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        <title>Geograffitico</title>
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            <title>Was ist eigentlich eine "neue" Erkenntnis?</title>
            <description>&lt;p&gt;Dass ich ein längeres Blog-Sabbatical (das ich sehr bald wohl rechtfertigen und beenden werde) jetzt doch mal unterbreche, liegt nur daran, dass ich mir in meinem Journalistenberuf einfach zu oft jene Frage stellen muss, die ich auch als Überschrift gewählt habe. Ohne weiter zu kommentieren, will ich dies an einem aktuellen Beispiel erläutern: Heute (20.10.) ging durch die Medien, dass der indisch-texanische Paläontologe &lt;a href="http://www.depts.ttu.edu/gesc/Fac%5Fpages/chatterjee/"&gt;Sankar Chatterjee&lt;/a&gt; von der &lt;a href="http://www.ttu.edu/"&gt;Texas Tech University&lt;/a&gt; in Lubbock, Texas, seine Kollegen mit der These geschockt habe, dass das Aussterben der Dinosaurier, das den Übergang von der Kreidezeit zum Tertiär markierte, nicht durch einen Asteroiden-Einschlag verursacht wurde, sondern von zweien - dem bekannten Chicxulub-Einschlag bei Yucatan und einem zeitgleichen vor dem indischen Subkontinent, den er als "Schiwa" bezeichnet. Nachzulesen ist die Meldung &lt;a href="http://dsc.discovery.com/news/2009/10/19/shiva-crater-dinosaurs.html"&gt;hier&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://coolsciencenews.blogspot.com/2009/10/new-dinosaur-extinction-theory-causes.html"&gt;hier&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://news.aol.com/article/scientist-has-new-theory-on-impact-that/723009"&gt;hier&lt;/a&gt; oder auch &lt;a href="http://www.msnbc.msn.com/id/33384513/ns/technology_and_science-space/"&gt;hier&lt;/a&gt;, um mal ein paar Beispiele anzuführen. Die allen Wahrscheinlichkeitsrechnungen widersprechende Zeitgleichheit der Ereignisse könne dadurch erklärt werden, dass es sich um zwei Fragmente eines größeren Asteroiden gehandelt habe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;So weit, so gut (und vielleicht auch, so unbewiesen). Der Haken ist nur, dass ich vor mehr als zwölf Jahren zur Publikation in deutschen Zeitungen zu exakt dem gleichen Thema mit Chatterjee geredet hatte. Wer Lust hat, kann ja mal obige Quellen durchlesen und sie dann mit dem Nachfolgenden vergleichen, was ich damals geschrieben hatte. Und mir dann verraten, was daran neu ist ...&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;Ein astronomischer "Doppelschlag" löschte Saurier aus&lt;P&gt;
Utl.: Asteroid zerbrach vor 65 Millionen Jahren, ähnlich wie Shoemaker-Levy&lt;P&gt; 
Springer-Auslandsdienst, New York, 22. Mai 1997&lt;P&gt;
Sie waren vermutlich die großartigsten und erfolgreichsten Wesen, die jemals die Erde bevölkert haben: 130 Millionen Jahre lang waren die Dinosaurier uneingeschränkte Herrscher der Welt. Doch eines Tages, vor genau 65 Millionen Jahren, schlug das Schicksal mit einer steinernen Riesenfaust zu: Ein gewaltiger Asteroid krachte mit 90.000 Stundenkilometern auf die Erde und explodierte mit der Wucht von 100 Millionen Megatonnen Sprengstoff - das ist das Tausendfache aller Nuklearsprengköpfe der Welt zusammengerechnet. Die Saurier, die den Druck-, Hitze- und Flutwellen entgangen waren, starben spätestens im jahrzehntelangen Winter, der durch gewaltige Aschewolken in der Atmosphäre verursacht wurde. 

&lt;p&gt;Dieses Szenario, Anfang der 80er Jahre von den amerikanischen Erdwissenschaftlern Luis und Walter Alvarez an der Universität von Kalifornien in Berkeley entwickelt, wird heute von der Mehrheit der Paläontologen akzeptiert. Im Jahr 1991 wurde dann auch tatsächlich vor der mexikanischen Halbinsel der gewaltige Chicxulub-Kraters mit etwa 150 Kilometern Durchmesser entdeckt, der genau vor 65 Millionen Jahren durch einen Asteroiden von etwa zehn Kilometern Durchmesser (diese Größe hatte das Alvarez-Team errechnet) entstanden war.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Doch nun hat der indische Geowissenschaftler und Paläontologe Sankar Chatterjee, Professor an der Texas-Tech- Universität in Lubbock noch einen weiteren Krater entdeckt, der zur gleichen Zeit wie Chicxulub entstanden war. Um diesen tropfenförmigen Krater, der mit 600 Kilometern  &lt;br /&gt;
Länge und 450 Kilometern Breite deutlich größer als sein mexikanischer "Konkurrent" ist, überhaupt finden zu können, bedurfte es einiger Phantasie: Durch die Wucht des vermutlich 40 Kilometer durchmessenden Asteroiden war die Erdkruste an der Einschlagstelle gebrochen; dieser sogenannte Carlsbad-Rücken läuft mitten durch den indischen Ozean und hat den Krater in zwei Hälften getrennt, die durch die Kontinentaldrift inzwischen 2800 Kilometer voneinander entfernt sind. Chatterjee taufte diesen Krater Schiwa, nach dem Hindu-Gott der Zerstörung; eine Hälfte liegt bei den Seychellen, die andere im Meer vor Bombay an Indiens Westküste.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geologische Messungen ergaben, daß die beiden Krater, Chicxulub und Schiwa, genau gleich alt sind - und genau zu jener Zeit entstanden, als plötzlich alle fossilen Spuren der Saurier aufhörten (geologisch ausgedrückt war dies die Grenze zwischen der Kreidezeit und dem Tertiär). Diese Grenzschicht wird durch einen auffallend hohen Iridium-Gehalt markiert - ein Metall, das auf der Erde nur selten vorkommt, aber typisch für Asteroiden ist. Da Meteoriten von mehr als zehn Kilometer Größe rein statistisch nur alle 40 Millionen Jahre die Erde treffen, wäre es jedoch ein unglaublicher Zufall, wenn sich gleich zwei Asteroiden so kurz nacheinander unseren blauen Planeten als Ziel ausgesucht hätten. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Chatterjees Theorie, die sich auch mit den spärlichen mineralogischen Hinweisen deckt, die bisher aus den tief unter dem Meer liegenden Kratern geborgen wurden: Ein wesentlich größerer Asteroid ist - ähnlich wie der Komet Shoemaker-Levy 9, der 1994 wie eine Gewehrsalve auf dem Jupiter einschlug - in mehrere Teile zerbrochen. Der erste Schlag traf an der Stelle des heutigen indischen Ozeans und riß den Schiwa-Krater; zwölf Stunden später schlug der kleinere zweite Teil an jener Stelle ein, die wir heute Yucatan nennen. Der geballten Wucht dieses Doppelschlags hatten die Saurier nichts entgegenzusetzen. Tatsächlich starben fast 99 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten als Folge der Katastrophe aus; daß die kleinen, spitzmausartigen Säugetiere oder auch die leichten Vögel überlebten, haben sie vermutlich ihrer Warmblütigkeit zu verdanken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Doch dies ist nicht der einzige Beweis, den Chatterjee für das Schicksal der Dinosaurier ins Feld führen kann. Zweifler an der Meteoriten-Theorie gehen davon aus, daß die Saurier längst degeneriert waren und ihren biologischen Höhepunkt überschritten hatten - der Asteroid, wenn er überhaupt etwas mit dem Tod der Tiere zu tun hatte, habe allenfalls beschleunigt, was sowieso schon unausweichlich war. Ihr Hauptargument: Wenn alle Tiere plötzlich und auf einen Schlag gestorben sind, müßte es doch massenhaft Knochenfunde genau unterhalb der dünnen Iridiumschicht geben, die wie ein geologisches Lesezeichen das Ende der Saurierzeit markiert. Doch Fossilien sind in diesen Schichten rar - waren die Saurier also schon längst verschwunden?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dem widerspricht ein Fund, den Chatterjee und sein Kollege Dhiraj Kumar Rudra, Geologe des Indischen Statistischen Instituts, gemacht haben: Entlang einer etwa tausend Kilometer langen Linie, die sich von Anjar im Bundesstaat Gujarat bis nach Jabalpur in Madhya Pradesh zieht, fanden sie hunderte von fossilen Titanosaurier-Gelegen, die exakt aus der Zeit des Meteoriteneinschlags stammen. Diese Gelege sind alle intakt (in der Tat werden die Steineier von einigen einheimischen Stämmen in Gujarat als heilig verehrt), es gibt keinerlei Anzeichen, daß Tiere geschlüpft sind - und auch keine Hinweise darauf, daß die Eier durch degenerative Schäden sowieso unfruchtbar waren. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Chatterjee ließ Knochen des pflanzenfressenden Titanosaurus, die praktisch schon in der Iridium-Schicht gefunden wurden, von dem Experten Moses Atrep am Los Alamos National Laboratory untersuchen. Ergebnis: Obwohl die umliegende Gesteinsschicht deutlich erhöhte Iridiumwerte aufweist, ist dieses Metall in den Knochen nur in der geringen Menge nachzuweisen, die auf der Erde von Natur aus vorkommt. Diese Saurier sind also mit großer Wahrscheinlichkeit durch eine Katastrophe unmittelbar vor einem Iridium-Ascheregen ums Leben gekommen, ehe sie ihre Eier ausbrüten konnten. &lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/xRNPmee0pPM" height="1" width="1"/&gt;</description>
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            <pubDate>Tue, 20 Oct 2009 19:48:49 +0100</pubDate>
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            <title>Von wandernden Scheinen und tierischen Gefühlen</title>
