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	<title>Wildview</title>
	
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	<description>Abenteuer Natur(schutz)fotografie</description>
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		<title>Magische Orte 04.05.2012</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 01:26:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die gefährdetste Ökoregion in Brasilien ist nicht etwa der tropische Regenwald, sondern die Savanne. Diese offenere Landschaftsform war für die ersten Siedler die das heutige Brasilien formten leichter zugänglich als die dichten Wälder des Amazonas. Wir sind im Bundesstaat &#8220;Mato Grosso de Sul&#8221; in Zentralbrasilien. Die Region ist so groß wie Deutschland. Die Hauptstadt heißt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die gefährdetste Ökoregion in Brasilien ist nicht etwa der tropische Regenwald, sondern die Savanne. Diese offenere Landschaftsform war für die ersten Siedler die das heutige Brasilien formten leichter zugänglich als die dichten Wälder des Amazonas. Wir sind im Bundesstaat &#8220;Mato Grosso de Sul&#8221; in Zentralbrasilien. Die Region ist so groß wie Deutschland. Die Hauptstadt heißt &#8220;Campo Grande&#8221;, was soviel wie &#8220;großes Feld&#8221; bedeutet. Ein wirklich treffender Name, denn als wir mit einem gemieteten Auto die Stadt verlassen müssen wir den für uns gängigen Masstab von bewirtschafteten Feldern nach oben korrigieren. Rechts und links der Straße ziehen sich Maisfelder bin zum Horizont, und unzählige Zebu Rinder grasen auf den Weiden. Bis zu jenem Tag, an dem sie auserkoren werden den stetig steigenden Hunger der Menschheit nach Fleisch stillen zu helfen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/05/09/magische-orte-04-05-2012/brasilien-mato-grosso-do-sul-bonito-rinder/" rel="attachment wp-att-1173"><img class="aligncenter size-full wp-image-1173" title="Brasilien, Mato Grosso do Sul, Bonito, Rinder" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/05/Magische-Orte-016.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Die Zahlen die ich vernommen habe schwanken zwischen 16 und 27 Millionen Rindern allein hier in &#8220;Matto Grosso de Sul&#8221;. Nach der Fülle an unberührter Natur im intakten Teil Amazoniens muss ich mich erst wieder an diese Art der Realität gewöhnen. Eigentlich ist es hier wie bei uns zu Hause &#8211; kultiviertes Land allerorten. Natur hat Inselcharakter. Trotzdem gibt es einen markanten Unterschied. Es Leben nur etwas zwei Millionen Menschen in diesem Bundesstaat. Bei soviel Fläche und so wenig Einwohnern sollte man eigentlich erwarten, dass für Alle genug zum ordentlichen Leben vorhanden ist. Weit gefehlt. Die Welt ist nicht fair. Dies lässt sich auch hier sehr leicht erkennen. Noch viele Kilometer außerhalb von &#8220;Campo Grande&#8221; sehen wir unzählige Baracken die sich am Straßenrand aufreihen. Aus Wellblech, Holzresten und Plastikplanen notdürftig zusammengezimmert, fristen hier die &#8220;Sem Terra&#8221; (Landlosen) ein menschenunwürdiges Dasein. Sie sind &#8211; wie die Favela Bewohner der Grossstädte (Elendsviertel), die Verlierer der aufstrebenden brasilianischen Konsumgesellschaft. Die Menschen wurden zumeist von ihrem angestammten aber nicht verbrieften Land von Rinderbaronen vertrieben. Deren Grund übersteigt nicht selten die Größe unserer heimischen Landkreise. Eine krasse ungleiche Verteilung von Wohlstand und Landbesitz, die zwangsläufig zu grossen sozialen Problemen und Spannungen führt und in ganz Brasilien bis heute ungeklärt ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Unser Ziel ist die kleine Stadt &#8220;Bonito&#8221; die sich selbst als Hauptstadt des Ökotourismus preist. Zumindest in Ansätzen wird hier bewiesen, das man mit Naturschätzen auch schonend umgehen kann. Das hier vorherrschende natürliche Landschaftsbild ist die &#8220;Cerrado&#8221; eine Baumsavanne. Diese wird ergänzt durch dichte saisonal laubabwerfenden Wälder. Trotz der intensiven Landnutzung sehen wir immer wieder Korridore der natürlichen Vegetation. Diese sorgen auch heute noch für eine Fülle an Artenvielfalt. Besonders die Vogelwelt ist hier in reichlichen Farbtönen vertreten.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/05/09/magische-orte-04-05-2012/brasilien-mato-grosso-do-sul-bonito-tukan/" rel="attachment wp-att-1174"><img class="aligncenter size-full wp-image-1174" title="Brasilien, Mato Grosso do Sul, Bonito, Tukan" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/05/Magische-Orte-017.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Angetan haben es uns die Tukane die mit ihren riesigen gelben Schnäbeln recht leicht im Gewirr der Zweige auszumachen sind. Für unser Fotoprojekt von besonderem Interesse sind zwei kleine Naturwunder die von &#8220;Bonito&#8221; aus touristisch vermarktet werden. Als wir in Amazonien die Aras über uns wegfliegen sahen freuten wir uns zwar über deren Anblick, so richtig in Fotoposition haben wir sie aber nicht bekommen. Etwa fünfzig Kilometer außerhalb von &#8220;Bonito&#8221; sorgt ein Zufall in der Geologie dafür, das wir diese wunderschönen Vögel doch noch fotogen vor die Linse bekommen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/05/09/magische-orte-04-05-2012/brasilien-mato-grosso-do-sul-bonito-aras/" rel="attachment wp-att-1175"><img class="aligncenter size-full wp-image-1175" title="Brasilien, Mato Grosso do Sul, Bonito, Aras," src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/05/Magische-Orte-020.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Die Aras fühlen sich im Tropenwald genauso wohl wie in der Savanne. Hier ist eine riesige Doline entstanden &#8211; ein über hundert Meter tiefes Loch im Sandstein. Unterirdische Wasserströme haben im tiefer gelegenen Kalkstein, im Laufe von Millionen Jahren, das Material erodiert und Höhlensysteme geschaffen. Diese sind dann irgendwann durch die Last des darüber liegenden Sandsteins eingestürzt. Um die Doline herum sind einige Hektar natürliche Vegetation erhalten. Somit ist der Besitzer des Landes in der glücklichen Situation hier ein privates Naturschutzgebiet zu etablieren, das nicht nur vom Staat unterstützt wird, sondern durch zahlende Besucher auch noch reichlich Gewinn abwirft.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/05/09/magische-orte-04-05-2012/brasilien-mato-grosso-do-sul-bonito-aras-2/" rel="attachment wp-att-1176"><img class="aligncenter size-full wp-image-1176" title="Brasilien, Mato Grosso do Sul, Bonito, Aras," src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/05/Magische-Orte-024.jpg" alt="" width="640" height="426" /></a></p>
<p>In den rostroten Sandstein Klippen der Doline nisten Dutzende farbenprächtige rote Aras, die den Einsturzkrater mit lauten Gekreische und allerlei waghalsigen Flugmanövern erfüllen. Bis zu vierzig Brutpaare haben hier ihre Heimat. Die Vögel suchen sich einen Partner mit dem sie dann in der Regel den Rest ihres bis zu sechzig Jahre langen Lebens verbringen. Besonders imposant sind die Massenstarts die den Himmel mit rotblauen Farbtupfern sprenkeln. Dies ist einer jener Orte der sich in meinem Gedächtnis in der Kategorie &#8220;magisch&#8221; ein Plätzlein sichern und unvergessen bleiben wird.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/05/09/magische-orte-04-05-2012/brasilien-mato-grosso-do-sul-bonito-aras-3/" rel="attachment wp-att-1177"><img class="aligncenter size-full wp-image-1177" title="Brasilien, Mato Grosso do Sul, Bonito, Aras," src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/05/Magische-Orte-019.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Doch es sollte noch spektakulärer werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bisher haben wir in Brasilien zwei Arten von Flüssen kennen gelernt. Das Schwarzwasser wie im Rio Negro und das helle Weißwasser des Amazonas. Nun wollen wir einen Klarwasser Fluss erkunden. Das Quellgebiet des &#8220;Rio de Prata&#8221; (Silberfluss) ist umgeben von einem Rest uralten Galeriewaldes mit mächtigen Lianen und dicken Wurzeln. Hier gibt es einen Quelltopf an dem durch Kalkstein gepresstes Grundwasser an die Oberfläche dringt. Der karstige Untergrund filtert das Wasser wodurch es absolut kristallklar wird. Jetzt kommt zum ersten Mal mein Unterwassergehäuse zum Einsatz, welches ich mir extra für die Umsetzung von &#8220;Naturwunder Erde&#8221; gekauft habe. Hier im flachen Gewässer kann ich wunderbar üben mit den Funktionen des Teiles klarzukommen. Nachdem wir von unserem Guide eingewiesen wurden wie wir uns zu verhalten haben schnorcheln wir los. Wichtig ist das wir mit unseren Füßen den sandigen Grund des Flusses nicht berühren um durch aufwirbelnde Sedimente das Wasser nicht zu verunreinigen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/05/09/magische-orte-04-05-2012/brasilien-mato-grosso-do-sul-bonito-klarwasser-rio-da-plata/" rel="attachment wp-att-1178"><img class="aligncenter size-full wp-image-1178" title="Brasilien, Mato Grosso do Sul, Bonito, Klarwasser, Rio da Plata" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/05/Magische-Orte-022.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Schon der erste Blick mit der Taucherbrille unter das Wasser ist spektakulär. Alles ist glasklar sichtbar. Es ist als Blicke man in ein riesiges Aquarium. Eben standen wir noch im von Vogelgezwitscher erfüllten, üppig grünen Urwald und plötzlich befinden wir uns in einer stummen aber bunten, türkis-grünen Unterwasserwelt. Im Wasser liegen umgestürzte Baumstämme und Büsche, die unzähligen Fischchen mit ihrem Geäst Schutz vor grösseren Raubfischen bieten. Im offenen Wasser schwimmen Forellengrosse &#8220;Piraputingas&#8221; mit ihren schwarzorange gestreiften Schwanzflossen. Sie sind die am häufigsten anzutreffende Fischart, zumindest was die größeren Tiere betrifft. Am Grunde wühlen Karpfenähnliche &#8220;Curimbatá&#8221; im Schlamm nach Nahrung. Immer wieder sehe ich die bis zu einem Meter langen goldgelben &#8220;Dourados&#8221; in der Stroemung stehen &#8211; der größte Raubfisch und Herrscher dieses Habitats. Langsam gleiten wir über leuchtend grüne Wasserpflanzen-Teppiche hinweg die sich mit felsigen und sandigen Untergrund abwechseln. Je nach Sonneneinstrahlung verändert sich die optische Wahrnehmung dieser Welt unter Wasser. An einer Stelle sehen wir einen großen Schwarm &#8220;Curimbatas&#8221;.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/05/09/magische-orte-04-05-2012/brasilien-mato-grosso-do-sul-bonito-klarwasser-rio-da-plata-2/" rel="attachment wp-att-1179"><img class="aligncenter size-full wp-image-1179" title="Brasilien, Mato Grosso do Sul, Bonito, Klarwasser, Rio da Plata" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/05/Magische-Orte-023.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Es muss sich um eine für die Fische angenehme Strömung handeln, denn als wir die Strecke ein weiteres Mal durchschwimmen sind sie ebenfalls hier. Faszinierend wirken auch die fast gänzlich schwarz gefärbten &#8220;Pacús&#8221;. Sie sind Fruchtfresser und haben eine fast runde abgeflachte Körperform. Mit ihrem Nussknacker-Gebiss können sie dicke Samen öffnen. So sorgen sie dafür das Planzen auch auf dem Wasserweg Verbreitung finden. Irgendwann erreichen wir den eigentlichen Hauptfluss der deutlich kälter ist und durch seine Wassertiefe und die mit geschwemmten Sedimente eine viel geringere Sicht zulässt. Gespenstergleich stehen die Fische hier schon in zwei Metern kaum noch sichtbar im milchigen Wasser. Eine kurze Bootsfahrt im Abendlicht lässt die überhängenden Zweige der großen Bäume in weiches Abendlicht tauchen. Das Boot wird durch einen leise surrenden Elektromotor angetrieben. Kleine Äffchen klettern durchs Geäst und Vögel flattern über uns hinweg. Für einige Augenblicke kann man vergessen, das schon wenige hundert Meter entfernt die endlose Monotonie moderner Agrarwirtschaft das Landschaftsbild prägt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Etwas westlich von Bonito liegt die &#8220;Serra de Bodoquena&#8221;, eine bergige Region in der ca. 70.000 Hektar Waldland geschützt sind. Wir haben das Glück das der Leiter des Nationalparks sich einen ganzen Tag Zeit für uns nimmt um uns die Gegend zu zeigen. Luis hat sich bei Ihm nach intakten Savannen Landschaften erkundet und er erklärte sich bereit uns diese zu zeigen. Wir fahren in seinem Geländewagen auf holprigen Schotterpisten entlang des westlichen Endes des Waldes. In den Park selbst kann man nicht. Er ist eine reine Wildnis ohne Wege oder touristische Einrichtungen. Wir passieren auch hier viel landwirtschaftlich genutzte Fläche. In dem hügeligen Gelände fällt die Landnutzung aber viel extensiver aus als im flachen Land. Die Landschaft wirkt auf mich sehr Naturnah, obwohl auch hier immer wieder Rinder zwischen den Palmen und Gewächsen der Baumsavanne glotzen. Es wird schon fast Abend als wir eine Abbruchkante erreichen. Hinter uns steigt ein fast voller Mond über die bewaldeten Berghänge, und vor uns blicken wir in eine endlos wirkende Ebene. Auf den ersten Blick erscheint das Land bewaldet. Doch bei genauerem hinsehen erkannt man, dass die Bäume eher klein sind und es sich hier um eine Baumsavanne handelt. Das Land auf welches wir blicken ist indigenes Gebiet.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/05/09/magische-orte-04-05-2012/brasilien-mato-grosso-do-sul-bonito-cerrado-savanne/" rel="attachment wp-att-1180"><img class="aligncenter size-full wp-image-1180" title="Brasilien, Mato Grosso do Sul, Bonito, Cerrado Savanne" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/05/Magische-Orte-018.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Zumindest in dem für uns sichtbaren Bereich haben die Indios ihre Heimat im natürlichen Zustand belassen. Es sind nur wenige Minuten die uns zum fotografieren bleiben. Ein knallroter Sonnenball verschwindet über dem Horizont und kurze Zeit später breitet die Nacht ihr schwarzes Tuch über der Welt.</p>
