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<title>Pressearbeit in der Wissenschaft: Strategien für den Medienwandel [[sic]]</title>
<description>&lt;strong&gt;Wie Tag und Nacht unterscheidet sich die Medienarbeit deutscher Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Dass die Zahl der über PR-Portale wie IDW oder AlphaGalileo versandten Wissenschafts-Pressemitteilungen pro Einrichtung seit Jahren sinkt, ist vermutlich bereits eine Reaktion der Pressestellen auf die »Kakophonie« deutscher Wissenschafts-PR. Um nach Jahren der Professionalisierung heute noch Medienresonanz für eine wissenschaftliche Mitteilung zu erzeugen, reicht es längst nicht mehr aus, an der Textqualität zu feilen oder penible Verteilerpflege zu betreiben. In keinem anderen PR-Sektor sind die Anforderungen an die Pressearbeit in den letzten Jahren so schnell gestiegen wie in der Wissenschaft.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Dem wollen wir am &lt;strong&gt;17. September in einem &lt;a href="http://innokomm.eu/Akademie/programm/PRW/"&gt;Workshop&lt;/a&gt; in Bonn&lt;/strong&gt; auf den Grund gehen: Wie fügt sich die Medienarbeit heute ein in die Kommunikationsstrategie zwischen Jahresbericht und iTunesU? Welches ist der richtige Einstieg, Anlass und Zeitpunkt für welche Art von Mitteilung in welchen Dateiformaten, und wie lassen sich Zusatzmaterialien optimal einbinden? Hierzu analysieren wir nicht nur Erfolgsbeispiele, sondern auch typische handwerkliche Fehler, indem wir in den Papierkörben und Spamfiltern namhafter Redaktion wühlen dürfen.&lt;br /&gt;
Doch professionelle Medienarbeit geht längst weit über die reine Mitteilung hinaus: Welche der immer zahlreicheren Verteilerdienste lohnen sich in welchem Zusammenhang, und welche Rolle spielen Plattformen wie flickr oder AthenaWeb? Wann ist eine Mitteilung überhaupt das richtige Werkzeug? Ist »zu viel« schlechter als »zu wenig«? Was kann man von der Pressearbeit der Industrie lernen, etwa in Hinblick auf Third-Voice-Mitteilungen oder Social-Media-Newsrooms? Was bringen crossmediale Pressemitteilungen, gerade auch im Hinblick auf die Zielgruppe der Wissenschaftsblogger? Welche Möglichkeiten bieten Kooperationsmodelle mit Journalistenverbänden wie VDMJ, WPK, TELI oder HPC? Welche Erfahrungswerte gibt es zu Recherchestipendien und In-Residence-Programmen?&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Profis wissen: Langfristigen Erfolg in der Medienarbeit hat man heute nur noch, wenn man die gesamte Klaviatur der verschiedenen Werkzeuge beherrscht, bis hin zu den vermeintlich kleinen, aber oft entscheidenden Details. Schmale Budgets müssen hierbei kein Hindernis sein, sondern vieles ist auch schon als Einzelkämpfer umsetzbar.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein paar Plätze im &lt;a href="http://innokomm.eu/Akademie/programm/PRW/"&gt;Workshop&lt;/a&gt; sind noch frei...    ;-)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Am Tag darauf findet in denselben Räumen in Bonn übrigens ein &lt;a href="http://innokomm.eu/Akademie/programm/SRW/"&gt;Workshop&lt;/a&gt; zu "&lt;strong&gt;Journalistischem Schreiben für Wissenschaftler&lt;/strong&gt;" statt. Zunehmend sind ja Wissenschaftler selbst gefragt, ihre Forschungsthemen gegenüber Laien zu kommunizieren, beispielsweise weil der hauptberuflich tätige Pressesprecher des Instituts zu wenig Zeit und Personal hat, um jedes Feld zeitnah bedienen zu können, oder einfach weil Journalisten unbedingt direkt mit dem Wissenschaftler sprechen möchten. Andererseits haben auch Journalisten zu wenig Zeit, um alle Themen in Wissenschaft und Forschung zu entdecken und zu recherchieren. Sie sind deshalb meist dankbar für Themen-Tipps und wirklich gute Basistexte.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auch die klassische Pressemitteilung ist hierfür nach wie vor ein wichtiges Instrument, wird allerdings trotzdem oft nicht professionell genug eingesetzt, wie viele Redaktionen regelmäßig beklagen. Damit Wissenschaftler die Aufmerksamkeitshürde in den Redaktionen überwinden können, benötigen sie Kenntnisse und Erfahrungen mit dem journalistischen Handwerkszeug.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diese Grundregeln vermitteln und trainieren wir in unserem Workshop: Wie baue ich eine Story auf? Was sind die sogenannten W-Fragen? Wie formuliere ich auch komplizierte Sachverhalte klar und verständlich? Was muss ich mit Blick auf das Medium Zeitung und Zeitschrift beachten? Wie wichtig ist es, für unterschiedliche Zielgruppen schreiben zu können?&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/sic/2012/09/pressearbeit-in-der-wissenschaft-strategien-fur-den-medienwandel.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/TBdGkN8NqNw" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~3/TBdGkN8NqNw/pressearbeit-in-der-wissenschaft-strategien-fur-den-medienwandel.php</link>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Tue, 04 Sep 12 20:29:55 -0400</pubDate>
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<item>
<title>Wissenschaftsstrukturen im Wahlkampf [[sic]]</title>
<description>Ein vorwahlkampfsgeprägter Rundumschlag zur Forschungspolitik in Deutschland, erschienen in &lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/wissen/wissenschaftssystem-helmholtz-stellt-die-machtfrage/7085058.html"&gt;&lt;em&gt;Tagesspiegel&lt;/em&gt;&lt;/a&gt; und auf &lt;a href="http://www.zeit.de/studium/2012-09/helmholtz-gemeinschaft-forschung-wissenschaft"&gt;&lt;em&gt;ZEIT Online&lt;/em&gt;&lt;/a&gt; ‒ &lt;strong&gt;Max-Planck &lt;/strong&gt;wolle das Promotionsrecht, &lt;strong&gt;Leibniz &lt;/strong&gt;träume von Forschungsfakultäten, die &lt;strong&gt;DFG &lt;/strong&gt;fürchte um ihre Pfründe und stilisiere sich zum Retter der Unis, &lt;strong&gt;EFI &lt;/strong&gt;fordere gar eine grundlegende Reform der Forschungsförderung in Deutschland, &lt;strong&gt;Schavan &lt;/strong&gt;zimmere weiter an ihrer Grundgesetzänderung, und &lt;strong&gt;Helmholtz &lt;/strong&gt;ziehe den Zorn aller wegen angeblicher Allmachtsphantasien auf sich...  ;-)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Zumindest wird es wohl tatsächlich ein spannender Wahlkampf ‒ endlich auch einmal in punkto Wissenschaft und Innovation. &lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/sic/2012/09/wissenschaftsstrukturen-im-wahlkampf.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/QnGS65vBSJI" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~3/QnGS65vBSJI/wissenschaftsstrukturen-im-wahlkampf.php</link>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Tue, 04 Sep 12 11:37:50 -0400</pubDate>
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<item>
<title>In eigener Sache: ScienceBlogs baut um [Geograffitico]</title>
<description>&lt;img alt="200px-Zeichen_123.svg.png" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/200px-Zeichen_123.svg.png" width="200" height="176" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 10px;" /&gt;Jeder braucht mal "Tapetenwechsel". Auch (oder gerade) die deutschen Scienceblogs - unsere bisherige Blog-Software &lt;em&gt;Movable Type &lt;/em&gt; hat sich auf Dauer als nicht unbedingt ideal entpuppt; und nach dem jüngsten &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/06/technische-probleme-bei-scienceblogs.php"&gt;Update&lt;/a&gt;, der (leider) zwangsweise durchgeführt wurde, funktioniert vieles auf der Homepage und in den einzelnen Blogs nicht mehr. Ab jetzt soll das alles besser werden: Am Dienstag werden die ScienceBlogs.de auf &lt;a href="http://de.wordpress.org/"&gt;WordPress&lt;/a&gt; als &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Content-Management-System"&gt;Content-Management-System&lt;/a&gt; umrüsten; es wird hier daher für ein paar Stunden kein "normaler" Betrieb auf unseren Seiten herrschen. Und wie bei allen Umbauarbeiten kann es dabei zu kleinen (hoffentlich!) Störungen kommen. Wir bitten daher alle unsere Leserinnen und Leser um Geduld, falls in den ersten Stunden und (hoffentlich nicht!) Tagen mal etwas nicht funktioniert. Doch unabhängig vom Design, werden die ScienceBloggerinnen und -Blogger sich auch unverändert darum bemühen, Ihr Bestes an Wissenschaftskommunikation zu bieten. Ganz wie gehabt.&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/09/in-eigener-sache-scienceblogs-baut-um.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/3X9g7sgwZ7Y" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~3/3X9g7sgwZ7Y/in-eigener-sache-scienceblogs-baut-um.php</link>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Mon, 03 Sep 12 23:43:20 -0400</pubDate>
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<item>
<title>Ex und hopp: Biergläser und Trinktempo [zoon politikon]</title>
<description>&lt;span style="float: left; padding: 5px;"&gt;&lt;a href="http://www.researchblogging.org"&gt;&lt;img alt="ResearchBlogging.org" src="http://www.researchblogging.org/public/citation_icons/rb2_large_gray.png" style="border:0;"/&gt;&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;Hier war die letzten Tage trotz guter Vorsätze nicht viel los. Dies unter anderem weil ich sonst sehr viel um die Ohren habe. Später diese Woche werde ich noch über einen Teil davon berichten. Zur Überbrückung hier aber etwas harte Wissenschaft: Ein Artikel der sich der wichtigen Fragen des Lebens annimmt. Es geht um Bier, Gläser und Trinktempo.In der Woche in der das Weisse Haus das Bierrezept ihres Homebrews veröffentlicht hat ("&lt;a href="http://www.whitehouse.gov/blog/2012/09/01/ale-chief-white-house-beer-recipe"&gt;Ale to the Chief&lt;/a&gt;") komme ich nicht darum hin, auch kurz über Bier zu schreiben. Es geht mir aber nicht darum, inwiefern Obama sich von Romneys Mormonen-Abstinenz abgrenzen will, oder um die Inkonsequenz, dass Obama trotz der behaupteten Bier-Feinschmeckerei am "&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Henry_Louis_Gates_arrest_controversy#.22Beer_Summit.22"&gt;Biergipfel" ein Bud Light getrunken hat&lt;/a&gt; (da lasse ich es persönlich lieber gleich bleiben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht um etwas ganz anderes: Einen in PLoS ONE veröffentlichen Artikel, der die Trinkgeschwindigkeit in einen Zusammenhang mit Glasformen bringt. Bierfans wissen in der Regel sowieso, welches Glas zu welchem Bier gehört. Für weniger entschiedene, für solche die eine Bar betreiben und für Alkoholpräventionsstellen gibt es nun ein paar zusätzliche harte Zahlen zum Berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei verglichenen Gläser waren eines mit gerader Wand gegen ein gebogenes Flute Glas (was in der Schweiz die übliche Form von dem ist, was bei uns "Stange" heisst).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/upload/pics/BierGlaeser.png"&gt;&lt;img alt="BierGlaeser.png" src="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/assets_c/2012/09/BierGlaeser-thumb-500x219-32706.png" width="500" height="219" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;em&gt;&lt;small&gt;Quelle: Angela S. Attwood, Nicholas E. Scott-Samuel, George Stothart, Marcus R. Munafò (2012). Glass Shape Influences Consumption Rate for Alcoholic Beverages &lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Testpersonen kriegten ein Glas vorgesetzt. Dieses Glas war entweder voll oder halbvoll und mit Limonade oder mit Bier gefüllt. Sie mussten dann einen Dokumentarfilm gucken und anschliessend Fragen beantworten um sie über den eigentlichen Untersuchungsgegenstand im dunklen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich zeichnete sich ab, dass das Trinktempo konstant ist mit einer Ausnahme: Das volle geradwandige Glas wurde langsamer geleert. Halbvolle Gläser im Allgemeinen und Limonade wurde schneller getrunken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/upload/pics/BierResults.png"&gt;&lt;img alt="BierResults.png" src="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/assets_c/2012/09/BierResults-thumb-500x319-32708.png" width="500" height="319" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;em&gt;&lt;small&gt;Quelle: Angela S. Attwood, Nicholas E. Scott-Samuel, George Stothart, Marcus R. Munafò (2012). Glass Shape Influences Consumption Rate for Alcoholic Beverages &lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hypothese der Autorinnen und Autoren ist, dass die trinkenden bei Alkohol ihr Tempo mässigen möchten. Als Referenzpunkt dient die "halbvoll" Marke. Nun ist diese schwieriger einzuschätzen wenn ein Glas nicht gerade ist. Die Testpersonen wurden zur Nachbefragung nochmals herbeizitiert. Tatsächlich schätzten sie halbvoll konsequent falsch ein in gebogenen Gläsern. Eine alternative Erklärung die die Forschenden anbieten ist, dass das gebogene Glas mehr mit Alkoholkonsum in Verbindung steht und darum die Teilnehmenden die so auf "mehr Durst" konditioniert waren, schneller getrunken haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich denke hier ist definitiv "more research needed." Ich stelle mich der der Wissenschaft gerne dafür zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rft.jtitle=PLoS+ONE&amp;rft_id=info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0043007&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fresearchblogging.org&amp;rft.atitle=Glass+Shape+Influences+Consumption+Rate+for+Alcoholic+Beverages&amp;rft.issn=&amp;rft.date=2012&amp;rft.volume=&amp;rft.issue=&amp;rft.spage=&amp;rft.epage=&amp;rft.artnum=&amp;rft.au=Angela+S.+Attwood%2C+Nicholas+E.+Scott-Samuel%2C+George+Stothart%2C+Marcus+R.+Munaf%C3%B2&amp;rfe_dat=bpr3.included=1;bpr3.tags=Social+Science"&gt;Angela S. Attwood, Nicholas E. Scott-Samuel, George Stothart, Marcus R. Munafò (2012). Glass Shape Influences Consumption Rate for Alcoholic Beverages &lt;span style="font-style: italic;"&gt;PLoS ONE&lt;/span&gt; DOI: &lt;a rev="review" href="http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0043007"&gt;10.1371/journal.pone.0043007&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/09/ex-und-hopp-bierglaser-und-trinktempo.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/ijs1o6pKwq8" height="1" width="1"/&gt;</description>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Mon, 03 Sep 12 13:01:51 -0400</pubDate>
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<item>
<title>Kann mir Coaching in meiner Krise helfen? [WeiterGen]</title>
