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 <title>Research Blogging - Anthropology - German</title>
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 <updated>2012-05-26T04:00:01Z</updated>
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   <name>Research Blogging</name>
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   <title type="html"><![CDATA[Bipedie ist immer gut!]]></title>
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	  <name><![CDATA[Eric, AFFE]]></name>
	</author>
   <updated>2012-04-04T08:58:00Z</updated>
   <!-- 2003-12-13T18:30:02Z -->
   <summary type="html"><![CDATA[Meldung über potentiell aufrecht gehende Fossilien sind immer interessant. Aber es gibt unterschiedliche Arten von aufrechten Gängen und nicht jeder ist tatsächlich eine Meldung wert. Hier ein Beispiel wie etwas (scheinbar) sensationelles im Grunde genommen total banal ist.

Der aufrechte Gang. Neben unserer Fähigkeit sich über Gott (oder Nicht-Gott) und die Welt zu unterhalten ist es vielleicht das Merkmal mit dem es am leichtesten ist, einen Menschen zu erkennen. Eine der am häufigsten gestellten und auch am häufigsten diskutierten Fragen, wenn man einen potentiellen Hominiden findet, ist die, ob und falls ja, wie dieses Vieh auf zwei Beinen gegangen ist. Das ist natürlich teilweise schwer zu beantworten, wenn man nur einen Schädel und ein paar Zähne hat, was nicht heißt das es nicht trotzdem versucht wird.

Doch die Frage, ob das betroffene Fossil aufrecht gehen konnte ist eigentlich gar nicht so wichtig, vielmehr ist wichtig herauszufinden, ob das Fossil in der Lage war permanent auf zwei Beinen zu gehen.In der Fachsprache unterscheidet man daher&nbsp;auch&nbsp;zwischen fakultativer und habitueller Bipedie.

Tiere die fakultativ Biped sind, sind in der Lage für kurze Strecken auf zwei Beinen zu gehen, tun dies jedoch nicht dauerhaft und nur unter bestimmten Bedingungen. Im Grunde genommen sind alle „höheren“ Primaten, also Alt- und Neuweltaffen zu einem gewissen Grade zu fakultativer Bipedie in der Lage. In jedem Falle sind alle Menschenaffen mindestens zu fakultativer Bipedie in der Lage. Einige tun dies sogar ziemlich oft. Trotzdem ist ihr Bewegungsapparat nicht auf diese Art von Fortbewegungsweise angepasst.Menschen&nbsp;hingegen sind habituell Biped, genauso wie alle Vögel (zumindest wenn sie am Boden sind), und wahrscheinlich noch ein paar andere Tiergruppen. Einige Dinosaurier waren auch habituell Biped. Genauer gesagt bedeutet habituelle Bipedie nichts anderes, als dass der betroffene Organismus sich, grundsätzlich auf zwei Beinen fortbewegt und sein Bewegungsapparat auf diese Art von Fortbewegung angepasst ist.

Wie schon bereits gesagt, sind alle rezenten Menschenaffen zu fakultativer Bipedie in der Lage. Das bedeutet, dass es recht wahrscheinlich war, dass auch der letzte gemeinsame Vorfahr aller Menschenaffen zu fakultativer Bipedie in der Lage war, was wiederum bedeutet, dass dieses Merkmal ein gemeinsames, ursprüngliches Merkmal aller Menschenaffen ist.Wenn ich Knochen finde bei denen ich mir ziemlich sicher bin, dass es sich auf jeden Fall um irgendeine Form von Menschenaffe handelt und die Grundhypothese „Alle Menschenaffen sind mindestens zu fakultativer Bipedie in der Lage“ lautet, welche Frage wäre dann wichtig zu beantworten?Da wir Hypothesen widerlegen müssen um Erkenntnisse zu gewinnen, müssten wir entweder herausfinden, ob das Fossil nicht zu fakultativer Bipedie in der Lage wäre, womit wir möglicherweise unsere Grundhypothese widerlegt hätten. Die Möglichkeit wäre, herauszufinden, ob das Fossil zu habitueller Bipedie in der Lage gewesen ist, was es, auch wenn ich diese Handhabung etwas komisch finde, sehr wahrscheinlich in unsere Stammlinie bringen würde.Wenn ich jetzt z.B.&nbsp;einen Haufen Fußknochen finde, die zwischen 3 und 4 Millionen Jahre alt sind und die vermutlich irgendwo in unsere nähere Verwandtschaft fallen, welches Statement ist an dieser Stelle vollkommen inhaltslos?

„...when on the ground it was at least facultatively bipedal”&nbsp;(Haile-Selassie et al. 2012; S. 568)

Ganz genau, so ein Statement. Vielen Dank an Haile-Selassie und Kollegen für diese Demonstration. Ganz schön doof, wenn man im Grunde genommen nichts hat und daraus einen Artikel zusammenschustern muss.

Literatur:

Haile-Selassie, Y., Saylor, B., Deino, A., Levin, N., Alene, M., Latimer, B. (2012). A new hominin foot from Ethiopia shows multiple Pliocene bipedal adaptations Nature, 483 (7391), 565-569. DOI: 10.1038/nature10922...<br><br><div style="background-color: #eee; padding: 6px; font-size: 11px;">

	    <p>
    Haile-Selassie, Y., Saylor, B., Deino, A., Levin, N., Alene, M., & Latimer, B. (2012) <a href="http://dx.doi.org/10.1038/nature10922" class="blue">A new hominin foot from Ethiopia shows multiple Pliocene bipedal adaptations</a>. Nature, 483(7391), 565-569. DOI:&nbsp;<a href="http://dx.doi.org/10.1038/nature10922" class="blue">10.1038/nature10922</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?doi=10.1038/nature10922"></script><noscript><a href="http://pubget.com/doi/10.1038/nature10922">A new hominin foot from Ethiopia shows multiple Pliocene bipedal adaptations</a></noscript>    </p>
</div><br>]]></summary>
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   <title type="html"><![CDATA[Unsere Verwandtschaft zu den Menschenaffen und was es da so an Schwierigkeiten gibt]]></title>
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      <category term="Anthropology" />
      <author>
	  <name><![CDATA[Eric, AFFE]]></name>
	</author>
   <updated>2011-11-09T10:24:00Z</updated>
   <!-- 2003-12-13T18:30:02Z -->
   <summary type="html"><![CDATA[Sich mit taxonomischen Fragestellungen auseinanderzusetzen ist in aller Regel eine ziemlich undankbare Aufgabe. In irgendeiner Art und Weise tritt man immer irgendjemanden auf die Füße und in aller Regel dauert es nicht sonderlich lange, bis dieser jemand irgendetwas findet, was an den eigenen Ergebnisse nicht so ganz stimmig ist.

