<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-stylesheet type="text/xsl" media="screen" href="/~d/styles/rss2full.xsl"?><?xml-stylesheet type="text/css" media="screen" href="http://feeds.feedburner.com/~d/styles/itemcontent.css"?><rss xmlns:feedburner="http://rssnamespace.org/feedburner/ext/1.0" version="2.0">
    <channel>
        <title>ScienceBlogs</title>
        <link>http://www.scienceblogs.de/</link>
        <description />
        <language>de</language>
        <copyright>Copyright 2009</copyright>
        <lastBuildDate>Tue, 03 Nov 2009 06:30:00 +0100</lastBuildDate>
        <generator>http://www.sixapart.com/movabletype/</generator>
        <docs>http://www.rssboard.org/rss-specification</docs>
	
	<atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="self" type="application/rss+xml" href="http://feeds.feedburner.com/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin" /><feedburner:info uri="scienceblogs/rubrik/medizin" /><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com/" /><item>
<title>Arbeitsschutz: Top bei Großbetrieben, Nachholbedarf bei Kleinbetrieben? [Gesundheits-Check]</title>
<description>Arbeit ist der gesellschaftliche Prozess, der unser ganzes Leben in Gang hält. Ohne Arbeit kein menschliches Dasein. Einerseits. Anderseits kann Arbeit auch Menschen zerstören, sie kann ausbeuterisch sein, sie kann krank machen. Es kommt eben darauf an, wie sie organisiert ist. Arbeitsschutz ist ein Ansatz, Arbeit menschlich, menschengerecht, zu gestalten. So steht es auch in § 2 des &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsschutzgesetz" rel="nofollow"&gt;Arbeitsschutzgesetzes&lt;/a&gt;. Verantwortlich dafür ist in erster Linie der Arbeitgeber. Er hat als Eigentümer die Verfügungsgewalt über Arbeitsstätten, Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe und muss daher dafür sorgen, dass daraus möglichst keine Gefährdungen für die Gesundheit der Beschäftigten resultieren. Unterstützt - und kontrolliert - wird er dabei u.a. durch die staatlichen Arbeitsschutzbehörden und die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Unfallversicherung_in_Deutschland" rel="nofollow"&gt;Unfallversicherungsträger&lt;/a&gt; (Berufsgenossenschaften und Unfallkassen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide, die Arbeitsschutzbehörden und Unfallversicherungsträger, haben lange Zeit eher nebeneinander her als miteinander gewirkt. Seit einigen Jahren verpflichtet das Arbeitsschutzgesetz sie unter dem Dach der &lt;a href="http://www.gda-portal.de/de/Startseite.html" rel="nofollow"&gt;„Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie"&lt;/a&gt; zu einer systematischeren Zusammenarbeit als früher. Sie sollen auf gemeinsame Ziele hinarbeiten, ihr Vorschriftenwerk harmonisieren und auch ihre Überwachungspraxis so weit wie möglich an einheitlichen Bewertungsmaßstäben ausrichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Prozess wird evaluiert und seit kurzem sind vorläufige Daten aus einer Unternehmens- und einer Beschäftigtenbefragung dieser Evaluation freigegeben. Dabei sind ganz interessante Dinge herausgekommen. Der Arbeitsschutz wird nämlich von der Mehrheit der Unternehmen nicht als bürokratische Last gesehen, sondern als nützlich. 73 % der Großbetriebe meinen sogar, dass Arbeitsschutz hilft, Kosten zu senken. In den mittelgroßen Betrieben (50 bis 250 Beschäftigte) sind es immerhin noch 65 %. Selbst in Kleinbetrieben (10 bis 50 Mitarbeiter) waren es noch mehr als die Hälfte der Betriebe. Die meisten Unternehmen fühlen sich zudem von den Aufsichtsdiensten kompetent beraten. Diese positive Wahrnehmung war so nicht zu erwarten, vielleicht sollten manche Arbeitgeberfunktionäre ihre ideologischen Vorbehalte gegen den Arbeitsschutz einmal überdenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings gibt es auch ausgesprochen kritische Punkte. Die nach Arbeitsschutzgesetz für alle Unternehmen vorgeschriebene „Gefährdungsbeurteilung", d.h. die Bestandsaufnahme der gesundheitlichen Belastungen an den Arbeitsplätzen, wird zwar praktisch von allen Großbetrieben durchgeführt, bei der Mehrzahl der Kleinbetriebe aber nicht bzw. nicht ordnungsgemäß. Das ist zwar nichts Neues, das wusste man im Prinzip auch schon vorher, aber das macht die Sache nicht besser und jetzt hat man dazu recht differenzierte Daten. 85 % der Betriebe, die keine bzw. keine ordnungsgemäße Gefährdungsbeurteilung durchgeführt haben, gaben als Grund dafür an, es gäbe keinen Bedarf, weil keine nennenswerte Gefährdung gesehen werde. Das festzustellen, wäre aber gerade die Funktion der Gefährdungsbeurteilung und oft gibt es auch in den Kleinbetrieben erhebliche Gefährdungspotentiale, sie werden aber häufig nicht ernst genommen oder einfach als „branchentypisch" akzeptiert. Bei den Kleinbetrieben muss man sich offensichtlich noch etwas einfallen lassen. Ganz davon abgesehen, dass man auch sonst nicht selbst entscheiden darf, ob man sich an ein Gesetz hält oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evaluation der ersten Phase der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (2008-2012) besteht im Wesentlichen aus einer „Nullmessung" - aus der Beschreibung des Ist-Zustands zu Beginn der koordinierten Interventionen. In der zweiten Phase (2013-2018) wird es dann stärker auch darum gehen, ob die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie ihrem Auftrag gerecht wird und die Arbeitsbedingungen menschengerechter werden. Ein Schwerpunktthema der zweiten Phase wird übrigens die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evaluationsergebnisse werden in absehbarer Zeit veröffentlicht und es dann hoffentlich auch der Bundesregierung erschweren, zu sagen, man habe keine Kenntnisse über die Zahl durchgeführter Gefährdungsbeurteilungen, wie vor kurzem noch in einer &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/02/arbeitsbedingte-erkrankungen-ahnungslose-bundesregierung-oder-missachtung-des-parlaments.php" rel="nofollow"&gt;Antwort auf eine parlamentarische Anfrage&lt;/a&gt; zu lesen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/05/arbeitsschutz-top-bei-grossbetrieben-nachholbedarf-bei-kleinbetrieben.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/goeB1lwmYdw" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/goeB1lwmYdw/arbeitsschutz-top-bei-grossbetrieben-nachholbedarf-bei-kleinbetrieben.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/05/arbeitsschutz-top-bei-grossbetrieben-nachholbedarf-bei-kleinbetrieben.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Sat, 26 May 12 10:28:53 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/05/arbeitsschutz-top-bei-grossbetrieben-nachholbedarf-bei-kleinbetrieben.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Religion und Fortpflanzung [Astrodicticum Simplex]</title>
<description>Hans Rosling ist Professor für Internationale Gesundheit am &lt;em&gt;Institutionen för Folkhälsovetenskap&lt;/em&gt; des Karolinska Institutet in Schweden. Er hat die &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gapminder_Foundation"&gt;Gapminder-Stiftung&lt;/a &gt;gegründet, deren Ziel es ist, öffentlich zugängliche Statistiken aufzubereiten und darzustellen um die Welt besser verstehen zu können. Außerdem hält Hans Rosling mitreißende und faszinierende Vorträge. Über sein &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/05/ein-hoch-auf-die-waschmaschine.php"&gt;Lob der Waschmaschine&lt;/a&gt; habe ich schon berichtet. Damals ging es darum, wie wichtig Technik und Industrialisierung für uns Menschen sind. Jetzt spricht Rosling über die Religion. Er fragt sich, wie die Entwicklung der Weltbevölkerung von der Religion abhängt. Beziehungsweise &lt;i&gt;ob&lt;/i&gt; sie das überhaupt tut.Dabei setzt er die Gapminder-Software seines Instituts ein. Ich kannte die vorher ja noch nicht und muss sagen, dass ich wirklich begeistert bin! Die Art und Weise wie hier statistische Daten präsentiert werden, ist wirklich genial. Aber schaut es euch am besten selbst an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/ezVk1ahRF78" frameborder="0" allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/center&gt;&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Religion hat also nur wenig mit der Anzahl der Kinder zu tun, die eine Frau bekommt. Viel wichtiger ist die Frage, ob die Frau arbeiten kann. Ob sie Zugang zu Verhütungsmittel hat. Und es spielt eine wichtige Rolle, ob die Kindersterblichkeit hoch ist oder nicht! (Das Video hat übrigens auch wenig mit der anderswo oft diskutierten These zu tun, nach der Religiosität einen evolutionären Vorteil darstellt und zu mehr Nachkommen führt; die man allerdings sowieso mit Vorsicht betrachten sollte, wie Bastian Greshake &lt;a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/bierologie/biologie/2012-04-29/die-gesetze-der-evolution-und-die-religion"&gt;hier&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/bierologie/biologie/2012-04-30/die-gesetze-der-evolution-und-die-religion-ii"&gt;hier&lt;/a&gt; erklärt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schon toll, was man mit einer vernünftigen Visualisierung von Daten so alles erklären kann! Und es ist gut zu sehen, dass der Einfluss der Religion nicht so groß ist, wie man denken würde. Natürlich kann die Religion beeinflussen, ob Frauen arbeiten können oder wie mit Verhütungsmitteln umgegangen wird. Mit steigendem Lebensstandard verliert die Religion aber an Bedeutung. Und das macht Hoffnung für die Zukunft &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;em&gt;&lt;small&gt;(via &lt;a href="http://www.itsokaytobesmart.com/post/23627896346/hans-rosling-religions-and-babies-watching-hans"&gt;It's Okay To Be Smart&lt;/a&gt;)&lt;/small&gt;&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/3680367f37114841abc36b0e821b2620" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/religion-und-fortpflanzung.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/eAqENaaxI4c" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/eAqENaaxI4c/religion-und-fortpflanzung.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/religion-und-fortpflanzung.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Fri, 25 May 12 08:40:20 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/religion-und-fortpflanzung.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Zum Gähnen - aber echt cool! [Geograffitico]</title>
<description>Warum gähnen wir eigentlich? Das Lesen von GeoGraffitico-Postings kommt in der folgenden Erklärung zwar glücklicher Weise (aus meiner Sicht, jedenfalls) nicht vor, aber dafür Begriffe wie Empathie, Kühlung, oder auch &lt;a href="http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/1073635"&gt;Pandikulation&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/jGIbUK4nw00" frameborder="0" allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/05/zum-gahnen-aber-echt-cool.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/RpgPW2lygXg" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/RpgPW2lygXg/zum-gahnen-aber-echt-cool.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/05/zum-gahnen-aber-echt-cool.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Thu, 24 May 12 16:12:31 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/05/zum-gahnen-aber-echt-cool.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Wohin eigentlich mit angebrochenen Arzneimitteln? [Plazeboalarm]</title>
<description>Das &lt;a href="http://www.arznei-telegramm.de/index.php3"&gt;arznei-telegramm&lt;/a&gt; verschickt gerade folgende Pressemitteilung an Journalisten. Da mir zuletzt auch aufgefallen war, dass an einigen Apotheken Zettel hingen, wonach sie keine alten Arzneimittel mehr zurücknähmen, poste ich das hier mal. Eine richtige Lösung scheint es nicht zu geben. Wohin entsorgt ihr Eure Medikamente? Bei mir führt es derzeit dazu, dass sich mehr und mehr Mittel ansammeln, deren Ablaufdatum längst überschritten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;em&gt;"&lt;strong&gt;Arzneimittel richtig entsorgen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Behörden sind nicht auf einer Linie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer viel fragt, bekommt oft unterschiedliche Antworten. Dies gilt offensichtlich auch für Themen, für die klare Regelungen etabliert sein sollten -, beispielsweise für die Entsorgung von Arzneimitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktinformationen der Hersteller, also die Beipackzettel oder die standardisierten Informationen für Fachkreise, geben oft unzureichende Handlungsanweisungen, beanstandet der unabhängige Informationsdienst arznei-telegramm®: So sollen Arzneimittel nach Firmenangaben "weggeworfen" oder "sicher" beziehungsweise "entsprechend den nationalen Anforderungen" und "für Kinder unzugänglich" entsorgt oder in die Apotheke zurückgebracht werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Entsorgungssystem der Apotheken, bei dem Medikamente als Sondermüll mit hohen Temperaturen verbrannt wurden, ist jedoch weitgehend zusammengebrochen - aus Kostengründen. Und Apotheken sind nicht verpflichtet, abgelaufene oder angebrochene Arzneimittel zurückzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA rät, Arzneimittel über die Toilette zu entsorgen. Dies ist hierzulande jedoch strengstens verboten: Wer gewässerschädigende Substanzen - also auch Arzneimittel - ins Klo wirft, begeht eine Ordnungswidrigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Berliner Umweltbundesamt hat Umweltschutz im Blick und empfiehlt, nicht mehr gebrauchte Arzneimittel bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Wer den Weg zur Sammelstelle überhaupt auf sich nimmt, ist dabei die Frage. Außerdem bedeutet der Ratschlag, dass alte Arzneimittel bis zum nächsten Gang zur Sammelstelle in der Wohnung zwischengelagert werden und dadurch die Zeit zunimmt, in der Kinder an die Medikamente herankommen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt einen praxisnahen Rat: Alte Arzneimittel sollen unter den Hausmüll gemischt werden. Es empfiehlt sich hierbei, Tabletten aus den Blistern herauszudrücken und Flüssigkeiten in den Müll zu entleeren und dann im verknoteten Müllbeutel in die Mülltonne zu bringen. Allerdings wird nicht aller Hausmüll verbrannt. Etwa 20% des Restmülls werden mechanisch-biologisch entsorgt, wobei biologisch aktive Substanzen nicht mit der gleichen Zuverlässigkeit zerstört werden wie bei der Verbrennung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sinnvolle und korrekte Entsorgung von alten Medikamenten ist also eine echte Herausforderung. (...)&lt;/em&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2012/05/wohin-eigentlich-mit-angebrochenen-arzneimitteln.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/2frDX8jgI2c" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/2frDX8jgI2c/wohin-eigentlich-mit-angebrochenen-arzneimitteln.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2012/05/wohin-eigentlich-mit-angebrochenen-arzneimitteln.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Tue, 22 May 12 13:52:09 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2012/05/wohin-eigentlich-mit-angebrochenen-arzneimitteln.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>WSC - Tag 3: Anleitung zur Subversion, Missbrauch der Wissenschaft gegen Frauen...   und James Randi! [Kritisch gedacht]</title>
<description>&lt;em&gt;Mit diesem fünften Gastbeitrag endet unsere kleine Serie zum WSC 2012. Ganz herzlichen Dank an Gastautor noch'n Flo!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;WSC - Tag 3: Anleitung zur Subversion, Missbrauch der Wissenschaft gegen Frauen...   und James Randi!&lt;br /&gt;
&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit etwas Verspätung komme ich nun endlich dazu, auch vom dritten Kongresstag zu berichten. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit noch vielmals für die Flüchtigkeitsfehler in meinem Bericht vom 2. Kongresstag entschuldigen - wenn ich daraus etwas gelernt habe, so dieses: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Du sollst nicht Blogeinträge verfassen zwischen 24 und 2 Uhr, insbesondere nach einem langen und anstrengenden Kongresstag, und vor allem niemals, wenn Du zuvor:&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
a) in den vorangegangenen Nächten schon viel zu wenig geschlafen hast und&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
b) am selbigen Abend mit anderen Skeptikern gefeiert hast.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schlage hiermit vor, dieses zum &lt;b&gt;ersten Gebot&lt;/b&gt; aller (skeptischen) Blogger zu erheben.   ;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber egal, ich bin jetzt zumindest leidlich ausgeschlafen, da sollt Ihr nun auch nicht mehr des finalen Berichtes darben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der dritte Kongresstag begann mit einer sehr speziellen Session, während derer James Randi nicht nur aus seinem Leben berichtete, sondern auch den Kongressbesuchern Rede und Antwort zu seiner Millionen-Dollar-Challenge stand. Unter anderem erzählte auch er die Geschichte, als er 1981 die Nachricht erhielt, dass ein Asteroid im Asteroidengürtel nach ihm benannt worden war. James Randi arbeitete damals recht eng mit Arthur C. Clarke, dem Schöpfer von „2001 - Odyssee im Weltraum" zusammen, und rief seinen SF-Freund natürlich sofort an. Dieser meinte nur lapidar: „Oh schön, so etwas passiert manchmal. Ich selber hatte diese Ehre schon vor vielen Jahren." &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin rief James Randi die International Astronomical Union (IAU) an. Am nächsten Tag konnte er seinem Freund berichten: „Dein Asteroid ist nur 0.75 km gross, meiner jedoch 4 km".&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soviel zur Bedeutsamkeit unseres heutigen Redners...   ;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31266" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC%202012-3%20003.JPG"&gt;&lt;img alt="WSC 2012-3 003.JPG" src="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC 2012-3 003-thumb-500x375.jpg" width="500" height="375" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber mal wieder ernsthaft. Im weiteren Verlauf des Vortrags durften wir alle Zeuge einer wirklich einzigartigen Vorführung des „Cold Reading" - einer sehr speziellen Subdisziplin der „Mentalmagie" -  werden. Letztere hatte JR schon vor Jahrzehnten aufgegeben, nachdem ihm jemand in dern 60ern angeboten hatte, ihm 75 USD pro Woche zu zahlen, wenn JR ihm Tips für Pferderennwetten geben würde. Dies war der Zeitpunkt gewesen, an dem JR erkannt hatte, dass sein Publikum &lt;b&gt;tatsächlich glaubte&lt;/b&gt;, er habe übersinnliche Fähigkeiten. Da er sich nicht weiter schuldig machen wollte, einen solchen Glauben weiter zu befördern, zog er sich aus diesem Teilgebiet der Magie weitgehend zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber für die WSC-Teilnehmer machte er eine Ausnahme - am Vorabend hatte er sich mit der Tochter des GWUP-Vorsitzenden Armando Sarma getroffen und sie gebeten, aus einer in der Hotellobby herumliegenden Zeitung eine beliebige Zeitung auszuwählen, aus dieser eine beliebige Seite zu wählen, und von dieser Seite wiederum ein beliebiges Wort. Und in der Session am Sonntagmorgen schaffte es James Randi in wirklich beeindruckender Manier (und das schreibe ich auch als jemand, der sich seit einem Vierteljahrhundert in Amateurmagie versucht, und entsprechend eine Menge der zugrundeliegenden Techniken gut kennt), das fragliche Wort zu identifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alleine diese Vorführung war m.E. die gesamte Kongressgebühr wert. Das war echt vom Feinsten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber er erzählte uns auch ein paar Geschichten aus der 1-Millionen-Dollar-Challenge. So erhielt er vor ein paar Jahren einen Anruf eines Physikers aus Kalifornien. Dieser berichtete ihm, dass wohl gerade eben die Wette gewonnen worden war. Ein junger Mann war in dem Labor in Kalifornien erschienen und hatte telekinetische Fähigkeiten angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hatte auch gebeten, dass die Wissenschaftler für ihn eine Schachtel Streichhölzer besorgen sollten. Wie manche Wissenschaftler nun einmal sind, so hatten diese gleich eine &lt;b&gt;ganze Grosspackung&lt;/b&gt; gekauft, ein einzelnes Päckchen ausgewählt, und den Rest verworfen (also weggeschmissen). Das nenne ich mal eine gute Randomisierung!