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		<title>Andere kämpfen weiter</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Apr 2012 09:00:40 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Erst um acht Uhr abends erfährt Carmen Bruns, dass ihr Mann tot ist. Es ist Karfreitag. Sie ist mit ihrer zweijährigen Tochter bei Verwandten und war nicht zu Hause, als Militärpfarrer Bernd Göde und der stellvertretende Kommandeur des Bataillons 373 vor ihrer Tür standen. Mittags hatte Pfarrer Göde Bescheid bekommen, dass er sich auf den Weg machen muss. „Zwischen 15 und 16 Uhr kam die erste Meldung auf N24“, erinnert er sich. Auf der stundenlangen Fahrt zu den Verwandten klingelte ununterbrochen sein Handy. Besorgte Angehörige anderer Soldaten. Schon bald war der Akku leer. „Aber wir konnten nichts sagen.“ Erst nachdem die Nachricht persönlich überbracht ist, werden Namen genannt. Drei sind es kurz vor Ostern 2010: Nils Bruns, Martin Kadir Augustyniak und Robert Hartert. Sie starben im bis dahin schwersten Gefecht der Bundeswehr gegen die Taliban in Afghanistan.</p>
<p>Militärpfarrer wie Göde werden in Zukunft öfter vor einer Haustür stehen und behutsam fragen, ob sie eintreten dürfen. Riskante Auslandseinsätze werden für die Bundeswehr zum Normalfall werden. Verteidigungsminister Thomas de Maizière verkündete in seiner Regierungserklärung Ende Mai 2011: „In den nächsten sechs bis acht Jahren wird sich die Bundeswehr stärker verändern, als dies vielen heute vielleicht schon bewusst ist.“ Die Armee wird kleiner. Schickt aber mehr Soldaten in den Auslandseinsatz. Laut de Maizière sollen auf lange Sicht 10 000 „eskalations- und durchsetzungsfähige Kräfte“ für Einsätze in zwei großen und mehreren kleinen Gebieten dauerhaft zur Verfügung stehen.</p>
<p>Deutschland ist umzingelt von Freunden. Trotzdem soll die Truppe schlagkräftiger werden. Denn in der EU und der Nato wird Landesverteidigung zur kollektiven Sicherung. Die Allianzen haben Angst vor dem internationalen Terrorismus, der in zerfallenden und zerfallenen Staaten gedeiht. Deshalb wird Deutschland am Hindukusch verteidigt.</p>
<p>Von dort ist es für die Toten vom Karfreitag 2010 ein weiter Weg zurück zum Flughafen Köln-Wahn. Geplante Ankunft: Ostersonntag, 17.30 Uhr, im<br />
Regierungsairbus von Entwicklungs- minister Dirk Niebel. Während die Särge unterwegs sind, tritt der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg um 14.35 Uhr vor die Presse. Er muss der Öffentlichkeit erklären, dass in Situationen, die man „umgangssprachlich als Krieg bezeichnen mag“, deutsche Soldaten sterben können. „Andere kämpfen weiter“, sagt zu Guttenberg auf der offiziellen Trauerfeier und fordert: „Sie müssen sich darauf verlassen können, dass sie bekommen, was sie zur Erfüllung ihres so schwierigen Auftrages brauchen. Auch die notwendige Unterstützung und den Rückhalt unserer Gesellschaft.“</p>
<p>Doch die Zustimmung zum Afghanistan-Einsatz fällt direkt nach dem Anschlag vom Karfreitag auf einen neuen Tiefstand. 62 Prozent der Deutschen sind jetzt laut Forsa-Umfrage für einen Abzug der Truppen. Christian Mölling von der Stiftung Wissenschaft und Politik kritisiert: „Die Bundeswehr ist hoch angesehen. Ihre Auslandseinsätze nicht. Politik und Medien haben sich in der Vergangenheit nicht bemüht, Sicherheitspolitik zu kommunizieren.“ 1994 urteilte das Bundesverfassungsgericht: Der Einsatz bewaffneter Streitkräfte im Rahmen eines Systems kollektiver Sicherheit, wie der Nato, ist verfassungsgemäß. „Viele haben damals gehofft, die Debatte sei damit beendet“, sagt Mölling.</p>
<p>Wenn Menschen sterben, wackelt der Rückhalt der Bevölkerung, egal wie gut die Politik es vermittelt. Darauf bauen laut Militärexperten auch die Guerilla-Taktiken der Taliban. Bislang haben westliche Staaten solche Kriege an der politischen Front in der Heimat meist verloren. Die Taliban müssen sich vor keinem Wahlkreis verantworten, sie haben Zeit und töten durch Hinterhalte und Anschläge solange einzelne Soldaten, bis die militärisch überlegenen Truppen nach Hause geholt werden.</p>
<p>Nils Bruns starb in einem solchen Hinterhalt durch eine Sprengfalle. Seine Mutter, Karola Rosendahl, kann den Tod des einzigen Sohnes nicht einfach so hinnehmen. Sie versucht zu rekonstruieren, wie er umgekommen ist. Schließlich erhebt sie schwere Vorwürfe und erstattet Anzeige gegen die Bundeswehr. „Bei den Gefechten am 02.04.2010 hat man die Einheit des Hauptfeldwebels Nils Bruns unter bewusster Versagung militärischer Hilfe verrecken lassen&#8221;, schreibt ihr Anwalt nach Informationen des Spiegels. Sie klagt an, dass bekannte Mängel in der Ausrüstung nie beseitigt wurden. Dass Hubschrauber fehlen, die ihrem Sohn hätten helfen können.</p>
<p>Dass nicht nur Hubschrauber fehlen, kann Mölling bestätigen: „Es wird bis heute noch bemängelt, dass die Ausrüstung teilweise schlecht ist.“ Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, schreibt in einem Bericht an die Regierung, alle großen Rüstungsprojekte seien zu teuer, kämen zu spät und befähigten die Streitkräfte nicht, ihre neuen Aufgaben im Ausland zu erfüllen.</p>
<p>Deren Notwendigkeit begründen Politiker häufig mit drei starken Worten: Sicherheit. Verantwortung. Solidarität. „Sicherheit für unser Land zu gewährleisten, bedeutet heute insbesondere, Auswirkungen von Krisen und Konflikten möglichst auf Distanz zu halten“, betonte de Maizière in seiner Regierungserklärung und argumentierte mit Blick auf die Wirtschaftskraft Deutschlands: „Wohlstand verpflichtet. Daraus erwachsen auch internationale Verantwortung und Solidarität.“ Es sollte selbstverständlich sein, dass Deutschland die Verantwortung übernehme. „Das ist mehr als bisher in Deutschland bekannt oder wohl auch akzeptiert ist.“</p>
<p>Ob man akzeptieren muss, dass Soldaten diese Verantwortung mit ihrem Leben bezahlen, möchte Militärpfarrer Göde nicht beurteilen: „Ich bin kein Politiker. Ich bin Seelsorger. Die Soldaten sind Teil der Gemeinde. Ich stehe ihnen bei in ihrer Not.“ Er würde sie wieder nach Afghanistan begleiten. Zweimal war er dort. Beim ersten Mal, 2007, sei es viel ruhiger gewesen. Kurz nach dem Tod Bruns‘ war er vor Ort, als ein Soldat getötet wurde. Er bete mit den Soldaten für das Gegenteil, aber: „Wenn die Situation so bleibt, müssen wir wieder damit rechnen. Die leben jetzt im Krieg da unten.“</p>
<address> Dieser Text entstand im Rahmen des Zeitungsprojekts &#8220;Wir sind im Krieg&#8221; der Lehrredaktion 49A an der Deutschen Journalistenschule im Sommer 2011 und spiegelt daher auch die damalige Informationslage wider.</address>
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		<title>Im freien Fall</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 23:08:42 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Musiker erleben den Auftritt auf der Bühne oft als Drahtseilakt: Zitternde Knie, trockener Mund, Gedächtnislücken. Sie sprechen von Lampenfieber. Aber was ist das eigentlich? Und wieso stresst uns Publikum so?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Musiker erleben den Auftritt auf der Bühne oft als Drahtseilakt: Zitternde Knie, trockener Mund, Gedächtnislücken. Sie sprechen von Lampenfieber. Aber was ist das eigentlich? Und wieso stresst uns Publikum so?</strong></p>
<div id="attachment_615" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><a href="http://www.felixvictor.net/wp-content/uploads/2011/03/IMG_7068a.jpg"><img class="size-large wp-image-615" title="IMG_7068a" src="http://www.felixvictor.net/wp-content/uploads/2011/03/IMG_7068a-1024x626.jpg" alt="" width="540" height="330" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Patrick Pelster</p></div>
<p>„Als Kind hatte ich das überhaupt nicht. Du gehst einfach raus auf die Bühne, machst dein Ding und freust dich auf das Eis danach.“ Erst am Musikgymnasium in Belgrad begannen auch Sandra Vucenovics Hände zu zittern. Das verlagerte sich irgendwann in die Beine und machte es der Pianistin unmöglich, sauber zu pedalisiereren. Manchmal musste sie das Pedal, das am Klavier für lang nachhallende Töne und somit klangvolle, gebundene Passagen verantwortlich ist, sogar einfach weglassen.</p>
<p>Gerade dann, wenn es wichtig wäre, die volle Kontrolle zu haben, steigt bei Menschen, die sich mit Publikum konfrontiert sehen, das Lampenfieber. Was Menschen auf der Bühne oft durchleben, lässt sich für „Auftrittslaien“ wohl am besten mit Prüfungsangst veranschaulichen. Man stelle sich vor, eine Prüfung vor allen Teilnehmern der Klasse und unter den Augen des Lehrers auf dem Overheadprojektor in Schönschrift absolvieren zu müssen: Zittrige Hände oder Blackouts sind fast schon vorprogrammiert. Da hilft auch Erfahrung nicht viel.</p>
