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		<title>Lasst uns Untermenschen integrieren</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 11:39:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Islam an sich ist r&#252;ckst&#228;ndig, unaufgekl&#228;rt, fra [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Islam an sich ist r&uuml;ckst&auml;ndig, unaufgekl&auml;rt, frauenfeindlich, und strebt die Weltherrschaft an. Zu diesem Zwecke ist die Geb&auml;rmutter nebst Terroranschl&auml;gen seine zentrale Waffe. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Muslime der Krebs sind, und Minarette die Metastasen. </p>
<p>Irgendwo in dieser ekelhaften, krankhaft paranoiden, durch und durch v&ouml;lkisch-rassistisch durchtr&auml;nkten Hassfantasie findet man konservative, christliche und sogenannte &#8220;(rechts-)liberale&#8221; Politiker_innen. Die von Rechtsau&szlig;en sind no na net auch part of the game. </p>
<p>Nur die wenigsten sprechen es so deutlich aus, immerhin d&uuml;rfte das nah am Tatbestand der Verhetzung (und in &Ouml;sterreich der &#8220;Herabw&uuml;rdigung religi&ouml;ser Lehren&#8221;), und vor allem noch immer nicht mehrheitsf&auml;hig, sein. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. <span id="more-4682"></span></p>
<p>Der Obmann der Jungen VP, Sebastian Kurz, ein Mann dessen Vorschl&auml;ge meist ebenso viel Gerechtigkeit wie intellektuelle Brillanz enthalten <sup class='footnote'><a href='#fn-4682-1' id='fnref-4682-1'>1</a></sup>, ist nebst Dinko &#8220;hauts die Zogajs raus&#8221; Jukic<sup class='footnote'><a href='#fn-4682-2' id='fnref-4682-2'>2</a></sup> Jugendkandidat der Wiener &Ouml;VP. Sein aktueller Versuch Aufmerksamkeit zu bekommen ist die Forderung, das Gebet und Alltag in den Moscheen auf Deutsch abzulaufen habe.</p>
<p>Die &Ouml;sterreichische Volkspartei steht einer gro&szlig;en Organisation nahe, deren W&uuml;rdentr&auml;ger ein eigenartiges Verh&auml;ltnis zum Rechtsstaat haben, und der Meinung sind, wenn einer aus ihrem Kreise kleine Kinder (vor allem Buben) brutal vergewaltig und missbraucht, reicht es, ihn nach Bekanntwerden an einen anderen Ort zu versetzen.<sup class='footnote'><a href='#fn-4682-3' id='fnref-4682-3'>3</a></sup> Wenn diese Organisation ihren Kult, bei dem es im Wesentlichen darum geht, ein paar Oblaten und etwas Wein in Fleisch und Blut eines vor 2000 Jahren ermordeten Schreiners aus Pal&auml;stina zu verwandeln, und diese dann zu konsumieren, in einer toten Sprache zelebrieren wollen, die kein Mensch versteht, spricht niemand von Parallelgesellschaft. </p>
<p>Wen Muslime in Hinterh&ouml;fen, denn wenn sie ein Gotteshaus bauen wollen m&uuml;ssen sie mit furchtbaren Widerst&auml;nden, langen K&auml;mpfen, &ouml;ffentlicher Anfeindung und wenig Unterst&uuml;tzung rechnen, in der Sprache predigen wollen die die Leute verstehen weil es die Sprache ihres Geburtslandes ist, ist das eine verdammenswerte Parallelgesellschaft, eine Manifestation der genuin muslimischen Integrationsunwilligkeit und umgehend zu verbieten. Deutsch ist die Sprache, die zu gebrauchen ist. Immer und &uuml;berall. Zumindest wenn es nach der Wiener &Ouml;VP geht.<sup class='footnote'><a href='#fn-4682-4' id='fnref-4682-4'>4</a></sup></p>
<p>Das ist nur ein aktuelles Beispiel f&uuml;r den Umgang mit einer gro&szlig;en, stark wachsenden und f&uuml;r die Zukunft &Ouml;sterreichs und Europas eklatant wichtigen Minderheit. Ich will nicht abstreiten, dass es empirisch belegte Zahlen gibt (Arbeitslosigkeit, (Aus-)Bildung), die volkswirtschaftliche und politische Probleme, die Migrant_innen aus muslimisch gepr&auml;gten L&auml;ndern &uuml;berproportional betreffen, nahelegen. Aber es gibt vern&uuml;nftige Reaktionen darauf.</p>
<p>Muslime als homogene Gruppe zu begreifen und zu beschimpfen, ihnen Zust&auml;nde in L&auml;ndern vorzuwerfen aus denen sie oft nicht nur emigriert sondern geflohen sind und gleichzeitig f&uuml;r sich selbst dieselben menschenrechtlichen Standards setzten wie sie in diesen, genau daf&uuml;r kritisierten, L&auml;ndern gelten, z&auml;hlen nicht dazu. Ein Schulsystem das sozial schwache Schichten, zu denen heute nun &uuml;berproportional viele  Migrant_innen z&auml;hlen, &#8220;unten&#8221; h&auml;lt, auch nicht. Auch ein Generalverdacht der von Muslimen verlangt dass sie sich im Gegensatz zu allen anderen Menschen in &Ouml;sterreich explizit zu diversen Gesetzen bekennen m&uuml;ssen, ist h&ouml;chstens geeignet Gruppenbildungen und Abneigungen zu f&ouml;rdern. Kostenlose Sprachkurse, fr&uuml;hestm&ouml;gliche F&ouml;rderung von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache in ihrer eigenen Muttersprache und eine Gesellschaft die ganz unabh&auml;ngig von Kultur, Religion, Hautfarbe, Herkunft, Anzahl der Generationen die auf heute &ouml;sterreichischem Boden geboren wurden, etc., f&uuml;r soziale Gerechtigkeit sorgt, sind dagegen gute Ans&auml;tze um sogenannte &#8220;Integrationsprobleme&#8221; im Keim zu ersticken. </p>
<p>Freilich, die Hetzer_innen haben in der Regel &uuml;berhaupt kein Interesse daran, Probleme zu vermeiden. F&uuml;r den Rechtspopulismus ist es wichtig, Probleme zu sch&uuml;ren (oder zu konstruieren), um diese anprangern zu k&ouml;nnen. Aber diese &Uuml;berlegung m&ouml;chte ich der &Ouml;VP nicht unterstellen (und den meisten Menschen bei FP&Ouml; und BZ&Ouml; traue ich sie einfach nicht zu). Sie haben einfach kein Interesse an Integration und einem Gelingen des Zusammenlebens von so unterschiedlich gepr&auml;gten und eingestellten Menschen. <sup class='footnote'><a href='#fn-4682-5' id='fnref-4682-5'>5</a></sup> Ihnen geht es um Ausschluss und bedingungslose Assimilation bzw. Unterwerfung unter die Herrenmenschen/die Mehrheit (bzw. das was sie sich darunter vorstellen). Sie unterscheiden sie nur darin, dass die einen einem v&ouml;lkischen Nationalismus das Wort reden, und die anderen einer konstruierten Kulturnation unter einem christlichen Gott.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-4682-1'>Auch der Anteil an hei&szlig;er Luft und Verletzung der Menschw&uuml;rde h&auml;lt sich meist die Waage. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4682-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-4682-2'>Hat ihn eigentlich schon wer gefragt ob er nach der letzten EM daf&uuml;r ist, dass man ihm die Staatsb&uuml;rgerschaft wegen Nichtleistung wieder entzieht und ihn abschiebt? <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4682-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-4682-3'>Wobei man nicht ungerecht sein darf. Oft durften diese M&auml;nner dann nicht sofort wieder auf Kinder losgehen und unter dem medialen Druck der letzten Skandale wurden sogar vereinzelt &Uuml;berlegungen laut, das es m&ouml;glicherweise keine schlechte Idee ist, den Vergewaltigern eine Selbstanzeige zu empfehlen. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4682-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-4682-4'>Nat&uuml;rlich auch wenn es nach FP&Ouml;, BZ&Ouml;, NVP und diversen rechtsextremen bzw. neonazistischen Gruppierungen geht. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4682-4'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-4682-5'>Wobei man bei der &Ouml;VP fairerweise sagen muss, dass das keineswegs Parteiprogramm ist, sondern nur eine relativ gro&szlig;e (oder laute) Anzahl ihrer Mitglieder so zu denken scheint <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4682-5'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Steuern und Sparen: Wo ein Nein der SPÖ Not tut</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 09:12:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die "Kleine Zeitung" vom 26.08.2010 fasst unter dem Tit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die &#8220;Kleine Zeitung&#8221; vom 26.08.2010 fasst unter dem Titel &#8220;Wer tr&auml;gt die Last?&#8221;, mehr oder weniger spekulativ, zusammen, wo die Bundesregierung &uuml;berlegt Einsparungen vornehmen und Einnahmen gewinnen zu k&ouml;nnen. Darunter finden sich vern&uuml;nftige Ma&szlig;nahmen (!), notwendige Ma&szlig;nahmen, solche die grausam aber irgendwie argumentierbar sind, aber auch solche Ideen, die jedenfalls abzulehnen sind. Die m&ouml;glichen Lastentr&auml;ger_innen laut &#8220;Kleiner Zeitung&#8221; sind:<br />
<span id="more-4656"></span><br />
<strong>&#8220;Stifter, Banken, Aktion&auml;re und Raucher&#8221;</strong><br />
Die &Uuml;berlegungen Stiftungsverm&ouml;gen st&auml;rker zu besteuern, die fix vereinbarte Bankenabgabe, die Verl&auml;ngerung der Spekulationsfrist und eine strengere Verfolgung von Steuerhinterziehung stehen angeblich zur Diskussion. Alles (sehr) begr&uuml;&szlig;enswert, und es trifft niemand, der das nicht aush&auml;lt. Auch die Erh&ouml;hung der Zigarettenpreise um 40 Cent/Packerl bringt Einnahmen die keinen zentralen Lebensbereich treffen und gesundheitspolitisch gut vertretbar sind. </p>
<p><strong>&#8220;Pensionisten, Autofahrer und Beamte&#8221;</strong><br />
