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	<description>Unabhängig über Politik, Gesellschaft und Medien. Österreich. EU. Global.</description>
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		<title>Warum ich Feminismus schwierig finde</title>
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		<comments>http://zurpolitik.com/2010/02/01/warum-ich-feminismus-schwierig-finde/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 02:31:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Audimax]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Wenn es Feministinnen um Gleichberechtigung ginge, würden sie für Männerrechte kämpfen. #lmao #megafail ^^&#8221; &#8211; twitterte porrporr
So lustig fände ich das gar nicht, hatte ich quasi gesagt. Eigentlich finde ich das Wort &#8220;Gleichberechtigung&#8221; (das FeministInnen ja auch gerne benutzen) deutet ja ziemlich genau das an. Ganz geschockt reagierte die Twitterantin &#8220;porrporr&#8221; auf diese meine Reaktion. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Wenn es Feministinnen um Gleichberechtigung ginge, würden sie für Männerrechte kämpfen. #lmao #megafail ^^&#8221; &#8211; <a href="http://twitter.com/porrporr/status/7161036465" >twitterte porrporr</a></p></blockquote>
<p>So lustig fände ich das gar nicht, <a href="http://twitter.com/schaffertom/status/7165148627" >hatte</a> ich quasi <a href="http://twitter.com/schaffertom/status/7165214391" >gesagt</a>. Eigentlich finde ich das Wort &#8220;Gleichberechtigung&#8221; (das FeministInnen ja auch gerne benutzen) deutet ja ziemlich genau das an. Ganz geschockt reagierte die Twitterantin &#8220;porrporr&#8221; auf diese meine Reaktion. <span id="more-2871"></span></p>
<p>Mit dem Feminismus und mir ist das so eine Sache. Ich bin da an sich recht sensibilisiert und aufgeschlossen. Es fiele mir sowieso im Traum nicht ein, Frauen in irgendeiner Form selbst zu benachteiligen. Doch es ist sehr unangenehm Feminismus dort zu kritisieren, wo das nötig erscheinen würde. </p>
<p>Im Plenum des besetzten Audimax stürmte die &#8220;AG Frauen, Lesben, Transgender&#8221; in den ersten Wochen nahezu allabendlich die Bühne, hielt einen Vortrag über die Notwendigkeit von Antisexismus und erzählte uns, wie schlimm auch diese Bewegung sei. Mehrmals wurde dem Plenum der Besetzung mitgeteilt, dass die AG wegen dem &#8220;<a href="http://www.univie.ac.at/unique/unique/index.php/commentar/1268-09/11/2114-die-studentinnen-und-der-sexismus" >antifeministischen Hass der Besetzer _innen</a>&#8221; nicht mehr Teil der Besetzung sein könne. Nur um dann Minuten später beim (gefühlt 200 Mal abgestimmten) Antrag einstimmige Zustimmung zu erhalten, Antisexismus als Grundsatz der Bewegung zu manifestieren. </p>
<p>Ich bezweifle nicht, dass es sexistische Vorfälle und Übergriffe gegeben hat. Immerhin waren tausende Menschen anwesend, die klarerweise niemand einer Gesinnungsprüfung unterzog &#8211; es muss fast zwingend IdiotInnen darunter gegeben haben. Aber ich hatte täglich über viele Wochen viele Stunde dort verbracht und schlichtweg nichts miterlebt. Sexismus konnte also nicht gerade ein Massenphänomen sein und war definitiv kein in der Bewegung geduldetes Verhalten. Aber in diesen Plenarsitzungen stand niemand auf um zu widersprechen.</p>
<p>An Höhepunkten wurde das zur Farce: Als eine Abordnung der TU Wien mit Transparenten und Fahnen jubelnd den Saal stürmte um uns AudimaxistInnen mit einer Solidaritätserklärung zu überraschen, wurde sie von derartig gesinnten FeministInnen wieder runtergejagt. &#8220;Hier redet gerade eine Frau, und dann stürmen da ein paar Typen die Bühne &#8211; geht nicht. Buh!&#8221;, wurde gejammert. </p>