<h4>Lampenfieber ist nicht gleich Lampenfieber.</h4>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 8.8px Helvetica; color: #1a1a18} -->Obwohl das Phänomen weit verbreitet ist – viele nehmen an, jeder hätte Lampenfieber in irgendeiner Form – ist die wissenschaftliche Forschung dazu noch nicht weit fortgeschritten. „Alles, was schiefgeht, ist ‚Lampenfieber‘,“ kritisiert Adina Mornell, Professorin für Instrumental- und Gesangspädagogik an der Hochschule für Musik und Theater München. Denn Lampenfieber ist nicht gleich Lampenfieber. Während der eine auf ein Aktivierungslevel gebracht wird, das seiner Muskulatur keine ruhige Minute gönnt, wird der andere gelähmt wie ein von Lichtkegel eines Autos überraschter Igel. Die unzähligen Symptome reichen von Gedächtnislücken, zitternden oder kalten Händen und Hitzewallungen über Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu Panik-Attacken.</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 8.8px Helvetica; color: #1a1a18} -->Mornell war eine der ersten, die versuchte, sich empirisch-analytisch mit dem Problem zu befassen. Ihr wissenschaftliches Interesse für das Thema wurde 1998 auf einem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin geweckt. Während körperliche Probleme wie Haltungsschäden oder Sehnenscheidenentzündungen von Medizinern verstanden, behandelt und verhindert werden können, wurde ihr klar, „dass das Thema ‚Aufführungsangst‘	zwar	für	viele	wichtig war, aber dass es wenig zum Thema gab. Einige Vorträge waren gar auf Intuition statt auf Wissenschaft gebaut.“ Da sie selbst auch Pianistin ist, sah sie die Möglichkeit, sich in diesem bisher von Musiklaien beackerten Gebiet nützlich zu machen – aus der Sicht einer Wissenschaftlerin mit praktischer Erfahrung.</p>
<h4>Angst nährt Angst.</h4>
<p>In ihrem Buch über Lampenfieber beschreibt Mornell die Ursachen für einen Teufelskreis der Angst: Meist mit Beginn der Pubertät beginnen junge Künstler, sich aus Sicht ihrer Umwelt zu reflektieren: Das Publikum könnte sie hässlich finden. Sie könnten sich blamieren, ihre Eltern und Lehrer enttäuschen, dem Komponisten nicht gerecht werden, ihren Traum vom Musikerberuf gefährden. Solche und ähnliche Gedanken führen zu physischer Angst, die entweder hemmend oder zu anregend wirken kann – man bekommt einen Blackout. Zitternde Hände oder eine unkontrollierbare Stimme führen zu Fehlern. Diese Schlüsselerlebnisse  verursachen mehr Aufregung beim nächsten Auftritt: Angst nährt Angst. Die gesteigerte Erregung des zentralen Nervensystems führt dazu, dass die Erinnerung an vermasselte Auftritte in der Vergangenheit noch leichter abzurufen ist. Im schlimmsten Fall handicapt der Künstler sich selbst, indem er der Aufregung aus dem Weg geht und die Auftrittssituation so lange wie möglich verdrängt: Er übt weniger und vermeidet, sich den Ernstfall vor Augen zu führen. Das führt wieder zu mehr Aufregung beim Auftritt. Ein sich selbst verstärkender Kreislauf schließt sich.</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 8.8px Helvetica; color: #1a1a18} -->Im Bereich der Sportpsychologie sei man schon viel weiter, meint Mornell. Das Trainieren in Gruppen ist hier Standard. In diesen wird offen über mögliche Patzer geredet. Die Frage, ‚Was passiert, wenn &#8230; ?‘, ist kein Tabu. Sportler versuchen sich immer wieder mit der kritischen Wettkampfsituation auseinanderzusetzen. „Die meisten Musiker hören immer nur: Üben, üben, üben“, sagt Mornell. Aber auch eine vermeintlich perfekte Vorbereitung kann die Aufführungsangst nicht vertreiben.</p>
<p>Sandra Vucenovic hat gelernt, mit ihrem Lampenfieber umzugehen. Seit zwanzig Jahren begleitet sie in München Musikstudenten bei Auftritten am Klavier. Vucenovic erinnert sich an eine Anspielprobe mit einem Geiger in Belgrad: „Er war so aufgeregt, dass er trotz Noten die Anfänge vergessen hat. Die rechte Hand war so steif, dass er Schulterschmerzen bekam. Das Konzert war sehr wichtig für ihn. Da wären Leute gekommen, die entschieden hätten, ob er in der Philharmonie spielen darf. Eine Stunde vor dem Konzert hat er den Veranstalter kontaktiert: Er sei ausgerutscht und habe Schmerzen im Ellenbogen, so dass er nicht streichen könne. Das war die krasseste Geschichte, die ich in diesem Kontext erlebt habe: Er konnte nichts mehr von dem, was am Tag vorher noch einwandfrei lief.“</p>
<h4>Beta-Blocker: „Ich war wie ein Zombie.“</h4>
<p>Angesichts solcher Erlebnisse hat Vucenovic Verständnis, dass viele auf chemische Hilfsmittel zurückgreifen: Beta-Blocker, die die Wirkung von „Stresshormonen“ hemmen. Auch wenn sie es bedauert: „Ich habe einmal in meinem Leben einen Beta-Blocker genommen. Ich weiß es noch wie heute: Beethoven-Variationen, es ging darum, wer beim Abschlusskonzert spielen darf. Ich war wie ein Zombie. Ich habe technisch per- fekt gespielt, aber die Empfindungswelt war verschwunden.“ Obwohl sie beim Abschlusskonzert spielen durfte, würde sie es nie wieder tun.</p>
<p>„Es müsste irgendwie Bestandteil des Musikstudiums werden, wie man mit Lampenfieber umgeht“, meint Vucenovic. Denn viele hängen ihren Traumberuf deswegen wieder an den Nagel. Das ist in einigen Musikhochschulen bereits angekommen. In München bietet Adina Mornell eine Vorlesung zum Umgang mit Lampenfieber an. Je früher das Bestandteil der Ausbildung wird, desto besser. Deshalb wird sie für die angehenden Musikpädagogen zum Pflichtprogramm gehören.</p>
<p>Lampenfieber an sich ist nichts Schlechtes. Schafft man es, das richtige Maß Aufregung mit auf die Bühne zu nehmen, kann das zu Höchstleistungen führen. Erfahrene Fallschirmspringer haben den Höhepunkt der körperlichen Erregung kurz vor dem Absprung. Neulinge direkt danach im freien Fall. Auch bei erfahrenen Musikern wurde beobachtet, dass die Generalprobe sie viel nervöser macht als die Aufführung selbst. „Ich gehe an einem Tag vor einem wichtigen Konzert den ganzen Ablauf mental durch,“ beschreibt Vucenovic ihre Methode. „Da wird die meiste Nervosität vorher abgebaut. Es bleibt eine positive Aufregung, die einen beflügelt und nicht hemmt.“ Dazu rät auch Mornell ihren Schützlingen, die normalerweise versuchen, so wenig wie möglich an den drohenden Auftritt zu denken.</p>
<h4>Ein Patentrezept gibt es nicht.</h4>
<p>Ein Patentrezept gebe es nicht, meint Mornell. Deshalb hält sie auch wenig von den meisten auf dem Markt erhältlichen Ratgebern. Ihnen fehle die wissenschaftliche Grundlage, sie seien nicht auf die Einzelperson bezogen und oft von musikalischen Laien geschrieben. Sie selbst versuche vor allem, Methoden der Selbstreflektion vor und nach dem Auftritt zu vermitteln.</p>
<p>Manche Menschen betrifft dies alles nicht. Sie scheinen für die Bühne geboren. Fast schon instinktiv nutzen sie die Aktivierung und übertreffen ihre Probenleistung bei Weitem: „Solche Rampensäue gibt es“, lacht Vucenovic und erzählt von einer Studentin: „Sie ist in den Proben auch gut. Aber sie geht auf die Bühne und blüht auf. Das ist immer drei Stockwerke über ihrer Probenleistung.“ Die Regel ist das nicht. Martha Argerich, eine der bedeutendsten Pianistinnen unserer Zeit, geht seit Langem nicht mehr allein auf die Bühne: Man sagt, vor Solo-Auftritten musste sie sich regelmäßig übergeben.</p>
 <p><a href="http://www.felixvictor.net/?flattrss_redirect&amp;id=608&amp;md5=10726272e4ca2f3506ae9de0b96be4ee" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.stationsarzt.net/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Stationsarzt/~4/j9f4as6Bdfo" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Krieg der Welten in der Tasche</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Nov 2010 12:54:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der globale Feldzug des Iphones stößt auf die Resistance durch Googles Android. Das zerfallende Großreich Microsoft versucht noch einmal Fuß zu fassen und will die Hoheit über den Raum der mobilen Endgeräte nicht kampflos aufgeben. Und in meinem Kopf finden mehr Abwägungen statt als vor der letzten Bundestagswahl. Dabei will ich doch nur ein neues Handy. Ist das noch normal?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der globale Feldzug des iPhones stößt auf die Résistance durch Googles Android. Das zerfallende Großreich Microsoft versucht noch einmal Fuß zu fassen und will die Hoheit über den Raum der mobilen Endgeräte nicht kampflos aufgeben. Und in meinem Kopf finden mehr Abwägungen statt, wessen Mitläufer ich werde, als vor der letzten Bundestagswahl. Dabei will ich doch nur ein neues Handy. Ist das noch normal?</strong></p>
<div id="attachment_531" class="wp-caption aligncenter" style="width: 508px"><a href="http://www.stationsarzt.net/wp-content/uploads/2010/10/apple-vs-android.jpg"><img class="size-large wp-image-531  " title="apple vs android" src="http://www.stationsarzt.net/wp-content/uploads/2010/10/apple-vs-android-1024x691.jpg" alt="" width="498" height="337" /></a><p class="wp-caption-text">cc-by-sa Tsahi Levent-Levi (http://flic.kr/p/8EFVd6)</p></div>
<p>Die Entscheidung ein neues Handy zu kaufen, ist bereits gefallen. Windows Mobile muss weg. Keine Ahnung, wie das <a href="http://www.microsoft.com/windowsphone/de-de/features/default.aspx#start-screen-live-tiles" target="_blank">&#8220;einzige Handy mit Live-Kacheln&#8221;</a> so ist, aber die 6.x Versionen von Windows für Smartphones haben mir die Neugier darauf vergällt. Bleibt die Frage mit welchem Beelzebub ich den Teufel austreiben will: Dem Daten fischenden Androiden von &#8220;Don&#8217;t be evil.&#8221;-Google oder dem totalen Integrator namens iPhone. Eigentlich eine Entscheidung, die sich anhand meiner Vorlieben sowie ein paar technischen Daten schnell fällen lassen müsste. Doch diese Zeiten sind vorbei! Als informierter, internetaffiner junger Mann bin ich mir meiner Verantwortung für die Zukunft unserer technisierten Gesellschaft voll bewusst. Es geht hier nicht mehr darum, ob ich mein Kommunikationutensil ein paar mal öfter aufladen muss, ob es coole Klingeltöne oder ein stylisches Design besitzt. Es geht um die Entscheidung zwischen zwei bestmöglichen Welten. Es geht um Politik und Religion. Ein Weg führt in den globalen Überwachungsstaat, der andere in eine Mediendikatur und die Jünger beider Seiten erklären das Paradies des anderen zur verkappten Hölle.</p>