Hier wird bei Ausgaben gespart, bei denen es noch irgendwie vertretbar ist. Dass Bezieher_innen von Pensionen bis zu 1000 Euro die Inflation abgegolten bekommen sollen, alle dar&uuml;ber eine Nullrunde oder eine Einmalzahlung bekommen, ist sozial zumindest abgefedert und argumentierbar. Es wird niemand freuen, es birgt Risiken f&uuml;r die Konsumkraft, mit einer Pension von 1.100 EUR macht man auch noch keine gro&szlig;en Spr&uuml;nge, aber wenn es sein muss, ist diese Ma&szlig;nahme vern&uuml;nftiger als viele andere. Genauso die Einsparung beim Beamtentum. Ob die bis 2014 eingesparten 2914 Stellen tats&auml;chlich nirgends fehlen, wird sich zeigen. Die Nulllohnrunde tut weh, aber der Schmerz w&uuml;rde andere schlimmer treffen. Job und Pension sind immerhin sicher. Dass die Mineral&ouml;lsteuer erh&ouml;ht werden soll, ist problematisch weil die Alternativen fehlen, und somit sozial Schwache in ihrer Mobilit&auml;t eingeschr&auml;nkt werden. Ansonsten w&auml;re so eine Ma&szlig;nahme &ouml;kologisch nur zu begr&uuml;&szlig;en. </p>
<p><strong>&#8220;Bahnfahrer, Pflegebed&uuml;rftige, Arbeitslose&#8221;</strong><br />
Es wird grausam. Die Pflegestufe 1 (154 Euro pro Monat) zu streichen, oder h&ouml;here Zugangsh&uuml;rden f&uuml;r bzw. K&uuml;rzen bei allen Pflegestufen trifft viele Menschen hart. Das bei der Bahn unrentable Nebenlinien eingespart und Hauptverbindungen in Frage gestellt werden, ist genauso unvern&uuml;nftig wie bereits laufende Bauarbeiten zu verz&ouml;gern (weil sie dadurch vielleicht kurzfristig weniger, aber mittelfristig sicher mehr kosten). So macht man die Bahn nicht profitabel, sondern kaputt. Arbeitslose k&ouml;nnten k&uuml;nftig seltener in Kurse gesteckt werden, daf&uuml;r aber mehr Jobs annehmen m&uuml;ssen (die Zumutbarkeit soll weiter versch&auml;rft werden). Davon dass jemand wegen eines Jobs von seiner Familie und seinem Freundeskreis weg ans andere Ende von &Ouml;sterreich ziehe muss (oder eben keine Unterst&uuml;tzung bekommt), sind wir nicht mehr weit entfernt. Grausam wird es, wenn Arbeitslosigkeit und lange Krankheit (!) zuk&uuml;nftig nicht mehr bei der Berechnung der Pensionsh&ouml;he ber&uuml;cksichtigt werden.</p>
<p>Alle diese Ma&szlig;nahmen lassen sich nur dann irgendwie vertreten, wenn es anders nicht geht. Anders hei&szlig;t nicht &#8220;bei den Politgeh&auml;ltern&#8221; sparen, das ist eine populistische und dumme Forderung, und w&uuml;rde das Kraut nicht fett machen (abgesehen davon dass sich die Politik ohnehin zwei Nulllohnrunden in Folge verordnet hat). Es hei&szlig;t auch nicht tr&auml;umen von einer Verwaltungsreform die nicht kommt. In der Kompetenz des Bundes ist wenig zu sparen, jedenfalls nicht so dass gro&szlig;e Betr&auml;ge anfielen. In den Kompetenzbereichen der L&auml;nder liegen die Milliarden, aber man m&uuml;sste die L&auml;nder schon per umfassender Verfassungs- und Staatsreform v&ouml;llig entmachten, damit dieses Geld zu holen ist. Obwohl moralisch und vern&uuml;nftig geboten, ist es politisch nicht durchsetzbar, solange die &Ouml;VP Verfassungsmehrheiten blockieren kann.</p>
<p>Somit bleibt als Alternative nur noch eine <a href="http://thomasknapp.at/den-reichen-reichts/">Erh&ouml;hung der verm&ouml;gensbezogenen Steuern</a> (die H&ouml;he aller anderen ist ziemlich ausgereizt). W&uuml;rde man das durch sie lukrierte Aufkommen vom &ouml;sterreichischen Niveau von 0,5 % des BIP auf 3 % des BIP erh&ouml;hen (ein Wert der von den USA, Korea, Kanada, Frankreich und Gro&szlig;britannien &uuml;berschritten wird), w&auml;re das eine Steigerung von ca. 2 Milliarden (bei einem BIP von 415 Mrd. lt. Wikipedia) auf ca. 12,5 Milliarden Euro. Zur Orientierung: Im Jahr 2008 hatte die Republik &Ouml;sterreich Ausgaben in H&ouml;he von 49 % des BIP (das sind ca. 203 Mrd.) und Einnahmen in H&ouml;he von 48,4 % des BIP (ca. 200 Mrd.) (Ja, das ist eine viel zu einfache volkswirtschaftlich in keinster Weise gen&uuml;gende Berechnung. Sie gibt trotzdem ein ungef&auml;hres Gef&uuml;hl daf&uuml;r worum es geht).</p>
<p><strong>&#8220;Wissenschaft und Forschung, Familien und Studenten&#8221;</strong><br />
Wir sind bei den absoluten NoGos gelandet, von denen trotzdem zumindest einige kommen werden. Wissenschaft und Forschung erw&auml;hnt die &#8220;Kleine&#8221; gar nicht, obwohl schon jetzt klar ist, dass die Ausbildung im terti&auml;ren Bildungssektor sowie die Ausstattung der Forschungseinrichtungen sich weiter verschlechtern werden. Eine Katastrophe auf Basis unglaublicher Kurzsichtigkeit und Beschr&auml;nktheit. Auch andere europ&auml;ische Staaten m&uuml;ssen harte Sparkurse fahren. Aber die klugen nehmen Bildung und Forschung aus und investieren hier weiter. </p>
<p>Familien sind von den meisten Ma&szlig;nahmen die bisher aufgez&auml;hlt wurden, ohnehin betroffen. Zus&auml;tzlich soll die &#8220;13. Familienbeihilfe&#8221;, ein Wahlkampfgeschenk von 2008, gestrichen oder nur bis zur Vollj&auml;hrigkeit des Kindes ausbezahlt werden. Au&szlig;erdem soll die Familienbeihilfe f&uuml;r Kinder in Ausbildung in Zukunft nicht bis zu ihrem 26. Geburtstag, sondern nur bis zu ihrem 23., 24. oder 25. gew&auml;hrt werden. Das trifft, wie k&ouml;nnte es anders sein, niemand Wohlhabenden (wie es z.B. eine soziale Staffelung von Sozialleistungen t&auml;te), sondern ausschlie&szlig;lich sozial Schwache. Insbesondere Studierende, die ohnehin nicht gut bedient sind (siehe unten). Dass auch das erst eingef&uuml;hrte einkommensabh&auml;ngige Kindergeld zur Diskussion gestellt werden soll, setzt dem Ganzen die Krone auf. </p>
<p>Au&szlig;erdem gibt es laut &#8220;Kleiner Zeitung&#8221; die &Uuml;berlegung, Stipendien zu k&uuml;rzen. Zur Information: Das Stipendiensystem in &Ouml;sterreich ist l&auml;cherlich. Es ist auf genau einen einzigen Fall zugeschnitten: Kind zweier zusammenlebender Eltern geht nach der Matura studieren. Alle anderen haben mehr oder weniger Probleme, oder gar keine Chance auf Studienbeihilfe. Die H&ouml;chstbeihilfe bekommen die wenigsten, und viele die Unterst&uuml;tzung objektiv br&auml;uchten, bekommen gar nichts. Das regt mich aus doppelter Betroffenheit (als Studienbeihilfenbezieher und als Sachbearbeiter im Sozialreferat der &Ouml;H Uni Graz, wo ich immer wieder furchtbare F&auml;lle kennen lerne) ganz besonders auf. Als Beispiel: W&uuml;rde die Altersgrenze f&uuml;r die Familienbeihilfe gesenkt und die Studienbeihilfe gek&uuml;rzt, w&uuml;rden mir bzw. meinen mich unterst&uuml;tzenden Eltern (Danke!) von heute auf morgen 300 Euro pro Monat fehlen. Keine Ahnung was ich dann machen sollte/w&uuml;rde.</p>
<p>Es gibt zu einschneidenden Ma&szlig;nahmen keine Alternative. Dort wo eine Verwaltungsreform Geld bringen w&uuml;rde, ist dies kurzfristig nicht lukrierbar und mittelfristig politisch nicht umsetzbar. Die Enteignungen von denen etwa die KP&Ouml; tr&auml;umt, sind ohnehin f&uuml;r keinen klar denkenden Menschen eine Alternative. Aber auch und gerade in so einer Situation kann und muss eine SP&Ouml; Profil zeigen. Einerseits durch den Einsatz f&uuml;r Steuergerechtigkeit. Aber auch durch forcieren von Sparma&szlig;nahmen bei Landwirtschafts- und Wirtschaftsf&ouml;rderung. Vor allem aber, und das fehlt in der SP&Ouml; tragischer Weise total, durch das st&auml;ndige Dr&auml;ngen auf eine Wirtschaftspolitik die die Konjunktur nicht abw&uuml;rgt, und die spart und saniert, wenn die wirtschaftliche Lage es zul&auml;sst, nicht wenn sie noch instabil ist. Aber angesichts der SP&Ouml;, angesichts Werner Faymanns, muss man wohl schon froh sein, wenn die SP&Ouml; die grausamsten Fantasien der Apologeten des sozialen Kahlschlags verhindern kann.</p>
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		<title>Den Reichen reichts</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 11:01:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&Ouml;sterreich, mit M&uuml;h und Not und nur durch internationalen Druck offiziell keine Steueroase, ist damit konfrontiert, dass die Leistungstr&auml;ger_innen nicht noch viel mehr Abgaben leisten k&ouml;nnen. Das war aber bisher immer der einzige Ausweg aus Geldknappheit. Doch nun ziehen f&uuml;r eine andere Gruppe, jene 10 % der Bev&ouml;lkerung die 90 % des Verm&ouml;gens besitzten, langsam dunkle Wolken am Horizont auf. </p>
<p>So sehr sich die &Ouml;VP auch gegen Steuergerechtigkeit und die Vernunft stemmt, ihr geht langsam die Kraft aus. Immer mehr Menschen wird bewusst, dass Verm&ouml;gen bei uns unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig geschont und Arbeit unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig belastet wird. Gleichzeitig wird das Fundament des Widerstands durch ausufernde Staatsschulden untergraben. &#8220;Die Reichen&#8221; wenden sich l&auml;ngst wieder ihren alten neuen Freunden im recht(s)e(xtreme)n Lager zu, <a href="http://kurier.at/nachrichten/2025532.php">die dem P&ouml;bel erkl&auml;ren sollen</a>, wie schlimm es doch w&auml;re, m&uuml;sste man auf gigantisches Stiftungsverm&ouml;gen, gro&szlig;en Reichtum oder Aktiengesch&auml;fte Steuern bezahlen. Zugleich wirft HC mit Nebelgranaten um sich, und fantasiert von einer  Verwaltungs- und Gesundheitsreform die kurzfristig 6 Milliarden und langfristig 11 Milliarden pro Jahr bringen soll, ohne irgendwelche Leistungsk&uuml;rzungen wohlgemerkt. Eine Belastung der Reichen ist also gar nicht n&ouml;tig.<br />
<span id="more-4650"></span><br />
