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	<title>Recht - Neu</title>
	<link>http://rechtsanwalt.g-brand.de</link>
	<description>Recht - Neu - die Rechtsanwaltskanzlei Guido Brand informiert</description>
	<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 10:53:07 +0000</pubDate>
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		<title>Sind Kindersitze vor dem Lenker eigentlich verboten?</title>
		<link>http://rechtsanwalt.g-brand.de/2012/01/20/sind-kindersitze-vor-dem-lenker-eigentlich-verboten/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 10:53:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Brand</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Verkehrsrecht]]></category>

		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>

		<category><![CDATA[Kindersitze]]></category>

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		<description><![CDATA[Grundsätzlich nicht. Die Mitnahme von Kindern auf Fahrrädern ist gesetzlich abschließend in § 21 Abs.3 StVO geregelt. Dort heißt es:
„(3) Auf Fahrrädern dürfen nur Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr von mindestens 16 Jahre alten Personen mitgenommen werden, wenn für die Kinder besondere Sitze vorhanden sind und durch Radverkleidungen&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Grundsätzlich nicht. Die Mitnahme von Kindern auf Fahrrädern ist gesetzlich abschließend in § 21 Abs.3 StVO geregelt. Dort heißt es:<br />
„(3) Auf Fahrrädern dürfen nur Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr von mindestens 16 Jahre alten Personen mitgenommen werden, wenn für die Kinder besondere Sitze vorhanden sind und durch Radverkleidungen oder gleich wirksame Vorrichtungen dafür gesorgt ist, daß die Füße der Kinder nicht in die Speichen geraten können.“<br />
Was die besonderen Sitze sind, ist in der Verordnung des Verkehrsministeriums Nr. 297 vom 03.11.1980 veröffentlicht im Verkehrsblatt 1980,788 geregelt. Dort ist die Befestigung von Kindersitzen »an schwenkbaren Lenkungsteilen« ausgeschlossen. Außerdem müssen sich gemäß dieser Vorschrift »2/3 der Sitzflächentiefe oder der Schwerpunkt der Sitzfläche zwischen der Vorder- und Hinterachse des Fahrrads« befinden. Auch eine rahmenfeste Befestigung vor dem Lenker dürfte daher in vielen Fällen dieser Richtlinie widersprechen.</p>
<p>Zudem ist zu beachten, dass in der DIN EN 14344:2004 (»Kindersitze für Fahrräder«) nur noch »Rücksitze« der Klassen A15 (9–15 kg) und A22 (9–22 kg) sowie »Frontsitze zwischen Lenker und Fahrer« der Klasse C15 (9–15 kg) erwähnt werden. »Frontsitze vor dem Lenker« werden als »nicht zulässig« genannt, entsprechen daher gemäß DIN nicht mehr dem Stand der Technik. Im Zusammenhang mit dem Gerätesicherheitsgesetz dürfen solche Sitze also nicht mehr mit dem GS-Zeichen ausgestattet werden.<br />
Beides dürften Gründe dafür sein, warum diese Sitze in Deutschland nicht mehr angeboten werden. In anderen EU-Ländern, z.B. den Niederlanden, sind solche Sitze wohl noch am Markt. Maßgeblich für den Endverbraucher ist  jedoch die StVO, die die Verwendung nicht verbietet.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>BGH: Zur “Neuwagen”-Eigenschaft  eines Vorführwagens</title>
		<link>http://rechtsanwalt.g-brand.de/2012/01/09/bgh-zur-neuwagen-eigenschaft-eines-vorfuhrwagens/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 12:29:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Brand</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gewerblicher Rechtsschutz]]></category>

		<category><![CDATA[Medien-/IT-Recht]]></category>

		<category><![CDATA[Zivilrecht]]></category>

		<category><![CDATA[Energieverbrauchskennzeichnung]]></category>

		<category><![CDATA[Internetverkauf]]></category>

		<category><![CDATA[Wettbewerbsrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[
<p align="justify">Der unter anderem für das Wettbewerbsrecht zuständige  I. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass die  Verpflichtung, in der Werbung für Neuwagen Angaben zum  Kraftstoffverbrauch des angebotenen Fahrzeugs zu machen, auch für  Vorführwagen gelten kann.</p>
<p align="justify">Die Beklagte bot am 20. April 2009 auf einer  Internet-Verkaufsplattform ein Fahrzeug an, das u.a. wie folgt  beschrieben war:&#8230;</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Der unter anderem für das Wettbewerbsrecht zuständige  I. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass die  Verpflichtung, in der Werbung für Neuwagen Angaben zum  Kraftstoffverbrauch des angebotenen Fahrzeugs zu machen, auch für  Vorführwagen gelten kann.</p>
<p align="justify">Die Beklagte bot am 20. April 2009 auf einer  Internet-Verkaufsplattform ein Fahrzeug an, das u.a. wie folgt  beschrieben war: &#8220;Vorführfahrzeug …, EZ 3/2009, 500 km&#8221;. Angaben zum  Kraftstoffverbrauch und zu den CO2-Emissionen, wie sie § 1 der  Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) für die  Werbung für &#8220;neue Personenkraftwagen&#8221; vorsieht, enthielt die Anzeige  nicht.</p>
<p align="justify">Der Kläger, der Verband Sozialer Wettbewerb, sieht  hierin einen Verstoß gegen die in § 1 Pkw-EnVKV geregelte  Informationspflicht und gleichzeitig einen Verstoß gegen das Gesetz  gegen unlauteren Wettbewerb (UWG). Er hat die Beklagte daher auf  Unterlassung in Anspruch genommen.</p>
<p align="justify">Das Landgericht Mainz hat der Klage stattgegeben. Das  Oberlandesgericht Koblenz hat dieses Urteil auf die Berufung der  Beklagten aufgehoben und die Klage abgewiesen. Bei dem angebotenen  Fahrzeug habe es sich nicht um einen Neuwagen gehandelt, weil es bereits  als Vorführwagen im Straßenverkehr genutzt worden sei und auch schon  eine Laufleistung von 500 km aufgewiesen habe.</p>
<p align="justify">Der Bundesgerichtshof hat auf die Revision des  Klägers das der Klage stattgebende erstinstanzliche Urteil  wiederhergestellt. Die in Rede stehende Verordnung, mit der eine  Richtlinie der Europäischen Union umgesetzt worden ist, enthält in § 2  eine eigenständige Definition des Begriffs des neuen Personenkraftwagens  und fasst darunter alle &#8220;Kraftfahrzeuge …, die noch nicht zu einem  anderen Zweck als dem des Weiterverkaufs oder der Auslieferung verkauft  wurden&#8221;. Aus diesem Grund kann nicht auf den im nationalen Recht  entwickelten Begriff des Neuwagens zurückgegriffen werden, den der  Bundesgerichtshof im Kaufrecht bei der Frage der zugesicherten  Eigenschaft oder im Wettbewerbsrecht bei der Frage der Irreführung  zugrunde legt. Die gesetzliche Definition stellt an sich auf die  Motivlage bei der Anschaffung des Fahrzeugs ab. Dabei kommt es indessen -  so der Bundesgerichtshof - nicht auf die konkreten Vorstellungen an,  die sich der Händler beim Erwerb des Fahrzeugs macht und die ohnehin  kaum ermittelt werden könnten. Entscheidend sind vielmehr  objektivierbare Umstände, aus denen sich ergibt, dass das betreffende  Fahrzeug alsbald verkauft werden soll, ohne dass damit eine kurzfristige  Zwischennutzung im Betrieb des Händlers - etwa als Vorführwagen -  ausgeschlossen wäre. Als objektiven Umstand hat der Bundesgerichtshof  auf die Kilometerleistung abgestellt: Bietet ein Händler ein Fahrzeug  mit einer geringen Kilometerleistung (bis 1000 km) an, ist davon  auszugehen, dass er dieses Fahrzeugs zum Zwecke des Weiterverkaufs  erworben hat. Liegt die Kilometerleistung des angebotenen Fahrzeugs  darüber, spricht dies dafür, dass der Händler das Fahrzeug (auch) zu  einem anderen Zweck als dem des Weiterverkaufs - nämlich für die nicht  ganz unerhebliche Eigennutzung - erworben hat.</p>
<p align="justify">BGH; Urt. v. 21.12. 2011  I ZR 190/10</p>
<p align="justify">Quelle: PM des BGH v. 23.12.2011</p>
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		</item>
		<item>
		<title>BGH:”Lieferung einer mangelfreien Sache” erfasst Ausbau und Abtransport der mangelhaften Kaufsache</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 12:25:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Brand</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Zivilrecht]]></category>