<p>Dass die Bühne gestürmt wurde, hatte da natürlich mit dem Geschlecht der aktuellen Rednerin nichts zu tun. Das Timing hätte genausogut einen &#8220;Macker&#8221; oder &#8220;Typen&#8221; treffen können (wie die Mitglieder der AG Frauen gerne Männer nannten). Welch Ironie, dass gerade diese Zwischenrufe ausblendeten, dass die TU-&#8221;Typen&#8221; auch Frauen unter sich hatten. Eine davon schrie etwas unbedacht später von der Bühne, wir seien super, aber sollten doch bitte mit dieser &#8220;Scheiss Sexismus-Scheisse&#8221;-aufhören. Sie meinte damit die angesprochenen penetranten Feminismen und wurde zum Teil ausgebuht, zum Teil beklatscht, großteils aber einfach ungläubig angestaunt.</p>
<p>Wenn einer Denkrichtung überhaupt nicht mehr widersprochen werden kann, bekommt sie Keulencharakter, nimmt sich damit nach und nach aus dem ernstzunehmenden Diskurs und schadet im Endeffekt der Sache. So sagte zwar niemand etwas, aber das Ansehen der AG Frauen litt, weil die Leute diesen zeitweise radikalen Eifer und diese pauschalisierenden, zeitweise Verfolgsungswahn-artigen Attacken natürlich bald satt hatten (wer erinnert sich noch an den angedachten offenen Brief an Menasse, er solle doch bitte verdammt nochmal gendern?). Bald hörte der Großteil nicht mehr zu und der Rest (der Männer und Frauen) überdrehte die Augen. Auch die berechtigten Anliegen gingen in der Folge unter. </p>
<p>Aus demselben Grund wie die meisten AudimaxistInnen schwiegen, spreche ich mit FeministInnen nicht gerne über &#8220;ihr&#8221; Thema (das ich genauso als meines betrachte). Ein ungeschicktes, ein unbedachtes, oder einfach nur ein unliebsames Wort und schon hat man den Salat, wird angefeindet oder verspottet &#8211; fast nie sachlich über mögliche Fehler aufgeklärt. (Darum erscheint dieser Artikel erst jetzt, und wanderte in änhlicher Form schon zig Mal wieder in den Papierkorb.)</p>
<blockquote><p>&#8220;Gefördert wird der unverblümte Sexismus durch neue Kommunikationsformen wie Facebook und Twitter &#8211; nun können endlich alle mitmachen&#8221; &#8211; <a href="http://www.univie.ac.at/unique/unique/index.php/commentar/1268-09/11/2114-die-studentinnen-und-der-sexismus" >Unique</a></p></blockquote>
<p>Nehmen wir an, ein Gesetz benachteiligt Frauen und eine aufgebrachte Dame beklagt dies. Ich würde antworten: &#8220;Wir Männer sind bei Sorgerechtsstreitigkeiten und Scheidungen auch scheisse dran. Die <em>armen Frauen</em> sind immer soo empfindlich.&#8221; Man stelle sich das (gerechtfertigte) Tara vor, nach so einer Respektlosikgeit. Was ich noch nicht verraten habe ist, dass diese Twitterantin aus dem Eingangsbeispiel mir (nach <a href="http://twitter.com/porrporr/status/7165450421" >tagelanger, empörter</a> <a href="http://twitter.com/porrporr/status/7796023127" >Verschnaufpause</a>) mit genau so einem &#8220;<a href="http://search.twitter.com/search?q=%23armemaenner" >#armemaenner</a>&#8220;-Hashtag antwortete. Männer die ab und zu bei FeministInnen über Benachteiligungen des eigenen Geschlechts klagen kennen diesen Spott, dass sie überempfindlich und &#8220;ach so arm&#8221; seien. </p>