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		<title>Blicke in die Ewigkeit (Teil 2)    24.04.2012</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 06:29:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Tropischer Regenwald]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Wanderung durch den Tropenwald bedarf zuerst mal der richtigen, inneren Einstellung. Wer sich vor Hitze, Feuchtigkeit, Schmutz und körperlicher Anstrengung scheut, der wird hier ganz gewiss keine Freude haben. Doch, wenn man all diese Dinge als kleinen Einsatz ansieht, den man aushalten kann, dann wird einem die Faszination eines der spannendsten Lebensräume unseres Planeten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Wanderung durch den Tropenwald bedarf zuerst mal der richtigen, inneren Einstellung. Wer sich vor Hitze, Feuchtigkeit, Schmutz und körperlicher Anstrengung scheut, der wird hier ganz gewiss keine Freude haben. Doch, wenn man all diese Dinge als kleinen Einsatz ansieht, den man aushalten kann, dann wird einem die Faszination eines der spannendsten Lebensräume unseres Planeten offenbar.</p>
<p>Ein kleiner Fetzen Plastik hängt vor uns am Ufer in den Zweigen und zeigt den Platz für das Basislager. Von hier aus haben schon einige Gruppen Wissenschaftler den Weg auf die Tafelberge gestartet. Auch wir schlagen hier unser Lager auf. Wie viele Menschen diese Tour vor uns gemacht haben, ist nicht bekannt. Allzu viele waren es sicherlich nicht. Unsere drei brasilianischen Freunde schlafen traditionell in Hängematten die von einer großen Plastikplane überspannt sind, welche den Regen abhalten soll. Damit habe ich mich nie anfreunden können. Irgendwie erscheint mir die Hängematte als zu offen, so das ich aus psychologischen Gründen lieber auf das klassische Zelt zurückgreife. Doch, der Waldboden ist uneben und durchzogen mit Wurzelgeflechten, so das es gar nicht einfach ist, überhaupt einen geeigneten Zeltplatz zu finden. Ich beginne damit eine Stelle von Ästen und Wurzeln zu säubern, als plötzlich eine Handtellergroße Vogelspinne aus einem Astloch plumpst und mir schier das Herz stehen bleibt. Warum reagieren wir nur so überaus ängstlich gegenüber diesen Tieren?</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/27/blicke-in-die-ewigkeit-teil-2-24-04-2012/blick-teil-1-004/" rel="attachment wp-att-1156"><img class="aligncenter size-full wp-image-1156" title="Blick Teil 1 004" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-1-004.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Na ja, wirklich hübsch sind sie nicht. Als mir Luis erzählt, dass sie trotz ihrer vielen Augen fast blind sind, legt sich die Panik. Ich beginne im letzten Tageslicht eine genauere Inspektion dieser faszinierenden Tierart. Wir sehen insgesamt noch zwei weitere, große Vogelspinnen. Eine Art war sogar noch größer als Diese hier, trotzdem ging der Erkenntnis der Ungefährlichkeit immer ein gewaltiger Schreckensmoment voraus.</p>
<p>In dieser Nacht regnet es über einen Zeitraum von mehreren Stunden. Am nächsten Morgen entdecken wir, dass die Wassermenge unser kleines Boot zum absaufen gebracht hat und einige Kanister mit Benzin abgetrieben wurden. Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns zuerst einmal den Fluss abwärts treiben zu lassen, um die Kanister wieder einzusammeln. Zum Glück war klar, dass dies bei den vielen querliegenden Baumstämmen nur eine Frage der Zeit sein würde, bis die Ausreißer eingesammelt werden konnten und einer sicheren Rückreise zum großen Schiff nichts mehr im Wege stehen würde.</p>
<p>Später folgen wir einem kleinen Pfad durch den Wald. Schwere Trekking-Schuhe vermitteln mir ein Gefühl der Sicherheit auf teils uneinsichtigem Grund. Lange, leichte Kleidung schützt mich vor Insekten und der Hut hält in erster Linie den Schweiß davon ab, mir in Sturzbächen ins Gesicht zu laufen. Die ersten fünf Kilometer marschieren wir noch durchs flache Land. Wir haben das eigentliche Gebirge noch nicht erreicht. Der Waldboden ist fast völlig frei von Humus. Er besteht aus einer schlackigen Masse Sand, welche belegt, wie Nährstoffarm die Böden im Amazonas Regenwald sind. Einer der Gründe, warum es so fatal ist, diese Wälder zu zerstören. Mit dem Entfernen der Bäume fehlen auch die Nährstoffe, die nachwachsende Pflanzen mit Energie versorgen. Immer wieder blitzen Farbkleckse im Unterholz auf. Da es keine Jahreszeiten gibt, blühen die Pflanzen sehr unregelmäßig. Es ist immer wieder schön, verschiedenste Blüten zu entdecken. Ins Staunen versetzt mich die Vielfalt an Pilzen die hier am Waldboden oder an totem Gehölz ihren Lebensraum hat.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/27/blicke-in-die-ewigkeit-teil-2-24-04-2012/blick-teil-2-007/" rel="attachment wp-att-1157"><img class="aligncenter size-full wp-image-1157" title="Blick Teil 2 007" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-2-007.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Kaum eine Form und Farbe die sich die Natur nicht ausgedacht hat. Doch die eigentlichen Herrscher des Dschungels sind die Insekten. Heerscharen von Ameisen durchwandern diesen Lebensraum. Unzählige Lebensformen, ob mit zwei oder zweihundert Füßen, mit zwei oder vielen Flügeln, voller Stacheln und bestückt mit Klauen. Sie Alle erfüllen hier ihre wichtige Aufgabe in unzähligen Kreisläufen dieses Systems.</p>
<p>Nach einigen Stunden beginnt der Aufstieg. Der Pfad folgt einem kleinen Flüsslein, welcher uns mit seinem Verlauf wohl den Weg auf den Gipfel weisen wird. Als es dunkel wird, schlagen wir unser Nachtlager in der Nähe des Baches auf. Mein GPS Gerät verrät uns, dass wir es bis auf eine Höhe von 400 m geschafft haben. Die Hochebene erwarten wir so bei tausend Metern. Dies sollte eigentlich am kommenden Tag zu schaffen sein.</p>
<p>Es gibt nichts Erhabeneres als nach einem langen Wandertag in ständig nasser, verschwitzter Kleidung seinen Hintern ins erfrischende Nass eines Baches tauchen zu können. Wenn man sich nach der Wäsche dann in trockene Kleidung hüllt, fühlt man sich wie neugeboren. Die Nudeln in Soße schmecken daraufhin, wie es köstlicher nicht sein könnte. Viele der Tiere im Regenwald sind nachtaktiv. Wenn nach der &#8211; durch die Äquatornähe, schnell einsetzenden Dunkelheit der Tag für uns zu Ende geht, beginnt im Wald ein Großteil der Aktivitäten. Dementsprechend ist auch zu diesem Zeitpunkt die Geräuschkulisse. Luis kommt kaum zur Körperpflege. Was sich allein alles um unser natürliches Waschbecken herum tummelt, lässt ihn erst  einmal verzückt zur Kamera greifen. Mit dem Makroblitz werden dann Wasserspinnen, Frösche und Kröten dokumentiert, bevor das eigentliche Badevergnügen beginnen kann.</p>
<p>Um sechs Uhr geht die Sonne auf. Nach einem kurzen, spartanischen Frühstück packen wir zusammen und machen uns weiter an den Aufstieg. Immer wieder passieren wir große Geröllbrocken, die sich im Laufe der Zeit aus der Steilwand gelöst haben müssen. Sie sind meist mit Pflanzen verschiedenster Art überwachsen. Imposant sind die oft meterlangen Wurzeln, die den Stein umschließen und solange wachsen, bis sie sich im Boden verankern.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/27/blicke-in-die-ewigkeit-teil-2-24-04-2012/blick-teil-2-014/" rel="attachment wp-att-1158"><img class="aligncenter size-full wp-image-1158" title="Blick Teil 2 014" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-2-014.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Gegen Mittag wird es richtig steil. Wir befinden uns auf einer Höhe von ca. 800 Metern. Große Bäume gibt es hier nicht mehr. Die Vegetation hat sich sichtbar verändert. Flechten und Farne, die bisher nicht vorkamen, wachsen hier an den Steilhängen. Es ist eher Gebüsch als Wald, was in dieser Umgebung überlebensfähig ist. Besonders unsere brasilianischen Freunde, die barfuß oder mit Badeschlappen unterwegs sind freuen sich hier über die befestigten Seile, welche von den Vorgängerexpetitionen zurückgelassen wurden. Dann kommt der Moment auf den wir schon so lange gewartet haben. Der erste freie Ausblick auf die Weite des Regenwaldes. Es ist zwar nur ein kleines Fenster zwischen den Zweigen hindurch- aber, was wir dort sehen, lässt uns den Atem stocken und gibt uns eine Vorfreude darauf, was wir in den kommenden Tagen von den Abbruchkanten des Tepuis (Tafelberg) zu sehen bekommen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/27/blicke-in-die-ewigkeit-teil-2-24-04-2012/blick-teil-2-016/" rel="attachment wp-att-1160"><img class="aligncenter size-full wp-image-1160" title="Blick Teil 2 016" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-2-016.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a><a href="http://www.wildview.de/2012/04/27/blicke-in-die-ewigkeit-teil-2-24-04-2012/blick-teil-2-015/" rel="attachment wp-att-1159"><br />
</a></p>
<p>Eine riesige dunkle Wolkenwand trägt Wassermassen heran die sich momentan noch im flachen Land abregnen, uns aber alsbald erreicht haben wird. Es erwischt uns in der Tat genau auf der freien Fläche kurz vor dem endgültigen Erreichen der Hochebene. Da man nicht nasser als nass werden kann, laufen wir einfach weiter. Die Vegetation hier oben ist völlig anders als unten im Wald. Gräser, Kakteen und allerlei Gebüsche durchziehen die zerklüfteten Flächen des fast ebenen Berges.</p>
<p>Es schüttet aus Kübeln als ich plötzlich auf einer Fläche mit sandigen Untergrund etwas allzu Merkwürdiges wahrnehme. Eine fast fünf Zentimeter hohe Wasserfläche hat sich durch den Regen gebildet und darin glotzen mich zwei kleine Krebse an. Krebse auf einem Tafelberg in 1000 Metern Höhe mitten im Regenwald? Ich bin fasziniert! Durch den starken Regen traue ich mich aber nicht die Kamera rauszunehmen um ein Foto von den Gesellen zu machen. Wohl auch, weil ich recht erschöpft bin. Dies habe ich später bitter bereut, denn es sollte das einzige Mal sein, dass ich die Krebse zu Gesicht bekomme. Später wieder in Manaus berichtet uns Carlos, ein Biologenfreund von Luis, der uns diesen Trip auch empfohlen hatte, dass er bei seiner Expedition diese Tiere auch gesehen hatten und es sich wohl um eine bisher unbekannte Spezies handeln muss. Aber, da weder er damals &#8211; noch ich hier im Regen, ein Foto geschossen haben, bleibt sie wohl weiterhin unbenannt. Für die Krebse ist das wohl eher ein Segen.</p>
<p>Die Hängematten unserer Freunde finden einen Ort zum Hängen in einem kleinen Taleinschnitt. Durch ihn verläuft ein Bach, der bei unserer Ankunft durch den starken Regen zum rauschenden Fluss angeschwollen ist. Am Ende der Schlucht verschwindet er durch ein Loch im Boden, um irgendwo am Rande des Berges wieder zum Vorschein zu kommen. Hier wachsen sogar einige richtige Bäume, an denen sich die Hängematten leicht befestigen lassen. Nur einen ebenen Platz für ein Zelt gibt es nicht. Etwa zweihundert Meter oberhalb der Schlucht sehen wir eine kleine Geröll-Fläche, die frei von Vegetation ist und sich zum Zelten zu eignen scheint. Sobald der Regen aufgehört hat, machen wir uns an die Errichtung unseres Schlafplatzes. Die Sonne bricht durch die sich auflösenden Wolken und taucht unsere Umgebung in klare Farben und Formen. Wir legen alles triefend Nasse auf den Pflanzen zum Trocknen aus und befreien den künftigen Zeltplatz von allzu spitzem Untergrund. Das Zelt steht an einer schönen Stelle, wo wir sogar, wenn wir uns auf die Zehenspitzen stellen, einen Blick auf die Weiten des Waldes erhaschen können. Doch so richtig Freude haben wir an diesem Platz nicht. Als wir am nächsten Morgen aus dem Zelt kriechen, fallen uns zuerst die endlosen Reihen von Termiten auf, die sich unter, an und auf unserem Zelt bewegen. Als Luis sich dann von seiner Isomatte erhebt, sehen wir die Ameisen innerhalb unseres Zeltes. Durch die Körperbewegung in der Nacht hat sich der dünne Zeltboden (eine Plane hatten wir dummerweise nicht) aufgeraut. Durch dutzende kleiner Löcher kamen nun die fleißigen Ameisen auf der Suche nach was auch immer. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als uns einen anderen Ort zum schlafen zu suchen. Wer will sich schon sein Bett mit hunderten von Besuchern teilen. Der einzige wirklich freie Platz war eine Sandfläche, die, wie ich bei der Ankunft unschwer beobachten konnte, bei Regen völlig überschwemmt wurde. Da wir keine andere Wahl hatten, haben wir unser Zelt trotzdem dort aufgeschlagen und dann in klassischer Handarbeit mit Zuhilfenahme einer Machete und einem Stück Wurzel einen klassischen Burggraben um unser Reich gezogen. Nach zwei Stunden waren wir zwar fix und fertig &#8211; aber auch stolz auf unser Bauwerk. Insgeheim konnten wir es gar nicht erwarten zu erleben, ob unsere Konstruktion auch in der Lage war, den Wassermassen Paroli zu bieten. Ironischerweise sollte es bis zu unserem Abstieg ein paar Tage später keinen richtig starken Regen mehr geben, so dass wir diese Frage nie beantwortet bekamen.</p>
