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Perspektivenwechsel.</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-ibiM-IYr-_Q/UZhMnc3_JMI/AAAAAAAAAZo/p9LPCxp6-6A/s1600/leichenblasse.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-ibiM-IYr-_Q/UZhMnc3_JMI/AAAAAAAAAZo/p9LPCxp6-6A/s200/leichenblasse.jpg" width="121" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
Ich hatte heute Nacht noch eine Anmerkung zu dem Roman &lt;i&gt;Leichenblässe&lt;/i&gt; von Simon Beckett geschrieben. Es ist nur eine &lt;a href="http://frederikweitz.blogspot.de/2013/05/simon-beckett-leichenblasse-emphase-und.html"&gt;Anmerkung&lt;/a&gt;; ich habe mit der Erzählung selbst noch nicht richtig gearbeitet. Ein zweiter Kommentar betrifft dieselbe Passage, zu finden auf Seite 120-122. Der Roman selbst wird vorwiegend aus der Perspektive eines englischen Gerichtsmediziners namens Hunter geschildert. Ab der Seite 120 allerdings scheint jedes Kapitel mit einem Perspektivwechsel zu enden. Der Autor springt in die Perspektive des Serienmörders. Auf Seite 120-122 ist er dabei, seinen ersten Mord zu begehen. Dazu muss man wissen, aber es versteht sich in diesem Genre ja eigentlich schon fast von selbst, dass es sich um einen Serienmörder handelt, den die Polizei sucht.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="font-size: large;"&gt;&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;Perspektivwechsel und Erzählsituation&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Der Perspektivwechsel ist ein sehr beliebtes stilistisches Mittel in der Unterhaltungsliteratur. Er erfordert eine personale Erzählsituation, eventuell auch einen oder mehrere Ich-Erzähler. Was ist eine personale Erzählsituation? Hier schildert der Autor ausschließlich aus der Sicht einer seiner Figuren. D.h. vor allen Dingen, dass die Figur und der Autor.wechselt der Autor nun die Perspektive, bleibt aber in der personalen Erzählsituation, dann verfügt er plötzlich über ein anderes Wissen. Diese Erzähltechnik (personale Erzählsituation plus Perspektivwechsel) ist, will man sie gut anwenden, nicht einfach anzuwenden.&lt;br /&gt;
Beckett nun nutzt sowohl für seinen Protagonisten, den Gerichtsmediziner, als auch für seinen Serienmörder die Ich-Perspektive. Das macht die Sache noch ein wenig komplizierter. In diesem Fall muss der Autor nämlich nicht nur auf die Perspektive und ihrem jeweils beschränkten Wissen achten, sondern auch auf die typischen stilistischen Merkmale, die eine Person in der Sprache mit sich bringt. Dies tut Beckett meines Erachtens nicht. Vom Stil her ist die kurze Passage mit dem Mörder nicht zu unterscheiden von den Gedanken &lt;i&gt;des&lt;/i&gt; Protagonisten. Grafisch ist sie durch Kursivschrift abgesetzt; inhaltlich durch eine Handlung, die nicht zum Protagonisten passt. (Siehe auch &lt;a href="http://frederikweitz.blogspot.de/2013/04/perspektivwechsel-darf-man-in-einer.html"&gt;Perspektivwechsel: darf man in einer Szene von einer Person zur anderen springen?&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Dramatische Ironie&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Mit dem Perspektivwechsel einher geht eine andere literarische Technik (nicht immer), die dramatische Ironie. Damit ist gemeint, dass der Leser mehr weiß als der Protagonist. Dadurch entsteht eine Spannung: Wird der Protagonist das Problem entdecken? Wie wird er sich aus der Schlinge ziehen?&lt;br /&gt;
Für mich ist eine der schönsten Beispiele eine Stelle aus Hitchcocks Klassiker &lt;i&gt;Der unsichtbare Dritte&lt;/i&gt;. Erzählt wird die Geschichte des Werbefachmanns Thorndike, der unbeabsichtigt für einen feindlichen Agenten gehalten wird. Nun ist der Trick an der ganzen Sache, dass sich die Regierungsbehörde diesen feindlichen Agenten zur Täuschung ausgedacht hat. Der echte Agent existiert also gar nicht, soll allerdings von der Gegenseite als echt aufgefasst werden. Thorndike, der mit dieser ganzen Sache nichts zu tun hat, begibt sich auf die Suche und findet natürlich nichts. Er weiß nur, dass irgendwelche Menschen ihn umbringen wollen. Der ganze Film ist aus der Perspektive von Thorndike geschildert, bis auf einen kurzen Moment. Diese zeigt die Regierungsbehörde, bzw. ein Gespräch zwischen den Verantwortlichen, in der diese beschließen, Thorndike nicht zu helfen und ihn dem Tod auszuliefern. Thorndike weiß dies nicht, aber der Zuschauer.&lt;br /&gt;
Beckett nutzt diese dramatische Ironie nicht ganz so deutlich. Ironisch ist hier meiner Ansicht nach vor allem, dass der Serienkiller als allererstes eine Frau umbringt, während der Profiler Dr. Irving der Ansicht ist, dass die gesuchte Person aus homosexuellen Motiven handelt. Irving wurde in den Fall mit einbezogen, um ein Profil des Täters zu erstellen. Er wird von Anfang an als arrogant, beleidigend und insgesamt unsympathisch dargestellt. Durch den Perspektivwechsel kann nun der Leser damit rechnen, dass er sich furchtbar blamieren wird. Die Spannung wird also durch vorausgenommene Schadenfreude erzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Psychologisierung&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Eine der angenehmen Seiten von Beckett ist, dass er sich mit der direkten Psychologisierung zurückhält. Es gibt ja immer diese unangenehmen Stellen, in denen der Roman in eine psychologische Abhandlung kippt, in der die Figuren in ihrem Seelenleben erläutert werden, als handele es sich um eine Patientenakte. Wenn dann noch schlecht recherchiert wurde und einer Schizophrenie völlig neue Symptome angedichtet werden, die kein Psychiater unterschreiben würde, dann lege ich das Buch aus der Hand. Ich konnte zum Beispiel den Roman &lt;i&gt;Roter Drache&lt;/i&gt; von Thomas Harris nicht weiterlesen. An der Stelle, an der er den Mutterkomplex seines Serienmörders ausführt, ist es mir zu viel geworden.&lt;br /&gt;
Psychische Eigenschaften gehören zu den Ideen. Eifersucht, Freude, Angst, Süchte, all dies sind Ideen, die sich zwar in typischem Verhalten niederschlagen, aber selbst nicht sichtbar sind. Die Aufgabe des Autors ist es nun, diese psychischen Eigenschaften in Verhaltensweisen zu übersetzen. Diesen Vorgang nennt man Hypotypose, zumindest bei Kant (Urteilskraft, § 59); heute kann man dafür auch das Wort Metaphorik oder Verbildlichung finden (und ich weise nochmal darauf hin, dass dieses Wort unglücklich gewählt ist, denn eine Metapher ist etwas anderes: siehe dazu &lt;a href="http://www.amazon.de/Metaphorik-Strategien-der-Verbildlichung-ebook/dp/B007RATGM4/ref=la_B005HHADXK_1_8?ie=UTF8&amp;amp;qid=1368898124&amp;amp;sr=1-8"&gt;Metaphorik. Strategien der Verbildlichung&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;
Natürlich darf man sich auch als Autor die eine oder andere psychologische Anmerkung leisten. Aber man sollte aufpassen, dass der Roman nicht von einer Erzählung in eine Belehrung kippt. Dafür gibt es Fachbücher.&lt;br /&gt;
Sieht man sich die Stelle bei Beckett an, auf die ich mich beziehe (Leichenblässe, Seite 120-122), so kann man rasch die Technik erkennen, mit der sich der Autor sämtlichen Psychologisierungen entzieht: er lässt den Serienmörder seinen ersten Mord schildern und seine vermeintlichen Motive. Das reicht auch. Es reicht, wenn der Killer sich selbst kommentiert: "Die ganze Sache ist viel zu plötzlich passiert, auch das mit dem Messer …" (Seite 122). Spätestens hier wird deutlich, dass er weiter Morden wird und dass er nicht aus Habgier, Not oder ähnlichen Motiven handelt, sondern in der Tätigkeit des Mordens selbst eine Perfektion, eine Erkenntnis sucht.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/aEsUmUH3gQ4" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/6840220846605288638/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=6840220846605288638&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/6840220846605288638?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/6840220846605288638?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/aEsUmUH3gQ4/simon-beckett-leichenblasse.html" title="Simon Beckett: Leichenblässe. Perspektivenwechsel." /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="http://1.bp.blogspot.com/-ibiM-IYr-_Q/UZhMnc3_JMI/AAAAAAAAAZo/p9LPCxp6-6A/s72-c/leichenblasse.jpg" height="72" width="72" /><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/simon-beckett-leichenblasse.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;CkUCQ3Y5eCp7ImA9WhBbGEg.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-2630918273070660409</id><published>2013-05-18T04:03:00.001+02:00</published><updated>2013-05-18T06:11:02.820+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-18T06:11:02.820+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Thriller" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="rhetorische Analyse" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Grammatik" /><title>Simon Beckett: Leichenblässe. Emphase und Adjektiv.</title><content type="html">&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-4oQwpOD7uFo/UZbhRS54szI/AAAAAAAAAZY/wrMSNayPuAQ/s1600/leichenblasse.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://4.bp.blogspot.com/-4oQwpOD7uFo/UZbhRS54szI/AAAAAAAAAZY/wrMSNayPuAQ/s200/leichenblasse.jpg" width="121" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Ich lese seit etwa drei Tagen das Buch &lt;i&gt;Leichenblässe&lt;/i&gt; von Simon Beckett. So richtig komme ich nicht voran; das mag daran liegen, dass ich mir die Erzählweise doch genauer ansehe. Auffällig ist, dass Beckett eine recht langsame Gangart pflegt, zum einen durch wesentlich längere Beschreibungen als man dies zum Beispiel von Camilleri oder Simenon kennt. Zudem musste ich natürlich in meinem Hegel (Phänomenologie des Geistes) weiterlesen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Trotzdem möchte ich auf einige Textstellen bei Beckett hinweisen. Er ist insgesamt ein vielleicht nicht besonders aufregender, aber durchaus kompetenter Schreiber. So beherrscht er zum Beispiel die Personencharakterisierung sehr gut, wodurch seine Figuren eine psychologische Glaubwürdigkeit erhalten, die man heute im Thriller eher selten findet.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Als erstes möchte ich eine Textstelle erläutern, in der "zu viele" Adjektive auftauchen, die aber eine sehr genaue Funktion hat, weshalb es dann doch nicht zu viele Adjektive sind.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
[Es ist, weil ich zwischendurch in "meinen" Büchern zur Philosophie der Grammatik hängen geblieben bin, mittlerweile vier Uhr morgens. Ich werde die zweite Anmerkung morgen in einem weiteren Artikel geben:] Zweitens wechselt Beckett eine kurze Passage in die Perspektive des Serienmörders. Diese Stelle ist im Gegensatz zu vielen solcher Perspektivwechsel äußerst akzeptabel, da der Autor sich mit bizarren psychologischen Begründungen (die überbehütende oder eisige Mutter sei an allem schuld!) zurückhält.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Adjektiv und Emphase&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die Emphase ist eine Betonung. In einer mündlich vorgetragenen Rede kann man sie sich ein wenig salbungsvoll oder missionarisch vorstellen. In einem geschriebenen Text brauchen wir andere Mittel, um diese Verstärkung deutlich zu machen. Auf der anderen Seite können wir hier keine Übertreibungen gebrauchen, zumindest nicht in einem auf wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit und Spannung angelegten Roman. Wissenschaftlich ist der Roman deshalb, weil er immer wieder wissenschaftliche Erklärungen zur Eingrenzung und Ermittlung des Täters gibt. Hauptfigur ist ein Gerichtsmediziner.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die folgende Stelle wird allerdings aus der Perspektive des Täters geschildert. Auf zweieinhalb Seiten erzählt der Autor aus der Innensicht den ersten Mord des Serienmörders. Es handelt sich um eine betrunkene Frau, die der Mörder in einer Bar schon länger observiert hat. Er wartet, bis sie herausgeschmissen wird. Dann schreibt Beckett folgendes:&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Du hast gewartet, bis sie die Geduld des Barkeepers erschöpft hat. Während sie ihn noch angeschrien hat, mal fürchterlich fluchend, mal weinerlich flehend, bist du unbemerkt hinausgeschlichen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: right;"&gt;
Beckett, Simon: &lt;i&gt;Leichenblässe&lt;/i&gt;, Reinbek bei Hamburg 2009, Seite 120&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die drei Adjektive, auf die ich hier hinweisen möchte, qualifizieren das Verb. Die Frau flucht nicht, sondern sie flucht fürchterlich. Wir finden solche Stellen immer wieder bei Beckett. Anscheinend, aber das ist jetzt nur eine grobe Einschätzung, dienen sie dem Kontrast und der Verdeutlichung. An dieser Stelle markieren die beiden Sätze so etwas wie einen Wendepunkt. Vorher lag der Mörder auf der Lauer; jetzt ist er auf der Jagd.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die Beschreibung der Frau deutet auf eine Maßlosigkeit hin, während der Täter sehr planvoll und diszipliniert vorgeht. Die Frau ist auffällig, der Täter unauffällig. Die Frau flucht und fleht, der Täter schleicht. Diese Adjektive (die man früher als Adverben bezeichnet hat) und die sehr konkreten Verben selbst bilden so etwas wie eine Spannung: die Frau, die sich betrunken jedem an den Hals schmeißt, kann man nicht mögen; der Mörder dagegen spricht etwas an, das sich viele Menschen wünschen: die Voraussagbarkeit, das Gelingen eines Plans. Trotzdem wünscht man dieser Frau nicht den Tod. Beckett nun kreuzt hier die hintergründigen Bedeutungen sehr geschickt: auffällig/unauffällig, exaltiert/rational, tot/lebendig, Opfer/Mörder.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die Emphase, wie ich sie hier analysiert habe, kann natürlich nicht für sich alleine stehen, sondern gewinnt ihren Charakter im Kontext. Sie wirkt meiner Ansicht nach nur deshalb, weil von dem Gang der Erzählung her die Schwelle zu einer anderen wichtigen Aktivität überschritten wird (Lauer/Jagd) und weil das Opfer unsympathisch dargestellt wird, aber Opfer bleibt, weil es nur unglücklich, aber nicht bösartig ist.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Schließlich muss man beachten, wo Beckett seine Adjektive hingesetzt. Sie qualifizieren direkt die Verben, also Tätigkeiten. Im ganzen Absatz, in dem die zitierte Stelle steht, findet sich sonst nur noch ein Adjektiv: "… das gelbe Licht der Straßenlaternen …". Auch im vorhergehenden Satz finden sich viele Arten Verben, dagegen gar keine anderen Adjektive. Das ist auffällig und gibt einen brauchbaren Schreibtipp ab:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;i&gt;Sei mit Adjektiven sparsam, es sei denn, du kannst damit ein Verb, also eine Tätigkeit, präzisieren.&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die Emphase entsteht, allerdings nur bezogen auf das Zitat, durch sehr konkret vorstellbare Tätigkeiten, die zueinander im Kontrast stehen. Dies muss man übrigens sehr deutlich von einer Detailverliebtheit abgrenzen. Die ganze Passage (Seite 120-122) enthält nur sehr wenige konkrete Merkmale von Gegenständen oder Orten. Nur zu Beginn wird die Frau mit einigen Adjektiven geschildert, anderthalb Seiten später noch einmal die Gasse, in der der Mörder die Frau umbringt. Ansonsten sucht man sie, denn sie sind selten.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;i&gt;1. Anmerkung&lt;/i&gt;: Die Bezeichnung Adverb ist nicht ganz korrekt. Der Duden nennt sie Adjektivgruppe und definiert: "Satzglied mit einem Adjektiv oder Partizip im Kern" (Grammatik, Seite 860); allerdings handelt es sich hier um einen besonderes Satzglied, das bestimmte Grammatiken als Satzkern betrachten und Prädikat nennen. Dieses bezieht sich immer auf das Satzglied mit dem Verb. Das Adjektiv darin wird adverbial gebraucht, ist aber kein Adverb im eigentlichen Sinne (Grammatik, Seite 262).&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;i&gt;2. Anmerkung&lt;/i&gt;: In der Grammatik unterscheiden wir zwischen Wortarten und ihren Gebrauch im Satz. Die Wortarten dienen einer ersten Identifikation. Der Gebrauch im Satz dagegen muss aus dem Kontext erschlossen werden. Verben "werden zu" Teilen eines Prädikats und bestimmen den Satzteil als Prädikat. Die Verwirrung, die hier beim Normalbürger herrscht, ist verständlich. Wortarten stehen "für sich alleine" und sind im Rechtschreibduden zuhause, während Satzglieder nur im Kontext eines Satzes erschlossen werden können, und sowohl formalen Regeln gehorchen als auch der Bedeutung im Zusammenhang.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
