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	<title>skispringen im kopf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[skispringenimkopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Dec 2017 11:01:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[ALLES BEIM ALTEN für karoline rudof und das buchgeschäft, dezember 2017 musik. ein mann in einem eigenartigen hemd und einer kunstfellmütze, die an einen film der cohen-brüder erinnert, steht in einem dichtgedrängten buchladen auf einem hocker und hält eine rede. dann großaufnahme auf einen schriftzug an der wand: ALLES BEIM ALTEN. die hauptfigur starrt auf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>ALLES BEIM ALTEN </p>
<p>für karoline rudof und das buchgeschäft, dezember 2017</p>
<p>musik. ein mann in einem eigenartigen hemd und einer kunstfellmütze, die an einen film der cohen-brüder erinnert, steht in einem dichtgedrängten buchladen auf einem hocker und hält eine rede. dann großaufnahme auf einen schriftzug an der wand:</p>
<p>ALLES BEIM ALTEN.<br />
die hauptfigur starrt auf den schrifzug.</p>
<p><span id="more-373"></span></p>
<p> die hauptfigur ist eine vielleicht ein bisschen zu sensible hauptfigur, die sich viele gedanken macht über den zustand der welt, die gerade dabei ist, sich rasant zu verändern.<br />
die hauptfigur starrt auf den schriftzug, die buchstaben sind jetzt ganz groß im bild, während die kamera ganz langsam über das A, die beiden Ls das E gleitet, erfahren wir über ein voice over, dass die hautfigur sich gerade in einer krise befindet. sie hat nicht gut geschlafen und ihre arbeit hängt an einem seidenen faden, weil sie einen fehler gemacht hat, vor langer zeit.<br />
musik.<br />
die kamera gleitet über das S und landet beim zweiten wort, und wir hören die worte eines guten freundes der hauptfigur, der ein zutiefst religiöser quantenphysiker ist und beim versuch, seine erkenntnisse über den kosmos in ein populärwissenschaftliches buch zu verarbeiten, beide hände verloren hat. </p>
<p>dann ein zeitsprung:<br />
die hauptfigur betritt den laden, der sich allerdings bereits geleert hat, nur noch ein paar menschen stehen herum und unterhalten sich in fröhlicher atmosphäre, andere stehen davor und rauchen, ein paar sitzen im gegenüberliegenden kaffee. die hauptfigur eilt &#8211;  vorbei an dem schriftzug den sie nicht bemerkt &#8211;  zum improvisierten ladentisch wo ein kleinkind sitzt und milch trinkt, und fragt nach einer gesamtausgabe von einem autor, dessen namen sie vergessen hat. </p>
<p>das kind und die hauptfigur versuchen gemeinsam, herauszufinden, wo die gesamtausgabe steht und stoßen dabei auf eine DVD einer serie aus dem jahr 2018, in der ein archäologe in einer  unterirdischen tempelanlage in griechenland einen rätselhaften schriftzug an der wand entdeckt. während er noch versucht, die zeichen zu entziffern, wird die gesamte anlage von wütenden demonstranten gestürmt, im handgemenge verliert der archäologe seinen ausweis und bekommt einen schlag auf den kopf. </p>
<p>als er aufwacht, ist er in einem leeren zimmer an an ein bett gefesselt. von unten hört er klaviermusik und gesang auf französisch und englisch, stimmengewirr auf deutsch. er kann nur seinen kopf bewegen und sieht, dass auf seiner schulter die ziffern<br />
1 &#8211;  2 &#8211;  1<br />
eintätowiert sind. </p>
<p>eine episode lang versucht der archäologe sich zu befreien. er lernt dabei eine herrenlose katze kennen, die von graz und athen aus versucht, eine linke alternative zum herrschenden neoliberalen rassistischen narrativ aufzubauen. sie hat einen chip am halsband hat, mit dessen hilfe er sich zugang zur bibliothek des österreichischen akademie der wissenschaften verschaffen kann, und macht sich schließlich auf die suche nach seinen aufzeichnungen und seinem ausweis. </p>
<p>als er und die katze im taxi zum flughafen sitzen, geraten sie in einen stau. im radio erfahren sie, dass gerade ein staatsbegräbnis statt findet: der bundeskanzler des namenlosen mitteleuropäischen landes ist vor geraumer zeit in der kaffeepause einer sitzung des europischen raats in brüssel spurlos verschwunden. um die fortführung der geschäfte zu gewährleisten, hat die regierung beschlossen, ihn für tot zu erklären. </p>
<p>nachdem sie zwei episoden lang im stau stehen, während denen sie ein radio-feature über spirituelle keltische traditionen hören, beschließen sie, auf einem schleichweg abzubiegen und mit dem taxi nach brüssel zu fahren, wo ein studienkollegen des archäologen als facility-manager arbeitet. </p>
<p>der studienkollege denkt über seine doktorarbeit nach, während er die gänge des europäischen parlaments putzt. als er eine spinnwebe an der wand entfernt, fernt sein blick auf ein paar buchstaben, die sich fast unmerklich von der wand abheben. </p>
<p>währenddessen sitzt der archäologe im auto und bemerkt, dass der taxifahrer, je näher sie der belgischen grenze kommen, immer jünger wird. eine eigenartige panik erfasst ihn. als das taxi schließlich kurz vor brüssel die autobahn verlässt, ist der taxifahrer das dreijährige kind, das am anfang im buchgeschäft gesessen ist. es kann kaum über das lenkrad schauen, doch das auto scheint, wie von geisterhand gesteuert, selbst den weg durch den dichten verkerht zu finden. </p>
<p>schnitt auf das begräbnis des staatsoberhaupts. </p>
<p>schnitt auf den quantenphysiker ohne hände, der beim betrachten eines schriftzugs an der wand in ein zeitloch gefallen ist und versucht, seine eigene zeugung zu verhindern, in dem er seinen eltern, die in einem buchgeschäft stehen und heftig miteinander flirten, furchtbare blähungen verursacht, doch die lauten fürze vermischen sich mit romantischer musik und machen die beiden studenten der theologie des jahres 1977 nur noch geiler aufeinander.</p>
<p>dann sehen wir den bundeskanzler mit der katze auf einem bürostuhl in der griechischen tempelanlage sitzen, eine ältere version von ihm selbst sitzt ihm gegenüber. sie schauen sich verliebt an.<br />
musik.<br />
der bundeskanzler möchte etwas sagen, aber es fällt ihm nichts ein. wir sehen, dass er sich mit kugelschreiber drei wörter auf seine handfläche geschrieben hat. </p>
