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        <title>Kulisse</title>
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        <description></description>
        <language>de</language>
        <copyright>Copyright 2011</copyright>
        <lastBuildDate>Thu, 06 Mar 2008 05:32:32 +0100</lastBuildDate>
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            <title>Affen sind nicht schlauer, aber manchmal schneller</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Japanische Forscher trainierten 7 Schimpansen in einem speziellen Memory-Test, bei dem eine Zahlenreihe 1 bis 9 auftauchte. Komplizierend kam hinzum, dass die Affen trainiert wurden (über mehrere Monate), die Ziffern in der richtigen Reihenfolge zu tippen. Danach wurde der Test erschwert: zunächst war nur ein weißer Kreis dargestellt war, sobald die Tiere aber auf den Kreis tippten, leuchteten 210 bis 650 Millisekunden lang 5 Ziffern auf und wurden dann durch weiße Quadrate verdeckt. Die Aufgabe war, in der Abfolge der Ziffern auf die Quadrate zu tippen. Auch dies bewältigten die Affen sehr gut. Jetzt kommt der sportliche Teil des Tests: jetzt wurden die Schimpansen mit japanischen Studenten getestet.  Bei längeren Zahlen-Aufleuchtzeichen waren die Schimpansen hier genauso gut wie die Studenten , was schon überraschend war, da Schimpansen gemeinhin nicht als Zahlengenies gelten. Dann kam aber noch eine größere Überraschung: ein junger Schimpanse (Sohn einer bereits gut getesteten und hochbegabten Schimpansenmutter) war bei sehr kurzen Zeiten, in der die Zahlen aufleuchteten, sogar deutlich schneller als alle Studenten. Diese neuen Resultate zeigten, dass zumindest junge Schimpansen ein außergewöhnliches Kurzzeitgedächtnis für Zahlen haben - vielleicht auch und vor allem aufgrund eines sehr gutes fotografisches Gedächtnisses. Möglicherweise sind junge Schimpansen in der Lage, ein Bild lange vor dem geistigen Auge zu behalten und nachträglich Details daraus zu extrahieren. Ein solches "fotografisches" Gedächtnis könnte übrigens auch bei Menschenkindern sehr ausgeprägt sein, womit wenigstens unsere Kinder unsere Speziesehre retten könnten. Auch ist nicht getestet worden, wie gut die Studenten abgeschnitten hätten, hätten sie ebensoviel Trainingszeit gehabt wie die Schimpansen, aber erstaunlich sind die Resultate schon, denn die Affen mussten nicht nur ein gutes Gedächtnis haben, sondern sie mussten die Zahlen ja auch in der richtigen Reihenfolge ordnen und dann antippen, was bedeutet, dass sie auch kognitiv äußert korrekt (90% richtige Antworten)  gedacht haben.<br />
Original Veröffentlichung in <a href="http://www.sciencedirect.com/science?_ob=ArticleURL&_udi=B6VRT-4R8GRXN-D&_user=928492&_coverDate=12%2F04%2F2007&_rdoc=12&_fmt=summary&_orig=browse&_srch=doc-info(%23toc%236243%232007%23999829976%23675412%23FLA%23display%23Volume)&_cdi=6243&_sort=d&_docanchor=&_ct=35&_acct=C000048320&_version=1&_urlVersion=0&_userid=928492&md5=b9c75ff18914303eba1008d943ef8268">Current Biology, Vol. 17(23), 4. Dezember 2007</a><br />
<a href="http://www.pri.kyoto-u.ac.jp/koudou-shinkei/shikou/chimphome/video/video_library/project/project.html">Videos der Versuche</a></p>
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            <link>http://www.scienceblogs.de/kulisse/2008/03/affen-sind-nicht-schlauer-aber-manchmal-schneller.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
            <pubDate>Thu, 06 Mar 2008 05:32:32 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Music in the brain</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Jeder kennt die rätselhafte Macht von Musik: Man läuft durch die Straßen und plötzlich ertönt aus einem Geschäft oder von einem Straßenmusiker eine bekannte Melodie, die einem das Herz schneller schlagen lässt und ein wohliger Schauer läuft einem über den Rücken.  </p><p>Die hierbei hervorgerufenen Emotionen beruhen auf persönlicher Erfahrung und wecken Erinnerungen, die in körperlichen Reaktionen fühlbar werden. So individuell der Musikgeschmack selbst auch ist, so gilt doch für die meisten Menschen, dass Musik Gefühle wecken kann, und damit Einfluss nimmt auf die Gemütslage und auf die Motivation für bestimmte Tätigkeiten; bestimmte Rhythmen verleiten einen dazu, Tanzschritte zu vollführen, Militärmärsche steigern die Kampfbereitschaft und kirchliche Choräle führen zu einer meditativen Grundstimmung. Obwohl sich Musik dadurch auszeichnet, diese starken Gefühle hervorzubringen, begannen Hirnforscher erst in den letzten Jahren, diesen Aspekt genauer zu untersuchen. In diesen Untersuchungen konnte dann zum Beispiel gezeigt werden, dass, wenn uns Musik gefällt, Teile des Stirnlappens und des Schläfenlappens auf der linken Seite stärker aktiv sind (der Gehirnhälfte, die vor allem positive Emotionen fördert). Mögen wir ein Musikstück nicht, sind vergleichbare Gebiete auf der rechten Hirnseite beschäftigt (die vor allem negative Emotionen verarbeitet). Auch das unter der Großhirnrinde liegende, für Gefühle zuständige limbische System ist intensiv beteiligt: Als angenehm empfundene Musik brachte neben Teilen des Stirnlappens den Gyrus cinguli – eine weiter im Innern des Gehirns liegende Großhirnwindung – in Schwung. Und schließlich hängen die durch Musik hervorgerufenen Freude-Schauer mit dem Belohnungssystem des Gehirns zusammen. So wurde untersucht, welche Gehirnareale aktiv werden, wenn wir von einem bestimmten Musikstück eine Gänsehaut bekommen. Hierbei konnte gezeigt werden, dass der Nucleus accumbens, der zusammen mit den Dopaminsystem, so wichtig ist für das Erwartungs- und Belohnungssystem in unserem Gehirn (s.o.), aktiv wird. Ebenso wichtig ist, dass Musik eine Abnahme der Aktivität in den Mandelkernen (Amygdala) bewirkt. Dieser Bestandteil des limbischen Systems ist vor allem für die Verarbeitung von Angst zuständig und kann an einer übermäßigen Aktivierung der Stressachse des Gehirnes beteiligt sein. Musik hören vor einer sportlichen Tätigkeit bewirkt also zweierlei: es aktiviert unser Motivationssystem und steigert damit die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft und vermindert auf der anderen Seite Angst und Stresszustände. Auch dies kennt man aus eigener Erfahrung, wie folgendes Beispiel belegt: wer in einen dunklen Keller gehen muss, fängt of unwillkürlich an zu pfeifen oder zu singen, um genau diese Angst durch wohltuende Melodien zu unterdrücken.</p>