<p style="text-align: center;"> <a href="http://www.wildview.de/2012/04/27/blicke-in-die-ewigkeit-teil-2-24-04-2012/blick-teil-2-005/" rel="attachment wp-att-1161"><img class="aligncenter size-full wp-image-1161" title="Blick Teil 2 005" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-2-005.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Ansonsten war die Zeit auf dem Tafelberg eine Ansammlung von unvergesslichen Eindrücken. Wir haben drei Standorte ausgemacht, die uns Ausblicke verschafften, die man kaum in Worte fassen kann. Wir durften auf einen Wasserfall blicken, der unweit von unserem Standpunkt fast vierhundert Meter in die Tiefe fällt. An manchen Stellen ist die Steilwand so waagrecht abgefallen, das wir praktisch genau oberhalb der Baumkronen auf den grünen Teppich blickten. Am erhabensten war jedoch der Anblick benachbarter Tafelberge, wie sie sich aus dem endlos erscheinenden Meer an Bäumen erheben.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/27/blicke-in-die-ewigkeit-teil-2-24-04-2012/blick-teil-2-017/" rel="attachment wp-att-1162"><img class="aligncenter size-full wp-image-1162" title="Blick Teil 2 017" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-2-017.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Dies durften wir über einen Zeitraum von mehreren Tagen erleben. Zu fast allen möglichen Wetterbedingungen und Lichtstimmungen. Der Blick auf einen Teil unserer Erde, der noch nicht von Menschen aus dem Gleichgewicht gebracht wurde. Doch was unterscheidet dieses grüne, von Leben strotzende Meer aus Wald und Wasser von dem Anfangs erwähnten Meer aus Hochhäusern und  Straßen in Sao Paulo, in dem wir Menschen leben? Die Natur befindet sich im Gleichgewicht und weiß genau wie viel Geben und Nehmen nötig ist,um sich zu erhalten. Die von Menschen gemachte Umgebung kann jedoch in ihrer momentanen Struktur nur existieren, wenn sie Raubbau an erstgenannten Lebensräumen betreibt. Diese werden dadurch mehr und mehr dezimiert und degradiert. Wir Menschen haben durch unseren modernen Lebenswandel die natürlichen Kreisläufe längst verlassen und vertrauen auf einer auf Wachstum basierenden Lebensweise. Doch wohin kann endloser Wachstum in einer endlichen Welt anders führen als in die Zerstörung? Momentan profitieren wir noch von der in Jahrmillionen angereicherten Fülle natürlicher Rohstoffe.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/27/blicke-in-die-ewigkeit-teil-2-24-04-2012/blick-teil-2-018/" rel="attachment wp-att-1163"><img class="aligncenter size-full wp-image-1163" title="Blick Teil 2 018" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-2-018.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Doch viel Spielraum bleibt nicht mehr. Schon heute lassen sich die Auswirkungen unseres unmäßigen Treibens an vielen Orten der Welt in Form von Klimaveränderungen und Artensterben eindeutig nachweisen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Land in dem ich mich gerade befinde. Brasilien gilt als eine der aufstrebenden Nationen auf unserer Erde. Ein beeindruckendes Wirtschaftswachstum lässt so manchen Fachmann in der Wirtschaft staunen. Doch worauf beruhen diese Zahlen und Entwicklungen? Auf nichts Anderem als der konsequenten Ausbeutung der natürlichen Rohstoffe dieses riesigen Landes. Zusätzlich mit all den parallel verlaufenden Entwicklungen, die damit einher gehen. Es gibt einige hundert Millionen Profiteure, die als neue Mittelschicht via TV Werbung zu braven Konsumenten geschult werden und viele Millionen, die weiterhin in Armut leben, weil das System keinen Platz für Alle hat. Kompletter Verlierer dabei ist immer die Natur. Leider haben es immer noch Viele nicht verstanden, dass letztendlich wir Alle die großen Verlierer sein werden, denn ohne vorhandene Lebensgrundlagen lässt sich einfach nicht überleben. Man kann zwar an der Börse mit Werten handeln, die frei erfunden sind &#8211; erfundene Grundnahrungsmittel und imaginäres Wasser halten uns aber nicht am Leben.</p>
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		<title>Blicke in die Ewigkeit  (Teil 1)     19.04.2012</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 20:42:43 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Blick fällt auf einen Dschungel der ganz besonderen Art.  Ein beständiger Geräuschpegel aus Rumpeln, Rauschen, Hämmern und Hupen dringt an mein Ohr und lässt ahnen, dass es sich hier in der Tat um einen extrem belebten Lebensraum handeln muss. Ich sitze im 24 Stock eines Appartements in der 18 Millionen Metropole Sao Paulo und sehe ein Meer an Häusern und Wolkenkratzern bis zum Horizont. Unter mir, am Eingang zur Straße steht ein Schlagbaum. Uniformierte Wächter sorgen dafür, dass nur diejenigen die Grenze zum Haus überschreiten, welche das Glück haben, zu den wirtschaftlich betuchteren der Gesellschaft zu gehören. Im Moment kuriere ich eine schwere Darminfektion aus und bin nicht undankbar in diesem Refugium die Vorzüge des gehobenen Lebens in Anspruch nehmen zu können. Wir sind auf dem Weg nach Zentralbrasilien und besuchen hier einen Studienkollege von Luis, der hier mit seiner Familie lebt und arbeitet. Ingwertee von &#8220;Allnatura&#8221; und Zwieback &#8211; ich hoffe die Kräfte kehren bald zurück. Zum Glück hat der Körper aber lange genug durchgehalten, um uns ein wirklich wunderbares Abenteuer erleben zu lassen. Ein Rückblick:</p>
<p>Ausgangspunkt ist das kleine Städtchen Barcelos am Ufer des Rio Negro, etwa vierhundert Kilometer nördlich von Manaus.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/26/blicke-in-die-ewigkeit-teil-1-19-04-2012/amazonien-brasilien-tropischer-regenwald-amazonas-rio-negro-3/" rel="attachment wp-att-1148"><img class="aligncenter size-full wp-image-1148" title="Amazonien, Brasilien, Tropischer Regenwald, Amazonas, Rio Negro," src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-1-012.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Knapp 20.000 Einwohner leben hier in einem Teil Amazoniens, der verglichen mit Bereichen im Osten und Süden noch als intakt bezeichnet werden kann. Die Menschen haben das Glück, von endlos scheinenden Rohstoffen umgeben zu sein.  Mit den richtigen Konzepten genutzt, sollte es hier problemlos möglich sein, ein Leben in Wohlstand für Alle zu schaffen. Doch Mamá unser Kapitän und Organisator der vor uns liegenden Expedition attestiert seinen Mitmenschen kaum Umweltbewusstsein. Gefischt und gejagt werde Alles, wessen man habhaft werden kann &#8211; nachhaltiges Handeln sei nicht bekannt. Die Götzen der Moderne und klares Zeichen des Fortschritts ist auch hier, wie fast überall auf der Welt, die Plastiktüte. Jedes noch so kleine Teil das man einkauft, wird in eine Plastiktüre eingewickelt. Wir ernten jedes Mal ungläubige Blicke, wenn man den Leuten klarmachen will, dass man die Tüte doch eigentlich gar nicht braucht. Wir sind nicht lange in Barcelos, doch der latente Rassismus gegen die Indigene Bevölkerung ist auch hier nicht zu übersehen. Nicht selten schwanken ältere Männer in Trainingshosen durch die Straße, die eindeutig der Indigenen Volksgruppe zugeordnet werden kann. Der Alkohol ist ein Teufel der &#8211; besonders an diesen Menschen &#8211; seine wahre, häßliche Fratze zeigt. Es ist traurig, gerade die Indios, die über Jahrtausende innerhalb der Wälder lebten ohne diese zu zerstören, gelten heute als rückständig und minderwertig. Mamá bestätigt uns, dass viele ihre indigenen Wurzeln verleugnen, weil sie sich derer schämen. Wenn diese Menschen wüssten, wie nötig unsere Erde die Weisheit der Naturverbundenheit fernab von Gier und Konsum heute nötig hätte, ich glaube. sie wären stolz auf Ihre Geschichte.</p>
<p>Stunde um Stunde kämpft der Motor von Mamás Schiff gegen die träge vor sich hinfließende Masse an schwarz gefärbtem Wasser an. Die Faszination liegt in der Gleichförmigkeit der Landschaft. Wo sonst auf der Welt bewegt man sich Tage durch eine Szenerie die sich praktisch nicht verändert. Hinter jeder Biegung des Araca Flusses wartet eine neue Kurve, die vom typischen Überschwemmungswald dieses Ökosystems flankiert wird.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/26/blicke-in-die-ewigkeit-teil-1-19-04-2012/amazonien-brasilien-tropischer-regenwald-amazonas-rio-negro-2/" rel="attachment wp-att-1147"><img class="aligncenter size-full wp-image-1147" title="Amazonien, Brasilien, Tropischer Regenwald, Amazonas, Rio Negro," src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-1-013.jpg" alt="" width="640" height="360" /></a></p>
<p>In der Regenzeit können diese Wälder bis zu sechs Monate unter Wasser stehen. Der Igapó, wie diese Waldart auch genannt wird, ist in dieser Zeit besonders Artenreich an Fischen. Zwischen den Wurzeln finden sie wohl einen sicheren Lebensraum und ausreichend Nahrung. Es gibt hier Pflanzenarten die monatelang unter Wasser ohne Sauerstoffzufuhr überleben können. Wie dieses Wunder funktioniert, ist bis heute ungeklärt. Hin und wieder passieren wir kleine Ortschaften in denen Menschen auf Basis der Selbstversorgung leben. Kleine Maniokfelder, der Fischreichtum der Flüsse und die Gaben des Waldes sichern ihr Überleben. Ansonsten findet der Kontakt zur Aussenwelt nur über den Fluß statt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/26/blicke-in-die-ewigkeit-teil-1-19-04-2012/amazonien-brasilien-tropischer-regenwald-amazonas-rio-negro/" rel="attachment wp-att-1146"><img class="aligncenter size-full wp-image-1146" title="Amazonien, Brasilien, Tropischer Regenwald, Amazonas, Rio Negro," src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-1-011.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Besonders die tropischen Sonnenuntergänge sind für uns in der Zeit auf dem großen Fluss ein Erlebnis. Gigantische Wolkenberge bauen sich während der meisten Nachmittage auf, die sich dann partiell über dem riesigen, flachen Land des Amazonas-Binoms entleeren. An den meisten Stellen der großen Flüsse bricht die Wasseroberfläche durch die Trägheit des Flusses nicht auf, so dass, ähnlich wie bei einem See zur Windstille, eine perfekte Spiegelung der Wolkenbilder mit der Kamera eingefangen werden kann. Wenn dann von Zeit zu Zeit eine Gruppe Papageien aus den Kronen der Bäume in den Himmel steigt und dabei mächtig krakeelt, läuft mir nicht selten eine kleine Gänsehaut den Rücken hinunter. Irgendwann passieren wir den Äquator und befinden uns für einige Tage auf der nördlichen Halbkugel unseres schönen Planeten.</p>
<p>Nach fünfzig Stunden ist Schluss für Mamás großes Schiff. Wir erreichen eine unscheinbare Stelle an der ein kleinerer Fluss sein braunes Wasser in den bisher von uns gefolgten Araca ergießt. Von nun an geht es auf dem offenen Motorboot weiter, welches bisher vom großen Schiff mitgezogen wurde. Ein Teil der Schiffscrew bleibt zurück. Nur die Gruppe, die mit uns die Besteigung unseres Zielgebirges in Angriff nehmen wird, kommt mit an Bord. Wir sind insgesamt fünf Personen. Von nun an sind wir den Elementen ungeschützt ausgeliefert. Dass es dann während unseres Rückweges über sieben Stunden lang aus vollen Kübeln regnen wird, ahnen wir momentan noch nicht. Die Fahrt im offenen Boot ist intensiv. Der Fluss ist zwischen fünf und fünfzehn Meter breit und schlängelt sich in endlosen Kurven durch den Wald. Nun sind wir diesem Lebensraum sehr nahe. Erstaunlich sind die vielen unterschiedlichen Baumarten, viele davon sind Palmen. Dass der Lauf der Flüsse sich durch die Strömung ständig verändert, sieht man an den vielen querliegenden Baumstämmen, die uns ein Vorwärtskommen sehr erschweren.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/26/blicke-in-die-ewigkeit-teil-1-19-04-2012/blick-teil-1-002/" rel="attachment wp-att-1145"><img class="aligncenter size-full wp-image-1145" title="Blick Teil 1 002" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-1-002.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Recht oft kommt die Kettensäge zum Einsatz um das schmale Boot an den Hinternissen vorbei oder drunten durch lenken zu können. Streifen wir Äste fallen nicht selten große und kleine Insekten ins Boot, was Luis als Spinnen-Fachmann sehr erfreut. Immer wieder hängen Baumriesen bedrohlich über den Fluss. Ihr Wurzelwerk wurde schon unterspült, doch die Zahlreichen Lianen, Würgefeigen und Gestrüpp anderer Pflanzen halten sie noch für einige Zeit aufrecht. Die Einzigen die sich scheinbar erfolgreich der Kraft des Wassers entgegenstellen sind Palmengruppen, die von der Strömung unbeeindruckt, mitten im Fluss weiter existieren. Die Vielfalt des Lebens ist beeindruckend. Der Tropenwald macht seinem Ruf als artenreichster Lebensraum der Erde alle Ehre. Obwohl wir mit unserem lauten Motor einen Heidenlärm verursachen, bekommen wir viele Tiere zu Gesicht.</p>
<p>Immer wieder huschen Eisvögel an uns vorbei. Sie sind blitzschnell und sehr erfolgreiche Jäger nach kleinen Fischen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/26/blicke-in-die-ewigkeit-teil-1-19-04-2012/blick-teil-1-008/" rel="attachment wp-att-1143"><img class="aligncenter size-full wp-image-1143" title="Blick Teil 1 008" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-1-008.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Dass wir am helllichten Tag Fledermäuse über uns flattern sehen, ist dann doch überraschend. Immer wieder blitzt das intensive Blau des Morphos durch die Vegetation. Dieser riesige Schmetterling offenbart seine Schönheit nur im Flug, wenn er seine Schwingen geöffnet hat. Libellen surren entlang der Sandbänke, Reiher sitzen in den Ästen, Raubvögel halten nach Beute Ausschau und sogar Affen konnten wir im Gewirr der Zweige erahnen. Doch immer wieder sind es die Papageien, die uns am meisten begeistern. Ganze Familienverbände flattern über unsere Köpfe hinweg. Durch den bewölkten Himmel, der auf dem Foto jegliche Farbe verhindert, zeichnen sich ihre gelben Körper und blauen Flügen aber meist nur als Silhouetten ab.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/26/blicke-in-die-ewigkeit-teil-1-19-04-2012/blick-teil-1-009/" rel="attachment wp-att-1144"><img class="aligncenter size-full wp-image-1144" title="Blick Teil 1 009" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-1-009.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Erst bei einer Überbelichtung von zwei bis drei Blenden-Stufen kann man etwas von der Schönheit der Tiere auf der Aufnahme wahrnehmen. Auffällig ist, das die Tiere meist als Paare unterwegs sind und praktisch ständig einen Höllenlärm machen.</p>
