der Welt am Sonntag (10.05.2020) wird als Beispiel für Techniken genommen, mit denen man versucht, den Leser von seinem Standpunkt zu überzeugen. [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[


<p>Der Pro&amp;Contra-Artikel in der Welt am Sonntag (10.05.2020) wird als Beispiel für Techniken genommen, mit denen man versucht, den Leser von seinem Standpunkt zu überzeugen. Ich habe mich bemüht, sowohl den Pro-Standpunkt als auch den Contra-Standpunkt nur unter dem Gesichtspunkt des Überzeugt-werdens zu betrachten, was ich in einem Meinungsartikel als legitim ansehe.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://politopa.de/wp-content/uploads/2020/05/endfassung.mp3"></audio><figcaption>Hier kannst du diesen Artikel anhören, er wurde an einigen Stellen beim Sprechen leicht verändert.<br></figcaption></figure>



<p>Die Videofassung findest du hier <a href="https://youtu.be/VHgBBFoNeMo" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://youtu.be/VHgBBFoNeMo</a></p>



<p>Den folgenden Text habe ich den beiden Autoren des  <em>Pro und Contra</em> zugeschickt, worauf sich eine sehr freundlicher Email-und auch witziger Videoaustausch anschloss. Pia Heinemann bat darum, dass ich auch meine Beiträge zuschicke, wenn sie eine 5 bekommt. Ich kann den Dialog hier nicht wiedergeben, da ich nicht um die Erlaubnis zur Veröffentlichung gebeten habe. </p>



<h2>Hier nun mein Text</h2>



<p>Der Artikel in der Welt am Sonntag (10.05.2020) wird als Beispiel für Techniken genommen, mit denen man versucht, den Leser von seinem Standpunkt zu überzeugen. Ich habe mich bemüht, sowohl den Pro-Standpunkt als auch den Contra-Standpunkt nur unter dem Gesichtspunkt des Überzeugt-werdens zu betrachten, was ich in einem Meinungsartikel als legitim ansehe.</p>



<h3>Pro</h3>



<p>Pia Heinemann versucht, mich von vornherein &nbsp;darauf einzustimmen, dass vorsorgendes&nbsp; Verhalten nur selten Anerkennung findet. Warum?&nbsp; Das Problem oder die Gefahr, die man abwehren wollte durch Vorsorge, ist ja nicht eingetreten. Bestand das Problem überhaupt? &nbsp;Das sogenannte Präventionsparadox &nbsp;sagt schlicht und einfach, wer Vorsorge trifft, weiß hinterher nie, ob die Vorsorge gewirkt hat oder ob sich das Problem mehr oder weniger von selbst erledigt hätte.</p>



<p>Dann wird emotionalisiert mit verzweifelten Ärzten im Wuhan und Bergamo, &nbsp;mit Leichensäcken, die sich stapeln und von&nbsp; Militärkonvois abtransportiert werden. Und es wird etwas &nbsp;herablassend über die schwedischen Maßnahmen &nbsp;nach dem Schema „vertraut einander“&nbsp; gesprochen.</p>



<p>„Das Virus ist derzeit einigermaßen unter Kontrolle“ ist eine Behauptung, die kaum beweisbar ist, da man &nbsp;nicht genau weiß, was das heißt. Dann wird ein kausaler Zusammenhang hergestellt: &nbsp;„Durch die entschiedenen &nbsp;Maßnahmen sind bereits jetzt Lockerungen möglich.“ &nbsp;Wirklich durch die entschiedenen &nbsp;Maßnahmen? Das ist ja gerade das, was man nie genau weiß und das gesteht Heinemann ja auch zu. Man wird diese Frage, schreibt sie, “ wohl nie eindeutig beantworten können und noch weiter mit diesem Präventionsparadox leben müssen. Und &nbsp;weiterhin ganz sachlich „noch immer kennen wir das Virus &nbsp;und die Erkrankung schlecht“</p>