		<category><![CDATA[Kaufrecht]]></category>

		<category><![CDATA[Mängel]]></category>

		<category><![CDATA[Nachbesserung]]></category>

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		<description><![CDATA[
<p align="justify">Der Bundesgerichtshof hat in Umsetzung eines Urteils  des Gerichtshofs der Europäischen Union zur Auslegung der Richtlinie  1999/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Mai 1999 zu  bestimmten Aspekten des Verbrauchsgüterkaufes und der Garantien für  Verbrauchsgüter (ABl. EG Nr. L 171 S. 12; Verbrauchsgüterkaufrichtlinie)  über den Umfang der den&#8230;</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Der Bundesgerichtshof hat in Umsetzung eines Urteils  des Gerichtshofs der Europäischen Union zur Auslegung der Richtlinie  1999/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Mai 1999 zu  bestimmten Aspekten des Verbrauchsgüterkaufes und der Garantien für  Verbrauchsgüter (ABl. EG Nr. L 171 S. 12; Verbrauchsgüterkaufrichtlinie)  über den Umfang der den Verkäufer bei der Nacherfüllung nach § 439 Abs.  1 BGB* treffenden Pflichten sowie die Reichweite der dem Verkäufer nach  § 439 Abs. 3 BGB* zustehenden Einrede der Unverhältnismäßigkeit  entschieden.</p>
<p align="justify">Der Kläger erwarb von der Beklagten, die einen  Baustoffhandel betreibt, Bodenfliesen zum Preis von 1.191,61 € netto.  Nachdem er die Fliesen in seinem Wohnhaus hatte verlegen lassen, zeigten  sich Mängel, deren Beseitigung nicht möglich ist. Der Kläger hat  deswegen von der Beklagten die Lieferung neuer Fliesen sowie die Zahlung  der Kosten für den Ausbau der mangelhaften Fliesen und den Einbau neuer  Fliesen in Höhe von 5.830,57 € begehrt.</p>
<p align="justify">Das Landgericht hat der Klage aus dem – vom Kläger  nicht geltend gemachten – Gesichtspunkt der Minderung in Höhe von 273,10  € stattgegeben und sie im Übrigen abgewiesen. Auf die Berufung des  Klägers hat das Oberlandesgericht die Beklagte zur Lieferung neuer  Fliesen und zur Zahlung der Ausbaukosten in Höhe von 2.122,37 €  verurteilt. Die dagegen gerichtete Revision der Beklagten hatte  überwiegend Erfolg.</p>
<p align="justify">Zunächst hatte der unter anderem für das Kaufrecht  zuständige VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs das Verfahren mit  Beschluss vom 14. Januar 2009 ausgesetzt und dem Gerichtshof der  Europäischen Union zwei Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt. Zum  einen musste geklärt werden, ob Art. 3 Abs. 2 und Abs. 3 der  Verbrauchsgüterkaufrichtlinie** dahingehend auszulegen ist, dass der  Verkäufer im Falle einer Ersatzlieferung die Kosten des Ausbaus des  mangelhaften Verbrauchsguts aus einer Sache, in die es der Verbraucher  gemäß dessen Art und Verwendungszweck eingebaut hat, tragen muss. Zum  anderen sollte klargestellt werden, ob eine nationale Vorschrift wie §  439 Abs. 3 BGB*, die es dem Verkäufer einer mangelhaften Kaufsache  erlaubt, die vom Käufer gewählte Art der Nacherfüllung (vgl. § 439 Abs. 1  BGB*) zu verweigern, wenn sie ihm Kosten verursachen würde, die  verglichen mit dem Wert der mangelfreien Sache und der Bedeutung des  Mangels (absolut) unverhältnismäßig wären, mit der  Verbrauchsgüterkaufrichtlinie in Einklang steht (Mitteilung der  Pressestelle Nr. 8/2009).</p>
<p align="justify">Der Gerichtshof der Europäischen Union hat hierüber  durch Urteil vom 16. Juni 2011 entschieden und die vorgelegten Fragen  wie folgt beantwortet:</p>
<p align="justify">&#8220;Art. 3 Abs. 2 und 3 der Richtlinie 1999/44/EG des  Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Mai 1999 zu bestimmten  Aspekten des Verbrauchsgüterkaufs und der Garantien für Verbrauchsgüter  ist dahin auszulegen, dass, wenn der vertragsgemäße Zustand eines  vertragswidrigen Verbrauchsguts, das vor Auftreten des Mangels vom  Verbraucher gutgläubig gemäß seiner Art und seinem Verwendungszweck  eingebaut wurde, durch Ersatzlieferung hergestellt wird, der Verkäufer  verpflichtet ist, entweder selbst den Ausbau dieses Verbrauchsgutes aus  der Sache, in die es eingebaut wurde, vorzunehmen und das als Ersatz  gelieferte Verbrauchsgut in diese Sache einzubauen, oder die Kosten zu  tragen, die für diesen Ausbau und den Einbau des als Ersatz gelieferten  Verbrauchsguts notwendig sind. Diese Verpflichtung des Verkäufers  besteht unabhängig davon, ob er sich im Kaufvertrag verpflichtet hatte,  das ursprünglich gekaufte Verbrauchsgut einzubauen.</p>
<p align="justify">Art. 3 Abs. 3 der Richtlinie 1999/44/EG ist dahin  auszulegen, dass er ausschließt, dass eine nationale gesetzliche  Regelung dem Verkäufer das Recht gewährt, die Ersatzlieferung für ein  vertragswidriges Verbrauchsgut als einzig mögliche Art der Abhilfe zu  verweigern, weil sie ihm wegen der Verpflichtung, den Ausbau dieses  Verbrauchsguts aus der Sache, in die es eingebaut wurde, und den Einbau  des als Ersatz gelieferten Verbrauchsguts in diese Sache vorzunehmen,  Kosten verursachen würde, die verglichen mit dem Wert, den das  Verbrauchsgut hätte, wenn es vertragsgemäß wäre, und der Bedeutung der  Vertragswidrigkeit unverhältnismäßig wären. Art. 3 Abs. 3 schließt  jedoch nicht aus, dass der Anspruch des Verbrauchers auf Erstattung der  Kosten für den Ausbau des mangelhaften Verbrauchsguts und den Einbau des  als Ersatz gelieferten Verbrauchsguts in einem solchen Fall auf die  Übernahme eines angemessenen Betrags durch den Verkäufer beschränkt  wird.&#8221;</p>
