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Welchen Einfluss die Sprache, die wir sprechen, auf unsere Persönlichkeit, 
unsere Wahrnehmung und unsere Entscheidungen hat, hab ich hier 
aufgeschrieben. Wer’s lieber anhören möchte, findet hier auch den Link zu 
einem Gespräch mit mir dazu im Deutschlandfunk.]]></description><content:encoded><![CDATA[<h2>Oder warum sich ein „Ich liebe dich“ anders anfühlt als ein „I love you“</h2><p class="">Das wollte der Musiker und Ex-Profifußballer Ben Galliers wissen. Der gebürtige Brite lebt seit Jahren in Deutschland und spricht perfekt Deutsch. Die Fremdsprache ist ihm also gar nicht mehr fremd. Trotzdem fühlt er sich immer noch anders, wenn er sie spricht: „Ich liebe dich“ zu sagen, bewegt sein Herz anders an als ein „I love you.“</p><p class="">Diesen Persönlichkeitswechsel durch die Sprache kennen viele Menschen. Sie erleben sich selbst dann anders, sind offener, herzlicher oder geselliger. Trotz der Übersetzungsbarriere kommen ihnen Dinge leichter über die Lippen als in der Muttersprache, etwa wenn es um Gefühle oder kniffelige Entscheidungen geht.</p><p class="">Und sie bilden sich das auch nicht ein: Mehrere Studien zeigen, dass ein Persönlichkeitstest ein anderes Ergebnis zeigt, wenn eine Person ihn in unterschiedlichen Sprachen ausfüllt.</p><p class="">Über all das und warum wir je nachdem, wie wir gerade sprechen, andere Entscheidungen treffen, durfte ich mit Ben Galliers und der Moderatorin Caro Korneli bei der Sendung Plus 1 von Deutschlandfunk Kultur erzählen.</p><p class="">Hier reinhören: <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/herzenssache-these-are-my-people-musiker-ben-galliers-ueber-zugehoerigkeit-100.html" target="_blank">https://www.deutschlandfunkkultur.de/herzenssache-these-are-my-people-musiker-ben-galliers-ueber-zugehoerigkeit-100.html</a></p><p class="">Ab Minute 15 läuft das Gespräch zum Thema „Andere Sprache anderer Mensch?“</p><p class="">Hier der Text, auf den ich mich in unserem Gespräch beziehe. Ich habe die Quellen überprüft und mir angeschaut, was die Wissenschaft aktuell dazu sagt. Seit der Erstveröffentlichung 2018 hat sich nicht viel getan. Der Forschungsstand wurde durch neue Studien bestätigt, die die Persönlichkeitsveränderung für weitere Sprachen wie etwa Farsi bestätigen.</p><h2><strong>Andere Sprache, anderer Mensch? - Wie uns das Sprechen einer Fremdsprache beeinflusst</strong></h2><p class="">Als ich im Silicon Valley gelebt habe, habe ich mich oft gefragt, wie es sich anfühlen würde, wenn alle dort Deutsch sprechen würden oder wenn Englisch meine Muttersprache wäre. Hätten mich meine amerikanischen Freunde dann anders wahrgenommen? Zumindest hätte ich in Gesprächen mehr beitragen und mehr von mir erzählen können, weil ich nicht immer ewig nach den richtigen Worten hätte suchen müssen. Vielleicht hätte ich dann sogar schlauere Sachen gesagt, weil mein Gehirn nicht so sehr mit der anderen Sprache beschäftigt gewesen wäre. (Spoiler: die Forschung spricht dagegen, zumindest scheinen wir logischer zu denken, wenn wir in einer Fremdsprache denken.)</p><h3><strong>Die Hürde im Kopf</strong></h3><p class="">Den Alltag in einer Fremdsprache zu bestreiten, ist schwerer, als ich anfangs dachte. Irgendwie hatte ich die leicht verklärte Vorstellung, dass ich mich so an die Sprache gewöhne, dass es mir irgendwann gar nicht mehr auffällt, dass ich eine andere Sprache spreche als meine Muttersprache<a href="https://judith-braun.squarespace.com/blog/2018/4/22/andere-sprache-anderer-mensch-wie-uns-das-sprechen-einer-fremdsprache-beeinflusst#verweis1"><span><strong>¹</strong></span></a>. Wahrscheinlich weil es bei vielen anderen so mühelos und einfach wirkt. Das ist es aber nicht! Eine Fremdsprache bleibt etwas Fremdes, eine Hürde im Kopf, die man jedes Mal überwinden muss, wenn man etwas sagen oder schreiben will. Für mich fühlt sich das an, wie Tabu-spielen. Tabu ist dieses Gesellschaftsspiel, bei dem man Worte so umschreiben muss, dass sie die Mitspieler erraten. Die offensichtlichen Begriffe darf man dabei aber nicht benutzen, sondern muss sich stattdessen Alternativen überlegen.</p><p class="">Eine andere Sprache zu verwenden, hat tatsächlich weitreichende Konsequenzen: Sie beeinflusst, wie wir Probleme wahrnehmen und lösen und wie wir uns entscheiden. Sie kann sogar neue Aspekte unserer Persönlichkeit hervorbringen und dazu führen, dass wir andere Facetten von uns zeigen als in unserer Muttersprache.</p><h3><strong>Wie wär’s mit einem kleinen Experiment?</strong></h3><p class="">Keine Angst, Sie müssen nichts ausfüllen, nur die Frage für sich beantworten.</p><p class="">Bereit?&nbsp;</p><p class="">Let's switch to English (falls Sie kein Englisch verstehen, lesen Sie <a href="https://judith-braun.squarespace.com/trolley-dilemma-deutsch"><span><strong>hier</strong></span></a> weiter):</p><p class="">Imagine you are standing on a footbridge overlooking a train track. A small on-coming train is about to kill five people and the only way to stop it is to push a heavy man off the footbridge in front of the train. This will kill him, but save the five people.</p><p class="">What do you do?</p><ol data-rte-list="default"><li><p class="">Do nothing, and the train kills the five people on the track.</p></li><li><p class="">Push the heavy man off the bridge, which will kill him, but safe the five people.</p></li></ol><p class="">&nbsp;</p><p class="">Und wie haben Sie sich entschieden?</p><p class="">Wenn Sie die erste Alternative gewählt haben, dann sind Sie in guter Gesellschaft: im Schnitt entscheiden sich 80% der Befragten dagegen, den dicken Mann von der Brücke zu stoßen. Falls Sie sich dafür entschieden haben, den Mann zu opfern, liegt das wahrscheinlich an Ihren utilitaristischen<a href="https://judith-braun.squarespace.com/blog/2018/4/22/andere-sprache-anderer-mensch-wie-uns-das-sprechen-einer-fremdsprache-beeinflusst#verweis2"><span><strong>²</strong></span></a> Moralvorstellungen, aber vielleicht auch daran, dass Sie die Frage in einer Fremdsprache gelesen haben.</p><h3><strong>Andere Sprache, andere Moralvorstellungen?</strong></h3><p class="">Es ist gut möglich, dass Sie die Frage anders beantwortet hätten, wenn Sie sie in Ihrer Muttersprache gelesen hätten. Das lassen zumindest die Ergebnisse einer Studie von Albert Costa und Kollegen<a href="https://judith-braun.squarespace.com/blog/2018/4/22/andere-sprache-anderer-mensch-wie-uns-das-sprechen-einer-fremdsprache-beeinflusst#verweis3"><span><strong>³</strong></span></a> vermuten, in der die Teilnehmenden vor genau dasselbe moralische Dilemma gestellt wurden und zwar entweder in ihrer Muttersprache, das heißt Englisch, Spanisch oder Koreanisch, oder einer Fremdsprache, in diesem Fall Englisch, Spanisch, Französisch oder Hebräisch. In ihrer Muttersprache befragt, waren im Schnitt nur 20% der Teilnehmenden dafür, einen Mann zu opfern um fünf Personen zu retten. In der Fremdsprache waren es dagegen 33%. Egal um welche Sprachkombination es sich handelte, in der Fremdsprache befragt, entschieden sich immer mehr Teilnehmende dafür, den dicken Mann von der Brücke zu stoßen, als in der Muttersprache.</p><h3><strong>Weniger Gefühl - mehr Logik</strong></h3><p class="">Die Autoren der Studie erklären diesen Unterschied dadurch, dass in der Fremdsprache weniger Emotionen hervorgerufen werden als in der Muttersprache und eine größere Distanz zur Entscheidung herrscht. Um das zu belegen, verwendeten sie in einer zweiten Studie eine andere Version des Dilemmas, die weniger emotionsgeladen war. In dieser Version musste nur ein Schalter umgelegt werden, um den dicken Mann zu opfern, und die Befragten mussten sich nicht vorstellen, ihn selbst von der Brücke zu stoßen. Bei diesem emotionsärmeren Dilemma entschied sich ein größerer Teil der Personen, die in der Muttersprache befragt wurden, dafür, den Mann zu opfern, und der Unterschied zwischen Fremd- und Muttersprache verschwand.</p><p class="">Wenn wir in einer Fremdsprache Entscheidungen treffen, lassen wir uns also weniger von unseren Gefühlen mitreißen, aber nicht nur das, wir denken auch logischer und systematischer. Denken wir in einer Fremdsprache, sind wir weniger anfällig für kognitive Verzerrungen und schätzen Gewinnchancen und Risiken besser ein, was wiederum zu besseren Entscheidungen und höheren Erträgen bzw. geringeren Verlusten führt.<a href="https://judith-braun.squarespace.com/blog/2018/4/22/andere-sprache-anderer-mensch-wie-uns-das-sprechen-einer-fremdsprache-beeinflusst#verweis4"><span><strong> 4 </strong></span></a></p><p class="">Die größere emotionale und kognitive Distanz bei Fremdsprachen können Sie sich übrigens leicht vergegenwärtigen, indem Sie Kraftausdrücke und obszöne Begriffe laut aussprechen. &nbsp;Probieren Sie es zuerst auf Englisch, oder in welcher Sprache auch immer Sie Kraftausdrücke und obszöne Bemerkungen kennen, und dann auf Deutsch. (Machen Sie das am besten, wenn Sie alleine sind, sonst könnte es zu Beschwerden und Verzerrungen aufgrund von sozialer Erwünschtheit kommen.) In der Fremdsprache gehen die schmutzigen Begriffe viel leichter über die Lippen. <a href="https://judith-braun.squarespace.com/blog/2018/4/22/andere-sprache-anderer-mensch-wie-uns-das-sprechen-einer-fremdsprache-beeinflusst#verweis5"><span><strong>5</strong></span></a> Ironischerweise flucht man aber aus demselben Grund eher in der Muttersprache, weil es beim Fluchen ja darum geht, Emotionen rauszulassen.</p><h3><strong>Die Fremdsprache als rosa Brille</strong></h3><p class="">Gerade dann, wenn man eine Sprache aus Spaß und Interesse lernt, wirkt sie oft wie eine rosa Brille oder eher ein Snapchat-Filter, durch den man die Welt anders wahrnimmt und alles etwas schöner, besser und aufregender wirkt. Auf Französisch klingt selbst eine Waschanleitung gleich eleganter und intellektueller und auf Italienisch wird sogar ein Strafzettel zur sinnlichen Lektüre. Auch man selbst verändert sich im Zauber der neuen Sprache, fühlt sich freier und probiert auch mal andere Verhaltensweisen aus als sonst. <a href="https://judith-braun.squarespace.com/blog/2018/4/22/andere-sprache-anderer-mensch-wie-uns-das-sprechen-einer-fremdsprache-beeinflusst#verweis6"><span><strong>6</strong></span></a></p><h3><strong>Andere Sprache, andere Persönlichkeit?</strong></h3><p class="">Sich wie ein anderer Mensch zu fühlen, wenn man eine andere Sprache spricht, davon berichten Viele. Mittlerweile ist das auch wissenschaftlich erwiesen: Studien zeigen, dass mehrsprachige Personen, unterschiedliche Persönlichkeitsprofile aufweisen, je nachdem in welcher Sprache sie einen Persönlichkeitsfragebogen ausfüllen. So wirkten die Teilnehmer einer Studie von Marina Veltkamp und Kollegen eher <a href="https://www.123test.de/extraversion/"><span>extravertiert</span></a> und <a href="https://www.123test.de/neurotizismus-emotionale-stabilitat/"><span>neurotisch</span></a>, wenn sie den Persönlichkeitsfragebogen auf Spanisch beantworteten, und sahen sich dagegen eher als verträgliche Menschen, wenn der Bogen auf Deutsch war. <a href="https://judith-braun.squarespace.com/blog/2018/4/22/andere-sprache-anderer-mensch-wie-uns-das-sprechen-einer-fremdsprache-beeinflusst#verweis7"><span><strong>7</strong></span></a> Die Autoren begründen das damit, dass mit jeder Kultur bestimmte Persönlichkeitseigenschaften assoziiert sind, die durch die Sprache hervorgehoben und aktiviert werden. &nbsp;</p><h3><strong>Sprachkurs statt Sportwagen</strong></h3><p class="">Wenn Sie also mal wieder in einer Fremdsprache vor sich hin stolpern, wie es mir ständig geht, trösten Sie sich: die Sprachhürde führt immerhin dazu, dass Sie logischer denken und bessere Entscheidungen treffen! Und falls Sie gerade in einer Krise stecken oder sich langweilen, probieren Sie’s mal mit einem Sprachkurs. So können Sie sich frei fühlen und neue Seiten an sich entdecken, ohne dass Sie gleich eine Affäre anfangen, ein schnelleres Auto kaufen oder eine ganze Typveränderung auf sich nehmen müssen!</p><p class="">&nbsp;<strong>Mehr zum Thema Persönlichkeit:</strong></p><p class="">Hier habe ich mehr dazu geschrieben, wie sich die Persönlichkeit im Laufe des Lebens verändert:                   <a href="https://perspective-daily.de/article/4007-verstehe-dich-selbst-besser-so-gehts/85SleDQQ?pk_campaign=link-user" target="_blank">Verstehe dich selbst besser: So geht’s</a></p><p class="">Wie vertrauenswürdig sind Persönlichkeitstests? Das habe ich hier für Perspective Daily zusammengefasst: <a href="https://perspective-daily.de/article/3246-kann-mir-ein-persoenlichkeitstest-sagen-wie-ich-wirklich-bin/97eSBXaC?pk_campaign=link-user" target="_blank">Kann mir ein Persönlichkeitstest sagen, wie ich wirklich bin?</a></p><p class=""><strong>Verweise</strong></p><p class=""><strong>[1] </strong>Vielleicht passiert das irgendwann, wahrscheinlich sogar, aber das dauert eine ganze Weile. Eine kanadische Freundin hat mir mal erzählt, dass ihre Gedanken und Träume sich gerade von Französisch auf Englisch umgestellt hätten. Zu diesem Zeitpunkt hat sie aber schon über 10 Jahre in den USA gelebt.</p><p class=""><strong>[2] </strong>Utilitaristisch heißt in diesem Fall, Sie stellen das Wohlergehen aller Betroffenen über das des Einzelnen. Siehe auch:<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Utilitarismus"> <span>https://de.wikipedia.org/wiki/Utilitarismus</span></a></p><p class=""><strong>[3] </strong>Costa, A., Foucart, A., Hayakawa, S., Aparici, M., Apesteguia, J., Heafner, J. et al. (2014). Your Morals Depend on Language. <em>PLoS ONE 9</em>(4): e94842. <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0094842"><span>https://doi.org/10.1371/journal.pone.0094842</span></a></p><p class=""><strong>[4] </strong>Keysar, B., Hayakawa, S., &amp; An, S. (2012). The Foreign-Language Effect: Thinking in a Foreign Tongue Reduces Decision Biases.&nbsp;<em>Psychological Science,&nbsp;23</em>(6), 661-668.&nbsp; <a href="https://doi.org/10.1177/0956797611432178"><span>https://doi.org/10.1177/0956797611432178</span></a></p><p class=""><strong>[5] </strong>Dewaele, J. M. (2004). The emotional force of swearwords and taboo words in the speech of multilinguals. <em>Journal of Multilingual &amp; Multicultural Development, 25</em>, 204–222. &nbsp; <a href="https://doi.org/10.1080/01434630408666529"><span>https://doi.org/10.1080/01434630408666529</span></a></p><p class=""><strong>[6] </strong>Wilson, R.(2013). Another language is another soul. <em>Language and Intercultural Communication, 13</em>(3), 298-309. &nbsp; <a href="https://doi.org/10.1080/14708477.2013.804534"><span>https://doi.org/10.1080/14708477.2013.804534</span></a></p><p class=""><strong>[7] </strong>Veltkamp, G. M., Recio, G., Jacobs, A. M., &amp; Conrad, M. (2012). Is personality modulated by language? <em>International Journal of Bilingualism, 17</em>(4), 496-504. <a href="https://doi.org/10.1177/1367006912438894"><span>https://doi.org/10.1177/1367006912438894</span></a></p><p class="">&nbsp;<strong>Noch mehr Interesse am Thema Sprache und Persönlichkeit?</strong></p><p class="">Daniel Peyronel hat für <a href="http://www.perspective-daily.de/"><span>Perspective Daily</span></a> ein tolles Interview mit dem Sprachforscher Jean-Marc Dewaele geführt:</p><p class=""><a href="https://perspective-daily.de/article/606/yOX9opr6"><span>Mit wie vielen Nationalitäten warst du schon im Bett? </span></a></p>





















  
  






  <p class="">Foto von <a href="https://unsplash.com/@hannahwrightdesigner?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Hannah Wright</a> auf <a href="https://unsplash.com/photos/brown-wooden-surface-ZzWsHbu2y80?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>





















  
  