Das übliche Argument was kommt, ist dass die gefundenen Gemeinsamkeiten zwischen zwei, oder mehreren Arten, auf Parallelentwicklungen beruhen und daher nicht die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse widerspiegeln. Dieses Argument kommt praktisch immer, wenn eine Studie zu den phylogenetischen Beziehungen zwischen großen Menschenaffen, fossilen Menschenformen und dem modernen Menschen publiziert werden, bzw. wenn irgendein neues Fossil gefunden wurde.Die Morphologie hat in der Tat einen schweren Stand wenn es um dieses Problemfeld geht, da sie in schöner Regelmäßigkeit daran scheitert die Ergebnisse molekulargenetischer Studien zu diesem Thema zu reproduzieren (siehe Wood und Collard, 2002, Strait und Grine, 2004 sowie Wood und Harrison, 2010).

Stammbaum zu den phylogenetischen Verwandtschaftsverhältnissen zwischen afrikanischen Mernschenaffen und Menschen nach molekulargenetischen Erkenntnissen.

Die Konsequenz aus dieser Problematik ist dass Verwandtschaftshypothesen die auf diesen Merkmalen beruhen schon von vorneherein mit enormer Skepsis begegnet wird. Dies ist vor allem deshalb relativ problematisch, da man auf morphologische Merkmale angewiesen ist, wenn es darum geht fossile Formen taxonomisch richtig zuordnen zu können.  

Doch haben diese Schwierigkeiten, tatsächlich etwas mit parallelen Entwicklungen zu tun, oder können diese auch woanders begründet sein? 

Um diese Frage beantworten zu können, stellen wir uns erstmal eine Modellpopulation „P“ vor.

1. In dieser Population gibt es eine Reihe von Merkmalen, die extrem polymorph sind, d.h. sie können in mehr als einer „Ausführung“ innerhalb der Population vorkommen. Um das ganze übersichtlich zu halten, betrachten wir hier allerdings nur zwei Merkmale.

Das erste Merkmal hat entweder die Zustände "+" oder "-"&nbsp;Das zweite Merkmal hat entweder die Zustände "Kreis" oder "Quadrat" (ich bin leider zu inkompetent um hier die Symbole hierfür einzufügen)

2. Nun spaltet sich eine Subpopulation, nennen wir sie „P1“ von der Hauptpopulation ab.

3. Kurz nachdem sich P1 abgespaltet hat, spaltet sich nun der Rest von „P“ in zwei weitere Subpopulationen „P2“ und „P3“ auf.

Wenn wir uns das Abspaltungsmuster betrachten, erkennen wir, dass P2 und P3 näher miteinander verwandt sind, da sich ihre Linien erst getrennt haben, nachdem sich P1 abgespalten hat. Wenn wir jetzt allerdings nicht dabei waren als sich die Populationen aufgespaltet haben, was quasi immer der Fall ist, wenn wir uns reale Verwandtschaftsverhältnisse ansehen, so sind wir auf die Merkmale angewiesen um einen phylogenetischen Baum rekonstruieren zu können. Das Problem in unserem Falle ist jedoch, dass die Merkmale die uns zur Verfügung stehen kein klares Signal aussenden. Stattdessen unterscheiden sich die Verwandtschaftshypothesen je nach Merkmal das ich betrachte.Um es noch mal deutlich zu sagen, dieser Zustand ist nicht durch konvergente Evolution entstanden, sondern einfach das schnelle Aufspalten einer polymorphen anzestralen PopulationDieses Phänomen nennt sich unvollständiges „lineage sorting“. Interessanterweise finden sich in der DNA von Gorilla Schimpanse und Mensch eine Reihe von Hinweisen auf dieses Phänomen.In einer Untersuchung von Satta und Kollegen (2000) sprachen insgesamt 40% der untersuchten Loci entweder für eine Schimpanse-Gorilla, eine Mensch-Gorilla oder eine Mensch-Gorilla-Schimpanse Trichotomie (alle drei Spezies haben sich gleichzeitig aufgespaltet). Genauso fanden sich in einer Arbeit von Salen und Kollegen (2003) ziemlich klare Hinweise auf unvollständiges lineage sorting.

In aller Regel ist diese ganze Geschichte eher ein Problem bei molekulargenetischen Arbeiten, und wird bei morphologischen Studien nicht wirklich bedacht. Hauptsächlich, weil es quasi nicht möglich ist, herauszufinden wie polymorph die anzestrale Population auf phänotypischer Ebene tatsächlich war. Ich persönlich denke aber, dass man diese Sache zumindest im Hinterkopf behalten sollte. Vor allem, wenn man sich betrachtet wie Polymorph unsere eigene Spezies auf morphologischer Ebene in der Vergangenheit war. Schließlich müssen wir, den Studien von Green et al (2010) sowie von Reich et al (2010) sei dank mittlerweile mindestens den Neandertaler, wenn nicht gar noch Homo heidelbergensis in unsere Spezies miteinschließen. Ich denke dieses Beispiel zeigt ganz gut, wie divers einzelnen Vertreter einer Spezies aussehen können, ohne dass ihre Fähigkeit sich miteinander zu kreuzen großartig eingeschränkt wäre. Ähnliches könnte ja auch für die anzestrale Population von Gorilla, Schimpanse und Mensch gegolten haben.