<p align="justify">Nunmehr hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass §  439 Abs. 1 Alt. 2 BGB* richtlinienkonform dahin auszulegen ist, dass  die dort genannte Nacherfüllungsvariante &#8220;Lieferung einer mangelfreien  Sache&#8221; auch den Ausbau und den Abtransport der mangelhaften Kaufsache  erfasst. Das dem Verkäufer in § 439 Abs. 3 Satz 3 BGB* eingeräumte  Recht, die Nacherfüllung wegen (absolut) unverhältnismäßiger Kosten zu  verweigern, ist beim Verbrauchsgüterkauf (§ 474 Abs. 1 Satz 1 BGB) im  Wege der richtlinienkonformen Rechtsfortbildung dahingehend  einzuschränken, dass ein Verweigerungsrecht des Verkäufers nicht  besteht, wenn nur eine Art der Nacherfüllung möglich ist oder der  Verkäufer die andere Art der Nacherfüllung zu Recht verweigert. In  diesen Fällen beschränkt sich das Recht des Verkäufers, die  Nacherfüllung in Gestalt der Ersatzlieferung wegen unverhältnismäßiger  Kosten zu verweigern, auf das Recht, den Käufer bezüglich des Ausbaus  der mangelhaften Kaufsache und des Einbaus der als Ersatz gelieferten  Kaufsache auf die Kostenerstattung in Höhe eines angemessenen Betrages  zu verweisen. Bei der Bemessung dieses Betrags sind der Wert der Sache  in mangelfreiem Zustand und die Bedeutung des Mangels zu  berücksichtigen. Die Beschränkung auf eine Kostenbeteiligung des  Verkäufers darf allerdings nicht dazu führen, dass das Recht des Käufers  auf Erstattung der Aus- und Einbaukosten ausgehöhlt wird.</p>
<p align="justify">* <strong>§ 439 BGB: Nacherfüllung </strong></p>
<p align="justify">  (1) Der Käufer kann als Nacherfüllung nach seiner  Wahl die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien  Sache verlangen.</p>
<p align="justify">(2) Der Verkäufer hat die zum Zwecke der  Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-,  Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.</p>
<p align="justify">  (3) Der Verkäufer kann die vom Käufer gewählte Art  der Nacherfüllung unbeschadet des § 275 Abs.  2 und 3 verweigern, wenn  sie nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich ist. Dabei sind  insbesondere der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand, die Bedeutung  des Mangels und die Frage zu berücksichtigen, ob auf die andere Art der  Nacherfüllung ohne erhebliche Nachteile für den Käufer zurückgegriffen  werden könnte. Der Anspruch des Käufers beschränkt sich in diesem Fall  auf die andere Art der Nacherfüllung; das Recht des Verkäufers, auch  diese unter den Voraussetzungen des Satzes 1 zu verweigern, bleibt  unberührt.</p>
<p align="justify">  (4) (…)</p>
<p align="justify"><strong>** Art. 3 (&#8221;Rechte des Verbrauchers&#8221;)  </strong></p>
<p align="justify">°°(1) Der Verkäufer haftet dem Verbraucher für jede  Vertragswidrigkeit, die zum Zeitpunkt der Lieferung des Verbrauchsgutes  besteht.</p>
<p align="justify">°°(2) Bei Vertragswidrigkeit hat der Verbraucher  entweder Anspruch auf die unentgeltliche Herstellung des vertragsgemäßen  Zustands des Verbrauchsgutes durch Nachbesserung oder Ersatzlieferung  nach Maßgabe des Absatzes 3 oder auf angemessene Minderung des  Kaufpreises oder auf Vertragsauflösung in Bezug auf das betreffende  Verbrauchsgut nach Maßgabe der Absätze 5 und 6.</p>
<p align="justify">(3) Zunächst kann der Verbraucher vom Verkäufer die  unentgeltliche Nachbesserung des Verbrauchsgutes oder eine  unentgeltliche Ersatzlieferung verlangen, sofern dies nicht unmöglich  oder unverhältnismäßig ist.</p>
<p align="justify">Eine Abhilfe gilt als unverhältnismäßig, wenn sie dem  Verkäufer Kosten verursachen würde, die (&#8230;) verglichen mit der  alternativen Abhilfemöglichkeit unzumutbar wären.</p>
<p align="justify">Die Nachbesserung oder die Ersatzlieferung muss  innerhalb einer angemessenen Frist und ohne erhebliche  Unannehmlichkeiten für den Verbraucher erfolgen, wobei die Art des  Verbrauchsgutes sowie der Zweck, für den der Verbraucher das  Verbrauchsgut benötigte, zu berücksichtigen sind.</p>
<p align="justify">(4) (…)</p>
<p align="justify">Urteil vom 21. Dezember 2011 – VIII ZR 70/08</p>
<p align="justify">LG Kassel – Urteil vom 24. November 2006 – 4 O 1248/06</p>
<p align="justify">OLG Frankfurt am Main – Urteil vom 14. Februar 2008 – 15 U 5/07</p>
<p align="justify">(veröffentlicht in ZGS 2008, 315 = OLGR 2008, 325)</p>
<p align="justify">BGH – Beschluss vom 14. Januar 2009 – VIII ZR 70/08</p>
<p align="justify">(veröffentlicht unter anderem in NJW 2009, 1660)</p>
<p align="justify">EuGH – Urteil vom 16. Juni  2011, Rs. C-65/09 und  C-87/09 – Gebr. Weber GmbH/Jürgen Wittmer und Ingrid Putz/Medianess  Electronics GmbH</p>
<p align="justify">(veröffentlicht unter anderem in NJW 2011, 2269)</p>
<p align="justify">Quelle: PM des BGH v. 21.12.2011</p>
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		</item>
		<item>
		<title>AG Oberhausen:Zur Haftung des Arbeitnehmers für gestohlene Ware</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 11:09:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Brand</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>

		<category><![CDATA[Arbeitnehmerhaftung]]></category>

		<category><![CDATA[Schadensersatz]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Parteien streiten über die Zahlung von restlichem Gehalt aus ihrem beendeten Arbeitsverhältnis sowie über die Verpflichtung des Arbeitnehmers, für 12 gestohlene hochwertige Mobiltelefone Schadenersatz in Höhe von 6040,- € zu leisten.