<p><a href="http://zurpolitik.com/feed/"  target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rss.jpg" alt="RSS-Feed" title="RSS-Feed" border="0" width="150" height="200" align="right" /></a>Für manche feministische Grüne ist es zum Beispiel &#8220;sexistisch&#8221; von einem Mann, zu sagen es genüge nicht Brüste zu haben um in der Partei was zu werden (sondern dass die Frauen da was drauf haben). Es ist aber &#8220;überempfindlich&#8221;, wenn sich Männer an Begriffen wie &#8220;alter Silberrücken&#8221; stören oder daran, dass die grünen Wahllisten zwar 50% Frauen, aber nicht 50% Männer beinhalten müssen. Es sind solche Dinge, die das Gefühl auslösen, dass derartige FeministInnen es mit der &#8220;Gleichberechtigung&#8221; nicht ehrlich meinen und die (natürlich selteneren) Diskriminierungen von Männern nicht besonders ernst nehmen. Und dieses Gefühl erstickt die Lust auf eine Diskussion recht schnell.</p>
<p>Es ist falsch dann aus der Diskussion auszusteigen. Damit überläst man das wichtige Feld der Gleichberechtigungspolitik immer ein Stück weit den Extremen (die aber nie etwas erreichen werden). Aber ich höre zunehmend damit auf, die Schuld für das Debattenende nach solchen Attacken bei mir zu suchen. Wenn das Feminismus ist und mein ganz einfach zutiefst egalitäres Menschenbild nicht, dann ist mir Feminismus zu blöd. </p>

<p><a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/E0r1HJ7RXP1lCPRTvXXljvQ41bQ/0/da"><img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/E0r1HJ7RXP1lCPRTvXXljvQ41bQ/0/di" border="0" ismap="true"></img></a><br/>
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		<title>Spenden für Haiti: Wer wieviel verspricht und ein Vergleich mit dem Tsunami</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 11:35:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[All das und noch viel mehr in einer einzigen Grafik? Unmöglich, denkt ihr? Möglich, sage ich. David McCandless von Information is Beautiful hat das Ganze visualisiert, wieder einmal auf hervorragende Art und Weise. (But beware!)

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			<content:encoded><![CDATA[<p>All das und noch viel mehr in einer einzigen Grafik? Unmöglich, denkt ihr? Möglich, sage ich. David McCandless von Information is Beautiful hat <a href="http://www.informationisbeautiful.net/2010/haiti-earthquake-whos-given-what/" >das Ganze visualisiert</a>, wieder einmal auf hervorragende Art und Weise. (<a href="http://zurpolitik.com/2010/01/10/die-politische-macht-von-infografiken/" >But beware!</a>)<span id="more-2868"></span></p>
<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/haiti_550_2.gif" alt="" title="Haiti und der Tsunami: Ein Spendenvergleich" width="530" /></p>

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		<title>Auf dem Spiel steht unsere Angst</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 04:33:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Asyl]]></category>
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		<description><![CDATA[
Die Republik streitet, wer die &#8220;Last&#8221; eines AsylwerberInnen-Erstaufnahmezentrums (oft auch Lager genannt) stemmen soll. Die Innenministerin will es dort bauen, der Kanzler lieber da. Dort und da sind gar nicht begeistert. Andere würden das Asylwesen sowieso lieber ganz abschaffen. Und im Getöse der Dummen und Lauten hört in bester österreichischer Manier niemand jenen zu, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/panic.jpg" alt="" title="Don&#039;t Panic" width="530" height="200" class="alignnone size-full wp-image-2857" /><br />
Die Republik streitet, wer die &#8220;Last&#8221; eines AsylwerberInnen-Erstaufnahmezentrums (oft auch Lager genannt) stemmen soll. Die Innenministerin will es dort bauen, der Kanzler lieber da. Dort und da sind gar nicht begeistert. Andere würden das Asylwesen sowieso lieber ganz abschaffen. Und im Getöse der Dummen und Lauten hört in bester österreichischer Manier niemand jenen zu, die viel bessere Ideen haben.<span id="more-2855"></span></p>