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Proband hatte nun ein einzelnes Streichholz genommen und auf seinen Handrücken gelegt, wo dieses sich sofort senkrecht aufrichtete. Als JR dieses hörte, wies er seinen Assistenten an, ihm ein bestimmtes Buch von Martin Gardner aus seiner Bibliothek zu bringen. Dann fragte er den Anrufer, ob er diesem ein Fax schicken könnte. Der Anrufer antwortete: „Ja klar, aber warum?" JR antwortete, der Physiker solle mal einfach abwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fax wurde geschickt, der kalifornische Physiker bestätigte den Eingang, und begann zu lesen. Mittendrin war dann die Verbindung dann plötzlich unterbrochen. Der Anrufer hatte wohl erkannt, auf einen uralten Zaubertrick hereingefallen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der 2. Session des 3. Kongresstages ging es dann um Pseudowissenschaften in der Gesellschaft. Im ersten Vortrag zu diesem Thema, gehalten von Sven Ove Hansson (Begründer der schwedischemn Skeptikergesellschaft, die mit über 3'000 Mitgliedern eine der grössten Europas ist!), ging es um Skeptiker und Pseudoskeptiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäss Definition sind Skeptiker vor allem Menschen, die die Welt an sich infrage stellen. Diese Definition stammt noch aus der Antike. „Skeptiker" waren dort Menschen, die die Frage stellten, ob die Welt, wie wir sie wahrnehmen, wirklich so ist, wie wir sie sehen, und die Frage stellten, wie wir zu dieser Frage Gewissheit gewinnen könnten (also ungefähr so wie im Film „Matrix"). Im Zeitalter der Aufklärung griff Descartes diese Frage wieder auf - mit dem berühmten Satz „Cogito, ergo sum" („Ich denke, also bin ich").&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu muss man die heutigen Skeptiker als „wissenschaftliche Skeptiker" betrachten. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Haltung ist die Bereitschaft, sich auch mit Dingen auseinanderzusetzen, die nicht für die Wissenschaft, aber umso mehr für die Öffentlichkeit interessant sind (das mach den Unterschied zum „gewöhnlichen" Wissenschaftler aus).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt aber auch „anti-wissenschaftliche Skeptiker". Dieses sind Menschen, die sich oberflächlich „skeptisch" geben, aber leider immer wieder im Interesse gewisser Unternehmen handeln, also z.B. Klimaskeptiker oder Tabakskeptiker. Auch Kreationisten oder die Kritiker an der allg. bzw. spez. Relativitätstheorie gehören in diese Kategorie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dafür bedarf es einer selektiven Wissenschaftsleugnung. Der Feind ist eine etablierte wissenschaftliche Theorie, die das Weltbild der Pseudoskeptiker stört. Die feindliche Theorie ist im Regelfall komplex und schwer zu verstehen. Die Leugner akzeptieren nicht die wissenschaftlichen Standards, die für die Akzeptanz der von ihnen angegriffenen Theorie notwendig sind. Der grösste Teil der Leugner sind keine Experten im betreffenden Gebiet. Und in der Mehrzahl sind die Leugner männlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leugner schaffen es ausserdem nicht, in etablierten Fachmagazinen zu publizieren; sie führen dies jedoch im Regelfall auf eine Verschwörung der internationalen Wissenschaftlergemeinschaft gegen sie selber zurück (und weniger auf ihre eigenen Unzulänglichkeiten). Daher wenden sie sich bevorzugt an die Öffentlichkeit. Sie machen dann falsche Angaben über ihren (nicht vorhandenen) Rückhalt in der wissenschaftlichen Gemeinschaft (und veröffentlichen dann bevorzugt lange Listen mit den Namen ihrer Befprworter, anstatt &lt;b&gt;echte Argumente&lt;/b&gt; zu bringen). Viele dieser Leugner weisen dann auch (gemeinsame) politische Motive für ihre öffentlichen Argumentationen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb müssen wir als Sekptiker uns stets fragen:&lt;br /&gt;
1.	Was wissen wir &lt;b&gt;sicher&lt;/b&gt;?&lt;br /&gt;
2.	Wie sollten wir uns nach aktuellem Kenntnisstand verhalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nächste Vortrag des Vormittags kam dann von Chris Mooney, einem amerikanischen Bestseller-Autor, der uns mit der Leugnung der Realität (und damit auch der Wissenschaft) durch die Konservativen in den USA vertraut machte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31268" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC%202012-3%20021.JPG"&gt;&lt;img alt="WSC 2012-3 021.JPG" src="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC 2012-3 021-thumb-500x375.jpg" width="500" height="375" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei diesem Problem ist vor allem eines wichtig: Republikaner leugnen nicht nur, sie greifen die Wissenschaft sogar direkt an. Dafür haben sie vor allem 2 Gründe: Geld und Religion. Ëin sehr krasses Beispiel ist, dass die Anhänger der Republikaner die akzeptierten Theorien zur Klimaerwärmung umso mehr ablehnen, je höher ihr Bildungsgrad ist (bei allen anderen Parteien in den USA ist dies genau andersherum!). Einen ähnlichen Effekt konnte man vor einiger Zeit bei einer Umfrage beobachten, bei der gefragt wurde, ob die Befragten der Meinung seien, der US-Präsident Barack Obama sei (wegen seines 2. Vornamens „Hussein") ein Muslim. Dem stimmte wiederum eine grosse Anzahl der Anhänger der republikanischen Partei zu (insbesondere die Anhänger der „Tea-Party-Bewegung"). Diese Menschen wurden in diversen US-amerikanischen Fernsehsendungen bereits als „smart idiots" bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Nachmittag des 3. Tages läutete dann der Vortrag von Simon Perry ein. Er erzählte von einer Aktion, die er via Internet auf den Weg gebracht hatte, als die britische Chiropraktiker-Vereinigung (BCA) Simon Singh wegen übler Nachrede verklagt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simon Perry war dabei systematisch auf die Homepages vieler britischer Chiropraktiker gegangen, und hatte sich genau die Versprechungen angesehen, die diese für ihre Behandlungen machten. U.a. wurde dort des öfteren damit geworben, dass mit chiropraktischen Interventionen &lt;b&gt;Koliken bei Säuglingen&lt;/b&gt; behandelt werden könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für diese Behauptung gibt es jedoch keinerlei Nachweis. Ganz im Gegenteil: meherere Studien haben diese Behauptung bereits widerlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simon Perry mahnte daraufhin dutzende Chiropraktiker-Praxen in GB ab. Ebenso die Dachvereinigung BCA. Ohne Ergebnis. Also wandte er sich mit seiner Beschwerde an die zuständige Aufsichtsbehörde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz darauf wies die BCA alle Mitglieder an, ihre Internetseiten sofort vom Netz zu nehmen. Ausserdem sollten alle Info-Broschüren über die Anwendung chiropraktischer Methoden bei Kindern aus den Wartezimmern entfernt werden. Selbst die BCA nahm ihre Seite vom Netz!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele dieser Seiten sind bis heute nicht mehr online genangen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diverse Studien, die die BCA zur Wirksamkeit der Chiropraktik bei Koliken oder Asthma bis heute anführt, sind mittlerweile widerlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simon Perry hat in den letzten Jahren eine ähnliche Aktion beim CNHC („Complementary and Natural Healthcare Counsil", ein von Prince Charles gegründeter Verband britischer Pseudomediziner)  durchzuziehen, weil dieser plötzlich Fussreflexzonentherapeuten aufnahm. Diese Beschwerden verliefen jedoch im Sande, schliesslich erhielt Simon eine Nachricht, dass der Verband in nächster Zukunft keinerlei Beschwerden mehr von ihm annehmen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Simon hat mittlerweile ein Internet-Tool entwickelt, mit dem man sich in sehr einfacher Weise über solche pseudowissenschaftlichen Verfahren beschweren kann. Dieses heisst „FishBarrel" - und Simon hat uns auf dem Kongress versprochen, dieses Tool auf Anfrage &lt;b&gt;jedem&lt;/b&gt; Land auf der Welt innert weniger Tage anzupassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na: denn man tau!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nächste Vortrag von &lt;a href="http://www.skepchick.org/"&gt;Rebecca Watson&lt;/a&gt; drehte sich um das Problem, wie leider immer wieder &lt;b&gt;männliche&lt;/b&gt; Forscher die Wissenschaft missbrauchen, um negativ gegen Frauen vorzugehen. Hierzu führte sie ein paar Studien an, die tatsächlich so in den letzte Jahren in angesehenen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden:&lt;br /&gt;
- die Liebe der Frauen zum Shopping ist eine Rückentwicklung in die Zeit der Höhlenmenschen&lt;br /&gt;
- Männer präferieren blonde Frauen, weil sie ihnen das Alter besser ansehen können&lt;br /&gt;
- Männer bevorzugen deshalb Frauen mit grossen Brüsten, weil diese mit zunehmendem Alter grösser werden und Männer von Natur aus ältere Frauen bevorzugen&lt;br /&gt;
- es hat biologische Gründe, dass Frauen eher rosa bzw. rötliche Farben bevorzugen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31270" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC%202012-3%20037.JPG"&gt;&lt;img alt="WSC 2012-3 037.JPG" src="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC 2012-3 037-thumb-500x375.jpg" width="500" height="375" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich hiermit definitiv jeglicher Gender-Debatte enthalten (wg. schlechter Erfahrungen), und beende somit meine Berichterstattung über dieses seltsame Thema. Aber die genannten Beispiele finde ich schon gruselig...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Ende des letzten Kongresstages kamen dann James Randi, Ray Hyman und Massimo Polidoro zusammen, um eine der letzten Seancen des grossen Henri Houdini nachzustellen. Dieser hatte sich schon früh der Aufdeckung übersinnlicher Phänomene verschrieben. In der Sitzung konnten wir dann (nach einer kleinen mentalmagischen Einlage von Ray Hyman) abermals Zeugen des unglaublichen Talents des James Randi werden, der trotz seines fortgeschrittenen Alters (und trotz seiner überaus offensichtlichen Osteoporose und Polyarthrosen) zwei sehr beeindruckende Entfesselungen vorführte (zugegeben: für mich als langjährigen Amateur-Zauberer nicht so wirklich überraschend, aber dennoch absolut genial vorgeführt!). Danach stand er zum letzten Mal Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31272" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC%202012-3%20044.JPG"&gt;&lt;img alt="WSC 2012-3 044.JPG" src="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC 2012-3 044-thumb-500x375.jpg" width="500" height="375" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der Frage drehte sich darum, ob sich auf seine 1 Mio. Dollar-Challenge auch schon oft &lt;i&gt;offensichtliche Betrüger&lt;/i&gt; gemeldet hatten. JR erzählte daraufhin die Geschichte von einem Mann aus dem Staate New York, der sich folgendermassen bei ihm gemeldet hatte: „Schicken Sie eine Person ihrer Wahl an einen Ort, maximal 20 Meilen von Ihrem Büro in Fort Lauderdale entfernt. Ich werde diese Person finden und an ihre Tür klopfen." James Randi hatte diesen jungen Mann spontan zum Test eingeladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kandidat kam dann auch am vereinbarten Tag pünktlich um 10 Uhr bei James Randis Büro an. Und erkundigte sich sofort, wo denn nun die Person sei, die er finden sollte. Daraufhin informierte ihn JR, dass er diese Person bereits am Vorabend zu dem geheimen Ort gebracht hatte (es handelte sich um James Randis Schwester, die in einem Hotel wartete).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies brachte den Kandidaten völlig aus der Fassung. Er versagte bei der Prüfung gnadenlos - er hatte nämlich einen Freund im eigenen Auto mitgebracht, der der zu findenden Person heimlich folgen und ihn über ihren Aufenthaltsort informieren sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich selber habe mir zum Abschluss der Konferenz dann auch noch eine Frage an James Randi erlaubt: ob er denn nach all' den Jahren, in denen so viele Kandidaten beim Versuch, die 1 Mio. Dollar zu gewinnen, gescheitert waren, noch immer &lt;b&gt;ernsthaft&lt;/b&gt; daran glaube, dass eines Tages irgendjemand erfolgreich die Millionen-Dollar-Herausforderung bewältigen könne. Die Antwort war ein knappes, aber eindeutiges „Nein!"&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit möchte ich meine kurze Reihe der Berichterstattung vom „World Skeptics Congress 2012" in Berlin beschliessen. Ich bedanke mich hiermit vielmals bei Ulrich Berger, der mir seinen Blog als Plattform für meine Berichte zur Verfügung gestellt hat. Sie mögen nicht immer vollständig oder akkurat gewesen sein, aber ich hoffe dennoch, Euch einen ungefähren Eindruck von einer wirklich tollen Konferenz vermittelt zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens: 2013 steht wieder ein Kongress der &lt;i&gt;europäischen&lt;/i&gt; Skeptiker an - der Ort ist zwar noch nicht definitiv, aber es sieht laut Armadeo Sarma, dem Vorsitzenden der GWUP, sehr stark nach Schweden als Gastgeber aus. Und ausserdem findet ja noch das Jahrestreffen der GWUP in Köln statt. Vielleicht sehen wir uns ja dort?&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/05/wsc-tag-3-anleitung-zur-subversion-missbrauch-der-wissenschaft-gegen-frauen-und-james-randi.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/BWu1fHw69Xo" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/BWu1fHw69Xo/wsc-tag-3-anleitung-zur-subversion-missbrauch-der-wissenschaft-gegen-frauen-und-james-randi.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/05/wsc-tag-3-anleitung-zur-subversion-missbrauch-der-wissenschaft-gegen-frauen-und-james-randi.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Tue, 22 May 12 02:59:59 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/05/wsc-tag-3-anleitung-zur-subversion-missbrauch-der-wissenschaft-gegen-frauen-und-james-randi.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>WSC 2012 - Tag 2: The good, the bad, the ugly [Kritisch gedacht]</title>
<description>&lt;em&gt;Ein Gastbeitrag von Kommentator noch'n Flo&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;WSC 2012 - Tag 2: The good, the bad, the ugly&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor ich mit meinem Bericht vom WSC 2012 mit Tag 2 fortfahre, wollte ich es nicht versäumen, einmal ein wenig vom Kongress selber zu erzählen. Die Veranstaltung ist mit rund 320 Besuchern restlos ausgebucht (genauso wie schon der Publikumstag und der Science Slam). Einen solchen Erfolg hatten die gastgebenden Berliner Skeptiker nicht zu hoffen gewagt. Die Organisation ist spitze, der Veranstaltungsort nahe des Bahnhof Zoo sehr schön - einzig die im Kongresssaal aufgestellten Stühle zeichnen sich durch eine gewisse Unbequemlichkeit aus und stehen ausserdem für meinen Geschmack etwas zu eng beieinander. Bei gut besuchten Vorträgen ist da manchmal durchaus Gruppenkuscheln angesagt...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31123" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC%202012-2a%20008.JPG"&gt;&lt;img alt="WSC 2012-2a 008.JPG" src="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC 2012-2a 008-thumb-500x375.jpg" width="500" height="375" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;em&gt;Eine Hälfte des Publikums - nochmal so viele Besucher befinden sich hinter der Kamera.&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders beeindruckt bin ich ja von James Randi, der sich mit schier endloser Geduld mit Kongressteilnehmern fotografieren lässt und Fragen beantwortet. SB-Kommentator „pirx" hat ihn schon liebevoll als das „Kongress-Maskottchen" bezeichnet. Aber irgendwie scheinen die Skeptiker auch einfach nur seine grosse Familie zu sein, und er ist der liebe Opa, der irgendwie immer zwischen allen herumwuselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber genug zum Kongressrahmen, hier nun ein paar Worte zu den Vorträgen des 2. Tages:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Schwerpunktthema bildete die sog. „Alternativmedizin".  Zunächst führte uns Jürgen Windeler in die Grundlagen des Themas ein und machte sehr deutlich klar, dass die Verwendung von Begriffen wie „alternative" oder „komplementäre" Medizin keinen Sinn macht, und die daraus oft abgeleitete Forderung, diese Verfahren auf andere Weise zu prüfen, wie die etablierte Medizin, keinerlei Basis hat. In der CAM („complementary and alternative Medicine") wird immer gerne die „Anregung von Selbstheilungskräften" als Ziel formuliert. Allerdings haben Selbstheilungskräfte immer einen wichtigen Anteil an der Heilung von Krankheiten, auch die etablierte Medizin kommt nicht ohne sie aus. Sie müssen allerdings auch nicht besonders angeregt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptvoraussetzung für Aussagen über Effekte einer Methode ist stets der Vergleich. Ein Verfahren isoliert zu beobachten (wie es die CAM gerne tut) macht keinen Sinn, man braucht stets den Vergleich mit  entweder einer Nicht- bzw. Scheinbehandlung (Placebo) oder einer anderen Therapie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In entsprechenden Studien kommt der Randomisierung und der daraus resultierenden Unberechenbarkeit für den Probanden, ob er nun mit einem Placebo oder der tatsächlich zu testenden Therapie (Verum) behandelt wird, die grösste Bedeutung zu. Wurde hier in einer Studie schlecht gearbeitet, sind die Ergebnisse oft nicht verwertbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls wichtig, wenn auch lange nicht so wichtig wie die Randomisierung, ist die Verblindung. Hier gibt es aber verschiedene Grade:&lt;br /&gt;
- die einfache Verblindung - hier weiss lediglich der Patient nicht, ob er mit Verum oder Placebo behandelt wird&lt;br /&gt;
- die doppelte Verblindung (die häufigste Form) - hier weiss auch der Behandler nicht, ob er Verum oder Placebo verabreicht&lt;br /&gt;
- die dreifache Verblindung - hier weiss auch der auswertende Statistiker nicht Bescheid&lt;br /&gt;
