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        <title>ScienceBlogs</title>
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        <copyright>Copyright 2009</copyright>
        <lastBuildDate>Tue, 03 Nov 2009 06:30:00 +0100</lastBuildDate>
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<title>Update: ScienceBlogs baut um [Geograffitico]</title>
<description><![CDATA[Wer schon mal ein Haus oder eine Wohnung renoviert hat, wird von diesem Update nicht sonderlich überrascht sein: Der Umbau von ScienceBlogs zu einer Wordpress-Seite ist zwar schon zum größten Teil fertig - aber eben noch nicht "schlüsselfertig". Es ist der sprichwörtliche Teufel, der sich hier in ein paar sehr wörtlich gemeinten Details versteckt hat und der uns davon abhält, die umgestaltete ScienceBlogs.de-Seite "live" zu schalten. So etwa hätte diese Seite eigentlich schon aussehen sollen:<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/Umbau-SB.jpg"><img alt="Umbau-SB.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/assets_c/2012/09/Umbau-SB-thumb-555x298-32719.jpg" width="555" height="298" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
Wer sich bis zum endgültigen Relaunch einen ausgiebigeren Eindruck vom neuen Format verschaffen will, kann ja schon mal bei unserer amerikanischen "Mutter-Seite" <a href="http://scienceblogs.com">ScienceBlogs.com</a> schnuppern...<br /><a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/09/update-scienceblogs-baut-um.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<link>http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/09/update-scienceblogs-baut-um.php</link>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Wed, 05 Sep 12 03:01:32 -0400</pubDate>
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<title>In eigener Sache: ScienceBlogs baut um [Geograffitico]</title>
<description><![CDATA[<img alt="200px-Zeichen_123.svg.png" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/200px-Zeichen_123.svg.png" width="200" height="176" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 10px;" />Jeder braucht mal "Tapetenwechsel". Auch (oder gerade) die deutschen Scienceblogs - unsere bisherige Blog-Software <em>Movable Type </em> hat sich auf Dauer als nicht unbedingt ideal entpuppt; und nach dem jüngsten <a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/06/technische-probleme-bei-scienceblogs.php">Update</a>, der (leider) zwangsweise durchgeführt wurde, funktioniert vieles auf der Homepage und in den einzelnen Blogs nicht mehr. Ab jetzt soll das alles besser werden: Am Dienstag werden die ScienceBlogs.de auf <a href="http://de.wordpress.org/">WordPress</a> als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Content-Management-System">Content-Management-System</a> umrüsten; es wird hier daher für ein paar Stunden kein "normaler" Betrieb auf unseren Seiten herrschen. Und wie bei allen Umbauarbeiten kann es dabei zu kleinen (hoffentlich!) Störungen kommen. Wir bitten daher alle unsere Leserinnen und Leser um Geduld, falls in den ersten Stunden und (hoffentlich nicht!) Tagen mal etwas nicht funktioniert. Doch unabhängig vom Design, werden die ScienceBloggerinnen und -Blogger sich auch unverändert darum bemühen, Ihr Bestes an Wissenschaftskommunikation zu bieten. Ganz wie gehabt.<br /><a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/09/in-eigener-sache-scienceblogs-baut-um.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<link>http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/09/in-eigener-sache-scienceblogs-baut-um.php</link>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Mon, 03 Sep 12 23:43:20 -0400</pubDate>
</item>

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<title>Improvisationen im Labor [blooDNAcid]</title>
<description><![CDATA[Ich zeige hier, wie man sich eine Plattenzentrifuge prima selber bauen kann.Zur Einführung muß ich vielleicht kurz etwas erklären: Laborgeräte sind teuer. Sehr teuer. Häufig tun sie nichts anderes als herkömmliche Haushaltsgeräte, kosten aber das Zehnfache. Wenn man arm ist, wie wir und so ziemlich die meisten universitären Forschungsabteilungen, kann man sich fast nie die Geräte leisten, die man gerne hätte und nicht mal immer die, die man braucht. Also muß man häufig improvisieren und ich habe in Labors schon die abenteuerlichsten Konstruktionen gesehen, die aus Material für 20 € bestanden und ein Gerät für 3000 € ersetzten. Das ganze hat natürlich eine Grenze! Man sollte nicht mit selbst gebauten Apparaten wichtige Messwerte generieren, von denen am Ende eine Arbeit oder gar die Gesundheit eines Menschen abhängt, aber manches geht doch.<br />
Z.B. bei uns: wir führen hier jeden Tag mehrere <a href="http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2011/04/forensische-genetik-dnaquantifizierung.php">quantitative PCRs durch, z.B. um DNA-Mengen sehr genau zu quantifizieren</a>. Diese <a href="http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2011/04/basics-die-polymerasekettenreaktion.php">PCR</a>s werden nicht in einzelnen Reaktionsgefässen angesetzt, sondern in sogenannten 96-well-Platten: Kunststoffplatten, in die 96 Vertiefungen eingebracht sind und die nachher mit Folie überklebt werden, so daß man 96 separate Reaktionsräume hat. Eigentlich muß man solche Platten, wenn man sie fertig bestückt hat, kurz abzentrifugieren, um letzte Flüssigkeitströpfchen von den Innenwänden der Vertiefungen zu entfernen. Das geht aber nur mit einer Plattenzentrifuge, einer Zentrifuge also, in die solche Platten hineinpassen und die einen ganz speziellen Rotor besitzen. Und die sind sehr sehr teuer (mehrere Tausend €), können dafür aber auch die Platten mit enormer Geschwindigkeit drehen, wofür sie wiederum hohen Sicherheitsansprüchen genügen und genau kalibriert sein müssen etc . Doch genau das braucht man überhaupt nicht, wenn man die Platten eigentlich nur mal kurz andrehen will, der Laborslang dafür ist "runterdrullern". Auch so etwas kann man kaufen: eine Minizentrifuge, die nix anderes kann, als Platten runterzudrullern. Doch auch so ein Ding kostet noch knapp 600 € - zuviel für uns. <br />
<br />
Was wir uns leisten konnten, waren 4 € für eine Salatschleuder in einem großen, schwedischen Möbelhaus und ein paar Cent für Kabelbinder. Was wir noch hatten, war eine Bohrmaschine und zwei so schwarze Untersetzer für 96-well-Platten, in die man sie während der Bearbeitung hineinstellt. Also haben meine Doktorandin und ich uns ans Werk gemacht und was wir hervorgebracht haben, ist das:<br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/impro%20zentrifuge.jpg"><img alt="impro zentrifuge.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/assets_c/2012/09/impro zentrifuge-thumb-555x332-32710.jpg" width="555" height="332" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
<br />
Et voilà, eine Plattenzentrifuge zum Runterdrullern mit Handbetrieb (in einem der schwarzen Untersetzer sitzt so eine 96-well-Platte drin). Funktioniert einwandfrei. :-)<br />
<small>(Und ja, wir haben sie natürlich vor Benutzung gründlichst gereinigt und mit UV-Licht, DNAse, RNAse und danach mit RNAse-Inhibitoren behandelt).</small><br />
<br /><a href="http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2012/09/improvisationen-im-labor.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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]]></description>
<link>http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2012/09/improvisationen-im-labor.php</link>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Mon, 03 Sep 12 11:40:47 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Video: Curiosity landet am Mars [Astrodicticum Simplex]</title>
<description><![CDATA[Die <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/bild-curiosity-auf-dem-weg-nach-unten.php">Landung des Curiosity-Rovers</a> auf dem Mars fiel ja mit meiner Auszeit zusammen und deswegen habe ich mich nur <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/wissenschaft-vs-sport-uber-scheinbare-geldverschwendung-und-dinge-die-wirklich-viel-kosten.php">am Rande</a> mit der Mission beschäftigt. Aber dieses äußerst schöne Video, das die Landung der Sonde auf dem Mars zeigt, wollte ich euch doch noch zeigen.<center><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/fJgeoHBQpFQ" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></center><br><br />
<br />
Das, was da gleich am Anfang weg fliegt, ist nicht Curiosity, sondern der Hitzeschild. Das Video zeigt die Landung aus der Sicht des Rovers.<br /><a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/09/video-curiosity-landet-am-mars.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<link>http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/09/video-curiosity-landet-am-mars.php</link>
<guid>http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/09/video-curiosity-landet-am-mars.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Sun, 02 Sep 12 10:31:30 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Astrodicticum Simplex on the road: Blöde Berge neben der Saale und blöde Motorräder in Schleiz [Astrodicticum Simplex]</title>
<description><![CDATA[Der Ausflugstag heute war nicht so toll. Ich hatte ja eigentlich vor, gemütlich <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/astrodicticum-simplex-on-the-road-uber-land-und-unter-tage.php">ein paar Tage durch die Gegend zu radeln</a> und mir ein paar interessante Sachen anzusehen. Deswegen hatte ich mir ja auch den Saale-Radweg ausgesucht, ein Weg, von dem ich annahm, er würde die Saale entlang führen und deswegen halbwegs eben sein. Tja.Nach der Abfahrt in Saalfeld sah man die Saale zwar noch kurz - dann aber ging es die in die Landschaft nebenan und die war leider voller Berge. Ich hab ja nichts dagegen, ab und zu mal bergauf zu fahren. Aber die Strecke bis Ziegenrück bestand mehr oder weniger ausschließlich aus langen, steilen Bergaufpassagen und kurzen, steilen Bergabfahrten (die Autos durften dagegen schön gerade neben der Saale herfahren. Mist Autos!). Das war schon ziemlich nervig. Dann hätte ich auch gleich in die Berge Mountainbike fahren gehen können... Wer legt solche doofen Radwege an? <br />
<br />
Ab und zu zeigte sich die Saale dann doch. Bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenwarte-Stausee">Hohenwarte</a> gab es eine schöne Talsperre mit großem Damm.<br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07084-32650.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07084-32650.php','popup','width=3648,height=2736,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07084-thumb-500x375-32650.jpg" width="500" height="375" alt="DSC07084.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07089-32653.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07089-32653.php','popup','width=3648,height=2736,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07089-thumb-500x375-32653.jpg" width="500" height="375" alt="DSC07089.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07090-32656.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07090-32656.php','popup','width=3648,height=2736,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07090-thumb-500x375-32656.jpg" width="500" height="375" alt="DSC07090.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
<br />
Zumindest gabs dort ne Imbissbude. Ich dachte, Frucade gibts nur in Österreich? Aber anscheinend wird das jetzt auch in Deutschland abgefüllt:<br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07091-32662.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07091-32662.php','popup','width=3648,height=2736,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07091-thumb-500x375-32662.jpg" width="500" height="375" alt="DSC07091.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
<br />
Und einmal durfte ich sogar mit der Fähre über die Saale rüber.<br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07095-32659.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07095-32659.php','popup','width=3648,height=2736,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07095-thumb-500x375-32659.jpg" width="500" height="375" alt="DSC07095.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
<br />
Für das Wasserkraftmuseum in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ziegenr%C3%BCck">Ziegenrück</a> hatte ich leider keine Zeit mehr; die nervigen Bergauffahrten hatten zuviel Zeit gekostet. <br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07096-32665.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07096-32665.php','popup','width=3648,height=2736,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07096-thumb-500x375-32665.jpg" width="500" height="375" alt="DSC07096.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
<br />
Ich wollte noch weiter nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ziegenr%C3%BCck">Schleiz</a>. Das liegt zwar nicht mehr am Saaleradweg, aber ein Stück konnte ich ihm noch folgen. Natürlich wieder fernab der Saale und kilometerlang bergauf... Landschaftlich war der Weg auch eher öde:<br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07097-32668.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07097-32668.php','popup','width=3648,height=2736,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07097-thumb-500x375-32668.jpg" width="500" height="375" alt="DSC07097.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
<br />
Nachmittags war ich dann endlich in Schleiz angekommen. Die Stadt fand ich immer schon ein wenig komisch; obwohl ich nie irgendwas mit ihr zu tun hatte (liegt wohl an der Ähnlichkeit des Namens zum österreichischen Dialektwort "Schlaz", was "Spucke" bedeutet). <br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07102-32671.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07102-32671.php','popup','width=3648,height=2736,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07102-thumb-500x375-32671.jpg" width="500" height="375" alt="DSC07102.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
<br />
Aber der erste Eindruck war ganz nett; direkt an der Ortseinfahrt konnte ich in einer Bäckerei eine dringend benötigte Stärkung bekommen und ich machte mich optimistisch auf den Weg. Ich wollte zum "<a href="http://www.rutheneum.de/">Rutheneum</a>", dem Ort, an dem Konrad Duden (der mit dem Wörterbuch) mal gearbeitet hat. Dort gibt es ein kleines Duden-Museum, dass ich mir gerne ansehen wollte. Auf der Homepage des Museums stand zwar, dass es gerade umgebaut wird. Aber eigentlich sollte es im Mai 2012 fertig sein. Tja - war es leider nicht...<br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07103-32674.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07103-32674.php','popup','width=3648,height=2736,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07103-thumb-500x375-32674.jpg" width="500" height="375" alt="DSC07103.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
<br />
Da ich schon mehr als 60 Kilometer, viele davon bergauf, in den Beinen hatte, wollte ich es eigentlich für heute gut sein lassen. Am Hauptplatz von Schleiz war ein nettes Freiluftcafe und wenn es schon mit Duden nichts wird, dann zumindest mit einem Bier oder zwei. Nur noch schnell ein Hotel suchen und dann...<br />
<br />
Aber mit Hotels hat man es nicht so in Schleiz. Die Pension in der Nähe des Zentrums hatte nur einen Zettel mit "Ich bin gerade nicht da" zu bieten, und die anderen Wegweiser entlang der Straßen zeigten mir nur Hotels, die einige Kilometer außerhalb von Schleiz lagen - und auf irgendwelche teuren Wellnesshotels mitten in der Pampa hatte ich keine Lust. Also doch kein Bier sondern weiter fahren in das eigentliche Tageziel. Plauen, ca. 30 Kilometer entfernt. Aber Schleiz mochte mich heute nicht. Die eine Straße Richtung Plauen war gesperrt, weil da gerade ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schleizer_Dreieck">Motorradrennen</a> stattfand. Die andere Straße Richtung Plauen war ebenfalls gesperrt, wegen der Motorräder (Mist Motorräder!). Man konnte die Rennstrecke zwar großräumig umfahren - aber ich hatte nicht wirklich Lust darauf, noch ein paar Dutzend Extrakilometer abzustrampeln. Also habe ich Schleiz in die andere Richtung wieder verlassen, auf der Suche nach der nächsten größeren Stadt.<br />
<br />
Hier gabs keinen richtigen Fahrradweg mehr und die Landschaft war auch nicht mehr so malerisch...<br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07104-32677.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07104-32677.php','popup','width=3648,height=2736,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07104-thumb-500x375-32677.jpg" width="500" height="375" alt="DSC07104.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
<br />
Aber immerhin ging es nicht mehr <i>ganz</i> so oft auf und ab und nach knapp 20 Kilometern kam ich in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zeulenroda-Triebes">Zeulenroda</a> an. Die Stadt sah auf den ersten Blick ebenfalls sehr nett aus, hatte ebenfalls ein paar nette Cafes auf dem Hauptplatz. Aber leider ebenfalls keine Hotels im Zentrum, sondern wieder nur irgendwelche "Bio-Seehotels" irgendwie außerhalb. Bei meiner Herbergssuche bin ich dann aber immerhin auf einen Bahnhof gestoßen. <br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07105-32680.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07105-32680.php','popup','width=3648,height=2736,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/09/DSC07105-thumb-500x375-32680.jpg" width="500" height="375" alt="DSC07105.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
<br />
Nach ner Stunde kam dann auch ein Zug und der brachte mich zurück nach Jena. Dort steht mein eigenes Bett (das ich nach den insgesamt 90 Kilometern radeln heute dringend brauche) und das Zugticket war auch noch viel billiger als ein Hotelzimmer. Tja - manchmal ist die Provinz tatsächlich genau so, wie man sie sich vorstellt...<img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/985aa94a574c4ea0b314d5890192010d" width="1" height="1" alt=""><br /><a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/09/astrodicticum-simplex-on-the-road-blode-berge-neben-der-saale-und-blode-motorrader-in-schleiz.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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]]></description>
<link>http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/09/astrodicticum-simplex-on-the-road-blode-berge-neben-der-saale-und-blode-motorrader-in-schleiz.php</link>
<guid>http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/09/astrodicticum-simplex-on-the-road-blode-berge-neben-der-saale-und-blode-motorrader-in-schleiz.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Sat, 01 Sep 12 22:05:59 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Prezi und Dodogahedron [Mathlog]</title>
<description><![CDATA[Mathe ist nicht linear.Wegen unseres bevorstehenden Umzuges zu wordpress - nächste Woche ist es endlich so weit - bin ich gerade dabei, bei meinen alten unveröffentlichten Blogposts aufzuräumen und allerlei zu entsorgen. (Meist nur Links zu irgendwelchen irgendwann mal aktuell gewesenen Dingen, über die ich vielleicht irgendwann mal hatte bloggen wollen.) <br />
<br />
Jedenfalls, eine Sache, die ich mir letzten November mal gespeichert, dann aber nie verbloggt hatte ist folgendes Prezi (<a href="http://davidwees.com/content/math-not-linear">Quelle</a>), das zugegebenermaßen eher wegen der Art der Darstellung interessant ist als wegen des Inhalts. (Man könnte auch sagen: mit dieser Art der Darstellung werden selbst sonst eher dröge Allgemeinplätze plötzlich interessant.) Der Titel: <em>"Math is not linear."</em> <br />
<br />
<small>Nach dem Anklicken ein paar Sekunden warten, bis es geladen ist, und dann weiter durchklicken.</small><br />
<div class="prezi-player"><style type="text/css" media="screen">.prezi-player { width: 550px; } .prezi-player-links { text-align: center; }</style><object id="prezi_aww2hjfyil0u" name="prezi_aww2hjfyil0u" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000" width="550" height="400"><br />
<param name="movie" value="http://prezi.com/bin/preziloader.swf" /><br />
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<div class="prezi-player-links"><br />
<br />
<br />
Ohne inhaltlichen Zusammenhang noch eine weitere Animation, die ich letzten Oktober mal abgespeichert hatte (Quelle: <a href="http://singingbanana.tumblr.com/post/11391777196/dodogahedron">Singing Banana</a>), wahrscheinlich um sie irgendwann mal in einem Artikel über Platonische Körper zu verwenden: das <em>Dodogahedron</em>:<br />
<br />
<img alt="gyp.gif" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/gyp.gif" width="379" height="425" class="mt-image-none" style="" /><br /><a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2012/09/prezi.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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]]></description>
<link>http://www.scienceblogs.de/mathlog/2012/09/prezi.php</link>
<guid>http://www.scienceblogs.de/mathlog/2012/09/prezi.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Sat, 01 Sep 12 18:18:13 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Computergrafik - Teil 4 [Von Bits und Bytes]</title>
<description><![CDATA[<p>Im <a href="http://www.scienceblogs.de/von_bits_und_bytes/2012/08/computergrafik---teil-3.php">letzten Artikel</a> haben wir besprochen, wie sich aus einzelnen Punktinformationen Dreiecke auf den Bildschirm zaubern lassen. Viel gekonnt haben wir damit allerdings nicht, da wir lediglich die Umrisse der Dreiecke zeichnen konnten. Was aber eigentlich benötigt ist, sind komplett ausgefüllte Dreiecke - und darum soll es heute gehen.</p><p>Ebenso wie beim Rastern von Linien gibt es natürlich auch beim 
Ausfüllen von Dreiecken die verschiedensten Methoden, um zum Ziel zu 
gelangen, wobei ich mich wie immer auf eine der einfacheren beschränke. 