<p>SCHNITT. </p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>wer sich eine j&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[skispringenimkopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 May 2013 19:25:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[wer sich eine jogginghose anzieht, hat die kontrolle über sein leben verloren. karl lagerfeld]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>wer sich eine jogginghose anzieht, hat die kontrolle über sein leben verloren. </p></blockquote>
<p>karl lagerfeld</p>
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		<title>vielleicht im bunker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[skispringenimkopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 May 2013 18:55:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[bunker]]></category>
		<category><![CDATA[lecture performance]]></category>
		<category><![CDATA[text]]></category>
		<category><![CDATA[zweite liga für kunst und kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[ich schreibe in letzter zeit sehr sehr schnell. immer für irgendwelche momente, die dann vorbei sind, dann werden die texte irgendwohin verschoben wo sie bis zum letzten festplattencrash liegen und dann weg sind. vielleicht ist das gut so. vielleicht auch nicht. vielleicht müssten sie irgendwann miteinander verbunden werden und dann würden wir wissen, was es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>ich schreibe in letzter zeit sehr sehr schnell. immer für irgendwelche momente, die dann vorbei sind, dann werden die texte irgendwohin verschoben wo sie bis zum letzten festplattencrash liegen und dann weg sind. vielleicht ist das gut so. vielleicht auch nicht. vielleicht müssten sie irgendwann miteinander verbunden werden und dann würden wir wissen, was es ist. das was alles verbindet. dieser war der text für die performance &#8220;angriff der hundert metaebenen&#8221; in der serie <a href="nightsimbunker.weblog.mur.at">nights im bunker</a>.</p>
<p>er handelt davon wie die ausflüsse einer figur sich selbständig machen und fühlt sich eigentlich sehr kitschig an. es hilft allerdings, wenn er in einem jogginganzug, auf einer leiter stehend, vorgetragen wird, während um einen herum andere szenen, bilder, beschimpfungen, sounds den raum füllen.<span id="more-357"></span></p>
<p style="text-align:right;" align="JUSTIFY"><span style="font-family:Baskerville, sans-serif;"><span style="font-size:medium;"><b>BUNKERVIELLEICHT</b></span></span></p>
<p align="JUSTIFY"> <span style="font-family:Baskerville, sans-serif;"><span style="font-size:medium;">vielleicht sind wir ab dem moment wo wir aufgetaucht sind außer kontrolle und es ist völlig wurscht durch welche kanäle wir gekommen sind oder wer sich irgendwas dabei gedacht hat, oder wie wir hierher gekommen sind, vielleicht haben wir in dem moment wo wir in kontakt mit der atmosphäre gekommen sind eine eigendynamik bekommen,<!--more--></span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Baskerville, sans-serif;"><span style="font-size:medium;">und vielleicht genießen wir das auch ziemlich lange, bis zu dem moment wo wir zum ersten mal merken dass uns was fehlt, also körperlich, das ist der moment wo wir überhaupt erst merken dass wir einen körper haben und nicht mehr verbunden sind und teil von deinem körper sind, dass es für das was wir uns gerade wünschen oder wovor wir angst haben, oder für den hunger oder die geilheit oder für die schmerzen überhaupt keine organische entsprechungen gibt in deinem hirn, wir sind aus verbindungen und verknotungen von synapsen entstanden und dann waren wir auf einmal da und die knoten sind gerissen, </span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Baskerville, sans-serif;"><span style="font-size:medium;">vielleicht ist das der moment der vertreibung aus dem paradies, also der moment wo wir auf einmal körper gekriegt haben, eigene, und das paradies war vielleicht dein kopf oder dein bauch, das können wir nicht mehr genau sagen, das kannst du vielleicht auch nicht sagen, weil alles nur gemeinsam funktioniert, </span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Baskerville, sans-serif;"><span style="font-size:medium;">vielleicht waren wir vorher nur einzelne momente oder einzelne ereignisse auf deiner großhirnrinde und in dem moment der jetzt passiert ist sind wir auseinandergerissen worden und auf deiner großhirnrinde sind jetzt vielleicht leerstellen und die momente die jetzt draußen sind verbinden sich zu körpern und konflikten und sind im raum, </span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Baskerville, sans-serif;"><span style="font-size:medium;">aber vielleicht gibt es auch in diesem bunker oder in dir einen teil von dir, der das genau so geplant hat, genau so langsam und so chaotisch, weil du dich von deinen momenten trennen musst, vielleicht sind wir nur funktionen auf deinem weg durch den bunker, vielleicht ist es immer noch der bunker, vielleicht hat der bunker angefangen größer zu sein als die fantasie von einer schauspielerin, vielleicht hat der bunker sich auch getrennt von seiner funktion und hat sich verselbständigt und ist jetzt von einer einmaligen serie die ja auch eine geschichte hat zu einer weltumspannenden serie von momenten geworden, vielleicht bunkern sich jetzt gerade weltweit leute ein weil sie einmal diesen moment hatten, wo eine drohende katastrophe beschrieben worden ist, und vielleicht wollen sie seitdem sicherheit haben, und haben sich räume gebaut für sich und ihre familien wo lebensmittel und kleidung und vielleicht ein paar unterhaltungsprogramme gelagert sind, und vielleicht fühlen sie sich dann ein bisschen unverwundbar, vielleicht denken sie gar nicht dran, dass es irgendwann sicher nicht mehr reicht, vielleicht denken sie, es muss nur einfach ein bisschen länger reichen als in den anderen bunkern, weil sie sich vielleicht vorstellen, dass sie irgendwann an die oberfläche zurück können und dann wieder überlebensbedingungen vorherrschen werden, aber nicht für alle, sondern eben nur für die, die es lange genug ausgehalten haben, vielleicht sind deswegen fast alle bunker mit bewaffneter verteidigung verbunden, weil sie vielleicht wissen, dass das gefährlichste für die menschen die anderen menschen sind, die ihnen ihren schlafplatz und ihre käsebrote und ihre fernsehserien wegnehmen wollen, </span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Baskerville, sans-serif;"><span style="font-size:medium;">vielleicht denkst du das jetzt gerade, und vielleicht versuchst