<p>Fazit: Journalistisch ist der Beitrag nur wenig zu beanstanden (2+). Der relativ schwache Versuch, &nbsp;mich für die Vorsorgeproblematik empfänglich zu machen, ist legitim, die Emotionalisierung durch Beispiele aus dem Ausland könnte etwas sachlicher ausfallen, &nbsp;jedoch würde die Überzeugungskraft darunter leiden, die ohnehin etwas schwach ausfällt, jedenfalls für die Klientel, die erreicht werden müsste.</p>



<h3>Contra</h3>



<p>Andreas Rosenfelder <em>steigt</em> in seine Kontraposition sofort mit sehr negativ besetzten Begriffen und Phrasen ein. Er redet von „Miniaturfreiheiten“, die Angela Merkel „unter genervten Augenrollen“ zugesteht, die&nbsp; Kontaktreduzierung übersetzt er in Kontaktsperre, um sie als ein „Instrument des Strafvollzugs“ diskreditieren zu können. Und mit den neuen Obergrenzen “ droht schon der nächste Lockdown“. Damit ist eine komplette negative Einstimmung vorgenommen worden.</p>



<p>Er behauptet, dass aus dem Präventionsparadox ja nicht umgekehrt gefolgert werden könne, dass der Lockdown richtig war. Das hat meines Wissens niemand, der ein wenig bei Verstand ist, behauptet. &nbsp;&nbsp;Ob diese Behauptung auf die Pro-Position Bezug nimmt, weiß ich nicht, weil ich nicht weiß, ob die Positionen unabhängig erstellt wurden.</p>



<p>Dann &nbsp;wird ein Mathematiker Isaac &nbsp;Ben-Israel angeführt (wer ist das?), der nachgewiesen habe, &nbsp;dass die Infektionskurve &nbsp;durch den Lockdown kaum beeinflusst wird. &nbsp;Das sind leider typische Bemerkungen in solchen Artikeln, in denen man nicht verpflichtet ist, eine Literaturangabe zu machen.</p>



<p>Dann werden die Alten, Übergewichtigen,&nbsp; chronisch Kranken und das kaputte Gesundheitssystem als die eigentlich Verantwortlichen für die desaströsen Verhältnisse im Ausland verantwortlich gemacht. (Das gibt es in Deutschland natürlich alles nicht und das teuerste Gesundheitswesen der Welt, das amerikanische, als kaputt zu bezeichnen, ist sicher nicht falsch aber sehr mutig). Dann wird auch noch Kekulé als der oberste Kinder-Psychologe des Landes bemüht, die hygienische Erziehung „hätte das Potential eine ganze Generation zu traumatisieren“</p>



<p>Es wird behauptet, dass die Befürworter sagen, wenn man auf Nummer sicher gehe, da mache man doch nichts falsch. Wo stand das? Jeder weiß, dass auch falsch gehandelt werden kann. Keiner behauptet, dass der Locktown das Allheilmittel ist. Und wenn Rosenfelder &nbsp;„testen und nachverfolgen“ anpreist, was jeder gerne möchte, dann müssen zunächst die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Rosenfelder „vergaß“ leider zu sagen, wie man in die Situation kommen könne, alle Fälle nachzuverfolgen.</p>



<p>Ich lasse jetzt einiges weg, wie z. B. die „dystopischen Schulen“ oder man setze angeblich auf „Lockdowns in Intervallen“, um noch etwas Raum für die stärkste Behauptung zu haben: „Die Strategie der Bundesregierung ist eine Sackgasse. …“ Deshalb darf man „sich über Verschwörungstheorien nicht wundern“. Nun weiß ich endlich, wer für die Verschwörungstheorien letztlich verantwortlich ist, danke. Die gäbe es sonst gar nicht. Bravo!</p>



<p>Ich will nicht ausschließen, dass es in Rosenfelders Argumentation auch bedenkenswerte Details gibt. Diese werden für mich jedoch durch seine manipulierende und zuweilen demagogische Diskussionsweise zugeschüttet.</p>