<p>Apple verspricht mir ein vollintegriertes System, in dem alles funktioniert, weil alles Nicht-Funktionale verboten wird. Was Nicht-Funktional ist, ist jedoch häufig Auslegungssache und deckt sich manchmal erschreckend mit den Interessen von Vertriebspartnern. Da nebenher auch noch bestimmte Inhalte unerwünscht sind, ist die Zensur-Keule nicht weit.</p>
<p>Die Kopplung mit iTunes schlägt die letzte Tür des digitalen Wohnzimmers zu. Meine Musiksammlung muss durch diesen multimedialen Kaufhof verwaltet werden. Selbst die Nutzung als externe Festplatte wird mir ohne Begründung vorenthalten. Dabei ist es technisch mehr Aufwand, das zu verhindern, als es zu ermöglichen. Apple schreibt mir vor, welche Formate ich zu verwenden habe, um meine Musik zu hören oder Filme zu sehen. Die Argumente der Funktionalität sind hierbei haltlos. Hier geht es um wirtschaftlich-strategische Interessen. Das sämtliche Apple-Produkte bis heute nicht den verlustfreien Open-Source Audio-Standard <a href="http://flac.sourceforge.net/">FLAC</a> unterstützen, liegt beispielsweise nicht an der <a href="http://wiki.hydrogenaudio.org/index.php?title=Lossless_comparison#Comparison_Table">Performance</a> gegenüber dem Apple Hausformat <a href="http://wiki.hydrogenaudio.org/index.php?title=ALAC">ALAC</a>. Es liegt daran, dass FLAC von Anfang an so konzipiert wurde, keine Kopierschutzmaßnahmen zu unterstützen. Das selbe gilt für <a href="http://www.vorbis.com/">Ogg Vorbis</a> und mp3.</p>
<p>Der Androide hingegen ist offen. Offen für alles. Nichts ist ihm zu schmuddelig, nichts zu ressourcenverschwendend, nichts zu riskant. Wenn ich will, darf ich mein System vermüllen mit allem, was da kreucht und fleucht. Dafür kennt er keine Grenzen oder Gesetze und schreibt niemandem vor, wo man sich seine bewusstseinserweiternden Applikationen holt. Happy costumizing. Inhalte? Waren google schon immer egal, wer will, kann ja SaveSearch auf &#8220;strikt&#8221; stellen.</p>
<p>Die selbe Offenheit verlangt der Androide jedoch auch vom Nutzer: Ohne google-Account geht hier nicht viel. Um guten Service zu bekommen, liefere ich, wenn ich nicht aufpasse, meinen Standort samt Bewegungsprofilen, meine private Korrespondenz, meine Vorlieben, meine politische Einstellung, meine Bekanntschaften&#8230; kurz: Dinge, die ich in dieser Ausführlichkeit nicht mal meiner Mutter erzählen würde, an google aus. Und bei der Menge an Daten die google bereits von mir hat, erscheint diese Perspektive wenig reizvoll. Man muss sich nur mal vorstellen, welche Begehrlichkeiten bei einem selbst geweckt werden würden, hätte man diesen Daten-Pool über andere Personen. Soviel Selbstdisziplin einem Unternehmen auf Dauer abzunehmen erfordert viel Optimismus.</p>
<p>Und so muss man sich zwischen zwei Zukunftsmodellen entscheiden. Es ist vollkommen egal, dass wahrscheinlich weder das eine, noch das andere auf Dauer den gesamten Weltmarkt dominieren wird. Es geht ums Prinzip! Welcher Partei gebe ich mein Geld? Das Image welcher der beiden Gemeinden habe ich am Hals, wenn ich in der U-Bahn einen Anruf entgegennehme?</p>
<p>Und wie bei Wahlen bleibt einem nichts anderes übrig, als das kleinere Übel zu wählen. Oder sich zu enthalten und <a href="http://www.gizmodo.de/2010/10/25/johns-phone-das-anti-smartphone.html" target="_blank">auf ein Smartphone zu verzichten.</a></p>
<p>So tritt man einen Schritt zurück vom Schaufenster, hinter dem die möglichen zukünftigen mobilen Lebensabschnittspartner lagern und beginnt zu realisieren, dass man diese Überlegung vor nicht allzu langer Zeit für total absurd gehalten hätte. Der Kauf eines Handys, eine politische Entscheidung? Ist Apple das neue Coca Cola, während Google den Datenkommunismus repräsentiert? Oder bin ich Opfer einer gewollten Inszenierung der Produkte als Glaubensbekenntnis?</p>
 <p><a href="http://www.felixvictor.net/?flattrss_redirect&amp;id=521&amp;md5=eec5bd12e275c90b07c77f0cb3e474e6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.stationsarzt.net/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Stationsarzt/~4/oelEgo6lHAI" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Keine Postkarten mehr durchs Netz schicken</title>
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		<comments>http://www.felixvictor.net/2010/08/21/keine-postkarten-mehr-durchs-netz-schicken/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Aug 2010 20:45:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stationsarzt</dc:creator>
				<category><![CDATA[de]]></category>
		<category><![CDATA[tech]]></category>
		<category><![CDATA[Email Verschlüsselung]]></category>
		<category><![CDATA[enigmail]]></category>
		<category><![CDATA[gnupg]]></category>
		<category><![CDATA[OpenPGP]]></category>
		<category><![CDATA[pgp]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[quick start guide]]></category>
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		<description><![CDATA[Mail-Verschlüsselung wird immer noch als unpraktikable Praxis verschrien. Dabei könnte doch alles so einfach sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mail-Verschlüsselung wird immer noch als unpraktikable Praxis verschrien. Dabei könnte doch alles so einfach sein.</strong></p>
<p>Ich habe es geschafft! Ich wäre in der Lage, meine Mails nicht mehr für jeden lesbar durchs Netz zu schicken, sie in einen OpenPGP genannten Umschlag zu stecken und zu unterschreiben&#8230; wenn doch nur Leute mitmachen würden.</p>
<p>Die Sache wäre ganz einfach: Sie installieren sich z.B. <a href="http://www.mozillamessaging.com/de/">Thunderbird</a> und das nette Plugin <a href="http://enigmail.mozdev.org/home/index.php">Enigmail</a>.</p>
<p>Doch jetzt hört der Spaß für den &#8220;normalen&#8221; User auf: Das Plugin benötigt GnuPG. Ein großer Teil der Open-Source-Gemeinschaft, insbesondere die Gnu-Gemeinde hat ja ein hohes Sendungsbewusstsein. Nur kein Gespür dafür, wie sie diese Sendung denn senden sollen. Hier findet sich unter <a href="http://gnupg.org/download/index.en.html" target="_blank">Download</a> erstmal der Sourcecode an oberster Stelle. Irgendwo weiter unten gibt es dann Binaries für Windows. Und spätestens hier wissen die meisten meiner Bekannten nicht mehr, wovon die Rede ist. Source? Binary?</p>
<p>Ist es denn wirklich so eine Überwindung, einfach</p>
<blockquote><p>Windows User klicken <a href="ftp://ftp.gnupg.org/gcrypt/binary/gnupg-w32cli-1.4.10b.exe" target="_blank">hier</a></p>
<p>Mac OS X Snow Leopard <a href="http://sourceforge.net/projects/macgpg2/files/" target="_blank">hier</a></p>
<p>Der Rest ist wahrscheinlich erfahren genug, sich hier selbst zurecht zu finden.</p></blockquote>
<p>oben auf die Seite zu schreiben? Wäre das zu einfach?</p>
<p>Natürlich hätten dann die meisten immer noch nicht das ominöse &#8220;Web of Trust&#8221; verstanden und würden einfach, meist zu Recht, annehmen, dass das Geschriebene schon von demjenigen kommt, der es abgeschickt zu haben meint, und auch wieder dahin zurück geht. Aber vor fünf Jahren war den meisten Leuten auch noch eine Mail zu kompliziert. OpenPGP würde mehr Verbreitung finden und die Menschen würden anfangen, sich während der Verwendung darüber klar zu werden, welche Fehler man machen kann. So lernen Menschen normalerweise Inhalte, die sich in ihren Alltag integrieren sollen. Nicht indem sie sich erstmal ein 93 Seiten langes <a href="http://www.gnupg.org/gph/de/manual.pdf">Handbuch</a> mit einer Kurzeinführung in die Kryptographie durchlesen, das meist als erste Referenz angegeben wird.</p>
<p>Auch wenn das Handbuch hervorragend und empfehlenswert ist, ist es nicht gerade ein Einstieg, der den meisten Leuten die Sache schmackhafter machen würde.</p>
<p>Deshalb hier ein Quickstart von meiner Seite und ein verbeitenswerter <a href="http://digital-privacy.de/tutorials/gnupg" target="_blank">Link auf eine andere</a>, die noch ein paar Konfigurationsmöglichkeiten abdeckt:</p>
<ol>
<li>Installiere <a href="http://www.mozillamessaging.com/de/" target="_blank">Thunderbird</a> und richte dein Mailkonto ein. Das funktioniert meistens automatisch nach Eingabe deiner Mailadresse. Ansonsten erkundige dich bei deinem Mailanbieter.</li>
<li>Installiere GnuGPG nach den oben genannten Varianten.</li>
<li>Gehe in Thunderbird auf Extras &gt; Add-ons</li>
<li>Suche im Reiter &#8220;Add-ons suchen&#8221; nach Enigmail und füge es zu Thunderbird hinzu.</li>
<li>Starte Thunderbird neu, wenn du dazu aufgefordert wirst.</li>
<li>Falls er nicht automatisch startet, starte den Einrichtungsassistenten unter OpenPGP &gt; OpenPGP-Assistent und folge den Anweisungen.</li>
<li>Jetzt kannst du Mails beim Erstellen mit dem Button OpenPGP signieren und jedem, der dir schon einmal eine signierte Mail geschrieben hat, verschlüsselte Mails zusenden. Es macht durchaus Sinn, das immer zu tun, auch wenn man nichts zu verbergen hat.</li>
<li>Sei dir bewusst, dass deine Mails nicht mehr nach dem Inhalt durchsuchbar sind, deshalb wähle treffende Betreffzeilen.</li>
</ol>
<p>Ja, ich habe viel ausgelassen und vieles erklärt, das diejenigen für überflüssig halten, die meinen, ich hätte etwas weggelassen. Aber für die meisten ist das der Weg, es zu erklären. Und ohne eine gewisse Verbreitung funktioniert Verschlüsselung nicht.</p>
