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	<title>Blog für Politik, Medien und Philosophie</title>
	
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		<title>Der versperrte Hochschulzugang</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 06:42:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der freie Hochschulzugang ist das Problem, er f&#252;hrt zu chaotischen Zust&#228;nden an den Unis, zu &#252;berlaufenen Studienrichtungen mit inakzeptablen Betreuungsverh&#228;ltnisse und produziert so zahlreiche unterdurchschnittliche Akademiker_innen die niemand braucht, w&#228;hrend sich die Universit&#228;tsangestellten nicht um die Forschung k&#252;mmern k&#246;nnen und daher auch hier immer weiter zur&#252;ckfallen. Das ist grob zusammengefasst die Argumentation mit der u.a. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der freie Hochschulzugang ist das Problem, er f&uuml;hrt zu chaotischen Zust&auml;nden an den Unis, zu &uuml;berlaufenen Studienrichtungen mit inakzeptablen Betreuungsverh&auml;ltnisse und produziert so zahlreiche unterdurchschnittliche Akademiker_innen die niemand braucht, w&auml;hrend sich die Universit&auml;tsangestellten nicht um die Forschung k&uuml;mmern k&ouml;nnen und daher auch hier immer weiter zur&uuml;ckfallen. Das ist grob zusammengefasst die Argumentation mit der u.a. die Rektoren gegen den freien Hochschulzugang und f&uuml;r Zugangsbeschr&auml;nkungen streiten. Manche unter ihnen tr&auml;umen zus&auml;tzlich noch von Studiengeb&uuml;hren.</p>
<p>Argumente wie der &#8220;internationale Vergleich&#8221; m&uuml;ssen herhalten, oder dass qualitative Zugangsbeschr&auml;nkungen ja nur den Besten erm&ouml;glichen in Ruhe und mit guter Betreuung zu studieren. Die Dropout-Quote wird uns noch alle umbringen. Und das &Ouml;sterreich der Mut zu Eliten fehlt, ist sowieso ganz schlimm. Wer m&ouml;chte schon in der Haut von TU-Graz-Rektor und uniko-Vorsitzenden Hans S&uuml;nkel stecken, wenn er auf internationalen Treffen zugeben muss, dass in &Ouml;sterreich alle die es wollen studieren k&ouml;nnen.<sup class='footnote'><a href='#fn-3566-1' id='fnref-3566-1'>1</a></sup> Ob hinter dieser Linie eine politische Agenda steckt, lasse ich hier einmal au&szlig;en vor. Dass die Argumente alles andere als seri&ouml;s oder &uuml;berzeugend sind, wird Gegenstand der folgenden &Uuml;berlegungen sein.</p>
<p><strong>Warum sind qualitative Zugangsbeschr&auml;nkungen sozial selektiv?</strong><br />
Aus dem gleichen Grund, warum die Aufnahmepr&uuml;fung an der MedUni Graz sexistisch ist. Weil sie zu einem Zeitpunkt einsetzten, zu dem die Maturant_innen noch keine Chance hatten, die M&auml;ngel des &ouml;sterreichischen Schulsystems auszugleichen. Arme sind genauso wenig genetisch bedingt d&uuml;mmer wie Frauen, dar&uuml;ber herrscht wohl Einigkeit (au&szlig;erhalb der &Ouml;VP). Aber M&auml;dchen und Burschen werden noch viel zu oft auf bestimmte Geschlechterrollen hin unterrichtet, und haben wenn sie aus sozial schwachen Schichten kommen, eine gute Chance deutlich schlechtere Bildung zu bekommen, als ihre in dieser Hinsicht &#8220;besser geborenen&#8221; Alterskolleg_innen.  </p>
<p><strong>Was &Ouml;sterreich unvergleichbar macht</strong><br />