Zu sagen ist noch, dass die beschriebene Methode natürlich nicht nur für
 Dreiecke funktioniert - für diese ist sie jedoch mit dem geringsten 
Rechenaufwand umsetzbar, weswegen das Dreieck auch (wie bereits erwähnt)
 die Grundlage der 3D-Grafik bildet.</p><p>Ausgangspunkt beim Rendern von Dreiecken sind wieder die in Bildschirmkoordinaten transformierten Eckpunkte des Dreiecks (wir <a href="http://www.scienceblogs.de/von_bits_und_bytes/2012/07/computergrafik---teil-2.php">erinnern</a>
 uns). doch statt den Umriss des Dreiecks zu zeichnen, also die drei 
Eckpunkte durch Linien zu verbinden, wollen wir diesmal die durch die 
Eckpunkte beschriebene Fläche auf dem Bildschirm füllen.&nbsp;</p><p>Der 
triviale Ansatz zum Füllen des Dreiecks wäre nun natürlich, für jeden 
Bildschirm-Punkt zu bestimmen, ob er innerhalb oder außerhalb des 
Dreiecks liegt; das lässt sich durch drei relativ einfache Berechnungen 
bestimmen (indem nämlich geschaut wird, ob der zu betrachtende Punkt für
 alle drei Dreieckskanten auf der gleichen Seite liegt - ist dem so, 
liegt der Punkt auch im Dreieck). Aber dieser Ansatz ist uns a) zu 
einfach und b) ist er natürlich auch viel zu langsam, um in der Praxis 
relevant zu sein.</p><p>Wir wollen uns an dieser Stelle daher einen 
weitaus eleganteren Algorithmus anschauen, der (natürlich modifiziert) 
so auch in der Praxis zur Anwendung kommt. Da Algorithmen zum Zeichnen 
von Dreiecken sehr schnell arbeiten müssen, sind sie meist relativ 
einfach gestrickt - so auch dieser. Die Rede ist vom sogenannten <em>Edge-Flag</em>-Algorithmus (eine für allgemeine Polygone geeignete Beschreibung findet sich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rasterung_von_Polygonen#Edge-flag-Algorithmus">hier</a>
 - die Dreiecksvariante ist ein klein wenig einfacher). Das schöne ist, 
dass dieser Algorithmus wenigstens teilweise auch mit der Umrandung des 
Dreiecks arbeitet - unsere Bemühungen im vorherigen Artikel waren also 
nicht ganz umsonst.</p><p>Der Algorithmus besteht im Grunde aus 2 Schritten. Im ersten Schritt wird die <em>Kontur</em> des Dreiecks markiert; im zweiten Schritt werden dann die Pixel innerhalb der Kontur gefüllt.</p><p>Die
 Kontur ist so etwas ähnliches wie der Umriss des Dreiecks, mit einer 
kleinen Abweichung. Beim Umriss des Dreiecks haben wir unterschieden, ob
 eine Linie einen Anstieg von größer als 0.5 (oder kleiner als -0.5) hat
 - wenn dem so war, würde für jeden y-Wert der Linie ein passender 
x-Wert berechnet, ansonsten andersherum (wer sich nicht mehr erinnert, 
möge noch einmal den letzten Artikel lesen). Für die Kontur wird für <em>alle</em> Dreieckskanten, unabhängig von ihrem Anstieg, für alle möglichen y-Werte der Kante <em>genau ein</em> passender x-Wert, nämlich der am weitesten links liegende, berechnet - der sogenannte <em>Konturpixel</em>
 (x und y sowie links und rechts können beliebig ausgetauscht werden, 
mit entsprechender Anpassung des Algorithmus - wir halten uns hier aber 
an die Konvention). </p><p>Die Kontur eines Dreiecks lässt sich relativ 
leicht berechnen; dazu wird lediglich für jede einzelne der drei Linien 
des Dreiecks für jede Pixelzeile der Schnittpunkt der Linie mit der 
Zeile berechnet und der entsprechende Bildpunkt eingefärbt. Dazu ein 
kleines Beispiel; nehmen wir das folgende zu zeichnende Dreiecke mit der
 zugehörigen, bereits eingezeichneten Kontur an:</p><p><img alt="TriangleOutline.gif" src="http://www.scienceblogs.de/von_bits_und_bytes/2012/08/31/TriangleOutline.gif" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" height="300" width="300" />Der
 Unterschied der Kontur zum Umriss ist hier deutlich zu sehen, da für 
letzteren die untere Linie des Dreiecks einen y-Wert für jeden möglichen
 x-Wert aufweisen müsste. So aber wurden für alle 3 Linien für alle 
y-Werte mögliche x-Werte berechnet. Es fällt auf, dass sich durch dieses
 Vorgehen in jeder Zeile genau 2 eingefärbte Pixel befinden (das muss 
nicht immer so sein, dazu aber später noch ein Wort) - eine Eigenheit, 
die sich durch die Verwendung von Dreiecken erklären lässt.</p><p>Haben 
wir nun so die Kontur bestimmt, muss diese gefüllt werden. Das Vorgehen 
hierfür drängt sich schon beinahe auf: Ausgehend vom ersten eingefärbten
 Pixel einer Zeile müssen lediglich alle weiteren eingefärbt werden, bis
 das bereits eingefärbte Pixel erreicht wird. Das lässt sich auch 
wunderbar als Pseudocode (also informale Beschreibung eines Algorithmus)
 notieren; nehmen wir an, wir kennen durch das Zeichnen der Kontur die 
Punkte x<sub>min</sub>, x<sub>max</sub>, y<sub>min</sub> und y<sub>max</sub>,
 die jeweils die kleinsten und größten x- und y-Werte der eingefärbten 
Pixel (sprich, die x- und y-Werte der am weitesten 
links/rechts/oben/unten liegenden Pixel) enthalten; dann lässt sich der 
Algorithmus zum Beispiel folgendermaßen aufschreiben (es sind natürlich 
auch andere Umsetzungen denkbar):</p><p><br /></p>
<blockquote style="font-family:courier">(1)&nbsp; Fill Triangle: x<sub>min</sub>, x<sub>max</sub>, y<sub>min</sub>, y<sub>max</sub> ∈ <strong>N</strong>:<br />
(2) &nbsp; &nbsp;<strong>for each</strong> y <strong>from</strong> y<sub>min</sub>
<strong>to</strong> y<sub>max</sub>:<br />
(3) &nbsp; &nbsp; &nbsp; <strong>for each </strong>x<sub>1</sub> <strong>from </strong>x<sub>min</sub> <strong>to </strong>x<sub>max</sub>:
&nbsp;<br />
(4) &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <strong>if</strong> pixel(x<sub>1</sub>,y) filled:<br />
(5) &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <strong>for each </strong>x<sub>2</sub>
 <strong>from </strong>x<sub>1</sub>+1 <strong>to </strong>x<sub>max</sub>:<br />
(6) &nbsp;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<strong>if</strong> pixel(x<sub>2</sub>,y) filled: <strong>continue at (2)</strong><br />
(7) &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <strong>else</strong>: fill
pixel(x<sub>2</sub>,y)
 <br /></blockquote><p>Eigentlich ganz einfach, oder? Diesen Algorithmus 
können wir nun auf obige Kontur loslassen, was uns zu folgendem wenig 
überraschendem 
Bild 
führt:<br /></p><p><img alt="TriangleFilled.gif" src="http://www.scienceblogs.de/von_bits_und_bytes/2012/08/31/TriangleFilled.gif" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" height="300" width="300" /></p><p>Manchmal
 kann es übrigens passieren, dass 2 Konturpixel verschiedener Kanten auf
 den gleichen Bildpunkt entfallen, und zwar in der Regel in der nähe der
 Eckpunkte des Dreiecks; so ein Fall benötigt eine gesonderte 
Behandlung, etwa, indem derartige Punkte nicht mit in die Kontur 
aufgenommen werden.</p><p>Damit haben wir nun endlich eine Möglichkeit, 
um gefüllte Dreiecksflächen darstellen zu können - ein wichtiger Schritt
 auf dem Weg zur Darstellung komplexer Objekte. Prinzipiell reicht das 
zwar schon, aber es fehlt natürlich noch eine ganz wichtige Information:
 nämlich die Farbgebung der Dreiecke. Dazu gibt es dann aber im nächsten
 Artikel etwas.</p><p>Vorher möchte ich aber noch auf einen Leserwunsch 
eingehen, nämlich zum Thema indizierte Dreieckslisten. Wie im letzten 
Artikel angedeutet, werden komplexe Objekte zwar aus einzelnen Dreiecken
 aufgebaut, jedoch werden diese Dreiecke nicht alle separat gespeichert.
 Das wäre ein sinnloser Aufwand an Speicherplatz, da sich die meisten 
Dreiecke ein oder zwei Eckpunkte Teilen würden. Aus diesem Zweck wird 
zur Abspeicherung der zu einem Objekt gehörenden Dreiecke eine spezielle
 Struktur verwendet, die sogenannte indizierte Dreiecksliste.</p><p>Der Name ist allerdings etwas irreführend - tatsächlich handelt es sich nämlich nicht um eine, sondern um <em>zwei</em>
 Listen. Aber eins nach dem anderen. Schauen wir uns zuerst die 
herkömmliche Art der Speicherung an, mit 3 Punkten für jedes Dreieck. 
Untenstehend ist ein Bild mit 3 Dreiecken zu sehen; hierfür müssen 
insgesamt 9 Eckpunkte gespeichert werden (man möge mir die etwas 
unschöne Art der Darstellung verzeihen):<img alt="TriangleList.png" src="http://www.scienceblogs.de/von_bits_und_bytes/2012/08/31/TriangleList.png" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" height="149" width="265" /></p><p>Es
 ist zu sehen, dass zwei der Punkte von jeweils 2, ein Punkt sogar von 
allen drei Dreiecken geteilt wird - das jeweils erneute Abspeichern der 
Punkte ist im Grunde also Platzverschwendung. Um hier zu sparen, wurde 
(neben anderen Methoden der Speicherung) das Verfahren der indizierten 
Dreiecksliste entwickelt. Bei diesem Verfahren werden zunächst einmal 
tatsächlich nur alle Punkte (das heißt, für jeden Punkt der x-, y- und 
z-Wert) genau einmal in einer Liste, der Dreiecksliste, abgespeichert - 
für obiges Beispiel also die folgenden Punkte:<br /></p>
<p><img alt="TrianglePoints.png" src="http://www.scienceblogs.de/von_bits_und_bytes/2012/08/31/TrianglePoints.png" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" height="149" width="265" /></p>
<p>Die Liste (mit fiktiven Werten) für die obigen 5 Punkte könnte also 
so aussehen (die z-Werte sind in der Abbildung natürlich nicht zu 
erkennen):<br /></p><ul><li>P1: (90, 130, 10)</li><li>P2: (80, 50, 13)</li><li>P3: (135, 125, 8)</li><li>P4: (175, 30, 14)</li><li>P5: (235, 95, 5)<br /></li></ul><p>Um
 aus diesen Punkten nun Dreiecke generieren zu können, wird zusätzlich 
eine weitere Liste, die Indexliste, angelegt, welche für jedes Dreieck 
die Position der zum Dreieck gehörenden Punkte in der Dreiecksliste - 
den sogenannten <em>Index</em> - enthält. Da jedes Dreieck immer aus 
genau 3 Punkten besteht, werden in der Indexliste pro Dreieck immer 3 
Indizes abgespeichert - für alle Dreiecke einfach hintereinander, da ja 
die Anzahl der Punkte pro Dreieck bekannt ist. Für obiges Beispiel 
ergibt sich also die folgende Indexliste (im Gegensatz zur <a href="http://www.scienceblogs.de/von_bits_und_bytes/2011/10/algorithmen-bubblesort.php">gängigen Informatikpraxis</a> als 1-indizierte und nicht als 0-indizierte Liste):<br /></p><p align="center">1, 2, 3, 2, 4, 3, 3, 4, 5<br /></p><p>Die
 Indexliste besagt, dass das erste Dreieck aus den Punkte 1, 2, 3; das 
zweite aus den Punkten 2, 4, 3 und das dritte aus den Punkten 3, 4, 5 
besteht.<sup>1</sup> Statt der vormals benötigten 9 Punkte reichen nun 
also 5 Punkte aus - dafür muss aber natürlich noch die Indexliste 
gespeichert werden. </p><p>Nun könnte man argumentieren, dass man da 
kein gutes Geschäft macht - rechnen wir also einmal nach. Pro Dreieck 
werden im 3D-Raum mindestens 3 Werte benötigt, nämlich die Koordinaten 
(also der x-, y- und z-Wert). Üblicherweise werden pro Wert 4 Byte 
veranschlagt, was also 12 Byte Speicherplatz pro Punkt bedeutet. Für 9 
Punkte benötigen wir also 9*12 = 108 Byte an Speicher. Für die 5 Punkte 
der indizierten Dreiecksliste benötigen wir lediglich 5*12 = 60 Byte an 
Speicherplatz; hinzu kommen die Indexwerte mit jeweils 4 Byte pro Wert 
(da ja eine einzelne Zahl reicht), also noch einmal 9*4 = 36 Byte, macht
 insgesamt 96 Byte - ein Gewinn von immerhin 12 Byte Speicherplatz 
(11%).&nbsp;</p><p>Da Objekte aber in der Regel nicht nur aus drei, sondern 
aus tausenden von Dreiecken bestehen, ergibt sich hier eine erkleckliche
 Speicherplatzersparnis. Je mehr Dreiecke sich Punkte teilen, desto 
größer ist auch die Ersparnis (weswegen auch kein genereller 
prozentualer Wert für die Einsparung angegeben werden kann). Um eine 
Vorstellung von der Entwicklung der Ersparnis zu geben: nehmen wir im 
obigen Beispiel (dem ganz oben, mit den doppelt gespeicherten Punkten) 
noch einen weiteren Punkt P10 hinzu, welcher mit den Punkten P4 und P6 
ein weiteres Dreieck bildet, so lassen sich mit Hilfe der indizierten 
Dreiecksliste bereits 24 Byte, also ungefähr 17% Speicherplatz sparen. 