<p><a href="https://www.psychophilie.com/blog/2026/2/26/bin-ich-anders-wenn-ich-eine-andere-sprache-spreche">Permalink</a><p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1775045692741-FOWO8812OS6DQZPZ7JEL/hannah-wright-ZzWsHbu2y80-unsplash.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="2667"><media:title type="plain">Bin ich anders, wenn ich eine andere Sprache spreche?</media:title></media:content></item><item><title>So gelingt dir die perfekte Entschuldigung</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Mon, 11 Jul 2022 11:03:46 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2022/6/28/so-gelingt-dir-die-perfekte-entschuldigung</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:62bb6844a4ca5376e9f49fc6</guid><description><![CDATA[Entschuldigen ist schwer? Die Wissenschaft weiß genau, wie es gelingt. Hier 
verrate ich das Patentrezept.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="">Glaubst du daran, dass eine Entschuldigung etwas bewirken kann?</p><p class="">Aus der Forschung wissen wir immerhin, dass eine Entschuldigung …</p><ul data-rte-list="default"><li><p class="">denen guttut, die sie erhalten,</p></li><li><p class="">auch denen hilft, die sie aussprechen,</p></li><li><p class="">sogar Beziehungen rettet, weil sie Konflikte lösen und zu Versöhnung führen kann.</p></li></ul><p class="">Ich habe auch nie das Gegenteil behauptet, aber wirklich überzeugt von der Wirkung einer Entschuldigung war ich lange nicht. Verstärkt wurden meine Zweifel durch meinen 7-jährigen Sohn. Seit Längerem versuchen wir, ihm beizubringen, sich vernünftig zu entschuldigen. Wenn er nach endlosem Hin und Her trotzig die Arme vor der Brust verschränkt und mit gesenktem Kopf ein »Sorry« vor sich hin murmelt, frage ich mich, ob die stundenlangen Diskussionen das wirklich wert sind. Macht dieses mühsam erzwungene Wort irgendetwas mit ihm? Und was bringt ihm ein anerzogener Reflex, sich ständig zu entschuldigen, wie ich ihn selbst habe und worüber ich mich manchmal sogar ärgere?</p><p class="">Ein Podcast mit der Psychologin Harriet Lerner hat meine negative Meinung über Entschuldigungen jedoch ins Wanken gebracht. Die US-amerikanische Psychotherapeutin hat ein Buch über Entschuldigungen geschrieben. Als Gast im Podcast »Unlocking us« spricht sie über die Erkenntnisse der Entschuldigungsforschung und verbindet sie mit Beispielen aus ihrer jahrzehntelangen therapeutischen Erfahrung. Die Kernaussage ihrer Ausführungen ist: »Reflexe helfen wenig. Ehrliche Entschuldigungen müssen her. Nur machen Menschen es sich bei diesen oft zu leicht.«</p><p class="">Wie aber können wir eine ehrliche Entschuldigung formulieren, die wirklich wirkt?</p><p class="">Für Perspective Daily habe ich aufgeschrieben, wie das geht und wann eine Entschuldigung überhaupt angebracht ist.</p><p class=""><strong>Hier geht’s zum Artikel:</strong> <a href="https://perspective-daily.de/article/2173-so-gelingt-dir-die-perfekte-entschuldigung/EDuMQroJ">So gelingt dir die perfekte Entschuldigung</a></p><p class="">Reinschauen lohnt sich schon alleine wegen der wunderschönen Illustrationen von <a href="https://www.kigeki.de">Frauke Berger</a>.  Keine Zeit oder Muse zum Lesen? Dann kannst du dir den Artikel auch von <a href="https://paullonnemann.wordpress.com">Paul Lonnemann </a>vorlesen lassen. Er ist Schauspieler am theater junge generation Dresden und einer von mehreren professionellen Specher:innen, die die Texte von Perspective Daily einsprechen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p class="">Foto von <a href="https://unsplash.com/@fotobienephoto?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Mara Ket</a> auf <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1657537245666-DWC1ZWR8G25EVDBZB3OT/Herz.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="1000"><media:title type="plain">So gelingt dir die perfekte Entschuldigung</media:title></media:content></item><item><title>Darf ich fühlen, was ich gerade fühle?</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Mon, 07 Mar 2022 12:41:21 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2022/3/7/darf-ich-fhlen-was-ich-gerade-fhle</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:6225f961b8cc1431b33abcfa</guid><description><![CDATA[Ohnmacht, Angst, Trauer: Der Krieg in der Ukraine löst starke Emotionen 
aus, auch bei uns. Doch vieles, was wir empfinden, scheint gerade 
unangemessen. Welche Gefühle uns jetzt bewegen und wie wir damit umgehen]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="">Der Krieg in der Ukraine bestimmt jetzt seit über einer Woche die Nachrichten – und es gibt derzeit wenig Hoffnung, dass die russischen Angriffe bald enden werden. Mit jeder neuen Nachricht, jeder weiteren Eskalation wachsen auch die Angst, die Verzweiflung und Hilflosigkeit, auch bei Menschen, die nicht direkt von den Ereignissen betroffen sind. Dann wiederum gibt es Momente im Alltag, in denen die Welt in Ordnung zu sein scheint.</p><p class="">Egal was wir fühlen, irgendwie erscheint alles unangemessen angesichts des Leids, das Ukrainer:innen derzeit in ihrem Heimatland oder auf der Flucht aus dem Land erleben. Menschen dafür zu verurteilen, was sie empfinden, oder sich selbst schuldig für die eigenen Emotionen zu fühlen, hilft jedoch wenig. </p><p class="">Zusammen mit Lara Malberger und Stefan Boes habe ich für <a href="https://www.perspective-daily.de">Perspective Daily</a> aufgeschrieben, welche Emotionen uns jetzt bewegen und wie wir lernen können, mit ihnen umzugehen.</p><p class="">Hier geht’s zum Artikel:  <a href="https://perspective-daily.de/article/2058-darf-ich-fuehlen-was-ich-gerade-fuehle/OPAl64G8"><strong>Darf ich fühlen, was ich gerade fühle?</strong></a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p class="">Foto von <a href="https://unsplash.com/@anniespratt?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Annie Spratt</a> auf <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1646656232969-6GYL1Q1HLVNSNALQ0YB6/annie-spratt-d_mzrEx6ytY-unsplash.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="1125"><media:title type="plain">Darf ich fühlen, was ich gerade fühle?</media:title></media:content></item><item><title>Die erste Kerze brennt schon, aber wo bleibt der Psychophilie-Adventsbrief?</title><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Tue, 01 Dec 2020 22:04:57 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2020/12/1/die-erste-kerze-brennt-schon-aber-wo-bleibt-der-psychophilie-adventsbrief</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5fc6bc058f079636156192f7</guid><description><![CDATA[Dieses Jahr habe ich mich schweren Herzens entschlossen, den Adventsbrief 
auszusetzen. Ein paar Adventstexte wird es aber trotzdem geben.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="">Dieses Jahr habe ich mich schweren Herzens entschlossen, den Adventsbrief auszusetzen. Es gibt so viele Dinge, über die ich gerne schreiben würde, aber ich bin noch in Elternzeit und die hat gerade Vorrang. Ganz ohne Texte zur Psychologie der Weihnachts- und Vorweihnachtszeit muss aber selbst 2020 nicht auskommen. In jeder Dezemberwoche erscheint bei <a href="https://www.perspective-daily.de REMOVE">Perspective Daily</a> ein Text, der auf einem meiner Adventsbriefe aus den letzten drei Jahren basiert.&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p class="">Foto von <a href="https://unsplash.com/@lukas34?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Lukas Langrock</a> auf <a href="https://unsplash.com/s/photos/advent?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1606860419005-0FH5JDUQ6XU1L1RF4B1Q/image.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1333" height="1667"><media:title type="plain">Die erste Kerze brennt schon, aber wo bleibt der Psychophilie-Adventsbrief?</media:title></media:content></item><item><title>Gemischte Tüte Gedankenfutter - Leseempfehlungen</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Tue, 04 Feb 2020 01:08:32 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2020/2/3/gemischte-tte-gedankenfutter-leseempfehlungen</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5e38c41add96790c98ef9800</guid><description><![CDATA[Neue Reihe auf dem Blog mit Leseempfehlungen. Dieses Mal geht es unter 
anderem um den Reiz von Unboxing-Videos, moralische Entscheidungen in Game 
of Thrones und um die psychologischen Herausforderungen einer Reise zum 
Mars.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="">In letzter Zeit habe ich so viele gute Artikel gelesen, die ich gerne weiterempfehlen wollte, dass ich beschlossen habe, hier auf dem Blog eine Reihe mit Leseempfehlungen zu starten.&nbsp;</p><p class="">Wer sich mehr Leseinspiration und Empfehlungen für psychologische Artikel wünscht, kann mir gerne auf Twitter unter @psych0philie folgen. Dort poste ich regelmäßig Links zu Beiträgen, die ich besonders spannend, inspirierend und lehrreich fand.</p><p class="">Dieses Mal geht es unter anderem um den Reiz von Unboxing-Videos, moralische Entscheidungen in Game of Thrones und um die psychologischen Herausforderungen einer Reise zum Mars.&nbsp;&nbsp;</p><h3>Deutsche Artikel:</h3><p class=""><strong>Macht uns Meditation zu Egoisten?&nbsp;</strong></p><p class="">Ja oder nein? Dieser Artikel auf Perspective Daily stellt beide Positionen gegenüber. Anfangs hatte ich eine klare Meinung, beim Lesen hab ich aber gemerkt: “Verdammt, beide Seiten haben gute Argumente.”&nbsp;</p><p class=""><a href="https://perspective-daily.de/article/826/JmnYIkBT">Macht uns Meditation zu Egoisten?</a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p class=""><strong>Der Reiz von Unboxing-Videos</strong></p><p class="">Ich hab nie verstanden, warum Unboxing-Videos auf Youtube so beliebt sind. Warum schaut man Fremden dabei zu, wie sie Dinge auspacken? Bei In-Mind hab ich jetzt eine Erklärung gefunden: Verpackungen öffnen macht einfach Spaß, auch wenn man nur zuschaut</p><p class=""><a href="https://t.co/6P7FMVNWNg?amp=1">Beim Öffnen kommt Freude auf</a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><h2>Englische Artikel:</h2><p class=""><strong>Übersetzungshilfe</strong></p><p class="">Bei den Leseempfehlungen wird es immer Artikel auf Englisch geben, weil das meiste, was ich lese, nun mal auf Englisch ist.&nbsp;</p><p class="">Falls Sie keine Lust auf englischsprachige Artikel haben oder sich damit schwer tun, kann ich den DeepL-Übersetzer empfehlen. Auf deepl.com kopiert man einfach den englischen Text in ein Fenster und dann erscheint daneben die deutsche Übersetzung. Das funktioniert super und das Ergebnis liest sich überraschend gut!</p><p class=""><a href="https://www.deepl.com/translator">DeepL Übersetzer</a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p class=""><strong>Persönlichkeitsfragebögen funktionieren nicht für alle Menschen gleich gut</strong></p><p class="">Dieser Artikel zeigt mal wieder, dass die bisherige psychologische Forschung nur bestimmte Teile der Welt repräsentiert, d.h. hauptsächlich die westlichen, gebildeten, industrialisierten, reichen und demokratischen Länder (WEIRD countries). Guter Denkanstoß!</p><p class=""><a href="https://www.npr.org/sections/goatsandsoda/2019/07/10/740214086/the-famous-big-5-personality-test-might-not-reveal-the-true-you">The famous big 5 personality test might not reveal the true you</a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p class=""><strong>Moralische Entscheidungen in Game of Thrones</strong></p><p class="">Es gibt wahrscheinlich schon genug Artikel, die Game of Thrones zu irgendwas in Beziehung setzen. Dieser hier lohnt sich aber, weil er anhand der Game-of-Thrones-Charaktere toll erklärt, welche Ansätze es gibt, moralische Entscheidungen zu treffen.</p><p class=""><a href="https://blogs.scientificamerican.com/observations/what-game-of-thrones-reveals-about-moral-decision-making/">What Game of Thrones reveals about moral decision-making</a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p class=""><strong>Die psychologischen Herausforderungen einer Reise zum Mars</strong></p><p class="">Die Menschheit träumt von der Reise zum Mars und Elon Musk plant bereits die erste Marskolonie. Doch der Flug zum roten Planeten steckt voller Herausforderungen - auch psychologischer. Dieser spannende Artikel erklärt die psychologischen Herausforderungen einer Marsreise.</p><p class=""><a href="http://nautil.us/blog/-the-psychological-challenges-of-just-getting-to-mars">The psychological challenges of just getting to Mars</a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p class=""><strong>Virtual-Reality-Brillen können Empathie fördern</strong></p><p class="">Gute Nachrichten: VR-Brillen können Empathie fördern, indem sie uns in das Leben anderer Menschen eintauchen lassen. Toller Artikel von Jamil Zaki, vor allem der Teil zum Stand der Empathie hat mich begeistert! Gibt auch einen guten Einblick in die Obdachlosigkeit im Silicon Valley.</p><p class=""><a href="http://nautil.us/issue/72/quandary/can-we-revive-empathy-in-our-selfish-world">Can we revive empathy in our selfish world?</a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p class="">Foto von&nbsp;<a href="https://unsplash.com/@joannakosinska?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Joanna Kosinska</a>&nbsp;auf&nbsp;<a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1580795697110-73O1G4MY6WYJK7I6JKSA/gemischte%2BT%25C3%25BCte.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="1500"><media:title type="plain">Gemischte Tüte Gedankenfutter - Leseempfehlungen</media:title></media:content></item><item><title>Die Qual der Wahl bei Serien und Filmen - Beitrag auf Deutschlandfunk Nova</title><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Sat, 11 Jan 2020 05:39:59 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2020/1/10/die-qual-der-wahl-bei-serien-und-filmen-beitrag-auf-deutschlandfunk-nova</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5e195ddaa252892821ab3961</guid><description><![CDATA[Im Dezember gab es bei Deutschlandfunk Nova einen Beitrag zur Qual der Wahl 
bei Serien und Filmen, bei dem auch ich zu Wort kommen durfte.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="">Im Dezember gab es bei Deutschlandfunk Nova einen Beitrag zur Qual der Wahl bei Serien und Filmen, bei dem auch ich zu Wort kommen durfte.</p><p class="">Hier geht’s zur Text- und Audioversion des Beitrags:&nbsp;</p><p class=""><a href="https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/das-entscheidungsdilemma-beim-ueberbordenden-angebot-von-streaming-plattformen-wer-die-auswahl-einschraenkt-kann-sich-leichter-entscheiden"><span><strong>https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/das-entscheidungsdilemma-beim-ueberbordenden-angebot-von-streaming-plattformen-wer-die-auswahl-einschraenkt-kann-sich-leichter-entscheiden</strong></span></a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p class=""><strong>Verweise</strong></p><p class="">Foto von&nbsp;<a href="https://unsplash.com/@brunocervera?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">BRUNO CERVERA</a>&nbsp;auf&nbsp;<a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1578721473847-ITBOHQRZKFEF5SK1Y7CJ/Netflixproblem_dlf%2Bnova.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1250" height="1667"><media:title type="plain">Die Qual der Wahl bei Serien und Filmen - Beitrag auf Deutschlandfunk Nova</media:title></media:content></item><item><title>Adventszeit, Ansteckungszeit! Wie wir unbemerkt Emotionen übertragen und uns von ihnen anstecken lassen</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Sun, 08 Dec 2019 07:02:34 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2019/12/7/47k8aftx699lpzkx1obxf4uunm0kdw</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5dec9a65af06d83e3e45c6f5</guid><description><![CDATA[Ganz schnell und unbemerkt ist es passiert: Ich habe mich von der 
schlechten Laune anstecken lassen. Ja, man kann sich nicht nur mit Grippe 
anstecken, sondern auch mit Emotionen! In der Psychologie nennt man diesen 
Prozess emotionale Ansteckung. ]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="">Kennen Sie das?&nbsp;</p><p class="">Situationen wie diese begegnen mir in der Adventszeit besonders häufig: Ich freue mich wahnsinnig auf etwas, eine gemütliche Weihnachtsfeier mit Freunden, das erste Treffen auf dem Weihnachtsmarkt oder auch auf Weihnachten selbst. Seit Tagen wird es mir ein bisschen warm ums Herz und ein Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht, wenn ich daran denke. Dann ist es endlich soweit. Als ich ankomme, scheint aber niemand meine Vorfreude zu teilen. Statt Feierlaune werden Gründe geteilt, warum gerade alles doof ist und man eigentlich gar keine Zeit hat, hier zu sein.&nbsp;</p><p class="">Hmpf, so viel zu meiner seligen Vorstellung von einer schönen gemeinsamen Zeit. Bei so viel Miesepetrigkeit, die von allen Seiten auf mich einströmt, fühlt es sich fast frivol an, sich zu freuen. Ein Lächeln wirkt völlig fehl am Platz, also wische ich es schnell weg und setze eine ernste, leicht leidende Miene auf.&nbsp;</p><p class="">Ganz schnell und unbemerkt ist es passiert: Ich habe mich von der schlechten Laune anstecken lassen. Ja, man kann sich nicht nur mit Grippe anstecken, sondern auch mit Emotionen! In der Psychologie nennt man diesen Prozess emotionale Ansteckung.&nbsp;</p><p class=""><br>Glücklicherweise sind bei emotionaler Ansteckung die Auswirkungen nicht immer negativ, oft sind sie sogar positiv, weil wir uns auch mit Lachen und guter Laune anstecken können. Das haben Sie hoffentlich auch schon erlebt, wenn Sie so von Euphorie und Positivität mitgerissen wurden, dass Sie gar nicht mehr anders konnten, als selbst gute Laune zu versprühen.&nbsp;</p><p class="">Wie wirkungsvoll schon ein kleiner Akt emotionaler Ansteckung sein kann, zeigt diese Geschichte eines New Yorker Busfahrers, die Elizabeth Gilbert (Eat, Pray, Love und Big Magic) letztes Jahr bei einer Lesung in San Francisco erzählt hat.</p><p class=""><br></p><h3>Die Geschichte vom New Yorker Busfahrer</h3><p class=""><br>Es ist ein kalter, regnerischer Tag in New York. Die Stadt ist mal wieder dicht. Der Bus kriecht von Haltestelle zu Haltestelle und wird dabei von Fußgängern überholt. Die Leute im Bus sind angespannt. Sie wollen einfach nur nach Hause, nicht ewig untätig auf der Straße festsitzen. Eine Wolke aus Ungeduld, Stress und Frustration macht sich breit.</p><p class="">Das weiß auch der Busfahrer. Er greift zum Mikrofon und macht eine Durchsage: “ Ich fahre diesen Bus heute bis zur Endstation am Hudson River. Ich weiß, Sie sind alle gestresst und ärgern sich, weil wir hier nicht vorwärts kommen. Nehmen Sie diesen Ärger, die Sorgen und den Stress und geben Sie sie mir, ich kümmere mich drum. Legen Sie sie in meine Hand, wenn Sie aussteigen. Ich werfe sie dann für Sie in den Hudson, wenn ich dort ankomme.”</p><p class="">An jeder Haltestelle hält der Busfahrer seine Hand hin und alle, die aussteigen, legen ihren Ärger hinein. An diesem Abend nimmt keiner der Passagiere den aufgestauten Ärger und die Frustration mit nach Hause. Statt sie weiter in den Stadtteilen New Yorks zu verteilen, lassen sie sie im Bus zurück, und kommen erleichtert und entspannt zuhause an. Mit nur ein paar Worten und einer Geste hat der Busfahrer die dunklen Gedanken durch Erleichterung und Vorfreude auf Zuhause ersetzt.<br><br></p><h3>Wie war das nochmal mit der emotionalen Ansteckung?</h3><p class=""><br>Wir tauschen ständig miteinander Emotionen aus, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Emotionale Ansteckung passiert innerhalb von Millisekunden - so schnell und so subtil, dass wir es gar nicht mitbekommen.</p><p class="">So läuft sie ab: Wenn wir mit einer anderen Person interagieren, passen wir uns automatisch an sie an, indem wir ihren Gesichtsausdruck, Tonfall, Körperhaltung und Bewegungen nachahmen. Als Rückmeldung auf diese Anpassung in Mimik und Gestik produziert unser Körper die passenden Emotionen dazu. Wir spiegeln unser Gegenüber nicht nur äußerlich, sondern fühlen auch wie es.&nbsp;</p><p class="">Emotionale Ansteckung ist eine grundlegende Voraussetzung für die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen.&nbsp;<a href="#verweis1"><strong>¹</strong></a>&nbsp;Wie tief sie in uns verankert ist, zeigt sich darin, dass bereits Säuglinge, die zwischen 4 und 6 Monate alt sind, ihren Gesichtsausdruck ihrem Gegenüber anpassen. Schaut sie jemand mit geweiteten Pupillen an, was ein Zeichen für positive oder negative Erregung wie Angst, Aufregung oder große Freude ist, übernehmen sie diese Erregung und auch ihre Pupillen weiten sich.&nbsp;<a href="#verweis2"><strong>²</strong></a></p><p class=""><br>Mit der Entwicklung des Internets hat die Bedeutung und vor allem Reichweite emotionaler Ansteckung gewaltig zugelegt. Dank Internet haben wir die Möglichkeit, zu jeder Zeit mit unzähligen Menschen rund um den Erdball zu kommunizieren und uns gegenseitig in unseren Gefühlen zu beeinflussen. Vor allem soziale Netzwerke sind groß darin, Emotionen zu verbreiten - allen voran Facebook. Wie gut das funktioniert, zeigte eine Studie von 2014&nbsp;<a href="#verweis3"><strong>³</strong></a>, die allerdings sehr umstritten war, weil sie ohne das Wissen der Nutzerinnen und Nutzer durchgeführt wurde.&nbsp;<a href="#verweis4"><strong>4</strong></a>&nbsp;Knapp 690 000 Facebook-Nutzerinnen und -Nutzern wurden entweder weniger positive oder weniger negative emotionale Posts in ihrem Newsfeed angezeigt. Diese gezielte Veränderung machte sich prompt in deren Reaktionen bemerkbar: Wer weniger negative Posts zu sehen bekam, postete selbst weniger negative Inhalte und stattdessen mehr positive. Wer allerdings weniger positive Emotionen zu sehen bekam, teilte auch selbst weniger positive Inhalte.&nbsp;<br><br></p><h3>Kann ich etwas gegen emotionale Ansteckung tun oder hilft nur Quarantäne?</h3><p class=""><br>Emotionale Ansteckung passiert meistens unbewusst und so schnell, dass wir uns oft erst später wundern, wo unsere schlechte (oder gute) Laune herkommt. Ganz ausgeliefert sind wir der Gefühlsübertragung allerdings nicht. Es gibt einiges, was wir dagegen tun können, wenn wir uns oder andere nicht mit schlechter Laune anstecken wollen:</p><p class=""><strong>1) Für Ausgeglichenheit sorgen</strong></p><p class="">Als erstes hilft es, sich der eigenen Emotionen bewusst zu werden und Verantwortung für sie zu übernehmen. Ich gebe zu, das klingt eher nach einer Lebensaufgabe als nach einem schnellen Tipp. Es gibt trotzdem ein paar einfache Sachen, mit denen man direkt anfangen kann: Ausreichend Schlaf, regelmäßiges und vernünftiges Essen und Bewegung sorgen für eine ausgeglichene und positive Grundstimmung. Wer hungrig, übermüdet und energielos ist, ist schneller gereizt und irritierbar.&nbsp;</p><p class=""><strong>2) Schlechte Laune auf später verschieben</strong></p><p class="">Natürlich haben wir manchmal trotzdem schlechte Laune. Dann sollten wir uns überlegen, ob es sich lohnt, andere damit anzustecken, oder ob wir sie einfach für die nächste Zeit ignorieren können. Entweder unser Ärger verschwindet dann von selbst oder ist auch später noch da, wenn wir uns ihm ungestört hingeben können.</p><p class=""><strong>3) Angriff ist die beste Verteidigung</strong></p><p class="">Emotionale Ansteckung ist wie eine Superkraft, die wir selbst auch nutzen können, wenn wir auf negative Emotionen treffen. Begegnen wir anderen mit einem Lächeln oder strahlen Ruhe und Gelassenheit aus, wirkt das oft Wunder.</p><p class="">Falls das nicht reicht, kann es helfen mit der schlecht gelaunten Person darüber zu sprechen, was ihre Laune verursacht hat. Das kann beiden Parteien guttun: Die andere Person kann sich ihren Ärger von der Seele reden und wir fühlen uns wieder besser, weil wir helfen konnten.</p><p class="">Diese Tipps sollten helfen, nicht nur die Vorfreude auf Weihnachten zu bewahren und weiterzugeben, sondern auch um ausgeglichener durch den Rest des Jahres zu kommen.</p><p class="">Einen schönen Advent und passen Sie auf, mit was Sie sich anstecken lassen!</p><p class=""><br><br></p><p class=""><strong>Verweise</strong></p>
























  
    <p id="verweis1"><b>[1] </b>
  Bestimmte Faktoren machen uns anfälliger für emotionale Ansteckung, wenn uns die andere Person etwa viel bedeutet oder wir besonders gut darin sind, nonverbales Verhalten zu lesen oder unsere eigenen Gefühle und Stimmungen zu erkennen.

</p>
  


  
    <p id="verweis2"><b>[2] </b>
 <a href="https://www.nature.com/articles/s41598-017-08223-3"> <u>https://www.nature.com/articles/s41598-017-08223-3 </u></a><br>
  Diese Anpassung der Pupillenweite findet übrigens auch bei Schimpansen statt.<br>

Erst dieses Jahr konnten Wissenschaftler der Uni Wien nachweisen, dass es emotionale Ansteckung auch bei Raben gibt. Dazu ließen sie Raben einen Artgenossen beobachten, der entweder ein beliebtes oder sehr unbeliebtes Leckerli entdeckte. Raben, die einen Artgenossen beobachteten, der ein unbeliebtes Leckerli erspäht hatte und entsprechend frustriert war, zeigten sich pessimistischer und bewegten sich langsamer als die, die einen anderen Raben beobachtet hatten, der ein beliebtes Leckerli erhalten hatte.

Siehe hier: <a href="https://www.pnas.org/content/116/23/11547"> <u>https://www.pnas.org/content/116/23/11547 </u></a>
</p>
  


  
    <p id="verweis3"><b>[3] </b>
<a href="https://www.pnas.org/content/111/24/8788?sid=76d4bb71-8b5e-4c9d-8741-c9366235f1d0

"> <u>https://www.pnas.org/content/111/24/8788?sid=76d4bb71-8b5e-4c9d-8741-c9366235f1d0

 </u></a>
</p>
  


  
    <p id="verweis4"><b>[4] </b>
Toller Artikel zur Kritik an der Facebook-Studie  <a href="https://www.newyorker.com/science/maria-konnikova/did-facebook-hurt-peoples-feelings"> <u>https://www.newyorker.com/science/maria-konnikova/did-facebook-hurt-peoples-feelings</u></a>
</p>
  




  <p class="">Foto von <a href="https://unsplash.com/@mikearney?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Mike Arney</a> auf <a href="https://unsplash.com/s/photos/christmas?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a><strong>﻿</strong></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1575788452885-COXYUNMUSFMGJW9SHPPF/Santa_Ansteckung.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="1110"><media:title type="plain">Adventszeit, Ansteckungszeit! Wie wir unbemerkt Emotionen übertragen und uns von ihnen anstecken lassen</media:title></media:content></item><item><title>Der Advent steht vor der Tür - Zeit für den Psychophilie-Adventsbrief</title><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Sat, 23 Nov 2019 00:42:10 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2019/11/21/der-advent-steht-vor-der-tr-zeit-fr-den-psychophilie-adventsbrief</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5dd73505bceff30efb9a20e1</guid><description><![CDATA[Auch dieses Jahr wird es wieder einen Adventsbrief geben, allerdings mit 2 
Ausgaben statt 4. An zwei Adventssonntagen erscheint ein kurzer Text zu den 
Besonderheiten der Advents- und Weihnachtszeit aus psychologischer Sicht.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="">Für den Advent haben wir uns dieses Jahr etwas ganz Besonderes ausgedacht: Wir wollen den Ur-Advent so authentisch wie möglich nacherleben und haben uns daher entschlossen, in der Weihnachtszeit ein Kind zu bekommen. Naja, ganz so bewusst war das natürlich nicht, was Kinder angeht, kann man den Zeitpunkt ja nicht so genau planen. Das macht sich auch jetzt gerade bemerkbar, weil alles doch etwas schneller zu gehen scheint als erwartet.</p><p class="">Aufgrund dieser Umstände war ich mir lange nicht sicher, was ich dieses Jahr mit dem Psychophilie-Adventsbrief mache. Eigentlich bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, weil ich nicht weiß, wieviel Zeit mir  zum Schreiben bleibt, bevor das Baby kommt. Da mir der Adventsbrief aber so viel Spaß macht und mir sehr am Herzen liegt, habe ich beschlossen, es einfach drauf ankommen zu lassen und auch dieses Jahr einen zu schreiben.</p><p class="">Es wird also auch 2019 einen Adventsbrief geben, allerdings mit zwei Ausgaben statt vier, die voraussichtlich am 2. und&nbsp; 3. Advent erscheinen werden.<br></p><h3>Was ist denn ein Psychophilie-Adventsbrief?</h3><p class=""><br>An zwei Adventssonntagen erscheint ein kurzer Text zu den Besonderheiten der Advents- und Weihnachtszeit aus psychologischer Sicht.&nbsp;</p><p class="">Neugierig geworden?</p><p class="">Hier können Sie den Psychophilie-Adventsbrief abonnieren:</p>


































































  

    
  
    

      

      
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  <p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p class="">Wer sich nichts unter den Psychophilie-Adventsbriefen vorstellen kann oder nicht bis zum zweiten Advent warten will, kann hier die Adventsbriefe aus den letzten beiden Jahren lesen:</p><p class="">Adventsbrief 1 2017 : <a href="https://www.psychophilie.com/blog/2017/12/18/psychophilie-adventsbrief-1-das-goldene-buch-im-kopf-und-seine-tcken"><span>Das goldene Buch im Kopf und seine Tücken - Moral Licensing</span></a></p><p class="">Adventsbrief 2 2017: <a href="https://www.psychophilie.com/blog/2017/12/27/entscheidungsmarathon-beim-geschenkekauf-von-zu-viel-auswahl-und-der-spirale-des-wahnsinns"><span>Entscheidungsmarathon beim Geschenkekauf - von zu viel Auswahl und der Spirale des Wahnsinns</span></a></p><p class="">Adventsbrief 3 2017: <a href="https://www.psychophilie.com/blog/2018/1/5/die-psychologie-des-schenkens"><span>Die Psychologie des Schenkens</span></a></p><p class="">Adventsbrief 1 2018: <a href="https://www.psychophilie.com/blog/2018/12/3/ein-fest-fuer-die-sinne">Ein Fest für die Sinne - von Zeitmaschinen und Lichterketten für den Frieden</a></p><p class="">Adventsbrief 2 2018: <a href="https://www.psychophilie.com/blog/2018/12/10/wer-hat-an-der-uhr-gedreht-warum-die-zeit-im-advent-zu-rennen-scheint">Wer hat an der Uhr gedreht? - Warum die Zeit im Advent zu rennen scheint</a></p><p class="">Adventsbrief 3 2018: <a href="https://www.psychophilie.com/blog/2018/12/17/auch-warten-kann-schn-sein-ein-aufruf-zur-vorfreude">Auch Warten kann schön sein - Ein Aufruf zur Vorfreude</a></p><p class="">Adventsbrief 4 2018: <a href="https://www.psychophilie.com/blog/2018/12/23/danke-zu-sagen-ist-gar-nicht-so-einfach-warum-wir-manchmal-undankbar-wirken-obwohl-wir-es-gar-nicht-sind">Danke zu sagen ist gar nicht so einfach - Warum wir manchmal undankbar wirken, obwohl wir es gar nicht sind</a></p><p class=""><br><br></p>]]></content:encoded><media:content type="image/png" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1574471846300-S8XFW8VD82MGWKTNN2CU/Adventsbrief+2019.png?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="1942"><media:title type="plain">Der Advent steht vor der Tür - Zeit für den Psychophilie-Adventsbrief</media:title></media:content></item><item><title>Die Psychologie der Geheimnisse</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Tue, 19 Nov 2019 21:01:14 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2019/11/19/die-psychologie-der-geheimnisse</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5dd451a930a483198b36bb86</guid><description><![CDATA[Etwas zu verheimlichen, kann Körper und Psyche belasten. Die psychologische 
Forschung hat herausgefunden, woran das liegt und was wir dagegen tun 
können.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="">Wir alle haben Geheimnisse! Im Schnitt hütet jeder und jede von uns sogar 13 Geheimnisse, von denen wir 5 noch niemandem verraten haben. Das hat der Psychologe Michael Slepian in einer beeindruckenden Studienreihe ermittelt. In 6 Studien fragten er und seine Kollegen mehr als 3.000 Menschen danach, was sie anderen Menschen verheimlichen.&nbsp;<a href="#verweis1"><strong>¹</strong></a> Die genannten Geheimnisse ließen sich in 38 Kategorien einteilen. Am häufigsten drehten sie sich um Lügen, heimliche Liebe, Finanzen, sexuelle Vorlieben und Gedanken an eine andere Person als den Partner oder die Partnerin.</p><p class="">Mehr darüber, was unsere Geheimnisse mit uns machen, wie sie uns belasten und was wir dagegen tun können, steht in meinem neuesten Artikel auf <a href="https://www.perspective-daily.de">Perspective Daily</a> zur Psychologie der Geheimnisse.</p><p class="">Hier geht’s zum Artikel:</p><h3><a href="https://perspective-daily.de/article/1022/Huu9ZDoe"><strong>Jeder hat Geheimnisse. So gehst du besser damit um</strong></a></h3><p class=""><br></p><p class=""><strong>Verweise</strong></p>
























  
    <p id="verweis1"><b>[1] </b>
  Slepian, M.L., Chun, J.S., & Mason, M.F. (2017). The experience of secrecy.<i> Journal of Personality and Social Psychology, 113,</i> 1-33.

