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    <title>Postnerd</title>
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    <description>Postnerd lass das Bloggen nicht!</description>
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      <pubDate>Thu, 24 Feb 2011 03:42:00 -0800</pubDate>
      <title>Eine halbe These zur Zukunft des Fernsehens</title>
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      <description>
        <![CDATA[<p>
	<p>Richard Gutjahr, in letzter Zeit vor allen Dingen dadurch bekannt geworden, dass er sich mitten in den Revolutionsaufst&auml;nden Kairos <a href="http://gutjahr.biz/blog/2011/01/kairo/" title="Berichterstattung aus Kairo von R. Gutjahr">eben dahin auf den Weg gemacht hat</a>,&nbsp;fasst in seinem aktuellen Artikel <a href="http://gutjahr.biz/blog/2011/02/5-thesen-zukunft-fernsehen/" title="5 Thesen zur Zukunft des Fernsehens">5 Thesen zur Zukunft des Fernsehens</a>&nbsp;seine Beobachtungen zur Kairo-Berichterstattung zusammen. Ein sehr leseneswerter Artikel, der klar macht, dass das Fernsehen der Zukunft sich am Zuschauer von heute orientieren muss, will es weiterhin von Bedeutung sein.</p>
<p>Mir geht es dabei vor allen Dingen um These 2, die ich&nbsp;zuerst&nbsp;in der Zusammenfassung bei <a href="http://carta.info/38450/richard-gutjahr-5-thesen-zur-zukunft-des-fernsehens/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed:+carta-standard-rss+(Carta)" title="Zusammenfassung 5 Thesen zur Zukunft des Fernsehens">Carta</a>&nbsp;gelesen habe und f&uuml;r grunds&auml;tzlich falsch hielt:</p>
<blockquote>
<p><span style="color: #111111; font-family: Georgia, Times New Roman, Times, serif; font-size: 14px; line-height: 22px;">2)&nbsp;&nbsp; Fernsehen wird durch Smartphones und Tablets ortsunabh&auml;ngig</span></p>
</blockquote>
<p>Fernsehen wird in Zukunft meiner Ansicht nach so ortsabh&auml;ngig wie nur irgend m&ouml;glich sein. Leute werden im Tagesschau-Stream unterwegs zum Schluss die Lokalnachrichten f&uuml;r ihren aktuellen Standort erfahren. Als Zulieferer funktionieren ja schon jetzt die dritten Programme. Dokumentationen, besonders vielleicht Tier, Natur und Historiendokumentationen werden dem Zuschauer besonders an relevanten Orten vorgeschlagen, einmal ganz zu schweigen vom Wetterbericht. Denn die zeitunabh&auml;ngige Verf&uuml;gbarkeit von Fernsehen und einzelnen Sendungen (These 3) stellt den Fernsehzuschauer ja auch vor eine ganz neue, von Youtube-Nutzern schon erlernte Aufgabe, sich n&auml;mlich aus dem &Uuml;berangebot das richtige herauszusuchen. Der Fernsehzuschauer hat pl&ouml;tzlich nicht mehr die Auswahl aus 30 Sendern und Sendungen, sondern aus allen Sendungen der Vergangenheit. Ein Auswahlkriterium wird dabei sicher sein social stream sein und die tagesaktuelle Berichterstattung, aber ein gro&szlig;er Anteil wird dabei auch aus ortsabh&auml;ngig generierten "Programmvorschl&auml;gen" bestehen &ndash; besonders bei der Berichterstattung. Jeder Zuschauer wird wohl vorgefertigte oder ganz individuell eingerichtete Filter benutzen, um Sendungen zu schauen.</p>
<p>Wobei ich Gutjahr nicht unterstellen m&ouml;chte, dass er das nicht sehen w&uuml;rde. Vielmehr meinte seine These, das erf&auml;hrt man, wenn man den ganzen Artikel liest, dass der Zuschauer nicht mehr an einen Ort gebunden ist, um Fernsehen zu k&ouml;nnen. In dieser Hinsicht wird Fernsehen nat&uuml;rlich ortsunabh&auml;ngig sein.</p>