Alles in allem sollte das genügend Motivation für die Verwendung von 
indizierten Dreieckslisten sein.</p><p><br /></p><p><sup>1 Wer sich jetzt 
über die Reihenfolge der Indizes für das zweite Dreieck wundert: es ist 
von Vorteil, die Indizes so zu sortieren, dass die Punkte aller Dreiecke
 im gleichen Drehsinn (hier: im Uhrzeigersinn) gespeichert werden, wenn 
"von vorne" auf das Dreieck geschaut wird. Der Grund ist, dass sich 
dadurch unter anderem Sichtbarkeitstests einfach durchführen lassen - 
dazu aber später bei Wunsch noch ein paar Worte.</sup></p><br /><a href="http://www.scienceblogs.de/von_bits_und_bytes/2012/08/computergrafik---teil-4.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<link>http://www.scienceblogs.de/von_bits_und_bytes/2012/08/computergrafik---teil-4.php</link>
<guid>http://www.scienceblogs.de/von_bits_und_bytes/2012/08/computergrafik---teil-4.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Thu, 30 Aug 12 22:03:19 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Warum die Geschichte, dass Samsung seine Strafe mit 30 Trucks voller 5-Cent-Münzen bezahlt, ein Hoax sein muss [Hinterm Mond gleich links]</title>
<description><![CDATA[Oder ein Fermi-Problem ;-)Derzeit geistert die Geschichte durch das Web, dass <a href="http://en.paperblog.com/samsung-pays-apple-1-billion-sending-30-trucks-full-of-5-cents-coins-294795/">Samsung seine 1 Milliarde Strafe an Apple mit Trucks voller 5-Cent-Münzen bezahlt</a>. Auch wenn die Vorstellung absolut genial ist, so ist sie leider praktisch extrem schwer durchzuführen. (Abgesehen davon, scheint die Story nur auf irgendwelchen obskuren Webseiten zu kursieren, was das Ganze sowieso sehr fragwürdig macht. Aber die Vorstellung ist natürlich so göttlich, dass wir diese Geschichte einfach glauben <strong>wollen</strong>.)<br />
<br />
Wieviele Trucks bräuchte es denn wirklich um eine Milliarde vollzukriegen?<br />
<br />
Um eine Milliarde zu bezahlen, bräuchte es 20 Milliarden 5-Cent-Münzen. Eine amerikanische 5-Cent-Münze wiegt witzigerweise exakt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/5-Cent-M%C3%BCnze_%28Vereinigte_Staaten%29#Technische_Daten">5 Gramm</a>. Die Trucks müssten also ein Gesamtgewicht von 100 Millionen Kilogramm oder 100 000 Tonnen tragen. Nehmen wir grob an, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zul%C3%A4ssige_Gesamtmasse">wirklich schwere LKWs eingesetzt wurden</a> und nehmen wir weiterhin großzügigerweise an, dass jeder Truck 40 Tonnen Last transportieren kann, dann bräuchte es mind. <big><strong>2500</strong></big> schwere LKws um diese schiere Masse an Kleingeld durch die Gegend zu kutschieren. <br />
<br />
Die Geschichte mit den 30 LKWs ist also nicht mal annähernd plausibel, was aber nicht so schnell auffällt, weil wir Menschen uns so riesige Dimensionen wie Milliarden schlicht nicht vorstellen können.<br />
<br />
Spinnen wir das Ganze doch mal weiter. Nehmen wir mal an, dass so ein schwerer LKW grob etwa <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lastkraftwagen">18m lang</a> lang sein kann, dann wäre der gesamte Zug mindestens <big><strong>45 km</strong></big> lang und das auch 'nur' wenn mensch die LKWs ohne Platz dazwischen hintereinander reiht. Das wäre der weltgrößte Konvoi und würde sicherlich die Mutter aller Verkehrsstaus auslösen.<br />
<br />
Es handelt sich hier natürlich um eine grobe Abschätzung, aber um eine die mit den richtigen Größenordnungen hantiert. Das ist absolut ausreichend, um sich eine ungefähre Vorstellung zu machen, die um Größenordnungen zutreffender ist als das reine Bauchgefühl.<br />
<br />
Wie gesagt: Selbst wenn Samsung wollte, es wäre einfach extrem aufwendig diesen Stunt durchzuziehen.<br /><a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/2012/08/warum-die-geschichte-dass-samsung-seine-strafe-mit-30-trucks-voller-5-cent-munzen-bezahlt-ein-hoax-sein-muss.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<link>http://www.scienceblogs.de/planeten/2012/08/warum-die-geschichte-dass-samsung-seine-strafe-mit-30-trucks-voller-5-cent-munzen-bezahlt-ein-hoax-sein-muss.php</link>
<guid>http://www.scienceblogs.de/planeten/2012/08/warum-die-geschichte-dass-samsung-seine-strafe-mit-30-trucks-voller-5-cent-munzen-bezahlt-ein-hoax-sein-muss.php</guid>
<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Wed, 29 Aug 12 13:23:14 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Platonische Fraktale [Mathlog]</title>
<description><![CDATA[Im Kleinen zeigt sich auch das Größere.Wir hatten hier <a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2009/04/zufallige-gruppen-und-das-mengerfraktal.php">schon mal &uuml;ber den Menger-Schwamm geschrieben</a>, ein 2,7268..-dimensionales Fraktal, das man mit dem unten abgebildeten iterativen Proze&szlig; aus einem W&uuml;rfel erh&auml;lt:<br />
<img alt="320px-Menger-Schwamm-Reihe.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/320px-Menger-Schwamm-Reihe.jpg" width="480" height="160" class="mt-image-none" style="" /><br />
<small><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Menger-Schwamm">Wikipedia</a></small><br />
<br />
Neben dem W&uuml;rfels gibt es noch andere <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Platonischer_K%C3%B6rper">platonische K&ouml;rper</a> wie den Tetraeder oder den Dodekaeder<br />
<table><td><img alt="Tetrahedrongif.gif" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/Tetrahedrongif.gif" width="192" height="192" class="mt-image-none" style="" /></td><td><img alt="Dodecahedrongif.gif" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/Dodecahedrongif.gif" width="192" height="192" class="mt-image-none" style="" /></td></table><br />
und man kann auch mit diesen versuchen, ein &auml;hnliches Gebilde wie den Mengerschwamm zu produzieren.<br />
Auf tumblr hat jemand <a href="http://proofmathisbeautiful.tumblr.com/post/8868691292/intothecontinuum-fractals-created-using-the">Bilder davon eingestellt</a>: <br />
<img alt="tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso7_1280.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso7_1280.jpg" width="540" height="394" class="mt-image-none" style="" /><img alt="tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso5_1280.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso5_1280.jpg" width="540" height="458" class="mt-image-none" style="" /><img alt="tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso6_1280.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso6_1280.jpg" width="540" height="401" class="mt-image-none" style="" /><br />
Die Idee ist nat&uuml;rlich nicht neu, mit Google findet man zum Beispiel einen <a href="http://www.spektrum.de/alias/dachzeile/neue-fraktale-aus-platonischen-koerpern/827001">popul&auml;rwissenschaftlichen Artikel aus dem Jahr 2000</a> und manche aus Karton gebastelten Sierpinski-Tetraeder.<br />
<br />
Bei tumblr gibt es aber noch mehr aus platonischen K&ouml;rpern konstruierte Fraktale:<img alt="tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso3_1280.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso3_1280.jpg" width="540" height="485" class="mt-image-none" style="" /><img alt="tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso4_1280.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso4_1280.jpg" width="540" height="460" class="mt-image-none" style="" /><img alt="tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso1_1280.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso1_1280.jpg" width="540" height="519" class="mt-image-none" style="" /><img alt="tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso2_1280.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/mathlog/tumblr_lpki4w2zwe1qf6ilso2_1280.jpg" width="540" height="466" class="mt-image-none" style="" /><br />
<br />
Die Bilder sind auf <a href="http://proofmathisbeautiful.tumblr.com/post/8868691292/intothecontinuum-fractals-created-using-the">http://proofmathisbeautiful.tumblr.com/post/8868691292/intothecontinuum-fractals-created-using-the</a>.<br />
<br />
<br />
Ohne Bezug zu obigen Bildern aber nicht unerw&auml;hnt soll bleiben, dass ich bei der Google-Suche nach 'Platonische Fraktale' auch noch auf <a href="http://www.maya.at/allgemein/allgemein-index.htm">diesen Text zum Maya-Kalender</a> gesto&szlig;en bin, der einfach Satire sein MUSS:<br />
<blockquote>Alle Erdenzyklen werden von ZEIT-Programmen (auch viert-dimensionale ZEIT genannt) gesteuert. Der Steuerungsschlüssel ist bekannt, er ist kodiert durch ein 260er Modul - bei den Mayas TZOLKIN genannt. Dieses 260er Modulprogramm ist fraktal und nicht linear zu verstehen, das heißt, eine Einheit, ein KIN (so werden die 260 Teilaspekte = Kosmische Tore, bezeichnet) kann die spezielle Energie für einen Tag oder eine größere, lineare Zeiteinheit sein. Die kleinste Einheit ist die Tageszählung.<br />
<br />
Das eigentlich Neue ist das Verständnis FRAKTALER Muster. Im Kleinen zeigt sich auch das Größere. In einer Tagesenergie sind mehrere Fraktale enthalten. Drei Hauptzyklen der Linearen Zeit haben die letzte Erdepoche gekennzeichnet. Der 26.000 Jahre umfassende Platonische Erdzyklus ist ebenso in 260 Fraktale zerteilt wie der 5200 Jahre währende Babylonische Zyklus. Die letzten 260 Jahre von 1753 bis 2012 bringen ebenso nochmals die Welle der 260 fraktalen Energien. Auch die kleinste der Einheiten, die Tagesenergie, wird von jeweils einer dieser fraktalen Kräfte bestimmt.<br />
</blockquote><br />
<br /><a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2012/08/platonische-fraktale.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Tue, 28 Aug 12 15:15:08 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Zum Tod von Neil Armstrong [Geograffitico]</title>
<description><![CDATA[<a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/464432main_S69-31741_4x3_800-600.jpg"><img alt="464432main_S69-31741_4x3_800-600.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/assets_c/2012/08/464432main_S69-31741_4x3_800-600-thumb-250x187-32447.jpg" width="250" height="187" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 10px 10px;" /></a>Der erste Mensch auf dem Mond war zwar damals (21.7.1969) schon 39 Jahre alt,  wirkte aber auf mich nie wie ein Mann, sondern immer wie ein Junge - vielleicht hatte ich allein schon deshalb als damals knapp Elfjähriger ein besonderes Interesse an Neil Armstrong entwickelt. Nicht, dass dieses Interesse sehr viel Stoff zur Befriedigung erfahren hätte: Der ehemalige Kampf- und Testpilot, der dabei immer so aussah, als sei er nicht mal alt genug für einen Führerschein, war ein notorisch privater Mensch. In einer Kultur, in der erfolgreiche Sportprofis schon als <em>Helden</em> gefeiert werden, hätte der erste Mensch, der den Menschheitstraum vom Besuch eines außerirdischen Himmelskörpers verwirklichte, eigentlich ein Superstar sein müssen; zumal diese gelungene Mondlanung nicht nur dem Funktionieren eines von anderen entwickelten und betriebenen Apparats verdankte, sondern mit ziemlich kaltem Blut eigenhändig - und unter Umgehung des Computersystems - die Mondfähre auf dem Boden des Mare Tranquilitatis "parkte" (eine Leistung, die in der Tat heroische Charakterzüge erforderte). Doch er zog ein nicht ganz so öffentliches (wenn auch nach allen Maßstäben ein sehr erfolgreiches) Leben zu führen. Am 25. August 2012, knapp drei Wochen nach seinem 82. Geburtstag, <a href="http://www.huffingtonpost.com/2012/08/25/neil-armstrong-dead-age-82_n_1830343.html">starb Armstrong an den Folgen einer Bypass-Operation</a>. Auf der Liste meiner Helden wird der Astronaut immer ganz weit oben stehen.<br />
<br />
<em><small>Foto: <a href="http://www.nasa.gov/topics/people/galleries/armstrong.html">Nasa</a></small></em><br /><a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/08/zum-tod-von-neil-armstrong.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Sun, 26 Aug 12 00:01:01 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Big Bang Theory lockt angehende Ingenieure? [ErklärFix]</title>
<description><![CDATA[Im Rahmen des <a href="http://www.ideenpark.de">Ideenparks </a>fand auch eine Podiumsdiskussion statt, das Thema war "Technik in den Medien". Auf dem Podium saßen der Gastgeber, Dr. Heinrich Hiesinger, Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG, Christoph Koch, Journalist und Autor („Ich bin dann mal offline"), Prof. Dr. Andreas Schümchen, Professor für Journalistik im Studiengang Technikjournalismus, Holger Steltzner, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Ralph Casper, Moderator von Wissen macht Ah und Sendung mit der Maus. <br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/erklaerfix/assets_c/2012/08/IMAG0557-32418.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/erklaerfix/assets_c/2012/08/IMAG0557-32418.php','popup','width=1000,height=471,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/erklaerfix/assets_c/2012/08/IMAG0557-thumb-350x164-32418.jpg" width="350" height="164" alt="IMAG0557.jpg" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 20px 20px 0;" /></a><br />
</br><br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Es war eine sehr lockere und unterhaltsame Diskussion, die da vorne statt fand, leider mit wenig Neuem. <br />
<ul><br />
	<li>Wissenschaft ist uncool, sagt man auf einer Party, man war schlecht in Mathe, ergänzen und übertrumpfen es die Umstehenden.</li><br />
	<li>Die meisten empfinden in "der" Technik eine große Bedrohung aber zugleich auch die Chance, die Welt zu retten. </li><br />
	<li>Technik taucht erst in den Medien auf, wenn sie versagt, etwa bei Fukushima. </li><br />
	<li>Es gibt zu wenig Naturwissenschaften/Technik in den Medien</li><br />
</ul><br />
Die Liste der Statements und Feststellungen lässt sich so weiter führen, alles Themen, die wir hier in den Scienceblogs schon seit Jahren immer wieder haben. Es war eine sehr gute und kurzweilige Diskussion, aber leider ohne wirklich neuen Ideen, das Problem zu beheben. Aus dem Plenum kam dann als erstes die Idee, doch mehr Vorbilder in den Medien zu präsentieren, etwa CSI (<em>wirklich, es war ernst gemeint. Wieviele Studenten wohl aufgeben, weil das echte Labor nicht so cool aussieht und eine PCR nicht in 10 min den Täter mitsamt Adresse ausspukt?</em>)<br />
Sofort entbrannte dann auf dem Podium die Euphorie, dass es sowas ja schon gäbe, Big Bang Theory. Ob der arme Ing hier wirklich gut dargestellt wird, ob man das Eindreschen der Physiker auf den Ing als Ironie erkennt etc. Es war schön anzusehen, wie sehr BBT scheinbar auf dem Podium und auch im Plenum beliebt ist und Anklang findet. Danach war der Wunsch aber doch eher nach dem wartenden Kaltgetränk vor den Türen und die Diskussion wurde hier weiter fortgeführt.<br />
<br />
<strong>Die Frage in die Runde, glaubt Ihr, dass BBT Schüler dazu motiviert, Naturwissenschaften oder Ingenieur-Fächer zu studieren?</strong><br />
