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	<title>Axel Kölling</title>
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	<description>Journalist &#124; Natur, Technologie, Bremen</description>
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		<title>Mit Roboterschwärmen gegen Giftmüll im Meer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Axel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Jul 2013 12:30:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Meeresschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Meere sind die Müllkippen der Menschheit. Manchmal ganz bewusst, wenn Schiffsbesatzungen auf hoher See beispielsweise einen kostengünstigen Ölwechsel vollziehen, oft auch eher unbewusst, wenn etwa unsere Chemikalien und Plastiktüten über die Flüsse in die Nord- und Ostsee gelangen. Und manchmal lässt sich eine Menge Geld verdienen, wenn man sich für die teure Entsorgung von Giftmüll [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/07/unterwasserroboter-suche-nach-giftmuell.jpg"><img data-attachment-id="677" data-permalink="https://www.wildes-leben.de/2013/07/mit-roboterschwarmen-gegen-giftmull-im-meer/unterwasserroboter-suche-nach-giftmuell/" data-orig-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/07/unterwasserroboter-suche-nach-giftmuell.jpg" data-orig-size="500,500" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}" data-image-title="unterwasserroboter-suche-nach-giftmuell" data-image-description="&lt;p&gt;Thomas Schmickl und Ronald Thenius (v.l.) mit dem erstaunlich kleinen Roboter Lily. Quelle: Uni Graz&lt;/p&gt;
" data-image-caption="" data-medium-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/07/unterwasserroboter-suche-nach-giftmuell-500x500.jpg" data-large-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/07/unterwasserroboter-suche-nach-giftmuell.jpg" loading="lazy" class="alignleft size-thumbnail wp-image-677" alt="Thomas Schmickl und Ronald Thenius (v.l.) mit dem erstaunlich kleinen Roboter Lily. Quelle: Uni Graz" src="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/07/unterwasserroboter-suche-nach-giftmuell-200x200.jpg" width="200" height="200" srcset="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/07/unterwasserroboter-suche-nach-giftmuell-200x200.jpg 200w, https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/07/unterwasserroboter-suche-nach-giftmuell.jpg 500w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a>Meere sind die Müllkippen der Menschheit. Manchmal ganz bewusst, wenn Schiffsbesatzungen auf hoher See beispielsweise einen kostengünstigen Ölwechsel vollziehen, oft auch eher unbewusst, wenn etwa unsere Chemikalien und Plastiktüten über die Flüsse in die Nord- und Ostsee gelangen. Und manchmal lässt sich eine Menge Geld verdienen, wenn man sich für die teure Entsorgung von Giftmüll bezahlen lässt, das Zeug dann aber einfach bei Nacht und Nebel über Bord kippt. <span id="more-676"></span></p>
<p>Zurzeit werden unterschiedlichste Initiativen entwickelt, um die Verschmutzung der Meere in den Griff zu bekommen. Das fängt bei Sofortmaßnahmen wie <a href="http://www.nabu.de/themen/meere/plastik/projekt/litter/" target="_blank">&#8220;Fishing for litter&#8221;</a> oder dem <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/muell-im-meer-umweltbundesamt-will-zwangsabgabe-fuer-plastiktueten-a-893876.html" target="_blank">Verbot von Plastiktüten</a> an, fördert aber auch ganz neue Ansätze zu Tage, beispielsweise riesige <a href="http://www.heise.de/tr/artikel/Muellschlucker-fuer-die-Weltmeere-1867013.html" target="_blank">Trichter als Müllschlucker</a>.</p>
<p><strong>&#8220;Soziales Bewusstsein&#8221; von Insekten</strong></p>
<p>An einer weiteren Idee basteln zurzeit Wissenschaftler der Universität Graz. Sie <a href="http://idw-online.de/de/news542489" target="_blank">entwickeln Schwärme aus Robotern</a>, die unter anderem für die Suche nach Giftmüll eingesetzt werden können. Insgesamt 40 autonome Unterwasserroboter sollen beim Projektende im kommenden Jahr zur Verfügung stehen, um gemeinsam auf die Suche gehen zu können.</p>
<p>Eine Besonderheit ist dabei, dass die Roboter über ein hohes Maß an künstlicher Intelligenz verfügen, die sich am Schwarmverhalten von Tieren orientiert. Ähnlich wie Insekten entwickeln die Maschinen ein &#8220;soziales Bewusstsein&#8221;. So kann sich der Schwarm bei Aufgaben wie der Suche nach Giftfässern in trüben und turbulenten Meeresregionen immer wieder an geänderte Umwelt- oder Strömungsverhältnisse anpassen. Selbst wenn einer oder mehrere der Schwarmroboter ausfallen, können die anderen trotzdem ihre Aufgabe erfüllen, ohne dass Menschen eingreifen müssen und die Suche von Neuem gestartet werden müsste.</p>
<p><strong>Unterwasserroboter gewinnen massiv an Bedeutung</strong></p>
<p>Ob und wann die Roboter der Typen &#8220;Lily&#8221; und &#8220;Jeff&#8221; tatsächlich auf diese Weise zum Einsatz kommen, ist noch unklar. Sicher ist, dass Unterwasserroboter auch für den Natur- und Umweltschutz massiv an Bedeutung gewinnen werden. Unternehmen setzen sie schon jetzt massiv bei Öl- und Gasförderprojekten im Meer ein; auch für die Offshore-Windenergie sollen sie zu Wartungszwecken genutzt werden. Bei der Ölkatastrophe im Zusammenhang mit der Plattform &#8220;Deepwater Horizon&#8221; im Golf von Mexiko waren Unterwasserroboter <a href="http://www.guardian.co.uk/environment/2010/apr/26/deepwater-horizon-spill-underwater-robots" target="_blank">an der Schließung des Lecks beteiligt</a>.</p>
<p>Tipp: <a title="Meeresschutz - Gefahren durch Müll im Meer" href="http://www.youtube.com/watch?v=PD9fDy6f9MU" target="_blank">Hier gibt es ein interessantes Video-Interview mit Kim Detloff vom Nabu zum Thema Meeresschutz bzw. Müll im Meer.</a></p>
<p><em>Foto: Thomas Schmickl und Ronald Thenius (v.l.) mit dem erstaunlich kleinen Roboter Lily. Quelle: Uni Graz</em></p>
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		<title>Intelligente Autos: Umweltfreundlicher als Bus und Bahn?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Axel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jul 2013 20:18:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
		<category><![CDATA[Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[Bus]]></category>
		<category><![CDATA[Flächennutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Informationstechnologie]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>
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					<description><![CDATA[Öffentliche Verkehrsmittel sind die Hoffnungsträger für eine nachhaltige Mobilität. Aus gutem Grund, denn sie sind in den meisten Fällen energieeffizienter als tonnenschwere Autos, in denen ein bis zwei Personen sitzen. Aber das muss nicht so bleiben. Perspektivisch könnte das Auto in vielen Situationen nicht nur die bequemere, sondern auch die umweltfreundlichere und sozialere Alternative darstellen.  [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/07/google-self-driving-car_klein.jpg"><img data-attachment-id="661" data-permalink="https://www.wildes-leben.de/2013/07/intelligente-autos-umweltfreundlicher-als-bus-und-bahn/google-self-driving-car_klein/" data-orig-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/07/google-self-driving-car_klein.jpg" data-orig-size="500,358" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;11&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;M9 Digital Camera&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1295558014&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;400&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.002&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}" data-image-title="google-self-driving-car_klein" data-image-description="&lt;p&gt;Die Google-Gründer Larry Page (Fahrersitz) und Sergey Brin (Rücksitz) wollen schon in wenigen Jahren ein selbstfahrendes Auto auf den Markt bringen. &lt;/p&gt;
" data-image-caption="" data-medium-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/07/google-self-driving-car_klein.jpg" data-large-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/07/google-self-driving-car_klein.jpg" loading="lazy" class="alignleft size-thumbnail wp-image-661" alt="Die Google-Gründer Larry Page (Fahrersitz) und Sergey Brin (Rücksitz) wollen schon in wenigen Jahren ein selbstfahrendes Auto auf den Markt bringen. " src="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/07/google-self-driving-car_klein-200x200.jpg" width="200" height="200" /></a>Öffentliche Verkehrsmittel sind die Hoffnungsträger für eine nachhaltige Mobilität. Aus gutem Grund, denn sie sind in den meisten Fällen energieeffizienter als tonnenschwere Autos, in denen ein bis zwei Personen sitzen. Aber das muss nicht so bleiben. Perspektivisch könnte das Auto in vielen Situationen nicht nur die bequemere, sondern auch die umweltfreundlichere und sozialere Alternative darstellen.  <span id="more-658"></span></p>
