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	<title>tethys. das Zentralasienblog</title>
	
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	<description>Zentralasien, Alltag, Kultur, Geschichte, Natur und Kunst</description>
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		<title>Naturschutz ade: Entsteht in Kasachstan bald ein Skiresort mitten in einem Nationalpark?</title>
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		<comments>http://www.tethys.caoss.org/index.php/2012/01/10/naturschutz-ade-entsteht-in-kasachstan-bald-ein-skiresort-mitten-in-einem-nationalpark/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 05:30:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vikwag</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	- Ein Beitrag von Viktoria Wagner
Im April letzten Jahres hat die Regierung Kasachstans beschlossen, dass Teile von Naturschutzgebieten „vermietet“ werden können, mit dem Ziel, den Ökotourismus zu fördern. Welche Gefahren dieser Beschluss birgt, zeigt sich momentan am Beispiel des Nationalparks Ile-Alatau, das unmittelbar südlich der 1-Millionen Metropole Almaty liegt.
Wanderpfad im Nationalpark Ile-Alatau
Der Nationalpark Ile-Alatau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	-<em> Ein Beitrag von Viktoria Wagner</em></p>
<p>Im April letzten Jahres hat die Regierung Kasachstans beschlossen, dass Teile von Naturschutzgebieten „vermietet“ werden können, mit dem Ziel, den Ökotourismus zu fördern. Welche Gefahren dieser Beschluss birgt, zeigt sich momentan am Beispiel des Nationalparks Ile-Alatau, das unmittelbar südlich der 1-Millionen Metropole Almaty liegt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-1740 aligncenter" title="Wanderpfad im Nationalpark Ile Alatau" src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2012/01/Wanderpfad-Ile-Alatau.JPG" alt="Wanderpfad im Nationalpark Ile Alatau" width="339" height="253" />Wanderpfad im Nationalpark Ile-Alatau</p>
<p>Der Nationalpark Ile-Alatau wurde 1996 gegründet, mit dem Ziel die einmaligen Ökosysteme des nördlichen Tien Shan im Angesicht des hohen anthropogenen Drucks zu schützen.<sup>1</sup> Der Nationalpark beherbergt alte Fichtenwälder, artenreiche Wiesen, Hochstaudenflure und alpine Matten. Hier wachsen Populationen des seltenen Wildapfels. Diese Habitate bilden wichtige Lebensräume für bedrohte Tierarten, wie für den Tien Shan Bären, den turkestanischen Luchs und den Schneeleoparden. Ferner ist der Nationalpark ein beliebtes Ausflugsziel bei einheimischen und ausländischen Wanderern und Naturfreunden, die der Stadtluft Almatys entfliehen möchten.</p>
<p>Wenn es nach Almatys Stadtregierung ginge, soll auf dem Plateau Kok-Zhailau in Kürze ein gigantisches Skiresort entstehen &#8211; und das mitten im Nationalpark Ile-Alatau. Bei diesem Bauplan handelt es sich nicht um Leasing in kleinerem Maßstab. Hier geht es um einen tiefgreifenden Einschnitt in das Ökosystem des Nationalparks, das gerade vor derartigen anthropogenen Druck geschützt werden sollte. Dieses Unterfangen würde ein schlechtes Beispiel für andere Naturschutzgebiete in Mittelasien abgeben.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1737" title="Fichtenwald am Hang von Kok-Zhailau, Nationalpark Ile-Alatau" src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2012/01/Ile-Alatau-Fichtenwald-1.JPG" alt="Fichtenwald am Hang von Kok-Zhailau, Nationalpark Ile-Alatau" width="259" height="342" />Fichtenwald am Hang von Kok-Zhailau</p>
<p>Die Naturschutzorganisation Green Salvation (russ: „Зеленое Cпасение“), setzt sich dafür ein, dass dieses Vorhaben gestoppt wird. In einem offenen Brief an den Präsidenten Kasachstans und die zuständige Ministerien, argumentiert die Organisation mit einer Reihe von juristischen, ökonomischen und ökologischen Gründen gegen das Projekt. Sie verweist auf bestehende Skirestorte oberhalb der Stadt Almaty, die bereits zur Zeiten der Sowjetunion genutzt worden sind und eine bestehende Infrastruktur aufweisen. Es bietet sich geradezu an, hier in Tourismus zu investieren, anstatt geschützte Lebensräume zu gefährden.</p>
<p>Wer den Einspruch und den offenen Brief von Green Salvation unterstützen möchte, kann eine E-Mail auf Englisch oder Russisch schreiben, adressiert an <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:grsalmati@gmail.com">grsalmati@gmail.com</a></span></strong>, unter Angabe des eigenen Namen und der Adresse. Der Brief soll am 24. Januar 2012 abgeschickt werden. Den offenen Brief an die Regierung Kasachstans kann man sich unter dem folgenden Link durchlesen (auf russisch): <a href="http://www.greensalvation.org/index.php?page=OpenLetter_KZH">http://www.greensalvation.org/index.php?page=OpenLetter_KZH</a></p>
<p>Weitere Links:</p>
<p><sup>1</sup> http://fhc.kz/forest/26/4833/</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Der Glücksstern</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 10:57:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	tethys startet das Jahr 2012 mit dem halbstündigen, vom bbc-persian produzierten, sehenswerten Portrait Muhammaddschoni Schakuris.

Muhammaddschoni Schakuri ist einer der bekanntesten und hochgeschätztesten Intellektuellen Tadschikistans. Das Werk des heute 86-jährigen umfasst 47 Monografien: Vor allem sprach-, literatur-, und geschichtswissenschaftliche Arbeiten. 
