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	<title>Radio Afrika TV</title>
	
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	<description>Das Afrika Programm für Radio und TV</description>
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		<title>Fussball WM 2010 – Wer glänzt aus Afrika?</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 15:58:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Fussball WM]]></category>
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		<description><![CDATA[Sechs Mannschaften werden Afrika in diesem Jahr bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ vertreten: Algerien, die Elfenbeinküste, Nigeria, Ghana, Kamerun und Gastgeber Südafrika.
Der Elfenbeinküste wird von allen afrikanischen Nationen am ehesten ein erfolgreiches Abschneiden zugetraut. Das ist angesichts der zahlreichen Weltklassespieler auch kaum eine Überraschung. Nach ihrem verfrühten Ausscheiden bei der WM in Deutschland  wollen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sechs Mannschaften werden Afrika in diesem Jahr bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ vertreten: Algerien, die Elfenbeinküste, Nigeria, Ghana, Kamerun und Gastgeber Südafrika.</p>
<p>Der Elfenbeinküste wird von allen afrikanischen Nationen am ehesten ein erfolgreiches Abschneiden zugetraut. Das ist angesichts der zahlreichen Weltklassespieler auch kaum eine Überraschung. Nach ihrem verfrühten Ausscheiden bei der WM in Deutschland  wollen Drogba und Co. unbedingt Wiedergutmachung leisten. Aber wird dies auch gelingen? Yaya Touré gab sich im Exklusiv-Interview mit FIFA.com optimistisch: &#8220;Ich möchte eigentlich nicht sagen, dass wir den Weltmeistertitel holen werden, doch natürlich ist es unser Ziel, dieses Turnier zu gewinnen.&#8221;</p>
<p>Das Team aus Algerien betritt nach  24 langen Jahren wieder die WM-Bühne. Seit ihrer WM-Teilnahme in Mexiko 1986 durchlebten die Wüstenfüchse eine lange Durststrecke. In Südafrika 2010 nimmt Algerien zum dritten Mal an einem WM-Turnier teil. Allerdings kamen die Wüstenfüchse bei ihren beiden ersten WM-Teilnahmen nicht über die Vorrunde hinaus. Wird sich das in diesem Jahr ändern?</p>
<p>Nigeria gilt als ein gefährlicher Geheimfavorit, der gegen die Besten der Welt nicht viel zu verlieren hat. Auch wenn die Super Eagles bei den letzten Teilnahmen eher unglücklich agierten und die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ gleich ganz verpassten.</p>
<p>Die Mannschaft aus Ghana war in Deutschland die einzige afrikanische Mannschaft, die die Gruppenphase überstand. Im Oktober 2009 holte Ghana dann durch einen Sieg gegen Brasilien im Elfmeterschießen als erste afrikanische Nation den Titel bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft. Wie weit werden die Black Stars im Sommer kommen?</p>
<p>Mit Kamerun wird in Südafrika die bisher erfolgreichste Nation Afrikas an den Start gehen: Mit fünf Teilnahmen an WM-Endrunden hält Kamerun die kontinentale Bestmarke. Und keine andere afrikanische Mannschaft hat bisher Kameruns historischen Durchmarsch bis ins Viertelfinale der WM 1990 in Italien übertreffen können.</p>
<p>Für Gastgeber Südafrika ist es nach 1998 und 2002 die dritte Teilnahme an einer WM-Endrunde. Und gibt es eine größere Motivation als eine WM im eigenen Land?</p>
<p>Quelle:<a href="http://de.fifa.com/worldcup/news/newsid=1181425.html" target="_blank"> fifa.com</a></p>
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		<title>HipHop statt Spannungen – Burundis Jugend</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 13:56:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Burundi, Ruanda oder der Demokratischen Republik Kongo ist die Hälfte der Einwohner unter 15 Jahre alt. Sie haben als Kinder Krieg und ethnische Spannungen erfahren. Wie leben die jungen Menschen dort heute?
In einem kargen schwülen Hinterhof fahren Jugendliche einen Laptop hoch. Thierry, Frank und Frederik stehen sich gegenüber und legen los. Auf die Bässe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Burundi, Ruanda oder der Demokratischen Republik Kongo ist die Hälfte der Einwohner unter 15 Jahre alt. Sie haben als Kinder Krieg und ethnische Spannungen erfahren. Wie leben die jungen Menschen dort heute?</p>
<p>In einem kargen schwülen Hinterhof fahren Jugendliche einen Laptop hoch. Thierry, Frank und Frederik stehen sich gegenüber und legen los. Auf die Bässe des HipHop rappen die drei über Schulprobleme oder Armut in ihrem Land. Thierry &#8211; groß, hager, schwarzes T-Shirt und Jogginghose &#8211; hat zehn Jahre in Deutschland gelebt. Sein Vater war dort Botschafter. Heute wohnt die Familie des 19-jährigen in einem der reichen Viertel von Burundis Hauptstadt Bujumbura. Wie Thierry besuchen auch Frank und Frederik die französische Privatschule. In ihrer Freizeit rappen sie zusammen. Aber bei aller Leidenschaft für den Sprechgesang ist für Thierry klar: “Ich will ein Rapper sein, der auch studiert hat. Dazu würde ich gern nach Deutschland gehen, weil ich da noch Familie habe und Freunde. Dann möchte ich wieder zurückkommen und hier arbeiten, weil sie mich hier mehr brauchen als in Deutschland.“</p>
<p><strong>Krieg und ethnischer Konflikt</strong><br />
Während des Krieges in Burundi in den 1990er Jahren wurden die drei von ihren Eltern in Sicherheit gebracht: Frederik mit seiner Schwester nach Kamerun zu Verwandten, Thierry blieb mit seiner Familie erst einmal in Deutschland, Frank in Frankreich. Aber auch als sie nach Burundi zurückkehrten, bekamen sie die Spannungen noch mit, erinnert sich Frank. “Als wir hierher gekommen sind, gab es nachts oft Schießereien, Übergriffe, eine Ausgangssperre. Es war etwas bizarr, als Kind in so einer Umgebung aufzuwachsen, aber nach und nach hat sich alles geregelt &#8211; mehr oder weniger &#8211; man kommt damit klar.“</p>
<p>Ob Hutu oder Tutsi, so sagen sie, spiele keine Rolle mehr &#8211; in ihrer Klasse oder in der Rap-Szene. Thierry hat mal einen Freund gefragt, was er sei. “Aber er hat mir gesagt, ich will&#8217;s nicht wissen, ist mir ganz egal. Aber wir wissen, was wir sind. Doch wir haben verstanden, dass wir alle gleich sind.“ Das Problem junger Leute hier sei heute eher der Unterschied zwischen arm und reich, sagen die drei aus der Oberschicht.</p>
<p><strong>Bildung statt großer Wohnung</strong><br />