Welche Auswirkungen hat dies alles nun für Stammbaumrekonstruktionen, abseits davon, dass es einen weiteren Unsicherheitsfaktor gibt? Ich denke, die wichtigste Konsequenz aus dieser Sache ist, dass wir nicht in der Lage sind Aussagen über die „Qualität“ einzelner Merkmale od...<br><br><div style="background-color: #eee; padding: 6px; font-size: 11px;">

	    <p>
    Collard M, & Wood B. (2000) <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10781112" class="blue">How reliable are human phylogenetic hypotheses?</a>. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 97(9), 5003-6. PMID:&nbsp;<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10781112" class="blue">10781112</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?pmid=10781112"></script> <noscript><a href="http://pubget.com/paper/10781112">How reliable are human phylogenetic hypotheses?</a></noscript>    </p>

	    <p>
    Green, R., Krause, J., Briggs, A., Maricic, T., Stenzel, U., Kircher, M., Patterson, N., Li, H., Zhai, W., Fritz, M.... (2010) <a href="http://dx.doi.org/10.1126/science.1188021" class="blue">A Draft Sequence of the Neandertal Genome</a>. Science, 328(5979), 710-722. DOI:&nbsp;<a href="http://dx.doi.org/10.1126/science.1188021" class="blue">10.1126/science.1188021</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?doi=10.1126/science.1188021"></script><noscript><a href="http://pubget.com/doi/10.1126/science.1188021">A Draft Sequence of the Neandertal Genome</a></noscript>    </p>

	    <p>
    Wood, B., & Harrison, T. (2011) <a href="http://dx.doi.org/10.1038/nature09709" class="blue">The evolutionary context of the first hominins</a>. Nature, 470(7334), 347-352. DOI:&nbsp;<a href="http://dx.doi.org/10.1038/nature09709" class="blue">10.1038/nature09709</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?doi=10.1038/nature09709"></script><noscript><a href="http://pubget.com/doi/10.1038/nature09709">The evolutionary context of the first hominins</a></noscript>    </p>

	    <p>
    Reich, D., Green, R., Kircher, M., Krause, J., Patterson, N., Durand, E., Viola, B., Briggs, A., Stenzel, U., Johnson, P.... (2010) <a href="http://dx.doi.org/10.1038/nature09710" class="blue">Genetic history of an archaic hominin group from Denisova Cave in Siberia</a>. Nature, 468(7327), 1053-1060. DOI:&nbsp;<a href="http://dx.doi.org/10.1038/nature09710" class="blue">10.1038/nature09710</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?doi=10.1038/nature09710"></script><noscript><a href="http://pubget.com/doi/10.1038/nature09710">Genetic history of an archaic hominin group from Denisova Cave in Siberia</a></noscript>    </p>

	    <p>
    Salem, A. (2003) <a href="http://dx.doi.org/10.1073/pnas.2133766100" class="blue">Alu elements and hominid phylogenetics</a>. Proceedings of the National Academy of Sciences, 100(22), 12787-12791. DOI:&nbsp;<a href="http://dx.doi.org/10.1073/pnas.2133766100" class="blue">10.1073/pnas.2133766100</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?doi=10.1073/pnas.2133766100"></script><noscript><a href="http://pubget.com/doi/10.1073/pnas.2133766100">Alu elements and hominid phylogenetics</a></noscript>    </p>

	    <p>
    Satta Y, Klein J, & Takahata N. (2000) <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10679159" class="blue">DNA archives and our nearest relative: the trichotomy problem revisited.</a> Molecular phylogenetics and evolution, 14(2), 259-75. PMID:&nbsp;<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10679159" class="blue">10679159</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?pmid=10679159"></script> <noscript><a href="http://pubget.com/paper/10679159">DNA archives and our nearest relative: the trichotomy problem revisited.</a></noscript>    </p>

	    <p>
    Strait DS, & Grine FE. (2004) <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15566946" class="blue">Inferring hominoid and early hominid phylogeny using craniodental characters: the role of fossil taxa.</a> Journal of human evolution, 47(6), 399-452. PMID:&nbsp;<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15566946" class="blue">15566946</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?pmid=15566946"></script> <noscript><a href="http://pubget.com/paper/15566946">Inferring hominoid and early hominid phylogeny using craniodental characters: the role of fossil taxa.</a></noscript>    </p>
</div><br>]]></summary>
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   <title type="html"><![CDATA[Wohin mit Australopithecus sediba?]]></title>
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      <category term="Anthropology" />
      <author>
	  <name><![CDATA[Eric, AFFE]]></name>
	</author>
   <updated>2011-09-28T09:30:00Z</updated>
   <!-- 2003-12-13T18:30:02Z -->
   <summary type="html"><![CDATA[Ich habe ziemlich lange überlegt, was genau ich mit Australopithecus sediba anfangen soll und wie ich das Fossil in dem Blog behandeln möchte. Letztendlich kam ich zu den Schluss, dass ich bei dem bleiben sollte, was ich im Moment ganz gut kann: Taxonomie. Ich musste für mein Studium in letzter Zeit ein paar Stammbäume rekonstruieren und habe dabei herausgefunden, wie man dies relativ einfach und ohne großen finanziellen Aufwand erledigen kann. Man bedient sich einfach an den Freewareprogrammen von Genetikern. Zwar sind diese nicht perfekt für morphologische Merkmale zugeschnitten und man muss eine Reihe von Sachen bedenken und bearbeiten (was alles genau erzähle ich ein anderes Mal), aber man kann sich relativ schnell einen Überblick über ein bestimmtes taxonomisches Problem verschaffen. Und genau dies habe ich mit Australopithecus sediba gemacht

Phylogenetischer Stammbaum (aus Strait et al., 1997) ohne Australopithecus sediba:

Strait et al. (1997)

Hier nun ein phylogenetischer Stammbaum der mit der gleichen Merkmalsmatrix erstellt wurde, nur dass ich noch Merkmale von Australopithecus sediba (aus Berger, 2010) eingefügt habe:

Gleiche Merkmale nur dieses Mal mit A. sediba.

Das zweite Bild spiegelt genau das wider, was für über die Position von Australopithecus sediba wissen. Was zuvor eine, zumindest im Stammbaum, schöne Auflösung der Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Gattung Homo war, ist nur zu einer hässlichen Multifurkation kollabiert, die aufzeigt, dass das Programm nicht in der Lage war, diese Äste vernünftig aufzulösen. Das Fossil hängt also irgendwo zwischen den frühsten Vertreter der Gattung Homo und Homo erectus/ergaster.

Die taxonomische Position von Homo habilis und Homo rudolfensis war schon immer nicht wirklich klar. Homo rudolfensis selbst ist aus dem Problem entstanden, dass die Fossilien die man alle zu Homo habilis zählte zu variabel waren, als das man sie guten Gewissens in eine einzige Spezies hätte packen können. Also wurde das „Hypodigma“ (Sammlung aller Fossilien die einer Spezies beschreibt) von Homo habilis in zwei Spezies aufgeteilt, ich werde jetzt allerdings nicht näher auf die einzelnen Merkmale eingehen, das würde einfach zu lange werde.

