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	<title>Verbockt und Verbloggt</title>
	
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	<description>Pannen und Patzer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft</description>
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		<title>Die leicht manipulative Loveparade-Doku</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 10:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>der Mops</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Loveparade]]></category>
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		<description><![CDATA[Herr Schaller, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Lopavent GmbH und Veranstalter der Loveparade, geht dieser Tage in die Offensive. Am Montag wurde die Website www.dokumentation-loveparade.com online gestellt. Der Veranstalter dokumentiert auf dieser Website die Geschehnisse vom 24.07.2010, jenem schrecklichen Samstag, an dem 21 Personen bei einer Massenpanik den Tod fanden. Der Veranstalter betont, dass die Website der Aufkl&#228;rung dienen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Herr Schaller, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Lopavent GmbH und Veranstalter der Loveparade, geht dieser Tage in die Offensive. Am Montag wurde die Website <a href="http://www.dokumentation-loveparade.com/" target="_blank">www.dokumentation-loveparade.com</a> online gestellt. Der Veranstalter dokumentiert auf dieser Website die Geschehnisse vom 24.07.2010, jenem schrecklichen Samstag, an dem 21 Personen bei einer Massenpanik den Tod fanden. Der Veranstalter betont, dass die Website der Aufkl&#228;rung dienen soll. Doch eigentlich geht es wohl mehr darum, den eigenen Kopf zu retten. Denn die Dokumentation l&#228;sst mehr Fragen offen, als sie beantworten w&#252;rde.</p>
<p>Diese Dokumentation zum Loveparade-Ungl&#252;ck setzt ein falsches Signal. So sehen es viele Beobachter und auch die ermittelnde Staatsanwaltschaft. In wenigen Tagen tagt der Innenausschuss des nordrhein-westf&#228;lischen Landtages zu den Vorkommnissen bei der Duisburger Loveparade. Da m&#246;chte man wohl im Vorfeld noch etwas das Volk manipulieren.<br />
Auf der Website wurde ein gutes Dutzend Videofilme der &#220;berwachungskameras online gestellt, welche die Bewegungen der Besucher  vom Start der Veranstaltung bis ca. 16:30 Uhr dokumentieren sollen. Das Videomaterial endet ca. 20 Minuten vor dem eigentlichen Ungl&#252;ck und gibt somit keine verl&#228;ssliche Aussage dar&#252;ber, wieso und vor allem warum die 21 Menschen sterben mussten.</p>
<p>Da die Website <strong>Dokumentation Loveparade</strong> dezent manipulativ arbeitet, kommt hier ein kleiner manipulativer Zwischengedanke. Stellen Sie sich vor, ein Betreiber m&#246;chte eine m&#246;glichst spektakul&#228;re Achterbahn er&#246;ffnen. Dem Betreiber sind gewisse Risiken bewusst, schlie&#223;lich soll die Achterbahn m&#246;glichst spektakul&#228;r sein. Es kommt der T&#220;V und testet die Anlage im &#8220;kalten&#8221; Zustand ohne G&#228;ste. Es gibt keine Bedenken und die Anlage wird freigegeben. Am Tag der Er&#246;ffnung kommt es jedoch zu einem Ungl&#252;ck. Bei der dritten Fahrt wird der Wagen der Achterbahn in einer extremen Kurve aus der Bahn gerissen. Alle 21 Insassen sterben. Der Betreiber schiebt jedoch alle Verantwortung von sich ab. Schlie&#223;lich hat der T&#220;V sein O.K. gegeben.</p>