<p>mehr zur Amygdala bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amygdala">Wikepedia</a><br />
Generelles über <a href="http://www.br-online.de/wissen-bildung/artikel/0407/01-musik-im-kopf/index.xml">Musik und Gehirn</a></p>
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            <link>http://www.scienceblogs.de/kulisse/2008/02/music-in-the-brain.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Gehirn</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Motivation</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Musik</category>
            
            <pubDate>Tue, 05 Feb 2008 07:41:05 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Auf den Hund gekommen</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Was ist der Mensch,<br />
<em>Wenn seiner Zeit Gewinn, sein höchstes Gut<br />
Nur Schlaf und Essen ist? Ein Vieh, nichts weiter.<br />
Gewiß, der uns mit solcher Denkkraft schuf,<br />
Voraus zu schaun und rückwärts, gab uns nicht<br />
Die Fähigkeit und göttliche Vernunft,<br />
Um ungebraucht in uns zu schimmeln. (W. Shakespeare, Hamlet IV:iv )</em></p><p>Der Experimentator versucht dem verdutzten Schimpansen einen Tipp zu geben, wo unter einem Plastikbehälter etwas Schmackhaftes versteckt ist. Er zeigt mit ausgestreckter Hand oder mit theatralischer Kopfbewegung durch die Blickrichtung an, wo sich die Leckereien versteckt halten, ja er klopft sogar auf die richtige Stelle. Der Affe hat in Vorversuchen gelernt, dass hier irgendwo Futter versteckt würde. Das gleiche Experiment wird mit Hunden und auch mit Wölfen durchgeführt – beide Spezies natürlich wohlerzogen unter Menschen aufgewachsen. Verstehen die Tiere die Intentionen des Experimentators? </p>