<p>Fazit: Journalistisch eine Katastrophe (5-), nicht auf Überzeugung aus sondern hochgradig manipulativ, dennoch wird die Zustimmungsrate für Rosenfelder vermutlich höher liegen als für Heinemann.</p>



<p>Nun darf man natürlich auch untersuchen, wie überzeugend oder wie und wo manipulierend meine Anmerkungen sind.</p>
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		<title>Befragung der Enkel zu Corona-Zeiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Politopa]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2020 10:24:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[mehr Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Idee zu dieser Befragung stammt von Lea, wir haben gemeinsam die Fragen zusammengestellt und dann habe ich sie den Enkeln unter WhatsApp zugestellt, so dass jeder in Ruhe seine Fragen beantworten konnte. Die jüngste habe ich mir dann aber am Telefon greifen müssen und mit ihr mehr eine Unterhaltung geführt, sonst wäre das wohl nichts geworden. Die Spontanität dabei hat natürlich seinen besonderen Reiz, die bei den anderen Antworten leider etwas geringer ausfällt. Ich hoffe, es wird noch mal zur gleichen Problematik eine zweite Befragung geben, dann werde ich wohl mit allen solch ein Telefongespräch führen (oder eine Videokonferenz?) und das so &#8211; nur wenig beschnitten &#8211; veröffentlichen . So wie ich es jetzt gemacht habe, hat das sehr viel Arbeit erfordert, die könnte ich mir dann etwas sparen. Natürlich sind sechs Kinder aus drei Familien nicht repräsentativ, aber die Unterschiedlichkeit der Antworten zeigt doch, dass es zu den verschiedensten Einschränkungen durch Corona ein breites Spektrum von Meinungen gibt und ich habe den Eindruck, dass die negative Stimmung, die teilweise in den Medien verbreitet wird, ebenfalls nicht besonders repräsentativ ist. Schaut es euch an, hört es euch an, bildet euch eure Meinung und hinterlasst vielleicht auch den einen oder anderen Kommentar.</p>
<p> </p>