du verzweifelt wieder ordnung in deine gedanken zu kriegen, und du versuchst dich zu erinnern, wo wir herkommen um dann vielleicht eine chance zu haben, rauszufinden, wo wir hingehen und was wir als nächstes machen, vielleicht wirst du nämlich müde wenn du die ganze zeit das gefühl hast, dass wir schneller sind und gleichzeitig langsamer als du, und du verstehst nicht was von uns jetzt wirklich von dir kommt und was einfach neue momente sind, die entstanden sind, in dem moment wo wir mit der frischen luft in berührung gekommen sind, dieser moment, wo du dir gedach hast, wenn wir weg sind, hast du endlich zeit mal allein mit deinem kopf und im bunker zu sein und das zu machen, was du vielleicht nicht machen konntest solange wir noch da waren, einen song singen, und vielleicht stellst du dir vor, dass dann alles in ordnung wäre, dass wir uns dann auch wieder in irgendeiner höheren bunkerhausordnung auflösen, vielleicht stellst du dir vor dass wir dann zu deinem song tanzen, und vielleicht stellst du dir das so vor wir das enge tanzen in der kombüse am 13.2. 2013, bevor das alles angefangen hat, wo du zu einem song getanzt hat der dir bekannt vorgekommen ist, und du hast sogar einen moment lang das gefühl gehabt dass nicht du den song hörst und dein körper drauf antwortet sondern dass der song erst da war und der song dich überhaupt erst auf die welt gebracht hat und dich jetzt durch die gegend wirft, aber sehr sanft, und du alle paar zentimeter prallst du gegen andere körper, aber die meisten davon sind sehr weich und einer davon hat einen leopardenfellmantel an und der kommt auch aus dem selben song und deswegen spürst du eine verbindung, und du denkst vielleicht überhaupt nicht an sex, du denkst ja dass ihr beide im selben moment aus dem selben song geboren seid, wie zwei prinzessinnen oder zwei junge fohlen aus dem selben wurf, die dann innerhalb von ein paar takten erwachsen geworden sind und laufen gelernt haben, und sprechen gelernt haben, und dann habt ihr halt miteinander gesprochen, aber der song hat überhaupt nicht aufgehört und er war sehr laut, deswegen hast du dich noch immer so gefühlt wie zuhause und du hast deswegen auch keine genaue vorstellung davon, was der leopardenfellmantel zu dir gesagt hat, aber es war ja wie unter geschwistern, und deswegen hast du jetzt vielleicht gerade den gedanken dass der song am anfang von allem ist und dass er auch am schluss sein muss, und dass du ein song sein müsstest, der das alles beendet, und vielleciht ist der sonf auch schon da aber du findest ihn nicht, vielleicht muss noch viel mehr raus aus dir bis du irgendwo ganz unten den song findest, der die ordnung macht, die du dir wünschst, und du wünschst dir vielleicht auch dass wir dir dabei helfen, aber du weißt vielleicht dass du keine chance hast, und dass du kein song bist in diesem bunker, aber du hast jetzt vielleicht das gefühl, irgendeine serienstruktur muss es doch in deinem leben geben, vielleicht erinnerst du dich an den moment im dezember zweitausendzwölf wie dir dein kollege eine DVD-box geschenkt hat und du dann zuhause geblieben bist um die serie anzuschauen weil du gehört hast, dass das besser ist als drogen oder sex oder kunst oder zumindest ähnlich gut, wenn man sich in so eine serie versenkt, wo man ganz lange das gefühl hat dass man vollkommen aufgehoben ist, weil sie nie aufhört und man immer weiter schauen kann, und du hast dich damals zum ersten mal seit du in graz bisst zuhause eingebunkert um diese serie anzuschauen, aber das problem war vielleicht, dass du dir zu viel vorgenommen hast, die serie war nämlich im original, es gab eine unteritelkategorie, die aber auch auf englisch war, und extrem viele figuren die teilweise ähnlich ausgeschaut haben und furchtbaren slang gesprochen haben und dann bist du auch eingeschlafen, und dann bist du vielleicht am nächsten tag aufgewacht und hast es nochmal versucht, aber dann hast du es wieder nicht geschafft einzusteigen, weil du einerseits das gefühl gehabt hast, alles schon mal gesehen zu haben, und andererseits aber das gefühl, dass du es nachholen musst, weil du es nicht verstanden hast, aber dann hast du dich trotzdem dafür entschieden, gleich bei der zweiten episode einzusteigen und dann warst du vielleicht vollkommen verzweifelt und hast vielleicht versucht in irgendwelchen internetforen die informationen zusammenzusuchen die dir dafür fehlen, dass du richtig eintauchen kannst in die geschichte der serie, und so hast du eine woche zuhause in deiner wohnung verbracht und die serie hat dich immer wieder abgeworfen, du bist einfach nicht reingekommen und du bist nicht aus deiner wohnung rausgekommen und warst vielleicht zum ersten mal so verzweifelt wie jetzt, und jetzt versuchst du vielleicht wieder verzweifelt die informationen und momente und töne und gerüche zusammenzusuchen die dir fehlen, um den song zu finden oder um in dieser serie einfach nur zu landen und die einzelnen momente die vor deinen augen eine art surreales schauspiel abliefern, wieder fest anzuknoten, und das sind dann vielleicht wir. vielleicht wollen wir uns gar nicht dagegen wehren. vielleicht wollen wir auch gerne nachhause. </span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Baskerville, sans-serif;"><span style="font-size:medium;">aber vielleicht ist unser zuhause irgendwo hinter deinen augen und da ist es mittlerweile so chaotisch, seit wir ausgezogen sind, dass wir uns überhaupt nicht mehr zurechtfinden, vielleicht sind wir der geruch von der tankstelle in der leonhardstraße wo du gearbeitet hast, der eine ton von dem song den du in der kombüse gehört hast, der kuss am parkplatz vom Q, die vielen mobilboxnachrichten von lukas und frau hagemann und dem optiker und der kollegin und dem mann von der videothek der deinen ausweis gefunden hat und vielleicht der vortrag von dem survivalspezialist*innen über die gefahren eines bürgerkriegs um die letzten verbliebenen ressourcen in der mitte von graz, wenn die bankomaten nicht mehr funktionieren oder sich gegen die menschheit auflehnen, die sie programmiert haben, oder villeicht der moment wo du zum ersten mal nach graz gekommen bist aus dem zug ausgestiegen bist und kein wort verstanden hast vielleicht der telefonanruf von deinem exfreund während du gerade in einer wohnung einer entfernten bekannten ein sexspielzeug in der hand hast und einen