</p>
  




  <p class="">Foto von <a href="https://unsplash.com/@tinaflour?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Kristina Flour</a> auf <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1574197148736-EFBNX4GWDSAI7JZG1T1W/Psst_geheim.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="960"><media:title type="plain">Die Psychologie der Geheimnisse</media:title></media:content></item><item><title>Warum es so schwer fällt, bei Netflix eine Entscheidung zu treffen</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Wed, 25 Sep 2019 14:51:19 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2019/9/25/warum-es-so-schwer-fllt-bei-netflix-eine-entscheidung-zu-treffen</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5d8b705f0fab615603c74815</guid><description><![CDATA[Was schau ich mir nur an? Warum es so schwierig ist, sich beim riesigen 
Angebot eines Online-Streaming-Dienstes wie Netflix für einen Film zu 
entscheiden, und was man dagegen tun kann, habe ich knackig kurz in einem 
Beitrag für Perspective Daily beschrieben.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="">Endlich mal wieder Zeit für einen Filmabend! Voller Vorfreude mache ich es mir mit einer Schüssel Popcorn auf der Couch gemütlich und schalte Netflix an. Tausende Filmtitel lachen mich an, aber meine Vorfreude weicht schnell einem Gefühl der Überforderung.</p><p class="">Was schau ich mir nur an?</p><p class="">Warum es so schwierig ist, sich beim riesigen Angebot eines Online-Streaming-Dienstes wie Netflix für einen Film zu entscheiden, und was man dagegen tun kann, habe ich <a href="https://www.psychophilie.com/blog/2019/1/21/was-schau-ich-mir-nur-an-warum-es-bei-netflix-und-co-so-schwer-ist-sich-fr-einen-film-zu-entscheiden">hier</a> schon einmal beschrieben.</p><p class="">Jetzt ist eine kurze, knackige Version des Beitrags auf <a href="https://www.perspective-daily.de">Perspective Daily</a> erschienen:</p><p class=""><a href="https://perspective-daily.de/article/960/cCqNimZq">Warum es so schwer fällt, bei Netflix eine Entscheidung zu treffen</a></p><p class=""><br><br>Foto von <a href="https://unsplash.com/@petibalt?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Thibault Penin</a> auf <a href="https://unsplash.com/s/photos/netflix?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1569424001348-GJARYAW4274ARG2QMPQG/Netflix_PD2.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="2666"><media:title type="plain">Warum es so schwer fällt, bei Netflix eine Entscheidung zu treffen</media:title></media:content></item><item><title>Was sagen, wenn man nicht weiß, was man sagen soll? - Update</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Fri, 16 Aug 2019 21:39:31 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2019/8/16/mua55hemuhsriw10x5teps49lntpk5</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5d570e9d8e64500001e6f179</guid><description><![CDATA[Was soll man sagen, wenn es eigentlich nichts mehr zu sagen gibt? Wie 
begegnet man einer Person, die gerade einen Schicksalsschlag verkraften 
musste? In solchen Situationen das Richtige zu sagen, ist schwer und wird 
wohl nie einfach werden, aber man kann es sich zumindest etwas leichter 
machen. - Update: Eine Studienreihe zeigt nun, warum es so schwer ist, das 
Richtige zu sagen]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class=""><em>Dieser Beitrag ist ursprünglich am 27.2.2018 erschienen und wurde nun ergänzt</em></p><p class="">Neulich ist es mir wieder passiert. Ich saß einer Freundin gegenüber und es gab eine Stille, die einfach nicht aufhören wollte, weil es mir nicht gelang, sie zu brechen. Ich wusste nicht, was ich noch sagen sollte. Meine Freundin hatte mir gerade erzählt, dass ihr Hund in den nächsten Monaten sterben wird, und es war ihr deutlich anzusehen, wie nahe ihr das ging. Ich hätte ihr so gerne etwas gesagt, was die Situation leichter für sie macht, etwas, das sie sich besser fühlen lässt, und am besten etwas, das alles wieder gut macht. Stattdessen konnte ich nur “Das tut mir so leid!” sagen und blieb ansonsten stumm.</p><p class="">Was soll man sagen, wenn es eigentlich nichts mehr zu sagen gibt? Wie begegnet man einer Person, die gerade einen Schicksalsschlag verkraften musste?&nbsp;In solchen Situationen das Richtige zu sagen, ist schwer und wird wohl nie einfach werden, aber man kann es sich zumindest etwas leichter machen. Mir hat es zum Beispiel geholfen, mir zu überlegen, wie ich selbst behandelt werden möchte, wenn ich mit einem Schicksalsschlag zu kämpfen habe. Außerdem hat mir der Austausch mit anderen, darüber wie sie gerne in solchen Fällen behandelt werden möchten, mehr Sicherheit und vor allem Mut für solche schweren Begegnungen und Gespräche gegeben.</p><p class="">Wertvolle Anregungen und Informationen zu diesem Thema gibt es in <a href="https://gretchenrubin.com/podcast-episode/happier-140-vse-things-to-say" target="_blank"><span>Folge 140 von Gretchen Rubins Happier-Podcast </span></a>(leider nur auf englisch). Gretchen Rubin und ihre Schwester Elizabeth Craft sprechen darin nicht nur über die richtigen Dinge, die man sagen kann, sondern auch über die falschen. Sie erzählen von ihren Erfahrungen, interviewen eine Frau, die einen schweren Schicksalsschlag erlitten hat, und teilen die Erfahrungen ihrer Zuhörer und Zuhörerinnen. Am Ende kommen sie zu dem Schluss, dass das Wichtigste ist, in irgendeiner Weise anzuerkennen, dass die Person etwas schlimmes durchmacht, zum Beispiel indem man etwas sagt. Dabei gibt es viele Wege, das Richtige zu sagen, ein einfaches: “Es tut mir leid, dass du das durchmachen musst!” reicht bereits. Der einzige wirkliche Fehler, den man laut Gretchen Rubin und Elizabeth Craft machen kann, ist das Leid des anderen zu ignorieren, aus Angst das Falsche zu sagen.</p><p class=""><br></p><h2>Update: Das sagt die psychologische Forschung dazu&nbsp;</h2><p class="">Mittlerweile gibt es auch eine <a href="https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/01973533.2018.1509341?journalCode=hbas20">Studienreihe</a>, die sich mit dem Thema befasst. Shawna Tanner und ihre Kolleginnen und Kollegen ließen in drei Studien Kinder, Studierende und Psychotherapeutinnen und -therapeuten einschätzen, wie tröstlich verschiedene Aussagen sind.&nbsp;<a href="#verweis1">¹</a></p><h3><br>Es ist tatsächlich nicht so einfach, das Richtige zu sagen - Das liegt aber daran, dass jede und jeder von uns andere Worte tröstlich findet</h3><p class="">Zuerst untersuchten sie, als wie hilfreich Kinder zwischen 10 und 15 Jahren sechs verschiedene Tröstungsversuche ansahen, mit denen ein Kind versuchte, seinen Freund oder seine Freundin zu aufzumuntern. Die Tröstungsversuche verfolgten dabei unterschiedliche Unterstützungsstrategien: Mitgefühl zu zeigen, Optimismus zu verbreiten oder den Ernst der Situation herunterzuspielen. Dabei zeigte sich, dass die Kinder kaum darin übereinstimmten, welche Worte sie für tröstlich hielten. Keine der Unterstützungsstrategien stach besonders hervor.&nbsp;</p><p class="">Ähnlich sah es in der zweiten Studie aus, in der Studierende Trostversuche beurteilen sollten. Auch hier gab es keine Übereinstimmung zwischen den Befragten. Die Meinungen dazu, welche Aussage tröstlich ist, gingen auseinander. Die Übereinstimmung unter den Studierenden erhöhte sich auch dann nicht, wenn man sie nach ähnlichen Persönlichkeitseigenschaften aufteilte und die Untergruppen getrennt analysierte.</p><p class="">Vielleicht liegt es aber auch an der Methode, die die Studien verwendet haben, dass sich die Befragten nicht einig waren, welche der Aussagen Trost brachte. Über Trostversuche in Situationen zu lesen, die sich jemand ausgedacht hat, ist schließlich etwas anderes als ein richtiges Gespräch, in dem ein Mensch auf das Leid eines anderen reagiert. In der dritten Studie haben Shawna Tanner und ihre Kollegen und Kolleginnen deshalb untersucht, ob tröstende Worte in einem echten Gespräch anders beurteilt werden. Außerdem wollten sie untersuchen, ob Profis besser darin sind, die richtigen Worte zu finden. Dazu ließen sie 33 Psychotherapeuten und -therapeutinnen bewerten, wie ermutigend die Aussagen anderer Therapeuten und Therapeutinnen in Therapie-Lehrvideos waren.&nbsp;</p><p class=""><br></p><h3>Auch Profis finden nicht immer die passenden Worte</h3><p class="">Aber auch hier zeigte sich, dass selbst die Worte der Therapeuten und Therapeutinnen nicht von allen als Trost bringend angesehen wurden. Ihre Kollegen und Kolleginnen waren sich uneinig, welche der Tröstungsversuche in den Videos hilfreich waren.</p><p class="">Die richtigen Worte, die wir alle als tröstend empfinden, scheint es also nicht zu geben und genauso wenig scheint es Personen zu geben, die immer das Richtige sagen. Welche Worte helfen und guttun, ist für jeden von uns anders. Um es mit den <a href="https://digest.bps.org.uk/2018/11/28/new-research-finds-there-is-no-right-thing-to-say-when-you-want-to-be-supportive/">Worten von Christian Jarrett</a> zu sagen, der für die British psychological society über die Studien geschrieben hat: Trost liegt in den Ohren des Getrösteten und nicht in den Worten selbst. <a href="#verweis2"><strong>²</strong></a></p><p class="">Natürlich braucht es noch mehr Forschung als diese drei Studien, die auch danach schaut, wie es in realistischeren Situationen, breiteren Stichproben und anderen Kulturen aussieht.&nbsp;</p><p class=""><br></p><h3>Es ist nicht so wichtig, was wir sagen. Wichtig ist, dass wir da sind</h3><p class="">Fürs Erste zeigen uns die Studien von Shawna Tanner aber, dass es keinen Sinn macht, krampfhaft zu versuchen, das Richtige zu sagen, weil wir einfach nicht viel Einfluß darauf haben, ob das, was wir sagen, hilft. Viel wichtiger ist es, dass wir für die Person, die uns braucht, da sind und ihr Leid anerkennen. Selbst wenn sie nicht viel mit unseren Worten anfangen kann, weiß sie doch, dass jemand da ist, dem es nicht egal ist, wie es ihr geht. Oft genug muss man auch gar nichts sagen, sich Zeit nehmen, zuhören und eine Umarmung reichen auch.</p><p class=""><br><br></p><p class=""><br></p><p class=""><strong>Hier geht's zur Happier-Podcast-Folge:</strong></p><p class=""><a href="https://gretchenrubin.com/podcast-episode/happier-140-vse-things-to-say" target="_blank"><span>https://gretchenrubin.com/podcast-episode/happier-140-vse-things-to-say</span></a></p><p class=""><strong>Weitere Beiträge zu Gretchen Rubin:</strong></p><p class=""><a href="https://www.psychophilie.com/blog/2017/11/11/gretchen-rubins-vier-tendenzen-alles-eine-frage-der-erwartungshaltung"><span>Gretchen Rubins Vier Tendenzen - Alles eine Frage der Erwartungshaltung</span></a></p><p class=""><strong>Verweise</strong></p>
























  
    <p id="verweis1"><b>[1] </b>
Tanner, S.M., Lakey, B., Cohen, J. L., MacGeorge, E.L., Clark, R. A., Stewart, S., & Robinson, L. (2018). What is the right thing to say? Agreement among perceivers on the supportiveness of statements.<i> Basic and Applied Social Psychology, 40</i>(5), 329-339. DOI: 10.1080/01973533.2018.1509341
<a href="https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/01973533.2018.1509341?journalCode=hbas20"> <u>https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/01973533.2018.1509341?journalCode=hbas20</u></a></p> 
  


  
    <p id="verweis2"><b>[2] </b>
<a href="https://digest.bps.org.uk/2018/11/28/new-research-finds-there-is-no-right-thing-to-say-when-you-want-to-be-supportive/"> <u>New research finds there is no “right thing” to say when you want to be supportive </u></a>   Artikel von Christian Jarrett im Research Digest der British psychological society
</p>
  




  <p class="">Foto von <a href="https://unsplash.com/photos/kT0tsYZ2YE0?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText"><span>Milada Vigerova</span></a>&nbsp;auf <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText"><span>Unsplash</span></a><span>﻿</span><br></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1565991490782-N3IB2S6R9VDFA2ZT0DFN/milada-vigerova-7276-unsplash.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="1580"><media:title type="plain">Was sagen, wenn man nicht weiß, was man sagen soll? - Update</media:title></media:content></item><item><title>Bin ich ein guter Autofahrer oder eine gute Autofahrerin? Warum es so schwer ist, diese Frage zu beantworten und wie man es schafft, besser zu fahren</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Wed, 03 Jul 2019 04:47:04 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2019/7/2/bin-ich-ein-guter-autofahrer-oder-eine-gute-autofahrerin-warum-es-so-schwer-ist-diese-frage-zu-beantworten-und-wie-man-es-schafft-besser-zu-fahren</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5d1bdc51e4600b000120c44a</guid><description><![CDATA[Sind Sie ein guter Autofahrer oder eine gute Autofahrerin? Ja? Nein? Woran 
machen Sie das fest? Kommen Sie schneller ans Ziel als andere? Können Sie 
gut einparken? Gar nicht so einfach, das einzuschätzen! In seinem Buch 
“Traffic” erklärt Tom Vanderbilt, warum es so schwer ist, den eigenen 
Fahrstil einzuschätzen und Fehler beim Fahren zu erkennen. Hier habe ich 
seine 5 Erklärungsansätze dazu zusammengefasst und ein paar Tipps, die 
helfen Fahrfehler in Zukunft zu vermeiden.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="">Sind Sie ein guter Autofahrer oder eine gute Autofahrerin? Ja? Nein? Vielleicht?</p><p class="">Woran machen Sie das fest? Kommen Sie schneller am Ziel an als andere? Können Sie gut einparken? Verfahren Sie sich selten? Lassen Sie sich auch von den schlimmsten Bedingungen nicht aus der Ruhe bringen?</p><p class="">Hat Ihnen jemand gesagt, dass Sie gut (oder schlecht) fahren? Oder wissen Sie es einfach?</p><p class="">Gar nicht so einfach, das einzuschätzen! Wenn ich mich auf einer Skala von 1 bis 10 einstufen müsste, fände ich das sehr schwer. Je länger ich überlege, umso mehr Situationen fallen mir ein, in denen ich mich gar nicht so schlecht geschlagen habe. Wenn ich danach ginge, würde ich mich vielleicht auf einer 8 einstufen. Beim Nachdenken fallen mir dummerweise aber auch Situationen ein, in denen ich überfordert war oder Fehler gemacht habe. Danach würde mein Wert eher auf 5 fallen.</p><p class="">Beim Autofahren ist es schwer, eindeutig einzuschätzen, wie gut oder schlecht man darin ist. Natürlich gibt es ein paar offensichtliche Kriterien, wie etwa die Anzahl der Unfälle, die man verursacht hat oder wie oft man schon von der Polizei angehalten oder geblitzt wurde. Wirklich aussagekräftig in Bezug darauf, wie gut oder schlecht man die nächste Fahrt zum Supermarkt oder zur Arbeit meistert, ist das allerdings nicht.&nbsp;</p><p class="">Vor kurzem habe ich das Buch “Traffic - why we drive the way we drive” von Tom Vanderbilt <a href="#verweis1"><strong>¹</strong></a> gelesen, in dem er das menschliche Fahrverhalten aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und zeigt, wie viel Psychologie beim Autofahren am Werk ist. In “Traffic” erklärt Tom Vanderbilt auch, warum es so schwer ist, den eigenen Fahrstil einzuschätzen und Fehler beim Fahren zu erkennen. Er führt fünf Punkte an, die hauptsächlich dazu beitragen, dass wir so blind gegenüber unserem Fehlverhalten sind. Weil diese fünf Punkte bei mir für einige Aha-Erlebnisse gesorgt haben, musste ich sie unbedingt hier aufschreiben:</p><p class=""><br></p><h2>1. King or Queen of the road - wir halten uns für besser, als wir tatsächlich sind</h2><p class="">Wenn man Leute befragt, wie gut sie Auto fahren, geben sie meistens an, dass sie besser als der Durchschnitt seien. Dass alle besser als der Durchschnitt sind, kann aber natürlich nicht sein! Es spricht eher dafür, dass es eine Verzerrung bei der Einschätzung gibt und wir uns tendenziell für bessere Fahrer und Fahrerinnen halten, als wir tatsächlich sind. Und dafür gibt es einige Anhaltspunkte: Dieser Besser-als-der-Durchschnitt-Effekt kommt häufiger vor. Er tritt besonders häufig bei Tätigkeiten mit diesen Eigenschaften auf:</p><p class="">Tätigkeiten,&nbsp;</p><ul data-rte-list="default"><li><p class="">die wir für relativ einfach halten</p></li><li><p class="">bei denen wir die Kontrolle haben</p></li><li><p class="">die schwer einzuschätzen sind, weil es keine eindeutigen Kriterien gibt.</p></li></ul><p class="">Alle drei Eigenschaften treffen auch auf’s Autofahren zu. Es ist also ziemlich wahrscheinlich, dass wir unsere Fahrkünste besser einschätzen als sie tatsächlich sind und je besser wir uns einschätzen, desto weniger rechnen wir damit, Fehler zu machen.&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><h2><br>2. Wir wissen es einfach nicht besser - Mangelndes Feedback und falsch verstandene Rückmeldungen</h2><p class="">Wir tendieren also dazu, uns zu überschätzen. Das erklärt aber noch nicht, warum es uns so schwer fällt, einzuschätzen, wie gut oder schlecht wir fahren. Der Grund dafür ist einfach: Wir wissen nicht, wie es um unsere Fahrkünste bestellt ist, weil uns die notwendigen Informationen dazu fehlen. Wir bekommen so gut wie nie Rückmeldungen zu unserem Fahrverhalten. Der Großteil unserer Fahrten verläuft - glücklicherweise - ohne dass wir in eine gefährliche Situation geraten. Die meisten Fehler bleiben so allerdings unentdeckt. Es passiert nichts und wir fühlen uns wieder etwas sicherer hinterm Steuer.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><h3>Nix passiert! Ich kann halt einfach gut fahren!</h3><p class="">Ab und zu macht sich aber doch ein Fehler bemerkbar und wir entkommen gerade so einem Unfall. Das wäre eigentlich eine Chance auf Feedback! Nachdem wir uns von dem Adrenalinstoß erholt haben, könnten wir in Ruhe darüber nachdenken, wie es zu dem Beinahe-Unfall gekommen ist und was wir falsch gemacht haben. Dummerweise denken wir so aber nicht. Meistens denken wir gar nicht darüber nach, wie es überhaupt zu der brenzligen Situation gekommen ist, stattdessen beglückwünschen wir uns, dass wir diese schwierige Situation gemeistert haben und sind stolz, was für tolle Autofahrer und Autofahrerinnen wir sind. Das Problem dabei ist, dass unser Fehlverhalten so unerkannt bleibt und wir gleichzeitig noch die falschen Verhaltensweisen verstärken: Nix passiert, obwohl ich so schnell gefahren bin und ganz schön scharf bremsen musste. Ich kann halt einfach gut fahren!</p><p class="">In den Fällen, in denen wir uns des Fahrfehlers bewusst sind, sind wir zwar schon einen Schritt weiter, haben dann aber mit einem anderen Problem zu kämpfen: Wir vergessen den Beinahe-Unfall und seine Ursachen schnell wieder. Wenn wir ihn nicht schon bei der Ankunft vergessen haben, dann ist er spätestens nach ein paar Tagen aus unserem Gedächtnis verschwunden. Um uns dauerhaft unseres Fehlverhaltens bewusst zu werden, bräuchten wir also regelmäßiges Feedback.&nbsp;<br><br></p><h3>Wie Feedback helfen kann</h3><p class="">Dass regelmäßiges Feedback beim Fahren tatsächlich riskante Fahrweisen verbessern und Unfälle vermeiden kann, zeigt die Erfolgsbilanz der <a href="https://www.lytx.com/en-us/fleet-services/improve-driver-safety">DriveCam</a> der Firma Lytx. Wie der Name vermuten lässt, installiert DriveCam kleine Kameras im Auto. Am Rückspiegel angebracht, nehmen zwei Kameras die Person hinterm Steuer auf und das, was sie von dort aus sieht. Zusätzlich erfassen Sensoren die Bewegungen des Autos. Wenn ein Fahrer plötzlich bremst, ein Ausweichmanöver startet oder von der Fahrbahn abkommt, zeichnet die Kamera die 10 Sekunden vor und nach diesem Ereignis auf. Diese Aufnahme wird dann von der DriveCam an Lytx geschickt und dort analysiert. Wenn notwendig wird ein Training für den Fahrer oder die Fahrerin veranlasst. Mit Hilfe der Aufzeichnungen können die Fahrerinnen und Fahrer genau nachvollziehen, wie sie in gefährliche Situationen geraten sind und lernen, welche Verhaltensweisen dazu geführt haben. Was vorher unbewusst war oder als nicht so schlimm angesehen wurde, wird so sichtbar gemacht und kann in Zukunft kontrolliert und verändert werden. Laut lytx berichten die Unternehmen, die DriveCam nutzen, 50% weniger Unfälle und 76% weniger Verkehrsvergehen. <a href="#verweis2"><strong>²</strong></a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br><br><br><br></p><h2>3. Manchmal schalten wir einfach ab - Autobahntrance</h2><p class="">Neben dem mangelnden Feedback ist ein weiteres Problem, dass wir nicht dauerhaft wachsam sein können. Sobald wir das Gefühl haben, dass wir alles unter Kontrolle haben, verhalten wir uns anders. Wir schauen aus dem Fenster oder telefonieren. Auch wenn wir uns unserer Fahrfehler mehr bewusst wären, wäre es schwer, ständig auf sie zu achten. Fahren ist eine automatisierte Tätigkeit, das heißt, die meisten Handlungen laufen dabei unbewusst ab, weil wir sie oft wiederholt haben. Das entlastet einerseits unser Gehirn und setzt Kapazität für andere Dinge frei, weil wir nicht über jede einzelne Bewegung nachdenken müssen, andererseits führt es aber auch dazu, dass wir unser Verhalten nicht immer vollständig überwachen und uns in unseren Gedanken verlieren.&nbsp;</p>


































































  

    
  
    

      

      
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          <figcaption class="image-caption-wrapper">
            <p class="">Foto von <a href="https://unsplash.com/@gonardfluit?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Gonard Fluit</a> auf <a href="https://unsplash.com/photos/KvegUJFENhg?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
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  <p class="">Wie sich das anfühlt, haben Sie wahrscheinlich auch schon erlebt, wenn Sie eine Weile auf Autopilot geschaltet hatten und sich plötzlich wieder Ihrer Umgebung bewusst werden. Eben waren Sie noch auf der Autobahn, doch jetzt sind Sie schon in Ihrem Wohngebiet. Sie können sich aber überhaupt nicht mehr daran erinnern, wie Sie genau dorthin gekommen sind, weil die letzten Minuten wie aus Ihrem Gedächtnis gelöscht sind. Dieser Zustand wird auch als Autobahntrance bezeichnet.&nbsp;</p><p class=""><br></p><h2>4. Trügerische Langeweile - Telefonate und andere Ablenkungen</h2><p class="">Weil das Autofahren eine automatisierte Tätigkeit für uns ist, kann es sein, dass wir völlig abschalten und auf Autopilot schalten, es kann aber auch sein, dass wir uns langweilen. Zu fahren beansprucht nicht viel von unserer kognitiven Kapazität. Wir haben das Gefühl, dass wir alles unter Kontrolle haben und fühlen uns unterfordert. Gleichzeitig hätten wir gefühlt 10 000 Dinge zu erledigen, sitzen aber hinterm Steuer fest und unsere Hände kleben am Lenkrad. Unser Smartphone, das meist direkt neben oder vor uns ist, verführt uns dazu, wenigstens ein paar dieser Dinge zu erledigen: Schnell auf eine Nachricht zu antworten oder bei der Autowerkstatt anzurufen, um einen Kontrolltermin auszumachen. Und wenn wir schon nichts von unserer ToDo-Liste abhaken können, dann wollen wir doch wenigstens ein bisschen Unterhaltung: Musik hören, die neueste Folge unseres Lieblingspodcasts oder das spannende Hörbuch, das uns gerade in seinen Bann zieht. Da passiert es schnell, dass wir unsere Aufmerksamkeit statt auf die Straße, auf das Display unseres Smartphones richten. Wenn das für mehrere Sekunden passiert, erhöht sich das Unfallrisiko. Eine ausgedehnte Studie fand, dass 80% der Unfälle und 65% der Beinahe-Unfälle Fahrern und Fahrerinnen passierten, die bis zu 3 Sekunden nicht auf die Straße achteten.&nbsp;<a href="#verweis3"><strong>³</strong></a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><h3>Multitasking-Falle - Was passiert, wenn wir beim Fahren telefonieren</h3><p class="">Noch gefährlicher kann es aber sein, beim Fahren zu telefonieren. Beginnt man ein Telefongespräch, steigt das Unfallrisiko erstmal nur wenig und nicht so sehr, wie wenn man den Blick von der Fahrbahn abwendet.<a href="#verweis4"><strong>4</strong></a> Das Problem beim Telefonieren ist allerdings, dass man nicht für drei Sekunden telefoniert, sondern für längere Zeit. Das erhöhte Unfallrisiko addiert sich über den gesamten Zeitraum.</p>


































































  

    
  
    

      