<p>Schon jetzt fahren intelligente Autos im Testbetrieb auf den Straßen – vor allem in Kalifornien. Sie beherrschen verschiedene Stufen der Automation bis hin zur kompletten Selbststeuerung. Die Serienreife der ersten selbstfahrenden Autos kann je nach Schätzung schon in drei bis zehn Jahren erreicht sein. Wie lange es bis zur flächendeckenden Verbreitung dieser Technologien dauern wird, ist vollkommen unklar, allerdings bestehen nur noch geringe Zweifel, dass sie sich irgendwann durchsetzen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe loading="lazy" src="//www.youtube.com/embed/cdgQpa1pUUE" height="270" width="480" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und das ist aus vielfältigen Gründen eine gute Nachricht für Mensch und Natur:</p>
<ul>
<li>Bis jetzt wird jedes Auto im Durchschnitt weit weniger als 10 Prozent der Zeit tatsächlich gefahren. Autonome Autos, die den Fahrer an der gewünschten Stelle abholen, würden die Bereitschaft zum <a title="Wikipedia über Carsharing" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carsharing" target="_blank">Carsharing</a> massiv erhöhen. So werden deutlich weniger Fahrzeuge benötigt, die somit auch weniger Material verschlingen und weniger Parkplätze erfordern.</li>
<li>Sensoren in den Fahrzeugen ermöglichen deutlich schnellere und präzisere Reaktionen als die menschlichen Sinne und Muskeln. Dadurch wird das Fahren nicht nur sicherer, sondern die Autos können auch in kompakten Kolonnen fahren. Dies wiederum spart viel Platz auf den Straßen – Experten rechnen mit einer Verdopplung oder Verdreifachung der Kapazität an Fahrzeugen, die eine Straße aufnehmen kann. Gleichzeitig wird der Benzinverbrauch in der Kolonne reduziert.</li>
<li>Intelligent vernetzte Fahrzeuge melden Staus in Echtzeit und wählen sofort selbstständig die ideale Route, sodass der Verkehr wesentlich flüssiger läuft. Auch dadurch werden Spritverbrauch und Abgase gesenkt.</li>
<li>Maschinen fahren emotionslos und intelligent. Neben der Sicherheit gewinnt damit erneut die Energieeffizienz.</li>
<li>Testfahrer berichten, dass Geschwindigkeit deutlich an Bedeutung verliert, wenn man bei der Fahrt ein Buch lesen, E-Mails beantworten oder arbeiten kann. Ein PS-strotzender Motor wird daher in Zukunft voraussichtlich für deutlich weniger Menschen eine Rolle spielen.</li>
<li>Aufgrund der hohen Sicherheit von selbstfahrenden Autos können diese aus leichterem Material gebaut werden. Rollende Stahlpanzer, wie wir sie jetzt fahren, sind nicht mehr nötig. Neben dem eingesparten Material muss bei geringerem Gewicht auch weniger Kraftstoff eingesetzt werden.</li>
</ul>
<p>Die intelligenten Autos haben zwei gravierende Vorteile gegenüber Bahnen und Bussen: Erstens sind sie wesentlich flexibler und energiesparender beim Einsatz in ländlichen Räumen, wo oft nur zwei Menschen im Bus sitzen. Zweitens werden die Kosten der Entwicklung hauptsächlich von Unternehmen und Privatpersonen getragen. Während der Ausbau der Schieneninfrastruktur massiv vom Staat vorfinanziert werden muss und sich in den seltensten Fällen auch nur ansatzweise amortisiert, werden intelligente Fahrzeugtechnologien von Unternehmen entwickelt und in Form von <a title="ADAC über Assistenzsysteme" href="http://www.adac.de/infotestrat/tests/assistenzsysteme/default.aspx" target="_blank">Assistenzsystemen</a> bereits sukzessive eingeführt.</p>
<p>Neben den Umwelt-Vorteilen bieten selbststeuernde Fahrzeuge natürlich auch verschiedene weitere Vorzüge. So kann die Zahl der Verkehrstoten – in Deutschland rund 4000 pro Jahr – massiv reduziert werden. Alte Menschen und Sehbehinderte werden mobiler. Und all die Zeit, die Berufstätige mit dem Pendeln zum Arbeitsplatz verbringen, kann sinnvoll genutzt werden – ein gewaltiger Gewinn für die Volkswirtschaft.</p>
<p>Sebastian Thrun, Professor für künstliche Intelligenz an der Stanford University, engagiert sich für die Entwicklung von selbstfahrenden Autos, seit ein Freund von ihm mit 18 Jahren bei einem Verkehrsunfall gestorben ist. Sein Ziel: &#8220;Künftige Generationen werden zurückblicken und sagen wie verrückt es war, dass Autos mal von Menschen gefahren wurden.&#8221;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe loading="lazy" src="//www.youtube.com/embed/7CyqfwStKZc" height="270" width="480" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Weitere Gedanken zum Thema:</b></p>
<ul>
<li><a href="http://blogs.reuters.com/felix-salmon/2013/01/24/how-roads-could-beat-rail/" target="_blank">How roads could beat rail</a></li>
<li><a href="http://grist.org/business-technology/sometimes-a-driverless-car-is-not-just-a-driverless-car-thoughts-on-widgets-and-systems/" target="_blank">Sometimes a driverless car is not just a driverless car: Thoughts on widgets and systems</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>USA: Naturschutzgebiete beflügeln die Wirtschaft</title>
		<link>https://www.wildes-leben.de/2013/01/usa-naturschutzgebiete-befluegeln-wirtschaft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Axel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jan 2013 23:03:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsplätze]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalparks]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutzgebiete]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mensch ist ein unstetes Wesen und neigt dazu, sich zyklisch zu verhalten – meist unbewusst und oftmals nur der gerade vorherrschenden Mode folgend. Zurzeit ist beispielsweise das Wohnen in der Großstadt wieder angesagt und die Immobilienpreise steigen dort in absurde Höhen. In den vergangenen Jahrzehnten zog noch alles in die Speckgürtel, was nicht auf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/West_Is_Best_Graphic.jpg"><img data-attachment-id="630" data-permalink="https://www.wildes-leben.de/2013/01/usa-naturschutzgebiete-befluegeln-wirtschaft/schutzgebiete_als_wirtschaftsfaktor/" data-orig-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/schutzgebiete_als_wirtschaftsfaktor.jpg" data-orig-size="200,200" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}" data-image-title="schutzgebiete_als_wirtschaftsfaktor" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/schutzgebiete_als_wirtschaftsfaktor.jpg" data-large-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/schutzgebiete_als_wirtschaftsfaktor.jpg" loading="lazy" class="alignleft size-thumbnail wp-image-630" alt="Infografik Schutzgebiete als Wirtschaftsfaktor" src="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/schutzgebiete_als_wirtschaftsfaktor-200x200.jpg" width="200" height="200" /></a>Der Mensch ist ein unstetes Wesen und neigt dazu, sich zyklisch zu verhalten – meist unbewusst und oftmals nur der gerade vorherrschenden Mode folgend. Zurzeit ist beispielsweise das Wohnen in der Großstadt wieder angesagt und die Immobilienpreise steigen dort in absurde Höhen. In den vergangenen Jahrzehnten zog noch alles in die Speckgürtel, was nicht auf Sozialwohnungen angewiesen war. <span id="more-628"></span></p>
<p>Die gegenwärtige Entwicklung hat natürlich viele positive Effekte. Wenn die Menschen enger zusammenrücken, ist die Infrastruktur leichter herzustellen und die ländlichen Räume werden weniger zersiedelt. Manche Regionen könnten sogar wieder teilweise der Natur zurückgegeben werden, wenn dies denn politisch gewollt wäre. Aber das Zurückgeben von einmal erworbenem Besitzstand ist nicht des Menschen größte Stärke. Schon wird überlegt, wie verwaiste Dörfer mit Subventionen künstlich am Leben erhalten werden können.</p>
<p>Dabei wäre es langfristig wohl die beste Strukturpolitik, soviel Natur wie möglich zurückkehren zu lassen. Wer sich jetzt traut, ein lebenswertes Umfeld zu schaffen, wird später von zwei Trends profitieren:</p>
<ul>
<li>Der Run auf die Großstädte wird sich irgendwann wieder umkehren, so wie sich jeder Trend irgendwann umkehrt.</li>
<li>Arbeit wird in der Dienstleistungsgesellschaft immer unabhängiger von bestimmten Standorten und findet häufig nur noch am Schreibtisch statt. Wer es schafft, den Menschen eine attraktivere Bewegungs- und Freizeitoption zu geben als öde, teure Fitnessstudios und ein paar Quadratmeter Stadtpark, hat gewonnen.</li>
</ul>
<p><b>Doppelt so viele neue Arbeitsplätze in der Nähe von Schutzgebieten</b></p>
<p>Einen Beleg für die wichtige Rolle, die geschützte Natur bei der wirtschaftlichen Entwicklung einer Region spielt, hat kürzlich das gemeinnützige Institut Headwaters Economics erbracht. In dem Report <a title="Headwaters-Studie" href="http://headwaterseconomics.org/land/west-is-best-value-of-public-lands/" target="_blank">&#8220;West is Best: How Public Lands in the West Create a Competitive Economic Advantage&#8221;</a> wird aufgezeigt, dass sich die Regionen im Westen der USA, die über große Naturschutzgebiete verfügen, wirtschaftlich weit überdurchschnittlich entwickeln.</p>