Um zurück zu Australopithecus sediba zu kommen, das Fossil bringt dieses ganze Problemfeld noch mehr durcheinander, da es, wie wir sehen konnten, sehr nah mit den frühsten Vertretern von Homo verwandt ist, aber auch weil es nur 1,9 Mio. Jahre alt ist.

Das ist deshalb problematisch, weil von Homo habilis und Homo rudolfensis Funde bekannt sind, die weit über 2 Mio. Jahre alt sind und von Homo ergaster/erectus gibt es Funde die nur einen Bruchteil jünger sind als die sediba Fossilien. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass man bereits bei 1,7 Mio. Jahren menschliche Fossilien in Georgien findet, kann man gut erkennen wie verworren diese ganze Geschichte ist.

Aber werfen wir doch mal einen Blick auf die einzelnen möglichen Verwandtschaftsbeziehungen die Australopithecus sediba und die Vertreter der Gattung Homo haben könnte.

A. sediba außerhalb der Gattung Homo

Hier würde Australopithecus sediba einen letzten gemeinsamen Vorfahren mit der Gattung Homo teilen. Das einzige Problem, was man hätte, wäre dass man die zu Homo habilis und Homo rudolfensis zählenden Fossilien die älter als 2 Mio. Jahre sind möglicherweise neu klassifizieren müsste.

Alle weiteren Alternativen ruinieren mehr oder weniger das, was wir bisher unter der Gattung Homo verstehen:

Mögliche Verwandtschaftsverhältnisse,&nbsp;wenn &nbsp;A. sediba innerhalb der Gattung Homo läge&nbsp;(Auszüge).

Egal welche Hypothese wir betrachten, die Gattung Homo ist in keiner von diesen monophyletisch. Das bedeutet, das man entweder Australopithecus sediba in die Gattung Homo aufnehmen sollte, was schwierig werden könnte, weil es die Gattungsdefinition von Homo noch weiter aufweichen würde. Oder aber, das wir Homo habilis und Homo rudolfensis aus der Gattung Homo herausnehmen.

Ich persönlich weiß nicht wirklich was man machen sollte, ich denke es braucht weitere Untersuchungen und weitere Funde um dieses Problem besser lösen zu können. Was man jedoch sagen kann ist, dass die Entstehung der Gattung Homo aller Wahrscheinlichkeit nicht gradualistischer Natur war.

Vielmehr glaube ich, dass wir es hier mit einer Reihe von, möglicherweise unabhängig voneinander ablaufenden, Speziationsereignissen zu tun hatten. Dies würde erklären, warum in diese...<br><br><div style="background-color: #eee; padding: 6px; font-size: 11px;">

	    <p>
    Berger, L., de Ruiter, D., Churchill, S., Schmid, P., Carlson, K., Dirks, P., & Kibii, J. (2010) <a href="http://dx.doi.org/10.1126/science.1184944" class="blue">Australopithecus sediba: A New Species of Homo-Like Australopith from South Africa</a>. Science, 328(5975), 195-204. DOI:&nbsp;<a href="http://dx.doi.org/10.1126/science.1184944" class="blue">10.1126/science.1184944</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?doi=10.1126/science.1184944"></script><noscript><a href="http://pubget.com/doi/10.1126/science.1184944">Australopithecus sediba: A New Species of Homo-Like Australopith from South Africa</a></noscript>    </p>

	    <p>
    Strait, D., Grine, F., & Moniz, M. (1997) <a href="http://dx.doi.org/10.1006/jhev.1996.0097" class="blue">A reappraisal of early hominid phylogeny</a>. Journal of Human Evolution, 32(1), 17-82. DOI:&nbsp;<a href="http://dx.doi.org/10.1006/jhev.1996.0097" class="blue">10.1006/jhev.1996.0097</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?doi=10.1006/jhev.1996.0097"></script><noscript><a href="http://pubget.com/doi/10.1006/jhev.1996.0097">A reappraisal of early hominid phylogeny</a></noscript>    </p>
</div><br>]]></summary>
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   <title type="html"><![CDATA[Die &quot;Vampirleiche&quot; von Venedig]]></title>
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      <category term="Anthropology" />
      <author>
	  <name><![CDATA[Cornelius Courts, blooD'N'Acid]]></name>
	</author>
   <updated>2011-07-25T19:49:13Z</updated>
   <!-- 2003-12-13T18:30:02Z -->
   <summary type="html"><![CDATA[ResearchBlogging.org

Ich berichte von einer multidisziplin&auml;ren, forensisch-wissenschaftlichen Arbeit &uuml;ber einen Leichenfund in Venedig aus den Zeiten der Pest, der auf einen Anti-Vampir-Begr&auml;bnisritus hinweist.

Die Arbeit ist aus dem letzten Jahr, aber ich finde sie spannend genug, um sie hier noch einmal vorzustellen....<br><br><div style="background-color: #eee; padding: 6px; font-size: 11px;">

	    <p>
    Nuzzolese E, & Borrini M. (2010) <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20707834" class="blue">Forensic approach to an archaeological casework of "vampire" skeletal remains in Venice: odontological and anthropological prospectus.</a> Journal of forensic sciences, 55(6), 1634-7. PMID:&nbsp;<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20707834" class="blue">20707834</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?pmid=20707834"></script> <noscript><a href="http://pubget.com/paper/20707834">Forensic approach to an archaeological casework of "vampire" skeletal remains in Venice: odontological and anthropological prospectus.</a></noscript>    </p>
</div><br>]]></summary>
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   <title type="html"><![CDATA[Spekulation &uuml;ber Speziation]]></title>
   <link href="http://feedproxy.google.com/~r/ResearchBloggingAnthropologyGerman/~3/do00yc0cPHU/spekulation-uber-speziation.html" />
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      <category term="Anthropology" />
      <author>
	  <name><![CDATA[Eric, AFFE]]></name>
	</author>
   <updated>2011-07-20T03:29:00Z</updated>
   <!-- 2003-12-13T18:30:02Z -->
   <summary type="html"><![CDATA[Heute geht es um ein Thema, ohne das es vermutlich viele der momentan herrschenden Diskussionen innerhalb der Paläoanthropologie nicht gäbe, nämlich um die Frage wie sich neue Arten bilden können. 