Bereits im Jahr 2001 veröffentlichte der zu Bürgerkriegszeiten aus Tadschikistan geflohene Journalist Mirbobo Mirrahim unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<em>tethys</em> startet das Jahr 2012 mit dem halbstündigen, vom bbc-persian produzierten, sehenswerten Portrait Muhammaddschoni Schakuris.<br />
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<p>Muhammaddschoni Schakuri ist einer der bekanntesten und hochgeschätztesten Intellektuellen Tadschikistans. Das Werk des heute 86-jährigen umfasst 47 Monografien: Vor allem sprach-, literatur-, und geschichtswissenschaftliche Arbeiten. </p>
<p>Bereits im Jahr 2001 veröffentlichte der zu Bürgerkriegszeiten aus Tadschikistan geflohene Journalist Mirbobo Mirrahim unter dem Titel Sa&#8217;daxtar (Der Glücksstern) ein umfangreiches Gespräch, das er ein Jahr zuvor in mehreren Sitzungen mit Muhammaddschoni Schakuri in Teheran führte. Es folgt ein übersetzter Auszug aus diesem Band.</p>
<p><strong>Muhammaddschoni Schakuri</strong>: Ich bin im Jahr 1924 in Buchara, im Haushalt von Sadri Zijo zur Welt gekommen. Der Tag und der Monat meiner Geburt sind nicht bekannt. Mein Geburtsjahr ist 1924, denn angesichts des Tierkreiszeichen-Kalenders, bin ich im Jahre der Maus geboren. Anlässlich meiner Geburt hat mein Vater einen sogenannten Datum-Vierzeiler (rubo&#8217;ii ta&#8217;rix) verfasst, der so ging:</p>
<p>Dieser Setzling blühe auf und trage Frucht<br />
Im Garten des Lebens sei er kräftig und frisch<br />
Zu seiner Geburt, im Zeichen des Glückssterns<br />
Gaben wir ihm die Zahl, damit er glücklich werde.</p>
<p>In tozanihol sabzu purbar bodo,<br />
Dar bogh-i hayot tozavu tar bodo,<br />
Dar vaqt-i tavalludash, ki bud axtarsa&#8217;d<br />
Kardem raqam, ki sa&#8217;daxtar bodo<br />
(Dieses Gedicht wird auch in dem bbc-Beitrag gezeigt &#8211; als Kalligrafie im Bücherschrank &#8211; und von Schakuri vorgetragen) </p>
<p>Die Wendung „sa&#8217;daxtar bodo“ heisst also „möge er glücklich sein“ und das dazugehörige Jahr 1343 des Hidschra-Kalenders entspricht den Jahren 1924-1925 im christlichen Kalender. Was mich betrifft, so ist der Wunsch meines Vaters in Erfüllung gegangen. Ich kann mich aus vielerlei Hinsicht als glücklich bezeichnen. In der offiziellen Geburtsurkunde ist allerdings das Jahr 1926 als Geburtsjahr eingetragen. Wie es dazu kam ist auch eine interessante Geschichte.</p>
<p>Wenn Sie wollen, dann erzähle ich davon, denn diese Geschichte ist auch ein Teil der Geschichte unserer Nation (millat). Man kann es abzählen: als ich in die erste Klasse kam, wurde 1925 als mein Geburtsjahr gerechnet und man gab mich in die Schule. Warum das so kam, weiß ich nicht. Wahrscheinlich war der Grund, dass nach dem Tierkreiszeichen-Kalender das Jahr der Maus auf das Jahr 1924 und 1925 fällt. Damals war mein Familienname „Scharifov“. Dieser Name kommt vom Namen meines Vaters. Ich weiß nicht mehr, in welcher Klasse ich war, als in der Sowjetunion das Passwesen eingeführt wurde. Den Bürgern wurden Pässe ausgegeben und jeder war verpflichtet, einen Pass zu besitzen. </p>
<p>Aber wir Kinder waren noch nicht alt genug, um einen Pass zu bekommen. Es stellte sich heraus, dass wir nicht einmal Geburtsurkunden hatten. Damals war ein solches Dokument im Emirat Buchara nicht üblich. Daher war weder der Geburtstag bekannt, noch das Jahr noch der Monat.<br />
Um Geburtsjahr und -monat zu bestimmen, durchliefen alle Schüler der Schulen von Buchara eine Ärztekommission. Dadurch wollte man in Erfahrung bringen, ob das Alter der Kinder richtig war oder nicht. Der Tag, als meine Schule und meine Klasse an der Reihe waren, war der dreißigste Oktober.</p>
<p><strong>MMirrahim</strong>: In welchem Jahr?</p>
<p><strong>MSchakuri</strong>: Das Jahr weiß ich nicht mehr. Aber das Dokument, das wir damals erhalten haben, das besitze ich noch. Das muss zwischen 1935 und 1937 gewesen sein. Wir wurden in ein Untersuchungszimmer gebracht. Als ich das Zimmer betrat, in dem die Ärztekommission tagte, schaute diese meine Zähne an, den Flaum unter meinen Achseln und so weiter, um daraufhin mein Alter zu bestimmen. Sie haben untersucht, gefragt und dann gesagt: dein Geburtsjahr ist 1926. Ich habe gesagt, ich bin im Jahr 1925 auf die Welt gekommen. In allen Dokumenten steht als mein Geburtsjahr 1925 geschrieben.<br />
Sie sagten, nein, alle früheren Dokumente gelten nicht mehr. Von jetzt an ist dein Geburtsjahr 1926. Der Tag, an dem die Ärztekommission tagte, war der dreißigste Oktober und mir wurde gesagt, der dreißigste Oktober ist dein Geburtstag.</p>
<p><strong>MMirrahim</strong>: Also, von diesem Tag an war Ihr Geburtsdatum der dreißigste Oktober 1926.</p>
<p><strong>MSchakuri</strong>: Dann haben sie mich noch gefragt, von wessen Namen mein Familienname „Scharifov“ abgeleitet sei. Und ich sagte, von meinem Vater, Scharifdschoni Mahdum. Damals nannte man meinen Vater Qozi Scharifdschon. Dann fragten sie: wie ist der Name deines Großvaters?<br />
Mein Grossvater heißt Qozi Abduschukur.<br />
Von jetzt an ist dein Familienname Shukurov. Denn der Familienname muss vom Namen des Großvaters gebildet werden. Und Scharifovitsch wird der Vatersname – ochestvo. Dein Vorname soll aber so bleiben wie er ist – Muhammad. Auf diese Weise wurde ich zu Muhammad Sharifovitsch Shakuri – in nur fünf Minuten. Als die Untersuchung durch die Ärztekommission vorbei war, war ich in einen neuen Menschen verwandelt worden. Nur mein Vorname ist so geblieben wie früher. Alles andere, Geburtstag, Geburtsjahr, Geburtsmonat und der Familienname änderten sich und ich wurde ein Neuer Mensch.</p>
<p>Das ist auch ein interessanter Punkt, wie es in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts zugegangen ist. Das Schicksal der Menschen, Name und Abstammung und alles andere wurde auf diese Weise festgelegt. Viele Kinder, die mit mir zusammen in der Schule waren, haben ihre Namen und Geburtsjahre verändert bekommen. Deswegen habe ich jetzt drei Geburtsjahre: erstens 1924, zweitens 1925 und drittens 1926. In allen offiziellen Dokumenten steht das Jahr 1926.</p>
<p>Damals waren meine Eltern allein. Alle Verwandten, Bekannten und Freunde, die einst sehr zahlreich waren, wurden nach der Revolution immer weniger. Einige wurden sofort, und wenn nicht sofort, dann nach und nach in alle Himmelsrichtungen zerstreut, kamen ums Leben oder sind von hier weggegangen. Ich erinnere mich daran, dass meine Eltern alleine lebten. Sie hatten keinen Kontakt zu anderen. Vater war schon alt geworden und hat sehr darunter gelitten, keine Unterstützung zu haben. Ich war noch klein und keine große Hilfe.</p>
