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	<title>soulspace.cc | Platz für die Seele</title>
	
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		<title>Konzertbericht: Subsignal und RPWL, Reigen Wien, 02.05.2012</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 14:50:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Voggeneder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein zweites Mal nach Oktober 2010 machen sich mein Freund Simon und ich uns auf den Weg, um uns SUBSIGNAL im Wiener Reigen anzusehen. Waren die Jungs rund um Arno Menses und Markus Steffen vor anderthalb Jahren noch von unbekannten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein zweites Mal nach <a href="http://www.stormbringer.at/livereports.php?id=417" target="_blank">Oktober 2010</a> machen sich mein Freund Simon und ich uns auf den Weg, um uns <a href="http://www.subsignalband.com/" target="_blank">SUBSIGNAL</a> im Wiener <a href="http://www.reigen.at/" target="_blank">Reigen</a> anzusehen. Waren die Jungs rund um Arno Menses und Markus Steffen vor anderthalb Jahren noch von unbekannten Vorbands begleitet erwartet uns dieses Jahr ein tolles Doppel-Headliner-Konzert gemeinsam mit ihren deutschen Artrock-Kollegen von <a href="http://www.rpwl.de" target="_blank">RPWL</a>. Vorbands gibt es an diesem Abend keine.</p>
<p>So sind es um 20:30 gleich SUBSIGNAL, die den Einstand geben. Nicht nur mein letztes Konzert ist <a href="http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/" target="_blank">bereits eine Weile her</a>, sondern auch die Mannen von SUBSIGNAL scheinen schon länger nicht mehr gemeinsam auf der Bühne gestanden zu sein. Ich habe den Eindruck, dass sich die Gruppe erst ein bis zwei Stücke lang einspielen muss, bietet dann aber auch an diesem Abend eine tolle Aufführung. Neu im Gepäck haben sie nicht nur einen anderen Schlagzeuger (erst kürzlich ersetzt), sondern auch eine weibliche Sängerin &#8211; eigens für das Duett bei <a href="http://www.youtube.com/watch?v=OQVqWwLGcPA" target="_blank">&#8220;The Lifespan of a Glimpse&#8221;</a> vom aktuellen Album <a href="http://www.progarchives.com/album.asp?id=34637" target="_blank">&#8220;Touchstones&#8221;</a> mitgenommen.</p>
<p><iframe width="640" height="480" src="http://www.youtube.com/embed/oEQDLODGHho" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Ebenfalls neu war der Versuch, zwei der Stücke aus dem Backkatalog akustisch vorzutragen, bei dem Keyboarder David Berthok zum Gitarristen umfunktioniert wird. Eines davon ist &#8220;Eyes Wide Open&#8221;, das noch unter dem Banner von <i>&#8220;The Other Band&#8221;</i>, auch bekannt als SIEGES EVEN eingespielt wurde. Dabei lässt Arno das Publikum wie 2010 den Refrain singen. Dieses Jahr komme ich persönlich zum Handkuss und darf den Refrain laut und falsch ins Mikro singen. Arno freut mein Einsatz so sehr, dass er mich lachend umarmt. Er zeigt sich von seiner gewohnt humorvollen Seite und lässt sich unter anderem einen Seitenhieb auf die fehlende Backstage nicht nehmen. Am Ende des Auftritts ist die Stimmung ausgezeichnet. Es hätte gerne noch länger als 90 Minuten dauern dürfen.</p>
<p><iframe width="640" height="480" src="http://www.youtube.com/embed/4zWKEz7BTkA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Für SUBSIGNAL ist an diesem Abend nur auf der Bühne die Arbeit erledigt. Die Gruppe bricht gleich nach dem Auftritt auf, die Reise ins 1.100 km entfernte Hamburg anzutreten. In der Umbaupause ist Gelegenheit, Kontakt mit den anderen Gästen zu schließen, an deren Bandshirts klar ersichtlich ist, wohin die musikalische Orientierung geht: Prog. Wie beim <a href="http://soulspace.cc/2011/09/night-of-the-prog-festival-vi-8-9-7-2011-eine-ruckschau/" target="_blank">Night of the Prog-Festival</a> senken wir den Altersschnitt. Über dieses Festival und andere einschlägige Konzerte lässt sich in der Pause wunderbar reden. Erkenntnis: Einige nehmen deutlich mehr Kilometer als wir für dieses Konzert auf sich.</p>
<p>Bei RPWL weiß ich nicht, worauf ich mich genau einstellen soll. Die sympathisch bodenständige Gruppe konnten wir beim Night of the Prog-Festival 2011 bereits genießen. Ich bin jedoch nie mit ihrer Musik tief in Berührung gekommen und habe das kürzlich veröffentlichte Album <a href="http://www.progarchives.com/album.asp?id=36136" target="_blank">&#8220;Beyond Man and Time&#8221;</a> ebenfalls nicht in mich aufgenommen. Das hätte sich allerdings gelohnt, denn RPWL spielen das aktuelle Konzeptalbum ohne Ansagen und Pausen in einem Zug durch. Sie verstehen es, ihren Auftritt durch visuelle Elemente stimmungsvoll zu untermalen. Ständig laufen speziell angepasste Videoanimationen, nachdem wir von einer Videoansprache auf den Auftritt vorbereitet werden. Im Zentrum steht heute sicher der Frontmann Yogi Lang. Passend zu den Titeln des Albums zeigt er sich in vielen wandelbaren Kostümen: Im Spiegelscherbenhut, als Blinder, Wissenschaftler, Quasimodo, Schattenfigur, Schöpfer des Universums und Menschenschöpfer. Die Bühnenleistung beeindruckt mich schwer. Ohne große Erwartungen gehe ich in dieses Konzert hinein und gehe &#8211; nachdem an das Konzeptalbum eine Auswahl älterer Stücke angehängt wird &#8211; begeistert hinaus. Die sympathischen Deutschen machen die zwei Stunden voll und sorgen so gemeinsam mit SUBSIGNAL für insgesamt fast vier Stunden musikalischen Genuss. An dieser Stelle möchte ich die klasse Tontechnik hervorheben. SUBSIGNAL waren leise und gut abgestimmt, nichts ging unter. RPWL haben ebenfalls sehr transparent begonnen &#8211; gegen Ende wurden Gitarre und Trommeln allerdings etwas zu laut.</p>
<p>Danach investiere ich gerne das Geld für das aktuelle RPWL-Album, das mit Signaturen aller Bandmitglieder versehen wird, ehe Simon und ich nach Hause aufbrechen. Zwar ist der Folgetag zäh, da ich erst um 4:10 ins Bett komme, doch diese latente Müdigkeit war es allemal wert. Auf ein Neues, wenn Prog wieder im Wiener Reigen residiert.</p>
<p>Anbei die Bilder vom Konzert. Als Archiv können sie <a href="http://soulspace.cc/pictures/Subsignal%20RPWL%20Reigen%20Wien%2020120502.zip" target="_blank">hier</a> heruntergeladen werden.</p>
<p>
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		<title>Grüne Säcke</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 12:35:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Voggeneder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Alltag]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt Neuerungen, die bekommt man erst mit, wenn sie schon da sind. Da kündigt keiner etwas an und man sieht sich mit unausweichlichen Konsequenzen konfrontiert. Eine dieser Neuerungen hat mich zu Beginn dieses Jahres im Supermarkt ereilt. Nein, ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_998" class="wp-caption aligncenter" style="width: 530px"><a href="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/04/plastiksackerl.jpg"><img src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/04/plastiksackerl.jpg" alt="" title="Spar Billa Plastiksackerl" width="520" height="335" class="size-full wp-image-998" /></a><p class="wp-caption-text">Wie sie uns im Alltag begegnen</p></div><br />
Es gibt Neuerungen, die bekommt man erst mit, wenn sie schon da sind. Da kündigt keiner etwas an und man sieht sich mit unausweichlichen Konsequenzen konfrontiert. Eine dieser Neuerungen hat mich zu Beginn dieses Jahres im Supermarkt ereilt. Nein, ich spreche nicht davon, dass die EU sich zu Jahresbeginn durchgerungen hat, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stevia_(S%C3%BC%C3%9Fstoff)#Europ.C3.A4ische_Union" target="_blank">Stevia doch noch zu erlauben.</a> Ich spreche davon, dass die Plastiksackerl sterben.</p>
<p>Denn seit Beginn des Jahres gibt es scheinbar nur noch Restbestände der altbekannten Plastiksäcke zu kaufen. Neu hinzukommen tun nur noch deren neuen Geschwister, die biologischen &#8220;Plastik&#8221;sackerl. Die sollen kompostierbar sein und durch pflanzliche Rohstoffe die Erdölreserven dieser Welt schonen. Das klingt alles schön und gut &#8211; aber die Realität sieht meist nüchterner aus als romantische Versprechungen. Denn diese Sackerl haben für mich zwei große Nachteile:</p>
<ol>
<li>Agrarprodukte (z.B. Industriekartoffeln &#8211; die genetisch optimierten Schwestern unserer wohlbekannten Lieblingsknolle) halte ich keineswegs für unbedenklichen Rohstoff, wenn sie gleichzeitig Anbauflächen für Lebensmittel belegen</li>
<li>Die Säcke halten einfach nichts aus! Das filigrane Material, das sich durch die raue Oberfläche klar vom glatten Plastik seines Vorgängers unterscheidet wirkt nicht nur feiner, sondern hat sich in der Realität auch als unbrauchbar erwiesen, mehr als 3-4 Kilogramm Einkäufe sicher zu tragen</li>