Ich habe mich in der Vergangenheit sehr viel mit diesem Thema auseinandergesetzt und auch wenn sehr viele kluge Menschen etwas darüber geschrieben haben, so entspringt ein Großteil dessen was in diesem Post steht meinen eigenen Überlegungen. Sollte also jemand Fehler in meinen Darstellungen bemerken, so wäre sehr froh darüber wenn man mich darauf hinweisen könnte.

Im Grunde genommen gibt es hier zwei unterschiedliche Grundannahmen: 

Die erste geht davon aus, dass Arten in aller Regel durch die Aufspaltung einer Ursprungsart in zwei Tochterarten entsteht.

Die zweite Schule geht davon aus, dass Arten durch graduelle Veränderungen im Laufe der Zeit entstehen.

Bevor wir uns jetzt ansehen, wie beide Prozesse in der Natur möglicherweise ablaufen könnten, sollte man noch kurz klären, nach welchem Kriterium man eine neue Art überhaupt definiert. Dies sind nicht etwa Unterschiede in der äußeren Gestalt, oder in der genetischen „Ausstattung“, obwohl beides eine Rolle spielt. Das Hauptkriterium zum definieren einer Art ist, ob sie in der Lage ist, mit anderen Individuen fortpflanzungsfähige Nachkommen zu erzeugen. Das bedeutet, dass Artbildungsprozesse sehr häufig mit dem Auftauchen von Fortpflanzungsbarrieren zu tun haben, seien sie nun geografisch oder möglicherweise sogar vom Verhalten bedingt.

Dies ist bei einer punktuellen Artbildung, relativ simpel zu erklären:

Beispiel für eine punktuelle Speziation: Nehmen wir an eine Art "A" lebt in einem bestimmten Habitat "X". Nun, z.B. durch ein geologisches Ereignis, wird entsteht eine Barriere in besagtem Habitat. Dies führt dazu, dass sich die Umweltbedingungen an beiden Seiten dieser Barriere verändern. Durch das fehlen jeglichen Genflusses zwischen den beiden Teilpopulationen von A im zweiten Bild, werden im Laufe der Zeit in dem Habitaten, was vorher das Habitat X war, zwei neue Spezies entstehen.

Wie kann nun eine gradualistische Artbildung möglich sein?Ich habe sehr lange über diese Frage nachgedacht und mir ist eigentlich nur ein Modell eingefallen, was funktionieren könnte:

1. Nehmen wir an die betroffene Spezies ist auf ein Habitat begrenzt.

2. Nehmen wir weiter an, dass zwischen den einzelnen Populationen der Spezies ein unbegrenzter Genfluss stattfinden kann.

3. Nun verändert sich das Habitat im Laufe der Zeit und die Spezies passt sich an diese Veränderungen an.

4. Mit fortschreitender Zeit würde die betroffene Spezies einen immer größer werdenden Unterschied zu der Ursprungspezies haben, bis man letztendlich irgendwann von einer neuen Art sprechen könnte.

Das Problem an diesem Modell ist jedoch, dass zwischen den Populationen stets ein reger Genfluss geherrscht hat, d.h. es bestand zu keinem Zeitpunkt eine tatsächliche Fortpflanzungsbarriere. Die einzige Barriere die man annehmen könnte, wäre die das zwischen Art A und Art B ein so großer Unterschied ist, dass man davon ausgehen kann, dass diese Arten, so sie denn gleichzeitig existieren würden, keine fortpflanzungsfähigen Nachkommen mehr erzeugen könnten.

Dies würde dem Konzept der „Chronospezies“ relativ nahe kommen, bei der Arten nach ihrer zeitlichen Abfolge her definiert werden.

Nur wie können wir uns sicher sein, dass Art A und Art B tatsächlich keine Fortpflanzungsfähigen Nachkommen mehr bilden konnten? Und wie immer, wenn wir es mit Ereignissen aus der Vergangenheit zu tun haben ist die Antwort so simpel wie ernüchternd: Wir können es nicht. Wir haben keine Möglichkeiten Art A wieder ins Leben zurückzuholen um herauszufinden, ob sie nun doch noch gefallen an Art B finden würde. Dies ganze führt dazu, dass Evolutionsmodelle, die von einer gradualistischen Abfolge der Arten ausgehen stets hochspekulativ sind.

In der Paläoanthropologie gibt es zwei Beispiele, wo dieses Problem eine Rolle spielt. Zum einen ist es wohl möglich eine direkte Linie zwischen Australopithecus anamensis und Australopithecus afarensis zu ziehen (Kimbel et al. 2006, Haile-Selassie et al. 2010) und die Autoren sprechen hier auch explizit von einer gradualistischen Artbildung.

Das zweite Beispiel sind die nachweise für Hybridisierungen zwischen modernen Menschen und Neandertalern (Green et al. 2010) und zwischen modernen Menschen und den Menschen aus der Denisova Höhle (Reich et al. 2010).

Bei beiden Beispielen gibt es entweder gute Gründe von einem konstanten Genfluss auszugehen oder man hat sogar Beweise, dass es zu hybridisierungen gekommen ist, die Frage stellt sich nun, was man mit diesen Ergebnissen anfängt.

In meinen Augen kann man bei beiden Fällen nicht von unterschiedlichen Spezies reden, so lange man der Maxime folgt, dass Spezies durch das auftauchen von Fortpflanzungsbarrieren definiert werden. Ich könnte natürlich auch andere Kriterien einführen, wie zum Beispiel das Chrono-Spezies Konzept, doch laufe ich bei diesen Schritten immer Gefahr willkürlich zu werden und subjektive Kriterien für die Interpretation meiner Beobachtungen anzulegen....<br><br><div style="background-color: #eee; padding: 6px; font-size: 11px;">

	    <p>
    KIMBEL, W., LOCKWOOD, C., WARD, C., LEAKEY, M., RAK, Y., & JOHANSON, D. (2006) <a href="http://dx.doi.org/10.1016/j.jhevol.2006.02.003" class="blue">Was Australopithecus anamensis ancestral to A. afarensis? A case of anagenesis in the hominin fossil record</a>. Journal of Human Evolution, 51(2), 134-152. DOI:&nbsp;<a href="http://dx.doi.org/10.1016/j.jhevol.2006.02.003" class="blue">10.1016/j.jhevol.2006.02.003</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?doi=10.1016/j.jhevol.2006.02.003"></script><noscript><a href="http://pubget.com/doi/10.1016/j.jhevol.2006.02.003">Was Australopithecus anamensis ancestral to A. afarensis? A case of anagenesis in the hominin fossil record</a></noscript>    </p>