<p>Die spannende Frage f&uuml;r die Berichterstattung des Fernsehen wird sein, ob sie den Spagat zwischen multi-zielgruppenspezifischem Fernsehen und der Mainstream-Berichterstattung schafft. Oder ob der moderne Zuschauer auch gleichzeitig das Ende der Blockbuster-Nachrichten bedeutet, die ihre Gr&ouml;&szlig;e und Aktualit&auml;t vor allen Dingen auch dadurch generieren, dass sie noch eine gro&szlig;e Zuschauerzahl haben.</p>
<p>In dieser Betrachtung macht es wahrscheinlich auch keinen Sinn mehr, &uuml;berhaupt von der Zukunft des Fernsehens zu sprechen. Fernsehen &ndash; ein von unverbundenen Massen zu einem bestimmten Zeitpunkt genutzes Medium &ndash; wird es in der Zukunft nicht mehr geben. Das w&auml;re wohl auch die Schlussfolgerung aus Gutjahrs erster These:</p>
<blockquote>
<p><span style="color: #111111; font-family: Georgia, Times New Roman, Times, serif; font-size: 14px; line-height: 22px;">1)&nbsp;&nbsp; Die Zukunft des Fernsehens lautet Internet (und umgekehrt)</span>&nbsp;</p>
</blockquote>
	
</p>

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</p>]]>
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    </item>
    <item>
      <pubDate>Wed, 08 Dec 2010 05:01:00 -0800</pubDate>
      <title>Die Aufmerksamkeitsspanne</title>
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      <description>
        <![CDATA[<p>
	<p><span style="font-size: small;">Der Begriff der <em>attention span </em>begegnet einem als Irgendwas-mit-Internet-Arbeiter fast &uuml;berall. Dazu ist er durch die B&uuml;cher <em><a href="http://www.perlentaucher.de/buch/33204.html" title="Payback bei Perlentaucher" target="_blank">Payback</a></em> von Frank Schirrmacher und besonders <em><a href="http://www.theshallowsbook.com/nicholascarr/Nicholas_Carrs_The_Shallows.html" title="The Shallows" target="_blank">The Shallows</a></em> von Nicholas Carr mehrfach in die Diskussion um den Umgang mit technischen Neuerungen besonders dem Internet gelangt. W&auml;hrend bei Schirrmacher eher von einer &Uuml;berforderung die Rede ist, dazu aber immer wieder die M&ouml;glichkeit der einfachen Ablenkung herangezogen wird, startet Carr seine Argumentation zum oberfl&auml;chlichen Menschen mit dem Schwinden der Aufmerksamkeitsspanne.</span></p>
<blockquote>
<p><span style="font-size: small;">As McLuhan suggested, media aren&rsquo;t just channels of information. They supply the stuff of thought, but they also shape the process of thought. And what the Net seems to be doing is chipping away my capacity for concentraction and contemplation. Whether I&rsquo;m online or not, my mind now expects to take in information the way the Net distributes it: in swiftly moving stream of particles. Once I was a scuba diver in the sea of words. Now I zip along the surface like a guy on a Jet Ski.</span></p>
</blockquote>
<p><span style="font-size: small;">Und folgt man dieser Argumentation, die er auch schon in seinem Artikel <em><a href="http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2008/07/is-google-making-us-stupid/6868/" title="Is Google Making Us Stupid?" target="_blank">Is Google Making Us Stupid?</a></em>&nbsp;skizziert, kann man schnell viele eigene Erfahrungen einbringen. Nat&uuml;rlich lesen ich SpOn, wenn ich Texte schreiben sollten, checke den Facebook-Status von entfernten Bekannten, wenn die n&auml;chste Deadline schon im Nacken sitzt und im Theater unterdr&uuml;cke ich mehrmals den Wunsch, mein Smartphone aus der Tasche zu holen.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Doch schon beim Lesen von Schirrmacher und Carr machten sich bei mir deutlich Zweifel am Grund der Beschreibung breit, die ich allerdings nicht sofort formulieren konnte. Das hat jetzt&nbsp;Virginia Heffernan in&nbsp;<em><a href="http://www.nytimes.com/2010/11/21/magazine/21FOB-medium-t.html" title="The attention span myth by Virginia Heffernan" target="_blank">The Attention-Span Myth</a></em> sehr eindringlich getan:</span></p>