<p>(<a href="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/West_Is_Best_Graphic.jpg" target="_blank">Hier gibt es die wichtigsten Ergebnisse der Studie als Infografik</a> – zum Vergrößern bitte noch einmal auf die Grafik klicken.)</p>
<p>Unter anderem wuchs die Zahl der Jobs in diesen Gegenden zwischen 1970 und 2012 um 152 Prozent, verglichen mit 78 Prozent im Rest des Landes. Die Urheber der Studie haben auch ermittelt, dass die natürlichen Ressourcen und die attraktive Landschaft ein sehr wirksames Mittel bei der Rekrutierung von qualifiziertem Personal darstellen. Die Durchschnittslöhne in diesen Regionen sind ebenfalls überdurchschnittlich hoch.</p>
<p><b>Bevölkerungswanderung als Chance</b></p>
<p>Politiker der alten Schule, in deren Augen eine Planierraupe noch immer der beste Wirtschaftsförderer ist, werden vielleicht argumentieren, dass der Westen der USA noch über genügend Platz für neue Gewerbeflächen verfügt und es dort deshalb boomt. Die Wahrheit ist allerdings, dass – nach deutschen Maßstäben – fast überall auf dem nordamerikanischen Kontinent noch Platz zum Bauen wäre. Daran scheitert es nicht.</p>
<p>Auch in Deutschland ist das Phänomen nicht neu, dass Menschen wegen der attraktiveren Landschaft und des wärmeren Wetters gerne in den Süden ziehen. In norddeutschen Bundesländern haben Politiker den Standortfaktor Landschaft fast aufgegeben, auch wenn sie häufig von weiten Horizonten und unberührter Natur schwafeln. Lieber noch eine Autobahn bauen, dann kommen die Leute schon.</p>
<p>Die Studie von Headwaters Economics sollte jedoch als Anregung dienen, auch im Norden die Bedürfnisse von Menschen (a.k.a. Arbeitskräfte) nach natürlicher Umgebung wieder ernst zu nehmen. Gerade die demografische Entwicklung und die Bevölkerungswanderungen bieten dazu eine große Chance.</p>
<p><b>&#8220;Unsere Ingenieure lieben Outdoor-Aktivitäten&#8221;</b></p>
<p>Headwaters unterlegt den Report mit einigen Statements von Unternehmern aus den untersuchten Regionen. &#8220;Aufgrund der Art unserer Arbeit sind wir den größten Teil des Tages drinnen und an die Technik gebunden&#8221;, erklärt der Chef eines Call Centers in New Mexico. &#8220;Die Möglichkeit, sich auszuklinken und sich vor und nach der Arbeit draußen zu bewegen, ist sehr wichtig für das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter.&#8221;</p>
<p>Der CEO eines Software-Unternehmens berichtet: &#8220;Wir nutzen unsere Lage und die Landschaft aktiv, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Unsere Ingenieure lieben Outdoor-Aktivitäten und insbesondere den Wassersport.&#8221; Die Mitarbeiter-Fluktuation des Unternehmens sei ungewöhnlich niedrig.</p>
<p><b>Deutsche geben sich umweltbewusst</b></p>
<p>Wer glaubt, die Deutschen hätten nicht so einen Naturfimmel wie die Amerikaner, täuscht sich. Vor wenigen Tagen hat Bundesumweltminister Peter Altmaier die Ergebnisse der Umfrage <a title="Studie Umweltbewusstsein in Deutschland" href="http://www.bmu.de/themen/umweltinformation-bildung/umweltinformation/studie-umweltbewusstsein-in-deutschland-2012/" target="_blank">&#8220;Umweltbewusstsein in Deutschland 2012&#8221;</a> vorgestellt. Demnach steht Umweltschutz aus Sicht der Bevölkerung auf Platz 2 der wichtigsten politischen Aufgaben – aufgerückt von Platz 3 im Jahr 2010 und nur knapp hinter Platz 1, der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Schon etwas abgeschlagen folgen der Arbeitsmarkt und die soziale Sicherung.</p>
<p>In Deutschland, besonders im Norden, ist das Wetter zwar oft etwas ungemütlicher, aber auch die Hitze im Südwesten der USA lädt nicht immer zu Outdoor-Aktivitäten ein. Die Bedürfnisse der Menschen sind jedenfalls hier wie dort gleich: Freizeitmöglichkeiten in einer attraktiven Landschaft sind sehr begehrt. Es wird Zeit, diesen Wirtschaftsfaktor ernst zu nehmen.</p>
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		<title>Artenschutz durch &#8220;genetische Restauration&#8221;: Dringende Fragen für das 21. Jahrhundert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Axel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jan 2013 00:20:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Artenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Biologische Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Gentechnik]]></category>
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					<description><![CDATA[Lange habe ich mich davor gedrückt, mich mit der Gentechnik-Debatte zu beschäftigen, weil ich ahnte, wohin das führt: in endlose inhaltliche Tiefen, die viel zu kompliziert sind, um mit den Standard-Argumenten der Pro- und Contra-Fraktionen ansatzweise zufriedenstellend ausgeleuchtet zu werden. Bei einer Fokussierung des Themas auf den Naturschutz landet man relativ schnell in grundsätzlichen philosophischen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/teufelskaerpfling.jpg"><img data-attachment-id="607" data-permalink="https://www.wildes-leben.de/2013/01/artenschutz-durch-genetische-restauration-dringende-fragen-fur-das-21-jahrhundert/teufelskaerpfling/" data-orig-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/teufelskaerpfling.jpg" data-orig-size="640,480" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}" data-image-title="teufelskaerpfling" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/teufelskaerpfling-500x375.jpg" data-large-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/teufelskaerpfling.jpg" loading="lazy" class="alignleft size-thumbnail wp-image-607" alt="Teufelskärpfling" src="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/teufelskaerpfling-200x200.jpg" width="200" height="200" /></a>Lange habe ich mich davor gedrückt, mich mit der Gentechnik-Debatte zu beschäftigen, weil ich ahnte, wohin das führt: in endlose inhaltliche Tiefen, die viel zu kompliziert sind, um mit den Standard-Argumenten der Pro- und Contra-Fraktionen ansatzweise zufriedenstellend ausgeleuchtet zu werden.</p>
<p>Bei einer Fokussierung des Themas auf den Naturschutz landet man relativ schnell in grundsätzlichen philosophischen Überlegungen, was überhaupt geschützt werden soll, kann und darf. Ich empfehle dazu einen hervorragenden Artikel aus dem Magazin &#8220;Wired&#8221;. Unter dem lustigen, aber etwas irreführenden Titel <a href="http://www.wired.com/wiredscience/2012/11/mf-mutant-pupfish/" target="_blank">&#8220;Attack of the Mutant Pupfish&#8221;</a> geht die Autorin Hillary Rosner der Frage nach, welche menschlichen Manipulationen zulässig sind, um eine vom Aussterben bedrohte Art zu retten. <span id="more-606"></span></p>
<p>Die moderne, gefürchtete Gentechnik muss noch nicht einmal zum Einsatz kommen, um massive Interessenkonflikte unter den Zielen des Naturschutzes hervorzurufen. Es beginnt schon bei der Frage, ob man der Evolution ein wenig nachhelfen darf, indem man einen zu klein gewordenen Genpool durch das Zusammenführen mit einer anderen Art wieder auffrischt – und wenn ja, muss es sich um eine verwandte Art handeln oder darf es auch eine (formal-biologisch betrachtet) komplett andere Art sein, sofern sie trotzdem paarungswillig und –fähig ist.</p>
<p><b>75 verbleibende Teufelskärpflinge könnten eine Gen-Auffrischung gebrauchen</b></p>
<p>Der Wired-Artikel zieht als Beispiel den &#8220;Devils Hole pupfish&#8221; heran, zu Deutsch laut Wikipedia &#8220;Teufelskärpfling&#8221; genannt. Vor 20.000 Jahren lebten seine Vorgänger noch in einem riesigen See auf dem amerikanischen Kontinent, aber mit der Ausbreitung der Wüste wurden die Tiere in viele kleine Gewässer aufgeteilt. Neun verschiedene Arten des &#8220;Pupfish&#8221; (Kärpfling?) verteilen sich jetzt über den Südwesten der USA.</p>
<p>Vom Teufelskärpfling waren im September 2012 nur noch 75 Individuen vorhanden. Er beansprucht nicht nur einen ausgesprochen speziellen Lebensraum, sondern vermehrt sich auch nur noch sehr zögerlich, was die Wissenschaftler vor allem auf genetische Defekte zurückführen.</p>
<p>Eine mögliche Rettung besteht in der Einführung von wenigen Exemplaren einer anderen Pupfish-Art, die sich im Aquarium bereits als äußerst paarungswillig erwiesen haben. Die meisten Naturschützer können sich jedoch noch nicht dazu durchringen, weil dadurch im Grunde eine neue Art geschaffen würde.</p>
<p><b>Gerettete Art oder Kunstprodukt?</b></p>
<p>Es stellt sich also die Frage, ob man etwas gewonnen hat, wenn man eine Art offiziell aufgibt und eine neue schafft, die so ähnlich ist, aber in gewisser Weise eben auch ein Kunstprodukt darstellt.</p>