Wenn man davon ausgeht, das ein Vergleich mit anderen L&auml;ndern deren Bildungssystem im Mittelfeld herumd&uuml;mpelt oder mit Schwellen- und Entwicklungsl&auml;ndern herzlich wenig Sinn macht, gibt es zwei entscheidende Gr&uuml;nde, warum Zugangsbeschr&auml;nkungen und Studiengeb&uuml;hren in &Ouml;sterreich wesentlich ungerechter sind, als in den Vergleichsl&auml;ndern. Das sind die &#8220;Besonderheiten&#8221; des &ouml;sterreichischen Schulsystems, das im Unterschied zu z.B. skandinavischen L&auml;ndern stark nach Herkunft bzw. famili&auml;rem Hintergrund aussortiert, Schw&auml;cher schwach sein l&auml;sst und Begabte ignoriert. Hinzu kommt dass das &ouml;sterreichische Stipendiensystem mehr einem Witz den einer staatlichen Unterst&uuml;tzung die Talente die es sich sonst nicht leisten k&ouml;nnten zu studieren f&ouml;rdert gleicht (z.B. wird eigentlich kaum jemand der Studienbeihilfe ben&ouml;tigt erm&ouml;glicht ohne Zuverdienst zu studieren. Was aber zur &Uuml;berschreitung der Zuverdienstgrenze und letztlich zum Verlust der Studienbeihilfe f&uuml;hren kann.).</p>
<p><strong>Der Kompromiss auf den die Regierung hinarbeitet, ist &auml;hnlich wie derzeit bei den Studiengeb&uuml;hren, die d&uuml;mmstm&ouml;gliche L&ouml;sung. </strong><br />
Der Kompromiss auf den im Moment alles hindeutet sind versch&auml;rfte verpflichtende Studieneingangsphasen mit der anschlie&szlig;enden M&ouml;glichkeit eines Aufnahmeverfahrens. Wenn Heinz Fischer sich traut das auszusprechen, kann man davon ausgehen dass es in der Gro&szlig;en Koalition nicht sonderlich umstritten ist. Studierende in eine Eingangsphase zu zwingen, klingt auf den ersten Blick nach einer schlauen Idee. So lernen sie die wesentlichen Grundlagen des Faches kennen und werden dazu gezwungen schnell zu wissen, ob sie sich f&uuml;r das richtige Studium entschieden haben. </p>
<p>Doch es gibt zahlreiche Gr&uuml;nde, wieso man nach der Eingangsphase genauso wenig wei&szlig;, wie davor. So sind Massenvorlesungen wie &#8220;Einf&uuml;hrung in XY&#8221; und Lehrveranstaltungen wie &#8220;Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens&#8221; praktisch nie aussagekr&auml;ftig. Dann pr&auml;gen auch die Lehrenden in den Einf&uuml;hrungsveranstaltungen mit ihren individuellen Schwerpunkten das Bild vom Fach das entsteht. Und dann gibt es auch einfach Wissenschaftsdisziplinen die sich nicht so schnell erschlie&szlig;en. Ich hab in meinem Philosophiestudium ungef&auml;hr nach 2 1/2 Jahren gewusst, was ich da jetzt eigentlich mache. Der Unterschied von Eingangsphasen zum status quo ist, dass man sich nicht in anderen F&auml;chern umsehen konnte, weil man die Pflichtpr&uuml;fungen absolvieren musste, um nicht ein Studienjahr zu verlieren. </p>
<p>Das f&uuml;hrt dazu das Studierende die auf staatliche Unterst&uuml;tzung angewiesen sind (was sehr viele sind) benachteiligt werden, da sie weniger M&ouml;glichkeit haben sich zu orientieren, und im Zweifelsfall in einem Studium bleiben m&uuml;ssen, das nicht das richtige ist. Wieso die Volkswirtschaft &Ouml;sterreich von solchen Akademiker_innen oder dadurch zum Studienabbruch gezwungenen Menschen profitieren sollte, ist mir schleierhaft. </p>
<p><strong>Wie die Probleme zu l&ouml;sen w&auml;ren. </strong><br />
Der Staat m&uuml;sste lediglich die eigentlich ziemlich intelligente Entscheidung treffen, in Bildung und Forschung zu investieren, anstatt hier zu sparen. Das w&uuml;rde viele Probleme lindern, zumindest in den Studienrichtungen die nicht zu viele Studierende haben, sondern einfach finanziell und personell ausgehungert sind. Von den Massenstudien k&ouml;nnte vermutlich durch echte Beratung und Betreuung von Maturant_innen etwas Druck genommen werden. Freilich, die ultimative L&ouml;sung ist das nicht. Reformen im Schulsystem tuen ebenso Not &#8211; ein Kurssystem in den letzten Jahren vor der Matura erm&ouml;glicht den Sch&uuml;ler_innen sich intensiver mit ihren Interessengebieten zu besch&auml;ftigen und kann so zur Senkung der Dropout-Quote und der Zahl der Studienwechsel beitragen. </p>