            <description>&lt;p&gt;Witzig, dass ich in der Science-Beilage der &lt;a href="http://www.nytimes.com"&gt;New York Times&lt;/a&gt; heute gleich auf zwei Storys stoße, die eine "Weiterdrehe" einiger früherer Blogeinträge hier sein könnten. Da ist zum Einen ein &lt;a href="http://www.nytimes.com/2009/06/02/health/02model.html"&gt;Artikel&lt;/a&gt; über die Erkenntnis, dass im Prinzip alle Prognosemodelle für die Ausbreitung der Schweinegrippe weit unter den tatsächlichen Zahlen lagen und liegen. &lt;span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;img alt="Wheresgeorge-kl.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/Wheresgeorge-kl.jpg" width="250" height="221" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 20px 20px 0;" /&gt;&lt;/span&gt;Auch die Prognose, die anhand der in meinem Blog erwähnten &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2009/05/dollar-dollar-du-musst-wandern.php"&gt;Dollarschein-Kampagne wheresgeorge.com&lt;/a&gt; erstellt wurde. Was vor allem daran liegt, dass die Ausgangsdaten über die tatsächlichen Zahlen an Fällen und deren Ausbreitung so weit neben der Realität lagen, dass am Ende auch nichts Realistisches rauskommen konnte. Aber immerhin lagen die Prognosen, wenn schon nicht hinsichtlich der absoluten Zahlen, so dann wenigstens im Hinblick auf die Ausbreitungs&lt;em&gt;muster&lt;/em&gt; doch noch im vertretbaren Bereich, wie es scheint ...&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die &lt;a href="http://www.nytimes.com/2009/06/02/science/02tier.html"&gt;zweite Story&lt;/a&gt; hat mit der Gefühlswelt der Tiere zu tun - und das passt irgendwie zum Posting über die &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2009/05/dominanz-ist-herrchens-denkfehler.php"&gt;missverstanden Dominanz-Ambitionen der Haushunde&lt;/a&gt;. Hier geht es allerdings darum, dass sich Affen offenbar Bedauern empfinden, wenn sie bei einem - von den Forschern inszenierten - Gewinnspiel die Niete gezogen haben (&lt;a href="http://www.benhayden.com/pub/HaydenPearsonPlatt_S09.pdf"&gt;Fictive Reward Signals in the Anterior Cingulate Cortex&lt;/a&gt;, erschienen in &lt;a href="http://www.sciencemag.org"&gt;Science&lt;/a&gt; am 15. Mai).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Diese und ähnliche Studien hatte sich der Times-Wissenschaftsjournalist &lt;a href="http://www.nytimes.com/tierneylab"&gt;John Tierney&lt;/a&gt; zum Anlass gewählt, über die Gefühlswelt der Tiere zu sinnieren. Und dazu fällt mir selbst natürlich auch Einiges ein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Welche Bandbreite unsere Gefühle umspannen können, habe ich in den vergangenen Tagen an, besser &lt;em&gt;in &lt;/em&gt;mir selbst verspürt - aber das ist eine andere Geschichte, die (bisher jedenfalls) nicht hierher gehört. Doch dass diese Fähigkeit zu Emotionen eine rein menschliche Domäne sein soll, habe ich als ehemaliger Hunde- und aktueller Katzenhalter nie glauben wollen - obwohl mir dabei stets bewusst war und ist, dass ich dabei eher der Versuchung des &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anthropomorphismus"&gt;Anthropomorphismus&lt;/a&gt; erlegen bin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Oder vielleicht doch nicht: Welchen wissenschaftlichen Beweis gibt es eigentlich, dass Denken und Empfinden ausschließlich dem &lt;em&gt;Homo sapiens&lt;/em&gt; (wie der Name schon sagt) vorbehalten ist? Wäre es nicht, evolutionsbiologisch gesehen, viel stringenter, eine größere Streuung dieser Fähigkeiten innerhalb der Primaten und Säugetiere, vermutlich sogar innerhalb aller komplexerer Lebewesen zu vermuten? Wir Menschen sind ja auch ansonsten, von unserer Biologie bis hin zum Sozialverhalten, nicht so einmalig, wie uns tanzende Kakadus &lt;br /&gt;
&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/N7IZmRnAo6s&amp;hl=en&amp;fs=1"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/N7IZmRnAo6s&amp;hl=en&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt; &lt;br /&gt;
und Werkzeuge benutzende Krähen schon ganz anschaulich beweisen.&lt;br /&gt;
&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/TtmLVP0HvDg&amp;hl=en&amp;fs=1"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/TtmLVP0HvDg&amp;hl=en&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und ich will sogar noch ein wenig weiter gehen: Die Behauptung, dass nur Menschen mit der Gabe des Denkens und Fühlens ausgestattet sind, ist letztlich eine kreationistische - der Mensch als "Krone der Schöpfung". Und selbst wenn man "Schöpfung" mit "Evolution" ersetzt, ergäbe es nur einen Sinn, wenn man von einer gezielt auf die Entstehung des hin ausgerichtete  Entwicklung ausgeht. &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2009/05/lehrt-den-kreationismus.php"&gt;Kreationismus&lt;/a&gt; light, halt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man muss gar kein Biologe oder Paläontologe sein, um den Unsinn dieser Denkweise zu begreifen. Und dafür bietet das so&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2009/05/the-link-wissenschaft-als-medienzirkus.php"&gt; zu unrecht gehypte Fossil "Ida"&lt;/a&gt;&lt;span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;img alt="ida.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/ida.jpg" width="200" height="300" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /&gt;&lt;/span&gt; ganz gutes Anschauungsmaterial: 47 Millionen Jahre alt, zeigt es doch schon ganz überraschende anatomische Verwandschaft mit uns - man muss seine Phantasie nicht all zu sehr anstrengen, um die Ähnlichkeiten zu entdecken (jeder Grundschüler könnte mit Papier und Bleistift das Ida-Skelett in ein menschliches Gerippe "morphen"). &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und das bedeutet doch wohl nichts anderses, als dass sich im Hinblick auf die "technologische" Weiterentwicklung dieses Modells - auch wenn's kein direkter Vorfahr ist - seither vergleichweise wenig getan. Verglichen jedenfalls mit den Wandlungen, die etwa die Wale - vom Kleinsäuger zum Großsäuger, vom Landtier zum Wasserlebewesen - oder die Elefanten durchlaufen haben. Das wird mir bei jedem Besuch in meinem Lieblingssmuseum, dem &lt;a href="http://www.amnh.org"&gt;American Museum of Natural History&lt;/a&gt;, von neuem klar, wenn ich im vierten Stock durch die &lt;a href="http://www.amnh.org/exhibitions/permanent/fossils/advanced.html"&gt;Paul and Irma Milstein Hall of Advanced Mammals&lt;/a&gt; gehe, die wie die gesamte &lt;a href="http://www.amnh.org/exhibitions/permanent/fossils/"&gt;Fossilienausstellung&lt;/a&gt; des Stockwerks, als ein einziges großes &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kladistik#Kladogramme"&gt;Kladogramm&lt;/a&gt; strukturiert ist - als eine Art Entwicklungsbaum des Lebens, wenn man so will. Am Endpunkt dieser Entwicklung stehen hier - die Elefanten und ihre Vorfahren. Und wo bitte, geht's zu den Primaten? Gleich am Eingang der Halle, rechts ab in eine Nische ...&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Also: Wir sind nicht das "Ziel" der Evolution; wir teilen viele Eigenschaften, körperlich ebenso wie sozial und sogar intellektuell, mit anderen Lebewesen (nicht mal zwingend nur Säugetieren); wir gehen wie selbstverständlich davon aus, dass sich für fast alles, von unseren fünf Fingern und Zehen bis hin zum Rückgrat und der Schädeldecke, eine kontinuierliche Linie bis hinab in die frühe Entwicklungsgeschichte ziehen lässt; dass sich also auch das Denken und Fühlen entlang einer solchen Linie entwickelt haben müsste (und in graduell verschiedenen Ausprägungen daher auch auf anderen Verzweigungen des Entwicklungsbaums auftauchen könnte) scheint mir daher plausibler als das Gegenteil. Und darum bin ich mir auch weiterhin ganz sicher, dass Cookie, mein Kater, mich heute den ganzen Tag über vermisst hat und deswegen so erkennbar erfreut ist, wenn ich heute Abend nach Hause komme.&lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/fEge8-pnvh0" height="1" width="1"/&gt;</description>
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            <pubDate>Wed, 03 Jun 2009 06:58:11 +0100</pubDate>
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            <title>Biosprit - der Gesundheit wegen ...</title>
            <description>&lt;p&gt;Oder hätte ich das doch lieber mit Fragezeichen schreiben sollen? Denn dass ich der Idee, man müsse fossile Brennstoffe einfach durch Biosprit ersetzen und dann werde schon alles gut, skeptisch gegenüber stehe, habe ich ja schon mehrfach zum Ausdruck gebracht (&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2008/02/dicke-luft-mit-biosprit.php"&gt;hier&lt;/a&gt; zum Beispiel, und &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2008/01/die-drohende-salatolkrise.php"&gt;hier&lt;/a&gt;). Und darum sehe ich die Veröffentlichung des &lt;a href="http://www.lbl.gov/"&gt;Berkeley Lab&lt;/a&gt; (eine Einrichtung des &lt;a href="http://www.doe.gov"&gt;US-Energieministeriums&lt;/a&gt;), dass die "Biokraftstoffe im Kommen" sind &lt;a href="http://newscenter.lbl.gov/feature-stories/2009/05/27/biofuels-and-human-health/"&gt;("The Coming of Biofuels: Study Shows Reducing Gasoline Emissions Will Benefit Human Health")&lt;/a&gt;, auch erst mal als Propaganda. Aber ignorieren wollte ich's auch nicht, denn im zweiten Teil des Titels ist jedem Fall etwas Wahres drin: Das Verheizen fossiler Kohlenwasserstoff-Mixturen schädigt nicht nur potenziell unser Erdklima, sondern viel konkreter auch unsere Gesundheit.