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	<title>Schmidt mit Dete</title>
	
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		<title>Beitrag im Magazin “Impu!se”</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 08:57:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für die jüngste Ausgabe der Zeitschrift &#8220;Impu!se für Gesundheitsförderung&#8220;, die von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen herausgegeben wird, habe ich folgenden kurzen Text &#8211; für&#8217;s Blog ergänzt um einige Links &#8211; zur Rolle von Onlinemedien für Beziehungen und psycho-soziale Gesundheit verfasst. Das Social Web und Beziehungspflege Das Internet hat sich in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für die jüngste Ausgabe der Zeitschrift &#8220;<a href="http://www.gesundheit-nds.de/CMS/index.php/veroeffentlichungen/impulse">Impu!se für Gesundheitsförderung</a>&#8220;, die von der <a href="http://www.gesundheit-nds.de/CMS/">Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen</a> herausgegeben wird, habe ich folgenden kurzen Text &#8211; für&#8217;s Blog ergänzt um einige Links &#8211; zur Rolle von Onlinemedien für Beziehungen und psycho-soziale Gesundheit verfasst.</p>
<blockquote><p><strong>Das Social Web und Beziehungspflege </strong></p>
<p>Das Internet hat sich in den letzten 15 Jahren im Medienalltag etabliert. Aktuellen Daten der <a href="http://www.initiatived21.de/portfolio/nonliner-atlas">Initiative D21 (Netzwerk für die Digitale Gesellschaft)</a> zufolge sind im Jahr 2011 etwa drei Viertel der Deutschen zumindest gelegentlich online. Eine wesentliche Ursache für diese rasante Verbreitung ist, dass das Internet als „Universalmedium“ nicht nur Funktionen bekannter Massenmedien wie Fernsehen, Radio oder Zeitung übernehmen kann, sondern auch zur Beziehungspflege genutzt wird.In der Frühphase des Internets dominierte die Vorstellung, das Datennetz entwickele sich zum „Cyberspace“, der von der „realen Welt“ abgekoppelt sei. In der „virtuellen Realität“ würden Menschen ihren Körper hinter sich lassen, in fremde Rollen schlüpfen und flüchtige Kontakte mit Fremden pflegen – so der Mythos, der allerdings den vielfältigen Facetten und Folgen onlinebasierter Kommunikation nicht gerecht wird. Viele Innovationen der letzten Jahre, wie Facebook,Twitter, YouTube oder Skype haben auf jeweils spezifische Weise die technischen Hürden gesenkt, sich mit anderen Menschen auszutauschen und Informationen miteinander zu teilen. Das Internet ist u.a. durch sie zum „Social Web“ geworden, das nicht mehr nur zum passiven Informationsabruf oder zum Abwickeln von Online-Banking und Shopping genutzt wird. Diese Entwicklung ist auch für den Aspekt der psychosozialen Gesundheit von Bedeutung, wie an drei Beispielen aus der Forschung des Hans-Bredow-Instituts verdeutlicht werden kann.</p>
<p><em>Computerspiele</em></p>
<p>Vorstellungen vom „Cyberspace“ sind derzeit noch am ehesten in den komplexen und grafisch aufwändigen Welten der Online-Rollenspiele à la „World of Warcraft“ verwirklicht. Diese können unter bestimmten biographischen und individuell-psychologischen Umständen dazu führen, dass die im Spiel gepflegten Beziehungen und die vom Spiel gestellten Aufgaben eine Sogwirkung entwickeln und wichtiger werden als Freundschaften oder Verpflichtungen außerhalb des Spiels. Es besteht die Gefahr,, dass sich Menschen in den Spielen verlieren und aus einer intensiven Beschäftigung ein exzessives oder pathologisches Verhalten wird, das mit gesundheitlichen, psychologischen und vor allem sozialen Beeinträchtigungen einhergeht. Nur ein sehr geringer Teil der Nutzer und Nutzerinnen zeigt über einen längeren Zeitraum Muster eines problematischen Nutzungsverhaltens; für die meisten bietet das Internet schlichtweg die Möglichkeit, ihr Hobby gemeinsam mit anderen auszuüben. [<a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/forschung/kompetenzen-exzessive-nutzung-computerspielern-gefordert-gefoerdert-gefaehrdet">Mehr in unserer Studie für die LfM zur Computerspielnutzung</a>]</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Soziale Netzwerkplattformen</em></p>
<p>Zum Zweiten lässt sich der Mythos vom „Cyberspace“ gerade an den seit einigen Jahren besonders populären Netzwerkplattformen wie schülerVZ oder Facebook weiter entzaubern. Statt der Kommunikation mit Unbekannten geht es dort vorrangig um die Pflege und Erweiterung realweltlicher Beziehungen. Das Präsentieren und (Mit-)Teilen von Informationen über sich selbst in der eigenen persönlichen Öffentlichkeit wirft einerseits Fragen des Datenschutzes bzw. der informationellen Selbstbestimmung auf und verschiebt gesellschaftliche Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre. Andererseits macht man es sich zu leicht, wenn man den vermeintlichen „Online-Exhibitionismus“ der Jugend anprangert – gerade für Jugendliche und junge Erwachsene bietet das Social Web Kommunikationsräume, die bei der Bewältigung von entwicklungspsychologischen Aufgaben helfen.</p>
<p>Diese Prozesse laufen nicht immer problemlos ab, sodass sich Streit, Gerüchte oder Mobbing vom Schulhof oder aus der Freizeit auf diese Plattformen verlängern können, was zu Stress und Belastungen führen kann. Eine Schülerin brachte dies im Rahmen eines Forschungsprojekts sehr prägnant auf den Punkt: „Alle meine Freunde sind auf schülerVZ, aber nicht alle auf schülerVZ sind meine Freunde“. Gleichzeitig lernen Jugendliche im Umgang mit dem Social Web aber auch Schlüsselkompetenzen unserer Zeit. Je individualisierter, flexibilisierter, mobiler unsere Gesellschaft wird, desto wichtiger wird der Aufbau und die Pflege eines sozialen Netzwerks. Die Einbettung in ein soziales Netzwerk liefert unterschiedliche psychosoziale Ressourcen, z.B. emotionale Unterstützung und Beistand oder auch karriererelevanten Informationsfluss, und trägt somit zur Bewältigung des Alltags in modernen Gesellschaften bei. [<a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/forschung/jugendliche-web-20">Mehr in unserer Studie für die LfM zum Heranwachsen mit dem Social Web</a>]</p>
<p><em>Medizinische Information über Wikipedia und Co.</em></p>
<p>Als dritter Bereich soll das konkrete Gesundheitsinformationsverhalten angesprochen werden, das sich auch durch das Internet verändert. Einer Anfang 2011 durchgeführten repräsentativen Befragung zufolge ist für gesundheitsrelevante Themen der persönliche Austausch mit Arzt bzw. Ärztin sowie Freunden und Verwandten nach wie vor am weitesten in der deutschen Bevölkerung verbreitet. Doch immerhin ein Drittel aller Deutschen gibt an, zumindest gelegentlich auch medizinische Informationen in der Online-Enzyklopädie Wikipedia nachzuschlagen. Etwa ein Viertel greift auf Online-Informationsangebote von Krankenkassen oder Krankenversicherungen zurück. Für den Kontext dieses Beitrags noch entscheidender: Das Internet bietet zudem Räume für den persönlichen Austausch auch zu gesundheitsbezogenen Themen, z.B. in Patientenforen oder einschlägigen Gruppen in Online-Communities. Diese werden allerdings nur von 7 bis 15 % der deutschen Bevölkerung genutzt und im Durchschnitt nicht als so verlässlich und hilfreich eingeschätzt wie andere Informationsquellen. Dennoch zeigen Studien z.B. zu onlinebasierten Selbsthilfegruppen, dass die Möglichkeit zum Austausch von persönlichen Erfahrungen oder das Teilen von Gefühlen oder Ängsten eine wichtige Rolle bei der Bewältigung gerade von ernsthaften Krankheiten bietet. [<a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/forschung/rolle-onlinekommunikation-herstellung-von-vertrauen-medizinisches-wissen">Mehr in unserem DFG-Projekt zur Rolle des Internets in der Gesundheitskommunikation</a>]</p>
<p>Das Internet ist somit nicht per se entfremdend oder isolierend, genauso wenig wie es ausschließlich gut oder vorteilhaft ist. Es kommt vielmehr auf den konkreten Einsatz in spezifischen Lebenssituationen an – und in dieser Hinsicht ist es inzwischen für einen wachsenden Teil der Bevölkerung unverzichtbar, auch und gerade um psychosoziale Befriedigung zu erlangen bzw. entsprechende Bedürfnisse zu befriedigen.</p></blockquote>
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		<title>Sonderausgabe “Phänomen Facebook”</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 09:14:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