<p>Die Aufgabe bewältigen können nur Hunde. Zielsicher folgen sie den Gesten der Menschen und gehen wohl genährt aus der Übung heraus. Hingegen versagen unsere nächsten Verwandten – die Schimpansen, mit denen wir 99% unseres gerade so populären Erbgutes teilen. Und auch die Wölfe, die nächsten Verwandten des Hundes, schaffen es nicht, die menschlichen Gesten zuverlässig richtig zu deuten. Noch überraschender ist, dass dies nicht an der Erziehung der Tiere durch Menschen liegt, denn auch nur wenige Wochen alte Hunde, die nicht von Menschen erzogen wurden, verstehen die Aufgabe sofort und beweisen damit ihre hohe soziale Intelligenz.  Natürlich können Affen konditioniert werden, einen ausgestreckten Arm mit dem richtigen Futtertopf zu assoziieren, doch sie können diesen ausgestreckten Arm nicht gedanklich verlängern, um in der angezeigten Richtung einen genau definierten Punkt im Raum aufzufinden – ganz im Unterschied zu Hunden.</p>

<p>Hunde können unsere Intentionen erkennen, während in der Erfahrungswelt eines Schimpansen intentionale Zustände keinen Platz haben. Dass bereits junge, menschenunerfahrene Hunde diese hohe soziale Kunst beherrschen, während Wölfe sich als minderbegabt erweisen, deutet darauf hin, dass im Laufe der Domestikation des Hundes durch den Menschen über die letzten zehntausend Jahre diese Fähigkeit selektioniert wurde. Intentionen werden also möglicherweise von einer speziellen, genetisch vorprogrammierten Gehirnfakultät erkannt, repräsentiert und verhaltensrelevant genutzt - beim Hund genau wie bei Menschen.<br />
Literatur.  <br />
MICHAEL TOMASELLO, <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/11466.html">Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Denkens</a>, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2002, 285 Seiten, ISBN 3-518-58357-3<br />
B.HARE et al., <a href="http://www.sciencemag.org/cgi/content/abstract/298/5598/1634?rbfvrToken=8e2246cd86ae63742040c0cd26c096f0dc6c94fc">The domestication of social cognition in dogs</a>, in: Science 298/5598 (2002) 1634-1636.</p>
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            <link>http://www.scienceblogs.de/kulisse/2008/01/auf-den-hund-gekommen.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Affe</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Hund</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Intention</category>
            
            <pubDate>Fri, 25 Jan 2008 10:00:59 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Wie man Kindern den Rücken stärkt</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Pisa ist nicht nur in jeder Schule, sondern auch in jedem Kinderschlafzimmer. Eltern wollen nicht nur alles richtig machen, sondern vor allem besser.<br />
 </p><p> Da irritiert und verunsichert es einen, wenn es dann jeder anders macht und einem immer wieder gesagt wird, man könnte etwas verpassen, wenn man die Intelligenz für jene oder diese Sache nicht ganz besonders fördert. Sicher ist die Förderung von Intelligenz dabei auch wichtig und für bestimmte Fähigkeiten gibt es in der Tat wohl optimal Zeitfenster, aber neben den verschiedenen Intelligenzen, die man bei seinem Kind fördern möchte, darf man aber nicht vergessen, dass es neben diesen wichtigen emotionalen wie kognitiven Fähigkeiten noch etwas anderes, übergeordnetes gibt, was man seinen Kindern mitgeben sollte: Rückgrat, im Fachterminus Resilienz. Gemeint ist hier Elastizität, Stärke und Widerstandskraft von Kindern, in einem Satz könnte man das wichtigste Erziehungsziel überhaupt so beschreiben: „Kinder sollen lernen, Herausforderungen aktiv und mutig anzupacken und sich auch von Widrigkeiten und Niederlagen nicht umwerfen zu lassen.“ (Erziehungsexperte Hans Grothe). Wie kann man das erreichen? Untersuchungen von Kindern, die selbst kritische Familiensituationen gut überstanden haben, haben ergeben, dass das wichtigste für das charakterliche Rückgrat der Kinder mindestens eine feste Bindungsperson ist- eine Person, zu der man immer gehen kann, die zuhört, tröstet, sie in den Arm nimmt und tröstet, ebenso wie mit ihnen spielt. Kurzum, diese Personen, mussten da sein, wenn die Kinder sie brauchten.</p>