<p>[...] </p>
<p>Da ich mich nur an die letzten zwei-drei Jahre im Leben meines Vaters erinnere, habe ich ihn immer nur sitzend und schreibend vor Augen. Alle seine Schriften sind nur zur Hälfte fertig geworden – denn 1932 wurde mein Vater verhaftet.</p>
<p>Das war bereits das dritte Mal, dass mein Vater ins Gefängnis kam. [...] Am Ende ist er eben dort gestorben. Meine Mutter wurde ebenfalls dort festgehalten, wurde aber später freigelassen. Sie hat sich jedoch im Gefängnis mit Tuberkulose angesteckt [...] und ist dann im Laufe eines Jahres gestorben. In einem Jahr hatte ich sowohl Vater als auch Mutter verloren. </p>
<p>[...]</p>
<p>Diese Übersetzung entstand im Rahmen eines Tadschikischkurses, der im Sommersemester 2011 am Zentralasien-Seminar der Humboldt Universität zu Berlin durchgeführt wurde. Herzlichen Dank gilt den TeilnehmerInnen: Wladimir Sgibniev, Bota Kassymbekova, Herr Massud Hosseinipour, Caro Bunge, u.a.  </p>
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		<item>
		<title>Getrennte Schwestern – illegale Grenzübertritte zwischen Usbekistan und Tadschikistan</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 21:44:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Ein Beitrag von Andreas Mandler, Claudia Musterfrau und Thomas Loy
Tadschikistan und Usbekistan - getrennte Schwestern Seit an Seit; tethys 2011.
Die Nachbarn Tadschikistan und Usbekistan trennt eine über 1.000km lange Grenze. Auf beiden Seiten dieser Grenze wohnen Tadschiken und Usbeken. In den späten 1990er Jahren wurde aus den von der Sowjetmacht in den 1920er Jahren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Ein Beitrag von <em>Andreas Mandler, Claudia Musterfrau und Thomas Loy</em></p>
<div id="attachment_1538" class="wp-caption aligncenter" style="width: 530px"><a href="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/12/schwestern-uzb-taj.jpg"><img src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/12/schwestern-uzb-taj.jpg" alt="schwestern uzb-taj" title="schwestern uzb-taj" width="520" height="340" class="aligncenter size-full wp-image-1668" /></a><p class="wp-caption-text">Tadschikistan und Usbekistan - getrennte Schwestern Seit an Seit; tethys 2011.</p></div>
<p>Die Nachbarn Tadschikistan und Usbekistan trennt eine über 1.000km lange Grenze. Auf beiden Seiten dieser Grenze wohnen Tadschiken und Usbeken. In den späten 1990er Jahren wurde aus den von der Sowjetmacht in den 1920er Jahren in Zentralasien gezogenen administrativen Grenzen Barrieren, die den Alltag der Menschen erschweren, Familien trennen und Bewegungen von der einen auf die andere Seite behindern. Dabei war und ist diese Grenze politisch motiviert und folgt keinen geografischen, „ethnischen“ oder sonstwie gearteten Trennlinien. </p>
<p>Ende der 1990er Jahre wurde die grüne Grenze zwischen Usbekistan und Tadschikistan durch einen Zaun geschlossen und in schwer zugänglichem Gelände vermint. Nach dem Friedensschluss im tadschikischen Bürgerkrieg (1992-1997) verschlechterten sich die Beziehungen der Regierungen in Taschkent und Duschanbe zusehends. Die systematische Grenzschließung wird vor allem Usbekistan angelastet. 1999 wurde der Flugverkehr zwischen Usbekistan und Tadschikistan eingestellt und eine Visumpflicht eingeführt. Offizieller Grund für diese Maßnahme des Präsidenten Usbekistans war die Unfähigkeit der Regierung des benachbarten Tadschikistan, sein Territorium und seine Grenzen ausreichend zu kontrollieren: Nur durch die Schließung und teilweisen Verminung der Grenze könne die von Afghanistan aus operierenden radikalen Kräften des Islamic Movement Usbekistan (IMU) daran gehindert werden Uzbekistan zu destabilisieren. 1999 war es in Taschkent und im Ferghanatal zu einigen dieser Organisation zugeschriebenen Anschlägen gekommen. </p>
<p>Gleichzeitig konnte durch diese Maßnahme auch der Druck auf die Regierung Rahmonov (heute Rahmon) in Duschanbe erhöht werden. Diese hatte sich zwei Jahre zuvor durch ihren Friedensschluss mit Vertretern der Vereinigten Tadschikischen Opposition (die von Taschkent als feindlich gesinnte Islamisten eingestuft wurden) von der Linie des usbekischen Präsidenten, Islam Karimov, abgewandt. </p>
<p>Tadschikistan, das nach seiner Gründung als Autonome Sozialistische Sowjetrepublik von 1924 bis 1929 von Taschkent aus regiert wurde, hängt aufgrund seiner geographischen Lage am Tropf Usbekistans. Öl, Gas, und alle anderen Importgüter können auf dem Landweg nur über Usbekistan eingeführt werden. Andererseits ist Usbekistan nicht auf Waren aus Tadschikistan angewiesen. Die einseitig erfolgte Grenzschließung schmerzt und schwächt also vor allem die Regierung Tadschikistans.<br />
<div id="attachment_1538" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/12/2011_view-on-Garibak-village_tajikistan.jpg"><img src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/12/2011_view-on-Garibak-village_tajikistan-300x225.jpg" alt="2011_view on Garibak village_tajikistan" title="2011_view on Garibak village_tajikistan" width="450" height="375" class="aligncenter size-medium wp-image-1682" /></a><p class="wp-caption-text">Tadschikistan und Usbekistan - Grenzgebiet unteres Zerafshantal; A. Mandler 2011.</p></div><br />
Jahrelang war es der Bevölkerung in Grenznähe durch Sonderregelungen (oder Geldzahlungen) möglich einen kleinen Grenzhandel zu praktizieren oder Familienangehörige auf der anderen Seite zu Familienanlässen zu besuchen. Die Schwierigkeiten bei diesen Grenzübertritten und unglaubliche Kreativität und Fatalität der betroffenen Menschen kann man in dem 2006 von Gulya Mirzoeva gedrehten <a href="http://www.andanafilms.com/catalogue.php?lang=en&#038;action=setcookie&#038;alpha=&#038;typeAlpha=&#038;rub=&#038;idFiche=259&#038;display=fiche">Dokumentarfilm „Zeit der Grenzen“</a> erleben. Die Ethnologin Madelein Reeves hat diese erschwerten Bedingungen <a href="http://slaviccenter.osu.edu/pdf/Reeves%202007,%20Travels%20Margins%20State.pdf">wissenschaftlich fundiert und eindringlich</a> beschrieben. Nun soll auch diesen beschränkten Möglichkeiten ein Riegel vorgeschoben werden. Usbekistan isoliert den Norden Tadschikistans (die Region Sughd – ehemals Leninabad) mit einer hohen Grenzmauer. Gegenwärtig gibt es nur noch drei offizielle Grenzübergänge, welche tadschikische und usbekische Staatsbürger mit einem gültigen Visum passieren können: Sar-i osio (in Südtadschikistan westlich von Duschanbe) sowie Oybek und Konibodom (in der Region Sughd). </p>