In einem anderen Hinterhof ein paar Kilometer weiter zählt die 27-jährige Darine, mit wie vielen Bewohnern des Mehrfamilien-Hauses sie Dusche und Toilette teilt. Sie kommt auf 40. Darine, attraktiv, geglättete Haare, kurz geschnittener Bob, hat für sich, ihre drei jüngeren Schwestern und ihre 6-jährige Tochter zwei winzige Zimmer: ein großes Bett, ein paar ordentlich aufgereihte Stühle. Immerhin gibt es fließend Wasser und Strom. Mehr ist nicht wichtig für Darine. Sie hat ein festes Einkommen durch eine Stelle bei einer internationalen Organisation und investiert fast alles in Bildung. Darines Eltern helfen so gut sie können. Sie schicken Lebensmittel vom Land und von den Feldern, wo sie wohnen. Dort hat Darine als Kind den Krieg miterlebt. “Mein Vater hatte nicht die gleiche ethnische Gruppe wie meine Mutter. Die Ethnie meiner Mutter wollte, dass sie uns Kinder verlässt. Es gab Leute, die versucht haben, meine Mutter umzubringen, und andere, die uns Kinder töten wollten. Wir hatten also wirklich ein Problem. Wir wussten nicht, wem wir uns zuordnen sollten.“</p>
<p>Trotz der Kriegswirren und mehrmaliger Flucht schaffte die ehrgeizige Darine die Schule. Nebenbei lernte sie Englisch. Das eröffnete ihr später den Zugang zu den internationalen Arbeitgebern im Land. Ihre Tochter konnte sie auf einer Privatschule unterbringen, deren Schulgeld nicht zu hoch ist. Ganz entgegen der burundischen Tradition will Darine keine weiteren Kinder. “Im Moment nicht. Denn ich will meinem Kind alle Rechte geben, die einem Kind  zustehen. Ich hätte nicht die Mittel, für mehr Kinder Verantwortung zu übernehmen.“</p>
<p><strong>Fußball und große Familie</strong><br />
Im Stadtteil Cibitoke, am Ende von Bujumbura, stehen Lehmhütten neben der Staubstraße. Der 17-jährige Vutoyi lebt mit seinen sechs Geschwistern auf einer kleinen Parzelle. Vater und Mutter sind schon lange tot. Vutoyi und sein älterer Bruder haben deren Rolle für ihre Brüder und die kleinere Schwester übernommen. Außerdem hat Vutoyi schon ein eigenes Baby. In dem dunklen und feuchten Haus gibt es weder Strom noch fließend Wasser. An der Wand hängt übergroß ein Poster mit dem Team des FC Barcelona. “Barcelona, Manchester, Chelsea, Liverpool“, zählt Vutoyi seine Lieblingsmannschaften auf. Er sieht die Spiele auf einem öffentlichen Fernseher ein paar Kilometer weiter.</p>
<p>1998 ist er nach Burundi zurückgekehrt. Davor, während des Krieges, war er in den benachbarten Kongo geflohen. Als er zurückkam, lebte er sechs Jahre lang auf der Straße. Zusammen mit anderen Kindern bettelte er bei Passanten oder in Restaurants um Essen. “Im Moment kann ich nicht sagen, dass es meiner Familie gut geht, denn wir leben schon fast so, wie zuvor auf der Straße“, meint Vutoyi. “Etwas zu essen zu finden, ist wirklich schwierig. Aber mit meinen Brüdern organisieren wir uns. Wir tun alles, damit wir nicht mehr auf die Straße zurück müssen.“ Dass er die Verantwortung für so viele übernehmen musste, stört ihn nicht. Im Gegenteil: Wenn er seine Freundin erst einmal geheiratet hat, will er selber noch viel mehr eigene Kinder.</p>
<p>Autorin: Christiane Kaess, Burundi</p>
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		<title>Bittere Schokolade in der Elfenbeinküste</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 13:07:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach sechs verschobenen Wahlterminen sollten die Bürger in der Elfenbeinküste eigentlich Ende Februar an die Urne gehen. Aber auch dieser Termin verfiel. Stattdessen kommt es immer wieder zu blutigen Unruhen im Land.
Wahlkampf in der Elfenbeinküste: &#8220;Die da oben&#8221;, wie man die Politiker hier in Abidjan nennt, sie sind schon wieder auf Tour – und versprechen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach sechs verschobenen Wahlterminen sollten die Bürger in der Elfenbeinküste eigentlich Ende Februar an die Urne gehen. Aber auch dieser Termin verfiel. Stattdessen kommt es immer wieder zu blutigen Unruhen im Land.</p>
<p>Wahlkampf in der Elfenbeinküste: &#8220;Die da oben&#8221;, wie man die Politiker hier in Abidjan nennt, sie sind schon wieder auf Tour – und versprechen, dass diesmal alles besser wird, mit den nächsten Wahlen. Doch die sind seit 2005 bereits zum sechsten Mal verschoben worden. Patrick N&#8217;Gouan vom Netzwerk der Zivilgesellschaft in Abidjan zuckt nur noch mit den Schultern: &#8220;Von insgesamt 50 Jahren Unabhängigkeit hatten wir 20 gute Jahre, aber danach 30 schlechte&#8221;, sagt er. &#8220;Die großen Löcher von heute können wir mit dem bisschen Wachstum gar nicht stopfen. Die Politiker glauben, sie können die Menschen noch eine Weile hinhalten, aber das wird nicht mehr lange gutgehen.&#8221;</p>
<p><strong>Misswirtschaft und Korruption</strong><br />
Die Côte d&#8217;Ivoire, der einstige Wirtschaftsmotor Westafrikas, zahlt einen hohen Preis für jahrzehntelange Misswirtschaft und Korruption. Für die Abhgängigkeit von der schwächelnden Kakaobranche. Und natürlich auch für den Bürgerkrieg, der das Land vor acht Jahren geteilt hat. Heute, drei Jahre nach dem Friedensabkommen, kontrolliert Präsident Laurent Gbagbo noch immer den christlichen Süden, im muslimischen Norden herrschen die Forces Nouvelles, die ehemaligen Rebellen. Von echter Wiedervereinigung keine Spur. Auch wenn der frühere Rebellenführer Guillaume Soro mittlerweile Premierminister ist, und auch wenn Laurent Gbagbo der Präsident aller Ivorer sein will. &#8220;Ich bin der Kandidat der Côte d&#8217;Ivoire!&#8221;, sagt Gbagbo. &#8220;Wir haben schwere Zeiten hinter uns. Die kommenden Wahlen werden dieser langen Krise ein Ende machen!&#8221;</p>
<p><strong>Präsident ohne Legitimation</strong><br />
Doch die Wahlen kommen nicht. Der Präsident regiert seit zehn Jahren ohne Bestätigung durch das Volk. Seine Kritiker sagen, er wolle gar keine Wahlen und vergifte aus Angst vor einer möglichen Niederlage das politische Klima – vor allem mit der so genannten Ivoirité. Diese rassistische Machtideologie hat die Elfenbeinküste tief gespalten. Schon damals war sie ein wesentlicher Grund für den Bürgerkrieg. Plötzlich gab es einen Unterschied zwischen so genannten echten Ivorern und anderen Ethnien, die kein Wahlrecht mehr haben sollten. Hunderttausende Immigranten aus Burkina Faso, Mali, Niger und anderen Ländern wurden über Nacht zu Bürgern zweiter Klasse. Ihr Hoffnungsträger Alassane Ouattara, selbst Moslem aus dem Norden, wurde im Jahr 2000 gar nicht erst als Kandidat zur Präsidentschaftswahl zugelassen – weil er nicht als Ivorer galt. &#8220;Das Gesetz zur Nationalität ist eindeutig – Ivorer ist, wer ivorische Eltern hat. Punkt. Das ist bei mir der Fall, nur haben die Behörden mir damals alle möglichen Steine in den Weg gelegt&#8221;, sagt Ouattara. Wir müssen endlich über diese Kategorisierung von Menschen hinwegkommen, denn die hat in diesem Land großen Schaden angerichtet.</p>