- die vierfache Verblindung - hier weiss nicht einmal der Autor der Studie, welche Ergebnisse zu welcher Gruppe gehören, muss aber trotzdem eine Entscheidung treffen, welches getestete Verfahren das effektivere ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist offensichtlich, dass nicht jede Studie gleich stark verblindet werden kann. So ist bei vielen Operationen nur eine einfache Verblindung möglich. Es sollte aber stets angestrebt werden, den maximal möglichen Verblidungsgrad zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den nächsten Vortrag hielt Gerd Antes von der Uni Freiburg. Er setzte direkt beim letzten Vortrag an und erklärte zunächst den Unterschied zwischen Meta-Analysen (eine gewisse Anzahl von Studien wird miteinander verglichen) und der Analyse der Varianz individueller Patientendaten (bei denen aus mehreren Studien die einzelnen Patientendaten in einen grossen Topf wandern und dort neu untersucht werden). Besonders letztere ist sehr gut geeignet, um Verfahren zu validieren, bei denen zu Beginn die Studienergebnisse noch nicht ganz eindeutig waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittlerweile werden pro Jahr 20'000 (!) neue randomisierte doppeltverblindete Studien neu in medizinischen Fachjournalen veröfftenlicht. Das Ziel muss es daher sein, immer die maximal verfügbare Menge vorhandener Daten in neue Studien mit aufzunehmen. Leider werden aber immer häufiger die Ergebnisse älterer Studien nicht mehr mit einbezogen; im Schnitt werden in einer neuen Studie nur noch 2 ältere Studien zitiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausserdem kommen 50% der Informationen aus Studien nie beim Praktiker an. Manche Studien verschwinden ganz von der Bildfläche, manchmal werden einfach nur genehme Teildaten veröffentlicht. Dies hat verschiedene Gründe - die Folgen sind jedoch schwerwiegend: nicht nur für die Patienten, sondern auch für die weitere Forschung, die auf den mangelhaften Daten aufbaut. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist der &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/01/tamiflu-ein-geheimhaltungsplacebo.php"&gt;Tamiflu-Skandal&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um solchen Problemen künftig entgegenzuwirken, müssen in der Schweiz seit 2011 alle Studien vor Beginn registriert werden (damit sie nicht mehr heimlich, still und leise in der Schublade verschwinden können). In Deutschland gab es zu diesem Thema bereits 2 Debatten im Bundestag, passiert ist jedoch bislang nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Schluss wies Prof. Antes nochmals darauf hin, dass Anekdoten keinerlei wissenschaftliche Funktion erfüllen. Dies liegt insbesondere daran, dass im Regelfall überhaupt nur Erfolge gemeldet werden, Misserfolge jedoch nicht. Die Erfolgsrate ist somit überhaupt nicht berechenbar, die Erfolgsquote wäre immer 100%.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer kurzen Pause folgte dann der (meiner Meinung nach) beste Vortrag bis dato: Harriet Hall sprach über „Märchen-Medizin". Zunächst gab es auch hier den Hinweis, dass es gar keine „alternative Medizin" gibt - alles, dessen Wirksamkeit einmal bewiesen wird, wird automatisch Teil der „Medizin". Der Rest ist Scharlatanerie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Leute vertrauen bei ihrer Entscheidung für ein Verfahren auf die Empfehlungen anderer, auf Auftoritäten oder auf die Werbung. Diese sind jedoch keine gute Referenz. Einzig medizinische Studien liefern objektive Ergebnisse. Aber Vorsicht! Einzelne Studien haben erst einmal nur wenig Aussagekraft, erst durch Meta-Analysen und systematische Reviews entsteht echte Sicherhait über die Wirksamkeit eines Verfahrens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch die Plausibilität darf man bei der Beurteilung eines Verfahrens nicht aus den Augen verlieren. Kommt ein Verfahren mit einem stimmigen Grundkonzept daher, lohnt sich weitere Forschung. Werden aber Grundannahmen verlangt, die mit wissenschaftlichen Erkenntnissen unvereinbar sind, kann man sich Studien oft sparen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat die Homöopathie eine Plausibilität, die sich nahe Null bewegt. Für die Akupunktur ist eine solche denkbar, allerdings nicht in dem Rahmen, den die Akupunktur bislang gemeinhin annahm (siehe weiter unten). Bei der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) ist die Plausibilität sehr hoch, da schon lange bekannt ist, dass Pflanzen Stoffe produzieren, die im menschlichen Körper wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31125" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC%202012-2a%20014.JPG"&gt;&lt;img alt="WSC 2012-2a 014.JPG" src="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC 2012-2a 014-thumb-500x375.jpg" width="500" height="375" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie aber kann man diese Verfahren testen, und wo lauern Fehler? Dazu ein Beispiel: wenn man den Effekt von Akupunktur auf Rückenschmerzen testen möchte, so macht es wenig Sinn, die eine Hälfte der Patienten konventionell zu behandeln, z.B. mit Medikamenten und/oder Physiotherapie, und die andere Hälfte der Patienten zum Akupunkteur zu schicken. Hier wird die Akupunktur stets gewinnen, da bereits das gesamte Setting darauf hinwirkt. Der Akupunkteur hat für den Patienten viel mehr Zeit, er geht anders an ihn heran usw. Man muss sich also ein anderes Studiendesign überlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grosses Problem gab es in den letzten Jahren mit den sog. „Cochrane-Studies". Diese kamen bei der Entscheidung zwischen evidenzbasierter Medizin (EBM) und CAM oft zu keinem eindeutigen Ergebnis, stattdessen hiess es: „we need more data". Nur leider interpretierten die Vertreter der CAM dies oft fälschlich als Beleg, dass ihre Verfahren der EBM ebenbürtig seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der CAM selbst initiierte Studien wollen im Regelfall das „Alternativverfahren" von vornherein gar nicht erst in Frage stellen (wie es in der EBM Standard ist), sondern nur von dessen Wirksamkeit überzeugen. Infolgedessen werden oft nur wenige Daten erhoben, auch die Studiendesigns sind oft mangelhaft. Das Ergebnis ist dennoch oft, dass das Verfahren nicht besser ist, als ein Placebo. Was die Vertreter der CAM nicht daran hindert, zu sagen: „Hey, Placebo ist doch gut, also lasst uns das Verfahren weiter verwenden."&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Placeboeffekte sind jedoch oft konditioniert, deshalb findet man sie auch bei Tieren (ausgelöst durch vermehrte Zuwendung). Und ein besseres Gefühl des Patienten sagt auch noch lange nicht aus, ob es ihm tatsächlich auch objektiv messbar besser geht. Ein gutes Beispiel ist eine aktuelle Studie zum Asthma-Medikament Albutrol. Dieses wurde mit Placebo, Shem-Akupunktur und Nichtbehandlung verglichen. Ein besseres Wohlbefinden gaben etwa gleich viele Patienten bei &lt;b&gt;allen drei&lt;/b&gt; Behandlungen an, lediglich bei Nichtbehandlung waren es signifikant weniger. Wurde aber apparativ das Atemvolumen gemessen, so war dies einzig durch das Medikament gebessert worden, Placebo und Akupunktur unterschieden sich nicht signifikant von der Nichtbehandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der letzte Vortrag des Vormittags (von dem ich mir auch den Titel für diesen Blogeintag ausgeliehen habe) wurde von Benedikt Matenaer gehalten, einem Anästhesisten, Palliativmediziner  und Schmerztherapeuten, der auch eine Akupunktur-Ausbildung durchlaufen hatte (dieses Verfahren jedoch heute nicht mehr anwendet).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Akupunktur ernsthaft anzuwenden, muss man erst einmal an folgende - nicht bewiesene - Grundlagen glauben:&lt;br /&gt;
1. es gibt im menschlichen Körper einen Energiefluss namens „Chi" &lt;br /&gt;
2. dieses fliesst entlang sogenannter „Meridiane" durch den Körper&lt;br /&gt;
3. entlang dieser Meridiane gibt es Punkte mit speziellen Funktionen&lt;br /&gt;
4. Krankheit entsteht durch eine Disharmonie im Chi-Fluss&lt;br /&gt;
5. das Einbringen von Nadeln an den speziellen Punkten bringt den Chi-Fluss wieder in Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Matenaer hat diese Grundlagen vor allem deshalb nochmal so expliziert erläutert, weil selbst der Grossteil der Patienten, die sich mit Akupunktur behandeln lassen, diese nicht kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grosser Teil der Patienten kommt wegen Schmerzen zum Akupunkteur. Das Problem ist: gerade Schmerzen und ihre Wahrnehmung sind sehr individuell, der Einfluss eines Placebo-Effekts dementsprechend sehr gross.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt allerdings einige Punkte, die für eine Wirksamkeit der Akupunktur sprechen (wenn auch nicht in der oben geschilderten Art und Weise). So stimuliert das Einbringen der Nadeln die Ausschüttung von Endorphinen - Botenstoffen, die die Schmerzwahrnehmung verringern oder sogar ganz blockieren. Möglicherweise findet auch ein Overflow im Gehirn statt, wenn viele kleine Schmerzreize oder sogar Nicht-Schmerz-Reize das Gehirn so überfluten, dass andere Schmerzreize nicht mehr durchkommen. Auf dieser Basis dürfte sogar der Effekt der Klangschalen-Therapie beruhen: durch die andauernden sehr starken Vibrationen werden gewisse Eingangskanäle im Gehirn einfach dermassen überfordert, dass der Schmerz draussen bleibt. Einen vergleichbaren Effekt macht sich auch die mittlerweile in der Medizin etablierte TENS-Therapie zunutze, bei der die Stimulation durch schwache, aber rhythmische elektrische Impulse erfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausserdem erhöhen die Nadeln die Durchblutung in der Haut, dies führt zu einer Erwärmung des Areals, was wiederum die Muskulatur entspannt, wodurch wiederum die Schmerzen weniger werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ganz wichtig: es gibt bislang keinen Hinweis darauf, dass die Wirksamkeit der Akupunktur an bestimmte Punkte bzw. Meridiane gebunden ist. Vielmehr zeigten Studien, dass der Effekt derselbe ist, egal wo die Nadeln gesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im übrigen empfiehlt derzeit keine einzige medizinischen Fachgesellschaft in Deutschland die Akupunktur bei bestimmten Beschwerden. Die deutschen Krankenversicherer (gesetzliche) zahlen derzeit im Schnitt bis zu € 361.- pro Jahr für die Behandlung von Schmerzen bei Tumorpatienten. Für die Anwendung von Cannabis, dessen Wirksamkeit bei dieser Indikation in vielen Studien bewiesen wurde, wird gar nichts gezahlt. Und insgesamt zahlen die gesetzlichen Kven  in Deutschland pro Jahr mehr als 500 Mio. Euro für die Akupunktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Mittagessen ging es dann mit einem anderen Thema weiter: der Irrationalität des Menschen, wenn es um die Bewertung von Risiken geht. Zunächst betrachtete Walter Krämer das Verhalten einzelner Menschen bei der Bewertung von Risiken. Dabei spielt es eine grosse Rolle, wie gegenwärtig das Risiko ist, aber auch, ob man selber das Risiko kontrollieren kann, oder ob man schon damit konfrontiert wurde - sei es persönlich, aber auch in den Medien. So werden pro Jahr weltweit 100x mehr Menschen von Kokosnüssen erschlagen als von Haifischen getötet, trotzdem haben die meisten Menschen vor ersterem sehr viel mehr Angst, als vor Letzterem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Faktor ist der Anstieg der Risikobereitschaft, wenn man sich sicherer fühlt. So wurde vor Jahren ein Vergleich bei Münchner Taxis durchgeführt - es wurden diejenigen mit ABS vergleichen mit denen, die nicht über diese Technologie verfügten. Ergebnis: die Fahrzeuge mit ABS hatten mehr Unfälle, als die ohne. Der Grund hierfür lag in einer riskanteren Fahrweise der Fahrer der Taxis mit ABS. (Ein amerikanischer Psychologe schlug daraufhin vor, im Lenkrad jedes Autos einen kleinen Speer einzubauen, der bei einem Unfall dem Fahrer sofort ins Herz geschossen wird, damit würde eine derart vorsichtige Fahrweise ausgelöst, dass die Anzahl der Verkehrsunfälle drastisch zurückgehen müsste. (Aus meiner Sicht ein seltsamer Humor...))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch ein Beispiel für verzerrte Risikowahrnehmung: gemäss Untersuchungen stammen 99.99% aller Gifte und Pestizige in der Nahrung aus der Natur - sie werden von Pflanzen zur Abwehr von Fressfeinden und Schädlingen gebildet. In Holland fand man in einer Studie sogar heraus, dass Bio-Äpfel sogar stärker damit belastet waren, als die herkömmlich gezüchteten Exemplare. Der Grund liegt darin, dass die von aussen aufgebrachten Pestizide durch Regen sowieso fast restlos abgewaschen werden, aber immerhin die Pflanze dazu bringen, selber weniger Giftstoffe zu bilden (die dann in der Frucht sind). Die Bio-Früchte mussten sich alleine selbst verteidigen, bilden daher mehr Giftstoffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesem Ausflug in die Irrungen der menschlichen Ängste, transportierte Holm Hümmler das Thema dann auf die Ebene der Grossunternehmen, wo Risikobewertungen leider immer öfter nicht mehr durch rationale Kriterien erfolgen. Eine der bekanntesten Folgen war die Immobilienkrise. Der Vortrag war recht unterhaltsam, aber leider auch nicht wirklich relevant für das Konferenzthema. Wen er trotzdem interessiert, findet ihn &lt;a href="http://www.strategies-for-uncertainty.com/?p=22"&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der letzte Schwerpunkt des 2. Kongresstages lag dann bei „Psyche und Pseudowissenschaft". Der legendäre Ray Hyman berichtete exemplarisch von den Versuchsreihen des &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Friedrich_Z%C3%B6llner"&gt;Karl-Friedrich Zöllner&lt;/a&gt; im späten 19. Jahrhundert zur Telekinese und wie sich dieser durch persönliche Erwartungshaltungen in seiner Urteilskraft hatte beeinflussen lassen. Dem stellte er die Untersuchungen James Randis von 1975 gegenüber, als dieser die „Fähigkeiten" Uri Gellers untersucht und schliesslich dessen Tricks aufgedeckt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31127" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC%202012-2b%20011.JPG"&gt;&lt;img alt="WSC 2012-2b 011.JPG" src="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC 2012-2b 011-thumb-500x375.jpg" width="500" height="375" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als nächstes stellte Chris French die Arbeiten von Daryl Bem vor, der in den letzten 10 Jahren Untersuchungen zu übernatürlichen Fähigkeiten vorgenommen, und seine Ergebnisse sogar im „Journal of Personality and Social Psychology", einem Journal mit einem Impact-Factor von immerhin 4732, veröffentlicht hatte. Bem hatte 9 Versuchsreihen durchgeführt, davon wiesen 8 Ergebnisse auf, die parapsychologische Fähigkeiten zu beweisen schienen. Chris French und seine Mitarbeiter haben daraufhin versucht, die Ergebnisse mit exakt demselben Versuchsaufbau zu wiederholen, was ihnen jedoch nicht gelang. Die Studien wiesen auch massive methodische Schwachpunkte auf. So wurden Rohdaten immer wieder neu gruppiert, teilweise einzelne Testpersonen aus der Studie entfernt usw. Ausserdem fiel auf, dass bei Experimenten mit sehr positiven Werten weitaus weniger Probanden beteiligt waren, als bei Experimenten mit nur recht knapp signifikantem Ergebnis. Ein solches Phänomen findet man öfters in pseudowissenschaftlichen Veröffentlichungen: liefert ein Experiment (zufällig) recht schnell günstige Ergebnisse, wird es abgebrochen, um diese nicht zu gefährden. Läuft ein Experiment hin gegen nicht wie erwartet, so wird die Teilnehmerzahl so lange aufgestockt, bis das Ergebnis zumindest knapp für den gewünschten Nachweis ausreicht.&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der Studie wurden übrigens - wie so oft - mit der Quantenphysik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31129" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC%202012-2b%20019.JPG"&gt;&lt;img alt="WSC 2012-2b 019.JPG" src="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC 2012-2b 019-thumb-500x375.jpg" width="500" height="375" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nette Randanekdote: das „Journal of Personality and Social Psychology" weigerte sich, ihre neuen Ergebnisse zu veröffentlichen. Begründung: man würde keine Wiederholungen veröffentlichen. Auch 3 andere Journals winkten ab - eines davon hatte sogar Bem selbst als Reviewer der neuen Arbeit bestellt. Wir lernen daraus: auch peer-reviewte Journale haben einen publication bias. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt konnten wir dann einem Vortrag von Tomasz Witkowski über Pseudowissenschaften in der Psychologie lauschen. Ein berühmter Mythos besagt, dass wir Menschen nur 10% unseres Gehirns nutzen - was erwiesenermassen falsch ist. In der Bevölkerung stimmen rund 40% dieser Behauptung zu - und sogar 6% aller Neurowissenschaftler.Daher wundert es kaum, dass im Internet tausende Angebote zu finden sind, wie man (natürlich gegen Bargeld) die Hirnleistung verbessern kann. Rund 50% der Menschen glauben an die Wirksamkeit solcher Methoden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere Eltern werden gerne gelockt, die die Hirnleistung ihrer Kinder verbessern wollen. Besonders perfide ist dies bei Eltern von Kindern mit zerebralen Behinderungen, denen Heilungserfolge versprochen werden, die niemals erreicht werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77% der Menschen glauben weiterhin, dass „positives Denken" eine Auswirkung auf körperliche Erkrankungen hat. Mehrere Studien mit Krebspatienten konnten jedoch zeigen, dass positives Denken keinerlei Auswirkungen auf die Überlebensdauer hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausserdem stellte Tomasz Witkowski noch eine seit März 2012 laufende Aktion der polnischen Skeptiker vor, die sich gegen die in Polen immer noch weit verbreitete diagnostische Verwendung des Rohrschach-Tests wendet, für dessen Validität bis heute jeglicher Beweis fehlt. Besonders erschreckend ist, dass die Ergebnisse aus diesem Test in Polen öfters einmal sogar als Beweis vor Gericht verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tja, und am Abend des 2. Kongresstages fand dann noch eine dreieinhalbstündige Bootstour rund um Berlin-Mitte für die Kongressteilnehmer statt. Es gab ein tolles Berliner Spezialitätenbuffet (so bin ich auch endlich zu einer Currywurst gekommen), garniert mit tollen Gesprächen mit Gästen und Gastgebern. Und James Randi hat mir gedroht, mich in die Spree zu werfen - nachdem ich beim Anstehen am Buffet zur Dame hinter mir gesagt hatte, James Randi (der kurz vor mir in der Schlange stand) könnte uns ja die Wartezeit mit ein paar Löffelbiegetricks à la Uri Geller verkürzen. Daraufhin drehte sich James Randi um und meinte mit gespielter Empörung: „Take care, that I don't throw you off that boat, young man." Aber er grinste dabei breit (soweit durch seinen Rauschebart erkennbar). Keine Ahnung, ob er besser Deutsch versteht, als ich bisher angenommen hatte, oder er einfach auf die Nennung seines Namens mit dem von Uri Geller reagiert hat. Aber Humor hat er schon, dieser grosse alte Mann der Skeptikerbewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.S.:&lt;br /&gt;
Den Bericht von Tag 3 wird es wahrscheinlich nicht vor Montagabend geben, da ich am Sonntagabend erst einmal die Heimreise antreten werde. Aber er kommt bestimmt - versprochen! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/05/wsc-2012-tag-2-the-good-the-bad-the-ugly.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/UQ_Kp7xOIg4" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/UQ_Kp7xOIg4/wsc-2012-tag-2-the-good-the-bad-the-ugly.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/05/wsc-2012-tag-2-the-good-the-bad-the-ugly.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Sun, 20 May 12 02:16:02 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/05/wsc-2012-tag-2-the-good-the-bad-the-ugly.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Wo Aberglaube WIRKLICH gefährlich ist: Skeptiker in Afrika [Astrodicticum Simplex]</title>