So macht ein Satz wie "Der Hahn bellt jeden Morgen die Manager aus dem Schlaf." zunächst keinen Sinn. Ein Hahn bellt nicht und wir verknüpfen ihn auch eher mit dem Beruf des Bauerns. Nehmen wir aber denselben Satz als Beispiel für einen unsinnigen Satz, macht genau dieser unsinnige Satz als Beispiel wieder Sinn. Und natürlich können wir hier auch einen Kontext konstruieren, in dem der Hahn eine Kurzform für den Namen "Markus Hahn" ist, der gerade ein Erlebnisseminar mit Managern durchführt. Auch dann macht dieser Satz plötzlich Sinn.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Der "Skandal" an diesem Beispiel ist, dass ein grammatisch korrekter Satz inhaltlich trotzdem völlig wirr sein kann; dass derselbe wirre Satz aber im Kontext von anderen Sätzen wiederum klar werden kann. Und es zeigt, dass ein Mensch, der allein auf die formale Einhaltung der Grammatik pocht, nur eine sehr einseitige Betrachtung der Sprache betreibt.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/vt0UECuk6wE" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/2630918273070660409/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=2630918273070660409&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/2630918273070660409?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/2630918273070660409?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/vt0UECuk6wE/simon-beckett-leichenblasse-emphase-und.html" title="Simon Beckett: Leichenblässe. Emphase und Adjektiv." /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="http://4.bp.blogspot.com/-4oQwpOD7uFo/UZbhRS54szI/AAAAAAAAAZY/wrMSNayPuAQ/s72-c/leichenblasse.jpg" height="72" width="72" /><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/simon-beckett-leichenblasse-emphase-und.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;C0QARHY-fSp7ImA9WhBbF00.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-1478336719868597827</id><published>2013-05-16T12:49:00.000+02:00</published><updated>2013-05-16T12:49:05.855+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-16T12:49:05.855+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Semiose" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="lesen" /><title>Ich bin dann wohl kein Protestant; Interpretation als Zwang?</title><content type="html">&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die literarisch-lebensweltliche Basis all dieser protestantischen Erbauungsliteratur ist aber das Tagebuch, in dem jeder einzelne, als Individuum, vor sich und Gott Rechenschaft ablegt über die geistige Bedeutung dessen, was ihm Tag für Tag widerfahren ist. Die Kunst- und Fiktionsfeindlichkeit des Puritanismus hat also ihr Gegenstück in einem ausgeprägtem Deutungs- und Interpretationshang, einem Drang zum Zeichen-Lesen sondergleichen, der im Extremfall kein Detail des Lebens unübersetzt lassen kann: Alles ist (potentiell) Signifikant, alles ist Zeichen, alles ist nicht nur es selbst, sondern bedeutet zugleich auch etwas anderes. (Bode, Christoph: &lt;i&gt;Der Roman&lt;/i&gt;, Tübingen 2011, Seite 49)&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Protestanten sind paradoxerweise in all ihrer Literaturfeindlichkeit die besten literarischen Leser, die man sich vorstellen kann: Sie springen auf Doppelkodierung an, ja, sie tragen diese Herangehensweise an die Texte heran, weil ihnen das das Normale und einzig Sinnvolle scheint. Sie bringen schon mit, was essentiell für literarische Lektüre ist: ein extrem ausgeprägtes Zeichen-Bewusstsein. (ebenda, Seite 50)&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Bode schildert hier fast den umgedrehten Fall zu dem, was ich den hysterischen Leser nenne: der hysterische Leser fällt dadurch auf, dass er (1) Romane ausschließlich inhaltlich liest, (2) Inhalte nur undeutlich oder sogar falsch wiedergibt, (3) die Leseleistung besonders in Seitenzahlen ausdrückt. Gerade finde ich eine Notiz, in der ich dies symbolische Selbstvergessenheit nenne. Die konnotative Schicht wird beim Lesen komplett missachtet. Dabei scheint mir die konnotative Schicht mit ihren Symbolen, rhetorischen Figuren und strukturellen Zusammenhängen für die Einheit eines Textes, also zum Beispiel einer Geschichte, besonders wichtig zu sein. Ich habe auch noch nie einen Text gelesen, der diese konnotative Schicht ausblenden konnte: der Grund dürfte klar sein. Die Konnotation bezieht sich auf das Zwischen-den-Zeilen-lesen, enthält also einen großen Anteil an Aktivität beim Leser.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Wer also konnotativ liest, findet immer wieder diese konnotative Schicht, dieses: es bedeutet mehr, als offensichtlich da steht. Tolkien wehrte sich dagegen, dass sein Buch &lt;i&gt;Herr der Ringe&lt;/i&gt; eine Allegorie des Dritten Reichs sei. Aber das liegt gar nicht in seiner Hand. Der Leser entscheidet, ob er eine Geschichte als Allegorie liest. Er entscheidet, ob er eher ein protestantischer oder ein nicht-protestantischer Interpret ist.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Demnach wäre ich wohl ein Protestant. Ich würde ja, so bekomme ich öfter als Rückmeldung, jeden Satz und jedes Wort herumdrehen. Was nicht ganz richtig ist, denn ich lese seit heute Simon Beckett &lt;i&gt;Leichenblässe&lt;/i&gt; und bin ohne großes Nachdenken auf Seite 100. Ungefähr. Viel Zeit hatte ich nicht.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Aber es ist schon richtig: wenn man bestimmte Methoden lange genug geübt hat, springen sie einem automatisch in das "normale" Lesen hinein, ohne dass man das beabsichtigt. Dieser Zustand ist eigentlich ziemlich angenehm. Früher, an der Uni, habe ich mich mit der systematischen Anwendung von Methoden noch herumgequält. Wenn man sie lange genug wiederholt, werden sie automatisiert. Wobei man wiederum mit dieser Automatisierung vorsichtig sein sollte. Manchmal ergreifen diese Interpretationsmuster so stark Besitz von unserem Denken, dass sie eher uns als wir sie beherrschen. Gehen wir mit solchen Deutungsansätzen willentlich um, handelt es sich um eine Methode; passieren sie uns unwillentlich und häufig, ist es eine hartnäckige Gewohnheit oder sogar ein Zwang.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Bode beschreibt nun den Protestanten als jemanden, der gar nicht anders kann, als Zeichen zu deuten. Damit würde er (der Protestant) auf Augenhöhe mit den modernen Kulturwissenschaftlern liegen, die die Kultur als ein Gefüge an Zeichen ansehen (vergleiche Bachmann-Medick, Doris (Hrsg.): &lt;i&gt;Kultur als Text&lt;/i&gt;, Frankfurt am Main 1996; mittlerweile als Neuauflage bei UTB). Kulturwissenschaftler allerdings reflektieren auf diesen Zeichengebrauch kritisch, während der von Bode geschilderte Protestant dies gerade nicht betreibt und wahrscheinlich auch nicht kann.&lt;br /&gt;
Und dann bin ich hoffentlich kein Protestant.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/6OYe43ekE5A" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/1478336719868597827/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=1478336719868597827&amp;isPopup=true" title="4 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/1478336719868597827?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/1478336719868597827?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/6OYe43ekE5A/ich-bin-dann-wohl-kein-protestant.html" title="Ich bin dann wohl kein Protestant; Interpretation als Zwang?" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>4</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/ich-bin-dann-wohl-kein-protestant.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;DEQBRXw-fyp7ImA9WhBbFU4.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-5269806378833846854</id><published>2013-05-14T10:39:00.000+02:00</published><updated>2013-05-14T14:59:14.257+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-14T14:59:14.257+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="schreiben" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="gestehen" /><title>Die leidlichen Rezensionen; Ratgeber zu schreiben kann auch ein Abenteuer sein!</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Es ist schon erstaunlich, was sich manche Menschen zusammenlesen. So hat sich eine gewisse Christel Spanik über mein Rhetorik-Buch folgendermaßen geäußert:&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Das war eine Recherche - Zusammentragung von Literatur, aber es wurde 
nichts zu wirklichen Tipps verarbeitet. Der Autor wollte sich 
offensichtlich noch viel Geheimtipps fúr andere Publikationen aufsparen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Wenn man sich meinen Klappentext durchliest, kann man sich nur wundern: ich hatte nichts Neues versprochen, sondern nur das best practice einer über 2000 Jahre langen fachlichen Tradition. Insofern ist der erste Halbsatz schlichtweg eine Umformulierung.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Was "wirkliche" Tipps sind, weiß ich nicht. Das Textmuster "Tipp" sehe ich gleichbedeutend mit dem "Rat", bzw. der "Maxime". Maximen sind allgemeine Handlungsempfehlungen und genau dies habe ich angeboten. Allgemein müssen diese bleiben, da man nur in einer konkreten Situation spezifisch werden kann, also auf einen bestimmten Menschen zugeschnitten. Wenn Frau Spanik das gesucht hat, braucht sie aber keinen Ratgeber, sondern einen Coach, jemanden, der ihr behilflich ist, diesen letzten Schritt in die eigene Praxis zu gehen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Schließlich ist der zweite Satz eine pure Unterstellung und Boshaftigkeit. Die Kommentatorin wollte wohl darauf hinweisen, dass ich hier Beutelschneiderei betreibe und ein Rhetorik-Buch nach dem anderen "heraushauen" will. Natürlich schreibe ich viel über die Rhetorik. Aber mein Blog ist dann doch eher der analytischen Rhetorik verpflichtet, statt der rein praktischen. Und selbstverständlich wird es dazu dann auch irgendwann Bücher geben.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Inhaltlich sehe ich mein Buch durchaus kritisch. Es gibt andere hervorragende Autoren im praktischen Bereich, so zum Beispiel &lt;a href="http://www.amazon.de/Besser-wirken-Erreichen-Kleinigkeiten-ebook/dp/B009TXOU4G/ref=pd_ybh_6"&gt;Thomas Schlayer&lt;/a&gt;. Auch er bringt nur lang bekannte Tatsachen. Vieles von dem, was wir schreiben, hat schon Cicero geschrieben. Nur ist das, was Cicero dort erörtert, auf die damalige Situation im römischen Reich zugeschnitten und von seiner Sprache her auf die damaligen Verhältnisse angepasst. Wir modernisieren solche Texte und akzentuieren sie anders. Das macht Schlayer genauso wie ich. Unsere Bücher unterscheiden sich vor allem in bestimmten Schwerpunkten und in den Erläuterungen zu bestimmten Tipps.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Ganz konnte ich mir allerdings die Neuerungen nicht verkneifen. Schon seit Jahren wundert es mich, dass Ergebnisse der Sprechakttheorie nicht in der praktischen Rhetorik auftauchen. Ich habe Sprachwissenschaften studiert, als Teilgebiet der Germanistik. Dort kommt man um die Sprechakttheorie gar nicht herum. Sie untersucht die Sprache als Handlung. Genau das aber wollen zum Beispiel Verkaufstrainer oder Kommunikationsberater: Sie wollen ihren Kunden beibringen, wie diese mit der Sprache wirksam werden können. Ich habe also die Sprechakttheorie, allerdings noch sehr oberflächlich, in dieses Gebiet der praktischen Rhetorik eingebunden. Insofern ist mein Buch sogar "innovativ" und geht über die reine Vermittlung der praktischen Rhetorik deutlich hinaus.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Eine weitere unsinnige Rezension findet sich in meinem Kommunikationsbuch. Ein Hans Joachim Hock wirft mir vor: "So geht jedenfalls keine systemische Kommunikation.!!!" Das ist natürlich kompletter Unsinn. Hier muss man allerdings vorsichtig sein. Niklas Luhmann, auf den ich mich sehr stütze, erläutert in seinem Buch &lt;i&gt;Soziale Systeme&lt;/i&gt;, dass jede Kommunikation auf einer Paradoxie beruht, also einen internen Widerspruch "aufzulösen" hat, der sich aber nicht auflösen lässt, es sei denn durch Blindheiten. Dadurch scheint sich bei dem Rezensenten die Überzeugung eingeschlichen zu haben, Kommunikation sei immer falsch. Das aber meinte ich gar nicht. Das meinte auch Niklas Luhmann nicht. Herr Hock hat sich dann wohl eher an den systemischen Ratgebern orientiert, die das Blaue vom Himmel versprechen und die leider mit der Theorie von Niklas Luhmann wenig zu tun haben.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Besser wäre gewesen, die Kommunikation immer als unvollständig zu betrachten. Ob man dies nun als Mangel ansieht oder als Chance, ist wohl eine Geschmacksfrage. Wenn ich zum Beispiel einen Anruf von einer dieser Callcenter bekomme, die mir ein neues Produkt verkaufen wollen, sehe ich das meist nicht als Last an, sondern als Chance, meinen Widerstand gegen Verkaufsargumente zu prüfen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
So entpuppt sich die Kritik von Herrn Hock leider als eine Art indirekter Selbstkritik: seine Argumente greifen fehl. Ärgerlich an der ganzen Sache ist nur, dass Einsteiger das eben noch nicht beurteilen können.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Lustig fand ich folgende Rezension zum selben Buch:&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Gut. Hat mehr als drei Sterne, aber ich belasse es auf 3 Sterne Passende
 Inhalte, gesucht, vielversprechend, vielaussagend. Kleine Geschichte 
über die Idee.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Da hat aber jemand Lust gehabt! - Übrigens schreibe ich keine Geschichte über die Idee, sondern stelle kurz diesen Begriff dar, weil er für viele klassische Romane wichtig ist. Ansonsten hätte ich bei Platon und seinem Höhlengleichnis anfangen müssen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Ihr merkt: ich bin etwas genervt. Ich bekomme häufiger Zuschriften per E-Mail, die mich loben oder beschimpfen. Natürlich freue ich mich über ein Lob. Beschimpfungen gehen nur an mich, wenn ich gerade einen meiner sensibleren Tage habe. Am meisten aber freue ich mich über konstruktive Kritik, auch wenn diese mal nicht positiv ausfällt. Ansonsten finde ich es immer schwierig, bei Ratgebern das Maß zwischen Rezepten der Praxis und theoretischen Erläuterungen zu halten. Während sich der eine Leser durch Rezepte gegängelt fühlt, versteht der andere Leser die Theorie nicht, weil sie ihm zu fremd ist und vermisst dann die Praxis.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/FWHmZpWnMzU" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/5269806378833846854/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=5269806378833846854&amp;isPopup=true" title="4 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/5269806378833846854?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/5269806378833846854?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/FWHmZpWnMzU/die-leidlichen-rezensionen-ratgeber-zu.html" title="Die leidlichen Rezensionen; Ratgeber zu schreiben kann auch ein Abenteuer sein!" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>4</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/die-leidlichen-rezensionen-ratgeber-zu.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;CE4ARnk4eyp7ImA9WhBbFEo.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-2633012884709831298</id><published>2013-05-13T12:59:00.000+02:00</published><updated>2013-05-13T21:22:27.733+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-13T21:22:27.733+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Humor" /><title>Humor als Gespenst</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Was ich an dem Humor, bzw. der Rhetorik des Humors so spannend finde, ist, wie vielfältig er daher kommt, von den skurrilen Wort-Auswüchsen eines Walter Moers, zu den befremdlich-drolligen Episoden eines Paasilinnas bis hin zu der unterschwellig aggressiven Ironie eines Robert Walsers. Der Humor ist eine Art literarisches Gespenst, ein Wesen, das noch nicht seine Gestalt gefunden hat und, das ist mittlerweile meine feste Überzeugung, auch seine Gestalt nicht finden darf.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/dybp9g4c-3o" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/2633012884709831298/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=2633012884709831298&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/2633012884709831298?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/2633012884709831298?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/dybp9g4c-3o/humor-als-gespenst.html" title="Humor als Gespenst" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/humor-als-gespenst.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;C0UDQH87eSp7ImA9WhBbFE4.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-9100730149949517424</id><published>2013-05-13T08:38:00.000+02:00</published><updated>2013-05-13T09:47:51.101+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-13T09:47:51.101+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="schreiben" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="rhetorische Analyse" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Textmuster" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Humor" /><title>Humor: wann Detailverliebtheit sinnvoll ist</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Eins meiner Projekte, das ich nebenher immer wieder weiterführen, ist die Rhetorik des Humors. Das ist eine schöne Aufgabe, aber relativ komplex. Einfacher dagegen sind bestimmte Phänomene im Text, die entgegen den Empfehlungen für junge Autoren gerade in humorvollen Texten wichtig sind. Ich habe hier zwei zusammengefasst: den übermäßigen Gebrauch von Adjektiven (auch Adjektivitis genannt) und die übertriebenen (hyperbolischen) Aufzählungen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Adjektivitis&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Walter Moers beschreibt in seinem Roman "Der Schrecksenmeister" die Stadt Sledwaya (eine deutliche Anspielung auf Gottfried Kellers Seldwyla):&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Eine kleine Stadt mit krummen Straßen und schiefen Häusern, über der ein schauriges schwarzes Schloss auf einem dunklen Felsen thronte." (Seite 9)&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Warum funktioniert dieser Satz? Schlicht gesagt: er wirkt lächerlich, und weil er lächerlich wirkt, passt er in den skurrilen Kontext.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Jedes Objekt ist mit einem Adjektiv versehen. Aber nicht nur das: alle diese Adjektive passen zu einer bestimmten Isotopie (Ebene der Bedeutungsgleichheit: siehe meinen Artikel &lt;a href="http://frederikweitz.blogspot.de/2012/02/isotopien-ilse-aichinger-kleist-moos.html"&gt;Isotopien (Ilse Aichinger: Kleist, Moos, Fasane)&lt;/a&gt;). In diesem Fall, zusammen mit der ganzen Textstelle, in der dieser Satz auftaucht, kann man die Isotopie mit "Krankheit und Tod" benennen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Semantisch gesehen wird die Isotopie verdichtet. Es gibt nur Krankheit und Tod und nichts, was alternativ aufgesucht werden kann. Damit aber landen wir bei einer Art syntaktisch-textuellen Hyperbel, einer Übertreibung, die in die Karikatur hineinspielt. Übrigens benutzt Moers diese Art der Hervorhebung eher selten. Häufiger sind bei ihm Beschreibungen, die zwar viele Details benennen, aber die Mittel zur Darstellung deutlich variieren. (Das ist eine meiner Sammlungen zu Walter Moers: die hyperbolische/satirische Beschreibung.)&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Übertriebene Aufzählung&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Immer wieder finden sich bei Moers Aufzählungen. Meist haben diese die klassische Form der Dreierfolge, wie zum Beispiel hier:&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Eine Stadt, in der man nicht lebte, sondern vegetierte. In der nicht geatmet wurde, sondern geröchelt. In der niemand lachte, sondern jeder jammerte." (Seite 9)&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