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		<description><![CDATA[Was lange währt, wird endlich gut: Mitte 2011 hatten wir den Call für eine Sonderausgabe des Online-Journals &#8220;kommunikation@gesellschaft&#8221; zum &#8220;Phänomen Facebook&#8221; veröffentlicht &#8211; und nun ist, nach Auswahl, Reviewing und Überarbeitung der Beiträge &#8211; die Sonderausgabe auch online. Sie umfasst neben einer kurzen Einleitung der Herausgeber zwei Essays, vier Beiträge, eine Forschungsnotiz und eine Rezension; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was lange währt, wird endlich gut: Mitte 2011 hatten wir den Call für eine Sonderausgabe des Online-Journals &#8220;<a href="http://www.kommunikation-gesellschaft.de/">kommunikation@gesellschaft</a>&#8221; zum &#8220;Phänomen Facebook&#8221; veröffentlicht &#8211; und nun ist, nach Auswahl, Reviewing und Überarbeitung der Beiträge &#8211; die Sonderausgabe auch online. Sie umfasst neben einer kurzen Einleitung der Herausgeber zwei Essays, vier Beiträge, eine Forschungsnotiz und eine Rezension; thematisch sind u.a. Texte zur spezifischen Kommunikationssituation, die Facebook schafft, zu politischer Kommunikation, zum Minarett-Streit und zu Farmville dabei &#8211; viele und interessante Lektüre, wie wir hoffen!</p>
<blockquote><p>Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (2012): Editorial: Phänomen „Facebook“. In: Dies. (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 1. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213011">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213011</a></p>
<p>Hoever, André (2012): Individualität und die Voreinstellungen des Positiven – Ein Essay über den Erfolg von Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 2. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213029">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213029</a></p>
<p>Benkel, Thorsten (2012): Die Strategie der Sichtbarmachung. Zur Selbstdarstellungslogik bei Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 3. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213038">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213038</a></p>
<p>Wirz, Dominic (2012): Markt der Bilder – Bilder des Marktes? Netzwerkanalysen zur Verbreitung von Bildinhalten und Useraktivitäten auf Social Network Sites am Beispiel von festzeit.ch. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 4. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213046">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213046</a></p>
<p>Nordhus, Lotte (2012): Die Schweizer Minarett-Initiative im Spiegel von Facebook – Eine Analyse der Diskussionen vor der Abstimmung 2009. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 5. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213057">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213057</a></p>
<p>Siri, Jasmin / Melchner, Miriam / Wolff, Anna (2012): The Political Network. Parteien und politische Kommunikation auf Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 6. Online-Publikation:<a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213068"> http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213068</a></p>
<p>Kinder, Katharina E. (2012): „You have a Farmville gift request” – Thesen zum Erfolg von Social Casual Gaming auf Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 7. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213072">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213072</a></p>
<p>Frischling, Barbara (2012): Verbindungsstatus: Es ist kompliziert. Gedanken zur Ambivalenz von Nähe und Distanz bei der Nutzung von Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Forschungsnotiz 1. Online-Publikation:<a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213083"> http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213083</a></p>
<p>Zurawski, Nils (2012): Zwei Bücher über Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Rezension 1. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213091">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213091</a></p></blockquote>
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		<title>Stellungnahme zum Impulspapier “Virtualität und Inszenierung”</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 09:23:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende Juli wurde ich über das Netzwerk Medienethik auf ein medienethisches Impulspapier &#8220;Virtualität und Inszenierung&#8221; hingewiesen, das die publizistische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz erstellt hat. Ich konnte damals nur kurz einen Blick hineinwerfen; einige Wochen später erhielt ich dann die Bitte, für das Journal &#8220;Communicatio Socialis&#8221; eine Stellungnahme zum Impulspapier zu verfassen. Sie ist nun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ende Juli wurde ich über das <a href="http://www.netzwerk-medienethik.de/2011/07/25/virtualitat-und-inszenierung-medienethisches-impulspapier-der-deutschen-bischofe/">Netzwerk Medienethik</a> auf ein medienethisches Impulspapier &#8220;<a href="http://www.dbk-shop.de/media/files_public/gtcdxpsr/DBK_1235.pdf">Virtualität und Inszenierung</a>&#8221; hingewiesen, das die publizistische Kommission der <a href="http://www.dbk.de/home/">Deutschen Bischofskonferenz</a> erstellt hat. Ich konnte damals nur kurz einen Blick hineinwerfen; einige Wochen später erhielt ich dann die Bitte, für das Journal &#8220;<a href="http://www.schwabenverlag.de/4zeitsch/4l_home.htm">Communicatio Socialis</a>&#8221; eine Stellungnahme zum Impulspapier zu verfassen. Sie ist nun zusammen mit einer Reihe von weiteren Einschätzungen in Ausgabe 4/2011 der Zeitschrift veröffentlicht worden.</p>
<blockquote><p>Schmidt, Jan-Hinrik (2011): Informationelle Selbstbestimmung in der Praxis. Kommunikationssoziologische Perspektive. In: Communicatio Socialis, Jg. 44, Nr. 4, S. 417-421.</p></blockquote>
<p>Mit freundlicher Zustimmung der Redaktion kann ich den Text vorab bereits hier im Blog einstellen; der Blick in das Heft lohnt sich aber definitiv, weil die anderen Stellungnahmen (u.a. von Andreas Hepp, Ingrid Paus-Hasebrink, Michael Jäckel und Peter Schaar) alle sehr instruktiv und weiterführend sind.</p>
<blockquote><p>Meine Stellungnahme zum medienethischen Impulspapier besteht aus zwei Teilen, nämlich (1) einer kritischen Würdigung sowie (2) einigen Gedanken, die die Anliegen des Textes weiterführen und erweitern sollen. Dem Verständnis mag die Information dienen, dass ich mich aus einer kommunikationssoziologischen Perspektive mit Entwicklungen der internetbasierten Kommunikation befasse, die sich unter den Oberbegriff des „neuen Strukturwandels von Öffentlichkeit“ zusammenfassen lassen.<span id="more-859"></span></p>
<p><em>Kritische Würdigung</em></p>
<p>In gewisser Weise stellt die publizistische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz mit der Bezeichnung „Impulspapier“ das eigene Licht unter den Scheffel. Der Text leistet deutlich mehr als „nur“ Impulse zu setzen, denn er nimmt in vorbildlicher Weise eine knappe, nichtsdestotrotz aber fundierte und von klaren Anliegen geleitete Analyse der gegenwärtigen Medienentwicklung vor. Die Leitbegriffe „Virtualität“ und „Inszenierung“ bringen zentrale Entwicklungen auf den Punkt, die sich nicht nur in digitalen Medien zeigen, dort aber besonders prägnant auftreten. Zugleich demonstriert der Text, dass die Kategorie „Authentizität“ geeignet ist, diese Entwicklung analytisch differenziert zu erfassen und ethische Probleme herauszuarbeiten. Dies ist auch deswegen erfreulich, weil Authentizität ein zentrales Motiv der Nutzungspraktiken im Internet ist, das zum Beispiel die Selbstpräsentation auf Netzwerkplattformen anleitet, aber auch die Erwartungen an das Auftreten von Politiker, Unternehmen oder Organisationen in den sozialen Medien prägt. Somit ist das Impulspapier anschlußfähig an die Alltagserfahrungen der Nutzer.</p>
<p>Die abgeleiteten „ethischen Bewährungsfelder“ sind hochgradig relevant. Kommunikative Gewalt ist ein zentrales Thema der Medienwirkungsforschung und der öffentlichen Debatte, wobei zu der Sorge um problematische Wirkungen von Gewaltdarstellungen in Film, Fernsehen oder Computerspiel in jüngerer Zeit auch die Sorge um kommunikative Gewalt in alltäglichen Interaktionen (Stichwort: Mobbing bzw. Bullying) tritt. Hier sei darauf hingewiesen, dass es sich nicht notwendigerweise nur um ein Problem der medial vermittelten Kommunikation handelt. Vielmehr ist auch Cybermobbing zunächst einmal vor allem Mobbing, also eine a-soziale Form der Interaktion zwischen Menschen, die sich auf ganz unterschiedlichen Kanälen äußern kann.</p>
<p>Auch das zweite Thema, Datenschutz, ist in der alltäglichen Nutzungspraxis wie in der gesellschaftlich-politischen Debatte ständig präsent. Dies hängt wiederum zu einem großen Teil mit der Popularität von Netzwerkplattformen wie Facebook oder StudiVZ zusammen, die im Impulspapier als drittes Bewährungsfeld diskutiert werden. Dies ist sinnvoll, weil sie prototypisch für die identifizierten Entwicklungen stehen:</p>
<ul>
<li>für den Wandel von Selbstdarstellung und Inszenierung mit Authentizität als einer leitenden Erwartung;</li>
<li>für die Erweiterung gesellschaftlicher Öffentlichkeiten, in denen das Filtern mit Hilfe von explizit gemachten sozialen Beziehungen an die Seite des professionell-journalistischen Auswählens, Aufbereitens und Verbreitens tritt;</li>