<description>Auf dem &lt;a href="www.worldskeptics.org/program"&gt;6. World Skeptics Congress&lt;/a&gt; haben wir schon jede Menge gute Vorträge gehört (zum Beispiel den von &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/wie-eine-kartoffel-den-kindern-die-freude-an-der-wissenschaft-austreibt-und-eine-schwimmende-giraffe-sie-wieder-zuruck-bringt.php"&gt;Samantha Stein über Kartoffeln und Giraffen&lt;/a&gt;). Keinen Vortrag hält &lt;i&gt;Leo Igwe&lt;/i&gt;. Der &lt;a href="http://www.wissenrockt.de/2010/07/02/hilf-leo-igwe-zu-verteidigen-7720/"&gt;Menschenrechtsaktivist und Vertreter der Skeptikerbewegung in Nigeria&lt;/a&gt;, der momentan &lt;a href="http://hpd.de/node/12155"&gt;an der Uni Bayreuth&lt;/a&gt; an einem Forschungsprojekt über den Umgang mit angeblicher Hexerei in Afrika arbeitet, ist aber auch auf der Konferenz anwesend. Und statt eines Vortrags hat er ein Poster aufgehängt, über das ich auch berichten möchte. Darin beschreibt Igwe die Probleme, die der Aberglaube in Afrika verursacht.&lt;form mt:asset-id="31101" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/18/DSC061921.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/18/DSC061921.php','popup','width=2736,height=3648,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/18/DSC06192-thumb-500x666.jpg" width="500" height="666" alt="DSC06192.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;em&gt;&lt;small&gt;Die Fotos hier zeigen übrigens nur einen Teil des gesamten Posters &lt;/small&gt;&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn sich Skeptiker hierzulande mit klassischem Aberglaube wie Wünschelruten, Horoskopen oder Pendeln beschäftigen, dann bekommen sie oft zu hören, dass sie den Leuten doch ihren Spaß lassen sollen. Wenn die so einen Unsinn treiben wollen, dann sollen sie doch. Und es stimmt ja auch ein wenig: Wir leben in einer Welt, die wir in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten dank der Erkenntnisse der Wissenschaft und der Aufklärung einigermaßen komfortabel für uns eingerichtet haben. Jetzt können wir es uns erlauben, all diese Erkenntnisse zu ignorieren und wieder dem Aberglauben zu fröhnen. Wenn was passiert haben wir ja immer noch das Sicherheitsnetz unserer hochzivilisierten Welt, dass uns auffängt. Aber nicht allen Ländern geht es so gut wie uns in Europa. Wenn bei uns gelangweilte Teenager schwarze Kerzen anzünden und den neuesten Liebeszauber aus der Teenager-Zeitschrift ausprobieren wollen, weil Hexen halt schon irgendwie cool sind, dann ist das erstmal nur ein wenig dumm und nicht sonderlich gefährlich (was nicht heißt, das es nicht gefährlich werden &lt;i&gt;kann&lt;/i&gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31105" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/18/DSC06186.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/18/DSC06186.php','popup','width=2736,height=3648,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/18/DSC06186-thumb-500x666.jpg" width="500" height="666" alt="DSC06186.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 In Afrika sind Hexen aber nicht "irgendwie cool". In Afrika werden angebliche "Hexen" immer noch verfolgt und teilweise auch getötet! Wenn bei uns die wohlhabenden Freizeit-Ökos mit dem Auto vor der Apotheke parken und sich ein paar ganz sanfte und natürliche Globulis gegen ihren Schnupfen oder ihre Kopfschmerzen kaufen, dann schmeißen sie erstmal nur ihr Geld raus und sonst passiert nicht viel. Und wenn doch, dann gibt es immer noch die echten Ärzte, auf die man zurückgreifen kann. In Afrika ist nicht nur die medizinische Versorgung stellenweise katastrophal schlecht, die Leute haben auch wirklich schwere Krankheiten. AIDS zum Beispiel. Wenn dann &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/03/wie-homoopathen-die-menschen-in-sierra-leone-verarschen.php"&gt;jemand&lt;/a&gt; &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/06/homoopathie-ist-widerlich.php"&gt;kommt&lt;/a&gt; und den Menschen Pseudomedizin andrehen will, dann ist das nicht nur gefährlich, sondern widerlich. Und wenn sogar der Präsident von Gambia seinem Volk erzählt, er können AIDS/HIV durch Beten heilen, dann wird klar, das Aberglaube in Afrika ein völlig anderes Problem darstellt, als bei uns. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31108" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/18/DSC06187.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/18/DSC06187.php','popup','width=2736,height=3648,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/18/DSC06187-thumb-500x666.jpg" width="500" height="666" alt="DSC06187.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Problemen kann man auch nicht auf die gleiche Art und Weise umgehen wie bei uns. Wie Igwe in der Einleitung seines Posters schreibt, wird Wissenschaft in Afrika oft immer noch als Instrument der westlichen/weißen Unterdrückung gesehen und deswegen abgelehnt. Hinzu kommen die fehlenden Bildungseinrichtungen und der ganze restliche Riesenhaufen von Problemen, der auf diesem Kontinent lastet. Das ist alles nicht sonderlich optimistisch. Aber zumindest gibt es Leute wie Leo Igwe, die sich trotz der aus unserer Sicht absurden Übermacht des Aberglaubens entgegenstellen. Das ist schon mal ein Anfang...&lt;img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/f6b095d0e58b4bcbbd9def1c6f93fcf9" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/wo-aberglaube-wirklich-gefahrlich-ist-skeptiker-in-afrika.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/4cFTmnCzEG8" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/4cFTmnCzEG8/wo-aberglaube-wirklich-gefahrlich-ist-skeptiker-in-afrika.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/wo-aberglaube-wirklich-gefahrlich-ist-skeptiker-in-afrika.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Sat, 19 May 12 07:30:31 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/wo-aberglaube-wirklich-gefahrlich-ist-skeptiker-in-afrika.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>WSC 2012 - Tag 1: Kreationismus, Erziehung und ein paar stolze Preisträger [Kritisch gedacht]</title>
<description>&lt;em&gt;Ein Gastbeitrag von Kommentator noch'n Flo&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;WSC 2012 - Tag 1: Kreationismus, Erziehung und ein paar stolze Preisträger&lt;br /&gt;
&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des ersten Kongresstages gab es erst einmal die Möglichkeit, sich beim Kaffee untereinander, aber vor allem auch die bekannten Persönlichkeiten der Skeptiker-Bewegung kennenzulernen. Diesmal klappte es auch ganz gut, mit dem vereinbarten Erkennungszeichen „Krawumm" andere SB-Leser zu finden und ins Gespräch zu kommen, so dass sich am Eingang zum Vorraum des Konferenzsaales schnell eine kleine Gruppe zusammengefunden hatte, die über aktuelle Themen auf den Blogs angeregt diskutierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Thema am 1. Tag war der Kreationismus. Zunächst gab &lt;a href="http://www.ncse.com"&gt;Eugenie Scott&lt;/a&gt; einen Überblick über den Kreationismus innerhalb und ausserhalb der USA. In den Staaten ist es ein grosses Problem, dass es mehr als 15.000 Schulbezirke gibt, von denen letztlich jeder selbst entscheidet, was auf den Lehrplan kommt und was nicht. Hier können Kreationismus-Verbände gut manipulativ ansetzen und Eltern dazu bringen, auf Versammlungen der Schulgremien für eine gleichberechtigte Lehre des Kreationismus und Intelligent Design als Alternative zur Evolutionstheorie zu stimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Jahren wird schon versucht, in den USA einheitliche Lehrpläne einzuführen, dies ist in Fächern wie Englisch und Musik schon recht weit fortgeschritten, aber für die Naturwissenschaften haben erst 26 Staaten eine einheitliche Linie verabschiedet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31113" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC%202012-1%20004.JPG"&gt;&lt;img alt="WSC 2012-1 004.JPG" src="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC 2012-1 004-thumb-500x375.jpg" width="500" height="375" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreationismus ist aber schon lange kein amerikanisches Phänomen mehr. Evangelikale Missionare tragen ihn mittlerweile eifrig in die dritte Welt. In Brasilien wurde 2008 der Religionsunterricht an staatlichen Schulen eingeführt - einschliesslich der Lehre des ID.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch in Europa nimmt sein Einfluss zu. So wurde 2004 in Italien die Evolutionstheorie aus den Lehrplänen der Mittelstufe gestrichen; im gleichen Jahr flog sie in Serbien sogar ganz aus dem Lehrplan. In Russland werden seit 2009 Evolutionstheorie und Kreationismus/ID in den Schulen gleichberechtigt nebeneinander gelehrt. Auch in Grossbritannien nimmt der Einfluss der Kreationisten seit einiger Zeit zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Vortrag von Dittmar Graf berichtete von einer Studie, die mit Lehramtsstudenten im ersten Semester an der TU Dortmund und an einer Universität in Ankara gemacht wurde. Obgleich in der Türkei die Zustimmung zur Wissenschaft und ihren Segnungen hoch ist, wussten die türkischen Studenten weniger über das Funktionieren von Wissenschaften und massiv weniger über Evolution (wobei bei letzterem allerdings auch die deutschen Studenten recht enttäuschend abschnitten). Wenig überraschend, dass die Studie eine höhere Religiosität bei den türkischen Studenten zeigte. Die deutschen Studenten wiesen schliesslich eine wesentlich höhere Akzeptanz der Evolutionstheorie auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dittmar Graf und sein Team konnten schliesslich zeigen, dass die Akzeptanz der Evolutionstheorie stark abhängig ist von der Haltung gegenüber Wissenschaft und stark negativ mit Religiosität korreliert. Das eigentliche Verständnis der Evolutionstheorie hat dagegen einen eher geringen Einfluss auf ihre Akzeptanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vortrag Nummer 3 wurde von Johan Braeckman gehalten und beleuchtete noch etwas deutlicher den Kreationismus in Europa, speziell in Belgien und den Niederlanden. Da war dann die Geschichte eines Holländers, der demnächst bei den Olympischen Spielen in London auf der Themse mit einer Arche in Originalgrösse auftauchen will - eine Aktion, die der kreationistischen Bewegung eine Menge Publicity bringen würde. Aber auch dass gewisse Organisationen in den Niederlanden Broschüren in Millionenauflage an die Bevölkerung verteilen, ist ein wenig erschreckend, vor allem wenn man erfährt, dass in einer Umfrage kurz nach der Verteilaktion 42% der Befragten eine gleichberechtigte Behandlung des Kreationismus neben der Evolutionstheorie an den staatlichen Schulen forderte. In Holland und Belgien unterstützen mittlerweile auch einige muslimische Organisationen den Kreationismus, in den Niederlanden findet er unter muslimischen Jugendlichen mittlerweile eine Zustimmung von 94%(!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Problematik der hohen Akzeptanz des Kreationismus in der islamischen Welt war denn auch das Thema des vierten Vortrags, gehalten von Anila Asghar. Viele Muslime, auch Wissenschaftler, empfinden die Evolutionstheorie als Kritik am Islam, weil sie mit seinen Lehren unvereinbar ist. In der islamischen Welt findet oft keine echte Trennung zwischen Religion und Wissenschaft statt, beide sind eng miteinander verwoben. Auch wenn das Alter von Universum und Erde in der islamischen Welt weitgehend akzeptiert sind, wird strikt ein Schöpferprinzip propagiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In vielen islamischen Ländern gilt die Wissenschaft auch eher als Vehikel, damit Schüler und Studenten durch Beobachtung der Natur die Grösse und Allmacht Allahs erkennen können, und damit stärker im Glauben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anila Ashgar stellte uns dann noch eine Studie vor, bei der die Meinungen zu bestimmten Fragen zur Evolution in der Türkei, im Libanon, in Ägypten, Indonesien und Pakistan untersucht worden war. Überraschenderweise war die Zustimmung zu der Aussage, die Evolutionstheorie sei nicht wissenschaftlich abgesichert, in der Türkei mit Abstand am grössten (in den anderen Ländern (ausser Indonesien) jedoch auch recht hoch). Ausser in Ägypten stimmten in jedem Land deutlich mehr als 50% der Befragten zu, dass die Evolution mit dem Koran nicht vereinbar sei. In allen untersuchten Staaten gab es eine sehr hohe Zustimmung, dass man Wissenschaft und Religion nicht voneinander trennen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Schwerpunkt des Tages befasste sich mit Pseudowissenschaften in der Erziehung. Dazu hielt zunächst Gita Sahgal einen Vortrag, in dem sie sich mit den Schöpfungs- und Frühgeschichtsmythen in Indien und Pakistan beschäftigte, wobei mir (und auch einigen anderen SB-Lesern) nicht so ganz klar war, worauf sie hinauswollte. Wir vermuten, dass sie eigentlich aufzeigen wollte, dass gewisse nationalistische Bewegungen im 19. und 20. Jahrhundert dazu geführt haben, dass diese Diskussion massiv ideologisch gefärbt wurde und dies anscheinend in den Schulen beider Länder bis heute fortwirkt - den Bogen zu dieser Schlussfolgerung hat die Referentin jedoch nicht wirklich nachvollziehbar schliessen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann gab es noch einen Vortrag von &lt;a href="http://www.tokenskeptic.org"&gt;Kylie Sturgess&lt;/a&gt;, der sich mit pseudowissenschaftlichen Methoden in der Schulerziehung auseinandersetze. Hier ist es ein grosses Problem, dass viele Lehrer eher persönlicher Erfahrung oder der von Kollegen vertrauen, als wissenschaftlichen Veröffentlichungen. So bekommen immer wieder pseudowissenschaftliche Techniken den Fuss in die Schultür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31115" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC%202012-1%20024.JPG"&gt;&lt;img alt="WSC 2012-1 024.JPG" src="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC 2012-1 024-thumb-500x375.jpg" width="500" height="375" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel ist das sog. &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2011/09/brain-gym-an-der-uni-wien-ein-offener-brief.php"&gt;"Brain Gym"&lt;/a&gt;, welches Ulrich vor einiger Zeit schon einmal behandelt hat. Ein anderes Beispiel wäre die &lt;a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Automatisches_Schreiben"&gt;"Facilitated Communication"&lt;/a&gt;, die schon seit einiger Zeit mit eher zweifelhaftem Erfolg, aber gutem Marketing, bei autistischen Kindern zum Einsatz kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kylie Sturgess kam schliesslich zu dem Schluss, dass die Unterwanderung der Schulen durch Pseudowissenschaften in der Zukunft eher noch zunehmen wird. Einzig kritische Eltern können dem durch ihren Einsatz entgegenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den letzten Vortrag des Tages hielt Samantha Stein - aber darüber hat Florian &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/wie-eine-kartoffel-den-kindern-die-freude-an-der-wissenschaft-austreibt-und-eine-schwimmende-giraffe-sie-wieder-zuruck-bringt.php#sjcmarkItUp0"&gt;nebenan&lt;/a&gt; bereits sehr schön und ausführlich berichtet, so dass ich mir das an dieser Stelle spare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem kleinen Stehimbiss am Abend folgte schliesslich noch die Verleihung von Preisen der Welt- und der Europäischen Skeptiker-Vereinigung. Erstere gingen an &lt;a href="http://simonsingh.net/"&gt;Simon Singh&lt;/a&gt; und Edzard Ernst, die Letztgenannten an &lt;a href="http://www.luigigarlaschelli.it/indexEnghish.htm"&gt;Luigi Garlaschelli&lt;/a&gt; und Wim Betz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt ein langer Tag, mit interessanten Themen, aber auch leider einigen Längen infolge Wiederholungen. Morgen geht es dann schwerpunktmässig um Pseudomedizin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/05/wsc-2012-tag-1-kreationismus-erziehung-und-ein-paar-stolze-preistrager.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/C_pMQC8vDUI" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/C_pMQC8vDUI/wsc-2012-tag-1-kreationismus-erziehung-und-ein-paar-stolze-preistrager.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/05/wsc-2012-tag-1-kreationismus-erziehung-und-ein-paar-stolze-preistrager.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Sat, 19 May 12 01:35:42 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/05/wsc-2012-tag-1-kreationismus-erziehung-und-ein-paar-stolze-preistrager.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>WSC 2012 - Prolog: Der Science Slam [Kritisch gedacht]</title>
<description>&lt;em&gt;Ein Gastbeitrag von Kommentator noch'n Flo&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;WSC 2012 - Prolog: Der Science Slam&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem unser lieber Ulrich leider nicht zum WSC 2012 kommen konnte, habe ich ihm angeboten, im Rahmen einer Gastkolumne auf seinem Blog von diesem Ereignis zu berichten. Den grössten Teil des Publikumstages konnte ich leider nicht verfolgen, da ich erst am späten Nachmittag in Berlin gelandet bin, aber immerhin hat es noch für den Science Slam gereicht.&lt;br /&gt;
Moderatorin Julia Offe (hier bei SB bekannt durch ihren Blog &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/mutterwitz/"&gt;"Mutterwitz"&lt;/a&gt;) konnte dazu insgesamt 4 Nachwuchsforscher aus sehr unterschiedlichen Fachgebieten begrüssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Anfang machte Sebastian Bartoschek mit seinem Vortrag „Elvis ist nicht tot, er ist nur nach Hause gegangen", der sich mit dem Bekanntheitsgrad von und der Zustimmung zu verschiedenen Verschwörungstheorien in der Bevölkerung beschäftigt. Florian Freistetter hat diesen Vortrag allerdings schon einmal &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/04/verschworungstheorien-wer-glaubt-dieses-zeug.php"&gt;besprochen&lt;/a&gt;, so dass ich mir dieses hier spare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zweites folgte der Physiker André Lampe. Seine 6jährige Nichte hatte ihn vor einiger Zeit einmal gebeten, ihr eine Geschichte zu erzählen. Die Mutter des Kindes meinte aber, er solle ihr lieber etwas von seiner Arbeit erzählen, damit das Mädchen etwas lernen könne. Daraufhin erzählte er der Kleinen die Geschichte vom Lemur Peter und der Maulwürfin Sieglinde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lemuren haben grosse Augen, leben auf Bäumen und sind sehr neugierig. Maulwürfe haben sehr kleine Augen, leben in einem Gangsystem unter der Erde und sind ebenfalls sehr neugierig. Eines Tages tauchte nun ein Glühwürmchenschwarm auf der Wiese auf. Lemur Peter sah dank seines grossen Gesichtsfelds ein grosses Gewusel, aber nur wenige Details. Maulwürfin Sieglinde konnte aus ihrem Hügel heraus nur einen kleinen Ausschnitt des Himmels sehen, und bemerkte demzufolge nur hin und wieder ein einzelnes Glühwürmchen, dass über den Hügel flog, dieses jedoch sehr scharf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schliesslich flogen die Glühwürmchen jedoch hinüber zu Horst, der Blumenhecke, und bildeten dort kleine Trauben um die Blüten. Da sie jetzt stillhielten konnte Peter sie nun auch besser erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was das nun mit Wissenschaft zu tun hat? Nun, Sieglinde ist ein Konfokal-Fluoreszenz-Mikroskop, Peter ein Weitfeld-Fluoreszenz-Mikroskop. Beide finden Anwendung in der Medizintechnik, wenn es darum geht, Blutproben auf bestimmte Marker zu untersuchen. Die zu messende Substanz wird zunächst markiert, ob dies funktioniert hat (also überhaupt die zu detektierende Substanz erfassbar ist), misst das Konfokal-Fluoreszenz-Mikroskop Sieglinde. Danach werden beads hinzugegeben, an die die markierten Moleküle andocken (Blumenhecke Horst), wo das Weitfeld-Mikroskop Peter sie erkennen kann. Dies meldet er dann an Zählcomputer Erich, der eine Zahl ausspuckt, z.B. 27 (Mediziner haben es grundsätzlich nicht so mit Einheiten...).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auf diese Weise wurde schliesslich Waltraut, das Interleukin-Messgerät, entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr schöne Art, Kindern Wissenschaft näherzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der dritte Vortrag kam von Klaus Schmeh, seines Zeichens Informatiker und Kryptologe, der sich seit längerem mit dem Voynich-Manuskript beschäftigt, einer Handschrift aus dem 15. Jahrhundert, von der man weder weiss, wer sie geschrieben hat, noch, was überhaupt darin steht. Denn der Text ist komplett in eine unbekannten und unverständlichen Sprache verfasst. Klaus Schmeh hat sich nun von mehreren Seiten diesem Problem genähert (und sich nebenbei mit viel Geschick ein eigenes Faksimile der Handschrift gefertigt, die die Besucher des Science Slam auch ausgiebig durchblättern durften). Aus seiner Sicht gibt es 3 Möglichkeiten:&lt;br /&gt;