Der Kläger, der ausgebildeter Einzelhandelskaufmann ist, war in der Zeit vom 01.03.2011 bis zum 28.05.2011 als technischer Verkaufsberater&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Parteien streiten über die Zahlung von restlichem Gehalt aus ihrem beendeten Arbeitsverhältnis sowie über die Verpflichtung des Arbeitnehmers, für 12 gestohlene hochwertige Mobiltelefone Schadenersatz in Höhe von 6040,- € zu leisten.</p>
<p>Der Kläger, der ausgebildeter Einzelhandelskaufmann ist, war in der Zeit vom 01.03.2011 bis zum 28.05.2011 als technischer Verkaufsberater mit einem Gehalt in Höhe von 1.200,- € brutto bei 40 Stunden Wochenarbeitszeit beschäftigt. Zusätzlich erhielt er noch Provisionen. Diese beliefen sich für die Monate April und Mai 2011 auf einen Betrag in Höhe von 236,30 €. Der Beklagte betreibt in einem Einkaufszentrum im Bezirk des Arbeitsgerichts Oberhausen einen Handy-Shop.</p>
<p>Am 05.05.2011 wurden gegen 19.30 Uhr 12 hochwertige Mobiltelefone aus dem hinter dem Ladenlokal befindlichen Lager entwendet. Diese mache nach den Angaben des Beklagten einen Wert in Höhe von 6.040,- € aus. Der Kläger befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Verkaufsgespräch. Der Beklagte zahlte weder den Lohn für den Monat Mai 2011 noch die Provisionen. Im Wege der Widerklage begehrte er die Zahlung des Betrages für die entwendeten Mobiltelefone.</p>
<p>Das Arbeitsgericht Oberhausen hat durch Urteil vom 24.11.2011 den Zahlungsanträgen des Klägers entsprochen und die Widerklage abgewiesen. Der Beklagte durfte nicht in zulässiger Weise gegen die Lohnansprüche des Klägers aufrechnen. Einen Schadenersatzanspruch hat es verneint, weil dem Kläger nur leichteste Fahrlässigkeit anzulasten sei. Im Rahmen der Grundsätze der eingeschränkten Haftung von Arbeitnehmern besteht für diesen Grad der Fahrlässigkeit keine Ersatzpflicht.</p>
<p>ArbG Oberhausen, 2 Ca 1013/11. Urt. v. 24.11.2011</p>
<p>Quelle: PM des ArbG Oberhausen v. 29.11.2011</p>
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		</item>
		<item>
		<title>LAG Düsseldorf: Außerordentliche betriebsbedingte Kündigungen nach Kündigungsverzicht unwirksam</title>
		<link>http://rechtsanwalt.g-brand.de/2011/11/30/lag-dusseldorf-auserordentliche-betriebsbedingte-kundigungen-nach-kundigungsverzicht-unwirksam/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 11:02:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Brand</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>

		<category><![CDATA[Kündigung]]></category>

		<category><![CDATA[Kündigungsverzicht]]></category>

		<category><![CDATA[Lohnverzicht]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf hat heute in sechs Berufungsverfahren ent-schieden, dass die von einem Krankenhaus in kirchlicher Trägerschaft ausgesprochenen außerordentlichen betriebsbedingten Kündigungen rechtsunwirksam sind. Als Gegenleistung für den Verzicht auf das Weihnachtsgeld sah eine Dienstvereinbarung den Verzicht auf ordentliche betriebsbedingte Kündigungen bis zum 31.12.2011 vor. Die Beklagte hatte vorgetragen, aufgrund einer&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf hat heute in sechs Berufungsverfahren ent-schieden, dass die von einem Krankenhaus in kirchlicher Trägerschaft ausgesprochenen außerordentlichen betriebsbedingten Kündigungen rechtsunwirksam sind. Als Gegenleistung für den Verzicht auf das Weihnachtsgeld sah eine Dienstvereinbarung den Verzicht auf ordentliche betriebsbedingte Kündigungen bis zum 31.12.2011 vor. Die Beklagte hatte vorgetragen, aufgrund einer unerwartet hohen Tarifsteigerung ab dem Jahr 2011 habe sie im Januar 2011 zur Abwendung einer drohenden Insol-venz 121 außerordentliche betriebsbedingte Kündigungen aussprechen müssen. Der Ausspruch der Kündigungen erfolgte nach Abschluss einer Auswahlrichtlinie und eines Sozialplans mit der Mitarbeitervertretung.<br />
Ebenso wie die Vorinstanz, das Arbeitsgericht Duisburg, hat das Landesarbeitsgericht Düsseldorf den Kündigungsschutzklagen stattgegeben. Es ist davon ausgegangen, dass die Rechte der Beschäftigten aus der Dienstvereinbarung, d.h. der Kündigungsverzicht, jedenfalls als Gesamtzusage individualvertraglich weiter wirksam waren. Diese Rechte wurden durch den Abschluss der nachfolgenden Auswahlrichtlinie und des Sozialplans nicht aufgehoben. Auch einen Wegfall der Geschäftsgrundlage hat das Landesarbeitsgericht nicht angenommen. Den Anforderungen an eine außerordentliche betriebsbedingte Kündigung genügte der Sachvortrag der Beklagten nicht. Hierbei hat die Kammer u.a. berücksichtigt, dass der Kündigungsverzicht be-reits in Kenntnis einer schwierigen wirtschaftlichen Situation vereinbart worden war. Es reichte ebenso nicht aus, dass die Bank des Bistums nur bei Ausspruch der Kündigungen bereit gewesen sei, die Kreditlinie zu erhöhen.<br />
Die Revision ist durch das Landesarbeitsgericht nicht zugelassen worden.<br />
LAG Düsseldorf, Urt. v. 23.11.2011<br />
12 Sa 926/11, 12 Sa 928/11, 12 Sa 946/11, 12 Sa 982/11, 12 Sa 1079/11 und 12 Sa 1164/11</p>
<p>Quelle: PM des LAG Düsseldorf v. 23.11.2011</p>
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		<title>Neues Mietrecht - Referentenentwurf weitergeleitet</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 13:04:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Brand</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gesetzgebung]]></category>

		<category><![CDATA[Mietrechtsreform]]></category>

		<category><![CDATA[Referentenentwurf]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 17.11.2011 wurde der Referentenentwurf zur Mietrechtsreform an die Länder und die Verbände zur Stellungnahme weitergeleitet. Der Referentenentwurf sieht folgende Änderungen beim Mietrecht vor:

I. Energetische Modernisierung

Das Mietrecht muss dafür sorgen, dass Nutzen und Lasten einer  energetischen Modernisierung fair zwischen Vermieter und Mieter verteilt  werden.