Alles andere als unschuldig an der ungerechten Verteilung des Steueraufkommens ist, wie k&ouml;nnte es anders sein, die an sich problematische Medienlandschaft &Ouml;sterreichs. Als Franz Voves sich in der SP&Ouml; f&uuml;r eine st&auml;rkere Besteuerung von Stiftungsverm&ouml;gen einsetzte, war der Aufschrei gro&szlig;. Sofort kam ans Tageslicht, dass die SP&Ouml; Steiermark selbst ihr Verm&ouml;gen in einer Privatstiftung zusammengefasst hat. Durch Weglassungen (Die SP&Ouml; fordert dass auch sie selbst mehr Steuern auf ihr Verm&ouml;gen zahlen muss. Das ist verschweigenswert weil?) und einseitige Formulierungen (Ja d&uuml;rfen den Sozis etwas besitzten und noch dazu geltendes Recht optimal ausnutzen um ihr Verm&ouml;gen bestm&ouml;glich zu verwalten? Das d&uuml;rfen doch nur alle anderen!) versuchten jene, die kein Interesse daran haben, dass Stiftungsverm&ouml;gen etwas zum Allgemeinwohl beitr&auml;gt, die Diskussion abzuw&uuml;rgen und den Urheber zu besch&auml;digen. Das waren Hans Dichand und was gerne vergessen wird, der Styria-Konzern (&#8220;Die Presse&#8221;, &#8220;Kleine Zeitung&#8221;), der selbst in Form einer Stiftung der Di&ouml;zese Graz-Seckau organisiert ist. </p>
<p>Eine &uuml;beraus breite Front aus politischen Parteien (&Ouml;VP, FP&Ouml; und BZ&Ouml;) und den gr&ouml;&szlig;ten Printmedien des Landes, hat bis heute verhindert, dass sich etwas &auml;ndert. Da kam die bekanntlich pseudowissenschaftlich agierende und durch und durch kryptostalinistische OECD, bekannterma&szlig;en eine sozialistische Verschw&ouml;rungsorganisation, nicht dagegen an. Ihr <a href="http://www.oecd.org/document/29/0,3343,de_34968570_34968795_42147613_1_1_1_1,00.html">sowjetischer Ratschlag</a> &#8220;die Besteuerung auf immobile Faktoren zu verschieben&#8221; zeigt, welchen Geistes Kind sie ist. Die Position &#8220;Steuern und Abgaben auf Kapitaleink&uuml;nfte oder Arbeit k&ouml;nnten so etwa durch Steuern auf Konsum oder Verm&ouml;gen ersetzt werden&#8221; sowie die Emfehlung &#8220;die Abschaffung von Schenkungs- und Erbschaftssteuer zu &uuml;berdenken&#8221; zeigen, dass sich &Ouml;sterreich, gemeinsam mit Mexiko, Tschechien, der Slowakei und Deutschland am richtigen Ende der Skala befindet, wo verm&ouml;gensbezogene Steuern deutlich unter 1 % des BIP ausmachen. Das Schicksal der realsozilistischen Staaten am andere Ende der Skala, wo verm&ouml;gensbezogene Steuern zwischen 3 % und 4 % des BIP ausmachen, zeigt dass die &Ouml;VP goldrichtig liegt. Die Unfreiheit der marxistisch-stalinistisch-leninistisch-sozialistisch-linksutopistisch-realsoizalistisch-kommunistischen Diktaturen in Gro&szlig;britannien, Kanada, Frankreich, Korea und den USA zeigt jeden Tag aufs Neue, wie dankbar die &Ouml;sterreicher_innen der &Ouml;VP sein m&uuml;ssen. Zumindest die &#8220;oberen&#8221; 10 %. </p>
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		<title>Danke für das Feedback</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 16:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[An alle Leute die auf meine Bitten nach Feedback f&#252;r d [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An alle Leute die auf meine Bitten nach Feedback f&uuml;r diese Seite nachgekommen sind (au&szlig;genommen die paar extrem lustigen Trolle<sup class='footnote'><a href='#fn-4612-1' id='fnref-4612-1'>1</a></sup>) ein herzliches Danke! Die Seite schaut jetzt ziemlich anders aus als vorher, ich hab basierend auf ebem diesem Feedback zahlreiche Ver&auml;nderungen bzw. Verbesserungen (hoffe ich) vorgenommen. </p>
<p>Die gr&ouml;&szlig;ten &Auml;nderungen sind dass das Blog und nicht das <a href="http://thomasknapp.at/portfolio/">Portfolio</a> wieder auf der Startseite angezeigt wird, da es andersum einige Leute gest&ouml;rt oder irritiert hat, und der gro&szlig;e schwarze Header. Das fast v&ouml;llige Fehlen eines solchen war der h&auml;ufigste Kritikpunkt, nun, ganz klassisch mit Logo, Titel und Men&uuml;, ist er nicht nur schick sondern auch halbwegs brauchbar bzw. n&uuml;tzlich, denke ich. Die Men&uuml;-Struktur wurde weiter vereinfacht und sollte nun kaum mehr jemand vor ein R&auml;tsel stellen.<br />
<span id="more-4612"></span><br />
Das Logo erhielt zu meiner &Uuml;berraschung nicht nur sehr viele Kommtenare bzw. Bewertungen, sondern &uuml;berwiegend positive. Das freut mich, weil ich es selber mag. Ich habe ihm jetzt noch ein etwas freundlicheres Blau verpasst. Der Feed wurde zwar grunds&auml;tzlich gelobt, allerdings das Icon ausschlie&szlig;lich kritisiert. Deshalb habe ich mich f&uuml;r ein neues, besser zum einfachen und klaren Stil der Seite passendes <a href="http://www.wpzoom.com/wpzoom/500-free-icons-wpzoom-social-networking-icon-set/">Set</a> entscheiden. Einge von euch nahmen auch an der Google-Suche Ansto&szlig;. Deshalb l&auml;uft nun wieder die Standardsuche von WordPress. Au&szlig;erdem ist die Suchfunktion nun deutlich sichtbarer platziert. </p>
<p>Das Schriftbild wurde von einigen als schwer zu lesen empfunden, ich hoffe dies ist nun, da gr&ouml;&szlig;er und aufgelockert, kein Problem mehr. Ebenso habe ich die als &uuml;berladen empfundene Sidebar (die wie urspr&uuml;nglich wieder rechts zu finden ist) ausger&auml;umt und daf&uuml;r den Footer bef&uuml;llt. </p>
<p>Ich m&ouml;chte mich nochmals bedanken, auch darum bitten etwaige Fehler zu melden und hoffe, auch im Sinne der Kritiker der Ver&auml;nderung, dass ich das Aussehen dieser Seite jetzt mal l&auml;nger in Ruhe lasse.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-4612-1'>Was k&ouml;nnte man verbessern? &#8220;L&ouml;sch die Seite!&#8221; u.&auml;. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4612-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
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		<title>Macht Adolfsburg aus Judenburg</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 11:20:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Im roten Schild einen "rechtsgekehrten, wei&#223;en, mit Ju [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://thomasknapp.at/wp-content/uploads/2010/07/judenburg.jpg" alt="Wappen der Stadt Judenburg" width="200" height="227" class="alignright size-full wp-image-3581" />Im roten Schild einen &#8220;rechtsgekehrten, wei&szlig;en, mit Judenhut bedeckten Judenkopf&#8221; zeigt das Wappen der steirischen Stadt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Judenburg">Judenburg</a>. Deren Name kommt von einer alten j&uuml;dischen Handelsniederlassung an der stark frequentierten Handelsroute nach Venedig. Dieser Name war, wie das Wappen, nach dem &#8220;Anschluss&#8221; &Ouml;sterreichs 1938 Gegenstand gewisser Aufregung. Doch w&auml;hrend das Wappen im September 1939 ge&auml;ndert wurde (der &#8220;Judenkopf&#8221; wurde durch  einen Torturm auf gezinnter Stadtmauer ersetzt), behielt die Stadt ihren Namen das ganze Tausendj&auml;hrige Reich hindurch.</p>
<p>Unter dem Titel &#8220;Zirbitz-, Adolf- oder Jubelburg&#8221;<sup class='footnote'><a href='#fn-3577-1' id='fnref-3577-1'>1</a></sup> hat Dr. Michael Schiestl, Obmann des Museumsvereins Judenburg, Ausz&uuml;ge aus dem in diesem Zusammenhang entstandenen Briefverkehr ver&ouml;ffentlicht. Interessant sind dabei nicht nur die Briefe der staatlichen Einrichtungen (welche die Bestrebungen der Stadt zur &Auml;nderung ihres Namens zeigen, und kl&auml;ren warum es nicht dazu kam) sondern auch die Zuschriften aus der Bev&ouml;lkerung der &#8220;Ostmark&#8221; und sogar aus dem &#8220;Altreich&#8221;. Aus Archivmaterial wie diesem spricht immer wieder, wie Schiestl schreibt, &#8220;nicht der Geist des Unmenschen, das im nachhinein oft beschworene D&auml;monische des Nationalsozialismus&#8221;.<sup class='footnote'><a href='#fn-3577-2' id='fnref-3577-2'>2</a></sup> Vielmehr zeigt es &#8220;die gemeinhin akzeptierte Menschenverachtung in der H&uuml;lle des Menschlich-Allzumenschlichen, die Niedertracht im Kleid eines betulichen Patriotismus&#8221;<sup class='footnote'><a href='#fn-3577-3' id='fnref-3577-3'>3</a></sup>, was diese furchtbare Episode der Geschichte &Ouml;sterreichs erst m&ouml;glich gemacht hat.<br />
<span id="more-3577"></span><br />
Schiestl hat 13 der 15 erhaltenen Schriftst&uuml;cke, gro&szlig;teils vollst&auml;ndig, in chronologischer Reihenfolge ver&ouml;ffentlicht. Den Anfang macht am 25. M&auml;rz 1938 <sup class='footnote'><a href='#fn-3577-4' id='fnref-3577-4'>4</a></sup> <em>Paul Andreas M&uuml;ller aus Br&uuml;nn</em>. Er schl&auml;gt vor den Namen der Stadt in <strong>Adolfburg</strong> zu &auml;ndern, und begr&uuml;ndet dies wie folgt:</p>
<blockquote><p>[...]Bekanntlich ist dem ersten und gerechtesten Deutschen, Ihrem F&uuml;hrer Adolf Hitler, alles, was mit Juden zusammenh&auml;ngt und j&uuml;disch klingt, mit vollem Recht verha&szlig;t.[...]</p></blockquote>
<p>Tags darauf, am 3. April 1938, wendet sich der Amtswalter von Judenburg an niemand geringeren als Adolf Hitler selbst, mit der Bitte</p>
<blockquote><p>[...] diese Stadt von ihrem, sie geradezu schm&auml;henden Namen zu befreien und ihr einen Namen zu geben.[...]</p></blockquote>
<p>Eine Antwort des F&uuml;hrers ist nicht erhalten. Daf&uuml;r schrieb gleich am n&auml;chsten Tag, dem 4. April 1938, <em>Hugo Motz aus Essen</em> dem B&uuml;rgermeister von Judenburg, dass er beim Versuch sich <em>&#8220;Erf&uuml;llt von der Freude &uuml;ber die geniale Aufrichtung des <span style="text-decoration: underline">&#8220;Gro&szlig;deutschen-Reiches&#8221;</span>&#8220;</em> mittels Atlas mit dem Gebiet vertraut zu machen, <em>&#8220;mit einigem Mi&szlig;behagen&#8221;</em> Judenburg gefunden hat. Er schl&auml;gt vor die Stadt in <strong>Jubelburg</strong> umzutaufen, denn:</p>