&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zugegeben, das ist nun wirklich nicht neu, denn lange bevor das Auto zum Klimaschädling wurde, war es ja schon als Luftverpester berüchtigt. Durch verbesserte Fahrzeugtechnik (Katalysatoren, Rußfilter etc.) hat sich der Ruf - und vermutlich auch die Luft der Städte - zwar gebessert, aber dass gesund wäre, was hinten aus dem Auspuff kommt, kann man bis heute wirklich nicht behaupten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und hier, so stellen die Berkeley-Forscher im Zuge eines "Life Cycle Impact Assessment" der langfristigen Gesundheitsschäden fest, könnte allein schon eine zehnprozentige Substitution fossiler Treibstoffe durch Biosprit die Volksgesundheit deutlich verbessern: Sie schätzen, dass dadurch jährlich der Verlust von 5000 bis  20.000 "disability adjusted life years" verhindert werden könnte  (disability adjusted life years oder DALY sind die kumulative Veränderung der Lebenserwartung durch frühzeitigen Tod oder Behinderung). Den größten anteiligen Verbesserungseffekt errechneten sie, logischer Weise, für die großen städtischen Agglomerationen New York, Los Angeles und Chicago, weil hier auch die Abgaskonzentrationen durch den Autoverkehr am höchsten sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Hatte ich erwähnt, dass die Studie vom Energy Biosciences Institute finanziert wurde, das wiederum eine gemeinsame Einrichtung des Berkeley Lab, der &lt;a href="http://www.berkeley.edu/"&gt;University of California Berkeley&lt;/a&gt;, der &lt;a href="http://illinois.edu/"&gt;University of Illinois&lt;/a&gt; und des &lt;a href="http://www.bp.com"&gt;Ölmultis BP&lt;/a&gt; ist, der das Institut mit 50 Millionen Dollar jährlich finanziert? Zugegeben, das Geld ist hier vermutlich besser angelegt als wenn es den Lobbyisten in Washington in die Taschen gesteckt würde. Aber wenn schon der Ersatz von zehn Prozent Benzin durch Biosprit so große Effekte haben würde - um wie viel gesünder würden die Menschen in den Städten dann leben, wenn man schlicht zehn Prozent weniger Sprit verbrauchen würde? Das ist, vor allem in Großstädten, leichter als es scheint: Einmal alle zwei Wochen nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren könnte schon mal den Berufsverkehr rein rechnerisch um zehn Prozent entlasten. U-Bahn, Fahrrad, Fahrgemeinschaften ... Möglichkeiten gibt es viele.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Klar, das war sicher nicht der Auftrag der Studie, und das eine - Substitution fossiler Brennstoffe - schließt das andere, nämlich die Substitution des Autos als Transportmittel der Wahl, nicht automatisch aus. Und während ersteres relativ leicht umzusetzen wäre, weil es keine wesentlichen Verhaltensänderungen erfordert, scheitert zweiteres oft an der Bequemlichkeit der Bürger. Aber je mehr man die Bürger im Glauben lässt, dass es für alles eine technische Lösung gibt, die ihnen die Ungemach des Verzichts ersparen kann, desto mehr setzt man sich unter Druck, für alles eine technische Lösung anbieten zu müssen. &lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/NjJpFCge4z4" height="1" width="1"/&gt;</description>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Umwelt</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Biokraftstoff</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Gesundheit</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Klimawandel</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Umweltverschmutzung</category>
            
            <pubDate>Fri, 29 May 2009 05:56:26 +0100</pubDate>
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        <item>
            <title>"Wir sind genetisch programmiert, die Umwelt zu schützen"</title>
            <description>&lt;p&gt;Das schreibt die britische &lt;a href="http://www2.warwick.ac.uk/"&gt;University of Warwick&lt;/a&gt; in einer &lt;a href="http://www2.warwick.ac.uk/newsandevents/pressreleases/research_suggests_we/"&gt;aktuellen Pressemitteilung&lt;br /&gt;
&lt;/a&gt; zu einem &lt;a href="http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/early/2009/05/22/rspb.2009.0401.abstract?sid=8fbd7951-74b1-4647-80ac-6e0d216b9846"&gt;Paper&lt;/a&gt;, das &lt;a href="http://personal.lse.ac.uk/sozou/"&gt;Dr. Peter Sozou&lt;/a&gt; in den &lt;a href="http://rspb.royalsocietypublishing.org/"&gt;Proceedings of the Royal Society B&lt;/a&gt; veröffentlicht hat. Der Optimismus in dieser - auf der Basis eines "mathematischen Modells einer Population von Individuen in Gesellschaften mit begrenzter Wanderung" ermittelten - Studie ist eigentlich zu schön, als dass man ihn sich mit kritischer Betrachtung zerstören möchte (ich hab' das Paper trotzdem mal angefordert - die &lt;em&gt;Proceedings&lt;/em&gt; sind ja leider gebührenpflichtig). Aus der Pressemitteilung folgere ich aber, dass es dabei nicht nur um die Umwelt geht, sondern um jeglichen sozialen Nutzen. Und dass wir, wenn es um diesen sozialen Nutzen geht (den wir als soziale Wesen ja durchaus erkennen können) eine geringere "&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Abzinsung"&gt;Diskontierung&lt;/a&gt;" für zukünftige Benefits gibt als beim individuellen Nutzen. Mit anderen Worten: Wenn es um den persönlichen Vorteil geht, ist uns die Zukunft - verglichen mit dem Hier und Jetzt - weitaus egaler als wenn es um den sozialen Nutzen geht, zu dem man legitimer Weise auch den Schutz des Lebensraums zählen darf. Da ich das Paper aber noch nicht habe, zitiere ich hier halt mal den Autor aus der Pressemitteilung: &lt;blockquote&gt;"Diese Analyse zeigt, dass die soziale Diskontierungsrate generell geringer ist als die private Diskontierungsrate. Die Bewertung künftiger Nutzen ist für ein Individuum durch die Wahrscheinlichkeit bestimmt, dass es diese Zukunft erleben wird. Aber es kann zukünftige Nutzen für seine Gemeinschaft über eine Zeitspanne bewerten, die deutlich über die eigene Lebenserwartung hinaus geht. Evolution wird durch den Wettbewerb angetrieben. Sich um die Zukunft der eigenen Gemeinschaft Gedanken zu machen, ist evolutionär sinnvoll im Hinblick darauf, dass künftige Mitglieder der Gemeinschaft wahrscheinlich Verwandte sein werden."&lt;/blockquote&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/0EKLR5O1KMw" height="1" width="1"/&gt;</description>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Evolution</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Klimawandel</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Umweltschutz</category>
            
            <pubDate>Wed, 27 May 2009 18:50:46 +0100</pubDate>
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        <item>
            <title>Muss Wissenschaft spannend sein?</title>
            <description>&lt;p&gt;Als Journalist dürfte ich auf meine Frage eigentlich nur eine Antwort gelten lassen: Klar, Wissenschaft &lt;strong&gt;&lt;em&gt;muss&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; spannend sein. Wie soll ich sie sonst meinen Lesern verkaufen, wie in knackige Schlagzeilen und pralle Sprachbilder verpacken? Aber spätestens das Debakel mit &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2009/05/the-link-wissenschaft-als-medienzirkus.php"&gt;Darwinius massilae&lt;/a&gt; (oder wie auch immer diese Spezies am Ende heißen wird) hat mich überzeugt: Wissenschaft muss nicht spannend sein - im Gegenteil. Interessant sollte sie sein, das schon. Aber spannend? Das klingt nach Indiana Jones, nach sensationellem Durchbruch, nach weltverändernder Entdeckung ... nach Unterhaltung, eben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich bin ja nur ein Zaungast im Wissenschaftsbetrieb und habe daher sicher eine andere Wahrnehmung, aber aber wenn ich durchs &lt;a href="http://jama.ama-assn.org/"&gt;Journal of the American Medical Association&lt;/a&gt; oder das &lt;a href="http://content.nejm.org/"&gt;New England Journal of Medicine&lt;/a&gt; blättere, durch &lt;a href="http://www.sciencenews.org/"&gt;ScienceNews&lt;/a&gt; und was &lt;a href="http://www.nature.com/news/index.html"&gt;Nature&lt;/a&gt; an News gesammelt hat, oder wenn mir anschaue, was täglich an Forschungsresultaten publiziert wird (&lt;a href="http://www.eurakalert.org"&gt;hier&lt;/a&gt; zum Beispiel), dann finde ich das alles meist unaufregend; Angst, dass diese Lektüre meine Puls- und Atemfrequenz ebenso wie meinen Adrenalinspiegel unerwartet in die Höhe treibt, muss ich eigentlich nie haben. Und das ist gut so.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Denn Wissenschaft, die nach der Sensation schielt, ist - wie die Erfahrung zeigt (kalte Fusion ist hier immer noch das Jahrhundertbeispiel) - bestenfalls schlechte Wissenschaft und schlimmstenfalls gar keine. Und Sensationen sind eh' wie Top-10-Hits: Man kann sie nicht planen, und je mehr man es versucht, desto schlechter werden sie. &lt;em&gt;Darwinius massilae&lt;/em&gt; wäre eine schöne Geschichte gewesen:  Über das Fossil, das nach Jahrzehnten in der Schublade "entdeckt" wird und neues Licht auf die Evolution der Primaten werfen könnte, hätte ich auch ohne den Hype gerne geschrieben. Aber aufdekoriert als "missing link", als "größte Entdeckung seit 47 Millionen Jahren" wurde die Story zum kaum noch genießbaren Äquivalent einer mit Senf und Honig gefüllten, mit Schokoladensirup, Sahne und Mixed Pickles garnierten hauchdünnen Crepe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Missverständnis hier ist, dass manche (hoffentlich nur manche!) Wissenschaftler glauben, man müsse heute halt viel lauter Trommeln, um noch in der sensationsübersättigten Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden:&lt;blockquote&gt;"Any pop band is doing the same thing," said Jorn H. Hurum, a scientist at the University of Oslo who acquired the fossil and assembled the team of scientists that studied it. "Any athlete is doing the same thing. We have to start thinking the same way in science."&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Joern Hurum in der &lt;a href="http://www.nytimes.com/2009/05/19/business/media/19fossil.html"&gt;New York Times&lt;/small&gt;&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;Doch in diesem Fall sind die Wissenschaftler, um bei Hurums Bild zu bleiben, nicht die Band, sondern die Komponisten - nicht die Interpreten, sondern die Urheber. Außerdem wird sowieso nicht  jedes Musikstück allein schon dadurch besser, dass man es schriller oder lauter spielt. Und ein Athlet kann noch so viele Siege verkünden - so lange ihm vor der Ziellinie die Luft ausgeht, wird er nie ein Star. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