      
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          <figcaption class="image-caption-wrapper">
            <p class="">Foto von <a href="https://unsplash.com/@kpzhnv?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Damir Kopezhanov</a> auf <a href="https://unsplash.com/photos/GKzGLF3OGbs?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
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  <p class="">Egal wie geübt und automatisiert, braucht das Autofahren doch immer noch einen Teil unserer kognitiven Kapazität. Wenn wir eine weitere Aufgabe hinzufügen, belegt sie einen weiteren Teil dieser Kapazität. Es ist gut möglich, dass unser Gehirn beides ganz gut bewältigt - zumindest so lange die Straße gerade ist und wenig Verkehr herrscht. Wenn sich die Bedingungen ändern und der Verkehr mehr Aufmerksamkeit verlangt, wird es problematisch. So können wir beim Fahren auf einer geraden, leeren Straße ohne Probleme Matheaufgaben lösen, auf einer kurvigen, steilen Straße sieht es aber schon anders aus. Eine der beiden Aufgaben leidet entweder das Autofahren oder die Matheaufgaben und wir werden langsamer und machen mehr Fehler - hoffentlich nur beim Rechnen. So ist es auch beim Telefonieren: wir werden schlechtere Fahrer und schlechtere Gesprächspartner. Die Tatsache, dass die Informationen, die über unsere Ohren reinkommen (das Gespräch) nichts mit den Informationen zu tun haben, die unsere Augen aufnehmen (die Straße vor uns), macht es schwierig beides gleichzeitig zu verarbeiten.<br><br><br><br></p><h2>5. Trügerische Sicherheit - Wie uns sichere Autos und Straßen zu mehr Fehlern verleiten</h2><p class="">Sobald wir das Gefühl haben, wir haben alles unter Kontrolle, trauen wir uns mehr zu und werden waghalsiger. Wir suchen dann nicht nur nach Ablenkung durch Unterhaltung und Telefonate, sondern ändern auch unser Fahrverhalten: Je sicherer wir uns in unserem Auto oder auf der Straße fühlen, desto schneller und unvorsichtiger fahren wir.&nbsp;</p><p class="">Wenn ich in Deutschland mit der alten Klapperkiste meiner Oma unterwegs bin, fahre ich automatisch viel langsamer, weil beim Fahren alles ruckelt und scheppert. Wenn ich aber in einem schicken, modernen Mietwagen sitze, was auch ab und zu vorkommt, muss ich ständig aufpassen, dass ich nicht zu schnell fahre. Der Wagen rollt so geschmeidig und ruhig, dass ich gar nicht mitbekomme, wie schnell ich fahre.&nbsp;</p><p class=""><br>Seit die ersten Autos gebaut wurden, wurden sie immer sicherer. Jahr für Jahr werden neue Features entwickelt, die für mehr Sicherheit sorgen: Sicherheitsgurte, AirBags, ABS, Warnsysteme, etc. All diese Innovationen bleiben jedoch meist hinter den Erwartungen zurück und verhindern nicht so viele Verletzungen und Unfälle, wie erwartet. Egal wie gut diese Sicherheitsfeatures sind, so lange sie dazu führen, dass sich auch die Person hinterm Steuer sicherer fühlt, muss man damit rechnen, dass sie unvorsichtiger fährt und somit mehr Unfälle provoziert. Richtig für Sicherheit werden sie wahrscheinlich erst sorgen, wenn sie den Menschen am Steuer ersetzt haben.</p><p class=""><br><br></p><h3>Warum Straßen, die es den Autos leicht machen, nicht unbedingt sicherer sind</h3><p class="">Nicht nur das Auto an sich beeinflusst, wie schnell und vorsichtig wir fahren, sondern auch die Straßenverhältnisse. Auf einer neu gebauten Autobahn fahren wir schneller als auf einer kurvigen Landstraße voller Schlaglöcher. Die Straßen zeigen uns, wie schnell wir fahren können. Je sicherer sie auf uns wirken, desto schneller fahren wir. Manche Straßen sind sogar so konzipiert, dass sie Fahrfehler ausgleichen oder zumindest darauf aufmerksam machen, indem sie extra breite Spuren haben, mit Leitplanken abgesichert sind oder mit Rüttelstreifen warnen, wenn Autos drohen von der Fahrbahn abzukommen.</p>


































































  

    
  
    

      

      
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          <figcaption class="image-caption-wrapper">
            <p class="">Foto von <a href="https://unsplash.com/@raultaciu?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Raul Taciu</a> auf <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
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  <p class="">Das heißt aber nicht, dass Straßen und Verkehrssituationen, die es dem Fahrer oder der Fahrerin besonders leicht machen, auch besonders sicher sind. Wenn Kurven beispielsweise mit Reflektoren markiert sind, fahren Autos tendenziell schneller und es gibt mehr Unfälle, fand zumindest eine Studie in Finnland. <a href="#verweis5"><strong>5</strong></a> Zudem wird in Kurven mit angegebener Geschwindigkeitsbegrenzung schneller gefahren als in Kurven ohne Geschwindigkeitsangaben. <a href="#verweis6">6 </a>Ohne Schild müssen sich die Fahrenden auf ihr Gefühl verlassen und mit etwas Vorsicht in die Kurve fahren, während die Schilder ihnen genau vorgeben, wie schnell sie fahren können.</p><p class="">Aus dem selben Grund ist ein Kreisverkehr auch sicherer als eine Kreuzung mit Ampel. <a href="#verweis7"><strong>7</strong></a> Während Ampeln den Fahrerinnen und Fahrern genau sagen, wann sie fahren dürfen, müssen sie sich beim Kreisverkehr konzentrieren und den richtigen Moment abpassen, in den Verkehrskreisel einzufahren. Verkehrskreisel bereiten damit zwar mehr Stress und fordern mehr Aufmerksamkeit als Ampeln, sorgen aber für mehr Vorsicht und Sicherheit. Wenn uns eine Verkehrssituation also gefährlich vorkommt, ist sie wahrscheinlich sicherer, als wir denken. Problematisch wird es eher, wenn wir uns in unserem modernen Auto auf der schönen breiten Straße zu sicher fühlen und fahrlässig werden.&nbsp;</p><p class=""><br></p><h2>Und jetzt, was kann man tun?</h2><p class="">Das eigene Fahrverhalten zu verbessern und Fehler zu vermeiden, ist also gar nicht so einfach. Es gibt kaum Rückmeldung, die hilft, Fehler rechtzeitig zu erkennen. Falls Fehler doch mal bemerkt werden, vergessen wir sie schnell wieder, und dann sehen wir noch jede Maßnahme für etwas mehr Sicherheit als Signal, dass wir unvorsichtiger fahren können. Nicht die einfachsten Bedingungen für Verbesserungsmaßnahmen, aber keine Sorge, ein paar Dinge gibt es schon, die helfen.&nbsp;</p><p class=""><br></p><h3>Beinahe-Unfälle als Informationsquelle nutzen</h3><p class="">Manchmal machen sich Fehler doch bemerkbar ohne gleich zu Unfällen zu führen und diese Beinahe-Unfälle kann man als Informationsquelle nutzen. Natürlich ist nichts dagegen zu sagen, nach dem ersten Schreck, erleichtert aufzuatmen und sich zu freuen, dass nichts passiert ist. Statt jetzt aber davon auszugehen, dass der Unfall nur deshalb nicht passiert ist, weil man so gut fahren kann, sollte man sich lieber überlegen, wie es überhaupt dazu gekommen ist. Meistens gibt es irgendeinen Auslöser, hat man ihn gefunden, sollte man dieses Verhalten in Zukunft besonders gut überwachen und versuchen, es zu vermeiden. Das wird nicht immer gelingen, aber jedesmal, bei dem es gelingt, ist schon ein Gewinn. Viel anders funktioniert die Methode von DriveCam mit der kleinen Kamera am Rückspiegel auch nicht und sie schafft es alleine dadurch, Unfälle zu vermeiden.</p><p class=""><br></p><h3>Feedback vom Beifahrersitz</h3><p class="">Es gibt noch eine andere Möglichkeit, an diese oft unbewussten Fehlverhalten zu kommen, die erfordert aber etwas Mut, ein dickes Fell und eine stabile Beziehung: Man kann die Person auf dem Sitz neben sich um Feedback bitten. Als Beifahrer oder Beifahrerin hat man einen ganz anderen Blick auf die Straße und reagiert intuitiv, wenn man sich unsicher fühlt. Da man selbst nicht die Kontrolle über das Fahrzeug hat und der Situation ausgeliefert ist, nimmt man Risiken ganz anders wahr als die Person hinterm Steuer. Beifahrer und Beifahrerinnen können so wertvolle Hinweise geben, bei welchen Fahrmanövern sie sich unsicher fühlen.&nbsp;</p>


































































  

    
  
    

      

      
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            <p class="">Foto von <a href="https://unsplash.com/@bohemiogalactico?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Rudy Barrientos</a> auf <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
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  <p class="">Oft genug bieten sie auch Feedback von sich aus an. Meistens würde man natürlich gerne darauf verzichten und ist eher genervt. Aber sehen Sie es doch einfach als Geschenk an, auch wenn Sie es nicht unbedingt haben wollten. Versuchen Sie mal, neben Ihrem Ärger die Punkte zu sehen, in denen Ihr Beifahrer oder Ihre Beifahrerin Recht haben könnte.</p><p class="">Und noch ein letzter Punkt. Überlegen Sie sich bewusst, wie viel kognitive Kapazität Sie zusätzlich zum Fahren opfern wollen. Müssen Sie das Telefonat tatsächlich jetzt erledigen oder kann es noch warten, bis Sie angekommen sind? Sie müssen nicht immer auf’s Telefonieren verzichten, aber es kann sinnvoll sein, vorher zu überlegen, wie die Bedingungen auf der Strecke sind und wie sehr Sie das Telefonat möglicherweise in Anspruch nimmt.</p><p class="">Jetzt können Sie wahrscheinlich immer noch nicht genau sagen, wie gut oder schlecht Sie fahren, aber wissen hoffentlich, woran das liegt. Ich hoffe, die Erklärungen aus Tom Vanderbilts “Traffic”, warum wir so blind gegenüber unserem Fehlverhalten beim Fahren sind, haben auch bei Ihnen für ein paar Aha-Erlebnisse gesorgt. Und im allerbesten Fall helfen Sie Ihnen, Fahrfehler in Zukunft eher zu bemerken und zu vermeiden und sich nicht von sicher wirkenden Bedingungen einlullen zu lassen.</p><p class="">Gute Fahrt!</p><p class=""><br><br></p><p class=""><br><strong>Ihr größter Fehler beim Fahren ist, dass Sie schnell anfangen zu fluchen und sich in ein gewaltbereites Monster verwandeln? Dann könnte Sie das hier interessieren:</strong><br><a href="https://www.psychophilie.com/blog/2019/5/20/warum-wir-uns-beim-autofahren-in-unmenschen-verwandeln-wie-im-straenverkehr-die-menschlichkeit-verloren-geht">Warum wir uns beim Autofahren in Unmenschen verwandeln - Wie im Straßenverkehr die Menschlichkeit verloren geht</a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p class=""><strong>Verweise</strong></p>
























  
    <p id="verweis1"><b>[1] </b>
Vanderbilt, T. (2008). Traffic: Why we drive the way we do (and what is says about us). New York, NY: Vintage.
</p>
  


  
    <p id="verweis2"><b>[2] </b>
 <a href="https://www.lytx.com/en-us/client-success"> <u>https://www.lytx.com/en-us/client-success</u></a>
</p>
  


  
    <p id="verweis3"><b>[3] </b>
Klauer, S.G., Dingus, T.A., Neale, V. L., Sudweeks, J.D., & Ramsey, D.J. (2006). <i>The impact of driver inattention on near-crash/crash risk: An analysis using the 100-car naturalistic driving study data.</i> Washington, DC: US Department of Transportation National Highway Traffic Safety Administration.
<br>
Online verfügbar unter: <a href="https://vtechworks.lib.vt.edu/bitstream/handle/10919/55090/DriverInattention.pdf"> <u>https://vtechworks.lib.vt.edu/bitstream/handle/10919/55090/DriverInattention.pdf</u></a>
</p>
  


  
    <p id="verweis4"><b>[4] </b>
Klauer, S.G., Dingus, T.A., Neale, V. L., Sudweeks, J.D., & Ramsey, D.J. (2006). <i>The impact of driver inattention on near-crash/crash risk: An analysis using the 100-car naturalistic driving study data.</i> Washington, DC: US Department of Transportation National Highway Traffic Safety Administration.
<br>
Online verfügbar unter: <a href="https://vtechworks.lib.vt.edu/bitstream/handle/10919/55090/DriverInattention.pdf"> <u>https://vtechworks.lib.vt.edu/bitstream/handle/10919/55090/DriverInattention.pdf</u></a>
  


  
    <p id="verweis5"><b>[5] </b>
  Kallberg, V.-P. (1993). <i>Reflector posts - signs of danger?</i> Washington, DC: Transportation research record No. 1403.
</p>
  


  
    <p id="verweis6"><b>[6] </b>
  Comte S. L. , Várhelyi A., & Santos J. (1997). <i>The effects of ATT and Non-ATT systems and treatments on driver speed behaviour.</i> Espoo, Finland: VTT, Working Paper R 3.1.1 in the MASTER project.

</p>
  


  
    <p id="verweis7"><b>[7] </b>
Warum Verkehrskreisel sicherer sind als Ampeln wird hier ganz gut erklärt:  <a href="https://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/verkehr-der-kreisel-ist-die-bessere-kreuzung-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-141205-99-03087"> <u>https://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/verkehr-der-kreisel-ist-die-bessere-kreuzung-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-141205-99-03087</u></a>

</p>
  




  <p class="">Beitragsbild von <a href="https://unsplash.com/@jerrykavan?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Jaromír Kavan</a> auf <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p><p class=""><br></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1562126646098-JMOZ5ORL5VQDM5AOS9KE/Autofahren_cockpit.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="1000"><media:title type="plain">Bin ich ein guter Autofahrer oder eine gute Autofahrerin? Warum es so schwer ist, diese Frage zu beantworten und wie man es schafft, besser zu fahren</media:title></media:content></item><item><title>Warum wir uns beim Autofahren in Unmenschen verwandeln - Wie im Straßenverkehr die Menschlichkeit verloren geht</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Tue, 21 May 2019 03:33:16 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2019/5/20/warum-wir-uns-beim-autofahren-in-unmenschen-verwandeln-wie-im-straenverkehr-die-menschlichkeit-verloren-geht</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5ce314262fb08f0001b8763c</guid><description><![CDATA[Wenn ich mich ans Steuer meines Autos setze, kommt plötzlich das Schlimmste 
in mir zum Vorschein. Ich werde schnell ungeduldig, fluche hemmungslos und 
schreie rum. Höflichkeit ist mir dann völlig schnuppe. Kurz: Ich werde zum 
Unmenschen. Tatsächlich fällt es uns beim Fahren schwer, menschlich zu 
bleiben und uns wie kooperative, freundliche Wesen zu verhalten. Das liegt 
daran, dass im Verkehr alles wegfällt, was menschliche Kommunikation und 
Interaktionen ausmacht: Wir sehen und hören einander nicht und verstecken 
uns in der Anonymität des Autos.

Falls Sie hinterm Steuer auch zum Unmenschen werden, lesen Sie hier weiter:]]></description><content:encoded><![CDATA[<h3>Von Dr. Jekyll zu Ms Hyde</h3><p class="">Eigentlich bin ich ein ziemlich ausgeglichener Mensch. Ich fluche kaum und werde selten laut. Das ändert sich aber, sobald ich mich ans Steuer meines Autos setze und den Motor starte. Dann kommt plötzlich das Schlimmste in mir zum Vorschein. Ich begegne anderen Menschen nicht mehr mit der Freundlichkeit und Offenheit, auf die ich sonst so viel Wert lege, sondern schreie sie an, fluche hemmungslos oder stelle mir vor, wie ihr Auto, mit dem sie gerade so langsam vor mir herschleichen, explodiert.</p><p class="">Da ich sonst keinerlei Anzeichen für eine Persönlichkeitsstörung bei mir sehe, bin ich mir ziemlich sicher, dass es an der Situation, also am Autofahren, liegen muss, dass ich mich in ein rücksichtsloses Monster mit Gewaltfantasien verwandle. In seinem Buch “Traffic - why we drive the way we do”<a href="#verweis1"><strong> ¹ </strong></a>erklärt Tom Vanderbilt, wie es zu dieser Verwandlung vom Menschen zum Unmenschen kommt, wenn wir uns hinters Steuer setzen. </p><p class=""><br><br><br></p><h3>Vom Menschen zum Unmenschen</h3><p class="">Tatsächlich fällt es uns hinterm Steuer schwer, menschlich zu bleiben und uns wie kooperative, freundliche Wesen zu verhalten. Das liegt daran, dass im Straßenverkehr alles wegfällt, was menschliche Kommunikation und Interaktionen ausmacht. Dass wir beim Fahren zum Unmenschen werden, lässt sich auf drei Gründe zurückführen:</p><ol data-rte-list="default"><li><p class="">Fehlender Blickkontakt: Wir können einander kaum sehen und uns schon gar nicht in die Augen schauen. </p></li><li><p class="">Eingeschränkte Kommunikation: Wir hören einander nicht und können nicht miteinander sprechen. </p></li><li><p class="">Anonymität: Wir geben unsere Identität ans Auto ab, das gibt uns dafür Anonymität</p><p class=""><br><br></p></li></ol><p class="">Wie sich diese drei Punkte genau auf unser Verhalten auswirken, kommt jetzt:</p><p class=""><br><br></p><h2>1.Blickkontakt</h2><p class="">Eigentlich sind wir Menschen ziemlich kooperativ, zumindest wesentlich kooperativer als unsere nächsten Verwandten bei den Primaten. Eine der Hauptvoraussetzungen für diese Kooperationsbereitschaft ist Blickkontakt. <a href="#verweis2"><strong>² </strong></a>Aber genau dieser geht bei einer Geschwindigkeit von 30kmh verloren. Fahren wir schneller als 30 kmh können wir den anderen Verkehrsteilnehmenden nicht mehr in die Augen sehen und sind entsprechend weniger bereit, uns ihnen gegenüber kooperativ zu verhalten.</p><p class=""><br><br><br></p><h2>2. Eingeschränkte Kommunikation</h2><p class="">Oft genug verstehe ich nicht, was das Auto vor oder neben mir macht. Warum fährt es so langsam? Warum blockiert es mich und lässt mich nicht die Spur wechseln? Und dann frage ich natürlich nach: He, du, kannst du nicht ein bisschen schneller fahren? Siehst du nicht, dass ich da rüber will?</p><p class=""><br><br><br></p><h3>Stumm geschaltet</h3><p class="">Hilft natürlich nicht, denn die Person im anderen Auto hört mich nicht. Ich kann fragen, auffordern und schimpfen so laut ich will, aber es bringt nichts. Meine Worte schaffen es nicht aus meinem Auto raus durch den Motorenlärm ins andere Auto. Ich bin auf stumm geschaltet, und das ist wahnsinnig frustrierend!</p><p class="">Wenn uns jemand die Vorfahrt nimmt oder sonst irgendwie unfair behandelt, sind wir wütend und wollen uns der anderen Person mitteilen und ihr klarmachen, dass es so nicht geht und dass sie sich gefälligst an die Regeln zu halten hat. Dummerweise ist es im Straßenverkehr verdammt schwer, so eine Botschaft zu vermitteln. Meistens ist der Täter oder die Täterin schon ein paar hundert Meter weiter und hat vielleicht noch nicht mal was von seiner oder ihrer Missetat mitbekommen. Wir können noch hupen oder den Mittelfinger zeigen, aber wirklich befriedigend ist das nicht, wenn der Täter oder die Täterin nichts davon mitbekommt. </p><p class="">Und so regen wir uns weiter auf und konstruieren ganze Dramen, in denen wir das arme, unschuldige Opfer sind, dessen friedliebender Golf von einem rücksichtslosen Porsche geschnitten und fast aus der Spur gedrängt wurde. Oft ist der Zwischenfall noch präsent, nachdem wir am Ziel angekommen sind.</p><p class=""><br><br><br></p><h3>Eskalationspotential</h3><p class="">Während im Verkehr schon kleine Zwischenfälle in Fluch- und Schimpftiraden eskalieren, reicht bei normalen Begegnungen oft ein Blick oder ein Lächeln um die Situation zu entschärfen und den Ärger über eine andere Person verpuffen zu lassen. </p><p class="">Diese subtileren und direkten Möglichkeiten mit unseren Mitmenschen zu kommunizieren und Missverständnisse zu klären, fallen beim Autofahren dummerweise weg. So regen wir uns viel schneller über Kleinigkeiten auf. Gleichzeitig ist unser Kommunikationsrepertoire beschränkt auf gröbere, unspezifische Mittel wie Hupen, beleidigende Gesten oder aggressives Fahrverhalten, sodass auch unsere Antwort stärker negativ ausfällt. Beim Fahren gibt es also schon für die geringsten Anlässe großes Eskalationspotential!</p><p class=""><br><br><br></p><h3>Alles Ärsche!</h3><p class="">Was die ohnehin schon sehr eingeschränkte Kommunikation beim Fahren noch weiter erschwert, ist, dass man meist hintereinander herfährt. Man sieht keine Gesichter, sondern starrt stattdessen die meiste Zeit auf die Hinterteile der anderen Autos. Hinter jemand anderem zu sein und nur dessen Rückseite zu sehen, ist eine Position, die kulturell mit Unterordnung verbunden wird. Man wird also zusätzlich zu alledem in eine demütigende Position gebracht. Kein Wunder, dass es da mit Höflichkeit und Kooperationsbereitschaft nicht weit her ist. </p><p class=""><br><br><br></p><h2>3. Anonymität</h2><p class="">Dass wir die anderen Verkehrsteilnehmenden weder richtig sehen noch hören können, sorgt beim Autofahren oft genug für Frustration und Unverständnis. Gleichzeitig wissen wir aber, dass die anderen uns genauso wenig sehen oder hören können, und das genießen wir auch. Das Auto umgibt uns mit einer ziemlich schalldichten Hülle, in der wir unsere eigene Temperatur und Musik einstellen können. Wie ein Kokon aus Blech und Glas schirmt es uns von der Umwelt ab, versteckt uns und gibt uns Anonymität. Also drehen wir die Musik auf, singen laut bei unseren Lieblingssongs mit oder bohren ungeniert in der Nase. </p><p class="">Der Nachteil an diesem Gefühl der Anonymität ist allerdings, dass es <a href="https://www.psychologicalscience.org/observer/who-is-that-the-study-of-anonymity-and-behavior">Aggression und rücksichtsloses Verhalten fördern kann.</a> “Ach, in dieser Spielstraße kann ich ruhig ein bisschen schneller fahren. Es kennt mich ja niemand.” Wenn niemand weiß, wer man ist, besteht wenig Anreiz für Freundlichkeit und Rücksichtnahme. Anonymität enthemmt, nicht nur zum Singen, sondern auch zu Rücksichtslosigkeit und grobem Verhalten, das wir uns sonst nicht erlauben würden. </p><p class="">Inwiefern die enthemmende Wirkung der Anonymität beim Fahren eine Rolle spielt, zeigt eine Studie, die untersuchte, ob sich Cabriofahrer und -fahrerinnen anders verhalten, wenn sie ihr Verdeck offen haben und deutlich zu sehen sind, als wenn sie es zu haben und sich darunter verstecken können.<strong> </strong><a href="#verweis3"><strong>³</strong></a></p><p class="">An einer Ampel positionierten Patricia Ellison und ihre Kollegen ein Auto vor einem Cabrio. In diesem Auto saß ein Verbündeter, der angewiesen wurde, für 12 Sekunden nicht zu reagieren, wenn die Ampel auf grün schaltete. Während dieser 12 Sekunden erfasste der Verbündete, ob die Person im Cabrio hupte, wie lange sie hupte und wie lange es dauerte, bis sie hupte. Personen in Cabrios mit offenem Verdeck hupten seltener, später und kürzer als Personen in der Anonymität des geschlossenen Verdecks.</p><p class=""><br><br><br></p><h3>Vom Auto geschluckt - Die verlorene Identität</h3><p class="">Das Auto verleiht uns Anonymität, aber im Auto zu sitzen bedeutet gleichzeitig, dass wir unsere menschliche Identität ans Auto abgeben. Wer wir sind, wird plötzlich auf unser Auto, dessen Marke und das Kennzeichen reduziert. Aus diesem Grund achten wir aber auch besonders stark auf diese äußeren Attribute und Auffälligkeiten wie Aufkleber oder besondere Kennzeichen entdecken wir schnell. </p><p class="">Kennen Sie diese seltsame, etwas absurde Freude darüber, ein Auto mit dem Kennzeichen des eigenen Wohnortes zu sehen, wenn Sie gerade irgendwo anders unterwegs sind? Oder ein Auto zu sehen, das genau aussieht, wie das eigene?</p>


































































  

    
  
    

      