<blockquote><p>[...]Es w&auml;re ein Beitrag, alles zu verbannen, was an Juden und Unterdr&uuml;cker erinnert; der neue Name &#8220;Jubelburg&#8221; dagegen k&ouml;nnte als ewiges Erinnerungszeichen f&uuml;r den Jubel, mit dem Hitler in Oesterreich am 12./13./3. 38 begr&uuml;&szlig;t und gefeiert wurde, gewertet werden.[...]</p></blockquote>
<p>Die Stadt selbst war in der Sache durchaus aktiv, daher erhielt das Gemeindeamt einen auf 6. April 1938 datierten Brief von <em>Landeshauptmannstellvertreter Gaubauernf&uuml;hrer Sepp Hainzl</em> mit der Mitteilung, dass die Stadt einen Vorschlag machen muss, wenn sie einen neuen Namen will.</p>
<p>Auf 20. August 1938 schlie&szlig;lich datiert das Schreiben, dass die Hoffnungen auf eine Umbenennung zunichte machte. Es handelt sich um das &#8220;Gutachten des Archives &uuml;ber &Auml;nderung des Namens der Gemeinde Judenburg&#8221; des <em>Historikers und Landesarchivars Dr. Fritz Popelka</em>. Darin erkl&auml;rt er den historischen Ursprung des Namens und stellt fest, dass <strong>eine Namens&auml;nderung vom historischen Standpunkt aus zu bedauern w&auml;re.</strong> In der Folge teilt der Amtswalter dem Landesarchiv am 14. Oktober 1938 mit, dass ein Antrag auf eine &Auml;nderung des Namens im Moment wenig wahrscheinlich ist, aber dass er das Wappen &auml;ndern m&ouml;chte. Selbes schreibt er, mit dem Hinweis sich der im Gutachten vertretenen Meinung anzuschlie&szlig;en, am 19. Dezember 1938 der Bezirkshauptmannschaft.</p>
<p>Doch der deutsche Geist gibt sich nicht geschlagen, und schreibt am 19. Hornung<sup class='footnote'><a href='#fn-3577-5' id='fnref-3577-5'>5</a></sup> 1939 in Gestalt des <em>Treubund f&uuml;r deutsche Sprache und Schrift</em> aus Detmold an die Stadt Judenburg, dass sie getreu der Losung des F&uuml;hrers &#8220;Ausmerzung alles J&uuml;dischen aus unserem Volke und Reiche&#8221; ihren Namen &auml;ndern soll, und schl&auml;gt &#8220;Gutenburg oder Godenburg&#8221; vor, da &#8220;man an die Donau-Goten denken k&ouml;nnte, die einst in der Steiermark gesessen haben&#8221;. Doch auch diesen Vorschlag macht das Landesarchiv zunichte. Denn bereits am 6. M&auml;rz 1939 ergeht die lapidare Mitteilung, &#8220;da&szlig; in Steiermark Goten nicht siedelten&#8221;.</p>
<p>Dann scheint es ruhig geworden zu sein. Doch am 8. Mai 1944 verfasst in Wolfsberg <em>Stabszahlmeister Friedrich Balkolmer</em> einen ausf&uuml;hrlichen Brief an den Stadtrat von Judenburg in dem er feststellt:</p>
<blockquote><p>[...]Die Juden wurden vertrieben, alles &#8220;J&uuml;dische&#8221; ausgemerzt. Nur einer sch&ouml;nen Bergstadt ist ihr Name <span style="text-decoration: underline">Judenburg</span> geblieben.[...]</p></blockquote>
<p>Als &#8220;Berg- und Naturfreund&#8221; schl&auml;gt er vor, Anleihen beim nahe gelegenen Zirbitzkogel zu nehmen und die Stadt in &#8220;Zirbitzstadt, Zirbitzburg, Zirbitzberg oder Zirmburg&#8221; umzubenennen.</p>
<p>Schon am 10. Mai 1944 erging eine Antwort an Balkolmer, in der ihm die Vorgeschichte in zwei S&auml;tzen dargelegt wird. Das Schreiben schlie&szlig;t, fast k&ouml;nnte man ob der Vertr&ouml;stung in eine Zukunft von der man wissen kann, dass es sie nicht geben wird, an einen Witz oder verborgene Ironie denken, mit den Worten</p>
<blockquote><p>[...] W&auml;hrend des Krieges d&uuml;rfte es voraussichtlich zu einer &Auml;nderung des Namens nicht kommen.[...]</p></blockquote>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-3577-1'>Schiestl, Michael: Zirbitz-, Adolf- oder Jubelburg. Dokumente des &#8220;gesunden Volksempfindesn&#8221;. In: Berichte des Museumsvereins Judenburg. Heft 33. 2000. S. 23-32 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3577-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-3577-2'>ebd. S 25 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3577-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-3577-3'>ebd. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3577-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-3577-4'>Die Wehrmacht war am 12. M&auml;rz 1938 einmarschiert <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3577-4'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-3577-5'>Februar <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3577-5'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Kriegspornographie</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Aug 2010 13:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das amerikanische Magazin "TIME" hat am Cover seiner am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das amerikanische Magazin &#8220;TIME&#8221; hat am <a href="http://www.time.com/time/world/article/0,8599,2007238,00.html">Cover seiner am 9. August erscheinenden Ausgabe</a> ein Portr&auml;t einer jungen Frau aus Afghanistan, der von ihrem Schwager und ihrem Ehemann beide Ohren und die Nase abgeschnitten wurden, weil sie vor den Misshandlungen der Familie ihres Mannes fliehen wollte. Daneben die &Uuml;berschrift &#8220;What happens if we leave Afghanistan&#8221;. Ohne Fragezeichen.</p>
<p>Im <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33060/1.html">&#8220;Telepolis&#8221;-Artikel zum Cover</a> wird dazu auf zwei Dinge hingewiesen: Einerseits dass &#8220;TIME&#8221; die Geschichte sicher nicht aus altruistischen Motiven bringt, und andererseits dass dies sehr gut zu einer von <a href="http://www.wikileaks.org">Wikileaks</a> ver&ouml;ffentlichten CIA-Strategie zur Steigerung der Zustimmung zum Einsatz in Afghanistan passt. Vor allem aber wird an der klaren Position die das &#8220;TIME Magazine&#8221; bezieht kritisiert, dass verschwiegen werde &#8220;dass die Taliban bereits jetzt immer m&auml;chtiger werden und die neunj&auml;hrige Truppenpr&auml;senz mitsamt der Installierung einer korrupten Regierung und eines mangelnden Aufbaus die Menschen offenbar in die H&auml;nde der Taliban oder der Warlords treiben&#8221;. </p>
<p>In den USA selbst ist die Debatte l&auml;ngst voll im Gang, berichten europ&auml;ischen Medien (wie z.B. der <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,710301,00.html">&#8220;SPIEGEL&#8221;</a> und &#8220;<a href="http://derstandard.at/1280984071053/A-Disturbing-Picture-Frauen-Portrait-loest-Debatte-ueber-Afghanistan-Abzug-aus">Der Standard</a>&#8220;). Von &#8220;emotionaler Erpressung&#8221; und &#8220;Kriegs-Pornographie&#8221; sprechen die Kritiker_innen, und davon dass das Magazin f&uuml;r eine f&uuml;r eine Beibehaltung des Status Quo eintrete und daf&uuml;r das Thema Frauenrechte missbrauche.<br />
<span id="more-4518"></span><br />
Der &#8220;SPIEGEL&#8221; zitiert &#8220;Kirstin&#8221; (eigentlich Kirsten) Powers, die auf dem Blog &#8220;<a href="http://www.thedailybeast.com/blogs-and-stories/2010-08-04/fighting-for-afghan-womens-rights-is-a-myth/?cid=hp:beastoriginalsL4">&#8220;Daily Beast&#8221;</a>&#8220;, das anscheinend schon <a href="http://www.thedailybeast.com/blogs-and-stories/2009-12-28/afghanistans-unspeakable-crime/">vor Ende 2009 von dem Fall berichtet hat</a> (nur ohne das Foto), schreibt &#8220;It wasn’t about women then. It’s not about women now. It’s time to go.&#8221;.</p>
<p>Powers ist eine Gegnerin der Kriege George W. Bushes seit Anbeginn und eine prominente Stimme vom linken Fl&uuml;gel der Demokraten. Ihre Argumentation basiert darauf, dass sich an der Lage der Frauen in Afghanistan so oder so nichts &auml;ndert:</p>
<blockquote><p>In 2008, President Hamid Karzai pardoned two convicted gang rapists for political reasons. The following year, he signed the Shia Personal Status Law, which denies Shia women the right to child custody and freedom of movement, among other things. The law also <a href="http://www.boston.com/bostonglobe/editorial_opinion/editorials/articles/2009/04/20/legalized_rape_in_afghanistan/">legalized marital rape</a>. And recent government negotiations with the Taliban of course included no discussion of women’s rights.</p></blockquote>
<p>Auch die &#8220;<a href="http://www.nytimes.com/2010/07/31/world/asia/31women.html">New York Times</a>&#8221; berichtete vor wenigen Tagen dar&uuml;ber, dass die Lage f&uuml;r Frauen in Afghanistan dabei ist, sich wieder zu verschlechtern. </p>
<p>Instrumentalisiert &#8220;TIME&#8221; nun die junge Frau f&uuml;r Kriegspropaganda ohne Grundlage? Klar scheint zumindest zu sein, dass sie damit ihre Auflage steigern und Publicity bekommen. Aber entgegen dem vorwurfsvollen Ton bei Telepolis sehe ich das eher moralisch neutral. Das ist in unserem System nun einmal die Bedingung der M&ouml;glichkeit guten Journalismus. &#8220;TIME&#8221; instrumentalisiert sie auch, um f&uuml;r den Afghanistan-Einsatz zu argumentieren. Die Argumentation w&auml;re ohne die pers&ouml;nliche Geschichte, ohne das Foto, viel schw&auml;cher gewesen. Die Diskussion die sie ausl&ouml;sen wollte, h&auml;tte die Redaktion so sicher nicht bekommen. <a href="http://www.time.com/time/world/article/0,8599,2007269,00.html">Chefredakteur Richard Stengel schreibt</a>: </p>
<blockquote><p>But bad things do happen to people, and it is part of our job to confront and explain them. In the end, I felt that the image is a window into the reality of what is happening — and what can happen — in a war that affects and involves all of us. I would rather confront readers with the Taliban&#8217;s treatment of women than ignore it. I would rather people know that reality as they make up their minds about what the U.S. and its allies should do in Afghanistan.