	    <p>
    Green, R., Krause, J., Briggs, A., Maricic, T., Stenzel, U., Kircher, M., Patterson, N., Li, H., Zhai, W., Fritz, M.... (2010) <a href="http://dx.doi.org/10.1126/science.1188021" class="blue">A Draft Sequence of the Neandertal Genome</a>. Science, 328(5979), 710-722. DOI:&nbsp;<a href="http://dx.doi.org/10.1126/science.1188021" class="blue">10.1126/science.1188021</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?doi=10.1126/science.1188021"></script><noscript><a href="http://pubget.com/doi/10.1126/science.1188021">A Draft Sequence of the Neandertal Genome</a></noscript>    </p>

	    <p>
    Haile-Selassie, Y., Saylor, B., Deino, A., Alene, M., & Latimer, B. (2009) <a href="http://dx.doi.org/10.1002/ajpa.21159" class="blue">New hominid fossils from Woranso-Mille (Central Afar, Ethiopia) and taxonomy of early Australopithecus</a>. American Journal of Physical Anthropology. DOI:&nbsp;<a href="http://dx.doi.org/10.1002/ajpa.21159" class="blue">10.1002/ajpa.21159</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?doi=10.1002/ajpa.21159"></script><noscript><a href="http://pubget.com/doi/10.1002/ajpa.21159">New hominid fossils from Woranso-Mille (Central Afar, Ethiopia) and taxonomy of early Australopithecus</a></noscript>    </p>

	    <p>
    Reich D, Green RE, Kircher M, Krause J, Patterson N, Durand EY, Viola B, Briggs AW, Stenzel U, Johnson PL.... (2010) <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21179161" class="blue">Genetic history of an archaic hominin group from Denisova Cave in Siberia.</a> Nature, 468(7327), 1053-60. PMID:&nbsp;<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21179161" class="blue">21179161</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?pmid=21179161"></script> <noscript><a href="http://pubget.com/paper/21179161">Genetic history of an archaic hominin group from Denisova Cave in Siberia.</a></noscript>    </p>
</div><br>]]></summary>
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   <title type="html"><![CDATA[Der Knochen aus der Tiefe]]></title>
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	  <name><![CDATA[Cornelius Courts, blooD'N'Acid]]></name>
	</author>
   <updated>2011-06-08T19:30:00Z</updated>
   <!-- 2003-12-13T18:30:02Z -->
   <summary type="html"><![CDATA[Ich erz&auml;hle, wie wir uns fast an der DNA-Extraktion bei einem Knochen, der auf dem Grund eines Sees gefunden wurde, die Z&auml;hne ausbissen, wie wir eine neue Extraktionsmethode erfanden und ihm schlie&szlig;lich doch noch das Geheimnis seiner DNA entlocken konnten....<br><br><div style="background-color: #eee; padding: 6px; font-size: 11px;">

	    <p>
    Courts C, & Madea B. (2011) <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21198612" class="blue">Full STR profile of a 67-year-old bone found in a fresh water lake.</a> Journal of forensic sciences. PMID:&nbsp;<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21198612" class="blue">21198612</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?pmid=21198612"></script> <noscript><a href="http://pubget.com/paper/21198612">Full STR profile of a 67-year-old bone found in a fresh water lake.</a></noscript>    </p>
</div><br>]]></summary>
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   <title type="html"><![CDATA[&ldquo;Out of Africa&rdquo; oder vielleicht doch Fr&uuml;hlingsrolle?]]></title>
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	  <name><![CDATA[Felix Bohne, science-meets-society]]></name>
	</author>
   <updated>2011-06-07T08:53:08Z</updated>
   <!-- 2003-12-13T18:30:02Z -->
   <summary type="html"><![CDATA[Die meissten Paläoanthropologen hängen an der Theorie, dass sich die Vorfahren des heutigen Menschen in Afrika entwickelten und von dort ausgewandert sind, deshqalb auch &#8220;Out of Africa&#8221;. Doch neue Funde an einem etablierten Fundort in Asien, stellen diese Theorie in Frage. Die Fundstelle in Georgien im westlichen Asien ist schon länger bekannt, doch es wurden [...]

Ähnliche Artikel:Out of Africa &#8211; Auf dem Seeweg?

Cryptomycota &#8211; eine neue Pilzgruppe, oder vielleicht die Älteste?

Und sie laufen seit 1,5 Millionen Jahren!...<br><br><div style="background-color: #eee; padding: 6px; font-size: 11px;">

	    <p>
    Reid Ferringa,Oriol Omsb,Jordi Agustíc,Francesco Bernad,Medea Nioradzee,Teona Sheliae,Martha Tappenf,Abesalom Vekuae,David Zhvaniae, and David Lordkipanidzee. (2011) Earliest human occupations at Dmanisi (Georgian Caucasus) dated to 1.85–1.78 Ma. PNAS. info:/    </p>
</div><br>]]></summary>
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   <title type="html"><![CDATA[Hatten die R&ouml;mer lebenden Fisch an Bord ihrer Schiffe?]]></title>
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	  <name><![CDATA[Felix Bohne, science-meets-society]]></name>
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   <updated>2011-06-01T05:52:53Z</updated>
   <!-- 2003-12-13T18:30:02Z -->
   <summary type="html"><![CDATA[Ein Wrack, das vor der Küste Italiens gefunden wurde, gibt Raum für eine neue Theorie in der nautischen Archäologie. Handelsschiffe waren mit Tanks für lebenden Fisch ausgestattet, was dessen Vertrieb über weite Strecken im Mittelmeerraum ermöglicht hätte. Ein Bleirohr, dass durch eine Bohrung nahe dem Kiel des Bootes in Wasser reichte, führte zu dieser Hypothese. [...]

Ähnliche Artikel:Rotwein zu Fisch? Das Eisen macht den Unterschied!