<description>&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/weitergen/2012/09/kann-mir-coaching-in-meiner-krise-helfen.php"&gt;&lt;img alt="three white canvases.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/weitergen/assets_c/2012/09/three white canvases-thumb-550x254-32703.jpg" width="550" height="254" class="mt-image-none" style="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;"&lt;em&gt;Hi, this is Suzanne Beveridge, you might remember me, we met at the EMBO meeting. I quit my job at EMBO and I am now a freelance leadership and career coach&lt;/em&gt;". So oder so ähnlich begann ein dreißigminütiger Telefonanruf, der mich vor einigen Wochen im Labor erreichte. &lt;/strong&gt;Natürlich erinnerte ich mich an Suzanne. Sie war in Ihrer Funktion als "Head of PR and Communications" kurzzeitig sozusagen meine Vorgesetzte als ich 2010 für die Europäische Molekularbiologieorganisation (EMBO) von deren Meeting ein paar &lt;br /&gt;
&lt;a href="https://www.google.es/webhp?sourceid=chrome-instant&amp;ie=UTF-8&amp;ion=1#hl=en&amp;safe=off&amp;sclient=psy-ab&amp;q=site:http%3Ascienceblogs.de%2Fweitergen+embo&amp;oq=site:http%3Ascienceblogs.de%2Fweitergen+embo&amp;gs_l=hp.3...360.17187.0.18520.59.51.7.0.0.1.242.4809.35j14j2.51.0...0.0...1c.jI9E4qVAh-k&amp;pbx=1&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_cp.r_qf.&amp;fp=ee7e1412ea6db892&amp;ion=1&amp;biw=1143&amp;bih=852"&gt;Blogartikel&lt;/a&gt; schrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Suzanne hatte mich offenbar als potentiellen zukünftigen "Leader" in Erinnerung und sie nahm wohl an, dass ich mittlerweile eine Position als Nachwuchsgruppenleiter, Juniorprofessor oder ähnliches inne hatte und daher bedarf an Coaching bestand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da musste ich sie &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/weitergen/2012/08/meine-krise-und-ein-kurswechsel.php"&gt;enttäuschen&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich war seit fünf Jahren Postdoc in einem großen Labor und seit über einem Jahr dabei, mich (weltweit) auf eben solche akademischen Führungspositionen zu bewerben. Trotz mehreren Einladungen Vorträge zu halten und zu Vorstellungsgesprächen blieb meine Suche ohne zählbaren Erfolg. Obwohl die Gründe für die Absagen allesamt außerhalb meines eigenen Einflussbereichs zu liegen schienen, kamen mir Zweifel ob meiner eigenen Qualifikationen für eine dieser Gruppenleiterstellen ausreichten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr noch, ich war mir nicht mehr grundsätzlich sicher, ob meine Entscheidung für eine akadmische Laufbahn weiterhin richtig war, oder ob nicht gerade jetzt die Chance bestand, Alternativen auszuprobieren, die ich mir zwar vorstellen konnte, zu deren Umsetzung mir aber bislang der Mut gefehlt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich umriss meine aktuelle Situation am Telefon ohne meine Frustration zu verheimlichen und fragte Suzanne, ob sie mir in meiner aktuellen Lage nicht auch helfen könne. Ich war zwar skeptisch, ob ich durch Coaching einen konkreten Ausweg aus meiner aktuellen, unbefriedigenden Situation finden würde, aufgrund meiner akuten Verzweiflung kam mir ihr Anruf jedoch wie der rettende Strohhalm vor. Der Anruf kam jedenfalls zur richtigen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Suzanne versicherte mir, sie könne helfen, und wir vereinbarten zunächst vier Coaching-Sessions, immer montags und über Skype.&lt;br /&gt;
&lt;hr size="1" align="center" width="80%" color="grey"&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Homepage von Suzanne Beveridge ist hier: &lt;a href="http://getreadytolead.com/"&gt;http://getreadytolead.com/&lt;/a&gt;. Wer selbst Erfahrungen mit Coaching gemacht hat, kann das gerne kommentieren und alternative Links beisteuern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für morgen, Dienstag 04.09.2012 ist der Umzug der ScienceBlogs und somit auch meines Blogs auf ein neues Content-Management-System geplant. Eventuelle Unregelmäßigkeiten in der Darstellung des Blogs und der Kommentare bitte ich zu entschuldigen.&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/weitergen/2012/09/kann-mir-coaching-in-meiner-krise-helfen.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/wsWzSOm9PdA" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~3/wsWzSOm9PdA/kann-mir-coaching-in-meiner-krise-helfen.php</link>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Mon, 03 Sep 12 12:42:12 -0400</pubDate>
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<item>
<title>Global-Skalierer vor Gericht [Mathlog]</title>
<description>Ja, ich weiß, das ist eine Uraltmeldung.Aber jetzt beim Aufräumen (wegen des Blog-Umzugs am kommenden Dienstag) bin ich noch auf diesen Artikel gestoßen, den ich mal hatte schreiben wollen und für den ich mir damals eine Zeitungsmeldung und vor allem einige YouTube-Videos zusammengesucht hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Thema bot sich ja auch wirklich an für den Mathlog, drängte sich geradezu auf: wohl zum ersten Mal in der deutschen Rechtsgeschichte wurde die Richtigkeit einer mathematischen Theorie vor Gericht verhandelt. &lt;br /&gt;
Irgendwie war die Presse-Berichterstattung zum Prozeß, der im Februar zu Ende ging, dann aber nicht so ergiebig, jedenfalls habe ich den Artikel dann damals nicht geschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worum es ging, man kann es noch in dem alten &lt;a href="http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2657159"&gt;SZ-Artikel&lt;/a&gt; vom Januar 2011 nachlesen, kurz zusammengefaßt:&lt;br /&gt;
Es geht um Übertragung von Informationen mittels Quantenverschränkung und irgendwie hat alles auch mit Logarithmen und Fraktalen zu tun, Schlagwort "Global Scaling". Bereits Anfang der 80er-Jahre bei Studien zum sowjetischen Raumfahrtprogramm im damaligen Leningrad stieß der (laut SZ Mathematker, nach anderen Quellen Philosoph) Hartmut Müller darauf, dass die Menschheit „in einer logarithmischen Welt" lebe. (Laut einem inzwischen gelöschten YouTube-Video will er zwischen 1982 und 1984 logarithmische Skaleninvarianz in den Häufigkeitsverteilungen diverser Teilchenkerne und Atome in Abhängigkeit von ihren Massen sowie in den Häufigkeitsverteilungen der Asteroiden, Monde, Planeten und Sterne in Abhängigkeit von ihren Orbitalelementengrößen und Massen entdeckt haben.)&lt;br /&gt;
2001 führte Müller vor Mobilfunkkritikern im Landratsamt von Bad Tölz den elektrosmogfreien Mobilfunk vor: er telefonierte mit einem Kollegen in St. Petersburg - allerdings weder über Festnetzanschluss noch über Handy. Er nutze die im Universum vorhandenen Gravitationswellen, doch die technische Umsetzung seiner Erfindung sei noch im „archaischen Zustand".&lt;br /&gt;
2004 berichtete die Tageszeitung „Junge Welt" von einer ähnlichen Veranstaltung mit angeblich verbesserter Technologie an der TU Berlin, mit zwei Laptops, die nacheinander identische Zahlenkolonnen ausspucken. Währenddessen waren andere schon dabei, „Global Scaling"-Anwendungen gewinnbringend zu vermarkten. und hatten dazu 2003 in Nordzypern eine Gesellschaft zur Datensicherung im Internet gegründet, GSDI Cyprus Ltd. Ein Leipziger Anlageberater entwickelte das dazugehörige Finanzprodukt, es wurde eine durch den Verkauf von Lizenzen zu erwirtschaftende Patentrendite von 18 % im Jahr versprochen - festverbrieft und gesichert durch einen Einlagensicherungsfonds, den es freilich nicht gab. Die GSDI behauptete auch, dass sie ihre Technologie zur Datensicherheit beim Onlinebanking zusammen mit Microsoft entwickele. Microsoft dementierte.&lt;br /&gt;
Laut „Finanztest" hatten Anfang 2004 bereits 2750 Anleger neun Millionen Euro investiert. („Finanztest" warnte vor der Anlage.) 2008 kamen dann die Ermittlungen in Gang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soweit aus dem SZ-Artikel von Januar 2011. Der Prozeß dauerte dann recht lange, weil der Hauptangeklagte "Professor" Müller die Betrugsabsicht bestritt, weshalb das Gericht sich notgedrungen mit den naturwissenschaftlichen und mathematischen Aspekten des Themas auseinandersetzen mußte. Bekanntlich ist Müller inzwischen auf der Flucht, er wurde im Februar diesen Jahres in Abwesenheit zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer &lt;a href="http://blog.psiram.com/tag/global-scaling/"&gt;bei Psiram&lt;/a&gt; (die auch die &lt;a href="http://blog.psiram.com/2012/02/das-global-scaling-netzwerk/#more-6748"&gt;Verbindungen zur medizinischen "Forschung" beleuchten&lt;/a&gt;) scheint das Urteil keine größere Medienresonanz gefunden zu haben. Eigentlich schade, wenn denn schon mal Mathematik vor Gericht verhandelt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls hatte ich letztes Jahr mal einige Original-Videos auf YouTube herausgesucht. Von denen sind die meisten inzwischen gelöscht, aber eines existiert noch und das will ich dann doch nicht vorenthalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe title="YouTube video player" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/us47u07rcuw" frameborder="0" allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Video wirkt der Vortragende wie ein echter Mathematiker - gerade WEGEN der unprofessionellen und einschläfernden Präsentation. Ich schätze mal, das war auch der Grund, weshalb so viele Leute auf den Betrug hereingefallen sind :-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2012/09/globalskalierer-vor-gericht.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/ASqT1j2PvQc" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~3/ASqT1j2PvQc/globalskalierer-vor-gericht.php</link>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Sun, 02 Sep 12 17:34:04 -0400</pubDate>
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<item>
<title>Deutschland ungerecht behandelt? [Mathlog]</title>
<description>&lt;em&gt;"Mathe brächte Deutschland bei Olympia auf Platz 5"&lt;/em&gt; titelte die Online-Ausgabe der &lt;em&gt;Welt&lt;/em&gt; über &lt;a href="http://www.welt.de/wissenschaft/article108664258/Mathe-braechte-Deutschland-bei-Olympia-auf-Platz-5.html"&gt;diesem Artikel&lt;/a&gt; vom 17.August.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht um die Rangliste der Olympischen Spiele von London:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Selbst bei simplen Fragestellungen kann es von der Methodik abhängen, zu welchem Ergebnis ein Wissenschaftler kommt. [...] Ein aktuelles Beispiel aus der Welt des Sports soll illustrieren, was unterschiedliche Auswertemethoden bewirken können. Normalerweise ist es so, dass beim olympischen Ranking der Nationen die Zahl der Goldmedaillen maßgeblich ist. Erst bei Gleichstand entscheidet dann der Vergleich bei den Silbermedaillen und - falls es auch dort pari steht - schließlich bei den Bronzemedaillen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesem Schema werden die ersten sechs Plätze der Spiele von London belegt von den USA, China, Großbritannien, Russland, Südkorea und Deutschland. [...] Doch auch andere plausible Rankings sind denkbar. [...] Ein naheliegender Ansatz wäre, Goldmedaillen mit drei Punkten, Silber mit zwei und Bronze mit einem Punkt zu gewichten. Addiert man dann alle Punkte auf, erhält man - in aller Regel - eine andere Nationenreihenfolge im Ranking.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[...] Zum einen würde Großbritannien von Russland überholt, das dann auf Platz drei liegen würde. Zum anderen würde Deutschland von Rang sechs auf fünf aufrücken und Südkorea hinter sich lassen.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird dann auch noch ein FH-Professor zitiert (immerhin kein Mathematiker, sondern ein BWLer), der den Medaillenspiegel ungerecht findet, weil er die Goldmedaillen &amp;uuml;berbewerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, fragt man sich da nat&amp;uuml;rlich, warum ist da bisher niemand drauf gekommen und warum mu&amp;szlig; erst die &lt;em&gt;Welt&lt;/em&gt; jetzt diese Ungerechtigkeit aufdecken?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich meine mich zu erinnern, dass fr&amp;uuml;her (jedenfalls in der DDR-Presse) eine so berechnete L&amp;auml;nderwertung an jedem Olympia-Tag aktualisiert in der Zeitung stand. Dabei wurden sogar nicht nur die Medaillen gez&amp;auml;hlt, sondern jeweils die 6 Erstplazierten jedes Wettbewerbs. So gab es f&amp;uuml;r einen ersten Platz 6 (oder 7?), f&amp;uuml;r den zweiten Platz 5,..., f&amp;uuml;r den sechsten Platz 1 Punkt, daraus ergab sich dann die ver&amp;ouml;ffentlichte L&amp;auml;nderwertung.&lt;br /&gt;
Ich wei&amp;szlig; jetzt nicht, ob das damals die offizielle L&amp;auml;nderwertung war oder nur von Fernsehen und Zeitungen so berechnet wurde. (Die Wikipedia-Artikel zu den damaligen Olympiaden haben einen Medaillenspiegel nach heutiger Rechenweise.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls hatte diese damalige Z&amp;auml;hlweise den offensichtlichen Effekt, da&amp;szlig; die L&amp;auml;nderwertungen immer fast gleich aussahen: auf Platz 1 war stets die UdSSR, auf Platz 2 die DDR, auf Platz 3 die USA und auch auf den n&amp;auml;chsten Pl&amp;auml;tzen gab es kaum Variationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und eben dies, um hier wieder zum Thema des Artikels in WELT Online zur&amp;uuml;ckzukommen, ist auch der offensichtliche Grund, warum eine Wertung nach Goldmedaillen "attraktiver" (im Sinne von weniger langweilig und mehr Spannung versprechend) als eine Z&amp;auml;hlung aller Medaillen oder gar aller Sechstplazierten ist: eine Z&amp;auml;hlung nach Goldmedaillen erm&amp;ouml;glicht es auch kleineren L&amp;auml;ndern mit ein paar Goldmedaillen in die Top 10 vorzusto&amp;szlig;en - bei einer Z&amp;auml;hlung aller sechs Erstplatzierten w&amp;auml;re dies ganz offensichtlich nahezu unm&amp;ouml;glich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2012/08/deutschland-ungerecht-behandelt.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/sh3wIZhW2LI" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~3/sh3wIZhW2LI/deutschland-ungerecht-behandelt.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/mathlog/2012/08/deutschland-ungerecht-behandelt.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Wed, 22 Aug 12 18:04:57 -0400</pubDate>
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<item>
<title>Am Anfang war das Problem [Astrodicticum Simplex]</title>