</ol>
<p>Vor allem der zweite Nachteil ärgert mich schon seit langer Zeit. Denn die Tatsache, dass diese Sackerl bereits nach kurzer Zeit ernsthafter Verwendung müllreif sind, macht ihre biologische Note ordentlich zunichte. Denn eines zweifle ich ganz stark an: Dass die Ökobilanz eines Bio-Sackerls, dass ich alle Woche tauschen muss besser ist als die eines Erdöl-Sackerls, das ich Wochen, wenn nicht gar Monate verwenden kann.</p>
<p>Nun bin ich wahrscheinlich in der Minderheit mit meinem Verhalten. In meiner Umhängetasche finden sich immer zwei zusammengefaltete Plastik-Einkaufssackerl und ein zusammengefaltetes Stoff-Einkaufssackerl. Ich verwende diese Sackerl, bis sie offensichtlich den Geist aufgeben &#8211; d.h. sie reißen fast. Ich versuche damit, zusätzlichen Sackerlverbrauch zu vermeiden. Ein Mikroschritt, Ressourcen zu sparen. Doch dadurch, dass mir nur noch zum Versagen verdammte Sackerl angeboten werden, wird auch dieser Versuch zunichte gemacht.</p>
<p>Ehe mir jetzt jemand empfiehlt, doch nur Stoffsäcke zu verwenden: Ich verwende gerne weitestgehend wasserdichte Säcke zum Transportieren von Milchpackerln. Wer schon einmal Milch im Auto ausgeleert hat, der weiß, wie sinnvoll diese Vorsichtsmaßnahme ist.</p>
<p>Unterstützt fühle ich mich dann durch einen Artikel, den heute im Online-Standard gelesen habe: <a href="http://derstandard.at/1334132544305/Verkaufsstopp-Kompostierbare-Bio-Sackerl-in-Verruf" target="_blank">In Deutschland werden die Bio-Sackerl von Rewe und Aldi aus dem Verkehr gezogen.</a> Auch lerne ich aus dem Artikel: Zwar sind diese Säcke kompostierbar, doch längst nicht rein aus dem biologischen Material, mit dem sie gepriesen werden. Da steckt immer noch eine Menge Erdöl drinnen.</p>
<p>Sollten sie auch in Österreich wieder vom Markt genommen werden, dann wünsche ich mir sicher nicht wieder zurück, ehe auch sie den einfachsten aller Funktionstests bestehen: Voll gefüllt zu werden und trotzdem nicht zu reißen. Denn mit behinderten Sackerln ist keinem geholfen.<br />
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		<pubDate>Fri, 06 Apr 2012 07:14:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Voggeneder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Restaurant-Kritiken]]></category>
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		<category><![CDATA[essen]]></category>
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Restaurants nach dem Prinzip Mongolian Barbecue sind scheinbar modern. Neben den drei im verlinkten Artikel rezensierten Optionen bietet sich etwas außerhalb der Stadt seit einiger Zeit ein weiteres Restaurant: Das Wok and Grill. Nachdem ich ihm nun mehrere Besuche abgestattet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/04/slide11.jpg"><img src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/04/slide11.jpg" alt="Wok and Grill Linz" title="Wok and Grill Linz" width="600" height="267" class="aligncenter size-full wp-image-972" /></a><br />
Restaurants nach dem Prinzip <a href="http://soulspace.cc/2009/12/restaurant-rezension-mongolian-barbecue-in-linz/" target="_blank">Mongolian Barbecue</a> sind scheinbar modern. Neben den drei im verlinkten Artikel rezensierten Optionen bietet sich etwas außerhalb der Stadt seit einiger Zeit ein weiteres Restaurant: Das <a href="http://www.wok-grill.at/" target="_blank"><i>Wok and Grill</i></a>. Nachdem ich ihm nun mehrere Besuche abgestattet habe, gebe ich meine Meinung dazu ab.</p>
<p><b>Lage</b></p>
<p>Bereits draußen in Leonding gelegen, müssen die meisten Leute wohl das Auto starten, um dorthin zu gelangen. Es ist aus Linz heraus allerdings nur eine kurze Fahrt und damit schnell zu erreichen. Positiv zu bemerken ist, dass dadurch, dass nebenan ein Penny Markt seine Filiale hat gerade am Abend mehr als ausreichend unbeanspruchte Parkplätze zur Verfügung stehen. Generell ist die Gegend relativ dünn beparkt, sodass die Anreise mit dem Auto stressfrei verläuft.</p>
<p><b>Ambiente</b></p>
<p>Das Restaurant tituliert selbst stolz, dass es über 700 m² ausfülle. Das ist keine Übertreibung &#8211; das Restaurant ist wirklich riesig. Dadurch wird es allerdings rasch mehr zu einem <i>Fresstempel</i>. Die Tische sind in großer Zahl weitläufig in einer Halle angeordnet, die sehr unpersönlich wirkt. Durch die vielen Leute im selben Raum ist die Umgebungslautstärke ebenfalls deutlich hörbar &#8211; auch wenn das Restaurant bei weitem nicht voll belegt ist. <i>Massenabfertigung</i> ist ein Wort, das mir dazu einfällt. Mir fehlt die Vertraulichkeit, die ein kleinerer Raum ausstrahlt und fühle mich dort nicht besonders wohl. Bei den Tischen wird zwischen klassischen Esstischen für zwei bis vier Personen und großen runden Tafeln unterschieden. Wir hatten zuletzt eine Tafel reserviert. Während sie imposant wirkt, ist sie ein sehr unkommunikativer Tisch, den ich nicht empfehlen kann. Über den Tisch miteinander zu sprechen ist schwer möglich, ohne laut zu werden.</p>
<p>Deutlich gemütlicher wirkt von außen betrachtet übrigens der baulich abgetrennte Raucherbereich, den ich im Vergleich zum Nichtraucherbereich fast schon als <i>Salon</i> bezeichnen würde.</p>
<p>Beim ersten Besuch dort hatten sie die Regler der Musikanlage noch nicht im Griff, was sich mittlerweile geändert hat. Trotzdem hat es mich überrascht, Lieder wie <a href="http://www.youtube.com/watch?v=VzEUeWnV73U" target="_blank">dieses</a> einmal in einem Restaurant zu hören. Subtil darf man die Klanguntermalung nicht nennen.</p>
<p>Dekoriert ist die Halle mit dem klassischen Asia-Pomp, der sich in anderen vergleichbaren Restaurants ebenfalls finden lässt. Auffällig hier die beiden überlebensgroßen Vasen, die links und rechts des Einganges wie Wächter ihre Zeit abstehen.</p>
<p><b>Angebot</b></p>
<p>Das Angebot des Restaurants ist klassisch für seine Art. Es werden folgende Dinge angeboten:</p>
<ul>
<li>Sushi &#8211; in vielen Sorten und subjektiv sehr passabler Qualität</li>
<li>Ein China-Buffet &#8211; mit sechs Sorten Gerichten, Nudeln, Reis und frittierten Dingen &#8211; ebenfalls sehr passabel</li>
<li>Frisches Fleisch &#8211; helles und dunkles Fleisch, mit einigen Exoten &#8211; etwas unschön drapiert</li>
<li>Frischer Fisch &#8211; Garnelen (mit Schale, oder ohne), Calamari, Fisch- und Lachsfilet (auch Hai) &#8211; auf Eis angerichtet</li>
<li>Frisches Gemüse &#8211; zwei Dutzend Sorten, immer reichlich vorhanden</li>
<li>Spezialitäten &#8211; Rindersteak, Jakobsmuschel, Dim Sum, zwei andere (die mir entfallen sind)</li>
<li>Desserts &#8211; verschiedene Kuchen (z.B. Tiramisu), Windbeutel, Kekse, Obstplatte, gebackene Bananen und (ganz wichtig) gutes Eis (das gerne und viel gegessen wird)</li>
</ul>
<p>Auch wenn das Angebot reichhaltig ist, bin ich von einigen Dingen zuletzt nicht begeistert gewesen:</p>
<ul>
<li>Spaghetti statt Reisnudeln beim China-Buffet sind ein stilistisches No-Go</li>
<li>Der Brokkoli war so grob und lieblos geschnitten, dass er auf dem Grill unmöglich durchgekocht werden konnte</li>
<li>Die dicken Nudeln waren nur noch als Masse von zerrissenen Nudelstücken vorhanden. Kein schöner Anblick und nicht appetitlich. Wenn schon angeboten, erwarte ich mir ganze, lange Nudeln</li>
<li>Paprika war praktisch nur grün vorhanden. Jedes Restaurant müsste wissen, dass in erster Linie rot und gelb gegessen wird</li>
<li>Das Angebot der Spezialitäten wird nirgends deutlich gemacht. Wir sind selbst nur in der Speisekarte darüber gestolpert. Andere Restaurants dieser Art bieten die Spezialität gut sichtbar am Buffet mit an</li>
<li>Die Spezialitäten werden solo zubereitet. Das Bedeutet, dass z.B. die Jakobsmuschel oder das Steak ohne Beilagen serviert wird. Allerdings würde ich in der Regel die Spezialität gerne mit Beilagen meiner Wahl (vom Buffet) genießen</li>
</ul>
<p>Dazuzusagen ist, dass dieses Restaurant &#8211; dem Namen gerecht werdend &#8211; zwei Zubereitungsarten anbietet: Entweder werden die Gerichte im Wok oder auf dem Grill gebraten. Bei der Zubereitung mit dem Wok kommt meist ein Gericht mit mehr Sauce heraus, während der Grill die Zutaten scharf anbrät.</p>
<p>Würzvarianten gibt es viele. Ich kannte bisher Restaurants mit ca. 6 Varianten &#8211; hier gibt es derer fast 10. Nach populären Regionen in Asien benannt handelt es sich bei den meisten Saucen um süße Saucen, die entweder würzig oder scharf verfeinert werden. Ausnahmen davon sind Optionen wie <i>Seafood</i> oder <i>Knoblauch</i>, die die süße Komponente streichen. Auch ohne Sauce kann geordert werden. Einige der Würzvarianten sind allerdings nicht gut angekommen und bedürften meiner Meinung nach keinem Platz auf der Speisekarte. Sechs hätten es auch getan.</p>