<p><strong>Neue Eliten braucht das Land</strong><br />
Damit qualitativen Zugangsbeschr&auml;nkungen nicht himmelschreiend ungerecht sind, denn es scheint mittelfristig so oder so kein Weg daran vorbei zu f&uuml;hren, m&uuml;ssten grundlegende Systemreformen in Angriff genommen werden. Gesamt- und Ganztagesschule. Eine offenere Schule die Kinderen mehr Freiraum gibt Entwicklungspotentiale zu nutzen. Gratiskinderkarten und Kindergartenpflicht.<sup class='footnote'><a href='#fn-3566-2' id='fnref-3566-2'>2</a></sup> Mehr Integrations- und St&uuml;tzlehrer_innen. Verbesserung der Ausbildung der P&auml;dagog_innen f&uuml;r alle Altersstufen. Und vieles mehr. Das volle Programm eben, denn wer eine gr&ouml;bere Systemkrise negiert, ist in eine Eliteschule gegangen oder hatte Gl&uuml;ck, auf Fakten basiert die Einsch&auml;tzung eher nicht. Dazu kommt die Einf&uuml;hrung eines modernen und gerechten Stipendiensystems. Ein &#8220;Grundstipendium&#8221; oder &#8220;Studierendengehalt&#8221;, kein l&auml;cherliches und kontraproduktives Zwingen der Studierenden in die Abh&auml;ngigkeit von den Eltern und/oder einem Job. </p>
<p>Das wird alles nicht passieren. Stattdessen wird weitergewurschtelt werden, das Bildungssystem wird weiter sozial undurchl&auml;ssig bleiben und bestehende Verh&auml;ltnisse reproduzieren, sodass Herkunft und nicht Talent &uuml;ber die Chancen eines Menschen entscheiden. Der offene Hochschulzugang ist ein kleines Korrektiv dagegen, er gibt jungen Erwachsenen die Chance, eigenst&auml;ndig das Versagen des Staats in Gerechtigkeitsfragen zu kompensieren. Viele scheitern daran, keine Frage. Das wird in Zukunft nicht mehr passieren, wenn der Zugang zur Universit&auml;t f&uuml;r sie versperrt ist.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-3566-1'>Was nicht stimmt. Man muss es sich auch leisten k&ouml;nnen. Aber ein Verfechter der Geburts- und Geldelite wie S&uuml;nkel muss an sowas nicht denken. Grad bei all der Scham. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3566-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-3566-2'>Man darf ja auch die Sachen die schon angefangen wurden erw&auml;hnen, immerhin etwas. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3566-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
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		<title>Gegen Dollfuß und Stalin</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 14:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Sowjetunion. Der ewige Feind, dem sogar die Gerissenheit zuzutrauen ist, einen totalen Zusammenbruch vorzut&#228;uschen, nur um Jahrzehnte sp&#228;ter, im richtigen Moment, doch noch zuzuschlagen. Das ist das Bedrohungsszenario, f&#252;r das das &#246;sterreichische Bundesheer dimensioniert ist. Ein Heer, das sich, wie l&#228;ngst ins Allgemeinwissen &#252;bergegangen ist, in keinem &#252;bertrieben guten Zustand befindet. Lange schon ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sowjetunion. Der ewige Feind, dem sogar die Gerissenheit zuzutrauen ist, einen totalen Zusammenbruch vorzut&auml;uschen, nur um Jahrzehnte sp&auml;ter, im richtigen Moment, doch noch zuzuschlagen. Das ist das Bedrohungsszenario, f&uuml;r das das &ouml;sterreichische Bundesheer dimensioniert ist. Ein Heer, das sich, wie l&auml;ngst ins Allgemeinwissen &uuml;bergegangen ist, in keinem &uuml;bertrieben guten Zustand befindet. Lange schon ist es unterfinanziert. Dabei wendet der Staat immerhin 2,5 Milliarden Euro auf, was 0,9 % des BIP entspricht<sup class='footnote'><a href='#fn-3548-1' id='fnref-3548-1'>1</a></sup> auf. Freilich, der Anteil der milit&auml;rischen Ausgaben ist stetig im Sinken begriffen -1988 waren es noch 1,3 % vom BIP, 2000 immerhin noch 1 %. Damit liegt &Ouml;sterreich deutlich unter dem EU-Durchschnitt, h&auml;lt aber, anders als viele andere Staaten, an einem Heer das f&uuml;r einen neutralen Staat im Kalten Krieg dimensioniert wurde, fest. </p>