<p>Den Rest kann man in den Kommentaren klären oder einem Forum überlassen.</p>
<address>Mein OpenPGP-Key ist übrigens <a href="http://www.stationsarzt.net/stationsarzt%20stationsarzt@stationsarzt.net%20%280xD66DE9BB%29%20pub.asc" target="_blank">hier</a> oder auf den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schl%C3%BCsselserver" target="_blank">Keyservern</a> (z.b. http://wwwkeys.de.pgp.net) unter stationsarzt zu finden.</address>
 <p><a href="http://www.felixvictor.net/?flattrss_redirect&amp;id=476&amp;md5=01c9a2744047583411540de0ccbee645" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.stationsarzt.net/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Stationsarzt/~4/tokOdY2divs" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Bacterial games – Rock, Paper, Scissors on a lattice</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 18:15:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stationsarzt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Today I gave a talk about cyclic competition. The simplest model of this kind is the Rock-Paper-Scissors-Game. For the most people the presentation I embed here will be interesting only in the first part. For mathematicians and physicians it could be quite interesting further. But interesting for all kind of people is the presentation software I used.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Today I gave a talk about cyclic competition. The simplest model of this kind of competition is the Rock-Paper-Scissors-Game. For the most people the presentation I embed here will be interesting only in the first part. For mathematicians and physicians it could be quite interesting further. But interesting for all kind of people is the presentation software I used. It isn&#8217;t based on slides, in my opinion a relict of old projector technique, but on a nearly infinite white (or colored) space, where you can zoom and wander around at will. On <a href="http://www.prezi.com">prezi.com</a> there are a lot of very nice examples how you can use this. The only thing I don&#8217;t like is, that the whole thing is flash-based. That wastes a lot of resources.</p>
<p>If you want to sign up as a student or teacher, make sure that you get the educational license. With that it&#8217;s free to make private &#8220;prezis&#8221; and the desktop version is almost two-thirds cheaper.</p>
<p style="text-align: center;">So now have fun with the first talk I created with this nice programm (best in fullscreen 4:3, because it was planned for the projector):</p>
<div class="prezi-player"><!-- .prezi-player { width: 540px; } .prezi-player-links { text-align: center; } --><object id="prezi_vty3-a35lbji" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="540" height="405" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="name" value="prezi_vty3-a35lbji" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="flashvars" value="prezi_id=vty3-a35lbji&amp;lock_to_path=0&amp;color=ffffff&amp;autoplay=no&amp;autohide_ctrls=0" /><param name="src" value="http://prezi.com/bin/preziloader.swf" /><embed id="prezi_vty3-a35lbji" type="application/x-shockwave-flash" width="540" height="405" src="http://prezi.com/bin/preziloader.swf" flashvars="prezi_id=vty3-a35lbji&amp;lock_to_path=0&amp;color=ffffff&amp;autoplay=no&amp;autohide_ctrls=0" bgcolor="#ffffff" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" name="prezi_vty3-a35lbji"></embed></object></p>
<div class="prezi-player-links">
<p style="text-align: center;"><a title="In space a model for stochastically interacting individuals, metaphorically described by the rock, paper, scissors - game, creates spirals" href="http://prezi.com/vty3-a35lbji/bacterial-games-rock-paper-scissors-in-space/">Bacterial games &#8211; rock, paper, scissors in space</a> on <a href="http://prezi.com">Prezi</a></p>
</div>
</div>
 <p><a href="http://www.felixvictor.net/?flattrss_redirect&amp;id=375&amp;md5=f6d9d7a624ac331c1e82d515ed531afa" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.stationsarzt.net/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Stationsarzt/~4/IbwbMOWe-kQ" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Die Larmoyanz sitzt im Publikum</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/Stationsarzt/~3/IgFwu2ANw6U/</link>
		<comments>http://www.felixvictor.net/2010/07/14/die-larmoyanz-sitzt-im-publikum/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 16:00:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stationsarzt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die 2. ZEIT Konferenz "Hochschule &#038; Bildung" bietet gute Unterhaltung, unprofessionelle Veranstalter, überraschende 180°-Wendungen von Uni-Präsidenten, gewohnten Wirtschaftssprech und einen Moderator der sich freut, mal mitdiskutieren zu dürfen. Ein studentisch kommentierender Bericht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die </strong><a href="http://www.zeitverlag.de/veranstaltungen/zeit-konferenz-hochschule-bildung/"><strong>2. ZEIT KONFERENZ &#8220;Hochschule &amp; Bildung&#8221;</strong></a><strong> bietet gute Unterhaltung, unprofessionelle Veranstalter, überraschende 180°-Wendungen von Uni-Präsidenten, gewohnten Wirtschaftssprech und einen Moderator, der sich freut, mal mitdiskutieren zu dürfen.</strong> Ein studentisch kommentierender Bericht.</p>
<div id="attachment_360" class="wp-caption aligncenter" style="width: 530px"><a href="http://www.stationsarzt.net/wp-content/uploads/2010/07/3837770108_342ce21d62_o.jpg"><img class="size-full wp-image-360     " title="Frankfurter Skyline" src="http://www.stationsarzt.net/wp-content/uploads/2010/07/3837770108_342ce21d62_o.jpg" alt="" width="520" height="347" /></a><p class="wp-caption-text">Frankfurter Skyline. Warum die IHK in Frankfurt für eine Bildungskonferenz ausgewählt wurde, lässt sich, wenn nicht durch Symbolik, so doch vielleicht durch die zentrale Lage erklären. (cc-by-nd-licensed by loop_oh: http://www.flickr.com/people/loop_oh/, http://www.flickr.com/photos/loop_oh/3837770108/sizes/o/)</p></div>
<p>Schön, dass man als Student umsonst mit dem ICE in der ersten Klasse nach Frankfurt kommt. Was wahrscheinlich als Werbegeschenk der Deutschen Bahn gedacht war, eine im regulären Eintrittspreis von fast 900 € inbegriffene Zugkarte, kam aufgrund der politisch ehrenwerten Entscheidung der ZEIT, Studenten, Journalisten und Angestellte im öffentlichen Dienst kostenlos auf die Konferenz zu lassen, dann doch irgendwie nicht so wirklich an die Zielgruppe, die durch baldige Firmenticketkäufe die Finanzen der DB aufbessert.</p>
<p>Angekommen, gespannt, wie selektiert das Publikum aufgrund dieser Eintrittspreise wohl sein wird, wird einem bereits am Nebeneingang der Industrie- und Handelskammer (IHK) durch gut platzierte Sponsorenlogos mal wieder die, aus studentischer Sicht allgegenwärtig Veranstaltungen finanzierende, Finanzberatung MLP in Erinnerung gerufen.  Nach dem obligatorischen Stehempfang wird das den Plenarsaal nicht wirklich füllende Publikum auf der Bühne erst einmal von Josef Joffe, Herausgeber der ZEIT, begrüßt.<span id="more-336"></span></p>
<h4>Neidvolle Blicke auf den US-amerikanischen Bildungseisberg</h4>
<p>Wie auch das sonstige moderierende Personal der ZEIT, hat er einen direkten Bezug zu den USA, er dozierte in Stanford, Princeton und Harvard, in deren Richtung im Laufe des Tages noch häufig neidvoll geblickt werden wird. Dass hierbei jedoch von den Diskutanten auf dem Podium meist nur die Spitze des US-amerikanischen Bildungs-Eisbergs gesehen wurde, stieß weder ihnen noch dem Publikum hörbar auf.  Nach einem flachen Witz über &#8220;Jogis Löwen&#8221; (bekommt man solche Wortspiele als Herausgeber einer renommierten Wochenzeitung nicht abgewöhnt?), nutzt er sein gutes Recht als Veranstalter, seine persönliche Meinung zur heutigen Hochschullandschaft als Veranstalter loszuwerden.</p>
<p>Wer hier jedoch eine wert- und zielneutrale Erörterung der Probleme und Lösungsansätze ebendieser erwartete, wie man sie vom Veranstalter gerne hören würde, wurde leider enttäuscht.  Nachdem das Publikum mit einem Lagebericht eingestimmt wurde, dass die Forschung immer weiter in die außeruniversitären Institute verlagert wird, zu viele Leute auf zu wenig Studienplätze kommen und zu wenig Geld da ist, kommt sofort die Forderung nach mehr Verantwortungsübernahme der Studierenden, die übersetzt Studiengebühren heißt, was beim Thema des ersten Vortrags- und Diskussionsblocks &#8220;Verantwortung der Hochschulen für die Studierenden&#8221; besonders passend kommt. Mit dem Verweis auf die USA und dem Vergleich mit eben dem gelobten Land, wird aus den Ausgaben der dortigen Studenten der Schluss gezogen, die Deutschen würden zu wenig bezahlen.</p>
<h4>Dass erst Bologna die Mobilität aus den Fugen brachte, ist noch nicht angekommen.</h4>
<p>Bologna sei notwendig gewesen. &#8220;Ein drastischer Wandel musste sein&#8221;. Denn vorher herrschte ein &#8220;Studium ohne Ende&#8221;, &#8220;ohne Qualitätskontrolle&#8221; und, faktisch vollkommen falsch, &#8220;ohne europaweite Mobilität&#8221;. Dass erst mit Bologna die vorher durch Erasmus und ähnliche Initiativen erreichte Mobilität wieder aus den Fugen geriet, ist anscheinend immer noch nicht angekommen.  Er will die &#8220;Bologna-Litanei&#8221; nicht weiter ausweiten und schließt den inhaltlichen Teil mit ein paar weiteren allgemein bekannten Fakten (die FH verzeichnen Zuwächse) und dem allseits beliebten Analogiezug zwischen Köpfen und Bodenschätzen des Landes.</p>