<p><b>Küche</b></p>
<p>Mein letzter Besuch hat einen deutlichen Abfall im Vergleich zu den vorigen Besuchen mit sich gebracht. Die Küche hat dieses Mal nicht geglänzt. Ganz im Gegenteil hatte sie das Problem, den Begriff <i>Grill</i> scheinbar nicht richtig verstanden zu haben. Denn die Speisen kamen regelmäßig schlecht bis nicht angebraten und in viel zu viel Saft schwimmend auf den Teller. Ich hatte das Problem bei meiner Portion glücklicherweise nicht.</p>
<p>Ein weiteres Problem war, dass bei der ersten Bestellung bei einigen Tellern die Würzvarianten vertauscht wurden &#8211; sodass niemand das hatte, was er wollte, da die Saucen nicht zu den Zutaten passten. Das dürfte eigentlich nicht passieren. Möglicherweise waren die Köche mit der Anzahl der Bestellungen überfordert.</p>
<p>Während Sushi, China-Buffet und Dessert-Buffet also geschmacklich ansprechend war, konnte das Herzstück des Angebots nicht überzeugen. Ich war enttäuscht.</p>
<p>Generell hatte ich bei Angebot und Küche den Eindruck, dass nach einiger Zeit des Bestehens des Lokals mittlerweile der Schlendrian eingekehrt ist und das Personal nicht mehr bemüht ist, beste Qualität an den Tag zu legen. Das sehe ich öfter und finde es immer traurig. Denn dann befinden sich Lokale in der Regel in einer Abwärtsspirale &#8211; denn sie merken selbst kaum etwas davon, dass die Qualität kontinuierlich schlechter wird.</p>
<p><b>Service</b></p>
<p>Die Kellner waren ausreichend rasch und freundlich, allerdings gab es kleinere Verwirrungen bei den Getränkebestellungen &#8211; was negativ auffällt. Es fiel ihnen scheinbar schwer, zu verstehen, was da in bestem Mühlviertlerisch auf sie zuflog. Angenehm aufgefallen ist mir, dass meine Schwester &#8211; mit der wir anlässlich ihres Geburtstags essen waren &#8211; unaufgefordert gefragt wurde, ob sie denn Geburtstag hätte. Sie bekam daraufhin einen hübsch dekorierten Obstteller mit Schlagobers und einer <i>Feuerblume</i> als Effekt und ein Glas Lychee-Sekt serviert. Über solche Gesten freut man sich als Gast.</p>
<p><b>Preis</b></p>
<p>Das Abend-Buffet schlägt mit 14,90€ zu Buche. Das ist etwas günstiger als die Referenzangebote (z.B. das Mongolian Barbecue in der Arkade), aber auch die Leistung lässt dazu im Vergleich ein wenig zu wünschen übrig. Insgesamt ist das Preis-Leistungs-Verhältnis nur dann gut, wenn wirklich viel gegessen wird. Ansonsten ist der Preis zu hoch für das, was geboten wird. Er beläuft sich immerhin fast auf das Doppelte, was einige Chinarestaurants mit Sushi-Buffet veranschlagen.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Insgesamt ist mein Eindruck mittlerweile so durchwachsen, dass ich an einen zeitnahen weiteren Besuch nicht denke. Am meisten stört mich das hallenartige Ambiente. Gerade für ein Geburtstagsessen hätte ich mir ein deutlich intimeres Raumkonzept gewünscht. Dazu kommen die vielen Kleinigkeiten, die mir das Gefühl gaben, dass hier nicht mit Herz gearbeitet wird. Für den stolzen Preis gibt es in Linz bereits zahlreiche Alternativen, die ich aktuell bevorzugen würde.<br />
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		<title>Zurück zum Ursprung</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 22:43:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Voggeneder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
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In diesen Tagen ist es <i>en vogue</i> geworden, in Ernährungsfragen das Gute der Alten Zeiten hervorzukehren. Den Zeiten, in denen die Großmütter noch mit schwieligen Händen und voll der Liebe aus selbst im Garten gezogenen Gemüse, der Milch der besten Kuh im eigenen Stall und dem Getreide, über deren Ähren sie selbst beim Spaziergang gestrichen hat die rustikalen Köstlichkeiten zaubert, die es heute so einfach nicht mehr gibt. Die heutige Zeit hätte diese Dinge einfach zerstört und sei ernährungstechnisch eine Wüste, gefangen im Mahlstrom von Zusatzstoffen und Fast Food.</p>
<p>Und ja, auch mich spricht diese Vorstellung an. Dieses Erdige, Naturverbundene, was da mitschwingt. Es hat etwas oberflächlich Romantisches, sich Ernährung aus dieser Perspektive anzusehen. Doch wenn man etwas tiefer steigt, dann verpufft diese Romantik hinter knallharter Realität. Die sah in dieser alten Zeit nämlich so aus, dass es ein Knochenjob war, täglich etwas Essbaren auf den Tisch zu bringen. Wer könnte es besser wissen, als jene, die live dabei waren? <a href="http://soulspace.cc/2011/11/von-alten-zeiten/" target="_blank">Meine Oma zum Beispiel.</a> Da war die Ernährung zwar noch ursprünglich, aber auch ziemlich plump und unspektakulär. In erster Linie ging es dabei darum, genug zum Essen zu bekommen. Und das war nicht garantiert. Die Kinder (und davon gab es viele!) stritten sich da &#8211; über die gemeinsame Schüssel gebeugt &#8211; wer denn nun am meisten bekomme. In der Regel der, der am schnellsten aß. Szenen, die heute kaum vorzustellen sind. Heute, in einer Zeit, in der die Diskussion schon längst von &#8220;Wie kann ich meine Familie satt bekommen?&#8221; zu &#8220;Wie kann ich verhindern, dass meine Familie übergewichtig wird?&#8221; gewechselt ist.</p>
<p>Damit auch mein zweites Zugeständnis: Ja, es ist in den letzten zwei Generationen etwas verloren gegangen. Wir haben den Bezug zu unseren Lebensmitteln stark verloren und wissen kaum noch, wo das Stück Gemüse oder Fleisch herkommt, das wir heute auf dem Teller liegen haben. Das öffnet der Lebensmittelindustrie Tür und Tor, Schindluder mit allen Stationen der Produktionskette zu treiben. Wer kratzt sich nicht grübelnd am Kopf, wenn er von in den Niederlanden gemästeten Schweinen hört, die zur Schlachtung nach Rumänien gefahren werden, um dann in Tirol endverarbeitet und als &#8220;Tiroler Speck&#8221; in den Handel gebracht zu werden. Das sind Prozesse, die nur entstehen können, wenn der Konsument sein Produkt nicht mehr kennt. Früher hat man beim Bauern Huber sein zukünftiges Stück Speck noch vorher auf der Wiese beobachten dürfen, ehe es verspeist wurde.</p>
<p>Das ändert aber nichts daran, dass wir als Gesellschaft immens davon profitiert haben, dass die Lebensmittelproduktion so stark von unserem Leben entkoppelt wurde. Diese Entwicklung hat es uns möglich gemacht, uns nicht mehr mit dem sprichwörtlichen <i>Täglich Brot</i> auseinandersetzen zu müssen und es trotzdem zur Verfügung zu haben. Das öffnet den Menschen die Möglichkeit, sich der Verwirklichung seiner Anlagen zu widmen und legt den Grundstock für die Entwicklung der Künste und Kultur. In meinen Augen ist das der immense Vorteil, den wir gegenüber Ländern haben, in denen noch immer jeden Tag Stunden für das Überleben gearbeitet werden muss. Diese Menschen haben keine Zeit und keine Chance, sich mit Dingen zu beschäftigen, die über das Leben hinaus Bedeutung und Bestand haben. Für sie ist das Leben vom ersten Schrei bis zum letzten Seufzen mehr ein Straucheln um die schiere Existenz. Eine solche Situation lähmt ein Land kulturell in größtem Maße.</p>
<p><div id="attachment_951" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/02/450px-Gombe_Stream_NP_Jungtier_fressend.jpg"><img src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/02/450px-Gombe_Stream_NP_Jungtier_fressend-225x300.jpg" alt="Schimpanse Jungtier Fressend" title="Schimpanse Jungtier Fressend" width="225" height="300" class="size-medium wp-image-951" /></a><p class="wp-caption-text">So verbringen unsere Verwandten viele Stunden des Tages</p></div>Noch weiter zurückgehend kann beobachtet werden, wie uns die Möglichkeit, ohne großen zeitlichen Aufwand die Ernährung zu gewährleisten vom Tier abhebt und uns die Chance gab, uns stetig weiter zu entwickeln. Während schon früh durch das Feuer (und damit das Kochen) in wenig Zeit die Nährstoffbedürfnisse der Urzeit-Menschen gedeckt werden konnte, ist es bis heute so, dass die kleinen wie großen Primaten &#8211; die unsere nächsten Verwandten sind &#8211; sich jeden Tag viele Stunden allein mit der Suche, Aufnahme und Verdauung von Ernährung (meist Pflanzenmaterial mit wenig Nährstoffdichte) verbringt. Da ist wenig Zeit, um sich viele Gedanken zu machen. Für mich ein Plädoyer gegen eine rohköstliche Ernährung &#8211; aber auch gegen die <a href="http://soulspace.cc/2011/06/krank-durch-gesundes-essen-eine-ruckschau/" target="_blank">rückwärts gewandte Paleo-Bewegung</a>.</p>