vortrag über kamasutratechniken gehört hast, vielleicht die abendnachrichten vom achten februar 2013, während du vielleicht gerade tiefkühllasagne gegessen hast, hast du erfahren dass vielleicht ein pferd drinnen sein könnte, und daraus versuchst du vielleicht eine ordnung abzuleiten, eine antriebskraft aber du schaust du dir die verschiedenen momente an und hast vielleicht das gefühl dass alle gleich wichtig oder unwichtig sind, und dann versuchst du vielleicht scharfzustellen was den momenten gemeinsam sein könnte, </span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Baskerville, sans-serif;"><span style="font-size:medium;">vielleicht ist dir das alles zu sehr innen, zu wenig gesellschaftspolitisch relevant, vielleicht hast du das gefühl die zeit für solche hemmungslos subjektivistischen innenräume ist vorbei und du musst in deinen momenten die relevanten rausfiltern oder zumindest verstehen, wofür sie stehen könnten, was von diesen momenten in deinem bunker über dich und den bunker hinausweisen könnten damit sich vielleicht etwas einbrennt in die herzen, weil da willst du nämlich hin, du bist vielleicht einfach verdammt müde davon die ganze zeit im unterhaltungsprogramm im bunker auf der bühne zu stehen mit deinem ganzen körper, den du ja tragen musst, ob mit oder ohne gedanken und du würdest sie lieber wieder direkt in den herzen der zuschauer*innen treffen, du wärst lieber nur ein bild direkt innen drinnen, nur in zwei dimensionen oder vielleicht nur in einer ohne ausdehnung im fleisch und in der zeit, du hast jetzt gerade vielleicht das gefühl du möchtest so wie damals in berlin ein manifest sein gegen tiefgründigkeit und bedeutungsschwangerschaften, du möchtest nur noch eine schöne oberfläche sein und das findest du dann vielleicht sogar wieder relevant, und du denkst jetzt vielleicht an entfremdung und so, und an menschen, die durch diese überforderung von ihren eigentlichen leben getrennt worden sind und nur noch in der matrix existieren, vielleicht ist das ein moment wo alles kurz sinn macht: wenn du an diesen film denkst, denn du gemeinsam mit dem optiker gesehen hast, aber der film hat nicht matrix geheißen, er hat entweder DER PARTYSCHRECK geheißen oder IDENTITY, das weißt du nicht mehr genau, jedenfalls ist das hier vielleicht genau dieser film: eine party mit musik und tanz und alkohol, die aber von einem die ganze zeit gestört wird, aber man kann ihn irgendwie nicht rausschmeißen weil draußen die straßen überschwemmt sind und die party von der außenwelt abgeschnitten ist, und dann setzen sie sich komische hüte auf und werfen luftschlangen durch die gegend und kommen drauf, dass sie alle dieselbe person sind, aber trotzdem darf nur eine überleben wenn die person insgesamt am leben bleiben soll, das kannst du dir vielleciht vorstellen als struktur für die serie: alles reduziert sich auf den überlebenskampf in einer gruppe, solidarität und kooperation sind gefragt, aber es entstehen auch intrigen und eifersucht und es kann immer wieder passieren dass einzelne deswegen ausgesondern und getötet werden müssen, und jetzt denkst du vielleicht an deine kindheit und an die krimiserien die du mit deiner schottischen großmutter immer geschaut hast, in deutschland. der kommissar, ein fall für zwei, derrick. und dann fällt dir ein dass derrick ja das gleiche problem hat wie du: nachdem er jahrzehntelang erfolgreich verbrecher gejagt hat, ist rausgekommmen dass er von einem schauspieler gespielt worden ist, der bei der SS war, und derrick hatte eigentlich gedacht, dass er sich davon schon längst nicht mehr beeinflussen lassen müsste, dass er längst eine eigendynamik hat und nicht mehr von dem träger dieses nazikörpers beeinflussen lassen muss, dass wenn derrick scheißt, dass das dann nicht die scheiße des alten nazis ist, sondern die scheiße des erfolgreichen und charmanten hauptkommissars, der keine vergangenheit hat, nur eine gegenwart, und dann denkst du vielleicht wieder an deine eigene serie, die so ganz anders aufgebaut ist, wo es von anfang an keine ordnung gegeben hat, sondern nur die diffuse katastroophe und die klaustrophobie unter der bürgerlichen erde, und du denkst, das hat vielleicht was mit dem zustand der gesellschaft zu tun, weil so kurz nach dem zweiten weltkrieg, als der kommissar und der alte und derrick entstanden sind, wollte niemand was von katastrophen wissen, sondern nur von kleinen aber brutalen aussetzern, die man gut in ordnung bringen kann, wenn man die entsprechenden körpern in denen sie entstanden sind, in gefängnisse bringt und dann ist an der oberfläche wieder alles so wie vorher, und du denkst, vielleicht ist unser zustand ein bisschen dem entgegengesetzt, wir merken spätestens seit 2008 dass es vielleicht bergab geht und dass etwas schlimmes passieren wird und wenn wir an früher denken, werden wir vielleicht nostalgisch und wehmütig und wollen da wieder anschließen, an diesen schönen zeiten, nicht so ganz weit zurück, nicht bis in die vierziger, aber wir denken gerne an die 60er und die 70er und die 80er, und nicht an die katastrophen, sondern eher an mögliche katastrophen die wir uns jetzt vielleicht ausdenken damit es nicht so ratlos bleibt ohne antworten, ohne eine blasse ahnung davon, wie und wo wir vielleicht sterben werden, aber das wir sterben ist eigentlich sehr so gut wie fix, vielleicht beunruhigt dich das auch überhaupt nicht, dich beunruhigt nur dass du nicht weißt wie du das alles ordnen kannst damit du einen guten abgang machen kannst, einen sanften fruchtigen abgang wie ein veltliner, den du einmal gemeinsam mit lukas gekostet hast im herbst 2012 direkt nachdem du nach graz gekommen bist, an den hast du seit du im bunker bist, nicht mehr gedacht, als du auf einem hügel gestanden bist und bis slowenien geschaut hast und auf dem gegenüberliegenden hügel einen wolf gesehen hast. der moment ist jetzt vielleicht schon wieder vorbei. </span></span></p>