<p><span class="ad"><script type="text/javascript"><!--
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</span>Ein sehr kluger Mensch hat kürzlich im Fernsehen erklärt, warum eh klar ist, dass weder da nocht dort eine Freude mit einem Lager hat. Der Name dieser Person wird &#8220;ausländerskeptische&#8221; LeserInnen vermutlich dazu verleiten, nicht weiterzulesen. Es handelt sich um eine Heldin der Grünen und ein rotes Tuch für die Rechten. Sie sollten trotzdem weiterlesen. </p>
<p><a href="http://utebock.at" >Ute Bock</a> sagt bei ihrem Auftritt in der <a href="http://tvthek.orf.at/programs/1303-Kulturmontag/episodes/1166863-Kulturmontag/1166895-Lebens-Hilfe---Bock-for-President-" >ORF-Sendung Kulturmontag</a>: &#8220;Es ist sicher schlecht, wenn man eine große Menge Menschen in einem Lager in einer kleinen Ortschaft zusammenpfercht. Die Idee sie auf alle Bundesländer aufzuteilen ist viel besser.&#8221; </p>
<p>Warum, das zeigt schließlich der Fall der Familie Zogaj, der bei aller Diskrepanz in den Sympathiewerten wohl kaum jemand unterstellen wird, sie sei schlecht integriert gewesen. &#8220;Der Familie ist in der Ortschaft wo sie gewohnt hat geholfen worden von allen Seiten. Das fördert die Integration&#8221;, erkennt auch Bock. &#8220;Wenn ich dort 300 Leute habe &#8211; die nicht beschäftigt werden und arbeiten dürfen &#8211; stehen die in einer kleinen Ortschaft herum, in der es vier Häuser gibt. Ich kann mir schon vorstellen, dass sich die Leute da fürchten. Wenn man sie [die AsylwerberInnen] aufteilt, leben sie sich leichter ein.&#8221;</p>
<p>Jetzt müssen wir kurz rechnen: In Österreich leben 8,4 Millionen Menschen in 2.358 Gemeinden. In den sechs größten Gemeinden (Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt) leben 2,5 Millionen Menschen. Um den Schnitt nicht zu stark verfälschen rechnen wir die kurz raus, dann bleiben in den verbleibenden Gemeinden durchschnittlich 2.500 Einwohner. Die großen Städte ergeben einwohnermäßig also weitere 1.000 Gemeinden. Österreich besteht also aus errechneten 3.352 Gemeinden zu je 2.500 EinwohnerInnen.</p>
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</span>Im Jahr 2008 gab es 12.841 Asylanträge. Das ist also die Zahl der AsylwerberInnen, die man für die Dauer des Verfahrens unterbringen muss. Man kann nun in 1.000 Seelen-Gemeinden wie Eberau Zentren stellen in denen man 300 Menschen unterbringt (+30% Menschen). Dann fürchtet sich die von jahrelanger Hetze geprägte Bevölkerung verständlicherweise vor den vielen, wenn auch großteils harmlosen Fremden. </p>
<p>Demagogin A hätte dann ihre größte Stunde, und spräche über verbrecherische Maßnahmen wie eine Inhaftierung dieser 300 teils schwer traumatisierte Personen. Und der Populist B schriee nach einer Volksabstimmung, bei der nur die Verängstigten gefragt würden, ob sie den Angst haben möchten. So ein Zentrum klingt nach einer tollen Idee. Das könnte man schon machen. </p>
<p>Oder aber man setzt Auge mal Pi in jede der 3.352 Gemeinden mit 2.500 Einwohnern vier AsylwerberInnen (+0,16% Menschen). Die Bevölkerung würde sich nicht fürchten sondern sich wie bei den Zogajs mit den Neuankömmlingen anfreunden und dagegen kämpfen, wenn sie später abgelehnt werden (was laut Innenministerium rund drei Viertel der Asylanträge betrifft). Die AsylwerberInnen würden in diesem schwierigen Lebensmoment nicht wie Vieh hin- und hergeschoben werden und könnten sich integrieren &#8211; vielleicht ließe man sie sogar arbeiten. Alle würden profitieren, das Leben würde einfacher und in der Politik könnte endlich über wirklich entscheidende Fragen der Gesellschaft gesprochen werden. </p>