<p>Trotz aller Widrigkeiten statten sich die Familien Besuche ab. Meist reisen die Frauen für Wochen und Monate zu Verwandten. Der offizielle Weg geht über ein Visum, das – so berichten Familien in Tadschikistan – von usbekischer Seite nur bei traurigen Familienanlässen erteilt wird. Da das Prozedere zeitaufwändig ist (oder sehr teuer) schaffen es die Angehörigen oft nicht zu den Trauerfeiern. Außerdem wird für die Erteilung eines Visums natürliche ein Pass benötigt, den viele Menschen in Tadschikistan aber nicht besitzen. Sie ersparen sich die bürokratischen Mühen und Kosten und leben ohne Pass. Ein Pass kostet in Tadschikistan etwa 100 Somoni, das sind etwa 15€ &#8211; zu viel für viele. In letzter Zeit häufen sich auch die Klagen dass ethnische Tadschiken in Usbekistan (und ethnische Usbeken in Tadschikistan) Schwierigkeiten haben von den Behörden einen Pass ausgestellt zu bekommen. </p>
<p>Wer keinen Pass hat, kann also derzeit nicht legal im Nachbarland seine Familie besuchen. Das heißt aber auch, er oder sie kann nicht offiziell/staatlich heiraten. Das wäre bei Hochzeiten innerhalb der jeweiligen Staaten nicht weiter problematisch, denn eine Heirat vor dem Mulla ist gesellschaftlich voll ausreichend. In der Regel werden Ehen innerhalb der Großfamilien geschlossen. Cousin- und Cousinenhochzeiten halten das Familienvermögen zusammen. Problematisch sind diese Verbindungen, wenn die so ausgewählten Ehepartner jenseits der Grenze leben. Für Tadschiken sind das vor allem die Städte Samarkand und Buchara oder die grenznäheren ländlichen Regionen. </p>
<div id="attachment_1538" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/12/rice-fields-at-lower-zerafshan-TJ.jpg"><img src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/12/rice-fields-at-lower-zerafshan-TJ-300x225.jpg" alt="Reisfelder am unteren Zerafschan TJ" title="Reisfelder am unteren Zerafschan TJ" width="450" height="375" class="aligncenter size-medium wp-image-1694" /></a><p class="wp-caption-text">Tadschike oder Usbeke? Reisbauer am Unterlauf des Zerafschan auf tadschikischem Territorium. Wo wird er seine Frau finden?; A. Mandler 2011.</p></div>
<p>Ohne Pass sind diese ganz alltäglichen Hochzeiten also doppelt (grenzüberschreitend und standesamtlich) illegal. Dabei ist vielen Bürgern oft gar nicht bewusst, welche Dokumente sie für eine Heirat über die Grenze hinweg beibringen müssten. Die gesamte administrative Prozedur erscheint so wenig naheliegend, dass unsere Gewährsfrau, eine ältere Frau aus dem Bezirk Samarkand, bündig die offizielle usbekische Position zusammenfasst: „Tadschiken dürfen nicht geheiratet werden.“ Wenn es aber eben doch sein muss, so wird der ganze Vorgang, von der Heirat bis zur Geburt der Kinder an den Behörden vorbei organisiert. </p>
<p>Noch bis vor kurzem war es für Einwohner aus dem tadschikischen Bezirk Pendschikent möglich, mit geringem Aufwand die administrativen Hürden beiderseits der Grenzen zu nehmen. Für die Bewohner dieses Bezirks galt die Sonderregelung, ohne Visum in den angrenzenden usbekischen Bezirk Samarkand zu reisen. Die beiden namengebenden Städte Pendschikent und Samarkand liegen beide am Zerafschan, nur etwa 50 km voneinander entfernt. Diese Möglichkeit ist inzwischen entfallen. Seit Herbst 2010 ist die dortige tadschikisch-usbekische Grenze völlig geschlossen. Diese scharfe Trennung einer seit Jahrhunderten sozial und kulturell eng verwobenen Region führt zu heftigen Komplikationen im familiären Alltag. Wer trotz allem seine Familie auf der usbekischen Seite besuchen will, dem hilft nur ein illegaler Grenzübertritt.<br />
<div id="attachment_1538" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/12/blick-von-penjikent-ueber-zerafshan-richtung-uzb-.JPG"><img src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/12/blick-von-penjikent-ueber-zerafshan-richtung-uzb--300x225.jpg" alt="blick von penjikent ueber zerafshan richtung uzb" title="blick von penjikent ueber zerafshan richtung uzb" width="450" height="375" class="aligncenter size-medium wp-image-1691" /></a><p class="wp-caption-text">Nachbarn - Blick von Pendschikent in Richtung Samarkand; A. Mandler 2011.</p></div></p>
<p>Das Wissen über die entsprechenden Dörfer bzw. Orte, an denen ein illegaler Grenzübertritt möglich ist (oft unter Aufsicht und „Kontrolle“ der dort stationierten Grenztruppen), verbreitet sich schnell unter der Bevölkerung. Es geht nur zu Fuß und ohne Gepäck. Eine Frau berichtete uns, wie sie beim ersten Mal durch einen Zaun kletterte. Auf der usbekischen Seite rannte sie los, ohne sich noch einmal umzudrehen. Vier Soldaten kamen hinter ihr her und stoppten sie mit vorgehaltenen Waffen: „Warum läufst du, Schwester? Du hast doch keine Drogen dabei! Gib uns ein bisschen Geld!“ Sie gab alles Geld, das sie bei sich hatte, dann wiesen ihr die Soldaten die Richtung, in die sie gehen sollte. Dort solle sie sich an eine bestimmte Person wenden, welche ihr dann ein „tadschikisches“ Taxi besorgen würde. </p>
<p>In den folgenden Jahren überquerte sie mehrfach die Grenze, indem sie an verschiedenen Stellen Leute bezahlte. Sie berichtete, dass diese Übergänge sehr teuer sind. Ohne Pass und Visum gibt es in Usbekistan natürlich auch keine offizielle Registrierung bei den lokalen Ovirs – dieses Relikt aus sowjetischen Tagen ist in Usbekistan bis heute für jeden zwingend notwendig, der sich länger als zwei Tage an einem Ort aufhält, an dem er nicht polizeilich gemeldet ist. </p>
<p>Zuwiderhandlungen werden streng bestraft. Uns wurde von einem Fall berichtet, bei dem eine Frau nach illegalem Grenzübertritt von Tadschikistan nach Usbekistan gefasst und ins Gefängnis gesteckt wurde. Ein Verwandter musste mehrere Schafe verkaufen, um seine Schwägerin nach einem Tag Haft für viel Geld auszulösen. Die Grenzgänger sind für die an den Grenzen patrollierenden, schlecht bezahlten Soldaten ein willkommenes Zusatzeinkommen. </p>
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		<title>living in mazar</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Nov 2011 13:32:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	wie schlägt man sich als frisch gebackener Mitarbeiter in der  sogenannten Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan und was beschäftigt einen jungen aufgeschlossenen Europäer, wenn er plötzlich in einem Land arbeiten soll, von dem er vor seiner Abreise nur eine recht vage Vorstellung hatte?