<p>Gegen Abend zieht dann über dem Fluss leichter Nebel auf und in dieser mystischen Stimmung erscheint unser Zielgebiet zum ersten Mal in unserem Blickfeld.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/26/blicke-in-die-ewigkeit-teil-1-19-04-2012/blick-teil-1-003/" rel="attachment wp-att-1142"><img class="aligncenter size-full wp-image-1142" title="Blick Teil 1 003" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Blick-Teil-1-003.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Es erheben sich steile Felswände vor uns in den Himmel.  Wir sind am Fusse des &#8220;Araca-Gebirges&#8221; angekommen. Bis zu 1200 Meter hohe Tafelberge erheben sich hier über dem ansonsten flachen Land des Amazonasbeckens. Ein idealer Ort um die Vielfalt dieses Ökosystems aus allen Perspektiven fotografieren zu können. Nun beginnt unser eigentliches Abenteuer.</p>
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		<title>Flussläufe 07.04.2012</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Apr 2012 18:20:36 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Während ich diese Zeilen schreibe, prasseln Wassermassen auf die Erde nieder wie wir es uns in Europa nur schwer vorstellen können. Es ist als wären oben im Himmel die Schleusen geöffnet worden um Noahs Arche möglichst schnell zum Einsatz zu bringen. Doch so schnell das Spektakel beginnt, so abrupt hört es wieder auf. Niederschlag in Amazonien zu erleben ist immer auch eine Wohltat &#8211; verspricht die niedergehende Wasserwand wohltuende Abkühlung zu schwül heißen Tropenalltag. Besonders hier in Manaus, der pulsierenden Millionenstadt im Herzen des größten Tropenwaldes der Erde, wo ein heißer Sommertag für Reisende zur echten Qual werden kann. Ich bin zusammen mit meinem Freund Luis im Greenpeace Büro in Manaus untergebracht, was uns den Vorteil einer komplett mit Internet und Telefon ausgestattet Basis verschafft. Luis spricht fliesend Portugiesisch und nutz geschickt seine vielen Kontakte aus Jahrelanger Umwelt- und Forschungsarbeit in Brasilien um uns einen möglichst reibungslosen Ablauf der kommenden acht Wochen zu organisieren. Gute Planung ist in einem Land wie Brasilen Gold wert, besonders wenn man das anspruchsvolle Thema &#8220;Tropenwald&#8221; als fotografische Aufgabe zu meistern hat. Ich freue mich nun endlich der Hauptarbeit meines neuen Projektes &#8220;Naturwunder Erde&#8221; widmen zu können und werde in den kommenden zwei Jahren versuchen ein möglichst vielseitiges Bild unseres wunderbaren Planeten zu erstellen. Nach Monatelanger Greenpeace-Vortragstour, endlosen Konzeptplanungen und vielen großen und kleinen Investitionen in eine gute Ausrüstung bin ich jetzt richtig heiß auf Abenteuer. Die Jagd nach den Motiven kann beginnen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/07/flusslaufe-07-04-2012/flusslaufe-002/" rel="attachment wp-att-1123"><img class="aligncenter size-full wp-image-1123" title="Flussläufe 002" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Flussläufe-002.jpg" alt="" width="640" height="426" /></a></p>
<p>Begonnen haben wir unsere Konzeptumsetzung mit einem Flug über den Tropenwald. Dies ist immer riskant, denn das Wetter und die Lichtsituation lassen sich nur schwer planen und einen Piloten zu finden der jederzeit Abrufbereit ist, den gibt mein Budget nicht her. Eine zweite oder gar dritte Chance ist nicht drin, also müssen die zwei Stunden eine möglichst hohe Ausbeute an guten Motiven bringen. Als wir um neun Uhr in der Früh am Bootssteg des kleinen Wasserflugzeuges ankommen, werden wir schon erwartet. Doch selbst der Pilot rät uns von einem frühen Flug ab, zu diesig und flau ist die Luft. Kontraste sind nicht zu erwarten. Also verabreden wir uns auf ein Uhr mittags was uns in eine vierstündige Wartephase bring die zur Tätigkeit des Fotografen dazugehört. Um die Mittagszeit haben sich dramatische Wolkenbänke aufgebaut, am Horizont sehen wir dunkle Gewitterwolken und sich abrechnende Wassermassen. Genau die Stimmung die man als Fotograf eigentlich gerne hätte. Doch dem Pilot ist die Wetterlage zu riskant, außerdem muss er ein Ersatzteil in den Motor-Raum einbauen, so das sich unser Abflug um zwei weitere Stunden auf fünfzehn Uhr verschiebt. Ich werde von Minute zu Minute unruhiger, denn die Regenschauer verschwinden nach und nach und machen einer fast geschlossenen Wolkendecke Platz. Mangels wirklichen Alternativen entscheiden wir uns zum Flug und hoffen auf halbwegs brauchbare Bedingungen.</p>
<p style="text-align: center;"> <a href="http://www.wildview.de/2012/04/07/flusslaufe-07-04-2012/flusslaufe-001/" rel="attachment wp-att-1124"><img class="aligncenter size-full wp-image-1124" title="Flussläufe 001" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Flussläufe-001.jpg" alt="" width="640" height="426" /></a></p>
<p>Unser erstes Ziel ist der Zusammenfluss vom Amazonas mit dem Rio Negro. Manaus ist recht Nahe an jenem Ort entstanden wo die zwei riesigen Flusssysteme sich vereinen und dabei besonders aus der Luft ein sehenswertes Schauspiel entsteht. Das schwarze Wasser des Rio Negro trifft auf das hellere Weißwasser des Amazonas. Dies führt zu spektakulären Verwirbelungen. Doch woher bekommen Flüsse ihre Farbe? Der Rio Negro wird gespeist von Zuflüssen aus den nördlichen Bergregionen. Starke Regenfälle waschen säurehaltige Stoffe (Huminsäuren) aus dem Wurzelfilz der Bäume und färben somit das Wasser. Dieses ist ansonsten klar, da die Bodenbeschaffenheit kaum Sedimente hervorbringt welche davongeschwemmt werden könnten. Im Schwarzwasser gibt es wegen des hohen Säuregehalts auch keine Stechmücken. Dies lässt den geneigten Naturfotografen aufhorchen, wollen wir uns doch in den kommenden zwei Wochen auf eine Expedition im Schwarzwasserland begeben. Der Amazonasfluss hingegen fließt über viele hundert Kilometer durchs Tiefland. Der Boden ist reich an Sedimenten, welche durch die Kraft des Wassers davon geschwemmtwerden um sich an der Mündung in den atlantischen Ozean zu entleeren. Diese Sedimente bestehen aus heller Erde und Sand, welche dem Wasser die helle aber trübe Konsistenz verschaffen.</p>
<p><a href="http://www.wildview.de/2012/04/07/flusslaufe-07-04-2012/flusslaufe-003/" rel="attachment wp-att-1125"><img class="aligncenter size-full wp-image-1125" title="Flussläufe 003" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Flussläufe-003.jpg" alt="" width="640" height="426" /></a></p>
<p>Unter uns breitet sich Manaus aus, eine Stadt die zu meiner Geburtszeit ein etwas größeres Dorf im endlosen Ozean des Waldes war. Bis heute hat sich die Anzahl der Bewohner explosionsartig vermehrt. Die erst vor kurzen eröffnete kilometerlange Brücke über den Rio Negro wird ihren Beitrag dazu leisten, die Region in den kommenden Jahren massiv zu verändern. Besonders die inzwischen zahlreichen Straßen die das Amazonasgebiet inzwischen durchschneiden sind eine große Gefahr für das zwar mächtige, aber sehr sensible Ökosystem. Ob unzählige Kleinbauern die sich mit etwas Land ihr Überleben sichern, Goldsucher die die Flüsse vergiften, Großgrundbesitzer die die Soja- und Rinderfront immer weiter in den Norden treiben um die Bedürfnisse unserer Überflussgesellschaft zu befriedigen, oder staatlich geförderte Staudamm-Projekte die zu Dutzenden geplant sind und riesige Landstriche überschwemmen, Ökosysteme ruinieren und indigene Stämme bedrohen &#8211; die Gefahren für das Amazonas Ökosystem sind so allumfassend das es einem schwindelig werden kann.</p>
<p><a href="http://www.wildview.de/2012/04/07/flusslaufe-07-04-2012/flusslaufe-004/" rel="attachment wp-att-1126"><img class="aligncenter size-full wp-image-1126" title="Flussläufe 004" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Flussläufe-004.jpg" alt="" width="640" height="426" /></a></p>
<p>Inzwischen fliegen wir über einen endlos erscheinenden Teppich aus Wald. Nur an den Flussrändern sehen wir noch vereinzelte Hütten von Siedlern, die hier ihren Alltag meistern. Kaum zu glauben das es inzwischen 24 Millionen Menschen in die eigentlich so lebensfeindliche  Amazonasregion gezogen hat. Dagegen nehmen sich die hundertsiebzigtausend Indios die sich auf unzählige kleine Volksgruppen verteilen fast nicht mal mehr als Minderheit aus. Wir fliegen über den artenreichsten Wald der Erde.</p>
<p><a href="http://www.wildview.de/2012/04/07/flusslaufe-07-04-2012/flusslaufe-007-2/" rel="attachment wp-att-1129"><img class="aligncenter size-full wp-image-1129" title="Flussläufe 007" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Flussläufe-0071.jpg" alt="" width="640" height="426" /></a><a href="http://www.wildview.de/2012/04/07/flusslaufe-07-04-2012/flusslaufe-005/" rel="attachment wp-att-1127"><br />
</a></p>
<p>Unzählige Tier und Pflanzenarten beherbergt dieses Binom. Eine Tatsache die man gerne verdrängt wenn es um die Vernichtung des Waldes geht. Man mag gar nicht darüber spekulieren wie viele Lebensformen abseits aller Schlagzeilen tagtäglich in den Flammen der globalen Urwaldvernichtung ein grausames Ende finden. Aus unserer ausgehängten Flugzeugtüre sehen wir unberührte Wälder bis zum Horizont. In solchen Momenten lassen sich die Probleme der Welt recht leicht verdrängen. Auch wenn das Licht alles andere als perfekt ist, gelingen dank moderner Digitaltechnik auch bei hohen Empfindlichkeitseinstellungen noch brauchbare Fotos.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/04/07/flusslaufe-07-04-2012/flusslaufe-006/" rel="attachment wp-att-1130"><img class="aligncenter size-full wp-image-1130" title="Flussläufe 006" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/04/Flussläufe-006.jpg" alt="" width="640" height="426" /></a></p>
<p>Als wir später über das größte Flussarchipel der Erde fliegen, die typischen langgezogenen Inseln inmitten des Rio Negros, tauchen warme Strahlen der Abendsonne das Land unter uns in helles Licht. In solchen Momenten lässt man sich als Naturfotograf gerne in die Vision einer intakten und gerechten Welt fallen und genießt einfach nur das &#8220;Hier und Jetzt&#8221;.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Auf dem “Irrweg”?    27.02.2012</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 11:56:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Vortragstour]]></category>
		<category><![CDATA[Buchenwald]]></category>
		<category><![CDATA[Greenpeace]]></category>
		<category><![CDATA[Greenpeace Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Minister Brunner]]></category>
		<category><![CDATA[Spessart]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie geht es eigentlich dem deutschen Wald? Ein Drittel der Landesfläche ist mit Wald bedeckt. Holz ist ein wichtiger Rohstoff der uns im Alltag in vielfältigster Weise dient. Im deutschen Forst wurde außerdem die Nachhaltigkeit erfunden. Kluge Menschen haben schon vor über 200 Jahren gemerkt, dass wenn wir unsere Wälder übernutzen, es irgendwann keine Bäume [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie geht es eigentlich dem deutschen Wald? Ein Drittel der Landesfläche ist mit Wald bedeckt. Holz ist ein wichtiger Rohstoff der uns im Alltag in vielfältigster Weise dient. Im deutschen Forst wurde außerdem die Nachhaltigkeit erfunden. Kluge Menschen haben schon vor über 200 Jahren gemerkt, dass wenn wir unsere Wälder übernutzen, es irgendwann keine Bäume mehr geben wird. Also wird seitdem in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern nur soviel eingeschlagen, wie gleichzeitig nachwachsen kann. Doch wie unterschiedlich „Nachhaltigkeit“ ausgelegt wird, zeigt sich momentan an vielen Fronten, an denen Umweltschützer und Forst- bzw. Industrieleute um das richtige Konzept der Waldnutzung ringen. Über 99% des deutschen Waldes stehen momentan in wirtschaftlicher Nutzung. Auf weniger als einem Prozent unserer Waldfläche erlauben wir der Natur wirklich Natur zu sein. Das ist jämmerlich wenig. Wenn es um Artenvielfalt geht können nur im ungenutzten Wald die natürlichen Kreisläufe uneingeschränkt existieren. Unzählige Studien bestätigen dies. Deshalb hat die Bundesregierung auch schon im Jahre 2007 die „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ beschlossen. Darin ist festgelegt, dass 10% der öffentlichen Wälder der Natur überlassen werden sollen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/02/27/auf-dem-irrweg/spessart-003/" rel="attachment wp-att-1109"><img class="aligncenter size-full wp-image-1109" title="Spessart  003" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/02/Spessart-003.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Umso mehr überrascht es zu hören, dass der bayerische Forstminister Herr Brunner von einem „Irrweg“ spricht, als er über die aktuelle Greenpeace Kampagne zum Schutz alter Buchenwälder Stellung nimmt. Seit Anfang des Monats läuft diese Kampagne bundesweit und findet im Moment im bayerischen Spessart als Vorort-Aktion statt. Bis zu fünfundzwanzig Aktivisten durchkämmen die Wälder des Spessarts auf der Suche nach über 140-jährigen Buchen. Diese werden gemessen, markiert und mit GPS Geräten deren Standort genau ermittelt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/02/27/auf-dem-irrweg/spessart-002/" rel="attachment wp-att-1110"><img class="aligncenter size-full wp-image-1110" title="Spessart  002" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/02/Spessart-002.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Die Arbeit soll dazu dienen, die ökologisch besonders wertvollen Wälder herauszufinden. Diese alten Wälder sollen die Grundlage kommender Schutzgebiete werden. Eigentlich hilft Greenpeace der Politik nur ihre eigenen Vorgaben besser umsetzen zu können. Doch der Sturm der Entrüstung ist wie gewohnt massiv. Die Lobby der Holzindustrie hat auch in Bayern weite Teile der Politik fest im Griff. Es ist im Spessart nicht anders als in anderen Teilen Deutschlands. Überall dort, wo längst überfällige Naturschutzprojekte angegangen werden, ist der Widerstand unglaublich heftig!! Rein rechnerisch wächst immer noch mehr Wald nach als wie eingeschlagen wird. Doch die Differenz nimmt von Jahr zu Jahr ab. Die Waldstrategie der Bundesregierung richtet sich mehr und mehr nach den Gewinninteressen der Holzindustrie und immer weniger nach Arten- und Umweltschutzerfordernissen. Seitdem mit der Biomasse ein klimafreundlicher Energieträger ausgemacht ist, wittern viele das große Geschäft. Holz in Energie umzuwandeln ist eine riesige Einnahmequelle. Doch, wer wirklich am „Klimaschutz“ Interesse hat, dem sollte klar sein, dass nur großflächige intakte Wälder auch wirkliche Helfer im Klimaschutz sind &#8211; nämlich als sogenannte &#8220;CO2-Senken&#8221;.</p>