<description>Während meiner &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/07/auszeit.php"&gt;Auszeit&lt;/a&gt; erscheinen hier einige Gastbeiträge von anderen Bloggern. Wenn ihr auch Lust habt, euer Blog (euren Podcast, euer Videoblog, etc) hier vorzustellen oder einfach nur mal einen Artikel schreiben wollt, dann &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/gastautoren-gesucht.php"&gt;macht mit&lt;/a&gt;!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute gibt es einen Artikel von Moritz Moxter, Autor des Blogs &lt;a href="http://7tupel.net/"&gt;7tupel.net&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;hr&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Informatiker möchte ich mir heute die Zeit nehmen darauf einzugehen was aus Sicht des Informatikers ein Problem ist. Dabei geht es nicht um ein bestimmtes Problem, sondern um die generelle Frage nach allen Problemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Informatik ist eine Wissenschaft die sich in erste Linie damit beschäftigt Probleme zu analysieren und - wenn möglich - zu lösen. Es geht anders als die meisten Menschen zunächst vermuten &lt;strong&gt;nicht&lt;/strong&gt; um Computer. Der Computer ist vielmehr ein Hilfsmittel, vergleichbar mit dem Teleskop in der Astronomie: Hier geht es schließlich auch nicht um Teleskope, diese sind bloß ein Hilfsmittel. Probleme können sehr unterschiedlich sein. Einige davon begenen uns jeden Tag, zu den bekannteren gehören z.B. das Finden der kürzesten Verbindung zwischen zwei Orten (Navigationsystem). Aber darüber hinaus gibt es noch viele andere Probleme die uns zwar ständig begegnen, die wir aber nicht weiter wahrnehmen. Und wieder andere Probleme haben in unserem Alltag keine Relevanz, oder nur in einigen wenigen Fällen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber was ist jetzt eigentlich ein Problem? Ein Problem kann man ganz einfach als die Suche nach der Antwort zu einer Frage beschreiben. Die Frage kann dabei unterschiedlicher Natur sein, zB. wie oben genannt die Frage nach der kürzesten Strecke, um von einem Punkt auf einer Karte zu einem anderen zu kommen. Oder abstrakter formuliert: der Pfad in einem gerichteten und gewichteten Graphen mit den geringesten Kosten c von einem Blatt n zu einem zweiten Blatt n' über k Kanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt möchten wir Probleme aber zunächst auf möglichst allgemeiner Ebene betrachten. Das ist zunächst schwierig, da es sehr viele unterschiedliche Probleme gibt, deren Lösungen man auf unterschiedliche Art und Weise beschreiben kann oder auch muss. Wir müssen Formalisieren. Anstatt von einem Problem zu reden und nach dessen Lösung zu suchen formulieren wir stattdessen: &lt;em&gt;Ist die gegebene Lösung eine valide Lösung für unser Problem?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Umformulierung verändert nicht die Problemstellung, aber die Antwort auf die Frage wird deutlich vereinfacht. Statt bei jedem Problem Antworten unterschiedlicher Art und Weise zu bekommen, können wir uns jetzt auf die Antworten Ja und Nein einschränken, ohne uns selbst zu beschneiden. Weiter formalisieren wir unser Problem als die Berechnung einer Funktion &lt;strong&gt;f(x)&lt;/strong&gt; mit der Lösung &lt;strong&gt;y&lt;/strong&gt;. Unsere Fragestellung ist jetzt also "&lt;em&gt;ist y = f(x) ?&lt;/em&gt;". Noch formaler sieht das dann so aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://7tupel.net/?attachment_id=157" rel="attachment wp-att-157"&gt;&lt;img class="size-full wp-image-157 alignnone" title="problem_function" src="http://7tupel.net/wp-content/uploads/problem_function.png" alt="" width="218" height="34" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein paar Worte zur Erklärung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition ist eine ganz normale Funktionsdefinition, wie man sie auch aus dem Schulunterricht kennen sollte. Auf der linken Seite steht die Basismenge, von der aus wir auf unsere Lösungsmenge (rechts) abbilden. Unsere Lösungsmenge ist in diesem Fall sehr einfach. Da wir vorher festgestellt haben, das wir uns auf die Antworten &lt;em&gt;Ja&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Nein&lt;/em&gt; beschränken können enthält unsere Lösungsmenge genau zwei Elemente: die 0 als die Antwort Nein und die 1 als Antwort Ja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menge auf der linken Seite ist schon etwas komplexer. Das &lt;strong&gt;*&lt;/strong&gt; an dieser Stelle ist nicht der übliche Operator für Multiplikation, sondern der Kleene-Star. Die Menge &lt;em&gt;{0,1}*&lt;/em&gt; entspricht hier der Menge der möglichen Lösungen des Problems das wir betrachten (diese kann wie hier formal definiert binär codiert sein ohne Einschränkungen in Kauf zu nehmen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist, dass die Menge {0,1}* eine abzählbar unendliche Menge ist. Das bedeutet, wenn wir uns unendlich viel Zeit nehmen, dann könnten wir alle (unendlich vielen) Elemente der Menge nacheinander aufzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt haben wir aber nur genau ein Problem und seine möglichen Lösungen betrachtet. Die Menge aller Probleme entspricht der Potenzmenge der Menge {0,1}*. Und gleich hier fangen unsere Probleme an. Denn nach &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cantors_zweites_Diagonalargument"&gt;Cantors zweitem Diagonalargument&lt;/a&gt; ist die Potenzmenge einer beliebigen Grundmenge stets mächtiger als die Grundmenge (=sie hat mehr Elemente). Da wir aber festgestellt haben, das {0,1}* bereits abzählbar unendlich viele Elemente enthält, muss deren Potenzmenge überabzählbar unendlich viele Elemente enthalten. Eine überabzählbar unendliche Menge bringt jedoch das Problem mit sich, dass wir die Elemente nicht mehr alle aufzählen können (Florian hat hierzu vor ein paar Wochen &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/wie-man-bis-unendlich-zahlt-und-dann-noch-weiter.php"&gt;ein schönes Video&lt;/a&gt; verblogt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Erkenntnis führt uns zu einem Dilemma: Jedes mögliche Computerprogramm besteht aus einer endlichen Folge von Zeichen. Die Menge aller Programme die möglich sind muss also abzählbar unendlich sein. Aber oben haben wir festgestellt, das es überabzählbar unendlich viele Probleme gibt. Die Konsequenz daraus ist die Tatsache, das es mehr Probleme gibt als Lösungen. Es wird also immer Probleme geben, die wir &lt;strong&gt;niemals&lt;/strong&gt; mit einem Computer lösen können.&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/am-anfang-war-das-problem.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/6R5z4KE5YK0" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~3/6R5z4KE5YK0/am-anfang-war-das-problem.php</link>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Tue, 21 Aug 12 13:28:15 -0400</pubDate>
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<item>
<title>Geistes-, Sozial- und andere Nichtwissenschaften? [zoon politikon]</title>
<description>Vor ein paar Tagen fand sich beim &lt;em&gt;Scientific American&lt;/em&gt; ein Blogeintrag mit dem Titel &lt;em&gt;&lt;a href="http://blogs.scientificamerican.com/literally-psyched/2012/08/10/humanities-arent-a-science-stop-treating-them-like-one/"&gt;Humanities aren't science. Stop treat them like one&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;.  Die Autorin (die an einer Doktorarbeit in Psychologie arbeitet) kritisiert darin, dass Sozial- und Geisteswissenschaften die Naturwissenschaften nachahmen, aber halt keine "harten" Wissenschaften seien. Sie sollen dies endlich akzeptieren und sich entsprechend anpassen. Eine kurze Replik ist angebracht.Gleich zum Einstieg muss ich festhalten, dass es mir nicht ganz klar ist was die Autorin genau als These vertritt: Manchmal scheint es sich um eine Methodenkritik zu handeln (primär quantitativer Ansätze in Nicht-Naturwissenschaftlichen Fächern), manchmal scheint es nur eine Kritik von zu weit gehenden Schlussfolgerungen in gewissen Studien zu sein, einige Zeilen lesen sich wie sie vor allem einige Geisteswissenschaften kritisiert und manchmal betrifft es wiederum alle Geistes- und Sozialwissenschaften. Auch auf die Gefahr hin in Anbetracht dieser unklaren Kritik dem Eindreschens auf einen Strohmann bezichtigt zu werden, finde ich ist der Post eine unfaire Kritik, vielleicht nicht zuletzt wegen dieser sehr mobilen Zielscheibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Kritik an der Kritik ist auf drei Ebenen: Da ist zuerst die unklare Begrifflichkeit, die die Bloggerin verwendet. Zweitens stören mich ein paar spezifische Argumente die sie vorbringt (so sehr, dass ich versucht bin das Wort in Anführungs- und Schlusszeichen zu setzen). Drittens und auf einer allgemeineren Ebene werfe ich der Autorin vor, eine Zweiteilung vorzunehmen, die so klar gar nicht existiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist also zuerst die Verwirrung um Begriffe geklärt werden. Auf Englisch wird &lt;em&gt;science&lt;/em&gt; (Wissenschaft) meist für die Naturwissenschaften verwendet. Es ist daher zugegebenermassen etwas verwirrliche, dass Begriffe wie &lt;em&gt;Social Science&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;Poltical Science&lt;/em&gt; trotzdem dieses Wort angefügt haben. Die Autorin scheint dieser Verwirrung zum Opfer zu fallen, scheint sie oft eine breitere Definition für &lt;em&gt;science&lt;/em&gt; zu akzeptieren. Mehrmals grenzt sie &lt;em&gt;hard science&lt;/em&gt; von anderen ab. Wenn es aber "harte Wissenschaften" gibt, dann gibt es auch die weichen. &lt;em&gt;Science&lt;/em&gt; wird also für diverse Disziplinen von ihr verwendet und impliziert als Begriff akzeptiert. Dies führt die im Titel enthaltenen These ad absurdum und es bleibt unklar, was für sie &lt;em&gt;science&lt;/em&gt; genau ist. Erschwerend kommt dazu, dass sie für ihre Argumentation nicht zwischen &lt;em&gt;Humanities&lt;/em&gt; (Geisteswissenschaften) und &lt;em&gt;Social Science&lt;/em&gt; (Sozialwissenschaften) zu unterscheiden scheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einer spezifischeren Ebene habe ich am Eintrag auch Dinge zu bemängeln. Wenn immer jemand Forschung mit dem Doppelargument "was bringt uns das" und "Verschwendung von Steuergeldern" kritisiert, gehen bei mir Warnlampen an. Nicht weil ich der Meinung wäre, dass öffentlich finanzierte Forschung nicht hinterfragt werden soll und muss, sondern weil es meist ein populistisches Blanko-Argument ist, dass von Leuten vorgebracht wird, die oft nicht viel von der kritisierten Forschung verstehen. Auch stellte es jede Form von Grundlagenforschung grundsätzlich in Frage (auch die Naturwissenschaften werden oft mit diesem Doppelargument in Frage gestellt). Auf diese wichtige Debatte wird im Post nicht eingegangen. Die Unterstellung der Steuergeldverschwendung wird mit der rhetorischen "Was bringt es"-Frage einfach so in den Raum gestellt, nach dem verschwörerischen Motto, wir kennen die Antwort ja und sind uns alle einig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann wäre da das von der Autorin kritisierte Papier. Eine soziale Netzwerkanalyse von mythologischen Erzählungen im Vergleich mit moderner Fiktion. Ich habe diese Studie (wie die Autorin, wie ich verdächtige) nicht gelesen. Trotzdem ist es offensichtlich, dass die Autorin die Studie primär auf der Basis ihrer vorgefassten Meinung kritisiert. Erstens scheint sie ein Problem mit der dafür verwendeten "sehr komplizierten Mathematik". Doch wenn diese dafür missbraucht wurde oder die Autorinnen oder Autoren der Studie diese nicht verstanden haben, dann sollte diese Kritik spezifisch gemacht werden. Dies einfach anzunehmen ist überheblich und unfair. Ich finde auch die Fragestellung des Papiers eigentlich interessant. Es entsteht der Eindruck, dass was die Blogautorin vermutlich kritisieren will, ist nicht primär die Methode, sondern die (angeblichen?) Schlussfolgerungen der Studie: Dass dies ein Hinweis sei, dass die Mythen auf echten historischen Begebenheiten beruhen würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich verstehe auch nicht, was an der Verwendung von statistischen Methoden in der Psychologie und den Politikwissenschaften (im Eintrag in diesem Zusammenhang genannte Fächer), handelt es sich doch um ein sehr nützliches Instrument. Wird damit in diesen Disziplinen Schindluderei betrieben? Ja. Gibt es viele, die die Methoden benutzen ohne sie wirklich zu verstehen? Sicherlich. Doch das selbe gilt zum Beispiel oft auch in der medizinischen Forschung. Soll sie deshalb auf statistische Methoden verzichten? Niemand ausser vielleicht Homöopathen würden dies ernsthaft verlangen, da es trotz aller Unzulänglichkeiten, das beste ist, was uns zur Verfügunge steht. In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch erwähnen, dass die Art und Weise wie die Autorin diesbezüglich den Begriff &lt;em&gt;proof&lt;/em&gt; (Beweis) verwendet, nahelegt, dass sie diejenige ist, die diese Instrumente nicht ganz verstanden hat. Ich finde in diesem Kontext von "Beweis" zu schreiben eher befremdlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Schluss noch die dritte Kritikebene: Die meines Erachtens falsche Dichotomie zwischen "harten" und "weichen" Wissenschaften. Ich stelle nicht in Frage, dass sich Untersuchungsobjekte wie Sozialverhalten oder literarische Texte sich klar von solchen wie Naturgesetzen oder chemischen Prozesse unterscheiden. Nur ist es nicht ein entweder oder. Die Mathematik kann diesbezüglich vielleicht auf die Physik runterschauen, welche wiederum die Geologie belächelt, die sich über der Biologie sieht, welche "härter" als die Archäologie ist, die sich wissenschaftlicher als die Ökonomie gibt, etc. In dieser Nahrungskette gibt es keine klaren Trennlinien, Ränder überlappen und die Methoden müssen der spezifischen Fragestellung angepasst und die Schlussfolgerungen entsprechend vorsichtig formuliert werden. In all diesen Fächern gibt es schlechte Forschung und überinterpretierte Resultate. Diese können aber nicht allgemein an der Kombination von Disziplin und verwendeter Methode festgemacht werden. Dies scheint die Blogautorin jedoch zu versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Methode schliesst in meinen Augen quantitative Ansätze ebenso mit ein wie qualitative. Wichtig ist die Transparenz, die Resultate nachvollzieh- und kritisierbar macht. Die Methode ist eine gemeinsame Sprache (und für viele ist das Abstrahieren bis auf das Niveau von Formeln und Zahlen eine solche). Eine derartige Kritik offeriert uns die Autorin des Blogposts aber nicht. Ihr reicht die Verknüpfung einer Methode mit einer ganzen Gruppe von Disziplinen. Doch ist nicht oft die gegenseitige Befruchtung an den Rändern verschiedener Disziplinen was zu den interessantesten und originellsten Forschungsansätze führt? Der Autorin scheint mehr einer Art methodischer Getthoisierung der Disziplinen vorzuschweben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit keine Missverständnisse entstehen: Ich teile die Kritik, dass nicht zuletzt in meinem Fach viel mit Statistiken zu blenden versucht wird und dass der Druck in Richtung quantitativen Methoden oft nicht zu besseren Resultaten führt, sondern eher das Gegenteil der Fall ist. Diese Kritik muss aber auf die spezifische Forschung bezogen werden. Oder eine disziplinbezogen Diskussion über methodische Prioritäten und Nutzen soll geführt werden (etwas was seit Jahren zum Beispiel in den Politikwissenschaften stattfindet). Was sicher nicht konstruktiv ist, ist ein Rundumschlag, der gleich einem ganzen Satz an Disziplinen der Nutzen quantitativer Forschung absprechen möchte. Das ist dann eher "Methode Broder": Hauptsache provoziert, ob viel Ahnung des kritisierten Objektes oder nicht. Was Aufmerksamkeit schafft und sein applaudierendes Publikum findet muss seine Berechtigung haben. Eine wirkliche Diskussion bleibt hingegen leider auf der Strecke.&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/08/geistes--sozial--und-andere-nichtwissenschaften.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/Ie-zkQf6ZAs" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~3/Ie-zkQf6ZAs/geistes--sozial--und-andere-nichtwissenschaften.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/08/geistes--sozial--und-andere-nichtwissenschaften.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Thu, 16 Aug 12 13:58:20 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/08/geistes--sozial--und-andere-nichtwissenschaften.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Tradition!  [naklar]</title>