<p>Nun, man will, ob der Dreistigkeit einer so klaren Positionierung eines Vertreters des Veranstalters in der Begrüßung, eigentlich schon wieder gehen, aber das Mittagessen ist erst in zwei Stunden und so hofft man während der &#8220;Key Note&#8221; des Staatssekretärs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Dr. Georg Schütte, dass die Podiumsdiskussion zwei Vorträge später wenigstens Gegenargumente, wenn schon nicht den Versuch einer objektiven Betrachtung mit sich bringt.</p>
<h4>&#8220;Change your culture!&#8221;</h4>
<p>Schütte relativiert dankenswerterweise gleich zu Beginn den USA-Vergleich und weist als gefühlt einziger an diesem Tag auf das Hinkebein hin, die Ivy-League und Universitäten ähnlicher Reputation mit dem deutschen Hochschulsystem zu vergleichen, das ganz andere Ziel- und Voraussetzungen hat. Er zitiert anekdotisch einen amerikanischen Kollegen, der auf die Frage, was Deutschland denn machen müsse, um das gelobte Land nachzuahmen: &#8220;Change your culture!&#8221;  Danach kommt das übliche Staatsreferat: Die Verantwortung des Staates für eine funktionierende Uni, die Erkenntnis, Ausbildung, Berufsqualifikation und &#8211; natürlich &#8211; die Ausbildung staatsbürgerlichen Handelns leisten soll. Dann eine lange Reihe von Zahlen, insbesondere, wieviel der Staat für den Hochschulpakt ausgibt und die Erfolgsmeldung, dass endlich mehr Leute die sogenannten MINT-Studienfächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) wählen.  Währenddessen blättert man ein wenig im den Konferenzteilnehmern geschenkten, 320 Seiten starken &#8220;MLP Taschenbuch der Hochschulpresse&#8221;, nützlich für jeden, der die öffentliche Meinung über Hochschulpolitik ein wenig prägen möchte. Kontaktdaten ohne Ende, nur Pressereferate von Studierendenvertretungen und ASten sucht man vergeblich.</p>
<h4>&#8220;Kein Stipendienprogramm für Einkommenseliten&#8221;</h4>
<p>Schließlich ein Höhepunkt: Wir erfahren aus erster Hand, dass das nationale Stipendienprogramm, nachdem der Bund plötzlich Geld dafür hat, durchgewunken wurde, während für die allgemeine BAFöG-Erhöhung kein Geld liquide ist. Dies sei aber, so wird betont, und allein die Notwendigkeit und Form dieser Verteidigung macht stutzig, &#8220;kein Stipendienprogramm für Einkommenseliten&#8221;.</p>
<p>Während man langsam bemerkt, dass man sich hier in einen riesigen Kühlschrank mitten in Frankfurt gesetzt hat &#8211; die Klimanlage bollert irgendwo unter 18 Grad Celsius &#8211; kommt einer zu Wort, der in der Vergangenheit auf Seiten der Wirtschaft viel Ehr und auf Seiten der Studenten viel Kritik und <a href="http://www.dieter-lenzen.de/">kreativen Protest </a>entgegengebracht bekommen hat. Ausgezeichnet als Hochschulmanager des Jahres 2008 trat er bisher vor allem durch seine starke Wirtschaftsorientierung als Präsident der FU Berlin in Erscheinung. Jetzt, als Präsident der Universität Hamburg, scheint ihm die dortige &#8220;Diskussionskultur&#8221;, sowie die vergangenen Proteste gegen seine Person in Berlin und gegen die Hochschulrektorenkonferenz, deren Vizepräsident er ist, nahegelegt zu haben, sich auf alte Werte der Erziehungswissenschaften zurück zu besinnen.</p>
<h4>Wozu soll Universität eigentlich gut sein?</h4>
<p>So betritt mit Prof. Dr. Dieter Lenzen ein Mann die Bühne, dem nach eigener Aussage nahe gelegt worden ist, möglichst &#8220;konkret und pragmatisch&#8221; Verantwortung für die Studierenden in Form von Betreuung, Career Services, Qualitätsmanagement und Ähnliches in einem Impulsreferat für die folgende Podiumsdiskussion zu thematisieren. Dem verweigert er sich ausdrücklich. Und plötzlich hört der Saal wieder zu.</p>
<p>Er stellt die wohl unpragmatischste und grundsätzlichste Frage, die man sich in dieser Umgebung vorstellen kann. Die Frage nach dem Sinn von universitärer Bildung. Wozu soll Universität eigentlich gut sein?  Die Frage nach dem &#8220;Wozu und zu welchem Ende&#8221; ist zwar nicht immer ein Garant für eine gelungene Rede, doch diesmal hält sie ihr Versprechen. Er wolle nicht anfangen Humboldt zu zitieren. Denn damit gerate man immer in den Verdacht, ein romantisch, altgermanisches Bildungsideal, das nicht mehr zeitgemäß ist, wieder heraufbeschwören zu wollen. Statt dessen wird der englische Philosoph John Stuart Mill bemüht, der in einer Rede 1867 universitäre Bildung darüber definierte, was sie nicht ist: Sie sei nicht &#8220;der Ort für berufsmäßige Erziehung&#8221; und höre da auf, wo &#8220;allgemeine Bildung aufhört&#8221;.  Dieses Zitat nimmt der Erziehungswissenschaftler Lenzen exemplarisch dafür her, dass die Idee der allgemeinen, das Menschliche und allgemeine Bildung vermittelnden Universitas nicht allein im altgermanischen, sondern europaweit und auch im angelsächsischen Raum Tradition hat.</p>
<p>Um den temporalen Sprung zu nehmen, wird Horkheimer bemüht: Die Universität wolle &#8220;nicht den Fachmann heranziehen&#8221;, sondern wird durch die Vermittlung von Bildung &#8220;das Menschliche erhalten&#8221; und den allseits gegenwärtigen &#8220;Traum auf ein sinnvolles Leben&#8221; erhalten und die &#8220;Vergötzung des sich selbst genügenden Ichs&#8221; zu verhindern suchen durch den Dienst an der Sache, der Bildung, der Wissenschaft. Somit sei dieses Bild selbst in der Philosophie des 20. Jahrhunderts, bei Personen, die mit dem alten Ideal Humboldts längst gebrochen haben, immer noch gültig.</p>
<h4>Bologna riecht nach Truppenversorgung und Zwangsernährung.</h4>
<p>Mit dieser Einleitung im Hintergrund wird nun Bologna an den Pranger gestellt: Die von manchen mit der Reform des europäischen Hochschulraums in einem Atemzug versuchte &#8220;Entpolitisierung&#8221; der Hochschulen musste scheitern, da sie als solche selbst ein politischer Akt war. Die Verantwortlichen, die Qualitätsmanagement und Career Services fordern, hätten die &#8220;Bildung als Ermöglichungsraum&#8221; nicht verstanden. &#8220;Erziehung ist Zumutung, Bildung Angebot.&#8221; Mehr Determination des Curriculums führe zu weniger Differenzierung und während Bildung einem Auswählen aus einem Angebot feiner Delikatessen gleich sein sollte, rieche Bologna nach &#8220;Truppenversorgung und Zwangsernährung&#8221;.</p>
<p>Wie die alte deutsche Bildungstradition so schwach sein konnte, dass Bologna Bildung zum &#8220;Erziehungsprozess&#8221; gemacht hat, werde Thema erziehungswissenschaftlicher Untersuchungen der nächsten Jahrzehnte sein. Hochschullehrer jedoch sollten als &#8220;Vorbilder der leidenschaftlichen Erkenntnissuche&#8221; Qualitätsmanagement, gewünschtes Thema seiner Rede, überflüssig machen. &#8220;Gebildete Menschen brauchen kein Qualitätsmanagement&#8221;. Zusammen mit der Unmöglichkeit, die Qualität von Bildung arithmetisch zu erfassen, mache die Einführung der Qualitätsüberprüfung universitärer Kundenbetreuung, nur dann Sinn, wenn der Schritt von Bildung zu Erziehung nicht revidiert wird. Mit der &#8220;Hingabe an die Sache&#8221; werde Qualitätsmanagement an Universitäten überflüssig.</p>
<address>UPDATE (12.8.2010): Die Rede von Dieter Lenzen findet sich <a href="http://www.verwaltung.uni-hamburg.de/pr/reden/2010-07-09.pdf" target="_blank">hier</a>.</address>
<h4>Verantwortung heißt Bildung statt Erziehung.</h4>
<p>Nach einer Aneinanderreihung von Forderungen, wie Universität Verantwortung für die Studierenden übernehmen sollte, muss er sich von Jan-Martin Wiarda, Redakteur der ZEIT, der die folgende Podiumsdiskussion moderiert, berechtigterweise fragen lassen, wie viel Selbstkritik in dieser Rede gesteckt habe. Wiarda fasst diese auch sogleich treffend zusammen: &#8220;Verantwortung für Studierende heißt Bildung statt Erziehung&#8221;.</p>
<p>Das Podium ist sehr ausgeglichen besetzt. Neben Lenzen sitzt erfreulicherweise eine studentische Vertreterin vom fzs, Anja Gadow. Auch wenn dieser Dachverband von Studierendenschaften in den letzten Jahren an Bedeutung eingebüßt hat, immerhin ein Zeichen guten Willens. Neben Wiarda Prof. Dr. Wilfried Müller, Rektor der Uni Bremen, auch Vize der HRK. Dann sitzt da noch Kai Gehring, Sprecher für Jugend, Generationen und Hochschulfragen der Grünen im Bundestag. Warum Vertreter anderer Parteien, außer noch der SPD, nicht angekündigt sind, kann man vielleicht dadurch erklären, dass ihre Interessen bereits ausreichend vertreten werden.  Jedoch vollkommen unverständlich, aus welchem sachbezogenen Anlass ein Vorstandsvorsitzender der MLP sich mit in die Reihe setzt. Kurzvita im <a href="http://www.convent2.de/convent/ressourcen/pdf/100709_ZEIT_Bildung.pdf">Programm:</a></p>
<blockquote><p>&#8220;Uwe Schroeder-Wildberg, Jahrgang 1965, ist seit 2004 Vorstandsvorsitzender der MLP AG. Nach Banklehre und Studium war der Diplomkaufmann zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. 1995 wurde er Referent für Treasury bei der Südzucker AG; 1999 wechselte er als Managing Director zur Consors Discount-Broker AG. Dort rückte er 2001 in den Vorstand auf und verhandelte als Finanzvorstand die Übernahme des Instituts durch die BNP Paribas. 2003 wurde er in den Vorstand der MLP AG berufen; nur ein Jahr später übernahm Uwe Schroeder-Wildberg dort den Vorsitz.&#8221;</p></blockquote>