Und überhaupt finde ich, dass man sich hier die Arbeit ganz leicht teilen kann: Der Wissenschaftler liefert die (interessanten) Informationen - für die Story sorgen dann die Medien. Und wenn dabei mal eine echte Sensation rauskommt, dann ist das sicher nicht schlimm. Aber nötig ist es nicht.&lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/7g0ZQ57A6RM" height="1" width="1"/&gt;</description>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Darwinius massilae</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Medien</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Wissenschaft</category>
            
            <pubDate>Fri, 22 May 2009 06:24:46 +0100</pubDate>
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        <item>
            <title>Dominanz ist "Herrchens" Denkfehler</title>
            <description>&lt;p&gt;Schon das Wort "Herrchen" - auch wenn's kein schöner und schon gar kein wissenschaftlicher Begriff ist - drückt aus, wie man sich das Verhältnis zwischen Hundehalter und Haustier generell vorstellt: als eine Beziehung, die durch Dominanz-Submission definiert ist. Wobei diese Dominanz permanent verteidigt werden muss, wenn man Leuten wie dem "Hundeflüsterer"  &lt;a href="http://www.randomhouse.de/author/author.jsp?per=174964"&gt;Cesar Millan&lt;/a&gt;, dem Star der Hundeerzieher, glauben darf. Der Haken ist nur - wenn man einer &lt;a href="http://www.bristol.ac.uk/news/2009/6361.html"&gt;Studie der britischen Bristol University&lt;/a&gt; glauben darf - dass dies nicht stimmt und, bei konsequenter Anwendung sogar das Gegenteil bewirken kann.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Studie, die von der &lt;a href="http://www.vetschool.bris.ac.uk/research/abw/"&gt;Animal Welfare &amp; Behaviour Group&lt;/a&gt; innerhalb des veterinärmedizinischen Institus durchgeführt wurde, ist zwar im &lt;a href="http://www.sciencedirect.com/science/journal/15587878"&gt;Journal of Veterinary Behaviour: Clinical Applications and Research&lt;/a&gt; veröffentlicht, online aber nur als &lt;a href="http://www.sciencedirect.com/science?_ob=ArticleURL&amp;_udi=B82Y3-4W8NTYV-7&amp;_user=121739&amp;_coverDate=06%2F30%2F2009&amp;_rdoc=7&amp;_fmt=high&amp;_orig=browse&amp;_srch=doc-info(%23toc%2333047%232009%23999959996%231099103%23FLA%23display%23Volume)&amp;_cdi=33047&amp;_sort=d&amp;_docanchor=&amp;_ct=7&amp;_acct=C000010018&amp;_version=1&amp;_urlVersion=0&amp;_userid=121739&amp;md5=e59f17d5224bdd1b36aea4a9afdb7c6b"&gt;Abstract&lt;/a&gt; verfügbar. Aber soweit ich die Arbeit aus der Uni-Pressemitteilung und dem Abstract verstehe, haben die Forscher sich nicht auf die einschlägigen Studien mit &lt;strong&gt;Wolfs&lt;/strong&gt;rudeln verlassen (in denen es tatsächlich regelmäßige Dominanzkämpfe zu geben scheint), sondern über sechs Monate hinweg die (unmoderierten) tierischen Interaktionen in einem "&lt;a href="http://www.dogstrust.org.uk"&gt;Hunde-Rehabilitationszentrum&lt;/a&gt;" beobachtet und ausgewertet. Und dabei festgestellt, dass Hunde - im Gegensatz zu ihren wölfischen Vettern - ihre Beziehungen untereinander nicht durch Dominanz definieren, sondern lieber Freundschaften schließen. Mit anderen Worten: Es gibt in diesen Hundegruppen keinen Boss. Dr. Rachel Casey, Dozentin des Instituts und Co-Autorin der Studie, sagt dazu: Die generelle Annahme, dass jeder Hund von einem angeborenen Bedürfnis, andere Personen und Hunde zu kontrollieren, angetrieben wird, ist offen gesagt lächerlich." Aggression sei in Haushunden oft nur ein Zeichen von Angst - Angst vor Strafen, beispielsweise.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die logische Folgerung der Bristoler Hundeforscher daraus ist, dass auch die Erziehungs- und Beeinflussungsmethoden, die wir (ich hatte mal 'nen Hund, darum das "wir") als nahezu selbstverständlich akzeptieren und mit denen wir dem Wauwau zeigen, wer der Herr ist, völlig daneben gehen. Gemeint sind Regeln wie: nie den Hund als erstes füttern, ihn nie voraus laufen lassen, ihn an der kurzen Leine halten oder auch, wenn er sich daneben benommen hat, ihn zu Boden drücken oder ihm ins Maul fassen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jetzt bleibt nur die Frage: Warum sind dann solche Leute wie der Hundeflüsterer so erfolgreich? Warum haben sich diese altbewährten Methoden nie von selbst entlarvt? Aber andererseits leben wir in einer Kultur, die sich bis heute nicht ganz von dem Glauben lösen kann, dass man auch Kinder am besten mit Strenge und Strafen erzieht. Obwohl jeder aus eigener Erfahrung weiß, dass dies die falsche Methode ist ...&lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/lJqxmp18JrU" height="1" width="1"/&gt;</description>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Dominanz</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Hundeflüsterer</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Hundeverhalten</category>
            
            <pubDate>Thu, 21 May 2009 19:25:38 +0100</pubDate>
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        <item>
            <title>Mit Würde entlassen </title>
            <description>&lt;p&gt;&lt;span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;img alt="commencement.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/commencement.jpg" width="300" height="199" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /&gt;&lt;/span&gt;Endlich bringt der Mai mal warme Mittagsluft, und was passiert? Ich komme kaum aus meinem Bürohaus raus, weil sich davor die Akademiker drängeln. Denn es ist mal wieder die Studienabschluss-Saison, und die wird an US-Unis gerne groß gefeiert, in so edlen Räumen wie der New Yorker &lt;a href="http://www.radiocity.com/"&gt;Radio City Music Hall&lt;/a&gt;, 29 Stockwerke unterhalb meines Büros. Ist schon ein beeindruckender Anblick, wenn sich da ein paar tausend Studenten versammeln, in bunten Talaren und mit passenden "Doktorhüten" - die hier ihren Namen eigentlich nicht verdienen, da sie selbst den Absolventen einer Vorschulklasse schon aufgesetzt werden und typischer Weise eben nicht auf den Köpfen frisch gekürter Doktoren zu finden sind und daher lieber salopp als &lt;span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;img alt="Mortarboard.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/Mortarboard.jpg" width="300" height="95" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 20px 20px 0;" /&gt;&lt;/span&gt;"Mortar Boards" (Mörtelbretter, nach einer sehr ähnlich geformten, speziellen Maurerkelle) bezeichnet werden. Selbst die Familien kommen selbstverständlich nur im feinsten Gewand zur Feier.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und man muss gar kein Akademiker sein, um sich mit Talar und Hut zu zieren: Vorschulklassen, Volksschulklassen, Mittelschüler, Highschooler - jeder Abschnitt im Bildungsleben wird als "Graduation" gefeiert. Da rümpft man als Mitglied der oberen deutschen Bildungskruste schon gerne mal die Nase: Pah! Verkleidungsspielchen sind das,  Maskenbälle! Dass so etwas inzwischen &lt;a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/118583/"&gt;auch in Deutschland&lt;/a&gt; gemacht wird, könnte man allenfalls als Beleg dafür gelten lassen, dass Amerikanismen einfach nur unsere Kultur verderben. Stimmt doch, oder?