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	<title>Streiflicht Kalifornien</title>
	
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	<description>Leben und Arbeiten im Silicon Valley</description>
	<pubDate>Sun, 10 May 2009 05:21:11 +0000</pubDate>
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		<title>Mal wieder auf Wohnungssuche</title>
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		<pubDate>Sun, 10 May 2009 05:21:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Wohnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das vierte Mal Wohnungssuche innerhalb von zweieinhalb Jahren. So langsam habe ich Routine. Ich muss sagen, hier in Kalifornien ist es viel einfacher als in Deutschland: Ab einer gewissen Größe (16 Apartments?) der Anlage muss ein Vollzeit-Resident-Manager vor Ort sein. Meist hat dieser auch am Wochenende Dienst. Bei den größeren Anlagen sind es bis zu drei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das vierte Mal Wohnungssuche innerhalb von zweieinhalb Jahren. So langsam habe ich Routine. Ich muss sagen, hier in Kalifornien ist es viel einfacher als in Deutschland: Ab einer gewissen Größe (16 Apartments?) der Anlage muss ein Vollzeit-Resident-Manager vor Ort sein. Meist hat dieser auch am Wochenende Dienst. Bei den größeren Anlagen sind es bis zu drei bis vier Leute, die sich nur um die Belange der aktuellen und zukünftigen Mieter kümmern. Wie ich bereits mal geschrieben hatte, gibt es so gut wie keine Wohnungsmakler für Mietwohnungen, und wenn, dann werden sie vom Vermieter beauftrag und bezahlt, um Mieter zu finden. Als Mieter schaut man sich also nur bei <a href="http://sfbay.craigslist.com/apa">craigslist.org</a> um, ruft die dort angebene Telefonnummer an um einen Termin zu vereinbaren, und erhält eine nette Tour durch die Apartmentanlage. Gefällt es, füllt man eine Bewerbung aus und stellt gleich einen Scheck über die Reservierungskaution aus, und das war es.</p>
<p>Gestern hatte ich die erste Besichtigung: $1.250 pro Monat, mit Pool, riesiger Balkon, weniger als eine Meile vom Büro entfernt, neben einem dieser kleinen typischen &#8220;Einkaufszentren&#8221; mit Starbucks, McDonald&#8217;s und Pizz-A-My-Heart. Was natürlich nicht in der Anzeige stand: Die Küche und das Badezimmer war noch original aus den Sechzigerjahren, noch schlimmer als meine jetzige. Jetzt habe ich immerhin eine Digitaluhr am Herd, das Teil dort war noch analog. Eine Gasheizung in einem Holzschrank soll im Winter die Wohnung warmhalten. Der Besitzer war gleichzeitig der Hausmeister und etwas zu gesprächig für meinen Geschmack. Er war früher mal Footballspieler und hat so sein Geld verdient, und jetzt ist er Immobilieninvestor. Er hat Grundbesitz in der Ukraine, wo er auch ab und zu mal hinfliegt um eventuell eine Frau zu finden. Zu viel Information, danke. Zu seinen Mietern zählten ein Stanford-Doktor und ein Rechtsanwalt. Wie die es mit der veralteten Wohnungsausstattung aushalten, ist mir allerdings ein Rätsel. Auch auf <a href="http://www.apartmentratings.com/rate/CA-Mountain-View-Ednamary-Apartments.html">apartmentratings.com</a> kam die Anlage nicht gut weg: Die Wärmeisolierung sei unter aller Kanone.</p>