<p>All diese Gedanken kommen mir heute, als ich durch zwei Supermärkte in meiner Heimatstadt Freistadt streife. Wenig tue ich lieber, als am Samstag Lebensmittel einzukaufen, auch wenn ich dabei <a href="http://soulspace.cc/2011/09/so-ein-topfen/" target="_blank">schon mal meinen Stress habe</a>. Ich nehme mir bewusst Zeit und sehe mir das Sortiment an. Und ich kann mich &#8211; die Produkte prüfend &#8211; nicht dem Gefühl erwehren, dankbar dafür zu sein, in welch privilegierter Situation wir uns in Österreich befinden, was das Thema angeht. Denn nachdem die industrielle Landwirtschaft die Entkoppelung der Tätigkeit von der Nahrungsmittelbeschaffung bereits vor Jahrzehnten geschafft hat, haben Konsumenteninteressen in den letzten Jahren das Sortiment nachhaltig verändert. Die Stilblüten, die die Industrie getrieben hat werden immer weiter eingedämmt, wie es mir scheint. Zunehmend treffe ich auf Waren mit guter Herkunftskennzeichnung, die mir als Konsument die Chance geben zu verstehen, wie das Produkt entstand. Immer mehr finde ich Halbfertigwaren, deren Inhaltsstoffe sich auf die Grundzutaten beschränken &#8211; die Lebensmittelchemie befindet sich auf nachdrücklichen Kundenwunsch auf dem Rückzug &#8211; wie immer das erreicht wurde. Subjektiv scheint mir die Qualität der Produkte wieder deutlich besser zu werden. Und damit befinden wir uns auf einem guten Weg, einen Platz auf der Rasierklinge zwischen Ernährungsindustrie und Traditionalität zu erarbeiten: Indem wir uns davon freimachen, jeden Tag Stunden in die Ernährung investieren zu müssen &#8211; und dabei trotzdem nicht auf Herkunft und Qualität verzichten zu müssen.<br />
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		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 19:44:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Voggeneder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Thema, über das ich schon lange Zeit schreiben möchte. Eines aus der Kategorie: Wie mir klar wurde, wie absurd ich mich früher verhalten habe.
Heute geht es um Demut. Einer Charaktereigenschaft, die negative Konnotationen besitzt und doch wertvoll und wichtig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_941" class="wp-caption aligncenter" style="width: 810px"><a href="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/02/1261832679.jpg"><img src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/02/1261832679.jpg" alt="Thomas D - Lektionen in Demut Cover" title="Thomas D - Lektionen in Demut Cover" width="800" height="704" class="size-full wp-image-941" /></a><p class="wp-caption-text">Immer präsent, wenn ich an &quot;Lektionen in Demut&quot; denke: Das Album von Thomas D.</p></div>
<p>Ein Thema, über das ich schon lange Zeit schreiben möchte. Eines aus der Kategorie: Wie mir klar wurde, wie absurd ich mich früher verhalten habe.</p>
<p>Heute geht es um Demut. Einer Charaktereigenschaft, die negative Konnotationen besitzt und doch wertvoll und wichtig ist. Wenn das Wort fällt, wird schnell an jemanden gedacht, der sich kleiner macht, als er ist. Doch das bedeutet das Wort gar nicht. Demut beschreibt vielmehr zu erkennen, dass man als Mensch unvollkommen ist. Sich selbst mit all seinen Fehlern zu sehen. Ganz im Gegensatz zum <i>Hochmut</i>, der einen für die eigenen Schwächen blind macht.</p>
<p>Da es auch um <i>Lektionen</i> geht, schreibe ich darüber, wie ich selbst Demut habe lernen müssen.</p>
<p>In den letzten Klassen der Handelsakademie habe ich es immer weiter kultiviert, in der Stunde im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen. Ich war der Meinung, es sei eine gute Sache, so oft wie nur möglich aufzuzeigen, so oft wie nur möglich eine Antwort und/oder Wortmeldung unterzubringen, so viel wie möglich Interaktion mit dem Lehrer zu schaffen. Meine Paradedisziplin war der Englischunterricht. Ob ich der beste Schüler in diesem Fach war, das ist nicht entschieden. Aber ich war mit Sicherheit der, der am meisten auffiel. Ständig hatte ich meine Hand in der Luft und ich rühmte mich damit, die halbe Einheit für mich zu haben. Meine Mitschüler hatten nichts dagegen &#8211; sie waren froh, diese Aufgabe nicht selbst übernehmen zu müssen. Also habe ich mich mit diesem Verhalten sehr im Recht und gut gefühlt.</p>
<p>Dieses Verhalten habe ich mir in der Folge in meine akademische Ausbildung mitgenommen. Dort ist es weniger gut angekommen. Auch dort habe ich damit begonnen, mich aggressiv in den Mittelpunkt der Lehrveranstaltungen zu stellen. Ich erinnere mich noch gut an eine der ersten Übungen im Fach <i>Algorithmen und Datenstrukturen</i>. Ich hatte bereits etwas Erfahrung mit dem Programmieren gesammelt und der Professor legte einen Sachverhalt bewusst umständlich vor, sodass ich der Meinung war, eine &#8220;clevere&#8221; Wortmeldung zum Besten zu geben, wie dieses Thema einfacher zu lösen wäre. Wenn ich mich recht erinnere, ging es dabei um eine simple Schleife. Ich kassierte als Antwort ein: <i>&#8220;Sehr richtig. Und das ist genau der Grund, warum wir das als nächstes thematisieren werden.&#8221;</i> Ich hatte mich unnötig in den Vordergrund gespielt, indem ich die vom Vortragenden bewusst vorbereitete Pointe seiner Ausführung zerstört habe. Das war eine der ersten Situationen an der Fachhochschule, in der ich mein Verhalten auch selbst als negativ wahrgenommen habe.</p>
<p>Weitere sollten folgen. Ich erinnere mich an eine lebhafte Diskussion im Rahmen einer Semester-Abschlussfeier. Ein Studienkollege meinte dort, ich würde meine Art zu sprechen bewusst verzerren, um mich von anderen Leuten abzuheben. Ich spräche bewusst in Richtung Hochdeutsch, wo ich doch aus dem Mühlviertel käme und gefälligst so sprechen solle wie die anderen, die auch von dort kommen. Ich nähme mir bewusst Zeit um eine möglichst hochgestochene Ausdrucksform zu verwenden, anstatt einfach zu sagen, was ich mir denke. Ich fühlte mich angegriffen und missverstanden, argumentierte beispielsweise, dass Hochdeutsch als Verständigungsform dem Dialekt überlegen sei und dass ich Fachbegriffe nicht erzwingen würde, sondern sie mir einfach als erstes spontan einfielen, an der naheliegenden Wörter statt.</p>
<p>Ich habe später eingesehen, dass ich mir in der Hinsicht etwas vorgemacht habe und dass ich tatsächlich bewusst hochgestochen gesprochen habe (mit unnatürlich langen Pausen vor vielen Sätzen) um mich von meinen Kollegen abzuheben. Es war ein weiterer im Nachhinein peinlicher Versuch, im Zentrum stehen zu wollen.</p>
<p>Später bin ich damit konfrontiert geworden, dass ich arrogant sei. Wenn es darum ging, wie eine Übung zu lösen war, hinterließ ich bei den anderen den Eindruck, dass ich meine Lösung für die einzig Wahre halte und alles andere Schrott sei. Muss ich erwähnen, dass ich in den Übungsstunden kaum eine Chance ausließ, aufzuzeigen und damit zu zeigen, dass ich die Antwort weiß? Ein Kollege, mit dem gemeinsam ich das Berufspraktikum absolviert habe, ließ mich vor Beginn desselben wissen, dass meine penetrante Art, mein Wissen und Können ins Zentrum zu stellen im beruflichen Umfeld nicht gut ankommen würde.</p>
<p>Wenn ich mir heute mein damaliges Ich ansehe, dann habe ich etwas aus dieser Zeit gelernt. Damals war ich zu verblendet, um zu erkennen, wie viel ich hätte lernen können aus dem, wie mich meine Mitmenschen sehen. Im Nachhinein fügen sich die Puzzleteile zu einem logischen Ganzen zusammen: Ich hatte in all der Zeit Angst. Angst davor, unterzugehen. Angst davor, nicht wahrgenommen zu werden. Angst davor, vielleicht nichts Besonderes zu sein. Angst davor, nichts zu können. Dieser Angst bin ich begegnet, indem ich laut und auffällig war. Was es für viele noch offensichtlicher gemacht hat, dass ich etwas zu kaschieren habe.</p>
<p>Ich hatte immer Respekt vor Leuten, die über große Fähigkeiten verfügen, damit aber nicht hausieren gehen. Heute verstehe ich dass jemand, der wirklich etwas kann, niemanden etwas beweisen muss. Seine Taten sprechen für ihn, da braucht es keine Gesten und Worte, wie ich sie in den letzten Jahren inflationär verwendet habe.<br />
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		<title>Konzertbericht: Amorphis, Rockhouse Salzburg 05.01.2012</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 22:06:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Voggeneder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
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		<description><![CDATA[Endlich wieder ein Konzert. Nach einer beträchtlichen Konzertpause (immerhin habe ich mir nach dem Night of the Prog-Festival kein Konzert mehr angesehen) hatte ich gestern wieder die Gelegenheit, eines zu besuchen. Konzerte sind für mich etwas Besonderes &#8211; nirgends sonst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich wieder ein Konzert. Nach einer beträchtlichen Konzertpause (immerhin habe ich mir nach dem <a href="http://soulspace.cc/2011/09/night-of-the-prog-festival-vi-8-9-7-2011-eine-ruckschau/" target="_blank">Night of the Prog</a>-Festival kein Konzert mehr angesehen) hatte ich gestern wieder die Gelegenheit, eines zu besuchen. Konzerte sind für mich etwas Besonderes &#8211; nirgends sonst komme ich so intensiv mit mir selbst in Kontakt wie in der Extase, die ich während eines Konzerts regelmäßig erlebe. Endlich wieder ein Konzert.</p>
