<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:openSearch="http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/" xmlns:blogger="http://schemas.google.com/blogger/2008" xmlns:georss="http://www.georss.org/georss" xmlns:gd="http://schemas.google.com/g/2005" xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0" version="2.0"><channel><atom:id>tag:blogger.com,1999:blog-18497841</atom:id><lastBuildDate>Fri, 07 Aug 2026 20:17:15 +0000</lastBuildDate><title>WeiachBlog</title><description></description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/</link><managingEditor>noreply@blogger.com (Unknown)</managingEditor><generator>Blogger</generator><openSearch:totalResults>2335</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>25</openSearch:itemsPerPage><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-4512027180866090622</guid><pubDate>Sun, 26 Jul 2026 15:29:21 +0000</pubDate><atom:updated>2026-07-26T18:41:32.232+02:00</atom:updated><title>Dem «Schoggi-Escher» zum 400. Geburtstag</title><description>&lt;p&gt;Wissen Sie, was ein «Schöggeler» ist? Als solchen bezeichnet man im Soldaten-Jargon der Schweizer Armee einen Kameraden, der einen «Schoggi-Job» gefasst hat. Also irgendetwas, wo man weder friert, klatschnass wird, noch sonst Unangenehmes erlebt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ob Heinrich Escher, geboren am heutigen Datum vor 400 Jahren, sich als «Schöggeler» gesehen hätte, wissen wir nicht. Fakt ist, dass er sozusagen mit dem goldenen Löffel im Mund auf die Welt kam. Er ging während sieben Jahren auf die Lateinschule seiner Vaterstadt. Und war von 1640 bis 1642 auf einem Internat im südfranzösischen Montauban, damals noch eine protestantische Hochburg. Danach arbeitete er zweieinhalb Jahre als Praktikant bei Handelshäusern in Lyon und Toulouse (Lassner 2000/2004).&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Auf internationalem Parkett gewandt unterwegs&amp;nbsp;– in Handel und Diplomatie&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aus der Sicht derjenigen Weiacher, die seiner Familie seit Jahrhunderten Zinsen zahlen mussten, war er garantiert ein «Schöggeler». Wirtschaftlich mangelte es ihm nämlich wirklich an nichts. Sein Vater war ein wohlhabender Textilhändler. Und seine Ehefrau Regula Werdmüller, der er bereits vor Erreichen des 20. Altersjahres angetraut wurde, wuchs als Tochter eines Eisenhändlers auf, der sich ebenfalls zu den reichsten Bürgern Zürichs zählen durfte.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es ist diese merkantile Herkunft, gepaart mit Kultur- und Sprachkenntnissen erster Hand aus dem grossen Nachbarland im Westen, die das ganze Leben Heinrichs geprägt hat. Er war auch als Politiker und Gesandter an den französischen Hof ein Pragmatiker durch und durch. Einer, der immer zuerst fragte, was es den Eidgenossen insgesamt wirtschaftlich nützt, wenn sie etwas tun oder unterlassen. Für konfessionelle und ideologische Konstrukte hatte er offenbar – anders als etliche seiner Vorgänger im Amt des Zürcher Staatsoberhauptes – wenig bis kein Musikgehör.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Kurzbiographie von 1885&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Heinrich Escher geb. 1626 26. VII, gest. 1710 20. IV&lt;br /&gt;verh. mit Regula Werdmüller cop. 1645 28. I&lt;br /&gt;geb. 1625 30. XII, gest. 1698 7. XII, Tochter von Hs. Jakob Werdmüller und Susanna Rahn.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;1652 Zwölfer zur Meisen. 1656 Stadtfähnrich. 1657 Stadtlieutenant. 1660 Stadthauptmann. 1662 Rechenherr. 1663 des Raths (von der Zunft während seiner Abwesenheit in Paris gewählt). 1663 Gesandter an den französischen Hof als Vertreter der Kaufmannschaft Zürichs bei der sog. grossen Botschaft. 1664 Obmann der Schützen am Platz. 1665 Obervogt zu Fluntern. 1667 Gesandter übers Gebirg. 1669 Landvogt zu Kyburg. 1676 am gleichen Tage des Raths von freier Wahl und Seckelmeister. 1678 29. V einhellig Burgermeister der Stadt und Republik Zürich. 1687 Gesandter an Ludwig XIV. nach Paris, wo er durch sein mannhaftes und charakterfestes Auftreten sich den grössten Ruhm erwarb. 1691 Oberster Schulherr und Obrist der Stadtpanner. War auch Obmann der Gesellschaft z. Schneggen.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Besass die beiden Häuser zum Silberschmid an der grossen Hofstatt, das Haus zum rothen Thurm am Weinplatz, Landgüter zu Höngg und im Letten, Grundzinse zu Weiach etc. Betrieb Seidenfabrikation und hinterliess ein Vermögen von über 360,000 Pfund.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEh9aVUYsn-usgT2TgzJ3_lc3n82X6toVAJFmPWnYNAoEyd9KReXes9ONFpMokr16WZpQHAXozrVYcoO-Na4iIxuuYP1pVjLsHG7C50RIxLbqi93-EOqXCRBGtkAOQG-ivllYF2rwUsaxn63m22sH93PQfAFDmDhWG3bDjEKYCDlymn6MOpG4Y-CRQ/s559/Screenshot%202025-08-03%20005838.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;460&quot; data-original-width=&quot;559&quot; height=&quot;329&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEh9aVUYsn-usgT2TgzJ3_lc3n82X6toVAJFmPWnYNAoEyd9KReXes9ONFpMokr16WZpQHAXozrVYcoO-Na4iIxuuYP1pVjLsHG7C50RIxLbqi93-EOqXCRBGtkAOQG-ivllYF2rwUsaxn63m22sH93PQfAFDmDhWG3bDjEKYCDlymn6MOpG4Y-CRQ/w400-h329/Screenshot%202025-08-03%20005838.png&quot; width=&quot;400&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Dieser letztgenannte Vermögenswert zeigt, dass Heinrich nicht als armer Mann gestorben ist, also wirtschaftlich zumindest einiges richtig gemacht haben muss. Basierend auf dem Historischen Konsumentenpreisindex der Universität Bern (&lt;a href=&quot;https://swisstoval.unibe.ch/indizes/konsumentenpreisindex_kpi/index_ger.html#collapse_pane1773105&quot;&gt;swistoval.ch&lt;/a&gt;), der aufgrund von Kornpreisen aus verschiedenen Regionen der Schweiz errechnet wurde, repräsentieren diese 360&#39;000 Pfund nämlich den Gegenwert von mehreren Millionen heutiger Franken.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Ein Milizpolitiker von echtem helvetischen Schrot und Korn&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bei alledem war Heinrich, wie man allein schon dieser Kurzbiographie im genealogischen Teil des Standardwerks über die Escher vom Glas entnehmen kann, ein geradezu idealtypischer Staatsmann, der nach seiner kommerziellen Ausbildung einerseits militärisch Karriere gemacht hat, andererseits in der Zunfthierarchie und den diversen Ämtern, die der Zürcher Stadtstaat zu besetzen hatte, seine Sporen abverdient hat.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Diese ebenso meritokratischen wie milizfreundlichen Prinzipien seiner Heimatstadt haben ihn letztlich für die Spitze des Zürcher Staates und wichtige Verhandlungen empfohlen. Wer nicht gerade Landvogt einer grossen und damit zeitlich fordernden Verwaltungseinheit wie der Grafschaft Kyburg gewählt wurde, sondern nur als Obervogt einer der innern Vogteien in Stadtnähe, der konnte seinem Brotberuf auch als Amtsträger problemlos nachgehen, befanden sich doch die Kanzleien dieser Obervogteien meist in der Stadt. Und selbst als Bürgermeister und damit faktisches Staatsoberhaupt war man in der Zunftstadt Zürich nie Alleinherrscher, sondern nur für jeweils ein halbes Jahr amtsführend. In der anderen Jahreshälfte konnte man sich wieder eher geschäftlichen Dingen zuwenden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Wie die Schoggi nach Zürich gekommen sein soll&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als Bürgermeister des Natalrats war Heinrich Escher in der zweiten Jahreshälfte von gegen Ende Juni bis zum Weihnachtstag frei für auswärtige Unternehmungen. So ist es durchaus möglich, dass er im Herbst 1697 im Umfeld der &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Frieden_von_Rijswijk&quot;&gt;Friedensverhandlungen von Rijswijk&lt;/a&gt; in der Nähe der niederländischen Stadt Den Haag zugegen war.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf dem Weg dorthin kam er auch in Brüssel vorbei, wo er mit sicherem Geschäftssinn den kulinarischen Genuss der Trinkschokolade erlebte. Dank Heinrich Escher, so wird u.a. vom Chocolatier Lindt &amp;amp; Sprüngli in seinem Geschäftsbericht 2006 kolportiert, hätte dieses Produkt aus der Kakaobohne den Weg nach Zürich gefunden:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;In der Schweiz wurde die Trinkschokolade 1697 durch den Zürcher Bürgermeister Heinrich Escher (1626–1710) bekannt, der dieses köstliche Getränk in Brüssel entdeckt hatte. Die Zürcher Gesellschaft erfreute sich jedoch nicht allzu lange an diesem exotischen Luxus, denn 1722 befürchteten die strengen Stadtväter, dass die «Schlemmerey» die guten Sitten verderben könnte und verboten den Ausschank von Schokolade in den Zünften und bei öffentlichen Gastmählern.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Folgt man dieser Geschichte, dann war es nach einem Vierteljahrhundert vorübergehend zumindest in der Öffentlichkeit vorbei mit den kulinarischen Genüssen, bis dann im 19. Jahrhundert andere Zeiten angebrochen sind: sowohl in Belgien, dessen Hauptstadt Brüssel ab 1830 war, wie in der Schweiz. Davon handelt ein Abschnitt in einem Artikel eines EDA-Medienverantwortlichen:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Swiss or Belgian chocolate?&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;«&lt;/span&gt;&lt;i&gt;So which do you prefer – Swiss or Belgian chocolate? This definitely comes down to personal preference.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;But one thing is certain – both countries are among the world&#39;s leading producers and exporters of chocolate. The Swiss are also the world&#39;s leading consumers of chocolate, with an average of 11.3kg per capita in 2021. Figures for that year also show that 7.1% of the chocolate consumed in Switzerland had been imported from Belgium, with 3.4% of all Swiss chocolate exports going to Belgium.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;This global reputation as master chocolatiers is backed up by the figures as well as the tradition on which it is partly based. Indeed, the story goes that chocolate actually arrived in Switzerland via... Belgium. At the end of the 17th century, only royal and aristocratic Europeans could afford cocoa, which they consumed in the form of a drink. It was in 1697, when Zurich&#39;s mayor Henri Escher paid a visit to Brussels and tasted, for the first time, the luxurious hot chocolate drink on the capital&#39;s terraces, that he decided to bring back his discovery to Switzerland. And it didn&#39;t take long for that initial recipe to turn into Switzerland&#39;s first chocolate factory – opened by a certain François-Louis Cailler in Corsier-sur-Vevey in 1819.&lt;/i&gt;&lt;span style=&quot;background-color: white;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;»&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Schon etwas verkürzt, einer Zeitspanne von fast 120 Jahren das Narrativ anzudichten, die Schokolade habe sich binnen kurzem nach der Escherschen Innovation durchgesetzt. Aber sei&#39;s drum.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEi45Z8BDeK_UPK4xpwE3lMMmTH8C8batyEYR8EoRgNacpF6uC1XDdX1RDXd5ZGoqhuxpCv7NBYnq1UICm435njlW3hStKEJ_ayq3Sn1FVkSJtQbCdK58EvnFWguRVejBDGWhn_C32n-sgiHAe19FNOlA5zyQACEzoLzQdnMGUj57GcOas3p3NqKZQ/s660/SNM-DEP-3203.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;660&quot; data-original-width=&quot;498&quot; height=&quot;320&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEi45Z8BDeK_UPK4xpwE3lMMmTH8C8batyEYR8EoRgNacpF6uC1XDdX1RDXd5ZGoqhuxpCv7NBYnq1UICm435njlW3hStKEJ_ayq3Sn1FVkSJtQbCdK58EvnFWguRVejBDGWhn_C32n-sgiHAe19FNOlA5zyQACEzoLzQdnMGUj57GcOas3p3NqKZQ/s320/SNM-DEP-3203.png&quot; width=&quot;241&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size: x-small;&quot;&gt;Bildnachweis: Schweizerisches Nationalmuseum, DEP-3203 (Quelle: &lt;a href=&quot;https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/018056/2004-11-04/&quot;&gt;HLS&lt;/a&gt;)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;Jetzt verstehen Sie wenigstens en détail, aus welchem Grund Heinrich, der hier im Jahre 1700 in Militäruniform mit Harnisch portraitiert wurde, sich von mir kurzerhand den Übernamen
«Schoggi-Escher» verleihen lassen musste.&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;N.B.: Ob dem wirklich so war, das darf auch in Zweifel gezogen werden. Laut anderen Quellen wurde Kakao durch die Spanier 1519 nach der Eroberung des Aztekenreichs nach Europa gebracht, wo er sich als medizinisches Präparat und Modegetränk, der &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Kakao_(Getr%C3%A4nk)#Geschichte&quot;&gt;Trinkschokolade&lt;/a&gt;, in der Oberschicht verbreitete. Heisse Schokolade soll beispielsweise das Lieblingsgetränk des Sonnenkönigs Ludwig XIV. (1638-1715) gewesen sein.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;b&gt;Quellen und Literatur&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot; style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;Keller-Escher, C. C.: Fünfhundert und sechzig Jahre aus der Geschichte der Familie Escher vom Glas. Bd. 2: Genealogie der Familie Escher vom Glas von Zürich. &lt;a href=&quot;https://digital.ulb.hhu.de/ihd/content/pageview/8183686?query=Weiach&quot;&gt;Stammtafel VIII, Nr. 65&lt;/a&gt;. Zürich 1885.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;background-color: white;&quot;&gt;Lassner, M.: &lt;a href=&quot;https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/018056/2004-11-04&quot;&gt;Heinrich Escher (vom Glas)&lt;/a&gt;.&amp;nbsp;In: &lt;/span&gt;&lt;i style=&quot;background-color: white; box-sizing: border-box;&quot;&gt;Historisches Lexikon der Schweiz (HLS)&lt;/i&gt;&lt;span style=&quot;background-color: white;&quot;&gt;, Version von 2000 (Artikel aus der HLS-Druckversion, bearbeitet am 04.11.2004).&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Lindt &amp;amp; Sprüngli (Hrsg.): &lt;a href=&quot;https://www.lindt-spruengli.com/media/amasty/amfile/attach/FHmTGqJOTkfzfnNUSdVWhrXOwHJEMWiJ.pdf&quot;&gt;Geschäftsbericht 2006&lt;/a&gt;, S. 23.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Eidg. Aussendepartement EDA (Hrsg.): &lt;a href=&quot;https://web.archive.org/web/20221127085101/https://www.eda.admin.ch/eda/en/fdfa/fdfa/aktuell/newsuebersicht/2022/11/schweiz-belgien.html&quot;&gt;Swiss or Belgian chocolate? A centuries old relationship from a different perspective&lt;/a&gt;. In: Newsübersicht Schweiz-Belgien, 24.11.2022.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Brandenberger, U.: Machtwechsel! Ab Weihnachten regierte der Natalrat.&amp;nbsp;&lt;span style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2022/12/machtwechsel-ab-weihnachten-regierte.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 1880&lt;/a&gt;,&lt;/span&gt;&amp;nbsp;25. Dezember 2022.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/07/dem-schoggi-escher-zum-400-geburtstag.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEh9aVUYsn-usgT2TgzJ3_lc3n82X6toVAJFmPWnYNAoEyd9KReXes9ONFpMokr16WZpQHAXozrVYcoO-Na4iIxuuYP1pVjLsHG7C50RIxLbqi93-EOqXCRBGtkAOQG-ivllYF2rwUsaxn63m22sH93PQfAFDmDhWG3bDjEKYCDlymn6MOpG4Y-CRQ/s72-w400-h329-c/Screenshot%202025-08-03%20005838.png" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-3366258545488500329</guid><pubDate>Tue, 14 Jul 2026 21:36:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-07-23T02:42:04.517+02:00</atom:updated><title>Baden in Gewässern forderte viele junge Todesopfer</title><description>&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Mehrere tödliche Badeunfälle in einer Woche erschüttern die Schweiz: Ein Bub (†5) ertrank in der Reuss, zwei Männer verschwanden in der Aare, ein 29-Jähriger starb im Genfersee.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So fasste der &lt;i&gt;Blick&lt;/i&gt; am 27. Juni unter dem Titel «&lt;a href=&quot;https://www.blick.ch/schweiz/sechs-badeunfaelle-in-wenigen-tagen-die-hitzewelle-lockt-ins-wasser-diese-fehler-koennen-toedlich-enden-id22064615.html&quot;&gt;Die Hitzewelle lockt ins Wasser – diese Fehler können tödlich enden&lt;/a&gt;» die Bilanz weniger Tage zusammen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;11-Jährige verschwanden im Rhein&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vor 125 Jahren war das nicht viel anders. In den grossen Schweizer Flüssen und Seen kamen ebenfalls minderjährige Knaben ums Leben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am Donnerstag, 18. Juli 1901 war im Winterthurer&lt;i&gt; Landboten&lt;/i&gt; zu lesen:&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Am Sonntag Abend &lt;/i&gt;[14. Juli]&lt;i&gt; ertrank in Weiach beim Baden im Rhein ein des Schwimmens unkundiger 11 Jahre alter Knabe; sein 3 Jahre älterer Bruder versuchte denselben zu retten, aber umsonst. Der Unglückliche verschwand in kurzer Zeit in den Fluthen.&lt;/i&gt;» (Der Landbote und Tagblatt der Stadt Winterthur, &lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&amp;amp;d=DLB19010718-01.2.5&quot;&gt;N°. 166, 18. Juli 1901, S. 2&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die katholisch geprägten &lt;i&gt;Zürcher Nachrichten&lt;/i&gt; (spätere NZN) erschienen damals zweimal wöchentlich und kürzten diese Meldung ein:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Sonntag abend ertrank beim Baden im Rhein ein des Schwimmens unkundiger 11-jähriger Knabe. Sein etwa 3 Jahre älterer Bruder versuchte denselben zu retten aber umsonst.&lt;/i&gt;» (Zürcher Nachrichten, 6. Jg., &lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&amp;amp;d=NZN19010720-01.2.7&quot;&gt;Nr. 58, 20. Juli 1901, S. 2&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am selben Tag publizierte der &lt;i&gt;Schweizer Bauer&lt;/i&gt; in der Rubrik «Kleine Zeitung» folgende dürre Notiz: «&lt;i&gt;Bei Laufenburg ist ein 11jähriger Knabe ertrunken.&lt;/i&gt;» (Schweizer Bauer, Bd. 55, Nr. 58, 20. Juli 1901, S. 3) – ein seltsamer Zufall: Vater Rhein verschlang bevorzugt elfjährige Buben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Eine wahre Häufung von ertrunkenen Kindern&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bereits die nächste Ausgabe des Schweizer Bauer lieferte allein aus dem Kanton Zürich eine ganze Litanei von Horrormeldungen in landwirtschaftliche Stuben, darunter auch die zum Weiacher Unglück:&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;WeiachBlog_C_Text&quot;&gt;«&lt;i&gt;Im Rhein bei Weiach ist letzten Sonntag&lt;/i&gt;&amp;nbsp;&lt;i&gt;beim Baden ein 11jähriger Knabe ertrunken.&lt;/i&gt;» (Schweizer Bauer, Bd.&amp;nbsp;55, &lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&amp;amp;d=SBR19010724-01.2.6.1.3.2&quot;&gt;Nr. 59, 24. Juli 1901, S. 2&lt;/a&gt;.)&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhGB-OGoOzt-mXT1ok_8Rq5BmfbyN-BAEThtzZsk3noWJLcNba2dXsqSOHz4fqNx6Unmt23ggHVL7PwzRresK99hQgQ54ORaTcdMjkxRVXpG7rxGXPgR3bG8nRbi7cMH3J0e0uv3yUef7JXlWeJL3f3pdlnjqvx1yvO7Prapy8Rf1rPJv4Eh5BoqA/s566/Screenshot%202026-07-21%20233230.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;445&quot; data-original-width=&quot;566&quot; height=&quot;252&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhGB-OGoOzt-mXT1ok_8Rq5BmfbyN-BAEThtzZsk3noWJLcNba2dXsqSOHz4fqNx6Unmt23ggHVL7PwzRresK99hQgQ54ORaTcdMjkxRVXpG7rxGXPgR3bG8nRbi7cMH3J0e0uv3yUef7JXlWeJL3f3pdlnjqvx1yvO7Prapy8Rf1rPJv4Eh5BoqA/s320/Screenshot%202026-07-21%20233230.png&quot; width=&quot;320&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Baden im Greifensee und Zürichsee war also ebenso gefährlich. – Auf derselben Zeitungsseite wurde aus Luzern vermeldet, der 5-jährige Sohn eines Deutschen sei in der Reuss «&lt;i&gt;ertrunken und fortgeschwemmt worden&lt;/i&gt;».&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;Flückigers Flüchtigkeitsfehler&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;p class=&quot;WeiachBlog_C_Text&quot;&gt;Allzu aufmerksam war der in Oberburg bei Burgdorf ansässige&amp;nbsp;&lt;i&gt;Schweizer Bauer-&lt;/i&gt;Redaktor Flückiger nicht: den «&lt;i&gt;letzten&lt;/i&gt;» hätte er auf den «&lt;i&gt;vorletzten Sonntag&lt;/i&gt;» korrigieren müssen. Läge einem nur seine Zeitung vor, dann würde man den Weiacher Fall irrtümlicherweise auf den 21. Juli setzen.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;WeiachBlog_C_Text&quot;&gt;Mit diesen Datierungsproblemen ist er aber nicht allein (vgl. &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/05/nachlassiger-redaktor-im-berner-seeland.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 2335&lt;/a&gt;). Allein schon deshalb muss man sich bei solchen Meldungen wo möglich immer auch in Zeitungen informieren, deren Redaktion in möglichst nahe dem Unglücksort liegenden Orten tätig war. Retrodigitalisierung sei Dank geht das heutzutage viel einfacher als früher.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;WeiachBlog_C_Text&quot;&gt;Aus gegebenem Anlass hier noch ein Exkurs in die Schweizer Pressegeschichte:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;i&gt;Der Schweizer Bauer. Bernische Blätter für Landwirthschaft.&lt;/i&gt;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Zeitung &lt;i&gt;Schweizer Bauer&lt;/i&gt; &lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=cl&amp;amp;cl=CL1&amp;amp;sp=SBR&amp;amp;e=-------de-20--1--img-txIN--------0-----&quot;&gt;erschien erstmals im Juni 1846&lt;/a&gt; als &lt;i&gt;Wochenblatt für Landwirthschaft und Gartenbau&lt;/i&gt;. Sie entwickelte sich zu einem Publikationsorgan verschiedener Vereinigungen. 1901 beispielsweise galt sie als:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Organ der Oekonomischen und gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Bern, des Verbandes landwirtschaftl. Genossenschaften des Kantons Bern und benachbarter Kantone, des bernischen Käsereiverbandes, des landwirthschaftlichen Vereins Murten, der ökonomischen Gesellschaft des Sensebezirks und der bernischen Simmenthaler-Vieh züchtenden Genossenschaften.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Diese Publikation war sozusagen die Berner Antwort auf die in Zürich publizierte &lt;i&gt;Schweizerische Zeitschrift für Landwirthschaft. Organ des Vereines für Landwirthschaft und Gartenbau im Kanton Zürich, &lt;/i&gt;der wir konkrete Angaben zu den Aktivitäten des Weiacher Gemeindsvereins verdanken (vgl. Wiachiana Fontes Bd. 3; &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.ch/wp-content/uploads/2024/07/Fontes-Bd.3_KTD-TeilC_Ortsbeschreibung-Weiach-1850-Aufl2-202407.pdf&quot;&gt;PDF, 8.90 MB&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/07/baden-in-gewassern-forderte-viele-junge.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhGB-OGoOzt-mXT1ok_8Rq5BmfbyN-BAEThtzZsk3noWJLcNba2dXsqSOHz4fqNx6Unmt23ggHVL7PwzRresK99hQgQ54ORaTcdMjkxRVXpG7rxGXPgR3bG8nRbi7cMH3J0e0uv3yUef7JXlWeJL3f3pdlnjqvx1yvO7Prapy8Rf1rPJv4Eh5BoqA/s72-c/Screenshot%202026-07-21%20233230.png" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-6189416268123862651</guid><pubDate>Sat, 13 Jun 2026 21:59:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-06-14T13:48:21.937+02:00</atom:updated><title>Mühle beim Rhihof weg, halbe Rheinbrücke bei Kaiserstuhl weg!</title><description>&lt;p class=&quot;tm6&quot;&gt;Wenn der Rhein Hochwasser führt, dann kann es an seinen Ufern gefährlich werden. Allzu viel Schmelzwasser und/oder sintflutartige Niederschläge im Einzugsgebiet seiner Zuflüsse erhöhen sowohl den Pegel wie die Fliessgeschwindigkeit.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm6&quot;&gt;Vor den 1920er-Jahren, als es den Rheinstausee östlich des Kraftwerks Eglisau noch nicht gab, war es auch nicht möglich, den Abfluss vorsorglich zu regulieren. Dank meteorologischer Voraussagen und vernetzter Wassermanagement-Fachstellen ist heutzutage eine wesentlich bessere Planbarkeit gegeben.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm6&quot;&gt;&lt;b&gt;Breaking news aus dem Wasserkatastrophenjahr 1876&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm6&quot;&gt;Nicht so im Juni vor 150 Jahren. Damals führten – quer über die Schweiz verteilt – regional auftretende sintflutartige Regenfälle über Wochen hinweg zu massiven Überschwemmungen und enormen Schäden. Begonnen hatten die Probleme bereits im Frühjahr: in Weiach anfangs März 1876 bspw. mit einem grossflächigen Erdrutsch unter dem «Stein» (vgl.&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2016/01/ueberschwemmungen-1876-folgen-in-weiach.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 2326&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm6&quot;&gt;Am heutigen Datum vor anderthalb Jahrhunderten, dem Dienstag, 13. Juni 1876, meldete die &lt;i&gt;Neue Zürcher Zeitung&lt;/i&gt; im Zweiten Blatt (d.h. der Abendausgabe) unter der Rubrik &lt;i&gt;Neuestes&lt;/i&gt;:&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm6&quot;&gt;«&lt;i&gt;- In Glattfelden ist heute (13.) Vormittag, etwas vor 10 Uhr, die Staatsbrücke zusammengestürzt und somit die Verbindung mit Weyach abgeschnitten. Die Glatt ist immer noch im Steigen.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;- Soeben kommt die telegraphische Nachricht, daß das Mühlegebäude im Grießgraben bei Weyach vom Rhein weggespühlt worden; ebenso die Hälfte der Rheinbrücke bei Kaiserstuhl; die andere Hälfte ist ebenfalls sehr bedroht.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Glattbrücke auf Befehl abgefackelt&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Mit der Staatsbrücke ist die Querung der Glatt durch die Hauptstrasse Nr. 7 gemeint. Wer diese wohl nicht ganz faktengetreue Mitteilung nach Zürich übermittelt hat, ist unklar. In der &lt;i&gt;Bülach-Dielsdorfer Wochen-Zeitung&lt;/i&gt; vom Samstag, 17. Juni 1876 findet sich zur Situation in unserer östlichen Nachbargemeinde nämlich folgende dramatische Schilderung:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;«&lt;i&gt;Glattfelden 16. Juni. Letzten Montag &lt;/i&gt;[12. Juni]&lt;i&gt; begann die Glatt auch hier ihr verheerend Spiel in einem Maße wie nirgends. Am Dienstag &lt;/i&gt;[13. Juni]&lt;i&gt; mußte die gedeckte Staatsbrücke um dem Wasser Abzug zu verschaffen, auf Befehl des Kreisingenieurs Hohl mit Petroleum angezündet und verbrannt werden. Alle Brücken und Wuhrungen sind zerstört. Ihr altes Bett verlassend hat die Glatt gegenwärtig wohl die dreifache frühere Breite, nichts überflutend sondern alles vor sich herreißend. Der ganze schöne Kanal von der Spinnerei bis zur Säge ist verschwunden. Die schönsten und besten Wiesen auf der rechten Seite des Flusses in der ganzen Länge fortgeschwemmt....&lt;/i&gt;»&amp;nbsp; (Zit. n. Leemann 1958, Fn-5b)&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;Kaiserstuhler Augenzeugen telegraphierten nach Zürich&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Die zweite Meldung über den Verlust der Mühle beim Rheinhof und die Beschädigung der Rheinbrücke zwischen Schloss Rötteln und dem Städtchen kann nur von Kaiserstuhl aus abgeschickt worden sein.