Wer dies verfolgen möchte, der kann dies seit einem Monat auf seinem blog [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	wie schlägt man sich als frisch gebackener Mitarbeiter in der  sogenannten Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan und was beschäftigt einen jungen aufgeschlossenen Europäer, wenn er plötzlich in einem Land arbeiten soll, von dem er vor seiner Abreise nur eine recht vage Vorstellung hatte?</p>
<p>Wer dies verfolgen möchte, der kann dies seit einem Monat auf seinem <a href="http://livinginmazar.wordpress.com/">blog livinginmazar</a> tun:</p>
<p>Ich werde in den nächsten Monaten von meinen Erfahrungen und Erlebnissen in diesem doch nicht ganz einfachen Land berichten. Worüber ich nicht schreiben werde, ist meine Arbeit, die ich hier weitestgehend ausklammern werde. Im Mittelpunkt dieses Blog sollen das Land, die Leute und meine persönlichen Erfahrungen im Umgang mit diesen stehen. Das dürfte dann auch &#8230; spannender sein als Berichte über Meetings und Sachstandsberichte.</p>
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		<title>1. kirgisisches Filmfestival in Berlin</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 11:53:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Am 17.11.2011 beginnt das erste kirgisische Filmfestival in Deutschland und Berlin. Bis zum 23.11. werden in den Neuköllner Café/Bars Fincan und Laika abwechselnd 14 Filme aus Kirgistan gezeigt.
Zum Anlass des 70. Geburtstags der Filmstudios in Frunze (heute Bischkek, die Hauptstadt Kirgisistans) und damit des kirgisischen Films werden eine Woche lang alte Klassiker aus sowjetischer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<a href="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/11/plakat_kirgfilmfest.jpg"><img src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/11/plakat_kirgfilmfest.jpg" alt="plakat_kirgfilmfest" title="plakat_kirgfilmfest" width="300" height="450" class="alignleft size-full wp-image-1642" /></a>Am 17.11.2011 beginnt das erste kirgisische Filmfestival in Deutschland und Berlin. Bis zum 23.11. werden in den Neuköllner Café/Bars Fincan und Laika abwechselnd 14 Filme aus Kirgistan gezeigt.</p>
<p>Zum Anlass des 70. Geburtstags der Filmstudios in Frunze (heute Bischkek, die Hauptstadt Kirgisistans) und damit des kirgisischen Films werden eine Woche lang alte Klassiker aus sowjetischer Zeit und neue Filme gezeigt. Zu den Klassikern gehört selbstverständlich &#8220;Sehnsucht nach Dschmilija&#8221; von Tschingis Aitmatow (am19.11), dessen Buch Dschamilja zur Pflichtlektüre in der DDR gehörte. Außerdem stehen mit &#8220;Der erste Lehrer&#8221; (19.11) und &#8220;Der weiße Dampfer&#8221; (21.11) zwei weitere bekannte Spielfilme aus der Sowjetunion der 1960er und 70er Jahre auf dem Programm.</p>
<p>Seit der Unabhängigkeit Kirgisistans hat sich eine moderne und vielschichtige Filmproduktion in diesem kleinen zentralasiatischen Land entwickelt. Um das zu zeigen, werden neben neuen Spielfilmen wie &#8220;Pure Coolness&#8221; (2007) auch Kurzfilme und Abschlussarbeiten von Studenten Manas-Universität Bischkek gezeigt. </p>
<p>Zum Auftakt am 17.11 wird um 21.00 im Fincan der jüngste kirgisische Film &#8220;Svet Ake &#8211; Dieb des Lichts&#8221;, prämiert mit dem Publikumspreis beim Filmfestival Cottbus 2010, gezeigt.  Der EINTRITT zu allen Filmen ist FREI &#8211; Die Veranstalter würden sich über eine kleine Spende freuen. Der Verein CAoss e.V. unterstützt diese Initiative.</p>
<p>Alle wichtigen Information und das komplette Programm sind auch im Internet zu finden unter:<br />
<a href="http://www.kyrgyzfilmfestival.com">www.kyrgyzfilmfestival.com </a><br />
oder <a href="http://www.facebook.com/kyrgyzfilmfestival">hier</a>.</p>
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		<title>afghanistan auf arte</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Oct 2011 20:50:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Auf arte gibt es seit kurzem eine umfangreiche Sammlung von Berichten, Dokumentationen und Portraits aus den letzten 10 Jahren Afghanistan:
10 Jahre, 100 Blicke bietet eine Vielzahl an kürzeren und längeren Beiträgen. In den interessanteren davon sind auch die Perspektiven der Menschen aus Afghanistan vertreten. In einem Portrait Dostums etwa, begleitet ein Kamerateam den General [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Auf arte gibt es seit kurzem eine umfangreiche Sammlung von Berichten, Dokumentationen und Portraits aus den letzten 10 Jahren Afghanistan:<br />
<a href="http://afghanistan.arte.tv/?lang=de#/home">10 Jahre, 100 Blicke </a>bietet eine Vielzahl an kürzeren und längeren Beiträgen. In den interessanteren davon sind auch die Perspektiven der Menschen aus Afghanistan vertreten. In einem <a href="http://afghanistan.arte.tv/?lang=de#/das-auge-von-arte-reportage/dostom-der-kriegsherr/detail/">Portrait Dostums</a> etwa, begleitet ein Kamerateam den General und damaligen Sondergesandten Karzais im Frühjahr 2003 auf seiner Fahrt in verschiedene Orte Nordafghanistans &#8211; Ziel dieser Mission war die Entwaffnung verschiedener Gebiete und Dörfer. Noch sind nicht alle Beiträge online.</p>
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		<title>10 Jahre Krieg in Afghanistan</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 21:58:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Am 7. Oktober 2001 startete die militärische Intervention der US-Amerikanischen Truppen und ihrer Verbündeten in Afghanistan. Trotz der durchaus positiven Ausgangslage manövrierte sich die internationale Staatengemeinschaft unter US-Amerikanischer Führung in eine wie es scheint ausweglose Lage. 