a) die Schrift ist in einer heute unbekannten Sprache verfasst&lt;br /&gt;
b) es handelt sich um einen Geheimcode&lt;br /&gt;
c) die Schrift ist völlig sinnlos&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachen folgen immer bestimmten Gesetzmässigkeiten - bestimmte Buchstaben oder Wörter  kommen in verschiedenen Sprachen charakteristisch unterschiedlich oft vor, es gibt Muster. In dem Text des Voynich-Manuskripts gab es jedoch keine durchgehenden derartigen Muster, mal schien die „Sprache" dem Englischen zu ähneln, mal dem Deutschen und manchmal auch dem Lateinischen oder Griechischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Geheimcodes folgen gewissen Gesetzmässigkeiten, insbesondere einfache Codes, wie sie in der damaligen Zeit üblich gewesen sein könnten, das unterscheidet sie von modernen Verschlüsselungen. Auch hier müssten also Muster zu finden sein. &lt;i&gt;(Ich hoffe, ich habe hier die Argumentation korrekt wiedergegeben...)&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bleibt also wohl nur die Schlussfolgerung, dass das Voynich-Manuskript eher eine Art Hoax war, vielleicht verfasst, um damit einfach nur Geld zu machen (hey - für wirre und mystische Bücher geben die Menschen bis heute jede Menge Geld aus).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Mir persönlich kam ja noch ein anderer Gedanke. Es kommt bei manchen Formen der Schizophrenie manchmal vor, dass die Betroffenen eine eigene Art von Sprache entwickeln, in der sie ihre Wahngedanken niederschreiben. Ich hatte selber mal vor über 10 Jahren einen solchen Patienten, der ganze Kladden in dieser Weise vollschrieb. Und einem sogar zu jedem Absatz genau sagen konnte, worum es da ging - aber im Gegenzug nicht in der Lage war, einzelne Wörter oder gar Sätze vorzulesen. Das Voynich-Manuskript hat mich frappierend an diese Kladden erinnert. Ich habe mir erlaubt, Klaus Schmeh auf diesen Umstand hinzuweisen.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Schluss gab es dann noch den Vortrag von Jason Dunlop, Kurator am naturhistorischen Museum Berlin. Er hatte den Titel: „Wie alt ist Opa Langbein" und beschäftigte sich mit den Weberknechten. Von diesen gibt es rund 6'500 Arten weltweit (!). Jason Dunlop hatte sich nun gefragt, seit wann es die Weberknechte bereits gibt, und Fossilien aus verschiedenen Zeitaltern untersucht - das jüngste war 28 Millionen Jahre alt, das älteste mehr als 400 Millionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach erfuhr das Publikum etwas über die Anatomie und das Fortpflanzungsverhalten von Weberknechten. Letzteres war vor allem deshalb interessant, weil das Männchen tatsächlich so etwas wie einen rudimentären Penis besitzt. Und diesen konnte Jason sogar in den fossilen Funden von vor über 400 Millionen Jahren nachweisen - der älteste bislang bekannte Penis der Welt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schlussendlich hatte der letzte Vortrag dann auch die Zuschauer am meisten überzeugt, Jason Dunlop erhielt 79 von 90 möglichen Punkten (tja, sex sells!). Zweiter wurde Sebastian Bartoschek mit 69 Punkten, den dritten Platz teilten sich Klaus Schmeh und André Lampe mit jeweils 67 Punkten. Jason erhielt dafür aus den Händen von Julia Offe den Hauptpreis des Abends - ein Fläschchen „Berliner Mauer C200" (soll gegen Blockaden und Konflikte helfen..).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31111" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC%202012-0%20024.JPG"&gt;&lt;img alt="WSC 2012-0 024.JPG" src="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/WSC 2012-0 024-thumb-500x375.jpg" width="500" height="375" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;em&gt;Die Protagonisten des Science Slam (v.l.n.r.): Julia Offe, André Lampe, Jason Dunlop, Klaus Schmeh, Sebastian Bartoschek&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mal schauen, wie es morgen weitergeht, wenn der „eigentliche" Kongress beginnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/05/wsc-2012-prolog-der-science-slam.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/_z8nU-S5I1Q" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/_z8nU-S5I1Q/wsc-2012-prolog-der-science-slam.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/05/wsc-2012-prolog-der-science-slam.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Sat, 19 May 12 00:43:27 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/05/wsc-2012-prolog-der-science-slam.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Es gibt nur eine Wissenschaft - aber jede Menge Pseudowissenschaften [Astrodicticum Simplex]</title>
<description>Nach dem &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/auftakt-zum-world-skeptics-congress-die-wunderbare-genmanipulationsaufhebungsplatte.php"&gt;gestern der Publikumstag den Anfang gemacht hat&lt;/a&gt;, hat heute der GWUP-Chef Armadeo Sarma den &lt;a href="http://www.worldskeptics.org/"&gt;6. World Skeptics Congress&lt;/a&gt; offiziell eröffnet. Seine Begrüßung wasr kurz, aber interessant. Sarma hat auf einen Unterschied zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft hingewiesen, der mir bisher so noch nicht bewusst war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="31085" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/18/DSC06181.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/18/DSC06181.php','popup','width=3648,height=2736,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/18/DSC06181-thumb-500x375.jpg" width="500" height="375" alt="DSC06181.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;em&gt;&lt;small&gt;Armadeo Sarma eröffent den World Skeptics Congress&lt;/small&gt;&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft ist international. Das ist noch keine große Erkenntnis. Wissenschaft gibt es überall und Wissenschaftler überall auf der welt arbeiten zusammen. Der Grund dafür ist einfach: Es gibt nur &lt;i&gt;eine&lt;/i&gt; Wissenschaft! Es gibt nur &lt;i&gt;eine&lt;/i&gt; Mathematik, &lt;i&gt;eine&lt;/i&gt; Physik, &lt;i&gt;eine&lt;/i&gt; Astronomie - und so weiter. Wissenschaft ist die Methode, mit der wir objektive Erkenntnisse über die reale Welt gewinnen. Von der gibt es aber nur eine und daher ist es nicht verwunderlich, wenn es nur &lt;i&gt;eine&lt;/i&gt; Wissenschaft gibt. Und - so Sarma - man sollte immer dann besonders skeptisch werden, wenn sich etwas als Wissenschaft bezeichnet, darüber hinaus aber noch eine spezielle Kennzeichnung trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Physik"&gt;"Deutsche Physik"&lt;/a&gt; ist ein gutes Beispiel dafür. Hier wurde Wissenschaft mit arischer Ideologie vermischt. Das antisemtische Weltbild wurde über die Beobachtung der Natur gestellt und Einsteins "jüdische" Relativitätstheorie abgelehnt; ebenso wie die Quantenmechanik. Die so entstehende Lehre hatte nichts mehr mit echter Wissenschaft zu tun - sie war eine Pseudowissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche "Wissenschaften" finden wir auch heute noch, alle mit ihrer speziellen Kennzeichung. Es gibt &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Science"&gt;"Christian Science"&lt;/a&gt;. Es gibt &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Traditionelle_chinesische_Medizin"&gt;"Traditionelle Chinesische Medizin"&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;"Warum diese Adjektive?"&lt;/i&gt;, fragt Sarma. Wieso heißt es "Ayurvedische Medizin"? Wieso heißt es "Alternative Medizin"? Handelt es sich dabei denn nicht um Medizin? Und natürlich passt hier das wunderbare Zitat aus &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/04/storm-von-tim-minchin-der-film.php"&gt;Tim Minchins Gedicht "Storm"&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Alternative Medicine", I continue&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
"Has either not been proved to work,&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
Or been proved not to work.&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
Do you know what they call "alternative medicine"&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
That's been proved to work?&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
Medicine."&lt;/i&gt;&lt;br&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es wirkt und nachweislich funktioniert, dann ist es Medizin. Dann braucht es keine spezielle Bezeichnung mehr. Wenn etwas wissenschaftlich ist, dann ist es Wissenschaft. Physik ist Physik. In Deutschland genauso wie im Rest der Welt. Es gibt keine "Deutsche Physik". Es gibt keine "Chinesische Medizin". Es gibt nur eine Wissenschaft. Aber leider viele, viele verschiedene Versionen der Pseudowissenschaft. Und darum auch genug Material für die kommenden drei Tage des &lt;i&gt;World Skeptics Congress&lt;/i&gt;.&lt;img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/71f3b888d33d403b87b507571b6a579d" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/es-gibt-nur-eine-wissenschaft-aber-jede-menge-pseudowissenschaften.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/Mnh-cd4PeDI" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/Mnh-cd4PeDI/es-gibt-nur-eine-wissenschaft-aber-jede-menge-pseudowissenschaften.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/es-gibt-nur-eine-wissenschaft-aber-jede-menge-pseudowissenschaften.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Fri, 18 May 12 11:21:26 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/es-gibt-nur-eine-wissenschaft-aber-jede-menge-pseudowissenschaften.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>200 Jahre Medizingeschichte [Geograffitico]</title>
<description>Eines der beliebtesten "Qualitätsmerkmale" der "alternativen Medizin" (was, wie schon oft hier gesagt wurde, ein Oxymoron ist - entweder es ist Medizin oder nicht) ist ja, dass sie "seit Jahrhunderten" oder einer ansonsten eindrucksvoll langen Zeitspanne praktiziert wird. Nun, wer gerne zu den Behandlungsformen und -Möglichkeiten zurückkehren will, die vor, sagen wir mal, 200 Jahren noch die Norm waren, der kann sich darüber ja in dem folgenden Videoclip einen Eindruck verschaffen, den das &lt;a href="http://www.nejm.org"&gt;New England Journal of Medicine&lt;/a&gt; aus Anlass seines &lt;a href="http://nejm200.nejm.org/"&gt;200. Jubiläums&lt;/a&gt; produzieren liess. Besondere Aufmerksamkeit möge man dabei bitte auf die Betrachtungen zur Bedeutung der korrekten Studie und deren Publikation (ohne die es keinen medizinischen Fortschritt gegeben hätte) legen, so etwa ab der 6. Minute:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/ADwPg3o-GbY" frameborder="0" allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Clip ist Teil der insgesamt 45-minuetigen Dokumentation&lt;em&gt; Getting better: 200 Years of Medicine&lt;/em&gt;, die man &lt;a href="http://nejm200.nejm.org/explore/medical-documentary-video/?emp=marcom&amp;query=NEW"&gt;hier &lt;/a&gt;finden kann. &lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/05/200-jahre-medizingeschichte.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/EumOXpka4u0" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/EumOXpka4u0/200-jahre-medizingeschichte.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/05/200-jahre-medizingeschichte.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Thu, 17 May 12 16:34:15 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/05/200-jahre-medizingeschichte.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Illusion des Jahres [Mathlog]</title>
<description>Eine Hand verschwindet.Die &lt;em&gt;Neural Correlate Society&lt;/em&gt; veranstaltet seit 2004 jährlich den Wettbewerb 'Best Visual Illusion of the Year'. Gestern (nach amerikanischer Zeit heute) wurden die &lt;a href="http://illusioncontest.neuralcorrelate.com/"&gt;Preisträger 2012&lt;/a&gt; bekannt gegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als in vergangenen Jahren ist diesmal auf Platz 1 (Roger Newport, Helen Gilpin und Catherine Preston von der Universität Nottingham) eine Illusion, die sich vielleicht nicht sofort erschließt:&lt;br /&gt;
&lt;iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/Qcm0_QPhLe4" frameborder="0" allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
Der "gefühlte Abstand" der beiden Hände wird, ohne daß es der Teilnehmer merkt, nach und nach verkleinert, so daß am Ende die Hände weiter voneinander entfernt sind als ihre "gefühlten Verortungen". Wenn die rechte Hand nicht mehr auf dem Bildschirm angezeigt wird und der Teilnehmer mit der linken nach ihr greift, faßt er nur auf den leeren Tisch. &lt;br /&gt;
Die Illusion soll die Erfahrung von Schlaganfallpatienten simulieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Platz 2 (Jason Tangen, Sean Murphy und Matthew Thompson von der Universität Queensland) ist ein sehr seltsames Video  (das bei YouTube übrigens erst abgespielt werden kann, wenn man den "Sicheren Modus" ausschaltet): &lt;em&gt;"The Flashed Face Distortion Effect: Grotesque faces from relative spaces"&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/wM6lGNhPujE" frameborder="0" allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://illusioncontest.neuralcorrelate.com/2012/color-wagon-wheel/"&gt;Platz 3&lt;/a&gt; (&lt;a href="http://www.shapirolab.net/"&gt;Arthur Shapiro&lt;/a&gt;, William Kistler und Alex Rose-Henig von der Amerikanischen Universität) ist eine Animation zum &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Wagon-wheel_effect"&gt;Wagenradeffekt&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch:&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2008/06/illusion-des-jahres.php"&gt;Illusion des Jahres 2008&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2009/05/illusion-des-jahres-1.php"&gt;Illusion des Jahres 2009&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2010/05/illusion-des-jahres-3.php"&gt;Illusion des Jahres 2010&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2011/05/illusion-des-jahres-2.php"&gt;Illusion des Jahres 2011&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/09/wie-wir-die-welt-sehen-optische-taeuschungen-und-die-visuelle-logik-kurzknapp/"&gt;Wie wir die Welt sehen&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2012/05/illusion-des-jahres-4.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/ZJWlahjOqsY" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/ZJWlahjOqsY/illusion-des-jahres-4.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/mathlog/2012/05/illusion-des-jahres-4.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Tue, 15 May 12 04:11:21 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/mathlog/2012/05/illusion-des-jahres-4.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Impft Eure Kinder! Die Masern sind zurück! [blooDNAcid]</title>
<description>Die Zeitschrift Science &lt;a href="http://www.sciencemag.org/content/336/6080/406.full"&gt;berichtete&lt;/a&gt; darüber - man muß es wirklich leider so deutlich sagen und es ist eine glatte Schande für Europa, denn die Europäer sind schuld daran und der Tadel der restlichen Welt trifft uns zurecht.Seit ein einzelner Mann im April 2009 die Masern von Deutschland nach Nordbulgarien eingeschleppt hat, waren dort 24.000 Neuansteckungen und 24 Tote zu verzeichnen! Von Bulgarien wanderte das Virus zurück nach Deutschland, aber auch nach Makedonien, Griechenland, die Türkei und andere europäische Länder.  Und obwohl Nord- und Südamerika und dort selbst die ärmsten Länder schon 2002 die Masern fast ausgerottet hatten und sie bis 2010 auch in Europa eliminiert sein sollten, bedroht diese Pandemie nun wieder die ganze Welt: in Frankreich z.B. gab es ca. 15.000 neue Fälle allein im letzten Jahr und sogar die USA verzeichneten wieder 222 Neuansteckungen. Was die demnächst anstehende Fußball-EM anrichten wird, mag man sich gar nicht vorstellen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;u&gt;Hier zunächst mein deutliches Statement:&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Masern"&gt;Die Masern&lt;/a&gt; sind gefährlich.  Sie sind keine harmlose Kinderkrankheit und kein Kind sollte sie bekommen. Wer sein Kind &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Masernparty"&gt;mutwillig damit infizieren&lt;/a&gt; lässt, gehört ins Gefängnis!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masern sind nicht nur nicht harmlos, sie gehören zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten überhaupt! Bis zur Einführung des ersten Impfstoffes in den 60er Jahren sind weltweit schätzungsweise über 2 Millionen Kinder daran gestorben! &lt;br /&gt;
Die meisten Erkrankten sterben dabei an &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Opportunistischer_Erreger"&gt;opportunistischen Erkrankungen&lt;/a&gt;, die sie sich wegen ihres durch die Masern geschwächten Immunsystems zuziehen. Aber auch die Masern selbst können tödlich sein, z.B. durch die gefürchtete Komplikation der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Masern#Subakute_sklerosierende_Panenzephalitis"&gt;subakuten sklerosierenden Panenzephalitis,&lt;/a&gt; und einer von 3000 Maserninfizierten stirbt daran. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das besonders Schlimme ist, daß Masern nicht nur Individuen betreffen und schädigen, sondern daß sie sich epidemieartig verbreiten. Eine globale Ausrottung, wofür eine Impfquote von mindestens 95% in der Population notwendig wäre, ist aber nicht möglich, solange Europa nicht effizient an einer Bekämpfung durch konsequentes Impfen teilnimmt. Und genau da liegt das Problem, denn in Europa wird nicht genug geimpft. Dabei ist eine Impfung so leicht! Für weniger als 1€ pro Kind schützt die zweifache Impfung in den ersten zwei Lebensjahren 98% aller Geimpften vor einer Ansteckung. Und die Nebenwirkungen der Impfung sind auch nicht so schlimm, wie häufig in der völlig überzogenen aber leider verbreiteten Vorstellung vieler Eltern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ursachen für das Impfdefizit in Europa, wo es in vielen Ländern, darunter Deutschland, keine Impfpflicht wie in Amerika gibt, sind vielfältig und komplex, aber die durch &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andrew_Wakefield"&gt;Andrew Wakefields&lt;/a&gt; gefälschte, nie reproduzierte und inzwischen längst zurückgezogene Arbeit (derzufolge Impfungen Autismus auslösen könnten) entfachte Impfskepsis ist ganz sicher eine wesentliche und besonders ärgerliche davon. Ein weiterer schädlicher Beitrag ist auch der Widerstand bestimmter (z.B. anthroposophischer) Gruppierungen, die aus ideologischen oder religiösen Gründen eine Impfung ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier haben wir jetzt mal echte epidemiologische Daten für die Folgen eines Phänomens, über dessen Ursachen und Gefahren ich mir &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2011/04/selbstverschuldete-unmundigkeit-oder-vom-sagen-am-ast-auf-dem-man-sitzt.php"&gt;andernorts&lt;/a&gt; schon Gedanken machte: Unkenntnis, mangelnde Aufklärung (z.B. aufgrund religiöser Verblendung) und wissenschaftliche Illiteralität gepaart mit den leicht verdaulichen Kreisch-Botschaften finanziell ertragreicher Boulevard-Propaganda (mit diversen fragwürdigen „&lt;a href="http://blog.esowatch.com/?tag=jenny-mccarthy"&gt;Prominenten&lt;/a&gt;" als Zugpferden) führen auch im Jahr 2012 noch zum völlig vermeidbaren Tod von Menschen, meist Kindern und bedingen möglicherweise eine weltweite Epidemie einer höchst gefährlichen und doch noch vor kurzem fast ausgerotteten Krankheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach nur furchtbar traurig und unglaublich beschämend für Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