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich gebe zu, dass die Graduation-Zeremonie einer Bibelschule (so was gibt's wirklich) im ersten Moment wie eine Persiflage auf akademische Rituale und letztlich wie eine Abwertung der akademischen Errungenschaften interpretiert werden kann. Dass für diese Feiern zudem gerne prominente Festredner - mal solche mit echten Vorbildfunktionen, wie etwa &lt;a href="http://thecaucus.blogs.nytimes.com/2009/03/21/obama-to-deliver-three-commencement-addresses/"&gt;US-Präsidenten&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://www.bucknell.edu/x47516.xml"&gt; Nobelpreisträger&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://nyulocal.com/on-campus/2009/03/23/hillary-clinton-to-address-grads-be-given-honorary-degree/"&gt;Politiker&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://www.michigandaily.com/content/prominent-physicist-will-be-winter-grad-speaker"&gt;Wissenschaftler&lt;/a&gt; (manchmal auch &lt;a href="http://www.news.harvard.edu/gazette/2009/04.09/99-speaker.html"&gt;Kombinationen derselben&lt;/a&gt;) und, jawohl, auch &lt;a href="http://media.www.udreview.com/media/storage/paper781/news/2009/04/14/News/Pulitzer.PrizeWinning.Author.To.Deliver.Commencement.Speech-3708747.shtml"&gt;Journalisten&lt;/a&gt;; mal Hollywood-Prominenz mit &lt;a href="http://www.newsadvance.com/lna/news/local/article/chuck_norris_to_speak_at_liberty_university_commencement/3325/"&gt;zweifelhafter akademischer Vorbildfunktion&lt;/a&gt; - geladen und meist noch mit Ehrendoktorwürden belohnt werden, scheint den Showcharakter dieser Zeremonien nur zu unterstreichen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber wenn man mich fragt: Ich hätte so eine Feier allemal dem deprimierend unfeierlichen Abschluss meines Studiums vorgezogen. Die Benachrichtigung, dass ich meine Diplomprüfung bestanden hatte, kam per Postkarte, mit der Aufforderung, mein Zeugnis im Sekretariat des Instituts abzuholen. Dort wartete ein brauner Umschlag auf mich, den ich allerdings nur gegen Vorlage meines Studentenausweises (als ob ich hier nicht ein paar Jahre meines Lebens ein- und ausgegangen wäre) und vor allem der "Entlastungsstempel" aller einschlägigen Hochschulbibliotheken - als Nachweis, dass ich alle Bücher zurück gegeben und alle eventuellen Mahngebühren bezahlt hatte - ausgehändigt bekam. Krönung dieser unzeremoniellen Zermeonie war meine Unterschrift unter der Empfangsbestätigung sowie ein nicht unfreundliches, aber ansonsten eher teilnahmsloses "Viel Glück!"einer Aushilfssekretärin, die sich danach auch gleich wieder ihrerm Papierkram zuwandte. Das war's, so endete mein Studentendasein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Andererseits war da auch nicht viel, das es zu feiern gab - "arbeitsloser Akademiker" war in den 80-ern ein &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pleonasmus"&gt;Pleonasmus&lt;/a&gt;, ein bezahlter Praktikumsplatz bereits ein größerer Glückstreffer. Wer einen Job - irgend einen Job - in der Tasche hatte, zählte zur Elite. Mehr als die Gewissheit, dass nun erst mal das Leben, wie ich es kannte, vorbei sein würde, konnte mir dieser Abschluss damals nicht bieten. Daher wohl auch das Wort "Abschluss". &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In den USA hingegen spricht man hier lieber davon, dass etwas beginnt: "Commencement" ist oft gebräuchlicher noch als "Graduation". In Zeiten der Wirtschaftskrise und steigender Arbeitslosigkeit ist das vermutlich für manche auch nur ein Euphemismus mit negativer Tendenz. Aber dieser Tag heute gehört ihnen - heute dürfen sie sich feiern lassen. Viel Glück!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;small&gt;Foto via &lt;a href="http://www.unc.edu"&gt;University of North Carolina at Chapel Hill&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/r6h7S2pXzDA" height="1" width="1"/&gt;</description>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Commencement</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Mörtelbrett</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Studienabschluss</category>
            
            <pubDate>Thu, 21 May 2009 06:14:51 +0100</pubDate>
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        <item>
            <title>"Mediazän": Manchmal sind wir Medien besser als unser Ruf</title>
            <description>&lt;p&gt;&lt;span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;img alt="ida.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/ida.jpg" width="200" height="300" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 20px 20px 0;" /&gt;&lt;/span&gt;Nachlese zum &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2009/05/the-link-wissenschaft-als-medienzirkus.php"&gt;"Missing-Link"-Hype&lt;/a&gt; von gestern: Zumindest die Zeitungen, die ich heute auf dem Tisch habe, haben zwar die vollmundigen Worte des pausbäckigen Osloer Paläontologen &lt;a href="http://www.nhm.uio.no/forskning-samlinger/forskning/forskningsgrupper/geologi/homepages/hurum_biography.html"&gt;Jørn Hurum&lt;/a&gt; gehört (von wegen "heiliger Gral der Antrhopologie", "so wichtig wie Mona Lisa und der Stein von Rosette" und so weiter) - aber geglaubt haben sie ihm das, wie es scheint, dann am Ende doch nicht. Am härtesten war wohl die Ablehnung in der &lt;a href="http://www.nytimes.com"&gt;New York Times&lt;/a&gt;: Die hat das Ereignis (dem sie gestern ja schon eine &lt;a href="http://www.nytimes.com/2009/05/19/business/media/19fossil.htm"&gt;kritische Titelgeschichte&lt;/a&gt;, verfasst nicht von einem Wissenschafts-, sondern von einem Medienredakteur, gewidmet hatte) in ihrer Mittwochausgabe schlicht ignoriert. Das &lt;a href="http://www.wsj.com"&gt;Wall Street Journal&lt;/a&gt;, hob "Ida" zwar auf ihre Titelseite, und schrieb sogar die Worte "The Missing Link" darüber - allerdings gefolgt von einem Fragezeichen. Der &lt;a href="http://online.wsj.com/article/SB124274731478535053.html"&gt;Artikel selbst&lt;/a&gt;, auf Seite 3 geparkt (und Online leider nur für Abonnenten verfügbar) räumt dann auch dem Hype erst einmal reichlich Platz ein - um ihn dann in der letzten Spalte abzuschießen: &lt;blockquote&gt;"While many scientific discoveries tend to be disclosed in sober fashion, this one was heaviy promoted."&lt;/blockquote&gt;Und weil dies in einer Wirtschaftszeitung nicht an sich schon als kritisch verstanden werden könnte (Promotion ist schließlich ein lukratives Business), zitiert das Blatt den Co-Autor und führenden Eozän-Experten &lt;a href="http://www-personal.umich.edu/~gingeric/"&gt;Philip Gingerich&lt;/a&gt; als Kronzeugen dafür, dass die Vermarktung zum Schaden der wissenschaftlichen Qualität ging:&lt;blockquote&gt;Asked in an interview last week whether the study ought to have been published in Science or Nature, the two most prestigious scientific journals, he replied: "There was a TV company involved and time pressure. We've been pushed to finish the study; it's not how I like to do science."&lt;/blockquote&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Selbst die eher unseren Boulevardblättern ähnelnden "Tabloids", die ich für sichere Nachatmer der quasi-wissenschaftlichen Hyperventilation gehalten hätte, sind geradezu vorsichtig. Die &lt;a href="http://www.nydailynews.com"&gt;Daily News&lt;/a&gt; verzichtet, wie schon die New York Times, auf jegliche Berichterstattung - offenbar wurde die Geschichte zwar eingeplant, dann aber gekippt - anders ist nicht zu erklären, wie überraschend ein verspäteter Beitrag zur Ausstellung "&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2009/05/extremisten-sind-uberall.php"&gt;Extreme Mammals&lt;/a&gt;", die schon seit fast einer Woche im American Museum of Natural History stattfindet, hier noch einen Platz fand.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die &lt;a href="http://www.nypost.com"&gt;New York Post&lt;/a&gt;, Rupert Murdochs Kampf- und Klatschblatt (und in ihrer Stellung in der US-Medienlandschaft noch am ehesten der BILD vergleichbar), legt das Fossil zwar auf einer Doppelseite hin, allerdings nur auf den Seiten 25/26 - tief drin im Blatt. Hier kriegt Hurum auch noch die beste Plattform, seinen "Missing-Link"-Hype zu rechtfertigen: "Wir sagen nicht, dass dies unser direkter Vorfahr ist, aber besser geht's nicht mehr", zitiert ihn die "Post".&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Andere Blätter, darunter &lt;a href="http://www.newsday.com"&gt;Newsday&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://www.usatoday.com"&gt;USA Today&lt;/a&gt;, verließen sich auf einen &lt;a href="http://www.newsday.com/news/science/wire/sns-ap-ancient-primate,0,2333311.story"&gt;Artikel von Associated Press&lt;/a&gt;, der ebenfalls mit der These, es handele sich hier eventuell um einen menschlichen Vorfahren, kritisch umgeht:&lt;blockquote&gt;"I actually don't think it's terribly close to the common ancestral line of monkeys, apes and people," said K. Christopher Beard of the Carnegie Museum of Natural History in Pittsburgh. "I would say it's about as far away as you can get from that line and still be a primate."&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Rather than a long-ago aunt, "I would say it's more like a third cousin twice removed," he said. So it probably resembles ancestral creatures "only in a very peripheral way," he said.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;Diese Medienschau ist natürlich nicht umfassend - und wie es in den deutschen Blättern und/oder TV-Nachrichten aussah, kann ich von hier sowieso nicht beurteilen. Aber sicher ist, dass meine schlimmsten Befürchtungen zumindest nicht eingetreten sind. Aber wer weiß: Vielleicht ist die Lektion, die am Ende daraus gelernt wird, &lt;strong&gt;nicht&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;(ein wichtiges Wörtchen, das ich vergessen hatte)&lt;/em&gt; den Hype zu vermeiden, sondern nur, ihn besser zu kanalisieren? &lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/fSagBOR-oC4" height="1" width="1"/&gt;</description>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Darwinius massilae</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Medien und Wissenschaft</category>
            
            <pubDate>Wed, 20 May 2009 17:13:49 +0100</pubDate>
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        <item>
            <title>"The Link" - Wissenschaft im "Mediazän"</title>