<p>Die Wahl des Künstlers fiel an einem durch und durch regnerischen Jänner-Donnerstag auf die finnischen <a href="http://amorphis.net/" target="_blank">AMORPHIS</a>. Die Gruppe kenne ich schon länger, doch waren sie nicht der wahre Grund meines Konzertbesuchs. Ich fieberte in erster Linie dem Auftritt der zweiten Vorband <a href="http://www.leprous.net/index1.html" target="_blank">LEPROUS</a> entgegen, die mich mit ihrem 2011er-Album <a href="http://www.progarchives.com/album.asp?id=33907" target="_blank">&#8220;Bilateral&#8221;</a> begeistert haben. Die dritte Band im Bunde waren die mir unbekannten Finnen von <a href="http://www.themaneatingtree.com/news" target="_blank">THE MAN-EATING TREE</a>. Wie schon üblich bin ich mit meinem Freund Simon aufgebrochen &#8211; um unserer schon beträchtlichen gemeinsamen Konzerthistorie noch eine Station anzufügen.</p>
<p>Für uns war es der erste Besuch im <a href="http://www.rockhouse.at/" target="_blank">Salzburger Rockhouse</a> und wir haben uns in der Anfahrt auch gleich prompt verfahren. Ich habe bereits klarer beschilderte Autobahnabfahrten als Salzburg-Nord erlebt. Dennoch waren wir zur rechten Zeit vor Ort. Die Security-Checks waren recht lax, ich konnte meine DSLR problemlos in den Konzertsaal mitnehmen (nicht selbstverständlich). Etwas, das mir sofort auffiel waren die vielen in schwarz gekleideten Besucher. Da ich meine eigene schwarze Kluft sukzessive ausmustere, hatte es schon etwas Amüsantes, wie <i>fehl am Platz</i> ich mit braunem Fischgrät-Sakko und türkisem Stoffschal gewirkt haben muss. Auf Simons Anraten hin habe ich mich noch vor dem Konzert davon getrennt &#8211; war mit meinem weißen Devin-Townsend-Project Tourshirt farbtechnisch allerdings auch eher die Ausnahme denn die Regel.</p>
<p>Die Venue selbst war deutlich kleiner als erwartet. Das <a href="http://www.google.at/url?sa=t&#038;rct=j&#038;q=devin%20townsend%20wien&#038;source=web&#038;cd=1&#038;ved=0CCEQFjAA&#038;url=http%3A%2F%2Fwww.stormbringer.at%2Flivereports.php%3Fid%3D511&#038;ei=J7wIT9rOL9HRswbB5emDDw&#038;usg=AFQjCNHood8LoqviQKkHmZplnQCz1EEc3Q&#038;sig2=XCzZ26H3wa-K5W75-VAL4Q" target="_blank">Konzert von Devin Townsend in der Szene Wien letzten März</a> (Asche über mein Haupt &#8211; ich habe anno dazumal keinen Bericht verfasst) hatte wider Erwarten demnach mehr Besucher als der gestrige Abend, es werden an die 300 Leute gewesen sein, die sich für AMORPHIS und Supports versammelt haben. Die Zuseher waren allesamt sehr angenehm &#8211; selbst beim Haupt-Act gab es kein Geschubse und alle Leute hatten genug Platz, um bequem zu stehen. Durch die kluge Entscheidung, schon bei der ersten Vorband die erste Reihe zu besetzen konnte ich von Anfang bis Ende freie Sicht genießen. Wunderbar!</p>
<h2>THE MAN-EATING TREE (FIN)</h2>
<p>Den Auftritt von THE MAN-EATING TREE habe ich musikalisch vor allem als <i>Wall of Sound</i> in Erinnerung. Die Finnen scheinen sich dem Breitband-Klang verschrieben zu haben. Der Auftritt hat gefallen, mich aber nicht gefesselt. So wie das nun einmal ist, wenn mir die Band unbekannt ist. Angenehmen Kontakt zum Publikum konnte die Band dadurch herstellen, dass der Sänger sehr gut deutsch konnte und alles in Landessprache anmoderierte. Ein herzliches <i>&#8220;Servus, Salzburg!&#8221;</i> kommt in Österreich immer gut an. Amüsantes Detail am Rande: Der Besucher neben mir meinte, er hätte die Band schon früher gesehen und der Sänger &#8211; der sich auf der Bühne wunderte, warum er deutsches Bier in Händen halte, und kein Gösser oder Zipfer &#8211; wohl zu viel Bier getrunken hätte. Letztes Jähr hätte er noch keinen solchen Bauch gehabt.</p>

<a href='http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/img_6315/' title='The Man-Eating Tree Live Antti Karhu'><img width="150" height="150" src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6315-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="The Man-Eating Tree Live Antti Karhu" title="The Man-Eating Tree Live Antti Karhu" /></a>
<a href='http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/img_6366/' title='The Man-Eating Tree Live Antti Karhu'><img width="150" height="150" src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6366-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="The Man-Eating Tree Live Antti Karhu" title="The Man-Eating Tree Live Antti Karhu" /></a>
<a href='http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/img_6373/' title='The Man-Eating Tree Live Mikko Uusimaa'><img width="150" height="150" src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6373-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="The Man-Eating Tree Live Mikko Uusimaa" title="The Man-Eating Tree Live Mikko Uusimaa" /></a>
<a href='http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/img_6376/' title='The Man-Eating Tree Live Tuomas Tuominen'><img width="150" height="150" src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6376-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="The Man-Eating Tree Live Tuomas Tuominen" title="The Man-Eating Tree Live Tuomas Tuominen" /></a>

<h2>LEPROUS (NOR)</h2>
<p>LEPROUS ereilt das undankbare Schicksal der mittleren Band. Das bedeutet: Stress beim Aufbau und Soundcheck. Nur 15 Minuten nehmen sich die Band samt Crew Zeit, um alles auf die Bühne zu bringen. Dass kein ausgefeilter Soundcheck erfolgte, wird sich später noch rächen. Ich bin auf alle Fälle Feuer und Flamme, als die Jungs rund um Einar Solberg die Bühne betreten und mit &#8220;Thorn&#8221; das Konzert eröffnen. Meine Begeisterung währt nur kurz &#8211; und ist mir wahrscheinlich vorbehalten. Der Tontechniker leistet der Band einen Bärendienst und lässt den Klang der Gruppe in einer diffusen Klangwolke verschwinden. Alle Details, die die Musik ausmachen gehen unter. Dazu passt, dass Einar sichtlich Schwierigkeiten hat, die hohen Töne zu treffen und vor allem zu halten. Leider wird der Klang im Verlauf des Konzerts nicht besser. Der auf Platte so tolle Kontrast von &#8220;Mb. Indifferentia&#8221; und &#8220;Waste of Air&#8221; geht beispielsweise in einem Brocken Lärm unter. Schwer befremdlich. Vor allem bei Einar bemerkt man, wie er mit dem Herz dabei ist. Es geht sogar so weit, dass er zweimal mit Nasenbluten auf der Bühne steht. Wie passend, dass das Bandplakat im Hintergrund das &#8220;O&#8221; in LEPROUS mit einem Gesicht mit Nasenbluten ersetzt. Bei &#8220;Mb. Indifferentia&#8221; scheint er gar zu weinen. Die Band arbeitet sich einen Wolf, doch am Ende ist die Menge alles andere als begeistert. Es herrscht eine Stimmung von &#8220;Was war das bitte?!&#8221; vor. Ich kann es ihnen nicht verdenken. Mich soll es nicht stören, es waren extatische knappe 45 Minuten für mich, zumal ich das von mir ersehnte &#8220;Forced Entry&#8221; auch zu hören bekam.</p>
<p><iframe width="640" height="480" src="http://www.youtube.com/embed/ieyi3NNKonA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><iframe width="640" height="480" src="http://www.youtube.com/embed/qlZMtkgHSAg" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><iframe width="640" height="480" src="http://www.youtube.com/embed/l1ZKMnJ-ff0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><iframe width="640" height="480" src="http://www.youtube.com/embed/GxAIsZldltA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><b>SETLIST</b><br />
Thorn<br />
Restless<br />
Passing<br />
Mb. Indifferentia<br />
Waste of Air<br />
Dare You<br />
Forced Entry</p>

<a href='http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/img_6393/' title='Leprous Live Einar Solberg'><img width="150" height="150" src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6393-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Leprous Live Einar Solberg" title="Leprous Live Einar Solberg" /></a>
<a href='http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/img_6394/' title='Leprous Live Rein Blomquist'><img width="150" height="150" src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6394-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Leprous Live Rein Blomquist" title="Leprous Live Rein Blomquist" /></a>