2011: El año de la Química

mediterrane Ernährung für weniger Fett...<br><br><div style="background-color: #eee; padding: 6px; font-size: 11px;">

	    <p>
    Beltrame, C., Gaddi, D., & Parizzi, S. (2011) <a href="http://dx.doi.org/10.1111/j.1095-9270.2011.00317.x" class="blue">A Presumed Hydraulic Apparatus for the Transport of Live Fish, Found on the Roman Wreck at Grado, Italy</a>. International Journal of Nautical Archaeology. DOI:&nbsp;<a href="http://dx.doi.org/10.1111/j.1095-9270.2011.00317.x" class="blue">10.1111/j.1095-9270.2011.00317.x</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?doi=10.1111/j.1095-9270.2011.00317.x"></script><noscript><a href="http://pubget.com/doi/10.1111/j.1095-9270.2011.00317.x">A Presumed Hydraulic Apparatus for the Transport of Live Fish, Found on the Roman Wreck at Grado, Italy</a></noscript>    </p>
</div><br>]]></summary>
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   <title type="html"><![CDATA[Aufrecht stehend l&auml;sst&#039;s sich besser pr&uuml;geln.]]></title>
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	  <name><![CDATA[Eric, AFFE]]></name>
	</author>
   <updated>2011-05-20T03:44:00Z</updated>
   <!-- 2003-12-13T18:30:02Z -->
   <summary type="html"><![CDATA[Heute geht es um die lustige Frage, ob wir unter anderem möglicherweise deshalb auf zwei Beinen gehen, weil wir dadurch besser unseren Mitmenschen die Fresse polieren können, als wenn wir nicht aufrecht stehen würden.

Diese Frage, nur wesentlich seriöser formuliert, stellte sich zumindest David Carrier und untersuchte deshalb, wie stark die Schläge von erwachsenen Männern sind, wenn sie aufrecht stehen, und wenn sie nicht tun. 

Die erste Frage die einem hier durch den Kopf geht ist natürlich, wie man überhaupt auf diese Idee kommen kann. Sieht man sich bei anderen Säugetieren um, so beobachtet man immer, wieder dass vor allem die männlichen Tiere, bei Konflikten ihre Vorderextremitäten benutzen um ihre Gegner zu schlagen, bzw. sich aufrichten um bedrohlicher zu wirken. Dieses Verhalten sieht man auch bei großen Menschenaffen und dort sogar ziemlich häufig.

In der Tat zeigte sich in der Untersuchung, dass Männer in der Lage sind wesentlich härter zuzuschlagen, wenn sie aufrecht stehen, als wenn sie es nicht tun.

Doch kann man aus diesem Ergebnis schlussfolgern, dass männliches Aggressionsverhalten oder aggressives Imponiergehabe im Allgemeinen eine Rolle bei der Evolution des aufrechten Ganges gespielt haben?

An dieser Stelle kommt ein ganzer Rattenschwanz an Problemen auf uns zu, denn auch wenn die Ergebnisse zeigen, dass man aufrecht stehend härter zuschlagen kann, so bedeutet dies im Gegenzug noch lange nicht, dass dieser Punkt auch nur irgendeine Rolle bei der Evolution des aufrechten Gangs gespielt hat. 

Wie ich in meinem letzten Post&nbsp;gezeigt habe, brauchen wir bei derartigen Theorien aber unbedingt einen Bezug auf fossile Formen um überhaupt irgend eine Form von Testbarkeit herstellen zu können. Wir wissen nicht, wie sich die Menschenaffen im Miozän (der Zeitabschnitt der für derartige Fragen von Bedeutung ist) tatsächlich verhalten haben und ob unser Verhalten oder das rezenter Menschenaffen mit dem Verhalten dieser früheren Arten vergleichbar ist. Diese Studie führt nur rezente Arten als Vergleichsmaterial auf und macht keine Aussage über irgendeine Form von Merkmalstransformation oder ähnlichem, was man auf fossile Überlieferungen zurückführen konnte.

Ein weiteres&nbsp;Problem was bei dieser Art Studie auftaucht ist, dass ich Gefahr laufe, die Evolution als Stufenleiter darzustellen, indem ich uns nahe verwandte, rezente Arten als 1:1 Modell für unsere Vorfahren benutze, obwohl es genug Anzeichen gibt, dass dies nicht zwingend der Fall ist. Die Gegenwart erklärt nun mal nicht die Vergangenheit auch wenn wir es uns noch so wünschen.

Es sind Studien wie diese die mich darüber nachdenken lassen, ob ich nicht irgendetwas fundamentales nicht verstanden habe. In meinen Augen schmeißt dieser Artikel alles was ich über wissenschaftliche Theorienbildung gelernt habe über Bord und erzählt stattdessen eine, mehr oder weniger, interessante Geschichte und ich kann nicht verstehen, wie so etwas passieren und sogar publiziert werden kann

Literatur: 

Carrier, D. (2011). The Advantage of Standing Up to Fight and the Evolution of Habitual Bipedalism in Hominins PLoS ONE, 6 (5) DOI: 10.1371/journal.pone.0019630...<br><br><div style="background-color: #eee; padding: 6px; font-size: 11px;">

	    <p>
    Carrier, D. (2011) <a href="http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0019630" class="blue">The Advantage of Standing Up to Fight and the Evolution of Habitual Bipedalism in Hominins</a>. PLoS ONE, 6(5). DOI:&nbsp;<a href="http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0019630" class="blue">10.1371/journal.pone.0019630</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?doi=10.1371/journal.pone.0019630"></script><noscript><a href="http://pubget.com/doi/10.1371/journal.pone.0019630">The Advantage of Standing Up to Fight and the Evolution of Habitual Bipedalism in Hominins</a></noscript>    </p>
</div><br>]]></summary>
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   <title type="html"><![CDATA[Ich will kein Bonobo sein!]]></title>
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      <author>
	  <name><![CDATA[Eric, AFFE]]></name>
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   <updated>2011-04-27T12:55:00Z</updated>
   <!-- 2003-12-13T18:30:02Z -->
   <summary type="html"><![CDATA[Dieser Post ist eine Reaktion auf den Post “Ariel Cast out Caliban” von Eric Michael Johnson

Es gibt eine Menge Dinge in der Welt die mich stören: Personen im Bus die wie bescheuert auf den „STOP“ Knopf drücken um die Tür zu öffnen, Professoren die der Meinung sind zu wissen was mich interessiert obwohl ich mich zuletzt vor vier Jahren mit ihnen unterhalten habe und dumme Ideologien die sich biologischer Beispiele bedienen um ihre verqueren Weltsichten zu verbreiten. Ich würde sehr gerne über alle drei Themen schreiben, doch bleiben wir zunächst bei Thema Nr. 3.