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Erstens sah man dort die Trümmer der Rheinmühle vorbeischwimmen. Trümmerteile und Baumstämme waren wohl auch die Ursache für die massiven Schäden an der erst 1823 von Baumeister Blasius Balteschwiler errichteten Holzbrücke. Diese war übrigens der Ersatz für die 1817 ebenfalls von einem Rheinhochwasser weggerissene Vorgängerin. Zwischen 1885 und 1891 folgte dann der Neubau der Stahlträgerbrücke mit zwei markanten Bogen, die bis 1985 den Strom überquerte (vgl. &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinbr%C3%BCcke_Kaiserstuhl%E2%80%93Hohentengen&quot;&gt;Wikipedia&lt;/a&gt;).&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Zweitens wird im &lt;i&gt;Eidgenössischen Staatskalender&lt;/i&gt; 1870/71 für Kaiserstuhl ein Florian Mayenfisch als Telegraphist genannt. Im Gegensatz zum Glattfelder Stelleninhaber war er nicht Postbeamter. Diese beiden waren es wohl auch, die diese NZZ-Nachrichten nach Zürich übermittelt haben.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;So schlimm wie 1789! Sachstandsberichte vom Montagabend, 12. Juni 1876&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Albert Leemann hat in seiner Dissertation (S. 118, Fn-5a) auch weitere Auszüge aus der &lt;i&gt;Bülach-Dielsdorfer Wochen-Zeitung&lt;/i&gt; vom Mittwoch, 14. Juni 1876 abgedruckt. Sie zeigen deutlich Ursachen und Wirkungen der Katastrophe auf:&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;p class=&quot;tm6&quot;&gt;«&lt;i&gt;Wassernoth. Montag Abend. Am letzten Samstag bedeckte sich der Himmel mehr und mehr. Nach einigen vorhergehenden Regenschauern eröffnete Abends ein mit dem Nordwind dahintreibendes Gewitter einen nun 2 Tage andauernden durch neue Gewitter gestärkten Regen. Die Gewitter nehmen ihre Richtung mehr den Vorbergen der Alpen entlang, als über unser Hügelland. Unsere Flüsse, auch die größeren Bäche sind angeschwollen. Die Glatt ist etwas höher als letzten Winter und wird wegen ihrer beiden Seen erst morgen anschwellen. Gleichwohl hat sie viel, sehr viel Mattland unter, in Niederglatt Häuser, ins Wasser gesetzt. Der Rhein ist stark angeschwollen, einen Fuß höher als 1817, wenig minder als die größte bekannte Größe von 1789. Der über 20 Fuß lange Pegel unten an der Brücke in Eglisau ist zu kurz. Das Wasser erreichte um 7 Uhr abends die tieferen Enden der Brückenverschalung bis auf wenige Zoll. Im Laufe des Tages stieg das Wasser stündlich 4 Fuß. Die Brücke bei Kaiserstuhl ist fortgerissen. 2 der Pappeln oberhalb dem Zollhaus sind wegen Unterspühlung gefallen.&lt;/i&gt;» (Zit. n. Leemann 1958, Fn-5a)&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm6&quot;&gt;Diese Unterspülung könnte ein Hinweis auf die Ursache für den Verlust der Brücke sein. Nämlich dann, wenn das Widerlager auf der deutschen Seite dadurch beschädigt wurde.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm6&quot;&gt;«&lt;i&gt;Eglisau 12. Juni 7 Uhr 25 abends. Der Rhein ist größer als 1817. Oberriedt, die Ufergelände und das Salzhaus sind eine Treppe hoch unter Wasser. Untere Brückenkante nur 2—3 Fuß über Niveau. Differenz von 10—15 Fuß über gewöhnlichem Wasserstand. Fallen nicht bemerkbar. 13. Juni vormittags 9 Uhr: Der Rhein ist über Nacht bis jetzt mindestens 2 Fuß gefallen. Es kommt weniger Schwemmholz. Rheingröße jetzt noch gleich 1789. Es ist dies die höchsterlebte ....&lt;/i&gt;» (Zit. n. Leemann 1958, Fn-5a)&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm6&quot;&gt;Es ist also ein ziemliches Wunder, dass die ebenfalls aus Holz konstruierte, gedeckte Brücke von Eglisau dieses Hochwasser überstanden hat – im Gegensatz zu ihrer Schwester bei Kaiserstuhl.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm6&quot;&gt;&lt;b&gt;Quelle und Literatur&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;Neue Zürcher Zeitung, &lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&amp;amp;d=NZZ18760613-02.2.8&quot;&gt;13. Juni 1876, Zweites Blatt, Nummer 295, S. 3&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Leemann, A.: Revision der Würmterrassen im Rheintal zwischen Diessenhofen und Koblenz. In: Geographica Helvetica, XIII (1958) – S. 118, Fussnoten 5a und 5b.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Brandenberger, U.: Erdschlipf im Soli zerstört neues Heimwesen. &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2016/01/ueberschwemmungen-1876-folgen-in-weiach.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 2326&lt;/a&gt;, 4. März 2026.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Wikipedia-Artikel &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinbr%C3%BCcke_Kaiserstuhl%E2%80%93Hohentengen&quot;&gt;Rheinbrücke Kaiserstuhl–Hohentengen&lt;/a&gt;, Version vom 16. September 2024.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/06/muhle-beim-rhihof-weg-halbe-rheinbrucke.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-4467331282927421075</guid><pubDate>Thu, 11 Jun 2026 04:00:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-06-11T22:32:00.744+02:00</atom:updated><title>Plakätchen-Aktion für Nachhaltigkeitsinitiative quer durch&#39;s Dorf</title><description>&lt;p&gt;Ein Weiacher aus der jungen Generation hat in den letzten Tagen private Initiative entwickelt. Wie man hört, habe der Lokalpatriot werbetechnisch mobilgemacht. Und offenbar nicht weniger als vierzig Botschaften im Stil der abgebildeten quer durch&#39;s Dorf im Kleinformat plakatiert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der junge Mann hat sich nicht nur das Weycher Wappen tätowieren lassen (vgl. &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2024/01/weycher-wappen-auf-der-haut-eine-frage.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 2028&lt;/a&gt;), sondern ruft jetzt aktiv zum Urnengang am nächsten Sonntag auf:&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiAytcMXeu6UXawIeFpOxon67azQz8Y0FUv3ShvLzlOzX_vLZYYfZUmZaelwVG_7paa5zTzcN_vSC33PyVRe0cSxz-KWr-7lIG5XIWFL-lURPrqgaujnyk4brcpk787oGxTeqBYdbbt8V-vV9Q1hHJrN08Ev2MwSEXgbIbaumt68eVSn5CL8ITD_Q/s1290/WhatsApp%20Image%202026-06-10%20at%2017.50.27.jpeg&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;867&quot; data-original-width=&quot;1290&quot; height=&quot;430&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiAytcMXeu6UXawIeFpOxon67azQz8Y0FUv3ShvLzlOzX_vLZYYfZUmZaelwVG_7paa5zTzcN_vSC33PyVRe0cSxz-KWr-7lIG5XIWFL-lURPrqgaujnyk4brcpk787oGxTeqBYdbbt8V-vV9Q1hHJrN08Ev2MwSEXgbIbaumt68eVSn5CL8ITD_Q/w640-h430/WhatsApp%20Image%202026-06-10%20at%2017.50.27.jpeg&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Sowohl das Tool zur Erstellung wie auch das ikonographische Motiv linkerhand stammen aus dem Land der unbegrenzten KI-Möglichkeiten, den Vereinigten Staaten von Amerika. Dem Land der Redefreiheit und des privaten Waffentragens.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;&lt;b&gt;War Wilhelm Tell Linkshänder?&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Auch Bild und Botschaft sind eindeutig vom «Land of the free» inspiriert. Der artifiziell aus Bits und Bytes erzeugte Wilhelm Tell tritt dem Betrachter in der Pose des Uncle Sam entgegen, des personifizierten Staates, wie er 1917 auf Plakaten zum Dienst für das amerikanische Vaterland aufrief. Unterschiede gibt&#39;s natürlich auch: Tell scheint Linkshänder gewesen zu sein.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjCig423uzuOQaW7_SEsom9uJCVucychqqxvtyghG8DMssfGMTW8V7scRXZnpAggXkvmJpdmJcCyppdCaxGIxI4yr-7wC4FWkgqid-Xp4e8kOphL5DtNBwPNbxFTCIaXvHszxEZsOxF3E7aS5XI2XvfUG9G-smM3QXEmCzgYbmCwDqW5VoBmqcnfQ/s450/Screenshot%202026-06-11%20001344.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;450&quot; data-original-width=&quot;319&quot; height=&quot;320&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjCig423uzuOQaW7_SEsom9uJCVucychqqxvtyghG8DMssfGMTW8V7scRXZnpAggXkvmJpdmJcCyppdCaxGIxI4yr-7wC4FWkgqid-Xp4e8kOphL5DtNBwPNbxFTCIaXvHszxEZsOxF3E7aS5XI2XvfUG9G-smM3QXEmCzgYbmCwDqW5VoBmqcnfQ/s320/Screenshot%202026-06-11%20001344.png&quot; width=&quot;227&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;&lt;b&gt;Grenzen des Wachstums sind der Grund für unser Gemeindebürgerrecht&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Einem Zürcher – und zumal einem Weiacher heutiger Tage – muss man eigentlich keine Vorträge darüber halten, welche Folgen überbordendes Wachstum haben kann. Die meisten erleben es tagtäglich in ihrem eigenen Umfeld. Ob in der Schule, auf der Strasse oder am Arbeitsplatz – sofern man denn noch einen hat.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Erinnert sei nur daran, wie auch die Wurzeln unseres Gemeindebürgerrechts in der Erkenntnis liegen, dass die natürlichen Lebensgrundlagen und die daraus erwirtschafteten Ressourcen der Gemeinde eben nicht unendlich belastet werden können.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;In Weiach war das unter anderem der sog. Bürgernutzen aus dem Gemeindewald, der einen Zuzug höchst attraktiv machte. Im 16. Jahrhundert wurde der Wald in der Folge derart heftig übernutzt, dass «&lt;i&gt;schier nüt dann Gstrüpp&lt;/i&gt;» vorhanden sei, wie eine Delegation von Ratsherren aus Zürich 1566 entsetzt feststellte. Also nur noch Brennholz, aber kein Bauholz mehr.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Die für unser Dorf zuständigen Obrigkeiten haben sich daher 1567 auf die sog. Holzordnung geeinigt, die die Nutzung massiv deckelte. Auch danach gab es unter den Einwohnern und mit Nachbargemeinden immer wieder heftigen Streit um die Nutzung von Allmendland und Wald. 1596 wurde daher die erste Gemeindeordnung dekretiert und die Holzordnung ihr integraler Bestandteil. Und 1598 erhielt die Gemeinde Weiach auf eigenes Verlangen überdies einen neuen Einzugsbrief, also das Recht auf eine höhere Lenkungsabgabe.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;&lt;b&gt;Neuzuzüger-Gebühren massiv erhöht&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Statt 10 Gulden wie bisher mussten Zuzüger aus Nachbargemeinden im &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2005/12/notariat-niederglatt-letztes-relikt.html&quot;&gt;Neuamt&lt;/a&gt; nun fortan 15 Gulden in die Gemeindekasse einzahlen. Andere Zürcher 20 Gulden. Wer von ausserhalb des Zürcher Herrschaftsgebiets kam, aber doch Eidgenosse war, hatte das Vierfache eines Neuämtlers hinzublättern: 30 Gulden der Gemeinde und 30 Gulden dem Neuamtsobervogt als Vertreter des Zürcher Staates. Für eigentliche Ausländer war der Tarif nach oben offen und lag im Ermessen der Gemeinde (für die Details, vgl.&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2019/12/gestaffelte-tarife-fur-die-neuzuzuger.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 1453&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Das heisst: Sofern er denn überhaupt aufgenommen wurde. Denn da gab es in diesem Einzugsbrief den Artikel 5, mit folgendem Wortlaut für Angehörige anderer Kantone und Ausländer:&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;«&lt;i&gt;Wellich personen ouch sy, die usserthalb unnseren herrligkeiten (es syge jnn ald ußerthalb einer Eydtgnoschafft) erboren, vorgemelter wyß annemmen wurden, söllent sy&amp;nbsp;&lt;/i&gt;[also die Weiacher]&lt;i&gt; &lt;/i&gt;&lt;i&gt;denselben zuo jnen zezüchen nit bewilligen, sy&amp;nbsp;&lt;/i&gt;[die Auswärtigen]&lt;i&gt; &lt;/i&gt;&lt;i&gt;erzeigind und leggind dann vor allen dingen dar jre manrecht und abscheid, ouch brief und sigel deß jnhalts, das sy fromm, redlich, ehrlich lüth, &lt;/i&gt;[...]&lt;i&gt; deßglychen dz an dem ort, dadannen einer bürtig&lt;/i&gt; [Heimatort]&lt;i&gt;, der bruch und dz recht sye, wenn er mitt tod abgienge, kinder und aber nit guot verließe, das dieselben daruß erzogen und erhalten werden möchten, dz syne gfründten die kind zuo jren handen zenëmmen und ohne anderer lüthen beschwerd zuo erzüchen pflichtig syen.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Wer also nicht mit Brief und Siegel seiner Heimat nachweisen konnte, dass er ehrlich und redlich sei, und nach seinem Ableben für den Unterhalt seiner Nachkommen umfassend gesorgt sei, der hatte schon einmal keine Chance in den Kreis der Weiacher aufgenommen zu werden.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;&lt;b&gt;Abstimmungsunterlagen rechtzeitig in den Gemeindebriefkasten!&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Ob Sie nun finden, dass die Massnahmen unserer Vorfahren von 1598 übertrieben oder völlig gerechtfertigt gewesen seien, Sie sehen: Der Titel «Nachhaltigkeitsinitiative» ist nicht aus der Luft gegriffen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Wer seine Briefunterlagen noch nicht postalisch abgeschickt hat, der werfe seine Stimmzettel im amtlichen Couvert in den Gemeindebriefkasten. Oder noch besser: Der gehe am Sonntag ganz traditionell an die Urne!&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;&lt;b&gt;Literatur&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;background-color: white;&quot;&gt;Weibel, Th.: Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, I. Abteilung: Die Rechtsquellen des Kantons Zürich. Neue Folge. Zweiter Teil. Rechte der Landschaft. Erster Band. Das Neuamt. Aarau 1996 – &lt;/span&gt;&lt;a href=&quot;https://www.ssrq-sds-fds.ch/online/ZH_NF_II_1/index.html#p_416&quot;&gt;Nr. 186. Einzugsbrief,&lt;span style=&quot;background-color: white;&quot;&gt;&amp;nbsp;Artikel 5, S. 416&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span&gt;Brandenberger, U.: Notariat Niederglatt – letztes Relikt des Neuamts. &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2005/12/notariat-niederglatt-letztes-relikt.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 34&lt;/a&gt;, 6. Dezember 2005.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;Brandenberger, U.:&amp;nbsp;&lt;/span&gt;Gestaffelte Tarife für die Neuzuzüger-Abgabe.&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2019/12/gestaffelte-tarife-fur-die-neuzuzuger.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 1453&lt;/a&gt;,&amp;nbsp;27. Dezember 2019.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Brandenberger, U.: Weycher Wappen auf der Haut. Eine Frage der Blasonierung.&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2024/01/weycher-wappen-auf-der-haut-eine-frage.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 2028&lt;/a&gt;, 16. Januar 2024.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/06/plakatchen-aktion-fur.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiAytcMXeu6UXawIeFpOxon67azQz8Y0FUv3ShvLzlOzX_vLZYYfZUmZaelwVG_7paa5zTzcN_vSC33PyVRe0cSxz-KWr-7lIG5XIWFL-lURPrqgaujnyk4brcpk787oGxTeqBYdbbt8V-vV9Q1hHJrN08Ev2MwSEXgbIbaumt68eVSn5CL8ITD_Q/s72-w640-h430-c/WhatsApp%20Image%202026-06-10%20at%2017.50.27.jpeg" height="72" width="72"/><thr:total>1</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-7514455737099031093</guid><pubDate>Wed, 10 Jun 2026 03:20:38 +0000</pubDate><atom:updated>2026-06-10T15:34:10.441+02:00</atom:updated><title>Auf dem letzten Zacken. Die Kreditabrechnung der 750-Jahr-Feier</title><description>&lt;p&gt;An der Gemeindeversammlung vom 11. Juni, der sog. Rechnungsgemeinde, hat Präsident Stefan Arnold den letzten grossen Auftritt seiner zwölf Amtsjahre. Gleichzeitig dürfte das auch der letzte Anlass sein, bei dem er sich mit einem anderen Präsidenten – demjenigen der Rechnungsprüfungskommission (RPK) – in den Ring begeben und dort öffentlich die Klingen kreuzen muss. Denn ab 1. Juli konstituiert sich der neue Gemeinderat. Und eine personell rundum erneuerte RPK.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Geschäft Nr. 4, die Kreditabrechnung der 750-Jahr-Feier, dürfte am meisten zu reden geben. Man kann dies schon allein an der Länge des dazugehörenden RPK-Abschieds abschätzen. Aber auch an den beiden weiteren Kreditabrechnungen und der Jahresrechnung 2025 der Politischen Gemeinde. Die vermochten nämlich der – in den letzten vier Jahren überaus streitbaren – RPK keine ins Gewicht fallenden Bemerkungen zu entlocken.&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEi0BvrjidflopdhzyM-lvwTi6Gilq-U_sWaC21jhFvoR_kd9hgs22pKdFs04gqVF3HalkeHi280zy_ozAfRtUrAHpKRMAiVwTKwMmgHHx8qEo0BtV2AiYly-ii6qLOQKvxaY7EgydeRNlIQ8XaKMQoNqxZZw0sUOlcu34mBkQwJoLOfwZcLsGhPIg/s1500/750JahreWeiach-TwitterHeader1500x500.jfif&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;500&quot; data-original-width=&quot;1500&quot; height=&quot;213&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEi0BvrjidflopdhzyM-lvwTi6Gilq-U_sWaC21jhFvoR_kd9hgs22pKdFs04gqVF3HalkeHi280zy_ozAfRtUrAHpKRMAiVwTKwMmgHHx8qEo0BtV2AiYly-ii6qLOQKvxaY7EgydeRNlIQ8XaKMQoNqxZZw0sUOlcu34mBkQwJoLOfwZcLsGhPIg/w640-h213/750JahreWeiach-TwitterHeader1500x500.jfif&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;b&gt;Kryptische Nachricht for insiders only&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Der Gemeinderat hat die Kreditabrechnung zur 750-Jahr-Feier vom 9. bis 11. September 2022 zuhanden der Gemeindeversammlung vom 11. Juni 2026 verabschiedet. Die Veranstaltung schliesst bei Gesamtaufwendungen von rund CHF 456&#39;700 und Einnahmen von rund CHF 366&#39;300 mit einem Defizit ab. Der Gemeindebeitrag beträgt insgesamt CHF 240&#39;339.14. Nach Rückfluss von Mitteln aus der Auflösung der IG reduziert sich die effektive Nettobelastung der Gemeinde auf CHF 223&#39;737.43. Der bewilligte Verpflichtungskredit wurde insgesamt eingehalten.&lt;/i&gt;»&amp;nbsp; (&lt;a href=&quot;https://www.weiach.ch/public/upload/assets/3328/2026-05-Mitteilungsblatt-Weiach.pdf?fp=2&quot;&gt;MGW Mai 2026, S. 6&lt;/a&gt;; PDF, 6.5 MB)&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm8&quot;&gt;Aussenstehende, die diesen Abschnitt &lt;i&gt;750-Jahr-Feier Weiach: Kreditabrechnung&lt;/i&gt; in der Mai-Ausgabe des Mitteilungsblattes gelesen haben, dürften sich etwas ratlos am Kopf gekratzt haben: Wie ging das und was haben die da eigentlich gerechnet? Verstehen Sie das?&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm8&quot;&gt;Nun, da blieb nichts anderes übrig, als bis 20 Tage vor dem Versammlungstermin zu warten. Das ist nämlich der gesetzlich festgelegte späteste Zeitpunkt, an dem Gemeindeschreiber Diethelm den Beleuchtenden Bericht auf der offiziellen Website aufzuschalten hat.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm8&quot;&gt;&lt;b&gt;Gemeindebeitrag reichte nicht. Aus dem Ruder gelaufenes Defizit&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm8&quot;&gt;Man hätte natürlich auch in alten Mitteilungsblättern suchen können. Aber der Beleuchtende Bericht fasst die Abfolge der Ereignisse zum besseren Verständnis bequemer zusammen (&lt;a href=&quot;https://www.weiach.ch/public/upload/assets/3370/2026-06-11%20Beleuchtender%20Bericht.pdf?fp=1779377888356&quot;&gt;Geschäft Nr. 4 auf S. 9-12&lt;/a&gt;):&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhAEAQ6iPlKomAEcaB2suApaF1UAzovslBjbcCkRF6dnND9qv30RTrhCPzlbxwyNQ5YUSjH0vmTWRn9JFElzDL27OU1x8srhVz-Ti0vCIPENPa2Nu7tYAjcOkfMDe5y2uEZEUHglzVy_IoBnJrvQuhWNlGVM3PKB9p4Uz9fcsldp9TYmsFl7d5Kug/s735/Screenshot%202026-06-10%20014546.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;418&quot; data-original-width=&quot;735&quot; height=&quot;365&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhAEAQ6iPlKomAEcaB2suApaF1UAzovslBjbcCkRF6dnND9qv30RTrhCPzlbxwyNQ5YUSjH0vmTWRn9JFElzDL27OU1x8srhVz-Ti0vCIPENPa2Nu7tYAjcOkfMDe5y2uEZEUHglzVy_IoBnJrvQuhWNlGVM3PKB9p4Uz9fcsldp9TYmsFl7d5Kug/w640-h365/Screenshot%202026-06-10%20014546.png&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Kein Wort davon, dass das Defizit nur auf den Timbersports-Teil ennet der Hauptstrasse, nicht aber auf das zeitgeistig-politisch-korrekte Musical «Die Tigerin von Weiach» im Oberdorf zurückzuführen ist.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Der Gemeinderat musste anderthalb Monate nach dem Fest in Eigenkompetenz noch 80&#39;000 Franken (2 Steuerprozentpunkte) nachschiessen, als man die Ausmasse des Loches post factum abschätzen konnte.&amp;nbsp;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;Verluste auf nächste Jahre schieben. Finanzjongleure in Aktion&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Damit hat der Gemeinderat das Maximum seiner eigenständigen Finanzkompetenz zu «&lt;i&gt;im Budget nicht enthaltenen neuen einmaligen Ausgaben bis Fr. 80‘000 für einen bestimmten Zweck&lt;/i&gt;» nach Art. 26 Abs. 1 Ziff. 1 der Gemeindeordnung (GO 2022) bis ans Limit ausgeschöpft. Und Glück gehabt, dass dieser Rahmen gerade so häb chläb ausgereicht hat, wenn man grosszügig durch die Finger schaut und noch etwas die Erfolgsrechnung eines späteren Jahres anzapft.&lt;div&gt;&lt;p&gt;Was in dieser Abrechnung auch nicht so ganz transparent ist: Die 2019 bewilligten 150&#39;000 Franken sind also Teil der Einnahmen der «IG 750 Jahre Weiach»? Und der Nachtragskredit samt zusätzlichen Aufwendungen zu Lasten der Erfolgsrechnung (2025?) deckt das Defizit ab?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Manöverkritik des OK: «Insgesamt» positiv. Mit Eintrübungen&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die «Weisung» zum Geschäft Nr. 4 versucht jedenfalls das Gesamtbild zu retten:&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Die 750-Jahr-Feier der Gemeinde Weiach fand vom 9. bis 11. September 2022 statt. Das Organisationskomitee (OK) zieht insgesamt ein positives Fazit. Insbesondere das Musical fand grossen Anklang in der Bevölkerung. Auch von den Sponsoren sowie den Veranstaltern der STIHL Timbersports gingen sehr gute Rückmeldungen ein.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zwischen den Zeilen kann man herauslesen, dass Timbersport für viele Weiacherinnen und Weiacher nicht ein Bestandteil ihrer Vorstellungen von einem gelungenen Dorffest war und ist. Gerade die schon seit Jahrzehnten mit der Gemeinde verbundenen älteren Semester erinnern sich eben noch an die – in ausgeräumten Ökonomieteilen und auf den Strassen des Oberdorfs gefeierten – legendären Feste, bspw. die von 1987 oder 2012.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;WeiachBlog_D_Zwischentitel&quot;&gt;&lt;strong&gt;Wie das OK die Abweichungen begründet&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;Dann allerdings folgt der Klartext doch noch:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;&lt;i&gt;Das Budget konnte weder auf der Aufwand- noch auf der Ertragsseite eingehalten werden. Die Hauptgründe sind:&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;• Geringere Besucherzahlen infolge schlechten Wetters (insbesondere am Freitag)&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;• Parallel stattfindende regionale Veranstaltungen&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;• Ungenügende Budgeteinhaltung&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;• Fehlende operative Anpassungen während des Anlasses&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;• Unbewährtes Gutscheinsystem&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;• Erträge überwiegend aus Getränkeverkauf&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;&lt;i&gt;Wesentliche Kostenabweichungen ergaben sich insbesondere bei:&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;• Vereinshelfern&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;• Stromversorgung&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;RPK: Unrealistisch dimensioniert, intransparent budgetiert, unwirksames Kostencontrolling!&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Die Rechnungsprüfungskommission der Gemeinde Weiach zerpflückt oben Zitiertes (aus dem&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://www.weiach.ch/public/upload/assets/3378/04%20Abrechnung%20750-Jahr-Feier.pdf?fp=1779380016299&quot;&gt;GRB 55/2026&lt;/a&gt;)&amp;nbsp;in ihrem anderthalbseitigen (!) Kommentar [Zwischentitel: WeiachBlog]:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«[...]&amp;nbsp;&lt;i&gt;Die im Gemeinderatsbeschluss aufgeführten Gründe für die Abweichungen, insbesondere schlechtes Wetter, geringere Besucherzahlen, parallel stattfindende Veranstaltungen, Budgetdisziplin, operative Anpassungen, Gutscheinsystem sowie tiefere Gastro- und Getrankeertrage, sind als allgemeine Erklärung nachvollziehbar. Kritisch zu hinterfragen ist jedoch, weshalb anschliessend ausgerechnet die Vereinshelfer und die Stromversorgung als wesentliche Kostenabweichungen hervorgehoben werden.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Gerade bei den Vereinshelfern erscheint diese Gewichtung unverhältnismässig. Die Entschädigung von rund CHF 15.00 pro Stunde stellte im Gesamtkontext des Anlasses keine zentrale Kostengrösse dar, war für die beteiligten Dorfvereine jedoch eine wichtige und berechtigte Einnahmequelle. Wenn Vereine für einen Gemeindeanlass Personal zusagen und bereitstellen, ist es nur bedingt sachgerecht, diese kurzfristig nach Hause zu schicken, weil sich Besucherzahlen oder Wetter anders entwickeln als erhofft.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Vereine und ihre Mitglieder sollen nicht für Planungsfehler gradestehen&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Die Verantwortung für die Dimensionierung des Gesamtanlasses, die Kostenstruktur und die finanziellen Risiken lag bei der Gesamtplanung und den dafür zuständigen Entscheidungsträgern. Die RPK hält deshalb fest, dass die finanzielle Hauptlehre aus der 750-Jahr-Feier nicht darin bestehen kann, künftig Vereinshelfer früher nach Hause zu schicken. &lt;u&gt;Die Hauptlehre liegt vielmehr darin, dass Gemeindeanlässe realistisch dimensioniert, transparent budgetiert und mit wirksamem Kostencontrolling geführt werden müssen.&lt;/u&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;[Hervorhebung: WeiachBlog] &lt;i&gt;Die Vereinshelfer mögen zahlreich gewesen sein; sie waren aber kaum der Grund, weshalb aus einer Jubiläumsfeier eine Rechnung in der Grössenordnung von fast einer Viertelmillion Franken für die Gemeinde wurde.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Für künftige Anlässe empfiehlt die RPK, finanzielle Risiken frühzeitig auszuweisen und Programmpunkte mit hohen Fixkosten besonders kritisch zu prüfen. Ziel muss sein, Anlässe zu ermöglichen, die für die Bevölkerung attraktiv, für die Vereine fair und für die Steuerzahlenden finanziell vertretbar sind.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Begründung der Kostenabweichungen nicht stichhaltig!&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Die Rechnungsprüfungskommission empfiehlt der Gemeindeversammlung einstimmig, die Kreditabrechnung zu genehmigen, verbindet dies jedoch mit dem Hinweis, dass die Begründung der Kostenabweichungen nicht stichhaltig erscheinen und bei künftigen Anlässen eine deutlich zurückhaltendere und stärker kostendeckende Planung angezeigt ist.