<blockquote>
<p><span style="font-size: small;">Everyone has an attention span: really? And really again: an attention span is a freestanding entity like a boxer&rsquo;s reach, existing independently of any newspaper or chess game that might engage or repel it, and which might be measured by the psychologist&rsquo;s equivalent of a tailor&rsquo;s tape?</span></p>
</blockquote>
<p><span style="font-size: small;"><span style="font-size: small;">Das war es auch, was mir beim lesen nicht einleuchten wollte.. Als ob es eine mir&nbsp;zuzuordnende&nbsp;Aufmerksamkeitsspanne gibt, die sich bei allen T&auml;tigkeiten gleich verh&auml;lt. Ist es doch vielmehr schon immer so, dass ich Dinge, die mir Spa&szlig; machen, sehr lange verfolgen kann, Dinge die mir l&auml;stig sind, sehr schnell wieder abbreche bzw. mehrere Anl&auml;ufe brauche, bis ich sie erledige. Von einer konstanten, messbaren Aufmerksamkeitsspanne, die mein Handeln bestimmt, habe ich noch nichts mitbekommen.</span></span></p>
<p><span style="font-size: small;">Die Argumentation Carrs ist deshalb auf den ersten Blick so einleuchtend, weil wir die Beschreibung sofort abnehmen: Wir sind ablenkbar. Allerdings liegt das nicht daran, dass wir unser Gehirn durch die M&ouml;glichkeiten des Internets darauf getrimmt haben, nur noch kurze Eindr&uuml;cke aufnehmen zu k&ouml;nnen. Sondern wir lassen uns leicht ablenken, weil wir Dinge tun, die wir nicht machen wollen bzw. die wir zumindest langweilig finden. Das ist aber glaube ich keine Entwicklung des Internets, sondern ein uraltes Problem. Zumal ich die historische Ausf&uuml;hrung Heffernans sehr angenehm finde, dass der&nbsp;griesgr&auml;mige, unablenkbare, uneinsichtige&nbsp;Eigenbr&ouml;tler noch nie ein zu erreichendes Ideal war. In diesem Licht betrachtet gibt es keine generelle Aufmerksamkeitsspanne, die durch das Internet zerst&ouml;rt wird. Es gibt lediglich Inhalte, die wir langweilig finden. Oder um es mit&nbsp;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jerry_Seinfeld" title="Jerry Seinfeld" target="_blank">Jerry Seinfeld</a>, zitiert nach Heffernan, zu sagen:</span></p>
<blockquote>
<p><span style="font-size: small;">There is no such thing as an attention span. There ist only the quality of what you are viewing.</span></p>
</blockquote>
<p>Und gerade weil wir unser Verhalten nicht durch das Internet ge&auml;ndert haben, verhalten wir uns als Arbeiter im digitalen Umfeld anders als zuvor am analogen Schreibtisch. Musste ich zuvor das Buch wechseln, vielleicht sogar noch aus dem Regal holen, um mich von meiner aktuellen Arbeit abzulenken, brauche ich jetzt nur das <a href="http://www.xoom-kaufen.at/ipad-vs-xoom" title="ipad versus xoom">Tab</a> wechseln.&nbsp;Und weil ich mich gerne von langweiliger Arbeit ablenken lasse, nutze ich diese einfache M&ouml;glichkeit nat&uuml;rlich auch gerne. Carr hat also in der Beschreibung vielleicht Recht, die Begr&uuml;ndung scheint allerdings grundlegend falsch.</p>
<p>F&uuml;r den digitalen Arbeiter gibt es also nun zwei M&ouml;glichkeiten: Er versucht sich mehr zu konzentrieren oder er macht nur noch Dinge, die ihm Spa&szlig; machen.</p>
	