<p>Die noch von Helmut Zilk geleitete Reformkommission hatte 2005 in einem Beschluss der damaligen Regierung zur Bundesheerreform 2010 gem&uuml;ndet. Im Jahr 2010 angekommen ist die Heeresreform l&auml;ngst nicht umgesetzt. Zieht man Bilanz, so muss z.B. auch eingesehen werden, dass man mit absurd hohen Erl&ouml;sen aus den zu verkaufenden Kasernen gerechnet hat. Stattdessen bleibt man auf Liegenschaften sitzen. Dennoch h&auml;lt die Bundesregierung wie ein Mann eisern am Prinzip Weiterwurschteln fest, ohne das klar w&uuml;rde, warum genau jetzt eigentlich.</p>
<p>Bei der Qualit&auml;t der vorgebrachten Argumente, k&ouml;nnte man meinen, die SP&Ouml; hege tats&auml;chlich noch immer die Urangst davor, dass die &Ouml;VP nochmal das Parlament ausschaltet und das Heer im Inneren gegen den Widerstand einsetzt<sup class='footnote'><a href='#fn-3548-2' id='fnref-3548-2'>2</a></sup>. Und die &Ouml;VP f&uuml;rchtet sich vor einer R&uuml;ckkehr Stalins und will gewappnet sein? </p>
<p>Sehen wir uns doch die vorgebrachten Argumente gegen eine Abschaffung oder Aussetzung der Wehrpflicht im Detail an:</p>
<p><strong>Das System hat sich bew&auml;hrt.</strong><br />
&Ouml;sterreichischer kann ein Argument gar nicht sein. Man k&ouml;nnte auch sagen &#8220;es war schon immer so&#8221;. Nur &#8211; von &#8220;bew&auml;hrt&#8221; im Bezug auf das &ouml;sterreichische Bundesheer, dieser ineffizienten, zu allem bereite aber zu nichts wirklich f&auml;higen<sup class='footnote'><a href='#fn-3548-3' id='fnref-3548-3'>3</a></sup> Geistesvernichtungsmaschinerie, zu sprechen, ist eine ganz eigene Form von Humor, aber doch kein ernst zu nehmendes Argument. </p>
<p><strong>Demokratische Kontrolle &#8211; ein Heer aus dem Volk f&uuml;r das Volk</strong><br />
Da in keinem einzigen entwickelten Land in dem die Wehrpflicht abgeschafft wurde, antidemokratische Str&ouml;mungen die Macht im Heer an sich gerissen und eine Milit&auml;rdiktatur errichtet haben, ist das zumindest kein zwingendes Szenario. Andererseits funktionieren auch Wehrpflicht-Armeen in Diktaturen gut (aus Sicht der Herrschenden). Und &#8211; wir leben im 21. Jahrhundert in einer entwickelten Demokratie in Westeuropa umgeben von Verb&uuml;ndeten ohne Feinde. Das Argument ist insofern genauso sinnvoll, wie ein Heer das auf einen Angriff der Sowjetunion ausgerichtet ist. </p>
<p><strong>Man kann ja nie wissen</strong><br />
Aussetzung und Abschaffung der Wehrpflicht lassen sich, wie historisch gut belegt ist, leicht r&uuml;ckg&auml;ngig machen. Mit diesem Wissen im Hintergrund, ist erst recht nicht einzusehen, wieso man sich auf irgendwelche absurden Eventualit&auml;ten vorbereiten sollte, auch wenn sie theoretisch eintreffen k&ouml;nnten. Es bereitet sich ja auch niemand darauf vor, morgen zu sterben, nur weil es m&ouml;glich ist. Die Republik &Ouml;sterreich bereitet sich auch nicht auf einen Angriff Sloweniens vor, obwohl einige Leute daran glauben. Und selbst zu Zeiten des seligen J&ouml;rg hat sich in K&auml;rnten niemand ernsthaft auf die Abspaltung von &Ouml;sterreich vorbereitet, obwohl viele darauf gehofft haben. </p>
<p><strong>Katastropheneinsatz </strong><br />