            <description>&lt;p&gt;Witzig, dass ausgerechnet heute meine Scienceblogger-Kollegen &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/diaxs-rake/2009/05/homoopathie-wirkt-auch.php"&gt;Jörg Rings&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/05/wie-sich-wissenschaftliche-ergebnisse-in-den-medien-verandern.php"&gt;Florian Freistetter&lt;/a&gt; etwas zum Thema "Wissenschaft und Medien" gepostet haben - denn ich komme gerade vom wohl größten Medienrummel, den ich jemals aus Anlass einer wissenschaftlichen Publikation erlebt habe. Es geht um die Entdeckung von &lt;em&gt;&lt;a href="http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0005723"&gt;Darwinius masillae&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;, einem 47 Millionen alten Fossil eines frühen Primaten aus der Grube Messel ... ach, was mach' ich mir die Mühe, hier Details zu beschreiben: Könnt Ihr alles im Fernsehen oder in den Zeitungen oder auch sonstwo sehen. Eben wegen des Rummels ...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und hier hab' ich mein Problem: Ist es wirklich OK, wenn wissenschaftliche Ergebnisse nicht nur in einer peer-reviewten (Online-)Publikation erscheinen, sondern &lt;u&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;zeitgleich&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/u&gt; - in anderen Worten: GLEICHZEITIG - in einem eigens dafür produzierten Dokumentarfilm sowie in einem simultan von "Ghostwritern" geschriebenen Buch &lt;em&gt;&lt;strong&gt;über&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt; diese Entdeckung gefeiert wird? Und dann auch noch seine eigene &lt;a href="http://www.revealingthelink.com"&gt;Website&lt;/a&gt; bekommt? So geschehen mit "&lt;a href="http://www.history.com/thelink"&gt;The LInk&lt;/a&gt;" - denn natürlich ist Darwinius massilae kein "missing link" - weil's ja gefunden wurde, also logischer Weise nicht mehr "missing" ist. Huch wie clever ...&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sorry, ich bin nach dem Rummel etwas angefressen - vielleicht, weil ich es nicht gewöhnt bin, bei wissenschaftlichen Verkündigungen von Kamerateams und Organisatoren mit Kopfhörerikrophonen abgedrängt zu werden. Aber ehrlich gesagt auch, weil ich sicher bin, dass mit solchen Stunts der Wissenschaft ein echter Bärendienst erwiesen wird. Seit wann behaupten Wissenschaftler, dass eine Entdeckung - zudem noch eine, die ihre Erwartungen erfüllt - "alles verändern wird" (The Link - This Changes Everything" ist der Titel der Dokumentation, die demnächst auch im ZDF zu sehen sein wird)? Wer kam darauf, dass dies "der wichtigste Fund seit 47 Millionen Jahren" - ein weiterer Slogan der TV-Produktion - sein muss?  Was soll man von Wissenschaftlern halten - ich nenn' jetzt absichtlich keine Namen, aber zum Nachlesen hab' ich hier nun wirklich genug Links hinterlassen - die als erstes mal an die Film- und Buchrechte zu denken scheinen? Welchen Sinn hätte einen wissenschaftliche Diskussion über das Paper noch, wenn es schon längst mit populären Medien in ein Massenprodukt verwandelt wurde? &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenigstens bin ich mit diesen Fragen nicht alleine, wie ich gerade sehe - die &lt;a href="http://www.nytimes.com"&gt;New York Times&lt;/a&gt; hat heute ein &lt;a href="http://www.nytimes.com/2009/05/19/business/media/19fossil.html"&gt;Stück im gleichen Sinn&lt;/a&gt; veröffentlicht. Und dabei einen  Begriff geprägt, den ich prompt für  meine Überschrift geklaut habe: das "Mediazän" - die Wissenschaft im Medienzeitalter.&lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/UN__8sKoEj0" height="1" width="1"/&gt;</description>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Darwinius massilae</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Fossilien</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Grube Messel</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Paläonthologie</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Primaten</category>
            
            <pubDate>Tue, 19 May 2009 19:15:43 +0100</pubDate>
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        <item>
            <title>Neuland aus dem Meer durch Gletscherschmelze</title>
            <description>&lt;p&gt;Ist eigentlich ein alter Hut (und vor allem in Nordeuropa nach der letzten großen Eiszeit beobachtbar gewesen), aber da heute eine &lt;a href="http://www.nytimes.com/2009/05/18/science/earth/18juneau.html"&gt;Titelstory&lt;/a&gt; in der &lt;a href="http://www.nytimes.com"&gt;New York Times&lt;/a&gt; dazu erschienen ist und Klimawandelgegner ja gerne auf alle möglichen Argumente aufspringen, die sie in ein "ist-ja-alles-nicht-so-wie-Ihr-behauptet"-Szenario umgemünzt werden, will ich's noch einmal ansprechen: Durch das Abschmelzen der Gletscher - das nachweisbar, messbar und &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2008/10/alaskas-schrumpfende-gletscher-ein-bildband.php"&gt;dramatisch&lt;/a&gt; ist - werden nicht nur küstennnahe Landstriche und vor allem &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2008/11/malediven-suchen-eine-neue-heimat.php"&gt;Inselstaaten als Folge des steigenden Meeresspiegels verloren gehen&lt;/a&gt;. Es wird auch Land aus dem Meer auftauchen, weil es vom Gewicht der Eismassen befreit ist. Aber hier findet kein letztlich positives "Tauschgeschäft" für ein Jamballa wie bei &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/04/der-wahre-jim-knopf-und-die-evolutionstheorie.php"&gt;Jim Knopf&lt;/a&gt; statt - nicht zuletzt, weil auch diese Anhebung des Geländes in den arktischen Zonen Lebensräume  bedrohlich verändern kann. Und das wollte ich, wie schon gesagt, hier nur mal erwähnt haben.&lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/8mZXhXS4d78" height="1" width="1"/&gt;</description>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Umwelt</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Gletscher</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Klimawandel</category>
            
            <pubDate>Mon, 18 May 2009 17:06:28 +0100</pubDate>
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        <item>
            <title>Alexander v.Humboldt - seiner Zeit voraus</title>
            <description>&lt;p&gt;&lt;span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;img alt="AvH.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/AvH.jpg" width="102" height="128" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 20px 20px 0;" /&gt;&lt;/span&gt;Für mich als Absolventen eines &lt;a href="http://www.humboldt-gym-sw.de/"&gt;Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums&lt;/a&gt; und studierter Geograph ist es eigentlich fast eine Schande, dass ich den Termin gar nicht wusste und erst durch eine kleine Notiz im &lt;a href="http://www.economist.com"&gt;Economist&lt;/a&gt; drauf gestoßen bin: Am 6. Mai jährte sich zum 150. Mal der Todestag von Alexander von Humboldt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Natürlich ist Sterben an sich keine Leistung, die besondere Würdigung verdient - es ist das &lt;strong&gt;&lt;em&gt;Leben&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;, das diesem Sterben voran ging, das solche Tage denkwürdig macht. Der Tod setzt alles, was in diesem Leben geschah, in die Vergangenheitsform - Präsens und Futur scheinen für immer aus der persönlichen Geschichte verbannt. Um so erfrischender, dass der Economist in einem ausführlicheren &lt;a href="http://www.economist.com/research/articlesBySubject/displaystory.cfm?subjectid=7933604&amp;story_id=13638899"&gt;Online-Artikel&lt;/a&gt; (auf den die oben erwähnte Notiz hinwies) den preußischen Universalgelehrten vor allem für seinen Beitrag zum aktuellen und künftigen Kampf gegen den Klimawandel rühmt:&lt;blockquote&gt;Dismissive of collecting for collecting's sake, Humboldt punctiliously recorded the physical attributes and precise geographic location of items that caught his interest. (...) &lt;br /&gt;
Aware that any such study required broad international scientific collaboration, Humboldt became its early champion. In this he was helped by his considerable organisational skills. He arranged what some regard as the first modern scientific congress, which took place in Berlin in 1828. Humboldt's drive to establish a network of meteorological and geomagnetic-measurement stations across northern Asia, was later hailed by "Encyclopaedia Britannica" as "that scientific conspiracy of nations which is one of the noblest fruits of modern civilisation". (...)&lt;br /&gt;
His reputation started to recover only recently, when policymakers realised that threats such as climate change are global and thus require global solutions. Tackling such issues would not just need to incorporate disparate scientific fields (many of which, including biogeography, meteorology and oceanography, Humboldt helped to establish), but also to engage people all around the world. This realisation has fortuitously coincided with technological breakthroughs, such as the internet, which have greatly facilitated both interdisciplinary and international co-operation. Humboldt's dream, though not necessarily his name, has once again gained currency.&lt;/blockquote&gt;Alexander von Humboldt mag seit eineinhalb Jahrhunderten tot sein - doch wie man sieht, können wir ihn heute noch mit Gewinn beerben.&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/ToNJgJxEuo8" height="1" width="1"/&gt;</description>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">150. Todestag</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Alexander von Humboldt</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Economist</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Klimawandel</category>
            