<p>Ein erschreckender Gedanke. Was da alles auf dem Spiel steht! Am Ende könnten manche noch ihre Angst verlieren!</p>
<p>Statt auf kluge, herzliche, thematisch erfahrene Menschen wie Ute Bock zu hören, glauben in Österreich zu viele, dass die FPÖ die Ängste der Bevölkerung ernst nimmt. Man vermutet, dass alles was grün und links klingt den AusländerInnen hilft und den ÖsterreicherInnen schadet. Als wären das zwei natürliche Gegensätze, wo der eine nur auf Kosten des anderen sein kann. Bis ins linke Spektrum hinein gibt es Leute, die dem &#8220;Partei des kleinen Mannes&#8221;-Schmäh der FPÖ voll aufsitzen. Weil das möglichst schreierische Ansprechen und hysterische Schüren einer Angst mit dem Lösen des dazugehörigen Problems verwechselt wird. </p>
<p><a href="http://zurpolitik.com/feed/"  target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rss.jpg" alt="RSS-Feed" title="RSS-Feed" border="0" width="150" height="200" align="right" /></a> Österreich will nicht einsehen: Die Lösung auf das Problem der überfluteten Erstaufnahezentren ist, überhaupt keine solchen Zentren mehr zu unterhalten. Die ja nicht gerade schwierig zu verstehende Idee und Begründung von Frau Bock ist viel besser: Ermöglichen wir Integration.</p>
<p>Ein Wiener FPÖ-Vertreter erklärte kürzlich dem <a href="http://falter.at" >Falter</a> (Ausgabe 48/09, S.11), was eine seiner ersten Amtshandlungen als Bezirksvorsteher wäre: &#8220;Frau Bock in unserem Bezirk das Handwerk legen&#8221;. Dieses ganze Problem nicht zu lösen bringt den rechten Parteien hunderttausende Stimmen und viele hochbezahlte Jobs. Es ist wohl weder besonders klug noch fair, gerade die darum zu bitten, das Problem zu beseitigen. </p>
<p><em>Foto: <a rel="nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/brighton/2153602543/sizes/o/" >jim limwood</a>, CC 2.0 BY</em></p>

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		<title>Eine kleine Geschichte der modernen Macht</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 01:27:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wieder ein nettes kleines Infovideo. Diesmal aus der Kooperation einesr liberalen britischen Thinktanks mit einem Designstudio. Es illustriert einige Formen von Macht in unserer Gesellschaft. (via)

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wieder ein nettes kleines Infovideo. Diesmal aus der Kooperation einesr <a rel="nofollow" href="http://www.demos.co.uk/" >liberalen britischen Thinktanks</a> mit einem <a rel="nofollow" href="http://www.airside.co.uk/" >Designstudio</a>. Es illustriert einige Formen von Macht in unserer Gesellschaft. (<a href="http://www.spreeblick.com/2010/01/14/the-power-gap/#more-26971" >via</a>)</p>
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		<title>Uni oder FH – Bastelexzess versus Tiefgang</title>
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		<comments>http://zurpolitik.com/2010/01/13/uni-oder-fh-bastelexzess-versus-tiefgang/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 09:21:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Koestinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[FH]]></category>
		<category><![CDATA[Uni]]></category>

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		<description><![CDATA[
Uni gegen Fachhochschule &#8211; ein gern strapaziertes Duell. Dabei werden sie immer ähnlicher. 
Ich mache beides (Uni-FH-Doppelmaster) und ich mag beides.
Natürlich ist die Ausgangspositionen eine völlig andere: Hunderte Kollegen an der Uni stehen fünfzig Kollegen an der FH gegenüber. Und natürlich hat die FH eine völlig andere Idee von Lehre. Stichwort Ausbildung statt Bildung.