</p></blockquote>
<p>Es wird nichts dramatisiert, sondern eine Geschichte erz&auml;hlt, nicht gegen den Willen, sondern mit Einverst&auml;ndnis des Opfers. Menschen etwas unangenehmes, etwas erschreckendes, etwas das sie ausblenden m&uuml;ssen um ihre Meinung zu einem Thema konfliktfrei oder leichter vertreten k&ouml;nnen, st&ouml;&szlig;t immer auf Widerstand. Aber es spricht nicht dagegen, dem Terror der Taliban, dem  Leid afghanischer Frauen, ein Gesicht zu geben um davon so berichten zu k&ouml;nnen, dass es ankommt. </p>
<p>Die Argumentation des &#8220;TIME Magazine&#8221; und der &#8220;New York Times&#8221; basieren auf einer v&ouml;llig anderen Einsch&auml;tzung der Situation von Frauen in Afghanistan, als jene die Powers gibt. An dieser Stelle ist die Diskussion auf eine empirische Frage reduziert, die f&uuml;r Au&szlig;enstehende nicht zu beantworten ist. Aber man kann versuchen die glaubw&uuml;rdigen Berichte zu bewerten, einzuordnen.</p>
<p>Die Argumentation von Kirsten Powers scheint auf schwachen F&uuml;&szlig;en zu stehen. Das Vergewaltigung in der Ehe f&uuml;r die schiitische Minderheit legalisiert wurde, hei&szlig;t dass sie vorher f&uuml;r alle verboten war, und es f&uuml;r die Mehrheit noch immer ist. So furchtbar das an sich ist, ist es doch ein Beleg f&uuml;r die Sicht der NYT, genauso wie die Angriffe auf Schulen f&uuml;r M&auml;dchen. Diese Schulen gab es vor dem Afghanistankrieg einfach nicht, genauso wenig wie das Drittel weiblicher Abgeordnete (oder &uuml;berhaupt Abgeordnete oder eine Institution in die sie abgeordnet h&auml;tten werden k&ouml;nnen). F&auml;lle wie diese Cover-Story werden von Hilfsorganisationen zuhauf gemeldet. Die von ihnen betriebenen geheimen und bewachten Frauenh&auml;user sind voll. Aber vorher gab es keine M&ouml;glichkeit f&uuml;r Hilfsorganisationen sinnvoll zu arbeiten, geschweige denn solche Frauenh&auml;user zu betreiben.</p>
<p>Powers selbst spricht den wahrscheinlichen Kern des Problems an: &#8220;Women’s rights have not in any way been a focus of the Afghan government, and it seems unlikely that they ever will be.&#8221;. Aber angesichts der erreichten Verbesserungen, und angesichts der zahllosen Probleme und des Unwillens der afghanischen Regierung, die Rechte der Frauen zu verteidigen und auszubauen, ist die Forderung dass der einzige politische Faktor in Afghanistan der zumindest irgendein Interesse daran hat, und der auch schone etwas erreicht hat und dies auch weiter tun kann, sich doch bitte schleichen soll, merkw&uuml;rdig und eher unlogisch. </p>
<p>&#8220;It wasn’t about women then. It’s not about women now.&#8221; stimmt dennoch, genauso wie der Krieg nicht f&uuml;r Menschenrechte ganz allgemein oder f&uuml;r die Demokratie gef&uuml;hrt wird, auch wenn diese Fragen mehr oder weniger eine Rolle gespielt haben. Auch wenn den Krieg anzufangen falsch war, so folgt daraus nicht dass es das beste w&auml;re, das Land zu verlassen und es in den Zustand in dem es davor war, zur&uuml;ckkehren zu lassen. Viel eher k&ouml;nnte man gerade daraus eine noch gr&ouml;&szlig;ere Verpflichtung ableiten, solange zu bleiben, bis das Land stabil ist und die Wahrung zumindest minimaler Menschenrechte f&uuml;r alle Einwohner_innen garantieren kann. </p>
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		<title>Der versperrte Hochschulzugang</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 06:42:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Der freie Hochschulzugang ist das Problem, er f&#252;hrt zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der freie Hochschulzugang ist das Problem, er f&uuml;hrt zu chaotischen Zust&auml;nden an den Unis, zu &uuml;berlaufenen Studienrichtungen mit inakzeptablen Betreuungsverh&auml;ltnisse und produziert so zahlreiche unterdurchschnittliche Akademiker_innen die niemand braucht, w&auml;hrend sich die Universit&auml;tsangestellten nicht um die Forschung k&uuml;mmern k&ouml;nnen und daher auch hier immer weiter zur&uuml;ckfallen. Das ist grob zusammengefasst die Argumentation mit der u.a. die Rektoren gegen den freien Hochschulzugang und f&uuml;r Zugangsbeschr&auml;nkungen streiten. Manche unter ihnen tr&auml;umen zus&auml;tzlich noch von Studiengeb&uuml;hren.</p>
<p>Argumente wie der &#8220;internationale Vergleich&#8221; m&uuml;ssen herhalten, oder dass qualitative Zugangsbeschr&auml;nkungen ja nur den Besten erm&ouml;glichen in Ruhe und mit guter Betreuung zu studieren. Die Dropout-Quote wird uns noch alle umbringen. Und das &Ouml;sterreich der Mut zu Eliten fehlt, ist sowieso ganz schlimm. Wer m&ouml;chte schon in der Haut von TU-Graz-Rektor und uniko-Vorsitzenden Hans S&uuml;nkel stecken, wenn er auf internationalen Treffen zugeben muss, dass in &Ouml;sterreich alle die es wollen studieren k&ouml;nnen.<sup class='footnote'><a href='#fn-3566-1' id='fnref-3566-1'>1</a></sup> Ob hinter dieser Linie eine politische Agenda steckt, lasse ich hier einmal au&szlig;en vor. Dass die Argumente alles andere als seri&ouml;s oder &uuml;berzeugend sind, wird Gegenstand der folgenden &Uuml;berlegungen sein.<span id="more-3566"></span></p>
<p><strong>Warum sind qualitative Zugangsbeschr&auml;nkungen sozial selektiv?</strong><br />
Aus dem gleichen Grund, warum die Aufnahmepr&uuml;fung an der MedUni Graz sexistisch ist. Weil sie zu einem Zeitpunkt einsetzten, zu dem die Maturant_innen noch keine Chance hatten, die M&auml;ngel des &ouml;sterreichischen Schulsystems auszugleichen. Arme sind genauso wenig genetisch bedingt d&uuml;mmer wie Frauen, dar&uuml;ber herrscht wohl Einigkeit (au&szlig;erhalb der &Ouml;VP). Aber M&auml;dchen und Burschen werden noch viel zu oft auf bestimmte Geschlechterrollen hin unterrichtet, und haben wenn sie aus sozial schwachen Schichten kommen, eine gute Chance deutlich schlechtere Bildung zu bekommen, als ihre in dieser Hinsicht &#8220;besser geborenen&#8221; Alterskolleg_innen.</p>
<p><strong>Was &Ouml;sterreich unvergleichbar macht</strong><br />
Wenn man davon ausgeht, das ein Vergleich mit anderen L&auml;ndern deren Bildungssystem im Mittelfeld herumd&uuml;mpelt oder mit Schwellen- und Entwicklungsl&auml;ndern herzlich wenig Sinn macht, gibt es zwei entscheidende Gr&uuml;nde, warum Zugangsbeschr&auml;nkungen und Studiengeb&uuml;hren in &Ouml;sterreich wesentlich ungerechter sind, als in den Vergleichsl&auml;ndern. Das sind die &#8220;Besonderheiten&#8221; des &ouml;sterreichischen Schulsystems, das im Unterschied zu z.B. skandinavischen L&auml;ndern stark nach Herkunft bzw. famili&auml;rem Hintergrund aussortiert, Schw&auml;cher schwach sein l&auml;sst und Begabte ignoriert. Hinzu kommt dass das &ouml;sterreichische Stipendiensystem mehr einem Witz den einer staatlichen Unterst&uuml;tzung die Talente die es sich sonst nicht leisten k&ouml;nnten zu studieren f&ouml;rdert gleicht (z.B. wird eigentlich kaum jemand der Studienbeihilfe ben&ouml;tigt erm&ouml;glicht ohne Zuverdienst zu studieren. Was aber zur &Uuml;berschreitung der Zuverdienstgrenze und letztlich zum Verlust der Studienbeihilfe f&uuml;hren kann.).</p>
<p><strong>Der Kompromiss auf den die Regierung hinarbeitet, ist &auml;hnlich wie derzeit bei den Studiengeb&uuml;hren, die d&uuml;mmstm&ouml;gliche L&ouml;sung. </strong><br />
Der Kompromiss auf den im Moment alles hindeutet sind versch&auml;rfte verpflichtende Studieneingangsphasen mit der anschlie&szlig;enden M&ouml;glichkeit eines Aufnahmeverfahrens. Wenn Heinz Fischer sich traut das auszusprechen, kann man davon ausgehen dass es in der Gro&szlig;en Koalition nicht sonderlich umstritten ist. Studierende in eine Eingangsphase zu zwingen, klingt auf den ersten Blick nach einer schlauen Idee. So lernen sie die wesentlichen Grundlagen des Faches kennen und werden dazu gezwungen schnell zu wissen, ob sie sich f&uuml;r das richtige Studium entschieden haben.</p>