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Weiach, 14. Mai 2026&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Der Präsident:&lt;/i&gt; [sig.] &lt;i&gt;Peter Lamprecht&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Der Aktuar: &lt;/i&gt;[sig.] &lt;i&gt;Robin Kohli&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiOwPJFOnBQPGORQi8RZhmGkS_za41YXrpK-_oSkCDjCyK8f7jzQDBe1GdUYIwTdAtrvaeaE5ltvtRSoTIsG9tE411edulYWvoktlFz98Q7iVwuOvIOkQBwih73bFYQkA9xuYBc_PQFHmFIFjqmnJHUNs5IbRv_9FdKBBJqR-FcGhRG1NPw0hOQNQ/s735/Weiach750.ch_Weiachverbindet.jpg&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em; text-align: center;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;669&quot; data-original-width=&quot;735&quot; height=&quot;291&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiOwPJFOnBQPGORQi8RZhmGkS_za41YXrpK-_oSkCDjCyK8f7jzQDBe1GdUYIwTdAtrvaeaE5ltvtRSoTIsG9tE411edulYWvoktlFz98Q7iVwuOvIOkQBwih73bFYQkA9xuYBc_PQFHmFIFjqmnJHUNs5IbRv_9FdKBBJqR-FcGhRG1NPw0hOQNQ/s320/Weiach750.ch_Weiachverbindet.jpg&quot; width=&quot;320&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Weshalb hat die Abrechnung des 750-Jahr-Kreditpakets so lange gedauert?&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;p&gt;Diese Frage hat der Gemeindeschreiber Th. Diethelm am 4. Juni gegenüber der Redaktion WeiachBlog&amp;nbsp;wie folgt beantwortet:&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Die Kreditabrechnung wird im Rahmen des Legislaturabschlusses vorgelegt. Da das Vorhaben nach Abschluss der letzten Buchungen im Jahr 2024 keine offenen finanziellen Risiken mehr aufwies, wurden in den vergangenen Jahren aufgrund beschränkter personeller Ressourcen und der Priorisierung dringenderer GV-Geschäfte andere Aufgaben vorgezogen.&lt;/i&gt;» (Anm. WeiachBlog: GV = Gemeindeversammlung)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was bringt es, die Angelegenheit bis zum letztmöglichen Termin zu verzögern? Will man den Kritikern eine besonders stabile Plattform bieten? Denjenigen, die moniert haben, das sei gar kein richtiges Dorffest gewesen (ausser vielleicht der Musical-Teil)? Oder denen, die den nördlich der Hauptstrasse stattfindenden, von Aspen- und Motomix-Düften begleiteten Anlass für Motorsägen-Aficionados gerne als «Stefan-Arnold-Festspiele» bezeichnen?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Vorhang fällt. Und viele Fragen bleiben.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/06/auf-dem-letzten-zacken-die.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEi0BvrjidflopdhzyM-lvwTi6Gilq-U_sWaC21jhFvoR_kd9hgs22pKdFs04gqVF3HalkeHi280zy_ozAfRtUrAHpKRMAiVwTKwMmgHHx8qEo0BtV2AiYly-ii6qLOQKvxaY7EgydeRNlIQ8XaKMQoNqxZZw0sUOlcu34mBkQwJoLOfwZcLsGhPIg/s72-w640-h213-c/750JahreWeiach-TwitterHeader1500x500.jfif" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-3264829649546733683</guid><pubDate>Mon, 08 Jun 2026 09:09:19 +0000</pubDate><atom:updated>2026-06-09T11:33:29.655+02:00</atom:updated><title>Es wurden gleich alle zwölf Fenster ersetzt</title><description>&lt;p&gt;Mit Fenstern an Gebäuden ist das so eine Sache. Diese Bauteile halten nicht ewig.&amp;nbsp;Manchmal ist es ein heftiger Sturm (wie am 31. Mai 1838, vgl. &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2006/05/verderbliches-schlossengewitter.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 208&lt;/a&gt;), der sämtliche Fensterscheiben auf der Wetterseite (Giebelfassade und Nordwestfassade) zerstört und eine Neuverglasung oder gar noch weiter gehende Reparaturen erfordert. Manchmal aber auch simple Altersschwäche.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In der 2006 veröffentlichten Baugeschichte der Weiacher Kirche gibt es den folgenden Eintrag: «&lt;i&gt;1877&lt;span style=&quot;white-space: pre;&quot;&gt; &lt;/span&gt;liess man die alten Kirchenfenster durch neue «einfach-verzierte» ersetzen&lt;/i&gt;».&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was heisst das nun? Gab es an den alten Fenstern Wappenscheiben? Farbige Glasfenster? &lt;span&gt;Das wissen wir (noch) nicht.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Blättert man im Umfeld der obigen Jahrzahl im Protokoll, dann hat sich die Kirchenpflege Weiach 1876 jedenfalls dazu entschieden, gleich alle Fenster zu ersetzen:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;1. Betreffend die Kirchenfenster wird beschlossen, wenn irgend möglich sämtl. Fenster zu erneuern &amp;amp; den Verwalter zu ersuchen, Concurrenz hierüber zu eröffnen.&lt;/i&gt;»&lt;i&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;(2te Sitzung, den 18. Mai 1876, S. 339)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das tat Gutsverwalter Meierhofer dann auch. Und zwar sowohl über die amtliche Schiene wie über Inserate in Tageszeitungen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Amtsblatt des Kantons Zürich vom 13. Juni 1876 steht (als Verlautbarung Nr. 16):&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;&lt;b&gt;Konkurrenzeröffnung&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Ueber die Erstellung von 12 neuen Fenstern für die Kirche Weiach wird Konkurrenz eröffnet.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Uebernahmslustige wollen ihre Offerten innert 14 Tagen dem Unterzeichneten einreichen, woselbst auch nähere Auskunft ertheilt wird.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Weiach, den 8. Brachmonat 1876&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Aus Auftrag der Kirchenpflege:&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Jb. Meierhofer, Kirchengutsverwalter.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Denselben Wortlaut findet man in der 2. Ausgabe der&amp;nbsp;&lt;span style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;NZZ vom 14. Juni 1876:&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgkzoceWVBa9EWHfkOhirU0vC-Hi9eYtusA0HiCwGL6tj6MYm3EWSy3tLfGKT-CWJQQxYeaS1wr9WhZsFp-tOjO0FZX1wjtRLyvewU47DXCsEY4wsI8-AmiXEwrsA8SIgcJupEJqw/s522/NZZ18760614-02.1.4-2466-116-805-1043-403w.jpg&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;522&quot; data-original-width=&quot;403&quot; height=&quot;400&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgkzoceWVBa9EWHfkOhirU0vC-Hi9eYtusA0HiCwGL6tj6MYm3EWSy3tLfGKT-CWJQQxYeaS1wr9WhZsFp-tOjO0FZX1wjtRLyvewU47DXCsEY4wsI8-AmiXEwrsA8SIgcJupEJqw/w309-h400/NZZ18760614-02.1.4-2466-116-805-1043-403w.jpg&quot; width=&quot;309&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Ob nur die Frist zu kurz war? Der Rücklauf an Offerten war jedenfalls nicht gerade berauschend, wie Ende Juli 1876 konstatiert werden musste:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;2. Da der Verwaltung auf die Concurspublication&lt;/i&gt;&amp;nbsp;[sic!]&lt;i&gt;&amp;nbsp;bezügl. Erneuerung der Kirchenfenster keine geeignete Anmeldung zugekommen ist, so wird er ersucht, mit thunlichster Beförderung auf anderem Weg zum Zwecke zu gelangen. Man wünscht, daß diese Sache im Lauf dieses Jahres zu Ende gebracht werde, damit im nächsten Jahre die Reparatur des Kirchthurms vorgenommen werden kann, sofern die Kirchgemeinde der Pflege die nöthige Vollmacht ertheilt.&lt;/i&gt;»&amp;nbsp; (3te Sitzung, den 26. Juli 1876, S. 340)&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;Quellen und Literatur&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;ul class=&quot;tm5 Normal tm6&quot;&gt;
&lt;li class=&quot;tm7&quot;&gt;&lt;span class=&quot;tm8&quot;&gt;Protocoll der Kirchenpflege Weÿach, 1838-1884 – pag. 339-341. (Signatur: ERKGA Weiach, IV.B.6.2)&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;tm7&quot;&gt;Amtsblatt des Kantons Zürich, N° 47. Dienstag den 13. Brachmonat 1876 – S. 1128.&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;tm7&quot;&gt;Neue Zürcher Zeitung, Nr. 297, 14. Juni 1876, &lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&amp;amp;d=NZZ18760614-02.2.12.1&amp;amp;srpos=27&amp;amp;e=--1875-----de-20-NZZ-21-byDA-img-txIN-Weiach-------0-----&quot;&gt;Zweites Blatt – S. 4&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;tm7&quot;&gt;Brandenberger, U.:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Verderbliches Schlossengewitter&lt;/i&gt;.&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2006/05/verderbliches-schlossengewitter.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 208&lt;/a&gt;, 31. Mai 2006.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Brandenberger, U.: &lt;i&gt;«ein nöüer Kirchenbauw allhier zu Weyach». 300 Jahre Kirche Weiach, 1706–2006.&lt;/i&gt; Herausgegeben von der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Weiach und der Ortsmuseumskommission Weiach. 1. Aufl., Weiach 2006; 2., korrigierte und ergänzte Aufl., Weiach 2007 –&amp;nbsp;S. 52.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/06/es-wurden-gleich-alle-zwolf-fenster.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgkzoceWVBa9EWHfkOhirU0vC-Hi9eYtusA0HiCwGL6tj6MYm3EWSy3tLfGKT-CWJQQxYeaS1wr9WhZsFp-tOjO0FZX1wjtRLyvewU47DXCsEY4wsI8-AmiXEwrsA8SIgcJupEJqw/s72-w309-h400-c/NZZ18760614-02.1.4-2466-116-805-1043-403w.jpg" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-3828505628253002668</guid><pubDate>Fri, 05 Jun 2026 12:24:29 +0000</pubDate><atom:updated>2026-06-08T12:16:35.676+02:00</atom:updated><title>«Entscheidend ist, dass Wachstum begleitet und geplant erfolgt»</title><description>&lt;p&gt;Thalwil ZH, Weiach ZH, Flühli LU, Albinen VS und Gundeldingen BS. Aus diesen vier Gemeinden und einem Stadtquartier stammen die fünf Personen, die von Tages-Anzeiger-Journalistin Alexandra Aregger im Vorfeld der Abstimmung vom 14. Juni zur sogenannten Nachhaltigkeitsinitiative interviewt worden sind.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Areggers Lead zum Artikel:&amp;nbsp;«&lt;i&gt;Explodierende Bodenpreise, Schulraumknappheit oder das Verschwinden des Stammtisches: Was die Debatte um die 10-Millionen-Schweiz in boomenden und in schrumpfenden Gemeinden auslöst.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ob man Weiach angesichts der durch die Zuwanderung ausgelösten massiven Probleme positiv konnotiert als «&lt;i&gt;boomende Gemeinde&lt;/i&gt;» bezeichnen darf bzw. soll, ist weitgehend Ansichtssache.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Austarierter Politsprech vom neuen Gemeindepräsidenten&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Fest steht: Mit dem aktuell noch als &lt;strike&gt;Vizepräsident&lt;/strike&gt;&amp;nbsp;Mitglied der Primarschulpflege amtenden und seit den Wahlen vom 8. März designierten Gemeindepräsidenten Yves Weibel hat der Tagi in Weiach genau der richtigen Person ein Podium gegeben. [Korrektur am 8.6.26; Vizepräsident ist Guido Moll]&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Von seinem Geschick hängt es nämlich vom 1. Juli an wesentlich ab, ob und wie die Gemeinde ihre wachstumsbedingten Probleme bewältigen kann oder eben nicht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nachstehend der Ausschnitt aus dem Tagi im Volltext:&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEi7j_gI4yQRuSo2zNo_3S3-vwTcAORqMEegX3GoxzSnAkj2JZ5q9xgz1BPODbrAo1WUWwc5A8GV3VEKaQICikIpenPeRElU7H_g0OY738eMz8q_DJHxqMdYOr_5pZW93gYr52O6jRmPFWXLFl2THtqVbQlmBPJ7xi5QEiqtKBTARC_iOQsSoUs8fA/s514/Screenshot%202026-05-11%20213656.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;514&quot; data-original-width=&quot;339&quot; height=&quot;400&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEi7j_gI4yQRuSo2zNo_3S3-vwTcAORqMEegX3GoxzSnAkj2JZ5q9xgz1BPODbrAo1WUWwc5A8GV3VEKaQICikIpenPeRElU7H_g0OY738eMz8q_DJHxqMdYOr_5pZW93gYr52O6jRmPFWXLFl2THtqVbQlmBPJ7xi5QEiqtKBTARC_iOQsSoUs8fA/w264-h400/Screenshot%202026-05-11%20213656.png&quot; width=&quot;264&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;&lt;i&gt;Kaum eine Zürcher Gemeinde ist in den letzten Jahren prozentual so stark gewachsen wie Weiach im Westen des Zürcher Unterlands. Innerhalb von 15 Jahren hat sich die Bevölkerung
mehr als verdoppelt auf heute rund 2100 Einwohnende. Das spüre insbesondere die Weiacher Schule, erzählt Schulpfleger Yves Weibel:&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;&lt;i&gt;«Seit 11 Jahren wohne ich in Weiach. In dieser Zeit hat sich das Dorf stark verändert. Man spürt im Alltag einfach, wie stark Weiach gewachsen ist. Durch die rege Bautätigkeit
ist die Gemeinde deutlich grösser geworden. Es sind bei uns Wohnungen entstanden, die im Vergleich noch bezahlbar sind. Dadurch sind ganz unterschiedliche Menschen nach Weiach gezogen. Unser Dorf ist heute vielfältiger
als früher – sozial und kulturell. In einem neuen Quartier ist praktisch ein zusätzlicher Dorfteil entstanden.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;&lt;i&gt;Als ich nach Weiach kam, hatten Kindergarten und Primarschule zusammen rund 100 Schülerinnen und Schüler. Heute sind es 300. Dieses Wachstum hat aber nicht nur mit Weiach selber
zu tun. Wir beschulen auch Kinder aus zwei Aargauer Nachbargemeinden, diese Kinder machen heute rund ein Drittel unserer Schülerinnen und Schüler aus. Daran sieht man: Die Schule wächst regional, nicht nur innerhalb
von Weiach.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;&lt;i&gt;Für die Schule ist das eine grosse Herausforderung. Das bestehende Schulhaus wurde für rund 100 Kinder konzipiert, geplante Erweiterungen konnten bisher nicht umgesetzt werden.
Darum unterrichten wir aktuell einen Teil der Kinder in Provisorien. Das ist weder für die Kinder noch fürs Schulteam ideal. Auch die Klassen sind grösser geworden.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;&lt;i&gt;Damit steigen die Anforderungen an Schule und Gemeinde. Kinder brauchen gute Rahmenbedingungen, genügend Platz und Unterstützung, damit sie sich gut entwickeln können. Da müssen wir als Gemeinde Verantwortung übernehmen und gute Lösungen finden.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;&lt;i&gt;Ich habe selber zwei schulpflichtige Kinder und erlebe, wie sie heute viel selbstverständlicher mit unterschiedlichen Menschen, Kulturen und Meinungen aufwachsen. Das fördert Offenheit und gegenseitigen Respekt. Genau das brauchen wir in einer Gemeinde, die wächst. Wachstum ist grundsätzlich weder gut noch schlecht, entscheidend ist, dass es begleitet und geplant erfolgt.»&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;&lt;b&gt;Der Dachreiter auf dem Containerkomplex&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;Soweit die Aussagen Weibels. In den Text eingebettet ist diese ungewöhnlich kreative Aufnahme des Fotografen Silas Zindel:&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEh6tuahi1gXXJVlV1s16WmEuCcaoDwjtuZCq062-X63sWX2nwvYdoyohoCD4mNmV4G-0_ErzCJXuyT6YcpZlG8JIwv7sXD8kHqx_9g6qioASqs8-pDkjsMoBmZowQJgiZVxl883hUACcfc89N573sLevGrMa-gx_YxIv2RQ-Ql8JD8xF60qOp0W5Q/s849/Screenshot%202026-05-11%20140710.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;569&quot; data-original-width=&quot;849&quot; height=&quot;428&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEh6tuahi1gXXJVlV1s16WmEuCcaoDwjtuZCq062-X63sWX2nwvYdoyohoCD4mNmV4G-0_ErzCJXuyT6YcpZlG8JIwv7sXD8kHqx_9g6qioASqs8-pDkjsMoBmZowQJgiZVxl883hUACcfc89N573sLevGrMa-gx_YxIv2RQ-Ql8JD8xF60qOp0W5Q/w640-h428/Screenshot%202026-05-11%20140710.png&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;&lt;b&gt;Die künstliche Intelligenz halluziniert&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;Die unsichtbar hinterlegte KI-Bildunterschrift:: «&lt;em&gt;&lt;span class=&quot;tm7&quot;&gt;Yves Weibel, Schulpfleger von Weiach ZH, steht vor den zweistöckigen Schulcontainern, die den Platzmangel der wachsenden Gemeinde beheben sollen.&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;Wir wissen zwar jetzt, wer vor dem Container-Komplex II (Schulweg 12) auf dem Rasen steht. Aber sonst hat die sog. künstliche Intelligenz die Fakten ins Gegenteil verkehrt: Nicht einmal der Container-Komplex III (Schulweg 2A; Baujahr 2024) hat das Platzproblem beheben können.&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;Da ist die redaktionelle Bildunterschrift zu loben. Sie hält immerhin die Faktentreue hoch: «&lt;i&gt;An der Weiacher Schule herrscht Platzmangel – darum wird ein Teil der Schülerinnen und Schüler in diesen Provisorien unterrichtet.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;&lt;b&gt;Eine Kommentatorin bringt es auf den Punkt&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;Die Platzprobleme der Primarschule Weiach sind indes nur eines von vielen Krisensignalen, die man im Fall Weiach identifizieren kann.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;Mia Steiger, Verfasserin eines der 258 Kommentare zu diesem Tagi-Artikel, hat die wichtigste Passage des Weibel&#39;schen Statements identifiziert und noch am Erscheinungstag wie folgt kommentiert:&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;«&lt;i&gt;„Wachstum ist grundsätzlich weder gut noch schlecht, entscheidend ist, dass es begleitet und geplant erfolgt.“ Der Herr aus Weiach spricht einen wichtigen Punkt an. Grosse Bauprojekte kommen nicht von heute auf morgen, und trotzdem sieht man in vielen Gemeinden, dass es von Behörden verpasst wird, Anpassungen wie mehr Schulraum etc. rechtzeitig zu planen. Das sorgt für zusätzlichen Frust in der Bevölkerung.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;&lt;b&gt;Fazit: Vertiefte Aufarbeitung und integrale Problemlösung unabdingbar&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;Genau an dieser Begleitung und in die Tiefe gehender Planung hat es im Fall «Neu-Weiach», dem im Wesentlichen zwischen 2014 und 2019 aus dem Boden gestampften Dorfteil nahe dem alten Bahnhof Weiach-Kaiserstuhl wohl tatsächlich über weite Strecken gefehlt.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;Ich will nicht so weit gehen zu behaupten, ganze Generationen von Weiacher Gemeinderäten und Schulpflegern hätten sich in dieser Angelegenheit in den letzten Jahrzehnten nur Versäumnisse geleistet. Zur Bewältigung der über die letzten Jahre angestauten Probleme müssen jedoch auch die unangenehmen Aspekte in diesem Entwicklungsprozess beleuchtet werden.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;Parallel dazu sollte zusammen mit der Einwohnerschaft des jungen Dorfteils (wie immer man ihn künftig bezeichnen will) herausgearbeitet werden, welche Massnahmen am zielführendsten sind, um die mit unschöner Regelmässigkeit beklagten Missstände gemeinsam in den Griff zu bekommen.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;Normal&quot;&gt;&lt;b&gt;Quelle&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;Aregger, A.: «Das gemütliche Dorfleben ist vorbei» – «Wir würden gern wachsen!». 5 Menschen über Wachstum in der Schweiz. In:&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://www.tagesanzeiger.ch/svp-initiative-was-5-menschen-zum-10-millionen-deckel-denken-977911420073&quot;&gt;Tages-Anzeiger Online, 10. Mai 2026&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/06/entscheidend-ist-dass-wachstum.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEi7j_gI4yQRuSo2zNo_3S3-vwTcAORqMEegX3GoxzSnAkj2JZ5q9xgz1BPODbrAo1WUWwc5A8GV3VEKaQICikIpenPeRElU7H_g0OY738eMz8q_DJHxqMdYOr_5pZW93gYr52O6jRmPFWXLFl2THtqVbQlmBPJ7xi5QEiqtKBTARC_iOQsSoUs8fA/s72-w264-h400-c/Screenshot%202026-05-11%20213656.png" height="72" width="72"/><thr:total>2</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-1268732073116425750</guid><pubDate>Sun, 10 May 2026 13:31:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-06-03T12:51:52.592+02:00</atom:updated><title>Bührer-Traktor mit Holzvergaser. Auf kriegswirtschaftlichen Spuren</title><description>&lt;p&gt;Zweiter Weltkrieg, viertes Kriegsjahr. Auch im Winter 1943/44 konnte der &lt;i&gt;Tages-Anzeiger für Stadt und Kanton Zürich&lt;/i&gt; noch regelmässig gedruckt werden. Aber die Druckerei musste sich den Rationierungsvorschriften unterziehen. Die Kriegszeit war nämlich auch eine Zeit der rigorosen Ressourcenbewirtschaftung: von Lebensmitteln über Brennstoffe aller Art bis hin zu Arbeitskräften.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In der genannten Tageszeitung erschien am 9. Dezember 1943 ein Inserat, das zeittypisch genannt werden darf. Ein Weiacher bot seinen Bührer-Traktor (Jg. 1938 mit 4 Zylindern und 17 PS) zum Verkauf an. Besonderes Merkmal: die Holzgasanlage.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhOwS5XXseZ9iAp-ANps9ckBJdRnomSvYy0o4ZOd1wAPvq62qeSsHGlq2H9AvgT9PysQ03nt4jfS5ehyphenhyphen-sceuvFYfh8nS3XtMdtjJSojHh33xRvqim4sYd6rauCgvI_CPxKp42gze9FEa_m88CteB9yqosmbD7GJno4XZqOCIzkR27VrzVG1rLyog/s444/Screenshot%202026-05-07%20132407.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;393&quot; data-original-width=&quot;444&quot; height=&quot;283&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhOwS5XXseZ9iAp-ANps9ckBJdRnomSvYy0o4ZOd1wAPvq62qeSsHGlq2H9AvgT9PysQ03nt4jfS5ehyphenhyphen-sceuvFYfh8nS3XtMdtjJSojHh33xRvqim4sYd6rauCgvI_CPxKp42gze9FEa_m88CteB9yqosmbD7GJno4XZqOCIzkR27VrzVG1rLyog/s320/Screenshot%202026-05-07%20132407.png&quot; width=&quot;320&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;Dieses landwirtschaftliche Nutzfahrzeug war also auf die neuen Anforderungen der Mangelwirtschaft umgebaut worden. Statt mit Dieseltreibstoff lief der Ford B-Motor seither mit einem &lt;a href=&quot;https://www.facebook.com/kiekeberg/posts/pfbid0MCc8t8KQw7vqYGfUmPtS4cWRBBPzxaBMFu37weNkKysjjG6taKwckbuzdPNB9a6Al?__cft__[0]=AZbPN3aMuJe5ie0v4Iu4JMZ1NvDCoy1YCTW55gJfMKUAEYQCjqqZ1tCVULmq5nTQOetsxPARdeMlmCblxijuvp68jLJQSZXdrl8QFyh4be_P2OiX5p-HB9vQ-Y8Dv9w7ZiYHvnqkU7dthwNyfGX1MyhkpeSgUmrUzHn3YFe7WbVwLw&amp;amp;__tn__=%2CO%2CP-R&quot;&gt;Holzvergaser&lt;/a&gt;&amp;nbsp;(Für einen Eindruck, wie das im Betrieb etwa ausgesehen hat, vgl. diese&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;vgl. https://www.meilimuseum.ch/traktoren&quot;&gt;Seite des Meilimuseums&lt;/a&gt;). Statt einfachem Vorglühen war nun aufwändigeres Einheizen erforderlich. Man braucht einiges mehr an zeitlichem Vorlauf, um loslegen zu können. Dann funktioniert es aber ganz ordentlich.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=&quot;font-family: inherit;&quot;&gt;&lt;b&gt;Wer war der Verkäufer? Ein Blick ins Telephon-Verzeichnis&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Eigentümer war tagsüber auswärts berufstätig und deshalb erst ab 19 Uhr erreichbar. Um herauszufinden, bei wem der Anschluss mit der Nummer 94 22 74 damals eingerichtet war, blättern wir im Band 3 des Telefonbuchs der PTT für 1945/46:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjMfCvgtMSsaQYxPczynrsKX4iYseie-M7McvAHUSO_00DPpdenjSAm39QCl-Rrryzw6a-xwyJ2y106MidatG4ea__r0kvCKMaVGM3a1v4yWx2fFwjMeZi3epZEjbS6lgO96ShclfKUaguSD1P7sYryAczisTDXe9T2BKkGCJ2jUcYze2tHeT1thQ/s932/Screenshot%202026-05-10%20114542.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;598&quot; data-original-width=&quot;932&quot; height=&quot;410&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjMfCvgtMSsaQYxPczynrsKX4iYseie-M7McvAHUSO_00DPpdenjSAm39QCl-Rrryzw6a-xwyJ2y106MidatG4ea__r0kvCKMaVGM3a1v4yWx2fFwjMeZi3epZEjbS6lgO96ShclfKUaguSD1P7sYryAczisTDXe9T2BKkGCJ2jUcYze2tHeT1thQ/w640-h410/Screenshot%202026-05-10%20114542.png&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Auf den Seiten 685 u. 686 sind die Weiacher Anschlüsse aufgelistet. Hier die ersten fünfzehn von 42 Einträgen:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEg3CRb3mMr182ksagB2NRli0QPlTmEzPgfRnZg60xeaRDBrF9y92HZozxHcEDhSU5umPnNJ70y7-wIvoFHDLYYhKP5u277soOB5Y_L26wQGaWM8pgn4_lYPBc0WOGxMETS8QCaOe25xQ36xsolYsbKqEUFGcHMmv7W1-f0DfWQbZXWpxpR20QKlQw/s814/Screenshot%202026-05-10%20113231.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;814&quot; data-original-width=&quot;498&quot; height=&quot;400&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEg3CRb3mMr182ksagB2NRli0QPlTmEzPgfRnZg60xeaRDBrF9y92HZozxHcEDhSU5umPnNJ70y7-wIvoFHDLYYhKP5u277soOB5Y_L26wQGaWM8pgn4_lYPBc0WOGxMETS8QCaOe25xQ36xsolYsbKqEUFGcHMmv7W1-f0DfWQbZXWpxpR20QKlQw/w245-h400/Screenshot%202026-05-10%20113231.png&quot; width=&quot;245&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;Die Lösung findet sich auf der letzten Zeile: Albert Gomringer-Meierhofer, Ackerbauunternehmer. Ob sich Gomringer einen anderen Traktor gekauft, oder gar die Geschäftstätigkeit aufgegeben hat, ist derzeit nicht bekannt.&lt;/span&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;Kommunales Brennstoffamt&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Aus dem Verzeichnis lässt sich noch ein weiteres kriegswirtschaftliches Detail ablesen: Der Zivilstandsbeamte, Heinrich Baltisser, leitete in Personalunion auch gleich das Brennstoffamt. Im kleinen Weiach konnte das wohl eine Einzelperson erledigen.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;In der Stadt Zürich waren dafür ganze Verwaltungsabteilungen nötig, wie man dem &lt;a href=&quot;https://amsquery.stadt-zuerich.ch/Dateien/0/D3820.pdf&quot;&gt;Archivverzeichnis zum Bestand der &lt;i&gt;Zentralstelle für Kriegswirtschaft&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; entnehmen kann. Von deren Abteilung Brennstoffe wurden 1943 beispielsweise Leseholz- und Tannzapfensammelaktionen organisiert. Und 1945/46 war sogar das Sägemehl rationiert.&lt;div&gt;&lt;span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span&gt;Es ist anzunehmen, dass der Betrieb eines&amp;nbsp;&lt;/span&gt;Holzvergasertraktors auch in Weiach nicht ohne die Genehmigung des lokalen Holzvorrats-Bürokraten erlaubt gewesen ist.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;Quellen&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;Tages-Anzeiger für Stadt und Kanton Zürich, Nummer 289, &lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&amp;amp;d=TAG19431209-01.2.49.1&quot;&gt;9. Dezember 1943, S. 21&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Verzeichnis der Telephon-Teilnehmer. Bd. 3. Appenzell A.-Rh., Appenzell I.-Rh., Glarus, Graubünden, St. Gallen, Schaffhausen, Schwyz, Thurgau, Zug, Zürich, Fürstentum Liechtenstein. 1945/46. Signatur: &lt;a href=&quot;https://mfk.rechercheonline.ch/pttarchiv:211017&quot;&gt;PTT-Archiv, P-260-1_3_1945&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/05/buhrer-traktor-mit-holzvergaser-auf.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhOwS5XXseZ9iAp-ANps9ckBJdRnomSvYy0o4ZOd1wAPvq62qeSsHGlq2H9AvgT9PysQ03nt4jfS5ehyphenhyphen-sceuvFYfh8nS3XtMdtjJSojHh33xRvqim4sYd6rauCgvI_CPxKp42gze9FEa_m88CteB9yqosmbD7GJno4XZqOCIzkR27VrzVG1rLyog/s72-c/Screenshot%202026-05-07%20132407.png" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-4804922438540232077</guid><pubDate>Mon, 04 May 2026 12:36:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-05-04T15:25:47.574+02:00</atom:updated><title>KI-Rüstungswettlauf animiert zu Datenraubzügen</title><description>&lt;p&gt;Die Online-Publikation WeiachBlog befindet sich mittlerweile in ihrem 21. Lebensjahr. In der rasant sich entwickelnden Internetwelt ist der Umstand, dass der Blog immer noch auf derselben Plattform wie ganz am Anfang gehostet wird (nämlich Blogger), schon ziemlich ungewöhnlich. Ungewöhnliches passiert aber gegenwärtig auch mit der Rezeption der Inhalte des Blogs. Die werden nämlich fast nur noch von Robotern gelesen.