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		<title>abendunterhaltungen von kitschigen menschen wenn der sommer vorbei ist</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Sep 2012 07:16:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#8230;im schwimmbad sitzend „tür an tür mit einem anderen leben“ gelesen. gedanken und religiöse gefühle, die etwas damit zu tun haben, dass alle zusammen hängen. astrophysiker neil la grasse (oder so) spricht über spirituelle gefühle von atheisten: mitkriegen, dass das ganze universum hauptsächlich aus wasserstoff und kohlenstoff besteht und wir ebenso. oder: mitgefühl und solidarität [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;im schwimmbad sitzend „tür an tür mit einem anderen leben“ gelesen. <span id="more-355"></span>gedanken und religiöse gefühle, die etwas damit zu tun haben, dass alle zusammen hängen. astrophysiker neil la grasse (oder so) spricht über spirituelle gefühle von atheisten: mitkriegen, dass das ganze universum hauptsächlich aus wasserstoff und kohlenstoff besteht und wir ebenso. oder: mitgefühl und solidarität für alle möglichen genetischen kombinationen, die nie leben werden. was uns zusammenhält, im endeffekt: GELD &amp; SPRACHE.</p>
<p> </p>
<p>boris groys (wie er) beschreibt, wie gesellschaften im medium sprache funktionieren müssten (kommunismus, das paradox aushalten, das paradox verwalten – philosophen regieren und denken das ganze, dialektisch), oder im medium geld (die dinge sind, wie sie sind, wegen ihrer chronischen unterfinanzierung, zu wenig zeit = zu wenig geld, ohne zeitmangel und unterfinanzierung gäbe es keine materielle welt, alles würde permanent fließen).</p>
<p> </p>
<p>die frage, warum (westliche &amp; linke) kritik sich immer dagegen richtet, dass alles rational, logisch, maschinell ist, egal ob die kritik sich gegen kommunistische oder kapitalistische imperien richtet.</p>
<p> </p>
<p>und: warum kommen in den dramatischen texten keine MENSCHEN vor sondern nur sprachträger*innen. was könnten menschen in einem text sein? was sollten das denn für menschen sein, was hätten sie in einem text verloren, wer schreibt den?</p>
<p> </p>
<p>liebe gehört teilweise zu geld. hauptsächlich aber zu: sprache.</p>
<p>(es gibt für fast nichts eine sprache, außer für diese klassiker: wir bürgerlichen paare, wir unglücklich verliebten, wir am ende doch immer erfolgreichen ehemaligen underdogs, wir armen deppen) &#8211;</p>
<p> </p>
<p>all I wanna do is see you.</p>
<p> </p>
<p>dass es nur sprachliche konstruktionen sind, macht es nicht unbedingt (immer) angenehmer.</p>
<p> </p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Last speech: disgusting bodies, just like mine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[skispringenimkopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 10:31:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[audience]]></category>
		<category><![CDATA[consequence of simplicities]]></category>
		<category><![CDATA[lederhaas]]></category>
		<category><![CDATA[performance]]></category>
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					<description><![CDATA[* this is to end the show &#8220;CONSEQUENCE OF SIMPLICITIES&#8221; by tom rottleuthner &#38; christina lederhaas, after 45 minutes of music/movement clips in beautiful costumes.   thank you.thank you so much.thank you.well.what to say now? I want to say thank you to the audience: you just made my day! our day.our night. this night. this [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>* <br />this is to end the show <a href="http://www.imflieger.net/deutsch/work/LABfactoryLederhaas/" target="_blank">&#8220;CONSEQUENCE OF SIMPLICITIES&#8221;</a> by tom rottleuthner &amp; christina lederhaas, after 45 minutes of music/movement clips in beautiful costumes.</p>
<p> </p>
<p>thank you.<br />thank you so much.<br />thank you.<br />well.<br />what to say now?</p>
<p>I want to say thank you to the audience: you just made my day! our day.<br />our night. this night. this very very night.<br />and so i am standing here.<br />we are standing here,<br />sweating like hell,<br />actually stinking a bit now,</p>
<p><span id="more-349"></span></p>
<p>honsestly speaking, I am stinking like hell! I am stinking like a rotten animal. but I am not alone. I am here with you. and you stink, too. you stink like hell, and we are having a great night.</p>
<p>And then I look at you, and I see a lot of ugly faces, ugly noses, disgusting bodies, just like mine, smelling like a bunch of dead rotten animals in old and left factory building, and here I stand,</p>
<p>having a wonderful time with you,</p>
<p>but like a bunch of shit in the middle of a park in a middle-european city, with drunk children playing arround with their injections, everything has to come to an end. and when It comes to say goodbye, I don&#8217;t want to leave without expressing my deep gratitide.</p>
<p>my deep gratitude towards the governenement, towards the military, to our boys at overseas and at home, to all the familys, the brave men from the firebrigades and from the authorities, the cowboys and gogo-girls, the ministers and their dominas, the lawyers and the TV-stations, the cleaning ladies and the policemen,</p>
<p>that</p>
<p>that have kept us safe and worm tonight, safe and worm.</p>
<p>safe and worm, witnessing the end of another great night, looking like pigs in front of a bunch of domestic waste, ready to dig into it, ready to put our sweaty noses deep into the shit that surrounds us, ready to copulate with our faces deep in decomposed eggs from last week&#8217;s diner, ready to swallow to leftovers of smashed potatoes with sausages, that we had last month.</p>
<p>and yes,</p>
<p>we had it again this month, and we had beer and vine and we watched the news and we saw,</p>
<p>let me say this,</p>
<p>we saw this huge movements in egypt, all those beautiful tanks, guns and mobile phones from india, and then last week we had it again,</p>
<p>and in that very moment when we vomited on our nice brown table at home, we were nothing but thinking of you, and of this very night, when we share this show with you, and now I am looking in all those faces and they all remind me of that puke in my living room, because that is what you look like, and that is what I look like, after this wonderful show that we had together, and this is how we will remember you, and this is the moment, and here is looking at you, audience!</p>
]]></content:encoded>
					
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	</item>
		<item>
		<title>rede über alles mögliche</title>
		<link>https://skispringenimkopf.wordpress.com/2012/01/19/rede-uber-alles-mogliche/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[skispringenimkopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 07:58:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[banal]]></category>