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<iframe loading="lazy" title="In Coronazeit 8 Fragen an 6 Enkel" width="800" height="450" src="https://www.youtube.com/embed/_hH6sUJ8ZWs?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
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			</item>
		<item>
		<title>Hände weg von BMW</title>
		<link>https://politopa.de/haende-weg-von-bmw/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Politopa]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2020 09:55:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[mehr Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Das mag ja alles ein bisschen verspätet erscheinen, sich jetzt noch zu den Überlegungen von Kevin Kühnert auszulassen, BMW und eventuell noch andere Großkonzerne zu enteignen. Aber da solche Forderungen immer wieder aus allen möglichen linken Ecken kommen, ist es für eine Auseinandersetzung mit solchen Thesen eigentlich nie zu spät. Insbesondere wenn man an das dazu gehörende Gegenstück, die Privatisierung denkt, die teilweise wahre Orgien feierte.  Ich weiß nicht, wie Kühnert seine Überlegungen motiviert hat, könnte ich natürlich nachschauen, aber das ist eigentlich völlig unerheblich, es sei denn die Motive ergeben sich aus den nachfolgenden Überlegungen.</p>
<p>Zunächst muss ich vorausschicken, was Enteignung eigentlich unter demokratischen und kapitalistischen Randbedingungen bedeutet. Es marschiert ihr hier keine Bolschewiki oder keine SED auf, die den armen Fabrik- und Landbesitzer ihren Besitz streitig macht und diesen ihnen gewaltsam entreißt. Enteignung bedeutet ja unter unseren Bedingungen nichts anderes als abkaufen durch den Staat, genauer durch den Steuerzahler also durch uns. Und ob wir etwas kaufen wollen , und zu welchen Preisen, das sollten wir uns doch sehr genau überlegen.</p>
<p>Abkaufen durch uns bedeutet also die Übernahme von wenigstens 51% der Aktien und dies zu einem Preis, der heute an der Börse immer noch erstaunlich hoch ist und natürlich noch höher schießen würde, wenn ruchbar werden würde, dass der Staat den Laden übernehmen will. Und wenn es dann zum Handeln kommt, müssen wir noch mal ein paar Prozente drauflegen, damit die Aktionäre so gnädig sind, uns alles großzügig zu überlassen.</p>
<p>Wenn wir dann so glücklich sind, den Laden zu haben, dann dürfen wir das tun, was die Aktionäre &#8211; sprich die Besitzer von BMW &#8211; hätten tun müssen mit ihrem Geld und ihrem Risiko, nämlich den gewaltigen Umbau, der für die Autoindustrie auf Grund der Klimakatastrophe heute ins Haus steht, zu stemmen. Das also dürfen wir nun tun. Und wenn wir es dann geschafft haben, BMW in ein Hybrid-Wagen-Geschäft oder in ein Roboter-Konstruktionsgeschäft oder in einen Strumpfladen umzubauen, dann werden wir feststellen oder genauer die dann amtierende Regierung wird feststellen, dass wir tief in den Schulden stecken, dass wir das unseren Enkel nicht überlassen können, dass wir schnellstens diesen Laden wieder privatisieren müssen, um an das nötige Geld heranzukommen und Tilgung und Zinsen wieder auf ein erträgliches Maß zu drücken. Das ist dann sogar noch eine ziemlich rationale Begründung, man kann sich aber auch die typische Begründung vorstellen, die dann von einer bestimmten Partei mit Sicherheit erhoben wird, dass der Staat als Unternehmer nichts taugt und dass solche Firmen in private Hand gehören.</p>
<p>Könnten sich also Kühnert und Co. mit einer solchen Forderung durchsetzen, wäre natürlich die vordergründige Empörung gewaltig, der hintergründige Jubel der Eigner aber noch gewaltiger. Dieser Vorgang ist keine Phantasie von mir, sondern hat bereits in der Realität stattgefunden, z. B. bei der französischen Autoindustrie.  Wir haben uns bislang beim zweiten Schritt hervorgetan, der  Privatisierung von kommunalen Wohnungen und dies durch eine rot-rote Stadtregierung, also man braucht für einen solchen Schritt nicht einmal die üblichen Verdächtigen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund darf man sich natürlich fragen, was an der Forderung oder der Überlegung von Kühnert eigentlich links ist. Das erscheint doch mehr wie das Gegenteil. Aber darüber möchte ich hier nicht weiter spekulieren, das soll Kühnert für sich tun und sich vielleicht mal dazu erklären. Ich werde ihm das zukommen lassen, mal sehen, ob ich was dazu höre.</p>