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Im Artikel «KI-Chatbots und die Weiacher Ortsgeschichte» (&lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2023/08/ki-chatbots-und-die-weiacher.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 1969&lt;/a&gt;, 16. August 2023) wurde indirekt die Frage erörtert, ob die sog. Künstliche Intelligenz die Arbeit des Ortshistorikers bald überflüssig machen werde. Und mit einem Nein beantwortet. Das gilt vorderhand auch weiterhin.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;&lt;b&gt;Von Suchmaschinen zu KI-Bots? Sieht so aus.&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Bemerkenswert ist in den letzten Monaten hingegen, wie extrem sich der Datenhunger der KI-Bots auf die Zugriffsstatistiken auswirkt. Es war bisher schon so, dass bei WeiachBlog die meisten Zugriffe über Treffer bei den führenden Suchmaschinen, namentlich Google, generiert wurden.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Nun stellt allerdings jede halbwegs noch im Rennen sich befindende Suchmaschine bereits einen KI-Modus zur Verfügung, oder bietet gleich oberhalb der herkömmlichen Suchresultate eine KI-generierte Zusammenfassung an.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;Entsprechend intensiv ist der Datenhunger der KI-Industrie, die ihre automatisierten Crawler den Cyberspace mit ihren Schleppnetzen durchpflügen lässt wie industrielle Fischtrawler die Weltmeere. Wie ich darauf komme? Schauen Sie sich mal diese Grafik an:&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiSuWMkSz4moO-zB0CiH0J5M8iqJUIEbvMAuTCqcPN4LIv7wZdkYKf05BddXT1K0ICR4BA8_vIJqslQBtfqGG_okSOH1SHXFWY8nsNVNFFhzrAPJJxg-WoACR_uo9v405TDJFJ1FjAL-FUmeGpRefXDDNzQI0QtQRbxv9hcoAin2qwrkxicTaAhfQ/s946/Screenshot%202026-05-03%20223007.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;334&quot; data-original-width=&quot;946&quot; height=&quot;226&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiSuWMkSz4moO-zB0CiH0J5M8iqJUIEbvMAuTCqcPN4LIv7wZdkYKf05BddXT1K0ICR4BA8_vIJqslQBtfqGG_okSOH1SHXFWY8nsNVNFFhzrAPJJxg-WoACR_uo9v405TDJFJ1FjAL-FUmeGpRefXDDNzQI0QtQRbxv9hcoAin2qwrkxicTaAhfQ/w640-h226/Screenshot%202026-05-03%20223007.png&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;32861 Aufrufe an einem einzigen Tag, dem Freitag, 13. März 2026. Paraskevetriskaidekaphobiker, also Leute, die Angst vor Freitag, dem Dreizehnten haben, könnten das nun als böses Omen deuten. Aber es geht ja um Zugriffe auf einen kleinen Blog zu einem Nischen- und Orchideen-Thema, das nun wirklich kaum jemanden interessiert. Ausser vielleicht ca. 30 bis 50 Stammleser. Höchstens.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Das ganz grosse Schleppnetz ausgeworfen&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In den vergangenen 365 Tagen hat dieser eine Tag mehr als 14 Prozent aller Seitenaufrufe dieses Jahres generiert. Und das wohlverstanden bei einem Blog, der gerade einmal rund 2300 Einzelartikel, dazu rund 250 Monatsartikel aufweist. WeiachBlog gibt es nämlich seit Ende Oktober 2005, ein Umstand den jeder Besucher leicht selber eruieren kann. Mit anderen Worten: jede einzelne dieser Seiten wurde allein an diesem einen Tag statistisch gesehen fast 13mal aufgerufen. Der reine Wahnsinn. Wozu macht eine KI so etwas? Einmal herunterladen reicht doch, oder nicht?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der März 2026 lässt alle anderen Monate auf dem Blogger-Portal wie unbedeutendes Rauschen aussehen. Allein dieser März sah 72280 Aufrufe. Das sind 8 Prozent aller rund 898&#39;000 Aufrufe, die seit Messbeginn im Juli 2010 registriert wurden. Ein durchschnittlicher Monat dürfte also eigentlich nicht weit über 0.5 Prozent zu liegen kommen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In Vor-KI-Zeiten kam praktisch der gesamte Traffic über die Google Search Engine herein. Blickt man heute ein Jahr zurück, dann sind über 96 % von sog. Sonstigen generiert worden. Und das können nun wirklich nur die sich im totalen Rüstungswettlauf Richtung &lt;i&gt;Artificial General Intelligence&lt;/i&gt;&amp;nbsp;gegenseitig überbietenden Bots von KI-Firmen sein.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Warum so extreme Zugriffszahlen?&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was hier passiert erleben viele andere Blogbetreiber wohl genauso. Ein klassisches Beispiel für den KI-Trainings- und Indexierungs-Hunger der grossen Modelle. KI-Firmen (wie OpenAI, Anthropic, Google, xAI, Perplexity, Meta usw.) betreiben daher massiv skalierte Crawler. Die machen nicht nur einmal einen Snapshot einer Seite, sondern:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;Laden Seiten wiederholt (Aktualitäts-Checks, Rendering mit JavaScript, Extraktion von Strukturdaten).&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Folgen internen Links aggressiv (bei WeiachBlog mit 2300+ Artikeln und vielen internen Querbezügen ergibt das schnell viele Tausend Requests).&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Nutzen teilweise parallele Crawler-Clusters, die fast gleichzeitig zuschlagen.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div&gt;&lt;p class=&quot;tm7&quot;&gt;&lt;span class=&quot;tm8&quot;&gt;Diese neuen Werkzeuge erzeugen dadurch Traffic-Signaturen, die klassische menschliche Nutzer oder normale Suchmaschinen-Crawler wie Zwerge aussehen lassen. Was sie ja auch zunehmend sind.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/05/ki-rustungswettlauf-animiert-zu.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiSuWMkSz4moO-zB0CiH0J5M8iqJUIEbvMAuTCqcPN4LIv7wZdkYKf05BddXT1K0ICR4BA8_vIJqslQBtfqGG_okSOH1SHXFWY8nsNVNFFhzrAPJJxg-WoACR_uo9v405TDJFJ1FjAL-FUmeGpRefXDDNzQI0QtQRbxv9hcoAin2qwrkxicTaAhfQ/s72-w640-h226-c/Screenshot%202026-05-03%20223007.png" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-8663181392667853648</guid><pubDate>Sat, 02 May 2026 11:50:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-05-03T14:07:32.112+02:00</atom:updated><title>Nachlässiger Redaktor im Berner Seeland</title><description>&lt;p&gt;Vor ziemlich genau vier Jahren ist mit &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2022/04/bahnpassagier-schlagt-in-panik-scheibe.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 1817&lt;/a&gt; der Bericht des «Seeländer Boten» über eine Wagenentgleisung der &lt;i&gt;Schweizerischen Nordostbahn&lt;/i&gt;&amp;nbsp;(NOB) kurz vor der Station «Weiach-Kaiserstuhl» abgedruckt und zeitlich eingeordnet worden. Allerdings falsch: Um genau eine Woche zu spät, auf den Samstag 26. Februar 1898.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nun war dieser Samstag, 26. Februar allerdings auch das Publikationsdatum eines faktisch wortgleichen Beitrags im Winterthurer Landboten. Vgl. die Titelseite für Datum und Wochentag:&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgMCwrhM9kGZhROmcuSbyeIpIRonOsXjCsjxYzBTFOyDHDkYJ4DGg8WyA8gZqpNrd5t2_wdUaxgSs-TUY0jdQxLNjFFfSNMz2EdfGcxmAkxWRD9JwZRLqDZYycqq-5Z5NaViqCpdL9Z5VSp7UwW2etPo_cIKvAFr4YxQDLX7OVYMl_d_dlyNNRr2g/s813/Screenshot%202026-05-03%20130932.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;267&quot; data-original-width=&quot;813&quot; height=&quot;210&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgMCwrhM9kGZhROmcuSbyeIpIRonOsXjCsjxYzBTFOyDHDkYJ4DGg8WyA8gZqpNrd5t2_wdUaxgSs-TUY0jdQxLNjFFfSNMz2EdfGcxmAkxWRD9JwZRLqDZYycqq-5Z5NaViqCpdL9Z5VSp7UwW2etPo_cIKvAFr4YxQDLX7OVYMl_d_dlyNNRr2g/w640-h210/Screenshot%202026-05-03%20130932.png&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Der Nebel lichtet sich&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vor vier Jahren waren die retrodigitalisierten Bestände des 19. Jahrhunderts zweier wichtiger Zeitungen von der Zürcher Landschaft, dem «Landboten» (aus Winterthur) sowie dem «Zürcher Oberländer» (damals noch &lt;i&gt;Der Freisinnige. Anzeiger des Bezirkes Hinweil&lt;/i&gt;) noch nicht verfügbar.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Heute kann man sie auf &lt;a href=&quot;http://e-newspaperarchives.ch&quot;&gt;e-newspaperarchives.ch&lt;/a&gt; abrufen. Und stellt fest: der Unfall ereignete sich am 19. Februar 1898!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Redaktor des Seeländer Boten hat wohl «1 1/2» in «anderthalb» umformuliert, jedoch vergessen, den Passus «am vergangenen Samstag» zeitlich richtig einzuordnen. Er hätte daraus «am vorletzten Samstag», o.ä. machen müssen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir ersehen hieraus, dass allzu unkritisches Verwursten von Nachrichten (womöglich, ohne sie richtig gelesen oder gar verstanden zu haben) durchaus kein Phänomen heutiger Newsrooms von Redaktionen ist, die mittlerweile genausogut auf den &lt;a href=&quot;https://en.wikipedia.org/wiki/Tokelau&quot;&gt;Tokelau-Inseln&lt;/a&gt; angesiedelt werden könnten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Agenturmeldung? Die Fassung des Landboten&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zum Belege des Gesagten hier die Fassung, die der Redaktor des Seeländer Boten für seine Ausgabe vom 1. März möglicherweise verwendet hat:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Auf der Bahnstation Weiach entgleiste am vergangenen Samstag vor Einfahrt in die dortige Station ein Personenwagen des in der Richtung von Winterthur kommenden Bahnzuges infolge Bruches einer Radbandage. Ohne weiteren Unfall konnte der Zug zum Stehen gebracht werden, worauf die Jnsaßen des betroffenen Wagens dislocirt und dieser ausrangirt wurde. Die Passagiere kamen mit einiger Aufregung davon. Einer derselben schlug in seiner Angst eine Scheibe ein, um sich durch das Fenster zu retten und erhielt hiebei eine Verletzung an der einen Hand. Nach etwa 1 1/2 stündigem Unterbruch konnte der Zug seine Fahrt fortsetzen&lt;/i&gt;.» (Der Landbote, Nummer 48, 26. Februar 1898, S. 2)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In derselben Ausgabe wird übrigens ausführlich ein Artikel fortgesetzt, in dem es um die Ablösung der Konzession des Bundes für die NOB ging (diese wurde bekanntlich 1902 in die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen integriert). Das Kapitel II hebt an mit den Worten: «&lt;i&gt;Der Bericht des Eisenbahndepartements zeichnet für die Verhandlungen mit der Nordostbahn betreffend Bestimmung des Rückkaufobjektes und Rechnungsaufstellung folgende Momente.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Quelle und Literatur&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;Der Landbote, Nummer 48, 26. Februar 1898, S. 2.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Brandenberger, U.: Radbandage gebrochen. Passagier schlägt in Panik Scheibe ein.&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2022/04/bahnpassagier-schlagt-in-panik-scheibe.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 1817&lt;/a&gt;,&amp;nbsp;25. April 2022&lt;span style=&quot;white-space: pre;&quot;&gt;.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/05/nachlassiger-redaktor-im-berner-seeland.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgMCwrhM9kGZhROmcuSbyeIpIRonOsXjCsjxYzBTFOyDHDkYJ4DGg8WyA8gZqpNrd5t2_wdUaxgSs-TUY0jdQxLNjFFfSNMz2EdfGcxmAkxWRD9JwZRLqDZYycqq-5Z5NaViqCpdL9Z5VSp7UwW2etPo_cIKvAFr4YxQDLX7OVYMl_d_dlyNNRr2g/s72-w640-h210-c/Screenshot%202026-05-03%20130932.png" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-1371644806611300723</guid><pubDate>Thu, 30 Apr 2026 21:59:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-06-20T01:20:02.706+02:00</atom:updated><title>Die Escher als Niedergerichtsherren zu Weiach</title><description>&lt;p&gt;Fehlerhafte Dokumente und gerichtlich ausgetragene Meinungsverschiedenheiten mögen für die Zeitgenossen ärgerlich gewesen sein. Für uns Nachfolgende sind sie jedoch eine ganz besondere Quelle der Erkenntnismöglichkeiten, insbesondere dann, wenn sie zu schriftlichen Reaktionen geführt haben, die zu den Akten gelegt wurden und dadurch erhalten geblieben sind.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es sind gerade diejenigen Umstände, die allen Beteiligten zu ihrer Zeit sonnenklar gewesen sind, die oft nicht dokumentiert wurden. Eben gerade WEIL sie (aus damaliger Sicht) Gemeinplätze darstellten. Das kann auch so wichtige Themen wie die Herrschaftsverhältnisse betreffen, die – zumal wenn sie über Jahrzehnte gleich blieben – den Damaligen als seit unvordenklichen Zeiten dagewesen erschienen. Wozu soll man etwas aufschreiben, was vor Ort jedes Kind weiss?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Die &lt;i&gt;Berichtigungen&lt;/i&gt; des Obervogts Andreas Zwyer&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wichtige Angelegenheiten, die das Dorfgericht Weiach und damit die Niedergerichtsbarkeit betreffen, liegen wohl aus ebendiesen Gründen im Dunkeln.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Umso wertvoller und u.a. betreffend die Herrschaftsverhältnisse in der Gemeinde Weiach als einer der gewichtigsten Funde der letzten Jahre&amp;nbsp;zu bewerten, ist die Kopie einer Karteikarte, die dem Verfasser dieses Beitrags erst am 22. Juli 2025 im Lesesaal des Staatsarchivs ins Netz gegangen ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es handelt sich um Berichtigungen, die vom fürstbischöflich-konstanzischen Obervogt auf Schloss Rötteln, Andreas Zwyer von Evebach, zwischen 1597 und 1605 seinen Vorgesetzten eingereicht wurden. Nachstehend ein Auszug aus dem von Mitarbeitern des Staatsarchivs des Kantons Zürich verfassten Regest:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;2. Die Gerichtsherrlichkeit zu Weiach (Weyach) gehört zu einem halben Teil dem Bischof; der andere halbe Teil gehört nicht lehensweise, sondern als Eigentum dem Inhaber von Wasserstelz und ist erbweise von Escher an Heggentzer und danach an die von Landsberg (Landtsperg) gefallen, welche ihn dem Bischof zum Kauf angeboten haben.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;[...]» (StAZH C II 6, Nr. 504.6, Ziff. 2; Auszug)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dass das Niedergericht bis zum Jahre 1605 hälftig geteilt war, ist seit langem bekannt. In diesem Jahr erwarb der Fürstbischof von Konstanz nämlich zum Kaufpreis von 612 Gulden die andere Hälfte von denen zu Landsberg (vgl. &lt;a href=&quot;https://www.ssrq-sds-fds.ch/online/ZH_NF_II_1/index.html#p_418&quot;&gt;RQNA Nr. 188&lt;/a&gt; bzw. StAZH C II 6, Nr. 469). Bekannt war auch, dass die von Landsberg über eine eheliche Verbindung mit einer Tochter des letzten männlichen Stammhalters der Heggenzer von Wasserstelz in den Besitz ihrer Hälfte gelangt waren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Gerichtsherrschaft: Erblehen oder Eigentum?&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unklar war bislang aber, ob es sich dabei um ein Erblehen oder um Eigentum gehandelt hat. Im erstern Falle wäre klar gewesen, dass die von Landsberg ihre Hälfte einzig dem Lehengeber zurückübereignen konnten, verbunden mit der Bitte, dem Käufer das Lehen zu übertragen. Im letztern Fall aber sieht die Angelegenheit ganz anders aus: Freies Eigentum hat denen von Landsberg auch freie Hand in der Wahl des Käufers gegeben. Damit hatten sie gegenüber dem Fürstbischof ein Druckmittel in der Hand. Denn der musste ja damit rechnen, dass sich schlimmstenfalls der Inhaber der Hochgerichtsbarkeit über Weiach, d.h. Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich, der anderen Hälfte bemächtigen könnte, was den Kaufpreis signifikant nach oben gedrückt haben dürfte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aufgrund des Umstandes, dass Schloss und Herrschaft Schwarzwasserstelz (und damit verbunden die Niedergerichtsbarkeit über Fisibach) ein Lehen des Fürstbischofs von Konstanz war, kann man auf die Vermutung kommen, dies treffe auch für die Niedergerichtsbarkeit über Weiach zu. Die Schaffhauser Patrizierfamilie Heggenzer hätte sie demnach – wann ist unklar; in der Literatur wird 1450 behauptet – ebenfalls als Lehen aus der Hand des Fürstbischofs empfangen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In diese Richtung kann interpretiert werden, was der angesehene Historiker Paul Kläui in seiner Einleitung zum Kaiserstuhler Urkundenbuch dazu geschrieben hat:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Schwarzwasserstelz, auf einer kleinen Insel am linken Ufer des Rheins gelegen, erwarb der Bischof von Konstanz, samt der Vogtei Fisibach, im Jahr 1363 von den Freiherren von Thengen. In der Folge trugen ebenfalls die Heggenzer von Schaffhausen die Burg zu Lehen. Sie waren zuzeiten gleichzeitig konstanzische Obervögte von Kaiserstuhl und verwalteten als solche auch die niederen Gerichte in Weiach.&lt;/i&gt;»&amp;nbsp;(AU XIII, S. 12)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In diesem Absatz werden die Eigenschaften der Heggenzer als hälftiger Gerichtsherr zu Weiach (aus eigenem Recht) und als fürstbischöflicher Stellvertreter der anderen Hälfte auch nicht deutlich genug auseinandergehalten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Weiach gehört nicht zur Pfandschaft Schwarzwasserstelz?&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dass vor Jahrhunderten schon versucht wurde, aus einem der wasserstelzischen Lehensverhältnisse auch ein solches bezüglich der Weiacher Niedergerichtshälfte zu konstruieren, wird anhand eines Streits aus dem Jahre 1553 deutlich (Schiedsgerichtsentscheid vom 12. Januar 1554; vgl. Kläui (Bearb.), AU XIII, Nr. 211, S. 102-103).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Hans Melchior Heggentzer von Wassersteltzen&amp;nbsp;&lt;/i&gt;wehrte sich gegen den Einbezug des Weiacher Niedergerichts in die Pfandschaft Schwarzwasserstelz, die seine Vorfahren laut Pfandbrief vor 94 Jahren (d.h. ca. 1460) vom Fürstbischof von Konstanz empfangen hätten. Im Regest von Paul Kläui liest sich das wie folgt:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Obwohl das Gericht Weiach &quot;nit ein gering oder kleinfug stuck&quot;, steht es nicht im Pfandbrief; das Gericht zu Weiach wurde im Namen des Herrn von Konstanz und der Heggenzern verbannt.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Völlig unabhängig davon, in welcher Art und Weise die Heggenzer zu ihrer Hälfte des Weiacher Niedergerichts gekommen sind, musste anerkannt werden, dass dieses nicht im erwähnten Pfandbrief vorkommt. Ja, es gab laut dem Schiedsgerichtsentscheid gar einen Zürcher Ratsbeschluss von 1537, in dem erwähnt wurde, die Konstanzer Amtleute glaubten, das Gericht Weiach gehöre zum Schloss Rötelen. Das hätte immerhin auch einen Anspruch begründen können, denn Rotwasserstelz (wie man es auch genannt hat) gehörte seit 1294 dem Fürstbischof.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;Vererbtes Eigentum oder doch ein Verkauf der Escher?&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Einige Jahrzehnte später aber stellt es nun – laut Regest StAZH – ausgerechnet ein Obervogt derselben fürstbischöflichen Seite, der obgenannte Andreas Zwyer von Evebach, so dar, dass es sich bei der einst heggenzerischen, nun per Erbgang landsbergischen Hälfte nicht etwa um ein Erblehen, sondern um Eigentum handelt, das überdies einst den Eschern gehört habe!&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Mit dieser Aussage wird das Eis für die fürstbischöfliche Seite nur noch dünner. Die archivalische Lücke ist jedenfalls auffällig. Denn normalerweise hätte das fürstbischöfliche Archiv in Meersburg am Bodensee einen Lehenbrief aus exakt solchen Beweisgründen sehr sorgfältig aufbewahren müssen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Dies gilt insbesondere dann, wenn man abweichend von der Zwyer&#39;schen Darstellung davon ausgeht, dass die Escher ihren Anteil am Gericht nicht per Erbgang, sondern per Verkauf auf die Heggenzer haben übergehen lassen. Bei einem Erblehen hätten sie diese Transaktion vom Fürstbischof absegnen lassen müssen, mit unausweichlichen urkundlichen Begleiterscheinungen. Aus deren Fehlen kann man durchaus ableiten, dass die Darstellung Zwyers, die nichtfürstbischöfliche Hälfte sei Eigentum, eben zutreffend war. Denn solche Transaktionen konnten freihändig erfolgen.&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Ein Irrtum bezüglich der Art des Eigentumsübergangs von den Eschern zu den Heggenzern (ob er den Regesterstellern oder dem Obervogt unterlaufen ist, sei dahingestellt) würde allerdings nichts an der Kernaussage ändern.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Wieso blieb 1295 die Teilung des Niedergerichts unerwähnt?&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es ist somit durchaus nicht abwegig, die Hypothese aufzustellen, dass 1295, als Jakob von Wart mit dem damaligen Fürstbischof über den Verkauf beider Weiach (StAZH C II 6, Nr. 466) handelseinig geworden ist, er nur die Hälfte des Gerichts innehatte, &lt;span style=&quot;background-color: white;&quot;&gt;&lt;span&gt;auch wenn dies lediglich indirekt aus der Urkunde herausgelesen werden kann (nämlich aus dem Passus&amp;nbsp;&lt;/span&gt;«o&lt;span&gt;mne ius michi competens&lt;/span&gt;»).&lt;span&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;D&lt;/span&gt;enn wir wissen von einem Entscheid des Weiacher Dorfgerichts aus dem Jahre 1352, wo sowohl der Fürstbischof von Konstanz als auch die hochadeligen Freiherren von Tengen als Gerichtsherren genannt werden:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Cuonrat Vogt, Schultheiss von Kaiserstuhl (Keyserstuol), sitzt im Namen des Bischofs Johans von Konstanz neben Johans Omo, Bürger von Kaiserstuhl und Vertreter des Freiherren von Tengen, zu Gericht &lt;/i&gt;[...].»&amp;nbsp; (URStAZH Bd. 1, Nr. 943; &lt;a href=&quot;https://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=274823&quot;&gt;StAZH C II 6, Nr. 769&lt;/a&gt;)&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Ausführungen vom März 2024 (&lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2024/03/geteilte-niedergerichtsbarkeit-bereits.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 2055&lt;/a&gt;) müssen nun erneut unter die Lupe genommen werden:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Völlig im Dunkeln liegt, ob die Anteilsrechte an der Gerichtsherrschaft Weiach gleich gross waren (wie es z.B. im 16. Jahrhundert der Fall war). Ebensowenig wissen wir darüber, wie die Herren von Tengen an diesen Gerichtsherrschaftsanteil gekommen sind. Es ist also nicht bekannt, ob sie (oder andere Hochadelige, wie bspw. die in Weiach bis 1295 begüterten Freiherren von Wart) einst das ganze Niedergericht über unser Dorf innehatten und später einen Teil davon an den Fürstbischof abtreten mussten, oder ob sie umgekehrt vom Fürstbischof als Co-Gerichtsherr akzeptiert wurden (wobei letzterer Verlauf als unwahrscheinlicher angenommen werden muss).&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die dritte Möglichkeit, nämlich eine stabile Teilung der Gerichtsrechte, die bereits 1295 Bestand gehabt haben könnte, muss auch in Betracht gezogen werden. Wenn die Hälfte des Gerichts bereits damals ohnehin den Freiherren von Tengen gehörte, dann brauchte Jakob von Wart das in einer Urkunde selbstverständlich auch nicht explizit zu erwähnen, da sich das von selbst verstanden hat und auch dem &lt;span style=&quot;background-color: white;&quot;&gt;Fürstbischof bekannt war. &lt;span&gt;Der Hinweis&amp;nbsp;«o&lt;span&gt;mne ius michi competens&lt;/span&gt;» (also, dass er&amp;nbsp;&lt;/span&gt;«alle ihm zustehenden Rechte an der Gerichtsherrschaft», d.h. wohl seine Hälfte,&amp;nbsp;an den Bischof übertrage)&amp;nbsp;reichte vollauf.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Escher gelangten erst nach 1352 ins Eigentum der Gerichtshälfte&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wahrheitsgehalt vorausgesetzt hat die Berichtigung Zwyers nun insofern eine Erweiterung bzw. Beschränkung des Möglichkeitsrahmens zur Folge, dass die Escher ins Spiel kommen. Sie dürften demnach erst nach 1352 ins Eigentum ihrer Hälfte der Weiacher Niedergerichtsbarkeit gelangt sein. Ob durch direkten Verkauf der Freiherren von Tengen an die Escher, eheliche Verbindung zwischen den Eschern und den von Tengen oder über einen noch unbekannten dritten Eigentümer (Verkauf bzw. Heirat), ist derzeit nicht zu klären.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was den danach folgenden Abschnitt in WeiachBlog Nr. 2055 betrifft, ist allerdings eine Neubeurteilung zwingend:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Wie man in späteren Jahrhunderten anhand von vielen Urkunden feststellen kann, trifft dieses zweite Modell aber auf die Schaffhauser Patrizierfamilie Heggenzer zu. Sie waren zu einer Art bürgerlicher Nachfolger der Ministerialadeligen in Diensten des Fürstbischofs avanciert und konnten sich eine Hälfte des Niedergerichts über Weiach sozusagen als Geldanlage sichern, als ihr Dienstgeber wieder einmal dringend bare Finanzmittel brauchte. Wann dies der Fall war? Auch das liegt im Dunkeln.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hier habe ich sozusagen organisch angenommen, dass die Schaffhausen-Connection der Heggenzer in Verbindung mit dem Umstand, dass die Stadt Schaffhausen anfangs des 15. Jahrhunderts mittels Waffenhilfe wesentlich dazu beigetragen hat, die Sezession Kaiserstuhls aus dem fürstbischöflichen Machtbereich rückgängig zu machen, zu einer speziellen Verbindung geführt hat und Heggenzer seine Hälfte der Weiacher Niedergerichtsbarkeit aus der Hand des Bischofs empfangen habe – wie von den Konstanzer Amtleuten 1537 angenommen. Zwyers Aussage widerspricht dem diametral!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Eheallianz Heggenzer&lt;/b&gt;–&lt;b&gt;Escher zu Beginn des 15. Jahrhunderts?&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es erscheint zwar plausibel, dass die Heggenzer im Wesentlichen dank der Schaffhauser Militärintervention zwischen 1402 und 1406 im Raum Kaiserstuhl Fuss fassen konnten. Aus dem Umstand, dass zumindest einige Angehörige der Escher sich möglicherweise in Kaiserstuhl aufgrund von Hochverratsvorwürfen nicht mehr blicken lassen konnten, ergibt sich aber auch die Möglichkeit, dass die Escher sich entweder – wie von Zwyer behauptet – in Eheallianz mit den Heggenzern verbunden haben oder aber – Zwyer widersprechend – ihren hälftigen Anteil am Gericht (bspw. im Rahmen der Auflösung des Gesamthandverhältnisses) bewusst verkauft haben, und sei es nur, um mit dem Fürstbischof nicht mehr gemeinsam Weiacher Gerichtsherr sein zu müssen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bezüglich einer Eheallianz ist in den Stammbäumen von Carl Keller-Escher (1885) wie denen von Günter B. Escher (1997) jedoch lediglich eine einzige eheliche Verbindung eines Escher vom Glas mit einer Heggenzer aufgeführt, nämlich von Nr. 12: Erhard Escher, Sohn des Heinrich Escher, der am 20. Juli 1385 Zürcher Bürger wurde. Erhard, gestorben vor 1412, erscheint laut C. Keller-Escher 1390 urkundlich und war in erster Ehe verheiratet mit einer &lt;i&gt;N. Heggenzer von Wasserstelz&lt;/i&gt;, in zweiter Ehe mit einer &lt;i&gt;Ursula von Mandach&lt;/i&gt;. Wohlverstanden: bislang habe ich in den genealogischen Unterlagen keinen Hinweis auf eine eheliche Verbindung eines männlichen Abkömmlings der Heggenzer mit einer Tochter der Escher von Kaiserstuhl gefunden, die einen Übergang per Erbrecht organisch erklären würde.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Mutmassliche Eigentümerabfolge&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Für den bis 1605&amp;nbsp;&lt;u&gt;nichtfürstbischöflichen Anteil am Niedergericht Weiach&lt;/u&gt;&amp;nbsp;ergibt sich somit unter Berücksichtigung des Vorstehenden folgende Eigentümerabfolge: Freiherren von Tengen &amp;gt; Escher von Kaiserstuhl &amp;gt; Heggenzer von Schaffhausen zu Wasserstelz &amp;gt;&amp;nbsp;Herren von Landsberg. Dabei ist nach aktuellem Stand des Wissens lediglich der letzte Übergang mit dem Tod Johann Melchior Heggenzers 1587 urkundlich datierbar.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Quellen und Literatur&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul class=&quot;tm7&quot;&gt;