An dieser Textstelle fällt vor allem auf, dass ein allgemeines Verb (leben, atmen) durch ein Wort ersetzt wird, das "noch irgendwie" zur gleichen Isotopie wie das allgemeine gehört, aber im selben Moment die Isotopie "Krankheit und Tod" genauso benennt. Eine zweite Sache fällt auf: die Wiederholung wird auf der syntaktischen Ebene durch eine &lt;a href="http://frederikweitz.blogspot.de/2008/07/rhetorische-figuren.html"&gt;Anapher&lt;/a&gt; gestützt. Die Anapher ist eine rhetorische Figur. Sie bezeichnet eine Häufung gleicher Satzanfänge, bzw. gleichgestellter Satzteile. In diesem Fall finden wir die Phrase "in der man nicht …". Diese rhetorische Figur kann man allerdings auch häufig in politischen Reden beobachten, zum Beispiel, wenn ein Oppositioneller der Regierung alle ihre Fehler vorhält. Es gibt dort ein schönes Beispiel von Jürgen Trittin, in der er zehnmal oder zwölfmal den gleichen Satzanfang benutzt, um der CDU vorzuwerfen, welche Wahlversprechen sie alle gebrochen hat. Leider finde ich gerade nicht das Video auf YouTube.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Ebenso ist die Anapher ein stilistisches Mittel in der Kinderliteratur:&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Der Opa behauptet, er kennt Rosalindes Gedanken im Kopf trotzdem. "Wenn du denkst und dabei Nase bohrst", sagt er, "dann hast du Ein-mal-eins-Gedanken im Kopf!"&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Wenn du denkst und dabei deine Zungenspitze aus dem Mund schaut, hast du Kleinschreib-Großschreib-stumme-H-Gedanken im Kopf", sagt er.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Und wenn du denkst und dabei die Augen zukneifst und ganz dünne Lippen bekommst, dann hast du Wut-auf-jemanden-Gedanken im Kopf", sagt er.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Und wenn du beim Denken runde Glitzeraugen und feuchte Lippen bekommst, dann hast du Schlagoberstorte- möchte-ich-Gedanken im Kopf", sagt er.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Der Opa sagt, er hat Rosalinde jahrelang genau beobachtet, er weiß Bescheid. Er kennt sich in Rosalindes Kopf so gut aus wie in seinem eigenen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: right;"&gt;
Nöstlinger, Christine: &lt;a href="http://frederikweitz.blogspot.de/2013/01/christine-nostlinger-rosalinde-hat.html"&gt;&lt;i&gt;Rosalinde hat Gedanken im Kopf&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;. Hamburg 1981, Seite 5-6.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Natürlich sind solche Wiederholungen auch humorvoll. Sie haben in diesem Fall aber (meiner Ansicht nach) vor allem auch einen pädagogischen Effekt: sie verdeutlichen (oft) ein Problem. ("Oft" heißt, dass dies nicht die einzige rhetorisch-textuelle Wirkung ist, die bei Kinderliteratur genutzt wird. In den Petterson-und-Findus-Büchern dient sie der genaueren Beschreibung; oder sie kann auch einen dramatischen Effekt in die Länge ziehen.)&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Eine weitere, übertriebener Aufzählung steht fast direkt zu Beginn, am Ende des ersten Absatzes:&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
In der es die seltensten Bakterien und kuriosesten Krankheiten gab: Hirnhusten und Lebermigräne, Magenmumps und Darmschnupfen, Ohrenbrausen und Nierenverzagen. Eine Zwergengrippe, die nur Personen unter einem Meter Körpergröße befiel. Geisterstundenkopfweh, das Schlag Mitternacht begann und Punkt ein Uhr verschwand, jeweils am ersten Donnerstag jedes Monats. Phantomzahnschmerzen, die ausschließlich Leute bekamen, die schon Gebisse trugen. (Seite 9)&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Schluss&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Wiederholungen und der übermäßige Gebrauch von Adjektiven sind also keine stilistische Fehlgriffe, wenn sie im richtigen Kontext benutzt werden. Die humorvolle Literatur (mit der ich alle Literatur bezeichnet, deren Intention es ist, die Menschen zum Schmunzeln oder zum Lachen zu bringen) lebt geradezu von diesen rhetorischen Phänomenen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die Rhetorik des Humors ist allerdings insgesamt eine recht komplexe Angelegenheit. Er hat das mit Sicherheit selbst gemerkt: hier verflechten sich so viele stilistische Besonderheiten ineinander, dass man sie in ihrer gemeinsamen Wirkung kaum zu trennen vermag. Das ist eines der Probleme, mit denen ich mich bei der Analyse und der systematischen Darstellung herumschlage. Denn eigentlich wollte ich schon letztes Jahr im Spätsommer ein Büchlein über die rhetorischen Mittel bei Walter Moers veröffentlichen. Aber gerade Moers zwingt einen dazu, dann sämtliche rhetorischen Teilgebiete mitzuanalysieren. Meine erste Rohfassung dieses Textes ist viel zu lang und ausufert geworden, meine zweite, in der ich mich auf zentrale Aspekte von Moers' Humor bezogen habe, zu kurz und, so fürchte ich, zu unverständlich.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Da ich gerade dabei bin, meine Kommentare des letzten Jahres in meinen &lt;a href="http://zettelkasten.danielluedecke.de/"&gt;Zettelkasten&lt;/a&gt; einzubinden, bin ich auf diese Aufzeichnungen gestoßen. Ich habe die ersten davon herausgegriffen (deshalb zitiere ich nur den Anfang des Romans), um sie hier vorzustellen.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/BFKzd147dbc" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/9100730149949517424/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=9100730149949517424&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/9100730149949517424?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/9100730149949517424?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/BFKzd147dbc/humor-wann-detailverliebtheit-sinnvoll.html" title="Humor: wann Detailverliebtheit sinnvoll ist" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/humor-wann-detailverliebtheit-sinnvoll.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;C0UGRXw6fyp7ImA9WhBbEUQ.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-506999640438431487</id><published>2013-05-10T15:04:00.004+02:00</published><updated>2013-05-10T15:07:04.217+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-10T15:07:04.217+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="finden" /><title>Lieber Thomas Hayo von Germany's Next Topmodel!</title><content type="html">&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Dein Body ist nicht in Bikini Shape", meldete sich der Modelscout zu Wort. Im Klartext: "Mach mehr Sport oder iss weniger."&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: right;"&gt;
(&lt;a href="http://www.rp-online.de/gesellschaft/fernsehen/kandidatinnen-bringen-jury-auf-die-palme-1.3386402"&gt;Fundstelle hier&lt;/a&gt;)&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
So muss man sich erstmal ausdrücken können. Wir grüßen zurück: Deine language ist nicht in German Shape. Mach mehr Sprachkurse oder rede weniger. &lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/O0xUMhjeWv0" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/506999640438431487/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=506999640438431487&amp;isPopup=true" title="2 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/506999640438431487?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/506999640438431487?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/O0xUMhjeWv0/lieber-thomas-hayo-von-germanys-next.html" title="Lieber Thomas Hayo von Germany's Next Topmodel!" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>2</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/lieber-thomas-hayo-von-germanys-next.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;A0EBSXYyeSp7ImA9WhBbE0s.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-5329853201261948621</id><published>2013-05-10T00:54:00.000+02:00</published><updated>2013-05-12T16:40:58.891+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-12T16:40:58.891+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="finden" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Rhetorik" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Pädagogik" /><title>ADHS: Metapher für unerwünschtes Verhalten?</title><content type="html">&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Der amerikanische Psychiater Leon Eisenberg gilt als der Erfinder des
 psychiatrischen Krankheitsbilds Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätssyndrom, kurz ADHS – im Volksmund auch 
Zappelphilipp-Syndrom genannt. Mit diesem Etikett werden Kinder und 
Jugendliche pathologisiert, die in der Schule durch unruhiges, impulsives
 Verhalten auffallen. In der Regel wird dann von Psychiatern das 
Stimulanz Methylphenidat (Handelsname Ritalin) verschrieben, welches von
 Spöttern auch als “Koks mit Kinderfreigabe” bezeichnet wird. Kritiker 
unterstellen schon seit langer Zeit, ADHS wäre eine &lt;i&gt;erfundene Krankheit&lt;/i&gt;.
&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Kurz vor seinem Tod gestand Eisenberg dem Medizinjournalisten Jörg 
Blech, daß ADHS ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung sei, 
wie die FAZ berichtet. Ferner stellt die FAZ fest, dass psychische 
Krankheiten keine Krankheiten, sondern ein &lt;i&gt;Deutungsmuster&lt;/i&gt; seien: Als 
psychisch krank würde definiert, was gegen bestimmte Regeln verstoße und
 von Normen abweiche. Diese Normen wären nicht ein für alle Mal 
festgelegt, sie könnten sich verändern.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Damit ist nun die konservative FAZ zu einer Meinung gelangt, die der 
libertäre Psychiater und Psychiatriekritiker Thomas Szaz schon lange 
war. Szasz meint, es gäbe psychische Krankheiten garnicht im 
eigentlichen Sinne, sondern nur als &lt;i&gt;Metapher für unerwünschtes 
Verhalten&lt;/i&gt;.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
So auf dem Blog &lt;a href="http://meinungsverbrechen.de/"&gt;meinungsverbrechen.de&lt;/a&gt; (den ich insgesamt für bedenklich halte) nach einem &lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/ritalin-gegen-adhs-wo-die-wilden-kerle-wohnten-11645933.html"&gt;Artikel in der FAZ&lt;/a&gt;. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;ADHS und Diagnosen&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
ADHS sollte immer mit äußerster Vorsicht behandelt werden. Nicht die Krankheit, sondern die Diagnose. Eines der wichtigsten Ausschlusskriterien für ADHS ist, wenn das Kind erst in der Schule unerträglich wird. Da ADHS ja angeblich auf einen angeborenen Dopaminmangel beruht, hätte sich diese Störung von Anfang an im Verhalten niederschlagen müssen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Besonders klasse finde ich allerdings die Eltern und die Lehrer, die einfach mal so ADHS diagnostizieren. Deshalb hier, als Zwischenempfehlung, an alle Lehrer: behandeln Sie nie ein Kind auf ADHS, wenn Ihnen nicht ein fachpsychiatrisches Gutachten vorliegt; außerdem sollte ein Behandlungsplan vorhanden sein: den müssen Lehrer nicht erstellen, den dürfen sie nicht erstellen. Für Eltern: Und wenn Sie schon Ihr Kind unbedingt auf eine psychische Krankheit diagnostizieren lassen müssen, akzeptieren Sie, wenn der Psychiater Ihnen sagt, dass das Kind eine Belastungsstörung familiären Ursprungs hat.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;ADHS als Metapher?&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Nein, natürlich nicht. Eine Metapher beruht immer auf irgendeiner Ähnlichkeit, sei es einer tatsächlichen oder einer gewünschten. In diesem Fall aber handelt es sich zunächst nur um die Bezeichnung einer Krankheit oder Störung.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Allerdings kann man ADHS trotzdem mit einem rhetorischen Effekt versehen sehen. Die Krankheit und dass das eigene Kind diese Krankheit hat, gibt zwischen den Zeilen zu lesen, wie schwierig es ist, wie gestresst man selbst ist, usw. Damit könnte man sagen, dass ADHS etwas ausdrückt, was die Eltern nicht anders anschaulich machen können: ihren eigenen Stress (oder etwas ähnliches). Das aber ist die Definition des Symbols, zumindest im kantschen Sinne (Urteilskraft, § 59). Warum Eltern dies nicht können, warum sie stattdessen die Probleme in Richtung ihres Kindes schieben, steht auf einem anderen Blatt. Unbekannt allerdings ist dieses Phänomen nicht: das Kind ist häufig Symbol und Symptomträger von familiären Störungen. (Wobei man fairerweise dazu sagen muss, dass familiäre Störungen wiederum Symptome einer aktuellen Gesellschaftsstruktur sein können. Das ganze 20. Jahrhundert steht ja im Kennzeichen einer Pathologisierung von Familienstrukturen.)&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Der Artikel auf meinungsverbrechen.de &lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Der Blogname ist Effekthascherei. Quellen werden nicht zitiert, Zitate nicht kenntlich gemacht. Den Text, den ich oben aus dem Blog übernommen habe, ist zu einem guten Teil aus der FAZ geklaut. Das ist nicht nur ein Verstoß gegen das Urheberrecht, sondern für die Diskussion auch wenig hilfreich. Um ein unliebsames gesellschaftliches Phänomen anzugehen, sollte man Netzwerke erzeugen und sei es nur über die Verlinkung. Schließlich muss der Autor damit rechnen, dass viele Menschen eine solche Vorgehensweise zum Glück nicht mehr akzeptieren. Ich jedenfalls habe mich nicht nur über diesen Artikel geärgert, denn die guten Stellen sind woanders her, sondern auch über andere Erzeugnisse des Autors. Wenn er selbst keine neuen Ideen zu diesem Thema beizutragen hat, dann sollte er das bleiben, was er zu sein scheint: ein Sammler, der seine Fundstücke dem Leser präsentiert.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/nRbNtso3nzg" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/5329853201261948621/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=5329853201261948621&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/5329853201261948621?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/5329853201261948621?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/nRbNtso3nzg/adhs-metapher-fur-unerwunschtes.html" title="ADHS: Metapher für unerwünschtes Verhalten?" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/adhs-metapher-fur-unerwunschtes.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;A0EHR389fSp7ImA9WhBbEU8.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-7845471669734389855</id><published>2013-05-09T20:00:00.000+02:00</published><updated>2013-05-09T22:00:36.165+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-09T22:00:36.165+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Kino" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="gestehen" /><title>Stöbertage; Kinofilme</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Es gibt so Tage, an denen ich einfach nur am herumstöbern bin. Natürlich habe ich mich dabei leiten lassen, einmal von einem journalistischen Artikel und einmal von den Rezensenten auf Amazon (siehe die beiden vorhergehenden Artikel).&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Trotzdem habe ich nebenher eine ganze Menge anderer Sachen gelesen, Roland Barthes, Gilles Deleuze, Francois Dosse; natürlich auch eine ganze Menge im Internet.&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren habe ich eher zielgerichtet arbeiten müssen. Zur Zeit genieße ich es, diese verschiedenen Bereiche zu verknüpfen. Es ist auch für mich und meine Zuhörer ein Stück weit notwendig. Denn sonst fällt mir plötzlich etwas Gutes ein, das vorher noch nicht verknüpft war, und dann springe ich in einer Art und Weise gedanklich, dass mein Zuhörer mir nicht mehr folgen kann.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Meine Kunden kennen das teilweise von mir. Glücklicherweise nehmen die meisten das mit Humor.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Gestern Abend habe ich mir endlich den dritten Teil von &lt;i&gt;Iron Man&lt;/i&gt; angesehen. Ein netter Film mit einer netten Botschaft. Eigentlich erzählen die drei Filme keine Helden-, sondern eine Liebesgeschichte. Und es ist ein typischer Mythos über die Männerwelt: willst du eine Frau oder ein Spielzeug?&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Letzte Woche habe ich &lt;i&gt;Hitchcock&lt;/i&gt; gesehen. Den fand ich nun wirklich großartig. Die Geschichte ist toll und die schauspielerischen Leistungen, nicht nur von Hopkins und Mirren, unglaublich gut. Dabei kommt dieser Film mit ganz sparsamen Mitteln daher.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Iron Man III kann man sich ansehen. Im Gegensatz zu mancher Fortsetzung schwächelt er nicht, sondern bildet einen würdigen Abschluss. Hitchcock dagegen empfehle ich ausdrücklich. Ich überlege mir, ob ich ihn mir nochmal im Kino ansehen.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/FsIHeDveb7c" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/7845471669734389855/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=7845471669734389855&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/7845471669734389855?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/7845471669734389855?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/FsIHeDveb7c/stobertage-kinofilme.html" title="Stöbertage; Kinofilme" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/stobertage-kinofilme.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;CkIEQ3o5fyp7ImA9WhBbE0o.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-5382319965797855432</id><published>2013-05-09T19:33:00.002+02:00</published><updated>2013-05-12T16:55:02.427+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-12T16:55:02.427+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="finden" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Coaching" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Verbildlichen" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Begriffsbildung" /><title>Storytelling &amp; Businessmetaphern</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;i&gt;Storytelling&lt;/i&gt;, so lese ich gerade, werde in der Wirtschaft immer wichtiger. Ende der Behauptung. Manchmal findet man sogar eine Begründung: Geschichten ließen sich wesentlich besser einprägen. Zugegeben: das kann ich nachvollziehen. Dagegen sehe ich aber auch, dass diese so genannten Profis teilweise nichts zu sagen haben. (Zwischenbemerkung: natürlich gibt es sie, diese Menschen, die allein schon an der Auswahl der Themen, die sie für das Coaching anbieten, zeigen, dass sie einen Zusammenhang gut begriffen haben.) Insbesondere liegt das an unscharfen Begriffen. Erzählungen haben mit Metaphern nur bedingt etwas zu tun. Sie werden aber durcheinander geschmissen, zumindest teilweise.&lt;br /&gt;