<p>Andere Ergebnisse haben gezeigt, dass es für die Kinder gut ist, wenn sie nicht nur die Eltern als Bezugspersonen haben, sondern darüber hinaus noch ein soziales Netz, aus Grosseltern, Paten, Onkel und Tanten, Freunden der Familie – Menschen, die Kontakt zu den Kindern halten. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn mal Stress im Elternhaus entsteht und zeigen dem Kinder darüber hinaus, dass es neben den Eltern noch anderen Menschen wichtig ist, was das Selbstbewusstsein stärkt.</p>

<p>Man hat noch weitere Untersuchungen angestellt über Kinder, die selbst schwierigste persönliche Situationen gut gemeistert hatten. Dabei stellte sich heraus, dass es ihnen geholfen hat, in der Familie so früh wie möglich und entsprechend ihren Fähigkeit von Anfang an mit Verantwortung zu übernehmen. So können Kinder spätestens ab dem 3. oder 4. Lebensjahr mithelfen beim Tischabräumen oder Tischdecken, bei der Essenzubereitung, oder beim Aufräumen ihres Zimmers. Kinder machen diese Tätigkeiten auch Dauerhaft mit, wenn man ihnen zeigt, dass ihre Hilfe auch notwendig ist und das sie gemachte Fehler auch selbst wieder ausbügeln können, wie das aufwischen eines umgestoßenen Bechers Fruchtsaft oder selbst die fehlenden Besteckteile der Mittagstafel zu holen (was der Vater mal eben mit links machen könnte, aber was würde das dem Kind anderes signalisieren, als den Umstand, dass seine Tätigkeit doch nicht unbedingt nötig ist).</p>

<p>Kinder sollten auch das Gefühl haben, dass man ihnen zu hört und ihr Wort oder ihre Taten auch Gewicht haben kann,  dass sie die Chance haben auch etwas zu bewirken. So oft wie möglich sollte man also Kinder in Gespräche von Erwachsenen miteinbeziehen und ihre Sichtweisen auch ernst nehmen.</p>

<p>Noch ein letztes: Besonders hilft es Kindern, wenn sie lernen bei Problemen in der Lage zu sein, sich Hilfe und Unterstützung zu holen.</p>

<p>Fazit</p>

<p>Howard Gardner sagt über Erziehung: »… Wir sollten weniger Zeit darauf verwenden, die Kinder nach ihren Leistungen einzustufen, und ihnen stattdessen helfen, ihre natürlichen Kompetenzen und Gaben zu erkennen und diese zu pflegen.«</p>

<p>Dies ist natürlich leichter gesagt als getan, aber gibt einen wichtigen Anstoß in die Richtung, die Stärken und Schwä­chen seiner Kinder genau zu beobachten und vor allem zu respektieren. Ein Kind, das sich respektiert fühlt, fühlt sich sicherer und ist der Welt gegenüber neugieriger und anderen Menschen gegenüber offener. Viele Fähigkeiten der emotionalen Intelligenz entstehen im Alltag und nicht in theoretischen Unterrichtsstunden. Umgang mit Emotionen ist eine Ganztagsbeschäftigung, für Eltern wie für Kinder.</p>