</p>

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    <item>
      <pubDate>Thu, 29 Apr 2010 16:00:00 -0700</pubDate>
      <title>Die Befreiung der Musik vom materiellen Zwang des Tonträgers</title>
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        <![CDATA[<p>
	
<p class="MsoCommentText">Die Methode der <a href="http://www.teialehrbuch.de/Kostenlose-Kurse/Marketing/15249-Produktvariation-und-Produktdifferenzierung.html" title="Produktdifferenzierung">Produktdifferenzierung</a> der Musikindustrie um im physikalischen Tonträgermark mithilfe der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Best_Ager" title="Best Ager">Best Ager</a> nicht unterzugehen, ist doch das Armutszeugnis überhaupt. Abgesehen von der Kreativität und Energie, die dabei verloren geht, hat man doch durch das kontinuierliche Produzieren von Schrott in den 90igern erst selbst die Krise erzeugt, die man jetzt der Piraterie zuschreibt. Das jahrelange Ausruhen auf der Monopolstellung im Tonträgermarkt bildet doch das eigentliche Problem der Branche, natürlich neben dem offensichtlichen: Schlechte Musik, für die niemand Geld ausgeben will.</p>
<p class="MsoCommentText">Allerdings birgt die Krise gerade deshalb neue Chancen. Dadurch, dass heute der Besitz eines physikalischen (nur dazu erzeugten) Tonträgers keine wichtige Rolle mehr einnimmt und auf der anderen Seite traditionelle Werbemaßnahmen an Bedeutung verlieren, weil sich der Konsument nicht mehr an der Quantität der Werbung orientiert, sondern an z.B. der Musikdiskussion im eigenen sozialen (Medien)Umfeld, kommt der Musik und den Musikern eben eine ganz neue Chance zu: Nämlich endlich wieder gute Musik produzieren zu dürfen. Die Befreiung des Kunden vom materiellen Zwang des Tonträgers, befreit den Musikmarkt von schlechter Musik. Die Krise der Musikindustrie ist in diesem Licht eben keine Krise des Absatzmarktes, sondern eine Krise der Qualität. Qualität, die vorher durch große Gewinnmargen der physischen Tonträgern eben keine Rolle spielte, weil dem Konsumenten gar keine Möglichkeit gegeben war, Musik auch ohne den Besitz des Tonträgers zu konsumieren. Dass er jetzt schon seit Jahren von diesem Zwang befreit ist und für schlechte Musik nicht mehr bezahlen will, ist ihm nicht zu verübeln. <a href="http://www.musikindustrie.de/aktuell_einzel/back/84/news/brennerstudie-2010/">Und der Anstieg der legalen Downloads bei gleichzeitigem Sinken der illegalen Downloads ist ein x-tes Zeichen einer Wende.</a></p>
<p class="MsoCommentText"><span style="font-size: x-small;">via <a href="http://www.myspace.com/dangaa">dangaa</a></span></p>
<p>Update: Auch der Buchmarkt wird wahrscheinlich <a href="http://www.buchreport.de/nachrichten/nachrichten_detail/datum/0/0/0/am-besten-gar-kein-drm.htm?no_cache=1&amp;cHash=d9a262a77c">durch dieses Tal gehen.</a></p>
	
</p>

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    </item>
    <item>
      <pubDate>Tue, 20 Apr 2010 14:00:00 -0700</pubDate>
      <title>Der Prototyp</title>
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      <description>
        <![CDATA[<p>