Für meine Blogleser wird es nicht neu sein, dass ich hier auf eine ordentliche Trennung dieser Begriffe poche. Für meinen Buchtitel &lt;a href="http://www.amazon.de/Metaphorik-Strategien-der-Verbildlichung-ebook/dp/B007RATGM4/ref=la_B005HHADXK_1_7?ie=UTF8&amp;amp;qid=1368121049&amp;amp;sr=1-7"&gt;Metaphorik. Strategien der Verbildlichung&lt;/a&gt; habe ich deshalb Kritik einstecken müssen. Denn hier bediene ich die schlechte Begriffsweise. Das habe ich zwar bewusst gemacht, als Werbeeffekt und damit dem Marktsegment Berater und Coaches gehuldigt. Glücklich bin ich damit aber nicht. Ursprünglich, so mein Arbeitstitel, sollte dieses Buch kantsche Begriffe tragen: &lt;i&gt;Hypotypose. Strategien der Versinnlichung&lt;/i&gt;. Aber ihr werdet zugeben müssen, dass dieser Titel noch unattraktiver ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie verführerisch es sein kann, dass bestimmte Begriffe nicht durch Logik, sondern durch Gewohnheit zusammengehören, sieht man an den Kommentaren zu dem "Buch" (es handelt sich wohl in diesem Fall um 50 Karten) &lt;a href="http://www.amazon.de/Storytelling-Businessmetaphern-Minuten-Sigrid-Hauer/dp/3941574396/ref=cm_cr_pr_pb_i"&gt;Storytelling: Businessmetaphern in 50x2 Minuten&lt;/a&gt;. Offensichtlich sind es aber weder Geschichten, noch Metaphern, auch keine Regeln für das Geschichtenerzählen, sondern etwas, was Kant Maximen nennt und als allgemeine Handlungsanweisungen definiert. Jedenfalls ist die Verwirrung unter den Rezensenten groß.&lt;br /&gt;
Um noch einmal ein Grundgerüst zu liefern, mit hoher Abstraktion, erkläre ich deshalb den Unterschied zwischen &lt;i&gt;Paradigma&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Syntagma&lt;/i&gt;. Beide Begriffe tauchen früh im 20. Jahrhundert in der Linguistik auf und sind dann auf verschiedenste Art und Weise aufgegriffen worden.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Paradigma&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Ein Paradigma beschreibt alle Phänomene, die an einem &lt;i&gt;bestimmten Platz&lt;/i&gt; "sinnvoll" sind. Das ist sozusagen die theoretische Beschreibung. In der Praxis drückt sich ein Paradigma allerdings nicht durch eine Aufzählung aus, sondern dadurch, dass ein einzelnes Element aus dem Paradigma ausgewählt werden muss. Man kann sich dies sehr gut am grammatisch korrekten Satz ansehen:&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Das Auto bewegt sich Richtung Norden."&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Das ist sozusagen unser Ursatz. Nun kann ich anstelle von "das Auto" auch andere Wörter schreiben, zum Beispiel:&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Der Flüchtling bewegt sich Richtung Norden."&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Damit können wir sagen, dass das Auto und der Flüchtling zum selben Paradigma gehören, weil beide in die Satzregeln hinein passen. Dasselbe kann ich mit Lauten/Buchstaben machen. Hund und Hand unterscheiden sich nur durch einen Vokal. In der Umgebung von H*nd verhalten sich also der Buchstabe U und A paradigmatisch.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Manchmal findet man für bestimmte Mengen die Bezeichnung Paradigma. Die vier Elemente (Luft, Feuer, Wasser, Erde) seien dann ein Paradigma. Hier benutze ich allerdings lieber die Bezeichnung &lt;i&gt;Gruppierung&lt;/i&gt; oder kulturelle Gruppe.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Wir können dies auch in der Kultur, die nicht schriftlich ist, feststellen. Bei einem Architekturwettbewerb haben sich zehn Architekten mit ihrem Entwurf beworben. Allerdings kann auf dem Grundstück nur ein Haus gebaut werden. Ebenso ist es mit Erzählungen. Es gibt typische Erzählmuster, zum Beispiel in einem Krimi, aber je nachdem, welches Erzählmuster ich auswähle, verändere ich den Verlauf der Erzählung selbst. Möglich sind allerdings eben verschiedene dieser Erzählmuster.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Halten wir fest: ein Paradigma bietet die Möglichkeit, an einer Stelle verschiedene Elemente zu platzieren, bloß eben nicht gleichzeitig.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Syntagma&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Ein Syntagma beschreibt die &lt;i&gt;Regeln&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;Gewohnheiten&lt;/i&gt;, nach denen ein Element auftauchen kann. Betrachten wir folgende Sätze:&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Das Auto bewegt sich Richtung Norden."&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Das Auto kommt aus Frankfurt."&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Das Auto befand sich eine Zeit lang im Besitz von George Clooney."&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Alle diese Sätze fangen mit denselben Wörtern an, verändern sich aber dann. Diese Veränderungen zu einem bestimmten Phänomen nennt man ein Syntagma. Wie man von dem Satz weiß, bestehen Syntagmen aus mehr oder weniger festen Regeln. Im Falle des Satzes werden diese Regeln in der Grammatik gesammelt. Doch erst die Bedeutung regelt das genauer. Ein Satz wie:&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Das Auto stieg in die warme Londoner Frühlingsluft."&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
macht in unserem Alltag wenig Sinn, obwohl er grammatisch korrekt ist. In der Umgebung von Harry Potter dagegen gewinnt der Satz eine "normale" Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fasst man die Unterscheidung zusammen, dann kann man zunächst eine Nähe zu dem Kontrast &lt;i&gt;Raum/Zeit&lt;/i&gt; feststellen. Im Raum liegen die Gegenstände nebeneinander (Paradigma). In der Zeit folgen sie nacheinander (Syntagma). Ebenso kann man eine gewisse Ähnlichkeit mit &lt;i&gt;Menge/Reihe&lt;/i&gt; feststellen. In einer Menge befinden sich Elemente, die ich unter gewissen Beziehungen gleich benutzen kann (Paradigma). Eine Reihe dagegen beruht auf bestimmten Regeln, nach der ich ähnliche Reihen herstellen kann (Syntagma). &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Paradigma und Syntagma in der Erzählung&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Wer sich mit den Bausteinen der Erzählung auseinandersetzt, wie ich, versucht natürlich solche Paradigmen und Syntagmen zu systematisieren. So gibt es zum Beispiel verschiedene Möglichkeiten, den &lt;i&gt;Helden&lt;/i&gt; charakterlich zu gestalten. Er kann ein flammender Draufgänger sein, ein gewissenhafter Wissenschaftler oder ein zweifelnder Künstler. Und hier sind 1000 andere Beispiele möglich. Dieses Paradigma taugt wenig für eine Systematisierung, weil es viel zu umfangreich ist. Ein präziseres Paradigma wäre zum Beispiel: die Helden bei Shakespeare, also Lear, Hamlet, Othello, usw.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Orte lassen sich hier besser erfassen, vor allem, wenn man Konventionen folgt. Der jugendliche Raufbold zum Beispiel kann in einem &lt;i&gt;Familiendrama&lt;/i&gt; auftauchen. Dessen Ort ist relativ fixiert auf das Haus der Eltern und die nähere Umgebung. Oder er gerät in ein Gespensterhaus, dass relativ abgeschottet ist und dem er (natürlich zusammen mit einer ganzen Gruppe anderer Jugendlicher) nicht entgehen kann. Flieht der Jugendliche von zuhause, befindet er sich auf einer Reise, auf der verschiedene Orte "besucht" werden. Das zweite Beispiel verweist auf einen Horrorroman, das dritte zum Beispiel auf einen Bildungsroman.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Das Familiendrama zeigt dann verschiedene typische Orte, das Wohnzimmer, die Küche, das Zimmer des jungen Mannes, eventuell der Speicher und natürlich in irgendeiner Weise das Haus des angebeteten Mädchens, Klassen in der Schule, usw. Diese werden dann nach bestimmten Prinzipien, Gewohnheiten oder Regeln angeordnet, nach Erzählschemata.&lt;br /&gt;
Solche typischen Abfolgen findet man zum Beispiel mit Gefangenschaft-Befreiung, Katastrophe-Rettung, Streit-Versöhnung, Verbrechen-Aufklärung, usw. Man findet sie ebenfalls der Kochrezepten. Es gibt zahlreiche Arten, einen Käsekuchen herzustellen (das ist allerdings noch das Paradigma in diesem Falle). Durch die unterschiedlichen Zutaten sind die Handlungsabfolgen allerdings unterschiedlich und jeweils nützlich angepasst. Das Backen erfordert also Regeln für eine Abfolge, also ein Syntagma.&lt;br /&gt;
Hier noch einmal in Übersicht das Schema:&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-eX4oP5Lm5CA/UYufu-xv7_I/AAAAAAAAAY4/NRxUZ6BpJs8/s1600/Paradima+und+Syntagma.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="230" src="http://3.bp.blogspot.com/-eX4oP5Lm5CA/UYufu-xv7_I/AAAAAAAAAY4/NRxUZ6BpJs8/s400/Paradima+und+Syntagma.jpg" width="400" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Syntagma und Paradigma in der Verbildlichung&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Die Verbildlichung, von Kant Hypotypose genannt, stellt Ideen dar, die nicht anschaulich sind. Ich hatte dafür schon öfter Beispiele für Ideen genannt. Hier sind sie noch einmal: Motivation, Menschenkenntnis, Liebe, und so weiter. Auch hier lassen sich zwei Typen unterscheiden, also eine paradigmatische und eine syntagmatische Verbildlichung. Zu der syntagmatischen Verbildlichung gehören alle Textphänomene, die in irgendeiner Weise Handlungsabfolgen zur Illustration eines Sachverhalts benutzen, also zum Beispiel das Gleichnis oder die Parabel. Zu der paradigmatischen Verbildlichung kann man Metaphern und Analogien, die pictura (wenn auch nur bedingt) zählen: sie "ersetzen" ein oder mehrere andere Wörter.&lt;br /&gt;
Allerdings kann man hier nicht so trennscharf unterscheiden. Eine Parabel zum Beispiel ist (oft) voller Metaphern. Je komplexer ein Text wird, umso eher verzahnen sich auf unterschiedlichen Ebenen die Strategien der Verbildlichung. Sie unterstützen sich in der Textwirkung oder beißen sich.&lt;br /&gt;
Analytisch gesehen jedenfalls sollte man sie auseinanderziehen und einteilen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Storytelling &amp;amp; Businessmetaphern&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Ich hatte mich ja schon öfter darüber beklagt, dass die moderne Coaching-Theorie die Erzählung und die Metapher durcheinander schmeißt. Die Erzählung benutzt natürlich Metaphern. Zunächst aber wird eine Erzählung durch Handlungen definiert und zwar durch mindestens zwei Handlungen, die miteinander verknüpft sind. Dies ist zum Beispiel eine dieser minimalen Erzählungen:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
Die Königin wurde geköpft. Der König weinte.&lt;/blockquote&gt;
Der Zusammenhang wird über das Paar Königin/König gebildet und dadurch, dass der Leser nachvollziehen kann, dass man weint, wenn die Ehefrau stirbt. Keine minimale Erzählung ist dagegen:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;
Es regnet. Die Erde wird nass.&lt;/blockquote&gt;
Beides sind keine Handlungen. Eine Handlung braucht immer einen Handlungsträger, immer jemanden, der zu dieser Handlung irgendwie motiviert ist. &lt;br /&gt;
Erzählungen müssen also syntagmatisch aufgefasst werden, aber natürlich nur, wenn man sie auf dieser abstrakten Ebene des Handelns erfasst. Im Alltag ist eine Erzählung ein abgeschlossener Text mit allen möglichen Strategien der Verbildlichung. Meine Definition von eben ist zwar für den Praktiker unbrauchbar, aber für den Analytiker bietet sie zumindest ein orientierendes Gerüst.&lt;br /&gt;
Metaphern dagegen sind eindeutig paradigmatisch. Ich kann beides sagen: es regnet; der Himmel weinte. Ich kann es aber nicht gleichzeitig sagen. Ich muss mich entscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn heute Metapher und Erzählung durcheinander geschmissen werden, verlieren diese Begriffe an Trennschärfe. Dieser Verlust an Trennschärfe heißt immer auch, dass ich sie nicht mehr präzise einsetzen kann, dass ich ihre Wirkungen nicht mehr überprüfen kann. Vor allem bedeutet es aber, zum Beispiel für mich als Coach, dass ich sie nicht mehr verständlich beibringen kann. Für den Unterricht brauche ich möglichst scharfe Begriffe. Und wenn ich hier keine Schärfe einziehen kann, keine präzise Definition, wie das häufig bei Softskills ist, brauche ich mindestens ganz andere Unterrichtsmethoden. Auf jeden Fall muss ich mich darauf einlassen, dass die Verständlichkeit darunter leidet. Das lässt sich nicht vermeiden, es sei denn man versucht, dieses Problem unter den Tisch zu kehren. Dann aber sieht es leider nur so aus, als habe man kein Problem, hat es aber trotzdem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann zu dem Produkt &lt;i&gt;Storytelling: Businessmetaphern in 50x2 Minuten&lt;/i&gt; nun wenig sagen. Für mich war es mehr der Aufhänger, die Begriffe Paradigma und Syntagma zu klären. Allerdings ist es doch immer wieder schön, auf einem ungeliebten Phänomen herumzureiten.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/n4dxxgVeL5I" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/5382319965797855432/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=5382319965797855432&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/5382319965797855432?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/5382319965797855432?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/n4dxxgVeL5I/storytelling-businessmetaphern.html" title="Storytelling &amp; Businessmetaphern" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="http://3.bp.blogspot.com/-eX4oP5Lm5CA/UYufu-xv7_I/AAAAAAAAAY4/NRxUZ6BpJs8/s72-c/Paradima+und+Syntagma.jpg" height="72" width="72" /><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/storytelling-businessmetaphern.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;C0AGR3c8fSp7ImA9WhBbE0o.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-6517806186970971495</id><published>2013-05-09T14:11:00.001+02:00</published><updated>2013-05-12T17:15:26.975+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-12T17:15:26.975+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="rhetorische Analyse" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="finden" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Rhetorik" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Menschenbilder" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Machtgefüge" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Argumentationslehre" /><title>Art und Exemplar, oder: Liebe Damen!</title><content type="html">Heute habe ich einen Artikel im Tagesspiegel (online) gefunden, den ich höchst bedenklich halte. Er soll wohl ein feministisches Anliegen in den Mittelpunkt rücken, macht dies aber auf eine so unglückliche Art und Weise, dass er, meiner Ansicht nach, genau das Gegenteil bewirken könnte: &lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/einladung-von-der-bundeskanzlerin-merkel-diskutiert-mit-frauen-uebers-rollenbild/8176292.html"&gt;Einladung von der Bundeskanzlerin: Merkel diskutiert mit Frauen übers Rollenbild&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Biologische Trugschlüsse&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Ein immer wieder beliebtes Thema: die Art und das Exemplar. Oder, um es anders auszudrücken, die Verwechslung von Einzelfall und statistischem Mittelwert. Besonders beliebt ist das im Antifeminismus. Einzelne Frauen hätten so und so zu sein, weil der statistische Mittelwert darauf hinweist. Die meisten Frauen würden zum Beispiel einen Kinderwunsch haben. Deshalb müssen auch alle anderen Frauen als eben die meisten eigentlich einen Kinderwunsch haben.&lt;br /&gt;
Die Verwechslung von &lt;i&gt;Art und Exemplar&lt;/i&gt; geht (oft) einher mit der &lt;i&gt;Verkausalisierung&lt;/i&gt;: dies meint, dass eine Ursache-Wirkungskette aufgebaut wird, die den statistischen Mittelwert beweist. Typisches Beispiel: die Evolution habe gewollt, dass Frauen Kinder kriegen. Schließlich findet sich noch das Fehlurteil der &lt;i&gt;Extrapolation&lt;/i&gt;: damit ist gemeint, dass aus allen möglichen Urteilen, die es gibt oder geben könnte, genau die herausgezogen werden, die einem in die Argumentation hinein passen. Die Biologisten und Anti-Gender-Aktivisten machen genau das. Evolution ist in Ordnung, weil man so etwas biologisch begründen kann; Neuroplastizität dagegen wird weitestgehend nicht beachtet, weil das ja hieße, dass Frauen durch die sie umgebende Kultur beeinflusst werden können. (Vgl. dazu umfangreicher: &lt;a href="http://frederikweitz.blogspot.de/2012/09/lamarckismus-noch-einmal-die-elefanten.html"&gt;Lamarckismus. Noch einmal: Die Elefanten meines Bruders&lt;/a&gt;)&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Die gläserne Dame&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Im &lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/einladung-von-der-bundeskanzlerin-merkel-diskutiert-mit-frauen-uebers-rollenbild/8176292.html"&gt;Tagesspiegel&lt;/a&gt; steht nun folgendes:&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
Die Damen sehen zwar allesamt sehr elegant aus, sie haben aber offenbar 
nicht das geringste technische Verständnis. Erste Frage: „Wie 
funktioniert denn diese Mikrofonanlage?“&lt;/blockquote&gt;
Und man lese hier gründlich: allesamt sehen die Damen elegant aus. Alle. Keine Rastalöckchen, keine Jeans, kein selbst gestrickter Pullover, keine Ringe in den Augenbrauen. Alle eben und alle elegant. Leider nur "zwar". Man wird uns wohl gleich die ganze Wahrheit erzählen.&lt;br /&gt;