________&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Literatur:&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simons E, Ferrari M, Fricks J, Wannemuehler K, Anand A, Burton A, Strebel P. Assessment of the 2010 global measles mortality reduction goal: results from a model of surveillance data. Lancet.  2012 Apr 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2012/05/impft-eure-kinder-die-masern-sind-zuruck.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/ovcjeXlLu1I" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/ovcjeXlLu1I/impft-eure-kinder-die-masern-sind-zuruck.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2012/05/impft-eure-kinder-die-masern-sind-zuruck.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Wed, 09 May 12 19:00:00 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2012/05/impft-eure-kinder-die-masern-sind-zuruck.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Krebsforschung von Rauchern bezahlen lassen [blooDNAcid]</title>
<description>Diese sehr sinnvolle Fügung könnte aus einer am 5. Juni in Kalifornien zur Abstimmung stehenden Gesetzesinitiative (Proposition 29) erwachsen, &lt;a href="http://www.sciencemag.org/content/336/6080/399.full"&gt;so berichtet &lt;em&gt;Science&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;, eine der einflussreichsten wissenschaftlichen Fachzeitschriften.&lt;blockquote&gt;Proposition 29, that would impose an additional tax of  on each pack of cigarettes sold and an equivalent tax on other tobacco products. According to a state analysis, the measure would generate about 5 million a year in new revenue, of which 1 million would be slated for grants and loans to support research on cancer, cardiovascular disease, and other tobacco-related illnesses. Another 0 million would annually go toward research facilities. [...] About 7 million of Proposition 29's annual funds would go toward smoking-cessation efforts, and [...] that's enough for a strong media campaign that, in combination with the price increase on tobacco products, could reduce the state's already low smoking rate even further&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich übersetze sinngemäß: "Proposition 29 würde jede Schachtel Zigaretten zusätzlich mit 1$ (und andere Tabakprodukte ebenfalls entsprechend) besteuern und dadurch zusätzlich geschätzte 735 Mio. Dollar pro Jahr generieren. Von diesem Geld würden 441 Mio. Dollar für die Förderung der Forschung an Krebs, Herzgefäßerkrankungen und anderen tabakinduzierten Leiden zur Verfügung gestellt. Weitere 110 Mio. Dollar jährlich gingen direkt an Forschungseinrichtungen. [...] Ungefähr 147 Mio. Dollar würden zudem für das Ziel der Rauchentwöhnung aufgewendet; das reiche für eine breite Medienkampagne, die zusammen mit der Preiserhöhung bei Tabakprodukten dazu beitragen würde, die in Kalifornien ohnehin schon niedrige Raucherquote noch weiter zu senken."&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Forschungsförderung in dieser Höhe wäre einmalig und sensationell und würde Kalifornien allein auf eine Ebene mit den größten internationalen Forschungsförderungseinrichtungen heben.&lt;br /&gt;
Ich habe selbst an Krebs geforscht, weiß ganz gut, wie viel dort noch zu tun ist und wie dringend dafür mehr Mittel benötigt werden und finde den Vorschlag daher eine ganz ausgezeichnete und sehr sinnvolle Idee. Und das Timing wäre perfekt: gerade jetzt, wo &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2012/03/next-generation-sequencing-die-ultimative-genetische-technik.php"&gt;NGS&lt;/a&gt; Einzug in die Krebsforschung hält und personalisierte Therapien in Reichweite kommen, in einer Zeit also, zu der sich die Ausrichtung der Krebsforschung dramatisch verändern könnte, könnte eine solide Förderung innovativer Forschungsprojekte einen enorm positiven Einfluss haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da jede/r RaucherIn ja weiß, welchen Risiken er/sie sich und die durch ihn/sie Passivrauchenden aussetzt und es ebenfalls allgemein bekannt ist, wie hoch die durch Rauchen verursachte Todesrate liegt und welch gewaltigen volkswirtschaftlichen Schaden das Rauchen verursacht, ist es also durchaus nachvollziehbar, die Hauptverursacher dieser Mißstände an den Kosten für deren Bekämpfung zu beteiligen, und die Ergebnisse kämen ja allen zugute! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Gesetzesinitiative 29 Erfolg hat, und den möchte ich Kalifornien und den Kollegen dort hiermit sehr wünschen, weiß ich jedenfalls schon, wohin ich auswandere, sollte ich eines Tages doch wieder in die Krebsforschung zurückkehren :-)&lt;br /&gt;
Und hey: als Raucher in Kalifornien könnte man dann von sich behaupten, aktiv die Krebsforschung zu unterstützen :-)&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2012/05/krebsforschung-von-rauchern-bezahlen-lassen.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/hiBILQVaRrU" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/hiBILQVaRrU/krebsforschung-von-rauchern-bezahlen-lassen.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2012/05/krebsforschung-von-rauchern-bezahlen-lassen.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Wed, 09 May 12 08:00:00 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2012/05/krebsforschung-von-rauchern-bezahlen-lassen.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Pseudowissenschaft an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt: Professor Harald Walach und der Kozyrev-Spiegel [Astrodicticum Simplex]</title>
<description>Die Viadrina in Frankfurt an der Oder macht wieder einmal &lt;a href="http://www.webcitation.org/67VCx8pMQ"&gt;Schlagzeilen&lt;/a&gt;. Im Zuge der Berichterstattung über Harmut Müller, ein wegen Betrug angeklagter und derzeit flüchtiger Pseudowissenschaftler, der sich das sogenannte &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/04/gericht-sagt-global-scaling-ist-betrug.php"&gt;"Global Scaling" ausgedacht hat&lt;/a&gt;, sind auch die seltsamen Umtriebe der Viadrina wieder einmal &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/04/wissenschaftstheorie-wissenschaftspraxis-wissenschaftspolitik-die-unendliche-geschichte-esoterischer-betatigungen-an-der-viadrina.php"&gt;thematisiert worden&lt;/a&gt;. Denn dort gibt es einen Studiengang ""Kulturwissenschaften - Komplementäre Medizin" und früher sollten da auch einmal Inhalte der Global-Scaling-Theorie (und jede Menge andere esoterische Lehren) &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/08/das-esoterikstudium-an-der-viadrina-in-frankfurt-oder.php"&gt;gelehrt werden&lt;/a&gt;. Später hat hat man dann die ärgsten pseudowissenschaftlichen Inhalte doch wieder aus dem Lehrplan genommen. Die Thesen des Global Scaling fanden aber trotzdem noch indirekt einen Platz am "&lt;a href="http://www.europa-uni.de/de/forschung/institut/institut_intrag/institut/index.html"&gt;Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften&lt;/a&gt;". Institutsleiter Professor Harald Walach &lt;a href="http://www.webcitation.org/677UYJuQ5"&gt;sagte zwar kürzlich zur FAZ&lt;/a&gt;, dass Global Scaling ein "vollkommene[r] Schmarrn" sei, außerdem &lt;i&gt;"kenne [ich] mich damit nicht aus, und es ist mir auch zu kompliziert."&lt;/i&gt;. Das hat ihn aber nicht daran gehindert, eine auf Prinzipien des Global Scaling basierende Masterarbeit zu betreuen und sie später als &lt;i&gt;"hervorragende experimentelle Arbeit"&lt;/i&gt; &lt;a href="http://www.webcitation.org/67VBq2Wdx"&gt;zu bezeichnen&lt;/a&gt;. Verständlicherweise ist Professor Walach verärgert über die Kritik an seinem Institut und wehrt sich. Allerdings auf ganz besondere Art und Weise. &lt;a href="http://www.webcitation.org/67U4rUapK"&gt;Er vergleicht&lt;/a&gt; die Kritiker mit "Inquistoren" und wirft ihnen vor, die Wissenschaft zur Religion zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Text zur Rechtfertigung der kritisierten Masterarbeit erklärt Walach, dass sich niemand anmaßen dürfe zu definieren, was Wissenschaft ist. Und diejenigen, die nun die Masterarbeit, ihn und sein Institut kritisieren, seien nur "Glaubenswächter", die Wissenschaft zu ihrer Religion erkoren haben, diese Religion rein halten wollen und alles Unbekannte gnadenlos ausgrenzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Was diesen Inhalten widerspricht, wird ausgegrenzt und verfolgt. Dann müssen Worthülsen herhalten, deren mächtigste, weil am wenigsten reflektierte der Begriff „unwissenschaftlich" ist, gleich danach kommt „esoterisch"."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestimmen zu wollen, was Wissenschaft ist, sei "diktatorisch". Und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Neu-Szientisten, die selber nichts zur Wissenschaft beitragen, sollen nach meinem Dafürhalten nicht den Diskurs darüber bestimmen, was Wissenschaft ist, sondern das denen überlassen, die Wissenschaft betreiben."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich stellt er die Frage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Was entscheidet dann, was wissenschaftlich ist?"&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Art der Verteidigung von Walach war vorhersehbar. Auf die konkrete Kritik an der Masterarbeit (dazu später mehr) wird nicht eingegangen. Die Kritiker werden einfach pauschal als diktatorische Inquisitoren bezeichnet, die die freie Entfaltung der Wissenschaft behindern wollen. Wissenschaft sei zur Religion geworden und mutige Forschungsrebellen wie die Leute von Walachs Institut müssen sie jetzt vor den dogmatischen Glaubenswächtern schützen. &lt;i&gt;"Wir scheuen uns am IntraG nicht, uns auch mit dem, wovon andere die Finger lassen, wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Wer uns hier unwissenschaftliches Vorgehen vorwirft, versteht nichts von Wissenschaft und hat die betreffende Arbeit von Herrn Conrad nicht gelesen: Die Tatsache, dass die Arbeit Kozyrev widerlegt ist von den aufbrausenden Kritikern offensichtlich übersehen worden"&lt;/i&gt; schreibt Walach &lt;a href="http://www.webcitation.org/67VBq2Wdx"&gt;in einer anderen Replik&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei scheint er aber eines übersehen zu haben. Die Kritik stört sich nicht daran, dass an der Viadrina "komische" Themen erforscht werden sollen. Außergewöhnliche Thesen aufzustellen und neue Wege zu gehen ist Teil der normalen wissenschaftlichen Arbeit. Es ist auch egal, zu welchem Ergebnis die Masterarbeit kommt. Es geht um die Art und Weise &lt;i&gt;wie&lt;/i&gt; am Insitut von Herrn Walach geforscht wird. Denn - um die Frage von vorhin zu beantworten - entscheidend für die Wissenschaftlichkeit einer Arbeit ist die Art und Weise wie sie durchgeführt wurde. Und das, was da abgeliefert wurde, hat mit wissenschaftlicher Methodik nichts zu tun. Dazu muss man nur einen Blick &lt;a href="http://www.fostac.ch/de/docs/kurse/kozyrev-prinzip-masterarbeit-dr.med.-peter-conrad-2011.pdf"&gt;in die Arbeit&lt;/a&gt; werfen. Das habe ich getan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verfasser der Masterarbeit ist Peter Conrad, ein Orthopäde aus Berlin. Der Titel seiner Arbeit lautet "Der Kozyrev-Spiegel in der Praxis". Gleich im ersten Satz bezieht Conrad sich auf den Global-Scaling-Erfinder Hartmut Müller:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Mein erster Kontakt mit dem Namen Kozyrev stammt aus dem Artikel "Die globale Zeitwelle" von H. Müller."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ganze Arbeit dreht sich um eine sogenannte "Kozyrev-Kamera" bzw. einen "Kozyrev-Spiegel". Das ist eine Apparatur (im wesentlich eine große Röhre aus Aluminium) in deren Inneren seltsame Dinge passieren sollen. Der Kozyrev-Spiegel soll auf den Theorien des russischen Physikes gleichen Namens basieren, der sehr unorthodoxe Gedanken über die Zeit entwickelt hatte. Über die "Zeitwellen" wird daher in der Masterarbeit viel geredet. Zum Beispiel in dieser Erklärung für die Funktionsweise der Kozyrev-Kamera:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Wahrscheinlicher ist jedoch, daß dieser temporale Effekt, ebenso wie die  Funktionsweise der Kosyrev-Kamera nicht auf einer Abschirmung lokaler  Wellen vom Einfluß der globalen Zeitwelle beruht (wie bisher vermutet), sondern umgekehrt, die Kosyrev-Kamera bzw. die Metallplatten des Kondensators lokale Zeitwellen kurz schließen, so daß nur noch der Einfluß der globalen Zeitwelle übrig bleibt."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das klingt natürlich alles erst mal enorm beeindruckend. Aber es wird noch besser:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Ein Kozyrev-Spiegel ist eine Aluminium-Konstruktion, welche in ihrem Inneren nach Aussage der Nowosibirsker Wissenschaftler Prof. Kaznacheev und Prof. &lt;br /&gt;
Trofimov einen Raum-Zeit-Kanal öffnen kann. "&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bastelt also ein Berliner Orthopäde im Rahmen einer Masterarbeit  an einem kulturwissenschaftlichen Institut ein Gerät, mit dem ein Tunnel in der Raum-Zeit geöffnet werden kann! Gut, ich habe vorhin festgestellt, dass es nicht so sehr auf das Thema ankommt, sondern die Art und Weise, wie man damit umgeht. Insofern kann man nicht ausschließen, dass ein Orthopäde im Rahmen einer Masterarbeit  an einem kulturwissenschaftlichen Institut die gesamte moderne Naturwissenschaft revolutioniert. Aber Wissenschaft ist etwas, das nicht isoliert da steht. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse müssen zu den bestehenden Erkenntnissen passen. Eine neue, bessere Theorie muss auch all das erklären können, was die alten Theorien erklären konnten. Einsteins Relativitätstheorie konnte all das, was Newtons Gravitationstheorie konnte. Einstein hat Newton nicht widerlegt, sondern erweitert und korrigiert. Um das tun zu können, musste Einstein natürlich auch Ahnung von Newtons Theorie haben. Wenn man nun also mit "Zeitwellen" und "Raum-Zeit-Tunneln" arbeitet, dann sollte man eigentlich eine solide Ausbildung in theoretischer Physik haben um überhaupt erstmal zu wissen, mit was man es zu tun hat. Und um zu wissen, wie der aktuelle Stand der Forschung in Sachen Raum-Zeit ist. Den muss man berücksichtigen. Ansonsten begibt man sich auf das gleiche Niveau der Perpetuum-Mobile-Bauer, die in ihren Werkstätten fröhlich vor sich hin basteln und dabei die physikalischen Grundlagen völlig ignorieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ok. Schauen wir mal weiter. Vielleicht kennt sich Peter Conrad ja ausreichend mit theoretischer Physik aus, um dieses Thema zufriedenstellend zu bearbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Ausgangspunkt der Zeitwellen-Theorie ist die Entdeckung (Vision von) einer physikalischen Strahlung, welche alle Lebewesen und Himmelskörper aussenden. Diese Strahlung dient dem Informationsaustausch, ist eng mit der Raum-Zeit verbunden und beeinflußt alle materiellen Körper in der physikalischen Raum-Zeit."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ok. Anscheinend nicht. Eine "Vision" kann zwar durchaus Ausgangspunkt wissenschaftlicher Erkenntnis sein. Eine "Vision" ist aber definitiv keine "Entdeckung". "Entdeckt" hat man etwas, wenn es zweifelsfrei und objektiv nachweisbar ist. Wenn es nur als Vision in meinem Kopf existiert, dann ist es keine Entdeckung. Spätestens jetzt könnten einem ernste Zweifel an der Wissenschaftlichkeit der Masterarbeit kommen - und wir befinden uns erst auf Seite 3 der Arbeit... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch zweifelhafter wird die ganze Sache, als Conrad beschreibt, was die "Zeitwellen" im Kozyrev-Spiegel denn nun eigentlich bewirken sollen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Die häufigsten Erfahrungen im Inneren des Kosyrev-Spiegels (...)  beschreiben 47 Probanden aus 228 zehnminütigen Aufenthalten:&lt;br&gt; &lt;br /&gt;
- Das Gefühl, zu fliegen     88,2 % &lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Austritt in das Weltall     85,1 % &lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Empfangen symbolischer Informationen  82,0 % &lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Beobachtung außerirdischer Wesen   80,3 % &lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Rotationsgefühl des Körpers    78,1 % &lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Beobachtung von Ufos     75,4 % &lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Wahrnehmung außerirdischer Konstruktionen  70,2 %&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Wahrnehmung eines äußeren Beobachters  68,0 % &lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Telepathische Kontakte     55,7 % &lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Wahrnehmung vergangener Lebensepisoden  40,4 % &lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Furcht       34,2 % &lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Beobachtung historischer Ereignisse mit  ethnografischen Details   30,3 % &lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Persönlichkeitsveränderungen    30,3 %"&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Masterarbeit geht es also um die Erforschung eines Geräts, das auf einer "Vision" basiert, das angeblich Tunnel in der Raum-Zeit öffnet und in dem man UFOs, Alienstädte und die Vergangenheit sehen kann. Nochmal: Das Thema an sich ist hier nicht das Problem (obwohl der Absurditätslevel stetig steigt...). Man kann sich auch mit UFOs, Aliens und Reisen in die Vergangenheit wissenschaftlich beschäftigen. Über Tunnel durch die Raum-Zeit sind &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/09/wurmlocher-zeitmaschinen-und-ein-universum-dass-sich-selbst-erzeugt.php"&gt;ganze Bücher geschrieben&lt;/a&gt; worden. Das geht alles. Aber um sich wissenschaftlich vernünftig mit solchen Themen auseinandersetzen zu können benötigt man normalerweise eine andere Ausbildung als man sie als Orthopäde typischerweise hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber lesen wir weiter und schauen wir, wie Peter Conrad dieses Wundergerät testet. Zuerst wird es gebaut - nach Maßstäben des Global Scaling:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Einen ersten Kozyrev-Spiegel bastelte ich Ende 2008 (Abb. 1). Dieser besteht aus einer innen mit Aluminiumfolie verkleideten Plastikröhre mit einem Durchmesser von ca. 90,6 cm - einem Knotenpunkt nach Global Scaling."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut. Jetzt sind wir wirklich im pseudowissenschaftlichen Bereich angelangt. Denn "Global Scaling" hat mit Wissenschaft nichts zu tun (ich habe das &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/07/global-scaling-eine-neue-universaltheorie.php"&gt;hier ausführlich erklärt&lt;/a&gt;). Die Leute, die immer darauf pochen, dass man alles "offen" erforschen müsse, dass man sich auch mit "ungewöhnlichen" Themen beschäftigen solle, vergessen oft eines: Sinn und Zweck der Wissenschaft ist es, zu objektiven Erkenntnissen über unsere Welt zu kommen. Deswegen wird ja immer so sehr auf dem Wechselspiel von Theorie und Experiment, von Vorhersage und Überprüfung beharrt. Eine Theorie sollte idealerweise Vorhersagen machen, die sich überprüfen lassen. Dann kann man sie falsifizieren oder verifizieren. Und wenn eine Theorie falsifiziert ist, &lt;i&gt;dann verwirft man sie&lt;/i&gt;. Es hat nichts mit "Offenheit" zu tun, weiter einer widerlegten Theorie anzuhängen. Ganz im Gegenteil. Und viele "Theorien" wie zum Beispiel das Global Scaling &lt;i&gt;sind widerlegt&lt;/i&gt;. Wer solche "Theorien" weiter verwendet und darauf neue "Theorien" aufbaut, der arbeitet nicht wissenschaftlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das was in der Arbeit jetzt folgt, hat aber mit Wissenschaft sowieso nur noch wenig zu tun:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Ein Freund und Kollege verbringt seit 2 Jahren, bei fast jedem Besuch, Zeit im Kozyrev-Spiegel, um mehr Klarheit oder Hilfe bezüglich eigener Probleme und  Entscheidungen zu bekommen. Mehrfach konnte er Konflikte mit, zum teil verstorbenen, Familienangehörigen klären. Er hält sich dabei oft weit mehr als eine Stunde in seinem Inneren auf bei gefühlten 15-30 Minuten."