<p>Mehr zu Resilienz, hier mehr zu Howard Gardner</p>
     <hr />

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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">ScienceBlogs Kategorien</category>
            
            
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Erziehung</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Resilienz</category>
            
            <pubDate>Mon, 21 Jan 2008 05:58:01 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Wissen im Internet statt Wissen im Kopf?</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Das Internet ist prall gefüllt mit Wissen und, man hat allumfassend Zugriff und kann damit alles jederzeit an jedem Ort nachschlagen. Muss man also selbst zukünftig nichts mehr wissen, das heisst bestimmte Fakten und Umstände im Kopf autonom parat haben? So einfach wird es uns unser Gehirn nicht machen und der Grund liegt in den Verschaltungseigenschaften von Nervenzellen im menschlichen Gehirn.</p><p>Treten zwei Ereignisse gleichzeitig auf, oder assoziieren wir einen Begriff mit einem anderen, so werden die Kontaktstellen, Synapsen genannt, zwischen Nervenzellen verändert. Ein solches Netzwerk bezeichnen Hirnforscher als assoziativ, d.h. die Verbindungen von Nervenzellen untereinander sind in ihrer Stärke (Durchlässigkeit für Signale) verstellbar. <br />
Eine der wichtigen Eigenschaften dieser assoziativen neuronalen Netze besteht darin, dass neue Informationen immer in bestehende Netzwerke eingebaut werden. Und hierin begründet sich die Macht des Wissens: Wer viel weiß, kann leicht Neues mit altem Wissen in vielfältiger Art und Weise verknüpfen. Wer umgekehrt wenig weiß und neues Wissen erwerben soll, muss jedes mal wieder ganze Netzwerke zusammenschalten, anstatt nur neue Verstrebungen in bestehende einzuziehen. Dies zeigt sich auch daran, dass selbst ein hoher IQ und eine schnelle Auffassungsgabe nicht notwendig ausreichen, um in Schule und Beruf erfolgreich zu sein. Ein gutes Vorwissen zahlt sich dagegen immer aus, wie Studien gezeigt haben. Auch wer etwas nachschlagen will braucht für eine intelligente Suchstrategie viel Vorwissen und Allgemeinbildung.<br />
Man muss sich dabei übrigens keine Sorgen machen, dass der Speicherplatz in unserem Kopf für den enormen Wissenszuwachs in der Welt nicht gerüstet ist. Berechnungen zufolge, können wir die äquivalente Speichermenge von 100 Millionen Daten CDs abspeichern. Unser Problem wird dann eher sein, aus diesen Daten die richtigen auszuwählen und dass uns zur richtigen Zeit das richtige auch einfällt. Man braucht also nicht nur Strategien, wie man effektiv lernt, sondern auch was man lernen sollte und wissen  „muss“ und daher braucht man auch zukünftigen Zeiten Werte und Normen an denen sich die Speichermaschinerie des Gehirnes orientieren kann.<br />
Klar ist in jedem Fall, dass was wir lernen können und was wir als Personen sind, wie wir denken, entscheiden und handeln, in unseren Gehirn individuell abgespeichert ist. Man kann zwar ein Herz oder eine Niere eingepflanzt bekommen und immer noch dieselbe Persönlichkeit haben wie vor der Transplantation. Würde man uns dagegen ein anders Gehirn einpflanzen, so wären wir auch eine andere Person, mit einem anderen Wissensschatz, anderen autobiografischen Erinnerungen und anderen Emotionen – wir wären nicht mehr was wir waren, sondern wir wären die andere Person, dessen Gehirn uns eingepflanzt wurde. Die Komplexität des menschlichen Gehirns und seine enge Verquickung mit dem Blutkreislaufsystem, lässt es vom momentanen Wissensstand her, allerdings als unmöglich erscheinen, ein solches Gedankenexperiment in die Tat umzusetzen.<br />
mehr über die Begriffe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wissen">Wissen </a>und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bildung">Bildung</a></p>
     <hr />