Offenbar hätten die Damen … Was hier so offenbar ist, lässt sich kaum nachvollziehen. Als ob die Damen, und zwar sämtliche, der Journalistin gläserne Körper seien. Sie haben auch nicht Probleme, diese eine Mikrofonanlage zu bedienen, sondern gleich nicht das geringste (!) technische Verständnis. Zwar schreibt die Autorin, dass hier ein Klischee bedient wird, aber wenn dieser Satz ironisch sein soll, dann auf eine sehr ungekonnte und deshalb üble Art und Weise. Er bestätigt eigentlich ein Klischee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Technisches Verständnis &lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Das Klischee ist übrigens in seiner Grundform folgendes: man könne, wenn man denn nur technisches Verständnis hat, die Funktionsweise eines Gerätes durchschauen. Darin steckt noch der Aberglaube, man könne anhand eines Gesichtes oder einer Mimik auf den Charakter schließen. Dass dieser Aberglaube dann im technischen Bereich geschlechtsspezifisch verteilt wurde, hat historische Ursachen. Unter den Frauen, die Frau Merkel besucht haben, befinden sich zum Beispiel Chefärztinnen. Wer sich heute die Medizin ansieht, das, was in einem Krankenhaus nicht auf der Pflegestation, sondern in den Labors und Operationssälen stattfindet, muss eigentlich zwangsläufig davon ausgehen, dass die hier arbeitenden Menschen ein großes technisches Verständnis brauchen, größer, als dies in der allgemeinen Gesellschaft üblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Klischees: Art/Exemplar, Elitebildung &lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Soweit das allgemeine Klischee. Nun das Klischee, das in dem Artikel des Tagesspiegels bedient wird (es handelt sich um die Passage direkt im Anschluss an das obige Zitat):&lt;br /&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
Doch Frau Merkel ist Pragmatikerin, Physikerin und Regierungschefin. So 
ein kleines Problemchen hält eine Frau wie sie nicht auf. „Einfach 
aufklappen“, rät sie, „dann geht das schon.“&lt;br /&gt;
Und wirklich – gut eineinhalb Stunden reden die Frauen über das eine Thema, das sie alle beschäftigt: [...]&lt;/blockquote&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Fast unbemerkt kehrt sich nämlich hier die Fehlargumentation von Art und Exemplar um, als Ausnahme. Im allgemeinen nämlich hätten Frauen nicht die geringste Ahnung von Technik, aber die Frau Merkel, die hat ja Physik studiert, unter anderem offensichtlich auch zwei Seminare über "Moderne Mikrofonanlagen bedienen". Was man im Physikstudium der DDR eben so macht. Und dann ist es auch kein Wunder, dass dieses kleine Problemchen eine Frau wie sie nicht aufhält. Andere Frauen natürlich schon. Die sitzen dann da und schwitzen und müssen ständig auf Toilette rennen, um sich ihr zerfließendes Make-up zu erneuern.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die Ausnahme als Beispiel soll natürlich darauf hinweisen, dass man (die Autorin) schon andere Perspektiven im Blick hat, aber die allgemeine Erfahrung und Statistik … So kann man über undifferenzierte Sichtweisen jedenfalls gut hinwegtäuschen. ("Ich kannte tatsächlich mal eine Frau, die war in Mathematik richtig gut. Leider ist sie jung gestorben.")&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die andere argumentative Wirkung, die die Ausnahme verursachen kann, ist die Elitebildung. Weil Frau Merkel Regierungschefin ist, kann sie selbstverständlich mit der Technik umgehen; weil Frau Merkel Physikerin ist, kann sie selbstverständlich mit der Technik umgehen; weil Frau Merkel Pragmatikerin ist — meine Kaffeemaschine springt seit einigen Tagen beim Aufbrühen immer wieder auf Aus: ich würde sie Frau Merkel trotzdem nicht zur Reparatur in die Hand drücken.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="font-size: large;"&gt;&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;Oppositionen und Brüche in der Argumentation&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Das entscheidende Wort ist hier das "doch". Es verweist auf einen Gegensatz, bzw. mindestens auf eine deutliche Trennung. Frau Merkel ist nicht wie die anderen Damen, sondern womöglich noch viel erfolgreicher. Auf jeden Fall kann sie das, was den anderen Frauen versagt ist. Diese argumentative Opposition wird gestützt von einer semantischen Opposition und pointiert durch zwei rhetorische Figuren. Das eine ist eine Übertreibung (Hyperbel): "nicht das geringste technische Verständnis", das andere eine Untertreibung (für die es, soweit ich weiß, keinen klassischen Namen gibt): "kleines Problemchen". Da diese beiden rhetorischen Figuren auf unterschiedliche soziale Träger verteilt werden und einen scharfen Kontrast bilden, übertragen sie diesen Kontrast in die sozialen Träger hinein. Sofern man sich, als Leser, nicht dagegen wehrt (sie resignifiziert, wie Judith Butler manchmal sagt).&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die Stelle besagt nichts anderes, als dass Frau Merkel nicht irgendeine erfolgreiche Dame ist, sondern weitaus höher steht. Nun habe ich ja nichts dagegen, dass man sich mit Frau Merkel besonders intensiv auseinandersetzt. Doch hier schleichen sich, wie übrigens zurzeit in vielen eher konservativ gehaltenen Artikeln, Ideen einer Monarchie ein, die weder der Arbeit von Frau Merkel kritisch gegenüber stehen, noch einen Gedanken an demokratische Prozesse verschwenden. (Und um es nochmal deutlich zu sagen: mir geht es nicht darum, was Frau Merkel tatsächlich denkt und will; ich untersuche ich hier nur rhetorische Wirkungen eines journalistischen Textes.)&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Noch viel seltsamer allerdings gebärdet sich die kurze Phrase "und wirklich". Lässt man sich diese Stelle gründlich auf der Zunge zergehen, dann scheint es so, als habe Frau Merkel durch ihren kurzen Rat die ganze Situation gerettet. Ohne Mikrofon können Akademikerinnen eben nicht reden oder so ähnlich!&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Man muss sich diesen Bruch deutlich machen: auch hier wird ein einzelnes Ereignis zum Aufhänger für eine unterschwellige Schlussfolgerung. Der logische Fehler ist die Extrapolation. Solche Brüche muss man allerdings lesen lernen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;&lt;b&gt;Der Teufel steckt im Detail, manchmal aber auch die Teufelin&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die Journalistin des Tagesspiegels hat einen äußerst problematischen Artikel abgeliefert. Ihre Intention war wohl, ironisch zu sein und mit den Klischees zu spielen; stattdessen unterstützt sie all diese kleinen Mythen und Hierarchisierungen hervorragend. Selbst ein Satz wie "Die Anwesenden sind konstruktive Arbeit an der Sache gewohnt, hier trifft sich kein Kränzchen zum Tee." suggeriert einen eindeutigen Kontrast: Entweder die konstruktive Arbeit oder das Kaffeekränzchen, entweder eine gute Frau oder eine schlechte, eine Karrieristin oder eine Hausfrau.&lt;br /&gt;
Und schließlich fällt den Frauen zur steuerlichen Anerkennung auch nichts anderes ein, als Putzhilfen und Kindermädchen zu entlasten. Nun habe ich prinzipiell dagegen gar nichts, aber diese Verengung auf diese klassischen, schlecht bezahlten Frauenberufe zeigt doch, dass mindestens die Autorin des Artikels Frauen nur als Akademikerinnen im Blick hat. Den Feminismus auf studierte Frauen zu verkürzen ist ja auch eine Art von intellektuellem Luxus.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Jedenfalls sollte klar geworden sein, dass diese Geschlechterhierarchie nicht nur in Bevölkerungsgruppen steckt, sondern in die Einzelanalysen hineingehen muss und die vielen kleinen, rhetorischen Kniffe hervorheben muss. Diese Kniffe machen im einzelnen natürlich nicht den Antifeminismus aus, aber insgesamt tragen sie ihn doch. Sie blenden Argumente aus, sie verschärfen Kontraste, sie spielen über Argumentationsbrüche hinweg, und so weiter.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Extrapolation und die Topik&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Ich hatte mich in früheren Artikeln schon ausführlicher zu der Verwechslung von Art und Exemplar geäußert, ebenso zu den falschen oder nicht beweisbaren Kausalitäten. Die Extrapolation war noch nicht ein großes Thema, jedenfalls nicht als Theorie.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
In der Rhetorik gibt es ein Teilgebiet, das sich Topik nennt. Es ist abgeleitet von dem griechischen Wort topos, der Ort. Die Topik behandelt die Fundorte für mögliche Argumente oder, als Frage formuliert: wo kriege ich meine Argumente her?&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten, damit umzugehen. Auf der einen Seite kann man alle Argumente sammeln und bedenken (das ist ungefähr die Position von Aristoteles), auf der anderen Seite kann man alle Argumente zusammensuchen, die einem nützlich sein könnten, ohne tatsächlich so etwas wie eine vollständige Sammlung zu versuchen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die Extrapolation ist nun eine Art Karikatur dieser zweiten Position: Sie nimmt ein nützliches Argument, ordnet alle anderen Argumente diesem einen unter und wertet gegensätzliche Argumente ab, entweder, indem das Argument gar nicht erst beachtet wird (mein Beispiel oben war die Neuroplastizität) oder man denunziert einen der Träger dieses Argumentes (wie dies zum Beispiel häufig mit Judith Butler passiert).&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Wenn wir also Argumentationen untersuchen, müssen wir auf folgendes achten:&lt;/div&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Wurden alle Argumente beachtet?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wem nützt diese konkrete Argumentation?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Im weiteren müssen wir allerdings auch, wie in diesem Artikel des Tagesspiegels, auf die rhetorische Schicht achten. Denn diese kann sich manchmal ganz anders verhalten, als die Oberfläche eines Textes. Ich hoffe, dass ich das zeigen konnte. &lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/YkNsvfgRpy0" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/6517806186970971495/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=6517806186970971495&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/6517806186970971495?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/6517806186970971495?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/YkNsvfgRpy0/art-und-exemplar-oder-liebe-damen.html" title="Art und Exemplar, oder: Liebe Damen!" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/art-und-exemplar-oder-liebe-damen.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;C04BQns6cSp7ImA9WhBbEE4.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-3490101699435771900</id><published>2013-05-08T18:52:00.002+02:00</published><updated>2013-05-08T18:52:33.519+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-08T18:52:33.519+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="finden" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Metapher" /><title>Was will uns der Autor dieser Rezension sagen?</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Gitta Peyn hat ein Buch geschrieben über praktische Anwendungen von Schopenhauers &lt;i&gt;Kunst, Recht zu behalten&lt;/i&gt;. Eine gute Idee. Angeblich sollen auch zahlreiche Übungen in dem Buch enthalten sein. Ich kann das weder verleugnen noch bestätigen. Ich kenne dieses Buch nicht. Dagegen will ich den &lt;a href="http://www.amazon.de/review/R3CE8MVMHI1I75/ref=cm_cr_dp_title?ie=UTF8&amp;amp;ASIN=B0096CG0S4&amp;amp;channel=detail-glance&amp;amp;nodeID=530484031&amp;amp;store=digital-text"&gt;Autor dieser Rezension&lt;/a&gt; erst gar nicht kennen lernen. Denn was will er uns sagen? Aber lest erstmal selbst (Hervorhebungen und Kommentare von mir):&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Was man bei Gitta Peyn nicht findet, ist &lt;i&gt;wortklauberisches 
pseudointellektuelles Geschwurbel&lt;/i&gt;. Nimmt sie sich eines Schopenhauers 
an, darf man nicht erwarten, in philosophischer Abgehobenheit sich 
seiner Überlegenheit zu freuen. Gitta Peyn ist eine Autorin &lt;i&gt;mit Herz und
 Verstand&lt;/i&gt;, und sie hat den Finger immer am &lt;i&gt;Puls des Praktischen&lt;/i&gt;. Ihre 
intelligente Einführung in eine Kritik am Schopenhauer'schen 
Menschenbild und ihre sinnvoll und einfach interpretierten Kunstgriffe 
am Ende des Buches zeigen, dass sie beides kann: tief denken und leicht 
überführen [was ja zweierlei bedeuten kann]. Und damit macht sie dieses Buch für die unterschiedlichsten 
Leser zugänglich. Mich hat gefreut, einer &lt;i&gt;menschlichen Klarheit&lt;/i&gt; folgen 
zu dürfen und die Kunstgriffe von Schopenhauer mal nackt dastehen zu 
sehen &lt;i&gt;ohne dieses 20.-Jahrhundert-Geschwurbel&lt;/i&gt;, das das Einfache gern 
verkleidet, um zu verbergen, dass so viel gar nicht dahinter steckt.&lt;br /&gt;Jetzt
 wird der Schopenhauer für jedermann lesbar, und wenn man natürlich 
dieses Buch nicht mit der Erfindung des Buchdrucks vergleichen darf, 
steckt doch &lt;i&gt;dahinter derselbe Geist&lt;/i&gt;: Das Wissen gehört dem Volk [sic!], man 
muss es nur zu präsentieren verstehen.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
Da leuchtet bei mir im Gehirn die Pseudointellektuelles-Geschwurbel-Lampe dermaßen hell auf. Ich weiß gar nicht, wohin mit all dem Licht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Aber man sehe sich an, welche Metaphern der unbekannte Rezensent hier benutzt: es sind vor allem Metaphern des Körpers: Herz (für Gefühl), Puls (für Lebendigkeit), nackt dastehen (für Ehrlichkeit und Authentizität), verkleiden/verbergen (für Täuschung und Manipulation). Ebenso gibt es zwei wichtige Oppositionen in dem Text: durchschaubar/nicht durchschaubar (aus der Geschichte der Metaphern kann man hier lernen, dass Metaphern dieser Opposition umso populärer wurden, je unsicherer die Rechtmäßigkeit einer absoluten Wahrheit wurde: gerade auch Metaphern aus dem Kleidungsbereich verweisen auf diesen Verlust); kurz/lang, zum Beispiel bei wortglauberisch (kann als Metapher für (zu) lang gelesen werden). Über die Opposition hoch/niedrig (Abgehobenheit/tief denken) soll dann wohl etwas Revolutionäres, Umstürzlerisches angedeutet werden.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Im übrigen sollte dieser Mensch mal Schopenhauer lesen. Seine &lt;i&gt;Kunst, Recht zu behalten&lt;/i&gt; ist kein sonderlich schwieriges Werk. Aber auch die anderen Schriften von Schopenhauer sind eigentlich eher klar. Dieser Mensch hat wohl noch nie Hegel gelesen (oder Adorno!), sonst würde er nicht so herumplärren.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Was also will uns der Autor diese Rezension sagen? Er will uns sagen, dass dieses Buch für alle Menschen ist, die doof sind, die doof waren und die weiterhin doof sein wollen. Keinesfalls darf ein Mensch davon überzeugt werden, dass es nicht eine Frage der allgemeinen Intelligenz ist, ob man einen Philosophen versteht, sondern vor allem eine Sache der Lesegewohnheit.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Kant zum Beispiel. Den fand ich am Anfang sehr schwierig. Aber das lag nicht an seinen Gedanken. Die sind nämlich sogar eher sehr schlicht. Schuld daran war einfach, dass ich diese alte philosophische Sprache nicht gewohnt war. Ja, man braucht ein wenig Durchhaltevermögen für diese alten, bärtigen Herren. Ein Buch, das mit menschlicher Klarheit geschrieben ist und in dem man Schopenhauer nackt anschauen muss, das will ich gar nicht lesen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Was lernen wir daraus? Manchmal sind die positiven Rezensionen die größten Feinde eines Buches.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/oKata4o-xz8" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/3490101699435771900/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=3490101699435771900&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/3490101699435771900?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/3490101699435771900?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/oKata4o-xz8/was-will-uns-der-autor-dieser-rezension.html" title="Was will uns der Autor dieser Rezension sagen?" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/was-will-uns-der-autor-dieser-rezension.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;DkcBQnk6cSp7ImA9WhBUGUo.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-4449053377949229882</id><published>2013-05-07T13:39:00.000+02:00</published><updated>2013-05-08T02:47:33.719+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-08T02:47:33.719+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="finden" /><title>Man sucht vergeblich das Nervengas</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Und zwar nicht in Syrien, sondern in einem Artikel von Focus-online: &lt;a href="http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/syrien/westerwelle-will-beobachter-zugang-syrien-feuert-zwei-raketen-in-richtung-israel_aid_982052.html"&gt;UN-Ermittler suchen nach Quelle für Nervengas Sarin&lt;/a&gt;.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Es gibt einen deutlichen Verdacht, dass das früher als Senfgas bezeichnete Nervengift in Syrien zum Einsatz kam. Nur der Zusammenhang zwischen dem Titel und dem Inhalt ist deshalb umso unklarer. Ein Verdacht ist eben noch kein Beweis. Und wenn man Teilthemen nebeneinander setzt, hat man noch lange keine Argumentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber schön, dass es Infodumping gibt, das Zuschütten mit unzusammenhängende oder unpassenden Informationen. &lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/ncMhRd7Cp_k" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/4449053377949229882/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=4449053377949229882&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/4449053377949229882?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/4449053377949229882?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/ncMhRd7Cp_k/man-sucht-vergeblich-das-nervengas.html" title="Man sucht vergeblich das Nervengas" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/man-sucht-vergeblich-das-nervengas.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;CUIMR3c9cSp7ImA9WhBUGU8.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-8429150130442257648</id><published>2013-05-07T01:29:00.000+02:00</published><updated>2013-05-07T12:46:26.969+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-07T12:46:26.969+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="rhetorische Analyse" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Medien" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Menschenbilder" /><title>Der Rhetorik von "asozial"; Gauck und seine Entstellung</title><content type="html">&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Verlangt man gar, dass die objektive Realität der Vernunftbegriffe, d. i. [&lt;i&gt;das ist&lt;/i&gt;, im Sinne von &lt;i&gt;gleichzusetzen mit&lt;/i&gt;] der Ideen, und zwar zum Behuf des theoretischen Erkenntnisses derselben dargetan werden, so begehrt man etwas Unmögliches, weil ihnen schlechterdings keine Anschauung angemessen gegeben werden kann."&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: right;"&gt;