<li>schließlich auch für die Erweiterung der Kanäle für Konversation und Interaktion, ob im privat-persönlichen, beruflichen oder (zivil-)gesellschaftlichen Bereich.</li>
</ul>
<p>Bei all diesen Analysen begeht das Impulspapier nicht den Fehler, die populäre Gegenüberstellung von „digital natives“ und „digital immigrants“ zu reproduzieren. So hilfreich diese sein mag, um einzelne Entwicklungen auf den Punkt zu bringen, so problematisch ist sie doch. Denn der Blick auf Jugendliche und junge Erwachsene, die scheinbar so selbstverständlich mit digitalen Medien umgehen, ist oft exotisierend und mischt ein Drittel Bewunderung mit einem Drittel Unverständnis und einem weiteren Drittel Sorge. Die „Digital Natives“ sind dann tatsächlich die Anderen und Fremden, die Eingeborenen einer unbekannten Welt, in die die Erwachsenen nur als Touristen oder Einwanderer Zutritt haben.</p>
<p>Doch dies birgt die doppelte Gefahr, dass junge Menschen entweder alleine gelassen werden – „Was sollen wir Alten denen denn noch beibringen können?“ – oder aber mit Regeln und Erwartungen konfrontiert werden, die aus einer anderen Medienwelt stammen und nicht mehr passend sind. Der Weg des Impulspapiers erscheint hier deutlich konstruktiver und zukunftsgerichteter: Zum einen würdigt es den Stellenwert der digitalen Medien für die Bewältigung alltäglicher Aufgaben in einer Gesellschaft, die von Informationsfülle und Prinzipien der vernetzten Individualität gekennzeichnet ist. Zum anderen sucht es aber auch nach Fertigkeiten und Vermittlungsformen, die alle Bürgerinnen und Bürger in die Lage versetzen, selbstbestimmt, kenntnisreich und verantwortungsvoll an diesen Medien teilhaben zu können.</p>
<p><em>Weiterführende Gedanken</em></p>
<p>Aus der gelungenen Analyse gegenwärtiger Medienentwicklungen leitet das Papier eine Reihe von Forderungen bzw. Handlungsempfehlungen ab. Man könnte diese sicherlich um zusätzliche Bewährungsfelder erweitern und entsprechende ethische Forderungen und Kompetenzen skizzieren – Felder wie das Urheberrecht oder Formen der Arbeit und des Wirtschaftens in der Wissensgesellschaft fallen hier unmittelbar ins Auge. Meine Bemerkungen drehen sich stattdessen aber um zwei Aspekte, die aus meiner Sicht hochgradig anschlußfähig sind und geeignet scheinen, die Stoßrichtung des Textes weiter zu führen.</p>
<p>Dies betrifft erstens einen Begriff, der interessanterweise im Impulspapier an keiner Stelle explizit auftaucht: „Informationelle Selbstbestimmung“. Er ist im Zusammenhang der Volkszählungsdebatte der 1980er Jahre entstanden und hat, ausgehend vom Urteil des Bundesverfassungsgerichts 1983, maßgeblich die Vorstellung (und rechtliche Gestaltung) von Datenschutz in Deutschland beeinflusst. Im Kern besagt er, dass jeder Mensch die Kontrolle darüber haben sollte, welche personenbezogenen Daten über ihn von wem für welche Zwecke gespeichert und verwendet werden. Und auch wenn er unter anderen medialen und gesellschaftlichen Bedingungen geprägt wurde, halte ich ihn doch für sehr gut geeignet, die Art und Weise anzuleiten, wie wir in digitalen Medienumgebungen agieren.</p>
<p>Zum ersten besitzt er eine normative Komponente, die sich nicht in rechtlichen Ansprüchen und Verpflichtungen erschöpft, sondern auch den alltäglichen Umgang miteinander betrifft. Menschen erwarten, dass sie selbst bestimmen können, was sie wem offenbaren und wer Informationen über sie sammelt und weiter verbreitet, selbst wenn sie es nicht direkt mit einer datenverarbeitenden Stelle zu tun haben, sondern mit ihren Partnern, Bekannten, Nachbarn, Fremden im Zugabteil, o.ä.</p>
<p>Zum zweiten lässt sich der Begriff als ausgeübte Praxis deuten und damit der empirischen Analyse zugänglich machen: Wir können beobachten und vergleichen, wie Menschen informationelle Selbstbestimmung im Internet oder anderswo ausüben; wie souverän oder scheiternd, wie differenziert oder pauschal, wie offen oder restriktiv sie personenbezogene Informationen mit anderen teilen. Wir können auch überprüfen, inwieweit Merkmale des Kontexts diese Praxis beeinflussen, also inwiefern zum Beispiel die Vorstellung vom Publikum auf einer Internetplattform oder auch die technischen Voreinstellungen und Optionen der Software die informationelle Selbstbestimmung erleichtern oder erschweren.</p>
<p>Zum dritten schließlich bezeichnet der Begriff eine Kompetenz: Informationelle Selbstbestimmung ist etwas, was man unter gegenwärtigen Medienbedingungen können muss und können sollte. Das Impulspapier schneidet in Abschnitt VI.B.2 einige Facetten dieser Kompetenz an, doch eine weitergehende Differenzierung und Entwicklung von informationeller Selbstbestimmung als notwendige Kompetenz unserer Zeit steht noch aus.</p>
<p>Der zweite weiterführende Aspekt berührt das im Impulspapier entwickelte Verständnis von „Teilhabe“ bzw. „Partizipation“. Medien sind hierbei Werkzeuge, mit denen gesellschaftliche Teilhabe verwirklicht oder verbessert werden kann, weil sie als Kommunikationsmittel, als Schnittstellen und als Ausdrucksphänomene fungieren (siehe Kapitel V.C). Ich möchte eine weitere Facette von Teilhabe ergänzen: In dem Maße, in dem wesentliche Teile unseres sozialen Lebens und gesellschaftlicher Öffentlichkeit mit Hilfe von digitalen Technologien ermöglicht bzw. unterstützt werden, wird auch die Teilhabe an der Gestaltung dieser Technologien selbst eine wesentliche demokratische Aufgabe.</p>
<p>Dies betrifft auch, aber nicht nur die bereits angesprochene informationelle Selbstbestimmung – die softwareseitig vorgegebenen Optionen und Voreinstellungen von Plattformen wie Facebook, YouTube oder Twitter haben einen wesentlichen Einfluss auf die Zugänglichkeit und Verbreitung von Informationen. Aber auch gesellschaftliche Öffentlichkeit ist in wachsendem Maße von den Filter- und Sortierleistungen der Algorithmen geprägt, die nicht transparent sind. Im Bereich der mobilen Medien etabliert sich derzeit ein Modell, das anders als das Internet auf vergleichsweise geschlossenen Systemen beruht: Software bzw. „Apps“ auf Smartphones und Tablet-PCs sind nicht frei installierbar, sondern müssen über zentralisierte Marktplätze („App Store“, „Android Marketplace“ o.ä.) bezogen werden, deren Betreiber eine machtvolle, weil kontrollierende Rolle einnehmen. All diese Entwicklungen sind wiederum durch den Umstand gekennzeichnet, dass wir in aller Regel als „Kunde“ (und nicht als „Bürger“) an ihnen teilhaben: Wer sich für einen Dienst registriert, geht einen Vertrag mit den Betreibern ein und muss Allgemeine Geschäftsbedingungen akzeptieren, die kaum jemand liest, weil sie auch kaum jemand verstehen kann.</p>
<p>In all diesen Bereichen sind die Mitspracherechte der Nutzer nur gering ausgeprägt, wenn sie denn überhaupt existieren. Selbst die wesentliche Einflussmöglichkeit, die Konsumenten bzw. Kunden in der Regel bleibt, nämlich der Verzicht auf Konsum bzw. Nutzung der Dienste eines Anbieters, wird durch Monopolisierungstendenzen und Netzwerkeffekte vielfach erschwert: Facebook nicht zu nutzen kommt in bestimmten Altersgruppen der sozialen Isolation gleich, und die Plattform zugunsten einer Alternative zu verlassen, ist gleichbedeutend mit einem Verlust der dort eingestellten und gepflegten Informationen, weil diese nicht exportiert und an anderer Stelle eingepflegt werden können.</p>
<p>Zentrale Weichenstellungen für die Entwicklung der Mediengesellschaft werden derzeit in Feldern getroffen, wo Regulierung durch Recht und durch marktliche Verträge auf die starke Prägekraft von Software-Code trifft. Die vierte Säule der Rahmung menschlichen Handelns in digitalen Medien, die Regulierung durch Normen und ethische Prinzipien, droht demgegenüber gelegentlich etwas in den Hintergrund zu geraten. Das Impulspapier entwirft und begründet ethische Prinzipien, die uns bei der demokratischen Gestaltung der medialen Kommunikationsräume anleiten können – es kommt jetzt darauf an, die Prinzipien einzubringen und sich an dieser Gestaltung zu beteiligen.</p></blockquote>
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		<title>Vorträge zu Beginn 2012</title>
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		<comments>http://www.schmidtmitdete.de/archives/890#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 16:45:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konferenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Vorträge der zweiten Jahreshälfte 2011 habe ich gut überstanden, der Dezember war erholsam, nun geht der Blick nach vorne. Hier eine Übersicht meiner Vorträge bis April 2012: Meine erste Reise führt mich 5./.6. Januar nach Köln zum Kongress &#8220;50 Jahre Deutschlandfunk&#8220;. Ich bin Samstag vormittag in einem Workshop  mit dem schönen Titel &#8220;Crowdsourcing, Wikinomics [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vorträge der zweiten Jahreshälfte 2011 habe ich gut überstanden, der Dezember war erholsam, nun geht der Blick nach vorne. Hier eine Übersicht meiner Vorträge bis April 2012:</p>
<ul>