<p style="text-align: center;">Greenpeace fordert, dass insgesamt 5% des deutschen Waldes (davon 10% des öffentlichen Waldes) wieder sich selbst überlassen wird. Damit bleiben immer noch 95% für den Menschen zur Nutzung übrig. Die Kampagne wird so lange weiter gehen, bis dieses Ziel erreicht ist und die Politik ihre selbstauferlegten Beschlüsse auch umsetzt. Einen kleinen Beitrag zum besseren Verständnis unserer Anliegen konnte ich leisten: Vergangenen Samstag habe ich &#8220;Europas wilde Wälder&#8221; in einem vollen Saal der Aschaffenburger Stadthalle gezeigt. Fast 300 Menschen haben dabei hoffentlich gespürt, dass Wald weit mehr ist, als ein Rohstoff der ausgebeutet wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Erosion 7.01.2012</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 13:46:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Erosion]]></category>
		<category><![CDATA[Kamelsafaris]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalpark weiße Wüste]]></category>
		<category><![CDATA[Sahara]]></category>
		<category><![CDATA[Weiße Wüste]]></category>

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		<description><![CDATA[Naturfotografen im Allgemeinen und ich im Besonderen sind hoffnungslose Träumer. Unser Herzblut fliest für Ästhetik, Schönheit, Form und Farbe. Ähnlich wie bei den Malern geht es letztendlich darum unsere Umgebung möglichst makellos und perfekt abzubilden. Eigentlich ist dies gar nicht so schwierig, denn Natur ist immer perfekt in Ausdruck und Gestaltung. Hat man mal ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Naturfotografen im Allgemeinen und ich im Besonderen sind hoffnungslose Träumer. Unser Herzblut fliest für Ästhetik, Schönheit, Form und Farbe. Ähnlich wie bei den Malern geht es letztendlich darum unsere Umgebung möglichst makellos und perfekt abzubilden. Eigentlich ist dies gar nicht so schwierig, denn Natur ist immer perfekt in Ausdruck und Gestaltung. Hat man mal ein Motiv entdeckt, überlegt sich der Maler seine Farbenwahl und der Fotograf wartet auf die richtige Lichtstimmung. Doch während der Maler im Rahmen der künstlerischen Freiheit auch mal ein störendes Detail weglassen kann ist der Fotograf dazu verdammt immer die Wirklichkeit auf den Chip zu bannen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/21/erosion-7-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-weia%c2%9fe-wui%c2%88ste/" rel="attachment wp-att-1098"><img class="aligncenter size-full wp-image-1098" title="AÌgypten, Sahara, WeiÃe WuÌste" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Weiße-Wüste-005.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>In den letzten Jahren habe ich das Gefühl einen Beruf zu haben, bei dem man mehr und mehr in einem Wettlauf mit der Zeit steht. Waren die Geschichten aus meiner Kindheit noch geprägt von Abenteurern welche die Geheimnisse unserer Erde erforschten, komme ich mir heute vor wie Einer der gar nicht schnell genug reisen kann um unverfälschte Natur noch in intaktem Zustand zu dokumentieren. Die Veränderungen auf unserer Erde sind so gewaltig das man immer Angst haben muss zu spät zu kommen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/21/erosion-7-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-weia%c2%9fe-wui%c2%88ste-2/" rel="attachment wp-att-1099"><img class="aligncenter size-full wp-image-1099" title="AÌgypten, Sahara, WeiÃe WuÌste" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Weiße-Wüste-002.jpg" alt="" width="640" height="360" /></a></p>
<p>Die „Weiße Wüste“ ist ein Nationalpark in Ägypten. Hier hatte ich, nachdem meine Fotos im Kasten waren das Gefühl gerade noch rechtzeitig gekommen zu sein. Ein Nationalpark dient im besten Fall der Erhaltung von Natur und dem Menschen als Ort der Erholung und Erfahrung. In vielen Ländern der Erde klaffen jedoch Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Dies bedeutet leider, dass die Ausweißung eines Schutzgebietes nicht gleichbedeutend ist mit dessen Erhaltung.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/21/erosion-7-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-weia%c2%9fe-wui%c2%88ste-4/" rel="attachment wp-att-1101"><img class="aligncenter size-full wp-image-1101" title="AÌgypten, Sahara, WeiÃe WuÌste" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Weiße-Wüste-007.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Die „Weiße Wüste“ ist ein wunderschöner Bereich der Sahara. Sie ist eine Erosionslandschaft an der Abbruchkante einer Platte die in eine tiefer gelegene Ebene übergeht. Millionen Jahre Erdgeschichte liegen hier wie ein offenes Buch vor dem Betrachter. Die Wüste war früher mal ein Ozean &#8211; unzählige versteinerte Muscheln und Korallen lassen keinen Raum für Zweifel. Es gibt Gesteinsschichten die sind aus purem Kalk, was der Region wohl auch ihren Namen gegeben hat. Durch die unterschiedliche Beschaffenheit der einzelnen Materialien konnten sich die Elemente in unvorstellbar langen Zeiträumen an ihnen abarbeiten. Dabei sind skurrile Formen entstanden die vielfältiger nicht sein können. Es fällt nicht schwer in Ihnen Pilze, Türmchen, Kugeln und vor Allem allerlei Getier zu entdecken. Ein magischer Ort der die Fantasie anregt und sich deshalb zunehmender Beliebtheit erfreut.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/21/erosion-7-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-weia%c2%9fe-wui%c2%88ste-5/" rel="attachment wp-att-1102"><img class="aligncenter size-full wp-image-1102" title="AÌgypten, Sahara, WeiÃe WuÌste" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Weiße-Wüste-003.jpg" alt="" width="640" height="640" /></a></p>
<p>Heute sind es schon 50.000 Besucher im Jahr die sich von diesem Schauspiel anlocken lassen. Diese sorgen für eine rapide Beschleunigung dessen, wozu die Natur Jahrtausende benötigt, nämlich dem endgültigen Erodieren und Verschwinden dieser Schönheit. Für die Menschen der Region sind die Besucher zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. Viele verdienen sich ihren Lebensunterhalt als Jeepfahrer oder Begleiter von Kamelsafaris durch die Wüste. Daran ist auch absolut nichts Falsch. Der Haken ist, das es keine Regeln gibt, bzw diese nicht beachtet werden. Unzählige Fahrspuren auf der sensiblen, oft nur wenige Millimeter dicken Erdkruste treiben mich nicht selten in den Totalfrust.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/21/erosion-7-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-weia%c2%9fe-wui%c2%88ste-6/" rel="attachment wp-att-1103"><img class="aligncenter size-full wp-image-1103" title="AÌgypten, Sahara, WeiÃe WuÌste" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Weiße-Wüste-009.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Es gibt Regionen im Park die sind durch Reifen und Schuhwerk komplett zertrampelt. Für die meisten Besucher scheinen nur die großen Erosionstürme zu zählen. Die fragile Schönheit im Detail des Wüstenbodens nehmen wohl nur die Wenigsten war. Es hat den Anschein, dass die lokalen Fahrer geradezu nach unzerstörten Bereichen suchen. Kaum einer lenkt sein Gefährt durch vorhandene Spuren. Selten war mir die Divergenz im Anspruch meiner eigenen Arbeit als „Naturschutzfotograf“ so bewusst wie hier. Auf der Suche nach unbeschädigten Motiven habe ich mich nicht selten an Positionen begeben die danach klar und deutlich durch meine Anwesenheit geprägt waren. Jeder Schritt hinterlässt Spuren, die oft über Jahre sichtbar sind. Doch solange selbst die im Park beschäftigten Ranger völlig konzeptlos mit ihren Jeeps über alles drüber brettern was sich ihnen in den Weg stellt habe ich nur ein begrenzt schlechtes Gewissen. Eine Attraktion dieser Art lässt sich auf nachhaltige Weise nur mit Besucherlenkung, klaren Regeln und strengen Strafen bei Nichtbeachtung erhalten. Dies wird wohl eine Utopie bleiben, denn in einem Land wie Ägypten gibt es dazu weder die finanziellen Mittel noch das benötigte KnowHow.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/21/erosion-7-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-weia%c2%9fe-wui%c2%88ste-3/" rel="attachment wp-att-1100"><img class="aligncenter size-full wp-image-1100" title="AÌgypten, Sahara, WeiÃe WuÌste" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Weiße-Wüste-001.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>So werden die Nächte unter dem klaren Sternenhimmel und der nach wie vor vorhandene Zauber der Wüste noch viele Touristen begeistern. Für Puristen ist die Region schon Heute nachhaltig zerstört. Als Zyniker könnte man die Sache als halb so Schlimm abtun, denn der Tourismus beschleunigt ja eh nur was hier sowieso passiert &#8211; nämlich die ständige Veränderung durch Abrieb der Erosion. Ich würde mich dem Diktat der Regeln aber gerne beugen. Natürliche Erosion ist einfach hübscher als die brutale Kraft tonnenschwerer Geländewagen. Außerdem wäre es wünschenswert wenn auch noch die Kinder der Kinder heutiger Beduinen begeisterte Touristen durch diese schöne Landschaft führen könnten. Warum tun wir Menschen uns nur so schwer damit unsere Umgebung zu erhalten? Eine Frage die mich wohl noch durch mein ganzes Leben begleiten wird.</p>
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		<title>Zwischen Gestern und Morgen  01.01.2012</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 23:03:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf meine innere Uhr ist Verlass. Zwei Minuten bevor der Wecker läutet, erwache ich aus einem unruhigen Schlaf. Ich liege in meinem Zelt am Fuße eines großen Dünenkamms, den die Winde hier am Rande des ägyptischen Sandmeeres aufgetürmt haben. Es ist der erste Morgen im neuen Jahr und recht schnell erfasse ich im Geiste die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf meine innere Uhr ist Verlass. Zwei Minuten bevor der Wecker läutet, erwache ich aus einem unruhigen Schlaf. Ich liege in meinem Zelt am Fuße eines großen Dünenkamms, den die Winde hier am Rande des ägyptischen Sandmeeres aufgetürmt haben. Es ist der erste Morgen im neuen Jahr und recht schnell erfasse ich im Geiste die Situation des gestrigen Sylvesters.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mit einem einheimischen Fahrer bin ich am Vortag von der ca. 50 km entfernten Oase Siwa gestartet, um die Schönheit der Wüste zu fotografieren. Kaum liegt der Schutz der Palmengärten hinter uns, ist klar, dass sich etwas verändert hat. Die Luft ist angereichert mit bräunlichem Dunst. Weder die Felsenberge im Norden noch die Erhebungen der Sanddünen im Süden, jenseits des großen Salzsees, sind deutlich zu erkennen. Ein starker Wind fegt über das Land. Elemente bei der Arbeit. Sand und Erde werden im endlosen Ablauf der Veränderung irgendwo abgetragen, um an anderer Stelle wieder neu geformt zu werden.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/12/zwischen-gestern-und-morgen-01-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-oase-siwa-2/" rel="attachment wp-att-1084"><img class="aligncenter size-full wp-image-1084" title="AÌgypten, Sahara, Oase Siwa" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Siwa-004.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Ich habe einige Mühe, meinen einheimischen Fahrer und Führer Achmed davon zu überzeugen, nicht auf der Stelle wieder umzukehren. Touristenwetter ist das nicht. Umso mehr eine Gelegenheit für einen Naturfotografen, vielleicht an Fotos zu kommen die zumindest nicht gerade alltäglich sind. Als wir die Hauptstraße verlassen, entlässt Achmed Luft aus seinen Reifen, um besser im Sand fahren zu können. Ich schalte mein GPS Gerät ein, um gegebenenfalls auf dessen Hilfe zurückgreifen zu können. Weit müssen wir nicht fahren. Schon der erste Dünenkamm ist makellos in Form und Eleganz. Dazu liegt gleich nebenan ein Tafelberg, der in seiner Höhe die Dünen noch überragt und mir wunderbare Ausblicke auf die Endlosigkeit der Landschaft verspricht &#8211; zumindest bei guter Sicht. Ich bitte Achmed, das Auto frühzeitig zu parken um Fehler des Vortrages zu vermeiden. Eine Spur im Sand wird zwar innerhalb kurzer Zeit vom Wind wieder entfernt, kann aber, im unmittelbaren Zeitraum der Fototour, unschöne Folgen haben. Gestern hatte ich feststellen müssen, das wir mit dem Auto genau im Winkel zum besten Licht durch ein Spitzenmotiv gefahren sind. Das war ärgerlich. Ich ziehe mir meine Kapuze über den Kopf und setze zum Schutz vor dem umher fliegenden Sand eine Sonnenbrille auf. Es folgt ein erster Erkundungsgang ohne schwere Kameratasche.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/12/zwischen-gestern-und-morgen-01-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-oase-siwa/" rel="attachment wp-att-1083"><img class="aligncenter size-full wp-image-1083" title="AÌgypten, Sahara, Oase Siwa" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Siwa-001.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Der Wind ist wirklich sehr stark. Tonnen von kleinen Sandkörnern werden über die Kanten der Dünen gejagt und bilden im Gegenlicht bizarre Anblicke. Überall fegen Schleier über die Erde. Es sieht aus, wie in einem surrealen Gemälde. Die Wüste ist in Aufruhr.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/12/zwischen-gestern-und-morgen-01-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-oase-siwa-3/" rel="attachment wp-att-1085"><img class="aligncenter size-full wp-image-1085" title="AÌgypten, Sahara, Oase Siwa" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Siwa-005.jpg" alt="" width="640" height="360" /></a></p>