<a href='http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/img_6399/' title='Leprous Live Einar Solberg'><img width="150" height="150" src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6399-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Leprous Live Einar Solberg" title="Leprous Live Einar Solberg" /></a>
<a href='http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/img_6400/' title='Leprous Live Øystein Landsverk'><img width="150" height="150" src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6400-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Leprous Live Øystein Landsverk" title="Leprous Live Øystein Landsverk" /></a>
<a href='http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/img_6413/' title='Leprous Live Einar Solberg'><img width="150" height="150" src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6413-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Leprous Live Einar Solberg" title="Leprous Live Einar Solberg" /></a>
<a href='http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/img_6416/' title='Leprous Live  Tor Oddmund Suhrke'><img width="150" height="150" src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6416-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Leprous Live Tor Oddmund Suhrke" title="Leprous Live  Tor Oddmund Suhrke" /></a>

<h2>AMORPHIS (FIN)</h2>
<p>Für den Headliner bin ich nicht ausreichend vorbereitet. Ich bin nur mit den Singles von &#8220;The Beginning of Times&#8221; vertraut, sowie mit dem &#8220;Skyforger&#8221;-Album. Das macht insgesamt fünf Tracks, die ich gut kenne &#8211; von fünfzehn, die gespielt werden. Auch bei AMORPHIS ist der Tontechniker überzeugend. Der Gesang wird im Verlauf des Konzerts immer weiter nach hinten gemischt, Gitarrensoli sind schwer zu vernehmen und Keyboards mehrheitlich stumm. Damit ist der Tontechniker für mich der Verlierer des Abends. Auch lassen AMOPRHIS bei mir nicht so recht Headliner-Qualitäten aufkommen. Die Versuche, das Publikum einzubinden wirken auf mich etwas gestellt. So wird zum Beispiel eine &#8220;Umfrage&#8221; gestartet, welcher von zwei Songs gespielt werden soll. Für mich wirkt die Aktion unfreiwillig komisch. Auch später möchte nicht so recht die Chemie entstehen, die ich von anderen Künstlern kenne. Dazu kommt, dass AMORPHIS durch eine wechselhafte Bandgeschichte ein sehr heterogenes Liedaufgebot mitbringen. Die melodische Seite der Band, die sie heute ausmacht schlägt sich extrem mit den Werken alten Stils, die mich an Bands wie Dark Tranquillity Mitte der 90iger Jahre erinnern. Doch: Allen kann eine Band nie gerecht werden. Insgesamt ein lauer Auftritt für mich, mangels persönlicher Verbundenheit.</p>

<a href='http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/img_6449/' title='Amorphis Live Niclas Etelävuori'><img width="150" height="150" src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6449-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Amorphis Live Niclas Etelävuori" title="Amorphis Live Niclas Etelävuori" /></a>
<a href='http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/img_6456/' title='Amorphis Live Tomi Joutsen'><img width="150" height="150" src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6456-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Amorphis Live Tomi Joutsen" title="Amorphis Live Tomi Joutsen" /></a>
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<a href='http://soulspace.cc/2012/01/konzertbericht-amorphis-rockhouse-salzburg-05-01-2012/img_6522/' title='Amorphis Live Tomi Koivusaari'><img width="150" height="150" src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6522-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Amorphis Live Tomi Koivusaari" title="Amorphis Live Tomi Koivusaari" /></a>
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<h2>NACHWEHEN</h2>
<p>Nach dem Konzert habe ich die wunderbare Gelegenheit, mich mit Einar Solberg, der gerade im Gang herumsteht eine Weile zu unterhalten. Dabei kann ich ihm Fragen stellen, die mich zur Musik von Leprous beschäftigt haben. Folgendes kann ich herausfinden:</p>
<ul>
<li>Auf der Bühne merkten die Jungs nichts davon, dass der Sound schlecht sei.</li>
<li>Die große musikalische Veränderung von &#8220;Tall Poppy Syndrome&#8221; zu &#8220;Bilateral&#8221; hin war keine bewusste Entscheidung. Sie haben einfach aufgenommen, was ihnen für richtig erschien.</li>
<li>Der seltsame Titel &#8220;Mb. Indifferentia&#8221; bedeutet &#8220;Morbus Indifferentia&#8221; und sollte ursprünglich schlicht &#8220;Indifference&#8221; heißen. Da es aber bereits zahllose Stücke mit dem Titel gibt, entschieden Sie sich für etwas eigenständigeres. Da sie einen Physiotherapeuten in den eigenen Reihen haben, wählten sie eine (erfundene) mediznische Krankheitsbezeichnung</li>
<li>Der enorme Kontrast zwischen &#8220;Mb. Indifferentia&#8221; und &#8220;Waste of Air&#8221; auf dem Album ist gewollt so gesetzt. Das kommt auch daher, dass es sich um zwei Songs handelt, die Einar geschrieben hat. Die Kombination soll vor allem Live Wirkung zeigen.</li>
<li>&#8220;Acquired Taste&#8221; erinnert mich vom Titel an das GENTLE GIANT-Album &#8220;Acquiring the Taste&#8221;. Einar kennt dieses Album und hat die Band viel gehört &#8211; Tor (der Gitarrist und Texter der meisten Songs) allerdings kennt sie gar nicht. Von daher handelt es sich nur um eine Koinzidenz.</li>
<li>Apropos Koinzidenz: Einar hatte noch nie Probleme mit Nasenbluten auf der Bühne. Das ist ihm gestern zum ersten Mal passiert.</li>
</ul>
<p>Dieses Mini-Interview und die Unterschrift aller Bandmitglieder auf meiner Kopie von &#8220;Bilateral&#8221; versöhnen mich mit einem sonst unterdurchschnittlichen Konzertabend. Nichtsdestotrotz freue ich mich riesig auf die nächste Gelegenheit, der Musik hautnah mitzufiebern.</p>
<p><i>Alle Bilder in höherer Qualität (61 Photos) können <a href="http://soulspace.cc/pictures/TMET_Leprous_Amorphis_20120105.zip" target="_blank">hier</a> heruntergeladen werden.</i><br />
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		<title>Von alten Zeiten</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 19:29:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Voggeneder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[dankbarkeit]]></category>
		<category><![CDATA[erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[geschichten]]></category>
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		<category><![CDATA[weltkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[zuhören]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist schon seltsam. Als ich noch zu Hause gewohnt habe, konnte ich mich gar nicht genug über meine Großmutter ärgern. Über ihre enge Sicht der Welt. Über ihre mangelnde Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen. Über ihre Art, Information aus Waschblättern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon seltsam. Als ich noch zu Hause gewohnt habe, konnte ich mich gar nicht genug über meine Großmutter ärgern. Über ihre enge Sicht der Welt. Über ihre mangelnde Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen. Über ihre Art, Information aus <a href="http://www.krone.at/" target="_blank"><i>Waschblättern</i></a> zu absorbieren. So ein alter, seltsamer Mensch. Was soll der mir schon über mein Leben sagen können?</p>
<p>Mittlerweile habe ich mich geändert. Ich bin von zu Hause ausgezogen und habe Distanz gewonnen. Meine Beziehung zu meiner Großmutter hat sich grundlegend geändert. Ich ertappe mich immer öfter dabei, aus reiner Interesse an ihrer Person und ihren Erfahrungen Fragen zu stellen und danach einfach zuzuhören, ohne das Gehörte zu bewerten. Ich hätte nie gedacht, so viel Interessantes von ihr zu erfahren.</p>
<p>Gestern wie heute hat mir meine Großmutter wieder von früheren Zeiten erzählt. Meine Großmutter ist 1927 als Kind eines Bauern geboren (sie ist fast genau 60 Jahre älter als ich). Ihre Kindheit fällt in eine schwierige Zeit und ihre Jugend in den zweiten Weltkrieg. Doch von den großen weltpolitischen Ereignissen hat sie mir nicht erzählt. Dafür von anderen Dingen. Davon, dass sie von zu Hause aus den Zug zwar hören, aber nie sehen konnten. Aber immer nur dann, wenn das Wetter besser wurde. So wurde der Zug zum Wetterfrosch. Davon, dass die Schweine neben Getreide und Mais auch Ziegenmilch zu fressen bekamen. Die ist heute teuer, damals war sie Schweinefutter. Davon, dass nach dem Schweineschlachten vielleicht eine Woche frisches Fleisch zu essen war. Das auch nur, weil sie die Schweine nur im Winter schlachteten. Davon, dass sie jahrein- jahraus das Selbe zu essen hatten. Winter wie Sommer. Davon, dass ein paar Kaffeebohnen, in den Getreidekaffee gemischt, echte Höhepunkte waren. Genauso wie ein Klecks Rahm in die Suppe aus Mehl und Buttermilch. Davon, dass kaum jemand mit Geld gehandhabt hat. Der Schlachter bekam einen frischen Schweinsbraten und ein Stück Fleisch als Lohn. Davon, dass den ganzen Tag gearbeitet wurde. Im Sommer auch schon einmal ab halb drei Morgens, wenn die erste Morgendämmerung hereinbricht. Davon, dass sie ganze Wiesen mit Sensen abgemäht und danach mit den Händen gewendet und zusammengetragen haben. Davon, dass Schwangerschaft kein Grund zum Arbeitsabbruch war. Da wurde den halben Tag gearbeitet und dann in die Stube gegangen, um zu entbinden. Eine Woche danach wurden schon wieder Kartoffeln geklaubt. Davon, dass Kinder sich bereits mit drei Jahren selbst wickeln konnten. Einfach, weil sie mussten. Davon, dass die Stallarbeit im Winter im Licht einer Laterne erledigt wurde. Gerade genug, um sich nicht zu erfallen.</p>