<p><strong>Flucht in den Fußball</strong><br />
Zwar gibt es mittlerweile eine neue Übergangsregierung und Alassane Ouattara darf endlich kandidieren – nur ist der Wahltermin noch immer nicht sicher. So lange bleibt Gbagbo an der Macht, alles bleibt beim Alten. Die Menschen wenden sich ab von einem schmutzigen politischen Schauspiel und trösten sich mit Fußball, mit der Nationalelf der Côte d&#8217;Ivoire, die bei der WM in Südafrika antreten wird. Und Kajeem, einer der großen Reggae-Musiker des Landes ärgert sich, dass die Wahlen längst zum Selbstzweck verkommen sind. Wann auch immer sie stattfinden. &#8220;Wahlen hin oder her &#8211;  wann wird es endlich Arbeit für die jungen Leute geben? Wir haben schließlich Millionen Arbeitslose! Es tun immer alle so, als hätten wir hier nach den Wahlen das Paradies auf Erden&#8221;, sagt Kajeem. &#8220;Aber sollen wir denn jubeln, wenn wir die Wahl zwischen Pest und Cholera haben? Wahlen in der Elfenbeinküste sind doch nur so etwas wie ein Knochen, den man dem Volk hinwirft, um es zu beschäftigen, während man die Staatskassen leer räumt.&#8221;</p>
<p>Autor: Alexander Göbel, Westafrika</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5355144,00.html" target="_blank">dw-world.de</a></p>
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		<title>Wirtschaftswunder, made in Africa</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 12:58:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftswunder]]></category>

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		<description><![CDATA[Weniger Armut, dafür mehr Wohlstand für alle. Eine neue Studie entwirft ein völlig neues Bild des einstigen Sorgenkontinents
Für eine schlechte Nachricht ist Afrika immer gut. Anfang Januar war es wieder so weit, als Bilder vom Anschlag auf die Fußball-Nationalmannschaft Togos um die Welt gingen. In dieser Woche schockierten Berichte über 500 Christen in Nigeria, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weniger Armut, dafür mehr Wohlstand für alle. Eine neue Studie entwirft ein völlig neues Bild des einstigen Sorgenkontinents</p>
<p>Für eine schlechte Nachricht ist Afrika immer gut. Anfang Januar war es wieder so weit, als Bilder vom Anschlag auf die Fußball-Nationalmannschaft Togos um die Welt gingen. In dieser Woche schockierten Berichte über 500 Christen in Nigeria, die von muslimischen Nomaden gemeuchelt wurden. Wirtschaftsnachrichten künden, wenn sie nicht als Schauergeschichten über Blutdiamanten daherkommen, von Ödnis und Stagnation. Es gebe &#8220;wenig Fortschritt&#8221; bei der Armutsbekämpfung, befinden die Vereinten Nationen lapidar. Gewalt, Korruption, bittere Armut &#8211; alles wie immer auf dem Sorgenkontinent?</p>
<p>Keineswegs. Es ist sogar an der Zeit, ein neues Afrikabild zu zeichnen. Auf dem Kontinent vollzieht sich ein kaum beachteter, aber doch rasanter wirtschaftlicher Aufholprozess. Und von dem profitieren, entgegen landläufiger Überzeugung, nicht nur korrupte Herrscher-Eliten. Afrikas Aufschwung hat die Armut deutlich reduziert und den Wohlstand breiter Schichten nachweisbar vermehrt. Das ist das spektakuläre Ergebnis einer gerade veröffentlichten Studie des renommierten Wachstumstheoretikers Xavier Sala-i-Martin von der New Yorker Columbia University.</p>
<p>Der spanische Wirtschaftsprofessor zeigt zusammen mit seinem Co-Autoren Maxim Pinkovkiy in der Untersuchung, dass sich in den besonders armen Ländern südlich der Sahara Mitte der 90er-Jahre eine dramatische Trendwende vollzogen hat. Nach Jahrzehnten der Stagnation wächst die Wirtschaft im Durchschnitt der 48 untersuchten Länder seither wieder kontinuierlich. So stieg das erwirtschaftete Pro-Kopf-Einkommen zwischen 1995 und 2006 beachtlich &#8211; in heutigen Preisen gerechnet &#8211; von knapp 2000 US-Dollar auf mehr als 2400 Dollar.</p>
<p>Zugleich sank die Zahl der sehr Armen deutlich. Einer gängigen Definition der Weltbank zufolge lag 1985 die Schwelle für &#8220;extreme Armut&#8221; bei einem Einkommen von einem Dollar pro Tag &#8211; oder 365 Dollar pro Jahr. Auf heutige Preise übertragen entspricht dies einem Jahreseinkommen von 700 Dollar. 1995 lagen 43 Prozent der Menschen in Subsahara-Afrika unter dieser Schwelle. Seitdem ist der Anteil stetig gesunken, auf zuletzt 32 Prozent im Jahr 2006 &#8211; ein Rückgang um ein Viertel binnen nur eines Jahrzehnts.</p>
<p>Die Armen haben also partizipiert an dem höheren Wirtschaftswachstum. Und das sogar überproportional, wie ein Blick auf einschlägige statistische Maßstäbe für die Ungleichverteilung von Einkommen zeigt. So war zum Beispiel der sogenannte Gini-Koeffizient in den untersuchten Ländern in den 80er-Jahren deutlich gestiegen. 2006 dagegen war der Wert so niedrig wie zuletzt vor 30 Jahren.</p>
<p>&#8220;Die Armut in Afrika sinkt viel schneller, als alle glauben&#8221;, sagte Sala-i-Martin der &#8220;Welt am Sonntag&#8221;. Erfreulich ist vor allem auch: Die positive Entwicklung ist &#8220;bemerkenswert allgemein&#8221;, wie der Ökonom feststellt. Will heißen: Die Armut geht nicht etwa nur in Staaten zurück, die zum Beispiel von ihrer günstigen geografischen Lage profitieren oder, wie Nigeria oder Angola, von ihrem Ölreichtum. Sondern auch in Staaten, die kaum Rohstoffe und keine eigene Küste besitzen, die schlechte Bedingungen für die Landwirtschaft haben oder besonders schwer unter ihrem kolonialen Erbe leiden.</p>
<p>Der Grund für diese Entwicklung, glaubt Sala-i-Martin, ist vor allem politischer Natur: Demokratisierung, geringere Inflationsraten, niedrigere Budgetdefizite, Privatisierungen und eine Liberalisierung des Außenhandels hätten die Wachstumschancen des Kontinents deutlich verbessert. &#8220;Außerdem&#8221;, so der Wirtschaftsprofessor, &#8220;kommt die technologische Revolution in Afrika an.&#8221; Viele neue Kleinunternehmen, ja ganze Branchen seien entstanden auf der Basis von Technologien wie dem Mobilfunk.</p>