<p>Heute dann Apartment Nummer 2: $1,175 pro Monat, angeblich großer Balkon (der sich dann als Zugang zum Apartment herausstellte), neuer Fußboden und aktuelle Küchenausstattung, zwei Meilen vom Büro entfernt. Trotz der vereinzelten Upgrades hinterließ das Apartment allerdings auch wieder einen abgewohnten Eindruck. Der dazugehörige Autostellplatz war nicht überdacht, zusammen mit dem nicht sehr privaten &#8220;Balkon&#8221; haute mich das Apartment nicht vom Hocker. Ähnlich war es auch mit einem weiteren für $1,350. Nur eine Meile vom Büro, Pool, allerdings war auch wieder der Balkon der Aufgang zu den Apartments, auf dem andere Mieter zu ihren Wohnungen gehen, wobei sie auch durchs Fenster ins Wohnzimmer schauen können. Nein danke.</p>
<p>Allerdings gab es auch einen Lichtblick. Ein Komplex, den ich bei der letzten Suche ins Auge gefasst hatte, wobei es mir damals etwas zu teuer war, und ich nie einen Manager für eine Führung zu fassen bekommen habe. Diesmal habe ich mir das Ganze genauer angeschaut, denn die Zweizimmerwohnung kostet &#8220;nur&#8221; noch $1,445. Da das auch Wasser- und Abfallgebühren beinhaltet, ist es günstiger als meine jetzige Wohnung, aber um zwei Klassen besser: Zwei Pools, Whirlpool, unnötiger Krempel wie Billardraum, Tischtennis, Fitnessstudio, riesiger privater Balkon, schräge hohe Decken, Klimaanlage, neue Küche, Gaszentralheizung, weniger als zwei Meilen vom Büro, in Fußreichweite zu einem Supermarkt. Ich war schon bereit, den Mietvertrag zu unterzeichnen, da gab Maggie, die freundliche Assistant Managerin, ein kleines wichtiges Detail preis: Die Wohnungen sind zwar Ende Mai frei, allerdings müssen sie noch gereinigt und eventuell renoviert werden, und das dauert bis Anfang Juni. Ich muss am 30. Mai aus meiner aktuellen Wohnung raus sein. Also versuche ich jetzt, meinen Auszug um zwei Wochen zu verschieben, um die Wunschwohnung zu erhalten. Drückt mir die Daumen!</p>
<p><a href="http://www.streiflicht.net/wp-content/greendale.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-82" title="greendale" src="http://www.streiflicht.net/wp-content/greendale.jpg" alt="" width="455" height="161" /></a></p>
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		<title>Basic Keelboat, Epilog</title>
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		<pubDate>Wed, 06 May 2009 05:08:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Segeln]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Regen war weitgehend weg, leider aber auch der Wind. Es war der abschließende Sonntag des Lehrgangs, und wir machten dort weiter, wo wir aufgehört hatten: Mann über Bord! Mittlerweile konnte ich die Schritte im Schlaf: Rettungsring werfen, einen Mitsegler anweisen, den Unglücksraben im Blick zu halten, auf halben Wind gehen (so dass der Wind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Regen war weitgehend weg, leider aber auch der Wind. Es war der abschließende Sonntag des Lehrgangs, und wir machten dort weiter, wo wir aufgehört hatten: Mann über Bord! Mittlerweile konnte ich die Schritte im Schlaf: Rettungsring werfen, einen Mitsegler anweisen, den Unglücksraben im Blick zu halten, auf halben Wind gehen (so dass der Wind genau von der Seite kommt), 3-4 Bootslängen segeln, Q-Wende auf Raumschotkurs machen (so dass der Wind von schräg hinten kommt, fieren des Großsegels nicht vergessen), den eigenen Weg kreuzen und Kurs auf das Opfer nehmen. Ist noch Wind im Großsegel, sofort stark abfallen und wieder anluven. Hat man nicht Genug Geschwindigkeit, durch Dichtholen des Großsegels Fahrt aufnehmen. Alles ganz einfach also&#8230; Komischerweise war es viel einfacher, als der Lehrer ruhig war und keine Tipps mehr gab. Wieder kriselte es etwas zwischen Rick und Lee. Ich glaube am Schluss hat Kevin ihr empfohlen, noch etwas mehr zu üben (sprich, sie hat den praktischen Teil nicht bestanden).</p>