<li>Meine erste Reise führt mich 5./.6. Januar nach Köln zum Kongress &#8220;<a href="http://dlf50.org/">50 Jahre Deutschlandfunk</a>&#8220;. Ich bin Samstag vormittag in einem Workshop  mit dem schönen Titel &#8220;Crowdsourcing, Wikinomics und Co. &#8211; Neubeginn oder Untergang des Nachrichtenjournalismus?&#8221;, um gemeinsam mit <a href="http://www.guardian.co.uk/profile/paullewis">Paul Lewis</a> (The Guardian) und <a href="http://twitter.com/#!/wilfriedruetten">Wilfried Rütten</a> (<a href="http://www.ejc.nl/">European Journalism Centre</a>) über den Einfluss vernetzter Öffentlichkeiten zu diskutieren. Der Twitter-hashtag &#8220;<a href="http://twitter.com/#!/search/dlf50">dlf50</a>&#8221; wird jetzt schon ordentlich genutzt, ein Blick hinein dürfte sich am Wochenende lohnen.</li>
<li>Am 18. Januar fahre ich nach Gießen, um im &#8220;<a href="http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb04/institute/geschichte/fachjournalistik/termin_oeffentlich/vortragsreihe-literaturgeschichte">Oberseminar Fachjournalistik</a>&#8221; über &#8220;Persönliche Öffentlichkeiten im Social Web&#8221; zu sprechen. Auch wenn es nach einer geschlossenen Veranstaltung klingt: Alle Interessierten sind willkommen!</li>
<li>Eine Woche später bin ich dann zu Gast bei den &#8220;Bensberger Gesprächen&#8221;, eine jährlich stattfindende Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung und des Bundesministeriums für Verteidigung. Thema dieses Jahr: &#8220;<a href="http://www.bpb.de/veranstaltungen/SJEWUL,0,Bensberger_Gespr%E4che_2012.html">Umbruch in Nordafrika: Demokratische Erneuerung und Social Media &#8211; Herausforderung für eine politische Neujustierung</a>&#8220;. Ich werde am Dienstag Nachmittag zusammen mit <a href="http://twitter.com/#!/sabastia">Zahi Alawi </a>(Deutsche Welle TV) und <a href="http://www.die-gdi.de/CMS-Homepage/openwebcms3_e.nsf/%28ynDK_contentByKey%29/MSIN-8FLFF9?OpenDocument&amp;nav=active:Staff\Research%20Staff;expand:Staff\Research%20Staff">Anita Breuer</a> (Deutsches Institut für Entwicklungspolitik) über die Rolle der sozialen Medien für politischen Wandel diskutieren.</li>
<li>Anfang Februar muss ich nicht reisen, und streng genommen ist es auch kein Vortrag, aber ich will es doch erwähnen: In Hamburg findet vom 2. bis 4. Februar die gemeinsame Tagung der DGPuK-Fachgruppen Journalistik/Journalismusforschung und Rezeptions- und Wirkungsforschung  statt. Das Thema – “<a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/node/4438">Journalismus und (sein) Publikum. Was Journalismusforschung und  Rezeptions- und Wirkungsforschung voneinander lernen können</a>” – ist  einschlägig für unser <a href="http://jpub20.hans-bredow-institut.de/">DFG-Projekt zur (Wieder-)Entdeckung des Publikums</a>, und ich bin sehr auf die Vorträge gespannt.</li>
<li>Zwei Wochen später, vom 16.bis 18.2., ist die nächste DGPuK-Fachgruppentagung, nämlich &#8220;meiner&#8221; FG cvK und der FG Kommunikations- und Medienethik. Es wird um &#8220;<a href="http://www.netzwerk-medienethik.de/jahrestagung/tagung2012/">Richtigkeit, Wahrheit, Wahrhaftigkeit: Authentizität als kommunikationsethische Voraussetzung onlinebasierter Forschung</a>” gehen, und auch hier werde ich ohne eigenen Beitrag, aber mit großer Vorfreude auf die spannenden Vorträge nach München fahren.</li>
<li>Am 21.2. muss ich dann wieder nicht weit reisen, sondern einige Schritte an der Alster zur Hochschule für Musik und Theater laufen. Das dortige <a href="http://kmm-hamburg.de/">Institut für Kultur- und Medienmanagement</a> hat mich im Rahmen einer Themenwoche &#8220;Digitale Medien&#8221; eingeladen, einen Vortrag zu &#8220;Öffentlichkeiten im Social Web&#8221; zu halten. Das mache ich doch gerne!</li>
<li>Ende des Monats werde ich es dafür umso weiter haben: Mit Unterstützung der DFG wird es zwei gemeinsame Workshops des Hans-Bredow-Instituts und des Centre of Excellence for Creative Industries and Innovation (CCI) in Brisbane geben, um unsere Forschungsaktivitäten im Bereich &#8220;<a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/forschung/governance-regulierung-innovation-neue-soziale-konventionen-veraenderten-medienumgebungen">Governance, Regulierung, Innovation und neue soziale Konventionen in veränderten Medienumgebungen</a>&#8221; enger miteinander zu vernetzen und neue Kooperationen zu planen. Der erste Workshop findet vom 28.2. bis 1.3. in Sydney statt; ich werde u.a. zur Rolle von Software-Code in der Regulierung von Nutzungspraktiken Input vorbereiten und zur Diskussion stellen. Der Gegenbesuch der australischen Kollegen ist dann im Juli 2012.</li>
<li>Am 16.3. werde ich in Basel auf einer Konferenz zum Thema &#8220;Social Media, Lernen und Lehren&#8221; zu Gast sein, wobei sich mein Vortrag eher mit dem breiteren gesellschaftlichen und politischen Kontext befassen wird. Nähere Informationen reiche ich nach, sobald sie verfügbar sind.</li>
<li>Und schließlich geht es am 26.3. noch nach Berlin zum <a href="http://www.acatech.de/de/aktuelles-presse/veranstaltungen/veranstaltung/kalender/event/2012/03/26/acatech-symposium-internet-privacy/tx_cal_phpicalendar/view-list|page_id-109.html">acatech-Symposium &#8220;Internet und Privacy</a>&#8220;, das Teil eines vom BMBF geförderten interdisziplinären Projekts zur <a href="http://www.acatech.de/de/projekte/laufende-projekte/internet-privacy.html">&#8220;Kultur der Privatsphäre und des Vertrauens im Internet</a>&#8221; ist. Ich werde dort einen noch nicht näher spezifizierten Input zum Thema &#8220;Internet &amp; Privatsphäre&#8221; aus soziologischer Sicht leisten.</li>
</ul>
<p>Soweit also die Vortrags- und Reisepläne für die ersten drei Monate 2012. Um all die Verpflichtungen und Anfragen halbwegs in den Griff zu bekommen und mit meinen anderen Aufgaben vereinbaren zu können, habe ich mir dieses Jahr übrigens erstmals vorgenommen, drei reise-/vortragsfreie Monate einzustreuen, nämlich den April, den August und den Dezember. Mal sehen, wie ich damit zurecht komme&#8230;.</p>
<div id="tweetbutton890" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F890&amp;text=Vortr%C3%A4ge%20zu%20Beginn%202012&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F890" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/SchmidtMitDete/~4/XMWxKVuEgjI" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>ComDigMed-Tagung in Erfurt</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 10:32:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenzen]]></category>
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		<description><![CDATA[Ende vergangener Woche stand für mich die letzte Tagungs-/Vortragsreise des Jahrs 2011 an: Auf Einladung des Promotionskollegs &#8220;Communication und Digital Media&#8221; an der Uni Erfurt war ich bei der Tagung &#8220;Zwischen Partizipationskultur und Selbstausbeutung – Medienmacher &#38; Mediennutzer im Social Web&#8221; zu Gast. Es waren sehr interessante und diskussionsreiche anderthalb Tage, und ich habe mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ende vergangener Woche stand für mich die letzte Tagungs-/Vortragsreise des Jahrs 2011 an: Auf Einladung des <a href="http://www.uni-erfurt.de/comdigmed/promotionskolleg/">Promotionskollegs &#8220;Communication und Digital Media</a>&#8221; an der Uni Erfurt war ich bei der Tagung &#8220;<a href="http://www.uni-erfurt.de/comdigmed/konferenz/" target="_blank">Zwischen Partizipationskultur und Selbstausbeutung – Medienmacher &amp; Mediennutzer im Social Web</a>&#8221; zu Gast. Es waren sehr interessante und diskussionsreiche anderthalb Tage, und ich habe mich sehr gefreut, in einer &#8220;Endnote&#8221; einige Gedankenstränge und Themen aus den vielen Vorträgen der Bereiche &#8220;Politik&#8221;, &#8220;Journalismus&#8221; und &#8220;Sozialisation&#8221; aufgreifen und verbinden zu können.<br />
Statt eines ausführlichen Blogeintrags bette ich einfach meinen ersten Versuch mit der Plattform &#8220;storify&#8221; ein, die ich genutzt habe, um insbesondere die auf Twitter stattfindende Begleitkommunikation zu dokumentieren.</p>
<p><script src="http://storify.com/JanSchmidt/comdigmed.js"></script><noscript><a href="http://storify.com/JanSchmidt/comdigmed" target="_blank">View the story &#8220;#comdigmed&#8221; on Storify</a>]</noscript></p>