<p>Natürlich gibt es weiterhin Länder in Afrika, in denen wirtschaftlich kaum etwas vorangeht, wie Simbabwe oder die Demokratische Republik Kongo. Doch es gibt auch viele Beispiele, die Hoffnung machen. Die Regierung in Mosambik etwa hat das Land seit Ende des Bürgerkriegs 1992 für Weltmarkt und Marktwirtschaft geöffnet; mehr als 1200 Staatsunternehmen wurden in private Hände übergeben, weitere Privatisierungen sind geplant. Das Ergebnis: eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von acht Prozent und ein Rückgang der Kindersterblichkeit um 40 Prozent.</p>
<p>Vielen Ländern ist es auch gelungen, sich unabhängiger zu machen von einzelnen Branchen oder gar einzelnen Exportprodukten. In Tansania etwa trägt die Landwirtschaft zwar immer noch 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. Aber dank niedriger Inflationsraten und Privatisierungen in den vergangenen 15 Jahren wurde der Tourismus als zweites Standbein der Wirtschaft etabliert, inzwischen stammen immerhin zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus den Ausgaben von ausländischen Gästen.</p>
<p>In manchen Fällen half auch die gerade in jüngerer Zeit wieder stark in die Kritik geratene Entwicklungspolitik. Beispiel Mali: Bis vor wenigen Jahren exportierte das bitterarme Land fast nur Baumwolle, Gold und Vieh. Dabei werden in Mali auch Mangos angebaut, die zu den hochwertigsten der Welt zählen. Nur war der Transport der Früchte für das Land, das keinen eigenen Seezugang besitzt, zu teuer. Das änderte sich erst, als mit Unterstützung der Weltbank ein innovatives Container-System entwickelt wurde. Seither steigen die Mango-Ausfuhren um 25 Prozent pro Jahr &#8211; zuletzt lagen sie bei fast 12 000 Tonnen.</p>
<p>Sala-i-Martin glaubt nach Fertigstellung seiner Studie sogar, in Subsahara-Afrika sei das Ziel erreichbar, das sich die Vereinten Nationen einst mit viel Tamtam gesetzt hatten &#8211; das zwischenzeitlich aber etwas in Vergessenheit geriet: die extreme Armut bis 2015 gegenüber dem Stand von 1990 zu halbieren. Wenn der Trend anhält, so Sala-i-Martin, sei dieses sogenannte Millenniums-Ziel pünktlich zu schaffen.</p>
<p>Doch setzt sich der neue, positive Trend tatsächlich fort? Oder wirft die weltweite Wirtschaftskrise Afrika wieder weit zurück? So ganz genau weiß das noch niemand, gesamtwirtschaftliche Statistiken aus Afrika werden immer erst mit großer Verzögerung publik.</p>
<p>Zumindest aber gibt es Hoffnung. Die Finanzkrise hat nach Angaben der Ratingagentur Fitch nur in zwei Ländern Schwarzafrikas &#8211; Südafrika und Namibia &#8211; zu Rezessionen geführt. Und Antoinette Sayeh, die Afrika-Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington, sagt, dass &#8220;Afrika dieses Mal der Krise besser widerstanden hat&#8221;. Dies gebe ihr &#8220;den Optimismus, dass die Wirtschaft in Afrika Schritt hält, wenn die globale Wirtschaft sich erholt&#8221;. Xavier Sala-i-Martin sieht das genauso: &#8220;Die Grundlagen für weiterhin hohe Wachstumsraten sind unverändert vorhanden.&#8221;</p>
<p>Von Olaf Gersemann und Christian Putsch</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article6764273/Wirtschaftswunder-made-in-Africa.html" target="_blank">welt-online.de</a></p>
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		<title>Benefiz für Jimmy Fall – Do. 08.04.2010 – Szene Wien</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 12:20:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lady-Soul</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interessantes]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 09.03.10 wurde Hr. Fall ins Pflegeheim Favoriten überstellt. Pflegeheim der Stadt Wien. Sozialmedizinisches Zentrum Süd, Geriatriezentrum Favoriten Pflege- Wohnbereich 6,  Zi.Nr. 10,  Kundratstraße 3,  1100 Wien. Jimmy Fall ist vielen, die mit der afrikanischen Kulturszene vertraut sind, mehr als nur ein Begriff. Als Solist an Djembe, vocs und Bass, aber auch als Mitglied in diversen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 09.03.10 wurde Hr. Fall ins Pflegeheim Favoriten überstellt. Pflegeheim der Stadt Wien. Sozialmedizinisches Zentrum Süd, Geriatriezentrum Favoriten Pflege- Wohnbereich 6,  Zi.Nr. 10,  Kundratstraße 3,  1100 Wien. Jimmy Fall ist vielen, die mit der afrikanischen Kulturszene vertraut sind, mehr als nur ein Begriff. Als Solist an Djembe, vocs und Bass, aber auch als Mitglied in diversen Bandprojekten bereicherte er über lange Jahre das Musikgeschehen in Österreich.  Bei Jimmy Fall ist seit Jahren eine AV – Malformation bekannt. Es handelt sich dabei um eine Gefäßanomalie im Gehirn. Diese löste wiederholt epileptische Anfälle aus und wurde mehrmals neurochirurgisch versorgt. Im Februar 2009 kam es zu einer Massenblutung im Gehirn, gefolgt von monatelangem Intensivaufenthalt. Jimmy ist heute ein Pflegefall. In wochenlangen neurologischen Rehabilitationsaufenthalten machte er minimale Fortschritte. Er hat die Fähigkeit zur Artikulation verloren und sitzt im Rollstuhl.</p>
<p> <img class="aligncenter size-full wp-image-5483" title="JimmyFall1" src="http://www.radioafrika.net/wp-content/uploads/2010/03/JimmyFall11.bmp" alt="JimmyFall1" />Seit 10.9. 09 hat Hr. Fall nach Monaten einen Langzeitpflegeplatz im Pflegeheim Baumgarten bekommen. Das ist natürlich eine erfreuliche Sache.  Es ist sehr erfreulich, dass Jimmy durch die vielen Therapien, die er noch immer erhält, wieder die Fähigkeit erlangt hat, seine linke Körperhälfte und teilweise sein rechtes Bein einzusetzen und dadurch, im Rollstuhl sitzend, mobiler ist.</p>
<p>Ich möchte mich ganz herzlich bei jenen bedanken, die das Benefizkonzert am 19.Nov. 2009 für Hr. Jimmy Fall besucht haben und auch bei jenen  die gespendet haben. Die Spenden sind für Therapiebegleitende Maßnahmen bestimmt. Ergo-, Logo- und Physiotherapie erhält Jimmy an seinem neuen Langzeitpflegeplatz im Pflegeheim Favoriten. Sozialmedizinisches Zentrum Süd.</p>
<p> Für den Fall von Jimmy..s Ableben sollen Spenden überdies ermöglichen, ihn entsprechend seinem Wunsch nach Senegal überführen zu können. Da Jimmy<br />
mittellos und völlig abhängig von anderen Personen ist (die Kosten des Pflegeheimes werden vom FSW bezahlt, er erhält lediglich ein minimales monatliches Taschengeld), ist jede noch so kleine Spende willkommen.</p>
<p> Mit freundlichen Grüßen<br />
Sachwalterin<br />
Irene Weber</p>
<p>Wir bitten um Unterstützung an das unten genannte Spendenkonto:<br />
Jimmy ..s spendenkonto :kntnr.: 20300749064<br />