<p>Zum Abend bringe ich dann meine Kamera an die Stellen, die mir als am viel-versprechensten erscheinen. Die Arbeit ist nicht einfach, das Stativ nur bedingt tauglich. Der Wind hat an den drei ausgefahrenen Beinen genügend Reibungsfläche um die Entstehung eines guten Fotos zu sabotieren. Nur meine eigene Person als Windschutz und möglichst kurze Belichtungszeiten versprechen in solch einer Situation eine scharfe Abbildung. Viele Bilder die ich in meinem geistigen Auge habe machen wollen gelingen nicht. Dafür aber andere, die ich so nicht erwartet habe. Auf jeden Fall ist der starke Wind ein Erlebnis (Sturm darf ich nicht schreiben, denn ich habe mir sagen lassen, das ein richtiger Sandsturm nochmals eine ganz andere Nummer ist, bei dem das Bildermachen dann gänzlich unmöglich sei.) Der Blick vom Tafelberg fällt über die Dünen, deren Enden sich Richtung Horizont mit dem Lila der materialisierten Luftschichten vermischen. Selten haben sich Fotografie und Gemälde so angenähert, wie in den Pastellfarben dieses Szenarios.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/12/zwischen-gestern-und-morgen-01-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-oase-siwa-4/" rel="attachment wp-att-1086"><img class="aligncenter size-full wp-image-1086" title="AÌgypten, Sahara, Oase Siwa" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Siwa-006.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Als ich dann nach einem von Achmed in seinem Jeep gekochten Abendessen in mein Zelt steige, endet schon nach kurzer Zeit ein herrlicher Silvesterabend für mich. <em>Ohne dämliches Geballer und betrunkenem Unsinn unlustiger Leute die dort Draußen überall auf der Erde rumlärmen</em>. In meiner von Böen umwehten Schutzzelle gleite ich relativ schnell in einen Dämmerzustand. In Gedanken hoffe ich auf ein Abflauen des Windes am nächsten Morgen, wenn zarte Nuancen fantasievoller Farben einen neuen Tag ankündigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es ist tatsächlich fast windstill als ich den Reisverschluss des Zeltes öffne und über mir die Sterne blinken sehe. Der Mond ist längst untergegangen und das noch in der Zukunft liegende Tageslicht lässt die Unendlichkeit des Universums trotz Staub in der Luft über mir sichtbar werden. Es ist empfindlich kalt, nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt. Eingepackt in alle Kleidungsstücke, die ich dabei habe, laufe ich mit Hilfe der Stirnlampe die Schattenseite des Dünenkamms nach oben. Ich möchte zum beginnenden Spektakel des Farbenwechsels am höchsten Punkt der Wellen stehen. Fast eine Stunde dauert es vom ersten Hauch einer Veränderung bis dann schließlich die Sonne über dem Horizont milchig zwischen dem Dunst erscheint. Eine Stunde voller Zauber und Schönheit. Die Dünen wechseln ständig Ihr Gewand.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/12/zwischen-gestern-und-morgen-01-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-oase-siwa-5/" rel="attachment wp-att-1087"><img class="aligncenter size-full wp-image-1087" title="AÌgypten, Sahara, Oase Siwa" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Siwa-009.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Erst eingehüllt in tiefes, noch nachttrunkenes Violett, schmeichelt ihnen etwas später ein zartes Orange während des Morgengrauens. Die ersten Sonnenstrahlen adeln das Land für kurze Augenblicke mit kräftigem Gold. Die Magie erlischt schon kurze Zeit später. Die pure Kraft der Sonne lässt zarten Tönen keine Chance. Der Tag ist da, in aller Deutlichkeit.</p>
<p>Die Oase Siwa ist ein geschichtsträchtiger Ort und gilt bis heute als eine der schönsten Lebensquellen im ansonsten so kargen Umfeld der großen Wüste. Siwa liegt innerhalb einer Depression, durchschnittlich 18 Meter unter dem Meeresspiegel. Gesegnet ist sie mit ausreichend Grundwasser welches die 300.000 Dattelpalmen und 70.000 Olivenbäumen am Leben hält.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/12/zwischen-gestern-und-morgen-01-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-oase-siwa-7/" rel="attachment wp-att-1089"><img class="aligncenter size-full wp-image-1089" title="AÌgypten, Sahara, Oase Siwa" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Siwa-011.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Kamen früher die Karawanen hier an, so sind es heute Touristen wie ich, die das Klischee vom idyllischem Paradies inmitten unwirklicher Ödnis erkunden wollen. Geschult durch die Karl May Bücher meiner Jugend habe ich natürlich klare Vorstellungen wie das Leben hier funktioniert und welche Fotos von einer in Eintracht und Harmonie mit der Natur lebenden Kultur mich hier erwarten. Es sind tatsächlich nur wenige Jahre die ich zu spät komme, um mir diese Klischees zu erfüllen. An allen Ecken der Oase lassen alte Ruinen aus Lehm die Vergangenheit zumindest erahnen. Besonders beeindruckend ist die Altstadt „Schali“, deren verschachtelte, mehrstöckige Lehmhütten, an einen kleinen Berg gebaut, eine beeindruckende Kulisse abgeben.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/12/zwischen-gestern-und-morgen-01-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-oase-siwa-6/" rel="attachment wp-att-1088"><img class="aligncenter size-full wp-image-1088" title="AÌgypten, Sahara, Oase Siwa" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Siwa-010.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Dummerweise regnete es hier vor ca. 100 Jahren ein einziges Mal über einen Zeitraum von drei Tagen. Die Häuser konnten den Wassermassen nicht standhalten und wurden bis heute nicht mehr aufgebaut. Aus ästhetischer Sicht ist das wirklich Schade, denn die Lehmhäuser sind äußert fotogen, was man von den modernen unverputzten Backsteinbauten leider nicht behaupten kann.</p>
<p>Wenn man einem ähnlichen Weltbild wie ich folgt, lässt sich die ganze Misere unserer globalisierten Welt auf die kleine Oase Siwa hinunter brechen. Bis Ende der siebziger Jahre lebten etwa 6000 Menschen, vorwiegend Berber, völlig autark und unabhängig in der Oase. Diese haben ihre eigene Sprache und Kultur und sind nicht zu verwechseln mit den Nilbauern, den eigentlichen „Ägyptern“. Ihre Gärten halten sie am Leben, ihr Glauben gibt ihnen Sinn, und zum Transport innerhalb der Oasenfläche reichen Eselskarren völlig aus. Die Moderne begann in den achtziger Jahren als die Straße die Oase erreichte. Inzwischen leben fast 30.000 Menschen hier und der zentrale Platz ist vom Lärmpegel kaum noch von anderen Städten zu unterscheiden. Überhall hupt und dröhnt es. Trucks, Geländewagen, Eselskarren und Motorräder blockieren sich nicht selten selbst, ein System ist nicht zu erkennen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/12/zwischen-gestern-und-morgen-01-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-oase-siwa-8/" rel="attachment wp-att-1090"><img class="aligncenter size-full wp-image-1090" title="AÌgypten, Sahara, Oase Siwa" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Siwa-007.jpg" alt="" width="427" height="640" /></a></p>
<p>Manch einer der Einheimischen ist mit der Neuzeit wohlhabend geworden. Achmed, mein Fahrer, gehört klar zu den Gewinnern. Als Sohn eines Clanchefs hatte er die Möglichkeit, mit zwei Jeeps ein Geschäft mit Besuchern wie mir zu beginnen. Begeistert erzählt er von seinem liebsten Hobby, der Falkenjagd. Damit lasse sich ein Vermögen verdienen, wenn es gelingt die Tiere an die Scheichs von Katar oder Saudi Arabien zu verkaufen. Wie viele Falken es wohl innerhalb eines so limitierten Lebensraumes in Freiheit geben mag? Oft stoße ich  mit meinen Gedanken an vermeintliche Grenzen. Besonders beim Thema Müll liegen die Probleme offen für alle sichtbar auf der Straße. Plastikabfall allerorten. Die moderne Welt bringt Ladungen Chipstüten und Keksdosen in die Stadt. Wenn man einen Blick in die kleinen Läden wirft, welche Produkte von außen verkaufen, könnte man tatsächlich denken, diese wäre die Hauptnahrungsquelle der Siwaner. Besonders dramatisch ist der Konsum von Wasserflaschen, welche aber hauptsächlich von uns Touristen getrunken werden. Unglaubliche Mengen an Plastikflaschen und Tüten werden konsumiert. Diejenigen die nicht in den Flammen der Verbrennungsstätte vergehen, fliegen über staubige Plätze, durch enge Gassen und weite offene Felder. Jeder weiß wie lange eine Plastiktüte existiert. Endlos lange hängen sie über viele Kilometer verteilt an kargen Sträuchern bis sie vielleicht irgendwann von der trägen Masse einer Sanddüne verschluckt werden. Es ist eine traurige Entwicklung. Was hat der Fortschritt, das moderne Leben den Menschen gebracht? Wer hier unsere Vorstellung von Lebensqualität, welche ja leider meist auf materiellem Reichtum basiert, mit den Menschen in der Oase vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen. Klar, viele der Häuser haben heute Sattelitenschüsseln auf dem Dach, und die zahlreichen Motorräder sind sicherlich der Stolz und Statussymbol manch einer der jungen Männer. Ein Großteil der Menschen ist aber auch heute noch arm. Die Frauen sind komplett verschleiert und im Straßenbild kaum zu sehen. Auch heute noch fahren die Menschen jeden Tag zu ihren Gärten, um überleben zu können. Der Unterschied zu früher ist, das es heute mit dem motorisierten Untersatz schneller geht als mit dem Esel, sie aber deswegen mehr produzieren müssen um das dabei verwendete Benzin finanzieren zu können. In einer Welt mit limitierten Ressourcen führt zu großer und schneller Wachstum zum Zusammenbruch. Noch gibt es keinen Mangel, aber die Probleme sind offensichtlich.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2012/01/12/zwischen-gestern-und-morgen-01-01-2012/ai%c2%88gypten-sahara-oase-siwa-9/" rel="attachment wp-att-1091"><img class="aligncenter size-full wp-image-1091" title="AÌgypten, Sahara, Oase Siwa" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2012/01/Siwa-008.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Wer sich übrigens wundert, wieso bei den momentan abgehaltenen Wahlen in Ägypten die religiösen Parteien die Mehrheit errungen haben, muss nur einen Blick in die Fläche des Landes werfen. Am Tag meiner Abreise aus Siwa waren dort Wahlen. Angetreten sind nur die Moslembrüder und die als „extremer“ geltenden Salaviten. Sie sind gut organisiert und prägen mit ihren Botschaften das Leben der Leute, besonders außerhalb der Metropolen.</p>
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		<title>Plan B     15. September 2011</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 22:15:08 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine ereignisreiche Zeit in den „White Mountains“ liegt hinter mir. Es ist mir recht gut gelungen das „Wesen“ des nordischen Waldes in Bildern einzufangen, doch eine Aufgabe ist noch unerreicht. Ich habe, wie zu erwarten war, keine Waldkaribus gesehen, geschweige denn fotografiert. Diese Tiere sind aber für die Greenpeace-Kampagne zur Rettung der letzten Urwälder in Quebec ein wichtiges Symbol. Anhand ihres Verschwindens in weiten Teilen der degradierten, kanadischen Wälder, kann man wunderbar die Wertigkeit einer unberührten Wildnis erkennen. So hatte ich meinen Kollegen vom Greenpeace Büro in Montreal versprochen, alles mir mögliche zu versuchen, Waldkaribus vor die Kamera zu bekommen. Dafür habe ich im Vorfeld einen Ersatzplan zur Region der „weißen Berge“ erarbeitet, der mir dieses Ziel zumindest in realistische Nähe bringen sollte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/11/01/plan-b-15-september-2011/slate-island-003-2/" rel="attachment wp-att-1068"><img class="aligncenter size-full wp-image-1068" title="Slate Island  003" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/Slate-Island-0031.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Vom französischen Sprachraum in Quebec führt mich mein Weg ins englischsprachige Ontario. Am  Ufer des drittgrößten Sees der Erde, dem „Superior Lake“, blicke ich hinaus aufs Wasser. Mit einer Ausdehnung von bis zu 560 km hat dieser Riese den Charakter eines Ozeans. Ein gravierender Unterschied ist das trinkbare Wasser. In einer Entfernung von 10 km ragen Inseln aus der Gleichförmigkeit des Horizontes in den Himmel. Die Felsengruppe nennt sich „Slate Island“ und ist das Überbleibsel eines vor Urzeiten eingeschlagenen Meteoriten. Bevor er durch die Elemente im Laufe der Jahrmillionen abgeschliffen wurde, hatte der Krater einen Durchmesser von 32 km. Heute bedecken knapp 7000 Hektar Wald die Inseln, die seit 1985 in Form eines „Provincal Park“ geschützt sind. Ein glücklicher Zufall macht „Slate Island“ für mich zum lohnenswerten Reiseziel. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, während eines besonders harten Winters, kam eine Herde Waldkaribus vom Festland über das Eis auf die Inseln. Die Tiere fanden hier reichlich Nahrung und sind geblieben. Um das Jahr 1990 sollen es bis zu 650 Karibus gewesen sein. Da war es nicht verwunderlich, dass es einige Zeit später zu einer großen Reduzierung durch eine Hungersnot gekommen ist. Die Tiere wurden damals auf etwa 100 Exemplare dezimiert. Ein „endlicher“ Lebensraum verträgt nun mal nur eine gewisse Anzahl von „Nutzern“ seiner Kapazitäten.