<description>&lt;strong&gt;Das hat man immer schon so gemacht, das war noch nie anders, das gehört so!&lt;/strong&gt;Die jahrhundertealte Weisheit unserer Vorfahren, die sorgfältig gesammelten Erfahrungen alter Völker, die mühsam erarbeiteten Erkenntnisse ganzer Kulturen können doch wohl nicht irren. Kein Zweifel: Am besten ist es, sich immer auf das zu verlassen, was lange erprobt, als gut befunden und mit Sorgfalt überliefert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist kein Wunder, dass gerade in der Esoterik oft mit Tradition argumentiert wird: Wünschelruten werden als uralte Weisheit angepriesen, Runen sollen unsere Lebensprobleme lösen, und der Aromatherapeut mit Reiki-Spezialdiplom versichert, dass seine Techniken auf jahrtausendealten fernöstlichen Lehren beruhen. Lauter wohlerprobte Traditionen, die einfach richtig sein müssen - sonst hätten sie sich ja nicht so lange halten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die gute alte Zeit&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann müssen doch offenbar auch andere Traditionen ihre Richtigkeit haben, die sich besonders lange bewährt haben, oder? In ihrer liebevollen Weisheit behandelten unserer Vorfahren über Jahrtausende Frauen als Menschen zweiter Klasse und hielten sie von Bildung und wichtigen Berufsmöglichkeiten fern. Dass Kinder von Eltern und Lehrern geprügelt werden, ist altherbegrachtes Kulturgut. Der Aderlass wurde über Jahrhunderte als Therapie für viele verschiedene Krankheiten eingesetzt und von vielen Ärztegenerationen für gut befunden. Staatliche Herrschaftsverhältnisse waren jahrtausendelang viel einfacher zu regeln als heute: Wenn einfach der Sohn des Herrschers sein Nachfolger wird, spart man sich mühsame Wahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Tradiert und verordnet - nicht hinterfragt und erprobt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee, das Altbewährte für wahr und richtig zu halten, hat natürlich einen gewissen Reiz. Leider ist diese Idee aber sehr oft falsch. Traditionen, alte Überlieferungen und Vorschriften überleben nämlich meist nicht deshalb, weil sie auf rationale Weise getestet, überprüft und für gut befunden wurden, sondern weil sie sich für bestehende Machtverhältnisse als nützlich herausstellen, weil es bequem ist, keine eigenen Ideen erarbeiten zu müssen, oder einfach weil es sich um nette, sympathische Gedanken handelt, die sich leicht mit einem wohligen Gefühl im Bauch von Generation zu Generation weiterreichen lassen, ohne dass sie jemals irgendjemand tatsächlich überprüft hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt="tradition520.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/naklar/tradition520.jpg" width="520" height="346" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;em&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;small&gt;"Ich weiß, Papa, wir sind eine Piratenfamilie. Aber was, wenn ich doch lieber Tierarzt werden will?"&lt;/small&gt;&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Vieles wird besser&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat aber viel von dem, was uns heute lieb und teuer ist, mit Tradition nichts zu tun. Menschenrechte, Demokratie, Pressefreiheit, Gleichberechtigung der Geschlechter, Kampf gegen Rassismus und Homophobie - nichts davon hat eine lange Tradition. Im Gegenteil: all das musste (und muss noch immer) mühsam gegen Leute erkämpft und verteidigt werden, die ihrerseits auf das Hochhalten von Traditionen pochen. Die Wissenschaft, die immer hinterfragt und weiterentwickelt, ist das institutionalisierte Aufweichen von Traditionen. Nichts muss man glauben, nur weil es schon lange da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Auch alter Dreck stinkt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Aber zumindest lebten die Leute damals im Einklang mit der Natur", hört man dann oft. „Sie lebten nachhaltig, ohne giftige Chemie und ohne Umweltschäden zu verursachen." Unfug! Gerade Umweltprobleme haben eine lange Tradition. Im antiken Rom wurde das Trinkwasser durch Bleirohre verseucht, in England brachte schon um 1300 das Verbrennen von Kohle ernste Probleme für die Luftqualität, in Südeuropa holzte man in der frühen Neuzeit Wälder für den Schiffsbau ab und zerstörte dadurch ganze Landstriche. Es stimmt schon: Unsere moderne Technologie hat uns mehr Möglichkeiten in die Hand gegeben, unsere Umwelt zu schädigen, und wir haben solche Fehler schon viel zu oft begangen. Aber die Wissenschaft lässt uns solche Probleme auch verstehen und lösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Kurzlebig und jung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst das Positive, das wir ganz intuitiv mit dem Begriff „Tradition" in Verbindung bringen, ist eigentlich erstaunlich neu: Wir feiern Weihnachten auf eine ganz bestimmte Weise, die uns heimelig traditionell erscheint - aber noch vor einigen Generationen wurde Weihnachten völlig anders gefeiert. Wir schwören, dass die Oma den weltbesten Schweinsbraten macht - doch die guten alten Familienrezepte sind historisch betrachtet recht jung: Vor zweihundert Jahren haben sich unsere Vorfahren ganz anders ernährt als wir. (Die so wunderbar traditionsreiche Wiener Küche etwa stammt zu einem großen Teil aus dem neunzehnten Jahrhundert.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionen sind eine tolle Sache. Wir kommen ohne sie nicht aus - und wir sollten auch gar nicht versuchen, auf sie zu verzichten. Ganz automatisch erfinden wir sogar unsere eigenen Traditionen: Vielleicht ein jährlich wiederkehrendes Nachbarschafts-Grillfest, vielleicht ein tolles Sommer-Erdbeerbowle-Rezept, vielleicht eine hübsche Winterdekoration, die wir jedes Jahr ans Fenster hängen. Menschen brauchen Traditionen, und das ist gut so. Aber ob etwas wahr oder falsch ist, das lässt sich nicht durch Tradition entscheiden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn uns also jemand erklärt, dass seine jahrtausendealten Chakren-Lehren oder Kristallauflege-Riten uns sicher heilen werden, weil sie eine so alte Tradition haben, wenn uns jemand sagt, dass man in der Landwirtschaft auf mittelalterliche Methoden zurückgreifen soll, weil das besser für die Umwelt ist, wenn uns jemand ermahnt, dass gleichgeschlechtliche Paare nicht heiraten dürfen, weil das gegen die uralte überlieferte Tradition der Ehe verstoßt, dann sollten wir ihm nicht mit ehrfürchtigem Respekt begegnen, sondern lieber daran denken: Auch Dummheit hat eine lange Tradition. Diese Tradition werden wir nicht ausrotten, aber wir können neue Traditionen begründen. Es wird Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.naklar.at"&gt;&lt;em&gt;www.naklar.at&lt;br /&gt;
&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Thu, 09 Aug 12 15:03:00 -0400</pubDate>
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<item>
<title>"Mitt the Twit" [zoon politikon]</title>
<description>Mitt Romney hat auf seiner Auslandreise einen sicheren Schritt nach dem anderen in diverse Fettnäpfchen gemacht. Angefangen hat er mit undiplomatischen (wenn auch korrekten) Aussagen zur Organisation der olympischen Spielen. Er hat dann seinen Hürdenlauf in Israel und Polen fortgesetzt und hat auch dort ein paar der Hürden einfach überrrannt statt übersprungen.Aber ich will hier die ganzen Fehltritte, Missverständnisse und undiplomatischen Scharmützel gar nicht nochmals auflisten. Das haben genug andere schon getan. Eine gute Zusammenfassung findet man zum Beispiel &lt;a href="http://countdown2012.blog.nzz.ch/2012/07/31/pleiten-pech-und-pannen/"&gt;hier bei der NZZ&lt;/a&gt; von Niklaus Nuspliger. Es ist vielleicht sogar etwas unfair, dass nun die von der Sun &lt;a href="http://www.newyorker.com/online/blogs/johncassidy/2012/07/mitt-the-twit-in-london.html"&gt;zugegebenermassen gut getextete Schlagzeile "Mitt the Twit"&lt;/a&gt; (in etwa "Mitt die Dumpfbacke") überall die Runde macht. Romeny spielt intellektuell ziemlich sicher in einer anderen Liga als einige sogar zum Präsidenten gewählten Politkern. Immerhin habe ich bei der Geschichte &lt;a href="http://blogs.telegraph.co.uk/culture/lucyjones/100065349/mitt-romney-is-a-wazzock/"&gt;dank dem &lt;em&gt;Telegraph&lt;/em&gt;&lt;/a&gt; ein neues Wort gelernt: &lt;a href="http://en.wiktionary.org/wiki/wazzock"&gt;Wazzock&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte vor allem &lt;a href="http://hosted.ap.org/dynamic/stories/M/ML_ROMNEY?SITE=AP&amp;SECTION=HOME&amp;TEMPLATE=DEFAULT&amp;CTIME=2012-07-30-07-49-43"&gt;eine Aussage von Romney&lt;/a&gt; hier kurz diskutieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Mitt Romney told Jewish donors Monday that their culture is part of what has allowed them to be more economically successful than the Palestinians (...) "As you come here and you see the GDP per capita, for instance, in Israel which is about ,000, and compare that with the GDP per capita just across the areas managed by the Palestinian Authority, which is more like ,000 per capita, you notice such a dramatically stark difference in economic vitality. (...) And as I come here and I look out over this city and consider the accomplishments of the people of this nation, I recognize the power of at least culture and a few other things."&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
Mitt Romney sagte jüdischen Spendern am Montag, dass ihre Kultur ein Grund dafür sei, warum sie wirtschafltich mehr Erfolg als die Palästinenser haben (...) "Wenn man hier her kommt und man sich beispielsweise das pro Kopf Bruttoinlandprodukt ansieht, in Israel ist es etwa 21'000$ und nun vergleicht man dies mit dem anliegenden Gebiet welches von den Palästinensichen Autonomiebehörden geführt wird, dieses bewegt sich mehr um die 10'000$ pro Kopf, der drastische Unterschied in der ökonomischen Vitalität ist nicht zu übersehen (...) Wenn ich also hier her komme und über die Stadt schaue und über die Errungenschaften der Menschen dieser Nation, erkenne ich die Macht der Kultur und einiger anderen Dinge"&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reaktionen darauf waren heftig (eine &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2009/01/bad-social-science.php"&gt;ähnliche Diskussion um ein solche schlechtes Argument&lt;/a&gt; gab es übrigens auch einmal hier im Blog). Das die Palästinenser sich angegriffen fühlten ist nicht weiter erstaunlich (sie bezeichneten die Aussage als "rassistisch"). Hier soll es aber um jene Reaktionen gehen, die Drezner als den &lt;a href="http://drezner.foreignpolicy.com/"&gt;"Albtraum eines Forschenden in den Sozialwissenschaften"&lt;/a&gt; nannte. Da Romney für diese Aussage kritisiert wurde (ja auch das &lt;a href="https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/we.html"&gt;CIA World Factbook&lt;/a&gt; weist daraufhin, dass die von der Autonomiebehörde geführten Gebiete durchaus grössere Probleme als ihre Kultur haben, die ihren ökonomischen Output erklären könnten), verteidigte er sich. Er liess das "und einige andere Dinge" fallen und sprach nur noch von Kultur. Er lieferte auch noch Autoren nach, die gemäss seiner Meinung eben diese These stützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun meldete sich einer nach dem anderen dieser Autoren zu Wort um festzustellen, dass Romney nichts von ihren Büchern respektive Thesen verstanden hätten. Unter ihnen &lt;a href="http://www.nytimes.com/2012/08/02/opinion/mitt-romneys-search-for-simple-answers.html?smid=pl-share"&gt;Jared Diamond in der New York Times&lt;/a&gt; (&lt;em&gt;Guns, Germs and Steel&lt;/em&gt;) oder &lt;a href="www.foreignpolicy.com/articles/2012/08/01/uncultured"&gt;Daron Acemoglu und James Robinson in &lt;em&gt;Foreign Policy&lt;/em&gt;&lt;/a&gt; (&lt;em&gt;Why Nations Fail&lt;/em&gt;). Drezner vergleicht die Situation mit der Kinokassen-Szene aus Woody Allens "Annie Hall". Ein sehr schönes Bild wie ich finde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/9wWUc8BZgWE" frameborder="0" allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Frage wie bestimmend Kultur für wirtschaftlichen Erfolg ist, sind wir bei einem Klassiker der Politikwissenschaften angelangt und auch darum ist die Diskussion interessant. Das Problem mit dem Konzept Kultur ist oft, dass es unglaublich schwammig und schlecht definiert ist. Das ist vermutlich auch ein Teil des Reizes, dass solche kulturelle Argumente immer wieder gemacht werden. Es kann alles bedeuten, was man gerne möchte und die Mobilität der Torpfosten ist im Argument schon enthalten. Man ist sich aber weitgehend einig, dass der entscheidende Faktor in der Regel Institutionen sind. Institutionen im politikwissenschaftlichen Sinn. Das heisst also Regeln oder Praktiken, die sich halten und das Verhalten andere Akteure bestimmt und/oder prägen. Kultur wäre eher etwas wie Wert und Überzeugungen (siehe dazu den verlinkten Artikel von Acemoglu und Robinson). Die autonomen Gebiete unter der Kontrolle der palästinensischen Autonomiebehörde sind also eher ein gutes Beispiel für die Bedeutung von Institutionen und nicht Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zumindest hat Romneys wenig durchdachte, faktisch dünn unterlegte, sich auf schlecht definierte Konzept stützende und sich auf ein denkbar schlechtes Beispiel beziehende Aussage nun eine interessante Diskussion ausgelöst. Selten bekommt man die Möglichkeit, diese Debatte breiter führen zu können und etwas sozialwissenschaftlichen Hintergrund für oft einfach dahingeworfene Begriffe wie Kultur ("wir wissen ja was es bedeutet") einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Schluss aber noch eine andere politische Randnotiz: Ebenfalls interessant finde ich, wie immer wieder erwähnt wird, dass Romneys Patzer nicht so schlimm seien, dass US Präsidentschaftswahlen nicht mit Aussenpolitik gewonnen werden. Ich glaub das stimmt zwar. Aber es ist ein Teil des Bildes des Kandidaten. Er hat diesen Auslandsabstecher bestimmt auch nicht geplant weil es völlig irrelevant ist (dann hätte er lieber die Zeit in den USA auf Kampagnen-Pfaden verbracht). Es mag nicht entscheidend sein, aber er wollte staatsmännisch und weltgewandt erscheinen und sich als Freund Israels profilieren. Ersteres scheiterte ziemlich klar. Wie sehr es das zweite Ziel beeinflusst hat, ist schwer zu sagen.&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/08/mitt-the-twit.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/jMGa6nK7nGs" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~3/jMGa6nK7nGs/mitt-the-twit.php</link>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Fri, 03 Aug 12 15:53:17 -0400</pubDate>