<p>Im konkreten Fall könnte man nun argumentieren, dass es auch durch eine Laune der Natur hätte passieren können, beispielsweise dadurch, dass die beiden Lebensräume auf natürlichem Wege wieder miteinander verbunden werden.</p>
<p>Darüber hinaus kommt man aber auch nicht umhin, zwischen der <a title="Wikipedia über Arten" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Art_%28Biologie%29" target="_blank">Art</a> und ihrem <a title="Wikipedia über Genpools" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Genpool" target="_blank">Genpool</a> zu trennen. Es kann möglicherweise sinnvoll sein, einen Großteil des Genpools einer Art zu erhalten, auch wenn sie dann nicht mehr dieselbe ist.</p>
<p>Da sich Arten und Genpools auch natürlich weiterentwickeln, ist es schwierig, eine Grenze zu ziehen: Welches Maß an genetischen Veränderungen wird toleriert? Wie stark darf der Genpool verwässert werden?</p>
<p>Der stark bedrohte Florida Panther wurde beispielsweise laut Wired bereits mit seinen Verwandten aus Texas gemixt, um ihn widerstandsfähiger zu machen – was auch geklappt hat. Allerdings handelte es sich um zwei Unterarten der gleichen Art, nicht zwei verschiedene Arten wie bei den Kärpflingen. Wird mit Letzterem die vertretbare Grenze überschritten?</p>
<p><b>Kapitulation und umweltpolitisches Eigentor?</b></p>
<p>Für einige Wissenschaftler und Naturschützer stellt die &#8220;genetische Restauration&#8221; bzw. die &#8220;Hybridisierung&#8221; eine Form der Kapitulation vor dem Artensterben und der Umweltzerstörung dar. Die Wired-Autorin zitiert beispielsweise den bekannten Biologen E. O. Wilson, der fordert, dass die Hälfte der Erdoberfläche der Wildnis überlassen werden sollte. So bliebe das Genmaterial intakt und der Mensch müsste nicht darin herumpfuschen.</p>
<p>Andere wiederum meinen, dass der Mensch sowieso schon alles verändert habe – auf das Nachhelfen bei der Erhaltung einzelner Genpools komme es nun auch nicht mehr an. Was allerdings wiederum die Frage aufwirft, wie weit das führen soll: Darf der Mensch irgendwann einzelne Gene bedrohter Arten im Labor austauschen, um sie widerstandsfähiger zu machen, z.B. gegen den Klimawandel oder andere Formen von Lebensraumverlust?</p>
<p>Eine weitere Frage: Wenn man anfängt, Arten auf diese Weise zu retten, bringt man dann nicht auch zahlreiche Naturschutzgesetze und –maßnahmen zu Fall? Gegner könnten dann leicht argumentieren, man müsse die Art X ja nur mit ihren Verwandten der Art Y kreuzen, dann erhalte man bei wenigen Prozent genetischer Veränderung eine widerstandsfähigere Art und könne die Autobahn durch das Naturschutzgebiet doch noch bauen.</p>
<p><b>&#8220;Den Fischen wird&#8217;s egal sein&#8221;</b></p>
<p>Der Evolutionsforscher Andy Martin von der University of Colorado at Boulder sieht in der Kalibrierung der Balance zwischen dem Erhalt einer Art und dem Erhalt eines Genpools eine der wichtigsten Herausforderungen dieses Jahrhunderts. Er ist der Meinung, dass wir Genpools genauso restaurieren müssen wie Lebensräume. Die von einigen geforderte &#8220;genetische Integrität&#8221; sei dagegen irrelevant.</p>
<p>Am Ende sei dies weniger eine biologische als eine philosophische und ethische Frage, erklärte Martin gegenüber Wired: &#8220;Den Fischen wird es egal sein.&#8221;</p>
<p>Foto: <a title="Ken Lund bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/kenlund/" target="_blank">Ken Lund</a></p>
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		<title>Gentechnik als Hoffnung für den Naturschutz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Axel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jan 2013 01:05:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Artenvielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Flächenfraß]]></category>
		<category><![CDATA[Gentechnik]]></category>
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					<description><![CDATA[Genetisch veränderte Nahrungsmittel sind böse – die Logik dahinter ist nicht schwer zu verstehen. Profitorientierte Unternehmen basteln in Laboren an den DNAs lebender Organismen herum, ohne genau zu wissen, was für einen Frankenstein sie dabei schaffen. Wenn das neue Geschöpf erst einmal in die Natur entlassen ist, gibt es wahrscheinlich kein Zurück mehr. Das zeigen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/gentechnik_naturschutz_mais.jpg"><img data-attachment-id="603" data-permalink="https://www.wildes-leben.de/2013/01/gentechnik-naturschutz-hoffnung/genetic-milk/" data-orig-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/gentechnik_naturschutz_mais.jpg" data-orig-size="415,289" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;rene marschall&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;genetic dna spiral with corn on white base&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;gentechnik, gen, mais, getreide, genver\u00e4ndert, erbgut, erbinformation, lebensmittel, genmais, genmilch, genforschung, spirale, genspirale, dna, dns&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;genetic milk&quot;}" data-image-title="Gentechnik als Hoffnung fuer den Naturschutz" data-image-description="&lt;p&gt;DNA Gentechnik Mais&lt;/p&gt;
" data-image-caption="" data-medium-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/gentechnik_naturschutz_mais.jpg" data-large-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/gentechnik_naturschutz_mais.jpg" loading="lazy" class="alignleft size-thumbnail wp-image-603" alt="Gentechnik als Hoffnung fuer den Naturschutz" src="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2013/01/gentechnik_naturschutz_mais-200x200.jpg" width="200" height="200" /></a>Genetisch veränderte Nahrungsmittel sind böse – die Logik dahinter ist nicht schwer zu verstehen. Profitorientierte Unternehmen basteln in Laboren an den DNAs lebender Organismen herum, ohne genau zu wissen, was für einen Frankenstein sie dabei schaffen.</p>
<p>Wenn das neue Geschöpf erst einmal in die Natur entlassen ist, gibt es wahrscheinlich kein Zurück mehr. Das zeigen schon jetzt die vielen invasiven Arten, die mit Schiffen oder Flugzeugen von Kontinent zu Kontinent verschleppt werden und sich dort in Abwesenheit ihrer natürlichen Feinde auf Kosten der einheimischen Pflanzen und Tiere ungehindert vermehren. <span id="more-577"></span></p>
<p>Greenpeace betreibt daher seit Jahren eine massive Kampagne gegen Gen-Food und ist damit sehr erfolgreich. In der Europäischen Union ist die Technik mittlerweile fast zum Stillstand gekommen; selbst in China und Indien werden massive Hürden aufgebaut.</p>
<p><b>Ketzer und Seelenverkäufer</b></p>
<p>Zu den Aktivisten gehörte lange Zeit auch der britische Autor und Journalist Mark Lynas. Er hat seine Meinung jedoch um 180 Grad gedreht: Mittlerweile findet er es unverantwortlich, Gentechnik in Lebensmitteln zu verhindern.</p>
<p>Als Grund für den Sinneswandel nennt er seine intensive Beschäftigung mit den wissenschaftlichen Studien zum Thema – die Gefahren seien extrem gering, während der potenzielle Nutzen sowohl für die Bekämpfung von Hunger und Krankheiten als auch für den Naturschutz sehr groß sei.</p>
<p>Vorgestern, am 3. Januar, <a href="http://www.marklynas.org/2013/01/lecture-to-oxford-farming-conference-3-january-2013/" target="_blank">stellte Lynas seine Thesen in einem Vortrag bei der &#8220;Oxford Farming Conference&#8221; vor</a>. Nachdem das Video seiner Präsentation im Internet verfügbar war, wurde er sofort ans Kreuz genagelt – Gentechnik-Gegner beschimpften ihn als Ketzer und gekauften Monsanto-Vasall. Und Schlimmeres.</p>
<p><br class="clear" /><br />
<iframe loading="lazy" src="http://player.vimeo.com/video/56745320" height="281" width="500" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p><a href="http://vimeo.com/56745320">Mark Lynas bei der Oxford Farming Conference. Die ersten 30 Minuten sind sehr empfehlenswert.</a><br />
<br class="clear" /><br />
<b>Greenpeace-Argumentation einseitig</b><br />
Als Greenpeace-Mitglied teile ich grundsätzlich die Skepsis der Organisation gegenüber Gen-Food und würde im Zweifelsfall eher zu dem Produkt greifen, von dem ich weiß, dass die Inhalte nicht manipuliert wurden. Der Vortrag von Lynas hat mich allerdings nachdenklich gemacht und vor allem eins gezeigt: Das Thema ist so komplex, dass man nicht auf der Basis von Emotionen oder aufgrund des Arguments &#8220;das kann ja nicht gut sein&#8221; entscheiden sollte.</p>
<p>Und leider schenkt auch Greenpeace nicht immer ganz reinen Wein ein. Die Studien, die auf der deutschen Greenpeace-Seite <a href="http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/gefahren_risiken/artikel/gefahren_der_gen_pflanzen-1/" target="_blank">&#8220;Gefahren und Risiken&#8221;</a> genannt werden, sind zum Teil schon <a href="http://scienceblogs.com/insolence/2012/09/24/bad-science-on-gmos-it-reminds-me-of-the-antivaccine-movement/" target="_blank">fachkundig zerpflückt worden</a> (soweit ich das beurteilen kann). Ich habe den Eindruck, dass die Organisation das Thema auf wenig hilfreiche Weise zuspitzt.</p>