Wenn man nicht mehr die Pr&auml;senzdiener h&auml;tte, w&uuml;rden ja Sturm-, Lawinen- und Hochwassersch&auml;den nicht beseitigt werden k&ouml;nnen, jammern manche. Aber wieder kann auf die internationale Erfahrung verwiesen werden, dass Zivilschutz durchaus von Zivilisten zu bew&auml;ltigen ist. So wie auch Feuer ohne das Heer gel&ouml;scht werden. Einige Fixangestellte sowie die &Uuml;bernahme des Verdienstentgangs der Freiwilligen, ist ein Modell das sich z.B. in Deutschland (trotz Wehrpflicht!) bew&auml;hrt hat. Au&szlig;erdem, das gilt hier wie f&uuml;r die Zivildiener &#8211; was ist das f&uuml;r ein Argument, dass der Staat es sich nicht leisten k&ouml;nne, darauf zu verzichten, junge M&auml;nner ohne irgendwie ad&auml;quaten Verdienst dazu zu zwingen, eine Arbeit zu machen, die sie nicht machen wollen? (Und nebenbei keinerlei ad&auml;quate Struktur f&uuml;r potentielle freiwillige Helfer anzubieten?)</p>
<p><strong>Kosten</strong><br />
Oft h&ouml;rt man aus Verteidigungsministerium und Heer das Argument, ein Berufsheer w&auml;re sehr viel teurer als das jetztige Modell. Und das stimmt, wenn man ein Berufsheer nach den Erfordernissen aufstellt, an denen sich die Dimensionen des aktuellen Heers orientieren. Geht man allerdings von einem Heer aus, dessen Gr&ouml;&szlig;e an die tats&auml;chlichen Erfordernisse die sich einem modernen Heer eines Kleinstaats in Mitteleuropa stellen angepasst ist, kommt man mit sehr viel weniger Menschen aus, und schon ist ein Berufsheer zumindest nicht teurer, viel eher billiger, effizienter und besser als das Heer heute ist. </p>
<p><strong>Verlust der Zivildiener</strong><br />
F&auml;llt das Heer weg, fallen auch die Zivildiener weg. Dann hat das Innenministerium eine Gruppe weniger die man nach Lust und Laune diskriminieren kann, und das Sozialsystem w&uuml;rde sowieso zusammenbrechen. Da frage ich mich, wie erhaltenswert den ein Sozialssystem ist, dass nicht ohne unterbezahlte und praktisch rechtelose Diener auskommt, die man beliebig einsetzten kann? Ist da nicht sowieso Ver&auml;nderungsbedarf gegeben? </p>
<p>Aber das System w&uuml;rde gar nicht zusammenbrechen. Denn der Staat hat einerseits genug M&ouml;glichkeiten gegenzusteuern und die karitative Organisationen, die so stolz auf ihre Freiwilligen sind<sup class='footnote'><a href='#fn-3548-4' id='fnref-3548-4'>4</a></sup> sollen halt mit ihren Freiwilligen auskommen, und nicht von staatlich verordneten Zwangsarbeitern abh&auml;ngig sein. Was der Staat machen kann? Freiwilligen etwas mehr entgegenkommen, z.B., wie das BZ&Ouml; vorgeschlagen hat, dadurch dass Menschen die ein freiwilliges soziales Jahr ableisten, bevorzugt in den Bundesdienst aufgenommen werden. Oder dadurch dass man Leuten im freiwilligen sozialen Jahr zumindest das bezahlt, was im Moment Pr&auml;senzdiener bekommen (das w&auml;ren dann immer noch sehr billige Arbeitskr&auml;fte). Und dort wo die Zivildiener wohl am st&auml;rksten fehlen werden, n&auml;mlich als mit zahlreichen Aufgaben f&uuml;r die sie nicht ausgebildet sind und die sie nicht machen d&uuml;rften belastete Zwangsarbeiter in Krankenh&auml;usern, Pflegeheimen und psychiatrischen Tagesst&auml;tten, liegt so oder so einiges im Argen und ist dringend reformbed&uuml;rftig. </p>
<p>Auch entkr&auml;ftet nichts davon das schon angesprochene Argument, dass der Staat nicht die moralische Legitimation dazu hat, sexistisch diskriminierend nach einem l&auml;ngst &uuml;berkommenen patriarchalen Geschlechterbild der Marke &#8220;M&auml;nner=Helden, Frauen=schwach&#8221; vorgehend Zwangsdienste zu verordnen, um a) ein marodes Heer irgendwie mit Personal zu versorgen von dem viel gar nicht gebraucht wird und b) ein marodes Sozialsystem mit ungebildetem Personal zu versorgen. Oder?