<div id="tweetbutton885" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F885&amp;text=ComDigMed-Tagung%20in%20Erfurt&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F885" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/SchmidtMitDete/~4/5_xeEQlQhoQ" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Geburtstag im Social Web (2011)</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 10:19:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nach der Arbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus der beliebten Reihe &#8220;Anzahl der Geburtstagsgrüße über verschiedene Kanäle&#8221; (2008, 2009 und 2010 habe ich anscheinend gar nicht hier, sondern nur auf Facebook veröffentlicht??) hier die Ausgabe für 2011. Persönliche Gratulationen und Anrufe fanden auch statt, werden aber nicht für diese Statistik berücksichtigt. :-)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus der beliebten Reihe &#8220;Anzahl der Geburtstagsgrüße über verschiedene Kanäle&#8221; (<a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/342">2008</a>, 2009 und 2010 habe ich anscheinend gar nicht hier, sondern nur auf Facebook veröffentlicht??) hier die Ausgabe für 2011. Persönliche Gratulationen und Anrufe fanden auch statt, werden aber nicht für diese Statistik berücksichtigt. :-)</p>
<p><a href="http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/uploads/2011/11/geburtstag2011.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-879" title="geburtstag2011" src="http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/uploads/2011/11/geburtstag2011.jpg" alt="" width="597" height="410" /></a></p>
<div id="tweetbutton878" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F878&amp;text=Geburtstag%20im%20Social%20Web%20%282011%29&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F878" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/SchmidtMitDete/~4/I1aNYuwscGw" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Doktorandenworkshop von FG cvk und DGOF</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/SchmidtMitDete/~3/6J2TE5wqezY/873</link>
		<comments>http://www.schmidtmitdete.de/archives/873#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 Nov 2011 18:15:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konferenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Bereits vor über einem Jahr reifte in der FG cvK der Plan für eine Veranstaltung, die sich speziell an den wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich der sozialwissenschaftlichen Online-Forschung richtet. Dieses Jahr konnten wir die &#8220;Lücke&#8221; ausnutzen, die durch das Verschieben unserer regulären Tagung in den Februar 2012 entstanden ist. Mit der Deutschen Gesellschaft für Onlineforschung (DGOF) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits vor über einem Jahr reifte in der FG cvK der Plan für eine Veranstaltung, die sich speziell an den wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich der sozialwissenschaftlichen Online-Forschung richtet. Dieses Jahr konnten wir die &#8220;Lücke&#8221; ausnutzen, die durch das Verschieben unserer <a href="http://www.netzwerk-medienethik.de/jahrestagung/Tagung2012/">regulären Tagung in den Februar 2012</a> entstanden ist. Mit der <a href="http://www.dgof.de/">Deutschen Gesellschaft für Onlineforschung (DGOF)</a> war schnell ein Partner gefunden, der sich an der Organisation des Workshops beteiligte &#8211; und so kamen letzten Freitag und Samstag insgesamt 21 Doktorand/innen aus der Kommunikationswissenschaft, aber auch aus angrenzenden Disziplinen, sowie zehn Respondents (PostDocs und Professor/innen) zum <a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/veranstaltungen/doktorandenworkshop-2011">ersten gemeinsamen Doktorandenworkshop</a> zusammen.</p>
<p>Das Programm war zweigeteilt: Der Freitag stand ganz im Zeichen der Promotionsprojekte, wobei das Format gegenüber den regulären Fachgruppentagungen bzw. GOR-Konferenzen etwas abgewandelt war: Auf jeden Vortrag von etwa 20 Minuten folgte zunächst ein vorher festgelegter respondent, der/die im Vorfeld auch ein etwa 10seitiges Paper zum Promotionsvorhaben zur Vorbereitung bekommen hatte. Zudem waren die Doktoranden/innen ermutigt worden, durchaus auch offene (inhaltliche, methodische oder organisatorische) Fragen zu benennen, um gezieltes Feedback zu erlauben.</p>
<p>Der Samstag war etwas stärker auf &#8220;Service&#8221; ausgerichtet; wir starteten mit einer 90minütigen Session zum &#8220;abstract-writing&#8221;, die eine praktische Übung enthielt: Die Teilnehmer/innen sollten in etwa 20 Minuten einen Entwurf für eine Konferenzeinreichung schreiben (z.B. für die GOR 2012; praktischerweise endet der Call erst am 15.11, sodass möglicherweise der eine oder die andere seinen abstract aus der Übung auch tatsächlich bei der GOR einreichen könnte&#8230;), der zunächst wechselseitig besprochen und anschließend an ausgewählten Beispielen im Plenum diskutiert wurde. Den Workshop beschloss ein Vortrag von Irene Neverla (Uni Hamburg) zur &#8220;Karriereplanung in der Wissenschaft&#8221;, die über Profilbildung, Publikationsstrategien und &#8211; ganz wichtig meines Erachtens &#8211; Life-Work-Balance im (kommunikations-)wissenschaftlichen Bereich sprach. Sehr offen meinte sie beispielsweise: Kinder sind ein Knick in der wissenschaftlichen Karriereleiter, wenngleich nicht zwingend das Ende.</p>
<p>Ein paar weitere persönliche Eindrücke von mir:</p>
<ul>
<li>Auch wenn sich Bearbeitungsstand und Herangehensweise teilweise deutlich unterschieden: Die Qualität der vorgestellten Promotionsprojekte war durchweg beeindruckend, die Fragestellungen relevant und interessant. Zudem lieferten alle Teilnehmer/innen überzeugende und professionelle Präsentationen und gingen konstruktiv mit dem Feedback, das zum Teil durchauchs grundlegend (aber nie destruktiv) war.</li>
<li>Das Format mit festgelegten Respondents hat sich meines Erachtens bewährt. Das Feedback war ausführlicher und fundierter, als die ja meist ad hoc entstehenden Fragen aus dem Publikum, das gerade einen kurzen Vortrag zu einem komplexen Projekt gehört hat.</li>
<li>Was wir beim nächsten Mal anders machen sollten und werden: Das Programm am Freitag war arg straff, sodass die Zeit für Feedback und Diskussionen aus Sicht vieler Teilnehmer/innen zu kurz war. Bei der Organisation standen wir vor dem Problem, die (für uns überraschend) vielen Teilnehmer/innen einerseits alle aufzunehmen, andererseits aber auch alle zeitlich unter zu bringen, ohne das Programm durch allzu viele parallele Tracks zu zerfasern. Bei einer Fortsetzung würden wir &#8211; bei gleichbleibend vielen Teilnehmer/innen &#8211; aber wohl dafür sorgen, etwas mehr Zeit als 35 Minuten pro Thema einzuplanen.</li>
</ul>
<div id="tweetbutton873" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F873&amp;text=Doktorandenworkshop%20von%20FG%20cvk%20und%20DGOF&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F873" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/SchmidtMitDete/~4/6J2TE5wqezY" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Vorwort zu Blogistan</title>
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		<comments>http://www.schmidtmitdete.de/archives/862#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 09:34:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[In der &#8220;Hamburger Edition&#8221; des Hamburger Instituts für Sozialforschung ist dieser Tage die deutsche Übersetzung des Buches &#8220;Blogistan. Politik und Internet im Iran&#8221; erschienen. Ich habe für diese Ausgabe ein Vorwort beisteuern dürfen, das ich mit freundlicher Erlaubnis des Verlags hier ebenfalls veröffentlichen kann. Im Mai 2011 fand erstmals im Vorfeld einer G8-Tagung auch ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/uploads/2011/10/blogistan.jpg"><img class="size-medium wp-image-867 aligncenter" title="Camera 360" src="http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/uploads/2011/10/blogistan-300x225.jpg" alt="Blogistan" width="300" height="225" /></a></p>
<p>In der &#8220;Hamburger Edition&#8221; des <a href="http://www.his-online.de/">Hamburger Instituts für Sozialforschung</a> ist dieser Tage die deutsche Übersetzung des Buches &#8220;<a href="http://www.his-online.de/verlag/programm/detailseite/publikationen/blogistan.html">Blogistan. Politik und Internet im Iran</a>&#8221; erschienen. Ich habe für diese Ausgabe ein Vorwort beisteuern dürfen, das ich mit freundlicher Erlaubnis des Verlags hier ebenfalls veröffentlichen kann.</p>
<blockquote><p>Im Mai 2011 fand erstmals im Vorfeld einer G8-Tagung auch ein „eG8-Gipfel“ statt. Der französische Präsident Sarkozy hatte Größen der Internetbranche wie Mark Zuckerberg (Facebook), Jeff Bezos (Amazon) oder Eric Schmidt (Google), aber auch Vordenker wie Yochai Benkler (Harvard University) oder John-Perry Barlow (Electronic Frontier Foundation) eingeladen, um über die Bedeutung des Internets für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu sprechen. Dabei wurde immer wieder auf die Revolutionen in Nordafrika verwiesen: War die Welt zu Beginn des Jahres nicht (erneut) Zeuge geworden, wie in Tunesien oder Ägypten digitale Informations- und Kommunikationstechnologien den sozialen Wandel nicht nur schleichend und schrittweise, sondern rasant und disruptiv vorantreiben?</p>