<p>Doch es gibt zahlreiche Gr&uuml;nde, wieso man nach der Eingangsphase genauso wenig wei&szlig;, wie davor. So sind Massenvorlesungen wie &#8220;Einf&uuml;hrung in XY&#8221; und Lehrveranstaltungen wie &#8220;Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens&#8221; praktisch nie aussagekr&auml;ftig. Dann pr&auml;gen auch die Lehrenden in den Einf&uuml;hrungsveranstaltungen mit ihren individuellen Schwerpunkten das Bild vom Fach das entsteht. Und dann gibt es auch einfach Wissenschaftsdisziplinen die sich nicht so schnell erschlie&szlig;en. Ich hab in meinem Philosophiestudium ungef&auml;hr nach 2 1/2 Jahren gewusst, was ich da jetzt eigentlich mache. Der Unterschied von Eingangsphasen zum status quo ist, dass man sich nicht in anderen F&auml;chern umsehen konnte, weil man die Pflichtpr&uuml;fungen absolvieren musste, um nicht ein Studienjahr zu verlieren.</p>
<p>Das f&uuml;hrt dazu das Studierende die auf staatliche Unterst&uuml;tzung angewiesen sind (was sehr viele sind) benachteiligt werden, da sie weniger M&ouml;glichkeit haben sich zu orientieren, und im Zweifelsfall in einem Studium bleiben m&uuml;ssen, das nicht das richtige ist. Wieso die Volkswirtschaft &Ouml;sterreich von solchen Akademiker_innen oder dadurch zum Studienabbruch gezwungenen Menschen profitieren sollte, ist mir schleierhaft.</p>
<p><strong>Wie die Probleme zu l&ouml;sen w&auml;ren. </strong><br />
Der Staat m&uuml;sste lediglich die eigentlich ziemlich intelligente Entscheidung treffen, in Bildung und Forschung zu investieren, anstatt hier zu sparen. Das w&uuml;rde viele Probleme lindern, zumindest in den Studienrichtungen die nicht zu viele Studierende haben, sondern einfach finanziell und personell ausgehungert sind. Von den Massenstudien k&ouml;nnte vermutlich durch echte Beratung und Betreuung von Maturant_innen etwas Druck genommen werden. Freilich, die ultimative L&ouml;sung ist das nicht. Reformen im Schulsystem tuen ebenso Not &#8211; ein Kurssystem in den letzten Jahren vor der Matura erm&ouml;glicht den Sch&uuml;ler_innen sich intensiver mit ihren Interessengebieten zu besch&auml;ftigen und kann so zur Senkung der Dropout-Quote und der Zahl der Studienwechsel beitragen.</p>
<p><strong>Neue Eliten braucht das Land</strong><br />
Damit qualitativen Zugangsbeschr&auml;nkungen nicht himmelschreiend ungerecht sind, denn es scheint mittelfristig so oder so kein Weg daran vorbei zu f&uuml;hren, m&uuml;ssten grundlegende Systemreformen in Angriff genommen werden. Gesamt- und Ganztagesschule. Eine offenere Schule die Kinderen mehr Freiraum gibt Entwicklungspotentiale zu nutzen. Gratiskinderkarten und Kindergartenpflicht.<sup class='footnote'><a href='#fn-3566-2' id='fnref-3566-2'>2</a></sup> Mehr Integrations- und St&uuml;tzlehrer_innen. Verbesserung der Ausbildung der P&auml;dagog_innen f&uuml;r alle Altersstufen. Und vieles mehr. Das volle Programm eben, denn wer eine gr&ouml;bere Systemkrise negiert, ist in eine Eliteschule gegangen oder hatte Gl&uuml;ck, auf Fakten basiert die Einsch&auml;tzung eher nicht. Dazu kommt die Einf&uuml;hrung eines modernen und gerechten Stipendiensystems. Ein &#8220;Grundstipendium&#8221; oder &#8220;Studierendengehalt&#8221;, kein l&auml;cherliches und kontraproduktives Zwingen der Studierenden in die Abh&auml;ngigkeit von den Eltern und/oder einem Job.</p>
<p>Das wird alles nicht passieren. Stattdessen wird weitergewurschtelt werden, das Bildungssystem wird weiter sozial undurchl&auml;ssig bleiben und bestehende Verh&auml;ltnisse reproduzieren, sodass Herkunft und nicht Talent &uuml;ber die Chancen eines Menschen entscheiden. Der offene Hochschulzugang ist ein kleines Korrektiv dagegen, er gibt jungen Erwachsenen die Chance, eigenst&auml;ndig das Versagen des Staats in Gerechtigkeitsfragen zu kompensieren. Viele scheitern daran, keine Frage. Das wird in Zukunft nicht mehr passieren, wenn der Zugang zur Universit&auml;t f&uuml;r sie versperrt ist.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-3566-1'>Was nicht stimmt. Man muss es sich auch leisten k&ouml;nnen. Aber ein Verfechter der Geburts- und Geldelite wie S&uuml;nkel muss an sowas nicht denken. Grad bei all der Scham. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3566-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-3566-2'>Man darf ja auch die Sachen die schon angefangen wurden erw&auml;hnen, immerhin etwas. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3566-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Gegen Dollfuß und Stalin</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 14:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bundesheer]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Sowjetunion. Der ewige Feind, dem sogar die Gerisse [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sowjetunion. Der ewige Feind, dem sogar die Gerissenheit zuzutrauen ist, einen totalen Zusammenbruch vorzut&auml;uschen, nur um Jahrzehnte sp&auml;ter, im richtigen Moment, doch noch zuzuschlagen. Das ist das Bedrohungsszenario, f&uuml;r das das &ouml;sterreichische Bundesheer dimensioniert ist. Ein Heer, das sich, wie l&auml;ngst ins Allgemeinwissen &uuml;bergegangen ist, in keinem &uuml;bertrieben guten Zustand befindet. Lange schon ist es unterfinanziert. Dabei wendet der Staat immerhin 2,5 Milliarden Euro auf, was 0,9 % des BIP entspricht<sup class='footnote'><a href='#fn-3548-1' id='fnref-3548-1'>1</a></sup> auf. Freilich, der Anteil der milit&auml;rischen Ausgaben ist stetig im Sinken begriffen -1988 waren es noch 1,3 % vom BIP, 2000 immerhin noch 1 %. Damit liegt &Ouml;sterreich deutlich unter dem EU-Durchschnitt, h&auml;lt aber, anders als viele andere Staaten, an einem Heer das f&uuml;r einen neutralen Staat im Kalten Krieg dimensioniert wurde, fest.<span id="more-3548"></span></p>
<p>Die noch von Helmut Zilk geleitete Reformkommission hatte 2005 in einem Beschluss der damaligen Regierung zur Bundesheerreform 2010 gem&uuml;ndet. Im Jahr 2010 angekommen ist die Heeresreform l&auml;ngst nicht umgesetzt. Zieht man Bilanz, so muss z.B. auch eingesehen werden, dass man mit absurd hohen Erl&ouml;sen aus den zu verkaufenden Kasernen gerechnet hat. Stattdessen bleibt man auf Liegenschaften sitzen. Dennoch h&auml;lt die Bundesregierung wie ein Mann eisern am Prinzip Weiterwurschteln fest, ohne das klar w&uuml;rde, warum genau jetzt eigentlich.</p>
<p>Bei der Qualit&auml;t der vorgebrachten Argumente, k&ouml;nnte man meinen, die SP&Ouml; hege tats&auml;chlich noch immer die Urangst davor, dass die &Ouml;VP nochmal das Parlament ausschaltet und das Heer im Inneren gegen den Widerstand einsetzt<sup class='footnote'><a href='#fn-3548-2' id='fnref-3548-2'>2</a></sup>. Und die &Ouml;VP f&uuml;rchtet sich vor einer R&uuml;ckkehr Stalins und will gewappnet sein?</p>
<p>Sehen wir uns doch die vorgebrachten Argumente gegen eine Abschaffung oder Aussetzung der Wehrpflicht im Detail an:</p>
<p><strong>Das System hat sich bew&auml;hrt.</strong><br />
&Ouml;sterreichischer kann ein Argument gar nicht sein. Man k&ouml;nnte auch sagen &#8220;es war schon immer so&#8221;. Nur &#8211; von &#8220;bew&auml;hrt&#8221; im Bezug auf das &ouml;sterreichische Bundesheer, dieser ineffizienten, zu allem bereite aber zu nichts wirklich f&auml;higen<sup class='footnote'><a href='#fn-3548-3' id='fnref-3548-3'>3</a></sup> Geistesvernichtungsmaschinerie, zu sprechen, ist eine ganz eigene Form von Humor, aber doch kein ernst zu nehmendes Argument.</p>
<p><strong>Demokratische Kontrolle &#8211; ein Heer aus dem Volk f&uuml;r das Volk</strong><br />
Da in keinem einzigen entwickelten Land in dem die Wehrpflicht abgeschafft wurde, antidemokratische Str&ouml;mungen die Macht im Heer an sich gerissen und eine Milit&auml;rdiktatur errichtet haben, ist das zumindest kein zwingendes Szenario. Andererseits funktionieren auch Wehrpflicht-Armeen in Diktaturen gut (aus Sicht der Herrschenden). Und &#8211; wir leben im 21. Jahrhundert in einer entwickelten Demokratie in Westeuropa umgeben von Verb&uuml;ndeten ohne Feinde. Das Argument ist insofern genauso sinnvoll, wie ein Heer das auf einen Angriff der Sowjetunion ausgerichtet ist.</p>
<p><strong>Man kann ja nie wissen</strong><br />
Aussetzung und Abschaffung der Wehrpflicht lassen sich, wie historisch gut belegt ist, leicht r&uuml;ckg&auml;ngig machen. Mit diesem Wissen im Hintergrund, ist erst recht nicht einzusehen, wieso man sich auf irgendwelche absurden Eventualit&auml;ten vorbereiten sollte, auch wenn sie theoretisch eintreffen k&ouml;nnten. Es bereitet sich ja auch niemand darauf vor, morgen zu sterben, nur weil es m&ouml;glich ist. Die Republik &Ouml;sterreich bereitet sich auch nicht auf einen Angriff Sloweniens vor, obwohl einige Leute daran glauben. Und selbst zu Zeiten des seligen J&ouml;rg hat sich in K&auml;rnten niemand ernsthaft auf die Abspaltung von &Ouml;sterreich vorbereitet, obwohl viele darauf gehofft haben.</p>