<p>Zur&#252;ck zur Loveparade. Fakt ist, es gab eine Massenpanik. Fakt ist, die Koordination zwischen Security-Personal und Polizei verlief &#228;u&#223;erst schlecht. Fakt ist, die Polizei hatte drei Sperren errichtet, hinter denen sich die Besucher stauten. Fakt ist, dass nach dem L&#246;sen von zwei dieser Sperren massive Besucherstr&#246;me aufeinander zuliefen. Fakt ist, dass der Zugang auf die Rampe durch die dritte Sperre in dieser Zeit nicht m&#246;glich war. Erst nachdem auch diese dritte Sperre gel&#246;st wurde, h&#228;tte sich die Menschenansammlung l&#246;sen k&#246;nnen. Doch genau das Gegenteil ist eingetreten.</p>
<p>Fragt man ein kleines Kind, ob es was Schlimmes angestellt hat, so sch&#252;ttelt es entgeistert den Kopf und zeigt mit dem Finger auf seinen Kameraden. Fragt man bei den Machern der Loveparade nach Fehlern, so wird zwar beteuert aber gleichzeitig ebenfalls mit dem Kopf gesch&#252;ttelt und auf die Beteiligten gezeigt. Interpretiert man die Loveparade-Dokumentation der Lopavent GmbH, so soll der Eindruck vermittelt werden, die Polizei w&#228;re an dem ganzen Unheil schuld. H&#228;tte und w&#228;re die Polizei &#8230; so w&#252;rden die 21 Toten heute noch leben. So einfach kann eine Schuldabkehr funktionieren.<br />
Jeder kann sich &#252;ber die Website alle Aufzeichnungen der &#220;berwachungskameras anschauen und sich dazu seine Gedanken machen. Da geht es &#252;ber Stunden recht gesittet zu. Da sieht man hier und da mal eine kleinere Personengruppe stehen. Und dann sieht man da ab ca. 15 Uhr die Polizei aufziehen, welche kurz darauf drei Sperren errichtet. Wieso die Polizei zu dieser Ma&#223;nahme gegriffen hat, ist bis heute immer noch nicht wirklich gekl&#228;rt. Ganz sicher jedoch wollte die Polizei weder die Besucher noch den Veranstalter damit ver&#228;rgern.</p>
<p>Ich komme zum Ende hin nochmals zur <strong>manipulativen Beeinflussung</strong>. Die Doku-Website soll in erster Linie der Aufkl&#228;rung dienen. So bringt es auch einer der S&#228;tze auf der Startseite auf den Punkt: &#8220;<em>Dieser Film zeigt, was sich am 24. Juli 2010 ereignet hat.</em>&#8221; In der Tat tut dies diese Dokumentation. Doch eigentlich m&#252;sste die Aufkl&#228;rung schon Tage, gar Wochen zuvor beginnen.<br />
Dem Veranstalter war die Lage des Veranstaltungsgel&#228;ndes bewusst. Dem Veranstalter war ebenfalls bewusst, dass es nur einen zentralen Zugang zum Gel&#228;nde gibt. Dem Veranstalter war bewusst, dass &#252;ber diese Rampe st&#252;ndlich mehrere Zehntausend Personen ein- und ausgehen mussten. <strong>Dem Veranstalter war bewusst, dass bei einer zu erwarteten Besuchermenge von &#252;ber einer Million Menschen sich an der Rampe st&#252;ndlich &#252;ber 100.000 begegnen werden.</strong> Dem Veranstalter war bewusst, dass die Rampe die Achillesverse bilden wird.</p>
<p>Im Nachhinein sind alle anderen schuld. Weil die Polizei ihre eigenen Sperren errichtet hat. Weil der Verbindungsbeamte kein Funkger&#228;t und kein Mobiltelefon hatte. Wahrscheinlich waren auch die Besucher durch ihr gieriges Laufverhalten schuld. Und h&#246;chst wahrscheinlich lag es auch am falschen Wetter. Das Gel&#228;nde war auf alle F&#228;lle ideal geeignet. Man sah im Vorfeld keine Bedenken wegen der Rampe und der Besuchermasse. Und das eigene Security-Personal war vollkommen Herr der Lage. Eigentlich h&#228;tte es den Eingriff der Polizei gar nicht ben&#246;tigt. Dann w&#228;re es zu dem Ungl&#252;ck auch nicht gekommen.</p>
<p>F&#252;r wie naiv h&#228;lt man die Bev&#246;lkerung wohl? Offensichtlich f&#252;r so blau&#228;ugig, dass man der Meinung ist, mit &#252;ber 20 Stunden Videomaterial vom eigentlichen Problem ablenken zu wollen.</p>
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