<p>Kurz vor Mittag gab es aber noch eine kleine Überraschung: Es gab einen Knack, und die Pinne fühlte sich plötzlich extrem wackelig in meiner Hand an. Eines der Metallscharniere war glatt durchgebrochen. Wir nahmen sofort die Segel runter und warfen den Motor an, um den Hafen anzusteuern, der zum Glück nur 500 Meter entfernt war. Nicht weiter wild, aber es war eine nette Erinnerung daran, dass an einem Segelboot immer Dinge kaputtgehen können und man immer einen Plan B haben muss. Das hieß, dass wir nochmal das Klar Schiff machen und Anschlagen der Segel am Ersatzboot üben durften.</p>
<p>Am Ende des praktischen Teils ließ mich Kevin wissen, dass ich bestanden hatte. Am Mittag hatte ich mich bereits zu den beiden Workshops angemeldet, die im Preis des Kurses inklusive waren, und da misslungene Versuche der theoretischen Prüfung ohne Konsequenz sind, wagte ich mich sofort nach dem Abschlussbier an die 88 Multiple-Choice-Fragen. 75% sind nötig zu bestehen, und ich erreichte immerhin 88%, wobei ich glaube, dass Bill &#8220;aus Versehen&#8221; eine falsche Antwort übersah. Und da mit Bill zufällig mein Instrukteur von der letzten Woche anwesend war, konnte er auch vor Ort meinen Segelschein unterschreiben, so dass ich ihn mit nach Hause nehmen konnte. Ich weiß nicht, wie die deutschen Scheine aussehen, aber der US-Segelverband gibt ein nettes Büchlein im Reisepassformat aus, in das glitzernde Sticker geklebt werden und das gleichzeitig als &#8220;Logbuch&#8221; für absolvierte Segeltörns dient.</p>
<p>Klar, dass &#8220;ASA101 - Basic Keelboat&#8221; nicht der einzige Sticker in meinem Buch bleiben soll.</p>
<p><a href="http://www.streiflicht.net/wp-content/asa.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-77" title="asa" src="http://www.streiflicht.net/wp-content/asa.jpg" alt="" width="480" height="574" /></a></p>
<p><a href="http://www.streiflicht.net/wp-content/asa101.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-78" title="asa101" src="http://www.streiflicht.net/wp-content/asa101.jpg" alt="" width="480" height="369" /></a></p>
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		<title>Basic Keelboat 2</title>
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		<pubDate>Sun, 03 May 2009 04:53:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Segeln]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einer wie im Flug vergangenen Arbeitswoche und nachdem ich gestern zum letzten Mal einen Scheck für die Miete bei Highland Gardens einreichte, war am Wochenende die zweite Hälfte des Segelkurses angesagt.
Um 6:15 Uhr klingelte der Wecker, eine ungewöhliche Zeit für Samstagmorgen, denn um 8:15 Uhr musste ich bereits am Boot in Berkeley sein um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einer wie im Flug vergangenen Arbeitswoche und nachdem ich gestern zum letzten Mal einen Scheck für die Miete bei <em>Highland Gardens</em> einreichte, war am Wochenende die zweite Hälfte des Segelkurses angesagt.</p>
<p>Um 6:15 Uhr klingelte der Wecker, eine ungewöhliche Zeit für Samstagmorgen, denn um 8:15 Uhr musste ich bereits am Boot in Berkeley sein um es startklar zu machen. Ebenfalls ungewöhnlich war der Regen, zumindest für diese Jahreszeit. Normalerweise regnet es zwischen April und Oktober nicht, wenn überhaupt, tröpfelt es für ein paar Minuten. Am Freitag tröpfelte es allerdings bereits den ganzen Tag, und auch am Samstag schien sich das nicht zu ändern.</p>