<br />
Ich denke eher, dass ohnehin schon MINT-affine Schüler sich das angucken und sowieso "ihr" Fach studieren. Und falls jemand wirklich daran zweifeln sollte, wie realistisch die Serie ist: Aus eigener Erfahrung und den Statements an dem besagten Abend und auch anderen Gesprächen - es ist wirklich so. Sheldon, Howard, Leonard und Rajesh mögen extrem erscheinen, spiegeln aber dennoch einen gewissen statistischen Durchschnitt wider.<br />
Zu jeder Figur könnte ich damalige Kommilitonen oder Dozenten nennen, die fast 1:1 den Figuren der Serie entsprechen (oder sogar noch extremer waren). <br />
Und die von mir so geliebten Mais-Stärken-Experimente waren auch schon in der Serie...<br /><a href="http://www.scienceblogs.de/erklaerfix/2012/08/big-bang-theory-lockt-angehende-ingenieure.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Wed, 22 Aug 12 12:58:34 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Sternenlicht lesen [Astrodicticum Simplex]</title>
<description><![CDATA[Während meiner <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/07/auszeit.php">Auszeit</a> erscheinen hier einige Gastbeiträge von anderen Bloggern. Wenn ihr auch Lust habt, euer Blog (euren Podcast, euer Videoblog, etc) hier vorzustellen oder einfach nur mal einen Artikel schreiben wollt, dann <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/gastautoren-gesucht.php">macht mit</a>!<br />
<br />
Heute gibt es einen Artikel von <a href="http://sebastiantempl.jimdo.com/blog/">Sebastian Templ</a>. zu einem Thema, über <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/01/magnitude-und-modul-die-helligkeit-der-sterne.php">das ich auch schon geschrieben habe</a>. <br />
<hr>Sterne bedeuten wohl für jeden etwas anderes. Manche sind bei ihrem Anblick fasziniert und hingerissen und denken andächtig an die unbegreiflich großen Dimensionen des Universums. Manche sinnieren darüber, ob es "da oben" wohl noch mehr geben kann als bloße Sterne - Leben, intelligentes Leben, womöglich etwas Göttliches. Manchen ist vielleicht bewusst, dass alles "Material" auf unserem Planeten Erde - sogar der organische Stoff, der jeden von uns aufbaut - in genau solchen Sternen, wie wir sie auf jedem Fleck des Himmels sehen, einst gebildet wurde.<br />
Andere betrachten all die Himmelskörper womöglich weniger emotional - für sie sind Sterne einfach Sterne, nicht mehr und nicht weniger. Sterne sind für unsere Sinnesorgane immerhin nur helle Punkte, die bestenfalls ein bisschen flackern (was übrigens unsere Atmosphäre bewirkt - die Sterne selbst flackern nicht derart), sonst aber wirklich nicht aufregend sind. Oder womöglich doch?<br />
 <br />
Ja, unsere Augen sind wohl etwas zu unsensibel, um aus dem Licht der Sterne Nennenswertes herauszulesen. Aber wir haben technische Hilfsmittel und logische Gedankengänge entwickelt, mit deren Hilfe wir erstaunlich viele Eigenschaften eines Sterns erfahren können.<br />
In diesem (und in den weiteren Artikeln) geht es darum, was wir einzig und allein aus Sternenlicht (denn mehr "haben" wir von einem Stern nicht) "lesen" können.<br />
<br />
<strong>I) Helligkeit und Leuchtkraft der Sterne:</strong><br />
<br />
Schon im Altertum unterteilte man die Sterne in sechs Größenklassen. Dabei bezeichnete man die hellsten Sterne als Sterne erster Größe (m = 1, m...Magnitude); die nächste Klasse umfasste die etwas dunkleren Sterne (m = 2). Jene, die mit freiem Auge gerade noch sichtbar waren, fielen in die Kategorie der sechsten und somit dunkelsten Größenklasse (m = 6).<br />
Dieses System erscheint relativ willkürlich. Und das war es damals mit Sicherheit auch.<br />
Heute ist es genauer definiert, welche Sterne in welche Größenklasse gehören. (Zwei Sterne unterscheiden sich um eine Größenklasse, wenn sich ihre Helligkeit um umgefähr den Faktor 2,51 unterscheidet.) Natürlich kennt man heute um eine Vielzahl mehr Sterne als die "alten Astronomen" und man kommt mit der herkömmlichen Anzahl an Klassen nicht mehr aus. Die durch moderne Teleskope entdeckten Sterne sprengen den Rahmen der sechs Größenklassen. Die Helligkeitswerte reichen von jenen unserer Sonne (m ~ -27) bishin zu jenen der bislang dunkelsten entdeckten Sterne (m ~ 25).<br />
Zur Veranschaulichung findet man hier eine Tabelle mit einigen willkürlich ausgewählten Sternen und ihren Helligkeitswerten: http://de.wikipedia.org/wiki/Scheinbare_Helligkeit<br />
<br />
Zu beachten ist allerdings, dass es sich bei dieser bisher genannten Helligekeit nicht um die tatsächliche, absolute Helligkeit eines Sterns handelt, sondern lediglich um die für auf der Erde wahrgenommene Helligkeit. Diese scheinbare Helligkeit ist die Strahlungsleistung (ΔE/Δs, "Energie pro Zeit") pro m² Erdoberfläche und pro s (Sekunde).<br />
 <br />
Auf die absolute Helligkeit eines Sterns kommt man, wenn man die scheinbare Helligkeit mit seiner Entfernung von der Erde vergleicht.<br />
Wie kommt man allerdings auf die Entfernung eines Sterns? Immerhin kann ein heller Stern, der weiter von uns entfernt ist, relativ erdnah aussehen, während ein tatsächlich naher, lichtschwacher Stern uns als weit entfernt erscheint. Die wahrgenommene Helligkeit kann also täuschen.<br />
 <br />
Man hat verschiedene Methoden in der Astronomie entwickelt, um kosmische Entfernungen zu messen. Eine davon ist die sogenannte Parallaxenmethode.<br />
<br />
Während die Erde in einer Ebene jährlich die Sonne umläuft, beschreibt ein naher Stern vor dem Hintergrund weiter entfernter Sterne einen kleinen Kreis. Als Parallaxe wird der halbe Öffnungswinkel des aus den Sehstrahlen gebildeten Kegels bezeichnet.<br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2011/07/ParallaxeV2-25570.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2011/07/ParallaxeV2-25570.php','popup','width=550,height=344,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2011/07/ParallaxeV2-thumb-500x312-25570.png" width="500" height="312" alt="ParallaxeV2.png" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><div style="text-align: center;"><em><small>Bild: Wikistefan, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de">CC-BY-SA 3.0</a></small></em></div><br><br />
<br />
Schön und gut. Doch jetzt mal langsam:<br />
Man nimmt zuerst an, dass die Sterne im Hintergrund (im Bild die Sterne des Sternbilds "Großer Wagen") relativ "fix" sind, sich also von der Erde gesehen nicht nennenswert bewegen. Dann beobachtet man (beispielsweise) im Sommer den Stern, von dem man seine Entfernung zur Erde herausfinden möchte, und bemerkt, dass dieser sich zu diesem Zeitpunkt "innerhalb des Wagens" befindet. Ein halbes Jahr später (in unserem Beispiel im Winter), wenn die Erde bekanntermaßen auf der anderen Seite der Sonne ist (eigentlich nicht richtig ausgedrückt, aber auskennen tut man sich schon ;-) ), betrachtet man den Stern abermals. Diesmal sehen wir ihn außerhalb des Sternbilds. Würde man den Stern dazwischen mehrmals beobachten, käme man drauf, dass er vor dem Sternenhintergrund einen kleinen Kreis beschreibt. Die Sehstrahlen (im Bild als schwarze Linien dargestellt) spannen einen Winkel auf, der von der Entfernung des untersuchten Sterns abhängt. (Wäre der Stern näher, wäre der Winkel größer. Wäre er weiter weg, so würde sich auch dementsprechend der Winkel verkleinern.) Zieht man eine Linie, die durch die Sonne und durch den Stern geht, so halbiert man diesen Winkel und erhält somit die Parallaxe. Mit Hilfe von trigonometrischen Methoden kann man sich kurzerhand die Entfernung des Sterns ausrechnen (weil man ja die Entfernung Erde-Sonne bereits kennt).<br />
<br />
Hier ist eine Liste mit astronomischen Entfernungsangaben:<br />
<br />
<ul><br />
	<li>Astronomische Einheit	 AE	 mittlerer Abstand der Erde zur Sonne (149.597.870 Kilometer) - nur für "kurze" (im kosmischen Sinne) Entfernungen</li><br />
	<li>Lichtsekunde	 Ls	 299.792,458 km (Lichtgeschwindikeit c = 299 792 458 m/s)</li><br />
	<li>Lichtminute	 Lm	 17,99 Mio km</li><br />
	<li>Lichtstunde	 Lh	 1,08 Mrd km</li><br />
	<li>Lichtjahr	 LJ	 9.460,5 Mrd km = 63.240 AE</li><br />
	<li>Parsec	 pc	 Jene Entfernung, aus der der mittlere Abstand zwischen Erde und Sonne (= 1 AE) unter einem Winkel von einer Bogensekunde erscheint: 3,262 LJ oder 31.000 Mrd km</li><br />
	<li>Kiloparsec	 kpc	 1.000 pc = 3.262 LJ = 31.000.000 Mrd km</li><br />
	<li>Megaparsec	 Mpc	 1.000 kpc = 1 Mio pc = 3,262 Mio LJ</li><br />
</ul><br />
<br />
Gut. Nun können wir die Entfernung zu einem Stern berechnen. Auch seine scheinbare Helligkeit können wird leicht herausfinden, indem wir - vereinfacht gesagt - messen, wie viel Strahlung jede Sekunde in einem Quadratmeter auf der Erde ankommt.<br />
 <br />
Mit diesen Werten können wir uns die absolute Helligkeit des Sterns - seine Leuchtkraft - ausrechnen. Die Leuchtkraft ist diejenige Lichtenergie, die der Stern pro Sekunde aussendet.<br />
Hier die Formel:<br />
L=Ω R^2 f<br />
L.....Leuchtkraft<br />
f......Energiefluss (Energie pro Zeit, "Strahlungsleistung")<br />
R.....Abstand zw. Stern und Erde<br />
Ω.....Ist die Strahlungsquelle (der Stern) isotrop - d.h. in alle Richtungen gleichermaßen strahlend - gilt Ω = 4π, weil sich die gesamte Energie auf eine Kugeloberfläche mit dem Radius R verteilt.<br />
<br />
Man hat zahlreiche Messungen der Leuchtkraft an Sternen vorgenommen, was gezeigt hat, dass unser Zentralgestirn wohl ein Stern mittlerer Leuchtkraft ist. Es gibt sowohl Sterne mit einem Zehntausendstel der Leuchtkraft unserer Sonne als auch welche mit der Zehntausendfachen Leuchtkraft.<br />
<br />
Soviel vorerst zur Helligkeit und Leuchtkraft von Sternen.<br />
Allerdings gibt es noch sehr viel mehr Eigenschaften eines Sterns, auf die man durch die Beobachtung des Lichts schließen kann.<br />
Diese werden in weiteren Blogartikeln beschrieben, die <a href="http://sebastiantempl.jimdo.com/blog/artikelserien/">hier</a> zu finden sind: <br /><a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/sternenlicht-lesen.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<link>http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/sternenlicht-lesen.php</link>
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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Wed, 22 Aug 12 09:37:15 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Am Anfang war das Problem [Astrodicticum Simplex]</title>
<description><![CDATA[Während meiner <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/07/auszeit.php">Auszeit</a> erscheinen hier einige Gastbeiträge von anderen Bloggern. Wenn ihr auch Lust habt, euer Blog (euren Podcast, euer Videoblog, etc) hier vorzustellen oder einfach nur mal einen Artikel schreiben wollt, dann <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/gastautoren-gesucht.php">macht mit</a>!<br />
<br />
Heute gibt es einen Artikel von Moritz Moxter, Autor des Blogs <a href="http://7tupel.net/">7tupel.net</a>.<br />
<hr><br />
<br />
Als Informatiker möchte ich mir heute die Zeit nehmen darauf einzugehen was aus Sicht des Informatikers ein Problem ist. Dabei geht es nicht um ein bestimmtes Problem, sondern um die generelle Frage nach allen Problemen.<br />
<br />
Die Informatik ist eine Wissenschaft die sich in erste Linie damit beschäftigt Probleme zu analysieren und - wenn möglich - zu lösen. Es geht anders als die meisten Menschen zunächst vermuten <strong>nicht</strong> um Computer. Der Computer ist vielmehr ein Hilfsmittel, vergleichbar mit dem Teleskop in der Astronomie: Hier geht es schließlich auch nicht um Teleskope, diese sind bloß ein Hilfsmittel. Probleme können sehr unterschiedlich sein. Einige davon begenen uns jeden Tag, zu den bekannteren gehören z.B. das Finden der kürzesten Verbindung zwischen zwei Orten (Navigationsystem). Aber darüber hinaus gibt es noch viele andere Probleme die uns zwar ständig begegnen, die wir aber nicht weiter wahrnehmen. Und wieder andere Probleme haben in unserem Alltag keine Relevanz, oder nur in einigen wenigen Fällen.<br />
<br />
Aber was ist jetzt eigentlich ein Problem? Ein Problem kann man ganz einfach als die Suche nach der Antwort zu einer Frage beschreiben. Die Frage kann dabei unterschiedlicher Natur sein, zB. wie oben genannt die Frage nach der kürzesten Strecke, um von einem Punkt auf einer Karte zu einem anderen zu kommen. Oder abstrakter formuliert: der Pfad in einem gerichteten und gewichteten Graphen mit den geringesten Kosten c von einem Blatt n zu einem zweiten Blatt n' über k Kanten.<br />
<br />
Jetzt möchten wir Probleme aber zunächst auf möglichst allgemeiner Ebene betrachten. Das ist zunächst schwierig, da es sehr viele unterschiedliche Probleme gibt, deren Lösungen man auf unterschiedliche Art und Weise beschreiben kann oder auch muss. Wir müssen Formalisieren. Anstatt von einem Problem zu reden und nach dessen Lösung zu suchen formulieren wir stattdessen: <em>Ist die gegebene Lösung eine valide Lösung für unser Problem?</em><br />
<br />
Diese Umformulierung verändert nicht die Problemstellung, aber die Antwort auf die Frage wird deutlich vereinfacht. Statt bei jedem Problem Antworten unterschiedlicher Art und Weise zu bekommen, können wir uns jetzt auf die Antworten Ja und Nein einschränken, ohne uns selbst zu beschneiden. Weiter formalisieren wir unser Problem als die Berechnung einer Funktion <strong>f(x)</strong> mit der Lösung <strong>y</strong>. Unsere Fragestellung ist jetzt also "<em>ist y = f(x) ?</em>". Noch formaler sieht das dann so aus:<br />
<br />
<a href="http://7tupel.net/?attachment_id=157" rel="attachment wp-att-157"><img class="size-full wp-image-157 alignnone" title="problem_function" src="http://7tupel.net/wp-content/uploads/problem_function.png" alt="" width="218" height="34" /></a><br />
<br />
Ein paar Worte zur Erklärung:<br />
<br />
Die Definition ist eine ganz normale Funktionsdefinition, wie man sie auch aus dem Schulunterricht kennen sollte. Auf der linken Seite steht die Basismenge, von der aus wir auf unsere Lösungsmenge (rechts) abbilden. Unsere Lösungsmenge ist in diesem Fall sehr einfach. Da wir vorher festgestellt haben, das wir uns auf die Antworten <em>Ja</em> und <em>Nein</em> beschränken können enthält unsere Lösungsmenge genau zwei Elemente: die 0 als die Antwort Nein und die 1 als Antwort Ja.<br />
<br />
Die Menge auf der linken Seite ist schon etwas komplexer. Das <strong>*</strong> an dieser Stelle ist nicht der übliche Operator für Multiplikation, sondern der Kleene-Star. Die Menge <em>{0,1}*</em> entspricht hier der Menge der möglichen Lösungen des Problems das wir betrachten (diese kann wie hier formal definiert binär codiert sein ohne Einschränkungen in Kauf zu nehmen).<br />
<br />
Wichtig ist, dass die Menge {0,1}* eine abzählbar unendliche Menge ist. Das bedeutet, wenn wir uns unendlich viel Zeit nehmen, dann könnten wir alle (unendlich vielen) Elemente der Menge nacheinander aufzählen.<br />