		<category><![CDATA[kanal]]></category>
		<category><![CDATA[forum]]></category>
		<category><![CDATA[lecture performance]]></category>
		<category><![CDATA[welthaltigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[gehalten am 17.1.2012 im last chance saloon im forum stadtpark. räuspern PAUSE: IN DIE RUNDE SCHAUEN &#8211; zum fenster schauen &#8211; auf den zettel schauen &#8211; vera anschauen. liebe kollegInnen 10 sec. pause und kollegen PAUSE ich würde gern meine redezeit nutzen um einen moment lang zurück zu denken, und zwar daran, wie es war, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>gehalten am 17.1.2012 im last chance saloon im <a href="http://www.forumstadtpark.at">forum stadtpark</a>.</p>
<p>r<em>äuspern</p>
<p><em>PAUSE: IN DIE RUNDE SCHAUEN  &#8211; zum fenster schauen &#8211; auf den zettel schauen &#8211; vera anschauen.  </em></p>
<p>liebe kollegInnen<em><br />
10 sec. pause</em><br />
und kollegen</p>
<p>PAUSE</p>
<p>ich würde gern meine redezeit nutzen um einen moment lang zurück zu denken,<br />
<span id="more-346"></span>und zwar daran, wie es war, vor knapp einer minute,<br />
als wir, genau so wie jetzt, in gleicher runde hiergesessen sind, gegessen und getrunken haben, in angenehmer atmosphäre, und ich dann an meinem glas geklopft habe und aufgestanden bin.</p>
<p>einige von uns werden sich noch daran erinnern:<br />
es war der siebzehnte januar 2012, die kulturelle stimmung im land war irgendwo zwischen agonie, aggression und depression, die rating-agentur standard&amp;poors hatte österreich das tripple A entzogen, Griechenland benötigte bis märz 14 milliarden €, die nichtigkeitsbeschwerde des 23jährigen phillip K., der seine freundin zerstückelt hatte, wurde vom OGH zurückgewiesen, das forum stadtpark hatte gerade den ersten last chance saloon des jahres mit einer langen rede meiner kollegin vera hagemann eröffnet, und ich selbst bin sehr unsicher von der runde gestanden, ganz genau so wie jetzt und habe mich geräuspert. </p>
<p>ich habe dann, nachdem ich mich geräuspert habe, erwartungsvoll in die runde geblickt und habe auch dort große erwartungen gesehen. mir war damals, meine damen und herren, und ich erinnere mich daran, als ob es gestern gewesen wäre, klar, dass ALLES MÖGLICH war. ich habe, während ich verloren zum fenster und dann nochmal auf meine rede geschaut habe, so wie auch viele andere, mit dem gedanken gespielt, diese veranstaltung unter einem fadenscheinigen vorwand zu verlassen, meine ex-freundin anzurufen und mit ihr gemeinsam die immobilieninserate im internet zu durchforsten, weil das auch damals schon als die sicherste zukunftsinvestition galt.</p>
<p>und ich wäre jetzt mit sicherheit nicht mehr hier, wenn mir nicht, je länger ich so schweigend da gestanden bin, immer klarer geworden wäre, dass das weder realistisch noch vernünftig noch  höflich wäre, und während ich dann in die augen meiner kollegin vera hagemann geschaut habe, wurden die erwartungen im raum immer größer, und ich stand kurz vor der entscheidung, mich auszuziehen,  auf den tisch zu steigen und einen erotischen tanz aufzuführen. </p>
<p>es scheint jetzt, wenn wir zurückschauen, logisch und fast zwangsläufig, dass das schweigen dann irgendwann ein ende haben musste und ich LIEBE KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN sagte, vielleicht erinnern sich einige noch an die bedeutungsvolle pause zwischen KOLLEGINNEN und UND KOLLEGEN, die ungefähr 10 sekunden gedauert hat, jetzt, im rückblick erscheinen sie uns vielleicht wie 20 oder 30 sekunden, und ich persönlich habe in diesen zehn sekunden an meine katze gedacht, die im alter von 15 jahren einen herzinfarkt erlitten hat, in dem moment, in dem wir versucht haben, sie ins auto zu bringen, um mit ihr zum tierarzt zu fahren. es hat damals, nachdem ich eine weitere pause gemacht hatte, die ein bisschen kürzer war als die erste, nichts darauf hingedeutet, dass ich 3 minuten später hier stehen würde und über meine tote katze reden würde, im gegenteil, es hat auch nichts darauf hingedeutet, dass ich über eine erotische tanzfantasie oder über immobilieninvestitionen reden würde, ganz im gegenteil, </p>
<p>wenn mich vor drei minuten jemand gefragt hätte, wie die nächsten drei minuten ausschauen werden, dann hätte ich wahrscheinlich davon gesprochen, dass hier etwas großes entstehen wird, also dass diese REDE, die ja zu diesem zeitpunkt gerade erst begonnen hatte, ich war gerade dabei, über die rating-agenturen und die griechischen staatsschulden zu sprechen, dass diese rede zum gründungsakt einer historisch bedeutenden BEWEGUNG des siebzehnten januars 2012 wird,<br />
ähnlich wie al pacino in ANY GIVEN SUNDAY, </p>
<p>entweder wir bestehen als ein team,<br />
oder wir zerbrechen,<br />
stück für stück, bis zum ende.<br />
wir stehen knöcheltief in der scheiße, und, gentlemen, wir können da hockenbleiben und uns den arsch aufreißen lassen, oder wir können uns wieder nach oben kämpfen,<br />
ich kann das nicht für euch machen,<br />
ich bin zu alt,<br />
ich sehe mich um und ich sehe eure jungen gesichter, und ich, ich weiß,<br />
ich habe ALLES FALSCH GEMACHT was ein mann in den mittleren jahren nur falsch machen kann,<br />
ich, ich hab mein gesamtes vermögen verplempert, und: ob ihr&#8217;s glaubt oder nicht,<br />
ich habe jeden menschen, der mich in meinem leben geliebt hat, vertrieben,<br />
seit einiger zeit ertrage ich nicht mal mehr den anblick der visage die ich im spiegel sehe,<br />
ich meine so&#8230;<br />
so ist nun mal das leben,<br />
ABER das lernt ihr erst wenn es los geht mit dem verlieren,<br />
und dann werdet ihr lernen, dass es im leben auf kleinigkeiten ankommt,<br />
ich meine: ein halber schritt zu kurz entscheidet über gewinnen oder verlieren,<br />
eine sekunde zu schnell oder zu langsam und ihr greift vorbei,<br />
und dafür kämpfen wir,<br />
für ein paar zentimeter zerreißen wir uns selbst und jeden, der dazugehört, in stücke,<br />
wir krallen uns mit dem finger in die erde für jeden zentimeter,<br />
und wir wissen, wenn wir jeden zentimeter zusammenzählen, den wir geholt haben, dann ergibt das am ende den verdammt wichtigen unterschied zwischen gewinnen und VERLIEREN. </p>