Kant, Immanuel: &lt;i&gt;Kritik der Urteilskraft&lt;/i&gt;, Frankfurt am Main 1974, Seite 294f.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Je länger ich über Kant nachdenke, umso unsicherer werde ich. Neben allen anderen Sachen, die ich mache, beschäftige ich mich (immer) noch unsystematisch, assoziativ mit seinem Werk. Trotzdem: wir müssen auf diese Unterschiede, die Kant einführt, kritisch aufbauen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="font-size: large;"&gt;&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;Verstandesbegriffe und Vernunftbegriffe &lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Kant grenzt die Verstandesbegriffe von den Vernunftbegriff (Ideen) ab. Verstandesbegriffe sind Bündel von sinnlich-konkreten Merkmalen. Haben wir einen Begriff vor uns, dann müssen wir uns als erstes fragen, ob dieser sich durch konkrete Merkmale definieren lässt.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Das können Sie selbst ausprobieren: der Begriff "Apfel" lässt sich relativ rasch definieren: er ist zumindest halbwegs rund, grün, gelb oder rot, hat einen vertrockneten Blütenansatz und auf der anderen Seite einen kurzen, hölzernen Stiel. Zudem ist das Fruchtfleisch meistens weiß oder leicht gelblich und im Inneren sitzt ein Gehäuse mit keinem bis mehreren Kernen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Andere Begriffe dagegen lassen sich nicht sinnlich erfassen. Dazu gehören Begriffe wie Staat, Politik, Gerechtigkeit, Glaube, und so weiter. Um diese doch zu versinnlichen, müsse man, so Kant, auf die symbolische Darstellung zurückgreifen. Symbole sind indirekte Darstellungen eines Begriffs. Warum sind solche Symbole nun nützlich? Kant macht dies an einem recht witzigen Beispiel deutlich (das ich schon einmal dargestellt habe): er hat den despotischen Staat mit einer Kaffeemühle verglichen (Seite 296), weil einer mahlt (der König oder Tyrann) und viele gemahlen werden (die Untertanen). Kant beschreibt dann, dass ein Symbol nicht der Anschauung nach, sondern der Reflexion auf die Analogie (Kurbel : Kaffeebohne = Tyrann : Untertanen) nach mit dem Vernunftbegriff übereinkommt.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
In diesem Bereich kann man dann viele psychologische Begriffe einordnen, eigentlich sämtliche Emotionen, auch den Prozess der Motivation, ja, selbst neurophysiologische Begriffe, sobald sie aus ihrem Kontext zu sehr herausgerissen werden.&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Der unklare Begriff in seiner rhetorischen Umgebung &lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Das Wort "asozial" gehört ebenfalls dazu. Hoeneß, um den es in dieser Debatte geht, wurde von Gauck als asozial bezeichnet, so die Medien im Allgemeinen. Tatsächlich hat der Bundespräsident aber "lediglich" "unverantwortlich oder gar asozial" gesagt, bzw. hier noch einmal das ganze Zitat:&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
"Wer Steuern hinterzieht, verhält sich verantwortungslos oder gar asozial" (im &lt;i&gt;Stern&lt;/i&gt;)&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Schon die Überschrift eines Artikels von Focus verschiebt die Bedeutung deutlich: &lt;a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/bundespraesident-zur-hoeness-debatte-gauck-bezeichnet-steuerhinterzieher-als-asozial_aid_977265.html"&gt;Gauck bezeichnet Steuerhinterzieher als asozial&lt;/a&gt;. Hier geht es plötzlich um den ganzen Menschen und um ein psychologisches Merkmal. Schließlich wird in dem Artikel der ganze Mensch spezifiziert: es ist nicht mehr der Steuerhinterzieher, sondern Uli Hoeneß (den Gauck im Blick habe), die Attribute "verantwortungslos" und "asozial" werden in ihrer Reihenfolge umgedreht und die Konjunktion "oder gar" durch ein "und" ersetzt. Hier noch ein weiteres Zitat aus dem eben erwähnten Artikel:&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
"Mit Blick auf Uli Hoeneß äußerte er sich klar: Wer Steuern hinterzieht verhält sich „asozial“ und „verantwortungslos“."&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Asozial bedeutet (für mich), dass man sich der Gesellschaft oder Gemeinschaft gegenüber gleichgültig verhält oder passiv oder aktiv sogar gegen sie arbeitet. Ich weiß nun nicht, wie dieses "gegen" genau aussehen könnte. Ich überlege mir seit einiger Zeit, ob es nicht die Aufgabe der Kultur ist, uns Konflikte zu liefern, und ob man nicht die Kultur verfehlt, wenn man sie konfliktlos halten möchte (im Zuge der &lt;a href="http://frederikweitz.blogspot.de/2013/04/multi-kulti-eigentlich-wollte-ich-nur.html"&gt;Multi-Kulti-Debatte&lt;/a&gt;). Insofern wäre asoziales Verhalten sogar sehr eng an kulturelle Vorgänge gebunden.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Nun hat die Äußerung von Gauck etwas sehr Unglückliches: Sie ist, zumindest was das Wort "asozial" betrifft, komplett unklar. Manche Menschen meinen, dass es nicht nur auf Hoeneß zutrifft, sondern auch noch gerechtfertigt sei. Sie legitimieren es als zugleich psychologisch und juristisch richtig. Andere dagegen suchen die Verbindung zu den damals so genannten Asozialen im Dritten Reich und wittern einen indirekten Hitlervergleich.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
An dieses unklare Wort hängen sich nun die Massenmedien und mehr und mehr auch die kommentierende und bloggende Öffentlichkeit. Bevor wir hier über das Amt des Bundespräsidenten sprechen und was er darf und nicht darf, müssen wir erst den Missstand beleuchten: und der ist relativ simpel, das Benutzen eines Wortes, welches zu anspielungsreich ist, um richtig verstanden zu werden.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Und so ist es auch klar, warum der Streit ausgebrochen ist und das Wort "asozial", das von Gauck noch als Steigerung benutzt wurde, jetzt plötzlich gleichbedeutend ist mit verantwortungslos. Schlimmer aber ist, dass die öffentliche Verurteilung von Hoeneß personifiziert. So schreibt ein Mensch in den Leserbriefen der Welt: "Steuerbetrüger sind asozial" und korrigiert sich dann gerade nochmal im Modus "zumindest die meisten". Genauso der Focus: es gehe um Hoeneß und das entscheidende Attribut ist "asozial".&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Unklare Begriffe werden zum Spielball der Rhetorik. Verstandesbegriffe müssen definiert werden. Im sozialen, pädagogischen, politischen und massenmedialen Bereich haben wir es meist mit Vernunftbegriffen zu tun: hier hat der Redner die Verantwortung, über die Veranschaulichung und Versinnlichung eines solchen nachzudenken, bevor er ihn benutzt. Insbesondere gilt dies für Vernunftbegriffe mit einem starken moralischen Unterton. Es ist doch klar, dass Hoeneß hier herhalten muss. Gauck hätte sich lieber über diese doppelte Verurteilung von Menschen in den Medien äußern sollen und dem juristischen Aspekt etwas dezenter gegenübertreten dürfen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Meine Meinung zu der Äußerung von Gauck&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Sie ist rhetorisch schon für sich sehr gefährlich. Dies wird in folgendem Zitat sogar noch plastischer: "In unserem Land darf es in rechtlichen und moralischen Fragen nicht zweierlei Standards geben, …"; heiliges Schwein!&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Moral mit einem funktionalen Rechtssystem zu vergleichen, was Gauck im ersten Zitat nur unterschwellig macht, ist schon ein deutlicher Missgriff. Das Recht dient nicht der Verwirklichung der Moral (welcher denn?), sondern der Herstellung und Aufrechterhaltung sozialer Ordnung. Recht dient nicht der Gerechtigkeit, schon gar nicht der Wahrheit und erst recht nicht dem moralischen Überschwang. Das alles sind eigentlich nur Nebeneffekte. Recht reguliert insbesondere die Konflikte innerhalb einer Gesellschaft und legt fest, ob ein Konflikt öffentlich rechtswürdig ist oder nicht. Recht legt Bedingungen fest, unter denen Menschen oder andere juristische Personen etwas dürfen oder nicht. Recht legt vor allem Handlungen dar, die ein Mensch zu tun oder zu lassen hat, von der Staatsseite aus; Moral kann dort nur auf indirektem Wege Einfluss nehmen. Man sollte das juristische System und die Volksmeinung jedenfalls nicht durcheinanderbringen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Vor allem aber sollte man sich überlegen, welche Vernunftbegriffe man in welchem Kontext gebraucht. Auch, wenn man Bundespräsident ist.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/Eooes5K0n20" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/8429150130442257648/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=8429150130442257648&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/8429150130442257648?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/8429150130442257648?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/Eooes5K0n20/der-rhetorik-von-asozial-gauck-und.html" title="Der Rhetorik von &quot;asozial&quot;; Gauck und seine Entstellung" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/der-rhetorik-von-asozial-gauck-und.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;CkADQnk4fip7ImA9WhBUGEg.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-7392631172975708715</id><published>2013-05-05T21:12:00.000+02:00</published><updated>2013-05-06T16:32:53.736+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-06T16:32:53.736+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="finden" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Machtgefüge" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Kapitalismus" /><title>Despotismus à la Putin: wie man Kinderspielplätze baut</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Eigentlich wollte ich darüber nun nicht schreiben, aber irgendwie lässt mich dieser Gedanke nicht los. Er hat wohl Großes mit mir vor. Vielleicht war es auch einfach nur, dass ich, als ich &lt;a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundeskanzlerin/Hangout/hangout_node.html"&gt;Merkels Gespräch mit sechs Bürgern&lt;/a&gt; gesehen habe, ein unangenehmes Echo hatte: &lt;a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article115623187/TV-Aussprache-nach-den-Regeln-des-Zaren.html"&gt;Putin und seine Fragestunde&lt;/a&gt;. Beide Gespräche waren inszeniert.&lt;br /&gt;
Damit soll Frau Merkel nicht schlecht gemacht werden. Sie hat für die Inklusion geworben, was auch immer das ist. Für mich fehlt hier immer noch der soziologische Gedanke, dass die Kultur auch dazu da ist, den Menschen Konflikte zu liefern. Dieser Gedanke findet sich zwar nicht in den "humanistischen" Soziologien, aber in den "funktionalistischen" (was auch heißen soll: mit einem Marxisten kann man über solche Hypothesen eher nicht diskutieren). Trotzdem: das ein solches Gespräch inszeniert ist, heißt ja weder, dass vorher alles authentisch verlaufen sei, noch, dass man damit als aufmerksamer Mensch nicht umgehen könne.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Ganz anders als Merkel dagegen Putin. Er hat sich in den Gesprächen gewisse Freiheiten erlaubt. So hat er mit einer Familie gesprochen; eines der Mädchen hat sich einen Kinderspielplatz gewünscht. Putin verspricht diesen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Jetzt könnte man natürlich sagen, dass das großzügig sei. Aber was bedeutet es schon, wenn sich die russische Regierung einen solchen Gunsterweis erlaubt? Ein Spielplatz ist nicht so teuer. Ich habe gerade ein wenig gegoogelt, allerdings keine Preislisten gefunden, deshalb hier ungefähr eine Überschlagsrechnung: nehmen wir an, ein unbebautes Grünstück koste 1000 € (das ist für Berlin nicht unrealistisch). Soll der Spielplatz 40 m&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt; haben, käme das auf 40.000 €. Das Ausheben und Auffüllen des Sandkastens sowie die Umzäunung kosten ebenfalls 5000 € und die drei Spielgeräte 2000 € (was sogar recht teuer wäre: diese typischen großen Kletterburgen, die man häufiger auf Spielplätzen sieht, habe ich aus Holz für 500 € gefunden). Wir wären also bei 47.000 €. Das Bruttoinlandsprodukt von Russland beträgt (sehr grob) 2000 Milliarden. Davon könnte man immerhin 42,5 Millionen Spielplätze bauen lassen. Anders gesagt, im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt kostet ein einzelner Spielplatz 0,00000235 %.&lt;br /&gt;
Die Gunst, die hier Putin erweist, ist nicht nur überraschend kleinherzig. Sie etabliert öffentlich den Filz und die Begünstigung. Andere Kinder haben nicht die Chance, sich vom Staatsoberhaupt einen Spielplatz zu wünschen. Demokratisch wäre es gewesen, wenn Putin ein Gesetz versprochen hätte, nachdem für so und so viele Kinder auf jeden Fall ein Kinderspielplatz gebaut werden müsse. Dann wäre der Effekt strukturell gewesen, für ganz Russland gedacht.&lt;br /&gt;
So aber empfängt der Despot die Bittsteller und verteilt Almosen.&lt;br /&gt;
Lotteriespiel statt Rechtsstaat.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/rkffltydIGA" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/7392631172975708715/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=7392631172975708715&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/7392631172975708715?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/7392631172975708715?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/rkffltydIGA/despotismus-la-putin-wie-man.html" title="Despotismus à la Putin: wie man Kinderspielplätze baut" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/despotismus-la-putin-wie-man.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;CUMHQH47eyp7ImA9WhBUF0g.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-8469767524250609347</id><published>2013-05-05T08:23:00.000+02:00</published><updated>2013-05-05T13:30:31.003+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-05T13:30:31.003+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Rhetorik" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Textmuster" /><title>Die gefährlichste Grenze der Welt — und ein Oxymoron</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Nordkorea, gestehe ich, macht mir richtig Angst. Und dabei ist meine große Angst noch nicht mal die, dass Nordkorea Atomwaffen besitzen könnte, sondern einfach, dass der Irrsinn, den Kim Jong Un verbreitet, die ganze Region durcheinanderbringt. Nicht wirtschaftlich, sondern vor allem kulturell. Letzte Woche ist der Abgeordnete Manfred Grund (CDU) nach Nordkorea gereist. Der Focus berichtet online: &lt;a href="http://www.focus.de/politik/ausland/nordkorea/tid-30430/cdu-abgeordneter-in-nordkorea-man-hat-das-gefuehl-in-einem-grossen-arbeitslager-zu-sein_aid_953810.html"&gt;"Man hat das Gefühl, in einem großen Arbeitslager zu sein."&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Doch das war eigentlich nicht, was ich erzählen wollte. In dem Artikel gibt es eine schöne, wenn auch etwas tragische rhetorische Figur, die ich euch mitteilen wollte.&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Welches mysteriöse Reich versteckt sich eigentlich hinter der &lt;i&gt;gefährlichsten Grenze der Welt&lt;/i&gt;, der &lt;i&gt;entmilitarisierten Zone&lt;/i&gt; zu Südkorea?&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Der Journalist benutzt hier etwas, was ich argumentatives Oxymoron nennen möchte, in Mangel eines besseren Wortes. Das Oxymoron ist eigentlich eine Wortfigur, die einen scharfen Widerspruch in sich trägt. Als Wortfigur ist es 1 Wort, zum Beispiel hübschhässlich.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Auf der argumentativen Ebene müssen wir auf die Logik zurückgreifen. Soweit ich weiß, gibt es aber keine Bezeichnung für eine Zusammenstellung wie "gefährlichste Grenze der Welt"/"entmilitarisierten Zone". Deshalb hier der Begriff des argumentativen Oxymoron.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Bei der Phrase "gefährlichste Grenze der Welt" handelt es sich mindestens um eine Emphase (eine ausdrückliche Hervorhebung), wenn nicht gar um eine Hyperbel (eine &lt;a href="http://suite101.de/article/die-hyperbel-als-rhetorische-figur-a125714"&gt;Übertreibung&lt;/a&gt;; bitte achtet darauf, dass es hier zwei Folgeartikel gibt: vor allem der direkt folgende erläutert wichtige bedeutungstragende Merkmale).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ergänze und danke &lt;a href="http://www.wortport.de/"&gt;Johannes Flörsch&lt;/a&gt; (ein befreundeter Lektor) für dieses wundervolle Zitat:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
»Ein Oxymoron ist ein Widerspruch in sich, also ein hölzernes Eisen, eine dreiei&lt;span class="text_exposed_show"&gt;ckige Kugel oder ‚Microsoft Works‘.«&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div style="text-align: right;"&gt;