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-3548-1'>laut <a href="http://milexdata.sipri.org/">Stockholm International Peace Research Institute</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3548-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-3548-2'>Wobei man dieser Paranoia zumindest zu gute halten kann, dass sich die &Ouml;VP mit diesem Teil ihrer Geschichte nicht gerade kritisch auseinandergesetzt hat. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3548-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-3548-3'>Das Heer soll irgendwie alles k&ouml;nnen, grad dass noch keine Marine verlangt wird, aber ist praktisch &uuml;berall unterdotiert. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3548-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-3548-4'>Die ohne Frage viel leisten und der Gesellschaft einen gro&szlig;en Dienst erweisen und die ich hier in keinster Weise angreifen m&ouml;chte. Vielmehr die gut bezahlten K&ouml;pfe der Organisationen die sich hinter den Freiwilligen verstecken und Politik machen (wollen). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-3548-4'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
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		<title>Warum ich nicht grün wähle</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 17:07:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich kenne und sch&#228;tze einige Gr&#252;ne. Die Partei hat zu vielen Themen durchdachte, intelligente Positionen. Soviel vorweg, bevor ich versuche ein Unbehagen dass ich schon lange gegen die Gr&#252;nen hege, in Worte zu fassen. Es f&#228;llt mir recht schwer zu beschreiben was ich meine, da es einen f&#252;r mich recht emotionalen Themenkomplex betrifft. Mein Ver&#228;rgerung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kenne und sch&auml;tze einige Gr&uuml;ne. Die Partei hat zu vielen Themen durchdachte, intelligente Positionen. Soviel vorweg, bevor ich versuche ein Unbehagen dass ich schon lange gegen die Gr&uuml;nen hege, in Worte zu fassen. Es f&auml;llt mir recht schwer zu beschreiben was ich meine, da es einen f&uuml;r mich recht emotionalen Themenkomplex betrifft. Mein Ver&auml;rgerung &uuml;ber einen <a href="http://chorherr.twoday.net/stories/6408149/">aktuellen Blogeintrag des gr&uuml;nen Wiener Gemeinderats Christoph Chorherr</a> f&uuml;hrt nun aber dazu, dass ich (hoffentlich) ungef&auml;hr ausdr&uuml;cken kann, was ich meine.</p>
<p>Ich versuche das jetzt erst einmal anhand des erw&auml;hnten Eintrags beispielhaft zu zeigen. Chorherr schlie&szlig;t aus einer Statistik die besagt, das h&ouml;her gebildetere und reichere Menschen mehr mit dem Rad fahren, dass dies deshalb so ist, da diese sich leisten k&ouml;nnen, nicht mittels Auto ihr Ego zu st&auml;rken. Er meint dass die Bedeutung eines Autos als Statussymbol noch immer untersch&auml;tzt werde und die &#8220;objektive[n] Gewinn[e] des Radelns ( Wohlbefinden, Kosten-Zeitersparnis, kein &Auml;rger beim Parkplazsuchen, etc.)&#8221; aussteche. Und er fragt ob es allzu &#8220;political incorrect&#8221; ist, den Schlu&szlig; zu ziehen: &#8220;Wer arm bzw ungebildet ist, braucht das Auto als Egoersatz.&#8221;.</p>
<p>Nein, das ist &uuml;berhaupt nicht &#8220;political incorrect&#8221;. Das ist saudumm und unglaublich arrogant. Und wenn das jetzt polemisch, klassenschk&auml;mpferisch und nach schwarz/wei&szlig;em Denken klingt, ich muss das jetzt sagen: Christoph Chorherr, liberaler Angeh&ouml;riger des h&ouml;heren B&uuml;rgertums, der in seinem Leben vermutlich noch keinen schweren Handgriff tun musste, den er nicht tun wollte, f&uuml;r den es &uuml;berhaupt kein Problem ist, beim Einkaufen nicht mitzurechnen wie viel das in Summe an der Kasse ausmachen wird, der sich sicher keine Sorgen um seine (materielle) Zukunft und seine Pension machen muss, ma&szlig;t sich hier ein unglaubliches Urteil &uuml;ber Menschen an von denen er ganz offensichtlich &uuml;berhaupt keine Ahnung hat. </p>
<p>Vern&uuml;nftige M&ouml;glichkeiten die Statistik zu erkl&auml;ren, w&auml;ren etwa dass arme Menschen nicht in der Innenstadt wohnen und arbeiten, ihre Strecken l&auml;nger und vor allem unangenehmer sind, sie vielleicht pendeln m&uuml;ssen, sie von der k&ouml;rperlichen Arbeit ersch&ouml;pft sind (bzw. sich nicht noch zus&auml;tzlich anstrengen wollen) oder  dass sie &uuml;berhaupt schon chronische Schmerzen davon haben. </p>