<p>Er hat studiert und war &#8220;zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig&#8221;. Externe Berater bringen immer neue Ansichten, aber in einer Diskussion &#8220;Verantwortung der Universität für die Wirtschaft&#8221; hätte man ihn wohl eher erwartet. Aber wahrscheinlich gehört das zum guten Ton, wenn MLP das Essen gezahlt hat.</p>
<h4>Es gibt keine Lernforschung für den Hochschulbereich</h4>
<p>So startet eine eher langatmige Diskussion, auch da Lenzen recht früh schon wieder gehen muss und somit die größte Reibungsfläche verschwunden ist. Zuvor jedoch deckt er mit der Feststellung, dass es bis heute &#8220;keine Lernforschung für den Hochschulbereich&#8221; gebe, die Unsinnigkeit, über eine angeblich messbare Qualität der Lehre zu reden, auf, ohne dass es groß zur Kenntnis genommen wird.  Während Gadow ihre Individualität pflegt, indem sie äußert, Career Services dürften ihr nicht vorschreiben, was sie anzuziehen hat, versucht sich Schroeder-Wildberg in Sprachhygiene, nachdem er bemerkt, dass das Wort Qualitätsmanagement nicht so gut ankommt und hofft so die &#8220;Überprüfung der Erreichung von selbstgesteckten Zielen&#8221; an den Mann zu bringen. Gehring meint, das ökonomische Leitbilder für die Hochschulreform wohl etwas zu einseitig gewesen seien und prangert &#8211; auch das kennt man bereits &#8211; die Bewertung von Universitäten allein nach ihrer Leistung in der Forschung an.</p>
<p>So blubbert die Diskussion ziemlich kernlos dahin, man hat eigentlich kein gemeinsames Thema, da man sich an &#8220;Was ist Bildung?&#8221; oder &#8220;Erziehung vs. Bildung&#8221; nicht wirklich heranwagt, und alle warten aufs Mittagessen. So gibt es denn auch nicht mehr sonderlich viele Wortmeldungen im Publikum. Im Gedächtnis hängen bleibt der Vorschlag, die Qualität der Lehre an der &#8220;Zufriedenheit&#8221; der Studenten festzumachen. Man fühlt sich spontan an das Konzept des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bruttonationalgl%C3%BCck">Bruttonationalglücks</a> erinnert.</p>
<p>Die Planung ist leider so angelegt, dass man sich nur an einem der insgesamt sechs Roundtables beteiligen kann, denn für das Mittagessen bleiben ansonsten gerade mal 15 Minuten. So schlägt man sich den Bauch mit einigen Delikatessen mit viel Fleisch und Fisch voll, vermisst irgendwie den Alkohol dazu, der korrekterweise erst am Abend gereicht wird, und verpasst derweil &#8220;Profilbildung und Selbstfindungsprozesse&#8221;, &#8220;Career Services&#8221;, der inoffizielle PR-Workshop von MLP, und &#8220;Weiterbildungsangebote an Hochschulen &#8211; quartäre Bildung&#8221;, auch eher uninteressant für den jung studierenden Betrachter. Also findet man sich später in &#8220;Hochschulkommunikation und -marketing&#8221; wieder, nachdem man dem Reiz widerstanden hat, wie denn wohl das &#8220;Berufsbild Hochschulmanager&#8221; aussieht und &#8220;E-Learning&#8221; wahrscheinlich zu Hause genauso interessant ist.</p>
<h4>Warum ist &#8220;university&#8221; plötzlich &#8220;corporate&#8221;?</h4>
<p>Die etwas nervös wirkende Rednerin, sie ist &#8220;Praktikerin&#8221;, soll heißen Pressesprecherin und Leiterin der Kommunikations- und Marketingabteilung der Uni Heidelberg, klatscht einem, wie könnte es anders sein, ein paar Powerpoint-Folien an die Wand und erzählt aus ihrem Kommunikationskonzept für Hochschulen. Alles lässt sich eigentlich unter der Formel &#8216;Aus Wettbewerb folgt Werbenot&#8217; zusammenfassen. Auch nichts, was man nicht schon wusste. Anstatt dem wirtschaftlichen Wettbewerbs-Reaktions-Tripel &#8216;Flexibilität | Mobilität | Senkung der Lohnnebenkosten&#8217; heißt es im Werbebereich eben &#8216;Vertrauen | Authentizität | Partizipation&#8217;. Wie man vom &#8220;Corporate Design&#8221; zur &#8220;Corporate Identity&#8221; kommt, und warum &#8220;university&#8221; plötzlich &#8220;corporate&#8221; ist, bleibt jedoch unklar.  Interessant für den hochschulpolitisch engagierten Studenten jedoch ist, dass ihrer Meinung nach die Hochschulkommunikation nach innen sich ohne eine verfasste Studierendenschaft als Ansprechpartner in Baden-Württemberg als schwierig gestaltet.</p>
<h4>&#8220;Das ist hier eher so eine PR-Veranstaltung.&#8221;</h4>
<p>Schließlich Kaffeepause. Manchmal der eigentliche Sinn und Zweck solcher Konferenzen. Kontakte pflegen, knüpfen, ausloten. Leider etwas kurz geraten, reicht sie aus, um eine nette ZEIT-Mitarbeiterin nach einer Pressemappe zu fragen. Über deren Existenz weiß sie nichts. &#8220;Das ist hier eher so eine PR-Veranstaltung. Ich bin vom Marketing.&#8221;</p>
<p>Wieder angekommen im Plenarkühlschrank bemerkt man, dass das Publikum ein wenig in die Hitze der Frankfurter Innenstadt herausdiffundiert ist. Eigentlich würde man jetzt nur noch die Hälfte der Plätze benötigen. Zum Auftakt des Nachmittagsplenums spricht Petra Roth, Präsidentin des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeisterin des gastgebenden Frankfurts, passend zum gewählten Überthema &#8220;Verantwortung der Hochschulen für die Region und die Wissenschaft&#8221;. Sie beginnt erwartungsgemäß ihre Region, zu loben und zu loben und zu betonen, wie gut und wichtig es doch sei, die &#8220;Wissensnomaden nach Frankfurt zu bekommen&#8221;. Auch ihr ist die Temperatur hier aufgefallen und sie findet sie gut, denn: &#8220;Frisch ist jung, jung ist modern und modern ist leistungsfähig!&#8221; Inwieweit das schallende Gelächter im Saal als Reaktion beabsichtigt war, lässt sich an ihrer Miene nicht ablesen.</p>
<h4>Kultur schafft Arbeitsplätze</h4>
<p>In einem Satz erledigt sie, dass sie ja auch &#8220;Verfechterin des Humboldtschen Ideals&#8221; sei und bemerkt nicht den Widerspruch zur angeblich verfochtenen akademischen Freiheit, wenn sie gleichzeitig über die Investitionen in Bildung redet, die am Ende ja auch eine Wertschöpfung mit sich bringen müssten. Aber ihrer Meinung nach ist der Widerstand in den Hochschulen gegenüber der Wirtschaft ja auch nicht mehr existent und somit steht einer Wertschöpfung im Rahmen der MINT-Fächer nichts mehr im Wege. Die Geisteswissenschaften seien aber genauso wichtig &#8211; für die &#8220;regionale Verankerung&#8221; der Hochschulen. Und mittlerweile habe man auch in der Frankfurter Stadtregierung begriffen, dass Kultur nicht gegen Soziales abgewogen werden müsse, denn Kultur schaffe ja massenweise Arbeitsplätze.</p>
<p>Das Impulsreferat für die zweite Diskussion muss leider ausfallen. Die Referentin, Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, Präsidentin der Universität Potsdam und seit kurzem auch des DAADs, steckt in einem der Züge des Mobilitätspartners Deutsche Bahn ziemlich unmobil fest. Genauso der eigentlich als Moderator für die zweite Runde gesetzte Martin Spiewack, auch Redakteur bei der ZEIT.  Also steht ein improvisierender Wiarda mit einem nicht vollständig besetztem Podium einem nicht vollständig besetzten Saal gegenüber und meint, man beginne jetzt eben einfach ohne Impuls. Anwesend sind Doris Ahnen, SPD, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur in Rheinland-Pfalz, Prof. Herrmann Kokenge, Ex-Rektor der TU Dresden und Dr. Volker Meyer-Guckel vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Ein studentischer Vertreter ist nicht zu sehen,  Zu Anfang darf Meyer-Guckel ein wenig über den vom Stifterverband ins Leben gerufenen Wettbewerb &#8220;Stadt der Wissenschaft&#8221; und dessen positive Wirkungen auf die jeweiligen Städte referieren. Das finden alle gut.  Kokenge erläutert auf Wunsch von Wiarda daraufhin ein Konzept, Dresden-Konzept genannt, das ausnahmsweise mal nicht auf die Wirtschaft schielt. Im Prinzip geht es darum, außeruniversitäre Institutionen, wie das Helmholtz-, Max-Planck- oder Fraunhofer-Institut, aber auch staatliche und städtische Kunstsammlungen in den universitären Betrieb in Forschung und Lehre mit einzugliedern und so die Leistungs- und Anziehungskraft des Hochschulstandorts mit der Universität als federführender &#8220;Spinne im Netz&#8221; zu potenzieren. Soweit, so gut, so naheliegend, so überraschend, dass das nicht schon viel früher und viel öfter passiert ist. Das finden auch alle gut.</p>
<h4>&#8220;Da müssten sie ja 2000 Vorträge pro Jahr halten!&#8221;</h4>
<p>Mittlerweile sind die Züge doch angekommen und Kunst und Spiewak betreten die Bühne. Nun entsteht ein wenig Kanzlerduell-Stimmung infolge der Moderatorendichte auf der Bühne. Spiewack links außen, Wiarda mitten drin und dann noch vier Diskutanten. Und damit nicht mehr alle Alles gut finden, wird das am Mittag durchgenickte Stipendiensystem in die Runde geworfen.</p>
<p>Meyer-Guckel findet das gut, er kommt ja auch aus dem Bereich der Studentenförderwerke. Ahnen sieht dunkelrot, da es das soziale und das Ost-West Gefälle verstärken und aufgrund der Wirtschaftsabhängigkeit bestimmte Studienfächer an den Rand treiben werde. Und die beiden Uni-Rektoren wissen nicht, wie sie die Gelder dafür einwerben sollen im strukturschwachen Osten. Meyer-Guckel meint amerikanisch-hemdsärmelig, dies lasse sich durch Vorträge beim Rotary-Club schon erledigen, oder wenn es beim nächsten Migrantenverein immer noch nicht klappt, eben beim Zahnarzt ohne Kinder. Kommentar Ahnen: &#8220;Da müssten sie ja 2000 Vorträge pro Jahr halten!&#8221;. Schallendes Gelächter im Saal.</p>