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Autor der Masterarbeit selbst hat die Kozyrev-Röhre ausprobiert. Er erzählt wie er während eines Meditationsseminars im Zuge des Studiums an der Viadrina ein paar unklare Visionen hatte. Er konnte sich keinen Reim darauf machen und fragte seinen Professor um Hilfe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Prof. Walach empfahl mir die Bedeutungsfrage dieser beiden Erlebnisse doch mal im Kozyrev-Spiegel zu stellen."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masterarbeit driftet nun immer mehr in einen persönlichen Aufsatz ab. Mit wissenschaftlicher Objektivität (und Seriosität) haben solchen Passagen nichts mehr zu tun:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Diese reine Gefühlsebene läßt sich nicht  mit Worten beschreiben (das soll auch Napoleon so ähnlich empfunden haben,  erzählte man mir hinterher). Am ehesten umschreiben kann man es vielleicht  mit: Aufladen, wie an einem Akku - schwerelos - zeitlos - wooohlfüüühlen."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naja. Peter Conrad wollte nun auch noch tragbare Kozyrev-Spiegel basteln. Dazu wollte er DVDs verwenden. Denn darauf befindet sich Informtion, die durch die "geheimnisvollen Vorgänge" in der Röhre irgendwie weiter transportiert werden können:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Die erste Idee war, bespielte DVD´s (mit Lehrvideos, z.B. Homöopathie) als Informationsträger zu benutzen. Deshalb bastelte ich einen Kozyrev-Spiegel aus einem leeren DVD-Spender."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den neuen Spiegeln wird jetzt getestet. Verschiedene Probanden sollen Zahlen erraten. Sie sollen dabei besser "hellsehen" können, wenn sie mit einer Kozyrev-Röhre verbunden sind. Wenn sie dagegen nur mit einer "falschen" Röhre verbunden sind, soll nichts besonders passieren. Prinzipiell eine gute Idee. Allerdings ist schon die Auswahl der Probanden nicht sonderlich vertrauenserweckend:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Die Rekrutierung der Probanden erfolgte aus Mitstudierenden, Verwandten, dem Bekanntenkreis und aus Patienten meiner Praxis. Einschlußkriterien waren Freiwilligkeit und weitgehende Gesundheit i.S. geistiger Zurechnungsfähigkeit sowie Volljährigkeit. Die Teilnahme von Kindern - deren Zahlenverständnis bereits vorhanden ist - bei schriftlicher Einwilligung der Eltern und offensichtlicher Bereitschaft des Kindes war möglich. So nahm ein 6-jähriges Mädchen  teil und hatte Spaß dabei."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, es wurden also Tests gemacht, die Freund des Autors und das Kind hatten Spaß und am Ende gibt es viele Zahlen auszuwerten. Hat das nun geklappt mit dem Hellsehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Der Kozyrev-Spiegel "verdeckt" erreicht weder in Summation, noch in einer der Gruppen, Signifikanzniveau."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tja, blöd gelaufen. Selbst der Autor schaffte es nicht, mit Kozyrevs Hilfe besser hellzusehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"O je -   ich hätte lieber nicht selbst testen sollen! ... Dann hätte ich aber auch nur 13 Probanden... Also, wenn meine Intention das Testergebnis beeinflusst &lt;br /&gt;
hat, dann bin ich ein intentionaler Master-Arbeits-Selbsttöter ... "&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernsthaft, das sind alles Zitate aus der offiziellen Masterarbeit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber egal. Die Statistik ist eine Sache, der Glaube des Autors eine andere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Die Wirksamkeit der Spiegel halte ich für erwiesen (...)"&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sagt Conrad, und zwar unter andere deswegen, weil die Leute doch in den "Vorexperimenten" so viele schöne Visionen in der Röhre hatten. Außerdem sei der Kozyrev-Spiegel eine "nichtklassischer Pseudomaschine". Der Begriff stammt aus der Arbeit von Herrn Walach. So eine "nichtklassischer Pseudomaschine" erkennt man an folgenden Eigenschaften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"- Experimentelle Daten sind meist nicht replizierbar&lt;br&gt; &lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Die Effekte oszillieren &lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
- Bei Verblindung verschwinden die Effekte !"&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DAS hat nun wirklich nichts mehr mit Wissenschaft zu tun. Wenn ein Effekt nicht reproduzierbar ist, wenn die Ergebnisse unklar sind, wenn bessere (verblindete) Experimente dazu führen, dass die Effekte verschwinden: Dann kann man sich nicht einfach ein neues Wort ausdenken und behaupten, der Effekt existiere trotzdem! Das alles erinnert an die Homöopathie. Wird man nach der Einnahme eines homöopathischen Mittels gesund, dann hat die Homöopathie gewirkt. Wird man nicht gesund, dann war es die sogenannte "Erstverschlechterung" und die Homöopathie hat trotzdem gewirkt. Das hat mit Wissenschaft nichts zu tun! Wenn der Kozyrev-Spiegel tolle Visionen liefert, dann funktioniert er. Wenn der Kozyrev-Spiegel bei einem seriösen, verblindeten Experiment auf einmal keine Effekte mehr zeigt, dann funktioniert er trotzdem, weil er eine "nichtklassische Pseudomaschine" ist...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was soll das noch mit Wissenschaft zu tun haben? Ich kann mir viele Wege vorstellen, wie man selbst so etwas absurdes wie einen Kozyrev-Spiegel (wir erinnern uns: Der öffnet angeblich ein Wurmloch!) wissenschaftlich korrekt untersuchen kann. "Wissenschaftlich" heißt aber vor allem, dass man sich die Ergebnisse nicht einfach so drehen kann, wie es gerade passt! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber mit Wissenschaft hat der Rest der Arbeit sowieso nichts mehr zu tun. Da wird dann von Dimensionen und Quanten erzählt, die verschiedensten Begriffe werden wild durcheinander gewürfelt und zu sinnfreien Sätzen aneinander gereiht. Ein paar Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Eine Art flächenhafter Darstellung der Zeit steckt  in Burkhard Heims zwölfdimensionalem Weltmodell. Dort spielt die Zeit die  Mittlerrolle zwischen den  Dimensionen und die 4. Dimension bildet die lineare Zeit ab. Die 5. (entelechiale) Dimension und die 6. (äonische) bilden zeitliche Aspekte ab."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Das spiegelbildliche Gegenstück dazu liegt in der 9. Dimension. Diese &lt;br /&gt;
Dimension ist energiefreier reiner Bewußtseinsraum, weshalb ich imaginär ("Idee der Zeit") für angemessen halte."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Die kreisförmige Darstellung der Dimensionen erscheint mir sympathischer, da mir eine lineare Begrenzung ebenso sinnlos erscheint, wie eine lineare Unendlichkeit. Und letztlich ist doch alles irgendwie ein Kreislauf.."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr geehrter Herr Walach. Die Leute kritisieren diese Masterarbeit nicht deswegen, weil sie sich mit "seltsamen" Themen beschäftigt (obwohl es schon SEHR seltsam ist, wenn an ihrem Institut Maschinen erforscht werden sollen, die Wurmlöcher in der Raumzeit öffnen...). Die Arbeit wird kritisiert, weil sie komplett unwissenschaftlich durchgeführt wurde. Das fängt damit an, dass man nicht einfach "Zeitwellen", "Raum-Zeit-Tunnel" und ähnliches erforschen kann, ohne dabei auch die Erkenntnisse der theoretischen Physik zu berücksichtigen. Es geht weiter mit der Verwendung von "Theorien" die längst falsifiziert sind. Und es endet mit der Tatsache, dass die Ergebnisse von Experimenten einfach ignoriert werden, weil sie nicht zu dem passen, was man gerne hätte. &lt;i&gt;Deswegen&lt;/i&gt; wird die Arbeit kritisiert. Und deswegen werden auch sie kritisiert - weil sie das alles verteidigen und anscheinend nicht verstehen, &lt;i&gt;warum&lt;/i&gt; Arbeiten dieser Art nichts mit Wissenschaft zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sind sie nicht alleine, ich weiß. Es gibt viele Leute, die ähnlich denken wie sie. Sie aber sind Professor an einer deutschen Universität! Schlimm genug, dass es möglich ist, mit Arbeiten wie dieser einen universitären Abschluss zu erlangen. Wenn das dann aber noch von Professoren verteidigt wird, dann kann man sich für die Universität in Frankfurt (Oder) nur noch schämen!	&lt;img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/3f2dbfcef9dc4565a4b3c94b58f2435c" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/pseudowissenschaft-an-der-europauniversitat-viadrina-frankfurt-harald-walch-und-der-kozyrevspiegel.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/qPcCytKUzGY" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/qPcCytKUzGY/pseudowissenschaft-an-der-europauniversitat-viadrina-frankfurt-harald-walch-und-der-kozyrevspiegel.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/pseudowissenschaft-an-der-europauniversitat-viadrina-frankfurt-harald-walch-und-der-kozyrevspiegel.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Tue, 08 May 12 11:24:44 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/pseudowissenschaft-an-der-europauniversitat-viadrina-frankfurt-harald-walch-und-der-kozyrevspiegel.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Facebook will jetzt auch unsere Organe! [Astrodicticum Simplex]</title>
<description>Facebook will nicht nur unsere Daten und unser Privatleben ausspionieren - jetzt will Mark Zuckerberg &lt;a href="http://newsroom.fb.com/News/Organ-Donation-Friends-Saving-Lives-15f.aspx"&gt;auch unsere Organe&lt;/a&gt;! Naja, eigentlich will er nur, dass sich möglichst viele Leute bei Facebook als Organspender eintragen. Das ist seit neuestem dort möglich (allerdings noch nicht in allen Ländern) und klingt eigentlich nach einer recht guten Idee. Ich hab von Organspenden allerdings keine Ahnung und kann das nicht beurteilen. Glücklicherweise kennt sich eine Freundin von mir damit sehr gut aus. &lt;i&gt;Birgit Priebe&lt;/i&gt; arbeitet bei der &lt;a href="http://bmg.gv.at/home/Ministerium_Minister/Gesellschaften/Gesundheit_Oesterreich_GmbH_GOeG_"&gt;Gesundheit Österreich GmbH&lt;/a&gt; (ein "nationales Forschungs- und Planungsinstitut für das Gesundheitswesen") und ist dort für das "Koordinationsbüro für das Transplantationswesen" zuständig (Sie hat aber ursprünglich mal ein Astronomiestudium absolviert - wieder mal ein schönes Beispiel für die verschlungenen Karrierewege der Astronomen ;) ). Jedenfalls habe ich Birgit gebeten, zu diesem Thema einen Gastbeitrag zu schreiben. Es hat zwar nichts mit Astronomie zu tun - aber wenn sich die sozialen Netzwerke jetzt auch schon in Dinge einmischen, bei denen es um Leben und Tod geht, dann ist doch ziemlich interessant. Also viel Spaß mit dem Artikel von Birgit!&lt;br /&gt;
&lt;hr&gt;Am 1. Mai hat Mark Zuckerberg dazu aufgerufen, sich bei Facebook als Organspender einzutragen.  Die Bereitschaft, Organe zu spenden wird dann als neues Ereignis in der Timeline angezeigt. Diese Idee ist grundsätzlich gut. So werden auch junge Leute, die sich eher selten mit dem Tod und seinen Folgen auseinandersetzen, mit diesem Thema konfrontiert. Diese Idee macht vor allem in Ländern mit der sogenannten „Zustimmungslösung" Sinn. Also dort, wo man explizit sagen muss: „Ja, ich will nach meinem Tod meine Organe spenden". Das ist in Deutschland der Fall.  Hier erfährt man bei Befragungen der Bevölkerung  auch oft, dass die Leute grundsätzlich bereit wären Organe zu spenden. Leider setzen dann oft nur sehr wenige diesen Willen in die Realität um und besorgen sich einen Organspendeausweis. Bei Facebook könnte diese Hemmschwelle wesentlich geringer sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nicht in allen Ländern gilt diese Zustimmungslösung. Als entgegengesetztes Modell  gibt es noch die „Widerspruchslösung". Hier ist jeder Organspender, solange man nicht explizit widerspricht. Das ist z. B. in Österreich der Fall. Hier kann man sich in das Widerspruchsregister eintragen lassen, den schriftlichen Widerspruch bei sich tragen (zum Beispiel einfach auf einem Zettel) oder diesen Widerspruch bei seinen Angehörigen deponieren, die ihn dann mündlich den Ärzten überbringen können. Man muss sich also als Nicht-Organspender registrieren, was bei der aktuellen Facebook-Initiative nicht als Möglichkeit angeführt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="30870" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;img alt="organspende.PNG" src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/04/organspende.PNG" width="520" height="689" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/form&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;em&gt;&lt;small&gt;Gesetzliche Regelungen zur Organspende in Europa (31. 12. 2011), Quelle :Transplant-Jahresbericht 2010&lt;/small&gt;&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;br&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Facebook-Aktion bleiben allerdings noch einige Fragen offen. Wie ist es mit der Datensicherheit bestellt? Wer hat Zugriff auf diese Entscheidung von mir?  Und wie wird im Fall der Fälle, also im Falle meines Todes auf diese Daten zugegriffen, damit die Ärzte meine Entscheidung auch kennen? Es ist vor allem wichtig  auch seinen Angehörigen die Entscheidung mitzuteilen und über dieses - sicher nicht leichte - Thema, zu sprechen. Ansonsten könnte es passieren, dass die Familie gar nichts von der Verfügung weiß und dann mitten in ihrer Trauer auch noch mit dieser Tatsache konfrontiert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob die Facebook-Initiative etwas an der Organspendepraxis ändern wird, bleibt zweifelhaft. Mehr Organspender wären allerdings auf jeden Fall wünschenswert. &lt;br /&gt;
Zur Versorgung der Patienten, die auf Organe warten, wird ein Wert von 30 Organspendern pro Million Einwohnern herangezogen. Gibt es in einem Land so viele Spender, können die Wartelisten, d.h. die Listen mit Personen, die auf ein Organ warten ungefähr konstant gehalten werden. Nichtsdestotrotz sterben immer noch Leute auf der Warteliste, weil nicht schnell genug ein passendes Spenderorgan gefunden werden kann. In Österreich waren es im Jahr 2010 22,8, in Deutschland nur 15,5 Spender pro Million Einwohner. In Deutschland wartet man also viel länger auf ein Spenderorgan und das bedeutet natürlich eine große Belastung für diese Patienten. Mit der anstehenden Gesetzesänderung - von der Zustimmungs- zu einer  „Erklärungslösung" bei der alle deutschen Staatsbürger regelmäßig angeschrieben werden sollen, um Ihre Einstellung zur Organspende schriftlich festzuhalten - erwartet man sich in Deutschland eine Verbesserung der Situation. Man ist bei diesem Modell aber weiterhin nicht verpflichtet, sich festzulegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist vor allem die Bedeutung dieses Themas auch bei ärztlichem und Pflegepersonal zu verankern und die Abläufe und Strukturen zu unterstützen. In Österreich wurde zur Verbesserung der Strukturen und zur Unterstützung des Ablaufes im Jahr 2001 ein Förderprogramm ins Leben gerufen. Zu den Fördermaßnahmen zählen zum Beispiel regionale Transplantationsreferenten, die als Ansprechperson in der jeweiligen Region zur Verfügung stehen. Ein weiteres Projekt ist die Einrichtung von lokalen Transplantationsbeauftragten (auch gerne als „Inhouse-Koordinatoren" bezeichnet) die in den jeweiligen Krankenhäusern als Kontaktperson zur Verfügung stehen. Um den Angehörigen die schwierige Todesnachricht zu überbringen und sie über eine geplante Organentnahme zu informieren gibt es eigene Kommunikationsseminare, in denen diese Gespräche mit Trainern und Schauspielern geübt werden können. Die Inhouse-Koordinatoren sowie die Kommunikationsseminare gibt es auch in Deutschland. &lt;br /&gt;
Ein Spenderorgan könnte jeder von uns einmal benötigen. Niemand von uns möchte dann ewig zittern und warten müssen, ob man auch rechtzeitig ein passendes Organ bekommt. Es ist wichtig, sich über dieses Thema Gedanken zu machen.&lt;img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/aad9a6d7cb164c039084555317b203bf" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/facebook-will-jetzt-auch-unsere-organe.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/Z0epBmWHkcA" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/Z0epBmWHkcA/facebook-will-jetzt-auch-unsere-organe.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/facebook-will-jetzt-auch-unsere-organe.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Fri, 04 May 12 15:30:04 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/facebook-will-jetzt-auch-unsere-organe.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Tod durch Lichtnahrung [naklar]</title>
<description>&lt;strong&gt;Todesfälle durch anti-wissenschaftlichen Wunderglauben sind furchtbar. Nach einzelnen Schuldigen zu suchen löst keine Probleme.&lt;/strong&gt;&lt;form mt:asset-id="30839" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;img alt="black.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/naklar/black.jpg" width="240" height="180" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
Es ist ein trauriges Thema - und eines, bei dem man nicht polemisieren soll: Wie der Schweizer &lt;a href="http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Von-Licht-ernaehrt--bis-in-den-Tod/story/28039574"&gt;„Tages-Anzeiger" berichtete&lt;/a&gt;, ist eine Frau beim Lichtfasten gestorben. Es heißt, sie habe eine Radikalfastenkur begonnen, wie sie die australische Esoterikerin Jasmuheen anpries: Drei Wochen lang müsse man fasten, in der ersten Woche dürfe man auch nichts trinken, dann stelle sich der Körper auf die Aufnahme von Prana um - einer Art von Lichtenergie. Statt Nahrung brauche man dann nur noch Licht. Bekannt wurde diese selbstzerstörerische Fastenmethode durch den Film „Am Anfang war das Licht" von P.A. Straubinger, &lt;a href="http://www.naklar.at/content/comments/lichtfasten/"&gt;über den ich bereits ausführlicher berichtet habe.&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.relativ-kritisch.net/blog/allgemein/p-a-straubinger-%E2%80%9Eam-anfang-war-das-licht-am-ende-die-dunkelheit"&gt;In&lt;/a&gt; &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/04/am-anfang-war-das-licht-fordert-erstes-opfer.php"&gt;verschiedenen &lt;/a&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/04/lichtnahrung-und-weltuntergang-wenn-irrationaler-unsinn-menschen-umbringt.php"&gt;Blogs &lt;/a&gt;wurde bereits darüber geschrieben - und nicht nur dort. Es ist nicht besonders überraschend, dass nun die Frage gestellt wird: Wer trägt Schuld an diesem traurigen Todesfall? Jasmuheen? Der Film? P.A. Straubinger?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein. Es wäre viel zu simpel, einer bestimmten Person die Schuld an dieser Tragödie aufzubürden. So mächtig ist kein Film und kein Filmemacher - zum Glück nicht. Ein Film wie „Am Anfang war das Licht" bringt keine Leute um. Aber er ist ein Symptom einer Geisteshaltung, die gesellschaftlich äußerst problematisch ist - einem tief verankerten esoterischen Wunderglauben, gepaart mit geringer wissenschaftlicher Bildung und einem tiefen Misstrauen gegenüber naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen, die von anti-wissenschaftlichen und esoterischen Theorien ins Unglück gestürzt werden, gibt es leider immer wieder: Es gibt Leute, die von dubiosen Sekten in psychische Abhängigkeit gezerrt werden. Es gibt Leute, die sich finanziell ruinieren, weil ihnen esoterische Berater oder Gesundbeter einreden, es sei ihre einzige Chance. Es gibt Leute, die einen vielleicht lebensrettenden Arztbesuch verweigern, weil sie auf unwirksame Alternativmittelchen setzen. Jeder einzelne Fall ist eine persönliche Tragödie. Allen Opfern gebührt Mitgefühl, ein überlegener Abschottungsreflex nach dem Motto „selber Schuld - Dummheit bestraft sich eben selbst", ist völlig fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gefährdet sind Menschen in Krisenphasen, die irgendwo Halt suchen - und dabei oft an die Falschen geraten. Welche esoterische Theorie dann eine Katastrophe auslöst, ist am Ende wohl reiner Zufall. Wer vom einen Eso-Trend verschont bleibt, verfängt sich eben in einem anderen. Wenn wir bei einem konkreten Fall nach Schuldigen suchen, machen wir einen logischen Fehler, der auch in Gesundheitsdebatten oft zu beobachten ist: „Mein Kind ist lungenkrank - ist die Autobahn schuld?", wird dann gefragt. Wer ist letztes Jahr an einem Krebs gestorben, der durch erhöhte Strahlung in Transatlantikflügen ausgelöst wurde? Hat ein großes Grillfest vor zehn Jahren Todesfälle durch Herzverfettung verursacht? All diese Fragen machen keinen Sinn. Schädlich sind nicht Einzelursachen, sondern ein ungesunder Lebensstil, der sich aus vielen einzelnen Ursachen zusammensetzt. Ob das Auto meines Nachbarn Lungenkrebs auslöst, lässt sich nicht sagen. Dass der Straßenverkehr durch Abgase und Feinstaub insgesamt gesundheitliche Schäden hervorruft, ist allerdings unbestritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso sollte man auch im Esoterik-Bereich nicht nach singulären Schuldigen suchen, aber wir sollten darauf aufmerksam machen, dass dieses anti-wissenschaftliche Gedankengebäude insgesamt sehr gefährlich sein kann. &lt;em&gt;Wenn man die Schuld nur an einem einzelnen Faktor festmacht, besteht die Gefahr, andere Problemfelder zu übersehen. Wenn ein Stück Autobahn gesperrt wird, ist damit der Kampf gegen Lungenprobleme nicht gewonnen. Hätte es ein bestimmtes Buch oder einen bestimmten Film nie gegeben, wäre die Welt deshalb nicht rational und aufgeklärt. Wir sollten immer mit dem nötigen Ernst auf alle Gefahren hinweisen.&lt;/em&gt; Lustig war das Thema nie. Jetzt erst recht nicht mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.naklar.at/content/comments/lichtfasten/"&gt;&lt;em&gt;Mehr zum Lichtfasten-Film auf www.naklar.at&lt;br /&gt;