      
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          <figcaption class="image-caption-wrapper">
            <p class="">Foto von <a href="https://unsplash.com/photos/ostLWBW4hsw?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Raivis Razgals</a> auf <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
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  <p class="">Ich freue mich zum Beispiel &nbsp;jedes Mal, wenn ich in Deutschland einen Toyota Prius sehe. Unser Auto und das am häufigsten gefahrene Fahrzeug zwischen San Francisco und LA, in Deutschland aber recht selten. <a href="#verweis4"><strong>4</strong></a> Durch die Gemeinsamkeit mit dem anderen Auto, egal wie oberflächlich und unbedeutend sie ist, wird in der anonymen Masse eine Art Vertrautheit hergestellt.</p><p class=""><br><br><br></p><h3>Jeder Popel fährt nen Opel</h3><p class="">Es kann aber auch genau umgekehrt sein, dass ein bestimmtes Auto statt Freude eher Genervtheit oder unheilvolle Vorahnungen auslöst. Viele Deutsche stöhnen innerlich, wenn sie ein holländisches Auto sehen, weil sie der Meinung sind dass Leute aus Holland nicht Auto fahren könnten. New Yorker und New Yorkerinnen regen sich über Fahrzeuge aus New Jersey auf und Griechen und Griechinnen schimpfen über albanische Fahrzeuge. </p><p class=""><br><br><br></p><h3>Stereotype und Vorurteile</h3><p class=""><a href="https://karrierebibel.de/stereotyp/">Stereotype</a> und Vorurteile scheinen unsere Erwartungen und unser Verhalten besonders stark zu beeinflussen, wenn wir hinterm Steuer sitzen. Das hören wir nicht gerne, weil wir uns ungern von Vorurteilen und Stereotypen leiten lassen. Beim Autofahren bleibt uns aber oft gar nichts anderes übrig, da wir weder die Zeit noch die kognitive Kapazität haben, die Situationen und die Personen, die uns begegnen, eingehend zu analysieren. Beim Fahren navigieren wir durch komplexe Umgebungen, die sich ständig verändern. Wir müssen schnell reagieren und innerhalb von Sekunden Entscheidungen treffen. </p><p class="">Im Laufe der Zeit bildet jeder Fahrer und jede Fahrerin aus den unzähligen verschiedenen Verkehrs-Situationen, die er oder sie erlebt, ein Set an Überzeugungen, Erwartungen und Strategien darüber, wie Verkehr funktioniert. In diesem Set befinden sich nicht nur mentale Modelle darüber, wie bestimmte Situationen verlaufen, sondern auch Stereotype wie sich bestimmte Verkehrsteilnehmende und die Fahrer und Fahrerinnen bestimmter Autos verhalten. Wenn wir dann schnell eine neue Verkehrs-Situation begreifen müssen, greifen wir auf diese mentalen Modelle und Stereotypen zurück. </p><p class="">Dazu kommt, dass wir meist nur sehr wenige Informationen zur Verfügung haben, wenn es darum geht, das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmenden vorauszusehen: Wir sehen nur das Äußere des Fahrzeugs und erkennen vielleicht noch das Geschlecht der Person auf dem Fahrersitz. Da bleibt uns meist nichts anderes übrig als uns von den Stereotypen und Vorurteilen in unserem Kopf leiten zu lassen. </p><h3><br><br>Unmensch am Steuer</h3><p class="">Es ist also gar nicht so erstaunlich, dass wir uns anders verhalten, wenn wir am Steuer eines Autos sitzen. Das Auto nimmt weg, was uns menschlich macht: Sobald wir einsteigen, geben wir unsere Identität ans Auto ab. Wir verlieren die Möglichkeit, Blickkontakt aufzubauen, und müssen auf Sprache verzichten. Wir sehen nur noch Autos und vergessen, dass in ihnen auch Menschen sitzen. Im Straßenverkehr sind wir uns nicht mehr dessen bewusst, dass wir mit Menschen interagieren und können gleichzeitig selbst nicht mehr wie Menschen interagieren, also werden wir in unserem Verhalten unmenschlicher. </p><p class=""><br>Gerade wenn wir mal wieder über die anderen Autofahrer und -fahrerinnen schimpfen oder uns mitten in einem Drama befinden, in dem dem eigenen Auto kaltblütig und rücksichtslos die Vorfahrt genommen wurde, kann es helfen, sich dieser Entmenschlichung im Verkehr bewusst zu werden. </p><p class="">Wir regen uns beim Fahren schnell übermäßig auf, weil wir nur die Autos sehen und nicht den Menschen darin. So unterstellen wir der Person am Steuer schnell das schlimmste und gehen gleich davon aus, dass sie uns schaden wollte. An andere Erklärungen denken wir erst gar nicht und auf die Idee, dass die Person im anderen Fahrzeug wahrscheinlich genauso nett und freundlich ist, wie wir selbst, kommen wir auch nicht. Wenn Sie also mal wieder auf der Autobahn vor sich hinfluchen oder von Gewaltphantasien gepackt werden, erinnern Sie sich daran, im anderen Auto sitzt auch nur ein Mensch!</p><p class=""><br><br><br></p><p class=""><strong>Verweise</strong></p>
























  
    <p id="verweis1"><b>[1] </b>
Vanderbilt, T. (2008). <i>Traffic: Why we drive the way we do (and what is says about us).</i> New York, NY: Vintage.
</p>
  


  
    <p id="verweis2"><b>[2] </b>
Tomasello, M., Hare, B., Lehmann, H., & Call, J. (2007). Reliance on head versus eyes in the gaze following of great apes and human infants: the cooperative eye hypothesis. <i>Journal of Human Evolution, 52</i>(3), 314-320. 
</p>
  


  
    <p id="verweis3"><b>[3] </b>
Ellison, P. A., Govern, J. M., Petri, H. L., & Figler, M. H. (1995). Anonymity and aggressive driving behavior: A field study. <i>Journal of Social Behavior & Personality, 10</i>(1), 265-272.
<br>
Der Unterschied im Hupverhalten zwischen offenem vs. geschlossenem Verdeck war allerdings nur signifikant, wenn Häufigkeit des Hupens, die Zeit bis zum Hupen und die Dauer des Hupens gleichzeitig in die Analyse eingingen (MANOVA).
</p>
  


  
    <p id="verweis4"><b>[4] </b>
Der silberne Prius, wie wir einen haben, kommt in Kalifornien so häufig vor, dass es im Film “La La Land” sogar eine Anspielung darauf gibt: Als die Hauptfigur Mia (Emma Stone) eine Party verlässt und nach Hause fahren will, dauert es eine Weile bis sie ihren silbernen Prius unter den tausend anderen silbernen Prius (ich weiß nicht, was der Plural von Prius ist. Prius, Prii, Priusse?) der anderen Partygäste findet.
</p>
  




  <p class="">Beitragsbild von&nbsp;<a href="https://unsplash.com/photos/8urPy_LBeO0?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Jose Carbajal</a>&nbsp;auf&nbsp;<a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a><br></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1558409708567-4NSIQVL1D57JSB9TH26C/Fahrer_Mittelfinger.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="2250"><media:title type="plain">Warum wir uns beim Autofahren in Unmenschen verwandeln - Wie im Straßenverkehr die Menschlichkeit verloren geht</media:title></media:content></item><item><title>Warum sind moderne Technologien so unheimlich gut darin, uns zu fesseln? Was genau macht Apps, Online-Spiele und Social Media so unwiderstehlich für uns? - Adam Alter erklärt es in “Irresistible”</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Fri, 22 Mar 2019 23:11:28 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2019/3/22/warum-sind-moderne-technologien-so-unheimlich-gut-darin-uns-zu-fesseln-was-genau-macht-apps-online-spiele-und-social-media-so-unwiderstehlich-fr-uns-adam-alter-erklrt-es-in-irresistible</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5c956411fa0d60765c362c7f</guid><description><![CDATA[Falls Sie noch nichts von Adam Alters Buch “Irresistible” gehört haben oder 
überlegen, es zu lesen, sind Sie hier genau richtig! Hier habe ich das 
Wichtigste zu “Irresistible” zusammengefasst und ein paar Highlights zum 
Reinschnuppern ausgesucht.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p>Warum ist das Internet so gut darin, uns zu fesseln? Warum genau sind Facebook, Instagram und Co. so unwiderstehlich, dass wir kaum einen Tag ohne sie auskommen? Wie sind Online-Spiele konzipiert, dass sie so süchtig machen? &nbsp;Und wie finden wir einen vernünftigen Umgang mit alldem, denn ohne Internet geht es ja auch nicht.</p>


































































  

    
  
    

      

      
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  <p>Mit diesen Fragen beschäftigt sich Adam Alter in seinem Buch irresistible. Und da mich alles, was etwas mit den psychologischen Auswirkungen des Internets und vor allem von Social &nbsp;Media zu tun hat, brennend interessiert, musste ich es natürlich lesen. Das Buch hat nicht enttäuscht und ich empfehle es deshalb gerne hier weiter.</p><p>Falls Sie noch nichts von Irresistible gehört haben oder überlegen, es zu lesen, sind Sie hier genau richtig! Hier habe ich das Wichtigste zusammengefasst und ein paar Highlights zum Reinschnuppern ausgesucht.<br></p>


































































  

    
  
    

      

      
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  <h3>Inhalt - das steht drin</h3><p>Irresistible ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil geht es darum, was eine Abhängigkeit ist, was dabei in unserem Körper passiert und worin die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen substanzgebundenen Abhängigkeiten, wie Drogen- und Alkoholabhängigkeit, und verhaltensbasierten Abhängigkeiten, wie Abhängigkeiten vom Internet und Online-Spielen, bestehen. Der zweite Teil erklärt, wie abhängig machende Erlebnisse aufgebaut sind und welche Elemente sie so unwiderstehlich machen. Im letzten Teil geht es schließlich darum, wie ein sinnvoller, nachhaltiger Umgang mit diesen fesselnden Technologien aussehen könnte, wie man ihre Eigenschaften zum Guten einsetzen kann und wo die Gefahren und Chancen zukünftiger Entwicklungen, wie Virtual-Reality-Brillen, liegen. &nbsp;</p><p><br><br><br></p><h3>Leicht verständlich, spannend und unterhaltsam</h3><p>Auch wenn es sich bei Irresistible um ein Sachbuch handelt, so ist es keineswegs trocken. Das Buch ist ein geschickt zusammengeflochtener Mix aus unterhaltsamen Anekdoten, anschaulichen Begriffserklärungen und Interviews mit Wissenschaftlern, App- und Spiele-Entwicklern und Menschen, die vom Internet abhängig waren. Besonders bemerkenswert fand ich die Art, in der Adam Alter Studien beschreibt. Oft muss man ja beim Lesen von Studienbeschreibungen alle Gehirnzellen aktivieren und sich stark konzentrieren, um alles Wichtige im Kopf zu behalten und dem Vorgehen der Forscher zu folgen (mir geht das zumindest so), Adam Alter schafft es aber, die Studien in Geschichten zu verwandeln, die Spaß machen zu lesen und sogar so spannend sind, dass man wissen will, wie sie ausgehen. Ich jedenfalls konnte manchmal das Buch gar nicht aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, wie’s weitergeht und auf eine weitere dieser kleinen Geschichten gehofft habe.<br><br><br><br></p><h3>Nicht düster, sondern realistisch</h3><p>Für ein Buch über abhängig machende Technologien besteht die Versuchung düster, dramatisierend und voller unheilvoller Prognosen zu sein, wie “Bald werden wir unser Leben ganz hinter Bildschirmen verbringen und einander nicht mehr in die Augen sehen. Kinder werden nur noch mit Virtual-Reality-Brillen auf der Couch sitzen und per Knopfdruck andere Kinder mobben.” Glücklicherweise widersteht Adam Alter in Irresistible dieser Versuchung und beschreibt die negativen Auswirkungen und Entwicklungen in sachlichem, realistischem Ton. In Irresistible wird die fortschreitende Entwicklung moderner Technologien als Teil des menschlichen Lebens angesehen, mit dem wir lernen müssen umzugehen und für den wir ethisch vertretbare Richtlinien finden müssen.</p><p><br><br><br></p><h3>Der Fokus liegt auf Online-Spielen, Social Media kommt eher am Rand vor</h3><p>Wer das Buch mit der Erwartung liest, zu erfahren, warum Social Media süchtig macht und was man dagegen tun kann, der könnte enttäuscht werden. Ich hatte gehofft, dass es im Buch ein oder zwei Kapitel gibt, die sich mit Social Media beschäftigen, weil mich das am meisten interessiert hat. Dieses Thema wird aber leider nicht ausführlich besprochen. Es gibt zwar einige Stellen, die sich mit Social Media befassen und die Frage, warum uns soziale Netzwerke so in ihren Bann ziehen, wird ab und zu kurz angerissen, der Fokus des Buchs liegt aber eher auf Online-Spielen.</p><p><br><br><br></p><h3>Highlights</h3><p>Hier ein paar meiner Highlights aus Irresistible, die mich am meisten überrascht, erstaunt und beschäftigt haben. </p><p><br><br><br></p><h3>Not so fun facts:</h3><ul data-rte-list="default"><li><p>Substanzgebundene Abhängigkeiten, wie Drogenabhängigkeit, und verhaltensbasierte Abhängigkeiten, wie die Abhängigkeit von Online-Spielen, aktivieren dasselbe Belohnungszentrum im Gehirn. Menschen, die vom Online-Spiel World of Warcraft abhängig sind, zeigen beim Starten einer neuen Mission im Spiel fast die gleiche Gehirnaktivität wie Heroin-Abhängige beim Schuß. </p></li><li><p>Amerikanische Schulkinder verbringen außerhalb der Schulzeit täglich über 7 ½ Stunden vor irgendeiner Art von Bildschirm, also Smartphone, Tablet, Computer oder Fernseher. <a href="#verweis1"><strong>¹ </strong></a>&nbsp;In einer anderen Studie gaben (amerikanische) Teenager an, mehr über Textnachrichten zu kommunizieren als direkt mit anderen zu sprechen.</p><p><br><br><br></p></li></ul><h3>Denkanstöße: </h3><p>Zwei Punkte, die mich weiterhin beschäftigen:</p><ol data-rte-list="default"><li><p>Das Tückische an verhaltensbasierten Abhängigkeiten ist, dass das entsprechende Verhalten oft mit einem Gefühl von Fortschritt und Erfolg einhergeht und seine negativen Seiten deshalb lange nicht bemerkt werden: Bei einem Online-Spiel sammelt man immer mehr Punkte, bricht neue Rekorde und steigt Level für Level auf, je mehr man spielt, bei einem sozialen Netzwerk bekommt man mehr Likes und Follower, je mehr man kommentiert, liket und postet. Man sieht Erfolge, will immer weiter vorankommen und macht deshalb immer weiter. Auch wenn gerade nichts passiert, bringt die Hoffnung auf weiteren Fortschritt und Erfolg dazu, weiterzumachen und es fällt immer schwerer, aufzuhören. </p></li><li><p>Im Internet gibt es keine Pausen, Unterbrechungen oder Wartezeiten. Es bietet uns ständig etwas Neues, damit wir ja nicht aufhören, deshalb ist es so leicht, davon mitgerissen zu werden und vorm Bildschirm hängen zu bleiben. Die fehlenden Unterbrechungen und Endpunkte machen es uns so schwer, uns loszureißen. Wenn wir aber unsere eigenen Stoppsignale setzen, wird es leichter. Dieser Punkt hat mich so beschäftigt, dass ich einen <a href="https://www.psychophilie.com/blog/2019/3/8/probleme-sich-von-facebook-netflix-und-co-loszureien-stoppsignale-knnen-helfen">ganzen Beitrag</a> darüber geschrieben habe.</p><p><br><br><br></p></li></ol><h3> Gute Nachrichten</h3><p>Die Eigenschaft von Videospielen, abzulenken und uns alles andere für eine Weile vergessen zu lassen, hat auch ihre Vorteile. Manchmal ist Ablenkung genau das, was man braucht! </p><ul data-rte-list="default"><li><p>Der Videospiel-Klassiker Tetris, der schon damals seinen Entwickler so in seinen Bann gezogen hat, dass er Probleme hatte, das Spiel fertigzustellen (die Geschichte dazu findet sich auch in Irresistible), lenkte Personen, die in einer Studie ein simuliertes Trauma erlebten, anschließend so sehr ab, dass ihnen die negativen Folgen des Traumas erspart blieben.</p></li><li><p>Das Eintauchen in virtuelle Realitäten kann auch helfen, Schmerzen besser zu ertragen. &nbsp;Opfer von Verbrennungen überstanden die schmerzhaften Verbandswechsel besser, wenn sie sich währenddessen über eine Virtual-Reality-Brille in eine virtuelle Schneewelt begeben konnten. Aus dem gleichen Grund hat mein Zahnarzt wohl über jedem Behandlungsstuhl einen Bildschirm, auf dem Patienten während der Behandlung anschauen können, was sie wollen. </p></li></ul><p>Das waren nur ein paar Einblicke in Irresistible. Das Buch gibt es übrigens auch <a href="https://www.amazon.de/Unwiderstehlich-Aufstieg-suchterzeugender-Technologien-Abh%C3%A4ngigkeit/dp/3827012945/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3QAGSY476HZF0&amp;keywords=unwiderstehlich%22+von+adam+alter&amp;qid=1552682351&amp;s=books&amp;sprefix=unwiderst%2Cenglish-books%2C288&amp;sr=1-1-catcorr">auf Deutsch</a>. Und wer noch mehr von Adam Alter hören will, kann seinen Ted Talk “<a href="https://www.ted.com/talks/adam_alter_why_our_screens_make_us_less_happy/transcript?language=de#t-11596">Why our screens make us less happy”</a> anschauen. <a href="#verweis2"><strong>²</strong></a> </p><p><br><strong>Verweise</strong></p>
























  
    <p id="verweis1"><b>[1] </b>
Und das laut einer Studie von 2011, mittlerweile ist es wahrscheinlich noch mehr. <a href="https://www.pewinternet.org/2012/03/19/teens-smartphones-texting/"> <u>https://www.pewinternet.org/2012/03/19/teens-smartphones-texting/ </u></a>
</p>
  


  
    <p id="verweis2"><b>[2] </b>
Den Vortrag gibt es auch mit deutschen Untertiteln.
</p>
  




  <p>Beitragsbild von&nbsp;<a href="https://unsplash.com/photos/1pyqUh8Jx3E?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Kyle Hanson</a>&nbsp;auf&nbsp;<a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
























  
    <a href="https://www.bloglovin.com/blog/19861983/?claim=x6gv5zwwr7e">Follow my blog with Bloglovin</a>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1553573632403-6DDI9VTHXJ31L24H4NH4/hund_laptop.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1374" height="1832"><media:title type="plain">Warum sind moderne Technologien so unheimlich gut darin, uns zu fesseln? Was genau macht Apps, Online-Spiele und Social Media so unwiderstehlich für uns? - Adam Alter erklärt es in “Irresistible”</media:title></media:content></item><item><title>Probleme sich von Facebook, Netflix und Co. loszureißen? - Stoppsignale können helfen!</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Fri, 08 Mar 2019 23:54:13 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2019/3/8/probleme-sich-von-facebook-netflix-und-co-loszureien-stoppsignale-knnen-helfen</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5c82eb79ec212de659272f9a</guid><description><![CDATA[Probleme von Netflix und Social Media loszukommen? Wie Adam Alter in seinem 
Buch Irresistible beschreibt, liegt das nicht nur an mangelnder 
Selbstkontrolle, sondern auch daran, dass es unsere Selbstkontrolle 
verdammt schwer hat: Sie muss uns nicht nur dazu bringen, uns loszureißen, 
sondern muss auch noch den richtigen Zeitpunkt dafür finden. Im endlosen 
Strom des Internets aus Neuigkeiten und Möglichkeiten gibt es keine 
Unterbrechungen. Die Stoppsignale fehlen. Glücklicherweise ist es nicht 
schwer, selbst welche zu setzen.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p>“Oh Mann, ich muss dringend aufhören, so viel Zeit auf Facebook zu verbringen!”, </p><p>“Mist, ich hab auf Pinterest schon wieder die Zeit aus den Augen verloren und jetzt ist eine halbe Stunde vorbei” oder “Gähn, warum hab ich gestern noch die dritte Folge Magicians geschaut, statt ins Bett zu gehen?”</p><p>Sätze wie diese höre ich fast täglich, der letzte stammt meistens von mir selbst. Aber ich scheine nicht die einzige Person zu sein, die mit ihrer mangelnden Willensstärke und Selbstkontrolle hadert. Das Problem sich loszureißen und rechtzeitig mit etwas aufzuhören, gerade wenn es um das Surfen im Internet, Social Media, Netflix oder Youtube geht, beschäftigt Viele. Oder warum lesen Sie diesen Artikel?</p><p><br></p><h3>Liegt es nur an mangelnder Selbstkontrolle?</h3><p>Bisher dachte ich, es läge an mir und meiner geringen Selbstkontrolle, dass ich mich regelmäßig im Internet verliere und nur schwer von Netflix loskomme. Dann habe ich das Buch <a href="http://adamalterauthor.com/irresistible">“Irresistible”</a> von Adam Alter gelesen, in dem er beschreibt, wie uns moderne Technologien in ihren Bann ziehen und süchtig machen. <a href="#verweis1"><strong>¹</strong></a> Beim Lesen bin ich über eine Idee gestolpert, die mich dazu gebracht hat, das Problem mit anderen Augen zu sehen: Dass es uns so schwer fällt, rechtzeitig mit Social Media, Netflix und Online-Spielen aufzuhören, liegt nicht (nur) an mangelnder Selbstkontrolle, sondern eher daran, dass es unsere Selbstkontrolle verdammt schwer hat. Sie muss uns nicht nur dazu bringen, dass wir uns von der spannenden Internetwelt losreißen, sondern muss auch noch den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören finden. Es gibt keine Signale, die uns darauf aufmerksam machen, wann es sinnvoll ist, Schluss zu machen, oder die uns zumindest einen Ausstiegspunkt bieten. Stattdessen wird ständig etwas Neues angezeigt, begonnen oder empfohlen, dass ja keine Pausen entstehen.</p><h3><br>Warum ich manchmal den Ladebalken vermisse</h3><p>Früher war das anders: bei Fernsehserien gab es nur eine Folge pro Woche und niemand wusste, was <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Binge_Watching">binge watching</a> war. Das Internet war so langsam und umständlich zu benutzen, dass man sich nicht darin verlieren konnte, weil ständig der Ladebalken dazwischen kam.</p><p>Heute ist dagegen alles immer und in Sekundenschnelle verfügbar. Bei Netflix hat man alle Folgen seiner Lieblingsserie auf einmal zur Verfügung. Ist eine Folge fertig, fängt schon die nächste an, wie ein sehr langer, richtig guter Film, bei dem man im Laufe der Stunden immer tiefer eintaucht und immer vertrauter mit den Charakteren wird. Verdammt schwer, da einfach abzuschalten und ins Bett zu gehen! </p><p>Bei Facebook, Twitter und Instagram gibt es einen Newsfeed, der zeigt, was die Anderen gemacht haben, während man offline war, und der sich, noch während man liest, mit neuen Beiträgen füllt. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken und &nbsp;tun: Neue Posts und Bilder zu betrachten, Kommentare zu lesen oder zu schreiben, Links, auf die man klicken kann, und Freunde, die online sind. Da verliert man sich leicht und aus kurz Facebook checken wird schnell eine Stunde oder mehr. Und natürlich gibt es nicht nur Facebook, sondern auch noch Instagram, Twitter, Youtube, Pinterest...</p><p data-rte-preserve-empty="true"></p><h3>Ein endloser Strom aus Neuigkeiten und Möglichkeiten ohne Unterbrechungen oder Pausen</h3><p>Wenn wir nicht von selbst aufhören oder unterbrechen, passiert es nicht. </p><p>Wenn es keine Signale von Außen gibt, die uns zeigen, wann es Zeit ist, aufzuhören, müssen wir eben unsere eigenen Stoppsignale setzen. Tun wir das, dann kann sich unsere Selbstkontrolle ganz darauf ausrichten, uns zum Aufhören zu bringen, und muss nicht auch noch den richtigen Zeitpunkt dafür finden.</p><p>Ja, ich weiß, heutzutage muss man alles selbst machen! Glücklicherweise gibt Adam Alter in Irresistible ein paar konkrete Tipps, die dabei helfen, Stoppsignale zu setzen und zu erkennen, wann es ein guter Zeitpunkt ist, aufzuhören: </p><p data-rte-preserve-empty="true"></p><h3>Stoppsignale für Social Media und das Internet allgemein</h3><p>Als ich über das Einführen von Stoppsignalen gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass ich schon vor Monaten meine eigene Methode dafür entwickelt hatte, mir nur nicht dessen bewusst war. </p><p>Es war eigentlich eine Erziehungsmethode, die ich zuerst bei meinem Sohn eingesetzt und dann für mich selbst übernommen habe: Wann immer ich Sorge habe, die Zeit aus den Augen zu verlieren, stelle ich einen Timer! &nbsp;</p><h3><br>Wunderwaffe Timer</h3><p>Anfangs habe ich nur einen Wecker gestellt, der klingelte, wenn wir das Haus verlassen mussten, um pünktlich zu sein. Mittlerweile benutze ich ihn auch, wenn ich im Internet recherchiere, lese, Netflix schaue oder Social Media nutze. Wenn ich mich zum Beispiel bei Pinterest informieren will, wie man am besten Legos aufbewahrt (Wo ist Marie Kondo, wenn man sie wirklich braucht?), stelle ich mir vorher einen Timer für 10 Minuten. In 10 Minuten gibt es einiges an Inspiration. Klingelt der Timer, muss ich ihn erstmal ausschalten und bin dadurch zu einer Unterbrechung gezwungen. Das hilft mir meistens, kurz innezuhalten und zu entscheiden, ob ich genug gefunden habe oder ob ich mir noch einen zweiten Timer stelle. </p><p>Der Timer hilft mir auch, insgesamt ein besseres Gefühl für die Zeit zu entwickeln. Oft bin ich erstaunt, wie viel ich in 5 oder 10 Minuten erreichen kann.</p><p>Statt jedes Mal einen Timer zu stellen, kann man das auch einer App überlassen. Adam Alter schlägt die App <a href="http://www.bumblebeesystems.com/wastenotime/">WasteNoTime</a> vor, bei der man ein tägliches Zeitkontingent für Social Media und einzelne Websites festlegen kann.</p><p data-rte-preserve-empty="true"></p><h3> Wie reiße ich mich aber von meiner Lieblingsserie los? </h3><p>Netflix ist allerdings nochmal ein ganz anderes Problem. Einen Timer zu stellen, kann hier schon hilfreich sein und bringt mich tatsächlich ab und an zum Abschalten. Oft genug ignoriere ich den Timer aber auch, weil ich unbedingt wissen muss, wie es weitergeht. </p>
























  
    <iframe frameBorder="0" allowFullScreen src="https://giphy.com/embed/26BRsMORsLfckuBTa" width="480" class="giphy-embed" height="480"></iframe><p><a href="https://giphy.com/gifs/hungry-gif-artist-hot-pocket-26BRsMORsLfckuBTa">via GIPHY</a></p>
  