&lt;span class="text_exposed_show"&gt;Volker Gringmuth&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/57whLqykTU0" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/8469767524250609347/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=8469767524250609347&amp;isPopup=true" title="2 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/8469767524250609347?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/8469767524250609347?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/57whLqykTU0/die-gefahrlichste-grenze-der-welt-und.html" title="Die gefährlichste Grenze der Welt — und ein Oxymoron" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>2</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/die-gefahrlichste-grenze-der-welt-und.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;DkYGSX89eSp7ImA9WhBUFk8.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-7710697975625418621</id><published>2013-05-04T01:35:00.000+02:00</published><updated>2013-05-04T01:35:28.161+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-04T01:35:28.161+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="finden" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Logik" /><title>Das ist nun mal eine drastisch-witzige Analogie</title><content type="html">&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span class="topo_col main_col" id="hauptspalte" role="main"&gt;Ein anderer
[Besucher des Humanistentages] berichtet, wie er sich über eine Morgenandacht beim NDR habe beschweren
 wollen, weil er sich durch diese als Humanist verletzt fühlte. Ihn 
irritiert, dass der Sender ihn an das Bistum verwies, aus dem der 
Radioprediger kommt. „Das ist ja so als würde man sich bei Goebbels über
 Hitler beschweren.“&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: right;"&gt;
&lt;span class="topo_col main_col" id="hauptspalte" role="main"&gt;gefunden taz: &lt;a href="http://www.taz.de/Deutscher-Humanistentag-in-Hamburg/!115716/"&gt;Deutscher Humanistentag in Hamburg&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span class="topo_col main_col" id="hauptspalte" role="main"&gt;Der Humanistentag hat da wohl die Überschneidung mit dem parallel stattfindenden Kirchentag gesucht.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/-mGqPW8JDdo" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/7710697975625418621/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=7710697975625418621&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/7710697975625418621?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/7710697975625418621?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/-mGqPW8JDdo/das-ist-nun-mal-eine-drastisch-witzige.html" title="Das ist nun mal eine drastisch-witzige Analogie" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/das-ist-nun-mal-eine-drastisch-witzige.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;AkcBR3c-eyp7ImA9WhBUFkg.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-1756343625454506868</id><published>2013-05-04T01:17:00.001+02:00</published><updated>2013-05-04T11:00:56.953+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-04T11:00:56.953+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="finden" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Logik" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Erkenntnis" /><title>Der Denkfehler des Denkfehlers; Menschenkenntnis</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Auf Spiegel-online kann man einen schönen, leicht ironischen Artikel über die so genannten Fehlurteile in der Menschenkenntnis lesen: &lt;a href="http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/psychologie-menschenkenntnis-ist-oft-nur-irrglaube-a-836012.html"&gt;Menschenkenntnis ist oft nur Irrglaube&lt;/a&gt;. (Zu dem Begriff des Fehlurteils äußere ich mich nach meinem hübschen Fund.)&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="font-size: large;"&gt;&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;Ein Denkfehler und die Aufgabenstellung&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
In dem Artikel wird ein klassisches Experiment aus der Kognitionspsychologie vorgestellt. Die Probanden bekamen die Ziffernfolge 2 - 4 - 6 vorgelegt. Dazu gab es folgende Arbeitsanweisung: "Nach welcher Regel wurde diese Ziffernfolge erstellt?"&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die Probanden haben nun häufig folgende Regel aufgestellt: immer 2 dazu rechnen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Doch genau das rechtfertigt noch nicht die Beurteilung dieser Lösungen als "mentale Fehleinschätzung" (und, so weit ich mich erinnere, machen das auch die Psychologen nicht; hier irrt sich der Journalist).&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die Aufgabenstellung gibt weder die Anweisung, Alternativen zu finden, noch setzt sie die Zahlenreihe so fort, dass man andere Lösungen finden müsste. Solche Aufgaben gibt es auch im Intelligenztest. Hier wird eine positive Antwort für mehrere, verschiedene Lösungen mit der vollen Punktzahl gewürdigt, sofern es verschiedene Lösungen gibt.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Insofern ist das Urteil als mentale Fehleinschätzung für die schlichteste Lösung auch nur eine rhetorische Figur: der Journalist stellt sich hier als jemand dar, der die richtigen, wissenschaftlichen Interpretationen kennt und begeht damit den Fehler, den er gerade angekreidet hat. Durch seine Fachsprache überhöht er sich selbst und merkt nicht, dass er ein Experiment unvollständig und mit eigenen Bewertungen zitiert (in irgendeinem meiner Bücher müsste ich noch einmal nach einer genaueren Beschreibung schauen: ich bin mir wirklich nicht sicher, wie das Experiment präzise gelaufen ist).&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Ergebnis des Experimentes jedenfalls ist, dass wir zwar keine Fehleinschätzungen machen, aber genau dann mit unserer Suche aufhören, wenn wir eine Lösung gefunden haben: wir sind beim Denken gerne bequem oder, wie man das heute nennt, pragmatisch.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Fehlurteile&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Der Begriff des Urteils wird im Alltag ganz anders gebraucht als in der Philosophie. In der Philosophie ist er die Zuweisung eines Merkmals zu einem "Phänomen" (in diesem Fall: Gegenstände, Handlungen, Ideen, Personen, usw.), wie zum Beispiel "der Apfel ist grün", "dieser Schrank ist schwer", …&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Im Alltag, wohl aber auch über das Rechtssystem, hat sich nun ein ganz anderer Begriff des Urteils gebildet, nämlich als Entscheiden, ob etwas wahr oder falsch sei. Das ganze Problem dabei ist, dass ich zwar sinnliche oder faktische Urteile nach wahr/falsch tatsächlich einteilen kann. Ich kann sagen, dass der Apfel grün ist, aber da ich auf einen Apfel verweise, der auf einem Bild von Paul Cézanne auftaucht und dieser Apfel dort tatsächlich blau ist, so ist mein Urteil falsch.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Bei einem Geschmacksurteil dagegen&amp;nbsp; — "das Buch ist äußerst spannend" — geht es gerade nicht um die Wahrheit, sondern um die Zustimmung, um die gemeinsame oder andersartige Perspektive. Und erst hier können wir, wenn wir die Begriffe der Philosophie denn benutzen wollen, uns auf die Suche nach "Verzerrungen" machen, d.h. auf der Ebene der Begriffsbildung (die, salopp gesagt, eine Bündelung von Urteilen ist) und auf der Ebene des Schlussfolgerns (die, ebenfalls salopp gesagt, die gute Ordnung der Begriffe untereinander herstellen soll, es aber nicht immer tut).&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Und erst auf der Ebene des Schlussfolgerns werden dann die Patzer begangen, die wir allgemein hin als Fehlurteile bezeichnen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="font-size: large;"&gt;&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;Menschenkenntnis&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Ich habe den Tag über an dem Begriff der Menschenkenntnis gearbeitet. Hierbei gehe ich zwar von einem (alltags-)psychologischen Begriff aus, untersuche allerdings vornehmlich die Rhetorik. Mich noch einmal gründlich mit der Argumentationslehre, bzw. der Logik zu beschäftigen, hat mir gut getan. (Meine Kommentare zu Deweys Logik müsste ich mal systematisieren und dann veröffentlichen. Aber ich habe sie noch nicht mal in meinen Zettelkasten übertragen.)&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Spannend an dieser Auseinandersetzung ist, dass fast jede Internetseite andere rhetorische Figuren, vor allem aber auch logische Abkürzungen, benutzt. Auch dazu bin ich am Sammeln. Dabei ist meine Frage zunächst nicht, ob dies richtig oder falsch sei, nicht im allgemeinen und nicht im besonderen, sondern meist, auf welche unausgesprochene Regel (in der Fachsprache: der Mittelsatz) sich ein Autor stützt.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Im Coaching und in der praktischen Psychologie (zum Beispiel Therapie) wurde dies unter dem Begriff der geheimen Glaubensüberzeugung heiß diskutiert. Ich war damals in diese Diskussionen, allerdings mit mäßigem Interesse, gelegentlich eingebunden. Heute kann ich genauer sagen, was mich damals gestört hat. Es wurde nicht auf der Ebene der Logik diskutiert. Es wurde nicht gesagt, was eine geheime Glaubensüberzeugung konkret in der Sprache macht. Die ganze Diskussion verlief zu abstrakt.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Wittgenstein schreibt, wohl zufälligerweise, zu dem &lt;a href="http://frederikweitz.blogspot.de/2013/04/menschenkenntnis-ludwig-wittgenstein.html"&gt;Begriff der Menschenkenntnis&lt;/a&gt;, dass man ihre Regeln lernen könne, sie aber erstens kein System bilden und zweitens nicht durch einen festen didaktischen Aufbau (so ungefähr stellt Wittgenstein das Erlernen der Mathematik dar), sondern durch den von Zeit zu Zeit gegebenen "richtigen Wink" verinnerlicht werden könne. Ihm geht es in der Passage eigentlich um die Echtheit von Gefühlsausdrücken.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/LpPWr2xOMLA" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/1756343625454506868/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=1756343625454506868&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/1756343625454506868?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/1756343625454506868?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/LpPWr2xOMLA/der-denkfehler-des-denkfehlers.html" title="Der Denkfehler des Denkfehlers; Menschenkenntnis" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/der-denkfehler-des-denkfehlers.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;A0QDRH08cSp7ImA9WhBUFUs.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-8521721689610443024</id><published>2013-05-03T10:22:00.000+02:00</published><updated>2013-05-03T10:22:55.379+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-03T10:22:55.379+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="finden" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Grammatik" /><title>Präpositionen sind etwas feines</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die Überschrift zu einer Diskussion auf Amazon könnte zu einigen Missverständnissen führen:&lt;/div&gt;
&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Buch für „Werbung im Dritten Reich (Rassismus)“&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Hier müsste eigentlich „Buch über“ stehen. Das Problem dieses Satzes ist, dass er elliptisch gestaltet ist. Die Ellipse ist die rhetorische Figur der Auslassung: bestimmte Satzteile werden, obwohl sie notwendig sind, nicht geschrieben (oder gesprochen). In diesem Fall fehlt das Verb. Verben bestimmen nun, wie sich die einzelnen Satzteile (die Objekte und die Adverbiale) im Satz darstellen müssen. Vor allem die Adverbiale, die durch eine Präposition gekennzeichnet sind, können dann schon mal recht falsch benutzt werden.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Lesbar dazu: &lt;a href="http://frederikweitz.blogspot.de/2008/11/wozu-grammatikunterricht.html"&gt;Wozu Grammatikunterricht?&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Dieser Artikel stammt aus einer Zeit, als ich mich vor allem mit den narrativen Strukturen beschäftigt habe. Ich habe nach regelhaften Mustern des Erzählens gesucht (und suche eigentlich immer noch).&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/m_IZE88hHso" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/8521721689610443024/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=8521721689610443024&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/8521721689610443024?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/8521721689610443024?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/m_IZE88hHso/prapositionen-sind-etwas-feines.html" title="Präpositionen sind etwas feines" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/prapositionen-sind-etwas-feines.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;AkcMRXg5fyp7ImA9WhBUFUs.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-7734025923631948932</id><published>2013-05-03T01:44:00.000+02:00</published><updated>2013-05-03T10:01:24.627+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-03T10:01:24.627+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="finden" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Menschenbilder" /><title>Die Rückkehr der Physiognomie</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Wie ihr seht und lest, beschäftige ich mich nebenher mit der Menschenkenntnis. Auslöser war ein Auftrag, eine Diplomarbeit über dieses Thema zu betreuen, allerdings nicht in Psychologie, sondern in BWL. Bei solchen Themen kann ich immer ganz gut meinen Zettelkasten befragen. Ihr, liebe Leser, habt davon den Vorteil, hier hübsche Zitate und ein wenig von meinen Kommentaren drumherum zu bekommen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Was mich wirklich erstaunt hat, waren einige meiner Internet-Funde. Hier gibt es zwei Tendenzen. Zum einen setzt sich die Ansicht des Konstruktivismus immer mehr durch: und hierzu gehört auf jeden Fall, dass es keine Wahrheit gibt, in gewisser Weise auch keine Verständigung und kein Verstehen und so die Theorie zwar systematische Leitlinien vorgeben kann, aber immer auch anders möglich wäre. Zum anderen gibt es aber eine Rückkehr zum Essentialismus. Der Essentialismus behandelt den Körper und die Seele als analog, als auf gleiche Weise strukturiert. Mit der Kunst des Gesichtslesens, die heute wieder aus den schmuddeligen Ecken der Bibliotheken auftaucht, haben wir eine solche essentialistische Form. Ein Stirnrunzeln bedeutete dann, dass der betreffende auf Distanz gehen möchte, zusammengekniffene Lippen wiesen auf einen unterdrückten Zorn hin, usw. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die Physiognomie, hier als Deutung des Charakters aus körperlichen Merkmalen verstanden, wurde im 18. Jahrhundert prominent von einem gewissen Lavater vertreten. Anhand von Kopfformen und Gesichtsausdrücken erstellte er eine umfassende Typologie von Menschenbildern.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Diese Auffassung wird seit langem abgelehnt. Es gibt eine Wechselwirkung zwischen körperlicher Erscheinung und Charakterbildung, sicher, darüber muss man nicht wirklich diskutieren. Aber man kann nicht sagen, ob das körperliche Erscheinungsbild die Sozialisation präge oder es vielleicht sogar ein Stück weit umgekehrt ist. Jedenfalls halte ich es für eine sehr gefährliche Tendenz, solche Schlüsse zu ziehen: der Körper ist nicht die Seele und es gibt auch keine Kausalität zwischen ihnen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Das ist zum Beispiel ein Problem von Leuten, die sich ihrer eigenen Konnotationen nicht bewusst werden. Die Konnotation, das Zwischen-den-Zeilen-lesen, fängt Ideen auf, wie eine Situation, ein Mensch, ein Text zu interpretieren sei. Aber es sind eben keine beweisbaren Tatsachen. Wird man sich dieser Konnotationen nicht bewusst, verwechselt man eventuell die eigenen Ideen mit der Realität.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Das ist vielleicht der Sinn, das Interpretieren zu lernen: dabei erfährt man, wie unterschiedlich sich ein Text immer wieder geben kann. Ich empfehle ja meinen Kunden, und das eigentlich jedes Mal, für ihr Leben ein schwieriges Buch zu wählen, das sie immer und immer wieder lesen. Dazu gehört natürlich zunächst Disziplin. Der Sinn dahinter ist allerdings, sich nach und nach diesen Prozess des Bedeutungenschaffens bewusst zu machen. Nicht auf den Inhalt des Textes zielt diese Aufgabe ab (das natürlich auch), sondern auf die Beweglichkeit des Bewusstseins.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/R8za2dpjqiI" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/7734025923631948932/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=7734025923631948932&amp;isPopup=true" title="4 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/7734025923631948932?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/7734025923631948932?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/R8za2dpjqiI/die-ruckkehr-der-physiognomie.html" title="Die Rückkehr der Physiognomie" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>4</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/die-ruckkehr-der-physiognomie.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;C0IAQH06eCp7ImA9WhBUFU4.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-9128697540887064905</id><published>2013-05-02T23:52:00.002+02:00</published><updated>2013-05-02T23:52:21.310+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-02T23:52:21.310+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="finden" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Menschenbilder" /><title>Hübsches Gedicht von Wilhelm Busch zur Menschenkenntnis</title><content type="html">&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div class="gedicht kl"&gt;
Mein Kind, es sind allhier die Dinge,&lt;br /&gt;
gleichviel, ob große, ob geringe,&lt;br /&gt;
im Wesentlichen so verpackt,&lt;br /&gt;
daß man sie nicht wie Nüsse knackt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie wolltest du dich unterwinden,&lt;br /&gt;
kurzweg die Menschen zu ergründen.&lt;br /&gt;
Du kennst sie nur von außenwärts.&lt;br /&gt;
Die siehst die Weste, nicht das Herz.&lt;/div&gt;