<p>ich kann euch nicht belehren, ich kann euch nur sagen, seht euch den mann oder die FRAU neben euch an, seht in seine AUGEN und ich glaube dann werdet ihr jemanden sehen, der sein leben für dieses verdammte spiel geben wird weil er weiß, dass ihr, wenn es darauf ankommt, verdammt noch mal das gleiche für ihn tun würdet, </p>
<p>der moment, wo jeder und jede EINZELNE hier am tisch aufsteht und beginnt, urlaute auszustoßen und sich mit der faust auf die brust zu klopfen und eine wilde horde von KOLLEGEN DAS FORUM STADTPARK VERLÄSST und brandschatzend und plündernd durch die stadt zieht, war in dem moment, genau zwischen LIEBE KOLLEGINNEN und UND KOLLEGEN hier im aggregatszustand der möglichkeitsform anwesend, und es waren, liebe kolleginnen und kollegen, seit diesem moment, in dem ich dann angefangen habe, diese kurze rede über alles mögliche zu halten, noch sehr viele andere momente möglich: die gründung einer partei, der aufruf zum zivilen ungehorsam, die aufforderung zum erotischen tanz, der gründungsakt einer religiösen gemeinde die gemeinsam den ganzen weg bis zum gemeinsam selbstmord geht oder einer kleinfamilie, die sich eine wohnung kauft, der moment, in dem die rede plötzlich und vollkommen unerwartet zu ende geht und die angst, dass sie nie aufhört. </p>
<p>und jetzt, nach sieben langen und unübersichtlichen minuten, sieben langen bedeutungsvollen pausen und vielen versteckten verschwörerischen, gelangweilten und auch verheißungsvollen blicken, sind wir wieder hier, am selben ort um an den moment zu denken, zwischen dem räuspern und dem LIEBE KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN, und ich würde gerne als abschluss ein weiteres zitat aus einem großen stück filmgeschichte bringen, aus einem film, der in der zukunft spielt, aus einer szene, in der die weibliche hauptfigur von einer armee von intelligenten computern entführt wird, die versuchen, sie zu hypnotisieren und ihr den glauben einzupflanzen, dass sie selbst nur ein intelligenter computer ist. dabei verliebt sie sich allerdings in den computer, der sie hypnotisert, gibt aus LIEBE zu ihm vor, dass die hypnose wirkt und beschließt gemeinsam mit den computern die weltherrschaft an sich zu reißen. der satz, mit dem die weibliche hauptfigur am ende des films, wenn sie ihrem vater gegenübersteht, beschreibt, wie sie vom menschen zur maschine geworden ist, ist, liebe kollegInnen und kollegen, auch für den moment gültig, an den wir uns jetzt gemeinsam erinnern. vielen dank. </p>
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		<title></title>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 10:51:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[mit barbara und tom im kaiserfeld. sie sind sehr begeistert über die rede von peter weibel im museumsdistrict, vor allem über den abschnitt, wo er beschreibt, wie die kunst beginnt, sich selbst die ganze zeit legitimieren zu müssen, und aufhört, gegenständlich zu sein. die gegenstände werden nicht mehr abgebildet, sondern gleich selbst ins museum gestellt. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>mit barbara und tom im kaiserfeld. sie sind sehr begeistert über die <a href="http://soundcloud.com/footage2012/peter-weibel-25-11-2011">rede</a> von peter weibel im museumsdistrict, vor allem über den abschnitt, wo er beschreibt, wie die kunst beginnt, sich selbst die ganze zeit legitimieren zu müssen, und aufhört, gegenständlich zu sein. die gegenstände werden nicht mehr abgebildet, sondern gleich selbst ins museum gestellt. dafür handeln die bilder nur noch von sich selbst: die linien sprechen nur über linien, die punkte über punkte, die flächen von flächen. b. meint, es würde doch langsam zeit, dass das theater auch diesen punkt erreicht und aufhört, so zu tun, als wäre das nachspielen von gegenständen und geschichten immer noch das normalste der welt. herr pollesch hat irgendwann in einem interview gesagt, dass das theater den punkt von malewitsch&#8217; schwarzem quadrat leider nie erreicht hat. was wäre das dann für ein theater? t meint, wir sollten aufhören, theater als kunst zu bezeichnen. das ist unterhaltung. material. es steht nicht einfach da, sondern es organisiert die zeit, die die menschen (theaterinteressierte, das sind nicht kunstinteressierte) gemeinsam in einem raum verbringen müssen. </p>
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		<title>graz oldenbryg MAI 2011</title>
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		<dc:creator><![CDATA[skispringenimkopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 May 2011 10:15:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[kanal]]></category>
		<category><![CDATA[lecture performance]]></category>
		<category><![CDATA[welthaltigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[guten abend. wir versuchen, uns kurz zu fassen, damit wir schnell einen überblick bekommen, was wir wollen, was wir bisher gemacht haben, und was für eine position wir uns für die zukunft vorstellen können. wobei wir in dieser hinsicht flexibel sind: wir stehen auf der bühne und sprechen relativ frei, mit einem kleinen notizzettel, wo [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>guten abend.<br />
wir versuchen, uns kurz zu fassen, damit wir schnell einen überblick bekommen, was wir wollen, was wir bisher gemacht haben, und was für eine position wir uns für die zukunft vorstellen können.  wobei wir in dieser hinsicht flexibel sind: wir stehen auf der bühne und sprechen relativ frei, mit einem kleinen notizzettel, wo wir uns die wichtigsten stichworte aufgeschrieben haben, <span id="more-342"></span><br />
während wir die aufgeschrieben haben, haben wir uns natürlich eine vorstellung davon gemacht, wie wir sie präsentieren, wir haben uns vorgestellt, wie wir auf der bühne stehen, und ein bisschen nervös sind, weil wir nicht genau wissen, was passieren wird, und wir haben uns natürlich eine vorstellung davon gemacht, wie wir zuhören und versuchen, uns die wichtigsten punkte zu merken, weil wir ja auswählen müssen, und weil wir uns nicht von nebensächlichkeiten ablenken lassen wollen, zum beispiel körperliche aspekte, die natürlich auch wichtig sind, aber das wichtigste ist doch die vorstellung, die wir uns von unserer geschichte machen, was wir bisher gemacht haben, und was wir uns für die zukunft vorstellen,<br />