blz empfängerb.: 43000,<br />
empfängerbank: vbw ; empfängerin: spende</p>
<p> wer Jimmy Fall besuchen möchte</p>
<p> Am 09.03.10 wurde Hr. Fall ins Pflegeheim Favoriten überstellt.<br />
Also Jimmy liegt jetzt:  <br />
Pflegeheim der Stadt Wien<br />
Sozialmedizinisches Zentrum Süd<br />
Geriatriezentrum Favoriten                      <br />
Pflege- Wohnbereich 6,  Zi.Nr. 10,  Kundratstraße 3,  1100 Wien</p>
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		<title>Alles außer Politik – “Pressefreiheit” in Tunesien</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 13:05:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[NEWS]]></category>
		<category><![CDATA[MEDIEN]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Tunesien]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn es um Politik oder Probleme geht, haben die Journalisten in Tunesien schlechte Karten. Es gibt eine Menge roter Linien, die nicht überschritten werden dürfen. Von &#8220;Pressefreiheit&#8221; kann keine Rede sein.
In der Altstadt von Tunis kennt sich Asma Ridane aus. Sie weiß, wo sich in dem Labyrinth aus belebten Gassen und versteckten Hinterhöfen die Schmuckverkäufer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es um Politik oder Probleme geht, haben die Journalisten in Tunesien schlechte Karten. Es gibt eine Menge roter Linien, die nicht überschritten werden dürfen. Von &#8220;Pressefreiheit&#8221; kann keine Rede sein.</p>
<p>In der Altstadt von Tunis kennt sich Asma Ridane aus. Sie weiß, wo sich in dem Labyrinth aus belebten Gassen und versteckten Hinterhöfen die Schmuckverkäufer befinden, was sich hinter den reich verzierten Türen der alten Gebäude verbirgt und wo hier im Sommer die Festivals stattfinden. Asma Ridane ist in Tunis aufgewachsen und arbeitet als Kulturjournalistin für die französisch-sprachige Zeitung &#8220;Le Renouveau&#8221;. Dass die 26-Jährige ausgerechnet über Kunst und Kultur berichtet, ist kein Zufall. &#8220;Das ist der Bereich, in dem man in Tunesien am meisten Freiheit hat&#8221;, sagt sie.</p>
<p><strong>Eine Reihe von Tabu-Themen</strong><br />
Die junge Journalistin würde für die regierungsnahe Zeitung &#8220;Le Renouveau&#8221; gerne auch über andere Themen schreiben als über Bücher, Filme und Festivals. Doch das sei gar nicht so einfach, sagt sie. &#8220;Es gibt vieles, worüber wir nicht berichten&#8221;, meint Asma Ridane. &#8220;Nicht über alleinerziehende Mütter, nicht über Homosexuelle, nicht über unterdrückte Männer oder Arbeitslose – da gibt es eine ganze Reihe von Tabu-Themen.&#8221;</p>
<p>Von &#8220;Pressefreiheit&#8221; kann in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Staat keine Rede sein. Dabei gilt Tunesien in vielen anderen Bereichen als ausgesprochen fortschrittlich – vor allem im Vergleich zu anderen arabischen Ländern. In der Bildung, in der Wirtschaft, in der Armutsbekämpfung und auch in Fragen wie der Gleichberechtigung von Männern und Frauen kann das Land beachtliche Erfolge vorweisen.</p>
<p><strong>Feind der Pressefreiheit</strong><br />
Mit der Wiederwahl von Staatspräsident Zine El Abidine Ben Ali im Oktober 2009 hatten viele darauf gehofft, dass sich der Staat auch in Sachen Pressefreiheit öffnet. Schließlich kann sich der Präsident auf ein offizielles Wahlergebnis von knapp 90 Prozent berufen. Doch der 73-Jährige will die Zügel nicht locker lassen – aus Sorge vor Machtverlust, vermuten Experten. Denn sein Nachfolger steht noch nicht fest. Die Nichtregierungsorganisation &#8220;Reporter ohne Grenzen&#8221; zählt Ben Ali zu den 40 größten Feinden der Pressefreiheit weltweit. Auf der Rangliste der Pressefreiheit rangiert Tunesien gerade einmal auf Platz 154 von 175 Ländern. Selbst für arabische Verhältnisse ist das kein gutes Ergebnis.</p>
<p>Mit der Zensur hat auch Mounir Suissi seine Erfahrungen gemacht. Gewisse Grenzen dürften nicht überschritten werden, sagt der Journalist aus Tunis: &#8220;Die roten Linien in Tunesien sind die gleichen wie in anderen arabischen Ländern&#8221;, meint Mounir Suissi. &#8220;Erstmal das Staatsoberhaupt: Jede schlechte Nachricht über den Präsidenten geht zu weit. Auch Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Pressefreiheit gehören zu den roten Linien, die nicht überschritten werden dürfen.&#8221;</p>
<p><strong>Ungewöhnliche Freiheiten</strong><br />
Der Journalist genießt etwas mehr Freiheiten als seine Kollegen: Er arbeitet als Korrespondent für die Deutsche Presseagentur dpa. Seit Mounir Suissi für die ausländische Nachrichtenagentur tätig ist, hat er mit den tunesischen Behörden gute Erfahrungen gemacht. &#8220;Sie respektieren mich und sie helfen mir&#8221;, erzählt Mounir Suissi. &#8220;Ich weiß nicht genau, warum. Vielleicht wollen sie damit zeigen, dass es in Tunesien Journalisten gibt, die ganz frei arbeiten können.&#8221; Er sei sehr froh, dass er für eine große Nachrichtenagentur wie dpa arbeiten könne. &#8220;Früher habe ich für verschiedene staatlichen Medien gearbeitet – das ist etwas ganz anderes&#8221;, sagt Mounir Suissi.</p>
<p>Kritische Berichterstattung ist in Tunesien alles andere als selbstverständlich, obwohl sich die journalistische Ausbildung durchaus sehen lassen kann. Hamida El Bour unterrichtet Journalismus an der Universität in Tunis – nach denselben Methoden wie in Europa: &#8220;Unsere Studenten berichten investigativ, machen Interviews, und sie lernen, nach journalistischen Standards zu schreiben&#8221;, sagt die Dozentin. &#8220;Es gibt universelle Regeln, wie man eine Geschichte schreibt, recherchiert, alle Seiten berücksichtigt. Das gibt es in allen Universitäten, und wir machen das auch so, mit den gleichen Büchern und Unterrichtsmaterialien.&#8221;</p>
<p><strong>Angst und Selbstzensur</strong><br />
Anwenden können die Nachwuchsjournalisten ihr Wissen allerdings nur sehr begrenzt. Selbst wenn es keine Zensur gibt, hätten viele Journalisten eine Schere im Kopf, sagt dpa-Korrespondent Mounir Suissi: &#8220;Alle tunesischen Journalisten unterziehen sich der Selbstzensur. Jeder Journalist hat Angst. &#8216;Wenn ich das schreibe, komme ich ins Gefängnis. Oder die Polizei verfolgt mich.&#8217; Oder, oder, oder.&#8221;</p>