<p>Um die Gemüter ein wenig zu beruhigen wird das Thema zu einem anderen US-amerikanischen Wunschimport als der Stipendienkultur umgelenkt: Community Outreaching. Traditionellerweise erledigen Studenten in Amerika gemeinnützige Aufgaben vor Ort. Auch das finden wieder alle gut. Mittlerweile wünscht man sich den studentischen Vertreter herbei, der den Damen und Herren auf der Bühne erklärt, dass den Studenten gar nichts anderes übrig bleibt, als &#8220;community outzureachen&#8221;, wenn sie im Dienste der Studiumsfinanzierung in der Region Kaffee servieren, Nachhilfe geben und Catering-Service für Veranstaltungen wie dieser verrichten.</p>
<h4>Der larmoyante Diskurs der Studierenden</h4>
<p>Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wird irgendwann das Publikum losgelassen. Prompt melden sich drei junge Leute, unter ihnen auch der Autor dieses Artikels. Der Tenor ist: Warum sitzt da vorne keiner von uns? Prägen nicht gerade die Studierenden die Region? Community outreachen gerne, aber wann, bei Studiengebühren und verschulten Bachelorstudiengängen? Und plötzlich sind auf der Bühne die Studenten das Thema. Ganz am Ende. Fünf vor Schluss.</p>
<p>Doch zum Ausweiten bleibt nicht die Zeit und so bittet Wiarda um Schlussstatements. Die Diskutanten wiederholen nochmals die Argumente, die sie am liebsten haben, plötzlich unter Einbeziehung der Studenten. Und dann hat der Moderator das Wort, der im Laufe der Diskussion durch gerade mal zwei, vielleicht drei bissige Fragen aufgefallen ist. Spiewack bricht aus: Wie sehr ihn dieser &#8220;larmoyante Diskurs der Studierenden&#8221; aufrege, ihnen ginge es so schlecht. Er selber war ja im gelobten Land, und da, ja da sei die Mentalität eine andere. Da seien die Studierenden &#8220;dankbar dafür, dass sie studieren können&#8221;. Dort werde mehr neben dem Studium gearbeitet, als der deutsche Student sich vorstellen könne. Und es ist nicht nur der Ton, sondern auch die Ausdrucksweise, die einem auch ohne sonderlich larmoyanten Charakter sauer aufstößt.</p>
<p>Dieser unprofessionelle Meinungsdurchbruch eines als Moderator auf die Bühne gesetzten Redakteurs kann von Wiarda durch die Witzelei, das sei nun eben der böse Abschluss gewesen und er müsse nun den guten machen, auch nicht ausgeglichen werden. Das mittlerweile sehr ausgedünnte Publikum klatscht höflich und macht sich auf zum Abendessen, wo der Sponsor MLP noch seine Dinner-Speech loswerden kann.</p>
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		<title>Jenseits von links und rechts – Zu Besuch beim Piratenstammtisch</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 19:51:40 +0000</pubDate>
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<p>Jeden Freitag hat Nazzareno die Bude voll. Sein sardisches Ristorantino im Münchener Westend ist gefüllt mit Piraten, Mitgliedern der Partei, die unter dem Motto „Klarmachen zum Ändern“ mit zwei Prozent bei der Bundestagswahl einen vielbeachteten Wahlkampf beendeten. Als ein schwedischer Pirat ins Europaparlament einzog, wurde das Hinterzimmer im Bavaria um die Ecke zu eng, und seitdem genießen die politischen Seeräuber dort vergünstigte Pasta und kostenloses WLAN.</p>
<p>Zwei Wochen vor Weihnachten ist es ruhiger geworden. „Das ist das erste Mal, dass so stammtischmäßig alle am Tisch sind“, wundert sich Stephan. Er ist mit seiner Frau Rani hier. Sie übersetzt  zurzeit den Wikipedia-Artikel über die Piraten auf Hindi, ihre Muttersprache. Beide sind aus der IT-Branche, 30 Jahre alt und seit August Mitglied, wie die meisten hier. „Ich habe in den anderen etablierten Parteien keine Alternative für mich gesehen.“ Als Stephan von den Piraten hörte, recherchierte er drei Tage, war begeistert von der Transparenz der Partei und trat ihr sofort bei.<span id="more-286"></span></p>
<p>So ein richtiges Arbeitstreffen sei das nicht, meint Franz Rauchfuss, Schatzmeister des Verbands Oberbayern. Das Meiste werde mittlerweile in Arbeitsgruppen erledigt. Die Berichte des Vorstands und der Arbeitsgruppen gehen auch schnell vorüber. Nebenher werden Emails am mitgebrachten Laptop oder Smartphone gelesen. Anfang 2010 soll es wieder einen Landesparteitag geben. Da der letzte in riesige Diskussionen ausartete, werden vorher Treffen zu kritischen Themen stattfinden.</p>
<p>Kurz vor Schluss ergreift Michael das Wort, über 40, einer der Ältesten hier. Er ist hier, um seine Parteikollegen auf ein neues Thema einzuschwören: GEZ. „Das ist ein Piratenthema!“ Er redet sich in Rage, dass hier einmal mehr ein „bestehendes Konzept zementiert“ werde und die Piraten dieses Thema besetzen müssen. Er spricht vom „Wähler“, der die GEZ nicht möge, womit die Piraten hier in einer „Win-Situation“ seien. Als Beleg für das öffentliche Interesse am Thema führt er „tausende Kommentare auf heise.de“ an:  der Website eines Verlags für Computertechnik- und IT-Magazine. „Hände hoch, wer helfen möchte!“ Etwas zaghaft melden sich drei.</p>
<p>Der Vorschlag, Telefondebatten über aktuelle Themen zu organisieren, findet Zustimmung. „Um auch mal ins Gespräch zu kommen.“ Außerdem sei das produktiver als Emaillisten. Damit ist der offizielle Teil des Abends beendet und die nun gut 20 Anwesenden, überwiegend Männer in T-Shirts mit Piratenlogo, wenden sich wieder ihren Tischgenossen zu, während draußen die Raucherrunde eröffnet wird.</p>
<p>Vor der Tür steht Marcel, 32, seit August Pirat, Brettspielautor, Illustrator und Programmierer. Er wirkt wie ein meist gut gelaunter Mensch: breite, dunkle Brille, stets schmunzelnd, Haare im gepflegten Chaos. Er denkt, dass es nun an der Zeit ist, den „Grundkonsens“ zu finden: Irgendwo im breiten „Spannungsfeld“ zwischen dem „freien Individuum“ und der „Chancengleichheit“ soll dieser verortet sein. Das sei möglich, denn es müsse einen tieferen Grund geben, warum die Kernthemen der Piraten so viele, ehemals politisch verschieden beheimatete oder politikverdrossene Menschen ansprechen. Aber: „Wir müssen als Piraten da ran gehen, nicht als Ex-Grüne oder Ex-FDPler.“</p>
<p>Doch das ist in der drei Jahre jungen Partei nicht einfach. Marcel diskutiert mit Rani über die „Querdenker“ in der Partei, die es kultivieren, den Dissens zu suchen und ihre meist gewöhnungsbedürftige Meinung lautstark vertreten. Franz Rauchfuss sieht die Problematik gelassen: „Es gibt schon Menschen mit extremeren Ansichten, die auch eventuell nicht ganz so kompromissbereit sind. Ich denke, das hat jede Partei und das gehört dazu. Eine gesunde Organisation muss solche Leute verkraften können.“ Schließlich entscheide die Basis und da sei die gemäßigte, schweigende Mehrheit vertreten. „Ich habe die Hoffnung, dass wir pragmatische Ansätze fahren werden, dass wir nicht in diese alte links-rechts-Schiene geraten.“ Viele Ressourcen kostet auch der Aufbau der Parteistruktur: Die letzten Parteitage wurden von Satzungsänderungsanträgen dominiert. Klaus Müller, Vorsitzender des Landesverbands Bayern, erklärt sich das auch durch die Natur des in der Partei häufig vertretenen Computerfreaks: „Der Nerd an sich hat in seinem Bereich gern Ordnung.“ Da müsse alles stimmen.</p>
<p>Auch ohne Satzungsfindung hat die Partei viel zu tun. Mit dem Thema Bürgerrechte allein sei die Partei zu schmal aufgestellt, sagt ein Gast, der hier eigentlich nur mit einem Freund essen wollte. Gewählt habe er sie, aber seine Erststimme habe Guttenberg bekommen.</p>
<p>Und so will auch Klaus Müller, dass die Partei ein „modernes, progressives Weltbild noch breiter aufstellt auf die Themen, die da kommen werden.“ Dann bestünde die Möglichkeit, nächstes Mal die fünf Prozent zu erreichen. „Es kann aber auch sein, dass wir uns jetzt irgendwie komplett zerstreiten und in drei Jahren alle über diesen politischen Witz lachen.“</p>
<p><em>Mittlerweile trifft sich die Piratenpartei nicht mehr bei Nazzareno. Er hat sein Restaurant leider geschlossen.</em></p>
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		<title>Die Verpackung macht’s – Gedanken eines Erstwählers zur Bundestagswahl 2009</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 15:17:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Also, das war&#8217;s dann. Meine erste Bundestagswahl. Eines Tages schneit ein hässlicher Zettel in unsympathischem Gelb ins Haus und ich darf daraus entnehmen, dass ich wählen darf. Nicht besonders einladend, nicht besonders übersichtlich und derart gestaltet, dass ich mir gut vorstellen kann, dass einige Menschen in diesem Land leidergottes schon die erste Hürde, die fehlende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Also, das war&#8217;s dann. Meine erste Bundestagswahl. Eines Tages schneit ein hässlicher Zettel in unsympathischem Gelb ins Haus und ich darf daraus entnehmen, dass ich wählen darf. Nicht besonders einladend, nicht besonders übersichtlich und derart gestaltet, dass ich mir gut vorstellen kann, dass einige Menschen in diesem Land leidergottes schon die erste Hürde, die fehlende Motivation, aus diesem Behördendeutsch das richtige Procedere herauszufiltrieren, nicht nehmen werden und zu den vielbeklagten Nichtwählern wechseln.</p>
<p>Irgendwie habe ich mir als demokratiebegeistertes Kind das immer anders vorgestellt. Ehrwürdiger. Nicht wie eine Vorladung zu einem x-beliebigen Behördentermin. Ließt man den Wisch weiter durch, stellt man fest, dass das Ganze auch noch in einer Schule stattfinden soll. Nicht gerade ein Ort, an den man mit vollkommen ungemischten Gefühlen zurückkehrt. Noch dazu, wie das Häubchen aus (saurer) Sahne auf den viel zu trockenen Kuchen, in der Turnhalle. Gedanken an strenge Gerüche, proletenhaftes Gebaren der Menschen, die im sonstigen Unterricht nichts zu sagen hatten und Ungerechtigkeiten ausgehend von der eigentlichen &#8220;Vertrauensperson&#8221; Lehrer, die leider ein Problem mit ihrem Selbstbewusstsein hat.</p>