<p>Da kommt mir der von <a href="http://cbx.amadyne.net/blog/" target="_blank">Christian &#8220;cbx&#8221; Bucher</a> verlinkte Artikel über den <a href="http://cbx.amadyne.net/blog/articles/1050/das-wort-zum-sonntag" target="_blank"><i>Mythos der immer komplexer werdenden Welt</i></a> heute gerade recht. Meine Großmutter lebte in einer komplexen Welt. Dort hat sich jedes Haus selbst versorgt. Das umfasst Arbeiten, die heute keiner mehr kennt. Das erforderte körperliche Leistungen, die heute nicht mehr vorstellbar sind.</p>
<p>Das gibt mir eine neue Wertschätzung dafür, wie wenig unserer Zeit wir in D/A/CH darauf verwenden müssen, um materiell das Auskommen zu finden. Freizeit? Selbstverwirklichung? Wahrlich keine Themen seinerzeit. Da war der sehnlichste Wunsch der nach dem Bett nach dem Tag voller Arbeit. Ich kann mich kaum erwehren, mich nach den Erzählungen meiner Großmutter schlecht und faul zu fühlen, weil ich solche Leistungen nicht mehr bringe. Was ich darüber aber nicht vergessen darf ist, dass wir fundamentale Themen des Lebens heute vereinfacht haben &#8211; uns dafür neue Herausforderungen geschafft haben. Meine Großeltern haben enorme körperliche Tätigkeiten an den Tag leben müssen. Ihren Kopf mussten sie aber nicht so verbiegen, wie ich das heute regelmäßig tun muss.</p>
<p>Jeder Zeit ihre Schwierigkeiten. Ich habe auf jeden Fall neuen Respekt vor dem, wie meine Großmutter ist. Weil ich einen Einblick in das bekommen habe, was sie geformt hat.<br />
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 20:44:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Voggeneder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[automatisch]]></category>
		<category><![CDATA[automatismen]]></category>
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		<description><![CDATA[
Ich denke, ein jeder kennt sogenannte Automatismen. Dinge, die der Mensch tut, ohne darüber nachzudenken. Eingeschleifte Verhaltensweisen, verfestigt durch die Jahre rituellen Ausübens. Und doch bin ich der Meinung, dass diese Dinge nicht von alleine geschehen. Dass es gar keine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2011/11/01020102826300.jpg"><img src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2011/11/01020102826300.jpg" alt="Thinking Robot" title="Thinking Robot" width="750" height="500" class="aligncenter size-full wp-image-878" /></a><br />
Ich denke, ein jeder kennt sogenannte <i>Automatismen</i>. Dinge, die der Mensch tut, ohne darüber nachzudenken. Eingeschleifte Verhaltensweisen, verfestigt durch die Jahre rituellen Ausübens. Und doch bin ich der Meinung, dass diese Dinge nicht von alleine geschehen. Dass es gar keine richtigen Automatismen sind. Ich bin der Meinung, dass es sich dabei um Entscheidungsprozesse handelt, bei denen das Fenster für die bewusste Entscheidung (und damit auch Intervention) durch Jahre der Nicht-Verwendung bereits so klein bzw. kurz geworden ist, dass wir es ohne genaues Hinschauen gar nicht mehr bemerken.</p>
<p>Letztens habe ich mich ertappt. An einem Tag wie so vielen anderen hatte ich auf einmal keinen eindeutigen Plan, was ich im nächsten Moment zu tun habe. Keine dringlichen Aufgaben, die meiner Handlung Führung geben. Also schaltete sich ein langjährig trainiertes Programm ein: Ich begab mich in Richtung meines Laptops, um die Zeit im Internet zu verbringen. Doch ehe ich dazu kam, hatte ich einen Moment der Klarheit. Mir ist es auf einmal wie Schuppen von den Augen gefallen, dass dieses Muster existiert. Und ich habe mich an diesem Tag bewusst dagegen entschieden, meine Zeit damit zu verbringen, passiv im Internet Informationen zu konsumieren (was mir ohnedies in den seltensten Fällen Zufriedenheit verschafft). Ich habe mich mit einem Buch auf die Couch begeben und einmal so richtig gemerkt, warum ich mit meinen Büchern nicht weiter komme: Weil ich kein eingeschliffenes Programm habe, das mich zum Buch greifen lässt, wenn eine freie Minute Einzug hält.</p>
<p>Es ist interessant, was mir alles auffällt, wenn ich mich einmal ernsthaft und bewusst mit meinem eigenen Verhalten auseinander setze. Wie ich &#8211; ohne es bewusst zu wollen &#8211; auf einmal grantig werde, wenn meine kleine Tochter etwas nicht so macht, wie ich das gerne hätte. Wie Worte einfach aus meinem Mund fließen, obwohl ich gar nichts nennenswertes beizutragen habe und mich danach auch frage, warum ich den Mund überhaupt geöffnet habe.</p>
<p>Für mich öffnet sich dadurch ein Tor, bei solchen Verhaltensweisen intervenieren zu können. Das Fenster für die bewusste Entscheidung meines Verhaltens wird in diesen Situationen merklich gespreizt, weil ich sensibler dafür geworden bin. Und wenn ich mir regelmäßig die Zeit und Muße nehme, auch wirklich zu intervenieren, verändert sich mein Verhalten nachhaltig. Und ich habe das gute Gefühl, kein Automat zu sein.<br />
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		<title>… und jährlich grüßt der Pleitegeier</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 19:48:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Voggeneder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[einkaufen]]></category>
		<category><![CDATA[finanzen]]></category>
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		<category><![CDATA[pleite]]></category>
		<category><![CDATA[pleitegeier]]></category>
		<category><![CDATA[Prokrastination]]></category>
		<category><![CDATA[ziele 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht zum ersten Mal schaut der Pleitegeier heuer bei mir vorbei. Anfang November ist es wieder so weit: Knapp 200 Euro auf dem Konto, die die nächsten Tage der Miete zum Opfer fallen werden. Dann herrschen wieder die gefürchteten roten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_866" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2011/11/Pleitegeier.jpg"><img src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2011/11/Pleitegeier.jpg" alt="Pleitegeier" title="Pleitegeier" width="640" height="480" class="size-full wp-image-866" /></a><p class="wp-caption-text"><i>It&#039;s that time of the year again.</i></p></div><br />
Nicht zum ersten Mal schaut der Pleitegeier heuer bei mir vorbei. Anfang November ist es wieder so weit: Knapp 200 Euro auf dem Konto, die die nächsten Tage der Miete zum Opfer fallen werden. Dann herrschen wieder die gefürchteten roten Zahlen &#8211; und ich fühle mich als ziemlicher Versager. Zwar ist die Einkommenssituation momentan anormal (die Studentenbeihilfe fehlt seit September und wird die Tage rückwirkend bis November den schwarzen Zahlen Unterstützung geben), was aber nichts daran ändert, dass ich diese Situation kenne und sie wiederholt auftritt.</p>
<p>Das wäre nicht weiter schlimm und/oder verwunderlich, wenn ich entweder ganz ohne Nachdenken mit meinem Geld umgehen würde oder wenn ich bewusst auf großem Fuß leben würde. Nein, dem ist nicht so. Immerhin hatte bereits <a href="http://soulspace.cc/2011/09/so-ein-topfen/" target="_self">Neurosen, wenn es um ein Packerl Topfen geht</a>. Nein. Und nochmal: Nein. Ich war immer davon ausgegangen, dass ich ein sparsamer Mensch bin und vorsichtig mit meinem Geld umgehe. Doch der wortwörtliche wie metaphorische Kassasturz bringt eine andere Realität zum Vorschein. An der muss ich mich nun messen lassen.</p>