&lt;li class=&quot;tm8&quot;&gt;&lt;span class=&quot;tm9&quot;&gt;N.N. (mutm. Zuber, Sinaida): Berichtigungen des [bischöfl. Konstanzer] Vogts zu Kaiserstuhl [Andreas Zwyer] zum Renovationswerk Gottfrieds von Rammingen im auf dem eidgenössischen
Boden gelegenen Teil des Amts Kaiserstuhl. Regest Staatsarchiv des Kantons Zürich. Original zw. 1597 u. 1605 entstanden. Signatur: StAZH C II 6, Nr. 504.6.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;tm8&quot;&gt;Keller-Escher, Carl Caspar: Fünfhundert und sechzig Jahre aus der Geschichte der Familie Escher vom Glas, 1320-1885: Festgabe zur Feier des fünfhundertsten Jahrestages ihrer Einbürgerung zu Zürich. Bd. 1: Geschichtliche Darstellung und biographische Schilderungen. Bd. 2: Genealogie der Familie Escher vom Glas. Zürich 1885.&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;tm8&quot;&gt;AU XIII = &lt;span class=&quot;tm8&quot;&gt;Die Urkunden des Stadtarchivs Kaiserstuhl. Aargauer Urkunden, &lt;/span&gt;Bd. XIII, Aarau 1955 (Bearbeiter: P. Kläui).&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;tm8&quot;&gt;RQNA = SSRQ ZH NF II/1, Das Neuamt, Aarau 1996 (Bearbeiter: Th. Weibel).&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;tm8&quot;&gt;Escher, Günter B.: Geschichte der Familie ESCHER vom GLAS. Rees am Rhein 1997.&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;tm8&quot;&gt;Brandenberger, U.: Die älteste Erwähnung des Weiacher Dorfgerichts.&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2021/09/die-alteste-erwahnung-des-weiacher.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 1752&lt;/a&gt;, 28. September 2021.&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;tm8&quot;&gt;Brandenberger, U.: Geteilte Niedergerichtsbarkeit bereits im 14. Jahrhundert.&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2024/03/geteilte-niedergerichtsbarkeit-bereits.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 2055&lt;/a&gt;, 16. März 2024.&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;tm8&quot;&gt;Brandenberger, U.: «Omne ius michi competens» – Hinweis auf geteiltes Niedergericht. &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2025/10/omne-ius-michi-competens-hinweis-auf.html&quot;&gt;&lt;span class=&quot;tm10&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 2300&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class=&quot;tm10&quot;&gt;, 30. Oktober 2025.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/04/die-escher-als-niedergerichtsherren-zu.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-6103676042351275643</guid><pubDate>Wed, 01 Apr 2026 15:41:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-04-01T17:58:13.342+02:00</atom:updated><title>V-Piste 14/32 – Ein halbes Jahrhundert Anfluglärm</title><description>&lt;p&gt;Name: Runway 14/32. Übername: V-Piste. Signalement:&lt;span style=&quot;white-space: pre;&quot;&gt; &lt;/span&gt;3300 m × 60 m Asphalt und Beton.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dieses Bauwerk auf dem Flughafen Zürich-Kloten hat die Gemeinde Weiach im letzten halben Jahrhundert wohl stärker geprägt als jede andere bauliche Struktur.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: left;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjL7UKxRkBenUW2vMK3sphGeFNfADWhT8FejMCtj5bej6lOJH2xx1ismUg_4cVbiVCas_mD2uR6Y5d4KiPJb_OVn4WOeN0CRdlZP0aqPjL9vRAvDOxSkk4qhQqrZANChBLc_O7DCfrNidXXPgqrf3cg3JrY-MEuxKBk8sv5zRPH13JTwLDNiZ88eQ/s979/Screenshot%202026-04-01%20162749.png&quot; style=&quot;clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;482&quot; data-original-width=&quot;979&quot; height=&quot;316&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjL7UKxRkBenUW2vMK3sphGeFNfADWhT8FejMCtj5bej6lOJH2xx1ismUg_4cVbiVCas_mD2uR6Y5d4KiPJb_OVn4WOeN0CRdlZP0aqPjL9vRAvDOxSkk4qhQqrZANChBLc_O7DCfrNidXXPgqrf3cg3JrY-MEuxKBk8sv5zRPH13JTwLDNiZ88eQ/w640-h316/Screenshot%202026-04-01%20162749.png&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;span&gt;An der Kreuzung der Westpiste 10/28 mit der Instrumentenlandepiste 16/34.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size: x-small;&quot;&gt;Bildquelle: &lt;a href=&quot;https://www.travelnews.ch/flug/24442-flugverkehr-in-der-schweiz-noch-unter-niveau-2019.html&quot;&gt;Travelnews.ch (2023)&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Eine säkulare Zäsur für Weiach&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die offizielle Inbetriebnahme fiel auf den 1. April 1976. Kein Aprilscherz, leider. Mit diesem Tag hat sich die Taktung des Lebens der Weiacherinnen und Weiacher sozusagen für immer verändert.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Rhythmus der Triebwerksgeräusche drückt unserer Lebensrealität den Stempel auf. So sehr, dass man als Weycher vor lauter Ruhe schon fast aus dem Konzept gerät, wenn sie einmal fehlen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Anfangs gab es in Hochbetriebsphasen alle drei Minuten einen Anflug, später alle 90 Sekunden. Wer im offenen Gelände eine Rede hält, sei es eine Grabrede auf dem Friedhof oder eine Erstaugust-Ansprache auf dem Schulhausplatz, der muss diese Geräuschkulisse auf dem Zettel haben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Natürlich ist die Lautstärke nicht mehr so extrem wie zu Zeiten von Caravelle und Tupolew. Und meist überfliegen landende Jets unser Dorfzentrum, wesentlich leiser als startende Maschinen, wie sie auf der Westpiste abheben und die Gläser in den Rümlanger Küchenkasten erzittern liessen (vgl. die Ansprache von Regierungsrat Kägi, &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2007/08/regierungsrat-markus-kgi-ansprache-zum.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 498&lt;/a&gt;). Aber trotzdem: Flüsterjets, wie einst versprochen, sind das auch heute nicht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Ob Franken oder Kubikmeter. Für die Piste werden Millionen bewegt.&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bereits weniger als ein Vierteljahrhundert nach der Eröffnung (im Jahre 1948) platzte der Flughafen aus allen Nähten. Durch das Pistenkreuz (vgl. den Blick auf die Kreuzung im Bild oben) war aber die Zahl der Flugbewegungen begrenzt. Auf der in der ersten Hälfte der 1970er grössten Baustelle der Schweiz liefen aus diesem Grund viele Aktivitäten, sodass nicht alles im Zeitplan fertig wurde. Die zusätzliche Start- und Landebahn hatte aber wohl die höchste Priorität, was man Mitte 1973 aus den &lt;i&gt;Neuen Zürcher Nachrichten&lt;/i&gt; herauslesen konnte:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Eröffnet wird aber so oder so im Früjahr &lt;/i&gt;[sic!]&lt;i&gt; 1976 die neue Piste 14/32. Für diese 3300 Meter lange Piste sind seit Herbst 1971 rund 1,8 Mio. Kubikmeter Erde verschoben und im nördlichen Pistenbereich bis zehn Meter hohe Dämme geschüttet worden. Durch den Pistenbau mussten für mehrere Millionen Franken der Himmelbach verlegt und gleichzeitig wertvolle Biotope verpflanzt werden. Bald wird mit dem Auftragen der Auflast begonnen und 1974/75 mit der Stabilisierungsschicht des Belages. Ab 1976 schliesslich kann dank dieser neuen Piste die stündliche Zahl der Flugbewegungen von 35 auf 55 heraufgesetzt werden.&lt;/i&gt;»&amp;nbsp;(NZN, 14. Juni 1973)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Der Übername V-Piste wird geprägt&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Spätestens ein Jahr danach taucht der Übername in den Medien auf. Erwähnt wird, dass die neue Piste eigentlich bereits zu kurz sei und auch aus anderen Gründen dringend benötigt werde. Der Zustand der Blindlandepiste, die seit November 1948 in Betrieb war, machte den Verantwortlichen Sorgen:&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Auf dem Flughafen Zürich nimmt die dritte Hauptpiste Gestalt an. Ihre Längsachse verläuft in der Richtung 140/320 Grad, und deshalb lautet ihre Bezeichnung in der Fachsprache 14/32. Bereits hat sie aber einen einprägsameren Namen erhalten: «V-Piste». Dem Bau dieser 3300 Meter langen Piste stimmten die Zürcher Bürger 1970 zu; sie bildet einen Bestandteil der dritten Ausbauetappe. Dagegen ist die Frage umstritten, ob die V-Piste verlängert werden soll. Da der Zustand des Belages der Instrumentenanflugpiste 16/34 sich in erstaunlich kurzer Zeit überraschend verschlechterte, wurde von den zuständigen Behörden die Möglichkeit geprüft, die V-Piste nordwärts zu verlängern, um sie während der Instandstellungsarbeiten an der Instrumentenanflugpiste als Ersatz für Starts von schweren Flugzeugen, die eine längere Startrollstrecke benötigen, verwenden zu können.&lt;/i&gt;» (NZZ, 9. Juli 1974)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;«Endausbau» kurz vor dem Abschluss&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nachdem am 30. März der erste Jumbo Jet auf der V-Piste aufgesetzt hatte, war es heute vor 50 Jahren dann so weit: Die V-Piste wurde für den regulären Betrieb freigegeben. Was im Jahr davor und rund um diese neue Piste herum sonst noch so gebaut wurde, darüber berichteten u.a. wiederum die Neuen Zürcher Nachrichten am 31. März 1976:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Es. Nach der letztjährigen Eröffnung des Terminal B und der Fingerdocks im Flughafen Zürich-Kloten wird nun am 1. April die neue Piste 14/32, auch V-Piste genannt, eingeweiht. Zur gleichen Zeit wird eine Fussgängerverteilebene im zweiten Geschoss des Parkhauses B, die unmittelbar über dem im Bau befindlichen SBB-Bahnhof der Flughafenlinie liegt, in Betrieb genommen. Ebenfalls eröffnet werden zahlreiche Geschäfte in dieser Kontaktzone sowie ein weiteres Flughafenrestaurant.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Eigens für die Presse wurde gestern Dienstagvormittag die erste Landung mit einem Jumbo-Jet der Swissair im Beisein der Regierungsräte Jakob Stucki und Alois Günthard durchgeführt. Sicher und fast auf den Millimeter genau setzte Flugkapitän Hürzeler, der übrigens mit diesem Flug in den «Pilotenruhestand» tritt, den rund 350 Tonnen schweren Stahlvogel auf der neuen Landebahn auf. Die neue Piste 14/32, mit deren Bau im Jahre 1973 begonnen wurde, ist 3300 Meter lang und rund 60 Meter breit. Die in erster Linie für Anflüge bestimmte V-Piste ist die dritte des Flughafens Zürich-Kloten. Sie wurde gebaut, weil die bestehenden Flugbahnen, die Blindlande- und die Westpiste, sich kreuzen und damit den Flugverkehr erschwerten.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;i&gt;Leistungsfähiges Dreipistensystem&lt;/i&gt;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Von der Leistungsfähigkeit des neuen Dreipistensystems kann erwartet werden, dass sie den Anforderungen über Jahre hinaus genügen wird. Doch ist sie definitiv erst auswertbar, nachdem die Sanierungsarbeiten der Blindlandepiste abgeschlossen sind. Im Dezember letzten Jahres haben die Stimmbürger der Erneuerung der Blindlandepiste zugestimmt. Im Herbst dieses Jahres werden denn auch die dazu erforderlichen Bauarbeiten beendet sein, und auf den 1. Oktober ist die Inbetriebnahme eingeplant. Wie Baudirektor Günthard in seiner Ansprache ausführte, werden die Tiefbauarbeiten mit dieser Pistensanierung ihren Abschluss finden. Denn im Herbst 1976 wird der Flughafen Zürich-Kloten über eine noch Jahre andauernde ausreichende Kapazität verfügen.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;i&gt;Fussgängerverteilebene&lt;/i&gt;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Im neuen von der Flughafen-Immobilien-Gesellschaft erstellten Parkhaus B, das gegenüber dem Terminal B liegt, wird am 1. April das zweite Geschoss, die Fussgängerverteilebene in Betrieb genommen. Diese Kontaktzone für Passagiere und Besucher liegt unmittelbar über dem im Bau befindlichen SBB-Bahnhof der Flughafenlinie, der bis 1980/81 ebenfalls fertiggestellt sein wird. In dieser Kontaktzone, die über eine Passarelle und Rolltreppe vom Terminal B oder direkt vom Parkhaus B erreicht wird, sind zahlreiche Geschäfte, Einkaufsläden und Dienstleistungsbetriebe untergebracht.&amp;nbsp; Zu den Neuheiten im Flughafen Zürich-Kloten gehört nun auch ein weiteres Restaurant am Ende der Fingerdocks, von dem man einen weiten Rundblick über das Flughafengelände geniessen kann.&lt;/i&gt;» (NZN, 31. März 1976)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/a/AVvXsEgT-W41C9AirRTzyvX-R-B488DsdNiOG55WcTXb6xp5EOFVW6qzT-MdL8pQnM2KJLjOb1BkmoVMoyzB0J20Xrr4EdwLBr2nBRzwKgo3_y-ecWJobmM-u2snbtDuovNMtmZaKCwEPHr90_tshzY89-eDu44xDJf1z388J8G8BLGCZK5zDh6SBVUBgA&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;&quot; data-original-height=&quot;295&quot; data-original-width=&quot;383&quot; height=&quot;240&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/a/AVvXsEgT-W41C9AirRTzyvX-R-B488DsdNiOG55WcTXb6xp5EOFVW6qzT-MdL8pQnM2KJLjOb1BkmoVMoyzB0J20Xrr4EdwLBr2nBRzwKgo3_y-ecWJobmM-u2snbtDuovNMtmZaKCwEPHr90_tshzY89-eDu44xDJf1z388J8G8BLGCZK5zDh6SBVUBgA&quot; width=&quot;312&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Bildlegende: «&lt;i&gt;Die neue Piste 14/32 von Norden her aufgenommen. Rechts die Instrumentenlandepiste 16/34, die während der nächsten sechs Monate erneuert wird.&lt;/i&gt;»&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Quellen&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&amp;amp;d=NZN19730614-01.2.14.7.&quot;&gt;Der Flughafen Kloten nach 25 Jahren&lt;/a&gt;. In: Neue Zürcher Nachrichten, Nummer 135, 14. Juni 1973 – S. 2.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&amp;amp;d=NZZ19740709-02.2.28.4&quot;&gt;Die V-Piste auf dem Flughafen Zürich&lt;/a&gt;. In:&amp;nbsp;Neue Zürcher Zeitung, 9. Juli 1974, Mittagausgabe Nr. 313&amp;nbsp;– S. 19.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&amp;amp;d=NZN19760331-01.2.15.1&quot;&gt;Der Flughafen Zürich-Kloten vor Endausbau&lt;/a&gt;. In: Neue Zürcher Nachrichten, 31. März 1976&amp;nbsp;– S. 5.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/04/v-piste-1432-ein-halbes-jahrhundert.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjL7UKxRkBenUW2vMK3sphGeFNfADWhT8FejMCtj5bej6lOJH2xx1ismUg_4cVbiVCas_mD2uR6Y5d4KiPJb_OVn4WOeN0CRdlZP0aqPjL9vRAvDOxSkk4qhQqrZANChBLc_O7DCfrNidXXPgqrf3cg3JrY-MEuxKBk8sv5zRPH13JTwLDNiZ88eQ/s72-w640-h316-c/Screenshot%202026-04-01%20162749.png" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-3953486495492891987</guid><pubDate>Mon, 30 Mar 2026 21:23:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-03-31T22:08:04.770+02:00</atom:updated><title>V-Piste oder Blindlandepiste? Zunamen für die Runway 14/32</title><description>&lt;p&gt;Am 31. Mai 2011 berichtete der «Zürcher Unterländer» über den baldigen Beginn von umfangreichen Bauarbeiten an der Stadlerstrasse, dem nördlichsten Abschnitt der kantonalen RVS 566 (1844/45 als Strasse Weiach-Seebach erstellt) zwischen den Ortschaften Weiach und Raat. Laut dem Bericht sollten die Arbeiten bis im September andauern. Für grosse und schwere Fahrzeuge erforderten sie eine Umleitung über die Umfahrungsroute RVS 348 vom Autobahnanschluss A50 nach Neerach, auch «Kiesstrasse» genannt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Geklauter Übername&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sowohl im «Unterländer», wie gleichentags auch im «Tages-Anzeiger» wurde der Übername des zu sanierenden Abschnitts kolportiert: Er werde im Volksmund «Blindlandepiste» genannt. Wie diese Namensgebung zu erklären sei, das verraten die Zeitungsmacher aber nicht.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auffallend an der Stadlerstrasse ist ihr schnurgerader Verlauf zwischen zwei ehemaligen Fixpunkten des Weiacher Dorflebens, der Mühle zuoberst im Oberdorf und dem Gasthof Sternen. Parallel dazu bzw. fast exakt in gleicher Linie verläuft die Achse der Piste 14/32 und damit die Anflugschneise auf den Flughafen Kloten. Die Vermutung ist daher naheliegend, dass dieser Umstand zur Namensgebung massgebend beigetragen hat.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nun ist es allerdings so, dass sich die Bezeichnung «Blindlandepiste» originär auf die Piste 16/34 bezieht, die bereits seit November 1948 in Betrieb ist. Diese Start- und Landebahn war die erste, welche mit einem sog. &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Instrumentenlandesystem&quot;&gt;Instrumentenlandesystem&lt;/a&gt; (ILS) ausgerüstet wurde, das Anflüge bei schlechten Sichtbedingungen erlaubt. In dieser Zeit erhielt die Piste ihren ziemlich dick auftragenden Übernamen. Nach dem Aufsetzen auf der Piste und spätestens auf dem Vorfeld müssen die Piloten nämlich einige Meter weit sehen können.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;«Blindlandepiste» war anfangs ein Alleinstellungsmerkmal&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da die Piste 16/34 einstmals als einzige (mehr oder weniger) in Nordrichtung gewiesen hat, ist der Name von den Weiachern wohl auf die neu erstellte Piste 14/32 übertragen worden. Und das nicht ganz zu unrecht. Denn auch die in der ersten Hälfte der 1970er-Jahre erstellte Piste 14/32 kann man als Blindlandepiste bezeichnen. Auch sie weist ein ILS/&lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Distance_Measuring_Equipment&quot;&gt;DME&lt;/a&gt; für die Landung auf Runway 14 auf. Diese Systemkombination ist hochpräzise und zugelassen für &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Instrumentenlandesystem#ILS-Kategorien&quot;&gt;CAT II/III&lt;/a&gt; (teilweise bis CAT IIIb). Das bedeutet, es erlaubt Landungen bei sehr schlechter Sicht (niedrige Wolkenbasis und geringe Runway Visual Range). Die &lt;a href=&quot;https://en.wikipedia.org/wiki/Runway_visual_range&quot;&gt;Runway Visual Range&lt;/a&gt; (RVR) gibt die Distanz an, über die der Pilot im Anflug auf der Achse der Landebahn die Markierungen zur Begrenzung der Bahn oder die Mittellinie sehen kann.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Die jüngste Piste ist die&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&lt;b&gt;«&lt;/b&gt;&lt;b&gt;V-Piste&lt;/b&gt;&lt;b&gt;»&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die vor einem halben Jahrhundert in Betrieb genommene Runway 14/32 bildet zwar keine Bodenkreuzung (wie die 10/28 Westpiste mit der 16/34). Sie ist jedoch – zum Leidwesen der Kapazitätsplaner des Flughafens und zur Freude der Stadtplaner in Bülach – keine Parallelpiste zur alten Blindlandepiste geworden. Die Anflugschneisen 14 und 16 schneiden sich, was die Verwendungsmöglichkeiten beschränkt. Ab dem Schnittpunkt öffnet sich nach Nordnordwest ein Winkel, der auf der Karte wie ein V aussieht. Daher wird sie auch in offiziellen Dokumenten als «V-Piste» bezeichnet.&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEj6I2do2n_UB9UtGq-oT-gPl3VCDud0IBfE5ZxcNd27PTTWNQ8flB2zVmpzmNgh4kKhcY9V8MSIH2dmfi3daW0V5nEYz0fCjnwpvpIewHdqop1tMqCIGcVcwUWej8WOzVZpzEYes-ho2j_P7doX4DwnOrhux-MNiLWDB0XCdwaw-81Hi_tzi9Cd8g/s1413/Karte_-_Flughafen_Z%C3%BCrich_ZRH.png&quot; imageanchor=&quot;1&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;1413&quot; data-original-width=&quot;960&quot; height=&quot;640&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEj6I2do2n_UB9UtGq-oT-gPl3VCDud0IBfE5ZxcNd27PTTWNQ8flB2zVmpzmNgh4kKhcY9V8MSIH2dmfi3daW0V5nEYz0fCjnwpvpIewHdqop1tMqCIGcVcwUWej8WOzVZpzEYes-ho2j_P7doX4DwnOrhux-MNiLWDB0XCdwaw-81Hi_tzi9Cd8g/w434-h640/Karte_-_Flughafen_Z%C3%BCrich_ZRH.png&quot; width=&quot;434&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both;&quot;&gt;&lt;b&gt;Lageplan des Flughafens Zürich&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size: xx-small;&quot;&gt;Datei:Karte - Flughafen Zürich ZRH.png&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size: xx-small;&quot;&gt;Urheber: Kartenwerkstatt Wikipedia&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size: xx-small;&quot;&gt;Lizenz: CC BY-SA 2.5&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size: xx-small;&quot;&gt;Erstellt: 1. Juni 2009&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size: xx-small;&quot;&gt;Hochgeladen: 31. Mai 2015&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Nun besteht Korrekturbedarf&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf diesen 2011 im Druck überlieferten Übernamen ist auch der WeiachBlog-Autor hereingefallen. Da die Piste 14/32 häufiger als V-Piste bezeichnet wird (und nicht als Blindlandepiste), müssen folgende seit 2007 publizierten Artikel mit einem Verweis versehen werden, der den Lokalnamen mit einer Erklärung und der gebräuchlicheren Bezeichnung ergänzt.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;InhaltsverzeichnisWeiachBlog&quot;&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;Weiach als Bauernopfer für Bülach. &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2007/11/weiach-als-bauernopfer-fr-blach.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 569&lt;/a&gt;, 22. November 2007.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Lasst die Vergangenheit ruhen – 25. Jahrestag des Absturzes. &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2015/11/lasst-die-vergangenheit-ruhen-25.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 1244&lt;/a&gt;, 14. November 2015.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Nur 150 Meter tiefer und die DC-9 hätte den Wingert gestreift! &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2020/11/nur-150-meter-tiefer-und-die-dc-9-hatte.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 1610&lt;/a&gt;, 13. November 2020.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Der Frauenverein reist ins Toggenburg und Tössbergland. &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2022/05/der-frauenverein-reist-ins-toggenburg.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 1825&lt;/a&gt;, 10. Mai 2022&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Kalter Abstimmungs-Kaffee aus dem Gemeindehaus. &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2024/03/kalter-abstimmungs-kaffee-aus-dem.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 2045&lt;/a&gt;, 2. März 2024&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Not in my backyard? Bauprojekt Asylunterkunft unter der Lupe. &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2024/04/not-in-my-backyard-bauprojekt.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 2090&lt;/a&gt;, 28. April 2024.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Quellen&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;Zwischen Weiach und Raat wird gebaut. In: Tages-Anzeiger, 31. Mai 2011.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Baustelle ab Montag bis im September. In: Zürcher Unterländer, 31. Mai 2011.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Projektseite &lt;a href=&quot;https://www.flughafen-zuerich.ch/de/unternehmen/flughafen-zuerich/flughafen-entwicklung/abgeschlossene-bauprojekte/sanierung-piste-14-32&quot;&gt;Sanierung Piste 14-32 – ohne Störung des Flugbetriebs&lt;/a&gt;. Flughafen Zürich, 2014.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/03/v-piste-oder-blindlandepiste-von-den.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEj6I2do2n_UB9UtGq-oT-gPl3VCDud0IBfE5ZxcNd27PTTWNQ8flB2zVmpzmNgh4kKhcY9V8MSIH2dmfi3daW0V5nEYz0fCjnwpvpIewHdqop1tMqCIGcVcwUWej8WOzVZpzEYes-ho2j_P7doX4DwnOrhux-MNiLWDB0XCdwaw-81Hi_tzi9Cd8g/s72-w434-h640-c/Karte_-_Flughafen_Z%C3%BCrich_ZRH.png" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-645636205616590548</guid><pubDate>Wed, 11 Mar 2026 13:45:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-04-01T20:16:02.098+02:00</atom:updated><title>«Die Censur in Zürich ist unertreglich scharff...»</title><description>&lt;p&gt;Diese Aussage von Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827; ja, DEM &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Heinrich_Pestalozzi&quot;&gt;Pestalozzi&lt;/a&gt;) an seinen Freund und Förderer, den Basler Geschichtsphilosophen &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Isaak_Iselin&quot;&gt;Isaak Iselin&lt;/a&gt; (1728-1782) mag etwas übertrieben wirken. Aber es war tatsächlich so, dass in den Jahren vor dem Ende des Ancien Régime die Zensurpraxis «&lt;i&gt;selbst im europäischen Vergleichsmassstab&lt;/i&gt;» derart rigoros war, dass nach der Hinrichtung des Regimekritikers Pfr.&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Heinrich_Waser_(Statistiker)&quot;&gt;Johann Heinrich Waser&lt;/a&gt; im Jahr 1780 eine Art Friedhofsruhe herrschte, in der jede Art von kritischer Regung unterblieb. Das ist zumindest die Einschätzung Rolf Grabers in seiner Habilitationsschrift «Zeit des Teilens» (Zürich 2003 – S. 81).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In der Fussnote 40 zu Kapitel 2 seines Werks führt Graber etliche Belege an, darunter Pfarrer Waser, der sich 1779 in einem Brief an &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/August_Ludwig_von_Schl%C3%B6zer&quot;&gt;August Ludwig Schlözer&lt;/a&gt; darüber beklagte, dass «&lt;i&gt;wir Schweizer eine so verfluchte Censur haben, die bald schlimmer als spanische Inquisition ist.&lt;/i&gt;» Der im Titel stehende Satz Pestalozzis pflichtet dem bei und erläutert auch gleich die Wirkung: «...&lt;i&gt;und unterdrukt vast alle guten treffenden, das Volk in seinen nechsten Angelegenheiten erleuchtenden Stellen.