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<item>
<title>Bildung durch Comics [Zeittaucher]</title>
<description>&lt;img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/9c8952f018774a538dcf0cb79e85ba56" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zeittaucher/Grenzfall.jpg"&gt;&lt;img alt="Grenzfall.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/zeittaucher/assets_c/2012/08/Grenzfall-thumb-200x282-32243.jpg" width="200" height="282" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 20px 20px 0;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;strong&gt;Computer machen dumm. Jugendliche sind ungebildet. Die Menschen haben keine Ahnung über Geschichte. In diesen Vorurteils-Kontext passt das gerade erschienene Buch „Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen" von Manfred Spitzer. Niemand bestreitet, dass für die intellektuelle Entwicklung eines Grundschulkindes eine Playstation als Geburtstagsgeschenk bedingt hilfreich ist. Nun gibt es auch noch verstärkt einfach verständliche Geschichtscomics zur Zeitgeschichte, die wie die Graphic Novell „Grenzfall" Schülern die DDR-Geschichte näher bringen sollen. Ist ein solches Angebot sinnvoll und didaktisch wertvoll? Ja!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Auf knapp 100 Seiten wird die Geschichte des 17-jährigen Schülers &lt;a href="http://www.jugendopposition.de/index.php?id=71"&gt;&lt;strong&gt;Peter Grimm &lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;erzählt. Dieser rebelliert innerlich gegen das SED-Regime und kommt 1982 infolge seiner Teilnahme an der Beerdigung von Robert Havemann mit der diskussionsfreudigen und unangepassten Intellektuellen-Community der Bürgerrechtler in Verbindung. Diese übt einen großen Reiz auf ihn aus, so dass er rasch selbst zu einem „Mitglied" dieser Bewegung wird. Ein Engagement in der DDR-Friedensbewegung beginnt. Menschenrechte, Umweltzerstörung und der alltägliche Widerstand gegen die DDR im Kleinen sind vorherrschende Themen, die in Sprechblasen immer wieder eingeordnet und didaktisch reduziert werden, so dass es auch bisher Ahnungslose verstehen können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte wird so für die Schüler herunter gebrochen und durch den Protagonisten Peter erlebbar gemacht. Dieser will sein Recht auf Meinungsfreiheit einfordern und bekommt an seiner Schule massive Probleme mit staatskonformen Schülern, die ihn per Antrag aus der FDJ und dem Klassenverband ausschließen wollen, damit er als aufmüpfiger Freigeist kein Abitur machen kann. Doch der Ausschluss verfehlt die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit, weshalb Peter nach einem „missglückten" Anwerbeversuch des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) von der Schule geworfen wird und Hausverbot bekommt. Zahn Tage vor der Abiturprüfung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er verdingt sich in der Folge als Büromitarbeiter in der Materialbeschaffung einer Firma, wo er viel Zeit zum Lesen hat. Zeitgleich mit der folgenden Intensivierung seiner Arbeit in der heute wenig professionell und zum Teil ziellos wirkenden Oppositionsbewegung gerät Peter Grimm immer mehr in die Fänge der Stasi. Denn zusammen mit einigen Mitstreitern hat er die Zeitschrift &lt;a href="http://www.jugendopposition.de/index.php?id=1449"&gt;&lt;strong&gt;„Grenzfall"&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt; gegründet, die in einer Auflage von 50 Exemplaren heimlich gedruckt wird und sich kritisch mit dem Leben im Sozialismus auseinandersetzt. Darauf steht, wenn das MfS es nachweisen kann, Gefängnis. Unglaubliche Kräfte werden in der Folge von der „DDR-Gedankenpolizei" eingesetzt, um auszukundschaften, wer hinter dem „Grenzfall" steckt. Das Problem ist dabei nicht die Auflage, sondern dass die an eine Schülerzeitung erinnernde Publikation nach dem Lesen weitergegeben wird und viele Menschen in der gesamten DDR darüber sprechen, da Missstände offen angesprochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 24. November 1987 kommt es dann zur Machtprobe. Mitarbeiter der Stasi stürmen die im Keller der Ost-Berliner Zionskirchengemeinde befindlichen Räume der Umweltbibliothek und verhaften kurzfristig einige der dort Angetroffenen. Nach einer Warnung war Peter stattdessen den gesamten Abend mit seinen Mitstreitern in einer Kneipe gewesen und hatte nicht im Heizungskeller neben der Bibliothek auf Kirchengelände die neueste, meist monatlich erscheinende Ausgabe des Grenzfalls gedruckt. Das rigide Vorgehen der Stasi wird für die DDR und die SED-Führung zu einem PR-Desaster. Am nächsten Tag berichten zahlreiche West-Medien, die auf verschiedenen Informationskanälen über die Vorfälle Kenntnis erlangt hatten, ausführlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wissen Millionen von DDR-Bürgern, die sich ausschließlich zum Beispiel über ARD und ZDF informieren, von den Protesten. Die Existenz der oppositionellen Bürgerbewegung war schon vorher bekannt. Die Bürgerrechtler selbst waren in der DDR aber eher gesellschaftliche Außenseiter, konnten aber über die Medien nun ihre Botschaften transportieren. Es kommt sogar zu kleinen Spontandemonstrationen, bei denen bisher Unbeteiligte die Freilassung der Verhafteten forderten. Ein Super-GAU für die Staatssicherheit, die nun versucht, Peter etwas anzuhängen, was aber misslingt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgerichtig wird am Ende in einem zusammenfassenden Satz herausgestellt, dass die breite Solidarisierungswelle „ein erster Keim für die Revolution von 1989, die das SED-Regime hinwegfegen sollte" war. Als Leser ist man sogar etwas enttäuscht, dass die Geschichte mit dem Hinweis „Doch bis dahin war es noch ein weiter Weg" endet. Auf jeden Fall entsteht Appetit auf mehr, der in Bezug auf die DDR-Geschichte durch den auf den ersten Blick „fragwürdigen" Geschichtscomic verstärkt wird. Dieser ist auch deshalb gelungen, weil immer wieder Hintergrundinformationen eingestreut und zu finden sind. Die Synthese: Comics können Bildung vermitteln. Jugendliche sind danach gebildeter. Auch ältere Menschen haben nach der Lektüre mehr Ahnung über Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Das Buch wurde von der Bundesstiftung für Aufarbeitung unterstützt. Dazu sind auch &lt;a href="http://www.avant-verlag.de/comic/grenzfall"&gt;Materialien&lt;/a&gt; für Schüler und Lehrer erschienen. Am Ende des Buches gibt es zudem ein kurzes Glossar mit wichtigen Begriffen zur DDR.&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;&lt;u&gt;Weitere Infos:&lt;/u&gt;&lt;strong&gt; Bis auf den vorderen Umschlag ist die Graphic Novell komplett schwarz-weiß gestaltet. Die Zeichner sind Thomas Henseler und Susanne Buddenberg. Die Comics sind bezüglich der Personen und Hintergründe sehr realitätsnah gezeichnet. Die Sprache ist leicht zu verstehen. Für die dargestellten Inhalte wurden zudem Zeitzeugen befragt. Das Buch funktioniert nicht nur als Unterrichtsmaterial, sondern ist auch für alle historisch Interessierten spannend und trotz des Themas unterhaltsam zu lesen. Wer nicht abgelenkt wird, wird dieses Buch in einem Zug lesen.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Henseler, Thomas/Buddenberg, Susanne: Grenzfall. Ost-Berlin 1982: Ein Schüler rebelliert gegen die herrschende Politik, Berlin 2011 (avant verlag).&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zeittaucher/2012/08/bildung-durch-comics.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/H_xBqZardoI" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~3/H_xBqZardoI/bildung-durch-comics.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/zeittaucher/2012/08/bildung-durch-comics.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Fri, 03 Aug 12 11:00:00 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/zeittaucher/2012/08/bildung-durch-comics.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Bayern München Premium Partner Allianz [Mathlog]</title>
<description>Paierŭn Mwinhenŭi Pŭrimiŏm P'atŭnŏ Allianch'ŭIm Koreanischen werden viele Wörter aus anderen Sprachen übernehmen, in früheren Jahrhunderten aus dem Chinesischen, heute vor allem aus dem Englischen. Die Aussprache wird dabei jeweils den Eigenarten des Koreanischen angepaßt: der &lt;strong&gt;Computer&lt;/strong&gt; heißt &lt;strong&gt;k'ŏmp'yut'ŏ&lt;/strong&gt; mit kurzem &lt;strong&gt;o&lt;/strong&gt; am Ende und das &lt;strong&gt;Baguette&lt;/strong&gt; heißt &lt;strong&gt;paget'ŭ&lt;/strong&gt;, wobei der letzte Buchstabe ungefähr wie ein kurzes &lt;strong&gt;ie&lt;/strong&gt; gesprochen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft versteht man also, worum es geht, weil man einzelne Wörter wiedererkennen kann. Das gilt insbesondere, wenn über Mathematik gesprochen wird, denn die Fachbegriffe sind in der Regel 1:1 aus dem Englischen übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgesprochen selten ist aber, daß man einen kompletten Satz versteht. Dieses Bild ist von einer Video-Plakatwand im Seouler Hauptbahnhof:&lt;br /&gt;
&lt;img alt="bayernkoreanisch.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/bayernkoreanisch.jpg" width="774" height="578" class="mt-image-none" style="" /&gt;&lt;br /&gt;
Die Bildunterschrift: &lt;strong&gt;FC Paierŭn Mwinhenŭi Pŭrimiŏm P'atŭnŏ - Allianch'ŭ&lt;/strong&gt; (FC Bayern München Premium Partner - Allianz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;table&gt;&lt;td&gt;&lt;blockquote&gt;바이에른&lt;br /&gt;
&lt;br&gt;뮌헨의&lt;br /&gt;
&lt;br&gt;프리미엄&lt;br /&gt;
&lt;br&gt;파트너&lt;br /&gt;
&lt;br&gt;알리안츠&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;td&gt;&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;pa-i-e-rŭn&lt;br /&gt;
&lt;br&gt;mwin-hen-ŭi&lt;br /&gt;
&lt;br&gt;pŭ-ri-mi-ŏm&lt;br /&gt;
&lt;br&gt;p'a-tŭ-nŏ&lt;br /&gt;
&lt;br&gt;al-li-an-ch'ŭ&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/td&gt;&lt;/table&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2012/07/bayern-munchen-premium-partner-allianz.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Fri, 27 Jul 12 17:43:29 -0400</pubDate>
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<item>
<title>US-Russische Handelsbeziehungen und die Menschenrechte (Teil II) [zoon politikon]</title>
<description>&lt;img alt="rb2_large_gray.png" src="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/upload/pics/rb2_large_gray.png" width="70" height="85" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 20px 20px 0;" /&gt;Dies ist der zweite Teil zu den US-Russischen Handelsbeziehungen und der Frage der Menschenrechte. Wer den ersten Teil verpasst hat, findet &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/07/menschenrechte-und-freihandelsabkommen.php"&gt;diesen hier&lt;/a&gt;.Wer internationale Politik mitverfolgt kann leicht zynisch werden. Manchmal ist es Selbstschutz aber oft ist es eine durch beobachtete Dopplestandards, pragmatische Kompromisse und äusseren Zwängen genährte Wahrnehmung, dass das System bar jeder Moral und Idealen funktioniert. Nun wäre es am einfachsten den USA zu unterstellen, dass sie die Handelsliberalisierung mit Russland mit Menschenrechtsfragen koppeln möchten ihnen einen willkommenen Hebel in die Hand gibt, um, sollte es plötzlich opportun sein, einen Rückzieher zu machen oder damit zu drohen. Das ist kaum von der Hand zu weisen und auch Russland lässt eine solche Gelegenheit meist nicht vorbeiziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist eine Politik immer das Resultat verschiedener Kräfte und Interessen. Direktbetroffene, Lobbies, Politikerinnen und Politiker kurz vor oder nach Wahlen und mehr oder weniger idealistische Nichtregierungsorganisationen (ich möchte hier auch kurz bemerken, dass "idealistisch" keineswegs "gut" bedeuten muss; der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert, wie man auf Englisch sagt). Nun finde ich es schwer die dominanten Motive des US Kongresses zu eruieren warum er den Freihandel mit Russland an Menschrechte koppeln will. Diese Spekulationen sind für ein anderes Mal. Hier geht es darum, dass es durchaus Hinweise gibt, dass solche Massnahmen effektiv sind. Mir sind zu diesem Thema zwei Artikel bekannt, deren Schlussfolgerungen ich hier kurz wiedergeben möchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wäre zuerst Emilie Hafner-Burton, die sich Freihandlesabkommen ausserhalb der WTO annimmt (&lt;a href="http://journals.cambridge.org/action/displayAbstract?fromPage=online&amp;aid=325071"&gt;Trading human rights: How preferential trade agreements influence government repression&lt;/a&gt;, &lt;em&gt;International Organization&lt;/em&gt;, 59(03):593-629, 2005 [paywall]). Sie argumentiert, dass es zwei Möglichkeiten gibt einen anderen Staat dazu zu bewegen, Menschenrechte besser zu respektieren: Überzeugeung (&lt;em&gt;Persuasion&lt;/em&gt;) oder Zwang (&lt;em&gt;Coercion&lt;/em&gt;). Das Problem mit Überzeugung ist, dass sie lange dauert, man mit wechselnden Gesprächspartnern konfrontiert ist und man permanenten Zugang benötigt. Diverse Formen von Zwang (oder "Druck", wer diese Formulierung bevorzugt) sind diesbezüglich wesentlich effektiver. Sie vergleicht auf dieser Basis "reine" Menschenrechtsabkommen mit Freihandelsabkommen die Menschenrechtsregelungen beinhalten. Sie überprüft ob nach dem Inkraftreten solcher Abkommen Repression gegen die Bevölkerung abgenommen hat. Dazu benutzt sie Datensätze, die auf Berichten von Amnesty International beruhen. Sie stellt fest, dass je "härter" die Regelung in einem Freihandelsabkommen ist, desto kleiner ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mitgliedstaat repressive Methoden anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Artikel, den ich erwähnen möchte, stammt von Susan Ariel Aaronson und Rodwan Abouharb (&lt;a href="http://elliott.gwu.edu/assets/docs/research/articles/aaronson-unexpected-bedfellows.pdf"&gt;Unexpected Bedfellows: The GATT, the WTO and Some Democratic Rights&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style: italic;"&gt;International Studies Quarterly&lt;/span&gt;, 2011). Im Gegensatz zu Hafner-Burton konzentrieren sich die beiden auf die Welthandelsorganisation (WTO) in ihrem Artikel. Sie argumentieren folgendermassen: Die WTO verlangt von ihren Mitgliedern, dass aus dem Ausland importierte Produkte (und deren Produzenten) eine gewisse Rechtsicherheit gewährt wird. Diese beinhaltet zum Beispiel das Recht auf ein ordentliches Verfahren, gewisse politische Teilnahme an der Entscheidungsfindung und Bestimmungen zur Transparenz in der Gesetzgebung. Diese Rechte werden auch den inländischen Firmen gewährt. Aaronson und Abouharb argumentieren nun, dass diese "Fähigkeiten" (&lt;em&gt;skills&lt;/em&gt;) auch auf andere Politikbereiche übertragen werden können, da Handel heutzutage eine fast alle Bereiche betrifft von Umweltschutz bis zu Gesundheitspolitik. Tatsächlich finden die beiden in ihrer Analyse einen Zusammenhang zwischen WTO Mitgliedschaft und gewissen demokratischen Rechten. Je länger ein Staat dabei ist, desto besser sieht es bei ihm intern diesbezüglich aus.