Unter dem Titel &#8220;10 Jahre Intervention in Afghanistan&#8221; wurden auf der Seite der Deutschen Welle eine Reihe von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Am 7. Oktober 2001 startete die militärische Intervention der US-Amerikanischen Truppen und ihrer Verbündeten in Afghanistan. Trotz der durchaus positiven Ausgangslage manövrierte sich die internationale Staatengemeinschaft unter US-Amerikanischer Führung in eine wie es scheint ausweglose Lage. </p>
<p>Unter dem Titel <a href="http://www.dw-world.de/dw/0,,30213,00.html">&#8220;10 Jahre Intervention in Afghanistan&#8221;</a> wurden auf der Seite der Deutschen Welle eine Reihe von Beiträgen gepostet. Der interessanteste davon ist ein <a href="http://www.dw-world.de/popups/popup_single_mediaplayer/0,,15436163_type_audio_struct_30213_contentId_15436080,00.html">Gespräch mit Thomas Ruttig</a> vom <a href="http://aan-afghanistan.com/">afghanistan analyst network</a> über vertane Chancen, westliche Ignoranz, Zynismus und die Enttäuschung auf Seiten der Afghanen.  </p>
<p>Nachzulesen ist das Interview <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15436080_page_1,00.html">hier</a>. </p>
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		<title>Vom Tadschikischen zum Persischen?</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/TethysDasZentralasienblog/~3/Ld4kRslpks4/</link>
		<comments>http://www.tethys.caoss.org/index.php/2011/09/30/vom-tadschikischen-zum-persischen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 22:51:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Ein Beitrag von Musaddas und Zebo

Seit etwa zwei Monaten ist auf Facebook die Entstehung einer ständig wachsenden Aktivistengruppe zu beobachten. Zaboni Porsi setzt sich für die Etablierung einer gleichnamigen verbindlichen Standardsprache in Tadschikistan ein. Diskutiert wird in der Gruppe darüber, wie diese Sprache denn auszusehen habe.
Ins Leben gerufen hatte diese Initiative der bekannte tadschikische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Ein Beitrag von <em>Musaddas</em> und <em>Zebo</em></p>
<p><img alt="" src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/09/fondi-jamiyati-zaboni-modari-baroi-intishofi-zaboni-porsi.jpg" class="alignleft" width="200" height="200" />
<p>Seit etwa zwei Monaten ist auf Facebook die Entstehung einer ständig wachsenden Aktivistengruppe zu beobachten. <em>Zaboni Porsi</em> setzt sich für die Etablierung einer gleichnamigen verbindlichen Standardsprache in Tadschikistan ein. Diskutiert wird in der Gruppe darüber, wie diese Sprache denn auszusehen habe.</p>
<p>Ins Leben gerufen hatte diese Initiative der bekannte tadschikische  Journalist Dariush Rajabian. Rajabian hat mehrere Jahre in London für BBC gearbeitet und erfreut sich aktuell mit seinen Beiträgen auf <a href="http://www.jadidonline.com">www.jadidonline.com</a>  und seinem <a href="http://dariussthoughtland.blogspot.com/">Blog „A Dervish“</a>  bei intellektuellen Afghanen, Iranern und Tadschiken großer Beliebtheit. Bei seiner journalistischen Tätigkeit trifft Dariush Rajabian jedoch immer wieder auf ein scheinbar unlösbares Problem, mit dem er und seine Gleichgesinnten sich nicht länger abfinden möchten:  Während die Iraner und Afghanen ein arabisch-basiertes Schriftsystem nutzen, steht den Tadschiken durch die von der Sowjetmacht aufoktroyierte Schriftumstellung  im Jahre 1940 nur die Kyrilliza zur Verfügung. </p>
<p>Auf der Suche nach einer schriftsprachlichen Norm für das Tadschikische wurden durch Sowjetische sprachplanerischen Maßnahmen seit Mitte der 1920er Jahre gerade solche Sprach-besonderheiten der gesprochenen Sprache zum Standard erhoben, die eine möglichst große Differenz zu der in Afghanistan mit Dari und im Iran mit Farsi bezeichneten Sprache aufwiesen. Dieser neue, Tadschikisch genannte Sprachstandard ging vor allem zurück auf die in den Städten Buchara und Samarkand gesprochenen Varietäten der persischen Sprache und entsprach (und entspricht) in vielen Fällen nicht der von den auf dem Gebiet Tadschikistans gesprochenen Sprache. Zudem verdrängte das Russische &#8211; die Lingua franca des Moskauer Imperiums – das Tadschikische in den privaten und häuslichen Bereich und auf das Gebiet der schönen Literatur. Diese tiefgreifenden Umwälzungen (die Lutz Rzehak in seinem Buch: <a href="http://www.reichertverlag.de/pages/print02250.htm">Vom Persischen zum Tadschikischen – Sprachliches Handeln und Sprachplanung in Transoxanien zwischen Tradition und Moderne (1900-1956)</a> hervorragend beschrieben hat) stehen heute einer einfachen Verständigung auf der Ebene der Hochsprache zwischen Persischsprechern in Afghanistan, Iran und Tadschikistan entgegen.</p>