<p>Asma Ridane gibt sich erst einmal mit den Kultur-Themen zufrieden. Denn wenn sie sich um die Politik kümmert, weiß sie von vornherein, dass sie nicht die Information bekommt, die sie sich wünscht. &#8220;Das politische Leben in Tunesien ist sozusagen tabu&#8221;, meint Asma Ridane. &#8220;Wenn man eine Pressekonferenz eines Ministers besucht, wird man nie das Recht haben, empfindliche Themen anzusprechen – Themen, über die wir in den tunesischen Medien nicht berichten.&#8221;</p>
<p>Autorin: Anne Allmeling</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5346696,00.html" target="_blank">dw-world.de</a></p>
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		<title>Afrikas Streit um den Stoßzahn</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 13:01:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[NEWS]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Elefanten]]></category>
		<category><![CDATA[Elfenbein]]></category>

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		<description><![CDATA[Afrikas Elefanten-Bestände haben sich in den vergangenen Jahren erholt. Jetzt fordern einige afrikanische Staaten die Lockerung des Handelsverbots für Elfenbein. Auf der internationalen Artenschutzkonferenz in Katar könnte der Streit um den Stoßzahn eskalieren.
 Julius Kipngetich hätte sich keinen symbolträchtigeren Ort aussuchen können, um für ein weltweites Verkaufsverbot von Elfenbein zu werben. Auf dem Platz, an dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Afrikas Elefanten-Bestände haben sich in den vergangenen Jahren erholt. Jetzt fordern einige afrikanische Staaten die Lockerung des Handelsverbots für Elfenbein. Auf der internationalen Artenschutzkonferenz in Katar könnte der Streit um den Stoßzahn eskalieren.</p>
<p> Julius Kipngetich hätte sich keinen symbolträchtigeren Ort aussuchen können, um für ein weltweites Verkaufsverbot von Elfenbein zu werben. Auf dem Platz, an dem die damalige Regierung 1979 insgesamt zehn Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein verbrennen ließ, warnte der Direktor der kenianischen Naturschutzbehörde vor der weiteren Freigabe des Handels mit Elefanten-Stoßzähnen. Der Streit um das Elfenbein ist eines der zentralen Themen der internationalen Artenschutzkonferenz, die am Samstag (13. März) in Katars Hauptstadt Doha beginnt.</p>
<p>„Die Wilderer werden sich Ländern wie Kenia zuwenden“, sagte Kipngetich und rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich dem Kampf des ostafrikanischen Landes für den Schutz der größten Landsäugetiere der Welt anzuschließen. Dem steht das Interesse anderer afrikanischer Staaten gegenüber, die den Verkauf von Elfenbein aus Lagerbeständen genehmigt bekommen möchten. Das bedeutet zwar noch keine Abschussgenehmigung. Doch der Kipngetich fürchtet wie viele Naturschützer, dass illegales Elfenbein gewilderter Elefanten dann leichter als angeblich legale Ware geschmuggelt wird.</p>
<p><strong>Strenge Auflagen</strong><br />
Kenia hat sich an die Spitze einer Gruppe afrikanischer Staaten gestellt, die jeglichen Verkauf von Elfenbein auch in der Zukunft verbieten lassen möchte. Tansania und Sambia dagegen haben Genehmigungen für den Verkauf von Elfenbein aus Regierungsbeständen beantragt. Dieses Elfenbein stammt von den Stoßzähnen verendeter Elefanten, und die Einnahmen aus dem Verkauf sollen in den Naturschutz zurückfließen.</p>
<p>Schon bei der letzten Artenschutzkonferenz 2007 in Den Haag war das bis dahin geltende totale Verkaufsverbot gelockert worden. Südafrika, Namibia, Botsuana und Simbabwe durften Elfenbeinvorräte verkaufen, die sie bis 31. Januar 2007 angesammelt hatten. Zu den strengen Auflagen, unter denen der Handel seinerzeit genehmigt wurde, gehört auch die Festlegung, dass nur Japan und China Elfenbein einführen dürfen.</p>
<p>Dass nun ausgerechnet das Nachbarland Tansania Handel mit Elfenbein beantragt, bereitet kenianischen Wildhütern Sorgen. „Die Elefanten in Kenia und Tansania wandern zwischen den Nationalparks, sie kennen keine Grenzen“, sagt Paul Udoto, ein Sprecher der Naturschutzbehörde. „Umso wichtiger wäre es, wenn wir mit den tansanischen Kollegen an einem Strang ziehen könnten, aber in dieser Frage haben wir leider total gegensätzliche Positionen.“</p>
<p>Zwischen Serengeti und Massai Mara, Amboseli und dem Kilimandscharo-Gebiet trennt kein Stacheldraht und kein Grenzbaum die alten Wanderwege der Elefanten. Kipngetich erinnerte nun an die Folgen der sogenannten „Wildererkriege“ im kenianischen Nationalpark Tsavo und in anderen Naturreservaten in den 80er Jahren.</p>
<p><strong>20-jähriges Handelsverbot</strong><br />
Rund 700 000 afrikanische Elefanten waren bis 1989 wegen ihres Elfenbeins getötet worden. Allein Kenia verlor innerhalb von 15 Jahren 85 Prozent seiner Elefantenpopulation. Erst das internationale Handelsverbot für Elfenbein führte wieder zu einem langsamen Anstieg der Zahl der Elefanten von 19 000 im Jahr 1989 auf derzeit mehr als 35 000. In ganz Afrika leben etwa 400 000 Elefanten.</p>
<p>Doch trotz des Handelsverbots besteht vor allem in Südostasien Nachfrage nach dem Elfenbein. In den vergangenen Jahren nahmen Wilderei und Schmuggel deutlich zu. Naturschützer aus Kenia, Ghana, Kongo, Ruanda und anderen Staaten befürchten, dass die von Tansania und Sambia beantragte beschränkte Öffnung eines legalen Marktes für Elfenbein zu einem weiteren Anstieg der Wilderei führt. Als Reaktion auf die zwei Anträge verlangen sieben afrikanische Länder bei der Artenschutzkonferenz in Doha ein 20-jähriges weltweites Verbot des Elfenbeinhandels.</p>
<p>Autor: Eva Krafczyk</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/energie-umwelt/_b=2544856,_p=133,_t=ftprint,doc_page=0;printpage" target="_blank">handelsblatt.com</a></p>
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		<title>Von Dakar nach Johannesburg – Afrika unplugged</title>
		<link>http://www.radioafrika.net/de/2010/03/11/von-dakar-nach-johannesburg-afrika-unplugged/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 13:52:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interessantes]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika Fussball WM]]></category>
		<category><![CDATA[TV Tipp]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Quer durch Afrika zur WM 2010
In diesem Jahr findet die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden statt &#8211; und wir alle wissen noch immer viel zu wenig über diesen Kontinent. Grund genug zu reisen: Von Dakar im Senegal bis nach Johannesburg in Süd-Afrika. Drei Monate, drei Reporter, 13 Länder &#8211; und Sie können alles mitverfolgen.