Immer wieder in meinem Leben bin ich, in irgendeiner Form, folgendem Satz begegnet: „Wir sollten mehr wie Bonobos sein.“

Die menschliche „Natur“ wird in ihren Extremen interessanterweise von den Primaten vertreten, mit denen er am nächsten Verwandt ist: Schimpansen und Bonobos. Schimpansen werden in populären Darstellungen häufig als egomanisch, aggressiv und bisweilen übermäßig brutal dargestellt. Bonobos hingegen sind die ultimativen Pazifisten, zum einen haben die Frauen in den Gruppen das sagen und dann werden Konflikte und Stress in aller Regel durch Sexualverhalten gelöst und nicht indem man ein Männchen der Nachbargruppe /den Nebenbuhler zu klump haut oder einen armen Stummelaffen bei lebendigem Leibe in Stücke reißt.

Nach Hubert Markl (1983) werden alle Darstellungen über die Natur des Menschen in einen „ist“ Zustand, der in aller Regel böse und negativ ist und in einen „soll“ Zustand, der dem zu erreichenden Idealbild entspricht, abgebildet. In unserem Falle wäre der Schimpanse dann der „ist“ Zustand und der Bonobo wäre der „soll“ Zustand. 

Diese ganze Geschichte wird neue Nahrung bekommen, wenn die Ergebnisse einer jüngsten Studie von Perelman et al. (2011) etwas bekannter werden. Dort wurde festgestellt, dass es im Genom vom Schimpansen nach der Trennung der Linien von Schimpanse und Bonobo zu mehr Veränderungen kam als beim Bonobo. Dies führt zu einem relativ geringen (und wohl nicht signifikanten- so habe ich zumindest gelesen) Unterschied im Verwandtschaftsgrad zwischen Bonobos und Schimpansen und würde den Bonobo zu unserem nächsten lebenden Verwandten machen.

Man muss sich das nur Vorstellen, unser nächster Verwandter ist der Inbegriff der Kooperation und des Altruismus! Das ultimative Abbild der tatsächlichen menschlichen Natur! Wieder einmal hat sich der Mensch ganz einfach viel zu weit von seiner wahren Natur entfernt, hat die moderne Gesellschaft ihn von seinen Wurzeln losgerissen! Wir müssen nur wieder zu unseren Wurzeln zurückkehren und alles wird gut!

Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Artikel in einer ähnlichen Form, vermutlich weniger ironisch etwas esotherischer formuliert, verwurstet wird. Vielleicht sollte ich die "verwurstung" gleich selbst übernehmen, ein halbseidenes Buch schreiben und es verkaufen um mein schmales Monatsbudget etwas aufzupolieren...

Der Punkt ist, sowohl Bonobos als auch Schimpansen sind MODELLE für unsere frühsten Vorfahren, Modelle die mehr oder weniger gut auf unsere eigene Entwicklung passen. Wir können nicht einfach Beobachtungen an einem rezenten Tier nehmen und es eins zu eins auf uns übertragen, damit es dabei hilft irgendeine bizarre Ideologie zu vertreten, genauso wie wir sie nicht dafür benutzen können um brutale Handlungen an unseren Mitmenschen zu rechtfertigen. Wir werden niemals genau herausfinden, wie sich unsere Vorfahren benommen haben und letztendlich spielt dies auch für unser Leben heutzutage eine untergeordnete Rolle. Das syrische Militär wird mit Sicherheit nicht aufhören auf Zivilisten zu schießen nur weil ihnen jemand sagt, dass unsere nächsten biologischen Verwandten einer Bande freizügiger Hippies entsprechen.

Außerdem sagen diese paar Prozent Unterschied im Genom erstmal gar nichts aus, da sie rein statistischer Natur sind. Möglicherweise liegen sie in Bereichen die für die Steuerung des Verhaltens gar keine Rolle spielen.

Fakt ist, dass wir zu beiden Extremen in der Lage sind: Übermäßige Brutalität aber auch an Selbstopferung grenzenden Altruismus. Für beide Extreme können uns Schimpansen und Bonobos helfen herauszufinden wo und wie diese Dinge biologisch verankert sind. Sie können uns also helfen uns selbst besser zu verstehen.

Ideologien und Weltbilder sind immer Menschenwerk und Menschenaffen haben uns häufig schon als Projektionsfläche für uns selbst gedient. Das gilt im Falle der Schimpansen im negativen Sinne, da sie für alles Schlechte im Menschen herhalten mussten. Das gilt aber ebenso für die Bonobos. Doch sollten uns immer im klar sein, dass sie, genauso wie wir, ihre eigene Geschichte haben und nicht einfach „halbfertige“ Menschen sind. Aus diesem Grunde können sie uns niemals als Vorbild für uns selbst dienen, oder wie Funny van Dannen es in seinem Song „Bonobo“ (aus dem ich auch die Überschrift für diesen Post habe) formuliert hat:

„Wir sollten versuchen Menschen zu werden, denn Affen sind wir ja schon.“

Literatur:

Markl, H. (1983) Wie unfrei ist der Mensch? Von der Natur in der Geschichte. In: Markl, H. (ed.). Natur und Geschichte. R. Oldenbourg, München, Wien. S. 11-40

Perelman P, Johnson WE, Roos C, Seuánez HN, Horvath JE, Moreira MA, Kessing B, Pontius J, Roelke M, Rumpler Y, Schneider MP, Silva A, O'Brien SJ,&nbsp;&amp; Pecon-Slattery J (2011). A molecular phylogeny of living primates. PLoS genetics, 7 (3) PMID: 21436896...<br><br><div style="background-color: #eee; padding: 6px; font-size: 11px;">

	    <p>
    Perelman P, Johnson WE, Roos C, Seuánez HN, Horvath JE, Moreira MA, Kessing B, Pontius J, Roelke M, Rumpler Y.... (2011) <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21436896" class="blue">A molecular phylogeny of living primates.</a> PLoS genetics, 7(3). PMID:&nbsp;<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21436896" class="blue">21436896</a>&nbsp;&nbsp;<script src="http://pubget.com/widgetizer/link_js?pmid=21436896"></script> <noscript><a href="http://pubget.com/paper/21436896">A molecular phylogeny of living primates.</a></noscript>    </p>
</div><br>]]></summary>
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