<br />
Jetzt haben wir aber nur genau ein Problem und seine möglichen Lösungen betrachtet. Die Menge aller Probleme entspricht der Potenzmenge der Menge {0,1}*. Und gleich hier fangen unsere Probleme an. Denn nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cantors_zweites_Diagonalargument">Cantors zweitem Diagonalargument</a> ist die Potenzmenge einer beliebigen Grundmenge stets mächtiger als die Grundmenge (=sie hat mehr Elemente). Da wir aber festgestellt haben, das {0,1}* bereits abzählbar unendlich viele Elemente enthält, muss deren Potenzmenge überabzählbar unendlich viele Elemente enthalten. Eine überabzählbar unendliche Menge bringt jedoch das Problem mit sich, dass wir die Elemente nicht mehr alle aufzählen können (Florian hat hierzu vor ein paar Wochen <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/wie-man-bis-unendlich-zahlt-und-dann-noch-weiter.php">ein schönes Video</a> verblogt).<br />
<br />
Diese Erkenntnis führt uns zu einem Dilemma: Jedes mögliche Computerprogramm besteht aus einer endlichen Folge von Zeichen. Die Menge aller Programme die möglich sind muss also abzählbar unendlich sein. Aber oben haben wir festgestellt, das es überabzählbar unendlich viele Probleme gibt. Die Konsequenz daraus ist die Tatsache, das es mehr Probleme gibt als Lösungen. Es wird also immer Probleme geben, die wir <strong>niemals</strong> mit einem Computer lösen können.<br /><a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/am-anfang-war-das-problem.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Tue, 21 Aug 12 13:28:15 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Ein Interview mit dem UFO-Forscher [Astrodicticum Simplex]</title>
<description><![CDATA[Während meiner <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/07/auszeit.php">Auszeit</a> erscheinen hier einige Gastbeiträge von anderen Bloggern. Wenn ihr auch Lust habt, euer Blog (euren Podcast, euer Videoblog, etc) hier vorzustellen oder einfach nur mal einen Artikel schreiben wollt, dann <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/gastautoren-gesucht.php">macht mit</a>!<br />
<br />
Heute gibt es ein äußerst interessantes Interview, das der Journalist und Blogger <a href="http://www.sebastian-bartoschek.de/cms/blog.php">Sebastian Bartoschek</a> mit Alexander Knörr, dem Vorsitzender der Deutschsprachigen Gesellschaft für UFO-Forschung (DEGUFO) geführt hat. Vielleicht sollte man Herrn Knörr nochmal den Artikel von <i>celsus</i> zu lesen geben, der sich ja kürzlich erst mit dem Unterschied zwischen <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/der-unterschied-zwischen-wissenschaft-und-pseudowissenschaft.php">Wissenschaft und Pseudowissenschaft</a> beschäftigt hat...<br />
<hr>Alexander Knörr (40) ist Vorsitzender der Deutschsprachigen Gesellschaft für UFO-Forschung <a href="http://degufo.de">(DEGUFO</a>). Die DEGUFO ist eine der vier deutschsprachigen Vereinigungen - neben MUFON-CES, GEP und CENAP - die sich mit dem Phänomen unerklärter Himmelsphänomene beschäftigen. Dabei wird traditioneller Weise nur CENAP (http://ufo-meldestelle.blog.de/tags/cenap/) der naturwissenschaftlich-skeptischen Szene zugeordnet, als deren Teil auch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (<a href="http://gwup.org">GWUP</a>) gilt. Gegenüber <a href="http://www.sebastian-bartoschek.de">Sebastian Bartoschek</a> stellte Knörr seine Kritik gegenüber der GWUP und CENAP dar.<br />
<br />
Bartoschek: Seit wann beschäftigt sich die DEGUFO und seit wann beschäftigen Sie sich persönlich mit dem UFO-Phänomen, Herr Knörr? <br />
<br />
Knörr: Ich beschäftige mich seit meinem 16. Lebensjahr mit allem Rätselhaften und kam eigentlich sehr schnell auch mit UFOs in Berührung. Die wirkliche UFO-Forschung lernte ich nach meinem Eintritt in die Degufo im Jahr 2001 kennen. Die Deutschsprachige Gesellschaft für UFO Forschung feiert 2013 ihr 20-jähriges Bestehen, dies mit einem großen internationalen Kongress. <br />
<br />
Bartoschek: In Ihrem Buch "UFOs im 21. Jhdt" schreiben Sie, dass Sie den "Skeptizismus an sich" für "eine der wichtigsten Eigenschaften" halten. Trotzdem halten Sie nicht viel von der GWUP - wie kommt das? <br />
<br />
Knörr: Wenn man sich, wie ich, mit rätselhaften Dingen beschäftigt, und natürlich auch in der UFO-Forschung ganz explizit, muss man von Natur aus skeptisch sein. Sprich: Wir müssen jede Sichtung, die uns gemeldet wird, auch hinterfragen und wertefrei angehen. Das bedeutet auch, dass wir weder mit der Erwartungshaltung an die Klärung von UFO-Sichtungen gehen darf, dass die Sichtung etwas außerirdisches zeigt, noch mit der Erwartungshaltung, dass diese automatisch nichts außergewöhnliches zeigen kann. <br />
Leider gibt es in jedem Bereich, den Skeptikern ebenso wie bei den Believern Leute, die diese "gesunde Skepsis" nicht inne haben. Für viele handelt es sich bei Sichtungen erst mal um außerirdische und jede geklärte Sichtung bricht ihnen förmlich das Herz und ist oft auch für diese nicht nachvollziehbar. Andersherum gibt es die extremen Skeptiker und diese vor allem bei Cenap und GWUP, die automatisch davon ausgehen, dass jede Sichtung "Quatsch" ist und erklärt werden kann. Natürlich gibt es in jeder Organisation Individuen die Ausnahmen darstellen, aber die Grundhaltung dieser beiden Organisationen ist nun mal dermaßen skeptisch, das sie wieder voreingenommen ist. Und dies kann ich nicht gut heißen. <br />
<br />
Bartoschek: Im selben Buch führen Sie zur CENAP und Werner Walter aus, dass "diese Gruppierung eine der Extremen [sei], die in der modernen UFO-Forschung [...] unerwünscht sind!" Können Sie wirklich für die gesamte deutsche UFO-Forschung sprechen? Und was sind Ihre Vorwürfe in Richtung CENAP und Werner Walter? <br />
<br />
Knörr: Ja, ich kann hier für die gesamte deutsche UFO-Forschung sprechen, denn in dieser HInsicht sind wir uns alle in den drei Forschungsgesellschaften, die es gibt, einig und haben uns auch in entsprechenden öffentlichen Erklärungen und Distanzierungen von Werner Walter und Cenap distanziert. Was dieser Mensch macht, Zeugen und Kollegen beschimpfen und verunglimpfen ist da nur die Spitze des Eisberges, ist für die UFO-Forschung untragbar. Und somit ist Werner Walter und seine Cenap für die moderne UFO Forschung nicht mehr tragbar! Natürlich hat er früher viel positives in Sachen Aufklärung getan und auch der UFO-Forschung genutzt. Aber seine Negativeinstellung und realitätsfremden Äußerungen, seine Beschimpfungen und Ansichten sind heute extremer denn je und mit diesen möchte keine deutsche UFO-Forschungsgesellschaft, und damit sogar lange Weggefährten, nichts mehr zu tun haben. <br />
Die GWUP ist ja keine UFO-Forschungsgesellschaft, sondern eine Gruppe, die sich auch und am Rande mit UFOs beschäftigt, und deswegen hier nicht vertreten. <br />
<br />
<br />
Bartoschek: Wie gehen Sie mit Vorwürfen um, lieber exotische Deutungsmodelle zu suchen, statt einfach zu erkennen, dass es nichts Paranormales am UFO-Phänomen gibt? <br />
<br />
Knörr: Diese Vorwürfe kann ich nur als schlichtwege Lüge abweisen! Wir alle können UFO-Sichtungen NICHT 100%ig klären, es bleibt ein Faktor an ungeklärten Sichtungen, je nach Gruppe, von 5 bis 15 % oder sogar mehr. Und in diesen Fällen kann man einfach nicht sagen, was der Verursacher war. Vielleicht bieten sich zu einem späteren Zeitpunkt neue Erkenntnisse, die man auch zur Aufhellung dieser Fälle zur Hand nehmen kann, aber so lange auch nur ein Fall nicht geklärt ist, ist das Phänomen einfach vorhanden! <br />
Und die von Ihnen in der Frage angesprochenen "Paranormalen" Dinge sind einfach auch da und nicht wegzuerklären! Dass man die meisten dieser in der UFO-Geschichte aufgetretenen Fälle heute nicht mehr nachrecherchieren kann bedeutet nicht automatisch, dass es sie nicht gibt! Und die automatisierte Unterstellung, dass es sich hierbei lediglich um Spinnereien handelt, kann man einfach nicht so stehen lassen. Diese Aussagen widersprechen jeder Wissenschaftlichkeit, die wir doch alle immer so schön einfordern. Genau so, wie man in manchen Fällen lediglich spekulieren kann, dass es sich z. B. um einen MHB gehandelt hat, muss es auch legitim sein in die andere Richtung zu spekulieren. Wir sagen ja nicht, dass es so war, sondern dass es eine Möglichkeit wäre. <br />
<br />
Bartoschek: Vielen Dank für dieses Gespräch!<br /><a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/ein-interview-mit-dem-ufo-forscher.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Mon, 20 Aug 12 09:33:30 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Eine Familie auf Mars-Zeit [Geograffitico]</title>
<description><![CDATA[Eigentlich nur ein Lesetipp: Die <a href="http://www.huffingtonpost.com">Huffington Post</a> berichtet <a href="http://www.huffingtonpost.com/2012/08/19/david-oh-nasa_n_1807113.html?icid=maing-grid7|main5|dl1|sec1_lnk2%26pLid%3D194344">hier</a> über die Familie des Nasa-Ingenieurs <a href="http://news.daylife.com/photo/07X41go2G79RZ?__site=daylife&q=Jet+Propulsion+Laboratory">David Oh</a>, die ihren Alltag auf Mars-Zeit umgestellt hat - will heißen, die Tage der Ohs sind nun jeweils knapp 40 Minuten länger als die auf der Erde üblichen 24 Stunden. Oh ist der leitende Direktor der <a href="http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2012/08/curiosity-ist-gelandet.php">Curiosity</a>-Mission; wie etwa 800 seiner Kolleginnen und Kollegen, hat er seinen Tagesrhythmus and die Mars-Tage ("Sol" im Astronomen-Jargon) angepasst, in denen der jüngste Mars-Roboter seine Missionen absolviert. Ungewöhnlich ist dabei, dass eben nicht nur Oh selbst, sondern seine ganze Familie (seine Frau Bryn und ihre drei Kinder im Alter von 8, 10 und 13 Jahren) diesen drei Monate währenden Dauer-Jetlag mitmachen.<br /><a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/08/eine-familie-auf-mars-zeit.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Mon, 20 Aug 12 04:05:55 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Der Ideenpark in Essen - Ein Muss! [ErklärFix]</title>
<description><![CDATA[Vor ein paar Tagen schrieb ich <a href="http://www.scienceblogs.de/erklaerfix/2012/07/der-ideenpark-in-essen.php">hier schon mal eine Vorankündigung zu  Ideenpark</a>. Jetzt konnte ich schon ein paar Tage über die Messe gehen (immer noch viel zu kurz) und mir einen ungefähren Einblick machen, was es alles gibt. Um es vorweg zu nehmen: Kommt, nehmt Euch viel Zeit und Proviant mit!<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/erklaerfix/assets_c/2012/08/ideenpark-32389.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/erklaerfix/assets_c/2012/08/ideenpark-32389.php','popup','width=1000,height=701,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/erklaerfix/assets_c/2012/08/ideenpark-thumb-350x245-32389.jpg" width="350" height="245" alt="ideenpark.jpg" class="mt-image-center" style="text-align: right; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><br />
Auf normalen Messen, egal welcher Branche, wackelt man in einem mehr oder weniger dichten Strom von Menschen durch mehr oder weniger schmale Gänge und kann sich mehr oder meist weniger interessante Stände angucken. Egal, ob Medica, Biotechnica, Boot, IFA, Spielemesse, E-World, oder was für Messen auch immer ich schon mal irgendwann aus verschiedenen Gründen besucht habe, es ist das gleiche Schema, man scannt im Vorbeigehen die Stände ab und bleibt an ein paar ausgesuchten Orten stehen und informiert sich kurz, bei sehr wenigen hält man sich ein wenig länger auf.<br />
<br />
Der Ideenpark ist keine Messe. Es findet zwar auf 60.000 Quadratmetern Messegelände in der Messe Essen statt, aber es ist mehr. Viel mehr. Auf einem kurzen Marsch von dem Scicamp durch die Messe war ich regelrecht überwältigt. Es waren gerade einmal drei Hallen, die ich auf diesem kurzen Trip gesehen habe, aber ich wusste wirklich nicht, an welcher Ecke ich zuerst stehen bleiben sollte um mir das Exponat näher anzugucken. Den über Kinect gesteuerten Quadrocopter, die Fußball spielenden Roboter oder doch dieses oder jenes. Zudem sind die „Gänge" sprich Wege oder Straßen sehr großzügig und weit, es gibt viel Luft, selbst wenn viel Publikum da ist. Das alles hinterläßt kein Gefühl des genervten und gestressten Messebesuchs. Es bleibt das Gefühl, leider immer noch nicht alles gesehen zu haben, was man eigentlich wollte.<br />
<br />
Es ist wirklich, so wie es versprochen wurde, eine große Stadt, in der man vielen sehr unterschiedlichen „Ständen" oder Quartieren die gesamte Bandbreite von Technik und angewandten Naturwissenschaften entdecken kann. Und das tatsächlich fast ohne Werbung. An den Info-Säulen muss man selbst lesen, wer da gerade überhaupt vertreten ist und einem etwas zeigt und erklärt - meistens. Während die großen Firmen das tatsächlich schaffen, sind es zumeist Universitäten und MINT-Initiativen, die dann dennoch Banner und Beachflags mit Logo präsentieren und sich den Besuchern in Erinnerung bringen wollen.<br />
<br />
Die Besucher, gestern waren es wohl über 100.000, sind sehr breit gefächert. Es kommen viele Familien mit Kindern unterschiedlichsten Alters, viele ältere Semester und - so mein Eindruck - recht wenige Jugendliche. Ob die gerade alle nur bei der Gamescon sind kann ich nicht beurteilen, wenn nicht, zeichnet sich hier aber unter Umständen eine viele größere Welle von fehlenden Fachkräften ab, als gerade ohnehin schon bejammert wird. <br />
<br />
Es ist auf der Messe einfach zu viel, um es hier auch nur annähernd würdig zu beschreiben. Kommt nach Essen und guckt es Euch an! Und nehmt Proviant und Zeit mit, hatte ich das schon erwähnt?<br />
<br />
Mehr Fotos gibt es hier bei meinem <a href="http://www.flickr.com/photos/erklaerfix/sets/72157631117407726/">Flickr</a>, oder auch direkt beim <a href="http://www.ideenpark.de/aktuelles/">Ideenpark</a><br /><a href="http://www.scienceblogs.de/erklaerfix/2012/08/der-ideenpark-in-essen---ein-muss.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Fri, 17 Aug 12 22:25:03 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Über die (beinahe) unmögliche interstellare Raumfahrt [Astrodicticum Simplex]</title>
<description><![CDATA[Während meiner <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/07/auszeit.php">Auszeit</a> erscheinen hier einige Gastbeiträge von anderen Bloggern. Wenn ihr auch Lust habt, euer Blog (euren Podcast, euer Videoblog, etc) hier vorzustellen oder einfach nur mal einen Artikel schreiben wollt, dann <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/gastautoren-gesucht.php">macht mit</a>!<br />
<br />
Heute gibt es einen Artikel von <i>Alderamin</i>.<br />