<p>Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Medien immer eine wichtige Rolle für gesellschaftliche Veränderungen und politische Umstürze spielen: In der französischen Revolution des späten 18. Jahrhunderts waren das sich entwickelnde Zeitungswesen, aber auch Flugblätter, Vignetten und Karikaturen entscheidende Träger von Öffentlichkeit. In der Februarrevolution von 1917 spielte die Kontrolle über die Telegraphenleitungen eine wichtige Rolle bei der Koordination und Mobilisierung im riesigen russischen Reich. Die iranische Revolution von 1979 hingegen konnte auf Transistorradios und Kassettenrekorder zurückgreifen, um die Predigten und Aufrufe der Mullahs in der Bevölkerung zu verbreiten.</p>
<p>Heute, im Jahr 2011, spricht man von „Facebook-Revolutionen“ oder „Twitter-Revolutionen“ – die Werkzeuge, um Öffentlichkeit für politische Forderungen herzustellen, Gleichgesinnte zu mobilisieren und Aktivitäten zu koordinieren, haben sich ganz offensichtlich weiter entwickelt. Die Verbreitung von Mobiltelefonen und digitalen Kameras erhöht die Chance, dass Bilder von Demonstrationen, Protesten oder Übergriffen aufgezeichnet werden. Netzwerkplattformen, Blogs und Microblogs senken die Hürden weiter, diese Informationen dann auch nahezu in Echtzeit zu verbreiten. Die Schneeballeffekte, die in den vernetzten Öffentlichkeiten zum Tragen kommen, erhöhen die Reichweite der Bilder und Aufrufe – auch weil etabliert-professionelle Medien auf solche nutzergenerierten Inhalte zurückgreifen und in ihre eigene Berichterstattung einbinden. <span id="more-862"></span>So entstand anlässlich der Ereignisse in Nordafrika eine transnationale Öffentlichkeit. Jeder, der wollte, konnte buchstäblich „live“ die Proteste auf dem Tahrir-Platz in Kairo oder dem Platz des 7. November in Tunis verfolgen und sich unter Umständen sogar selbst als Multiplikator fühlen, zum Beispiel durch das Weiterleiten von Informationen zum Umgehen von Internetsperrungen. Diese Form der politischen Teilhabe auch über Grenzen hinweg war in der Tat neu. Doch rechtfertigt sie es, von einer „Internet-Revolution“ zu sprechen? Die Einschätzungen von westlichen Beobachtern wie von Beteiligten vor Ort decken sich darin, dass die Ursache der Proteste nicht in den digitalen Technologien zu suchen sind, sondern in Faktoren wie hoher Jugendarbeitslosigkeit, grassierender Korruption oder steigenden Preise. Zudem wird zu Recht darauf hingewiesen, dass das Internet nicht per se demokratisch ist, auch wenn „Cyberoptimisten“ gerne eine quasi natürliche Verbindung zwischen dessen dezentralen technischen Architektur und demokratisierenden Wirkungen unterstellen.</p>
<p>Man muss aber nicht gleich ins andere Extrem des „Cyberpessimismus“ fallen um zu erkennen, dass die gleichen Technologien auch für Überwachung und Kontrolle, für Propaganda oder Zensur eingesetzt werden. Zudem gilt es zumindest zu bedenken, dass viele der Plattformen und Werkzeuge, mit deren Hilfe sich demokratische Öffentlichkeiten online formieren und artikulieren, im Grunde hochgradig kommerzialisiert sind: Sie werden von Unternehmen zur Verfügung gestellt und betrieben – für Nutzer, die nicht „Bürger“, sondern „Kunden“ sind und daher nur eingeschränkte Mitspracherechte (wenn überhaupt) bei der Gestaltung und Kontrolle der Kommunikationsräume haben, in denen sie sich über Persönliches wie Politisches austauschen.</p>
<p>Das Verhältnis von Internet und Politik ist also durchaus komplexer, als technikzentrierte Perspektiven, ob nun optimistisch oder pessimistisch, nahelegen. Dies liegt erstens daran, dass „das Internet“ als Analysekategorie schlechterdings ungeeignet, weil deutlich zu grob ist. Es vereint auf einer technischen Grundlage – verteilten Netzwerken von Rechnern, die auf der Basis spezifischer Protokolle Daten austauschen – eine Vielzahl von Kommunikationsdiensten, Angeboten und Plattformen, die je eigene Optionen eröffnen und Kommunikationsmodi unterstützen. Als Hybrid- oder Universalmedium stellt es Kanäle der interpersonalen one-to-one-Kommunikation (z.B. die E-Mail) genauso zur Verfügung wie es Formen der massenmedialen Kommunikation unterstützt, seien es Livestreams von Radio- oder Fernsehsendern oder die publizistischen Angebote von Online-Zeitungen. Hinzu kommen vielfältige Varianten der gruppen- oder netzwerkbezogenen Kommunikation, die sich auf Netzwerkplattformen, in Diskussionsforen oder Chatrooms äußert. Und nicht zuletzt bieten Onlinetechnologien interaktive Funktionen, die eher in den Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion fallen, beispielsweise Recherchen in Datenbanken und Archiven, spielerische Tools zur Ermittlung von politischen Präfenzen wie den Wahlomaten, oder Werkzeuge zur Abwicklung und Unterstützung von Transaktionen, Abstimmungen oder gar dem Online-Voting.</p>
<p>Zweitens: Welche tatsächlichen Folgen diese kommunikationstechnisch ganz unterschiedlich gestalteten Angebote für politisches Handeln entfalten, hängt von ihrer Einbettung in existierende institutionelle oder organisatorische Strukturen ab, die jeweils eigene Prägekraft einbringen. So agieren in einzelnen Politikfeldern ganz unterschiedliche kollektive Akteure, darunter Parteien, lokale Bürgerinitiativen, Nichtregierungsorganisationen o.ä., mit jeweils eigenen Zielen und Interessen, institutionalisierten Formen der Koordination und Abstimmung von Handeln sowie des Austragens von Konflikten, nicht zuletzt auch mit unterschiedlichen personellen oder finanziellen Ressourcen. In diesen existierenden Rahmen werden die neuen Technologien eingepasst – ob sie an die Seite oder an die Stelle anderer Werkzeuge und Technologien treten, ist aber nicht von vorneherein ausgemacht.</p>
<p>Werden diese Kontextbedingungen für onlinebasierte politische Kommunikation außer Acht gelassen, kommt es in aller Regel rasch zu Fehlschlüssen, wie sich exemplarisch am Umgang mit der vielbeachteten Online-Strategie des 2008er-Präsidentschaftswahlkampfs von Barack Obama zeigen lässt. Diese beruhte zu wesentlichen Teilen darauf, mit Hilfe von digitalen Plattformen lokale Unterstützernetzwerke zu initiieren (indem Gleichgesinnte vor Ort zusammengebracht wurden), deren Basisarbeit zu unterstützen (indem Wahlkampfmaterial und Argumentationshilfen, aber auch Adressen noch unentschlossener Wähler für Hausbesuche zur Verfügung gestelllt wurden) und nicht zuletzt bis dato ungekannte Summen an (Klein-)Spenden einzuwerben – mit denen ja ironischerweise massiv Werbeplätze im Fernsehen gekauft werden konnten.</p>
<p>Diese Strategie auf Deutschland zu übertragen scheiterte nicht an der Unwilligkeit oder Unkenntnis auf Seiten deutscher Wahlkämpfer (auch wenn Abneigungen gegen das Netz existieren mögen), sondern vielmehr daran, dass es hierzulande die Unterstützerwerke bereits, manche würden sagen: noch gibt: Es sind die Ortsvereine oder Bezirksgruppen der Parteien, die Engagement bündeln und auf eine stabile organisatorische Basis stellen, zudem auch zwischen den Wahlkämpfen aktiv sind. Durch das System der staatlichen Parteienfinanzierung in Kombination mit Mitgliedsbeiträgen sind Parteien und ihre Kandidaten darüber hinaus nicht im gleichen Maße darauf angewiesen, jeden Wahlkampf von Grund auf neu durch Spenden zu finanzieren.</p>
<p>Die Wechselwirkungen zwischen Internet und Politik sind schließlich komplex, weil sie drittens in umfassendere medial-kulturelle Konstellationen eingebettet sind, die aus – je nach Gesellschaft oder Subkultur, Szene oder Gemeinschaft unterschiedlichen – Formen und Praktiken der sozialen Organisation und des Verhältnisses von Indidivuum zum Kollektiv bestehen. Online-Plattformen wie Twitter oder Facebook in Kombination mit mobilen Endgeräten unterstützen eine spezifische Morphologie der sozialen Organisation, die sich mit dem kanadischen Soziologen Barry Wellman als „networked individualism“ oder „vernetzte Individualität“ bezeichnen lässt: Der Einzelne ist im Lebensverlauf beständig gefordert, seine individuelle Identität beständig und aktiv herzustellen und anderen zu signalisieren, weil traditionelle Vorgaben und Bindungen an Bedeutung verlieren. Dies geschieht zunehmend in lockeren, zeitlich flexiblen und örtlich weit reichenden Beziehungsgeflechten, die netzwerkartig organisiert sind, also nicht mehr so klar abgrenzbar sind wie beispielsweise die gesellschaftlichen Stände der Vormoderne oder die großen gesellschaftlichen Milieus des 20. Jahrhunderts. Digitale Technologien helfen, diese Anforderungen an die Gestaltung des eigenen Lebens zu bewältigen und bestärken diese dadurch gleichzeitig.</p>