- Die Vorschriften über&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 17.11.2011 wurde der Referentenentwurf zur Mietrechtsreform an die Länder und die Verbände zur Stellungnahme weitergeleitet. Der Referentenentwurf sieht folgende Änderungen beim Mietrecht vor:</p>
<p>I. Energetische Modernisierung</p>
<p>Das Mietrecht muss dafür sorgen, dass Nutzen und Lasten einer  energetischen Modernisierung fair zwischen Vermieter und Mieter verteilt  werden.</p>
<p>- Die Vorschriften über die Duldung von Erhaltungs- und  Modernisierungsmaßnahmen (bisher: § 554 BGB) werden reformiert. Größeres  Gewicht erhält der neu geschaffene Tatbestand der &#8220;energetischen  Modernisierung&#8221;. Er umfasst alle Maßnahmen, die zur Energieeinsparung in  Bezug auf die Mietsache beitragen, etwa den Einsatz von Solartechnik  für die Warmwasserbereitung oder die Umstellung von Ölheizung auf  Holzpellet-Heizung. Das schafft Rechtssicherheit für den  investitionswilligen Vermieter. Rein klimaschützende Maßnahmen oder  Maßnahmen wie die Installation einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach,  deren Strom der Vermieter in das öffentliche Stromnetz einspeist, muss  der Mieter zwar dulden. Sie berechtigen aber nicht zur Mieterhöhung.</p>
<p>- Energetische Modernisierungen sollen für eine begrenzte Zeit von  drei Monaten nicht mehr zu einer Mietminderung (§ 536 BGB) führen. Ist  etwa eine Dämmung der Außenfassade mit Baulärm verbunden, ist für die  Dauer von drei Monaten die Mietminderung wegen dieser Beeinträchtigung  ausgeschlossen. Ab dem vierten Monat mindert sich die Miete wie bisher,  sofern die Baumaßnahme bis dahin nicht abgeschlossen und die Nutzung der  Wohnung weiter beeinträchtigt ist. Der vorübergehende  Minderungsausschluss gilt nur für energetische Modernisierungen. Bei  anderen Modernisierungen (z.B. Modernisierung eines Bades) bleibt es  beim unbeschränkten Minderungsrecht.</p>
<p>- Bisher konnte sich der Beginn von Modernisierungsmaßnahmen  verzögern, wenn der Mieter vorträgt, dass die gesetzlich vorgesehene  Umlage von Modernisierungskosten eine für ihn unzumutbare  wirtschaftliche Härte sei. Diese Härtefallprüfung wird in das spätere  Mieterhöhungsverfahren verlagert, damit die Modernisierung zunächst ohne  Verzögerungen realisiert werden kann. Beruft sich also ein Mieter  darauf, dass er nach seinem Einkommen eine spätere Modernisierungsumlage  nicht verkraften kann, so kann der Vermieter die geplante Maßnahme  dennoch durchführen. Das schafft Planungssicherheit in der Bauphase. Der  Härtegrund der fehlenden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wird im  Mieterhöhungsverfahren nach Abschluss der Maßnahmen geprüft. Der Mieter  behält also seinen Schutz vor Mieterhöhungen, die er nicht tragen kann.  Er muss dann, wenn der Härtegrund gegeben ist, trotz zu duldender  Modernisierung später die erhöhte Miete nicht zahlen.</p>
<p>- Die formalen Anforderungen an die Begründungspflichten des  Vermieters bei Modernisierungen werden gesenkt, um überzogene  Anforderungen zu beseitigen. Der Vermieter kann sich etwa auf anerkannte  Pauschalwerte berufen, um die Wärmeleit-fähigkeit alter Fenster zu  beschreiben, die ausgetauscht werden sollen. Die Rechtsprechung verlangt  hier bisher teilweise kostspielige Sachverständigengutachten.</p>
<p>- Bei dem Grundsatz, dass die Kosten von Modernisierungsmaßnahmen mit  jährlich maximal elf Prozent auf die Miete umgelegt werden können, wird  das geltende Recht nicht verändert (§ 559 BGB). Die Umlagemöglichkeit  gilt auch für die energetische Modernisierung.</p>
<p>II. Contracting</p>
<p>Mit der Umstellung auf Contracting (gewerbliche Wärmelieferung durch  ein spezialisiertes Unternehmen) kann Energie gespart oder effizienter  genutzt werden. Vermieter, die bisher in Eigenregie für die  Wärmeversorgung ihrer Häuser gesorgt haben, können einen Beitrag zu  Klimaschutz und Ressourcenschonung leisten, wenn sie einen gewerblichen  Wärmelieferanten beauftragen, der in der Regel in eine neue, sparsamere  Heizungsanlage investiert. Die Umlage der Contractingkosten auf den  Mieter anstelle der bisherigen Heizkosten, und damit ein  Umstellungsanspruch des Vermieters, soll nun gesetzlich geregelt werden.</p>
<p>Wenn Vermieter von der Wärmeversorgung in Eigenregie auf  Wärmelieferung durch einen gewerblichen Anbieter umstellen, können sie  die Kosten dieser Wärmelieferung künftig unter folgenden Voraussetzungen  als Betriebskosten auf den Mieter umlegen: Die Umstellung muss zu einer  Effizienzsteigerung der Heizungsanlage führen, und die Umstellung muss  für den Mieter kostenneutral sein. Außerdem muss die Umstellung  rechtzeitig zuvor angekündigt werden, damit der betroffene Mieter prüfen  kann, ob die Voraussetzungen für eine spätere Umlage als Betriebskosten  tatsächlich vorliegen.</p>
<p>III. Bekämpfung des „Mietnomadentums“</p>
<p>Die Bekämpfung des „Mietnomadentums“ kann durch neue Verfahrensregeln verbessert werden:</p>
<p>- Mit einer neuen Hinterlegungsanordnung kann der Mieter verpflichtet  werden, die Monat für Monat auflaufende Miete für die Dauer eines  laufenden Gerichtsverfahrens zu hinterlegen. Damit soll verhindert  werden, dass der Vermieter durch das Gerichtsverfahren einen  wirtschaftlichen Schaden erleidet, weil der Mieter am Ende des Prozesses  nicht mehr in der Lage ist, die während des Prozesses aufgelaufenen  Mietschulden zu bezahlen. Befolgt der Mieter bei einer Räumungsklage  wegen Zahlungsverzugs eine vom Gericht erlassene Hinterlegungsanordnung  nicht, kann der Vermieter im Wege des einstweiligen Rechtschutzes  schneller als bislang ein Räumungsurteil erwirken.</p>
<p>- Die in der Praxis entwickelte &#8220;Berliner Räumung&#8221; erleichtert die  Vollstreckung von Räumungsurteilen. Sie soll auf eine gesetzliche  Grundlage gestellt werden. Hat ein Vermieter vor Gericht ein  Räumungsurteil erstritten, soll der Gerichtsvollzieher die Wohnung  räumen können, ohne gleichzeitig die – oft kostenaufwendigen -  Wegschaffung und Einlagerung der Gegenstände in der Wohnung  durchzuführen. Die Räumung kann also darauf beschränkt werden, den  Schuldner aus dem Besitz der Wohnung zu setzen. Auf diese Weise fällt  kein Kostenvorschuss für Abtransport und Einlagerung der in der Wohnung  verbleibenden Gegenstände an. Die Haftung des Vermieters für die vom  Schuldner zurückgelassenen Gegenstände wird auf Vorsatz und grobe  Fahrlässigkeit begrenzt.</p>
<p>- Wenn der Gerichtsvollzieher an der Wohnungstür klingelt, um ein  Räumungsurteil zu vollstrecken, öffnet manchmal ein Unbekannter die Tür  und behauptet, Untermieter zu sein. Auch wenn der Vermieter von der  Untermiete nichts wusste, kann die Wohnung zunächst nicht geräumt  werden, weil das Räumungsurteil nur gegen die Personen wirkt, die dort  benannt sind. Ein neuer Anspruch im einstweiligen Verfügungsverfahren  gibt dem Vermieter die Möglichkeit, in dieser Situation schnell einen  weiteren Räumungstitel auch gegen den unberechtigten Untermieter zu  bekommen.<br />
IV. Unterbindung des „Münchener Modells“</p>
<p>Der bewährte Mieterschutz bei der Umwandlung von Mietshäusern in  Eigentumswohnungen darf nicht umgangen werden. Der bereits bestehende  Schutz (§ 577a BGB) gilt für drei Jahre nach Umwandlung, die  Landesregierungen können diese Frist für gefährdete Gebiete  (Ballungsräume) bis auf zehn Jahre verlängern. Beim „Münchener Modell“  umgehen Erwerber von Miethäusern diesen Schutz, indem sie noch vor  Umwandlung in Wohneigentum wegen des Eigenbedarfs einzelner Erwerber  kündigen. Diese Schutzlücke wird geschlossen.</p>
<h2>Mehr zum Thema</h2>
<li class="publication"><a href="http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/pdfs/RefE_Mietrechtsaenderungsgesetz.html?nn=1468940" target="_blank">Referentenentwurf zum Mietrechtsänderungsgesetz</a></li>
<p>Quelle: PM des BMJ v. 17.11.2011</p>
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		<title>BAG: Wenn die “Geheimsprache” keiner mehr versteht</title>
		<link>http://rechtsanwalt.g-brand.de/2011/11/25/bag-wenn-die-geheimsprache-keiner-mehr-versteht/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 12:55:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Brand</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>