<p><strong>Katastropheneinsatz </strong><br />
Wenn man nicht mehr die Pr&auml;senzdiener h&auml;tte, w&uuml;rden ja Sturm-, Lawinen- und Hochwassersch&auml;den nicht beseitigt werden k&ouml;nnen, jammern manche. Aber wieder kann auf die internationale Erfahrung verwiesen werden, dass Zivilschutz durchaus von Zivilisten zu bew&auml;ltigen ist. So wie auch Feuer ohne das Heer gel&ouml;scht werden. Einige Fixangestellte sowie die &Uuml;bernahme des Verdienstentgangs der Freiwilligen, ist ein Modell das sich z.B. in Deutschland (trotz Wehrpflicht!) bew&auml;hrt hat. Au&szlig;erdem, das gilt hier wie f&uuml;r die Zivildiener &#8211; was ist das f&uuml;r ein Argument, dass der Staat es sich nicht leisten k&ouml;nne, darauf zu verzichten, junge M&auml;nner ohne irgendwie ad&auml;quaten Verdienst dazu zu zwingen, eine Arbeit zu machen, die sie nicht machen wollen? (Und nebenbei keinerlei ad&auml;quate Struktur f&uuml;r potentielle freiwillige Helfer anzubieten?)</p>
<p><strong>Kosten</strong><br />
Oft h&ouml;rt man aus Verteidigungsministerium und Heer das Argument, ein Berufsheer w&auml;re sehr viel teurer als das jetztige Modell. Und das stimmt, wenn man ein Berufsheer nach den Erfordernissen aufstellt, an denen sich die Dimensionen des aktuellen Heers orientieren. Geht man allerdings von einem Heer aus, dessen Gr&ouml;&szlig;e an die tats&auml;chlichen Erfordernisse die sich einem modernen Heer eines Kleinstaats in Mitteleuropa stellen angepasst ist, kommt man mit sehr viel weniger Menschen aus, und schon ist ein Berufsheer zumindest nicht teurer, viel eher billiger, effizienter und besser als das Heer heute ist.</p>
<p><strong>Verlust der Zivildiener</strong><br />
F&auml;llt das Heer weg, fallen auch die Zivildiener weg. Dann hat das Innenministerium eine Gruppe weniger die man nach Lust und Laune diskriminieren kann, und das Sozialsystem w&uuml;rde sowieso zusammenbrechen. Da frage ich mich, wie erhaltenswert den ein Sozialssystem ist, dass nicht ohne unterbezahlte und praktisch rechtelose Diener auskommt, die man beliebig einsetzten kann? Ist da nicht sowieso Ver&auml;nderungsbedarf gegeben?</p>
<p>Aber das System w&uuml;rde gar nicht zusammenbrechen. Denn der Staat hat einerseits genug M&ouml;glichkeiten gegenzusteuern und die karitative Organisationen, die so stolz auf ihre Freiwilligen sind<sup class='footnote'><a href='#fn-3548-4' id='fnref-3548-4'>4</a></sup> sollen halt mit ihren Freiwilligen auskommen, und nicht von staatlich verordneten Zwangsarbeitern abh&auml;ngig sein. Was der Staat machen kann? Freiwilligen etwas mehr entgegenkommen, z.B., wie das BZ&Ouml; vorgeschlagen hat, dadurch dass Menschen die ein freiwilliges soziales Jahr ableisten, bevorzugt in den Bundesdienst aufgenommen werden. Oder dadurch dass man Leuten im freiwilligen sozialen Jahr zumindest das bezahlt, was im Moment Pr&auml;senzdiener bekommen (das w&auml;ren dann immer noch sehr billige Arbeitskr&auml;fte). Und dort wo die Zivildiener wohl am st&auml;rksten fehlen werden, n&auml;mlich als mit zahlreichen Aufgaben f&uuml;r die sie nicht ausgebildet sind und die sie nicht machen d&uuml;rften belastete Zwangsarbeiter in Krankenh&auml;usern, Pflegeheimen und psychiatrischen Tagesst&auml;tten, liegt so oder so einiges im Argen und ist dringend reformbed&uuml;rftig.</p>
<p>Auch entkr&auml;ftet nichts davon das schon angesprochene Argument, dass der Staat nicht die moralische Legitimation dazu hat, sexistisch diskriminierend nach einem l&auml;ngst &uuml;berkommenen patriarchalen Geschlechterbild der Marke &#8220;M&auml;nner=Helden, Frauen=schwach&#8221; vorgehend Zwangsdienste zu verordnen, um a) ein marodes Heer irgendwie mit Personal zu versorgen von dem viel gar nicht gebraucht wird und b) ein marodes Sozialsystem mit ungebildetem Personal zu versorgen. Oder?
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-3548-1'>laut <a href="http://milexdata.sipri.org/">Stockholm International Peace Research Institute</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3548-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-3548-2'>Wobei man dieser Paranoia zumindest zu gute halten kann, dass sich die &Ouml;VP mit diesem Teil ihrer Geschichte nicht gerade kritisch auseinandergesetzt hat. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3548-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-3548-3'>Das Heer soll irgendwie alles k&ouml;nnen, grad dass noch keine Marine verlangt wird, aber ist praktisch &uuml;berall unterdotiert. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3548-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-3548-4'>Die ohne Frage viel leisten und der Gesellschaft einen gro&szlig;en Dienst erweisen und die ich hier in keinster Weise angreifen m&ouml;chte. Vielmehr die gut bezahlten K&ouml;pfe der Organisationen die sich hinter den Freiwilligen verstecken und Politik machen (wollen). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3548-4'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
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		<title>Warum ich nicht grün wähle</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 17:07:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich kenne und sch&#228;tze einige Gr&#252;ne. Die Partei hat zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kenne und sch&auml;tze einige Gr&uuml;ne. Die Partei hat zu vielen Themen durchdachte, intelligente Positionen. Soviel vorweg, bevor ich versuche ein Unbehagen dass ich schon lange gegen die Gr&uuml;nen hege, in Worte zu fassen. Es f&auml;llt mir recht schwer zu beschreiben was ich meine, da es einen f&uuml;r mich recht emotionalen Themenkomplex betrifft. Mein Ver&auml;rgerung &uuml;ber einen <a href="http://chorherr.twoday.net/stories/6408149/">aktuellen Blogeintrag des gr&uuml;nen Wiener Gemeinderats Christoph Chorherr</a> f&uuml;hrt nun aber dazu, dass ich (hoffentlich) ungef&auml;hr ausdr&uuml;cken kann, was ich meine.</p>
<p>Ich versuche das jetzt erst einmal anhand des erw&auml;hnten Eintrags beispielhaft zu zeigen. Chorherr schlie&szlig;t aus einer Statistik die besagt, das h&ouml;her gebildetere und reichere Menschen mehr mit dem Rad fahren, dass dies deshalb so ist, da diese sich leisten k&ouml;nnen, nicht mittels Auto ihr Ego zu st&auml;rken. Er meint dass die Bedeutung eines Autos als Statussymbol noch immer untersch&auml;tzt werde und die &#8220;objektive[n] Gewinn[e] des Radelns ( Wohlbefinden, Kosten-Zeitersparnis, kein &Auml;rger beim Parkplazsuchen, etc.)&#8221; aussteche. Und er fragt ob es allzu &#8220;political incorrect&#8221; ist, den Schlu&szlig; zu ziehen: &#8220;Wer arm bzw ungebildet ist, braucht das Auto als Egoersatz.&#8221;.<br />
<span id="more-3536"></span><br />
Nein, das ist &uuml;berhaupt nicht &#8220;political incorrect&#8221;. Das ist saudumm und unglaublich arrogant. Und wenn das jetzt polemisch, klassenschk&auml;mpferisch und nach schwarz/wei&szlig;em Denken klingt, ich muss das jetzt sagen: Christoph Chorherr, liberaler Angeh&ouml;riger des h&ouml;heren B&uuml;rgertums, der in seinem Leben vermutlich noch keinen schweren Handgriff tun musste, den er nicht tun wollte, f&uuml;r den es &uuml;berhaupt kein Problem ist, beim Einkaufen nicht mitzurechnen wie viel das in Summe an der Kasse ausmachen wird, der sich sicher keine Sorgen um seine (materielle) Zukunft und seine Pension machen muss, ma&szlig;t sich hier ein unglaubliches Urteil &uuml;ber Menschen an von denen er ganz offensichtlich &uuml;berhaupt keine Ahnung hat.</p>
<p>Vern&uuml;nftige M&ouml;glichkeiten die Statistik zu erkl&auml;ren, w&auml;ren etwa dass arme Menschen nicht in der Innenstadt wohnen und arbeiten, ihre Strecken l&auml;nger und vor allem unangenehmer sind, sie vielleicht pendeln m&uuml;ssen, sie von der k&ouml;rperlichen Arbeit ersch&ouml;pft sind (bzw. sich nicht noch zus&auml;tzlich anstrengen wollen) oder  dass sie &uuml;berhaupt schon chronische Schmerzen davon haben.</p>