<p>Am Boot traf ich wieder auf Lee und Rick, mit denen ich auch schon am letzten Wochenende ein Boot teilte. Als wir die Segel anschlugen (Danke an Georg fürs Übermitteln des Fachbegriffs) traf ein großer, zotteliger Mann auf, der wie eine zehn Jahre jüngere Version von Helge Schneider aussah. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um Kevin, unseren Instructor fürs Wochenende. Die Handgriffe saßen schon besser als letzte Woche, und langsam entwickelte sich Selbstbewusstsein und sowas wie Routine (&#8221;Inspire Confidence&#8221; ist das übrigens Motto des Clubs). Pünktlich beim Ablegen setzte der Nieselregen ein, der aber dank des bereitgestellten Regenzeugs überhaupt kein Problem darstellte.</p>
<p>Kleine Kielboote (wir Lernen übrigens auf einer J24 mit 24 Fuß Länge über alles) machen übrigens maximal um die fünf Knoten, das sind um die zehn Kilometer pro Stunde, ein Geschwindigkeitsrausch kommt dabei also kaum auf. Die Faszination liegt wohl eher darin, die Naturgewalt Wind zu spüren und auszunutzen, und sich dabei frei über die Erdkugel zu bewegen, ohne von Straßen eingeschränkt zu sein.</p>
<p>Das zentrale Element an diesem Tag war das allseits beliebte Mann-über-Bord-Maneuver, was unter Segel seine eigenen Herausforderungen hat. Ohne Bremse und mit dem Wind als Antrieb, der nur in bestimmte Richtungen funktioniert, muss man neben dem Unglücksraben (in diesem Fall ein Plastikkanister, der in einem früheren Leben mal Orangensaft enthielt) praktisch zum Stehen kommen. Man erreicht dies praktisch durch eine Reihe mehr oder weniger komplizierter Maneuver, während denen man sich um die Pinne, die Großschot (zum &#8220;Spannen&#8221; und &#8220;Lockerlassen&#8221; des Großsegels), und seine Position und Richtung relativ zum Wind und zum Ziel kümmern muss.</p>
<p>Ich habe gelesen, dass es für Segellehrer eine der schwierigeren Situationen ist, ein Paar auf dem Boot zu haben, vor allem wenn der Mann schon etwas mehr Segelerfahrung hat, was genau unsere Situation an Bord war, wobei aber letzte Woche alles glattlief. Diesmal jedoch war Lee etwas überfordert, und als auch Rick anfing, vermeintlich hilfreiche Tipps zu geben, hatte sie plötzlich zwei Lehrer, was in dieser Lage nicht wirklich weiterbringt und eher verwirrt. Nach zwei unbeabsichtigten Halsen (keine große Sache, aber eine der wenigen gefährlichen Situationen beim Segeln, weil der Großbaum auf Kopfhöhe übers Deck fegt) flossen dann auch ein paar Tränen. Das perfekte Mann-über-Bord-Maneuver gelang auch mir nicht, aber immerhin konnte ich bei 90% der Versuche den Kanister beim ersten Versuch aus dem Wasser fischen. Morgen ist noch ein Tag um das zu üben, der Wecker ist schon auf 6:15 Uhr gestellt&#8230;</p>
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		<title>Basic Keelboat 1</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 05:47:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Segeln]]></category>

		<category><![CDATA[Silicon Valley Lifestyle]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Incident on N-880, 2 right lanes closed&#8221;, also &#8220;Vorfall auf Autobahn 880 nordwärts, die rechten beiden Spuren gesperrt&#8221;, verkündeten die elektronischen Anzeigen am Straßenrand. Noch war der Verkehr aber recht flüssig. Wie schlimm kann das schon sein, am Samstagmorgen um 8 Uhr? Ich war auf dem Weg nach Berkeley, zu meinem ersten offiziellen Segelkurs. Nachdem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Incident on N-880, 2 right lanes closed&#8221;, also &#8220;Vorfall auf Autobahn 880 nordwärts, die rechten