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das sahen auch ausländische Beobachter, die Zürich besuchten, nicht anders, so 1785 &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Cay_Lorenz_Hirschfeld&quot;&gt;Christian C.L. Hirschfeld&lt;/a&gt;, der mit Verweis auf die «&lt;i&gt;Pressfreyheit&lt;/i&gt;» in Dänemark und Preussen den «&lt;i&gt;ungeheuren Abstand zwischen dem Despotismus der Aristocratien&lt;/i&gt; [gemeint: Zürich; Anm. WeiachBlog] &lt;i&gt;und der glücklichen Freyheit sicherer Monarchien&lt;/i&gt;» konstatierte. Oder &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Michael_Afsprung&quot;&gt;Johann Michael Afsprung&lt;/a&gt; 1784 mit dem Satz «&lt;i&gt;Ein Zürcher kann also nie etwas schreiben, was zur Aufklärung und Vervollkommnung der Gesetze und der Verfassung etwas beytragen könnte, ohne es der Censur zu übergeben.&lt;/i&gt;» (Alle Zitate n. Graber 2003 – S. 81)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Zensur ist böse. Deshalb werden Scheren in die Köpfe programmiert&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Verschweigen und Diffamieren sind die kleinen Geschwister dieser Bücher- und Presse-Zensur. Das erste Mittel der Wahl ist der dezente Hinweis, der Autor möge durch gezieltes Weglassen von Teilen der Realität, über die man den Mantel des Schweigens breitet, im Sinne des Staates wirken. Wenn das funktioniert: tant mieux!&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn nicht, dann muss die zweite obrigkeitliche Raketenstufe gezündet werden: die defamatorische Kriegführung. Sie dient vor allem dazu, einen Meinungsflächenbrand zu verhindern oder ihn wenigstens auf ein noch handhabbares Mass einzudämmen. Flankiert werden diese Operationen durch gezielte wirtschaftliche Angriffe auf die Verbreiter der unerwünschten Botschaft, die der von den Machthabern zur Wahrheit erklärten widerspricht. Heisst in heutiger Zeit: Berufsverbote, Kontosperrungen, Hausdurchsuchungen, Einleitung von Strafverfahren, etc.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn das auch nicht mehr hilft, folgt Stufe 3. Wobei das Problem auftritt, dass der Staat in westlichen Gesellschaften offiziell nicht Zensur ausüben darf. Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland steht das sogar explizit drin: Zensur finde nicht statt, heisst es in Art. 5 Abs. 1 GG. Also muss ein indirektes Vorgehen gewählt werden. Wie geht das?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Winning hearts and minds&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es verwundert nicht, dass heutzutage, wo die Bedingungen aufgrund der in sich zusammenfallenden Weltfinanzordnung und Neusortierung der Machtverhältnisse für jedermann rauer werden, die Zügel besonders kurz zu halten sind. Mittlerweile gibt es Heerscharen von PR-, Informations- und Medienbeauftragten, ganze Divisionen von Para-Journalisten (allein das Pentagon hat Tausende von ihnen im Dienst, ursprünglich zur engen Manndeckung von embedded journalists auf Kriegsschauplätzen).&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Diese Beauftragten werden überall da eingesetzt (wie Spezialkräfte per Fallschirm abgeworfen), wo die offiziellen Journalisten (solche mit Presseausweis und Berufsregistereintrag) bei der Einnordung des richtigen Narrativs Nachhilfe brauchen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gegen eine Übermacht mit Faktor 10 und mehr an solchen von Behörden, Konzernen, NGOs, Lobbyverbänden, usw. angestellten Message-Control-Spezialisten hat die gemäss herrschender Lehrmeinung Vierte Gewalt im Staate schon a priori schlechte Karten. Dazu kommen dann noch mehr oder weniger subtile Eingriffe der Eigentümer und Geldgeber von Medienhäusern, die der Chefredaktion klar machen, was die veröffentlichte Meinung zu sein hat. Auch wenn die öffentliche Meinung objektiv dargestellt eine ganz andere wäre. Dieser Effekt spielt ganz unabhängig davon, ob es sich um öffentlich-rechtliche Monopole (wie die SRG) oder oligopolistische private Medienkonzerne handelt. So war das im Zweiten Weltkrieg und so ist es letztlich bis heute.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Narrativale Lufthoheit im Zeitalter von Social Media&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Problematisch wurde es für die Herrschenden im Internetzeitalter seit dem Aufkommen einfacher Verbreitungsmechanismen, genannt Social Media, wie z.B. diesem Blog, die keine teuren Druckeinrichtungen mehr benötigen und in Windeseile um den Planeten geschickt werden können. Wer nicht narrativkonform ist und zu grosse Reichweite erlangt, der muss damit rechnen, von Algorithmen ausgebremst oder gar ganz gecancelt zu werden.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Besonders gefährliche Oppositionelle werden von den powers that be mit den oben erwähnten Methoden behandelt, bis hin zum schärfsten Mittel: der obrigkeitlichen Totalsanktionierung. Ein Bannstrahl, der bis dato zwei Schweizer Staatsbürger getroffen hat: zuerst Nathalie Yamb (weil sie die fortdauernden Kolonisationstrukturen in Afrika kritisiert) und dann Jacques Baud (weil er eine dem EU-Narrativ zuwiderlaufende Interpretation des Ukrainekonflikts vertritt).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Vor- und Nachzensur vor 200 Jahren&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch zurück in die Geschichte. Im 18. Jahrhundert wurde die Bücher-Zensur in Zürich selbst in der sog. Predicanten-Ordnung von 1758 noch ganz offen sozusagen zu einer Nebenaufgabe der Zürcher Staatskirche erklärt (vgl. die Quellen unten). Gewirkt hat das nur bedingt.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auch nach den französischen Revolutionswirren, im 19. Jahrhundert, waren gewisse Ideen nicht mehr auszurotten, weshalb die Behörden mittels Zensur versuchten, den Deckel auf dem Meinungskochtopf zu behalten. Dies illustriert die Deutsche Nationalbibliothek am Beispiel von&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Heine&quot;&gt;Heinrich Heine&lt;/a&gt;&amp;nbsp;(1797-1856) auf einer Themenseite zur Mediengeschichte wie folgt:&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Heinrich Heines Kritik an den politischen Verhältnissen in Deutschland führte zu zahlreichen Verboten seiner Schriften. Sein Umgang mit der Zensur war produktiv, zuweilen satirisch und kunstvoll. So verspottete er im zweiten Band seiner Reisebilder die Zensoren mit ihren eigenen Stilmitteln: Im zwölften Kapitel deuten viele Striche eine umfangreiche Zensurmaßnahme an, die nur vier Worte stehen lassen: „Die Deutschen Censoren“ und sechs Zeilen weiter unten: „Dummköpfe“.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Mit der Einführung des Pressegesetzes der &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Karlsbader_Beschl%C3%BCsse&quot;&gt;Karlsbader Beschlüsse&lt;/a&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;[Link durch WeiachBlog]&lt;i&gt; im Jahr 1819 mussten Veröffentlichungen mit einem Umfang bis 19 Bogen (320 Oktavseiten) der Behörde zur Vorzensur vorgelegt werden. Die beanstandeten Passagen wurden aus Kostengründen nicht neu gesetzt, sondern durch Streichungen unkenntlich gemacht. Um der Vorzensur zu entgehen, wurde der Umfang von Büchern oft auf 20 Bogen erweitert, die somit erst nachträglich zensiert werden konnten. Zensierte Textstellen durften ab 1826 in Preußen und ab 1834 im gesamten Deutschen Bund nicht mehr durch Zensurstriche kenntlich gemacht werden. Die zensierten Texte mussten kostenaufwendig neu gesetzt werden. Dadurch wurden Autoren und Verleger zur Selbstzensur gezwungen.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Andere Zeiten, andere Methoden. Diese beiden Abschnitte zeigen dennoch ein autoritäres Muster auf, das sich wie ein roter Faden bis in die heutige Zeit hineinzieht. Machtapparate wollen die Informationshoheit behalten. Und schätzen es gar nicht, wenn ihre Zensur allzu offensichtlich zutage tritt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Quellen&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;IX. Ordnung wegen der Censur der Bücher. In: Erneuerte und vermehrte Predicanten-Ordnung für die Diener der Kirchen in der Stadt und auf der Landschaft Zürich. Samt beygefügter Stillstands-, Censur- und Druker-Ordnung. [Zürich], 1758 –&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://www.e-rara.ch/zuz/content/zoom/4987862&quot;&gt;S. 91-99&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Graber, R.: Zeit des Teilens. Volksbewegungen und Volksunruhen auf der Zürcher Landschaft 1794-1804. Chronos-Verlag, Zürich 2003&amp;nbsp;– S. 81.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;DNB (ed.): &lt;a href=&quot;https://mediengeschichte.dnb.de/DBSMZBN/Content/DE/Zensur/06-heine-heinrich.html&quot;&gt;Satire gegen die Zensur&lt;/a&gt;. Heinrich Heine 1797-1856. s.l., s.d.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/03/die-censur-in-zurich-ist-unertreglich.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-3834931161153502313</guid><pubDate>Wed, 04 Mar 2026 17:09:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-06-13T18:12:11.550+02:00</atom:updated><title>Erdschlipf im Soli zerstört neues Heimwesen</title><description>&lt;div&gt;&lt;p&gt;Im Frühjahr vor 150 Jahren war die Witterung eine überaus nasse. Es regnete viel mehr als sonst. Solche Bedingungen haben Auswirkungen auf instabile Hänge.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Erdrutsch&quot;&gt;Erdrutsche&lt;/a&gt; (früher als Erdschlipf bezeichnet) gab und gibt es auch auf Weiacher Boden. So im Geländeeinschnitt zwischen der «Fasnachtflue» und dem «Stein», genannt Soli, worüber Willi Baumgartner-Thut in seiner Monographie über die Weiacher Rebberge berichtet.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Rutschung im «Stein»?&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wo genau das «Häuschen» gestanden hat, dessen Zerstörung am 4. März 1876 in den Zeitungen rapportiert wurde, ist bislang nicht bekannt:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;In der Nähe des Dorfes Weyach, im sogen. Stein, fand am 4. dieß in Folge des anhaltenden Regenwetters ein ca. 40 Jucharten umfassender Erdrutsch statt. Auf einem Theil dieser Grundfläche wurde vor 5 Jahren ein für Fr. 2100 assekurirtes Häuschen erbaut, welches nun in Folge dieser Erdbewegung total zerrissen und unbewohnbar geworden ist. Die Insaßen hörten schon in der vorhergehenden Nacht ein intermittirendes Krachen des Gebälkes und retteten sich am folgenden Morgen noch rechtzeitig in das Dorf Weyach.&lt;/i&gt;» (NZZ, 6. März 1876)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mit dem Begriff «&lt;i&gt;dieß&lt;/i&gt;» ist der laufende Monat gemeint. Ähnlich wie beim Kürzel «a.c.» (anni currentis) das laufende Jahr.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im &lt;i&gt;Bülach-Dielsdorfer Volksfreund&lt;/i&gt; (der bis in unsere Tage unter dem Namen &lt;i&gt;Neues Bülacher Tagblatt&lt;/i&gt;&amp;nbsp;bekannt war) steht in der Nr. 21 vom Samstag, 11. März 1876 auf Seite 1 unter der Rubrik Lokales eine redaktionell bearbeitete Fassung:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Weyach. Letzten Samstag fand im sog. &quot;Stein&quot; in Folge des anhaltenden Regenwetters ein zirka 40 Jucharten umfassender Erdrutsch statt. Auf einem Theil dieser Grundfläche wurde vor 5 Jahren ein für Fr. 2100 assekuriertes Häuschen erbaut, welches nun in Folge dieser Erdbewegung total zerrissen und unbewohnbar geworden ist. Die Insassen hörten schon in der vorhergehenden Nacht ein zeitweiliges Krachen des Gebälkes und retteten sich am folgenden Morgen noch rechtzeitig in das Dorf.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Man sieht, dass die Zeitungen entweder damals schon mehr oder weniger voneinander abgeschrieben haben. Oder vom selben Korrespondenten beliefert wurden, wie wohl in diesem Fall.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Sehr grosse Fläche in Bewegung geraten&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;40 Jucharten sind eine beträchtliche Fläche, nämlich rund 14.5 Hektaren, die da ins Rutschen gerieten. Das ist genau das Problem, was Baumgartner-Thut für eine bestimmte Sektion im Soli beschrieben hat, die von einer der ab 1909 erstellten Rebstrassen durchschnitten wird. Es ist daher nicht abwegig anzunehmen, dass es sich 1876 um dasselbe Gebiet gehandelt hat, das grossräumig in Bewegung geriet.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die beschriebene Art der Zerstörung (es sei «zerrissen» worden) deutet darauf hin, dass das Gebäude auf der Rutschfläche stand und Scherkräften ausgesetzt wurde. Das ist umso wahrscheinlicher, wenn es sich um ein gemauertes Gebäude handelt, das nicht auf einer betonierten Fundamentplatte errichtet wurde.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Versicherungsunterlagen helfen weiter&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Kanton Zürich verfügt seit 1809 über eine obligatorische Brandassekuranz-Anstalt, bei der jedes Gebäude (ausser ganz kleine und solche mit ausserordentlichen Risiken) versichert werden musste. Die Lagerbücher dieser Anstalt stellen daher einen fast lückenlosen Gebäudekataster dar.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Blättern wir in dem Exemplar, das im Weiacher Gemeindearchiv liegt, dann finden wir genau ein Gebäude, auf das die im Zeitungsbericht genannten Kriterien (mit einer Ausnahme) zutreffen. Das Haus «Nr. 122 Im Stein»:&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjFbdyhekoSN7X2c6VsO5E2yiWDsAo9WOEF673lOE5s7_D77RmoHFuqIWGEUXo7QMnkeWsnba3lf6_WSZZAUkpm2sF3bgycDUDmfGBkp7L4F5C72OoaK129AGVvBilQHxJL7g_M3inoMAe-sgC06krEu8jOimEYsCbSpD_arNUxCoE118yJt7c_tg/s586/Screenshot%202026-01-25%20145424.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;440&quot; data-original-width=&quot;586&quot; height=&quot;480&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjFbdyhekoSN7X2c6VsO5E2yiWDsAo9WOEF673lOE5s7_D77RmoHFuqIWGEUXo7QMnkeWsnba3lf6_WSZZAUkpm2sF3bgycDUDmfGBkp7L4F5C72OoaK129AGVvBilQHxJL7g_M3inoMAe-sgC06krEu8jOimEYsCbSpD_arNUxCoE118yJt7c_tg/w640-h480/Screenshot%202026-01-25%20145424.png&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Die Nummer war von einem 1866 «geschlissenen» Haus «Im Berg oben» (gemeint wohl die heutige Bergstrasse) wiederverwendet worden. Diese Einträge wurden 1871 durchgestrichen.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Unter der doppelten Trennlinie die Angaben zum neuen, im Eigentum eines Jakob Meier stehenden Gebäudes, «freistehend, neu erbaut», das 1871 erstmals in die Versicherung aufgenommen, mit 1500 Franken bewertet und als «unvollendet» bezeichnet wird.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Drei Jahre später ist aus dem reinen «Wohnhaus» (vollständig gemauert) eines mit Scheune und Stall geworden, das nur noch zu 5/6 aus Mauerwerk bestand. Der Ökonomieteil war also aus Holz, der Wohnteil gemauert.&amp;nbsp;Und es galt nach wie vor als «noch unvollendet».&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Für das Jahr 1876 ist als Eigentümer «Felix Meier Hafner» eingetragen. Statt eines Versicherungswerts ein dicker Strich und in der hintersten Spalte der Vermerk «abgetragen».&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Wie der Berichterstatter, aus dessen Zeilen die Zeitungen ihre Kurzmeldungen fabriziert haben, auf die Versicherungssumme von 2100 Franken gekommen ist? Verschrieben aus dem korrekten 4100?&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Die Nummer 122 scheint ihren Bauherren jedenfalls überhaupt kein Glück gebracht zu haben: im ersten Fall bestand die Baute 27 Jahre, im zweiten nur gerade 5 Jahre.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;Elementarschäden nicht versichert!&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Im Gegensatz zu heute waren Erdrutsche, Überschwemmungen, Stürme und andere derartige sog.&amp;nbsp; Elementarereignisse nicht durch die kantonale Gebäudeversicherung abgedeckt. Für den Eigentümer Felix Meier war das eine Situation wie sie vor 1809 auch alle Brandbeschädigten erlebten. Sie standen quasi vor dem Nichts. Wer über keine oder ungenügende Rücklagen verfügte, war vollständig auf die Mildtätigkeit von Behörden und Privaten angewiesen.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Diesem Umstand verdanken wir weitere Einträge in den sog. Zentralen Serien des &lt;i&gt;Staatsarchivs des Kantons Zürich&lt;/i&gt;, nämlich in den Regierungsratsprotokollen. Zum Fall Felix Meier gibt es deren drei:&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;1. Polizei-Rapport&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Eine «Präsidial-Verfügung» vom 7. März 1876 «zur Kenntnißnahme und Erledigung»:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;«&lt;i&gt;Der vom Statthalteramt Dielsdorf mit Zuschrift vom g. T. &lt;/i&gt;[gleichen Tag]&lt;i&gt; übermittelte Polizeirapport über die durch Erdrutschung entstandene Gefährdung eines Wohnhauses des Felix Meier im Stein in der Gemeinde Weiach.&lt;/i&gt;»&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Da hatte sich der Kantonspolizist oder eine von ihm beauftragte Person also eigens nach Dielsdorf begeben, um den Rapport dem Statthalter zu überbringen.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Und der Name Felix Meier samt Ortsangabe «im Stein» belegt, dass wir im Assekuranz-Lagerbuch das richtige Gebäude identifiziert haben.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;2. Gesuch des Gemeinderates&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Eine weitere Präsidial-Verfügung aus dem&amp;nbsp;April 1876 lautet:&amp;nbsp;&lt;br /&gt;«&lt;i&gt;Das Namens des Felix Meier vor dem Stein gestellte Gesuch des Gemeindrathes Weiach um eines a-Verabreichung-a [sic!] Unterstützungsbeitrages an den durch Erdrutsch resp. Zerstörung seines Wohnhauses erlittenen Schaden.&lt;/i&gt;»&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEg_tjzrC7B3B0byzzPCDAYZPIRLovK_NPotQalqNqqubP_CKYWNaamFOn9yVQwJIb6kSNRzGAitlBcUTumbgkZ3zRTmbuSbALm6lr3wO3fFzJhAClJCMsSCV0Q1KNV3OIZGzXEho7trkfDhSmYyxoMpI9HmFRkPUVjBnAxJRpm0jkECjmssYqItig/s1061/Screenshot%202026-06-13%20150008.png&quot; imageanchor=&quot;1&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;368&quot; data-original-width=&quot;1061&quot; height=&quot;139&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEg_tjzrC7B3B0byzzPCDAYZPIRLovK_NPotQalqNqqubP_CKYWNaamFOn9yVQwJIb6kSNRzGAitlBcUTumbgkZ3zRTmbuSbALm6lr3wO3fFzJhAClJCMsSCV0Q1KNV3OIZGzXEho7trkfDhSmYyxoMpI9HmFRkPUVjBnAxJRpm0jkECjmssYqItig/w400-h139/Screenshot%202026-06-13%20150008.png&quot; width=&quot;400&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Zu «&lt;i&gt;a-&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;-a [sic!]&lt;/i&gt;»:&lt;i&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;Das vom Schreiber versehentlich ausgelassene Wort «Verabreichung» wurde am falschen Ort inseriert (s. Bild oben). Bei diesem Eintrag war offensichtlich der Wurm drin: Ein Flüchtigkeitsfehler folgt auf dem anderen auf den Fuss.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Hier ist übrigens (wie faktisch in den Zeitungen) von «Zerstörung» die Rede, nicht mehr wie im Polizeirapport von «Gefährdung». Die Erdbewegung dürfte also nicht eine plötzliche, sondern eine allmählichere gewesen sei, die über die grosse Fläche hinweg mutmasslich unterschiedliche Fliessgeschwindigkeiten entwickelte und das Gebäude über etliche Stunden hinweg auseinandergerissen hat. So, dass der Polizist offenbar noch davon ausgehen konnte, es handle sich (noch nicht) um einen Totalschaden.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;3. Behandlung im Rahmen der Hochwasserkatastrophe von Mitte Juni 1876&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Am 27. Juni 1876 dann der regierungsrätliche Entscheid in der Causa Felix Meier:&lt;/div&gt;&lt;div&gt;«&lt;i&gt;Der Antrag der Finanzdirektion vom 28. April d. Js. betreffend das Gesuch des Gemeindrahtes Weiach um einen Staatsbeitrag an a-den-a von Felix Meier daselbst durch einen Erdrutsch erlittenen Schaden resp. das erwähnte Gesuch wird der Direktion des Innern zu Handen der Kommission für die Wasserbeschädigten zur Berücksichtigung bei Berathung der dießfälligen Vorlagen überwiesen.&lt;/i&gt;»&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Auch hier bezeichnet «a- -a» die nachträgliche Einfügung des eingeklammerten Wortes. Und sachlich ist diese Zuordnung nicht zu beanstanden, denn letztlich war dieser Schaden in Folge einer durch den übermässigen Niederschlag verursachten grossflächigen Geländebewegung entstanden.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Um zu erfahren, ob Felix Meier eine Entschädigung erhalten hat und wenn ja, wie hoch sie ausgefallen ist, bleibt nur die Konsultation allfällig erhalten gebliebener Akten dieser&amp;nbsp;&lt;i&gt;Kommission für die Wasserbeschädigten.&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Quellen und Literatur&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Neue Zürcher Zeitung, Nr. 119, &lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&amp;amp;d=NZZ18760306-02.2.4.1&amp;amp;srpos=62&amp;amp;e=-------de-20-NZZ-61-byDA-img-txIN-Weyach-------0-----&quot;&gt;6. März 1876, Zweites Blatt, S. 1&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Bülach-Dielsdorfer Volksfreund, Nr. 21, 11. März 1876, S. 1.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Lägern-Bote, Nr. 11, 11. März 1876, S. 3.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Statth. Amt Dielsdorf; Polizeirapport betr. Gefährdung d. Hauses d. Felix Meier im Stein - Weiach dch Erdrutschungen. Regierungsratsprotokoll v. 7. März 1876. Signatur: &lt;a href=&quot;http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/Dateien/97/D485656.pdf&quot;&gt;StAZH MM 2.211 RRB 1876/0635&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Felix Meier in Weiach; Beitragsgesuch. Regierungsratsprotokoll v. 26. April 1876. Signatur: &lt;a href=&quot;http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/Dateien/97/D489210.pdf&quot;&gt;StAZH MM 2.212 RRB 1876/1088&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Gdrth Weiach; Gesuch um e. Staatsbeitrag an Felix Meier. Regierungsratsprotokoll v. 27. Juni 1876. Signatur &lt;a href=&quot;http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/Dateien/97/D489727.pdf&quot;&gt;StAZH MM 2.212 RRB 1876/1689&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Lagerbuch Gebäudeversicherung Kt. ZH, Expl. Gemeinde, 1834-1894. Signatur: PGA Weiach IV.B.06.01.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Brandenberger, U.: Murgänge auch im Mittelland möglich. &lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2005/11/murgnge-auch-im-mittelland-mglich.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 12&lt;/a&gt;, 11. November 2005.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Baumgartner-Thut, W.: &lt;span class=&quot;tm8&quot;&gt;Der Rebberg von Weiach im 20. Jahrhundert. [s.d.; s.l.; laut Vorwort im Dezember 2022 abgeschlossen; Selbstverlag des Autors]. Weiach 2023.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2016/01/ueberschwemmungen-1876-folgen-in-weiach.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjFbdyhekoSN7X2c6VsO5E2yiWDsAo9WOEF673lOE5s7_D77RmoHFuqIWGEUXo7QMnkeWsnba3lf6_WSZZAUkpm2sF3bgycDUDmfGBkp7L4F5C72OoaK129AGVvBilQHxJL7g_M3inoMAe-sgC06krEu8jOimEYsCbSpD_arNUxCoE118yJt7c_tg/s72-w640-h480-c/Screenshot%202026-01-25%20145424.png" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-9207396092359787595</guid><pubDate>Tue, 03 Mar 2026 13:32:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-05-12T20:04:23.825+02:00</atom:updated><title>Seit wann macht die Schule Weiach tatsächlich Verluste?</title><description>&lt;p&gt;Am 5. Dezember letzten Jahres ist im Gemeindehaus bekanntlich eine Informationsbombe gezündet worden. Mit Wirkung weit über die Kommunalpolitik hinaus. Der Gemeinderat Weiach platzierte eine Medienmitteilung auf der Gemeindewebsite. Sekundiert und unterfüttert war sie durch einen Kurzbericht der Firma Hanser Consulting. Liest man den seit 16. Februar 2026 auf der Website verfügbaren Beleuchtenden Bericht zur Abstimmungsvorlage, dann schält sich folgende Kernbotschaft heraus:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Jahre 2023 habe die Gemeindekasse je nach Sichtweise zwischen 263&#39;000 und 600&#39;000 Franken einschiessen müssen, um die Kosten der Beschulung von Aargauer Kindern zu decken. Verhandlungen, die dieses Problem adressieren sollten, seien wenig aussichtsreich verlaufen, die Prognose düster. Und daher gebe es keine andere Lösung, als die rasche Kündigung der Schulanschlussverträge auf den nächstmöglichen Zeitpunkt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Notbremse zu spät gezogen?&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bohrende Fragen bleiben unbeantwortet: Seit wann war dieser Umstand dem Gemeinderat bzw. der Schulpflege bekannt? Schon seit vielen Jahren? Und erst jetzt wird die Notbremse gezogen? Ist der Schaden womöglich noch viel höher?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der prominenteste und heftigste Kritiker in dieser Sache, alt Gemeindepräsident Werner Ebnöther, hat bereits kurz nach dem Eklat in einem Leserbrief an den «Zürcher Unterländer» erschreckend hohe Zahlen präsentiert. Seine Eingabe wurde unter dem Titel «Schadenssumme von über 5 Millionen» als Antwort auf den Beitrag «Abstimmung über Schulabkommen mit dem Aargau» (ZU, 9.12.2025; Autor: Astrit Abazi) am 11. Dezember 2025 auf S. 2 abgedruckt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zur Abrundung der Diskussion um die Vorlage, die nächsten Sonntag zur Abstimmung kommt, sei hier der ursprüngliche Leserbrief publiziert (d.h. die eingesandte Version):&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Weiach: Millionen aus dem Kiesertrag in den Sand gesetzt&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Die Zustimmung von 2015 für die beiden RSA-Anschlussverträge mit Fisibach und Kaiserstuhl ist zu einem eigentlichen finanziellen Rohrkrepierer geworden. Der Gemeindepräsident war seit Frühjahr 2021 von mir über die massive Unterdeckung informiert worden, da die von den beiden AG-Gemeinden geleisteten RSA-Beiträge bei weitem nicht genügen! Er nahm dies jedoch nicht zur Kenntnis. Im Gegenteil wurde weiter am gigantischen Schulprojekt «gebastelt», ohne eine vertiefte Finanzanalyse vorgängig durchzuführen.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Meine Vollkostenrechnung (die jetzt klar durch die Firma Hanser Consulting bestätigt wurde) ergab für die Zeit von 2017 bis 2020 eine jährliche Unterdeckung von 300&#39;000 bis 400&#39;000 Franken (entspricht ca. 8 bis 10 Steuerprozenten). Wenn jetzt diese Anschlussverträge mit 3-jähriger Frist gekündigt werden, so haben wir eine insgesamte &lt;/i&gt;[sic!]