<p>Mark Lynas zu beschimpfen, weil er seine Meinung geändert hat, ist jedenfalls dumm. Wer aufgrund neuer Erkenntnisse seine eigene jahrelange Arbeit und sein Weltbild in Frage stellt, hat Respekt verdient, selbst wenn er inhaltlich daneben liegen sollte. Da er die Argumente der Anti-Gen-Food-Bewegung aus eigener Erfahrung bestens kennt und sich darüber hinaus als Wissenschaftsautor einen sehr guten Namen gemacht hat (u.a. als Gewinner des &#8220;Royal Society Science Book Prize&#8221; für ein Buch über den Klimawandel), sollte Lynas auf jeden Fall ernst genommen werden.</p>
<p>Ich fasse seine Argumentation hier mal so kurz wie möglich zusammen:</p>
<p><b>&#8220;Der Stoff für Alpträume&#8221;</b></p>
<p>Lynas ging es wie den meisten von uns: &#8220;Als ich das erste Mal von Monsantos genmodifiziertem Soja gehört habe, hatte ich sofort eine Meinung. Hier war ein großer amerikanischer Konzern mit einer hässlichen Vorgeschichte, der etwas Neues und Experimentelles in unser Essen tat, ohne uns darüber zu informieren. Gene zwischen Arten zu mixen schien so unnatürlich wie es nur geht – die Menschheit war gerade dabei, zu viel technologische Macht zu erlangen; irgendetwas musste ganz furchtbar schiefgehen. Diese Gene würden sich verbreiten wie eine Art lebendige Verschmutzung. Es war der Stoff für Alpträume.&#8221;</p>
<p>Diese Ängste hätten sich rasend schnell verbreitet und seien durch die Umweltorganisationen auch nach Asien und Afrika exportiert worden. &#8220;Das war die erfolgreichste Kampagne, an der ich je beteiligt war&#8221;, berichtet Lynas.</p>
<p>Es sei jedoch auch eine Anti-Wissenschaftskampagne gewesen. &#8220;Wir nutzten vielfach das Bild von den Wissenschaftlern, die in ihren Laboren dämonisch vor sich hin kichern, während sie an den Bausteinen des Lebens herumflicken.&#8221;</p>
<p>Im Rahmen seiner Arbeiten zum Thema Klimawandel sei er jedoch gezwungen gewesen, sich intensiv mit wissenschaftlichen Studien auseinanderzusetzen, und daraufhin habe er dies auch im Feld der Gentechnologie getan. &#8220;Meine Glaubensgrundsätze über Gentechnik erwiesen sich dabei nach und nach als grüne urbane Legenden.&#8221;</p>
<p><b>&#8220;Ich hatte angenommen, dass Gentechnik gefährlich ist&#8221;</b></p>
<p>Er habe unter anderem festgestellt, dass die Nutzung von Chemikalien nicht wie erwartet erhöht wird, sondern sich bei schädlingsresistenten Arten von Baumwolle und Mais verringert. Gentechnik nutze auch nicht nur den großen Unternehmen, sondern biete viele Milliarden Dollar an Kostenvorteilen für Bauern.</p>
<p>Und nicht zuletzt: &#8220;Ich hatte angenommen, dass Gentechnik gefährlich ist. Es stellte sich heraus, dass sie sicherer und präziser ist als herkömmliche Zucht, z.B. mit Mutagenese. Gentechnik bewegt nur ein paar Gene, während die herkömmliche Zucht mit dem gesamten Genom hantiert – auf der Basis &#8216;trial and error&#8217;.&#8221;</p>
<p>Rhetorisch fragt er: &#8220;Aber was ist mit dem Gen-Mix zwischen verschiedenen Arten? Dem Fisch und der Tomate? Viren machen das ständig, aber auch Pflanzen und Insekten und sogar wir selbst – es wird Genfluss genannt.&#8221;</p>
<p><b>Ökologische Landwirtschaft mit 9,5 Milliarden Menschen überfordert</b></p>
<p>Das wichtigste Argument für gentechnisch veränderte Lebensmittel ist laut Mark Lynas die Aufgabe, bei gleichbleibendem Flächenangebot eine Weltbevölkerung zu ernähren, die bis 2050 auf geschätzte 9,5 Milliarden Menschen wachsen wird.</p>
<p>Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung sei die Ursache für das Wachstum nicht die hohe Zahl geborener Kinder, denn diese sei bereits stark zurückgegangen. Vielmehr sorge die stark reduzierte Säuglingssterblichkeit für den Anstieg der Bevölkerung in den kommenden Jahrzehnten – und die sei eine gute Sache. Bessere Familienplanung löse das Problem also nicht; mehr Nahrungsmittel seien nötig.</p>
<p>Weiterer Flächenverbrauch sei unterdessen keine gute Idee, weil dadurch noch mehr klimaschädliche Gase freigesetzt und noch mehr Arten ausgerottet würden. Auch bleibe das Wasserangebot in den meisten Regionen der Welt knapp – Gentechnik könne helfen, weniger anspruchsvolle Feldfrüchte zu züchten.</p>
<p>Ähnliches gilt für Stickstoff: Als Dünger ist er unverzichtbar, aber er verseucht wegen seines ineffizienten Einsatzes gleichzeitig weltweit Flüsse und Meere (übrigens auch Nord- und Ostsee). Gentechnik bietet Hoffnung auf Pflanzen, die weniger auf den extern zugeführten Stickstoff angewiesen sind.</p>
<p><b>&#8220;Es gäbe heute keinen Regenwald am Amazonas mehr&#8221;</b></p>
<p>&#8220;Wir wohlgenährten Konsumenten sind von romantischer Nostalgie geblendet, wenn wir die traditionelle Landwirtschaft der Vergangenheit sehen&#8221;, so Lynas. &#8220;Weil wir genug zu essen haben, können wir uns den ästhetischen Illusionen hingeben.&#8221; Gleichzeitig habe die weltweite Produktion wichtiger Nahrungsmittel in letzter Zeit jedoch stagniert.</p>
<p>Die Gegner der Gentechnologie fordern unterdessen, dass die Menschen im Westen künftig weniger Fleisch essen und weniger Kalorien zu sich nehmen, damit für den Rest der Welt mehr übrig bleibt. Lynas hält das für absolut unrealistisch: &#8220;Das ist simplifizierender Unsinn.&#8221;</p>
<p>Obendrein gebe es überhaupt keinen Grund, warum Chemikalien schlecht für die Umwelt sein sollen – das Gegenteil sei der Fall. Zwischen 1961 und 2010 sei die weltweit genutzte Landwirtschaftsfläche nur um 12 Prozent gewachsen, der Ertrag aber um 300 Prozent. Ohne den Einsatz von Chemikalien und neuen Technologien hätte es der doppelten Fläche von Südamerika bedurft, um diese Steigerung zu erreichen.</p>
<p>&#8220;Es gäbe heute keinen Regenwald am Amazonas mehr&#8221;, betont Lynas. &#8220;Auch keine Tiger in Indien und keine Orang-Utans in Indonesien. Daher weiß ich nicht, warum sich so viele Gegner des Einsatzes von Technologien in der Landwirtschaft als Umweltschützer bezeichnen.&#8221;</p>
<p><b>Greenpeace spielt Monsanto in die Karten</b></p>
<p>Ein großer Teil der Wut vieler Gentechnik-Gegner richtet sich weniger gegen die Technologie an sich als gegen ihren bekanntesten Vertreter, den Monsanto-Konzern. Und <a href="http://www.vanityfair.com/politics/features/2008/05/monsanto200805" target="_blank">es spricht auch vieles dafür</a>, dass es sich dabei um einen Laden handelt, dem man nicht über den Weg trauen kann.</p>
<p>Mark Lynas argumentiert, dass Greenpeace jedoch alles dafür tut, um Großkonzernen ein Quasi-Monopol auf Gentechnik zu sichern. Die Kosten für Zulassungsverfahren gentechnisch veränderter Produkte seien mittlerweile so astronomisch, dass sie sich kein normales Unternehmen leisten könne, zumal der Ausgang der Verfahren natürlich ungewiss sei. Das System, das von den Monsanto-Gegnern mit installiert wurde, helfe also vor allem Monsanto.</p>
<p>Eine Alternative sei eine Art Open-Source-System wie in der Software-Branche. Vieles wird offengelegt und gemeinsam weiterentwickelt, sodass sich auch Kleinstunternehmen beteiligen können. Dafür brauche es aber massive Deregulierung und sinkende Kosten.</p>
<p><b>&#8220;Es gibt viele vollkommen natürliche Gifte&#8221; </b></p>
<p>Mark Lynas erklärt die Gentechnik-Debatte für beendet. &#8220;Wir müssen nicht mehr darüber diskutieren, ob es sicher ist. In den vergangenen 15 Jahren wurden mehr als 3 Billionen gentechnisch veränderte Mahlzeiten gegessen und es hat nie einen fundierten Anhaltspunkt für Schäden gegeben. Es ist wahrscheinlicher, dass man von einem Asteroiden getroffen wird als dass man durch Gen-Food geschädigt wird.&#8221;</p>
<p>Während es noch keine bekannten Todesfälle auf der Basis von Gentechnik gebe, seien in Deutschland vor rund zwei Jahren mehr als 50 Menschen nach dem Verzehr von Bio-Sojasprossen an EHEC gestorben und weitere 3500 Personen hätten Nierenschäden davongetragen. Dabei hätten sie geglaubt, sich besonders gesund zu ernähren.</p>
<p>&#8220;Wenn man die Situation ohne Vorurteile betrachtet, basiert ein Großteil der Debatte über ökologischen Anbau und Biotechnologie auf einem naturalistischen Trugschluss – dem Glauben, dass alles Natürliche gut ist und alles Künstliche schlecht. Dies ist ein Trugschluss, da es sehr viele vollkommen natürliche Gifte und Todesarten gibt, wie die Verwandten der EHEC-Opfer Ihnen bestätigen werden.&#8221;</p>
<p><b>&#8220;Unmoralisch und unmenschlich&#8221;</b></p>
<p>Ökologische Landwirtschaft biete zwar viele gute Techniken, die für den Umweltschutz sehr effektiv seien, beispielsweise Mischkulturen, Nährstoff-Recycling und den Fokus auf Artenvielfalt. Aber sie stehe im Weg, wenn sie Innovationen verhindert. Zum Beispiel könnten viele gentechnisch veränderte Feldfrüchte der dritten Generation auf umweltschädliche Chemikalien verzichten, weil die Pflanzen sich selbst vor Schädlingen schützen. &#8220;Warum ist das nicht ökologisch?&#8221;, fragt Lynas.</p>