            <pubDate>Sat, 16 May 2009 08:39:39 +0100</pubDate>
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        <item>
            <title>Wolfram Alpha: ... (und sonst noch nichts)</title>
            <description>&lt;p&gt;"Watch a live webcast of the Wolfram|Alpha system being brought online for the first time", stand da, schaut live zu, wie &lt;a href="http://www.wolframalpha.com"&gt;WolframAlpha&lt;/a&gt; online geht. "Friday, May 15, beginning at 7pm CST", stand da. Doch offenbar hat die neue Antwortmaschine, die von &lt;a href="http://blog.wolfram.com/"&gt;Stephen Wolfram&lt;/a&gt; mit großen Fanfaren angekündigt wurde und Google ins Schwizten bringen soll, noch nicht mal eine Ahnung, wieviel Uhr es ist: Es ist aktuell schon nach 10 Uhr abends in New York (4 Uhr Samstagmorgen in Deutschland), was der Central Standard ... nee, ist doch gar nicht Standard - wir haben gerade Sommerzeit, also "Central Daylight Saving" (das wären bestimmt gute Stichwörter für meine erste Suche: Ortszeit, Weltzeit, Sommerzeit) ... Time eine Stunde voraus ist. Zwei Stunden nach dem angekündigten Launch - und nichts passiert. Kein Update, kein Video - und der Klick ins Eingabefeld bringt auch nichts, außer der Einblendung "Launching May 2009 ..." &lt;span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;img alt="wolframalpha.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/wolframalpha.jpg" width="450" height="237" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/span&gt;Vielleicht liegt's ja nur am Server, mit dem ich von New York aus verbunden würde und der unter der Last der Begeisterten zusammen gebrochen ist. Andererseits: Im &lt;a href="http://blog.wolframalpha.com/2009/05/15/counting-down/#more-418"&gt;begleitenden Blog&lt;/a&gt; gibt es auch nur ratlose Gäste, kein erklärendes Wort. Auch auf &lt;a href="http://blog.wolfram.com/"&gt;Wolframs Privatblog&lt;/a&gt; kein Wörtchen. Naja, war wohl erst mal nichts .. was mich, nach der Lektüre von "&lt;a href="http://www.wolframscience.com/"&gt;A New Kind of Science&lt;/a&gt;" (und einem anschließenden Lunch mit Wolfram, vor sieben Jahren), eigentlich nicht wundert. Das erste Buch, das ich ohne Skrupel und Bedenken ins Altpapier geworfen habe ...&lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/YzhXJRz-nYI" height="1" width="1"/&gt;</description>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Wolfram Alpha</category>
            
            <pubDate>Sat, 16 May 2009 04:05:00 +0100</pubDate>
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        <item>
            <title>Dollar, Dollar, Du musst wandern ...</title>
            <description>&lt;p&gt;&lt;span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;img alt="TheresGeorge copy.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/TheresGeorge%20copy.jpg" width="180" height="234" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 20px 20px 0;" /&gt;&lt;/span&gt;Wie kann das Wechselgeld, das ich in meiner Bäckerei in der New Yorker East Village bekommen habe, dabei helfen, sich ein Bild über die Ausbreitung von Infektionskrankheiten im Allgemeinen und der (immer noch grassierenden, wenn auch - wie vorhergesagt - kaum noch in den Medien relevanten) &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/2009/05/kein-grund-zur-panik-wissenschaftliche-infos-zur-schweinegrippe.php"&gt;Schweinegrippe&lt;/a&gt; zu verschaffen? Tja, das ist eine längere Geschichte ... &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Dezember 1998 hatte der Progammierer Hank Eskin die &lt;a href="http://www.nytimes.com/1999/10/28/technology/making-it-easy-to-find-where-the-money-goes.html"&gt;Idee&lt;/a&gt;, mal zu verfolgen, durch wie viele Hände sich eine amerikanische Dollarnote geht und auf welche Reise sie sich im Lauf der Zeit begibt. Die Idee war, Banknoten mit der Aufforderung zu versehen, ihre Seriennummer sowie die Postleitzahl des Ortes, an dem man sie erhalten hatte, auf einer eigens dafür eingerichteten Website zu notieren: &lt;a href="http://www.wheresgeorge.com"&gt;Where's George?&lt;/a&gt; (So getauft, weil das Konterfei George Washingtons die Dollarscheine ziert.) Über die Jahre konnten damit die Verbeitungswege von mehr als zehn Millionen Banknoten verfolgt werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieser Datenfundus kam dem Göttinger Physiker &lt;a href="http://rocs.northwestern.edu/team/brockmann_assets/Brockmann_FullCV.pdf"&gt;Dirk Brockmann&lt;/a&gt; zu Ohren, der an der &lt;a href="http://www.northwestern.edu"&gt;Northwestern University&lt;/a&gt; in Evanston (Illinois) das Forschungsteam &lt;a href="http://rocs.northwestern.edu/"&gt;Research on Complex Systems&lt;/a&gt; leitet. Diese Daten, dachte er (so jedenfalls kann man's &lt;a href="http://www.nytimes.com/2009/05/04/health/04model.html"&gt;hier&lt;/a&gt; in der &lt;a href="http://www.nytimes.com"&gt;New York Times&lt;/a&gt; nachlesen), erlauben es, persönliche Interaktionen zu kartieren und nachzuvollziehen - und waren daher genau das, was er für eine &lt;a href="http://rocs.northwestern.edu/projects/swine_flu/"&gt;Simulation der Ausbreitung des A(H1N1)-Virus&lt;/a&gt; brauchte. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Geschichte hatte ich am 3. Mai in der Zeitung gelesen und für eine Randbemerkung zum Thema Schweinegrippe aufgehoben - und dann im Alltagsbusiness vergessen. Bis mir vorgestern dieser Geldschein in die Hände fiel:&lt;span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;img alt="Wheresgeorge.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/Wheresgeorge.jpg" width="450" height="397" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun wissen wir also, dass Geld selbst dann manchmal der Wissenschaft helfen kann, wenn sie es nur anschauen darf ...&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den Geldschein habe ich natürlich auf der Wheresgeorge-Site &lt;a href="http://www.wheresgeorge.com/report.php?args=a1f070aa823bcccddfb3662a707d8e2e55ca780f47f93b54bdb0a58d1f6acc64ec418de2522be5c6fd564e099e264d769319055e20441ffaf9a29a8ffb85858b3b6e8813122db7a5523f53b12294d8d52d48133fe4150b50fa2ce6e332c139366f3ad5ef5e5a0693896c0c63efa15e97485364e17264e5232b2866bff37b38670450308f2e7cafef7ec82a66708e8b3cf65e6d0cf5e3bce21390eca6b9e412a641da4fd70e210704f017c965e44bb3e54e4d1da0d38e9a3ef885d033b2e00ac328c04235e4efd925c7698496f6fe1133451a1f498f55b504e933480009afb1447e8216bab573519ae242eff031d34b44474c5f09282be23a49bcc8e0dc4d5d06e9f0b0c54c2c6641bb21a4aa244cc3a986e7879ffc00d2a8e01f6ac309f3fa9f58a7fe642c677d4fee9e4a4b90e7b3b44e3f00a393059c4a7368d6f7c3ffbcbcfa39fd82d429765b41af3f8520f750fc"&gt;registriert&lt;/a&gt; - und weiß nun auch, dass er zum ersten Mal in Jacksonville (Florida) gesichtet wurde und für die knapp 50 Meilen weite Reise von Flemington (New Jersey) nach Manhattan zwei Jahre, 221 Tage, 18 Stunden und 21 Minuten gebraucht hat. Und morgen früh kauf' ich mir dafür einen Bagel - Dollar, Dollar, Du musst wandern ...&lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/sCVG24YN7Rw" height="1" width="1"/&gt;</description>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Dollarnoten</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Research on Complex Systems</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Schweinegrippe</category>
            
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            <pubDate>Fri, 15 May 2009 05:07:12 +0100</pubDate>
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        <item>
            <title>Der erste Baustein des Lebens</title>
            <description>&lt;p&gt;Ist wahrscheinlich schon als Thema durch, aber ich stoße gerade in der New York Times auf einen Artikel, der verkündet "&lt;a href="http://www.nytimes.com/2009/05/14/science/14rna.html"&gt;Leading Mystery of Life's Origins Is Seemingly Solved&lt;/a&gt;" (dieser Print-Artikel ist weitaus vorsichtiger als die hier verlinkte Online-Version - so beginnt er beispielsweise mit "An English chemist may have found ..." anstatt mit "an English chemist has found ..."), in dem es darum geht, wie sich das erste RNA-Molekül vor etwa 3,8 Milliarden Jahren aus den vorhandenen "Bausteinen" selbst zusammen setzen konnte. Da ich kein Biologe bin, will ich mir hier gar nicht erst anmaßen, diese Details erklären und - wichtiger noch - bewerten zu wollen. Aber darauf hinweisen wollte ich schon - immerhin ist es ja keine unerhebliche Frage, und das &lt;a href="http://www.nature.com/nature/journal/v459/n7244/full/nature08013.html"&gt;Paper&lt;/a&gt; von &lt;a href="http://www.chemistry.manchester.ac.uk/aboutus/staff/showprofile.php?id=390"&gt;John D. Sutherland&lt;/a&gt; (&lt;a href="http://www.manchester.ac.uk"&gt;University of Manchester&lt;/a&gt;) wurde in &lt;a href="http://www.nature.com"&gt;Nature&lt;/a&gt; veröffentlicht.&lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/IV1-O_yzfVM" height="1" width="1"/&gt;</description>