<p>Das illustriert das Problem in meinen Augen sehr sch&ouml;n. Die Gr&uuml;nen sind viel zu oft im schlechtesten Sinne des Wortes akademisch und im schlechtesten Sinne des Wortes b&uuml;rgerlich. Oft genug auch einfach abgekapselt von den Lebenswelten der Mehrheit, der Nicht-Bobos, der Nicht-B&uuml;rger_innen, der Nicht_Akademiker_innen, der Nicht_Student_innen, u&auml;. </p>
<p>Wenn ich den oberen Absatz jetzt einfach so hingeschrieben h&auml;tte, w&auml;re mir wahrscheinlich vorgeworfen ein Klischee zu bedienen oder keine Ahnung zu haben. Deshalb hat es ein aktuelles Beispiel als Ausl&ouml;ser gebraucht. Das Thema ist bei mir so emotional besetzt, weil es meine Herkunft, weil es viele Menschen dich ich sch&auml;tze und mag betrifft. Menschen die absch&auml;tzig betrachtet werden, weil sie nicht die Gnade der Geburt als Kinder von Thomas Chorherr haben. Bei allem was man der SP&Ouml; vorwerfen kann, und das ist eine beeindruckend lange Liste, so etwas w&uuml;rde es bei &#8220;meiner&#8221; Partei einfach nicht geben. </p>
<p>Es gibt zwei Parteien in denen die Menschen die von den Gr&uuml;nen so absch&auml;tzig betrachtet werden, eine Chance haben, etwas zu werden, und dadurch die Partei mitpr&auml;gen &#8211; SP&Ouml; und FP&Ouml;. Nur dass die SP&Ouml; eine lange Tradition und Geschichte, moralische Werte, fachliche Kompetenz, f&uuml;r viele Themen Expert_innen und gute Konzepte und eine Distanz zum Nationalsozialismus hat. Deshalb w&auml;hle ich nicht gr&uuml;n. Sondern SP&Ouml;.</p>
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		<title>Feminist Rapper</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 08:22:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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		<title>Kritik der österreichischen Politik</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Jun 2010 14:34:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus Interesse habe ich mich immer st&auml;rker an die SP&Ouml; und somit die Parteienlandschaft im Allgemeinen angen&auml;hert. Mehr als um die Chance &#8220;etwas zu werden&#8221;, ging es mir darum zu sehen, wie die Dinge wirklich ablaufen. Denn dass eine Politikberichterstattung die dummen Menschen ausgekl&uuml;gelte Strategien unterstellt, die kaum ber&uuml;cksichtigt was f&uuml;r ein psychologisches Profil man haben muss, um die Ochsentour einer Parteikarriere durchzustehen, die daf&uuml;r aber per Du mit den Politiker_innen gerne etwas trinken geht, nicht so ganz die Wirklichkeit abbilden d&uuml;rfte, war mir relativ bald klar. Ich ging aber auch davon aus, dass die Vorurteile die man so allgemein &uuml;ber die Politik h&ouml;rt, und die zu bedienen einen J&ouml;rg Haider gro&szlig; gemacht hat, nicht in der Form zutreffen. Das war ein Irrtum. </p>
<p>Ich dachte, ich w&auml;re nicht naiv, wenn ich davon ausgehe, dass es in jeder Partei korrupte Arschl&ouml;cher, verlogene Arschkriecher_innen und prinzipienlose Karrierist_innen gibt. Aber ich war naiv anzunehmen, dass das nicht im wesentlichen die Beschreibung des Systems ist. Das war falsch. Wahr ist vielmehr, dass das unmoralischste Szenario dass man sich in einem Rahmen der noch m&ouml;glich ist (also ohne das &ouml;ffentliche Institutionen stillstehen, weil alle dort f&uuml;r ihre Partei arbeiten), mit gr&ouml;&szlig;ter Wahrscheinlichkeit das zutreffende ist.</p>
<p>Das gilt f&uuml;r Gemeinde-, Landes- und Bundesebene. &Ouml;ffentliche Infrastruktur ist prinzipiell zuerst f&uuml;r die Partei, dann f&uuml;r einen selbst und letztlich in Hinblick auf Wahlen, noch f&uuml;r irgendwelche (Schein)Aktivit&auml;ten da. Das Beziehungen alles und Qualit&auml;t und Kompetenz nichts bedeuten, wird genausowenig hinterfragt, wie wenn die Gemeinde-, Landes- und Bundesbediensteten f&uuml;r Parteiarbeit angestellt werden. Kein Regierungsb&uuml;ro in dem nicht Leute f&uuml;r die Partei arbeiten, die das B&uuml;ro kontrolliert. Dar&uuml;ber herrscht breiter, partei&uuml;bergreifender Konsens weshalb auch noch keine Partei die anderen daf&uuml;r offen kritisiert. Es haben inzwischen ja auch alle Parteien auf der einen oder anderen Ebene Zugang zu den Erweiterungsangeboten f&uuml;r die Parteizentrale. </p>