<hr>In Science-Fiction-Storys ist die interstellare Raumfahrt ein Klacks. Sie bildet dort den Hintergrund für die Geschichten, die auf dem Kontakt mit Lebewesen fremder Planeten aufbauen. Es wird dort normalerweise nicht hinterfragt, wie aufwändig interstellare Reisen eigentlich sind - die Raumschiffe haben irgendeinen kompakten Antrieb, der sie auf geheimnisvolle Weise mit irrsinniger Geschwindigkeit durch den Weltraum befördert. Die Lichtgeschwindigkeit wird mit irgendwelchen technischen Tricks ausgehebelt. Im Folgenden soll gezeigt werden, welche Probleme für die interstellare Raumfahrt tatsächlich zu lösen sind. Die Zahlen in diesem Artikel beruhen auf einem Kapitel in Meyers Handbuch Weltall, 5. Auflage, 1973. Obwohl das Buch schon recht alt ist, sind die angegebenen Zahlen prinzipieller Natur und werden auch in Zukunft weiterhin gültig sein.<br />
<br><br />
<h2>Das Ziel</h2><br><br />
Erst seit Mitte der 1990er ist es uns technisch möglich, Planeten anderer Sterne nachzuweisen. Der Satellit <i>Kepler</i> sammelt derzeit statistische Daten über die Häufigkeit verschiedener Arten von Exoplaneten. Es scheint so zu sein, als ob die meisten Sterne wenigstens einen Gesteinsplaneten von Erdgröße haben. Nach einer Hochrechnung von Wesley Traub, der leitender Wissenschaftler beim Exoplanet Exploration Program der NASA ist, könnten <a href=http://www.sterne-und-weltraum.de/alias/exoplaneten/gute-chancen-fuer-zweite-erde/1124358>34% aller sonnenähnlichen Sterne erdähnliche Planeten  in der habitablen Zone haben</a>, d.h. in einem Abstand, der flüssiges Wasser erlauben würde. Das passt ganz gut zu den Zahlen aus Meyers Handbuch Weltall: dort wird von 50% der sonnenähnlichen Sterne angenommen, dass sie erdähnliche Planeten in der habitablen Zone haben, aber man beschränkt sich auf Einzelsterne, die 40% aller Sternsysteme ausmachen, das wären dann 20% der sonnenähnlichen Sterne mit Planeten in der habitablen Zone. Sehr optimistisch gehen die Autoren davon aus, dass diese Planeten <i>alle</i> bewohnbar seien - dabei hatte selbst unsere Erde nur während der jüngsten 13% ihrer Lebensdauer eine Atmosphäre mit mehr als 5% Sauerstoffgehalt. Aber übernehmen wir die Zahlen einfach mal so und berücksichtigen, dass nur 30% der Sterne „sonnenähnlich genug" sind (Spektralklasse F5V bis M1V), dann kommt man insgesamt auf 6% Anteil bewohnbarer Planeten gemessen an der Zahl aller Sterne. <br />
<br><br />
<h2>Die Entfernungen</h2><br><br />
Die 10 nächsten dieser 6% sind im Mittel 5,6 parsec oder 18,3 Lichtjahre entfernt - so weit müssten <i>wir</i> fliegen, um einen bewohnbaren Planeten zu erreichen. <br />
<br />
Der Abstand zweier gleichzeitig existierender Zivilisationen wäre jedoch viel größer. Wir wissen nicht, wie wahrscheinlich es ist, dass ein bewohnbarer Planet auch intelligentes Leben hervorbringt. In Meyers Handbuch geht man von 100% aus, was mir viel zu optimistisch erscheint, aber seien wir auch hier einfach mal so optimistisch, wir wollen ja keine Miesmacher sein. Darüber hinaus wird die mittlere Lebensdauer einer Zivilisation mit 100&nbsp000 Jahren angenommen. Mit diesen Annahmen kommt man auf eine augenblicklich existierende Zivilisation pro 1 Million Sterne und einen mittleren Abstand von 250 parsec oder ca. 800 Lichtjahren dorthin. So weit müssten <i>andere Zivilisationen</i> im Mittel fliegen, um uns zu erreichen.<br />
<br />
Ein Lichtjahr ist eine gewaltige Entfernung. Könnte ein Linienjet, der uns in 2 Stunden nach Mallorca, in 10 Stunden in die USA und in 24 Stunden auf die gegenüberliegende Erdseite nach Australien bringt, bis zur Sonne fliegen, er wäre <i>19 Jahre</i> ununterbrochen unterwegs. Ein Lichtstrahl schafft die Strecke in nur 8 Minuten 20 Sekunden. Die Fixsterne sind so unglaublich weit entfernt, dass sie sich am Himmel nur messbar, aber nicht sichtbar verschieben während die Erde bei ihrem jährlichen Lauf um die Sonne ihre Position um den doppelten Sonnenabstand variiert (nämlich den Durchmesser ihrer Bahn um die Sonne). Der Abstand zum nächsten Stern ist 287&nbsp400 mal so groß wie der Abstand der Erde zur Sonne: 43&nbsp000 Milliarden Kilometer oder 4,3 Lichtjahre. Ein Viertel der Strecke, die wir uns vorgenommen haben...<br />
<br><br />
<h2>Der Zeitfaktor</h2><br><br />
Die Lichtgeschwindigkeit kann leider nicht überschritten werden; das wissen wir spätestens seit Einsteins spezieller Relativitätstheorie. Wenn ein beliebiges Objekt von einer Kraft beschleunigt wird, dann wird es zunächst schneller. Wenn die Geschwindigkeit sich nennenswerten Bruchteilen der Lichtgeschwindigkeit nähert, kommt jedoch ein weiterer Effekt hinzu: es wird massiver und damit träger. Je näher man sich der Lichtgeschwindigkeit nähert, desto weniger trägt eine weitere Energiezufuhr zur Geschwindigkeitserhöhung bei, vielmehr steigt die Masse ins Unermessliche. Deswegen kann man sich der Lichtgeschwindigkeit zwar theoretisch beliebig nahe annähern, aber sie niemals erreichen oder gar überschreiten. Das ist auch experimentell hervorragend bestätigt, denn wir können in Teilchenbeschleunigern Teilchen auf 99,99999% der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen, und durch mehr Energieaufwand immer mehr 9en hinter dem Komma anfügen, aber die Teilchen werden dabei tausende Male massiver als sie im Ruhezustand sind. Die Lichtgeschwindigkeit erreichen dennoch nicht.<br />
<br />
Das Licht schafft es, die Strecke zum nächsten Stern in 4,3 Jahren zurück zu legen, das klingt zunächst mal machbar. Die 18,3 Lichtjahre zu einem bewohnbaren Planeten wären auch noch drin, wenn man so lange in einer Röhre ausharren will, und sei es im Tiefschlaf. Bei den 800 Jahren, die das Durchschnitts-UFO zu uns bräuchte, wären allerdings schon Methusalem-Aliens gefragt. <br />
<br />
Diese Flugzeiten gelten allerdings nur aus Sicht der daheim Gebliebenen. Die spezielle Relativitätstheorie spielt uns hier in die Hände, denn ein sich mit einem nennenswerten Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit bewegendes Objekt wird nicht nur massiver, sondern seine Zeit scheint um den gleichen Faktor verlangsamt abzulaufen. Ohne hier auf die Details der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitdilatation">Zeitdilatation</a> und des  <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Zwillingsparadoxon">Zwillingsparadoxons</a> einzugehen, sei an dieser Stelle einfach die Tabelle aus Meyers Handbuch zitiert, bei der man davon ausgeht, dass die Hälfte der Strecke konstant mit der einfachen Erdbeschleunigung beschleunigt wird und auf der zweiten Hälfte der Strecke (Umkehrpunkt)  das Raumschiff gewendet und mit dem gleichen Wert verzögert wird - dann herrschte an Bord stets einfache Erdgravitation: <br />
<br />
<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/08/Tabelle_Zeitdilatation-32327.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/08/Tabelle_Zeitdilatation-32327.php','popup','width=567,height=313,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/assets_c/2012/08/Tabelle_Zeitdilatation-thumb-500x276-32327.jpg" width="500" height="276" alt="Tabelle_Zeitdilatation.jpg" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><div style="text-align: center;"><em><small>Tabelle 1: Effekt der Zeitdilatation</small></em></div><br><br />
<br />
Das schaut ja ganz ermutigend aus: mit 45 Jahren Bordzeit könnte man bis ans gegenüber liegende Ende der Milchstraße gelangen, die ca. 100&nbsp000 Lichtjahre durchmisst. Doch dem liegt eine unrealistische Annahme zu Grunde: dass wir 50 Jahre lang ununterbrochen die Beschleunigung eines Formel-1-Wagens aufrecht erhalten könnten...<br />
<br><br />
<h2>Der Antrieb</h2><br><br />
Wenn wir uns im Weltraum vorwärts bewegen wollen, gibt es als Antriebsquelle nur den Rückstoß. Auch Konzepte wie Sonnensegel oder ein Laserstrahl von der Erde, der das Raumschiff anschieben soll, basieren auf dem Rückstoß, aber sie taugen nicht für die gewaltigen interstellaren Entfernungen, und zum Abbremsen müsste der Schub aus der Gegenrichtung kommen. Also kommt nur Rückstoß durch mitgenommenen Treibstoff in Frage.<br />
<br />
Das Problem dabei ist, dass man riesige Mengen Treibstoff benötigt, die selbst eine große Masse mit sich bringen, welche selbst wiederum beschleunigt werden muss. Chemischer Treibstoff ist dabei nicht sehr effizient. Z.B. bringt die Verbrennung von 273 g Kohlenstoff (Kerosin, Flugbenzin) mit 727 g Sauerstoff (also 1 kg Treibstoff, auch der Sauerstoff muss, anders als beim Flugzeug, mitgenommen werden) eine Energie von 2,64 kWh. Um 1 kg Brennstoff überhaupt von der Erde in den Weltraum zu befördern, benötigt man jedoch 17,4 kWh, das entspricht einer Treibstoffmasse von 6,56 kg! Wasserstoff-Sauerstoff-Verbrennung ist ein wenig effizienter, aber nicht viel. Dass das ganze überhaupt funktioniert, liegt einzig und alleine daran, dass man fast den gesamten Treibstoff auf dem Weg in den Weltraum ausstößt und mit einer weit gehend leeren Rakete oben ankommt.<br />
<br />
Wie dies funktioniert, zeigt die <i>Raketengleichung</i> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_Eduardowitsch_Ziolkowski">Ziolkowski</a>. Diese lautet:<br />
<br />
<i>V = ln M</i><br />
<br />
wobei <i>V = v(end) / s</i> das Geschwindigkeitsverhältnis aus erreichter Endgeschwindigkeit <i>v(end)</i> zur Ausströmgeschwindigkeit <i>s</i> und <i>M</i> das Massenverhältnis aus dem Startgewicht der Rakete (Rakete voll mit Treibstoff beladen) zum Leergewicht (nur die Nutzlast und Struktur wie Tanks, Triebwerke, Druckpumpen, Hülle etc.)  ist. Entscheidend ist hierbei die Ausströmgeschwindigkeit: die mit einem bestimmten Masseverhältnis erreichte Endgeschwindigkeit steigt in gleichem Maße wie die Ausströmgeschwindigkeit. Bei chemischen Antrieben liegt diese bei 2,5 km/s, was nicht viel ist, wenn man z.B. zum Mond möchte, wofür die Fluchtgeschwindigkeit der Erde von 11,2 km/s überwunden werden muss. Dies schafft man mit einem Massenverhältnis von 88: Die Nutzlast macht nur 1,13% des Gesamtgewichts aus! Dies gilt allerdings nur für eine einstufige Rakete. Bei einer mehrstufigen Rakete sind die oberen Stufen die Nutzlast der unteren, die alle bis auf die eigentliche Nutzlast unterwegs abgeworfen werden und somit zählt ihre Struktur nicht mehr zum letztlich verbliebenen Leergewicht. Das Massenverhältnis der einzelnen Stufen multipliziert sich in diesem Fall, die Endgeschwindigkeiten addieren sich. Abgesehen davon, dass jede Stufe ihren eigenen Antrieb mitschleppen muss, hat dieses Prinzip aber auch seine theoretischen Grenzen, mehr als 4 Stufen bringen kaum noch Gewinn, die Endgeschwindigkeit wird weniger als verdoppelt. In die Nähe der Lichtgeschwindigkeit kommt so auf keinen Fall.<br />
<br />
<b>Chemische Antriebe</b><br />
Man müsste vielmehr die Ausströmgeschwindigkeit erhöhen. Bei chemischer Verbrennung hängt diese direkt mit der Temperatur der verbrannten Gase zusammen, die sich unter hohem Druck in Grenzen erhöhen lassen. In der Praxis verwendet man heute z.B. Wasserstoff + Sauerstoff bei 4000 °C - mehr hält kein Material einer Düse aus, und eine Düse braucht es zum Aufbau des Drucks - welche eine Ausströmgeschwindigkeit von 3,97 km/s ergeben. Es ergibt sich ein benötigtes Massenverhältnis von 17 für 11,2 km/s Endgeschwindigkeit, bzw. 65 für 16,6 km/s. In Summe mit der Erdbahngeschwindigkeit bei einem Start in Richtung der Erdbewegung um die Sonne würde man mit diesem Wert die Fluchtgeschwindigkeit der Sonne zum Verlassen des Sonnensystems erreichen. Bei dieser Geschwindigkeit dauerte es allerdings hunderttausende Jahre zu den nächsten Sternen.<br />
<br />
<b>Kernfusion</b><br />
Welche Alternativen wären denkbar? Die elektrischen Ionenantriebe brauchen wir hier gar nicht zu betrachten, sie sind zwar effizienter, aber für die interstellare Raumfahrt bei weitem nicht genug. Vielleicht kann man jedoch eines Tages die bei der Kernfusion frei werdende Energie direkt in Schubkraft umwandeln, indem die fusionierten Heliumkerne mit der Energie der Kernverschmelzung als Schubstrahl ausgestoßen werden. Das wäre so ziemlich der effizienteste, noch als realisierbar vorstellbare Rückstoßantrieb. 1 g fusionierter Wasserstoff würde etwa 100 Milliarden Joules Energie liefern. Wenn man das Helium mit dieser Energie ausstoßen könnte, käme man auf eine Strahlgeschwindigkeit von immerhin 8,2% der Lichtgeschwindigkeit. Bei einem Massenverhältnis von 10 ergäbe sich eine Endgeschwindigkeit von 18,9% der Lichtgeschwindigkeit; bei dieser Geschwindigkeit spielt die Zeitdilatation mit einem Faktor von 1,02 noch keine Rolle. Für den Hin- und Rückflug ergäben sich somit kombinierte Hin- und Rückflugzeiten von<br />
<br />
- 180 Jahren für 18,3 Lichtjahre<br />
- 8000 Jahren für 800 Lichtjahre<br />
<br />
Wobei wir noch keinen Gedanken daran verschwendet haben, wie bewerkstelligt werden soll, dass die fusionierten Teilchen diese Energie überhaupt als Impuls in Schubrichtung erhalten, entsteht doch bei der Fusionsreaktion hauptsächlich Gammastrahlung, die in alle möglichen Richtungen abgegeben wird.<br />
<br />
<b>Zerstrahlung der Materie</b><br />
Die effizienteste denkbare Energiequelle wäre die Zerstrahlung von Antimaterie. Dabei würde eine Energiemenge von E = m c&sup2 frei - im Idealfall würde der gesamte Treibstoff in reine Energie in Form von Gammastrahlung verwandelt (Antimaterieatome und Atome normaler Materie zerstrahlen nicht, wie Positronen und Elektronen, komplett zu Gammastrahlung, sondern zu Pi-Mesonen + Gammastrahlung, weil die Baryonenzahl eine Erhaltungsgröße ist). 1 g zerstrahlter Materie/Antimaterie lieferte die ungeheure Energiemenge von 90 Billionen Joules -  etwa so viel wie bei der Atombombe von Nagasaki frei gesetzt wurden (21 kt TNT-Äquivalent).<br />
<br />
Bei einem lichtschnellen Antriebsstrahl in Form der entstandenen Gamma-Photonen ändert sich die Raketengleichung wie folgt: <br />
<br />
<i>V = tanh (ln M)</i><br />
<br />
wobei hier das Geschwindigkeitsverhältnis <i>V = v(end)/c </i> ist, also der Bruchteil der erreichten Lichtgeschwindigkeit c. Setzen wir wieder ein Massenverhältnis von 10 an, so erhalten wir eine Endgeschwindigkeit von 98% der Lichtgeschwindigkeit, ganz gleich, welche Beschleunigung verwendet wird. Wenn wir eine kontinuierliche Beschleunigung von 1 G voraussetzen, dann würde der Treibstoff für 2,34 Jahre Bordzeit oder 5,03 Jahre Erdzeit reichen. Flöge die Rakete danach mit konstanter Geschwindigkeit weiter, dann verginge die Zeit an Bord um den Faktor 5,04 verlangsamt und es ergäben sich kombinierte Hin- und Rückflugzeiten von<br />
<br />
- 14 Jahren Bordzeit / 42 Jahren Erdzeit für 18,3 Lichtjahre<br />
- 300 Jahren Bordzeit / 1600 Jahren Erdzeit für 800 Lichtjahre<br />
<br />
Das heißt, so gerechnet wären die nächsten habitablen Planeten gerade noch erreichbar, die (optimistisch geschätzt) nächsten Planeten mit intelligentem Leben jedoch bereits für einen lebenden Menschen unerreichbar. Man könnte vielleicht ein Generationenschiff dorthin senden, oder eine Möglichkeit finden, Menschen für Jahrhunderte einzufrieren, aber Ausflüge á la Raumschiff Enterprise ans andere Ende der Milchstraße wären gänzlich undenkbar.<br />