            <link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~3/IV1-O_yzfVM/der-erste-baustein-des-lebens.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Nature</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">RNA</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">University of Manchester</category>
            
            <pubDate>Thu, 14 May 2009 20:13:38 +0100</pubDate>
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        <item>
            <title>Heilung und Häresie</title>
            <description>&lt;p&gt;Sorry, dass mir nur diese etwas kryptische Headline einfiel - dieser Post ist zwar ein Nachtrag zu  &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2009/05/legalisiert-die-homoopathie.php"&gt;"Legalisiert die H...!"&lt;/a&gt;, aber ich will bewusst &lt;em&gt;&lt;strong&gt;NICHT&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt; das Reizwort H o m ö o p a t h i e  erwähnen (auch nicht in den Tags). Das bringt zwar reichlich Klicks und Kommentare, wie ich sehen konnte - aber wenn es mir darauf ankäme, würde ich nicht über Wissenschaft bloggen, sondern über &lt;a href="http://deadspin.com/"&gt;Sport&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://www.perezhilton.com/"&gt;Promis&lt;/a&gt; oder &lt;a href="http://www.macrumors.com"&gt;Apple-Gadgets&lt;/a&gt;. Jede Diskussion um die H. lockt unweigerlich die Cranks an, die dann der Diskussion jenen unvermeidlichen (und unglaublich unergiebigen) Verlauf geben, den ein Kommenator &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2009/05/legalisiert-die-homoopathie.php#comment35266"&gt;hier&lt;/a&gt; sehr treffend beschrieben hat. Und das will ich hier mal vermeiden (wenn's denn gelingt). Soviel vorweg.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In einem Kommentar zum oben erwähnten Posting wurde mir - mit Verbalinjurien garniert - vorgeworfen, meine Ausführungen seien ein "Angriff auf die H(...) um sie zu vernichten". Nichts könnte falscher sein. Denn in der Tat bin ich von Menschen umgeben - Menschen, die mir sehr nahe stehen, die mir lieb und wertvoll sind - die von der Wirkung der H. überzeugt sind. Ich will ihnen diesen Glauben gar nicht nehmen (weil es eben ein Glaube ist - der entzieht sich eigentlich zwangsläufig der rationalen Diskussion) - ich gehe sogar so weit zu sagen, dass ich finde, ein paar h.'ische Mittelchen sollten in jeder "Hausapotheke" stehen (dazu später vielleicht mehr).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist gerade &lt;em&gt;&lt;strong&gt;weil&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt; ich diesen Menschen ihren Glauben nicht nehmen möchte, dass ich es für erforderlich halte, sie nicht mehr als nötig zu behumsen. Dass man ihnen eben auch das verkauft, was man verspricht - also dass in Bryonia alba D6 auch wirklich der eine Million Mal (und nicht etwa 999.999fach oder 1,1 Millionen Mal) verdünnte Extrakt der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bryonia_alba"&gt;Weißen Zaunrübe&lt;/a&gt; drin ist, beispielsweise. Oder dass D12 von Egal-was wirklich anders wirkt als C6, das ja als ein anderes Präparat verkauft wird. Und dass die H. wenigstens ihren eigenen inneren Ansprüchen gerecht wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mein Problem mit der H. liegt nicht darin, dass sie existiert - obwohl sie auf einem Gedankengebäude beruht, das nicht nur alle Grundlagen der Chemie und der Physik oder auch das (logische) Prinzip von Ursache und Wirkung negiert, sondern sogar die Mathematik, da laut der H. 10&lt;sup&gt;&lt;small&gt;12&lt;/small&gt;&lt;/sup&gt; &lt;big&gt;≠&lt;/big&gt; 100&lt;sup&gt;&lt;small&gt;6&lt;/small&gt;&lt;/sup&gt; sein muss. Vielleicht hatte Samuel Hahnemann ja wirklich ein nützliches Prinzip entdeckt, wer weiß. Die Idee, Gleiches mit Gleichem zu bekämpfen, ist ja im ersten Moment wirklich gar nicht so absurd - sonst gäbe es ja auch keine Impfungen. Und vor zwei Jahrhunderten, als auch die Medizin noch eher Quacksalberei denn Wissenschaft war, mag dies sogar eine echt revolutionäre Erkenntnis gewesen sein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber mit der Entdeckung ist es nicht getan, wie - um mal ein wenig abzuschweifen - das Beispiel von &lt;a href="http://leifi.physik.uni-muenchen.de/web_ph10/geschichte/03galvani/galvani.htm"&gt;Luigi Galvani&lt;/a&gt; (der ein Arzt und Zeitgenosse Hahnemanns war) zeigt: Er hatte zufällig bei seinen Forschungen mit toten Fröschen und Elektrizität entdeckt, dass die Muskeln der Tiere, wenn sie zwischen zwei Metalle gerieten, zu zucken begannen. Seine Interpretation war die "tierische Elektrizität", die in den Fröschen stecken musste - erst dank &lt;a href="http://ppp.unipv.it/Volta/Pages/ePage1.html"&gt;Allesandro Volta&lt;/a&gt; wissen wir, dass diese Zuckungen nur das Messergebnis einer &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Redoxreaktion"&gt;Redox-Reaktion&lt;/a&gt; waren; nur durch Forschung und Weiterentwicklung konnten uns Galvanis Froschschenkel eine Welt voller Batterien und Akkus oder auch den Chromglanz unserer Autos bescheren. &lt;em&gt;(Mit der Bitte um Milde an alle Wissenschaftshistoriker geschrieben ...)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wo sind die Forschungsarbeiten, die in einem (leicht durchführbaren) Doppelblindtest die unterschiedlichen Wirkungsweisen von - mathematisch identischen - D- oder C-Verdünnungen beweisen? Wäre es nicht auch für H.'iker nützlich zu wissen, ob es noch einen Unterschied zwischen D24 und D30 gibt (und sei es nur, weil man dann seine "Hausapotheke" rationeller strukturieren kann)? Warum muss man auf dem allen wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechenden Prinzip beharren, dass die Wirkung mit der Verdünnung steiogt, wenn es vielleicht bei D4 oder D6 sogar noch echte, messbare (und medizinisch nutzbare) Effekte geben könnte? Warum will man keine Antwort auf die Frage haben, wie das Wasser "wissen" kann, welche Eigenschaften des "Wirkstoffs" es sich denn nun merken soll? Oder ob, wie viele Anhänger behaupten, die Intention des Produzenten, die sich im Verdünnungsritual manifestieren soll (oder so ähnlich - ich kapier's leider wirklich nicht), tatsächlich für die Wirkung selbst jenseits des phsyikalisch Möglichen verantwortlich ist. Was ja wichtig zu wissen wäre, denn schließlich werden h.'ische Präparate heute industriell gefertigt - wer kann da schon garantieren, dass immer die richtigen Intentionen ("Vibes" wurde man heute wohl auch sagen) im Raum sind?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nein, dies sind eigentlich keine Fragen, auf die ich wirklich eine Antwort haben will. Denn inzwischen habe ich - auch aus dem Lesen der einschlägigen Blogkommentare - gelernt, dass Fragen nicht beantwortet werden; denn hier hält's die H. wie die Religion: Wer fragt, ist ein Häretiker. Heilung ist in der H. eine Glaubenssache.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und das wäre ja nur halb so schlimm, wenn man es nur zugeben würde. Glaube und Medizin sind ja nicht grundsätzlich inkompatibel - man darf sie nur nicht miteinander verwechseln. Gebet &lt;em&gt;und&lt;/em&gt; Medizin sind sicher auch für die meisten Ärzte ok oder gar (kenn ich einige) absolut normal - Gebet &lt;em&gt;statt&lt;/em&gt; Medizin ist im besten Fall naiv und im schlimmsten Fall tödlich. Wer will, kann hier nun statt "Gebet" jede andere spirituelle (und hierzu kann man eigentlich nur die H. zählen) "Heilungsmethode" einsetzen. Oder auch das Pusten aufs Wehwehchen ...&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und hier komme ich nun auf meinen Satz von oben zurück, dass ein paar Globuli durchaus einen Platz in der Hausapotheke haben sollten. Sie sind nicht mehr, aber halt auch &lt;em&gt;&lt;strong&gt;nicht weniger&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt; als Placebos, und sollten auch nur als solche verstanden werden. Jaja, ich weiß, dass wir diese Debatte auch schon erfolglos geführt haben und ich damit oft im Widerspruch zu anderen Sciencebloggern und vielen Kommentatoren stehe. Aber unterm Strich bleibt, dass Placebos manchmal nützlich sein können. Oder was haben Ärzte wohl im Sinn, wenn sie - was ich übrigens sehr lobenswert finde - einem Patienten erklären: "Damit kommt Ihr Körper eigentlich von alleine zurecht, aber ich kann Ihnen, wenn Sie wollen, auch etwas verschreiben"? Selbst der Arztbesuch an sich kann schon einen Placebo-Effekt haben - wer fühlt sich nicht schon alleine deshalb besser, weil er weiß, dass ihm nicht wirklich etwas fehlt oder dass das, was ihm fehlt, nichts wirklich Schlimmes ist? Manchmal ist so ein Zuversichts-Booster nicht das Schlechteste, was man seinem Körper geben kann.&lt;/p&gt;
     &lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7561,http%3A%2F%2Fwww.falling-walls.com%2Fblog%2Fen%2F%3Futm_source%3Dscienceblogs%26utm_medium%3Dbanner%26utm_campaign%3Dlaunch" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/walls_banner468x80.gif" border="0" alt="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" title="09.11.2009 - &amp;quot;Falling Walls Conference&amp;quot; - Berlin" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Geograffitico/~4/hF0aGNdIemY" height="1" width="1"/&gt;</description>
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            <pubDate>Thu, 14 May 2009 15:55:08 +0100</pubDate>
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