		<category><![CDATA[Formulierung]]></category>

		<category><![CDATA[Zeugnis]]></category>

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		<description><![CDATA[
<p align="center"><strong> Zeugnis - verschlüsselte Formulierung </strong></p>
<p align="justify"> Nach § 109 Abs. 1 GewO hat der Arbeitnehmer bei Beendigung des  Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis. Das Zeugnis  darf gemäß § 109 Abs. 2 Satz 2 GewO keine Formulierungen enthalten, die  den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder dem Wortlaut&#8230;</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center"><strong> Zeugnis - verschlüsselte Formulierung </strong></p>
<p align="justify"> Nach § 109 Abs. 1 GewO hat der Arbeitnehmer bei Beendigung des  Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis. Das Zeugnis  darf gemäß § 109 Abs. 2 Satz 2 GewO keine Formulierungen enthalten, die  den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder dem Wortlaut  ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen (Grundsatz der  Zeugnisklarheit).</p>
<p>Der Kläger war in der Zeit vom 1. April 2004  bis zum 28. Februar 2007 als Mitarbeiter im „SAP Competence Center“ der  Beklagten beschäftigt. Die Beklagte erteilte ihm unter dem  Beendigungsdatum ein Zeugnis. Dieses enthielt auszugsweise folgenden  Absatz:</p>
<blockquote><p>„Wir haben den Kläger als sehr  interessierten und hochmotivierten Mitarbeiter kennen gelernt, der stets  eine sehr hohe Einsatzbereitschaft zeigte. Der Kläger war jederzeit  bereit, sich über die normale Arbeitszeit hinaus für die Belange des  Unternehmens einzusetzen. Er erledigte seine Aufgaben stets zu unserer  vollen Zufriedenheit.“</p></blockquote>
<p>Der Kläger wendet sich, soweit  für die Revisionsinstanz noch maßgeblich, gegen die Formulierung  „kennen gelernt“. Er hat die Auffassung vertreten, diese Formulierung  werde in der Berufswelt überwiegend negativ verstanden. Damit bringe der  Arbeitgeber verschlüsselt zum Ausdruck, dass gerade das Gegenteil der  jeweiligen Aussage zutreffe. Die Vorinstanzen haben die Klage  abgewiesen.</p>
<p>Die Revision des Klägers war vor dem Neunten Senat  ohne Erfolg. Die im Zeugnis der Beklagten enthaltene Formulierung, „als  sehr interessierten und hochmotivierten Mitarbeiter kennen gelernt“,  erweckt aus Sicht des objektiven Empfängerhorizonts nicht den Eindruck,  die Beklagte attestiere dem Kläger in Wahrheit Desinteresse und fehlende  Motivation.</p>
<p><em>   BAG, Urt. v. 15.11.2011 - 9 AZR 386/10 -</em></p>
<p>Quelle: PM des BAG v. 15.11.2011</p>
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		<item>
		<title>BAG: Pflegezeit nicht splittbar</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 12:51:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Brand</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>

		<category><![CDATA[Pflegezeit]]></category>

		<category><![CDATA[Teilbarkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[
<p align="justify"> Gemäß § 3 Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes über die Pflegezeit (PflegeZG) sind  Beschäftigte in Betrieben, in denen der Arbeitgeber mehr als  15 Arbeitnehmer beschäftigt, von der Arbeitsleistung vollständig oder  teilweise freizustellen, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen  Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen. Die Pflegezeit nach § 3  PflegeZG beträgt für jeden pflegebedürftigen nahen Angehörigen&#8230;</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"> Gemäß § 3 Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes über die Pflegezeit (PflegeZG) sind  Beschäftigte in Betrieben, in denen der Arbeitgeber mehr als  15 Arbeitnehmer beschäftigt, von der Arbeitsleistung vollständig oder  teilweise freizustellen, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen  Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen. Die Pflegezeit nach § 3  PflegeZG beträgt für jeden pflegebedürftigen nahen Angehörigen höchstens  sechs Monate (§ 4 Abs. 1 Satz 1 PflegeZG).</p>
<p>Unter dem 12. Februar  2009 teilte der Kläger der beklagten Arbeitgeberin mit, er werde im  Zeitraum vom 15. bis 19. Juni 2009 seine pflegebedürftige Mutter  (Pflegestufe I) unter Inanspruchnahme von Pflegezeit nach § 3 Abs. 1  PflegeZG in häuslicher Umgebung pflegen. Dem stimmte die Beklagte zu.  Mit Schreiben vom 9. Juni 2009 zeigte der Kläger an, er werde seine  Mutter auch am 28. und 29. Dezember 2009 pflegen. Die Beklagte  widersprach dem. Der Kläger sei nicht berechtigt, für denselben  Angehörigen Pflegezeit in mehreren Zeitabschnitten zu nehmen. Der Kläger  begehrt die Feststellung, dass ihm weiterhin Pflegezeit bis zu einer  Gesamtdauer von sechs Monaten abzüglich der bereits genommenen Woche  zusteht.</p>
<p>Die Klage war vor dem Neunten Senat - wie schon in den  Vorinstanzen - ohne Erfolg. § 3 Abs. 1 PflegeZG gibt dem Arbeitnehmer  ein einmaliges Gestaltungsrecht, das er durch die Erklärung gegenüber  dem Arbeitgeber, Pflegezeit zu nehmen, ausübt. Mit der erstmaligen  Inanspruchnahme von Pflegezeit ist dieses Recht erloschen. Dies gilt  selbst dann, wenn die genommene Pflegezeit die Höchstdauer von sechs  Monaten unterschreitet.</p>
<p><em>  BAG, Urt. v. 15.11.2011 - 9 AZR 348/10 -</em></p>
<p>Quelle: PM des BAG v. 15.11.2011</p>
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		<item>
		<title>BGH definiert “Internetverträge”</title>
		<link>http://rechtsanwalt.g-brand.de/2011/11/25/bgh-definiert-internetvertrage-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 12:44:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Brand</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[In seiner Entscheidung vom 