&lt;small&gt;&lt;sup&gt;1&lt;/sup&gt;&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Argument, dass Demokratie, der Rechtsstaat, persönliche Freiheiten und Menschenrechte Freihandel auf den Fuss folgen, ist ein altes Argument (vielleicht erinnert sich wer an die &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2008/12/internationale-beziehungen-von-midlleearth-teil-i.php"&gt;Elben-Analogie&lt;/a&gt;) und eng mit mit der &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Idealism_in_international_relations#Liberalism"&gt;Denkschule des Idealismus&lt;/a&gt;' (oder spezifischer in dem Fall Liberalismus) in internationalen Beziehungen verbunden. Die grosse Frage ist natürlich, gesetzt der Fall, Freihandel ist wirklich ein effektives Mittel um Menschenrechten zur Durchsetzung zu verhelfen, will man dies wirklich. Wie kann verhindert werden, dass solche Rechte nur als Vorwand für Protektionismus oder als Druckmittel verwendet werden? Wie kann man sicherstellen, dass diese sachfremden Themen nicht für Machtspiele missbraucht werden? Aber vielleicht drückt da bei mir nur der Zyniker wieder durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;sup&gt;1&lt;/sup&gt;WTO Mitgliedschaft ist zumindest für die Anfangsjahre durchaus eine selektive Variabel, da es sich mehrheitlich um demokratische Staaten handelte (ich bin unter anderem deshalb etwas ihren Resultaten gegenüber etwas skeptischer). Nun kontrollieren die beiden jedoch auf diverse potentielle andere Einflüsse und auch die effektiven Rechte, die sie betrachten variieren. Die Details kann und will ich hier aber nicht besprechen. Da der Artikel frei erhältlich ist, kann diese Diskussion natürlich in den Kommentaren geführt werden, wenn jemand dies möchte.&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rft.jtitle=International+Organization&amp;rft_id=info%3Adoi%2F10.1017%2FS0020818305050216&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fresearchblogging.org&amp;rft.atitle=Trading+Human+Rights%3A+How+Preferential+Trade+Agreements+Influence+Government+Repression&amp;rft.issn=&amp;rft.date=2005&amp;rft.volume=&amp;rft.issue=&amp;rft.spage=&amp;rft.epage=&amp;rft.artnum=&amp;rft.au=Emilie Hafner-Burton&amp;rfe_dat=bpr3.included=1;bpr3.tags=Social+Science%2CPolitical+Science"&gt;Emilie M Hafner-Burton (2005). Trading Human Rights: How Preferential Trade Agreements Influence Government Repression &lt;span style="font-style: italic;"&gt;International Organization&lt;/span&gt; DOI: &lt;a rev="review" href="http://dx.doi.org/10.1017/S0020818305050216"&gt;10.1017/S0020818305050216&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rft.jtitle=International+Studies+Quarterly&amp;rft_id=info%3Adoi%2F10.1111%2Fj.1468-2478.2011.00646.x&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fresearchblogging.org&amp;rft.atitle=Unexpected+Bedfellows%3A+The+GATT%2C+the+WTO+and+Some+Democratic+Rights&amp;rft.issn=&amp;rft.date=2011&amp;rft.volume=&amp;rft.issue=&amp;rft.spage=&amp;rft.epage=&amp;rft.artnum=&amp;rft.au=Susan+Ariel+Aaronson+and+M.+Rodwan+Abouharb&amp;rfe_dat=bpr3.included=1;bpr3.tags=Social+Science%2CPolitical+Science"&gt;Susan Ariel Aaronson and M. Rodwan Abouharb (2011). Unexpected Bedfellows: The GATT, the WTO and Some Democratic Rights &lt;span style="font-style: italic;"&gt;International Studies Quarterly&lt;/span&gt; DOI: &lt;a rev="review" href="http://dx.doi.org/10.1111/j.1468-2478.2011.00646.x"&gt;10.1111/j.1468-2478.2011.00646.x&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/07/us-russische-handelsbeziehungen-und-die-menschenrechte-teil-ii.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Wed, 25 Jul 12 22:05:28 -0400</pubDate>
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<item>
<title>Der freie Wille und die Physik [naklar]</title>
<description>&lt;strong&gt;Wir haben also doch einen freien Willen, hat nun ein Quantenphysiker herausgefunden. So ein Glück!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und der freie Wille - das ist ein Zweikampf, der seit dem Zeitalter der Aufklärung immer wieder mit feurigem Eifer inszeniert wird. Wenn die Welt völlig deterministisch abläuft, wie ein hochkompliziertes Uhrwerk, wenn sich aus dem Zustand der Welt an einem bestimmten Augenblick durch die Naturgesetze ganz zwangsläufig der Zustand im darauffolgende Augenblick ergibt - kann man dann überhaupt noch von Willensfreiheit reden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Naturwissenschaft: Jetzt neu - mit freiem Willen!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hans Briegel, ein Quantenphysiker aus Innsbruck, hat letzte Woche &lt;a href="http://www.nature.com/srep/2012/120720/srep00522/full/srep00522.html"&gt;in „Nature Scientific Reports" ein Paper veröffentlicht&lt;/a&gt;, in dem er versucht, dem Phänomen des freien Willens näherzukommen - in den Medien hat das für einiges Aufsehen gesorgt. „Naturgesetze lassen freien Willen zu" oder „Der freie Wille hängt vom Zufall ab" titeln Zeitungen. Na wenn das kein Grund ist, sich die Sache mal näher anzusehen!    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Briegel stellt darin ein Modell für die Entstehung freier Gedanken vor. So ein Modell muss jedenfalls anders funktionieren als ein simpler Taschenrechner, der auf einen bestimmten Input jedes Mal gleich reagiert. Die Nervensysteme von sehr simplen Organismen, etwa der Meeresschnecke Aplysia, kann man auch dieser Kategorie zuordnen, meint Briegel. Aplysia hat besonders große Neuronen und ihr Nervensystem ist recht einfach, daher ist sie ein beliebtes Untersuchungsobjekt in der Neurobiologie. Auch wenn wir uns nicht zu Diagnosen über das Seelenleben der Aplysia hinreißen lassen wollen - es fällt wohl niemandem schwer, sich das Nervensystem eines einfachen Tieres als rein reflexartig vorzustellen: Elektrische Signale lösen auf deterministische Weise eine Reaktion aus, beispielsweise eine Bewegung. In sich gehen, kontemplieren und sich nach innerem Kampf zu einer Entscheidung durchringen kann Aplysia wohl nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ein Netz aus Erfahrungen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir nachdenken und entscheiden, verarbeiten wir Erinnerungen an vergangene Erkenntnisse und Erfahrungen. Unsere Gedanken wandern in Briegels Modell von einem Gedächtnisinhalt zum nächsten. Der Gedanke wird als Zufallswanderer modelliert, der sich in einem Netz von Gedächtnisinhalten bewegt und nach bestimmten Zufallswahrscheinlichkeiten von einem Punkt zu einem der benachbarten Punkte wandert. Das ist unabhängig davon, ob der Gedächtnisinhalt an einem bestimmten Punkt dieses Erinnerungs-Netzes eine tatsächliche vergangene Begebenheit widerspiegelt oder nachträglich verändert worden ist. Das denkende Subjekt kann mit Gedächtnisinhalten „spielen", wie Briegel sagt, und dadurch in unserer Erinnerung Episoden einspeichern, die nie so geschehen sind, die aber ebenfalls Teil des Gedankennetzes sind, in dem sich unser Denken bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
Das Netz und der Zufall&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Punkte sind wichtig für das Entstehen von freiem Willen, schreibt Briegel: Erstens das Erinnerungs-Netz, das als Simulationsplattform dient, in der über eine Entscheidung nachgedacht werden kann, anstatt einem bloßen Reflex folgen zu müssen. Die Denkprozesse finden in einem Netz statt, dessen Gedächtnisinhalte selbst durch die Denkprozesse überformt und verändert wurden. Zweitens: Der Zufall. Es muss, so meint Briegel, einen Zufalls-Prozess geben, mit der die Gedanken von einem Erinnerungsinhalt auf einen anderen wechseln. Ein Kandidat dafür ist der Quantenzufall, als möglicherweise fundamentalste Version des Zufalls in der Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Das Ende eines historischen Streits?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist damit nun der freie Wille mit der deterministischen Physik versöhnt? Wohl kaum. Das Netz, in dem der Denkprozess abläuft und das durch diesen Denkprozess seinerseits ständig verändert wird, erinnert sehr stark an bisher schon bestehende Konzepte von neuronalen Netzen. Mit der Frage nach der Freiheit des Willens hat das noch nicht allzu viel zu tun, denn auch die Modifikation dieses Netzes kann nach völlig deterministischen Regeln vorgeben. Briegel selbst schreibt, dass man ein solches System künstlich nachbauen könnte. Auch in einer Turing-Maschine? Wenn es klare, von Anfang an bekannte Regeln gibt, nach denen sich ein System weiterentwickelt, kann ich dann von freiem Willen sprechen? Briegel selbst äußert sich in seinem Paper darüber auch nur sehr vorsichtig - was freilich viele Medien wieder mal nicht hindert, reißerisch zu formulieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Mein Chef, der Zufall&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interssant ist jedenfalls, dass auch hier wieder der Zufall eine entscheidende Rolle spielt. Auf Zufalls-Argumente stößt man nämlich in der Diskussion rund um freien Willen und das Bewusstsein immer wieder. Wir können oder wollen uns nicht vorstellen, dass unser kreatives, freies Denken, auf das wir so stolz sind, klaren naturwissenschaftlichen festgelegten Regeln folgt. Also muss irgendein Zufall her, ein Deus ex Machina, der uns der bedrohlichen deterministischen Kausalkette entreißt (am besten mit Hilfe der Quantenphysik - auch wenn niemand so genau weiß, warum Quantenzufall nun wirklich so grundlegend anders sein soll als eine Lottoziehung). Selbst wenn so etwas funktioniert und wir vom Zufall gesteuert werden: Was haben wir dann gewonnen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir auf dieser Ebene über freien Willen nachdenken, dann kann es ihn schon definitionsgemäß nicht geben. Entweder unser Denken beruht auf naturwissenschaftlichen Gesetzen, dann bestimmen diese Gesetze was ich denke und beschließe. Oder es gibt ein Zufallselement, das den naturwissenschaftlichen Regeln nicht unterworfen ist und quasi dem Universum zusätzliche, neue Information hineinfüttert, ohne irgendeine kausale Ursache - also auch ohne dass ich oder sonstjemand darauf Einfluss nehmen könnte. Das allerdings hat mit Freiheit auch nichts zu tun. Warum soll mich das Diktat eines Zufallsereignisses freier sein lassen als das Diktat eines mechanistischen Prozesses?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Leute wie den deutschen Neurophysiologen Wolf Singer, die eine solche Argumentation zum Anlass nehmen, den freien Willen zu leugnen und sogar über die Frage nachzudenken, ob wir für üble Taten überhaupt zur Verantwortung gezogen werden können, wenn wir uns doch gar nicht freiwillig für sie entscheiden. Ich halte das für eine Vermischung von Kategorien.&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
Reduktionismus: Alles ist Physik?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie Wille ist ein sehr nützliches Gedankenkonzept, wenn wir über Psychologie oder über Soziologie nachdenken. Er ist ein Begriff, der in ganz bestimmten wissenschaftlichen Feldern beheimatet ist. In physikalischen Theorien kommt er nicht vor. Freilich: Man kann Wissenschaften auf andere Wissenschaften zurückführen, damit hatten wir schon große Erfolge. Wir haben heute großes Vertrauen in die Annahme, dass die Chemie prinzipiell auf die Quantenphysik zurückgeführt werden kann - auch wenn es unsere Fähigkeiten heute bei Weitem übersteigt, komplizierte Chemische Reaktionen wirklich exakt Quantenteilchen für Quantenteilchen am Computer nachzuberechnen. Wir haben gelernt, dass sich Eigenschaften von biologischen Zellen sehr gut durch Chemie (und auch Physik) erklären lassen. Wir wissen, dass Gedanken mit der elektrochemischen Aktivität von Nervenzellen zu tun haben. Nirgendwo in dieser Kette gibt es eine deutliche Trennlinie, und ich bin selbst - als Reduktionist - überzeugt, dass wir die Zusammenhänge zwischen diesen Gebieten immer besser verstehen und nie auf eine unüberbrückbare Trennlinie stoßen werden. Trotzdem werden wir niemals menschliche Gedanken mit Formeln der fundamentalen Physik beschreiben. Selbst wenn wir es könnten: Es wäre einfach verdammt unpraktisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschliche Gedankenkonzepte und sprachliche Begriffe haben sich entwickelt, weil sie nützlich sind. In der Wissenschaft sind sie meist nur in einem überschaubaren wissenschaftlichen Gebiet nützlich. Auch wenn wir an die „Einheit der Wissenschaft" glauben und die Welt als ein deterministisches Uhrwerk betrachten, werden wir doch zugeben, dass wir in unserem täglichen Leben Kategorien wie „Bewusstsein", „Wille" oder auch „Freundschaft" und „Hass" ganz zweifellos eine sehr bedeutsame Realität zugestehen. Das ist kein Makel, das ist bewährte Taktik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Emergente Eigenschaften&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Physik waren Begriffe wie „Temperatur" oder „Druck" bekannt, lange bevor diese Begriffe mit dem Rest der Physik sauber in Verbindung gebracht werden konnten. Ludwig Boltzmann konnte dann durch schöne Formeln zeigen, dass sich diesen Begriffen eine saubere Bedeutung zuordnen lässt, wenn man das mechanische Verhalten von Atomen berechnet. Die Temperatur hat mit der durchschnittlichen Geschwindigkeit der Atome zu tun, der Druck mit dem Impuls, den sie auf einen umgebenden Behälter ausüben, wenn sie an der Wand anstoßen. Boltzmann beschrieb diese Größen statistisch - das ist nur bei einer großen Anzahl von Teilchen wirklich sinnvoll. Den Druck eines einzelnen Atoms angeben zu wollen, ist ein eher nutzloses Unterfangen. Druck und Temperatur sind emergente Eigenschaften eines Gases, die nicht in den einzelnen Gasatomen festgeschrieben sind. Trotzdem käme niemand auf die Idee zu sagen: Druck und Temperatur gibt es nicht! Es gibt nur Geschwindigkeitsvektoren und Massen von Teilchen, sonst nichts! Druck und Temperatur sind eine Illusion!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein - Druck und Temperatur haben sich als nützliche Begriffe erwiesen, daher verwenden wir sie. Mit dem freien Willen ist es wohl ähnlich: Auf Ebene der fundamentalen Physik ist er eher nutzlos. Aber er ist ein emergentes Phänomen, das aus dem Zusammenspiel einer großen Anzahl von Nervenzellen entsteht - und als solches emergentes Phänomen ist er sichtbar und erkennbar, auch wenn er auf fundamentaler Ebene genauso verschwindet wie der Druck bei Betrachtung eines einzelnen Atoms. Darüber sollten wir uns nicht wundern, das ist ganz normal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.naklar.at"&gt;&lt;em&gt;www.naklar.at&lt;br /&gt;