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/11/01/plan-b-15-september-2011/slate-island-006/" rel="attachment wp-att-1069"><img class="aligncenter size-full wp-image-1069" title="Slate Island  006" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/Slate-Island-006.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Im Sommer werden die Inseln gerne von Naturfreunden besucht, die hier mit dem Kanu zwischen den acht Inseln hin und her paddeln. Es ist jetzt Anfang Oktober und die Saison ist vorbei. Nur mit Glück habe ich einen Charter Service gefunden, der bereit war sein Boot nochmals auszupacken, um mich auf die Inseln zu bringen. Gary garantiert mir dann auch, dass ich die kommenden sieben Tage ganz alleine mit den Tieren sein werde. Er setzt mich am Steg nahe einer alten Forsthütte ab, die von einer privaten Initiative restauriert wurde, um Vögeln wie mir Schutz zu bieten. Sonstige touristische Einrichtungen gibt es auf „Slate Island“ nicht. Bis ins Jahr 1940 wurden die Buchten der Inseln als Zwischenlager für große Baumstämme genutzt, die über die Wasserfläche gezogen wurden, um sie in die benachbarte USA zu verkaufen. Ein paar verfallene Stege und verlassene Hütten zeugen heute noch von diesen Tätigkeiten. Um während der kommenden Tage beweglich zu sein, hat Gary mir ein Kanu zur Verfügung gestellt, mit dem ich von Insel zu Insel paddeln kann. Da bin ich nun, umgeben von Wasser und Wald. Die Waldkaribus sind nun in der Nähe und doch meist für mich unsichtbar. Den Rest des ersten Tages verbringe ich damit, mit dem Kanu verschiedene Inseln zu umrunden, um mich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen. Ich meide dabei die äußeren Küstenlinien, um mich nicht dem Risiko größerer Wellen auszusetzen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/11/01/plan-b-15-september-2011/slate-island-007/" rel="attachment wp-att-1072"><img class="aligncenter size-full wp-image-1072" title="Slate Island  007" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/11/Slate-Island-007.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Der Wald leuchtet im herbstlichen Farbenkleid. Da es hier, wegen der offenen Wasserfläche, recht oft ordentlich windet, weisen manche Bäume schon große Lücken im Blätterdach auf. Der Anteil an Laub und Nadelbäumen ist relativ gleichmäßig verteilt. Mein erstes Karibu sehe ich im Wasser wie es von einer zu einer anderen Insel schwimmt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/11/01/plan-b-15-september-2011/slate-island-001/" rel="attachment wp-att-1070"><img class="aligncenter size-full wp-image-1070" title="Slate Island  001" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/Slate-Island-001.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Die Männchen mit ihren großen Geweihen sind dabei kaum zu übersehen. Gute Bilder lassen sich aus dem Kanu aber nicht machen. Als ich am Abend in der Hütte sitze, ahne ich bereits, dass es kein Zuckerschlecken werden wird, vernünftige Fotos von diesen Tieren zu bekommen. Der Blick auf eine Karte zeigt mir diverse kleine Seen und Moore auf der Hauptinsel. Es kann sich dabei höchstens um eine Distanz von einem Kilometer vom Ufer zu einem dieser offenen Stellen im Wald handeln. Da ich mir vorstelle, dass die Tiere sich vielleicht gerne an weniger dicht bewachsenen Stellen im Wald aufhalten, beschließe ich am kommenden Morgen dorthin zu wandern. Ich packe mein Tarnzelt und etwas zu Essen in die Fototasche und setze mit dem Kanu über zur Hauptinsel. Nachdem ich das Kanu sicher am Ufer vertaut habe, trete ich ins Dickicht des Waldes ein. Es ist nur etwa ein lächerlicher Kilometer zu bewältigen. Nach einer knappen Stunde gebe ich schweren Herzens auf. Es ist unglaublich, wie dicht und undurchdringlich das Unterholz hier ist. Der Wald weißt ganz viele Merkmale eines Urwaldes auf, ohne wirklich einer zu sein. Das Clearcut Verfahren wurde hier nie zur Anwendung gebracht, doch degradiert ist der Wald allemal. So gibt es durch Windbruch oder Schneefall extrem viele umgeknickte Bäume. An nachwachsenden Stellen stehen die kleinen Fichten so dicht das einem die Zweige ständig das Gesicht verkratzen. Als ich später versuche einen Baum zu erklettern um mich zu orientieren, frage ich mich, wie es die Tiere hier in diesem Wirrwarr überhaupt aushalten. Besonders in den Monaten, in denen ihr Geweih richtig groß gewachsen ist. Später bin ich froh, wieder an der richtigen Stelle das Ufer gefunden zu haben. Durch die hügelige Geografie der Insel verliert man schnell den Überblick. Nun bin ich in den vergangenen acht Jahren durch alle großen Wälder der Erde gewandert, und ausgerechnet diese kleine Insel zwingt mich in die Knie. Zum Glück war ich ja nicht hier um irgend jemand zu beweisen was für ein harter Kerl ich bin, sondern um gute Fotos von Karibus zu machen. Während meines Kampfes mit Ästen und Stämmen habe ich insgesamt fünf Karibus aufgeschreckt, ohne auch nur ansatzweise in deren Nähe zu kommen. Karibus sind eigentlich Herdentiere. Vielleicht ist es die spezielle Geografie dieser Insel, die aus diesen Tieren auf „Slate Island“ Einzelgänger macht. Nur einmal habe ich drei Tiere auf einmal gesehen, ganz häufig sind sie Alleine.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/11/01/plan-b-15-september-2011/slate-island-002/" rel="attachment wp-att-1073"><img class="aligncenter size-full wp-image-1073" title="Slate Island  002" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/11/Slate-Island-002.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>So wird das nichts werden. Im Wald habe ich kaum eine Chance auf Erfolg. Ich brauche einen für mich relativ leicht erreichbaren Ort, an dem ich auf die Tiere warten kann, und es einigermaßen sicher ist, dass er auch von ihnen frequentiert wird. Gary meinte, als er mich auf die Inseln brachte, dass die Tiere immer an den Stellen, welche die kürzeste Distanz zwischen den Ufern haben, hin und her schwimmen. Genau das wird mein Ansatz. Am Morgen des dritten Tages steht mein Plan fest. An einigen Strandabschnitten habe ich zumindest einmal Tiere an Land kommen sehen. Einer davon war so ausgerichtet, dass ich ab dem frühen Nachmittag erträgliches Licht erwarten kann. Bei klarem Wetter wird dieser Teil der Insel direkt von der Abendsonne in warmes Licht getaucht. Den auf einer Nachbarinsel gelegenen Ort erreiche ich, von meinem Camp ausgehend, mit einer halben Stunde kräftigen Paddelns. An einem Felsen, der den Strandverlauf für einige Meter unterbricht, baue ich mit herabhängenden Zweigen und aufgelesenem Todholz ein natürliches Versteck, welches mich vor den Blicken der Tiere schützen soll. Ich bin erstaunt wie scheu die Karibus sind, obwohl sie hier keine natürlichen Feinde haben. Wer gute Tieraufnahmen machen möchte, muss geduldig sein. Nun beginnt für mich das große Warten. Die verbleibenden fünf Tage verbringe ich zwischen sechs und zehn Stunden im Unterstand und hoffe auf den großen Moment, an dem sich gutes Licht mit erwünschtem Motiv vereint. Ich werde täglich ein bis vier Mal Karibus sehen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/11/01/plan-b-15-september-2011/slate-island-009/" rel="attachment wp-att-1074"><img class="aligncenter size-full wp-image-1074" title="Slate Island  009" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/11/Slate-Island-009.jpg" alt="" width="640" height="640" /></a></p>
<p>Sie kommen entweder aus dem Wald, um die Insel zu verlassen, oder schwimmen heran um wenige Augenblicke später im dichten Unterholz zu verschwinden. Meist passiert für viele Stunden gar nichts. Viele Szenen mit Einzeltieren sind unspektakulär oder das Licht ist nicht schön. Zweimal laufen große Bullen so nah an meinem Versteck vorbei, das ich sie erst wahrnehme als sie schon fast im Wasser verschwunden sind. Tag Vier sollte mein Hauptgewinn sein. Gegen Abend laufen zwei Tiere, vom anderen Ende des Strandes kommend, am Waldrand entlang. Als sie nur noch wenige Meter von mir entfernt sind öffnet sich die Wolkendecke und taucht die Szene in warmes Licht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/11/01/plan-b-15-september-2011/slate-island-005/" rel="attachment wp-att-1071"><img class="aligncenter size-full wp-image-1071" title="Slate Island  005" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/Slate-Island-005.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Sie vollführen keine dramatischen Bewegungen oder gar Kämpfe, sondern verweilen nur vor der malerischer Waldkulisse. Es sollte meine schönste Komposition bleiben. In der vorletzten Nacht ist der Mond fast gefüllt und nur wenige Wolken ziehen über den Himmel. Schon in den vergangenen Tagen war es mehr Sommer als nahender Winter und für die Jahreszeit und diese Breitengrade viel zu mild. Auf derselben Insel auf der auch mein Fotoversteck liegt, habe ich einen Felsen entdeckt, der aus dem ansonsten geschlossenen Blätterdach ragt. Dort klettere ich zum Tagesende hinauf um zumindest einen Teil der Inselgruppe zu überblicken. Während auf der einen Seite die Sonne im Meer versinkt, erhebt sich gegenüber, mit zartem Schein &#8211; der Mond. An diesem Abend verzichte ich auf meine Kanutour zurück ins Camp und schlafe direkt am Strand unter dem Sternenhimmel. Das leichte gleichmäßige Plätschern der Brandung begleitet mich in den Schlaf. Noch in der Dunkelheit steige ich am nächsten Morgen den Berg hinauf um den neuen Tag auf dem Felsen willkommen zu heißen.</p>
<p>Als ich einige Tage später die Fotos der Karibus im kanadischen Greenpeace Büro präsentiere, blicke ich in sehr erfreute Gesichter. Hoffen wir, dass die Kollegen mit ihrer Kampagne zur Rettung der borealen Urwälder erfolgreich sind. Sonst kann es sein, dass in zwanzig Jahren dieser zufällige Lebensraum auf „Slate Island“ eine der wenigen verbleibenden Inseln (in wahrsten Sinne des Wortes) für diese Tiere sein wird.</p>
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		<title>Farbenspiele 	30. September 2011</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 09:58:21 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Blick aus der offenen Seitentür des kleinen Wasserflugzeugs „Beaver“ ist in vielerlei Hinsicht gewaltig. Seit fast einer Stunde gleiten wir über die endlos erscheinende Weite der borealen Wälder im kanadischen Quebec. Die bewohnten Regionen haben wir längst hinter uns gelassen, doch der Einfluss des Menschen ist allgegenwärtig. Wegen unseres Hungers nach Rohstoffen fressen sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Blick aus der offenen Seitentür des kleinen Wasserflugzeugs „Beaver“ ist in vielerlei Hinsicht gewaltig. Seit fast einer Stunde gleiten wir über die endlos erscheinende Weite der borealen Wälder im kanadischen Quebec. Die bewohnten Regionen haben wir längst hinter uns gelassen, doch der Einfluss des Menschen ist allgegenwärtig. Wegen unseres Hungers nach Rohstoffen fressen sich die Erntemaschinen der Holzkonzerne immer weiter in Richtung Norden und hinterlassen dabei ein Bild der Verwüstung, welches man aus dem Flugzeug mit ungefilterter Wucht zu sehen bekommt. Seit den 1970ern wurde allein in Quebec Urwald auf einer Fläche der sechsfachen Größe Belgiens zerstört. 88% der Staatswälder sind zum Einschlag freigegeben. Über 90 % davon werden im berüchtigten „Clearcut“ Verfahren geerntet.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/10/31/farbenspiele-30-september-2010/kanada-quebec-borealer-wald-white-mountains-luftaufnahmen/" rel="attachment wp-att-1047"><img class="aligncenter size-full wp-image-1047" title="Kanada, Quebec, Borealer Wald, White Mountains, Luftaufnahmen," src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/White-Mountains-001.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Alle Bäume verschwinden dabei, zurück bleibt aufgerissener Boden und Ödnis. Weiter im Süden sind inzwischen neue Wälder entstanden. Die Natur kann sich innerhalb dieses Ökosystems teilweise erneuern. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb es gerade innerhalb der kanadischen Gesellschaft so schwer ist, die Problematik der völlig überzogenen Holzwirtschaft ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Der Wald kommt doch zurück, alles halb so schlimm. Wie groß die Unterscheide zwischen den relativ artenarmen Neuwäldern und dem ursprünglichen Urwald sind, sollte ich in den vor mir liegenden Tagen ausreichend zu sehen bekommen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/10/31/farbenspiele-30-september-2010/kanada-quebec-borealer-wald-white-mountains-luftaufnahmen-2/" rel="attachment wp-att-1048"><img class="aligncenter size-full wp-image-1048" title="Kanada, Quebec, Borealer Wald, White Mountains, Luftaufnahmen," src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/White-Mountains-002.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Irgendwann ändert sich das Bild, die Rohdungsflächen verschwinden und keine Straßen zerschneiden mehr den unter uns liegenden, grünen Teppich aus Bäumen. Das flache Land beginnt sanfte Wellen zu schlagen und am Horizont sehen wir zwischen all den Bäumen, Flüssen und Seen den eine oder anderen Felsen die Baumgrenze überragen. Wir nähern uns langsam den „White Mountains“, dem Ziel unserer Reise. Dieses 14.000 qkm große Gebiet ist einer von zwei verbliebenen großflächigen Urwäldern in Quebec. Eine Insel der Artenvielfalt, umgeben von der Monotonie menschlicher Habsucht. Eine laufende Greenpeace-Kampagne hat zum Ziel dieses Gebiet unbedingt vor der Säge zu bewahren. Hier ist eines der letzten, intakten Brutgebiete der scheuen und vom Aussterben bedrohten Waldkaribus. Ihr Lebensraum ist vom Menschen inzwischen so fragmentiert worden, dass die Tiere zu verschwinden drohen</p>