<p>Halten wir also fest: das ist weder links, noch linksradikal, noch bolschewistisch, noch SED-Politik, es ist schlicht und einfach neoliberal.</p>
<p>Dennoch darf man sich fragen,  ist Enteignung, also Übernahme von großen Unternehmen durch uns Steuerzahler immer schlecht, weil es eventuell immer diese Konsequenz hat. Soweit würde ich in meinen Folgerungen nicht gehen. Man sollte sich zunächst fragen, was zu welchen Bedingungen enteignet wird, und welche Vorteile es für uns Steuerzahler hat.</p>
<p>Wir haben ja seit 2008 den so schön handlichen Begriff „Systemrelevanz“ und nun ist er durch die Corona-Krise wieder in Mode gekommen. Also sollte man als erstes die Frage stellen, welche Unternehmen sind systemrelevant. Durch die Corona-Krise wissen wir definitiv, dass es weder irgendeine Autofirma ist noch irgendeine Bank. Ich weiß nicht, ob es mir gelingt alle systemrelevanten Einrichtungen aufzuzählen, darauf  kommt es auch nicht an. Auf alle Fälle wissen wir: das Gesundheitswesen, die Energieversorgung, die Wasserversorgung, öffentlicher Verkehr, die Telekommunikation einschließlich des Internets und unter bestimmten Randbedingungen auch die Wohnungswirtschaft sind systemrelevant. Wenn also &#8211; und das ist meine Überzeugung &#8211; über „Enteignungen“ (besser ist „Abkäufe“) diskutiert wird, haben sie sich von vornherein auf systemrelevante Einrichtungen zu fokussieren.</p>
<p>Bitte jetzt nicht gezielt missverstehen! Das ist keine Forderung, diese Unternehmungen jetzt oder in Zukunft zu enteignen, sondern dass nur diese und nur diese Unternehmen auf eine solche Verstaatlichungsliste gehören, wenn Sie ihren Eigentümerverpflichtungen unzureichend und nicht zum Wohle der Allgemeinheit nachkommen. In jedem Fall ist es aber eine Aufforderung, dass solche Unternehmen unter keinen Bedingungen, ich betone unter keinen Bedingungen, auch nicht unter der Bedingung einer riesigen Schuldenlast, zu privatisieren sind . Hier müsste ein Verfassungsgebot dagegen stehen.</p>
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		<title>Ein Wunder ist geschehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Politopa]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2020 08:45:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[mehr Politik]]></category>
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<p>200 Länder machen mit. Wo gab es das bisher schon mal? Da gab es keine Abstimmung, keine Sitzung, meines Wissens auch keine Videokonferenzen, und doch machen fast alle fast das gleiche mit. Viele benutzen diese Tatsache als Argument gegen alle diejenigen, die das alles nicht  so ernst nehmen, die das für völlig übertrieben halten, die alle möglichen Verdächtigungen haben, das so gehandelt wird. (Da bemerke ich gerade, dass ich noch nicht erwähnt habe, worum es geht, also damit ihr nicht so grübeln müsst, es geht natürlich um Corona.)</p>
<p>Auch ich benutze das als Argument gegen alle Gegner  der bisher erfolgten politischen Maßnahmen. Es ist ein bisschen bequem, dass man dadurch auch ziemlich unangenehme Typen für seine Argumentation in Anspruch nimmt, dennoch wirkt es recht überzeugend und vielleicht ist es das auch. Aber, jetzt kommt das große ABER, dennoch sollte man sich fragen, warum die so unterschiedlichen Typen dieser unterschiedlichsten politischen Stilrichtungen sich da plötzlich alle einig sind. Die einfachste Antwort ist natürlich die, dass der liebe Gott einen Riesenhaufen Vernunft über die Menschheit ausgeschüttet hat und dabei sind einige Wolken etwas früher bei den einen angekommen bei den anderen etwas später, dann wurde natürlich noch etwas verzögert gehandelt, aber alle kamen sie dann doch zu sehr sehr ähnlichen Schlüssen.</p>
<p>Da es mit großer Sicherheit dazu keine Abstimmung gegeben hat, könnte man spekulieren, dass hier ein kollektives Menschheitsgedächtnis gewirkt hat: auch im Mittelalter hat man in ähnlichen Situationen wie die Pest oder Cholera nicht anders gehandelt als heute: zumachen, aussperren, wegsperren, maskieren, Quarantäne und so weiter.</p>