<p>Doch diese Form von Sozialität, die gerade das Web 2.0 fördert und fordert, beinhaltet eben auch ein spezifisch westlich-modernes Verständnis des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft, das z.B. in Asien oder Nordafrika auf andere, kulturell-historisch verschieden geprägte Formen trifft, ob nun religiös, ethnisch, familial oder lokal geprägt. Inwieweit sich solche Formen von Vergemeinschaftung und Vergesellschaftung behaupten können, sich – auch angesichts anderer tiefgreifender Veränderungen wie anhaltende Verstädterung oder ökonomische Globalisierung – wandeln oder aber sich die Sozialmorphologie des vernetzten Individualismus durchsetzt, ist nicht klar. Für das Verhältnis von Internet und Politik ist dies deswegen relevant, weil einerseits das dominierende Menschen- und Gesellschaftsbild auch die Grundlage für die Organisation von kollektiver Willensbildung und gesellschaftlichem Wandel darstellt. Andererseits werden die damit zusammenhängenden kulturellen, politischen und ökonomischen Konflikte um die Gestalt der „Weltgesellschaft“ eben auch mit Hilfe des Internets, in digitalen und (potentiell) globalen Öffentlichkeiten ausgetragen.</p>
<p>Es ist daher nur zu begrüßen, wenn sich Studien umfassend mit der gesellschaftlichen Verbreitung und Aneignung digitaler Technologien befassen. Das vorliegende Buch stellt ein hervorragendes Beispiel einer solchen fundierten Analyse dar. Es widmet sich dem Iran – einem Land, das vor den Ereignissen in Nordafrika gerne als Beispiel für die Potentiale des Internets herangezogen wurde. Die Proteste nach der Präsidentschaftswahl vom Sommer 2009 wurden ebenfalls über internetbasierte Plattformen wie YouTube, Flickr oder Blogs über die Grenzen des Landes getragen. Die Studie „Blogistan“ macht diese Ereignisse verständlich, indem es aus einer breiteren Perspektive die Entwicklung und gesellschaftliche Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien im Allgemeinen und von Weblogs im Speziellen im Iran skizziert und in den gesellschaftlichen sowie politischen Kontext einbettet.</p>
<p>Es liefert insbesondere Einblicke in die Vielfalt und die historische, kulturelle und politische Bedeutung iranischer Blogs. Deren Popularität lässt sich nicht allein auf den Wunsch nach freier Meinungsäußerung in einem repressiven Staat zurückzuführen, denn dann müssten in anderen arabischen Ländern oder auch in China deutlich mehr Blogger existieren. Vielmehr zeigen die Autoren auf, wie verschiedene Faktoren die iranische Blogosphäre prägen: Das im kollektiven Gedächtnis verankerte Erbe der Revolution, die alltäglichen repressiven Erfahrungen der Bürger, kulturelle Muster des (auch künstlerischen) Ausdrucks sowie die Vorstellungen von Kosmopolität die im Iran wie in der großen iranischen Diaspora verbreitet sind.</p>
<p>Die Studie öffnet zudem auch den Blick für erweiterte Formen der Teilhabe und des Politischen, die im Iran z.B. im Zwischen-den-Zeilen eines Poesieblogs oder der Diskussion scheinbar privat-persönlicher Eindrücke einer jungen Frau über ihren Alltag stecken. So trägt es auch zu einer differenzierteren Einschätzung der iranischen Gesellschaft bei; letztlich lässt es sich nämlich auch als Studie des Wandels von gesellschaftlich-kulturellen Strukturen des Iran durch die Linse der Medienentwicklung lesen.</p>
<p>Eine solche differenzierte Analyse hilft, den „western bias“ überwinden, der in vielen Analysen der gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Medientechnologien zu finden ist: Aneignung, Verbreitung und Konsequenzen gerade des Web 2.0 werden zumeist unter (implizitem) Rückgriff auf die amerikanische Gesellschaft diskutiert, anstatt die jeweilige kulturelle Einbettung der Technologien angemessen zu berücksichtigen. Das betrifft nicht nur den bereits erwähnten Vergleich der Online-Wahlkämpfe in den USA und Deutschland, sondern insbesondere auch Debatten um weiterführende gesellschaftliche Fragen wie die Vorstellung von Privatsphäre oder die Struktur der grenzüberschreitenden Internetökonomie, bei denen leider oft der Blick über den westlichen Tellerrand fehlt.</p>
<p>Dieses Buch ist also deswegen so verdienstvoll, weil es deutlich macht, dass Technologien eben nicht einfach so „wirken“, sondern ihre Nutzung, ihre Folgen und ihre kulturelle Signifikanz immer vom jeweiligen gesellschaftlichen Kontext abhängen – ohne jedoch kulturalistischen Determinismus an die Stelle des technologischen Determinismus zu setzen. Das Buch ist somit mehr als „nur“ eine Studie zu Weblogs im Iran, sondern vielmehr auch eine umfangreiche Abhandlung der Auswirkungen und Eingebettetheit neuer Medien auf und in gesellschaftliche Strukturen und politische Prozesse.</p></blockquote>
<div id="tweetbutton862" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F862&amp;text=Vorwort%20zu%20Blogistan&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F862" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/SchmidtMitDete/~4/mHK3DSApF-c" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Back from diata11</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Sep 2011 19:54:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[It has been a while since I blogged about a conference *after* I&#8217;ve attended (recently I seem to just announce where I&#8217;m going to travel to), but the &#8220;Düsseldorf Workshop on Interdisciplinary Approaches to Twitter Analysis&#8221; &#8211; better known by its catchy hashtag #diata11 &#8211; seems to be a good occasion to revive this practice&#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>It has been a while since I blogged about a conference *after* I&#8217;ve attended (recently I seem to just <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/846">announce where I&#8217;m going to travel to</a>), but the &#8220;<a href="http://nfgwin.uni-duesseldorf.de/de/diata11">Düsseldorf Workshop on Interdisciplinary Approaches to Twitter Analysis</a>&#8221; &#8211; better known by its catchy hashtag #diata11 &#8211; seems to be a good occasion to revive this practice&#8230;</p>
<p>First of all: The organizers have done a great job in putting together a <a href="http://nfgwin.uni-duesseldorf.de/diata11-program">diverse and international program</a> which not only promised, but delivered many inspiring talks and discussions. So thanks to <a href="http://nfgwin.uni-duesseldorf.de/de/node/19">Katrin Weller</a>,<a href="http://nfgwin.uni-duesseldorf.de/de/beteiligte/puschmann"> Cornelius Puschmann</a> and all your colleagues!</p>
<p>Some more thoughts on two questions which kept me thinking, because they popped up in various presentations over the two days. The first one: If we agree that Twitter (and other Social Media) is affording new public spheres with unique structures that differ from mass-mediated public spheres &#8211; do we then also need a new concept to describe the communicative mode in which people enter, form, contribute to and (re-)produce these networked spheres?</p>
<p>To put it in other words: If mass-mediated publics are formed etc. in and by the communicative mode of &#8220;publishing&#8221;, and if interpersonal communication is formed etc. in and by the communicative mode of &#8220;conversation&#8221;, what is the equivalent for the networked public sphere of &#8220;mass-self communication&#8221;<sup><a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/853#footnote_0_853" id="identifier_0_853" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="As Castells put it, thanks Michael for the reminder.">1</a></sup>? &#8220;Twittering&#8221; (or blogging, &#8216;facebooking&#8217;, &#8230;) right now factually serve as concepts for that, but they are not very well developed yet (or are they?) as a communicative mode<sup><a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/853#footnote_1_853" id="identifier_1_853" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Which, as an analytical concept, would include aspects and dimensions such as perception of audience, mediating technologies, dominance of certain speech acts over others, shared routines and expectations of &amp;#8220;legitimate&amp;#8221; or &amp;#8220;right&amp;#8221; behaviour, &amp;#8230;.">2</a></sup> .</p>
<p>The second question is more of a comment :-) It has to do with the kind of research that was dominant at the workshop: More or less large-scale studies which used data accessed through the Twitter API, analysing manifestations of communication (=content of tweets, hashtags, &#8230;) over certain time periods. To put it somewhat sarcastically: The research is following the data Twitter makes availabe to researchers, but not necessarily the questions that are relevant, important or more interesting.</p>
<p>This should not be understood as finger-pointing; I have absolutely no problem with exploring data, looking for patterns without starting from elaborate hypotheses or theoretical models, experimenting with methods (thus advancing, of course, knowledge), etc. But just having read the paper &#8220;<a href="http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1926431">Six provocations for big data</a>&#8221; by danah boyd &amp; Kate Crawford, I agree with many of their observations and caveats about the particular kind of research that comes with big data (and they specifically refer, but not restrict themselves to Twitter research), in particular:</p>
<ul>
<li>The problem of the &#8220;black box Twitter&#8221; in general and the API&#8217;s selectivity in particular which make it hard to assess the generalizability of the data;</li>