<p>Deshalb gibt es soetwas wie &#8220;in der Opposition erholen&#8221; in &Ouml;sterreich nicht, den obwohl die Parteienf&ouml;rderung gigantisch ist und die Regelung f&uuml;r Parteispenden um Korruption bettelt, w&auml;ren insbesondere &Ouml;VP und SP&Ouml; von einer zentralen M&ouml;glichkeit ihre Leute f&uuml;r die Arbeit die sie f&uuml;r die Partei leisten, zu bezahlen, abgeschnitten. Keine staatliche Infrastruktur f&uuml;r die Partei nutzen zu k&ouml;nnen, ist ein wesentlicher Wettbewerbsnachteil.</p>
<p>Was sind das f&uuml;r Menschen, die in diesem Umfeld Karriere machen? Die politische Jugend, die Menschen die in der Partei gef&ouml;rdert werden, sind idR jene, die es geschafft haben, seit Jahren s&auml;mtlichen Wendungen, L&uuml;gen, Prinzipienverletzungen, etc. mitzumachen und in bekannt bl&ouml;der Manier zu verkaufen, ohne davon aufgefressen zu werden (oder aber vollst&auml;ndig davon aufgefressen wurden und jetzt innerlich tot sind). </p>
<p>Diese Menschen sprechen wie Presseaussendungen und haben den Kontakt zu &#8220;normalen Menschen&#8221; verloren, als es darum ging, nicht f&uuml;r das st&auml;ndige Verbiegen kritisiert werden zu wollen, nicht st&auml;ndig auf die Schw&auml;chen der eigenen Partei angesprochen werden zu wollen (weil es nachvollziehbarerweise weh tut, weil ja wirklich viel Zeit, Arbeit, ja Herzblut investiert wird) und man sich deshalb unter Leuten bewegt, die einen verstehen, die so sind wie man selbst ist. Andere Parteisoldat_innen, die sich in der Folge gegenseitig best&auml;tigen, wie gut sie sind. Und in der Regel sind das Leute, die deshalb eine Parteikarriere forcieren, weil sie sonst nirgends etwas geworden w&auml;ren (erinnert mich an den interessanten <a href="http://www.datum.at/0610/stories/wir-muessen-ueber-guido-sprechen/">&#8220;Datum&#8221;-Artikel &uuml;ber Guido Westerwelle</a>).</p>
<p>Es gibt klassische Eigenschaft, ohne die man eine Parteikarriere nicht schafft. Manche davon treffen nicht in allen F&auml;llen zu, es gibt sicher Ausnahmen, aber im wesentlichen geh&ouml;ren sie zum System. Wer in &#8220;der Partei&#8221; (welche auch immer) Karriere machen will, muss unterw&uuml;rfig, dem&uuml;tig und gehorsam gegen&uuml;ber allen M&auml;chtigeren sein, zumindest bis zu dem Moment, wenn sich Verrat lohnt. Daf&uuml;r braucht man selbstverst&auml;ndlich ein Talent zum Schauspielen bzw. Tausend Gesichter. Und eine gewisse Skrupellosigkeit geh&ouml;rt auch dazu, Leute abzus&auml;gen die einen aufgebaut haben, mit denen man immer Spa&szlig; hatte, etc. Daf&uuml;r lohnt es sich, immer zu wissen wer was wann &uuml;ber wen gesagt hat (oder &uuml;ber was). </p>
<p>Und wenn man schon selbst nicht (total) korrupt ist, so muss man zumindest die Korruption der anderen und der Partei stillschweigend akzeptieren, wobei man vermutlich irgendwann als &#8220;komisch&#8221; auff&auml;llt, wenn man nicht mitmacht. Deshalb ist letztlich Prinzipienlosigkeit eine hervorragende Eigenschaft wenn man eine Parteikarriere anstrebt. Nur wer keine Inhalte hat, kann jede Schei&szlig;e verkaufen. An kaum jemand, ohne ihn n&auml;her zu kennen, werden manche dieser Aussagen so deutlich wie an Josef Cap, der wahrscheinlich jede politisch m&ouml;gliche Position und ihr exaktes Gegenteil schon mindestens zweimal vertreten hat (und wieder kann ich auf einen <a href="http://www.datum.at/0107/stories/3111861">Artikel in den &#8220;Seiten der Zeit&#8221;</a> verweisen). </p>
<p>Teile dieses Textes habe ich geschrieben, als ich zum ersten mal verstanden und richtig gesehen haben, wie das politische System von innen aussieht. F&uuml;r mich war es extrem desillusionierend festzustellen, dass es keine(!) politische Partei gibt, die nicht von hinten bis vorne verlogen, falsch, fern ihrer angeblichen Grunds&auml;tze und durch und durch korrupt ist. Wirklich. Politik t&ouml;tet von innen. Was hier durchklingt, ist die ehrliche Frustration dar&uuml;ber, dass jedes Klischee, jedes Vorurteil, jedes Worst Case Sezenario zutrifft.</p>
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