  <p data-rte-preserve-empty="true"></p><h3>Cliffhanger entschärfen</h3><p>Keine Sorge, hier hat Adam Alter einen richtig guten Tipp! Das Problem bei Serien ist, dass die Folgen meist ein offenes Ende haben und mit einem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cliffhanger">Cliffhanger</a> enden. Die Folgen hören nicht damit auf, dass eine Geschichte fertig erzählt ist und alle glücklich und zufrieden sind. Das passiert auch, aber meist kurz vor Ende einer Folge und ganz am Ende wird dann eine ganz neue Handlung eingeleitet.</p><p>Das sieht ungefähr so aus: Alle feiern das Happy End und gehen glücklich nach Hause. Auf dem Heimweg kommt einer der Charaktere von der Straße ab. Dann ist die Folge vorbei und es ist nicht klar, ob er überlebt. Als Zuschauer will, muss, man dann natürlich wissen, was passiert, und wirft alle Pläne über Bord, jetzt abzuschalten. <br></p><h3>Von Cliffhanger zu Cliffhanger statt von Anfang bis Ende</h3><p>Adam Alter empfiehlt deshalb, sich nicht nach Beginn und Ende einer Folge zu richten, sondern nach den Cliffhangern. Bei den meisten Serien folgen sie nämlich einem bestimmten Muster: Der Cliffhanger wird in den letzten Minuten der Folge eingeführt und in den ersten Minuten der nächsten Folge aufgelöst. Schaut man jede Folge von Anfang bis Ende, dann steht man vor der Herausforderung, abzuschalten, wenn es am Spannendsten ist. Wenn die Handlung dagegen &nbsp;gerade einen Endpunkt erreicht hat und keine Fragen mehr offen sind, ist es wesentlich leichter, abzuschalten. Statt sich vorzunehmen nach einer Folge abzuschalten, sollte man besser ausschalten, bevor der Cliffhanger am Ende der Folge eingeführt wird oder nachdem er am Anfang der nächsten Folge aufgelöst wird. Wenn man ein bisschen darauf achtet, hat man das schnell raus und kann dann die Cliffhanger als Stoppsignale nutzen. </p><p>Nutzen Sie Stoppsignale, um sicherzugehen, dass Sie rechtzeitig mit etwas aufhören? Falls nicht, probieren Sie’s mal! Der Aufwand ist gering und kann sich wirklich lohnen! </p><p><br><br></p><p><strong>Noch etwas Zeit bevor Ihr Timer piept? Wie wär’s mit diesem Beitrag:</strong></p><p><a href="https://www.psychophilie.com/blog/2019/1/21/was-schau-ich-mir-nur-an-warum-es-bei-netflix-und-co-so-schwer-ist-sich-fr-einen-film-zu-entscheiden">Was schau ich mir nur an? - Warum es bei Netflix und Co. so schwer ist, sich für einen Film zu entscheiden</a></p><p><strong>Falls Sie sich beim Lesen des Beitrags gedacht haben, das ist alles schön und gut, aber ich hab eher ein Problem damit anzufangen, dann könnte Sie das hier interessieren: <br></strong><br><a href="https://www.psychophilie.com/blog/2018/7/20/der-zuverlssigste-weg-sich-zu-etwas-zu-motivieren-anfangen">Der zuverlässigste Weg, sich zu etwas zu motivieren? - Anfangen!</a><br><br><br><strong>Verweise</strong></p>
























  
    <p id="verweis1"><b>[1] </b>
Adam Alters Buch gibt es auch auf Deutsch:
<a href="https://www.amazon.de/Unwiderstehlich-Aufstieg-suchterzeugender-Technologien-Abh%C3%A4ngigkeit/dp/3827012945/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;keywords=unwiderstehlich&amp;qid=1552086799&amp;s=gateway&amp;sr=8-1"> <u>Unwiderstehlich: Der Aufstieg suchterzeugender Technologien und das Geschäft mit unserer Abhängigkeit </u></a></p>
  




  <p>Foto von&nbsp;<a href="https://unsplash.com/photos/ZaGcU6BxJEc?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Will Porada</a>&nbsp;auf&nbsp;<a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1552089206281-WHIKGE0OW43MHO5Y73GQ/image-asset.jpeg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="1000"><media:title type="plain">Probleme sich von Facebook, Netflix und Co. loszureißen? - Stoppsignale können helfen!</media:title></media:content></item><item><title>Warum wir gefährliche Situationen in Zeitlupe wahrnehmen - ein raffiniertes Experiment zeigt, wie der Zeitlupen-Effekt entsteht</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Tue, 19 Feb 2019 05:37:39 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2019/2/15/warum-wir-gefhrliche-situationen-in-zeitlupe-wahrnehmen-ein-raffiniertes-experiment-zeigt-wie-der-zeitlupen-effekt-entsteht</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5c672f7b104c7b61459ed0f1</guid><description><![CDATA[Kennen Sie das? Sie rutschen aus oder geraten mit dem Auto in eine 
brenzlige Situation und plötzlich dehnt sich der Moment ins Unendliche. Sie 
sehen das Unglück langsam auf sich zukommen und können alles ganz genau 
beobachten. Ein außergewöhnliches Experiment zeigt, was in solchen 
Situationen mit unserer Wahrnehmung passiert.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="">Mein Auto rast auf der Schnellstraße durch die Stadt. Es dämmert, bald wird es ganz dunkel sein. Da vorne kommt meine Ausfahrt. Ich werde langsamer, setze den Blinker und bremse ab, um rechts abzubiegen. Die Ausfahrt führt in einer Rechtskurve nach oben auf eine Brücke, mitten in der Kurve fängt mein Auto an, sich zu drehen - ganz plötzlich, ohne Vorwarnung. Auf einmal läuft alles in Zeitlupe. Ich umklammere das Lenkrad und kann nur beobachten, was passiert. Ich sehe, wo sich das Auto hinbewegt, und frage mich, wo es zum Stehen kommen wird. Wenn es sich weiterdreht, wird es den Abhang runterrutschen. Glücklicherweise schaffe ich es aber irgendwie, das Auto vorher zum Stehen zu bringen, und mit noch mehr Glück fährt gerade niemand hinter mir. Es ist nichts passiert, ich starte das Auto und fahre zitternd weiter.</p><p class="">Warum sich mein Auto damals plötzlich gedreht hat, weiß ich bis heute nicht. Ich erinnere mich aber noch genau daran, wie die Zeit plötzlich langsamer lief und ich alles ganz genau beobachten und mir seelenruhig überlegen konnte, ob ich denn nun den Abhang hinunterrutschen würde oder nicht.</p><p class="">Kennen Sie diese Zeitlupenmomente? Wenn in einer brenzligen Situation plötzlich die Zeit langsamer läuft? &nbsp;Man das Unglück langsam auf sich zukommen sieht und sich fragt, wie schlimm es wohl werden wird? </p><p class="">Das muss nicht immer ein riskantes Fahrmanöver sein, es reicht schon ein Sturz. Man stolpert oder rutscht auf der Treppe aus und der Moment des Fallens scheint sich ins Unendliche zu dehnen. Man kann nichts machen, aber dafür alles ganz genau beobachten. </p><p class="">Am regelmäßigsten tauchen solche Zeitlupen-Momente in Filmen und Serien auf. Ein Auto rast auf eine Klippe oder Polizeiabsperrung zu, der Film wechselt in Slow Motion und man weiß, gleich könnte etwas Schlimmes passieren. </p><p class=""><br>Warum ist das so? Warum nehmen wir in gefährlichen Situationen alles in Zeitlupe wahr? Ändert sich dann unsere Wahrnehmung? Schaltet das Gehirn plötzlich in den Zeitlupenmodus? Diese Fragen haben Chess Stetson, Matthew Fiesta und <a href="https://www.eagleman.com/">David Eagleman</a> in einem ziemlich raffinierten und außergewöhnlichen Experiment untersucht.<a href="#verweis1"><strong>¹</strong></a> Bevor ich erzähle, was die drei Neurowissenschaftler genau gemacht haben, will ich aber zuerst eine andere Frage klären, die zumindest mir vorher nicht ganz klar war:<br><br><br></p><h3>Wie funktioniert Zeitlupe im Gehirn? Wie muss sich unsere Wahrnehmung ändern, dass für uns plötzlich alles in Slow Motion abläuft?</h3><p class="">Man könnte ja meinen (ähem, also ich hab das die ganze Zeit gedacht), dass Slow Motion oder Zeitlupe bedeutet, dass eine Sequenz einfach nur langsamer abgespielt wird. Aber das stimmt nicht. Um eine Filmsequenz in Zeitlupe zu erstellen, werden mehr Bilder pro Sekunde aufgenommen als für normale Sequenzen. Man spricht hier auch von einer höheren zeitlichen Auflösung.<a href="#verweis2"><strong>²</strong></a> Zeitlupe-Aufnahmen wirken deshalb detaillierter und man kann Bewegungen genauer beobachten als bei normaler zeitlicher Auflösung. </p><p class="">Für unsere Wahrnehmung bedeutet das, dass unser Gehirn mehr visuelle Eindrücke pro Sekunde verarbeiten müsste als unter normalen Bedingungen, um solche Zeitlupen-Sequenzen zu produzieren. Die Frage ist nun, ob das wirklich passiert, wenn wir in einer brenzligen Situation sind, oder ob der Zeitlupen-Effekt auf andere Weise entsteht.<br><br><br></p><h3>Zeitlupen-Wahrnehmung bei Tieren</h3><p class="">Wahrnehmung in Zeitlupe ist bei Tieren gar nicht so ungewöhnlich. Vor allem kleinere Tiere, wie Hunde, Vögel und Insekten, nehmen die Welt in einer höheren zeitlichen Auflösung wahr. <a href="#verweis3"><strong>³</strong></a> In ihrem Gehirn werden pro Sekunde mehr Bilder verarbeitet als im menschlichen Gehirn. Das erklärt auch, warum es einer Fliege so leichtfällt, uns Menschen auszuweichen, und warum es uns Menschen so schwerfällt, eine Fliege zu fangen. Für eine Fliege bewegen wir uns in Zeitlupe, was ihr Zeit gibt, uns mühelos zu entkommen.<br><br><br></p><h3>Aber sind auch wir Menschen dazu fähig, die Welt in höherer zeitlicher Auflösung wahrzunehmen? Schaltet unser Gehirn in den Slow-Motion-Modus, wenn wir uns in Gefahr befinden? </h3><p class="">Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, mussten Stetson, Fiesta und Eagleman zwei Probleme überwinden: 1. Sie mussten irgendwie überprüfen, ob sich die Geschwindigkeit, in der visuelle Eindrücke aufgenommen und verarbeitet werden, in Gefahrensituationen ändert. 2. Sie mussten ihre Versuchspersonen in eine Situation bringen, die einerseits so gefährlich war, dass sie die Zeitlupen-Wahrnehmung auslöst, und andererseits ethisch vertretbar. </p><h3>1. Wie wissen wir, ob das Gehirn in den Slow-Motion-Modus schaltet?</h3><p class="">Wie wissen wir aber, ob sich die zeitliche Auflösung unserer Wahrnehmung erhöht? Wir können ja schlecht das Gehirn anzapfen um zu sehen, was eine Person wahrnimmt. </p><p class="">Stetson, Fiesta und Eagleman lösten dieses Problem, indem sie sich an dieses alte Kinderspielzeug erinnerten:</p>





















  
  














































  

    
  
    

      

      
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  <p class="">Wenn zwei Bilder in sehr kurzer Zeit aufeinanderfolgen (meist sind das weniger als 100 Millisekunden), werden sie von unserem Gehirn integriert und zu einem Bild zusammengesetzt. </p><p class="">Das Thaumatrop (von griechisch thauma = Wunder, und trope =Wendung), auch Wunderscheibe genannt, macht diese Bastelleistung des Gehirns erfahrbar. </p><p class="">Die Wunderscheibe ist eigentlich nur eine Scheibe aus Papier, an der rechts und links ein Stück Schnur befestigt ist. Auf ihrer Vorder- und Rückseite befinden sich zwei unterschiedliche Bilder, hier sind es ein Käfig und ein Vogel. Zwirbelt man die Schnur auf und lässt sie los, dreht sich die Scheibe so schnell, dass die Bilder, die man eigentlich nur abwechselnd sehen kann, zu einem Bild verschmelzen, und der Vogel plötzlich im Käfig sitzt. &nbsp;</p><p class="">Diesen Verschmelzungs-Effekt machten sich die Wissenschaftler zunutze. Sie baten ihre Versuchspersonen, auf ein Display zu schauen, auf dem in schneller Abfolge Zahlen zu sehen waren. Das Besondere dabei war, dass auf das Bild einer Zahl immer direkt dessen Negativ folgte. Bei langsamer Geschwindigkeit waren die Bilder und ihre Negative erkennbar und konnten unterschieden werden, wechselten sie aber schneller, verschmolzen Bild und Negativ und es war nur noch eine einfarbige Fläche zu sehen. Die Zahl war dann nicht mehr zu erkennen. <br></p>





















  
  














































  

    
  
    

      

      
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          <figcaption class="image-caption-wrapper">
            <p class="">(a) Wenn sich Bild und Negativ langsam abwechseln, können die Zahlen problemlos erkannt werden. (b) Wechseln sie schneller, verschmelzen Bild und Negativ zu einer einheitlichen Fläche und die Zahlen können nicht mehr erkannt werden.<br>Aus <a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0001295" target="_blank">“Does Time Really Slow Down during a Frightening Event?”</a> von Chess Stetson, Matthew P. Fiesta, David M. Eagleman lizenziert durch <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/" target="_blank">CC BY 4.0</a></p>
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  <p class="">Sollte das Erleben einer gefährlichen Situation tatsächlich zu einer höheren zeitlichen Auflösung in der Wahrnehmung führen, dann sollten in der gefährlichen Situation Zahlen erkennbar sein, die unter entspannten Bedingungen nicht erkennbar sind.</p><h3>2. Die nicht ganz so gefährliche gefährliche Situation </h3><p class="">Wie schafft man es nun, die Versuchspersonen in eine Situation zu versetzen, die so extrem ist, dass sie die Zeitlupen-Wahrnehmung hervorruft, aber gleichzeitig ungefährlich und ethisch vertretbar ist? Man kann die Teilnehmenden ja nicht einfach auf die Straße stellen und ein Auto auf sie zurasen lassen oder sie mit dem Bus über eine Klippe fahren lassen. Stetson und Kollegen mussten eine Möglichkeit finden, sicheren Nervenkitzel zu generieren. Und das war ihre Lösung: </p>





















  
  














































  

    
  
    

      

      
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  <p class="">Sie luden ihre Versuchspersonen in einen Freizeitpark ein und ließen sie dort von einer Plattform auf 46 m Höhe in ein Netz springen, das 31 m tiefer lag. <br></p><h3>Der Ablauf des Experiments </h3><p class="">Es gibt also ein Display mit Zahlen und einen Sprung in ein Netz. Wie ist das Experiment jetzt aber genau abgelaufen?</p><p class="">Zwanzig Versuchspersonen waren in den Freizeitpark gekommen, um im Namen der Wissenschaft von einer Plattform zu springen. Zuerst wurde ermittelt, mit welcher Geschwindigkeit die Versuchsperson unter normalen Bedingungen Bilder verarbeitete, und ab wann zwei aufeinanderfolgende Bilder für sie verschmolzen. Dazu bekam sie ein Armband mit einem Display ums Handgelenk und sollte die Zahlen ablesen, die darauf zu sehen waren. Nach und nach wurde die Geschwindigkeit erhöht, in der Zahl, Negativbild der Zahl und neue Zahl wechselten, bis die Versuchsperson die Zahlen nicht mehr erkennen konnte, weil alles zu einer einfarbigen Fläche verschmolz. </p><p class="">Anschließend wurde die Wechselrate der Bilder so eingestellt, dass sie gerade über der Wahrnehmungsgrenze der Versuchsperson lag. Mit dem Display am Handgelenk wurde die Versuchsperson auf einer Plattform 14 Stockwerke nach oben gefahren. Oben angekommen, ließ sie sich von der Plattform fallen und landete nach 2,5 Sekunden im freien Fall sicher in einem Netz. </p>





















  
  














































  

    
  
    

      

      
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                <img data-stretch="false" data-image="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1550272640501-ESMNNKPOYJFYVZDG75MN/Chronometer+und+Plattform.jpg" data-image-dimensions="1993x1122" data-image-focal-point="0.5,0.5" alt="" data-load="false" elementtiming="system-image-block" src="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1550272640501-ESMNNKPOYJFYVZDG75MN/Chronometer+und+Plattform.jpg?format=1000w" width="1993" height="1122" sizes="(max-width: 640px) 100vw, (max-width: 767px) 100vw, 100vw" onload="this.classList.add(&quot;loaded&quot;)" srcset="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1550272640501-ESMNNKPOYJFYVZDG75MN/Chronometer+und+Plattform.jpg?format=100w 100w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1550272640501-ESMNNKPOYJFYVZDG75MN/Chronometer+und+Plattform.jpg?format=300w 300w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1550272640501-ESMNNKPOYJFYVZDG75MN/Chronometer+und+Plattform.jpg?format=500w 500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1550272640501-ESMNNKPOYJFYVZDG75MN/Chronometer+und+Plattform.jpg?format=750w 750w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1550272640501-ESMNNKPOYJFYVZDG75MN/Chronometer+und+Plattform.jpg?format=1000w 1000w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1550272640501-ESMNNKPOYJFYVZDG75MN/Chronometer+und+Plattform.jpg?format=1500w 1500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1550272640501-ESMNNKPOYJFYVZDG75MN/Chronometer+und+Plattform.jpg?format=2500w 2500w" loading="lazy" decoding="async" data-loader="sqs">

            
          
        
          
        

        
          
          <figcaption class="image-caption-wrapper">
            <p class="">(c) Das Display am Handgelenk, auf dem die Zahlen angezeigt wurden. (d) Die Plattform, von der die Versuchspersonen in ein 31 m tiefer gelegenes Netz gesprungen sind.</p><p class="">Aus <a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0001295" target="_blank">“Does Time Really Slow Down during a Frightening Event?”</a> von Chess Stetson, Matthew P. Fiesta, David M. Eagleman lizenziert durch <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/" target="_blank">CC BY 4.0</a></p>
          </figcaption>
        
      
        </figure>
      

    
  


  





  <p class="">Während sie fiel, sollte die Versuchsperson auf das Display an ihrem Arm schauen und versuchen, die Zahlen zu lesen. Wenn das Gehirn die Bilder während des Sprungs tatsächlich in höherer zeitlicher Auflösung verarbeitet, dann sollte sie während des Fallens Zahlen erkennen können, die vorher unlesbar waren. </p><p class="">Unten angekommen sollte die Versuchsperson dann berichten, welche Zahlen auf dem Display zu sehen waren. Außerdem sollte sie mit Hilfe einer Stoppuhr einschätzen, wie lange der Sprung von der Plattform gedauert hat.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><h3><br>Das Ergebnis</h3><p class="">Und? Das Ergebnis ist vielleicht etwas enttäuschend, zumindest wenn man sich Superhelden-Fähigkeiten wünscht: Die Teilnehmenden konnten die Zahlen im freien Fall nicht besser lesen als unter entspannten Bedingungen. </p><p class="">Und nein, das lag nicht daran, dass sie während des freien Falls die Augen schlossen oder sich nicht auf das Display konzentrierten. Das wurde von den Versuchsleitern kontrolliert. <a href="#verweis4"><strong>4</strong></a> Der freie Fall von der Plattform führte einfach nicht dazu, dass sie die schnell wechselnden Bilder von ihrem Negativ unterscheiden konnten. Die Ergebnisse des Experiments deuten darauf hin, dass wir die Welt nicht in höherer zeitlicher Auflösung wahrnehmen, wenn wir uns in einer bedrohlichen Situation befinden. Der Zeitlupen-Effekt muss also auf andere Weise entstehen.</p><p class="">Auch wenn das Erleben der Extremsituation nicht die Wahrnehmungsgeschwindigkeit änderte, so hatte es doch einen starken Einfluss auf die Zeitwahrnehmung: Die Versuchspersonen schätzten die Dauer ihres eigenen Sprungs im Schnitt als um ein Drittel (36%) länger ein, als die Dauer des Sprungs einer anderen Person, den sie beobachtet hatten.</p><p class="">Das heißt, die Versuchspersonen nahmen während des Sprungs nicht wirklich alles in Zeitlupe und höherer Auflösung wahr, stattdessen kam ihnen der Sprung nur im Nachhinein länger vor, als er tatsächlich gedauert hat. <br></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><h3>Wie kommt es dann, dass wir gefährliche Situationen in Zeitlupe wahrnehmen?</h3><p class="">Stetson, Fiesta und Eagleman vermuten, dass die Antwort auf diese Frage nicht in der Geschwindigkeit liegt, in der wir optische Reize verarbeiten, sondern in unserem Gedächtnis. Zeitwahrnehmung und Gedächtnis sind eng miteinander verwoben. Ob wir einen Zeitraum im Nachhinein als kurz oder lang wahrnehmen, hängt von unseren Erinnerungen ab. So kommen uns Wochen, für die unsere Erinnerungen voller Details und Eindrücke sind, im Rückblick länger vor als Wochen, in denen nichts Besonderes passiert ist. <a href="#verweis5"><strong>5</strong></a></p><p class="">Wenn wir uns in einer brenzligen Situation befinden, wird die <a href="https://www.dasgehirn.info/grundlagen/anatomie/die-amygdala">Amygdala</a> aktiviert. Die Amygdala sitzt im Temporallappen des Gehirns und ist Teil des limbischen Systems, das für die Entstehung und Verarbeitung von Emotionen verantwortlich ist. Empfinden wir Angst, dann ist die Amygdala schuld. Sie verknüpft unsere Eindrücke mit Emotionen und bestimmt auch, welche Eindrücke abgespeichert werden und wo sie abgespeichert werden. <a href="#verweis6"><strong>6 </strong></a>Droht Gefahr, übernimmt die Amygdala die Kontrolle über die Ressourcen im restlichen Gehirn und richtet sie ganz auf die gegenwärtige Situation aus. Als würde sie dem Rest des Gehirns sagen: Achtung! Ganz genau aufpassen! </p><p class="">Wenn die Amygdala beteiligt ist, nehmen wir also alles sehr intensiv wahr und speichern es auch entsprechend detailreich in unserem Gedächtnis ab. Rufen wir diese Erinnerungen anschließend ab, kommen uns relativ kurze Zeiträume, wie der Sprung von einer Plattform, aufgrund der hohen Dichte an Details und Emotionen viel länger vor. </p><p class="">Wir bekommen also keine Superfähigkeiten, wenn wir uns in einer bedrohlichen Situation befinden, und können nicht plötzlich alles in höherer zeitlicher Auflösung wahrnehmen. Auch wenn sich die Zeitlupe sehr echt anfühlt, so ist sie doch eine Illusion, die nachträglich in unserer Erinnerung entsteht. So erklären sich zumindest Stetson, Fiesta und Eagleman die verzerrte Zeitwahrnehmung ihrer Versuchspersonen und den Zeitlupeneffekt.<br></p><p class=""><strong>Weitere Beiträge zum Thema Zeitwahrnehmung:</strong><br><a href="https://www.psychophilie.com/blog/2018/12/10/wer-hat-an-der-uhr-gedreht-warum-die-zeit-im-advent-zu-rennen-scheint">Wer hat an der Uhr gedreht? - Warum die Zeit im Advent zu rennen scheint</a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class=""></p><p class=""><strong>Verweise</strong></p>





















  
  




  
    <p id="verweis1"><b>[1] </b>
Stetson, C., Fiesta, M.P., Eagleman, D. M. (2007). Does time really slow down during a frightening event? <i>PLoS ONE 2,<i>(12): e1295. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0001295
<a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0001295"> <u>https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0001295</u></a></p>
  


  
    <p id="verweis2"><b>[2] </b>
<a>Wenn die Bilder aber mit höherer Geschwindigkeit gemacht werden, wieso sind dann alle Bewegungen verlangsamt, wenn sie abgespielt werden?<br> (Noch eine Frage, die ich mir gestellt habe).
Bewegungen, die in höherer zeitlicher Auflösung aufgenommen werden, wirken nur deshalb  langsamer, weil mehr Bilder für den gleichen Zeitabschnitt vorhanden sind als in normaler Auflösung. Beim Wiedergeben der Bilder dauert es natürlich länger, dieses Mehr an Bildern abzuspielen und dadurch wirken die aufgezeichneten Bewegungen langsamer, aber dafür auch wesentlich detaillierter.
 </a></p> 
  


  
    <p id="verweis3"><b>[3] </b>
<a href="https://www.scientificamerican.com/article/small-animals-live-in-a-slow-motion-world/"> <u>https://www.scientificamerican.com/article/small-animals-live-in-a-slow-motion-world/</u></a></p> 
  


  
    <p id="verweis4"><b>[4] </b>
<a> Oben auf der Plattform stand immer jemand, der die Versuchsperson beobachtete und sicherstellte, dass sie auch wirklich auf das Display schaute. Eine Versuchsperson musste von der Analyse ausgeschlossen werden, weil sie die Augen während des Sprungs geschlossen hatte. 
</a></p> 
  


  
    <p id="verweis5"><b>[5] </b>
<a href="https://www.psychophilie.com/blog/2018/12/10/wer-hat-an-der-uhr-gedreht-warum-die-zeit-im-advent-zu-rennen-scheint"> <u>https://www.psychophilie.com/blog/2018/12/10/wer-hat-an-der-uhr-gedreht-warum-die-zeit-im-advent-zu-rennen-scheint</u></a></p> 
  


  
    <p id="verweis6"><b>[6] </b>
<a href="https://www.thoughtco.com/amygdala-anatomy-373211"> <u>https://www.thoughtco.com/amygdala-anatomy-373211</u></a></p> 
  




  <p class="">Beitragsbild von <a href="https://unsplash.com/photos/3KYviZ-qG7M?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Darius Bashar</a>&nbsp;auf&nbsp;<a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p><p class=""><br><br></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1554786657907-AJR753GV2IU6WVD4VLSN/Foto+Slow+Motion2.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="1964"><media:title type="plain">Warum wir gefährliche Situationen in Zeitlupe wahrnehmen - ein raffiniertes Experiment zeigt, wie der Zeitlupen-Effekt entsteht</media:title></media:content></item><item><title>Was schau ich mir nur an?  - Warum es bei Netflix und Co. so schwer ist, sich für einen Film zu entscheiden </title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Tue, 22 Jan 2019 18:26:06 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2019/1/21/was-schau-ich-mir-nur-an-warum-es-bei-netflix-und-co-so-schwer-ist-sich-fr-einen-film-zu-entscheiden</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5c46a194b8a0457376180ce6</guid><description><![CDATA[Endlich mal wieder Zeit für einen Filmabend! Aber was schau ich mir nur an? 
Ich schmeiße Netflix an und fühle ich mich, als wäre ich nachts im Kaufhaus 
eingeschlossen worden: so viel Auswahl und ich kann alles haben!