beiden Spuren gesperrt&#8221;, verkündeten die elektronischen Anzeigen am Straßenrand. Noch war der Verkehr aber recht flüssig. Wie schlimm kann das schon sein, am Samstagmorgen um 8 Uhr? Ich war auf dem Weg nach Berkeley, zu meinem ersten offiziellen Segelkurs. Nachdem ich in Europa schon zweimal je eine Woche in das Leben an Bord hineingeschnuppert hatte, wollte ich endlich eine &#8220;richtige&#8221; Ausbildung erhalten. In Hamburg und am Bodensee ist es leider nie dazu gekommen, und jetzt hatte ich eines der schönsten Segelreviere vor der Nase, da wäre es fast ein Verbrechen, nicht den Hintern hochzubekommen und es endlich zu wagen. Die Kurse für &#8220;große&#8221; Segelboote mit Kiel sind hier in den USA standardisiert, angefangen mit &#8220;Basic Keelboat&#8221;, dann &#8220;Basic Coastal Cruising&#8221;, &#8220;Bareboat Chartering&#8221;, &#8220;Advanced Coastal Cruising&#8221;, &#8220;Offshore Passagemaking&#8221; und so weiter und so fort. Es ist zwar zum Segeln nicht erforderlich so einen Schein zu haben, findet man ohne fast keinen Charterer, der einem ein Boot überlässt. Der erste Kurs wird meist in drei bis fünf Tagen gelehrt und mit einer Prüfung abgeschlossen. Hier in der San Francisco Bay kostet der Spaß zwischen $400 und $900. Die nächste Segelschule ist 20 Autominuten von mir entfernt, im Internet wird allerdings eine <a href="http://www.yelp.com/biz/ocsc-sailing-school-berkeley">Schule in Berkeley empfohlen</a>, die auch den Vorteil hat, mit nur drei Schülern pro Lehrer und Boot zu arbeiten, statt mit vier oder fünf Schülern wie andere Segelschulen. Das Problem: Berkeley ist genau an der gegenüberliegenden Ecke der Bucht, eine knappe Autostunde entfernt, wenn es nicht gerade Stau gibt.</p>
<p>Plötzlich taucht eine Autowand vor mir auf, alles verlangsamte sich zu Schritttempo. Mist. Endlich auch eine Radioansage, ein LKW hätte einen Unfall gehabt, und dabei Dreck und Trümmerteile über die Fahrbahn verstreut. Drei Spuren seien gesperrt. Drei Spuren? Die Schilder hatten nur von zweien gesprochen. Ich rief die Segelschule an, um meine Verspätung zu melden. Offenbar war ich nicht der einzige. Als ich eine halbe Stunde später den Unfallort passierte, war mir klar wie das passieren konnte, der Zustand der Straße war eine Katastrophe. Ich hatte wirklich Angst um meine Reifen und Achsen. Endlich an der Segelschule angekommen war natürlich kein Parkplatz mehr zu finden. Nach weiteren zehn Minuten Suche stürmte ich in das Büro. Zum Glück waren sie noch im Schulungsraum, ich hatte nicht soo viel verpasst. Sechs &#8220;Schüler&#8221; waren dabei, ein Paar und zwei Männer um die 40, eine Frau in meinem Alter und ich. Der Lehrer war der typische Segler mit wilden zerzausten Haar und ledergegerbter Haut, und erinnerte mich ein wenig an Mr. Garrison, der Lehrer aus South Park.</p>
<p>Die Segel-Terminologie ist eine Sprache für sich. Ich hatte gerade ein paar Begriffe auf Deutsch gelernt, und musste nun alles neu auf Englisch lernen. Ich hatte irgendwie im Hinterkopf, dass viele Schifffahrtsbegriffe aus dem Deutschen sich ins Englische verirrt hatten, wie z.B. &#8220;Lee&#8221;, was auf Englisch genauso heißt, aber da hatte ich mich verrechnet. Vorsegel = <em>jib</em>, Fall = <em>halyard</em>, Halse = <em>jibe</em>, Wende = <em>tack</em>, Palstek = <em>bowling</em>, Pinne = <em>tiller</em>&#8230; Aber immerhin: Reffen = <em>reefing</em>, Schot = <em>sheet</em>. Ich wurde auf das Boot mit dem Paar eingeteilt, vermutlich weil ich schon etwas Erfahrung hatte. Wir lernten, die Segel anzubringen (es gibt sicher einen deutschen Fachausdruck dafür, mit denen ich jetzt leider nicht dienen kann), abzulegen, aus dem Hafen zu navigieren, und sind ein wenig vor der Marina hin- und hergesegelt. Das Wetter war fast perfekt, es war lediglich etwas kühl.</p>