  4. März 2010 - III ZR 79/09 nimmt der BGH zu den verschiedenen Formen von "Internetverträgen" Stellung, so definiert das höchste deutsche Zivilgericht z.b. den "



  Access-Provider-Vertrag"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner Entscheidung vom <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" /><meta name="ProgId" content="Word.Document" /><meta name="Generator" content="Microsoft Word 12" /><meta name="Originator" content="Microsoft Word 12" /></p>
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		<title>BVerfG: Zur Zulässigkeit von Promibildern</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 12:44:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Brand</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[
<p align="justify">Beschwerdeführer sind Prinzessin Caroline von Hannover und zwei Presseverlage. Die Verlegerin der Zeitschrift "Frau im Spiegel" hatte über eine Erkrankung des Fürsten Rainier von Monaco, über eine mögliche Teilnahme der Beschwerdeführerin an einem Gesellschaftsball sowie über einen beliebten Wintersportort berichtet und den Beiträgen jeweils Fotografien beigegeben, welche die Beschwerdeführerin zusammen&#8230;</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Beschwerdeführer sind Prinzessin Caroline von Hannover und zwei Presseverlage. Die Verlegerin der Zeitschrift &#8220;Frau im Spiegel&#8221; hatte über eine Erkrankung des Fürsten Rainier von Monaco, über eine mögliche Teilnahme der Beschwerdeführerin an einem Gesellschaftsball sowie über einen beliebten Wintersportort berichtet und den Beiträgen jeweils Fotografien beigegeben, welche die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Ehemann im Urlaub zeigen. Die Verlegerin der Zeitschrift &#8220;7 Tage&#8221; hatte über die Vermietung einer Ferienvilla der Eheleute berichtet und diesen Beitrag mit einem Foto bebildert, das die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Ehemann im Urlaub zeigt.</p>
<p align="justify">Die Unterlassungsklagen der Beschwerdeführerin Caroline von Hannover vor den Zivilgerichten waren gegen die Bildberichterstattung gerichtet. Der Bundesgerichtshof ließ nur die Veröffentlichung des Fotos zu, mit dem der Beitrag über eine Erkrankung des Fürsten von Monaco bebildert war. Im Übrigen bestätigte er das von den Vorinstanzen ausgesprochene Verbot, insbesondere billigte er das Verbot des Fotos, das dem Beitrag über die Vermietung der Ferienvilla beigegeben war.</p>
<p align="justify">Die Verfassungsbeschwerden der Beschwerdeführerin Caroline von Hannover und der Verlegerin der Zeitschrift &#8220;Frau im Spiegel&#8221; hatten keinen Erfolg. Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts stellte fest, dass der Bundesgerichtshof die berührten Belange beider Parteien in verfassungsrechtlich nicht zu beanstandender Weise einander zugeordnet und dabei auch die maßgeblichen Vorgaben aus der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte berücksichtigt hat (1 BvR 1602/07 und 1 BvR 1626/07).</p>
<p align="justify">Die Verfassungsbeschwerde des die Zeitschrift &#8220;7 Tage&#8221; verlegenden Verlages hatte dagegen Erfolg. Die angegriffenen Entscheidungen verletzen den Verlag in seiner Pressefreiheit. Den Erwägungen der Gerichte lässt sich nicht zureichend entnehmen, warum der Gegenstand der Wortberichterstattung, der die Vermietung der Ferienvilla betrifft, nicht die Beigabe einer visuellen Darstellung der Beschwerdeführerin rechtfertigt (1 BvR 1606/07).</p>
<p><strong>Der Entscheidung liegen im Wesentlichen folgende Erwägungen zu Grunde:</strong></p>
<ol>
<li>Die Grundrechte der Pressefreiheit und des Schutzes der Persönlichkeit sind nicht vorbehaltlos gewährleistet. Zu den die Pressefreiheit beschränkenden allgemeinen Gesetzen zählen unter anderem die Vorschriften der §§ 22 ff. des    Kunsturhebergesetzes (KUG) und die Rechtsgrundsätze des zivilrechtlichen Persönlichkeitsschutzes, aber auch das in Art. 8 EMRK verankerte Recht auf Achtung des Privatlebens. Die in dem Kunsturhebergesetz enthaltenen Regelungen sowie die von Art. 10 EMRK verbürgte Äußerungsfreiheit beschränken zugleich als Bestandteil der verfassungsmäßigen Ordnung den Persönlichkeitsschutz.<br />
<blockquote><p>     Auch die &#8220;bloße Unterhaltung&#8221; nimmt am Schutz der Pressefreiheit teil. Unterhaltung kann wichtige gesellschaftliche Funktionen    erfüllen, so wenn sie Realitätsbilder vermittelt und Gesprächsgegenstände zur Verfügung stellt, an die sich Diskussionsprozesse anschließen können, die sich auf Lebenseinstellungen, Werthaltungen und Verhaltensmuster beziehen. Der Schutz der Pressefreiheit umfasst auch unterhaltende Beiträge über das Privat- und Alltagsleben prominenter Personen und ihres sozialen Umfelds, insbesondere der ihnen nahestehenden Personen. Es würde die Pressefreiheit in einer mit Art. 5 Abs. 1 GG    unvereinbaren Weise einengen, bliebe die Lebensführung dieses Personenkreises einer Berichterstattung außerhalb der von ihnen ausgeübten Funktionen entzogen. Dabei dürfen nicht nur skandalöse, sittlich oder rechtlich zu beanstandende Verhaltensweisen, sondern auch die Normalität des Alltagslebens und in keiner Weise anstößige Handlungsweisen prominenter Personen der Öffentlichkeit vor Augen geführt werden, wenn dies der Meinungsbildung zu Fragen von allgemeinem Interesse dienen kann.</p></blockquote>