Während ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/duell.jpg" alt="" title="Duell" width="530" height="300" class="alignnone size-full wp-image-2839" /></p>
<p>Uni gegen Fachhochschule &#8211; ein gern strapaziertes Duell. Dabei werden sie immer ähnlicher. <span id="more-2802"></span></p>
<p>Ich mache beides (Uni-FH-Doppelmaster) und ich mag beides.<br />
Natürlich ist die Ausgangspositionen eine völlig andere: Hunderte Kollegen an der Uni stehen fünfzig Kollegen an der FH gegenüber. Und natürlich hat die FH eine völlig andere Idee von Lehre. Stichwort Ausbildung statt Bildung.</p>
<p>Während ich mich an der Uni aktuell mit dem 457845. Forschungsprojekt meiner Studierenden-Karriere beschäftige, werde ich an der FH zunehmend vom wissenschaftlich kompetenten Generalisten zum Spezialisten. Und es macht Spaß.</p>
<p><strong>Buchloses Lehren und Bastel-Exzess</strong></p>
<p>Ich bin nicht an der FH, um Dinge zu lernen, die ich auch in Büchern  nachlesen kann. Der Großteil dessen, was ich vorgetragen bekomme, sind inspirierende Einblicke, Erfahrungsberichte von Leuten, die wissen wovon sie reden. Ich darf Prototypen bauen und mich auch sonst regelmäßig mit dem Bastelkoffer austoben. Demgegenüber habe ich an der Uni jahrelang Lehrveranstaltungen von uninspirierenden, wenn nicht gar völlig desillusionierenden LV-Leitern erlebt, die doch tatsächlich vielfach nicht über den Theorienstand der 70er-90er Jahre hinausreichten. Nicht nur, aber doch hinreichend. </p>
<p>Didaktisch beschränkt sich die Uni mehrheitlich auf den Frontalvortrag, wogegen die FH fast ausschließlich auf Projektarbeiten setzt. Die FH fordert viel mehr Aktivität (dort präsentiere ich mehrmals am Tag, an der Uni wenige Male im Semester), die Uni fördert Passivität. Ich habe Uni-Kurse mit Anwesenheitspflicht, bei denen ich tatsächlich die gesamte Kursdauer über nur aus einem Skript vorgelesen bekomme. </p>
<p><strong>Wer will schon denken? &#8211; Der Selbstständigkeitsfail</strong></p>
<p>An der FH wird nicht mit Skripten gearbeitet. Trotzdem, es geht auch dort um Selbst-Aneignung. Jeodch im aktiven Sinn: Nicht nachlesen, sondern tun! Ausprobieren! Im Team, im Austausch mit anderen. Was sich als wesentlich produktiver erweist. Nebenbei lerne ich noch unglaublich viel über mich selbst, über meine Rolle im Team, über meine Außenwirkung und Potenziale. An der Uni mutiert man zum Einzelkämpfer. Nicht zuletzt aufgrund des ständigen Kampfes um die beschränkten Kursplätze.</p>
<p>Eine gewisse Selbstständigkeit hat natürlich durchaus seine Vorteile. Fragt man Kollegen, warum sie sich für die Fachhochschule entschieden hätten, kommt vielfach der Hinweis auf die bereits vorgegebenen Organisations-Strukturen. Viele FH-Studierende würden ein Uni-Studium vielleicht nie beenden. Genau darin sehe ich übrigens einen der Gründe, warum viele Studierende – egal ob Uni oder FH &#8211; diese Proteste heftig kritisiert haben: Die Reformen der letzten Jahre schränken das selbstständige Denken und Handeln enorm ein. Der vorproprammierte Dumpfnuss-Schluss: So what? Muss ich mich selbst um noch weniger kümmern. Weniger denken bedeutet weniger Aufwand, tolle Sache!</p>
<p>Unterschiedliche Ausgangspositionen hin oder her, vieles lässt sich damit einfach nicht rechtfertigen. Warum schaffts die FH, Inhalte so spielerisch und auf modernste Weise zu vermitteln? In Uni-Seminare hat man ebenso Kursgrößen von 20-50 Leuten (zumindest an der Publizistik), mit denen sich anständig arbeiten ließe. Die FH ist in allen Belangen wesentlich moderner aufgestellt &#8211; sowohl was Lehrmethoden als auch LV-Inhalte betrifft. Ich bekomme selbstverständlich von Twitter-Kampangnen erzählt, wo man an der Uni erst mal nur verdutzte Gesichter ernten würde. </p>