<p>Darüber zu jammern wird aber auch für die Zukunft nichts daran ändern. Um etwas zu ändern, braucht es ein Verständnis darüber, warum ich wiederholt in die Situation geraten konnte. Und in der Suche nach Gründen wurde ich rasch fündig. Fündig in der Form von Gegenständen: <a href="http://soulspace.cc/2011/04/erste-schritte-in-der-welt-der-digitalen-spiegelreflexphotographie/" target="_self">Meiner teuren Kamera</a> (die seit Wochen Staub fängt), Laufschuhen und GPS-Laufcomputer (die aus <a href="http://soulspace.cc/2011/10/geschichten-aus-dem-gesundheitssystem/" target="_self">Verletzungsgründen</a> unbenutzt sind) und meinem neuen Wintermantel (den ich nie getragen habe). Tiefer grabend kommt folgendes Verhalten zum Vorschein: <b>Wann immer ich das Gefühl habe, Geld zu haben, treffen postwendend Ideen ein, wie ich dieses möglichst schnell wieder ausgeben kann.</b> Und diese Ideen kommen im Kleid täuschender Notwendigkeit. So finden sich für Stimmen in mir immer Gründe, etwas erwerben zu sollen/können. Ich sage nicht, dass ich diese Käufe grundsätzlich bereue &#8211; doch mein Verhalten, ein Geldpolster möglichst schnell wieder dem Nullpunkt entgegen zu bringen kann zu vielem führen &#8211; aber niemals zu finanzieller Stabilität.</p>
<p>Deshalb werde ich mir in Zukunft andere und mehr Gedanken machen, ehe ich mein Geld leichtfertig in Dinge investiere, die ich überhaupt nicht brauche. Gedanken darüber, wie oft und intensiv ich die Neuanschaffung wirklich verwenden werde.</p>
<p><a href="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2011/11/owl-orly.jpg"><img src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2011/11/owl-orly.jpg" alt="&quot;O Rly?&quot; Owl" title="&quot;O Rly?&quot; Owl" width="400" height="300" class="aligncenter size-full wp-image-872" /></a></p>
<p>Wem versuche ich hier überhaupt etwas vorzumachen?</p>
<p>Nein. In Wahrheit habe ich mir diese Gedanken bei jedem meiner größeren Käufe gemacht. Bei meiner Kamera war ich mir sicher, dass ich mich mit Photographie beschäftigen möchte und sie reichlich verwenden würde. Bei meiner Laufausrüstung bin ich davon ausgegangen, in Zukunft sehr, sehr regelmäßig zu trainieren. Und es kommt schon mentaler Selbstgeißelung nahe, mir einreden zu wollen, dass ein Wintermantel eine stupide Investition ist (zumal ich davor keinen besaß). Diese Einsicht ist mir bereits gestern gekommen, als ich in einem Gespräch mit einem alten Freund meine Erwerbungen als Grund für meine Misere festmachen wollte.</p>
<p>Ich würde mich mit all den Käufen aber deutlich besser fühlen, wenn ich nach der Transaktion immer noch ein angenehmes finanzielles Polster zur Verfügung hätte, das mir die Sicherheit gibt, kurz- bis mittelfristig in keine Schwierigkeiten zu kommen. Dieses Gefühl der Sicherheit hat weitreichende Auswirkungen in mein allgemeines Lebensgefühl. So habe ich nicht ohne Grund zu Beginn des Jahres folgende Zeilen als meine finanziellen Ziele festgemacht:<br />
<a href="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2011/11/Ziele-Finanzen-2011.jpg"><img src="http://soulspace.cc/wp-content/uploads/2011/11/Ziele-Finanzen-2011-1024x768.jpg" alt="Meine finanziellen Ziele 2011" title="Ziele Finanzen 2011" width="640" height="480" class="aligncenter size-large wp-image-863" /></a><br />
Dabei ging es darum, ein gutes Gefühl mit Geld zu entwickeln. Ein gutes Gefühl damit, Geld zu haben, es zu besitzen. Ein gutes Gefühl damit, in finanzieller Sicherheit zu sein. So ziemlich genau das Gegenteil von dem, wie es mir jetzt gerade geht.</p>
<p>Finanzen bleiben ein zerrissenes Thema für mich. Etwas in mir scheint den Drang zu haben, mich immer wieder zur Pleite hinzulenken. Es erinnert mich an das Wesen der <i>Aufschieberitis</i> (auch genannt <i>Prokrastination</i>). Auch dort geht es meist darum, dem Unangenehmen das Angenehme vorzuziehen &#8211; und sich am Ende aber schlecht zu fühlen, weil das Unangenehme meist das Notwendige und auch Richtige für eine Situation darstellt. In diesem Szenario ist das Schaffen von Reserven das Unangenehme &#8211; und das Ausgeben von Geld das Angenehme. Und auch hier gilt, dass das Unangenehme &#8211; wenn es vorgezogen wird &#8211; dem Angenehmen die Qualität gibt, mich danach dafür nicht schlecht fühlen zu müssen.<br />
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		<title>Die ewige Suche</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 20:17:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Voggeneder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
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		<description><![CDATA[Als mir letztens meine Schwester von ihren Erfahrungen mit dem Männergeschlecht erzählte, begann in mir ein Gedanke zu reifen. Sie klagte darüber, dass all diese Männer nicht von dem Schlag seien, mit dem eine zukünftige Beziehung denkbar wäre. Nun ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als mir letztens meine Schwester von ihren Erfahrungen mit dem Männergeschlecht erzählte, begann in mir ein Gedanke zu reifen. Sie klagte darüber, dass all diese Männer nicht von dem Schlag seien, mit dem eine zukünftige Beziehung denkbar wäre. Nun ist meine Schwester beileibe noch nicht alt &#8211; ein Jahr jünger als ich &#8211; aber ihre Aussage schlug bei mir in dieselbe Kerbe wie die einer Freundin meiner Freundin zuletzt. Die sprach davon, Angst zu haben, dem <i>Richtigen</i> nicht mehr zu begegnen. Davon, dass es vielleicht schon zu spät sei.</p>
<p>Ich finde das interessant und auch ein wenig traurig. Ich sehe bzw. höre immer wieder von Männern und Frauen Ende Zwanzig und älter, die alleinstehend sind und keine Aussicht auf eine langfristige Lebenspartnerschaft haben. Diese sind für mich eine Risikogruppe. Risikogruppe deshalb, weil es bald einmal so weit sein kann, dass es <i>zu spät</i> ist, noch die Partnerschaft fürs Leben einzugehen, sich niederzulassen und eine Familie zu gründen. Für mich hat das viel mit der Haltung zu tun, die heute der Beziehung entgegen gebracht wird. War es früher oft so, dass eine Beziehung, die Ende der Jugend eingegangen wurde ganz natürlich zu einer Familiengründung und Heirat in den frühen Zwanzigern führte, beherrscht das Beziehungs-Selbstverständnis heute eine Ungezwungenheit, die ein Vertiefen der Beziehung unbestimmt nach hinten verschiebt oder gar nie geschehen lässt.</p>
<p>Was ich damit nicht sagen möchte ist, dass das frühere Beziehungs-Selbstverständnis besser war. Es hat oft genug zu schlechten (weil zu unüberlegten) Beziehungen geführt, die dann aus verschiedenen Gründen (wirtschaftlich, gesellschaftlich, psychologisch, &#8230;) aufrecht erhalten wurden, obwohl sie nie von Liebe und gegenseitiger Anerkennung geprägt waren. Doch genauso wenig ist am neuen Selbstverständnis alles gut. Wenn heute die Entscheidung, die Beziehung durch eine rituelle Bundschließung (meist die Ehe), ein gemeinsames Heim oder das Gründen einer Familie zu vertiefen nicht mehr drängt, wird sie vielleicht gar nicht gefällt. Der große Vorteil: Ein Ausstieg aus einer solchen Beziehung ist vergleichsweise einfach. So können auch gerne mehr Partner &#8220;durchprobiert&#8221; werden, um den richtigen zu finden. Allerdings wird so die Chance verpasst, der Beziehung durch eine der genannten Vertiefungen ein ganz neues Fundament zu geben. Wird eine bewusste Entscheidung getroffen, das Leben langfristig mit einem Menschen zu teilen, kann das eine Beziehung verändern, vertiefen und stärken. Doch wer es gewohnt ist, eine solche Entscheidung nach hinten zu verschieben, der verpasst irgendwann den kritischen Punkt, ab dem es psychologisch zu spät ist, sie zu treffen. Das kann dann dazu führen, dass nie eine tiefe Bindung erfolgt. Während andere bereits Familien gegründet haben (oder gar bereits Großeltern werden), können diese Menschen auch im fortgeschrittenen Alter immer noch alleine sein.</p>
<p>Ich bin daher der Ansicht, dass nichts dagegen spricht, eine Beziehung mit einem Menschen, mit dem man sich einfach wohl fühlt und mit dem man auf einer Wellenlänge zu sein scheint früh zu vertiefen. Dieser Beziehung eine Chance zu geben, zu einem wunderbaren Bund zu wachsen. Ich bin der Überzeugung, dass wir die Fähigkeit haben, schnell zu bemerken, mit wem das möglich ist und mit wem nicht. Wer dabei Angst hat, dass der Gegenüber vielleicht nicht die &#8220;beste Partie&#8221; dafür sein könnte, der läuft meiner Meinung nach Gefahr, am Ende nie den richtigen Partner zu finden. Obwohl ich die Seite schon lange nicht mehr aufgerufen habe, musste ich dabei unmittelbar an den Artikel <a href="http://artofmanliness.com/2008/01/16/stop-hanging-out-with-women-and-start-dating-them/" target="_blank"><i>Stop Hanging Out With Women and Start Dating Them</i></a> von <a href="http://artofmanliness.com" target="_blank"><i>The Art of Manliness</i></a> denken. Darin wird sehr deutlich angesprochen: Bewusst <b>Ja</b> zu einer Beziehung sagen gehört auch für mich dazu, als Mann (aber auch als Frau) erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Das kann eine wunderbare Sache sein.<br />
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