&lt;i&gt; Vertragsdauer von 13 Jahren hinter uns (2016–2029), welche der Gemeinde einen Schaden zwischen 3.9 und 4.8 Millionen Franken gebracht haben wird. Dazu kommt ein Betrag von gegen 1 Million Franken für zwei geplatzte Schulprojekte und Rechtskosten, verursacht durch den Gemeinderat. Also eine totale Schadenssumme von mindestens über 5 Millionen Franken.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Nicht zu vergessen ist, dass mit dieser Kündigung die Oberstufe Stadel auch betroffen ist. Auch hier wäre eine vertiefte Untersuchung der Kostenbeiträge der beiden AG-Gemeinden sehr notwendig. Denn auch hier zahlen die beiden AG-Gemeinden zu wenig in die Kasse der Oberstufe Stadel ein!&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Ich wünsche den Weiacherinnen und Weiachern für die nächste Amtsperiode eine Führungsriege, welche transparent, ehrlich und sachbezogen ihre Einwohner informiert. Denn der schöne Kiesertrag der vergangenen Jahre geht demnächst zu Ende und mit diesem «Ende» heisst es, den Gürtel enger zu schnallen.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Krasse Lüge? Die Vertrauensfrage steht im Raum&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am selben 11. Dezember erschien auf der Titelseite des Unterländers übrigens ein weiterer Artikel aus der Feder Abazis, der u.a. die Behauptung enthielt, Weiach «&lt;i&gt;habe vor 2023 mit den Aargauern schon Gewinne erzielt&lt;/i&gt;» (wie Ebnöther sich WeiachBlog gegenüber äusserte). Das aber sei eine «&lt;i&gt;krasse Lüge&lt;/i&gt;».&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nicht nur nach Ansicht des Autors dieses Beitrags wäre es deshalb eminent wichtig, dass auch der als «Vertraulich» klassifizierte Gesamtbericht der Hanser Consulting der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird (wenn nötig in edierter Form; d.h. mit Schwärzungen der datenschutzrechtlich zu schützenden Passagen).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nur auf diese Weise wird man der Klärung der Frage näherkommen, ob auch dieser happige Vorwurf Ebnöthers tatsächlich stichhaltig ist. Oder doch hoffnungslos übertrieben. Kurzum: Wir brauchen eine Zeitenwende!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Glasnost und Perestroika&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Denn: Mangelndes Vertrauen ist der grosse Elefant im Raum, der den Haussegen im Dorf in Schieflage gebracht und die Lösung der Schulraum-Frage bereits in drei Anläufen (The Bridge, Balance, Zukunft8187) kläglich hat scheitern lassen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unabhängig davon, wer künftig die Geschicke der Gemeinde führen wird: Diese Amtsträger müssen das Vertrauen untereinander sowie das von signifikanten Teilen der aktiven Stimmberechtigten zurückgewinnen. Nur so können grosse Bauprojekte an der Urne wieder mehrheitsfähig gemacht werden. Wie einst in den 1970er-Jahren, als die heutige Schulanlage Hofwies breite Zustimmung fand.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Weiach braucht jetzt Glasnost und Perestroika, sonst wird sich ein genügend breiter Konsens nie herstellen lassen. Für eine aktiv gestaltete Zukunft!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Quellen&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;Abazi, A.: Abstimmung über Schulabkommen mit dem Aargau. In: Zürcher Unterländer, 9. Dezember 2025. [zit. n. ZU, 11.12.25]&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Ebnöther, W.: Schadenssumme von über 5 Millionen. In: Zürcher Unterländer, 11. Dezember 2025 –&amp;nbsp;S. 2.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Abazi, A.: Weiach steht vor schwieriger Entscheidung. In: Zürcher Unterländer, 11. Dezember 2025 – S. 3.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/03/seit-wann-macht-die-schule-weiach.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><thr:total>1</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-3892053602688010894</guid><pubDate>Thu, 26 Feb 2026 21:55:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-02-26T22:55:22.372+01:00</atom:updated><title>Ohne Kündigung droht ein Finanzdebakel</title><description>&lt;p&gt;Der nachstehende Text wurde von alt Gemeindepräsident Werner Ebnöther verfasst und als Leserbrief am 16. Februar 2026 an den «Zürcher Unterländer» abgeschickt. Bis dato ist er dort nicht veröffentlicht worden, weshalb WeiachBlog ihn nachstehend im Original publiziert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;i&gt;Weiach: Warum die Kündigung der RSA-Verträge notwendig ist&lt;/i&gt;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Seit Sommer 2016 gehen die Schulkinder der Aargauer-Gemeinden Fisibach und Kaiserstuhl in Weiach zur Schule, was über einem Drittel der Schulkinder entspricht. Für Weiach bedeutet dieser Vertrag ein finanzielles Fiasko. Zu beachten ist, dass die Bautätigkeit in Fisibach weiter massiv zunimmt, was zu einer grossen Zunahme der Fisibacher Schüler führt. Es kann nicht sein, dass Weiach für Fisibach die Infrastruktur bezüglich Bildung finanziert!&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Von Beginn weg wurde festgestellt, dass die Weiacher Steuerzahler jährlich zwischen 300&#39;000 und 600&#39;000 Franken von diesen beiden AG-Gemeinden zu wenig einnahmen und dies mit höheren Steuern ausgleichen mussten. Deshalb musste der Steuersatz der Gemeinde Weiach zwischen 2017 und 2019 um 12 Prozent erhöht werden.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Für die Erweiterung der Schulinfrastruktur in Weiach müssten die beiden AG-Gemeinden keinen Beitrag leisten (alles im RSA inbegriffen).&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Weiach hat praktisch keine Vorteile, wenn die Aargauer-Schüler zu uns zur Schule kommen. Weiach ist selbst in der Lage, eine gute Schule für die eigenen Kinder zu führen.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;In Anbetracht der anstehend hohen Infrastrukturkosten und dem zu Ende gehenden Ertrag durch Kiesentschädigungen würde eine Weiterführung dieses Schulabkommens für Weiach zum finanziellen Debakel führen.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Aus all diesen Gründen ist es zwingend, am 8. März 2026 mit einem JA der Kündigung dieser Anschlussverträge (RSA) zuzustimmen.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Werner Ebnöther alt Gem.Präs.Weiach&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/02/ohne-kundigung-droht-ein-finanzdebakel.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-8418540829433952358</guid><pubDate>Wed, 25 Feb 2026 22:26:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-03-04T00:18:18.896+01:00</atom:updated><title>Gemeinderat Weiach erneut stimmrechtsbeschwerdenbeschwert</title><description>&lt;p&gt;Sind Sie beim Lesen gestolpert? Sie sind nicht allein. Das ist diese Woche auch dem Gemeinderat Weiach passiert. Denn: Here we go again. Erneut wird ein &lt;i&gt;Beleuchtender Bericht&lt;/i&gt;&amp;nbsp;zum Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Weiacher Gemeinderat hat wahrlich kein einfaches Leben. Was er auch macht, einem Teil der Stimmberechtigten geht das schon fast garantiert gegen den Strich.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie WeiachBlog aus dem Umfeld der Schule Weiach erfahren hat, ist beim Bezirksrat Dielsdorf&amp;nbsp;eine Stimmrechtsbeschwerde gegen den &lt;i&gt;Beleuchtenden Bericht&lt;/i&gt; zur Abstimmung vom 8. März 2026 (&lt;a href=&quot;https://www.weiach.ch/public/upload/assets/3198/Beleuchtender%20Bericht_%20UA%2020260308.pdf?fp=1&quot;&gt;PDF-Datei&lt;/a&gt;) eingereicht worden. Der Schriftsatz moniert im Wesentlichen, die enthaltenen Informationen seien unvollständig, weshalb die Stimmberechtigten nicht in der Lage wären, auf Basis aller relevanten Angaben ihre Entscheidung zu treffen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Kleiner Rückblick. Ereignisse des Jahres 2025&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;Kurz nach dem Bekanntwerden des Bundesgerichtsentscheids zur Stimmrechtsbeschwerde Zukunft8187 gegen Ende Januar kommt das Thema Schulanschlussverträge wieder auf den Tisch. Die im Februar 2025 eingereichte Einzelinitiative Lamprecht (&lt;a href=&quot;https://www.weiach.ch/public/upload/assets/2785/GRB%20G%C3%BCltigkeitserkl%C3%A4rung%20Einzelinitiative%20Anschlussvertr%C3%A4ge%20mit%20AG-Gemeinden.pdf?fp=1748011270789&quot;&gt;PDF-Datei&lt;/a&gt;) verlangt die Neuverhandlung der Verträge mit den Aargauer Gemeinden auf Basis der realen vollen Kosten. Sie nennt sieben Kriterien, die erfüllt sein sollten, damit nicht zu einer Kündigung geschritten werden müsse.&amp;nbsp;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Die Behörden suchen das Gespräch mit den Initianten. Peter Lamprecht, Hauptinitiant, ist schliesslich einverstanden, die Vorlage zu sistieren (Mitteilung vom Mai 2025;&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://www.weiach.ch/allgemeine-seiten/amtliche-publikationen.page/404/news/2131/newsarchive/1&quot;&gt;PDF-Datei&lt;/a&gt;), um der Schulpflege weiterhin die nötige Zeit für umfangreiche Abklärungen und Verhandlungen zu geben. Unterstützung bietet der Pflege die Rechtsberatungsfirma &lt;a href=&quot;http://www.adiuvat.ch&quot;&gt;Adiuvat&lt;/a&gt;, die bereits mit Beschluss vom 6. Februar 2025 in Sachen Schulraumplanung engagiert wurde (Rahmenkredit über 50&amp;nbsp;000 Franken in der Kompetenz der Schulpflege; &lt;a href=&quot;https://www.schule-weiach.ch/download.php?action=download&amp;amp;doc_id=2B8ity18vsD8YlRFBP4UTsKC6HtNNYXIh6p6JrqoYytZkRfv&amp;amp;download_type=3&quot;&gt;PDF-Datei&lt;/a&gt;).&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Bezahlt aus dem Budget der Schulpflege, beauftragt der Gemeinderat die Firma &lt;a href=&quot;https://www.hanserconsulting.ch/&quot;&gt;Hanser Consulting&lt;/a&gt; mit einer Nachkalkulation aller Kosten, die im Zusammenhang mit den Aargauer Schülern an der Primarschule Weiach entstanden sind. Gleichzeitig werden mehrere Gesprächsrunden mit den Beteiligten auf Gemeindestufe geführt. Auch die Oberstufenschulpflege Stadel wird einbezogen.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Im Herbst liegt ein internes Aussprachepapier vor und zeigt eine sich verschärfende Finanzlücke auf. Im November 2025 läuft die offizielle 9-Monats-Frist aus, innerhalb der die Initiative dem Souverän hätte vorgelegt werden müssen. Gleichzeitig kommen die Verhandlungen nicht so gut voran, wie sich die Initianten und der Gemeinderat dies gewünscht haben.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;An diesem Punkt entschliesst sich der Gemeinderat, in die Offensive zu gehen. Er informiert am 5. Dezember letzten Jahres per Medienmitteilung (&lt;a href=&quot;https://www.weiach.ch/public/upload/assets/3098/Medienmitteilung%20K%C3%BCndigung%20Schulabkommen.pdf?fp=1764925307513&quot;&gt;PDF-Datei&lt;/a&gt;) über seinen Entscheid, eine Abstimmung über die Kündigung der Schulanschlussverträge mit den beiden Aargauer Orten Fisibach und Kaiserstuhl auf den 8. März 2026 anzusetzen. Antrag an die Stimmberechtigten: Kündigung per nächstmöglichem Termin. Fazit: Eine Mehrheit des Gemeinderates glaubt entweder nicht (mehr) an erfolgreiche Verhandlungen oder möchte dem Aushandlungsprozess Druck aufsetzen.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Auf der Aargauer Seite zeigt man sich höchst erstaunt, dass mitten in den laufenden Gesprächen die Gangart verschärft und dem Souverän die Kündigung beantragt wird. Auch die Schulpflege Weiach ist nicht erfreut. Sie würde es bevorzugen, weiterhin ohne Kündigungsdruck mit den Behörden der Nachbargemeinden zu verhandeln. Aus der Sicht dieser drei Akteure ist eine Lösung innerhalb des bestehenden RSA-Rahmens möglich. Sie wollen überdies einen runden Tisch organisieren und die Bildungsdirektionen der Kantone Zürich und Aargau konstruktiv in die Neugestaltung der Finanzierungsmodalitäten einbeziehen.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Wieso die Schulpflege ein Abstimmungsvideo gedreht hat&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Noch in der Medienmitteilung (&lt;a href=&quot;https://www.weiach.ch/public/upload/assets/3098/Medienmitteilung%20K%C3%BCndigung%20Schulabkommen.pdf?fp=1764925307513&quot;&gt;PDF-Datei&lt;/a&gt;) wurde die Position der beiden Weiacher Gremien (Gemeinderat und Schulpflege) mit einem Ja angegeben. Die Schulpflege signalisierte allerdings ein «Ja, aber». Sie liess verlauten, sie würde eine Kündigung erst ein Jahr später (auf den Ablauf des Schuljahres 26/27) für zielführender halten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bis am Freitag, 13. Februar, ist nunmehr der &lt;i&gt;&lt;a href=&quot;https://www.weiach.ch/public/upload/assets/3198/Beleuchtender%20Bericht_%20UA%2020260308.pdf?fp=1&quot;&gt;Beleuchtende Bericht&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; in die meisten Weiacher Briefkästen verteilt worden. Überraschenderweise plädiert die Schulpflege in diesem rechtlich massgebenden Dokument jetzt für ein Nein zur gestellten Abstimmungsfrage! Diese Änderung hat die Schulpflege in einem am 5. Februar verabschiedeten formellen Beschluss dokumentiert und den vollen Wortlaut allen beteiligten Akteuren (inkl. kantonale Stellen) zukommen lassen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nicht nur das: Auf der Website der Schule Weiach hat die Schulpflege überdies ein erläuterndes Video (&lt;a href=&quot;https://www.schule-weiach.ch/organisation/schulpflege-video-fuer-die-abstimmung-am-08.-maerz-2026/p-7100/&quot;&gt;7:49 Minuten&lt;/a&gt;) veröffentlicht, das ihre Sichtweise auf die Problematik diskutiert. Laut Dania Peter, Präsidentin der Schulpflege, seien die Inhalte des Videos im Wesentlichen diejenigen, die sie zuhanden des Beleuchtenden Berichts bereits am 9. Januar dem Gemeinderat in einem drei Seiten starken Papier vorgelegt habe.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Problematische Vorlage. Was ist die Erwartung der Stimmberechtigten?&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Damit ergibt sich eine seltsame Ausgangslage. Ob am 8. März bei den Voten der Stimmberechtigten letztlich die Ja- oder die Nein-Stimmen überwiegen, ändert erst einmal nichts. Sowohl der Gemeinderat als auch die Schulpflege wollen offiziell weiterverhandeln. Bei einem Ja folgt die Auflösung der Verträge im Falle des Scheiterns der Verhandlungen dann automatisch. Bei einem Nein hat sich der Weiacher Souverän später unter Umständen noch einmal an der Urne dazu zu äussern, ob er die beiden Anschlussverträge mit Fisibach und Kaiserstuhl nun definitiv auflösen will oder nicht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sind allerdings die Verhandlungen erfolgreich, dann muss das neue Vertragskonstrukt selbstverständlich auch wieder von allen Vertragsparteien ordnungsgemäss genehmigt werden. Je nach dem Verlauf des Aushandlungsprozesses handelt es sich dann um eine überarbeitete und erweiterte Fassung der bisherigen Anschlussverträge auf der Basis des Regionalen Schulabkommens (RSA NWEDK 2009) oder aber neu um einen interkantonalen Zweckverband, der grundsätzlich anders funktioniert als die heutige Lösung.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Stimmrechtsbeschwerde könnte Kündigung verzögern&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ziel der am 8. März zur Abstimmung stehenden Vorlage des Gemeinderates ist ein Stop Loss, d.h. die Verhinderung weiterer Verluste für die Gemeindekasse, wie sie aus dem Kurzbericht der Hanser Consulting zu den zentralen Aussagen hervorgehen (&lt;a href=&quot;https://www.weiach.ch/public/upload/assets/3097/Kurzbericht%20Kostenanalyse%20Weiach.pdf?fp=1764924169700&quot;&gt;PDF‑Datei&lt;/a&gt;). Seit dieser Woche ist jetzt fraglich, ob dieses Ziel bei einem Ja zur Vorlage überhaupt wie geplant erreichbar ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Denn die Dauer des Rechtswegs durch die Instanzen (Bezirksrat Dielsdorf -- Verwaltungsgericht des Kantons Zürich -- Bundesgericht) bestimmen jetzt weitgehend diejenigen Personen, welche diese Stimmrechtsbeschwerde eingereicht haben. Wie man anlässlich des Instanzenzugs der Beschwerde gegen den Beleuchtenden Bericht zur Abstimmung über das Projekt Zukunft8187 gesehen hat, dauert ein solches Verfahren inklusive aller Schriftwechsel schnell einmal anderthalb Jahre.&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;background-color: white; font-family: Arial, Tahoma, Helvetica, FreeSans, sans-serif; font-size: 14.3px; text-align: center;&quot;&gt;* * *&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Hinweis der Redaktion vom 3. März 2026&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bereits am 26. Februar hat Gemeindeschreiber Thomas Diethelm den Redaktor des WeiachBlog telefonisch darauf hingewiesen, dass die in diesem Artikel aufgeführte Timeline mangelhaft sei. Wir haben dann vereinbart, dass er diese Punkte in einem separaten Gastbeitrag auf WeiachBlog (mit gegenseitiger Verlinkung zu diesem Beitrag hier) richtigstellt. Am folgenden Tag ist dann jedoch lediglich die nachfolgende Nachricht eingetroffen:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Ich teile Ihnen mit, dass der Gemeinderat entschieden hat, keine Gegendarstellung einzureichen. Mit seiner Stellungnahme vom 26. Februar hat er seine Haltung dargelegt und möchte es dabei belassen.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Die veröffentlichten Unterlagen sprechen aus Sicht des Gemeinderates für sich. Von einem weiteren schriftlichen Austausch oder einer detaillierten Kommentierung einzelner Daten und Aussagen sieht er ab. Sämtliche relevanten Eingaben und Abläufe sind dokumentiert und liegen schriftlich vor.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Also ein Maulkorb für den engagierten Gemeindeschreiber. WeiachBlog bedauert diesen Entscheid seitens des Gemeinderates ausserordentlich und hätte sich auch in diesem Fall – und erst recht angesichts der offensiven und professionellen Medienarbeit der Schulpflege – eine proaktivere Haltung des Gemeindepräsidiums gewünscht. Mit mir kann man nämlich auch Hintergrundgespräche führen, ohne dass dann als kritisch bezeichnete Details gleich bei der Gegenseite oder in der Öffentlichkeit landen.&lt;/div&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/02/gemeinderat-weiach-erneut.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-7896070435755942887</guid><pubDate>Sun, 15 Feb 2026 22:00:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-03-28T16:24:18.185+01:00</atom:updated><title>Gymi-Vorbereitung. Vorauseilender Einführungseifer der Schulpflege</title><description>&lt;p&gt;Haben Sie gewusst, dass selbst die Hochbegabten mittlerweile wie Sonderschüler behandelt werden? So läuft das im Kanton Zürich tatsächlich. Deren Förderung läuft nämlich unter dem Banner «Besonderer Bildungsbedarf». Deshalb ist Begabungs- und Begabtenförderung (BBF) auch an der Schule Weiach ein «Sonderpädagogisches Angebot», wie man&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://www.schule-weiach.ch/unterricht/sonderpaedagogisches-angebot-an-der-schule-weiach/begabungs-und-begabtenfoerderung-bbf/p-2816/&quot;&gt;der Website entnehmen&lt;/a&gt;&amp;nbsp;kann.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im vom Volksschulamt des Kantons Zürich vorgeschriebenen Inklusionsmodell, nach dem alle Kinder zusammen beschult werden sollen, geht das nicht anders, denn sonst käme wohl der eine oder andere Hochbegabte aus lauter Langeweile darauf, den ordentlichen Betrieb massiv zu stören. -- Auch für die nicht so auffällig Hochbegabten gibt es aber ein Sonderangebot, nämlich den&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Vorbereitungskurs für die Gymi-Aufnahmeprüfung auf Steuerzahlers Kosten&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mit Erstaunen stellt man fest, dass selbst Vorbereitungskurse für das Langgymnasium (6.5 Jahre; i. d. R. an der Kantonsschule Zürcher Unterland in Bülach) mittlerweile zum festen Angebot der Schule Weiach gehören. Unter dem Titel «&lt;i&gt;Vorbereitungskurs Gymnasium&lt;/i&gt;» wird das Kursziel wie folgt beschrieben:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Für Kinder, die nach der 6. Klasse in ein Langzeitgymnasium übertreten wollen, wird ein kostenloser Vorbereitungskurs angeboten. Die Schülerinnen und Schüler bereiten sich in diesem Kurs gezielt auf die Aufnahmeprüfung vor und erhalten einen Eindruck des Leistungsdrucks an einem Gymnasium. Dies stellt ein zusätzliches Förderangebot ausserhalb des Regelunterrichts dar.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Für die Aufnahme in den Vorbereitungskurs sind die Klassenlehrpersonen zusammen mit der Schulleitung verantwortlich. Es wird von den Schülerinnen und Schülern ein grosses zusätzliches Engagement erwartet.&lt;/i&gt;»&lt;i&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt; (Quelle: &lt;a href=&quot;https://www.schule-weiach.ch/angebote/vorbereitungskurs-gymnasium/p-3022/&quot;&gt;Website Schule Weiach&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Kostenlos ist der Kurs aber natürlich nur für die Eltern. Die Weiacher Steuerzahler blechen dafür, auch für Gymi-Anwärter aus Kaiserstuhl und Fisibach. Ob dieses Angebot über die Zahlungen nach dem RSA-Abkommen vom Nachbarkanton entschädigt wird, wäre zu prüfen, ist aber fraglich.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Der Kanton sieht noch keine Verpflichtung vor, solche Kurse anzubieten&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;Die Zürcher Bildungsdirektion hat sich mit dem Projekt Begabungs- und Begabtenförderung zum Ziel gesetzt, diese Prüfungsvorbereitung letztlich in allen Schulgemeinden für obligatorisch erklären zu lassen, vgl. den nachstehenden Ausschnitt aus der entsprechenden Website:&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjOSEBnbIrMHcuP5efgeJmDyS9PCHU5Mt28m3ekmDfEx1MezFrb_B0q860rdmgmsvjQKZZ5mPvhCDfXHD2ta9FAjpyRSVn3zeKitj8EAz3vcGSjPvjl_hK44olbHNMHUWHAM5IHQe9-DgUO68azVa0JOpfxZbkGo52v-o1ean-PbXwrJlPRX8jmvA/s1033/Screenshot%202026-02-11%20134743.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;614&quot; data-original-width=&quot;1033&quot; height=&quot;380&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjOSEBnbIrMHcuP5efgeJmDyS9PCHU5Mt28m3ekmDfEx1MezFrb_B0q860rdmgmsvjQKZZ5mPvhCDfXHD2ta9FAjpyRSVn3zeKitj8EAz3vcGSjPvjl_hK44olbHNMHUWHAM5IHQe9-DgUO68azVa0JOpfxZbkGo52v-o1ean-PbXwrJlPRX8jmvA/w640-h380/Screenshot%202026-02-11%20134743.png&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Wie WeiachBlog direkt vom Fachverantwortlichen, Ronny Arnold, in Erfahrung bringen konnte, habe das letzte Wort in dieser Angelegenheit die Politik.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bis dahin ist der von der Schule Weiach bereits seit geraumer Zeit angebotene Gymi-Vorbereitungskurs freiwillig. Das bedeutet: Trotz bereits hoher Kosten genehmigt sich die Schule Weiach hier Ausgaben, die sie von Rechts wegen noch gar nicht tätigen müsste!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Weiterführende Links&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;HFH (ed.):&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://www.hfh.ch/institute/institut-fuer-lernen-unter-erschwerten-bedingungen/begabungs-und-begabtenfoerderung&quot;&gt;Institut für Lernen unter erschwerten Bedingungen. Begabungs- und Begabtenförderung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Bildungsdirektion des Kantons Zürich (ed.): &lt;a href=&quot;https://www.zh.ch/de/bildung/schulen/volksschule/volksschule-besonderer-bildungsbedarf.html&quot;&gt;Volksschule. Besonderer Bildungsbedarf&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/02/gymi-vorbereitung-vorauseilender.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjOSEBnbIrMHcuP5efgeJmDyS9PCHU5Mt28m3ekmDfEx1MezFrb_B0q860rdmgmsvjQKZZ5mPvhCDfXHD2ta9FAjpyRSVn3zeKitj8EAz3vcGSjPvjl_hK44olbHNMHUWHAM5IHQe9-DgUO68azVa0JOpfxZbkGo52v-o1ean-PbXwrJlPRX8jmvA/s72-w640-h380-c/Screenshot%202026-02-11%20134743.png" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-4976625091046709241</guid><pubDate>Thu, 12 Feb 2026 20:15:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-03-08T00:12:06.994+01:00</atom:updated><title>Schulgutsverwalter will innert Wochenfrist ausstehendes Geld sehen</title><description>&lt;p&gt;Ob anfangs Februar vor 150 Jahren in der Kasse der Primarschulgemeinde Weiach wirklich Ebbe geherrscht hat, wäre noch zu eruieren. Jedenfalls fand die Pflege, oder zumindest der Schulgutsverwalter, es sei wieder einmal Zeit für eine saftige Betreibungsandrohung.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm7&quot;&gt;Für solch Ungefreutes verwendete die damalige Weiacher Schulpflege o&lt;span class=&quot;tm11&quot;&gt;ffizielle Publikationsorgane&lt;/span&gt;. Im 19. Jahrhundert war dies u.a. d&lt;span class=&quot;tm11&quot;&gt;er&amp;nbsp;&lt;/span&gt;«Bülach-Dielsdorfer Volksfreund» (BDV; später «Neues Bülacher Tagblatt» genannt), denn diese Zeitung lag in vielen Unterländer Gastwirtschaften auf.&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm10&quot;&gt;&lt;span class=&quot;tm11&quot;&gt;In BDV Nr. 13 vom 12. Februar 1876 steht auf
Seite 2 unter dem Titel&amp;nbsp;&lt;/span&gt;«Mahnung» folgende Aufforderung aus der Feder Jakob Baumgartners:&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;tm10&quot;&gt;«&lt;em&gt;&lt;span class=&quot;tm12&quot;&gt;Wer dem Schulgut Weiach vom Jahr 1875 Kapital oder Pachtzinse, Schulsteuer oder Schulbußen schuldet, wird ersucht sich innert 8 Tagen mit dem Verwalter abzufinden, ansonst unnachsichtlich