	<p>Schon gestern (14.04.) hat <a href="http://www.humanizedinterface.de/" title="Thomas Klose">Thomas Klose</a> in seinem Vortrag angesprochen, wie wichtig ein Prototyp bei der Entwicklung von Ideen ist. Erst heute (15.04.), nach der "<a href="http://re-publica.de/10/event-list/innovators-by-the-fire/" title="Innovators by the fire">Innovators by the fire</a>"-Reihe verstehe ich das Konzept <span style="text-decoration: line-through;">vollkommen</span> besser. Während Thomas Vortrag hatte ich den Prototyp nur technisch verstanden, im Sinne von: funktioniert etwas grundsätzlich. Dass der Prototyp aber noch viel wichtiger für die Entwicklung neuer Ideen ist, wurde heute an verschiedenen Stellen noch einmal deutlich. Und dabei meint Prototyp eben nicht nur materielle Dinge, wie den ersten Hammer, der die Nagelstärke automatisch erkennt, sondern ist eigentlich auf alles anwendbar. Wie auf das Show-Konzept <a href="http://tvnoir.de/" title="TV Noir">TV-Noir</a> von <a href="http://twitter.com/texorama" title="Twitter - Texorama">Tex Drieschner</a>. Der meinte, dass die erste Generalprobe erbärmlich scheiterte. Unter anderem, weil viel zu viel hineingepackt wurde. Aber erst der Prototyp brachte die Erkenntnis, welcher Teil des Konzepts lebt.</p>
<p>Zwei Dinge lassen sich aus diesem Beispiel ableiten. Zum einen die Fokussierung gerade zu Beginn eines Konzepts auf seinen wesentlichen Teil, der mit Perfektion umgesetzt wird. Alle Funktionen drumherum können erst um einen gut funktionierenden Teil herum gebaut werden. Zum anderen auch einen anderen Blick auf die Tatsache zu scheitern. Die eben nicht mit dem Scheitern des Produkts bzw. Projekts gleichgesetzt wird, sondern nur die Schwächen einer Idee aufzeigt, die nicht gleichzusetzen sind, mit einem Misserfolg des Projekts an sich. <a href="http://twitter.com/timleberecht" title="Time Leberecht - Twitter">Tim Leberecht</a> spricht in diesem Zusammenhang auch von den unterschiedlichen Mentalitäten. Dass man in den USA auch nach einem Misserfolg wieder die Chance bekommt, ein neues Projekt anzugehen, während in Deutschland ein Misserfolg immer auch mit einer "persönlichen Bankrotterklärung" gleichgesetzt wird. Ob das eine zu romantische Beschreibung der USA oder eine zu pessimistische Beschreibung Deutschlands ist, bleibt einmal dahingestellt.</p>
<p>Die grundsätzliche Überlegung zum Thema Prototyp bringt aber auch noch einen neuen Blick auf die Praktiken des Design Thinkings. Selbst wenn dort die Idee des Prototyps prominent angelegt ist, besteht doch die Gefahr, dass ein Konzept durch eine zu theoretische Herangehensweise (das meint in diesem Fall nicht die Verwendung von Theorien an sich, sondern der unendlichen Hinterfragung der Handhabbarkeit und dem Nutzenfaktor eines Produkt) so spät umgesetzt wird, dass ein offensichtliches Scheitern des Prototyps eben auch zum Scheitern des Projekts führt, weil schon zu viel Zeit in die Entwicklung gesteckt wurde. So schlimm muss es natürlich nicht kommen, aber bei fortgeschrittener Planung ist eine Änderung des Konzepts natürlich weitaus schwieriger. Es liegt nahe, dass bei der Betrachtung dieser Problematik ein Blick auf die Arbeit der Künstler und Designer voriger Jahrzehnte (jedenfalls in meiner idealistischen Vorstellung) hilft. Wie dort Ideen in Ateliers erst einmal ausprobieren wurden, bevor mit einer genauen Planung des Produkts begonnen wurde. Wahrscheinlich bietet das Internet die perfekte Umgebung für eine Renaissance des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Versuch_und_Irrtum" title="Trial and Error">trial-and-error</a> Gedankens.</p>
<p>Ich habe zwar noch immer keine Ahnung, was Innovation genau ist und wie sie funktioniert, aber insgesamt fühlen sich meine Ideen im Kopf durchaus strukturierter an. Wenn ich den Text noch einmal lesen, kann das aber auch täuschen ...</p>
	
</p>

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</p>]]>