<p>Durch die Initiative der neuen tadschikischen Sprachaktivisten der Gruppe Zaboni Porsi in Tadschikistan soll zum einen die sprachliche und kulturelle Isoliertheit der Tadschiken von den Persischsprechern in Afghanistan und im Iran überwunden und gleichzeitig die eigene Identität gestärkt werden.</p>
<p><a href="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/09/nakhustin-vokhurii-porsiduston.jpg"><img src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/09/nakhustin-vokhurii-porsiduston.jpg" alt="nakhustin vokhurii porsiduston" title="nakhustin vokhurii porsiduston" class="aligncenter" width="250" height="200"/></a> Um ihre Vorsätze in die Tat umzusetzen, kamen am 22. September im Teehaus Rohat ca. 40 Personen zusammen. Unter den Teilnehmern fanden sich nicht nur Journalisten oder Angehörige der Medien.  Auch viele jungen Menschen, die sich um die Zukunft ihrer Muttersprache sorgen,  sowie in Tadschikistan lebende Iraner und Afghanen waren an diesem ersten Treffen beteiligt. Den Formalia stimmten die Anwesenden rasch zu.  Die Gruppe war am 15.08.2011 als öffentliche Stiftung  <em>zaboni modari</em>  (Die Muttersprache) einem eigenen Bankkonto und mit dem Recht zur wöchentlichen Publikation in Tadschikistan registriert worden. Aber wie sollte publiziert werden? Der Vorschlag kam auf, einmal pro Woche eine Zeitschrift auf zaboni porsi herauszugeben. Jedoch wendete einer der Teilnehmer ein, die Leser könnten besser mit einer Seite auf zaboni porsi in bereits existierenden tadschikischen Zeitungen angesprochen und an die Sprache herangeführt werden. Aber endgültige Entscheidungen waren an diesem Abend nicht gefragt, denn die erste Zusammenkunft sollte nur dem Kennenlernen dienen. </p>
<p><a href="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/09/nakhustin-nashriya-ba-zaboni-porsi.jpg"><img src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/09/nakhustin-nashriya-ba-zaboni-porsi.jpg" alt="nakhustin nashriya ba zaboni porsi" title="nakhustin nashriya ba zaboni porsi" class="aligncenter" width="300" height="400" /></a>Doch so einfach ließen sich auch andere Diskussionsgegenstände der Zukunft nicht zurückhalten. Denn zum Beispiel traten die Meinungsunterschiede zwischen „Puristen“ und den „Pragmatikern“  zutage. Erstere &#8211; dazu zählt auch der Begründer Darius Rajabian – orientieren sich stark an der Sprache des „Begründers“ der zaboni porsi, Firdausi (940-1020) und verstehen <em>zaboni porsi</em>  als Weg zur Selbstbestimmung und Selbstbehauptung. In Ihrem Verständnis wehrte sich Firdausi nach der Eroberung Persiens durch die Araber gegen die mit der Islamisierung einhergehende Verbreitung des Arabischen. Der Dichter und Epiker machte die persische Sprache, die er selbst als zaboni porsi bezeichnete, durch seine Werke und Literatur hof- und salonfähig.  In diesem Sinne treten die „puristischen“ Anhänger der <em>zaboni porsi</em> für das Zurückdrängen der russischen, uzbekischen und arabischen Einflüsse ein und bevorzugen vielmehr Wörter iranischer Herkunft. Darius Rajabian und sein Kreis grüßen sich konsequenterweise nicht mit dem arabischen „Salom“  sondern beginnen ihr Gespräch mit dem persischen „Durud“.  Ebenso verweigern sie hartnäckig beim Danken das arabische „Taschakkur“, das persische „Sipos“ scheint ihnen angebrachter. Die „Pragmatiker“ gaben aber bereits im Vorfeld bei den Diskussionen auf Facebook und beim ersten Treffen im Teehaus zu Bedenken, dass  die arabischen Wörter aus dem tadschikischen Wortschatz gar nicht wegzudenken sind. </p>
<p>Der ersten Zusammenkunft soll bald die zweite folgen. Derweil reißen die Diskussionen auf <em>zaboni porsi</em> in Facebook nicht ab. Die tadschikischen Teilnehmer nutzen die Seite als Forum, in dem sie sich nach passenden und guten Bezeichnungen erkundigen. Denn oft fühlen sich Tadschiken bei der Wortwahl nicht sicher, da sich bis heute keine allgemein akzeptierte Standardsprache herausgebildet hat. So fragte einer der Aktivisten, welche der vielen Bezeichnungen für Schwiegertochter nun die verbindliche sein kann: das umgangssprachliche „janga“, das aus dem Türkischen stammende „kelin“ oder das Persische „arus“?  Über erste Entscheidungen, weitere Treffen und weitere Vorgänge werden wir später berichten.  </p>
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		<title>4 Minuten – von Ghazni nach Kabul</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 10:04:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Auf youtube gibt es seit Juli ein kurzes, aus einem fahrenden Auto aufgenommenes Video. Zu sehen ist ein Straßenabschnitt des Highway One in Wardak, der Hauptverkehrsverbindung zwischen Kabul und Kandahar &#8211; und eine Menge ausgebrannter Tanklastzüge. 