Am 3. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Quer durch Afrika zur WM 2010</strong></p>
<p>In diesem Jahr findet die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden statt &#8211; und wir alle wissen noch immer viel zu wenig über diesen Kontinent. Grund genug zu reisen: Von Dakar im Senegal bis nach Johannesburg in Süd-Afrika. Drei Monate, drei Reporter, 13 Länder &#8211; und Sie können alles mitverfolgen.</p>
<p>Am 3. März starten die drei ZDF-Reporter Steffi Kuhn, Torge Bode und Dara Hassanzadeh in Dakar ihre Reise. Ziel ist, zum Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft am 11. Juni 2010 Johannesburg zu erreichen.<br />
Gut drei Monate Reise stehen bevor, durch schöne und auch durch weniger einfach zu bereisende Länder: Senegal &#8211; Mali &#8211; Elfenbeinküste &#8211; Ghana &#8211; Benin &#8211; Togo &#8211; Nigeria &#8211; Kamerun &#8211; Gabun &#8211; Kongo &#8211; Rep Kongo &#8211; Angola &#8211; Namibia &#8211; Süd-Afrika. Geschätzte 10.000 Kilometer in einem Geländewagen.</p>
<p>Afrika unplugged &#8211; so der Titel der Aktion &#8211; will ein ungefiltertes, ein unvoreingenommenes Afrika-Bild vermitteln. Eine kleine, offene Bühne reist auf dem Dachgepäckträger des Jeeps mit. Sie wird auf kleinen Plätzen der afrikanischen Dörfern und Städten aufgebaut. Auf der Bühne darf jeder seine Kunststücke aufführen, vom Volkstanz bis zum besten Fußballtrick und die Probleme seines Ortes thematisieren. Was halten die Menschen Afrikas von Deutschland? Was wissen Sie von uns? Die afrikanischen Antworten gibt es: Unplugged.</p>
<p><strong>Drei Monate Abenteuer</strong><br />
Die Berichte werden sich in den aktuellen Sendungen des ZDF wiederfinden. Kurze Video-Nachrichten über die Reise selbst, die Probleme und die schönen Momente werden auf Facebook in der Gruppe Afrika unplugged veröffentlicht. Außerdem berichten die drei Reporter in einem Blog über ihre Erfahrungen. Afrika unplugged ist ein Abenteuer &#8211; für Sie wie für die Reporter. Verfolgen Sie drei Monate lang alle Erlebnisse. Nähern Sie sich mit uns der WM. Das Eröffnungsspiel ruft!</p>
<p>Quelle: <a href="http://dokumentation.zdf.de/ZDFde/inhalt/24/0,1872,8039800,00.html">http://dokumentation.zdf.de/ZDFde/inhalt/24/0,1872,8039800,00.html</a></p>
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		<item>
		<title>Tsvangirai will erneut als Regierungschef kandidieren</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 16:11:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[NEWS]]></category>
		<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Tsvangirai]]></category>

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		<description><![CDATA[Harare (apn) Der Ministerpräsident von Simbabwe, Morgan Tsvangirai, will bei der im kommenden Jahr anstehenden Parlamentswahl erneut antreten. Das kündigte der Rivale von Staatschef Robert Mugabe am Sonntag an. Der Vorsitzende der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) forderte zugleich eine Überwachung der nächsten Wahl durch internationale Friedenstruppen, um einen fairen Ablauf der Abstimmung zu gewährleisten.
Tsvangirai [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Harare (apn) Der Ministerpräsident von Simbabwe, Morgan Tsvangirai, will bei der im kommenden Jahr anstehenden Parlamentswahl erneut antreten. Das kündigte der Rivale von Staatschef Robert Mugabe am Sonntag an. Der Vorsitzende der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) forderte zugleich eine Überwachung der nächsten Wahl durch internationale Friedenstruppen, um einen fairen Ablauf der Abstimmung zu gewährleisten.</p>
<p>Tsvangirai erinnerte damit an die Präsidentschaftswahl 2008, die von Wahlfälschung, Einschüchterungen und Gewalt überschattetet war. Nach einem erbitterten Machtkampf und monatelangen internationalen Vermittlungsbemühungen stimmte Mugabe damals einer Machtteilung zu. Es kam zu einer Allparteienregierung aus Mugabes ZANU-PF und der MDC mit Tsvangirai als Ministerpräsident.</p>
<p>Quelle: <a href="http://de.news.yahoo.com/1/20100307/tde-tsvangirai-will-erneut-als-regierung-f1128fc.html" target="_blank">YahooNews,AP</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Sierra Leone – Vom Kriegsschauplatz zum Paradies?</title>
		<link>http://www.radioafrika.net/de/2010/03/10/sierra-leone-vom-kriegsschauplatz-zum-paradies/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 16:02:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[NEWS]]></category>
		<category><![CDATA[Sierra Leone]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Chaos am kaputten Flughafen, bittere Armut, Bürgerkriegstrauma, aber auch Regenwälder und Traumstrände. Das geht durchaus zusammen, hoffen Tourismusmanager aus Sierra Leone, die das Land jetzt vermarkten wollen.