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    </item>
    <item>
      <pubDate>Fri, 16 Apr 2010 15:30:00 -0700</pubDate>
      <title>Virales Marketing oder Warum Vodafone kein virales Marketing betreibt</title>
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      <description>
        <![CDATA[<p>
	<p><span style="font-size: xx-small;">Warnung: Das hier ist bestimmt für viele selbstverständlich, für mich war es ein Klick-Moment.</span></p>
<p>Es ist ja nicht so, dass ich den Begriff <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Virales_Marketing" title="Virales Marketing">"Virales Marketing"</a> nicht auch schon zur genüge benutzt hätte. Und wie alle andern, habe ich meist keine Ahnung was ich damit meine. Eine neue Arte, über virales Marketing zu denken oder zu sprechen, hat mir <span style="text-decoration: line-through;">heute</span> gestern <a href="http://twitter.com/timleberecht" title="Tim Leberecht - Twitter">Tim Leberecht</a> gezeigt, der diese Idee selbst auf einem Vortrag aufgeschnappt hat. (Ich habe leider vergessen, wer es zuerst gesagt hat, ein Marketing-Type von Nokia?) Um zu verdeutlichen was virales Marketing ist, zeigt er ein Flugzeug in der Luft, was nicht gerade zu viralem Verhalten anregt. Das <a href="http://www.google.de/search?sourceid=chrome&amp;ie=UTF-8&amp;q=flugzeug+hudson+river" title="Flugzeug im Hudson River">Flugzeug im Hudson River</a> allerdings, mit Menschen auf der Tragfläche, erzeugt bei fast allen Menschen das Bedürfnis sich auszutauschen. Virales Marketing funktioniert in der Schlussfolgerung also dann, wenn kognetive Schemata verletzt werden. Wir also Dinge sehen, die so auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Marketing ist also nicht durch sein Werkzeug, nämlich die Verwendung von Facebook, Twitter etc. viral (wie auch Wikipedia meint), sondern durch seinen Inhalt. Und warum virales Marketing heute viel besser funktioniert bzw. als erstrebenswertes Marketingkonzept herhält, liegt eben in der weiten Verbreitung der sozialen Netzwerke - Mundpropaganda 2.0. Und in diesem Sinne ist, was wir alle sowieso geahnt haben, aber ich zumindest nicht immer ausdrücken konnte, Vodafones Marketingstrategie mitnichten ein virales Konzept, nur weil der Versuch bestand, die Werbung auch über alle sozialen Kanäle zu puschen. Sind wahrscheinlich viele Konzepte nur auf dem Papier viral.</p>
	
</p>

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    </item>
    <item>
      <pubDate>Wed, 14 Apr 2010 07:21:00 -0700</pubDate>
      <title>Content, Vernetzung und die Rettung der Welt #rp10</title>
      <link>http://postnerd.posterous.com/content-vernetzung-und-die-rettung-der-welt-r</link>
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      <description>
        <![CDATA[<p>
	<p>"Blogger" sind, anders als von "den Medien" gerne angenommen, keine gleichgeschalteten Online-Wesen, die sich mit dem Begriff "Blogger" umfassend beschreiben lassen. Sie sind auch längst nicht mehr, auch wenn man durch die Besetzung der einzelnen Panels auf der <a href="http://re-publica.de/10/" title="re:publica">re:publica</a> etwas anderes vermuten könnte, nicht mehr vorrangig männlich. Sie bilden einen Querschnitt der – zugegeben – meist gebildeten Gesellschaft. Da gibt es die geldgeilen Marktschreier vergangener Tage, genauso wie die nachdenklichen Weltverbesserer. Gemeinsam haben sie alle, dass sie das Internet mit seinem Folgen, als positiv für ihr und das Leben anderer beschreiben. Das eine erste Zusammenfassung meiner Eindrücke von Tag 1 der re:publica 10.</p>