Rechtstrieb angehoben würde.&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm10&quot;&gt;&lt;em&gt;Weiach, den 10. Februar 1876&lt;/em&gt;&lt;em&gt;&lt;span class=&quot;tm12&quot;&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;em&gt;Jb. Baumgartner, Schulverwalter.&lt;/em&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;tm10&quot;&gt;Letzte Gelegenheit also, die Sache ohne «Schreckzeddel» zu bereinigen. Mit diesem blumigen Begriff bezeichneten damals noch etliche Weycher das, was man heute einen Zahlungsbefehl nennt.&lt;/p&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/02/schulgutsverwalter-will-innert.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-2522646699061762502</guid><pubDate>Tue, 10 Feb 2026 00:01:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-02-16T01:32:30.654+01:00</atom:updated><title>Unehelicher Sohn als Webermeister nach Frankreich ausgewandert</title><description>&lt;p&gt;Haben Sie schon einmal eine Flaschenpost ins Meer geworfen? Ich nicht. Jedenfalls nicht im ursprünglichen physischen Sinne. Im übertragenen schon. Auch wenn es mir damals gar nicht aufgefallen ist. Am 5. Februar um 18:31 landete eine Nachricht von meinem Hoster im WeiachBlog-Postfach:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Subject: [WeiachBlog] Neuer Kommentar zu &quot;Paternitätsklage 1868: Zu Kinderalimenten verdonnert&quot;.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Wie eine Nachricht von einem Lichtjahre entfernten Stern&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine Rückmeldung zu einem vor über 15 Jahren (!) in die Welt hinausgeschickten Beitrag:&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2010/06/paternitatsklage-1868-zu.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 853&lt;/a&gt;. Und was für eine Rückmeldung! Es ist, als ob ein Signal von einem weit entfernten Stern eingetroffen wäre. Doch lesen Sie selber:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Vielen Dank für diesen für mich sehr wertvollen Artikel - seit über 10 Jahren versuche ich, etwas über meine Familie zu erfahren und dank diesem Eintrag ist es nun gelungen! Ich habe dank diesen Angaben beim Zivilstandsamt Bülach die benötigten Unterlagen erhalten.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Dieser unehelich geborene Knabe ist mein Urgrossvater. Katharina Meierhofer hat drei Jahre nach der Geburt ihres unehelichen Sohnes einen anderen Mann geheiratet und weitere zwei Kinder bekommen (eines ist bei der Geburt oder im ersten Lebenshahr &lt;/i&gt;[sic!] &lt;i&gt;verstorben).&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Der uneheliche Sohn musste neben der Schule in einer Weberei Nachtschicht leisten. Mit Hilfe eines Stipendiums konnte er später in Zürich Letten die Seidenwebereischule besuchen und dort seine Ausbildung bis zum Webermeister absolvieren.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Mit seiner ersten Frau wanderte er nach Frankreich aus, um dort in der Weberei eine Stelle als Webermeister anzunehmen. Dies, weil der Arbeitsmarkt in der Schweiz ausgetrocknet war und sie grosse finanzielle Not litten. Die beiden hatten zusammen drei Kinder, wovon wieder eines bei der Geburt oder im ersten Lebensjahr verstorben ist. Als die beiden überlebenden Kinder 2- und 5-jährig waren, verstarb die Mutter. Mit der zweiten Ehefrau hatte mein Urgrossvater noch ein weiteres Kind. Die Familie lebte später wieder in der Schweiz.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Verifizierung nicht möglich&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unterzeichnet sind diese Zeilen nicht. Und sie stammen von einem anonym gebliebenen Absender. Wir wissen also nicht, wer die oder der Glückliche ist, der in der Erforschung seiner Familiengeschichte einen entscheidenden Schritt weiter gekommen ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das wird wohl auch so bleiben. Das von mir zwecks Verifizierung angefragte Zivilstandsamt darf aus Gründen des Datenschutzes nämlich keine Auskunft über den Vorgang geben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Immerhin gibt die Rückmeldung Einblick in das bewegte Leben eines unehelichen Kindes. Laut Gerichtsbeschluss erhielt der Knabe, der noch vor der im Jahre 1876 erfolgten schweizweiten Einführung der Zivilstandsämter zur Welt gekommen ist und sich bereits als Schulkind im Arbeitsleben bewähren musste, den mütterlichen Familiennamen Meierhofer.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Quellen und Literatur&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;Der Paternität angeklagt. Vaterschaftsprozess Anno 1868.&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;http://weiachergeschichten.blogspot.com/2010/03/der-paternitat-angeklagt.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 808&lt;/a&gt;,&amp;nbsp;29. März 2010.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Paternitätsklage 1868: Zu Kinderalimenten verdonnert.&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://weiachergeschichten.blogspot.com/2010/06/paternitatsklage-1868-zu.html&quot;&gt;WeiachBlog Nr. 853&lt;/a&gt;, 9. Juni 2010.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Mitteilung Medienstelle Stadt Bülach, 10. Februar 2026, 14:05.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div&gt;[Veröffentlicht am 16. Februar 2025, 01:01 MEZ]&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2026/02/unehelicher-sohn-als-webermeister-nach.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-2993024573632254202</guid><pubDate>Tue, 30 Dec 2025 15:45:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-01-01T00:04:28.912+01:00</atom:updated><title>Grosser Mammutzahn erfolgreich zusammengesetzt</title><description>&lt;p&gt;Die von Migros-Pionier Duttweiler im Jahre 1935 gegründete Zeitung «Die Tat» pflegte jeweils auf der hintersten Seite aktuelle Bilder zu publizieren. Sozusagen als Kurzfutter für nicht allzu Lesewillige, die damit doch ein paar wesentliche Neuigkeiten mitbekommen haben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Heute vor 75 Jahren waren dies Bilder vom jugoslawischen Machthaber Tito hoch zu Ross, von einem abgebrannten Berganwesen bei Château-d&#39;Oex, von zwei hohen Schweizer Offizieren, die per 1. Januar 1951 auf andere Posten befördert wurden, sowie Aufnahmen vom Kriegsschauplatz auf der Halbinsel Korea. Zu diesen martialischen Bildern passt ein Stosszahn eines Mammuts doch ganz gut, finden Sie nicht?&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhnE5i8qm1WiOjwwDNJNk1bTYiUNI-h02PWGFYIcPX4_MrzOLx1ZUjx5PvJQ5MRrD8wadNKvxXbQwe1dd-Db3bPUEUz7WLIoNVodEM78W-xrKpGHY_y9KuVMvL62skODL1_lt2SPsI5cMP1W7wwFHnByIFUjFmYTzb32vHFiG68qhEV3eq_NoU5HQ/s1127/Screenshot%202025-02-22%20154517.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;743&quot; data-original-width=&quot;1127&quot; height=&quot;422&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhnE5i8qm1WiOjwwDNJNk1bTYiUNI-h02PWGFYIcPX4_MrzOLx1ZUjx5PvJQ5MRrD8wadNKvxXbQwe1dd-Db3bPUEUz7WLIoNVodEM78W-xrKpGHY_y9KuVMvL62skODL1_lt2SPsI5cMP1W7wwFHnByIFUjFmYTzb32vHFiG68qhEV3eq_NoU5HQ/w640-h422/Screenshot%202025-02-22%20154517.png&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Unter dem Titel&amp;nbsp;«&lt;i&gt;Der Mammutzahn von Weiach&lt;/i&gt;» liest man die Bildlegende: «&lt;i&gt;Die seinerzeit in Weiach gefundenen Stücke eines Mammutzahnes sind nun in minutiöser Arbeit an der Universität Zürich präpariert und zu einem prachtvoll geschwungenen Zahn von 3,3 Meter Länge zusammengesetzt worden.&lt;/i&gt;»&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Mit «seinerzeit» ist der November 1948 gemeint, als die Entdeckung des eiszeitlichen Relikts landesweit Eingang in die Presseberichterstattung gefunden hat.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;Quelle&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;Die Tat, 15. Jg., Nr. 354, &lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&amp;amp;d=DTT19501230-01.2.207.1&quot;&gt;30. Dezember 1950 - S. 28&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2025/12/grosser-mammutzahn-erfolgreich.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhnE5i8qm1WiOjwwDNJNk1bTYiUNI-h02PWGFYIcPX4_MrzOLx1ZUjx5PvJQ5MRrD8wadNKvxXbQwe1dd-Db3bPUEUz7WLIoNVodEM78W-xrKpGHY_y9KuVMvL62skODL1_lt2SPsI5cMP1W7wwFHnByIFUjFmYTzb32vHFiG68qhEV3eq_NoU5HQ/s72-w640-h422-c/Screenshot%202025-02-22%20154517.png" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-2151691326884438756</guid><pubDate>Mon, 29 Dec 2025 14:32:00 +0000</pubDate><atom:updated>2026-08-02T13:09:27.285+02:00</atom:updated><title>Garagier Willi hilft zwei Flugwaffe-Rekruten aus der Verlegenheit</title><description>&lt;p&gt;Facebook umfasst eine unglaubliche Anzahl an Themenfeldern. Zu Spezialgebieten, für die man früher (heisst: in Zeiten vor dem Internet) kaum eine Fanzeitschrift hätte gründen können. Dazu zählt wohl auch die Gruppe «&lt;i&gt;Alte Tankstellen und Garagen der Schweiz&lt;/i&gt;».&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Manche dieser Mobilitätsstützpunkte sind richtige Familienunternehmen, die über Generationen weitergeführt werden. Und sich dadurch sozusagen zu Institutionen entwickeln. Solchen der Erinnerungen des Alltagslebens.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Weiacher Tankstelle an der Sternen-Kreuzung ist auf dem besten Weg, ihr sechstes Jahrzehnt in dritter Generation zu vollenden (vgl. &lt;a href=&quot;https://weiachenergy.ch/geschichte/&quot;&gt;https://weiachenergy.ch/geschichte/&lt;/a&gt;). Vor rund anderthalb Jahren hat der heutige Inhaber das folgende Bild auf obgenannter Gruppe gepostet. Und damit viele Antworten und Likes in grosser Zahl geerntet:&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjtv_7VVeV1grR-d08itljwwZUEA-r51fWwzcaJvPN5fRleNO9qg4kZeIGHi3lzzEBk8DLzV6OA_qyekJjzyE-1QH2ftLXnP3cUizpSXsY9e8wIOU5nxuIBu5dfclxYpA79hRYqmITaL9fa_dGaKkOGFxF69xG1uU7kx_VmGVz6zbhciihLK1je9Q/s631/Screenshot%202026-07-23%20043341.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;575&quot; data-original-width=&quot;631&quot; height=&quot;584&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjtv_7VVeV1grR-d08itljwwZUEA-r51fWwzcaJvPN5fRleNO9qg4kZeIGHi3lzzEBk8DLzV6OA_qyekJjzyE-1QH2ftLXnP3cUizpSXsY9e8wIOU5nxuIBu5dfclxYpA79hRYqmITaL9fa_dGaKkOGFxF69xG1uU7kx_VmGVz6zbhciihLK1je9Q/w640-h584/Screenshot%202026-07-23%20043341.png&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size: x-small;&quot;&gt;Amos McGee, &lt;a href=&quot;https://www.facebook.com/groups/246868346723182/permalink/1191655032244504/&quot;&gt;17. April 2024, 22:21&lt;/a&gt;:&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-size: small;&quot;&gt;«&lt;/span&gt;&lt;i style=&quot;font-size: small;&quot;&gt;Aral Weiach ca. 1960. Heute Migrol&lt;/i&gt;&lt;span style=&quot;font-size: small;&quot;&gt;.»&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine der schönsten Rückmeldungen ist die, welche unserem Beitrag den Titel verliehen hat:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;«&lt;/span&gt;&lt;i&gt;Kompliment an den netten und hilfsbereiten Mann, der dort im Sommer 1969 amtete. Unterwegs nach Payerne (zurück in die RS vom Sonntagsurlaub, zu spät kommen nach 2200 gab Kiste) musste ich dort einen Wasserschlauch ersetzen. Er suchte und fand einen passenden im Lager und liess mich auf der Tankstelle reparieren.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Abfahrt genau 2000, 2159 rannte ich in der Kaserne ins Zimmer. Es waren 165 km im Sonntagabendverkehr, Autobahn nur ab Baden bis Bern, Rest Landstrasse, allerdings auch ohne Tempolimit 😅!&lt;/i&gt;&lt;span style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;» (Autor:&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;a href=&quot;https://www.facebook.com/groups/246868346723182/user/1472214329/&quot;&gt;Rudolf Brütsch&lt;/a&gt;, 18. April 2024, 16:15)&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiKtxXBMSB7sy6vE7MXXUT2YYqaWHjJ8KeNhtSw0sO-SvO4gJPp7q4Yq0Q-EScnhax3M7Y6qUVXAdGlr3HJ4rzwKIOb69Rhj-ciEfdC0V5FiQiX9ei4eOSMkN1q-VDm2PnYU8drPiqDH8J3eiiHNqyrxw_hPqLydItoZsUm8_LsFHOQn_7UvssOGg/s551/Screenshot%202026-07-23%20145728.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;490&quot; data-original-width=&quot;551&quot; height=&quot;356&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiKtxXBMSB7sy6vE7MXXUT2YYqaWHjJ8KeNhtSw0sO-SvO4gJPp7q4Yq0Q-EScnhax3M7Y6qUVXAdGlr3HJ4rzwKIOb69Rhj-ciEfdC0V5FiQiX9ei4eOSMkN1q-VDm2PnYU8drPiqDH8J3eiiHNqyrxw_hPqLydItoZsUm8_LsFHOQn_7UvssOGg/w400-h356/Screenshot%202026-07-23%20145728.png&quot; width=&quot;400&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Jeder, der in der Schweizer Armee einst Dienst geleistet (d.h.: auch eine Rekrutenschule absolviert) hat, kann den Stress nachfühlen, den man als frisch Uniformierter hat, wenn einem für das Zuspätkommen die Arrestzelle droht. Da sind ein paar Gedenksekunden für Albert Willi-Simon nicht verkehrt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Anmerkung: Payerne und sein &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Milit%C3%A4rflugplatz_Payerne&quot;&gt;Militärflugplatz&lt;/a&gt; sind bis heute ein Standort der Dunkelblauen, d.h. der Flugwaffe, die mit der Reform &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Armee_95&quot;&gt;Armee 95&lt;/a&gt; nach dem vermeintlichen Ende des Kalten Kriegs in «Luftwaffe&lt;span style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;»&lt;/span&gt;&amp;nbsp;umbenannt worden ist.&lt;/p&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2025/12/garagier-willi-hilft-zwei-flugwaffe.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjtv_7VVeV1grR-d08itljwwZUEA-r51fWwzcaJvPN5fRleNO9qg4kZeIGHi3lzzEBk8DLzV6OA_qyekJjzyE-1QH2ftLXnP3cUizpSXsY9e8wIOU5nxuIBu5dfclxYpA79hRYqmITaL9fa_dGaKkOGFxF69xG1uU7kx_VmGVz6zbhciihLK1je9Q/s72-w640-h584-c/Screenshot%202026-07-23%20043341.png" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-235148321822262997</guid><pubDate>Wed, 10 Dec 2025 21:22:00 +0000</pubDate><atom:updated>2025-12-10T23:34:31.273+01:00</atom:updated><title>Erbschaftssteuer-Revision 1925 zum viertenmal bachab geschickt</title><description>&lt;p&gt;Am 30. November 2025 hat eine &lt;a href=&quot;https://www.web.statistik.zh.ch/cms_abstimmungsarchiv/index.php?vorlageid=2593&quot;&gt;klimatisch verpackte Erbschaftssteuer-Initiative&lt;/a&gt; der von den Jungsozialisten gekaperten SP Schweiz landesweit eine verheerende Niederlage erlitten. Auch die Weiacherinnen und Weiacher haben sie bachab geschickt. Mit sagenhaften 90.72 % Nein-Stimmen bei 36.35 % Stimmbeteiligung.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Erbschaftssteuer-Vorlagen haben es hierzulande traditionell schwer. Probe auf&#39;s Exempel gefällig?&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Fast auf die Woche genau 100 Jahre früher, am 6. Dezember 1925, wurde das zürcherisch-kantonale&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href=&quot;92.37 %	79.41 %  https://www.web.statistik.zh.ch/cms_abstimmungsarchiv/index.php?vorlageid=1163&quot;&gt;Gesetz über die Erbschafts- und Schenkungssteuer&lt;/a&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;von den stimmberechtigten Weiacher Männern mit 92.37 % Nein-Stimmen bei 79.41 % Stimmbeteiligung noch etwas wuchtiger beerdigt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1895, 1899, 1915 und 1925. Viermal hintereinander versenkten die Zürcher Stimmberechtigten eine Revision des kantonalen Erbschaftssteuerrechts. Die Regierung musste eine wahrhaft hohe Frustrationstoleranz aufbringen und das&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href=&quot;https://www.zentraleserien.zh.ch/documents/os/OS_15__S__234-238_&quot;&gt;Gesetz betreffend die Erbschaftssteuer&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&amp;nbsp;vom 20. Hornung 1870 blieb weiterhin in Kraft.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Raubzug auf Steuerzahler abgewehrt&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da konnte der Regierungsrat in seinem &lt;a href=&quot;https://www.web.statistik.zh.ch/cms_abstimmungsarchiv/pdf/19251206_Volksabstimmung.pdf&quot;&gt;Beleuchtenden Bericht (S. 14)&lt;/a&gt; noch so händeringend erläutern, wozu das Gesetz gut sei:&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Sein Ziel, die Beschaffung vermehrter Geldmittel, sucht das neue Gesetz zu erreichen durch Einführung der Besteuerung der Schenkungen, Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf die direkten Nachkommen, Erhöhung der Steuersätze und andere Einreihung der Steuerpflichtigen in die Steuerskala. Im Gegensatz hiezu hat aber auch die Steuerbefreiung eine erhebliche Ausdehnung erfahren.&lt;/i&gt;»&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Trotz Beteuerung ihrer Ausgewogenheit: Die Vorlage fand beim Souverän erneut keine Gnade, wohl nicht zuletzt wegen der Besteuerung direkter Nachkommen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Resultat: Keine einzige Gemeinde stimmte mit Ja, sogar die Stadt Winterthur senkte mit 49.99% Nein den Daumen! Die Neeracher &amp;amp; Riedter schafften es, 100 % Nein einzulegen (bei 71.97 % Stimmbeteiligung). Und Truttikon im Weinland glänzte mit 100 % Stimmbeteiligung.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Unterländer Zeitungen registrierten Ergebnis mit Genugtuung&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Entsprechend ernüchtert fiel auch der Abstimmungsbericht in der NZZ aus:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Zürich. Erbschaftssteuergesetz. Man weiß, daß das revidierte Erbschaftssteuergesetz vom zürcherischen Unterland mit besonderer Wucht verworfen worden ist, was denn auch von den Zeitungen der drei Bezirke mit Genugtuung registriert wird. Hier einige die Stimmung kennzeichnende Ergebnisse: Bezirk Andelfingen. Adlikon 6 Ja, 103 Nein; Benken 14 und 121, Berg a. I. 3 und 107, Buch a. I. 2 und 118, Feuerthalen 187 und 306, Flaach 12 und 154, Kl. Andelfingen 33 und 225, Gr. Andelfingen 34 und 165, Oberstammheim 40 und 203, Unterstammheim 17 und 20, Waltalingen 11 und 131. Bezirk Bülach: Bülach 123 und 456, Eglisau 28 und 198, Freienstein 43 und 220, Glattfelden 100 und 276, Höri 9 und 91, Kloten 40 und 334, Oberembrach 1 und 147, Rafz 10 und 286, Wallisellen 131 und 454. Bezirk Dielsdorf: Affoltern b.Z. 96 und 246, Boppelsen 2 und 73, Buchs 10 und 102, Dielsdorf 15 und 163, Neerach 0 und 160, Niederhasli 13 und 204, Oberglatt 10 und 153, Regensberg 1 und 53, Rümlang 19 und 202, Weiach 10 und 121.&lt;/i&gt;»&lt;i&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Zu grosser Unmut. Schelte an die Adresse der Steuerverwaltung&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Anschluss an diese Zahlen gab der NZZ-Redaktor nicht nur einen deutlichen Kommentar ab, sondern verschafft uns auch Einblick in die Volksseele, indem er einen Leserbrief zitiert, der für das Steueramt mehr als nur peinlich ist:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Zur Steuerpraxis. Man hat es vor und nach der Abstimmung über das Erbschaftssteuergesetz lesen können, daß der Unmut im zürcherischen Publikum über den Steuervollzug zu groß sei, um nicht die erste beste Gelegenheit zur Entladung der Mißstimmung zu benützen. In den neuerdings wieder recht zahlreichen Zusendungen aus unserm Leserkreise hält man sich u. a. über überflüssiges Zitieren auf das Steueramt auf. So schreibt man uns:&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;&quot;Dieser Tage wurde eine arme Witwe, Näherin, in Altstetten wohnhaft, die ein Kind erhalten muß, und von der Armenpflege unterstützt wird, vor den Steuerkommissär nach dem Sempersteig zitiert. Resultat: für den Staat nichts als überflüssige Zeitversäumnis für den Steuerkommissär und Kanzlisten, für die Witwe aber, was nicht gleichgültig ist, Arbeitslohnverlust, Fahrgeldausgabe usw.“&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Vor allem wird aber die verspätete Zustellung der Kriegssteuerzettel gerügt: man macht geltend, daß die Bezahlung dieser Steuer oder ihrer ersten Quote nunmehr in einem Monat erfolgen müsse, der durch die bekannten Ausgaben bereits sehr stark belastet werde.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dort, wo heute Studierende vom Hirschengraben her den Hang zum Hauptgebäude der Universität Zürich hinauf erklimmen, war also der Steuervogt domiziliert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die im letzten Abschnitt dieser veritablen Behördenschelte erwähnte &lt;a href=&quot;https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/013768/2024-06-18/&quot;&gt;Kriegssteuer&lt;/a&gt; wurde damals seit rund zehn Jahren erhoben. Es handelt sich um die Vorläuferin der heutigen &lt;i&gt;Direkten Bundessteuer&lt;/i&gt;, die im Kriegsjahr 1915 erstmals erhoben und danach nicht mehr abgeschafft worden ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Quelle&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;li&gt;Neue Zürcher Zeitung, 10. Dezember 1925,&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&amp;amp;d=NZZ19251210-02.2.23&quot;&gt;Blatt 5, Mittagausgabe, Nr. 1966&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2025/12/erbschaftssteuer-revision-1925-zum.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-1966764054558464410</guid><pubDate>Tue, 02 Dec 2025 21:31:00 +0000</pubDate><atom:updated>2025-12-02T22:37:52.881+01:00</atom:updated><title>Das Strumpfstübli in Zeiten des Koreakrieges</title><description>&lt;p&gt;Das Jahr 1945 markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs auch im Fernen Osten. Aus europäischer Warte wahrgenommen vor allem durch die beiden Nuklearexplosionen von Hiroshima und Nagasaki.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mit der Kapitulation des Japanischen Kaiserreichs wurde auch eine Nachkriegsregelung für die koreanische Halbinsel erforderlich, die 1910 von Japan annektiert worden war. Der Treuhandrat der gerade erst gegründeten Vereinten Nationen übertrug die Verwaltung Koreas auf die Siegermächte USA und Sowjetunion, die sich auf eine Trennlinie am 38. Breitengrad verständigten. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als Folge des beginnenden Kalten Kriegs zwischen den beiden Supermächten wurden die eigentlich geplanten gesamtkoreanischen Wahlen nicht mehr durchgeführt. Beide Seiten richteten auf ihrem Gebiet je eigenständige koreanische Staatsgebilde ein. Am 15. August 1948 im Süden die Republik Korea, am 26. August 1948 die Demokratische Volksrepublik Korea im Norden.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Nordkorea versucht die Teilung mit Gewalt zu beenden&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Beide Mächte zogen ihre Truppen bis 1949 ab, worauf Nordkorea am 25. Juni 1950 einen Grossangriff auf den Süden startete, innert drei Tagen die Hauptstadt Seoul eroberte und bis im September fast das gesamte Gebiet der Republik Korea überrannte – bis auf einen Brückenkopf um die Hafenstadt Pusan.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine breite Koalition unter Führung der USA organisierte auf Empfehlung des UNO-Sicherheitsrats eine Gegenoffensive, die am 15. September 1950 mit einer Landung bei Incheon die Initiative übernahm. Das Kriegsglück wendete sich daraufhin rasch. Die Nordkoreaner verloren alles eroberte Terrain innert kurzer Zeit, gingen sogar der Kontrolle über ihr eigenes Gebiet verlustig und wurden an die chinesische Grenze zurückgeworfen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Daraufhin griff die Volksrepublik China aktiv in das Geschehen ein und entsandte Mitte November 1950 eine sogenannte Volksfreiwilligenarmee, der es gelang, die westliche Koalition ebenfalls innert kurzer Zeit wieder in die Gegend des 38. Breitengrads zurückzuschlagen. Dort entwickelte sich der Konflikt ab dem Frühling 1951 zum Stellungskrieg, der bis zum Waffenstillstand am 27. Juli 1953 andauerte (vgl. die &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Koreakrieg#/media/Datei:Korean_war_1950-1953.gif&quot;&gt;animierte Karte des Frontverlaufs auf Wikipedia&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Friedenstaube schon wieder in der Mottenkiste&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf diese Lage bezieht sich die Karikatur auf der Titelseite der heute vor 75 Jahren veröffentlichten Ausgabe der Tageszeitung «Die Tat» (von Migros-Pionier Gottlieb Duttweiler 1935 gegründet).&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhDUm8oUMEJQzQC2IZZCWHd08GKX3qllAIz6LBEZXvZ0EeWuyQXOQUsEACTmRIOO0mZA2VO80IfRQ6I9s7d1yvyWrqxIYLI7flee9J3MJGys1Xn9IWXMTVkvDpr-U0i_b4uJmdDS2k5b4svOP477bmdClRO407vDfxyercnskLt_nRGSRD9mOf2Rg/s1138/Screenshot%202025-02-17%20002556.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;569&quot; data-original-width=&quot;1138&quot; height=&quot;320&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhDUm8oUMEJQzQC2IZZCWHd08GKX3qllAIz6LBEZXvZ0EeWuyQXOQUsEACTmRIOO0mZA2VO80IfRQ6I9s7d1yvyWrqxIYLI7flee9J3MJGys1Xn9IWXMTVkvDpr-U0i_b4uJmdDS2k5b4svOP477bmdClRO407vDfxyercnskLt_nRGSRD9mOf2Rg/w640-h320/Screenshot%202025-02-17%20002556.png&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die kriegerische Sintflut sei wieder da. Uncle Sam baue eine Wasserstoffbomben-Arche für «Gesäuberte», heisst es da (damit wird auf den Befehl von US-Präsident Harry S. Truman angespielt, der damit im Januar 1950 auf die 1949 entwickelte sowjetische Atombombe reagierte). Etwa zur gleichen Zeit eröffnete der als Kommunistenjäger profilierte US-Senator &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_McCarthy&quot;&gt;Joseph McCarthy&lt;/a&gt; (1908-1957) eine Kampagne wegen angeblicher Unterwanderung des Regierungsapparats durch Spione, wodurch sich die Anspielung auf die «Gesäuberten» erklärt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;b&gt;Im Fall vonere Fallmasche gasch zum Strumpfstübli!&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Zeiten waren damals ähnlich unsicher wie unsere heutigen. Bei Kleidern lag der Fall noch anders. Denn, Hand aufs Herz, lassen Sie Ihre Socken und Strümpfe noch flicken, oder landen die im Abfall, sobald sie Löcher bekommen?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine dem Verfasser leider bislang unbekannte Weiacherin hat jedenfalls in derselben Zeitung auf Seite 8 die folgende Kleinanzeige platzieren lassen:&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;«&lt;i&gt;Fallmaschen heben u. stopfen besorgt Ihnen zu wirklich günstigen Preis. Strumpfstübli, Weiach (Zch.). Kein versand.&lt;/i&gt;»&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgmnrOiOEsiMp6PuyPHFn8S7KEuGtblLxZCdDEASVg_9ta5E04iHYycOHHp3qW-ILYVTSrLkOf7mRSSHR2Ci38FGFCDyMaj7NPs7Lnyc4j1uvQcK8Yz2uJp8KBQf6UhsYLrCmIinXyNEhW4DlgkUHDkaMWj1yFRZKlx80uQOWDUzHORWDcHVggb4A/s1170/Screenshot%202025-02-17%20002719.png&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; data-original-height=&quot;291&quot; data-original-width=&quot;1170&quot; height=&quot;160&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgmnrOiOEsiMp6PuyPHFn8S7KEuGtblLxZCdDEASVg_9ta5E04iHYycOHHp3qW-ILYVTSrLkOf7mRSSHR2Ci38FGFCDyMaj7NPs7Lnyc4j1uvQcK8Yz2uJp8KBQf6UhsYLrCmIinXyNEhW4DlgkUHDkaMWj1yFRZKlx80uQOWDUzHORWDcHVggb4A/w640-h160/Screenshot%202025-02-17%20002719.png&quot; width=&quot;640&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;b&gt;Quelle&amp;nbsp;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Die Tat, 15. Jahrgang, Nr. 328,&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;https://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&amp;amp;d=DTT19501202-01.2.42&amp;amp;srpos=1&amp;amp;e=02-12-1950-02-12-1950--de-20--1--img-txIN-Weiach-------0-----#documentdisplayleftpanedocumentleveltabcontent&quot;&gt;2. Dezember 1950 – S. 1 u. 8&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://weiachergeschichten.blogspot.com/2025/12/das-strumpfstubli-in-zeiten-des.html</link><author>noreply@blogger.com (Unknown)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhDUm8oUMEJQzQC2IZZCWHd08GKX3qllAIz6LBEZXvZ0EeWuyQXOQUsEACTmRIOO0mZA2VO80IfRQ6I9s7d1yvyWrqxIYLI7flee9J3MJGys1Xn9IWXMTVkvDpr-U0i_b4uJmdDS2k5b4svOP477bmdClRO407vDfxyercnskLt_nRGSRD9mOf2Rg/s72-w640-h320-c/Screenshot%202025-02-17%20002556.png" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item></channel></rss>