Freetown, die Hauptstadt von Sierra Leone. Malerisch liegt sie in der Bucht am blau schimmernden Atlantik. Das Leben in den Straßen ist bunt und ausgelassen, die Sonne scheint, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Chaos am kaputten Flughafen, bittere Armut, Bürgerkriegstrauma, aber auch Regenwälder und Traumstrände. Das geht durchaus zusammen, hoffen Tourismusmanager aus Sierra Leone, die das Land jetzt vermarkten wollen.</p>
<p>Freetown, die Hauptstadt von Sierra Leone. Malerisch liegt sie in der Bucht am blau schimmernden Atlantik. Das Leben in den Straßen ist bunt und ausgelassen, die Sonne scheint, die Menschen lächeln unbeschwert und lebensfroh: Das ist Sierra Leones neues Image in Werbevideos und Hochglanzprospekten &#8211; acht Jahre nach dem Bürgerkrieg, in dem hunderttausende Menschen starben.</p>
<p>Sierra Leones Regierung will den Tourismus zu einem echten Wirtschaftszweig ausbauen, und Cecil Williams, der Direktor der Nationalen Tourismusagentur, soll den ehemaligen Kriegsschauplatz als stabile, friedliche Demokratie darstellen. Als gastfreundliches, exotisches, grünes Reiseziel. Das Credo: Sierra Leone &#8211; Freedom to Explore.</p>
<p><strong>Schluß mit dem Kriegs-Image</strong><br />
Sierra Leone tritt die Flucht nach vorne an – Schluss mit den Bildern aus dem Hollywood-Schocker Blood Diamond, Schluss mit der Elendsästhetik, mit den Klischees von den ewig Kalaschnikow-schwingenden Kindersoldaten, von amputierten Kriegsopfern auf den Straßen. Tatsächlich hat das Land auch anderes zu bieten.</p>
<p>Die Schimpansen von Tacugama zum Beispiel, oder den Gola Forest, den letzten großen Tropenwald der Region. In diesem Nationalpark leben kleine Elefanten, Zwergnilpferde, seltene Vögel, sogar die scheuen Waldantilopen, die eigentlich schon als ausgestorben gelten. Und dann sind da noch mehr als 50 Kilometer palmengesäumte, weiße Strände, eingerahmt von hohen grünen Bergen. Anetta Browne-Mark, die in Freetown ein kleines Reisebüro betreibt, kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus: &#8220;Das Beste an Sierra Leone sind die Strände. Ich glaube, solche Strände finden Sie nirgendwo auf der Welt. Wenn Sie die mal gesehen haben, wollen Sie nie mehr nach Hause.&#8221;</p>
<p>Dem ist wenig entgegenzusetzen. Der Strand No.2, benannt nach dem Fluss, der hier in den warmen Atlantik mündet, gilt vielen Beachfans als Nummer Eins. Noch wird der Strand von der Dorfgemeinde bewirtschaftet, und noch sind es nicht Touristen, die sich hier am Wochenende entspannen, sondern so genannte &#8220;Expats&#8221; – Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Blauhelmsoldaten der UN-Mission. Das könnte sich aber bald ändern, sagt ein schwedischer Blauhelmsoldat: Schwedischer UN-Blauhelm „Ich würde auf jeden Fall als Tourist hierher kommen&#8221;, sagt ein schwedischer Soldat, vor sich einen gegrillten Hummer und ein Bier, &#8220;Es gibt so viel zu sehen – und es ist sicher hier. Auf jeden Fall sicherer als in Südafrika! Das Land kommt zwar aus einem Bürgerkrieg – und trotzdem: Was die Kriminalität betrifft, kann man Freetown mit Johannesburg nicht vergleichen!&#8221;</p>
<p><strong>Schwächen in der Infrastruktur</strong><br />
Leider ist die Anreise ist kein Kinderspiel, sondern ein riskantes Abenteuer, die größte Schwachstelle im Tourismuskonzept von Sierra Leone. Um vom Lungi Airport nach Freetown zu kommen, muss man die Bucht entweder in einer mühsamen Tagesfahrt umfahren – oder sie überqueren: Fällt die alte, rostige Fähre aus, bleiben nur kleine Motorboote oder der alte Hubschrauber mit den ukrainischen Piloten. Ein Helikopter war vor ein paar Jahren mit über 20 Passagieren abgestürzt. Cecil Williams von der Tourismusagentur bleibt trotz aller Schwierigkeiten optimistisch. Der Tourismus werde eben nicht nur die Infrastruktur ankurbeln: &#8220;Es ist eine arbeitsintensive Industrie. Und weiß Gott, so viele junge Menschen in diesem Land brauchen Jobs! Außerdem kommen Devisen ins Land, Euros, Dollars, britische Pfund. Und alle profitieren &#8211; der Taxifahrer, der Fischer, der Hotelbesitzer&#8230; der Tourismus hilft uns allen.&#8221;</p>
<p>Doch die schöne neue Welt, die Werbe-Idylle, sie könnte wie ein Kartenhaus in sich zusammenzufallen, glaubt Bimbola Carroll. Vor vier Jahren ist der 32Jährige aus England zurückgekehrt und betreibt heute Visitsierraleone.org – die bekannteste unabhängige Website in Sierra Leone. Bimbola Carroll ist mehr als skeptisch. Denn die Regierung will aus Sierra Leone eine so genannte Upmarket Destination machen – ein Reiseziel mit großen internationalen Hotelanlagen für Leute mit Geld – nicht für Rucksacktouristen. Bimbola fürchtet den Ausverkauf seines Landes an findige Geschäftemacher, bevor die Sache mit dem Tourismus überhaupt richtig angefangen hat: &#8220;Sierra Leone ist zu großen Teilen noch unberührt – das finde ich gut so, und das muss unbedingt so bleiben. Wir müssen darauf achten, dass das Geschäft mit dem Tourismus auch wirklich den Sierra Leonern zugute kommt! Nur dann machen die Menschen mit, nur dann verstehen sie, dass sie ihre Umwelt schützen müssen-. Und nur dann bekommen sie endlich ihren Stolz zurück, den sie vor so langer Zeit im Krieg verloren haben.&#8221;</p>
<p><strong>Jeden Abend Kerzenlicht-Dinner</strong><br />
Anetta Browne-Mark vom kleinen Reisebüro in Freetown sieht das Ganze gelassener, wenn auch mit reichlich Galgenhumor: &#8220;Wir können nicht alles auf einmal lösen.. Schritt für Schritt &#8211; eins nach dem anderen. Aber es stimmt: Unsere größten Probleme, das sind die Straßen, die Wasserversorgung – und natürlich der Strom, der fällt ja ständig aus. Aber das hat ja auch was Gutes: Immerhin brauchen Sie nicht extra ein Candle-Light Dinner buchen&#8230; hier in Sierra Leone kriegen Sie das automatisch jeden Abend.&#8221;</p>
<p>Autor: Alexander Göbel</p>
<p>Quelle:<a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5338070,00.html" target="_blank"> dw-world.de</a></p>
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