Diese Euphorie hält leider nur kurz an. Irgendwie ist alles ein bisschen 
daneben und trifft nicht das, was ich mir jetzt gerne anschauen würde. Wie 
kann es bei den 5 599 Titeln, die Netflix im Angebot hat , so schwer sein, 
etwas zu finden?]]></description><content:encoded><![CDATA[<p>Ah, endlich mal wieder ein freier Abend! Das Kind schläft, der Mann ist auf Dienstreise, die wichtigsten Sachen sind erledigt und im Gefrierfach ist noch Eis: Die perfekten Bedingungen für einen Filmabend! Fehlt nur noch der richtige Film.</p><h3>Aber was für einen Film schau ich mir an?</h3><p>Ich schmeiße Netflix an und fühle ich mich, als wäre ich nachts im Kaufhaus eingeschlossen worden: so viel Auswahl und ich kann alles haben!</p><p>Diese Euphorie hält ungefähr so lange an, bis ich mir die einzelnen Filme genauer anschaue und die Kurzbeschreibungen lese: “Mann allein in New York”, och nö, ich will lieber was mit einer Frau in der Hauptrolle. “Frau auf der Suche nach dem perfekten Mann” - hm, auch nicht, die Filme kenne ich alle schon. “Frau sucht als Wrestlerin ihr Glück” auch nicht, zu ausgefallen und außerdem interessiere ich mich nicht für Wrestling… Irgendwie ist alles ein bisschen daneben und trifft nicht das, was ich mir jetzt gerne anschauen würde. Nicht schlecht - aber doch nicht das Richtige. Mit jedem neuen Fast-treffer sinkt meine Laune. Da muss es doch noch etwas besseres geben! </p><p>Netflix versucht mir zu helfen, indem es mir Vorschläge macht. Angeblich entsprechen “The Great British Baking Show” und “Instant Hotel”, ein Wettbewerb, bei dem Australier ihr Zuhause in ein Hotel verwandeln, zu 98% meinen Vorlieben.</p><p>Denkt Netflix wirklich das würde mir gefallen? Ich muss dringend mal ein paar intellektuelle Dokus und Horrorfilme laufen lassen, damit die Vorschläge nicht mehr so peinlich sind! Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass mir diese Empfehlungen jemals geholfen haben, meistens haben sie mich eher schockiert! </p><p>Aber ich müsste doch auch ohne Hilfe einen Film finden! Wie kann es bei den 5 599 Titeln, die Netflix aktuell in den USA im Angebot hat <a href="#verweis1"><strong>¹</strong></a>, so schwer sein, etwas zu finden? </p><h3><br>Liegt es an mir oder haben andere auch das Problem? </h3><p>Ich tue, was ich meistens tue, wenn ich ein Problem habe: ich frage meine Freunde und das Internet! Als ich meinen Freunden von meinem gescheiterten Filmabend erzähle, verstehen sie sofort, was ich meine. Im Internet stoße ich tatsächlich auf einige Einträge, in denen sich Leute beschweren, dass sie auf Netflix und Co. einfach nichts Vernünftiges finden. Einige Seiten bieten auch Tipps, die helfen sollen, schneller beim richtigen Film zu landen. Es gibt sogar einen <a href="https://www.watson.ch/leben/quiz/879849622-finde-jetzt-heraus-welche-serie-du-gucken-sollst-sonst-loeschen-wir-dein-netflix">Test</a>, der mir helfen soll, meine nächste Lieblingsserie zu finden, und die <a href="https://www.sueddeutsche.de/news/wissen/technik-app-tinsel-empfiehlt-filme-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-180801-99-381924">App Tinsel</a>, eine Art Tinder für Filme, verspricht den richtigen Film für mich zu finden.</p><p>Das Netflix-Problem scheint also häufiger aufzutreten. </p><h2>Wo aber liegen die Ursachen?</h2><p>An einer geringen oder schlechten Auswahl kann es nicht liegen. Die Auswahl bei Netflix ist wesentlich größer als bei Kino und Fernsehen und zudem ist alles ständig verfügbar. </p><p>An der Qualität des Angebots kann es auch nicht liegen. Da sich das Angebot aus den gleichen Inhalten zusammensetzt, die auch im Kino und im Fernsehen laufen, kann die Qualität zumindest nicht schlechter sein als dort. Das Problem liegt also nicht an Netflix und seinem Angebot, sondern eher beim Nutzer. Es muss also psychologische Ursachen haben.</p><h3><br>Zu viel Auswahl</h3><p>In seinem Buch “<a href="https://www.amazon.de/Paradox-Choice-Why-More-Less/dp/149151423X">The paradox of choice</a>” beschreibt der Psychologieprofessor Barry Schwartz eine ähnliche Situation, wie ich sie bei meinem missglückten Filmabend erlebt habe: Er war in einer neuen Videothek (das Buch stammt von 2004), die wesentlich besser ausgestattet war als die, zu der er sonst ging. Mit so viel Auswahl war es auf einmal eine ganz andere Erfahrung, einen Film auszusuchen. Obwohl das Angebot an Filmen riesig war und keine Wünsche offen ließ, war die Entscheidung plötzlich wesentlich schwerer. Er fühlte sich unter Druck gesetzt: wenn er einen schlechten Film auswählte, konnte er es nicht mehr auf die mangelnde Auswahl schieben, sondern die Verantwortung lag ganz allein bei ihm.</p><p>In einer britischen Befragung zur Mediennutzung berichten einige der Befragten ein ähnliches Problem bei der Nutzung von Medienangeboten wie Netflix und Co.: die Auswahl sei einfach zu groß und überfordernd und sie hätten Schwierigkeiten, etwas zu finden, das sie &nbsp;anspricht. <a href="#verweis2"><strong>²</strong></a></p><p>Eine große Auswahl ist also nicht immer gut. In “the paradox of choice” zeigt Schwartz auf, wie uns die Explosion an Wahlmöglichkeiten in allen Bereichen unseres Lebens überfordert und welche negativen Folgen sie mit sich bringen kann. Er beschreibt die psychologischen Nebenwirkungen, die mit einer großen Auswahl einhergehen, und erklärt, warum sie es uns so schwer machen, eine zufriedenstellende Entscheidung zu treffen. </p><p>Die große Auswahl ist wohl auch die Hauptursache für mein Netflix-Problem. Zwei der negativen Konsequenzen einer großen Auswahl, die Schwartz beschreibt, treffen dabei besonders gut auf das Netflix-Problem zu und machen nachvollziehbar, warum wir die Suche nach einem geeigneten Film trotz riesigem Angebot manchmal frustriert abbrechen: </p><h3>1. Die riesige Auswahl führt zu überhöhten Erwartungen</h3><p>Allein die Tatsache, dass es so viele Filme gibt, aus denen man wählen kann, verändert die Erwartungen, die man an den gewählten Film hat: Im Fernsehen liefen früher höchstens 3 Filme im Abendprogramm und mittlerweile sind es auch nicht mehr als 10. Einen dieser Filme hat man dann eingeschaltet und sich auf etwas Unterhaltung gefreut. Wenn aber 5 599 Filme verfügbar sind, sehen die Erwartungen plötzlich ganz anders aus: Bei so viel Auswahl muss doch der Richtige für mich dabei sein! <a href="#verweis3"><strong>³</strong></a><strong> </strong>&nbsp;Diese hohen Erwartungen erschweren aber die Suche nach einem Film: Den richtigen Film unter Tausenden zu finden, ist um einiges schwerer als von zehn einfach einen zu nehmen, der etwas Unterhaltung bietet. </p><h3> 2. Man kann nicht alles haben - Opportunitätskosten</h3><p>Die Auswahl beeinflusst nicht nur unsere Erwartungen, sondern auch wie wir die einzelnen Optionen bewerten. Psychologisch gesehen macht es einen Unterschied, ob wir uns zwischen 10 oder 10 000 Filmen entscheiden müssen. Jede Option, die wir betrachten, bringt bestimmte Vor- und Nachteile mit sich. Entscheidet man sich gegen eine Option, muss man auch auf ihre Vorteile verzichten. Diese verpassten Vorteile nennt man Opportunitätskosten. </p><p>Je mehr Alternativen wir uns anschauen, desto mehr verlorene Vorteile gibt es. Die Opportunitätskosten summieren sich und verringern die Attraktivität des bisherigen Favoriten. Man kann sich das auch so vorstellen, dass man bei jeder Alternative etwas entdeckt, was man auch gerne hätte, das die bisherige Lieblingsoption aber nicht hat. Mit jeder weiteren betrachteten Option wird der Favorit abgewertet, weil bewusst wird, was er eben nicht bieten kann. </p><p>Oft genug ist am Ende keine der verbleibenden Optionen attraktiv genug, dass man sich tatsächlich für sie entscheiden will. Nachdem man sich durch zig Kurzbeschreibungen gelesen hat, bleibt man mit einer Auswahl an Filmen zurück, die alle irgendwie nicht so überzeugend sind.</p><p>Kein Wunder, dass die Auswahl eines Films auf Netflix Probleme bereiten kann! Die hohen Erwartungen auf der einen Seite und die Opportunitätskosten auf der anderen Seite, die es noch schwerer machen, diese Erwartungen zu erfüllen, machen die Suche nach dem passenden Film zu einem schwierigen Unterfangen!</p><p>Dummerweise können wir uns noch nicht mal beschweren, wenn wir nichts finden, das uns überzeugt: Es gibt so viel Auswahl und alles ist immer verfügbar, da liegt die Verantwortung, etwas Vernünftiges zu finden, allein bei uns!</p><h3>Das gute alte Fernsehen</h3><p>Da macht es einem das Fernsehen doch wesentlich leichter: Man schaltet ein und schaut &nbsp;einfach mal, was so läuft, ohne besondere Erwartungen. Oft bleibt man schnell und relativ mühelos irgendwo hängen. </p><p>Während ich bei Netflix äußerst wählerisch bin und die Kurzbeschreibungen der einzelnen Titel sehr kritisch betrachte, scheint es mir beim Fernsehen fast egal zu sein, was ich anschaue. Eine Zusammenfassung meines letzten Fernsehabends in Kurzbeschreibungen würde sich ungefähr so lesen: &nbsp;“C-Promi lässt sich im Dschungel aussetzen und isst Känguru-Hoden”, “Bauer sucht Frau” und “Quiz mit viel zu spezifischen Fragen, bei dem die Kandidaten nur raten können.” Beim Fernsehen muss ich eben keine bewusste Entscheidung treffen. Ich muss nur einschalten und kann mich einfach im laufenden Programm treiben lassen. Das Ergebnis ist dann aber auch entsprechend wahllos und hinterher weiß ich oft nicht mehr genau, was ich mir angeschaut habe, und erst recht nicht, warum ich es mir angesehen habe.<br><br></p><h2>Was kann man tun?</h2><p>Dummerweise tritt das Netflix-Problem meistens dann auf, wenn man gerade überhaupt nicht motiviert ist, irgendwelche Entscheidungen zu treffen: Es ist Abend, man hat schon genug geleistet, schon 10 000 Entscheidungen getroffen und will sich jetzt einfach nur noch entspannen und sich nicht noch stundenlang durch die unendlich große Filmdatenbank wühlen. Was kann man also tun, um schnell zu einer Entscheidung zu kommen?</p><h3>1. Sich des Problems bewusst sein</h3><p>Vielleicht hat es schon geholfen, diesen Beitrag zu lesen! Wenn man im Hinterkopf hat, dass die große Auswahl nicht unbedingt bedeutet, dass man gleich den richtigen Film findet, und sich dessen bewusst ist, was jede weitere betrachtete Option mit dem bisherigen Favoriten anstellt (Opportunitätskosten), geht man anders an die Filmauswahl ran und hat allein dadurch schon realistischere Erwartungen.</p><h3>2. Einschränkungen festlegen</h3><p>Was die Entscheidung für einen Film so schwer macht, ist auch, dass es auf Netflix keine Einschränkungen gibt: Es gibt tausende Titel, die immer verfügbar sind. Also kann man sich die Entscheidung erleichtern, indem man selbst Einschränkungen festlegt, zum Beispiel indem man sich ein Zeitlimit setzt, wie lange man sucht, oder eine Grenze für die Anzahl an Titeln festlegt, die man sich genauer anschaut, bevor man sich entscheidet. Diese Regeln, auch wenn sie willkürlich sind, beschleunigen und erleichtern die Entscheidungsfindung und senken die Erwartungen. Man sucht nicht mehr den besten Titel aus 30 000, sondern nur den besten Titel unter 10, oder den besten, den man in 15 Minuten findet. Statt den perfekten Film zu erwarten, ist man nach dieser beschränkten, etwas zufälligen Auswahl auch eher bereit, sich von einem Film überraschen zu lassen.</p><h3>3. Es gar nicht so weit kommen lassen</h3><p>Und der letzte Tipp wäre, eine Liste mit Filmen, Serien und Dokus zu führen, die man sich anschauen will. Darauf kann man dann immer zurückgreifen, wenn man man mal wieder vor dem Netflix-Problem steht. Das einzige Problem an der Liste ist, dass man sie schon vorher angelegt haben muss, damit man auf sie zurückgreifen kann. Aber vielleicht kann hier das Internet helfen, es ist ja möglich, dass jemand anders schon so eine Liste angelegt hat, von der man sich inspirieren lassen kann.</p><p>Ich hoffe, diese Tipps helfen und falls Sie sich trotzdem mal wieder von Netflix und Co. überfordert fühlen, können Sie ja einfach aufs Fernsehen zurückgreifen, denn das überfordert selten. </p><p><br><strong>Weitere Beiträge zu Entscheidungen und Entscheidungsschwierigkeiten:</strong></p><p><a href="https://judith-braun.squarespace.com/blog/2017/12/27/entscheidungsmarathon-beim-geschenkekauf-von-zu-viel-auswahl-und-der-spirale-des-wahnsinns">Entscheidungsmarathon beim Geschenkekauf - Von Maximizern und Satisficern und der Spirale des Wahnsinns</a></p><p data-rte-preserve-empty="true"></p><p><strong>Verweise:</strong></p>
























  
    <p id="verweis1"><b>[1] </b>
<a href="https://www.comparitech.com/blog/vpn-privacy/netflix-statistics-facts-figures/"> <u>https://www.comparitech.com/blog/vpn-privacy/netflix-statistics-facts-figures/</u></a></p> 
  


  
    <p id="verweis2"><b>[2] </b>
<a href="https://www.ofcom.org.uk/__data/assets/pdf_file/0029/68816/km_report.pdf"> <u>https://www.ofcom.org.uk/__data/assets/pdf_file/0029/68816/km_report.pdf</u></a></p> 
  


  
    <p id="verweis3"><b>[3] </b> In drei Studien konnten Kristin Diehl und Cait Poynor diesen Anstieg an Erwartungen durch eine größere Auswahl nachweisen und zeigen, dass sie zu weniger Zufriedenheit mit und größerer Enttäuschung über die gewählte Option führt. Egal, ob die Studienteilnehmer ein Hintergrundbild für ihren Rechner,  eine Geburtstagskarte oder einen Camcorder für einen Kollegen auswählen sollten, eine größere Auswahl führte zu höheren Erwartungen, mehr enttäuschten Erwartungen und weniger Zufriedenheit mit dem gewählten Produkt. 
 <br> 
Diehl, K. & Poynor, C. (2010). Great expectations?! Assortment size, expectations, and satisfaction. <i>Journal of Marketing Research, 47</i>(2), 312-322.
</p> 
  




  <p>Foto von&nbsp;<a href="https://unsplash.com/photos/jtmwD4i4v1U?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Charles Deluvio 🇵🇭🇨🇦</a>&nbsp;auf&nbsp;<a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p><p><br><br></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1548181545492-KFZI0IQY9H46R1LCD7J1/Netflix.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="1989"><media:title type="plain">Was schau ich mir nur an?  - Warum es bei Netflix und Co. so schwer ist, sich für einen Film zu entscheiden</media:title></media:content></item><item><title>Danke zu sagen ist gar nicht so einfach - Warum wir manchmal undankbar wirken, obwohl wir es gar nicht sind</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Mon, 24 Dec 2018 06:25:15 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2018/12/23/danke-zu-sagen-ist-gar-nicht-so-einfach-warum-wir-manchmal-undankbar-wirken-obwohl-wir-es-gar-nicht-sind</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5c2074cfaa4a99cdd8d3d877</guid><description><![CDATA[An Weihnachten habe ich immer ein paar Geschenke, auf die ich besonders 
stolz bin. Wenn ich sie überreiche, werde ich aber manchmal enttäuscht. 
Statt der erwarteten überschwänglichen Freude höre ich nur ein nüchternes: 
“Das wäre doch nicht nötig gewesen!”  Gleichzeitig kann ich mich aber an 
Situationen erinnern, in denen ich es versäumt habe, mich richtig zu 
bedanken. Danke zu sagen, scheint wohl gar nicht so einfach zu sein.

Die Wissenschaftler Amit Kumar und Nicholas Epley haben zwei Hürden 
gefunden, die uns in die Quere kommen, wenn wir unsere Dankbarkeit zeigen 
wollen.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p>Morgen ist es endlich soweit! Der Weihnachtsbaum erstrahlt im schönsten Glanz. “Stille Nacht” und “Oh du fröhliche”, die weihnachtlichsten Weihnachtslieder dürfen endlich gespielt und gesungen werden. Jesus ist geboren, das Christkind kommt und ja, es ist Bescherung. Die Geschenke dürfen ausgepackt werden!</p><p>Die Erwartungen sind hoch! Nicht nur die Erwartungen darauf, was in den eigenen Geschenken drin sein wird, sondern auch darauf, wie die anderen wohl reagieren, wenn sie ihre Geschenke auspacken. Werden sie sich freuen? Was wird Opa wohl sagen? Gefallen ihm die selbstgestrickten Socken, die ich mit seinen Initialen bestickt habe?</p><p>Jedes Weihnachten habe ich ein paar Geschenke, bei denen ich besonders gespannt bin, wie sie ankommen werden. Und die Spannung ist gerechtfertigt, denn manchmal werde ich auch enttäuscht. Manchmal bekomme ich für das Geschenk, auf das ich so stolz war, das ich für die allerbeste Idee gehalten hatte, nur ein nüchternes: “Danke, das wäre doch nicht nötig gewesen!” &nbsp;So war es auch mit Opas Socken. Ich hatte mir eine feste Umarmung, überschwängliche Dankesbekundungen und bestenfalls ein paar Tränen der Rührung vorgestellt, aber stattdessen: “Das wäre doch nicht nötig gewesen!” Echt jetzt?</p><p data-rte-preserve-empty="true"></p><h3>Danke zu sagen ist gar nicht so einfach</h3><p>Nachdem ich mich von meiner ersten Enttäuschung erholt hatte und wieder bereit war für etwas Einsicht und Empathie, fielen mir Situationen ein, in denen mich jemand für undankbar hielt oder von meiner Reaktion auf ein Geschenk enttäuscht war. Und oft genug wollte ich meine Dankbarkeit nochmal richtig ausdrücken, habe es dann aber doch nicht getan. Richtig Danke zu sagen, scheint wohl tatsächlich nicht so einfach zu sein.</p><p>DIe beiden Wissenschaftler Amit Kumar und Nicholas Epley haben sich gefragt, wo die Hindernisse liegen, wenn es darum geht, Dankbarkeit zu zeigen und auszudrücken. Sie haben zwei Hürden gefunden, die uns dabei in die Quere kommen können<strong> </strong><a href="#verweis1"><strong>¹</strong></a><strong>  :</strong></p><p data-rte-preserve-empty="true"></p><h3>1. Hürde: Der Fluch des Wissens - “Die wissen, dass ich dankbar bin! Das ist doch offensichtlich! “</h3><p>Vielleicht ist Opas Dank nur deshalb so nüchtern ausgefallen, weil er dachte, ich wüsste auch so, wie dankbar er ist. </p><p>Weil unsere Dankbarkeit so offensichtlich für uns ist, gehen wir davon aus, dass sie für die andere Person auch offensichtlich ist. Dieses Phänomen wird in der Psychologie als Fluch des Wissens bezeichnet. Wenn wir etwas wissen, fällt es uns schwer, uns vorzustellen, dass andere Menschen das nicht wissen. Für uns ist es offensichtlich, dass wir uns freuen und dankbar sind, deshalb halten wir es nicht für notwendig unsere Freude noch einmal ausdrücklich zu äußern oder zu zeigen. Für unser Gegenüber ist unsere Freude und Dankbarkeit aber alles andere als offensichtlich, und er oder sie bekommt vielleicht gar nichts davon mit. </p><p data-rte-preserve-empty="true"></p><h3>“Das wäre doch nicht nötig gewesen!”</h3><p>Und wo wir schon dabei sind, “Das wäre doch nicht nötig gewesen!” ist auch so ein Auswuchs des Fluchs des Wissens. Wenn wir sagen, “Das wäre doch nicht nötig gewesen!”, meinen wir eigentlich “Es wäre doch nicht nötig gewesen, dass du mir was schenkst. Ich hab’s gerne gemacht und erwarte nichts dafür.” &nbsp;Wir wollen unsere Bescheidenheit ausdrücken und sagen, dass wir keine Gegenleistung erwartet hätten. Wirklich klar ist das aber nicht, denn “Das wäre doch nicht nötig gewesen” könnte genauso gut bedeuten: “Das war eigentlich unnötig! Du hast dir die Mühe umsonst gemacht!” &nbsp;Trotz aller Bescheidenheit, die hinter diesem Satz steht, wünschte ich, wir würden ihn einfach streichen. Ist es nicht viel schöner, zu hören: “Danke! Ich freu mich sehr darüber!” Probieren Sie’s mal! Weihnachten bietet schließlich genug Gelegenheiten.</p><p data-rte-preserve-empty="true"></p><h3>2. Hürde: “Ich weiß nicht, wie ich’s sagen soll!”</h3><p>Die zweite Hürde beim Danke sagen, ist die Sorge, nicht die richtigen Worte zu finden. Was soll ich überhaupt sagen?</p><p>Es fällt uns oft schwer, unsere Emotionen auszudrücken. Wir suchen nach den richtigen Worten, finden sie nicht, bleiben stecken oder verhaspeln uns. Das alles ist uns furchtbar &nbsp;unangenehm. Gleichzeitig nehmen wir an, dass es für den Empfänger unseres Dankesgestammels genauso unangenehm ist, uns zuzuhören. Bevor wir uns in so eine peinliche Situation bringen und nicht wissen, was wir sagen sollen, lassen wir es lieber ganz und behalten unsere Dankbarkeit für uns. &nbsp;&nbsp;</p><h3><br>Aber wie real sind diese Hürden oder existieren sie nur in unserem Kopf? Wie offensichtlich ist unsere Dankbarkeit wirklich? Und finden es die Empfänger unseres Dankes tatsächlich so schlimm, wenn wir unsere Dankbarkeit etwas unbeholfen ausdrücken?</h3><p>Diese beiden Gedanken: “Ach, die wissen doch, dass ich dankbar bin!” und “Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich blamier mich doch nur!” sind mir nur zu vertraut und sie haben mich schon oft genug davon abgehalten, meine Dankbarkeit auszudrücken. Ich bin allerdings noch nie auf die Idee gekommen, sie zu hinterfragen. Glücklicherweise haben Kumar und Epley genau das in einer Studienreihe gemacht.</p><p>In fünf Studien haben sie ihre Teilnehmer gebeten, Dankesbriefe an Menschen zu schreiben, die einen positiven Einfluss auf ihr Leben hatten. Anschließend sollten die Teilnehmer abschätzen, wie überrascht, glücklich und peinlich berührt die Empfänger des Briefs sein würden. Um zu überprüfen, wie zutreffend die Einschätzungen der Teilnehmer waren, haben Kumar und Epley anschließend die Empfänger der Dankesbriefe nach ihrer Reaktion gefragt. </p><p>Die Ergebnisse der Studien zeigten deutlich, dass die beiden Hürden, die uns davon abhalten unseren Dank auszudrücken nur in unseren Köpfen existieren und dass wir beim Danken ruhig &nbsp;direkter und weniger zögerlich sein können:  </p><ol data-rte-list="default"><li><p>Die Empfänger der Dankesbriefe ahnten vorher nicht, wie dankbar die Briefschreiber waren und wofür sie dankbar waren. Sie waren wesentlich überraschter, als es die Briefschreiber erwartet hatten. ⇒ Dankbarkeit ist also keineswegs offensichtlich! Wir sollten nicht davon ausgehen, dass unsere Mitmenschen wissen, dass wir ihnen dankbar sind und wofür wir dankbar sind.</p></li><li><p> Die Empfänger fanden die Briefe überhaupt nicht peinlich. Außerdem hielten sie die Briefschreiber für wesentlich kompetenter als diese sich selbst eingeschätzt hatten. Die Angst, dass der Versuch, seine Dankbarkeit auszudrücken, unbeholfen wirkt und dem Empfänger unangenehm sein könnte, scheint also unbegründet zu sein. </p></li><li><p>Und das wichtigste Ergebnis: Die Empfänger der Dankesbriefe freuten sich wesentlich mehr als die Schreiber es erwartet hatten. Es lohnt sich also, seine Dankbarkeit mitzuteilen!</p></li></ol><p>Wie Kumar und Epleys Studien zeigen, scheinen wir nicht besonders gut darin zu sein, vorherzusagen, wie unsere Mitmenschen unsere Dankbarkeit aufnehmen. Wir überschätzen die negativen Punkte und unterschätzen das Positive. Das sollten wir im Hinterkopf behalten, wenn wir mal wieder enttäuscht sind, weil wir nicht den Dank bekommen, den wir uns erhofft hatten.</p><p>Wenn Sie morgen Geschenke auspacken, überlegen Sie gar nicht erst, ob, wann und wie Sie Danke sagen sollen, tun Sie es einfach! Es ist nicht wichtig, ob Sie die richtigen Worte finden. Es ist tatsächlich die Geste, die in Erinnerung bleibt und glücklich macht.</p><p>Einen schönen 4. Advent und frohe Weihnachten!</p><p data-rte-preserve-empty="true"></p><p><strong>Verweise</strong></p>
