<br><br />
<h2>Technische Probleme</h2><br><br />
Hinzu kommt, dass die Beschleunigung von 1 G auch irgendwie in Form eines entsprechenden Schubs erreicht werden muss. Ein Scheinwerfer mit 10 kW Leistung erzeugt z.B. nur einen Strahlungsdruck von 3,5 mg. Um eine Schubkraft von 1/100 N (1 g) zu erreichen, bräuchte es 3000 kW, also 3 Megawatt - damit ließe sich gerade mal 1 Gramm Masse mit 1 G beschleunigen. Wenn wir von einem Massenverhältnis von 10 ausgehen, dann muss zu Beginn das Zehnfache der unbetankten Raumschiffmasse beschleunigt werden, wofür eine Leistung von 60 MW/g aufgebracht werden müsste. Heutige Antriebe leisten etwa 300 W/g, das entspricht für die Gesamtmasse der Rakete nur 30 W/g. Um die Forderung 60 MW/g zu erfüllen, dürfte ein Automotor von 100 PS nur 1 mg wiegen und ein Atomkraftwerk von 300 MW nur 5 g. Diese Anforderungen an das Verhältnis Leistung zu Masse lassen sich prinzipiell nicht umgehen und werden wahrscheinlich niemals erfüllt werden können.<br />
<br />
Ein weiteres Problem betrifft die Lagerung des Treibstoffs. Antimaterie besteht aus den Antiteilchen der normalen Materie und verhält sich isoliert im Prinzip genau so, wie diese. Es gibt also z.B. Antiwasserstoff, bestehend aus  einem negativ geladenen Antiproton im Kern umkreist von einem positiv geladenen Anti-Elektron (Positron) - ein paar Atome dieses Stoffs wurden bereits in Beschleunigern erzeugt; derzeit allerdings mit einer Rate, die <a href="http://www.weltderphysik.de/thema/physik-im-spielfilm/illuminati/wahr-oder-falsch/">Milliarden Jahre für ein einziges Gramm</a> benötigen würde. Materie und Antimaterie zerstrahlen jedoch bei jeglichem Kontakt sofort und unvermeidlich und somit ist Antimaterie in makroskopischer Menge der gefährlichste vorstellbare Stoff überhaupt. Wie oben gezeigt, entwickelt 1 Gramm dieses Stoffes bereits die Sprengkraft einer Atombombe. Einzelne geladene Antiteilchen (Antiprotonen, Positronen) ließen sich zwar mit elektrischen Feldern einschließen, aber diese Teilchen stoßen sich stark untereinander ab und in geladener Form könnte man sie nur als dünnes Gas in einem riesigen Volumen aufbewahren - man bräuchte jedoch eine stark komprimierte Form, um das Raumschiff klein und leicht halten zu können, was nur bei neutralen Teilchen möglich wäre, die wiederum elektromagnetische Felder kaum spüren. Eine denkbare Variante wäre das Einfrieren von Antiwasserstoff, der (wie normaler Wasserstoff) schwach diamagnetisch ist und somit von sehr starken Magnetfeldern schwebend gehalten werden könnte. Aber selbst auf 1 K gekühlter (Anti-)Wasserstoff würde schwach sublimieren (verdunsten) und die neutralen Anti-Atome würden das Behältnis angreifen. Ein kurzfristiger Ausfall der Haltemagneten würde zur sofortigen Zerstörung des Raumschiffs führen, und das Risiko bestünde über eine Flugzeit von vielen Jahren.<br />
<br />
Daneben besteht noch das Problem, dass das Weltall Staub und Mikrometeoriten enthält. Wenn ein kleiner Splitter mit nahezu Lichtgeschwindigkeit vom Raumschiff getroffen würde, dann hätte er eine Einschlagsenergie in der Größenordnung seiner Masse umgewandelt in reine Energie und würde dieses komplett durchschlagen. Träfe er den massiven, gefrorenen Antimaterie-Treibstoff, aus dem 40% der Raumschiffmasse bestünden, würde dieser ebenfalls sofort explodieren und das Generationenschiff hätte sich erledigt. Deswegen scheint mir die Wasserstofffusion, wie oben erwähnt, die einzig praktikable Möglichkeit für einen realistischen interstellaren Antrieb.<br />
<br><br />
<h2>Höhere Dimensionen?</h2><br><br />
Zuletzt noch ein Wort zu Wurmlöchern, Warpantrieben und dergleichen. Science-Fiction-Autoren sind einfallsreich darin, sich Auswege zu überlegen, wie man sich diesen Problemen entziehen könnte. In einigen Storys fliegt man einfach durch eine fünfte Dimension. Dem Leser sollte allerdings bewusst sein, dass es sich hierbei lediglich um Fiktion handelt. Selbst wenn es - wie in der Stringtheorie - höhere Dimensionen geben sollte, dann heißt das nicht notwendigerweise, dass man sich in diesen auch bewegen könnte, dass dort die Lichtgeschwindigkeit überschritten werden könnte oder der Weg kürzer wäre. Am ehesten mit der Physik verträglich wären <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Wurmloch">Wurmlöcher</a>. Jedoch bräuchte es zu ihrer Erzeugung ein Material mit negativer Energiedichte, sogenannte "exotische Materie", und davon für ein Wurmloch mit einem Meter Durchmesser nicht weniger als eine Jupitermasse. Angesichts der Tatsache, dass es solche Materie wahrscheinlich gar nicht gibt, erscheinen die Probleme des Flugs mit Antimaterie-Zerstrahlung geradezu trivial. Mit Warp-Antrieben<a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Warpantrieb#Die_Theorie_des_Warp-Antriebs_nach_Alcubierre_und_Van_den_Broeck"> sieht es nicht viel besser aus</a>. Man mag argumentieren, dass unser Wissen über die Physik einfach noch zu begrenzt sei, aber dem ist entgegen zu halten, dass die Dinge, die wir z.B. über die Lichtgeschwindigkeit als oberste Grenze wissen, deswegen nicht mehr falsch werden - auch gilt trotz Einstein noch Newtons Gravitationsgesetz in seinen Grenzen. Wir wissen schon eine ganze Menge, und das was wir wissen, schließt interstellare Raumfahrt leider weitgehend aus.<br />
<br><br />
<h2>Fazit</h2><br><br />
Die interstellare Raumfahrt ist leider sehr viel schwieriger zu bewerkstelligen, als Science-Fiction-Filme uns weismachen wollen. Das mag frustrieren, aber das Weltall ist nicht entstanden, um uns Billigflüge an jeden Ort der Milchstraße zu ermöglichen. Insofern wäre es auch für andere Wesen ausgesprochen schwierig, unseren Planeten zu erreichen, wobei mir die 800 Lichtjahre Abstand ohnehin viel zu optimistisch erscheinen. Es könnte genau so gut sein, dass es augenblicklich nur eine handvoll Intelligenzen in der Milchstraße gibt, oder gar, dass wir die einzigen sind. Wenn eine Intelligenz sich auf den Weg in den Raum zwischen den Sternen machen sollte, dann wird sie dies sicher nicht leichtfertig und zum Spaß tun, sondern mit zwingendem Hintergrund, z.B. um ihre Art zu retten. Sie wäre uns weit überlegen und würden sich nicht vor uns verstecken müssen. Eine Rückkehr oder ein Flug zu einem anderen bewohnbaren Planeten wäre viel zu aufwändig. Sie kämen gezielt zu uns, und sie kämen, um zu bleiben.<br /><a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/uber-die-beinahe-unmogliche-interstellare-raumfahrt.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Fri, 17 Aug 12 09:17:40 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Atomunfälle in Bestrahlungsanlagen [Astrodicticum Simplex]</title>
<description><![CDATA[Während meiner <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/07/auszeit.php">Auszeit</a> erscheinen hier einige Gastbeiträge von anderen Bloggern. Wenn ihr auch Lust habt, euer Blog (euren Podcast, euer Videoblog, etc) hier vorzustellen oder einfach nur mal einen Artikel schreiben wollt, dann <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/gastautoren-gesucht.php">macht mit</a>!<br />
<br />
Heute gibt es einen Artikel von Kevin Glinka.<br />
<hr>In manchen Ländern werden Produkte wie Gewürze oder medizinische Artikel wie z.B. Spritzen mit Hilfe von ionisierender Strahlung sterilisiert, bevor sie vertrieben werden. Hier ist vor allem die Rede von El Salvador, Israel und Weißrussland. Dafür wird häufig Gammastrahlung verwendet, die meistens von Kobalt-60 ausgesendet wird. Die Kobaltelemente werden dafür in einem Rack befestigt, welches durch eine Seilwinde auf- und abbewegt werden kann. Meistens taucht das Rack beim Abstieg in ein Wasserbecken, bei zwei von den drei hier angesprochenen Anlagen ist dieses Becken 5,5 m tief. Bei der dritten Anlage war dieses Becken trocken, dafür gab es Einrichtungen um die Abwärme abzuführen.<br />
<br />
Die Produkte werden in Fieberglasboxen (El Salvador), Kartons (Israel) oder Edelstahlkisten (Weißrussland) der Strahlung ausgesetzt, dafür werden Systeme verschiedener Komplexität verwendet, um die Boxen an der Strahlungsquelle vorbei zu bewegen. Bei den ersten beiden hier angesprochenen Systemen wurde eine Stauung in der Zufuhr der Pakete dadurch erkannt, dass die pneumatischen Kolben ihre Bewegungen nicht in einer bestimmten Zeit abgeschlossen hatten. Bei der weißrussischen Anlage wurde ein Stau meistens durch den anders klingenden Motor des Transportsystems erkannt.<br />
<br />
Durch verschiedene Probleme kam es leider in allen angesprochenen Anlagen zu Unfällen, die bei ingesamt 9 beteiligten Personen zu 3 Todesfällen und leichten bis schweren Verletzungen der anderen 6 Beteiligten führten.<br />
<br />
<strong>San Salvador, El Salvador (1989) [1]</strong><br />
<br />
In der betreffenden Anlage wurden medizinische Produkte sterilisiert. Aufgrund des Bürgerkriegs in El Salvador wurde die Anlage oft von Stromausfällen heimgesucht, weiterhin wurden die Arbeiter häufig nur mündlich und soweit informiert, dass es gerade ausreichte, dass sie die anfallenden Arbeiten ausführen konnten. Die Bestrahlungsanlage der kanadischen Firma Nordion wurde 1975 installiert, 1981 sollten die Kobaltelemente erneuert werden, doch aufgrund des aufflammenden Bürgerkriegs flog der Mitarbeiter von Nordion gleich wieder nach Kanada, nachdem er in San Salvador ankam. Für 14 Jahre wurde die Anlage nur per telefonischem Kontakt nach Kanada gewartet. Außerdem war die Aktivität der alten Kobaltelemente natürlich abgesunken, was durch eine Verlängerung der Bestrahlungszeit kompensiert wurde. Weiterhin waren die Bedienungselemente und weiter Einrichtungen ebenfalls relativ verfallen. Da es wie gesagt oft zu Stromausfällen kam, hatten die Arbeiter eigene Prozeduren entwickelt, die Anlage nach einem Stromausfall wieder in Gang zu bekommen, wobei aber die Sicherheitshinweise von Nordion nicht beachtet wurden. Es gab u.a. einen Schlüssel für das Instrumentenbrett (welches übrigens nicht beschriftet war!), der gleichzeitig der Schlüssel für die einzige Tür zum Bestrahlungsraum war. Weiterhin musste ein neben der Tür befestigter Strahlenmonitor (mit 9 Geiger-Müller-Zählrohren in der Kammer) eine bestimmte Grenze nicht überschritten haben, damit die Tür freigegeben wurde. Außerdem musste ein Mikroschalter am Rack anzeigen, dass das Rack vollständig in das Becken untergetaucht war. Schließlich war es sogar möglich, die Tür mit Hilfe eines Messers zu öffnen.<br />
<br />
Am Morgen des 5. Oktober 1989 kam es dann zu dem Vorfall, dass sich Boxen in die Quere kamen und sich dann das Rack an den Boxen verhakte. Der Arbeiter an der Maschine kam von einer Kaffeepause zurück, und fand die Maschine mit mehreren Alarmmeldungen vor. Zunächst stieg er auf das Dach des Raumes, um dort mit der Pneumatik zu versuchen das Rack hinabzulassen. Dann zog er an dem Seil, das an dem Rack befestigt war und ließ es hinabfallen. Als das auch nicht funktionierte, überbrückte er das Türschloss und betrat den Bestrahlungsraum. Später holte er zwei (mit der Maschine unerfahrene) Kollegen hinzu. Gemeinsam schafften sie es, das Rack zu befreien und in das Wasserbecken hinabzulassen. Der erste Arbeiter dachte und meinte später, es sei sicher den Raum zu betreten, da das Gerät wie ein abgeschaltetes Röntgengerät sicher nicht strahlen würde.<br />
<br />
Sechs Tage später verhakte sich das Rack wieder, wobei dieses mal beim Versuch es von außen zu befreien, 14 Aluminiumstäbe hinaus fielen (einige davon waren inert, nur manche enthielten Co-60). Alle bis auf einen Kobaltstab fielen ins Wasser. Als der Manager der Qualitätssicherung sich mit drei weiteren Arbeitern der Maschine näherte, stellte er mit einem Messgerät erhöhte Strahlung fest. Dabei erlitt er eine Dosis von 0,22 Gray, die Arbeiter etwas weniger.<br />
<br />
Die drei ersten Arbeiter wurden inzwischen im Krankenhaus behandelt, man ging dort von einer Lebensmittelvergiftung aus (wegen dem Erbrechen und dem Durchfall, den alle hatten). Erst später zeigten sich noch andere Symptome, weshalb die drei Arbeiter nach Mexico City gebracht wurden, wo sie weiter behandelt wurden. Es war nötig, bei den ersten beiden Arbeitern jeweils ein Bein über dem Knie zu amputieren. Trotzdem starb der erste Arbeiter, der im Raum dem Rack am nächsten war. Die IAEA berechnete, dass sich in der unmittelbaren Nähe des Racks (ungefähr im Fußbereich) wohl Dosen von 40-80 Gray pro Minute entwickelt haben mussten. Der dritte Arbeiter hatte nur leichte Strahlenverbrennungen am linken Fuß, da er anscheinend weit genug vom Rack entfernt stand.<br />
<br />
Einige Zeit später konnten zwei Techniker von Nordion mit Hilfe einer TV-Kamera, Ionisationskammern und einem durch das Dach eingeführten Mechanismus den letzten Kobaltstab in das Wasser befördern. Durch die Cerenkovstrahlung der Stäbe im Wasser konnte verifiziert werden, dass kein Stab fehlte.<br />
<br />
Zur Vermeidung weiterer Unfälle forderte die IAEA die Firma auf, das englischsprachige Benutzerhandbuch auf Spanisch zu übersetzen und dass neue Arbeiter unter Aufsicht von Nordion ausgebildet werden sollten.<br />
<br />
<strong>Sor-Van, Israel (1990) [2]</strong><br />
<br />
In Sor-Van gab es die gleiche Anlage wie in San Salvador, allerdings wurden hier die Produkte in Kartons in die Anlage eingegeben. Auch hier sah der verantwortliche Arbeiter eine Warnung, dass ein Transportstau vorlag, gleichzeitig auch die grüne Anzeige, dass die Quelle in der tiefsten Position im Wasser war, gleichzeitig aber auch eine Gammastrahlungs-Warnung. Er beschloss, dass der Gamma-Alarm falsch sein musste, da die grüne Lampe leuchtete und betrat den Raum, nachdem er die Konsole öffnete und die Gammasonde einfach vom System abkoppelte.<br />
<br />
In der Anlage waren die Geigerzähler in der Gammasonde bereits durch die Bestrahlung abgenutzt, sodass sich auch dort der „Trick" etabliert hatte, das Türschloss durch schnelles Ein- und Ausschalten des Systems zu überlisten. Dies tat der Arbeiter dann auch, nachdem er aber die Kartons erreicht hatte, bemerkte er ein Brennen in den Augen, sowie Kopfschmerzen. Daraufhin bekam er Angst und verließ den Raum schnell wieder.<br />
(Anmerkung: Ich vermute, dass der Arbeiter hier sehr viel schneller diese Symptome merkte, da die Kobaltstäbe hier regelmäßig von Nordion ausgetauscht worden waren, diese also eine viel größere Aktivität als die in San Salvador hatten)<br />
<br />
Der Arbeiter rief einen Sicherheitstechniker an, der mit einem Strahlungsmesser den Flur zur Bestrahlungskammer betrat. Als sein Messgerät schon dort 0,5 Sievert pro Stunde anzeigte, verließ er den Raum sofort und schloss die Tür. Später konnte das Rack auch hier befreit werden, die Fotos davon zeigen einen aufgerissenen Karton, in dem sich das Rack wohl verfangen hatte. Der Arbeiter starb leider auch hier nach einigen Monaten, obwohl er sofort angemessen behandelt werden konnte.<br />