&lt;div class="autor"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="autor-beschreibung" style="text-align: right;"&gt;
&lt;i&gt;Wilhelm Busch &lt;/i&gt;(1832 - 1908), deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Es klingt nach Wilhelm Busch, aber da es ein Zitat aus dem Internet ist, nehme ich diese Behauptung wieder zurück.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/OumQ0JZBVu0" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/9128697540887064905/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=9128697540887064905&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/9128697540887064905?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/9128697540887064905?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/OumQ0JZBVu0/hubsches-gedicht-von-wilhelm-busch-zur.html" title="Hübsches Gedicht von Wilhelm Busch zur Menschenkenntnis" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/hubsches-gedicht-von-wilhelm-busch-zur.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;CUUHQXc6eCp7ImA9WhBUFU4.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-5773847364091780896</id><published>2013-05-02T21:35:00.000+02:00</published><updated>2013-05-03T00:20:30.910+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-03T00:20:30.910+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="finden" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="gestehen" /><title>Lutz Schulenburg ist tot und eine kleine Anekdote zu Hans Blumenberg</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Nun ist er tot. &lt;a href="http://www.boersenblatt.net/605761/"&gt;Schulenburg starb&lt;/a&gt; viel zu früh, mit sechzig und hinterlässt die &lt;a href="http://www.edition-nautilus.de/news/news.html"&gt;Edition Nautilus&lt;/a&gt;, die sich immer durch ungewöhnliche, aber sehr lesenswerte Romane ausgezeichnet hat (oder durch deren Neuauflage) und durch gute, anarchistische oder oppositionelle Texte. Anarchie, nebenbei bemerkt, ist nicht mit dem Chaos gleichzusetzen, das so genannte Anarchisten das eine oder andere Mal verursachen, sondern hat als Prinzip, dass sich die Menschen in freier Meinungsäußerung und Gleichberechtigung ihre Gesetze selbst geben.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Dieses &lt;i&gt;Prinzip der Anarchie&lt;/i&gt; halte ich übrigens für absolut irrealistisch, da eine soziale Ordnung nicht von der Basis ausgehandelt werden kann. Das zerbricht in dem Moment, indem man genügend Menschen mit unterschiedlichen moralischen Vorstellungen an einen Tisch setzt und diese über gemeinsame Gesetze diskutieren lässt. Da reichen manchmal schon 5-8 Personen. Oder, wie Niklas Luhmann mal gegen Habermas geunkt hat: man könne 80 Millionen Menschen nicht zu einer freien Diskussion an einen Tisch setzen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Blumenberg&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Hans Blumenberg ist 1996 gestorben. Zu der Zeit hatte ich von ihm zwar gehört, aber noch nichts gelesen. Blumenberg gehört zu einem der belesensten Menschen, die ich kenne. Mein Lieblingsbuch von ihm war lange Zeit &lt;i&gt;Höhlenausgänge&lt;/i&gt;, konkurriert aber seit letztem Jahr mit dem Buch &lt;i&gt;Löwen&lt;/i&gt;.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Jedenfalls stand ich damals, im März 1996, in der Heinrich-Heine-Buchhandlung in Hamburg, wohl, um mir einige wichtige Semester-Lektüren zu bestellen oder abzuholen. Auf einmal kam einer der Buchhändler aus dem hinteren Bereich des Buchladens und informierte uns mit Tränen in den Augen und zittriger Stimme, dass Blumenberg gestorben sei. Und die Frau, die vor mir stand, fasste sich mit einer Art überraschtem Entsetzen mit der Hand vor den Mund, so als wolle sie einen Schrei unterdrücken und sagte dann irgendetwas wie: Oh Gott! Was für ein Verlust!&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Mittlerweile kenne ich Blumenberg besser. &lt;i&gt;Höhlenausgänge&lt;/i&gt; zum Beispiel ist ein ganz bezaubernd geschriebenes Buch. Die Gefahr ist dabei, dass man rasch vergisst, dass es zugleich sehr philosophisch ist. Wer mit Blumenberg einsteigen möchte und mit Philosophie nicht so viel am Hut hat, dem sei zum Beispiel das Buch &lt;i&gt;Löwen&lt;/i&gt; empfohlen, ein ganz vergnügliches und intelligentes Buch, mit über 30 Glossen nur zu Löwen. &lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/xmNxe8UnyMQ" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/5773847364091780896/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=5773847364091780896&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/5773847364091780896?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/5773847364091780896?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/xmNxe8UnyMQ/lutz-schulenburg-ist-tot-und-eine.html" title="Lutz Schulenburg ist tot und eine kleine Anekdote zu Hans Blumenberg" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/05/lutz-schulenburg-ist-tot-und-eine.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;CkUDQXg9fSp7ImA9WhBUFEk.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-7394701339138068997</id><published>2013-04-30T21:20:00.000+02:00</published><updated>2013-05-01T22:31:10.665+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-01T22:31:10.665+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="schreiben" /><title>Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Liebe; Motive</title><content type="html">&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Heute erzählte mir eine Kundin von dem Film „Eine unsterbliche Liebe“. Sie findet ihn sehr einfallsreich. Es ist ein Film mit Hexen. Die Kundin selbst ist 13, etwas zu früh, um einen Vertrag abzuschließen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Sofern ich das verstanden habe, handelt der Film „Eine unsterbliche Liebe“ von einem Jungen aus einer Kleinstadt, in die ein Mädchen zieht, deren Familie ein düsteres Geheimnis hat. Das Mädchen ist eine Hexe. An ihrem 16. Lebensjahr wird sich entscheiden, ob sie auf die böse oder die gute Seite überwechselt und davor hat sie Angst.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Zur &lt;a href="http://frederikweitz.blogspot.de/2013/04/was-ist-das-harry-das-ist-eine.html"&gt;Motivanalyse und den Übungsmöglichkeiten damit&lt;/a&gt; hatte ich mich bereits geäußert. Schaut bitte dort nach. Ich mag es nicht wiederholen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Die entgegengesetzten Figuren&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Im Prinzip ist die Figurenkonstellation völlig klischeehaft. Wir haben dasselbe in manchen normalen Liebesromanen: er ist Schäfer (eventuell natürlich noch einer, der zugleich Werwolf ist), sie ist Künstlerin. Er ruht in sich selbst, sie hat ihr Ziel noch nicht gefunden.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
So ist es auch in diesem Film: Kleinstadtjunge, umherirrendes Mädchen.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="font-size: large;"&gt;&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;Das heimliche Band&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Trotzdem kommen diese Personen oft nicht einfach so daher. Sie treffen sich nicht nur, sondern irgendetwas verbindet sie. Eventuell sind es einfach nur die plötzlichen Gefühle, die auftauchen. In „unsterbliche Liebe“ ist es ein Traum, den der Junge seit Monaten hat, in dem das Mädchen eine wichtige Figur ist.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Dieses Band könnte auch zum Beispiel folgendes sein: eine Frau findet einen alten, von einem unbekannten Verfasser geschriebenen Roman und findet ihn gut. Sie tippt ihn ab und schickt ihn an zahlreiche Verlage. Ein renommierter Verlag ist sehr begeistert und möchte ihn veröffentlichen. Jetzt bekommt die Frau doch Gewissensbisse. Sie sucht den Autor, findet ihn schließlich nach zahlreichen Umwegen und verhilft ihm zu seiner rechtmäßigen Anerkennung. Dass die Beiden sich dabei lieben lernen, versteht sich von selbst.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="font-size: large;"&gt;&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;Außenseiter, Außenseiterin&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Von dem Motiv des heimlichen Bandes gibt es eine typische Variation: Außenseiter trifft auf Außenseiterin. Ich weiß nicht, ob das für diesen Film eine Rolle spielt. In den Büchern von Roberts findet sich das Motiv relativ häufig: die engagierte Tierschützerin, die sich mit der ganzen Landbevölkerung angelegt hat, trifft auf den arroganten, erfolgreichen Romanschriftsteller, der sich hier niedergelassen hat und dem die Landbevölkerung zu primitiv ist.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;&lt;b&gt;Dualität und Ultimatum&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Die junge Frau (im Film) steht vor einer wichtigen Entscheidung (die sie nicht selbst treffen kann). Sie weiß sogar das Datum. Sie weiß, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch irgendetwas tun könnte, um zu verhindern, dass sie eine böse Hexe wird. Ein solches Datum nenne ich Ultimatum. Für den Spannungsaufbau ist es extrem wichtig. Wie oft haben Sie schon den Satz gehört: beschaffen Sie das Geld innerhalb von 24 Stunden oder ihre Tochter wird sterben?&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Eng verbunden mit einem solchen Ultimatum ist die Dualität, bzw. zwei einander entgegengesetzte Lösungen, die eine katastrophal und die andere akzeptierbar. Soll der Mann das Geld beschaffen (und kann er es) oder soll er seine Tochter sterben lassen?&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
In unseren Film dagegen ist die Frage: kann ich noch etwas tun oder muss ich einfach die Entscheidung akzeptieren?&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Dualität, aber auch kleine Gruppen, schränken die Auswahl ein. Ein Klassiker ist Nebel des Grauens: es muss sechs Opfer geben, fünf davon sind bereits geschehen. Am Ende des Films kriecht der Nebel auf zwei dieser Opfer zu. Wer wird überleben? &lt;a href="http://frederikweitz.blogspot.de/search?q=Grauens"&gt;Hier genauere Erläuterungen&lt;/a&gt;.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="color: purple;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: large;"&gt;Der „Spitzel“&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Dies ist eine gewisse Sonderform der Überwachung. In diesem Film gibt es wohl eine Haushaltshilfe in dem Haus des Jungen, die ihre Informationen zumindest teilweise an den Onkel des Mädchens weitergibt. Da davon aber niemand etwas weiß, ist sie eine Art "Spion". Sie ist zugleich Hellseherin, gehört also der Seite der magischen Figuren an. &lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/8U-9rl9oEKw" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/7394701339138068997/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=7394701339138068997&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/7394701339138068997?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/7394701339138068997?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/8U-9rl9oEKw/beautiful-creatures-eine-unsterbliche.html" title="Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Liebe; Motive" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/04/beautiful-creatures-eine-unsterbliche.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;CkYBQHs9cSp7ImA9WhBUFEk.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-7625810598046653994</id><published>2013-04-30T18:24:00.000+02:00</published><updated>2013-05-01T22:29:11.569+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-05-01T22:29:11.569+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="schreiben" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Menschenbilder" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="lesen" /><title>Schädliche Erzähler</title><content type="html">&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="font-size: 12pt;"&gt;Die schädlichsten Geschichtschreiber für einen 
jungen Mann sind diejenigen, welche stets ihr eigenes Urteil hinzufügen. 
Tatsachen, nichts als Tatsachen! Das Urteil bleibe dem Leser selbst überlassen; 
dadurch eignet er sich Menschenkenntnis an. 
Lässt er sich unaufhörlich durch das Urteil des Verfassers leiten, so sieht er 
nur durch das Auge eines anderen, und wenn ihm dies Auge fehlt, so sieht er gar 
nichts mehr.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: right;"&gt;
&lt;span style="font-size: 12pt;"&gt;Rousseau, irgendwo im &lt;i&gt;Emile&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="font-size: 12pt;"&gt;Das ist wohl die frühe Version von Show, don't tell! - Es gibt eine solche Passage auch in Lessings &lt;i&gt;Hamburger Dramaturgie&lt;/i&gt;.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
&lt;span style="font-size: 12pt;"&gt;Ich hatte vor einigen Tagen eine Rezension zu einem Buch namens &lt;a href="http://www.amazon.de/review/R1GK9B9CMETRWC/ref=cm_cr_pr_perm?ie=UTF8&amp;amp;ASIN=B00BWUCNQ6&amp;amp;linkCode=&amp;amp;nodeID=&amp;amp;tag="&gt;Das Kellerzimmer&lt;/a&gt; geschrieben, das derzeit auf Platz 19 der Kindl-Bestseller-Liste steht. Dort habe ich die psychologischen Ansichten, die Menschen heute verbreiten, mal wieder angegriffen. Heute will jeder psychologisch sein und dabei entsteht dann meist nur Murx. Ich erinnere mich daran, dass ich Thomas Harris' &lt;i&gt;Roter Drache&lt;/i&gt; an der Stelle aus der Hand legen musste, als er erklärte, warum sein Serienkiller so geworden ist, wie er geworden ist: selbstverständlich war es die Mutter, und das erklärt Harris mit einer psychopathologischen Theorie, die aus dem tiefsten Mittelalter stammen könnte. Ich habe den Autor nie wieder angefasst. Nicht ganz so schlimm ist meine Reaktion bei Fitzek gewesen: vom Stilistischen ist Fitzek wesentlich schlechter, aber ich lese ihn noch, wenn auch unter höchsten geistigen Qualen. Die fachlichen Entgleisungen, die er sich in &lt;i&gt;Die Therapie&lt;/i&gt; erlaubt, sind schon schlimm.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/oNQRnBxCsB8" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/7625810598046653994/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=7625810598046653994&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/7625810598046653994?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/7625810598046653994?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/oNQRnBxCsB8/schadliche-erzahler.html" title="Schädliche Erzähler" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/04/schadliche-erzahler.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;A0YDQnk9cCp7ImA9WhBUE04.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-33584355.post-4503015580652229465</id><published>2013-04-30T12:50:00.000+02:00</published><updated>2013-04-30T18:26:13.768+02:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2013-04-30T18:26:13.768+02:00</app:edited><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Sloterdijk" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="lesen" /><category scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" term="Zitat" /><title>Akteur als Beobachter: Sloterdijks anthropologisches Zwitterwesen</title><content type="html">&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
In der anthropologischen Explikation gerät der Mensch in eine moralisch und 
epistemologisch ekstatische - nach Plessner »exzentrische« - Position gegenüber 
sich selbst. Deren Präzisierung ergibt das Bild eines ontologischen 
Zwitterwesens: Es zeigt einen seit jeher zum übenden Selbstbezug verurteilten 
Spielleiter, der vor der Aufgabe steht, das Skript der eigenen Existenz auf der 
Bühne umzusetzen und dabei zu beobachten, wie andere ihn beobachten.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: right;"&gt;
Sloterdijk, Peter: &lt;i&gt;Du musst dein Leben ändern&lt;/i&gt;. Frankfurt am Main 2009, S. 516 &lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Ex-stase. Ex, das Heraus, das Anderswohin; stase, das Setzen. Exstase: das Sich-aus-sich-selbst-heraus-setzen in eine womöglich unsichere oder sogar unbekannte Position.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Zu beachten: die anthropologische Explikation, also die Darlegung des Menschenwesens, führt den Menschen gerade nicht zur Ruhe, zur Gewissheit seiner selbst, sondern reißt ihn mit sich fort, aus seiner Position heraus. Neulich hatte ich ein Gespräch mit einem Bekannten, der diese ganzen modernen Ratgeber furchtbar fand: man lerne nicht den anderen Menschen auf eigene Weise kennen, sondern zwänge sich und andere in ein vorgefertigtes System, aus dem keiner von ihnen mehr ausbrechen könne.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: justify;"&gt;
Anders als bei Nietzsche, dessen Übermensch von dort, wo er (geistig) steht, weg will, muss der sloterdijksche Artist durch seine Selbst- und Fremdbeschreibung (als Mensch) diesen Ort verlassen und hat scheinbar keine andere Wahl.&lt;/div&gt;
&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Werkzeugkasten/~4/I7QQm39uM0g" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://frederikweitz.blogspot.com/feeds/4503015580652229465/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://www.blogger.com/comment.g?blogID=33584355&amp;postID=4503015580652229465&amp;isPopup=true" title="0 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/4503015580652229465?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/33584355/posts/default/4503015580652229465?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/Werkzeugkasten/~3/I7QQm39uM0g/akteur-als-beobachter-sloterdijks.html" title="Akteur als Beobachter: Sloterdijks anthropologisches Zwitterwesen" /><author><name>Frederik Weitz</name><uri>https://plus.google.com/114983029839551580001</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="32" height="32" src="//lh5.googleusercontent.com/-iMBWX2ZAg_M/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAXs/GyCusVIyLOU/s512-c/photo.jpg" /></author><thr:total>0</thr:total><feedburner:origLink>http://frederikweitz.blogspot.com/2013/04/akteur-als-beobachter-sloterdijks.html</feedburner:origLink></entry></feed>