<p>Von der Pressefreiheit ist die Befugnis der Massenmedien umfasst, selbst zu entscheiden, was sie für berichtenswert halten. Dabei haben sie den Persönlichkeitsschutz Betroffener zu  berücksichtigen. Im Streitfall allerdings obliegt die maßgebliche Gewichtung des Informationsinteresses bei der Abwägung mit gegenläufigen Interessen der Betroffenen den Gerichten. Im Zuge der Gewichtung des Informationsinteresses haben diese allerdings von einer inhaltlichen Bewertung der Darstellung als wertvoll oder wertlos abzusehen und sind auf die Prüfung und Feststellung begrenzt, in welchem Ausmaß der Bericht einen Beitrag für den    Prozess der öffentlichen Meinungsbildung zu leisten vermag. Für die Gewichtung des Persönlichkeitsschutzes wird neben den    Umständen der Gewinnung der Abbildung etwa durch Ausnutzung von Heimlichkeit oder beharrliche Nachstellung auch bedeutsam, in welcher Situation der Betroffene erfasst und wie er dargestellt wird. Dem Schutzanspruch des Persönlichkeitsrechts kann insoweit auch außerhalb der Voraussetzungen einer örtlichen Abgeschiedenheit ein erhöhtes Gewicht zukommen, so wenn die<br />
Medienberichterstattung den Betroffenen in Momenten der Entspannung und des Sich-Gehen-Lassens außerhalb der Einbindung in die Pflichten des Berufs und Alltags erfasst, wenn er erwarten darf, keinen Bildnachstellungen ausgesetzt zu sein. Das    Schutzbedürfnis ist infolge des Fortschritts der Aufnahmetechnik und der Verfügbarkeit kleiner Aufnahmegeräte gestiegen. Äußerungen in der und durch die Presse wollen in der Regel zur Bildung der öffentlichen Meinung beitragen. Das Grundrecht aus    Art. 5 Abs. 1 GG gebietet allerdings nicht, generell zu unterstellen, dass mit jedweder visuellen Darstellung aus dem Privat- und Alltagsleben prominenter Personen ein Beitrag zur Meinungsbildung verbunden ist. Auch bisher hat das    Bundesverfassungsgericht nicht anerkannt, dass die Presse einen schrankenlosen Zugriff auf Personen der Zeitgeschichte nehmen darf, sondern hat Bildveröffentlichungen nur insoweit als gerechtfertigt angesehen, als dem Publikum sonst Möglichkeiten der Meinungsbildung vorenthalten werden. Verfassungsrechtlich nicht gewährleistet ist demgegenüber, dass eine Person von    zeitgeschichtlichem Interesse bei Aufenthalten außerhalb einer Situation räumlicher Abgeschiedenheit stets und ohne    Beschränkungen für die Zwecke medialer Berichterstattung fotografiert werden darf.</li>
</ol>
<p>III. Es ist Sache der Fachgerichte, den Informationswert einer Berichterstattung und ihrer Bebilderung anhand des Bezugs zur<br />
öffentlichen Meinungsbildung zu ermitteln und der Pressefreiheit abwägend die mit der Gewinnung und Verbreitung einer Abbildung verbundenen Beeinträchtigungen des Persönlichkeitsschutzes gegenüber zu stellen. Das Bundesverfassungsgericht ist auf die Nachprüfung beschränkt, ob die Fachgerichte bei der Auslegung und Anwendung der Vorschriften des einfachen Rechts und insbesondere bei der Abwägung miteinander kollidierender Rechtsgüter den Grundrechtseinfluss sowie die auch verfassungsrechtlich zu beachtenden Maßgaben der Europäischen Menschenrechtskonvention ausreichend beachtet haben. Dass das Abwägungsergebnis auch anders hätte ausfallen können, ist kein hinreichender Grund für die verfassungsgerichtliche Korrektur einer Entscheidung der Fachgerichte.</p>
<p>IV. Nach diesen Maßstäben gilt im konkreten Fall folgendes:</p>
<p>1. Der Bundesgerichtshof war verfassungsrechtlich nicht grundsätzlich gehindert, bei der rechtlichen Beurteilung der<br />
Voraussetzungen der Zulässigkeit einer Bildberichterstattung von seiner bisherigen Rechtsprechung abzuweichen und sein<br />
Schutzkonzept durch einen Verzicht auf eine Nutzung der bisher in Anlehnung an die Literatur entwickelten Rechtsfigur der<br />
Person der Zeitgeschichte zu modifizieren. Da der Begriff der Person der Zeitgeschichte verfassungsrechtlich nicht vorgegeben ist, steht es den Fachgerichten von Verfassungs wegen frei, ihn in Zukunft nicht oder nur noch begrenzt zu nutzen und stattdessen im Wege der einzelfallbezogenen Abwägung über das Vorliegen eines Bildnisses aus dem &#8220;Bereich der Zeitgeschichte&#8221; zu entscheiden.</p>
<p>2. Nach den aufgezeigten Maßstäben erweisen sich die Verfassungsbeschwerde der Beschwerdeführerin Caroline von<br />
Hannover und des die Zeitschrift &#8220;Frau im Spiegel&#8221; verlegenden Verlages als nicht begründet. Der Bundesgerichtshof hat die<br />
berührten Belange beider Parteien in verfassungsrechtlich nicht zu beanstandender Weise zugeordnet und dabei auch die<br />
maßgeblichen Vorgaben aus der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte berücksichtigt. Insbesondere durfte der Bundesgerichtshof - auch nach den Maßstäben der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs - in der Berichterstattung über eine Erkrankung des regierenden Fürsten von Monaco ein Ereignis von allgemeinem Interesse sehen, das<br />
einen hinreichenden Bezug zu der veröffentlichten Abbildung aufweist.</p>
<p>3. Hingegen ist die Pressefreiheit verletzt, indem der Verlegerin der Zeitschrift &#8220;7 Tage&#8221; die Beigabe einer visuellen<br />
Darstellung der Beschwerdeführerin zu einem Beitrag über die Vermietung einer Ferienvilla in Kenia verboten worden ist. Die<br />
Gerichte haben es unterlassen, den Informationsgehalt des Berichts näher zu würdigen, der in der Zeitschrift mit den<br />
Worten eingeleitet werden war &#8220;Auch die Reichen und Schönen sind sparsam. Viele vermieten ihre Villen an zahlende Gäste&#8221;.<br />
In dem Bericht ging es nicht um die Beschreibung einer Urlaubsszene als Teil des Privatlebens. Vielmehr wurde ein<br />
Bericht über die Vermietung einer Ferienvilla der Eheleute und über ähnliche Aktionen anderer Prominenter   mit wertenden<br />
Anmerkungen kommentiert, die Anlass für sozialkritische Überlegungen der Leser sein können. Die auf dem verwendeten<br />
Lichtbild dargestellte Situation lässt auch nichts dafür erkennen, dass die Prinzessin von Hannover bei einer in<br />
besonderem Maße typischen Entspannungsbedürfnissen gewidmeten und daher gegenüber medialer Aufmerksamkeit und Darstellung in erhöhtem Umfang schutzbedürftigen Tätigkeit abgebildet worden war. Das von dem Bundesgerichtshof bestätigte Verbot war daher aufzuheben und muss erneut anhand der von dem Senat aufgezeigten Maßstäbe überprüft werden.</p>
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