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			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Auf youtube gibt es seit Juli ein kurzes, aus einem fahrenden Auto aufgenommenes <a href="http://www.youtube.com/watch?v=HBB1dqgPOZE&#038;feature=share">Video</a>. Zu sehen ist ein Straßenabschnitt des Highway One in Wardak, der Hauptverkehrsverbindung zwischen Kabul und Kandahar &#8211; und eine Menge ausgebrannter Tanklastzüge. </p>
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		<title>20 Jahre Unabhängigkeit Tadschikistans – Betrachtungen aus der Provinz</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 18:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit ein paar Monaten wuselte es in der Region Berg-Badachschan und im Besonderen in der beschaulichen Gebietshauptstadt Chorog. Investitionsprojekte zum 20. Geburtstag der Republik Tadschikistan wurden aus dem Boden gestampft, die bis zum Unabhängigkeitstag am 9. September 2011 abgeschlossen sein müssen. Besser gesagt hätten sie bis zum 16. August, dem Tag des Präsidentenbesuchs, fertig sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ein paar Monaten wuselte es in der Region Berg-Badachschan und im Besonderen in der beschaulichen Gebietshauptstadt Chorog. Investitionsprojekte zum 20. Geburtstag der Republik Tadschikistan wurden aus dem Boden gestampft, die bis zum Unabhängigkeitstag am 9. September 2011 abgeschlossen sein müssen. Besser gesagt hätten sie bis zum 16. August, dem Tag des Präsidentenbesuchs, fertig sein sollen. </p>
<div id="attachment_1538" class="wp-caption alignnone" style="width: 610px"> <img src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/09/20JahreUnabhaengigkeit_Page_1.jpg" alt="20JahreUnabhaengigkeit_Page_1" title="20JahreUnabhaengigkeit_Page_1" caption="Flaggenarrangements spielten auf der Parade eine überstrahlende Rolle" class="alignnone" width="600" height="202" /><p class="wp-caption-text">Flaggenarrangements spielten auf der Parade eine überstrahlende Rolle</p></div>
<p>Zu den generösen Präsidentengeschenken ans Volk zählen die Präsidentenschule, ein Wohnheim und auch die Grenzbrücke zu Afghanistan in Vandsch. Dass diese jedoch ausschließlich mit internationalen Geldern finanziert wurde, blieb allerdings unerwähnt. </p>
<div id="attachment_1538" class="wp-caption alignnone" style="width: 610px"> <img src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/09/20JahreUnabhaengigkeit_Page_21.jpg" alt="20JahreUnabhaengigkeit_Page_2" title="20JahreUnabhaengigkeit_Page_2" class="alignnone" width="600" height="202" /><p class="wp-caption-text">Der Präsident konnte nicht an der Parade teilnehmen, er fehlte dennoch nicht.</p></div>
<p>Mitte Juli rollten in Chorog die Asphaltmaschinen des Exekutivkomitees des Präsidenten aus Duschanbe an, die an ausgewählten Standorten zwischen den Investitionsobjekten zur Freude der Fahrzeughalter kosmetisch die Asphaltdecke glätteten. Dann versagte das Asphaltwerk und die Arbeiten schliefen ein. Eine Woche vor dem Besuch bekamen die Anwohner, an den vom Präsidenten zu passierenden Hauptstraßen, die Anordnung ihre Häuser mit Farbe zu benetzen – gesagt getan und schon schnellten die Farbpreise auf dem Basar in die Höhe. Bald darauf waren sie ausverkauft. Alle großen Werbeplakate wurden abgenommen und mit Bildmaterial des Präsidenten ersetzt. Eine Unmenge von Banderolen tauchte an den Straßenrändern auf, die die zwanzigjährige Unabhängigkeit Tadschikistans und die damit einhergehenden Erfolge und natürlich auch die präsidialen Geschenke ans Volk ins rechte Licht setzte.<div id="attachment_1538" class="wp-caption alignnone" style="width: 610px"> <img src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/09/20JahreUnabhaengigkeit_Page_3.jpg" alt="20JahreUnabhaengigkeit_Page_3" title="20JahreUnabhaengigkeit_Page_3" class="alignnone" width="600" height="202" /><p class="wp-caption-text">Der Auftritt der Kultur- und Kunstschaffenden.</p></div></p>
<p>Eine Woche vor dessen angekündigten Besuch wurde klar, dass der Zeitplan so nicht einzuhalten ist. Das größte Investitionsprojekt der Stadt, die neue Präsidentenschule, bedurfte erheblicher Mehranstrengungen, um eine Fertigstellung zu gewährleisten. Aus allen Landkreisen und Verwaltungen der GBAO wurden Staatsbedienstete zur praktischen Arbeit abkommandiert. Da fuhren Verwaltungsleiter mit ihren Dienstfahrzeugen Baumaterialien durch die Stadt, Buchhalter verputzten Wände und eine Abteilung des kardiologischen Krankenhauses begrünte den Garten. Es ging voran – rund um die Uhr. Ein Problem stellte noch die Ausstattung der Schule dar, insbesondere deren Bibliothek. Damit sich die Regale füllten, war die Universität Zentralasiens auf eindringliche Nachfrage so freundlich und entsandte ihre komplette englischsprachige Bibliothek an die neue Schule.</p>
<div id="attachment_1538" class="wp-caption alignnone" style="width: 610px"><br />
<img src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/09/20JahreUnabhaengigkeit_Page_4.jpg" alt="20JahreUnabhaengigkeit_Page_4" title="20JahreUnabhaengigkeit_Page_4" class="alignnone" width="600" height="202" /><p class="wp-caption-text">Der Auftritt des Gesundheitswesens.</p></div>
<p>Der große Tag des Besuches rückte näher, Blumentöpfe wurden aus den Häusern auf den Straßen platziert – ein prunkloses Blumenmeer auf Asphalt. Auf dem Hausberg wurde die tadschikische Fahne gehisst. Mit Winkelementen ausgestattete Kindergruppen wurden aufgestellt, die Verwaltungsangestellten daneben – ein wahrer Festtag. Der Präsident fuhr im offenen Wagen vorbei und grüßte die Massen, eröffnete im Zehn-Minuten-Takt die Investitionsprojekte und flog weiter. Die Verwaltungsangestellten und die englischsprachigen Bücher fuhren wieder an ihren angestammten Platz zurück und die Menschen trugen ihre Blumentöpfe wieder nach Hause.</p>
<div id="attachment_1538" class="wp-caption alignnone" style="width: 610px"><br />
<img src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/09/20JahreUnabhaengigkeit_Page_5.jpg" alt="20JahreUnabhaengigkeit_Page_5" title="20JahreUnabhaengigkeit_Page_5" class="alignnone" width="600" height="202"/><p class="wp-caption-text">Abnahme der Militärparade.</p></div>
<p>Der Unabhängigkeitstag rückte näher, jetzt setzte jeden Abend im Dunkeln der Gesang von 500 jungen Männern auf dem zentralen Versammlungsplatz ein, aus den Lautsprechern dröhnte Marschmusik &#8211; die Militärparade wurde geprobt. Die Studenten, die am 1. September ihren Studienplatz einnehmen wollten, jäteten und hakten die ersten zwei Tage besagten Versammlungsplatz. Die Verwaltungsangestellten malten Plakate und bauten chinesische Kleinlaster in Paradefahrzeuge um. Die Feierlichkeiten wurden zwei Tage vorverlegt, dass am 9. September alle relevanten Persönlichkeiten an der Zentralparade in Duschanbe teilnehmen konnten. Die Parade aller Institutionen wurde abgenommen und mit einem Konzert mit Feuerwerk neigte sich der Zauber der letzten Monate dem Ende.</p>
<div id="attachment_1538" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><br />
<img src="http://www.tethys.caoss.org/wp-content/uploads/2011/09/20JahreUnabhaengigkeit_Page_6.jpg" alt="20JahreUnabhaengigkeit_Page_6" title="20JahreUnabhaengigkeit_Page_6" class="alignnone" width="300" height="202" /><p class="wp-caption-text">Das Ende des Zaubers.</p></div>
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