<p>Eine friedliche Koexistenz der unterschiedlichen landwirtschaftlichen Nutzungsformen sei gefragt. Jeder habe das Recht, auf Gentechnik zu verzichten. Aber niemand sollte sie anderen grundsätzlich verbieten können. Dies sei angesichts der vielen hungernden und unterernährten Kinder auf der Welt unmoralisch und unmenschlich – besonders aus dem Westen heraus, wo niemand unter Vitamin-A-Mangel und ähnlichen Problemen leide.</p>
<p>&#8220;Greenpeace ist eine Organisation mit 100 Millionen Dollar Umsatz pro Jahr&#8221;, so Lynas. &#8220;Damit gehen moralische Verpflichtungen einher wie bei jedem anderen großen Unternehmen.&#8221;</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Ich persönlich würde mir an diesem Punkt noch kein Urteil erlauben. Mark Lynas als gekauften Ketzer abzutun, ist allerdings schäbig, und der Mann ist glaubwürdig genug, um seine Einschätzung der wissenschaftlichen Fakten sehr ernst zu nehmen.</p>
<p>Auf jeden Fall scheint es mir, dass Gentechnik sehr unterschiedliche Formen annehmen kann und man nicht alle potenziellen Anwendungen über einen Kamm scheren sollte. Fundamentalismus ist selten eine zielführende Haltung.</p>
<p>Greenpeace muss aufpassen, in dieser Frage nicht zu sehr dem religiösen Eifer zu verfallen, wie es den Tierschützern (und einigen anderen) ab und zu unterläuft. Ich bin jedenfalls nicht besonders angetan von der einseitigen Informationspolitik, die zwar sicher hilft, Leute und Geld zu mobilisieren, aber nicht zur sachlichen Aufklärung dient.</p>
<p>Bis auf weiteres halte ich es daher mit einem Kommentator auf der Website von Mark Lynas:</p>
<p>&#8220;Wow, das mindeste, was man sagen kann ist, dass Mark hilft, Landwirtschaft wieder faszinierend zu machen… Benutzt es als Anlass, um Euch selbst zu informieren. Je mehr man darüber liest, desto faszinierender wird es, weil es sehr kompliziert ist und so viele Bereiche unseres täglichen Lebens beeinflusst. Toller Vortrag!&#8221;</p>
<p><strong>Nachtrag 27.01.2013:</strong></p>
<p>Die Diskussion geht natürlich weiter. Die &#8220;Union of Concerned Scientists&#8221; hat <a title="UCS Antwort auf Lynas" href="http://blog.ucsusa.org/science-dogma-and-mark-lynas/" target="_blank">hier</a> auf Lynas geantwortet. Daraufhin hat dieser <a href="http://www.marklynas.org/2013/01/response-to-ucs-science-dogma-and-mark-lynas/" target="_blank">hier</a> reagiert.</p>
<p>Bildquelle: <a title="istockphoto rmarschall" href="http://www.istockphoto.com/user_view.php?id=4436815" target="_blank">rmarschall</a></p>
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		<title>Erstes Wolfsrudel in Niedersachsen: Politik riskiert Konflikte</title>
		<link>https://www.wildes-leben.de/2012/08/erstes-wolfsrudel-in-niedersachsen-politik-riskiert-konflikte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Axel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Aug 2012 18:58:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Westen Deutschlands hat sich zum ersten Mal seit rund 150 Jahren wieder ein Wolfsrudel angesiedelt. Auf dem Truppenübungsplatz Munster in der Lüneburger Heide (zwischen Hamburg und Hannover in Niedersachsen) wurden kürzlich drei Welpen geboren, von denen es sogar schon rare Filmaufnahmen gibt: www.tagesschau.de/inland/woelfe106.html Es handelt sich nach Angaben der &#8220;Wolfsregion Lausitz&#8221; um das 16. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2012/08/NABU_Karkow_schafherde_q.jpg"><img data-attachment-id="616" data-permalink="https://www.wildes-leben.de/2012/08/erstes-wolfsrudel-in-niedersachsen-politik-riskiert-konflikte/nabu_karkow_schafherde_q/" data-orig-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2012/08/NABU_Karkow_schafherde_q.jpg" data-orig-size="400,400" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;11&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Klemens Karkow&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon EOS-1D Mark II&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1177076370&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;NABU \/ K.Karkow&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;17&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.00285714285714&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}" data-image-title="NABU_Karkow_schafherde_q" data-image-description="" data-image-caption="&lt;p&gt;Schafherde&lt;/p&gt;
" data-medium-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2012/08/NABU_Karkow_schafherde_q.jpg" data-large-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2012/08/NABU_Karkow_schafherde_q.jpg" loading="lazy" class="size-thumbnail wp-image-616 alignleft" alt="Schafherde" src="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2012/08/NABU_Karkow_schafherde_q-200x200.jpg" width="200" height="200" srcset="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2012/08/NABU_Karkow_schafherde_q-200x200.jpg 200w, https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2012/08/NABU_Karkow_schafherde_q.jpg 400w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a></p>
<p>Im Westen Deutschlands hat sich zum ersten Mal seit rund 150 Jahren wieder ein Wolfsrudel angesiedelt. Auf dem Truppenübungsplatz Munster in der Lüneburger Heide (zwischen Hamburg und Hannover in Niedersachsen) wurden kürzlich drei Welpen geboren, von denen es sogar schon rare Filmaufnahmen gibt:</p>
<p><a title="Tagesschau-Beitrag" href="http://www.tagesschau.de/inland/woelfe106.html" target="_blank">www.tagesschau.de/inland/woelfe106.html</a></p>
<p>Es handelt sich <a href="http://www.wolfsregion-lausitz.de/verbreitung/verbreitung-in-deutschland" target="_blank">nach Angaben der &#8220;Wolfsregion Lausitz&#8221;</a> um das 16. Rudel, das sich in Deutschland angesiedelt hat (Stand Juli 2012). Die anderen 15 sind in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt zuhause. <span id="more-614"></span></p>
<p>Nun kam es, wie es kommen musste: die Wölfe stießen bei der Nahrungssuche auf eine Schafherde <a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/niedersachsen-wolf-reisst-vier-heidschnucken-a-850155.html" target="_blank">und bedienten sich</a>. Vier Tiere sollen dabei gerissen worden sein. Grundsätzlich ein normaler Vorgang, der aber gleich wieder in den Medien breitgetreten wird und in bestimmten Kreisen für Alarmstimmung sorgt.</p>
<p><b>Reich gedeckter Tisch: 1,6 Millionen Schafe</b></p>
<p>Nun muss man sich um den Schafbestand in Deutschland keine Sorgen machen, denn laut Statistischem Bundesamt werden hier <a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2012/01/PD12_012_413.html" target="_blank">mehr als 1,6 Millionen</a> von ihnen gehalten. Dem stehen wahrscheinlich deutlich weniger als 100 Wölfe entgegen. Auch die Besitzerin der vier gerissenen Schafe kommt nicht zu Schaden: Sie erhält Ausgleichszahlungen vom Land Niedersachsen.</p>
<p>Das Problem ist hier ein anderes: Die Wölfe könnten feststellen, wie leicht eine weitgehend unbewachte Schafsherde geplündert werden kann, und diese Art der Nahrungsbeschaffung gegenüber der mühsamen Jagd nach frei lebendem Wild vorziehen. Das wäre auf die Dauer nicht nur ärgerlich für die Schafe und ihre Besitzer, sondern würde auch die Anti-Wolfslobby wieder massiv auf den Plan rufen.</p>
<p>Ignoranz und Vorurteile gegenüber den Wölfen sind immer noch so weit verbreitet, dass feindlich gesonnene Teile der Jägerschaft und der Landwirtschaft die dauerhafte Rückkehr der Tiere noch erheblich sabotieren könnten.</p>
<p><b>Keine Unterstützung beim Herdenschutz</b></p>
<p>Dabei wäre die Lösung relativ einfach: Das Land Niedersachsen – und andere Bundesländer, die noch nichts Vergleichbares haben – müssten ihre Wolfsmanagementpläne nur an das Niveau der weiter fortgeschrittenen Länder – z.B. Sachsen – anpassen.</p>
<p>Die Staatssekretärin im Umweltministerium, Ulla Ihnen, feiert das neue Rudel zwar praktisch schon als Geburt der Landesregierung: <a href="http://www.umwelt.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=2147&amp;article_id=107728&amp;_psmand=10" target="_blank">&#8220;Der Wolf ist in Niedersachsen willkommen&#8221;</a>, beteuert sie. Auf der Basis des niedersächsischen Wolfskonzeptes und des Kooperationsvertrages zwischen dem Land Niedersachsen und der Landesjägerschaft werde seine natürliche Rückkehr von den Wolfsberatern und der Landesjägerschaft &#8220;begleitet&#8221;.</p>
<p>Beim WWF hält man diese Begleitung allerdings nicht für ausreichend. Die Organisation kritisiert, dass es in Niedersachsen keine Zuschussmöglichkeiten für den Herdenschutz gibt. Darüber hinaus sei das Wolfskonzept &#8220;vage und unpräzise&#8221;, unter anderem seien Zuständigkeiten nicht klar definiert.</p>