<p><strong>"<a href="http://re-publica.de/10/event-list/slow-design/" title="Slow Design - re:publica">Slow Design</a> - Oder: Wie Designthinking (vielleicht) die Welt retten kann"</strong></p>
<p><a href="http://www.humanizedinterface.de/" title="Thomas Klose">Thomas Klose</a> spricht tatsächlich und wirklich von der Rettung der Welt. In meiner schon auf Ironie getrimmten Wahrnehmung, habe ich den Titel nicht ernst genommen, sondern eben als ironischen Arbeitstitel für die Vorzüge des Design Thinkings im Fast Design Arbeitsablauf gesehen. Stattdessen schmeißt Thomas in <a href="http://www.youtube.com/watch?v=IbDmOt-vIL8" title="Home - Der Film">Home</a>-Manier erst einmal alle "Es wird schon werden" Zukunftsprognosen über den Haufen, führt uns mobilen Arbeitswesen vor Augen, dass wir ohne Strom nicht arbeiten können, lässt uns mit den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Rams#Dieter_Rams.E2.80.99_zehn_Thesen_was_.22gutes_Design.22_ausmacht.5B2.5D" title="10 Thesen für gutes Design">10 Thesen über gutes Design</a> überhaupt daran zweifeln, dass wir etwas nachhaltiges produzieren können und gibt uns am Ende vielleicht noch einen kleines bisschen Hoffnung: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Slow_design" title="Slow Design">Slow Design</a>. Ich selbst glaube allerdings auch, dass das teilweise sehr esoterische Konzept mit Vorsicht zu genießen ist. Im Endeffekt bleibt aber der Versuch, einer auf Fast Design optimierten Produktion, sinnvolle "Erfindungen" entgegenzusetzen. Und uns selbst vor Augen zu führen, dass wir im Kreislauf aus Produktion und Konsumgesellschaft, das entscheidende Rädchen sind - vielleicht.</p>
<p><strong>"<a href="http://re-publica.de/10/event-list/blogs-monetarisieren-aber-wie/" title="Blogs monetarisieren - re:publica">Blogs monetarisieren, aber wie?</a>"</strong></p>
<p>Die Überlegung, uns aus der Welt der Konsumspiralen zu befreien, würde <a href="http://twitter.com/sascha_P" title="Sascha Pallenberg">Sascha Pallenberg</a> wohl eher nicht kommen. Wie man mit seinem Blog Geld verdient, ist wahrscheinlich in der Blogsphäre eines der wichtigsten Themen. Ob allerdings alle Zuhörer gleich an das große Geld dabei gedacht haben und nicht eher an eine kostendeckende Lösung, bleibt fraglich. Sascha jedenfalls, der vorher extra noch Stühle und Tische von der Bühne geräumt hat, springt herum wie ein junger Tiger. Schmeißt im Stile eines Schneeballsystem-Vertreters mit Zahlen um sich und nutzt den ihm gebotenen Raum dabei voll aus. Wahrscheinlich hätte der Vortrag auch "Wie ich mit meinem Blog Geld verdient habe" lauten können, inhaltlich hätte sich wahrscheinlich nichts geändert. Dass man mit einem <a href="http://www.netbooknews.com/" title="Netbooknews">themenspezifischen Blog</a> und sachkundigen und persönlichen Autoren auch in der Blogspäre Geld verdienen kann, ich kein Geheimnis mehr, dass es auch richtig viel sein kann, <a href="http://www.eeepcnews.de/1-jahr-eee-pc-news-zahlen-fakten-und-persoenliches/" title="1 Jahr Eee PC News: Zahlen, Fakten und Persönliches">zeigt Sascha</a>. Was am Ende als wirklich interessante Frage übrig bleibt, warum können kleine Blogs mit sachkundigem, interessiertem Publikum aber mäßigem Traffic, profitable Kleinunternehmen leiten, wenn große Medienhäuser, mit tausenden Mitarbeitern, riesigem Traffic, kein Bein auf den Internetboden bekommen.</p>
	
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