&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;em&gt;Anmerkung: Kursiver Text oben nachträchlich eingefügt.&lt;/em&gt;&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/naklar/2012/04/tod-durch-lichtnahrung.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/eMMgGnH6ouU" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/eMMgGnH6ouU/tod-durch-lichtnahrung.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/naklar/2012/04/tod-durch-lichtnahrung.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Mon, 30 Apr 12 22:00:32 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/naklar/2012/04/tod-durch-lichtnahrung.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Wissenschaftstheorie, Wissenschaftspraxis, Wissenschaftspolitik - die unendliche Geschichte esoterischer Betätigungen an der Viadrina [Gesundheits-Check]</title>
<description>Vorwürfe esoterischer Betätigungen am „Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften" der Viadrina, Frankfurt/Oder, gehen seit einiger Zeit durch die &lt;a href="http://pdf.zeit.de/zeit-wissen/2011/04/Dossier-Esoterik-Esoterisierung.pdf" rel="nofollow"&gt;Medien&lt;/a&gt;. Durch Debatten hier auf &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/04/gericht-sagt-global-scaling-ist-betrug.php" rel="nofollow"&gt;scienceblogs&lt;/a&gt; und auf &lt;a href="http://blog.esowatch.com/?cat=7" rel="nofollow"&gt;esowatch&lt;/a&gt; ist jetzt noch einmal eine Masterarbeit an jenem Institut ins Visier der Kritik geraten. Titel: &lt;a href="http://www.fostac.ch/de/docs/kurse/kozyrev-prinzip-masterarbeit-dr.med.-peter-conrad-2011.pdf" rel="nofollow"&gt;„Der Kozyrev-Spiegel in der Praxis"&lt;/a&gt;.Diese Arbeit eines Berliner Orthopäden ist ein Beispiel für die völlige Entgleisung akademischer Qualitätsstandards. Da werden in einer Aluminiumhülle geheimnisvolle telepathische Erfahrungen gemacht, da werden Raum-Zeit-Löcher generiert, da ist von „Zeitwellen", von „abzuschirmender Zeitenergie" und einer Menge anderer Merkwürdigkeiten die Rede, die auf den ersten Blick als absurder Unsinn zu erkennen sind. Dazu nur zwei Beispiele: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;„Ausgangspunkt der Zeitwellen-Theorie ist die Entdeckung (Vision von) einer physikalischen Strahlung, welche alle Lebewesen und Himmelskörper aussenden. Diese Strahlung dient dem Informationsaustausch, ist eng mit der Raum-Zeit verbunden und beeinflußt alle materiellen Körper in der physikalischen Raum-Zeit"&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und über die Zeitwellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;„Sie sind mit bestimmten Materialien spiegelbar, dabei kehrt sich das Vorzeichen um. Das bedeutet, daß im Zeitwellenmuster auch immer Informationen aus der Vergangenheit und aus der Zukunft enthalten sind"&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Behauptungen wie die erste kann man sonst nur in astrologischen Werken lesen, die zweite vielleicht in Science Fiction-Romanen. Die ganze Arbeit ist eine akademische Ungeheuerlichkeit. Dennoch wurde sie vom amtierenden Institutsdirektor Prof. Dr. Dr. Harald Walach und seinem Juniorprofessor Prof. Dr. Stefan Schmidt angenommen und sogar als „hervorragende" Arbeit gewürdigt. Guttenbergs Dissertation konnte man immerhin noch zugutehalten, dass sie - wenn auch weitgehend abgeschrieben - einen sinnvollen und wissenschaftlich gehaltvollen Text darstellt. Die Frankfurter Masterarbeit ist einfach nur Nonsens. Wie kann so etwas geschehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walach sagt, und jetzt wird es ganz krude, die „Kozyrev-Theorie" sei zwar „abgedreht", aber die Masterarbeit beschreibe „ein relativ pfiffiges Experiment". Daher würde die Arbeit demnächst auch einem peer-reviewten Journal vorgelegt. Das „einzige Kriterium von Wissenschaft" sei „gute Methodik". Das sei bei dieser Arbeit der Fall, sie sei „mit einer dreifach verblindeten, randomisierten Methodik durchgeführt." Dass man auch „abgedrehte Theorien" methodisch korrekt untersuchen kann, ist zwar richtig. In diesem Fall wurde untersucht, ob sich mit einem „Kozyrev-Spiegel", also der wunderlichen Aluminium-Vorrichtung, intuitive Fähigkeiten von Versuchspersonen verbessern lassen. Der Autor der Arbeit kommt zu einem positiven Ergebnis. Es sei einmal dahingestellt, ob nicht schon das affirmative Aufgreifen der Kozyrev-Theorie die Arbeit hätte disqualifizieren müssen, es sei auch dahingestellt, ob die Methode wirklich „pfiffig" und der Fragestellung angemessen war, aber spätestens bei der Ergebnisdiskussion gibt es keinen Spielraum mehr: Wenn man die Befunde nicht vernünftig, z.B. psychologisch deutet, sondern im Rückgriff auf die physikalisch nicht haltbare, selbst nach Walach „abgedrehte" Kozyrev-Theorie, muss Schluss sein. Was aller Vernunft widerspricht, ist keine Wissenschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon abgesehen ist auch Walachs These, das einzige Kriterium von Wissenschaft sei gute Methodik, nicht unproblematisch. Demnach könnte man auch die Unterdruckexperimente des SS-Arztes Rascher im KZ Dachau als gute Wissenschaft durchgehen lassen. Irgendetwas fehlt offensichtlich in Walachs Bestimmung des Wissenschaftlichen. Gute Methodik ist nicht unabhängig davon, um welchen Untersuchungsgegenstand es geht und was dabei als Erkenntnisstand bereits gewonnen wurde. In der Physik stecken vorgängige physikalische Erkenntnisse in jedem Versuchsaufbau, in jedem Messinstrument, auch in der Messtheorie. In der Psychologie bestimmt das Gegenstandsverständnis, wo man mit dem Experiment und wo man mit anderen Methoden arbeitet. Methodik und Gegenstand, Methodik und Resultate - sie stützen sich gegenseitig. Was wäre das für eine Wissenschaft, wenn mit guten Methoden gewonnene Resultate keine wissenschaftliche Relevanz hätten? Wer die Physik des letzten Jahrhunderts infrage stellt, der stellt höchst relevante Resultate infrage, die sich in tausenden von Experimenten bestätigt haben und sich alltäglich millionenfach in technischen Anwendungen bewähren. Zwar sind auch die Fundamente der Physik nicht sakrosankt, aber ihre Revision wird sich sicher nicht über eine Masterarbeit an Walachs Institut vollziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am „Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften" ist die Wissenschaft als Handwerk der Vernunft unter die Räder gekommen. Die Viadrina wäre gut beraten, hier wieder die notwendigen Qualitätstandards wissenschaftlichen Arbeitens durchzusetzen, bevor Masterabschlüsse der Viadrina insgesamt in Misskredit geraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ombudsmann der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der bei Fragen wissenschaftlichen Fehlverhaltens vermitteln soll, erklärte sich auf Anfrage für nicht zuständig. Man greife konkrete Hinweise auf wissenschaftliches Fehlverhalten entsprechend der &lt;a href="http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/reden_stellungnahmen/download/empfehlung_wiss_praxis_0198.pdf" rel="nofollow"&gt;DFG-Denkschrift zur „Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis"&lt;/a&gt; auf, zu Streitigkeiten über die „Qualität wissenschaftlicher Arbeiten" könne man sich nicht äußern. Aber geht es hier überhaupt um die Qualität einer „wissenschaftlichen" Arbeit? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Brandenburgische Wissenschaftsministerium, ebenfalls angeschrieben, hat sich bisher nicht geäußert. Ob es den Konflikt mit dem in der SPD prominenten Präsidenten der Viadrina scheut oder keine Meinung zu den Vorgängen hat - man weiß es nicht. Angesichts der in der Masterarbeit erwähnten „aurachirurgischen" Behandlungen wäre außerdem auch die zuständige Ärztekammer gut beraten, sich die Sache einmal näher anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem ganzen Fall bestehen deutliche Parallelen zur Guttenberg-Affäre. Offenkundig ist den Beteiligten das Gefühl dafür abhandengekommen, was Wissenschaft ist und was nicht. Es fehlt so etwas wie die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Radbruchsche_Formel" rel="nofollow"&gt;Radbruchsche Formel&lt;/a&gt; in den Rechtswissenschaften. Als sich nach dem Krieg immer wieder Nazi-Verbrecher darauf beriefen, ihre Taten seien durch das damals geltende Recht gedeckt gewesen, hat Gustav Radbruch eine Unterscheidung vorgeschlagen, derzufolge manche gesetzliche Vorschriften aufgrund ihres offenkundigen Unrechts kein Recht sein könnten. Im Institut des Herrn Walach scheint man für diese Differenzierung kein Gespür zu haben; hier bezeichnen Professoren Arbeiten als hervorragende Leistungen, die zwar als Wissenschaft auftreten, aber keine Wissenschaft sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Frankfurter Studiengang geht es auch um die &lt;a href="http://www.akkreditierungsrat.de/index.php?id=33" rel="nofollow"&gt; Akkreditierung bei der AHPGS&lt;/a&gt;, der Akkreditierungsagentur für Studiengänge im Bereich Gesundheit und Soziales. Werden solche Studiengänge akkreditiert, ist der Fortschritt der Gesundheitswissenschaften unübersehbar - in Richtung junk science.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/04/wissenschaftstheorie-wissenschaftspraxis-wissenschaftspolitik-die-unendliche-geschichte-esoterischer-betatigungen-an-der-viadrina.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/q3AlYqXpKrI" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/q3AlYqXpKrI/wissenschaftstheorie-wissenschaftspraxis-wissenschaftspolitik-die-unendliche-geschichte-esoterischer-betatigungen-an-der-viadrina.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/04/wissenschaftstheorie-wissenschaftspraxis-wissenschaftspolitik-die-unendliche-geschichte-esoterischer-betatigungen-an-der-viadrina.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Fri, 27 Apr 12 17:47:18 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/04/wissenschaftstheorie-wissenschaftspraxis-wissenschaftspolitik-die-unendliche-geschichte-esoterischer-betatigungen-an-der-viadrina.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>"Am Anfang war das Licht" fordert erstes Opfer [Kritisch gedacht]</title>
<description>&lt;br /&gt;&lt;form mt:asset-id="30793" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;" contenteditable="false"&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/himmel.png"&gt;&lt;img alt="himmel.png" src="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/himmel-thumb-200x282.png" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 20px 20px 0;" height="282" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/form&gt;Anfang 2011 habe ich an dieser Stelle die Hoffnung ausgedrückt, mich nicht mehr mit P. A. Straubingers Pseudodokumentation &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2010/09/am-anfang-war-das-licht.php"&gt;"Am Anfang war das Licht"&lt;/a&gt; auseinandersetzen zu müssen. Aus traurigem Anlass tue ich es jetzt dennoch, wenngleich nur kurz. Wie der &lt;i&gt;Tagesanzeiger&lt;/i&gt; berichtet, hat Straubingers Film in der Schweiz ein erstes Todesopfer gefordert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Der Dokumentarfilm «Am Anfang war das Licht» animierte eine 
Ostschweizerin, eine radikale Fastenkur zu absolvieren: Den 
Lichtnahrungsprozess. Das spirituelle Experiment bezahlte sie mit dem 
Leben.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;
Ich werde das hier gar nicht weiter kommentieren, das haben andere ohnehin schon vor mir getan:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Der &lt;a href="http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Von-Licht-ernaehrt--bis-in-den-Tod/story/28039574"&gt;Tagesanzeiger-Artikel&lt;/a&gt; von Hugo Stamm ist sehr ausführlich und informativ.&lt;br /&gt;
- Die GWUP berichtet &lt;a href="https://plus.google.com/105963290808160851447/posts/KU6DZe5xkfh"&gt;auf Google+&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://blog.gwup.net/2012/04/25/tod-durch-lichtnahrung/"&gt;im GWUP-Blog&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
- EsoWatch hat ebenfalls bereits &lt;a href="http://blog.esowatch.com/?p=7558"&gt;reagiert&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;- Der Hellseher kommentiert &lt;a href="http://derhellseher.wordpress.com/2012/04/25/lichtnahrung-wenn-dummheit-mit-dem-tode-bestraft-wird/"&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Auflistung aller Artikel zum Lichtnahrungsfilm, die 2010 auf diesem Blog erschienen sind, finden Sie &lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2011/01/am-ende-war-kein-licht.php"&gt;hier&lt;/a&gt;. Zu dem von der GkD 2011 an P. A. Straubinger verliehenen "Goldenen Brett vor'm Kopf" geht's &lt;a href="http://www.goldenesbrett.at/"&gt;hier lang&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/04/am-anfang-war-das-licht-fordert-erstes-opfer.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/6rpx4m9gYbA" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/6rpx4m9gYbA/am-anfang-war-das-licht-fordert-erstes-opfer.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/04/am-anfang-war-das-licht-fordert-erstes-opfer.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Thu, 26 Apr 12 01:16:45 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/04/am-anfang-war-das-licht-fordert-erstes-opfer.php</feedburner:origLink></item>

<item>
<title>Statistik rettet Leben [naklar]</title>
<description>&lt;strong&gt;Der Kopfschmerz ist weg. Als wäre er nie dagewesen. Und dabei habe ich gerade erst vor zwölf Minuten eine Tablette genommen. Kann die überhaupt schon wirken? Egal - dass ich keine Kopfschmerzen mehr habe, ist ja wohl der beste Beweis.&lt;/strong&gt;Wir alle haben unsere Hausmittel, unsere Lieblingsmedikamente, unsere medizinischen Tricks, auf die wir völlig vertrauen. Wir fühlen uns besser - doch beweisen lässt sich dadurch überhaupt nichts. Der Kopfschmerz hätte sich vielleicht auch ohne Tablette verabschiedet, vielleicht war es eher das Glas Wasser, das ich getrunken habe, vielleicht hat mir der Placeboeffekt geholfen. Ob eine Behandlung wirklich wirkt oder nicht, das lässt sich nur durch Statistik herausfinden. Es gibt keine alternative Möglichkeit. Erfahrungsberichte zufriedener Kunden, Empfehlungen erfahrener Ärzte, Umsatzzahlen großer Pharmaunternehmen - all das ist wissenschaftlich völlig wertlos. Nur eine saubere medizinische Studie, bei der verschiedene Patientengruppen statistisch untersucht werden, können uns sagen, was als echte Medizin gelten kann, und was wirkungsloser Hokuspokus ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="30769" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;img alt="semmelweis.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/naklar/semmelweis.jpg" width="200" height="289" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 20px 20px 0;" /&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ignaz Semmelweis - Retter der Mütter&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein besonders beeindruckendes historisches Beispiel von evidenzbasierter Medizin ist die Geschichte von Ignaz Semmelweis: Mitten im neunzehnten Jahrhundert arbeitete er an der Geburtenabteilung im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien. Das Gebäude, in dem Semmelweis Medizingeschichte schrieb, ist nur wenige Gehminuten von meinem Schreibtisch entfernt. Es gehört heute zur Universität Wien, das Allgemeine Krankenhaus Wien ist längst in ein moderneres Gebäude übersiedelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Hände waschen, Herr Doktor!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damals, in den Vierzigerjahren des neunzehnten Jahrhunderts, wütete an der Geburtenabteilung das Kindbettfieber: Etwa zehn Prozent der Mütter starben dort, in manchen Monaten waren es deutlich mehr. Semmelweis erkannte die Ursache dieses Problems: Die Medizinstudenten, die an seiner Geburtenabteilung mitarbeiteten, sezierten Leichen und untersuchten dann ihre Patientinnen, ohne besondere Hygienemaßnahmen. So wurden gefährliche Bakterien von Frau zu Frau verteilt. Semmelweis schrieb seinen Studenten vor, sich die Hände zu desinfizieren. Diese Maßnahme zeigte sehr schnell große Wirkung - und Semmelweis konnte diesen Erfolg in sauberen statistischen Untersuchungen nachweisen. Er gilt daher heute als einer der Väter der evidenzbasierten Medizin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.naklar.at/content/features/semmelweis/"&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Den ganzen Text über Ignaz Semmelweis gibt es auf naklar.at zu lesen.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;form mt:asset-id="30770" class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"&gt;&lt;img alt="evidenz.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/naklar/evidenz.jpg" width="340" height="255" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /&gt;&lt;/form&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;small&gt;Na gut, Statistik allein rettet auch keine Leben - aber sie ist wichtig!&lt;/small&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://www.naklar.at"&gt;&lt;em&gt;www.naklar.at&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/naklar/2012/04/statistik-rettet-leben.php"&gt;Zum Beitrag im Blog&amp;nbsp;&amp;raquo;&lt;/a&gt;&lt;hr /&gt;

&lt;a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~4/cAmZMf13x74" height="1" width="1"/&gt;</description>
<link>http://feedproxy.google.com/~r/ScienceBlogs/Rubrik/Medizin/~3/cAmZMf13x74/statistik-rettet-leben.php</link>
<guid isPermaLink="false">http://www.scienceblogs.de/naklar/2012/04/statistik-rettet-leben.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Medizin</category>
<pubDate>Mon, 23 Apr 12 23:10:05 -0400</pubDate>
<feedburner:origLink>http://www.scienceblogs.de/naklar/2012/04/statistik-rettet-leben.php</feedburner:origLink></item>
    </channel>
</rss>