<p>Die Erklärung eines einheitlichen Handlungsmechanismus, wie ich sie hier versucht habe, ist vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss, aber im Augenblick finde ich vielleicht noch ein paar andere aber keine bessere. Damit sind wir dem WARUM aber kaum ein Schritt näher gekommen, wenn wir die göttliche Wolke mal nicht so sehr ernst nehmen. Wir können uns fragen &#8211; das ist jetzt ein weiterer Erklärungsversuch und wirklich nur ein Versuch &#8211; wir können uns natürlich fragen, worin sich alle Politiker aller Schattierungen von vornherein einig sind, von vornherein die gleichen Verhaltensmuster oder zu mindestens ähnliche Verhaltensmuster zeigen. Ich denke, dass ist die Angst, ihre Macht zu verlieren oder die vielleicht berechtigte Sorge, die Macht an fähigere oder meinetwegen auch unfähigere Politiker abgeben zu müssen. (Dass Angela vermutlich keine Angst mehr hat, ihre Macht abgeben zu müssen, ist kein Gegenargument, da dürfen wir die Wolke der Vernunft als Ersatzargument heranziehen. Das würde vielleicht noch für einige andere ihrer Kollegen passen.)</p>
<p>Nun nehmen wir noch hinzu, dass dieses Virus in der Tat Angst erzeugend ist, da es sowohl schnell tödlich als auch verdeckt und leicht übertragbar ist. Das  unterscheidet es letztlich von allen anderen tödlichen aber nicht leicht übertragbaren Viren bzw. leicht übertragbaren aber nicht leicht tödlichen Viren. Diese „Angsterkenntnis“ mag tatsächlich bei allen mehr oder weniger gleichzeitig angekommen sein.</p>
<p>Es ist für mich ein Erklärungsversuch, der sicherlich sehr wackelig ist, aber es ist wenigstens eine Erklärung. Und diese Erklärung hat auch den Vorteil, dass sie recht einfach ist, was für einen ehemaligen Wissenschaftler, immer sehr überzeugend wirkt. Ich würde mich sehr auf andere Hypothesen freuen, denn zurzeit fallen mir keine weiteren ein, aber nur durch eine Menge von Hypothesen kommen wir dieser Wahrheit ein Stück näher. Es mag sein, dass einige das nicht besonders interessant finden, warum man so und nicht anders handelt, aber für mich ist es wieder so eine Geschichte hinter der Geschichte, die ich gerne kennen würde .</p>
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		<title>Warn-App für alle!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Politopa]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Apr 2020 09:09:00 +0000</pubDate>
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<p>Ich stimme mit Tilman Kubans Ansichten eigentlich fast nie überein, aber wenn er etwas Gutes vorschlägt, dann möchte ich ihn auch loben: eine Zwangs-App zur  Feststellung von Kontakten  mit Coronainfizierten. Was ist daran so dramatisch, dass sie nicht ganz einfach von außen auf unseren Handys installiert werden kann. Wenn ich ein Handy kaufe, habe ich automatisch so 20 bis 30 Apps, ohne etwas davon zu wissen, manche sind inaktiv, manche sind es nicht. Mit jeder App, die ich herunterlade, werden mir blitzschnell einige andere untergejubelt, wenn ich nicht bei drei auf den Bäumen bin und rechtzeitig das Kreuz zum Wegklicken gefunden habe. Wir nutzen unser Handy kostengünstig und kostenfrei, indem wir permanent unsere Daten an mehr oder weniger obskure Firmen abgeben, damit sie uns ganz hervorragende Dienstleistungen bereitstellen. Was ist dann daran so schrecklich, unsere paar Bewegungsdaten und unser positives oder negatives Coronasignal anonym über Bluetooth  abzugeben. Herr von Notz und alle anderen Datenschützer, lassen Sie Ihre Opt-In-Lösung, die Widerspruchslösung reicht völlig aus und ist eigentlich schon zu viel des Guten. Sie haben auch eine Verantwortung für die Gesundheit und sollten nicht auf solche angeblichen Datenschutzvorbehalte pochen, wenn es ernst wird. Ich bin sehr für Datenschutz, aber er muss mit Augenmaß gehandhabt werden. Ich weiß, es besteht immer der Verdacht, dass eine offensichtliche und öffentliche Notlage zur Einschränkung von persönlichen Freiheitsrechten dauerhaft  missbraucht wird. Aber ich denke, solange wir in einer Demokratie leben, werden wir genügend wachsam sein können, dieses Spannungsverhältnis zu tragen und zu ertragen, denn mit anhaltendem Lockdown und niedergehender Wirtschaftskraft kann uns viel schneller die Demokratie um die Ohren fliegen als es die bewusste und vorübergehende Einschränkung des Datenschutzes vermag.</p>
<p>Meine Enkelin Lea ist strikt gegen diese Meinung. Vielleicht schaffen wir es, hier darüber zu diskutieren.</p>
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