&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Tue, 24 Jul 12 23:42:12 -0400</pubDate>
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<item>
<title>"Das sprachliche Versagen der Schweizer Universitäten" [zoon politikon]</title>
<description>Alle die sich nun schon wie Kinder auf Weihnachten gefreut haben, dass ich den zweiten Teil zu meinem &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/07/menschenrechte-und-freihandelsabkommen.php"&gt;Abstieg in die Abgründe von Handelsverträgen nachliefere&lt;/a&gt;, bitte ich um Verzeihung. Der kommt hoffentlich morgen. Damit ihr aber nicht ohne Eintrag ins Bett müsst, möchte ich hier eine Randnotiz zu einem Kommentar in der Neuen Zürcher Zeitung anbringen.In den Schweizer Medien machte gestern die Nachricht die Runde, dass unsere &lt;a href="http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/besser-texten-mit-simonetta-sommaruga-1.17392841"&gt;Justizministerin ihre Angestellten in einen Schreibkurs schickt&lt;/a&gt;. Anscheinend waren die Texte ihrer Chefbeamtinnen und -beamten nicht verständlich genug. Dass das ganze natürlich auch ein guter PR Coup für sie ist und sie damit Volksnähe demonstrieren kann, blieb in allen Artikeln, die ich gelesen habe, unerwähnt. Aber das ist hier nicht das Thema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die generierte Aufmerksamkeit veranlasste die NZZ dazu heute am Abend &lt;a href="http://www.nzz.ch/meinung/uebersicht/das-sprachliche-versagen-der-schweizer-universitaeten-1.17397016"&gt;einen Kommentar nachzuschieben&lt;/a&gt;. Sie verortet darin auch gleich einen Schuldigen für die sprachlich ungelenken Staatsdienerinnen und -diener: Die Schweizer Universitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die offensichtliche Ironie des Kommentars hat mich dazu bewegt, darüber zu bloggen. Eigentlich hat der Kommentator mich schon abgehängt, als er den direkten Sprung von Administrationsdeutsch zu den Schweizer Universitäten machte. Weder weiss man, ob das Problem tatsächlich existiert und in der Schweizer Verwaltung weit verbreitet ist, noch wie viele der Betroffenen tatsächlich einen Hochschulabschluss haben (beim Anti-Intellektualismus der Schweizer Politik, ist das nicht selbstverständlich), noch ob das ein allgemeines Problem ist (ich nehme an, dass im Justizdepartement noch mehr Juristinnen und Juristen arbeiten als sonst in der Verwaltung, wo sie auch schon zahlreich sind).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Autor argumentiert auschliesslich mit Einzelbeispiele und persönliche Erfahrungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;An Unis ist eine bizarre Kultur verbreitet: Akademische Texte werden oft bemängelt, wenn sie komplizierte Sachverhalte einfach erklären. Vor allem in Dissertationen und Habilitationsschriften gibt es einen Zwang zur Kompliziertheit. Akademisch belohnt wird, wer monströse Formulierungen und viel Fachjargon verwendet. Welche Blüten dieses System treibt, erlebte eine Anthropologie-Studentin unlängst an der Universität Freiburg. Die Frau, die nebenher als Journalistin arbeitete, wurde vom Professor dafür kritisiert, dass sie in Seminararbeiten zu kurze Sätze formuliere.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun das ist nicht &lt;em&gt;meine&lt;/em&gt; Erfahrung (und ich und der Autor scheinen die selbe Universität besucht zu haben).&lt;sup&gt;1&lt;/sup&gt; Ich habe hier schon die &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/06/kleine-verteidigung-der-wissenschaftssprache-oder-warum-jargon-manchmal-gut-ist.php"&gt;Notwendigkeit von Jargon verteidigt&lt;/a&gt;. Eine Unterscheidung zwischen Texten, die sich an ein Fachpublikum richten und solche die für eine breite Öffentlichkeit bestimmt sind, wird im Kommentar nicht vorgenommen. Tatsächlich fragt man sich, ob der Journalist irgend etwas substantielles zu bieten hat um seine Behauptungen zu untermauern, ausser dass er damit allgemein weit verbreitete Klischees anspricht und viele in dem bestätigt, was sie vorher schon zu wissen glaubten. Man erhält fast den Eindruck, dass hier eine Abrechnung stattfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich könnte jetzt natürlich den Kommentar mit meinen Erfahrungen zu demontieren versuchen, Beispiele bringen, die dem Bericht des NZZ Journalisten widersprechen und behaupten, dass man an "den" Schweizer Universitäten sehr wohl mehr als zwei Vorträge halten muss und Kommunikation gefördert wird (manchmal). Ich könnte gerade die Mehrsprachigkeit anführen, als Chance aber auch als Hinderniss (nicht zuletzt für die Schweizerdeutschsprachigen). Das tue ich aber nicht. Weil ich habe an der Universität gelernt, dass Einzelfälle und persönliche Erfahrungen keine allgemeinen Schlüsse zulassen. Ich habe dort gelernt, dass man transparent mit seinen Daten und Quellen sein soll, aus denen man Schlüsse zieht. Und ich habe dort gelernt zu differenzieren und argumentative Kausalketten klar darzustellen. Anscheinend kann man vom Autor nicht gleiches behaupten (oder er hat es wieder vergessen). Dies sind sogar noch fundamentalere Konzepte die Universitäten vermitteln sollten, als eine geschliffene Sprache. Vielleicht hat er also recht und es gibt tatsächlich ein Problem mit dem Schweizerischen Bildungssystem. Oder ist er doch nur ein Einzelfall?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;sup&gt;1&lt;/sup&gt; &lt;small&gt;Meine Erfahrung ist vor allem, dass es kaum jemanden kümmtert. Weder werden Texte verkompliziert noch wird man zum Vereinfachen angehalten, solange der Text für jemanden vom Fach verständlich ist. Wenn alles in einer Fremdsprache passiert (zuerst Französisch und später dann Englisch bei mir), wird man auch pragmatisch.&lt;/small&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Nachtrag: Auf Twitter hat sich Markus Häfliger, der Autor des Kommentars, zu Wort gemeldet. Er sagt, dass die beabsichtigte Hauptaussage &lt;a href="https://twitter.com/M_Haefliger/status/228372806742728704"&gt;eine andere war, als wie ich den Kommentar verstanden habe&lt;/a&gt;: "Dass [die Unis] das aktiv/bewusst fördern, glaube ich nicht. Gute Sprache ist vielen profs/unis einfach egal". Dem will ich, zumindest was die Deutschschweiz anbelangt, nicht widersprechen (für die Romandie ist es vielleicht schon wieder etwas komplizierter, aber nicht unbedingt in einem positiven Sinn). An dieser Aussage hätte ich mich nicht so gestossen. Friede, Freude, Eierkuchen und ein Hoch auf Twitter.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/07/das-sprachliche-versagen-der-schweizer-universitaten.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/fgaXtTJA4eg" height="1" width="1"/&gt;</description>
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<pubDate>Tue, 24 Jul 12 22:34:03 -0400</pubDate>
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<item>
<title>US-Russische Handelsbeziehungen und die Menschenrechte (Teil I) [zoon politikon]</title>
<description>Am &lt;a href="http://www.ntn24.com/news/news/russian-parliament-approves-hi-15088"&gt;10 Juli 2012 hat die Russische Duma den Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) besiegelt&lt;/a&gt;. Dies war der letzte Schritt von scheinbar endlosen Verhandlungen, die sich seit 1993 zäh vorwärts bewegten (über die Hintergründe habe ich &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2010/11/welthandelsorganisation-der-david-in-der-working-party-gegen-den-russischen-goliath.php"&gt;hier schon geschrieben&lt;/a&gt;). Das heisst aber nicht, dass Russland ab sofort ins Freihandelsnirvana eintritt, wo Einhörner über Handelsschranken springen und am Ende eines jeden Regenbogens völlige Zollfreiheit herrscht. Wie immer steckt da noch viel Politik drin. Vor allem ist interessant, was sich im Moment gerade im US Kongress dazu abspielt. Darum gibt es hier einen Zweiteiler zu den US-Russischen Handelsbeziehungen und Menschenrechte in Freihandelsabkommen.Zwei Dinge müssen zuerst erklärt werden, um die Hintergründe des Problems verstehen zu können: Einerseits ist da der historisch Kontext in den USA zu erwähnen, anderseits zwei spezifische WTO Regeln (wer damit vertraut ist, kann sich die Langeweile sparen und gleich zum Abschnitt "Letzten Mittwoch hat die Finanzkommission des US Kongresses..." springen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beginnen wir mit den WTO Regeln. Da wäre zuerst einmal ein zentrales Prinzip in der WTO, die sogenannte &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Meistbeg%C3%BCnstigungsprinzip"&gt;&lt;em&gt;Most favoured nation&lt;/em&gt; Klausel (MFN) oder Meistbegünstigungsprinzip&lt;/a&gt;. Sie besagt, dass ich jede Reduktion eines Zolles, welche ich einem Handelspartner gewähre, allen anderen Vertragsunterzeichnern ebenfalls zugestehen muss. Ich kann Land A nicht ein Privileg gewähren, das ich Land B verweigere. Die bringt uns zur zweiten, spezifischeren Regel, &lt;a href="http://www.wto.org/english/docs_e/legal_e/04-wto_e.htm#articleXIII"&gt;Artikel XIII, des WTO Abkommens lautet nämlich&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;This Agreement and the Multilateral Trade Agreements in Annexes 1 and 2 shall not apply as between any Member and any other Member if either of the Members, at the time either becomes a Member, does not consent to such application.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussage dieses Artikels ist eigentlich relativ simpel (und darum spar ich mir die Übersetzung): Das Abkommen trifft zwischen zwei Mitgliedern (und nur zwischen diesen) nicht in Kraft, wenn ein Land vor dem Beitritt einen Rückzieher macht. Dies passiert sehr selten, es gibt meines Wissens nur drei Länder, die diese Klausel bisher beansprucht haben: Die Türkei (gegenüber Armenien), El Salvador (gegenüber China) und die USA für sechs Länder, wobei sie den Vorbehalt für vier Länder drei Jahre später wieder zurückgezogen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die USA haben also offensichtlich eine spezielle Umgang mit dieser Klausel. Dazu muss man wissen, dass in den USA MFN seit 1998 &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Permanent_normal_trade_relations"&gt;&lt;em&gt;permanent normal trade relations&lt;/em&gt; (PNTR) heisst&lt;/a&gt;. Grundsätzlich gewähren die USA allen Ländern PNTR ausser es gibt eine explizites Gesetz, welches diese zurück nimmt. Solche Gesetzte gibt es für Kuba und Nordkorea. Dann gibt es das sogennante &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jackson-Vanik_amendment"&gt;&lt;em&gt;Jackson-Vanik amendment&lt;/em&gt;&lt;/a&gt; und hier nähern wir uns dem historischen Kern des Problems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz stammt von 1974 und regelte die Beziehungen mit Ländern des ehemaligen kommunistischen Blocks. Es entzog allen nicht-markt-basierenden Ökonomien den NTR Status, wenn sie die Auswanderung beschränkten (etwas dass damals ziemlich weit oben auf der Liste der Menschenrechte stand, deren Verletzung man dem Kommunismus vorwarf). Wie auch immer, der Präsident kann über eine Ausnahme zu dieser Regel verfügen (ja, die Ausnahme zur Ausnahme. Handelsgesetze ähneln diesbezüglich sehr französischer Grammatik). Eine solche Ausnahme gab es in den späten 70ern für China und sie wird jetzt auch regelmässig Russland zugestanden. Nun sollte es auch klar sein, warum die USA so oft den WTO Artikel XIII beanspruchten: Die betroffenen Länder waren nämlich Rumänien, die Mongolei, Kirgistan, Georgien, Moldova und Armenien (zurückgezogen wurde es für Rumänien, die Mongolei, Kirgistan und Georgien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzten Mittwoch hat die &lt;a href="http://thecable.foreignpolicy.com/posts/2012/07/18/russia_trade_and_human_rights_legislation_advances_but_time_running_short"&gt;Finanzkommission des US Kongresses einstimmig eine Vorlage gutgeheissen&lt;/a&gt;, die Russland rechtzeitig zum WTO Beitritt PNTR gewähren soll. Das Problem ist nun aber, dass man den "Menschenrechtsaspekt" nicht einfach so unter den Tisch fallen lassen will (vermutlich ist man natürlich auch nicht abgeneigt, ein Druckmittel gegen Russland in den Händen zu behalten). Das Gewähren von PNTR ist daher mit einem anderen Gesetz gekoppelt, welche Sanktionen beim Nichteinhalten von Menschenrechten vorsieht. Die Version der grossen Kammer des Kongresses bezieht sich sogar spezifisch nur auf Russland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muss das natürlich schnell über die Bühne gehen, da sonst eine Ausnahme unter Artikel XIII der WTO beansprucht werden muss, da der Beitritt unmittelbar bevorsteht. Ansonsten hätte das WTO Abkommen dann beidseitig keine Gültigkeit. In diesem Fall sorgen sich einige US Politkerinnen und Politiker, dass damit US Firmen benachteiligt wären, wenn sie nicht von den Handelsliberalisierungen mit Russland profitieren könnten. Selten werden die Spannungen zwischen Realpolitik, Wirtschaftspolitik und vermutlich teilweise sogar idealistischer Menschrechtspolitik so offensichtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Morgen folgt dann ein zweiter Teil zu diesem Artikel in dem ich mich der Frage annehme, ob das Koppeln von Menschrechtsfragen an Handelsliberalisierung sinnvoll ist und was die Literatur in meinem Fach dazu sagt.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/07/menschenrechte-und-freihandelsabkommen.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/EsFUmkRkZE8" height="1" width="1"/&gt;</description>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Mon, 23 Jul 12 14:00:52 -0400</pubDate>