wir haben da verschiedene vorstellungen, aber meistens stellen wir uns vor, dass alles auseinanderfallen wird, ohne dass wir eingreifen müssen, das hat sich durch die zeit verändert,<br />
als wir hierher gekommen sind, um uns dieser vorstellung zu widmen, und dann noch ein paar freunde getroffen haben und ein glas mineralwasser und ein bier und eine schorle getrunken haben, ist uns eingefallen, dass wir früher immer so wahnsinnig viel machen wollten,<br />
das hat sich dann aber verändert,<br />
wir hatten früher ein haus in californien, direkt neben dem filmregisseur roman polanski, kurz nachdem wir „tanz der vampire“ gemacht haben, haben wir uns da auf die apokalypse vorbereitet, während wir in berlin und in paris und san francisco demonstriert haben und dann begonnen haben, immer kleinere schritte zu machen und uns auch mit kleinen veränderungen zufrieden zu geben, haben wir uns in californien darauf vorbereitet, dass es sehr schnell sehr ernst werden wird, und dass wir nur eine chance haben, wenn wir die ersten sind, die zu den waffen greifen.<br />
wir sind in das haus eingebrochen und haben eine frau getötet und haben das dann in allen zeitungen breit getreten und haben diesen einbruch zum wichtigsten ereignis des jahres gemacht und dann haben wir sehr lange nichts gemacht, wir haben also abgewartet, und uns erst mal unserem privatleben gewidmet, wir müssen jetzt natürlich auswählen, wir können nicht die ganze geschichte erzählen, wir versuchen ein paar schlaglichter darauf zu werfen, warum wir jetzt hier sind, warum wir da sitzen und auf die bühne schauen, wo jemand mit einem mikrofon steht und unsere geschichte erzählt, wichtig wäre vielleicht noch 1942, als wir damit begonnen haben, atome zu spalten, und uns klar wurde, dass wir damit die chance haben würden, ganze kontinente auszuradieren oder unbewohnbar zu machen oder mit energie zu versorgen, wir haben das in einem kleinen text behandelt, den wir vor knapp zwei jahren veröffentlicht haben, wo wir uns auf die unruhen beziehen, die wir in den französischen vorstädten ausgelöst haben. wir haben da eine theorie der moderne entwickelt, wie sie sich selbst abschafft. und diesen text haben wir neben einkaufszetteln, briefen unserer freundInnen, gedichten und formularen, die wir noch ausfüllen müssen, immer dabei, wir lesen uns den immer wieder vor, auch jetzt, seit wir in japan waren, und jetzt, auf dem weg nach oldenburg, und wir haben den auch in fukushima gelesen, während wir vor dem verstrahlten meer gestanden sind und in die CNN-kameras gesagt haben, dass wir hier bleiben werden und darauf vertrauen, dass wir es in den griff kriegen werden, und dass wir verständnis haben, und dass wir natürlich immer wieder mitten in der nacht aufwachen in letzter zeit, und dass wir aber verstanden haben, dass die dinge schon  ganz von selbst zerfallen, auch wenn wir nichts dafür tun, dass wir eigentlich nur davor sitzen müssen und versuchen, ruhig zu zu schauen, und uns nicht beeinflussen lassen von körperlichen ablenkungen, oder von musik, oder von der frage, was wir danach machen werden, oder ob es einen gott gibt, oder wie der schauspieler der vor uns steht, nackt ausssieht, oder ob er sich das so vorgestellt hat, als er sich seine notizen gemacht hat, das können wir natürlich nicht wissen, aber wir denken, dass es nicht so weiter gehen wird wie bisher. wir denken, dass es dann erst mal still sein wird und dass dann musik kommen wird. </p>
<p>MAGNETIC FIELDS: ALL MY LITTLE WORDS. </p>
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		<title>rache nehmen</title>
		<link>https://skispringenimkopf.wordpress.com/2011/01/20/rache-nehmen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[skispringenimkopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jan 2011 14:58:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8211; ganz viele fotos ausdrucken, einrahmen und kaputt machen. &#8211; exakt das selbe tun, was er/sie getan hat &#8211; der person eine katze kaufen, sie töten und ihr ein bild davon schicken &#8211; toter fisch vor der tür &#8211; buttersäure in der wohnung (nur wenn man selber woanders wohnt) &#8211; familie auslöschen &#8211; ihre/seine unterwäsche [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8211; ganz viele fotos ausdrucken, einrahmen und kaputt machen.<br />
&#8211; exakt das selbe tun, was er/sie getan hat<br />
&#8211; der person eine katze kaufen, sie töten und ihr ein bild davon schicken<br />
&#8211; toter fisch vor der tür<br />
&#8211; buttersäure in der wohnung (nur wenn man selber woanders wohnt)<br />
&#8211; familie auslöschen<br />
&#8211; ihre/seine unterwäsche auf ebay verkaufen (mit foto)</p>
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		<title>das leben ist ein skikurs</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Jan 2011 10:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[theatral]]></category>
		<category><![CDATA[publikum]]></category>
		<category><![CDATA[rezeption]]></category>
		<category><![CDATA[zweite liga für kunst und kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[talking with B. after a show of &#8220;während vor ihm sich die zukunft staut&#8221; about commitment. there is not even a proper german word for it. hingabe, widmung, verpflichtung&#8230;. we came up with something like in each performance, no matter who is watching, you will always perceive them as the most important counterpart of the [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>talking with B. after a show of &#8220;<a href="http://zweiteliga.wordpress.com/2011/01/13/wahrend-vor-ihm-sich-die-zukunft-staut-keiner-will-der-kapitalist-sein-teil-3/">während vor ihm sich die zukunft staut</a>&#8221; about commitment. there is not even  a proper german word for it. hingabe, widmung, verpflichtung&#8230;. we came up with something like in each performance, no matter who is watching, you will always perceive them as the most important counterpart of the world. there is always someone that you are adressing, in the rehearsal space there is someone and in writing there seems to be a secret space behing my screen where i put things in. call it &#8220;öffentlichkeit&#8221;. but recently i think that the best counterpart is always the one that hurt you most. but you know, there is alway someone that could hurt you more. and probably this is what i see in the audience. </p>
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