  
    <p id="verweis1"><b>[1] </b>
Kumar, A., & Epley, N. (2018). Undervaluing Gratitude: Expressers Misunderstand the Consequences of Showing Appreciation. <i>Psychological Science, 29</i>(9), 1423–1435. https://doi.org/10.1177/0956797618772506 
<a href="https://faculty.chicagobooth.edu/nicholas.epley/KumarEpleyGratitude.pdf"> <u>https://faculty.chicagobooth.edu/nicholas.epley/KumarEpleyGratitude.pdf</u></a></p> 
  




  <p>Foto von&nbsp;<a href="https://unsplash.com/photos/peWM0-z9fgk?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">许 婷婷</a>&nbsp;auf&nbsp;<a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1545632104950-UEXS6C1RKNIRZ6N4Z6AC/danke.jpg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="890"><media:title type="plain">Danke zu sagen ist gar nicht so einfach - Warum wir manchmal undankbar wirken, obwohl wir es gar nicht sind</media:title></media:content></item><item><title>Auch Warten kann schön sein - Ein Aufruf zur Vorfreude</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Mon, 17 Dec 2018 23:22:37 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2018/12/17/auch-warten-kann-schn-sein-ein-aufruf-zur-vorfreude</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5c1823f421c67ca3bc7ef4ee</guid><description><![CDATA[Wann haben Sie sich zum letzten Mal richtig auf Weihnachten gefreut? Heute? 
Gestern? Vor 20 Jahren? Der Advent ist eigentlich eine Zeit der Vorfreude, 
aber irgendwann auf dem Weg ins Erwachsenenalter scheint die Vorfreude 
verloren zu gehen. Statt erwartungsvoll Kerzen anzuzünden und Türchen 
aufzumachen, haken wir Punkte auf unserer To-do-Liste für Weihnachten ab. 
Es wird Zeit, die Vorfreude zurückzuholen!]]></description><content:encoded><![CDATA[<p>Wann haben Sie sich zum letzten Mal richtig auf Weihnachten gefreut? Heute? Gestern? Vor 20 Jahren? </p><p><br>Adventszeit ist Vorbereitungszeit, aber auch Vorfreude. Ursprünglich diente der Advent dazu, dass wir uns selbst auf Weihnachten vorbereiten. Heute geht es eher darum, alles andere für und auf Weihnachten vorzubereiten: die Geschenke, die Kinder, das Haus, die Vorratskammer, den Kühlschrank und sogar das E-Mail-Postfach. Es gibt so viel zu tun, dass meistens eher Stress statt Vorfreude aufkommt. </p><p>Egal, mit wem ich über Weihnachten rede, das Gespräch verläuft immer ähnlich: Ach, ich hab noch gar nicht alle Geschenke. Ich muss noch einen Weihnachtsbaum besorgen. Ich muss die Weihnachtskarten noch schreiben. Ich muss noch Plätzchen backen. Ich hab so viel zu tun, ich bin noch gar nicht in Weihnachtsstimmung … Weihnachten scheint eine einzige To-do-Liste zu sein, die es abzuarbeiten gilt. Kein Erwachsener, den ich gefragt habe, hat gesagt: Ach, ich freu mich auf Weihnachten! Ich kann es gar nicht erwarten!</p><p data-rte-preserve-empty="true"></p><h3>Wo bleibt die Vorfreude? </h3><p>Eigentlich steckt der ganze Advent voller Traditionen, die Vorfreude schüren. An jedem Sonntag dürfen wir eine neue Kerze am Adventskranz anzünden als Zeichen dafür, dass es wieder eine Woche weniger ist, bis das Christkind kommt. Der Besuch vom Nikolaus am 6. Dezember markiert den ersten Meilenstein auf dem Weg zum Weihnachtsfest. Und natürlich sorgt der Adventskalender mit seinen 24 Türchen für die tägliche Dosis Vorfreude. </p><p>Es ist also alles da für einen Advent voller Vorfreude, aber irgendwann auf dem Weg ins Erwachsenenalter scheint sie verloren zu gehen. Statt erwartungsvoll Kerzen anzuzünden und Türchen aufzumachen, haken wir Punkte auf unserer To-do-Liste ab, die einfach nicht kürzer werden will. Dummerweise wird sich das mit der To-do-Liste nicht mehr ändern, denn ein Fest vorzubereiten, ist nun mal auch immer irgendwie Arbeit. Die Vorfreude können wir uns aber &nbsp;trotzdem wieder zurückholen.<br></p><h3>Vorfreude macht das Leben schöner</h3><p>Wie wichtig Vorfreude ist, fällt erst richtig auf, wenn sie fehlt. Wenn wir nichts haben, auf das wir uns freuen können, ist alles irgendwie doof. Man schleppt sich durch den Tag und wartet, dass er vorübergeht. Gibt es dagegen etwas, auf das wir uns freuen, dann macht das auch alles andere besser: nervige Aufgaben gehen leichter von der Hand und unangenehme oder langweilige Angelegenheiten lassen sich besser durchstehen. Die Vorfreude dient als Ablenkung, beschert schöne Tagträume oder verleiht einen kleinen Motivationsschub. Sie verleiht dem Alltag einen Glanz, der alles ein bisschen besser und schöner macht. </p><p>Die positive Wirkung von Vorfreude und dass sie mit die schönste Freude ist, belegen auch viele psychologische Studien. Falls Sie also noch ein paar wissenschaftlich fundierte Überzeugungshilfen für mehr Vorfreude brauchen, finden Sie sie hier:</p><ul data-rte-list="default"><li><p>Die Aussicht auf zukünftige, schöne Ereignisse erfüllt uns mit mehr Freude und stärkeren positiven Emotionen als der Rückblick auf vergangene, schöne Erinnerungen. <a href="#verweis1"><strong>¹</strong></a><strong> </strong>Also besser nicht nur in Erinnerungen schwelgen, sondern auch ein paar schöne Erfahrungen für die Zukunft planen.</p></li><li><p>Vorfreude wirkt wie eine Art Puffer gegen Stress und hilft, besser mit Stress umzugehen. Eine Studie von Samuel Monfort und Kollegen zeigte, dass Personen, die sich auf etwas so banales wie lustige Comics freuten, Stress besser verarbeiteten und nach einem stressigen Ereignis bessere Laune hatten und weniger negative Emotionen erlebten als Personen, die keinen Grund zur Vorfreude hatten.  <a href="#verweis2">²</a> Und das war nur die Freude auf einen Comic! Wie wirkt dann erst die Vorfreude auf einen schönen Abend oder einen Urlaub? </p></li><li><p>Für mehr Vorfreude sollten wir Erlebnisse planen statt Anschaffungen: Warten wir auf Erlebnisse, zum Beispiel einen Kinoabend oder ein Konzert, freuen wir uns mehr und sind aufgeregter, als wenn wir darauf warten, endlich unser neues Smartphone oder das neue Auto zu bekommen. Warten wir auf etwas Materielles, empfinden wir weniger Vorfreude und Aufregung, sondern eher Ungeduld. Das zeigt sich auch im Warte-Verhalten: Leute, die in der Schlange stehen, um etwas Materielles zu kaufen, benehmen sich schlechter, als Leute, die anstehen, um Tickets für eine Veranstaltung zu kaufen, oder bei einem Konzert oder einer Sportveranstaltung auf Einlass warten. <a href="#verweis3"><strong>³</strong></a> Das erklärt wahrscheinlich auch, warum es an Black Friday und an Wühltischen regelmäßig Schlägereien gibt. </p><p data-rte-preserve-empty="true"></p></li></ul><h3>Aber wenn ich die ganze Zeit in erwartungsvoller Freude von Weihnachten träume, riskiere ich dann nicht, enttäuscht zu werden?</h3><p>Was ist, wenn es statt Weihnachtsfrieden Streit gibt unterm Tannenbaum, wenn sich Paulchen nicht über sein Geschenk freut und es Tränen und Geschrei statt Freudentänzen gibt oder wenn plötzlich alle krank sind und sich gegenseitig anstecken (mein persönlicher Albtraum)? Macht die ganze aufgebaute Vorfreude dann nicht alles noch schlimmer?</p><p>Ist die Enttäuschung wirklich größer, wenn Sie es sich erlauben, sich auf etwas zu freuen? Nicht wirklich! Keine Vorfreude aufkommen zu lassen, schützt nicht vor Enttäuschung. Wenn Sie sich dagegen der Vorfreude hingegeben haben, dann konnten Sie immerhin die Adventszeit genießen. Auch wenn Sie keine Kontrolle darüber haben, wie Weihnachten letztendlich werden wird, so haben Sie immerhin die Kontrolle über Ihre Vorfreude! </p><h3><br>Auf was freuen Sie sich diese Weihnachten?</h3><p>Sie wissen es nicht? Dann nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um es herauszufinden.</p><p>Ich musste selbst erst nachdenken, um etwas zu finden, auf das ich mich richtig freuen kann. Um ehrlich zu sein, hatte ich es bisher vermieden, zu sehr über die Weihnachtsfeiertage nachzudenken, weil es die Dinge, auf die ich mich immer am meisten gefreut habe, dieses Jahr nicht geben wird. Es ist unser erstes Weihnachten, das wir nur zu dritt, ganz ohne weitere Familie, hier in Kalifornien verbringen. Dann habe ich aber beschlossen, mich darauf zu freuen, wenn es einige meiner Weihnachtshighlights wieder in meinem Leben geben wird. Für dieses Jahr freue ich mich aber darauf, den Weihnachtsabend mit Freunden zu verbringen, bekocht zu werden und zu erleben, wie unser erstes amerikanisch-deutsches Weihnachtsfest wird. &nbsp;</p><p>Auch wenn Weihnachten eine sehr emotionale und nicht immer einfache Zeit ist, bin ich mir sicher, Ihnen fällt etwas ein, auf das Sie sich freuen können - selbst wenn es noch so klein und unbedeutend erscheint. Erinnern Sie sich an die Studie, in der sich die Teilnehmer einfach nur auf Comics freuten? Es muss nichts Großes sein, auf das man sich freut. Der kleinste Anlass zur Vorfreude reicht, um die Stimmung zu heben und negative Gefühle zu lindern.</p><p data-rte-preserve-empty="true"></p><p>Haben Sie etwas gefunden, auf das Sie sich freuen?</p><p>Dann los, wagen Sie ein bisschen Vorfreude! Es lohnt sich! Es ist zwar nur noch eine Woche bis Weihnachten, aber in einer Woche kann man sich noch ordentlich vorfreuen!</p><p data-rte-preserve-empty="true"></p><p>Eine schöne dritte Adventswoche!</p><p><br></p><p><strong>Verweise</strong></p>
























  
    <p id="verweis1"><b>[1] </b>
<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17500652"> <u>"https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17500652"</u></a></p> 
  


  
    <p id="verweis2"><b>[2] </b>
<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022103114002066?via%3Dihub"> <u>"https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022103114002066?via%3Dihub"</u></a></p> 
  


  
    <p id="verweis3"><b>[3] </b>
<a href="http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.865.3824&amp;rep=rep1&amp;type=pdf"> <u>"http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.865.3824&rep=rep1&type=pdf"</u></a></p> 
  




  <p>Foto von&nbsp;<a href="https://unsplash.com/photos/slcz-t85Z9k?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Michael Nunes</a>&nbsp;auf&nbsp;<a href="https://unsplash.com/search/photos/christmas?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1545088660197-Y6DVU90AEFJI88YXTSOR/image-asset.jpeg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1500" height="1000"><media:title type="plain">Auch Warten kann schön sein - Ein Aufruf zur Vorfreude</media:title></media:content></item><item><title>Wer hat an der Uhr gedreht? - Warum die Zeit im Advent zu rennen scheint</title><category>Psychoparty</category><dc:creator>Judith Braun</dc:creator><pubDate>Mon, 10 Dec 2018 19:38:07 +0000</pubDate><link>https://www.psychophilie.com/blog/2018/12/10/wer-hat-an-der-uhr-gedreht-warum-die-zeit-im-advent-zu-rennen-scheint</link><guid isPermaLink="false">58aa39bff7e0ab89f5387599:58aa3b29ebbd1ab59c75cf9e:5c0eb27f8a922d71cdf4d4e5</guid><description><![CDATA[Und schon ist der zweite Advent! Wie sind wir denn hierher gekommen? 
Gestern war doch erst der dritte Oktober und wenn ich nochmal kurz blinzle 
dann ist schon 2019. Die Zeit scheint immer schneller zu vergehen.

Das war doch nicht immer so! Es gab mal eine Zeit, da kam mir der Advent 
vor wie eine Ewigkeit und nicht wie ein Beschleunigungsstreifen. Was ist 
also passiert?]]></description><content:encoded><![CDATA[<p>Und schon ist der zweite Advent! Wie sind wir denn hierher gekommen? Gestern war doch erst der dritte Oktober. Dann ist ja in zwei Wochen schon Weihnachten und wenn ich nochmal kurz blinzle ist schon 2019 und dann Ostern. Die Zeit scheint schneller und schneller zu vergehen und rast an mir vorbei.</p><p>Das war doch nicht immer so! Es gab mal eine Zeit, da kam mir der Advent vor wie eine Ewigkeit und nicht wie ein Beschleunigungsstreifen. Was ist also passiert?</p><h3>Zeitlupe</h3><p>Wie wär’s mit einem kleinen Experiment zum Einstieg?</p><p>Suchen Sie sich eine Uhr mit Sekundenanzeige und schauen Sie für 15 Sekunden darauf. </p>


































































  

    
  
    

      

      
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  <p data-rte-preserve-empty="true"></p><p>Fertig?</p><p><br>Fünfzehn Sekunden können ganz schön lang sein! Schaut man dem Sekundenzeiger bei seiner Arbeit zu, bewegt er sich ziemlich langsam, und je genauer man ihn anschaut, umso langsamer scheint er zu werden.</p><p><br>Es geht also doch! Ich kann die Zeit langsamer machen!</p><p><br>Wenn es so einfach ist, die Zeit zu verlangsamen, warum machen wir das dann nicht öfter? </p><p>Eine Minute kann sich so zwar anfühlen wie eine Ewigkeit, das hilft aber leider nicht mit dem Problem, dass die Tage an uns vorbeifliegen und wir uns am Ende der Woche fragen, wo sie hin ist. &nbsp;</p><p>Direkt wahrzunehmen, wie die Zeit vergeht, und sich zu erinnern, wie man sie verbracht hat, sind nämlich zwei unterschiedliche Dinge. Es gibt zwei Ebenen der Zeitwahrnehmung: die Wahrnehmung direkt im Moment und die Wahrnehmung vergangener Zeit im Rückblick.</p><p><br><br></p><h3>Wahrnehmung im Moment</h3><p>Wir achten meistens besonders dann darauf, wie schnell oder langsam die Zeit vergeht, wenn wir Angst haben, zu spät zu kommen, uns langweilen oder ungeduldig sind und wollen, dass etwas möglichst schnell vorbeigeht. Manchmal achten wir aber auch auf die Zeit, wenn wir gerade etwas besonders Schönes erleben und nicht wollen, dass es vorbeigeht. </p><p>Insgesamt bedeutet es aber nichts Gutes, wenn wir die Uhr zu sehr im Blick haben. Wenn die Zeit dagegen wie im Flug vergeht, interpretieren wir das oft so, dass wir so viel Spaß hatten, dass wir gar nicht auf sie geachtet haben.<a href="#verweis1"><strong>¹</strong></a> </p><p><br><br></p><h3>Warten auf Weihnachten? &nbsp;Das war mal!</h3><p>Kinder achten im Advent viel stärker darauf, wie die Zeit vergeht, weil sie sich Weihnachten voller Ungeduld herbeisehnen. Die 24 Tage bis Heiligabend kommen ihnen wie eine Ewigkeit vor. </p><p>Für uns Erwachsene, die wir im Advent neben dem üblichen Alltagskram noch mit Weihnachtsvorbereitungen und Glühwein trinken beschäftigt sind, bleibt dagegen oft gar keine Zeit für ungeduldige Vorfreude. Die Tage bis Weihnachten sind meist so vollgepackt, dass wir kaum mitbekommen, wie die Zeit vergeht. Wir befinden uns mit unseren Gedanken meist in der Zukunft und planen, was wir alles noch erledigen müssen und wie wir es erledigen. Manchmal sind wir aber auch in der Vergangenheit und ärgern uns, weil wir gestern nicht alles erledigt haben. In der Gegenwart sind wir jedenfalls kaum, was auch ein Grund dafür ist, dass die Zeit unbemerkt an uns vorüberzieht.</p><p>Eigentlich wollen wir aber gar nicht, dass die Zeit langsam vergeht. Zumindest wollen wir nicht das Gefühl haben, dass etwas lange dauert. Was wir eigentlich wollen, ist das Gefühl, genug Zeit zu haben und auf eine erlebnisreiche Zeit zurückzublicken, die uns zeigt, dass wir unsere Zeit gut genutzt haben. Und hier kommt die retrospektive Zeitwahrnehmung ins Spiel.</p><p><br><br></p><h3>Zeit im Rückblick</h3><p>In der retrospektiven Zeitwahrnehmung schätzen wir die Dauer von Ereignissen und das Verhältnis zwischen Zeit und Erlebtem im Nachhinein ein. Unser Gedächtnis geht dabei nicht nach Zeiträumen sondern nach Ereignissen. Neuen und besonderen Erlebnissen räumt es viel Platz ein, während es Zeiträume, in denen nichts Neues oder Spannendes passiert, vernachlässigt.</p><p>Nicht jede Woche nimmt also gleich viel Platz in unserem Gedächtnis ein. An manche Wochen haben wir sehr viele Erinnerungen und können sie fast vollständig rekonstruieren, während andere Wochen und sogar Jahre völlig aus unserem Gedächtnis verschwunden sind. </p><p>Beim Erinnern kommen uns die Zeiträume mit vielen Erinnerungen viel länger vor als die ohne. Diese verzerrte Zeitwahrnehmung erklärt auch, warum wir den Eindruck haben, dass die &nbsp;Advents- und Weihnachtszeit unserer Kindheit ewig dauerte, während sie im Erwachsenenalter immer kürzer zu werden scheint.</p><p>Die Advents- und Weihnachtszeit in der Kindheit steckt voller besonderer und erster Erlebnisse: das erste Mal den Nikolaus treffen, der erste Adventskalender, das Puppenhaus unterm Weihnachtsbaum… Wir haben so viele Erinnerungen an diese frühen Adventswochen, dass sie uns heute besonders lang vorkommen. Wenn ich dagegen versuche, mich an die Weihnachtszeit zwischen meinem 20. und 30. Geburtstag zu erinnern, fällt mir fast nichts ein! Weihnachten muss in dieser Zeit Jahr für Jahr gleich gewesen sein.</p><p><br><br></p><h3>The same procedure as every year</h3><p>Der Advent bleibt trotzdem eine besondere Zeit im Jahr, die wir eigentlich gut erinnern müssten. Allerdings legen wir in dieser Zeit auch viel Wert auf Traditionen. Alles muss so gemacht werden wie immer und jeder Dezember hat so ziemlich das gleiche Programm: Kerze anzünden, Türchen öffnen, Heiligabend zu Oma, am 25. zu den Schwiegereltern und am 26. zu den Eltern. Jedes Jahr das Gleiche und wenig Chancen für neue Erinnerungen. Also erinnern wir uns an nichts und fragen uns, wo die Zeit hin ist.</p><p><br><br></p><h3>Was hilft? Auswandern!</h3><p>Ich hasse das Gefühl, wenn meine Lieblingszeit im Jahr an mir vorbeirauscht, ohne dass ich etwas davon mitnehme. Noch frustrierender ist, dass ich nichts dagegen tun kann. </p><p>Das dachte ich zumindest und hatte schon ein bisschen resigniert, da war das Problem auf einmal verschwunden!</p><p>Seit vier Jahren ist es weg. Natürlich wünsche ich mir immer noch mehr Zeit im Advent, aber das hilflose Gefühl, dass er einfach so an mir vorüberzieht, ohne dass ich ihn richtig erleben kann, ist weg. </p><p>Was vor vier Jahren passiert ist? Wir haben ein Kind bekommen und sind nach Kalifornien gezogen. Seither ist nichts mehr so, wie es vorher war! Traditionen und “so wie es immer war”, gibt es nicht mehr. Das bedeutet aber auch, dass es viele erste Male gibt und damit viele neue Erinnerungen. </p><p>Keine Sorge, Sie müssen nicht auswandern oder Ihre Familienkonstellation ändern, wenn Sie mehr von Weihnachten und Advent haben wollen. Es gibt schließlich auch andere Wege, Neues zu erleben und Traditionen aufzubrechen. Sie können es auch zur Tradition machen, jeden Advent, etwas Neues zu erleben! In meiner Familie gibt es beispielsweise die Tradition, jedes Jahr auf einen Weihnachtsmarkt in einer anderen Stadt zu fahren. </p><p><br><br></p><h3>Immer schön ehrfürchtig sein!</h3><p>Neben neuen Erlebnissen hilft auch das Empfinden von Ehrfurcht gegen Zeitrasen. Erleben wir Ehrfurcht, berührt uns etwas und ruft Bewunderung hervor, weil es so viel größer, schöner, komplexer, klüger, liebevoller, geschickter etc. ist als wir selbst und das, was wir kennen und können. Das Empfinden von Ehrfurcht holt unsere Gedanken aus der Zukunft oder der Vergangenheit ins Hier und Jetzt und verankert sie im Moment.</p><p>Personen, die Ehrfurcht erleben, haben das Gefühl, genug Zeit zu haben, sind geduldiger und sogar eher bereit, ihre Zeit zu opfern, um anderen zu helfen. Das ist zumindest das Ergebnis einer Reihe von Studien. <a href="#verweis2"><strong>²</strong></a></p><p>Ehrfurcht ist allerdings kein Gefühl, dem man oft im Alltag begegnet. Muss ich dazu jetzt extra zum Grand Canyon fahren oder den Papst besuchen? </p><p>Nein, Ehrfurcht ist zwar eine große und überwältigende Emotion, sie lässt sich aber leichter erlebbar machen, als man denkt. Die Natur, Musik oder auch ein Film oder Buch können uns ehrfürchtig werden lassen.<a href="#verweis3"><strong>³</strong></a> Außerdem passt Ehrfurcht gut in die Advents- und Weihnachtszeit, weil auch religiöse Erfahrungen Ehrfurcht hervorrufen. Überlegen Sie mal, was Sie ehrfürchtig werden lässt.</p><p><br><br></p><h3>Wer hat also an der Uhr gedreht?</h3><p>Wir waren es wohl selbst! Das Gute daran ist, dass wir damit auch selbst dafür sorgen können, dass sich die Zeiger der Uhr etwas langsamer drehen und zwar sowohl direkt im Moment als auch in der Erinnerung. Damit Sie nicht vergessen, wie das geht, hier nochmal die drei Tipps in Kurzform:</p><ol data-rte-list="default"><li><p>Versuchen Sie mehr im Hier und Jetzt zu leben, damit Sie die Gegenwart auch mitbekommen. Achten Sie einfach mal darauf, wie oft sich Ihre Gedanken in der Zukunft oder der Vergangenheit befinden.</p></li><li><p>Überlegen Sie sich, wann und wie Sie Ehrfurcht erleben. Vor Weihnachten finden sich bestimmt noch ein paar Gelegenheiten, zum Beispiel bei einem Adventskonzert oder einem Kino-Abend.</p></li><li><p>Brechen Sie Ihre Advents- und Weihnachtsroutine auf und schaffen Sie neue Erlebnisse, damit Ihr Gedächtnis etwas hat, das es behalten kann und das Album Ihrer Weihnachts-Erinnerungen ein paar neue Seiten bekommt und für 2018 nicht nur ein Satz dazukommt: Genauso wie letztes Jahr.</p><p><br><br></p></li></ol><p>Eine schöne zweite Adventswoche!</p><p><br><br></p><p><strong>Verweise</strong><br><br><br></p>
























  
    <p id="verweis1"><b>[1] </b>
<a href="https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0956797609354832"> <u>"https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0956797609354832"</u></a><br><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0001691810001319"> <u>Die Zeit vergeht übrigens auch schneller, wenn man gerade Musik hört.</u></a> Dabei ist es sogar egal, ob es sich um traurige oder fröhliche Musik handelt.</p> 
  


  
    <p id="verweis2"><b>[2] </b>
<a href="https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0956797612438731?journalCode=pssa"> <u>"https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0956797612438731?journalCode=pssa"</u></a></p> 
  


  
    <p id="verweis3"><b>[3] </b>Es geht sogar noch einfacher: in den Ehrfurchts-Studien reichten ein Werbeclip, das Wiedererleben einer Erinnerung und eine kurze Geschichte, um Ehrfurcht zu wecken.
</p> 
  




  <p>Beitragsfoto von&nbsp;<a href="https://unsplash.com/photos/6CeUzqVWnwk?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Fredrik Öhlander</a>&nbsp;auf&nbsp;<a href="https://unsplash.com/search/photos/clock?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p><p>Santa-Foto von&nbsp;<a href="https://unsplash.com/photos/osaL6NAp_hw?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Anderson W Rangel</a>&nbsp;auf&nbsp;<a href="https://unsplash.com/search/photos/santa-clock?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>]]></content:encoded><media:content type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/58aa39bff7e0ab89f5387599/1544470181541-XSD6NZLA8O6THQDJWMEZ/image-asset.jpeg?format=1500w" medium="image" isDefault="true" width="1428" height="1586"><media:title type="plain">Wer hat an der Uhr gedreht? - Warum die Zeit im Advent zu rennen scheint</media:title></media:content></item></channel></rss>