<p><b>All-you-can-eat-Büffets für den Wolf</b></p>
<p>&#8220;Diese kurzsichtige Herangehensweise ist extrem problematisch&#8221;, <a href="http://www.wwf.de/2012/august/all-you-can-eat-fuer-niedersachsens-woelfe/" target="_blank">bemängelt Janosch Arnold</a>, Referent für Europäische Großsäuger beim WWF. &#8220;Jede ungeschützte Herde ist ein <i>All-you-can-eat</i>-Büffet für den Wolf. Haben sich die Tiere erst einmal auf einfach zu erbeutende Schafe und Ziegen spezialisiert, werden die Konflikte zunehmen. Womöglich nimmt zugleich die Akzeptanz für die Wölfe in der Bevölkerung ab.&#8221;</p>
<p>Ziel eines vorausschauenden Wolfs-Managements müsse es sein, erst gar nicht in diese Konflikt-Spirale zu geraten. Niedersachsen habe den Vorteil, dass es aus den Erfahrungen in <a href="http://www.wolfsregion-lausitz.de/allgemeines-woelfe-und-nutztiere" target="_blank">Sachsen</a> oder <a href="http://www.lugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.310418.de" target="_blank">Brandenburg</a> lernen könne. Diese Chance müsse jedoch von der Landespolitik auch genutzt werden.</p>
<p>Effektive Maßnahmen zum Herdenschutz sind keine Hexerei; sie müssen nur wieder eingeführt werden, nachdem die Schäfer wegen der Ausrottung der Wölfe zuletzt 150 Jahre darauf verzichten konnten. <a href="http://www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten/woelfe/herdenschutz/" target="_blank">Herdenschutzhunde und vernünftige Zäune</a> sind die beliebtesten Maßnahmen.</p>
<p>Wer sich für den Schutz der Wölfe interessiert, findet nähere Infos bei folgenden Organisationen:</p>
<p><strong>Nabu</strong><br />
<a href="http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/wolf" target="_blank">www.nabu.de/aktionenundprojekte/wolf</a></p>
<p><strong>WWF</strong><br />
<a href="http://www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten/woelfe/neue-alte-heimat" target="_blank">www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten/woelfe/neue-alte-heimat</a></p>
<p><strong>BUND</strong><br />
<a href="http://www.bund.net/themen_und_projekte/artenschutz/saeugetiere/wolf" target="_blank">www.bund.net/themen_und_projekte/artenschutz/saeugetiere/wolf</a></p>
<p><strong>Wolfsregion Lausitz</strong><br />
<a href="http://www.wolfsregion-lausitz.de" target="_blank">www.wolfsregion-lausitz.de</a></p>
<p><strong>Landesjägerschaft Niedersachsen</strong><br />
<a href="http://www.wildtiermanagement.com/wildtiere/haarwild/wolf" target="_blank">www.wildtiermanagement.com/wildtiere/haarwild/wolf</a></p>
<p>Foto: Klemens Karkow / <a title="Aktion &quot;Willkommen Wolf&quot;" href="https://www.nabu.de/aktionenundprojekte/wolf/" target="_blank">Nabu </a></p>
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		<title>Nationalpark Sächsische Schweiz: Zu viel Natur?</title>
		<link>https://www.wildes-leben.de/2011/11/nationalpark-sachsische-schweiz-elbsandsteingebirge-natur/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Axel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 14:02:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Sächsische Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Schandau]]></category>
		<category><![CDATA[Böhmische Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Elbsandsteingebirge]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalpark]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[wandern]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist schon äußerst skurril, wenn nicht gar beunruhigend, dass inzwischen sehr viele Leute die menschlich gestaltete Landschaft für natürlicher halten als die Natur selbst. Urlauber besuchen Regionen wie den Bayerischen Wald, die Müritz und die Sächsische Schweiz bekanntlich deshalb, weil dort noch die meiste Natur vorhanden ist. Der Grundsatz der Nationalparks, &#8220;Natur Natur sein [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_schmilka_elbsandsteingebirge_carolafelsen.jpg"><img data-attachment-id="549" data-permalink="https://www.wildes-leben.de/2011/11/nationalpark-sachsische-schweiz-elbsandsteingebirge-natur/nationalpark_saechsische_schweiz_schmilka_elbsandsteingebirge_carolafelsen/" data-orig-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_schmilka_elbsandsteingebirge_carolafelsen.jpg" data-orig-size="581,331" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;4&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;HDR-XR500VE&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1316876666&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;5.5&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0166666666667&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}" data-image-title="nationalpark_saechsische_schweiz_schmilka_elbsandsteingebirge_carolafelsen" data-image-description="&lt;p&gt;Nationalpark Sächsische Schweiz, Blick vom Carolafelsen bei Schmilka&lt;/p&gt;
" data-image-caption="" data-medium-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_schmilka_elbsandsteingebirge_carolafelsen-500x284.jpg" data-large-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_schmilka_elbsandsteingebirge_carolafelsen.jpg" loading="lazy" class="alignleft size-thumbnail wp-image-549" style="margin: 5px 10px;" title="Nationalpark Sächsische Schweiz, Blick vom Carolafelsen bei Schmilka" src="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_schmilka_elbsandsteingebirge_carolafelsen-200x200.jpg" alt="Nationalpark Sächsische Schweiz, Blick vom Carolafelsen bei Schmilka" width="200" height="200" /></a>Es ist schon äußerst skurril, wenn nicht gar beunruhigend, dass inzwischen sehr viele Leute die menschlich gestaltete Landschaft für natürlicher halten als die Natur selbst.</p>
<p>Urlauber besuchen Regionen wie den Bayerischen Wald, die <a title="Besuch im Nationalpark Müritz" href="http://www.wildes-leben.de/2010/06/mueritz-ost-der-unbemerkte-nationalpark/" target="_blank">Müritz</a> und die Sächsische Schweiz bekanntlich deshalb, weil dort noch die meiste Natur vorhanden ist. Der Grundsatz der Nationalparks, &#8220;Natur Natur sein lassen&#8221;, macht vielen Einheimischen dennoch Angst. Sie haben sich so sehr an die aufgeräumten Stangenwälder und sterilen Agrarlandschaften des 20. Jahrhunderts gewöhnt, dass ihnen umgefallene Bäume und gelegentlich <a title="Bundesamt für Naturschutz über wandernde Wölfe" href="http://www.bfn.de/0401_pm.html?&amp;cHash=4758c42541&amp;tx_ttnews[backPid]=1&amp;tx_ttnews[tt_news]=4030" target="_blank">umherwandernde Naturhunde (Wölfe)</a> offenbar peinlich sind. So viel Natur, wie sie ein Nationalpark zulässt, können die Urlauber ja nun auch wieder nicht wollen, glaubt man wohl. <span id="more-546"></span></p>
<p>Dass diese Sorge komplett unbegründet ist, konnte ich am letzten Septemberwoche wieder in der <a title="Nationalpark Sächsische Schweiz" href="http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de" target="_blank">Sächsischen Schweiz</a> beobachten. Auf den Straßen des Nationalparks drängelte sich eine Blechlawine, die es mit dem Berufsverkehr einer Großstadt aufnehmen konnte. An den Kreuzungen der Wanderwege rund um Schmilka und Bad Schandau sammelten sich teilweise große Menschentrauben. Bis zum späteren Nachmittag war es schwierig, überhaupt einen Schritt ohne Begleitung zu gehen.</p>
<p><strong>Attraktive Alternative: Böhmische Schweiz</strong></p>
<p>Kein Wunder, dass die <a title="Studie als PDF" href="http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/scripts/doczs1gdWd5wZIgw/377/schriftenreihe_heft_6_web.pdf" target="_blank">Studie über den wirtschaftlichen Nutzen des Nationalparks</a> zu dem Ergebnis kommt, man solle bei der Weiterentwicklung doch mehr auf Qualität als auf Quantität der Angebote setzen. Schon jetzt generiert der Nationalpark Sächsische Schweiz übrigens Einkommen für rund 600 Personen.</p>
<p>Empfehlenswert ist ein Besuch trotz der vielen Menschen auf jeden Fall. An sonnigen Tagen, wenn der Andrang zu groß wird, kann man gleich außerhalb des Nationalparks im Landschaftsschutzgebiet einige schöne Wanderwege finden, auf denen wenig los ist – beispielsweise südlich von Königstein rund um das Bielatal. Auch im angrenzenden tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz scheint es entspannter zuzugehen, weil sich die Wanderer auf mehr Raum verteilen.</p>
<p>Nicht zuletzt kann man den Massen entgehen, wenn man erst am Nachmittag startet und die Zeit bis zur Dunkelheit nutzt. In der Dämmerung ist es sowieso am schönsten, und die Tiere kommen langsam aus ihren Löchern.</p>