<p>Interessanterweise lebt unser Lehrer auf seiner 44-Fuß-Segelyacht im Yachthafen von Berkeley. Ich werde ihn bestimmt noch viel darüber ausfragen, denn ich finde diese (gezwungenermaßen) minimalistische Lebensweise sehr interessant. Die pure Möglichkeit, fast jederzeit die Leinen loszumachen und einfach den nächsten Hafen anzusteuern, hat wirklich was. Und außerdem kostet ein Liegeplatz mit Wohngenehmigung weniger als halb so viel wie eine Zweizimmerwohnung.</p>
<p><a href="http://www.streiflicht.net/wp-content/berkeley1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-67" title="berkeley1" src="http://www.streiflicht.net/wp-content/berkeley1.jpg" alt="" width="500" height="360" /></a><br />
<span style="font-size: x-small;">Park am Yachthafen von Berkeley, mit Blick auf San Francisco</span><br />
 </p>
<p>Das Paar mit dem ich auf dem Boot war, Lee und Rick, hatte sich vor eineinhalb Jahren eine kleine 22-Fuß-Yacht gekauft. Als ich weiter nachfragte, stellte sich heraus, dass der Hafen von Berkeley ab und zu Yachten versteigert, die beschlagnahmt wurden, weil seit einem Jahr keine Liegegebühren gezahlt wurden. Das Startgebot liegt normalerweise bei $250, und das war auch der Preis, den sie für ihre Yacht gezahlt hatten. In der aktuellen Wirtschaftslage geben wohl viele Leute einfach ihre Boote auf, und die Nachfrage ist gering weil wenige sich einen neuen finanziellen Klotz ans Bein binden wollen.<br />
Der Vorbesitzer hatte an Bord gelebt und er war wohl nicht der ordentlichste Typ, so dass sie also etwas aufräumen mussten, und der Rumpf wurde seit fünf Jahren nicht gesäubert und neu gestrichen, was ebenfalls einiges an Arbeit kostete. Aber an Bord fanden sie ein funktionierendes GPS (geschätzter Wert: $200), und der Elektro-Motor lief auch, sowas kostet neu um die $4.000. Sie hatten also ein echtes Schnäppchen geschossen&#8230;</p>
<p><a href="http://www.streiflicht.net/wp-content/berkeley2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-68" title="berkeley2" src="http://www.streiflicht.net/wp-content/berkeley2.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a><br />
<span style="font-size: x-small;">Alter VW-Bus am Yachthafen</span></p>
<p>Nach dem Kurs fand zufällig auch das Frühlings-Grillfest der Segelschule statt, so dass ich Freibier, Hamburger und Hotdogs genießen konnte, während ich mit Lee und Rick über Gott und die Welt redete. So lässt es sich leben&#8230; Nach dem Grillen machte ich mich gleich auf den Weg zum &#8221;Gefängnissteg&#8221; um einen Blick auf die aktuellen beschlagnahmten Yachten zu werfen. Zwei größere Segelboote um 35 Fuß lagen dort, groß genug um bequem darauf wohnen zu können. Allerdings auch ziemlich heruntergekommen, mit blinden Fiberglassfenstern und verblichener Farbe. Mal schauen&#8230;</p>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/StreiflichtKalifornien/~4/M-8uwDrakWo" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Mission Peak</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 05:34:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Silicon Valley Lifestyle]]></category>

		<category><![CDATA[Wandern]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach längerer Sendepause endlich mal wieder ein Update!