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<item>
<title><![CDATA[&Auml;pfel statt Paukschulen [Mathlog]]]></title>
<description>Recht n&amp;uuml;chtern wird in der hiesigen Presse &amp;uuml;ber die letzte Woche beendete &lt;em&gt;Internationale Mathematikolympiade&lt;/em&gt; berichtet, bei der das s&amp;uuml;dkoreanische Team 6 Goldmedaillen gewann und damit erstmals Platz 1 in der &lt;a href="http://www.imo-official.org/year_country_r.aspx?year=2012"&gt;L&amp;auml;nderwertung&lt;/a&gt; belegte. &lt;br /&gt;
Zwei Zeitungen immerhin zitieren die Mutter des j&amp;uuml;ngsten koreanischen Teilnehmers mit dem Kommentar, ihr Sohn sei auf keiner &lt;em&gt;Hagwon&lt;/em&gt; gewesen, sondern habe sich mit Mathematik zuerst in Zusammenhang mit dem &lt;a href="http://koreajoongangdaily.joinsmsn.com/news/article/article.aspx?aid=2956305"&gt;Halbieren von &amp;Auml;pfeln&lt;/a&gt; bzw. dem &lt;a href="http://www.koreatimes.co.kr/www/news/nation/2012/07/113_115325.html"&gt;Siebenteilen von Pizza&lt;/a&gt; besch&amp;auml;ftigt. &lt;br /&gt;
&lt;table&gt;&lt;td&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt="slideshow-apples_476x357.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/slideshow-apples_476x357.jpg" width="237" height="177" class="mt-image-none" style="" /&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;&lt;img alt="little-star-pizza-2006.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/little-star-pizza-2006.jpg" width="192" height="173" class="mt-image-none" style="" /&gt;&lt;/td&gt;&lt;/table&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Hagwon&lt;/em&gt; (&lt;a href="http://ko.wikipedia.org/wiki/%ED%95%99%EC%9B%90"&gt;학원&lt;/a&gt;, dtsch.: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paukschule"&gt;Paukschule&lt;/a&gt;) hei&amp;szlig;en die privaten Nachhilfeschulen, wo Kinder oft ab dem 3. Lebensjahr jede Menge auswendig lernen, vor allem nat&amp;uuml;rlich den pr&amp;uuml;fungsrelevanten Schulstoff. &lt;br /&gt;
In den letzten Jahren hat der Zulauf zu den Hagwons aber sehr nachgelassen. In einer der englisch-sprachigen Zeitungen hier war am Montag ein Artikel &amp;uuml;ber die Probleme der Immobilienmakler in &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gangnam-gu"&gt;Gangnam-gu&lt;/a&gt;, dem Seouler Stadtteil mit den meisten Nachhilfeschulen. W&amp;auml;hrend &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Daechi-dong#Education"&gt;fr&amp;uuml;her die hohe Hagwon-Dichte dort als Grund f&amp;uuml;r die hohen Immobilienpreise galt&lt;/a&gt;, stehen jetzt viele Hagwons leer und die Makler k&amp;ouml;nnen die Stockwerke oft nur mit gro&amp;szlig;en Verlusten verkaufen. Immer weniger Koreaner geben Geld f&amp;uuml;r Paukschulen aus. (In der Vergangenheit waren das mal durchschnittlich 20 Prozent des Familieneinkommens.) &lt;br /&gt;
Und auch die staatliche Unterst&amp;uuml;tzung scheint zu schwinden. &lt;a href="http://www.thestar.com/news/world/article/1064697--korea-cracks-down-on-clandestine-study-groups"&gt;Kein Witz&lt;/a&gt;: in letzter Zeit finden n&amp;auml;chtliche Polizeikontrollen in Gegenden mit vielen Hagwons statt. Schulen, in denen nach 22 Uhr noch gelernt wird, werden von den Beh&amp;ouml;rden geschlossen.  &lt;br /&gt;
&lt;img alt="schoolhagwon.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/schoolhagwon.jpg" width="500" height="353" class="mt-image-none" style="" /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;small&gt;&lt;a href="http://iamkoream.com/tag/hagwon/"&gt;http://iamkoream.com/tag/hagwon/&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die koreanischen Ergebnisse bei Mathematikolympiaden hat sich der Niedergang der Hagwons jedenfalls nicht negativ ausgewirkt, &lt;a href="http://www.imo-official.org/team_r.aspx?code=KOR&amp;year=2012"&gt;offensichtlich&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2012/07/pfel-statt-paukschulen.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/FApUpYotvEQ" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~3/FApUpYotvEQ/pfel-statt-paukschulen.php</link>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Thu, 19 Jul 12 09:10:29 -0400</pubDate>
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<item>
<title>Aus dem Lexikon der Internationalen Beziehungen: Neo-Realismus [zoon politikon]</title>
<description>&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/07/die-bombe-fur-den-iran.php"&gt;Bei Jürgen&lt;/a&gt; wurde ein Artikel von Kenneth Waltz im Foreign Affairs heiss diskutiert. Waltz argumentierte, dass man den Iran doch die Bombe haben lassen soll. Dies ist in etwa so überraschend wie Justin Bieber Fans an einem Justin Bieber Konzert. Waltzs Artikel ist eine gute Gelegenheit kurz zu skizzieren warum.Vielleicht erinnern sich einige daran, dass ich schon von den &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2008/12/internationale-beziehungen-von-midlleearth-teil-i.php"&gt;Orks der Internationalen Beziehungenen, den sogenannten Realisten, geschrieben&lt;/a&gt; habe. Einige Orks haben nämlich eine Evolution durchgemacht (wie die &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Uruk-hai"&gt;Uruk-hai&lt;/a&gt;, aber leider bricht da die Analogie zusammen). Es gibt nämlich auch einen sogenannten Neo-Realismus. Kennt man den, versteht man auch warum Waltzs Position alles andere als eine Überraschung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde hier nur kurz versuchen deren Sichtweise der Internationalen Beziehungen zu skizzieren. Ein Service aus Anlass der Diskussion bei Jürgen, weil es vielleicht einigen hilft, Waltzs Artikel besser einzuordnen. Leute die mit den Denkschulen des Fachs vertraut sind werden nichts neues lernen (sie sind jedoch herzlich dazu eingeladen im Kommentarbereich Ergänzungen oder Korrekturen anzubringen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Neo-Realismus ist wie im Realismus der Staat der zentrale Akteur. Dieser ist einheitlich und tritt nach Aussen auch so auf. Es ist egal wer an der Macht ist oder wie das politische System aussieht, es gibt nur das eine Staatsinteresse. Wie im Realismus geht auch der Neo-Realismus von einem anarchischen System aus, in dem jeder Staat auf sich selber gestellt ist und das Recht des mächtigeren gilt. Im Gegensatz zum Realismus konzentriert sich der Neo-Realismus hingegen auf das System selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die systemischen Bedingungen dominieren das Verhalten der Staaten. Das System (oder die strukturellen Bedingungen) setzt einen engen Rahmen, in welchem sich ein Staat bewegen kann. Seine Hauptsorge ist (zumindest in der klassischen Variante des Neo-Realismus) sein Überleben zu sichern. Man muss sich das so ein wenig wie eine extreme &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Hobbes#Staatskunde"&gt;Hobbessche Welt&lt;/a&gt; vorstellen (ausser man denkt bei Hobbes zuerst an einen Plüschtiger, dann ist das vermutlich nicht hilfreich). Um dieses Überleben zu sichern rüstet man am besten auf. Dies verschärft aber die Bedrohungslage im System, so dass sich alle anderen wiederum bedroht fühlen und darum weiter aufrüsten. Den Rest kann man sich denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist diese Denkweise relativ klar zu Zeiten nuklearer Rüstung entstanden. Der Neo-Realismus postuliert auch, dass dieses internationale System uni-, bi- oder multipolar ist. Ähnlichkeiten mit uns bekannten Systemen und Konfrontationen während des Kalten Krieges sind nicht ganz auszuschliessen. Es gibt jedoch verschiedene Ansichten, ob die Staaten wirklich nur auf ihr Überleben fokussiert sind oder vielleicht an relativem Machtgewinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie auch immer, der Vater des Neo-Realismus ist eben dieser Kenneth Waltz, der sich auch im Foreign Affairs geäussert hat. Nun erstaunt seine Stellungnahme wohl niemanden mehr. Im Falle des Irans ist alles drin in der Mischung: Atomwaffen, systemische Argumentation und Staaten als rationale, einheitliche Akteure.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hatte vor zwei Jahren die Gelegenheit einen Vortrag von Waltz zu hören. Er hat dabei betont, wie wichtig es sei, sich als auch als Politikwissenschaftlerin oder -schaftler in den Internationalen Beziehungen sich in die Politik einzumischen. Gerade wenn man anecken muss. Er und viele seiner Kolleginnnen und Kollegen hätten das auch schon beim Vietnamkrieg gemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waltz ist übrigens ein sympathischer älterer Herr. Er vertrat den Neo-Realistischen Standpunkt bei weitem nicht so dogmatisch wie man vielleicht meinen könnte (zumindest im Vergleich zu wie mir der Neo-Realismus nahe gebracht wurde). Liest man seine zum Buch verarbeitete Dissertation "&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Man,_the_State,_and_War"&gt;Man, State and War&lt;/a&gt;" (1959) versteht man das vielleicht auch besser. Da ist die System-Ebene nur eine von mehreren. Auch wird dort deutlich, was er in seinem Vortrag auch erwähnt hat: Es handelt sich eigentlich um eine Arbeit der politischen Philosophie. Die, so soll hier noch angemerkt sein, auch Spass beim Lesen macht.&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/07/aus-dem-lexikon-der-internationalen-beziehungen-neo-realismus.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~4/L8P6rgMh57U" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Geistes-Sozialwissenschaften/~3/L8P6rgMh57U/aus-dem-lexikon-der-internationalen-beziehungen-neo-realismus.php</link>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
<pubDate>Thu, 19 Jul 12 08:02:02 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/07/aus-dem-lexikon-der-internationalen-beziehungen-neo-realismus.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Technik ist etwas für Mädchen! [naklar]</title>
<description>&lt;strong&gt;Ich habe heute einen Generator gebaut. Er funktioniert ganz wunderbar, und ich habe mich dabei nicht verletzt. „Wie kann das sein, du bist doch Theoretiker", werden jetzt Leute fragen, die mich gut kennen. Nun: Ich habe mir ein bisschen helfen lassen, von einem zwölfjährigen Mädchen.&lt;/strong&gt;&lt;img alt="generator.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/naklar/generator.jpg" width="320" height="240" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiener Universitäten sind derzeit in Kinderhand: Die Kinderuni ist eine jährlich wiederkehrende Aktion, bei der tausende Kinder Vorträge hören, experimentieren oder basteln können. Ich halte das für eine ganz großartige Idee, inzwischen hat sie sich erfreulicherweise auf viele Universitätsstädte ausgebreitet. Auch heuer helfe ich dabei auch selbst ein bisschen mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kinderuni soll Kindern zeigen, wie spannend Wissenschaft ist. Für eine technisch-naturwissenschaftliche Universität ist natürlich besonders erfreulich, dass der Mädchenanteil dort ungefähr bei 50% liegt - das lässt hoffen: Der Frauenanteil bei den Studierenden ist nämlich bei Studienrichtungen wie Physik oder Maschinenbau noch immer peinlich niedrig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessant ist, dass schon bei der Kinderuni zwischen eher frauen- und eher männerdominierten Fachgebieten unterschieden werden kann: Bei Architektur-Themen sieht man viele Mädchen, bei mathematischen ist das Verhältnis recht ausgeglichen, und dort wo es ums Schrauben, Hämmern und Sägen geht sind die Mädchen wieder einmal heftig unterrepräsentiert. Ob die Eltern dafür verantwortlich sind, weil sie ihre Kinder (bewusst oder unbewusst) bei geschlechtsspezifisch ausgewählten Kinderuni-Vorlesungen anmelden, oder ob sich in diesem Alter die Kinder selbst aus eigenem Antrieb in bereits internalisierte Rollenbilder fügen, kann ich nicht überprüfen. Aber wie auch immer: Mich erstaunt wie stabil sich diese Rollenbilder über Jahrzehnte erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute habe ich in einer Bastelgruppe assistiert, in der jedes Kind (und ich auch, so nebenbei) einen kleinen Generator basteln durfte. Ganz klischeegemäß war diese Gruppe sehr männlich dominiert: Nur ein einziges Mädchen saß dabei - das war allerdings unsere Musterschülerin. Schneller als alle anderen verstand sie was zu tun war, souverän wickelte sie die Spule auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Toll, du bist schon fertig!", sagte ich. „Dann kannst du schon mal zum anderen Tisch gehen, dort zeigt man dir dann, wie man die Drähte zusammenlötet." Sie blickte mich verständnislos an: „Löten? Das ist doch ureinfach [1]. Das mach ich selbst!" Und als ich sehe, wie professionell sie mit dem Lötkolben umgeht, die Drähte verzinnt und fixiert, lasse ich sie meine Spule auch noch löten. Wer weiß, ob ich das selbst so gut hingebracht hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Chance auf Nachwuchs-Rekrutierung will ich mir natürlich nicht entgehen lassen: „Willst du später auch mal etwas Technisches studieren, wenn du dich da so gut auskennst", frage ich. „Nein. Ich will später eine Modeschule machen", antwortet sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja. Schade. Aber die Welt braucht vermutlich auch gute Modedesignerinnen. Bis sowohl im Modedesign als auch in der Elektrotechnik die Geschlechterverhältnisse ausgeglichen sind, wird wohl noch einige Zeit vergehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;[1] Sprachwissenschaftliche Anmerkung für alle Nicht-Wiener: "Ur" ist in Ostösterreich eine urpraktische Vorsilbe, mit der man ureinfach Wörter verstärken kann. Sie ist urverbreitet und hat sich sogar schon ur als eigenes Wort etabliert, mit dem man ganze Satzteile ur unterstreichen kann. Urcool, jedenfalls.&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.naklar.at"&gt;&lt;em&gt;www.naklar.at&lt;br /&gt;
&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
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<pubDate>Wed, 18 Jul 12 22:09:03 -0400</pubDate>
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