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            <link>http://www.scienceblogs.de/kulisse/2007/12/wissen-im-internet-statt-wissen-im-kopf.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
            
            
            <pubDate>Thu, 20 Dec 2007 17:57:20 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Shopping im Gehirn</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Die meisten ökonomischen Theorien minimieren in ihren Modellen den Einfluss von menschlichen Emotionen auf ökonomische Entscheidungen und betonen dagegen den Einfluss rationalen Denkens. Menschlichen Handlungen soll demnach eine Strategie der „Gewinnmaximierung“ zugrunde liegen: Man würde etwa kalkulieren, wie viel ein bestimmtes Produkt im Vergleich zu anderen Produkten wert ist, mit welchen Vorteilen zu rechnen ist und wie sich die eigene Entscheidung im Kontext der Entscheidungen anderer Individuen auswirkt. Ein relativ neues Forschungsgebiet innerhalb der Neurowissenschaften, Neuroökonomie (neuroeconomics, behavioral economics),</p><p>hat nun begonnen, diese Paradigmen in Frage zu stellen und ein realistischeres Menschenbild auch für ökonomische Entscheidungen zugrunde zu legen. Hierbei werden nicht nur die Fähigkeit zur rationalen (kognitiven) Erwägung, sondern auch der Einfluss von Affekten (Gefühlen) auf ökonomische Entscheidungsprozesse berücksichtigt. </p>

<p>Um ökonomische Entscheidung einer Gehirnfunktionsanalyse unterziehen zu können, gibt es immer mehr Studien, die mit bildgebenden Verfahren Menschen bzw. ihren Gehirnen beim Denken und Entscheiden in ökonomischen Situationen zuschauen.<br />
Es wird z.B. analysiert, wie das menschliche Gehirn auf faire und auf unfaire Angebote reagiert und welche Gehirnareale bei Entscheidungen dieser Art aktiv sind. Was geht in Gehirnen von Menschen vor, wenn sie unfaire Angebote erhalten? Eine starke Aktivierung zeigt hier die vordere insuläre Region (Insula anterior). Die Insula ist vor allem an der Verarbeitung negativer Emotionen (wie Schmerz, Ekel, Stress) beteiligt. An der Stärke der Reaktion in der Insula, in diesem Fall vor allem in der rechten Gehirnhemisphäre, lässt sich sogar die Entscheidung der Probanden vorhersagen. Dies ist nur interessant und für ökonomische Theorien bedeutsam, sondern es wirft auch ethische Fragen auf: so gibt es eine Recht auf eine Unversehrtheit der Privatsspähre zum Beispiel in seinem eigenen Zuhause, gilt dies eigentlich auch für Denkvorgänge in unserem Gehirn? Wie steht es um unsere Privatssphäre, wenn man uns beim Denken zu schauen könnte? <br />
Zukünftige Modelle über menschliches Verhalten werden also Affekte als vitale und dynamische Komponenten für Entscheidungsfindungsprozesse in einer realen Welt stärker berücksichtigen müssen, auch wird man die ethischen Maßstäbe an solcher Art Forschung verschärfen müssen, sonst sind unsere Computer bald besser geschützt als unsere Köpfe.<br />
Beispiel für einen interessanten Artikel: <br />
C. F. <a href="http://www.sciencemag.org/cgi/content/short/300/5626/1755">Camerer</a>, Science, 300, 1673 (2003); [2] A. Sanfey et al., Science. 300, 1755 (2003).<br />
<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Neuroeconomics">Wikepedia</a> über Neuroeconomics<br />
Focus Jahrbuch 2007 über <a href="http://wissensforum.medialine.de/2007/07/25/neurookonomie-hype-oder-hope/">Neuroökonomie</a></p>
     <hr />