<br />
Die IAEA sah hier als Problem, dass die Sicherheitsbesprechungen in Hebräisch gehalten wurden, auch hier gab es kein hebräisches Handbuch, sondern nur das englische Original von Nordion. Weiterhin sollte eine Möglichkeit eingerichtet werden, dass das nahegelegene Soreq Nuclear Research Centre die Anlage fernsteuern könnte, bzw. dass man von dort das Absenken des Racks einleiten könnte. Außerdem wurde es von dort an strengstens untersagt, die Konsole für solche Arbeiten zu öffnen und in ihr herumzubasteln. Nordion sandte aufgrund dieser beiden Vorfälle einen Warnhinweis an alle Betreiber, die Racks mit einer speziellen Schutzverkleidung nachzurüsten, sodass die Produkte sich nicht im Rack verfangen können.<br />
<br />
Die IAEA merkte an, dass der Arbeiter vielleicht überlebt hätte, wenn ihm aufgefallen wäre, dass die Cerenkov-Strahlung im Wasser fehlte, sowie dass es im Raum stark nach Ozon roch. Das Vorhandensein des Cerenkovlichts wäre ja ein Zeichen dafür gewesen, dass sich das Kobalt unter Wasser befindet. Das zweite resultierte aus der Ozonbildung durch die Wechselwirkung der Gammastrahlung mit dem Luftsauerstoff. Eine andere Berechnung für die Entwicklung eines Ozongenerators zur Kalibrierung von Ozonsonden hatte gezeigt, dass ein nuklearer Ozongenerator eine Quelle von tödlicher Stärke benötigt hätte. Damit ist wohl zu erklären, warum diese Bestrahlungsanlagen Ozon erzeugen.<br />
<br />
<strong>Njaswisch, Weißrussland (1991) [3]</strong><br />
<br />
In dieser Anlage wurden die Produkte in an einem Transportsystem hängenden Boxen vorbei geführt. Aufgrund von vorherigen Vorfällen wurde hier das Rack von einem Schutzgitter umschlossen, sodass sich die Boxen und das Rack nicht berühren konnten. Trotzdem kam es manchmal vor, dass sich das Transportsystem verhakte. Dies wurde vom Personal oft durch den anders klingenden Motor bemerkt. Bei dem Vorfall am frühen Morgen des 26. Oktober 1991 las der Ingenieur in seiner Zeitung, als sein Assistent das veränderte Motorengeräusch bemerkte und ihn darauf aufmerksam machte. Der Ingenieur drückte auf den Knopf zum Absenken der Quelle und verließ den Kontrollraum, ließ den Schlüssel aber in der Steuerkonsole stecken. Es wurde später vermutet, dass er so die Anlage schneller wieder starten wollte.<br />
<br />
Am Eingang angekommen, gab es hinter der Tür zunächst eine Grube mit elektrisch angetriebenem Deckel, die so im Gang eingelassen war, dass man ohne den Deckel nicht weiter vorankam. Nur mit dem Schlüssel konnte der Deckel geschlossen werden. Der Ingenieur überwand die Grube, indem er auf den in ihr befindlichen Elektromotor stieg. Weiter den Gang hinab musste der Ingenieur über eine Druckplatte im Boden gehen, die von sich aus schon das Hinablassen des Racks verursacht hätte. Die IAEA stellte fest, dass die Druckplatte bei 25 von 25 Tests funktionierte und man auch nicht über sie hinweg springen könnte, da man keinen Anlauf nehmen kann. Man könnte nur mit dem Transportsystem die Platte überwinden, aber da man den Strahlungsmesser beidhändig hält, ist das nicht so einfach möglich. Außerdem wurde es wegen der enormen Gefahr als unlogisch eingestuft, die Druckplatte umgehen zu wollen.<br />
<br />
Als er die zu reparierende Stelle erreichte, bekam er nach etwa einer Minute Kopf- und Gelenkschmerzen. Er sah von sich aus nach links und sah das voll ausgefahrene Kobaltrack. Er lief daraufhin sofort aus der Kammer und informierte seinen Assistenten. Er wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht und später nach Moskau verlegt. Eine Dosis von 9-11 Gray wurde u.a. mit Hilfe einer Elektronenresonanzspektroskopie seiner Baumwollweste bestimmt (sein eigentliches Dosimeter hatte er in seiner Brotbox gelassen). Der Ingenieur starb nach 113 Tagen.<br />
<br />
Hier wurden die Gründe vor allem darin gesehen, dass der Ingenieur auch hier versuchte, die Sicherheitsmechanismen zu überwinden. Es war der IAEA aber nicht verständlich, wieso das Rack wieder nach oben fuhr, als die Kammer geöffnet war. Als mögliche Gründe wurde angenommen, dass eventuell jemand auf der Konsole den Befehl dazu gegeben haben könnte, oder dass es einen elektrischen Fehler gab. Die Gammasonden in der Kammer waren auch nicht mit dem System verbunden, sodass der Hubvorgang hätte automatisch abgebrochen werden können. Weiterhin gab es kein Alarmsystem in der Kammer und der Ingenieur hat den Motor des Hubmechanismus vermutlich nicht gehört. Auch hier wurden von der IAEA mehrere Hinweise zur Verbesserung der Sicherheit gegeben, z.B. einen Alarm in der Bestrahlungskammer und die Einbindung der Gammasonden in das System.<br />
<br />
Quellen:<br />
<br />
[1]: The Radiological Accident in San Salvador, IAEA, STI/PUB/847 (ISBN:92-0-129090-X), 1990<br />
<br />
[2]: The Radiological Accident in Soreq, IAEA, STI/PUB/925 (ISBN:92-0-101693-X), 1993<br />
<br />
[3]: The Radiological Accident at the Irradiation Facility in Nesvizh, IAEA, STI/PUB/1010 (ISBN:92-0-101396-5), 1996<br /><a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/atomunfalle-in-bestrahlungsanlagen.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Wed, 15 Aug 12 12:06:41 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Ein Sch...thema, aber eines, das selbst Bill Gates wichtig findet [Geograffitico]</title>
<description><![CDATA[Viel kann ich derzeit ja nicht posten (hab's bereits <a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/08/ein-gruss-aus-der-steinzeit.php">hier</a> erklärt), aber dieses Thema finde ich dann doch zumindest mal erwähnenswert: <a href="http://www.huffingtonpost.com/2012/08/14/bill-gates-wants-to-reinv_n_1776230.html?icid=maing-grid7|maing7|dl1|sec1_lnk2%26pLid%3D192498">Bill Gates will das Klo neu erfinden</a>. Alle Witze über den Sch..., denn manche mit seiner Windows-Software bauen, mal beiseite: Das Thema ist ein ernstes. Ernst genug, dass ich selbst schon <a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2008/06/besser-auf-dem-donnerbalken.php">darüber gebloggt </a>hatte; es gibt sogar eine <a href="http://www.worldtoilet.org/wto/index.php/our-works/world-toilet-day">World Toilet Day</a>. Eine Wasser sparende, aber gleichzeitig Umwelt und Gesundheit schonende Toilette würde für viele MIlliarden Menschen das Leben massiv verbessern:<br />
<iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/fdwvuTrycYU" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
 <br />
Und vielleicht würde uns selbst auch die eine oder andere Innovation auf diesem Gebiet sowieso mal guttun. Denn unser Standard (äh, kein <a href="http://www.idealstandard.de/de/products/serien-uebersicht2.html#WC">Wortspiel</a> war beabsichtigt) ist vielleicht auf Dauer nicht verantwortbar:<br />
<img alt="23642987.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/23642987.jpg" width="400" height="410" class="mt-image-none" style="" /><br />
<small>(<a href="http://memegenerator.net/instance/23642987">Quelle</a>*)<br />
<br />
*) Wiederum kein absichtliches Wortspiel</small><br />
<br /><a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2012/08/ein-schthema-aber-eines-das-selbst-bill-gates-wichtig-findet.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<pubDate>Wed, 15 Aug 12 00:02:59 -0400</pubDate>
</item>

<item>
<title>Romantik und Raumfahrt [Astrodicticum Simplex]</title>
<description><![CDATA[Während meiner <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/07/auszeit.php">Auszeit</a> erscheinen hier einige Gastbeiträge von anderen Bloggern. Wenn ihr auch Lust habt, euer Blog (euren Podcast, euer Videoblog, etc) hier vorzustellen oder einfach nur mal einen Artikel schreiben wollt, dann <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/gastautoren-gesucht.php">macht mit</a>!<br />
<br />
Heute gibt es einen Artikel von Tibor Rácskai.<br />
<hr>Sind bemannte Weltraumflüge wirklich nötig? Warum Menschen ins Weltall bringen, wenn wir Sonden schicken können, die uns Daten liefern? Was könnte ein Astronaut auf dem Mars vollbringen, was Curiosity und seine Epigonen nicht leisten können? In der französisch-kanadischen Dokumentation "Kein Mensch mehr im All?" warnt der Astronaut Jean-Loup Chretien davor, auf die bemannte Raumfahrt zu verzichten. Wir würden uns an der jungen Generation orientieren, die sich immer mehr in einer virtuellen Realität einschließen werde. Der Mensch sei dafür aber nicht bestimmt, er habe Arme, Beine und ein Gehirn, die er zum Laufen, Arbeiten und Überleben einsetzen solle. Der Mensch besitze eine Art Forscher-Gen und würde seine Bestimmung verfehlen, wenn er nur Roboter aussenden würde, das Universum zu erforschen. Er könne sie vorausschicken, aber nur, um ihnen zu folgen. <br />
<br />
Ist diese Auffassung der Raumfahrt tatsächlich Ausdruck eines Generationenkonflikts? Sie ist vor allem romantisch und zugleich Symptom einer pessimistischen Weltsicht. Chretien konstruiert einen Gegensatz zwischen dem aktiven und dem passiven Menschen, der so nicht existiert, und er schließt daraus auf einen gesellschaftlichen Verfall. Der Astronaut nimmt dabei die Stelle des frontiersman ein, der die Grenzen der Zivilisation in das Unbekannte hinaus verschiebt. Er erweitert unseren Herrschaftsraum konkret. Er fühlt stellvertretend für diejenigen, die nicht ins All reisen können, weil sie physisch und psychisch nicht dazu in der Lage sind, und er kann zurückkehren, um von seinen Gefühlen zu berichten. Der Physiker und Nobelpreisträger Steven Weinberg weist zu Recht darauf hin, dass Raumfahrt in diesem Sinne eine Art Sport sei, so wie die Besteigung der höchsten Gipfel und die Reise zu den Gräben der Tiefsee. Sie ist eine körperliche, geistige und gesellschaftliche Herausforderung, aber sie ist nicht bewusstseinserweiternd.<br />
<br />
Damit einher geht die von Chretien formulierte Furcht vor der äußeren Bewegungslosigkeit der inneren Reise. Dies ist das eine Paradox der bemannten Raumfahrt im Computerzeitalter. Bisher sah sich der homo faber als Gegenpol eines angeblich praxisfernen Denkers, als einer, der an die Machbarkeit nicht nur glaubt, sondern der weiß, wie er sich die Welt im praktischen Sinne Untertan machen kann und es tut. Nun zeigt sich allerdings, dass der Ingenieur, der Abenteurer und der Pilot im Grunde Romantiker sind, die nach individueller Erfüllung ihrer persönlichen, ins Unendliche gerichteten Sehnsucht streben. Ihr Traum von der physischen Präsenz an der Grenze des Unbekannten ist jedoch beinah obsolet geworden. Beinah, denn auf die physische Existenz einer Sonde kann auch der Astronom nicht immer verzichten. Nur, kein Astronaut kann jemals, so wie die Voyager-Sonden, an die Grenzen unseres Sonnensystems vordringen. Der praktische Nutzen dieser Mission scheint gering, aber ihre spirituelle Bedeutung ist weit größer als die eines Fußabdrucks im Staub des Mars.<br />
Nicht erst die Technik hat dem Menschen ermöglicht, virtuelle Reisen zu unternehmen, aber gestützt auf Beobachtungen und Messungen modernster Instrumente hat der Mensch sein geistiges Hoheitsgebiet bis an die Grenzen des Universums und der Zeit ausdehnen können, ohne sich in eine Raumkapsel zwängen zu müssen. Was vorher nur gedacht werden konnte, hat sich bestätigt, und einiges, was noch nicht gedacht worden ist, wurde so entdeckt. Das ist natürlich eine Beleidigung für den Piloten und scheint seine Mühen und Verdienste zu schmälern.<br />
<br />
Steven Weinberg führt als Beispiele für bewusstseinserweiternde Leistungen des Menschen Liebe, Kunst und die Erforschung der Natur an. Jedes davon hat eine physische und eine geistige Komponente. Ist die Physis der Psyche überlegen? Selbstverständlich nicht. Auch die virtuelle Reise kann nicht in jedem Fall die physische Erfahrung ersetzen, aber man muss akzeptieren, dass dem Körper engere Grenzen gesetzt sind als dem Geist. Eine Reise zum Mars ist möglich, vielleicht kann auch Wirklichkeit werden, wofür Kubrick in "A Space odyssey" schon die Bilder geliefert hat, aber wo liegt die Grenze? Noch ist der Warp-Antrieb eine Fiktion. Die Macht der Bilder suggeriert seine Machbarkeit, aber Science-Fiction bebildert dennoch weiterhin nur romantische Phantasien. Bemannte Raumfahrt muss letztlich den Körper überwinden, um weite Räume überwinden zu können, aber sie wird dabei nie transzendent werden, sondern nur unethisch.<br />
<br />
Richard Heidman, ein ehemaliger Raumfahrtingenieur und Leiter der Pariser Sektion der Mars-Society, beschreibt ein Konzept einer experimentellen Marskolonie: Angesichts der Schwierigkeiten, die es bereitet, eine Gruppe erwachsener Menschen auf den Mars und gesund wieder zurück zu bringen, sei es vielleicht besser, Embryonen zu schicken, die, wie auch immer das möglich sein soll, dann auf dem Mars aufgezogen würden. Die eigentliche Frage sei, so Heidman, ob sie unter den dortigen Bedingungen überlebensfähig seien. Das ist offensichtlich falsch, denn die eigentliche Frage ist nicht die nach der Überlebensfähigkeit des menschlichen Körpers auf dem Mars, sondern die nach den ethischen Konsequenzen eines solchen Experiments. Irgendwann wird es ohne Zweifel technisch möglich sein, Embryonen zum Mars zu bringen und sie aufzuziehen, aber ob eine Gesellschaft dies auch durchführen wird, hängt davon ab, welchen Wert sie dem Individuum und seiner Menschenwürde zumisst. Manche Nationen scheinen in beiderlei Hinsicht auf dem besten, also aus humanistischer Sicht auf dem schlechtesten Weg zu sein. Dies ist das zweite Paradox der bemannten Raumfahrt. Zum einen verachtet der Astronaut den nur virtuell reisenden Astronomen und unterstellt ihm, den Menschen seiner Natur zu entfremden, zum anderen muss der künftige Astronaut seine Natur überwinden, um noch Astronaut sein zu können.<br />
Es scheint also, so die Autoren der Dokumentation, dass zukünftige Forschungsreisen allein im Geiste stattfinden werden. Der Astronaut wird, wenn er eine Zukunft haben sollte, nicht mehr sein als er jetzt schon ist: der Repräsentant einer Industrie im Weltraum und ein lebendiges (und daher zwangsläufig der Rationalisierung anheimfallendes) Werkzeug, das ein paar hundert Kilometer über der Erde Ersatzteile montiert. Nicht sehr romantisch.<br />
<br />
Die Dokumentation "Kein Mensch mehr im All?" wird am Samstag, den 18. August auf ARTE wiederholt und ist noch bis zum 16. August in der ARTE-Mediathek zu sehen: <a href="http://videos.arte.tv/de/videos/kein_mensch_mehr_im_all_-6849208.html">http://videos.arte.tv/de/videos/kein_mensch_mehr_im_all_-6849208.html</a><br /><a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/08/romantik-und-raumfahrt.php">Zum Beitrag im Blog&nbsp;&raquo;</a><hr />

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<category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Technik</category>
<pubDate>Sun, 12 Aug 12 09:53:39 -0400</pubDate>
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