<p><a href="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_elbsandsteingebirge_lampertsstein.jpg"><img data-attachment-id="551" data-permalink="https://www.wildes-leben.de/2011/11/nationalpark-sachsische-schweiz-elbsandsteingebirge-natur/nationalpark_saechsische_schweiz_elbsandsteingebirge_lampertsstein/" data-orig-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_elbsandsteingebirge_lampertsstein.jpg" data-orig-size="600,270" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;3.4&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;HDR-XR500VE&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1316800974&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;5.5&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0166666666667&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}" data-image-title="nationalpark_saechsische_schweiz_elbsandsteingebirge_lampertsstein" data-image-description="&lt;p&gt;Elbsandsteingebirge südlich von Königstein, Blick vom Lampertsstein&lt;/p&gt;
" data-image-caption="" data-medium-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_elbsandsteingebirge_lampertsstein-500x225.jpg" data-large-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_elbsandsteingebirge_lampertsstein.jpg" loading="lazy" class="alignleft size-medium wp-image-551" style="margin: 10px;" title="Elbsandsteingebirge südlich von Königstein, Blick vom Lampertsstein" src="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_elbsandsteingebirge_lampertsstein-500x225.jpg" alt="Elbsandsteingebirge südlich von Königstein, Blick vom Lampertsstein" width="500" height="225" srcset="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_elbsandsteingebirge_lampertsstein-500x225.jpg 500w, https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_elbsandsteingebirge_lampertsstein.jpg 600w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a></p>
<p style="clear: left;"><strong>Nicht nur Natur im Angebot</strong></p>
<p>Wer im Elbsandsteingebirge wandern möchte, ist mit der <a title="Topografische Karte des Elbsandsteingebirges" href="http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/service/service/karten-und-buecher/" target="_blank">topografischen Karte des Landesvermessungsamts Sachsen</a> gut bedient. Sie hat den Vorteil, dass man sich selbst seine idealen Wanderstrecken zusammenstellen kann. Das erfordert natürlich etwas Zeit, lohnt sich aber. Darüber hinaus hat das Nationalparkzentrum in Bad Schandau eine Reihe von Büchern im Angebot, die sich aber alle nicht an ungeduldige Kurzurlauber wie mich richten.</p>
<p><a href="http://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_elbsandsteingebirge_schmilka_heilige_stiege.jpg"><img data-attachment-id="552" data-permalink="https://www.wildes-leben.de/2011/11/nationalpark-sachsische-schweiz-elbsandsteingebirge-natur/nationalpark_saechsische_schweiz_elbsandsteingebirge_schmilka_heilige_stiege/" data-orig-file="https://www.wildes-leben.de/wp-content/uploads/2011/11/nationalpark_saechsische_schweiz_elbsandsteingebirge_schmilka_heilige_stiege.jpg" data-orig-size="336,600" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;3.4&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;HDR-XR500VE&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1316875617&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;5.5&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.01&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}" data-image-title="nationalpark_saechsische_schweiz_elbsandsteingebirge_schmilka_heilige_stiege" data-image-description="&lt;p&gt;Nationalpark Sächsische Schweiz bei Schmilka, Heilige Stiege&lt;/p&gt;
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<p>Ein Besuch im Elbsandsteingebirge ist also empfohlen. Am besten erzählt man dabei überall herum, dass man wegen des Nationalparks gekommen ist. Wenn das genug Urlauber tun, wird den Vernunftverweigerern vielleicht der Wind aus den Segeln genommen. Verfechter des aufgeräumten Waldes können sich dann einfach mal entspannen und echte Natur kennenlernen – allerdings sind das oft die Leute, die sowieso nicht vor die Tür gehen, weil sie angeblich keine Zeit haben (&#8220;Das ist ja nur was für Touristen&#8221;, so die Aussage eines Einheimischen im Bayerischen Wald).</p>
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		<title>Tausche neue Straßen gegen Tier- und Menschenleben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Axel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 21:15:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Grünbrücken]]></category>
		<category><![CDATA[Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Wiedervernetzung]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt wenige Themen, bei denen Naturschützer, Jäger und der ADAC an einem Strang ziehen. Es kann sich nur um ein massenkompatibles Vorhaben handeln, wenn sowohl der Baumfreund als auch der BMW-Fahrer und der Waffenliebhaber auf ihre Kosten kommen. Da sollte dann auch die Unterstützung der Politik keine Frage sein. Denkt man. Aber das Thema [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt wenige Themen, bei denen Naturschützer, Jäger und der ADAC an einem Strang ziehen. Es kann sich nur um ein massenkompatibles Vorhaben handeln, wenn sowohl der Baumfreund als auch der BMW-Fahrer und der Waffenliebhaber auf ihre Kosten kommen. Da sollte dann auch die Unterstützung der Politik keine Frage sein.</p>
<p>Denkt man.</p>
<p><span id="more-536"></span></p>
<p>Aber das Thema <a title="BUND über Wiedervernetzung" href="http://www.bund.net/index.php?id=6494" target="_blank">Wiedervernetzung</a> wirkt erstens ziemlich abstrakt und hat zweitens wohl einen derart grünen Anstrich, dass es selbst vom Automobilklub nicht weit genug aus der Öko-Ecke gezerrt werden kann, um konservative Politiker zu begeistern. Und so steht in der kommenden Woche eine im wahrsten Sinne des Wortes wegweisende Entscheidung an, die von den Medien kaum beachtet wird, obwohl sie so massenkompatibel ist.</p>
<p><strong>Ohne Grünbrücken kein Artenschutz</strong></p>
<p>Am Montag, 10. November 2011, berät der Haushaltsausschuss des Bundestages abschließend darüber, ob Geld für das &#8220;Bundesprogramm Wiedervernetzung&#8221; zur Verfügung gestellt wird. Dieses Programm soll ein Ziel der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt umsetzen: &#8220;Bis zum Jahre 2020 gehen von den bestehenden Verkehrswegen in der Regel keine erheblichen Beeinträchtigungen des Biotopverbundsystems mehr aus. Die ökologische Durchlässigkeit von zerschnittenen Räumen ist erreicht.&#8221;</p>
<p>Die Vorteile sind einerseits ökologischer Natur: Das Artensterben kann nur gestoppt werden, wenn einzelne Arten nicht in immer enger werdenden &#8220;Verkehrsinseln&#8221; eingeschnürt werden. Bei Rotwild in Schleswig-Holstein wurden laut Nabu bereits Missbildungen festgestellt, die auf einen zu kleinen Genpool zurückzuführen sind. Nicht zuletzt zeigen aber auch die vielen überfahrenen Wölfe, die sich gerade erst wieder in Deutschland ansiedeln, wie dramatisch das Problem für den Erhalt der biologischen Vielfalt ist.</p>
<p><strong>Auch Menschenleben stehen auf dem Spiel</strong></p>
<p><a title="Mitteilung des Verkehrsministeriums" href="http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/45883.php" target="_blank">Auch die Autofahrer vom ADAC</a> sitzen ausnahmsweise mit im Boot, weil ihnen die vielen Wildunfälle Sorgen bereiten. Sie erhoffen sich durch Grünbrücken und eine sinnvollere Planung bei Straßenbauvorhaben schlichtweg weniger Verkehrstote. Auch ein nobles Anliegen.</p>
<p>Wenn man ein aufrechter Industriepolitiker ist, reicht das aber noch nicht als Argumentation. Weder Tier- noch Menschenopfer werden da gescheut, um verfügbare Gelder lieber komplett in neue Straßen zu investieren, als in Grünbrücken oder ausgefeilte Streckenplanungen. Daher ist die positive Berücksichtigung durch den Verkehrsausschuss offenbar alles andere als sicher.</p>
<p>Wer die Wiedervernetzung durch den Bau neuer Grünbrücken unterstützen möchte, kann sich an <a title="Unterschriftenaktion des BUND" href="https://www.bund.net/index.php?id=6913" target="_blank">dieser Unterschriftenaktion des BUND beteiligen</a>. Das Hinzufügen eines kurzen persönlichen Statements ist sicherlich sinnvoll, um zu zeigen, dass man sich mehr Gedanken gemacht hat als nur einen Link anzuklicken.</p>
<p>Ein interessantes Treffen der Wiedervernetzungsexperten gab es übrigens auch beim Deutschen Naturschutztag 2010 in Stralsund. Einen kleinen Bericht <a title="DNT 2010: Der harte Kern der Wiedervernetzler" href="http://www.wildes-leben.de/2010/10/dnt-2010-tag-4-der-harte-kern-der-wiedervernetzler/" target="_blank">gibt es hier</a>.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Die Bundesregierung beschloss im Februar 2012, rund 180 Millionen Euro für 93 Grünbrücken bereitzustellen. Die Pressemitteilung dazu <a href="http://www.bmu.de/bmu/presse-reden/pressemitteilungen/pm/artikel/gruenbruecken-bringen-nutzen-fuer-mensch-und-tier/" target="_blank">gibt es hier</a>.</p>
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