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            <link>http://www.scienceblogs.de/kulisse/2007/12/shopping-im-gehirn.php</link>
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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
            <pubDate>Fri, 07 Dec 2007 13:35:55 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Gehirn und Bewusstsein</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Ob neurobiologische Ergebnisse unser Menschenbild verändern, hängt maßgeblich davon ab, welchem Menschenbild wir anhängen; was wir als Erklärungsmuster akzeptieren und unter welchen Gesichtspunkten wir Experimente interpretieren. Sicher wird die Neurobiologie kein neues Menschenbild „entwickeln“ was nicht schon gedacht wurde, denn zwischen materialistischem Monismus und dem Idealismus wurde alles schon formuliert.</p><p>Aber natürlich können durch naturalistische Erklärungsmuster, so man sie akzeptiert, Akzente und Nuancen in der menschlichen Eigenwahrnehmung verändert werden und in diesem Kontext lohnt es auch einen Blick die neurobiologischen Experimentierstätten zu werfen. Die Erforschung der neurobiologischen Grundlagen des menschlichen Bewusstseins erstreckt hierbei sich über mehrere Bereiche: <br />
- zum einen wird die Evolution von bewussten Zuständen untersucht (Phylogenie), hier geht es vor allem um die Frage, welche Hirnstrukturen haben sich im Laufe der Evolution unter welchen Bedingungen und welchen Anpassungsprozessen entwickelt. Vor allem geht es um die Frage, ob Bewusstsein sich graduell oder in Sprüngen durch bestimmte emergente Eigenschaften entwickelt haben<br />
- zum anderen die Ontogenese, wie entwickelt sich ein kindliches Gehirn bis zu einem Zustand, wo es Selbstbewusstsein hat, und wie verläuft diese Entwicklung?<br />
- welche Zustände von Bewusstsein gibt und wie können diese unterschiedlichen Zustände untersucht werden. In diesem Forschungsgebiet werden Körperbewusstsein und Wahrnehmungsbewusstsein unterschieden von Selbstbewusstsein<br />
Weiter stellt sich die Frage, wie man menschliches Selbstbewusstsein als ein Bewusstsein von den eigenen mentalen Phänomenen adäquat beschreiben kann? Hierbei kann eine empirische Wissenschaft wie die Neurobiologie einen Beitrag zur Erforschung des Bewusstseins in sofern leisten, als dass sie a) versucht aufzuzeigen, wie die entsprechenden Phänomene bei Menschen realisiert sind (neuronale Basis); b) fruchtbare Anwendung von Begrifflichkeiten, Operationalisierung, ermöglicht.<br />
<blockquote>„Die Neurobiologie des Bewusstseins ist demnach mit zwei Problemen konfrontiert: Erstens stellt sich die Frage, wie der „Film-im-Gehirn erzeugt wird und zweitens bedarf es einer Erklärung, wie das Gehirn gleichzeitig das Gefühl erzeugt, dass es einen Besitzer und Beobachter dieses Films gibt.“</blockquote> (<a href="http://www.perlentaucher.de/buch/3915.html">Damasio, 2000</a>).</p>

<p>Man kann einige Aspekte von bewussten Vorgängen korrelieren mit der Aktivität spezifischer Hirngebiete. Genauso wie es bereits eine funktionelle Neuroanatomie der Gedächtnissysteme des Gehirns gibt, wird es (wahrscheinlich) eine Neuroanatomie von bewussten Vorgängen geben.<br />
Wachheit und Aufmerksamkeit sind keine synonyme für Bewusstsein, sondern notwendige Bedingungen, wie übereinstimmend bildgebende Verfahren und Untersuchungen an neurologischen Patienten belegen.<br />
Eine Neurobiologie von bewussten Zuständen sollte in diesem Kontext vor allem dreierlei leisten können: <br />
Zum einen sollte die erklären, wie – notwendiger Weise - bestimmte Bewusstseinszustände im Gehirn erzeugt werden und was die damit hergehenden korrelierten neuronalen Muster sind (dahinter steht die Frage, wie das Gehirn einheitliche Wahrnehmungen erzeugt); <br />
Sie sollte aber auch ergründen, wie diese erzeugten „Szenen“ dem Organismus nützen; <br />
 Wie kommt zu Sinnesempfindung im Sinne von Qualia und welchen „Nutzen“ hat dies für den Organismus?</p>
     <hr />

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                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
            <pubDate>Tue, 27 Nov 2007 10:27:23 +0100</pubDate>
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