<p>Mit dem leiser werdenden Propellergeräusch des Flugzeugs, werden auch meine Gedanken über alle Umweltprobleme weniger dominant. Ich stehe am Ufer einer der unzähligen Seen und beginne recht schnell, mit allen Sinnen in diese Wildnis einzutauchen. Mein Blick schweift über die Wasserfläche. Am anderen Ende säumen Fichten das Ufer,die sich wie ein Schutzmantel um die Berge schmiegen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/10/31/farbenspiele-30-september-2010/kanada-quebec-borealer-wald-white-mountains-3/" rel="attachment wp-att-1054"><img class="aligncenter size-full wp-image-1054" title="Kanada, Quebec, Borealer Wald, White Mountains," src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/White-Mountains-007.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Hin und wieder sprengen goldene Flecken das Meer aus Grün. Herbstlich gefärbte Birken und Lärchen wachsen in dieser Region nur recht spärlich. Für die kommenden neun Tage ist die Welt für mich „heil“. Harmonie und Gleichgewicht umgeben mich. Alles hat seinen Platz &#8211; nichts ist überflüssig oder schädlich. Jeden Tag verbringe ich mit Streifzügen in die Wälder oder paddle mit dem Kanu auf natürlichen Kanälen zwischen den größeren Seen. Damit kann ich meinen Aktionsradius wesentlich erweitern. Als Camp dient mir eine verlassene Blockhütte, in der ich bei Regen Schutz finde und an deren Ofen mir an manch kühlem Abend ein wärmendes Feuer die müden Knochen wärmt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/10/31/farbenspiele-30-september-2010/kanada-quebec-borealer-wald-white-mountains/" rel="attachment wp-att-1050"><img class="aligncenter size-full wp-image-1050" title="Kanada, Quebec, Borealer Wald, White Mountains," src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/White-Mountains-003.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Wege oder Pfade gibt es keine. Jeder Meter muss erkämpft werden. Wildnis im borealen Wald bedeutet eine üppige Vegetation im Unterholz. Manchmal wegen ihrer Dichte schwer zu durchdringen, manchmal wegen ihrer Schönheit fast zu fragil und verletzlich, um darüber zu trampeln. Dicke Teppiche aus Moosen und Flechten überziehen den Waldboden, Pilze wachsen in vielen Formen und Größen im Moos und auf totem Holz. In strahlendem rot leuchten die Büsche der Blaubeeren, die mit ihrer Frucht wiederum Kontraste setzen. Die Vielfalt der Vegetation in all ihren Formen und Farben wirkt fast berauschend. Erst im Wald erschließt sich dem Wanderer die volle Farbenpracht des Indian Summers. Ich merke sehr schnell, das ich genau zur rechten Zeit in den White Mountains bin. Die Färbung ist massiv und erst gegen Ende meines Aufenthaltes haben die einsetzenden Herbststürme die Blätter von den Bäumen und Büschen so dezimiert, dass die beste Zeit zum Fotografieren vorbei ist.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/10/31/farbenspiele-30-september-2010/kanada-quebec-borealer-wald-white-mountains-lac-garneau-2/" rel="attachment wp-att-1058"><img class="aligncenter size-full wp-image-1058" title="Kanada, Quebec, Borealer Wald, White Mountains,  Lac Garneau" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/White-Mountains-010.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a><a href="http://www.wildview.de/2011/10/31/farbenspiele-30-september-2010/kanada-quebec-borealer-wald-white-mountains-lac-garneau/" rel="attachment wp-att-1055"><br />
</a></p>
<p>Wegen des rauen, nördlichen Klimas sind die Bäume nur noch recht mickrig. Selbst Jahrhunderte alte Patriarchen werden hier nicht sehr groß. Umso unverständlicher ist es, dass selbst hier im hohen Norden die Bäume nicht vor der Rohdung sicher sind. Es ist die pure Anzahl, die den Holzfirmen die Gewinne sichern. Millionen kleiner Bäume liefern genug Masse, um die unterschiedlichsten Dinge zu produzieren, welche wir „Verbraucher“ ohne viel Nachzudenken konsumieren, und dann meist nach einmal benutzen, wegschmeißen. Müssen es beim Bäcker für fünf verschiedene Teilchen drei verschiedene Papiertüten sein? Papier zum Hände trocknen für Millionen Angestellte, Schüler oder Reisende in Bürogebäuden, Schulen, Raststädten und anderen Orten des öffentlichen Lebens? Toilettenpapier will ich ja gar nicht in Frage stellen, das brauchen wir. Aber wenn schon dann bitte aus recyceltem Zellstoff. Das spart Wasser &amp; Energie und nimmt den Druck von den letzten Urwäldern. Richtig erschaudern lässt mich der Gedanke, dass gerade im Kampf gegen den Klimawandel das Thema „Biomasse“ eine akute Gefahr für den Urwald geworden ist. Nachdem der Bauboom in Nordamerika wegen der Finanzkrise vorbei ist und kaum noch Holz zum Häuserbau verkauft wird, sehen die Strategen in den Konzernen im Klimaretten ein neues Geschäftsmodell. Wald roden um klimafreundliche Energie zu schaffen! Der Druck auf die Wälder steigt dadurch gewaltig, und zwar weltweit. Dieses Problem ist auch recht schwer in der gesellschaftlichen Diskussion vermittelbar. Die Energiethematik ist extrem vielschichtig, wie man auch an der heimischen Diskussion über Windkraftanlagen sehen kann. Im Prinzip will sie jeder haben &#8211; aber bitte nicht vor der eigenen Haustür.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/10/31/farbenspiele-30-september-2010/kanada-quebec-borealer-wald-white-mountains-lac-garneau-3/" rel="attachment wp-att-1059"><img class="aligncenter size-full wp-image-1059" title="Kanada, Quebec, Borealer Wald, White Mountains,  Lac Garneau" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/White-Mountains-0041.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Der höchste Berg in den White Mountains ist etwas mehr als tausend Meter hoch und überragt die Baumgrenze soweit, dass ich von den Gipfeln schöne Blicke über die Landschaft fotografisch festhalten kann. Ich packe neben der Fotoausrüstung Zelt, Schlafsack und ausreichend Nahrungsmittel in den Rucksack und paddle auf die andere Seite des Sees. Der Aufstieg ist mühsam &#8211; aber wegen der kleinen Höhenunterschiede von wenigen hundert Metern in knapp zwei Stunden gemeistert. In einer vom Wind geschützten Kuhle schlage ich das Zelt auf, und mache mich dann in aller Ruhe daran auf Motivsuche zu gehen. Auf dem Bergrücken habe ich einen Spielraum von wenigen hundert Metern, so dass schnell klar ist, an welchen Stellen ich mich während der magischen Minuten des Sonnenunterganges aufhalten werde. Die Zeit bis es dann soweit ist verbringe ich mit purem entspannt-sein.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/10/31/farbenspiele-30-september-2010/kanada-quebec-borealer-wald-white-mountains-2/" rel="attachment wp-att-1051"><img class="aligncenter size-full wp-image-1051" title="Kanada, Quebec, Borealer Wald, White Mountains," src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/White-Mountains-006.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>An den Blicken, auf die vom Menschen unberührte Natur, kann man sich kaum satt sehen. Hektisch wird es nur, wenn das Licht dann tatsächlich perfekt ist. Je nach Wolkenlage sind es oft nur kurze Augenblicke. Während denen möchte man dann am Liebsten an allen Stellen gleichzeitig sein. Da heißt es Ruhe bewahren, und ein Motiv nach dem Anderen abarbeiten. Solange, bis das Licht unbrauchbar geworden ist. Selbst nach Sonnenuntergang kann man mit längeren Belichtungszeiten experimentieren, und bekommt je nach Motiv noch erstaunliche Ergebnisse. An diesem Abend bin ich recht zufrieden im Schlafsack verschwunden. Mein kleiner Wecker war gestellt, um vor Sonnenaufgang wieder an der Kante zu stehen und das Licht von der anderen Seite in Motive zu packen. Doch, wie so oft in der Naturfotografie kommt es anders als man denkt oder sich wünscht. Eine dicke Nebelsuppe liegt am Morgen über der Landschaft. Der Blick fällt ins Nichts. Ich schalte den Wecker aus und schaue im Halbschlaf alle paar Minuten aus dem Zelt, ob sich nicht doch noch was tut. Am Ende der Tour bin ich über den Nebel gar nicht unglücklich, denn beim Abstieg erweist sich die graue Soße als perfekte Zutat für atmosphärische Fotos innerhalb des Waldes. So kann man fast jede Wetterlage für bestimmte Aufnahmesituationen nutzen. Nur ein blauer, wolkenloser Himmel ist bei mir äußerst unbeliebt. Der ist nur langweilig und kaum zu gebrauchen.</p>
<p>Gerade die wolkenlosen, langweiligen Tage sind es, die mir aufregende, unvergessliche Nächte beschert haben. Die klare Luft sorgt für ein absolutes Spektakel am Nachthimmel. Es ist kurz nach Neumond. Kein überflüssiges Streulicht trübt die Leuchtkraft der unendlichen Sternenmeere über mir. Die alten mit Flechten behangenen Bäume bilden skurrile Silhouetten und schaffen mystische Motive. Als dann im Norden die „Aurora Borealis“ ihren lautlosen Tanz beginnt und grüne und rote Schleier über den Nachthimmel zaubert, ist das an Intensität fast nicht zu steigern.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/10/31/farbenspiele-30-september-2010/white-mountains-005/" rel="attachment wp-att-1052"><img class="aligncenter size-full wp-image-1052" title="White Mountains  005" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/White-Mountains-005.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Es ist in dieser Nacht absolut Windstill und die Ruhe wirkt fast körperlich greifbar. Ein Kauz sitzt nur wenige Meter über mir auf einen Ast und lässt sich durch das Klicken meiner Kamera nicht aus der Ruhe bringen. Bis spät in der Nacht wandle ich zwischen den stummen hölzernen Kameraden umher, genieße das Schauspiel  und probiere verschiedene Aufnahmetechniken aus. So hält jeder Tag große und kleine Wunder für mich bereit und macht den Aufenthalt in den White Mountains absolut zauberhaft.</p>
<p>Als dann am letzten Abend ein leichter Nieselregen einsetzt, der mit zunehmender Kälte in Schnee übergeht, habe ich beim Einschlafen eine Vorahnung. Der kommende Morgen könnte die Motivpalette nochmals um eine weitere Facette bereichern. Ich kann mein Glück kaum fassen als ich dann wenige Stunden später, noch vor Sonnenaufgang, durch eine völlig veränderte Umwelt laufe. Einem Seidenschal gleich hat sich eine zarte weiße Schneeschicht über die Welt gelegt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/10/31/farbenspiele-30-september-2010/kanada-quebec-borealer-wald-white-mountains-winter-schnee/" rel="attachment wp-att-1053"><img class="aligncenter size-full wp-image-1053" title="Kanada, Quebec, Borealer Wald, White Mountains, Winter, Schnee" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/White-Mountains-008.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a></p>
<p>Die Luft ist glasklar und das, durch das neue Element durchschimmernde Herbstkleid der Natur, setzt tolle Kontraste. Immer nur an wenigen Augenblicken blitzt später die Sonne durch die Wolken und bringt Farben zum Leuchten. Als ich nach fünf Stunden erschöpft und zufrieden zum Camp zurückkehre, ist der Winter schon wieder verschwunden. Die Kraft der Sonne hat sich nochmals durchgesetzt und es bei einer kurzen Ahnung belassen, wie es hier in den kommenden Monaten aussehen wird. Während ich wieder im Flugzeug sitze und nach einiger Zeit die ersten Forststraßen sehe, sind Klopapier, Kaffeebecher &amp; Co. sofort wieder ganz präsent.</p>
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		<title>“Naturwunder Erde” – ein Fotoprojekt nimmt Formen an 27.10.2011</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 16:43:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projektvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Greenpeace]]></category>
		<category><![CDATA[Konzept]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Mauthe]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwunder Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Öko Regionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach monatelanger Vorarbeit freut es mich sehr, an dieser Stelle das Konzept für meine neue Arbeit vorstellen zu können. In den kommenden 2 1/2 Jahren möchte ich mein bisher ambitioniertestes Projekt in die Tat umsetzen. Zusammen mit Greenpeace soll eine Fotografie entstehen, welche die Schönheit und Vielfalt unserer Heimat, der Erde, wiedergibt. Ich möchte mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach monatelanger Vorarbeit freut es mich sehr, an dieser Stelle das Konzept für meine neue Arbeit vorstellen zu können. In den kommenden 2 1/2 Jahren möchte ich mein bisher ambitioniertestes Projekt in die Tat umsetzen. Zusammen mit Greenpeace soll eine Fotografie entstehen, welche die Schönheit und Vielfalt unserer Heimat, der Erde, wiedergibt. Ich möchte mit meinen Bildern und Geschichten diesem einzigartigen Organismus ein würdiges Denkmal setzen. Dazu soll das Projekt einen kleinen Beitrag dazu leisten, das wir Menschen diesen Planeten in Zukunft bewusster wahrnehmen und unseren Umgang mit ihm nachhaltiger gestalten. Dabei können sich in einem solch langen Arbeitsprozess natürlich noch Änderungen zum hier vorliegenden Konzept ergeben. Ziel ist es ab März 2014 mit einer beeindruckenden Multivisionsshow auf große Tournee zu gehen. Alle Geschichten werden im Laufe der kommenden Monate an dieser Stelle veröffentlicht. Ich freue mich wenn die Leser von &#8220;Wildview&#8221;  auch Freunde und Bekannte darauf hinweisen um möglichst viele Interessierte für dieses Projekt zu gewinnen. Der aktuelle Vortrag &#8220;Europas wilde Wälder&#8221; wird noch bis Ende 2012 zu sehen sein.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wildview.de/2011/10/27/naturwunder-erde-ein-fotoprojekt-nimmt-formen-an-27-10-2011/konzept-blog-kl-neu/" rel="attachment wp-att-1038"><img class="aligncenter size-full wp-image-1038" title="Konzept-Blog kl neu" src="http://www.wildview.de/wp-content/uploads/2011/10/Konzept-Blog-kl-neu.jpg" alt="" width="645" height="4299" /></a><a href="http://www.wildview.de/2011/10/27/naturwunder-erde-ein-fotoprojekt-nimmt-formen-an-27-10-2011/konzept-blog-kl/" rel="attachment wp-att-1035"><br />
</a></p>
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