Viel Neues gibt es nicht zu berichten. In zwei Monaten läuft mein Mietvertrag aus, und es ist schon sicher, dass ich wieder umziehen werde. Die Armaturen aus den 60er-Jahren geben alle paar Monate den Geist auf, und schräg gegenüber ist eine Familie mit kläffendem Hund eingezogen, der besonders [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach längerer Sendepause endlich mal wieder ein Update!</p>
<p>Viel Neues gibt es nicht zu berichten. In zwei Monaten läuft mein Mietvertrag aus, und es ist schon sicher, dass ich wieder umziehen werde. Die Armaturen aus den 60er-Jahren geben alle paar Monate den Geist auf, und schräg gegenüber ist eine Familie mit kläffendem Hund eingezogen, der besonders am Wochenende nervt. Mit offenem Fenster schlafen ist auch nicht wirklich drin, es sei denn, man möchte um 6 Uhr von den Nachbarn geweckt werden, die mit ihren Pickup-Trucks oder alten, lauten Rostlauben zur Arbeit fahren, direkt an meinem Schlafzimmerfenster vorbei. Immerhin etwas besser als die Klimaanlagen bei meiner letzen Wohnung, die ja die ganze Nacht durch liefen. Die Wirtschaftskrise hat auch ihre guten Seiten, die Mietpreise sind deutlich gesunken. Manche Apartmentkomplexe haben ständig freie Apartments und bieten die im Internet an, so kann man ganz gut den Markt verfolgen. Der gefühlte Durchschnittspreis für eine Zwei-Zimmerwohnung hier in Mountain View ist von ca. $1.500 im letzten Jahr auf $1.250 heruntergegangen. Ich werde versuchen, in der Nähe des Büros zu bleiben, es macht richtig Spaß, in der Sonne morgens durch die ruhige Stadt zu radeln.</p>
<p>Am Wochenende haben wir endlich mal wieder die Umgebung erkundet. Eine der netteren Wanderwege in der Gegend führt auf den <em>Mission Peak</em> im Osten der Bucht. Der Weg ist gut ausgebaut und man hat einen ununterbrochenen Ausblick auf die ganze Bucht, von San Jose im Süden nach San Francisco im Norden, was nur eine kleine Ansammlung von Hochhäusern ist.</p>
<p><a href="http://www.streiflicht.net/wp-content/mission1.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-60" title="Mission Peak 1" src="http://www.streiflicht.net/wp-content/mission1.png" alt="" width="480" height="360" /></a></p>
<p><span style="font-size: 9px;">Blick vom Parkplatz auf den Gipfel</span></p>
<p>Der Weg ist extrem beliebt, so dass am Wochenende der Parkplatz ab dem frühen Morgen voll belegt ist. Zum Glück findet man aber im nahe gelegenen Wohngebiet noch ausreichend Platz am Straßenrand. Grade als wie loswandern wollten, stellte ich fest, dass ich mal wieder die SD-Karte aus meiner Kamera genommen und vergessen hatte. Deshalb also nur leider Handy-Bilder. Immerhin habe ich es gemerkt bevor wir losgingen, so dass ich die Kamera nicht umsonst auf dem Rücken mitgeschleppt habe. Der Gipfel liegt immerhin auf über 800m und der Aufstieg dauert ca. 2 Stunden. Man merkt schon, dass die Luft oben frischer ist. Die Hügel sind übrigens nur im Winter so grün, der größte Teil des Jahres bestimmen Braun- und Gelbtöne das Bild.</p>
<p><a href="http://www.streiflicht.net/wp-content/mission2.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-61" title="Mission Peak 2" src="http://www.streiflicht.net/wp-content/mission2.png" alt="" width="480" height="640" /></a><br />
<span style="font-size: 9px;">Blick vom Gipfel auf die Bucht. In der Mitte eine der vielen Salzgewinnungsanlagen.</span></p>
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