<li>The ethical questions connected to privacy, informed consent and the re-contextualization of communication by research.</li>
</ul>
<p>Since I had to leave before the final discussion, I apologize if these questions have been reflected and discussed there; if not, I&#8217;d love to have space for thoughts and reflections at a #DIATA12 or #DIATA13.. :-</p>
<p>In the meantime, I hope I&#8217;ll also find time to correct, refine and advance my own ideas on the emerging regime of audience measurement on Twitter; if you&#8217;re interested in the presentation, just have a look below.</p>
<div id="__ss_9256221" style="width: 425px;"><strong style="display: block; margin: 12px 0 4px;"><a title="Twitter and the new regime of audience measurement" href="http://www.slideshare.net/JanSchmidt/twitter-and-the-new-regime-of-audience-measurement" target="_blank">Twitter and the new regime of audience measurement</a></strong> <object id="__sse9256221" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=twitteraudiencemeasurementprint-110914094016-phpapp02&amp;rel=0&amp;stripped_title=twitter-and-the-new-regime-of-audience-measurement&amp;userName=JanSchmidt" /><param name="name" value="__sse9256221" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="__sse9256221" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=twitteraudiencemeasurementprint-110914094016-phpapp02&amp;rel=0&amp;stripped_title=twitter-and-the-new-regime-of-audience-measurement&amp;userName=JanSchmidt" name="__sse9256221" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></div>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_853" class="footnote">As Castells put it, thanks <a href="http://twitter.com/#!/Mick_4all/statuses/114279753887920128">Michael for the reminder</a>.</li><li id="footnote_1_853" class="footnote">Which, as an analytical concept, would include aspects and dimensions such as perception of audience, mediating technologies, dominance of certain speech acts over others, shared routines and expectations of &#8220;legitimate&#8221; or &#8220;right&#8221; behaviour, &#8230;.</li></ol><div id="tweetbutton853" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F853&amp;text=Back%20from%20diata11&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F853" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/SchmidtMitDete/~4/e3yLDlgAycc" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Vorträge in der zweiten Hälfte 2011</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 10:14:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Den August reserviere ich mir traditionellerweise für Urlaub und Arbeiten in Hamburg, will sagen: Ich nehme keine Vortragsanfragen o.ä. an. Ab September bin ich aber wieder unterwegs, und einer Tradition folgend stelle ich hier mal meine Vorträge für die zweite Jahreshälfte zusammen. Es beginnt mit dem &#8220;Hamburger Fachtag für Verantwortliche in der evangelischen Kinder- und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den August reserviere ich mir traditionellerweise für Urlaub und Arbeiten in Hamburg, will sagen: Ich nehme keine Vortragsanfragen o.ä. an. Ab September bin ich aber wieder unterwegs, und <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/798">einer Tradition folgend</a> stelle ich hier mal meine Vorträge für die zweite Jahreshälfte zusammen.</p>
<ul>
<li>Es beginnt mit dem &#8220;Hamburger Fachtag für Verantwortliche in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit&#8221; [leider keine Homepage], der am 6.9. zum Thema &#8220;Auf welchem Kanal funken wir? Neue Kommunikationswelten Jugendlicher &#8211; Herausforderungen, Chancen und Risiken&#8221; stattfindet. Ich halte einen Impulsvortrag über &#8220;Heranwachsen mit dem Social Web und dessen Relevanz für den Alltag von Jugendlichen&#8221;.</li>
<li>Am 14. und 15. September bin ich in Düsseldorf beim Workshop &#8220;<a href="http://nfgwin.uni-duesseldorf.de/diata11-program">Interdisciplinary Approaches to Twitter Analysis</a>&#8220;, um einige Gedanken über &#8220;Twitter and the new Regime of Audience Measurement&#8221; vorzustellen.</li>
<li>Am 19. September bin ich zu Gast bei der <a href="http://www.hss.de/">Hanns Seidel Stiftung</a> in München, um an einem Werkstattgespräch des Medienpolitischen Arbeitskreises teilzunehmen. Es geht um &#8220;Politisches Führungsverhalten im Internetzeitalter&#8221; &#8211; <span style="text-decoration: line-through;">und wenn nichts dazwischen kommt, werde ich dort endlich mal wieder <a href="http://thomaspleil.wordpress.com/">Thomas Pleil</a> treffen, den ich ewig nicht mehr gesehen habe.. :-) </span>Leider wird er doch nicht teilnehmen können.<span style="text-decoration: line-through;"><br />
</span></li>
<li>Wo ich schon mal in Bayern bin, bleibe ich gleich da: Am 20. und 21. September bin ich in Augsburg, wo die Bundeszentrale für Politische Bildung ein weiteres Modellseminar &#8220;<a href="http://www.drehscheibe.org/modellseminar-das-netz-ist-lokal-2011.html">Das Netz ist lokal</a>&#8221; für Lokaljournalist/innen veranstaltet. Ich darf mit einem Beitrag zum Thema &#8220;Social Media &#8211; Praktiken und Öffentlichkeiten&#8221; aufwarten. Möglicherweise wird man im <a href="http://www.drehscheibe.org/weblog/">Drehscheibe-Blog zu den Modellseminaren</a> davon lesen können?</li>
<li>Und nur einige Tage später bin ich am anderen Ende der Republik: Am 24. September findet in Kiel der &#8220;<a href="http://www.schleswig-holstein.de/Medienkompetenz/DE/Aktuelles/Medienkompetenztag%202011/medienkompetenztag_2011_node.html">Medienkompetenztag 2011</a>&#8221; statt, zu dem ich den Vortrag &#8220;Heranwachsen mit dem Internet. Wie sich Mediennutzung, Beziehungspflege und politische Teilhabe verändern&#8221; beisteuern werde.</li>
<li>Dann wird es international: Vom 29.9. bis 1.10. findet in Innsbruck der <a href="http://www.soziologie2011.eu/">&#8220;soziologische Dreiländerkongress&#8221;, der 3. gemeinsame Kongress der DGS, ÖGS und SGS</a> statt. Das Thema &#8220;Neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit&#8221; war einfach zu verlockend &#8211; wie schön, dass meine Einreichung akzeptiert wurde und ich am Samstag vormittag im Panel &#8220;Mediale Refiguration von Öffentlichkeit und Privatheit im Web 2.0&#8243; über &#8220;Persönliche Öffentlichkeiten im Social Web: Entstehen, Strukturprinzipien und Konsequenzen&#8221; sprechen werde.</li>
<li>Noch etwas weiter weg als Innsbruck geht es zwei Wochen später: Vom 12. bis 16.10 bin ich in New York. Auf Einladung des dortigen <a href="http://www.goethe.de/ins/us/ney/deindex.htm?wt_sc=newyork">Goethe-Instituts</a> werde ich am 13.10 einen Vortrag über &#8220;Lernen im, mit und für das Social Web&#8221; halten. Zudem hat mich <a href="http://mobilityshifts.org/conference/participants/keynotes/trebor-scholz/">Trebor Scholz</a> für die &#8220;<a href="http://mobilityshifts.org/">MobilityShifts</a>&#8220;-Konferenz eingeladen, wo ich am 15.10. ebenfalls (dann aber auf englisch) über &#8220;Digital Fluencies for the Social Web&#8221; sprechen werde.</li>
<li>Danach geht es wieder in heimische Gefilde: Am 4.11. veranstaltet die VHS Hamburg eine Diskussionsrunde zum Thema &#8220;<a href="http://www.vhs-hamburg.de/home/kurse/kursdetails-44?kid=206470">Social Media: Demokratie, Partizipation, Manipulation?</a>&#8220;, an der ich teilnehmen werde.</li>
<li>Ausnahmsweise mal nicht als Vortragender, sondern als Mitorganisator bin ich am 10. bis 12.11. im Einsatz: Dann findet &#8211; ebenfalls in Hamburg &#8211; der erste gemeinsame Doktoranden-Workshop der <a href="http://www2.dgpuk.de/fg_cvk/">DGPuK-Fachgruppe Computervermittelte Kommunikation</a> und der <a href="http://www.dgof.de/">Deutschen Gesellschaft für Onlineforschung</a> statt.</li>
<li>Am 21./22. November findet in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart die AKSB-Jahrestagung 2011 statt, die sich mit &#8220;<a href="http://www.aksb.de/?ID=343&amp;mod=aktuellesdetail">Gesellschaft im Zeichen von Web 2.0</a>&#8221; befassen wird. Ich trage am Abend des 21.11. einen Vortrag über &#8220;Identitäts- und Beziehungsmanagement in sozialen Netzwerken&#8221; bei.</li>
<li>Und schließlich noch eine Veranstaltung in Erfurt: Das dortige Kolleg &#8220;<a href="http://www.uni-erfurt.de/comdigmed/">Communication &amp; Digital Media</a>&#8221; organisiert am 25. und 26.November die interdisziplinäre Konferenz &#8220;<a href="http://www.uni-erfurt.de/comdigmed/konferenz/">Zwischen Partizipationskultur und Selbstausbeutung. Medienmacher und Mediennutzer im Social Web</a>&#8221; [<a href="http://www.napoko.de/wp-content/uploads/2011/08/comdigmed_cfp.pdf">Call</a>]. Ich habe für eine Keynote zugesagt &#8211; den genauen Titel haben wir noch gar nicht festgelegt, aber das reiche ich einfach nach.</li>
</ul>
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