<p>Wahltag. Man bewegt sich, nachdem man den Rausch vom Samstag ausgeschlafen hat, irgendwann am Nachmittag in Richtung des besagten &#8220;Wahlbüros&#8221;. Schule. Turnhalle. Pappkabinen. Buntstift. Recyclingpapier. Schlechtgelaunte Wahlhelfer. Und irgendetwas fehlt. Die Ehrwürdigkeit der &#8220;ersten Bürgerpflicht&#8221;. Der durch viel Blut und Tränen erkämpfte Glamour der Demokratie. Eigentlich müsste da was sein, aber man sieht es nicht. Man spürt es nicht. Es zieht nicht. Gar nicht.</p>
<p>Man geht nach Hause. Das wars. Jede Kommunion ist, denke ich, aufregender. Eine Art Kommunion für Erstwähler &#8211; das wär&#8217;s. Das würde meinem Verständnis von Demokratie entsprechen. Es ist keine Bürgerpflicht, sondern ein &#8220;Bürgerehrung&#8221; zu wählen. Und so sollte es auch gehandhabt werden. Raus aus den Turnhallen rein in die schönsten Häuser der Stadt! Weg mit den Pappkabinen und angemessene Kleidung für Wahlhelfer! Etwas mehr Form für den Inhalt unserer Staatsform! Was gibt es immer für ein Gedöns zu viel unwichtigeren Anlässen&#8230;</p>
<p>Ich habe gewählt.</p>
 <p><a href="http://www.felixvictor.net/?flattrss_redirect&amp;id=253&amp;md5=fcba1c7216d4b0a9af2c24831940ea21" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.stationsarzt.net/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Stationsarzt/~4/b49BVT1uuIg" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>J.S. Bach – WTC I – Preludium &amp; Fuga I played by me</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jul 2009 01:16:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stationsarzt</dc:creator>
				<category><![CDATA[en]]></category>
		<category><![CDATA[music]]></category>
		<category><![CDATA[classical]]></category>
		<category><![CDATA[fuga]]></category>
		<category><![CDATA[fugue]]></category>
		<category><![CDATA[home recording]]></category>
		<category><![CDATA[Johann Sebastian Bach]]></category>
		<category><![CDATA[piano]]></category>
		<category><![CDATA[preludium]]></category>
		<category><![CDATA[Wohltemperiertes Clavier]]></category>
		<category><![CDATA[wtc]]></category>

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		<description><![CDATA[I just did some homerecording.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bored by learning theoretical electro dynamics I just realized, that I can produce records with my computer and my clavinova.</p>
<p>This are untouched records. So no mastering, no cutting, nothing. Just clavinova -&gt;3.5 mm -&gt;cinch -&gt; amplifier (because I had no 3.5/3.5 cable I had to use the amplifier as an adapter) -&gt;cinch/3.5 mm -&gt; soundcard -&gt;Some random record tool.  And with cruel mistakes.</p>
<p>I think I&#8217;m going to do this again in a week or two (have to learn for university). But I like to give you an impression of the working progress even behind such &#8220;easy&#8221; pieces of music.</p>
<p>There are two takes of the Preludium. Couldn&#8217;t decide which tempo to take, I think both are wrong. The truth lays somewhere in between. Next week.</p>
<p><a href="http://www.stationsarzt.net/wp-content/uploads/2009/07/1-WTCI_Praeludium_I_fast.mp3">J.S. Bach &#8211; WTC I &#8211; Preludium I</a></p>
<p>And the alternate version, but think about to hear the fugue directly after the preludium. Fits better ;-)</p>
<p><a href="http://www.stationsarzt.net/wp-content/uploads/2009/07/1-WTCI_Praeludium_I_slow.mp3">J.S. Bach &#8211; WTC I &#8211; Preludium I</a></p>
<p>And there are a lot of unsecure parts in the fugue. I hope you enjoy despite that.</p>
<p><a href="http://www.stationsarzt.net/wp-content/uploads/2009/07/1-WTCI_Fuga_I_Take_pm.mp3">J.S. Bach &#8211; WTC I &#8211; Fuga I</a></p>
<p>Good Night</p>
<p>stationsarzt</p>
<p>P.S.: If the player doesn&#8217;t work, I don&#8217;t know why, just click the download link. And I&#8217;m sorry, that the files are quite quiet. Next time I will correct that.<br />
Update: The player didn&#8217;t work because he doesn&#8217;t know the &#8220;strange&#8221; German letter ä&#8230; I fixed it. After hours of bugsearch&#8230;</p>
 <p><a href="http://www.felixvictor.net/?flattrss_redirect&amp;id=43&amp;md5=d304ec8440ea0cf0c933c073b9ed44a0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.stationsarzt.net/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Stationsarzt/~4/W1jQTgyDzks" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Hello world</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jul 2009 21:41:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stationsarzt</dc:creator>
				<category><![CDATA[de]]></category>
		<category><![CDATA[explanations]]></category>
		<category><![CDATA[Abschied]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[blogage]]></category>
		<category><![CDATA[bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[webspace]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach langem Überlegen habe ich mich entschieden, meinen Blog auf einem eigenen Webspace weiterzuführen und meinen alten Anbieter blogage.de zu &#8220;verlassen&#8221;. Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, da ich sowohl das Angebot, die Firmenpolitik und die Seite sehr gerne mag. Auch wenn der Verlust meines bescheidenen Blogs mit seinen ca 100 Besuchern pro Monat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Nach langem Überlegen habe ich mich entschieden, meinen Blog auf einem eigenen Webspace weiterzuführen und meinen alten Anbieter <a href="http://blogage.de" target="_blank">blogage.de</a> zu &#8220;verlassen&#8221;. Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, da ich sowohl das Angebot, die Firmenpolitik und die Seite sehr gerne mag. Auch wenn der Verlust meines bescheidenen Blogs mit seinen ca 100 Besuchern pro Monat blogage nicht hart treffen wird ;-) ,  habe ich doch irgendwie ein flaues Gefühl im Magen, da ich blogage irgendwie lieb gewonnen habe</p>
<p style="text-align: left;">Ich werde auf jeden Fall den Blog im aktuellen Zustand auf blogage so stehen lassen, sozusagen als Archiv, und die alten Einträge nicht mit rüber nehmen.</p>
<p style="text-align: left;">Als kleines Dankeschön für den guten Einstieg in die Bloggerei werde ich auch einen blogage.de-Button auf meinem neuen platzieren ;-) .</p>
<p style="text-align: left;">Warum ich lieber auf meinem eigenen Space blogge? Ist wohl aus dem mir zugehörigen Drang zur Autonomie zu erklären. Am liebsten hätte ich den Server in meinem eigenen Zimmer stehen. Wenn ich ein bestimmtes Feature gerne auf meinem Blog habe, will ich nicht erst warten bis vielleicht eine Anfrage im Forum oder per Mail Beachtung findet. Mit einer guten Blogsoftware kann ich mir entweder einfach ein Plugin suchen oder mir selbst etwas schreiben, wenn wirklich nichts meinen Vorstellungen entspricht.</p>
<p style="text-align: left;">Ich denke, ich entspreche einfach nicht der Kernzielgruppe von blogage.de , die einfach nur schreiben und sich nicht groß um die Konfig kümmern will. (Vielleicht ein bisschen vergleichbar mit meiner kritischen Einstellung zu Macs: schön, funktionieren, aber nicht wirklich konfigurierbar) Ich bastel halt lieber ein wenig mehr, dafür ist dann aber auch alles genau so, wie ich das will.</p>
<p style="text-align: left;">&#8220;Keep things simple&#8221; geht halt leider doch immer mit gewissen Einschränkungen einher.</p>
<p style="text-align: left;">Ich halte blogage trotz allem für das symphatischste und ein technisch hochstehendes Blogportal, dass mit der Verbindung von Blogs mit einer Community auf jeden Fall eine gute Idee hat.</p>
<p style="text-align: left;">Ich bin mir im Klaren darüber, dass es viele gewichtige Nachteile eines Umzugs gibt, die dafür sprächen dort zu bleiben. Da wäre einmal, dass ich im Suchmaschinenranking einfach bei 0 anfangen muss. Auf einem Portal wie blogage profitiert man ja auch immer von dessem Page-Rank. Die Leser, die über die Community daherkommen sind natürlich auch weg. Bei technischen Problemen bin ich dank Selbständigkeit dann eben auch auf mich allein gestellt. Pings bei Blogverzeichnissen, Backups, Design&#8230; alles muss man selber machen.</p>
<p style="text-align: left;">Vielleicht sage ich auch in ein paar Wochen/Monaten wieder, dass ich zurückkomme. Man weiß es nicht.</p>
<p style="text-align: left;">Ansonsten hoffe ich, dass ich dennoch viele &#8220;blogageblogger&#8221; in  Zukunft hier auf meinem eigenen Space wieder treffe.</p>
<p style="text-align: left;">Liebes blogage.de-Team, liebe Community: Macht weiter so!</p>
<p style="text-align: left;">Greetz</p>
<p style="text-align: left;">stationsarzt</p>
<p style="text-align: justify;">Mein alter Blog findet sich unter <a href="http://stationsarzt.blogage.de" target="_blank">http://stationsarzt.blogage.de</a></p>
</div>
 <p><a href="http://www.felixvictor.net/?flattrss_redirect&amp;id=3&amp;md5=3e25960a79dbc69b674cd4ec67a72c62" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.stationsarzt.net/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Stationsarzt/~4/7SNjFRkkCb8" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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