<p>Das illustriert das Problem in meinen Augen sehr sch&ouml;n. Die Gr&uuml;nen sind viel zu oft im schlechtesten Sinne des Wortes akademisch und im schlechtesten Sinne des Wortes b&uuml;rgerlich. Oft genug auch einfach abgekapselt von den Lebenswelten der Mehrheit, der Nicht-Bobos, der Nicht-B&uuml;rger_innen, der Nicht_Akademiker_innen, der Nicht_Student_innen, u&auml;.</p>
<p>Wenn ich den oberen Absatz jetzt einfach so hingeschrieben h&auml;tte, w&auml;re mir wahrscheinlich vorgeworfen ein Klischee zu bedienen oder keine Ahnung zu haben. Deshalb hat es ein aktuelles Beispiel als Ausl&ouml;ser gebraucht. Das Thema ist bei mir so emotional besetzt, weil es meine Herkunft, weil es viele Menschen dich ich sch&auml;tze und mag betrifft. Menschen die absch&auml;tzig betrachtet werden, weil sie nicht die Gnade der Geburt als Kinder von Thomas Chorherr haben. Bei allem was man der SP&Ouml; vorwerfen kann, und das ist eine beeindruckend lange Liste, so etwas w&uuml;rde es bei &#8220;meiner&#8221; Partei einfach nicht geben.</p>
<p>Es gibt zwei Parteien in denen die Menschen die von den Gr&uuml;nen so absch&auml;tzig betrachtet werden, eine Chance haben, etwas zu werden, und dadurch die Partei mitpr&auml;gen &#8211; SP&Ouml; und FP&Ouml;. Nur dass die SP&Ouml; eine lange Tradition und Geschichte, moralische Werte, fachliche Kompetenz, f&uuml;r viele Themen Expert_innen und gute Konzepte und eine Distanz zum Nationalsozialismus hat. Deshalb w&auml;hle ich nicht gr&uuml;n. Sondern SP&Ouml;.</p>
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		<title>Kritik der österreichischen Politik</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Jun 2010 14:34:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus Interesse habe ich mich immer st&#228;rker an die SP&#214;  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus Interesse habe ich mich immer st&auml;rker an die SP&Ouml; und somit die Parteienlandschaft im Allgemeinen angen&auml;hert. Mehr als um die Chance &#8220;etwas zu werden&#8221;, ging es mir darum zu sehen, wie die Dinge wirklich ablaufen. Denn dass eine Politikberichterstattung die dummen Menschen ausgekl&uuml;gelte Strategien unterstellt, die kaum ber&uuml;cksichtigt was f&uuml;r ein psychologisches Profil man haben muss, um die Ochsentour einer Parteikarriere durchzustehen, die daf&uuml;r aber per Du mit den Politiker_innen gerne etwas trinken geht, nicht so ganz die Wirklichkeit abbilden d&uuml;rfte, war mir relativ bald klar. Ich ging aber auch davon aus, dass die Vorurteile die man so allgemein &uuml;ber die Politik h&ouml;rt, und die zu bedienen einen J&ouml;rg Haider gro&szlig; gemacht hat, nicht in der Form zutreffen. Das war ein Irrtum.<br />
<span id="more-3060"></span><br />
Ich dachte, ich w&auml;re nicht naiv, wenn ich davon ausgehe, dass es in jeder Partei korrupte Arschl&ouml;cher, verlogene Arschkriecher_innen und prinzipienlose Karrierist_innen gibt. Aber ich war naiv anzunehmen, dass das nicht im wesentlichen die Beschreibung des Systems ist. Das war falsch. Wahr ist vielmehr, dass das unmoralischste Szenario dass man sich in einem Rahmen der noch m&ouml;glich ist (also ohne das &ouml;ffentliche Institutionen stillstehen, weil alle dort f&uuml;r ihre Partei arbeiten), mit gr&ouml;&szlig;ter Wahrscheinlichkeit das zutreffende ist.</p>
<p>Das gilt f&uuml;r Gemeinde-, Landes- und Bundesebene. &Ouml;ffentliche Infrastruktur ist prinzipiell zuerst f&uuml;r die Partei, dann f&uuml;r einen selbst und letztlich in Hinblick auf Wahlen, noch f&uuml;r irgendwelche (Schein)Aktivit&auml;ten da. Das Beziehungen alles und Qualit&auml;t und Kompetenz nichts bedeuten, wird genausowenig hinterfragt, wie wenn die Gemeinde-, Landes- und Bundesbediensteten f&uuml;r Parteiarbeit angestellt werden. Kein Regierungsb&uuml;ro in dem nicht Leute f&uuml;r die Partei arbeiten, die das B&uuml;ro kontrolliert. Dar&uuml;ber herrscht breiter, partei&uuml;bergreifender Konsens weshalb auch noch keine Partei die anderen daf&uuml;r offen kritisiert. Es haben inzwischen ja auch alle Parteien auf der einen oder anderen Ebene Zugang zu den Erweiterungsangeboten f&uuml;r die Parteizentrale.</p>
<p>Deshalb gibt es soetwas wie &#8220;in der Opposition erholen&#8221; in &Ouml;sterreich nicht, den obwohl die Parteienf&ouml;rderung gigantisch ist und die Regelung f&uuml;r Parteispenden um Korruption bettelt, w&auml;ren insbesondere &Ouml;VP und SP&Ouml; von einer zentralen M&ouml;glichkeit ihre Leute f&uuml;r die Arbeit die sie f&uuml;r die Partei leisten, zu bezahlen, abgeschnitten. Keine staatliche Infrastruktur f&uuml;r die Partei nutzen zu k&ouml;nnen, ist ein wesentlicher Wettbewerbsnachteil.</p>
<p>Was sind das f&uuml;r Menschen, die in diesem Umfeld Karriere machen? Die politische Jugend, die Menschen die in der Partei gef&ouml;rdert werden, sind idR jene, die es geschafft haben, seit Jahren s&auml;mtlichen Wendungen, L&uuml;gen, Prinzipienverletzungen, etc. mitzumachen und in bekannt bl&ouml;der Manier zu verkaufen, ohne davon aufgefressen zu werden (oder aber vollst&auml;ndig davon aufgefressen wurden und jetzt innerlich tot sind).</p>
<p>Diese Menschen sprechen wie Presseaussendungen und haben den Kontakt zu &#8220;normalen Menschen&#8221; verloren, als es darum ging, nicht f&uuml;r das st&auml;ndige Verbiegen kritisiert werden zu wollen, nicht st&auml;ndig auf die Schw&auml;chen der eigenen Partei angesprochen werden zu wollen (weil es nachvollziehbarerweise weh tut, weil ja wirklich viel Zeit, Arbeit, ja Herzblut investiert wird) und man sich deshalb unter Leuten bewegt, die einen verstehen, die so sind wie man selbst ist. Andere Parteisoldat_innen, die sich in der Folge gegenseitig best&auml;tigen, wie gut sie sind. Und in der Regel sind das Leute, die deshalb eine Parteikarriere forcieren, weil sie sonst nirgends etwas geworden w&auml;ren (erinnert mich an den interessanten <a href="http://www.datum.at/0610/stories/wir-muessen-ueber-guido-sprechen/">&#8220;Datum&#8221;-Artikel &uuml;ber Guido Westerwelle</a>).</p>
<p>Es gibt klassische Eigenschaft, ohne die man eine Parteikarriere nicht schafft. Manche davon treffen nicht in allen F&auml;llen zu, es gibt sicher Ausnahmen, aber im wesentlichen geh&ouml;ren sie zum System. Wer in &#8220;der Partei&#8221; (welche auch immer) Karriere machen will, muss unterw&uuml;rfig, dem&uuml;tig und gehorsam gegen&uuml;ber allen M&auml;chtigeren sein, zumindest bis zu dem Moment, wenn sich Verrat lohnt. Daf&uuml;r braucht man selbstverst&auml;ndlich ein Talent zum Schauspielen bzw. Tausend Gesichter. Und eine gewisse Skrupellosigkeit geh&ouml;rt auch dazu, Leute abzus&auml;gen die einen aufgebaut haben, mit denen man immer Spa&szlig; hatte, etc. Daf&uuml;r lohnt es sich, immer zu wissen wer was wann &uuml;ber wen gesagt hat (oder &uuml;ber was).</p>
<p>Und wenn man schon selbst nicht (total) korrupt ist, so muss man zumindest die Korruption der anderen und der Partei stillschweigend akzeptieren, wobei man vermutlich irgendwann als &#8220;komisch&#8221; auff&auml;llt, wenn man nicht mitmacht. Deshalb ist letztlich Prinzipienlosigkeit eine hervorragende Eigenschaft wenn man eine Parteikarriere anstrebt. Nur wer keine Inhalte hat, kann jede Schei&szlig;e verkaufen. An kaum jemand, ohne ihn n&auml;her zu kennen, werden manche dieser Aussagen so deutlich wie an Josef Cap, der wahrscheinlich jede politisch m&ouml;gliche Position und ihr exaktes Gegenteil schon mindestens zweimal vertreten hat (und wieder kann ich auf einen <a href="http://www.datum.at/0107/stories/3111861">Artikel in den &#8220;Seiten der Zeit&#8221;</a> verweisen).</p>
<p>Teile dieses Textes habe ich geschrieben, als ich zum ersten mal verstanden und richtig gesehen haben, wie das politische System von innen aussieht. F&uuml;r mich war es extrem desillusionierend festzustellen, dass es keine(!) politische Partei gibt, die nicht von hinten bis vorne verlogen, falsch, fern ihrer angeblichen Grunds&auml;tze und durch und durch korrupt ist. Wirklich. Politik t&ouml;tet von innen. Was hier durchklingt, ist die ehrliche Frustration dar&uuml;ber, dass jedes Klischee, jedes Vorurteil, jedes Worst Case Sezenario zutrifft.</p>
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