<p><strong>Käfig-Lernen</strong></p>
<p>Jedenfalls: Ich bin froh, meinen Bakk-Abschluss an der Uni gemacht zu haben und auch noch weiter dort studieren und forschen zu können (was ich mir im Falle der Wiedereinführung der Studiengebühren nicht mehr leisten könnte). Die Tiefe, mit der man sich an der Uni mit Themen auseinandersetzt, ist von unschätzbarem Wert. Die FH-Ausbildung lernt mir das – unglaublich spannende &#8211; Handwerkszeug. Das ich, so glaube ich, mithilfe meiner Uni-Vorbildung jedoch viel besser einsetzen kann. Was die FH aber nicht lehrt ist, das zur Verfügung gestellte Handwerkszeug zu hinterfragen. Man wendet einfach an. Wird schon passen. </p>
<p>Ich bin wirklich froh, nicht schon in meinen ersten Semestern dem strikten Regelwerk der FH unterlegen zu sein. Mit fixen LV-Zeiten, null Flexibilität bei der Kurs-Auswahl und einer FH-Leitung, die glaubt, mir das Leben erklären und in weiterer Folge gleich vorstrukturieren zu müssen. </p>
<p><strong>FUNI – der FH/Uni-Hybrid </strong></p>
<p>Wobei die gegenwärtigen Umstrukturierungen an der Uni in die selbe Richtung arbeiten. FH und Uni werden immer ähnlicher. Was ich prinzipiell als einen interessanten Ansatz ansehe, sich aber aktuell in eine völlig falsche Richtung entwickelt. An der Uni konnte ich zu Bakk-Zeiten drei Studien parallel belegen und mir den Großteil auch anrechnen lassen. Die Hälfte (!) meines Studiums bestand aus freien Wahlfächern, so dass ich im Endeffekt die Möglichkeit hatte, ein völlig individuelles und enorm vielseitiges Studium zu absolvieren. Ich konnte mein Studium in 5 Semestern beenden und das sechste Semester so problemlos für einen Auslandsaufenthalt nutzen. Ein Privileg von unschätzbarem Wert. </p>
<p>Inzwischen kann ich auch an der Uni nicht mehr frei entscheiden, welche Kurse ich wann belegen will. Entsprechen die individuellen Studieninteressen doch oftmals nicht den endlosen Voraussetzungs-Ketten oder dem strikt vorgegeben Modul-System. Kurse, die ich mir aufgrund der dezenten Beschränkheit des super-modernen Anmeldesystem nicht anrechnen lassen kann, kann ich überdies einfach nicht belegen. Wozu auch, es geht ja doch nur mehr ums stupide Sammeln von ECTS-Punkten. </p>
<p>Ich konnte im Laufe meiner Uni-Karriere selbst entscheiden, welchen Weg ich einschlage und ich war flexibel genug, diesen Weg stets meinen Entwicklungsschritten anzupassen. Mittlerweile kann man nur mehr vorgegebenen Modul-Wegen folgen. Willkommen im Bildungs-Knast!</p>
<p><strong>Doch mehr Flexibilität durch Bachelor-Master? </strong></p>
<p>Ich bin mir sicher, die Qualitätsunterschiede an den verschiedenen Fachhochschulen sind enorm. Auch an der Uni gleicht kaum ein Studiengang dem anderen. Der Bachelor-Master-Struktur sei (ausnahmsweise) dank, wird es zunehmend nicht mehr nur bei einem Studien-Abschluss bleiben. Es ist problemlos möglich, nach dem Bakk. zu wechseln, einen zweiten, dritten, vierten Master dran zu hängen oder ein FH-Studium (etwa in „berufsbegleitender“ Form) ergänzend zu einem Uni-Studium zu absolvieren und umgekehrt. Die Möglichkeiten sind da, ich kann&#8217;s nur empfehlen. </p>
<p>Ich für mich hab mit dem Doppelmaster jedenfalls die optimale Kombination gefunden – und würde mir wünschen, Uni-Kollegen etwas von der Projektpraxis und FH-Kollegen etwas von der Fähigkeit, Dinge zu hinterfragen, sich tiefergehend mit etwas auseinanderzusetzen, abgeben zu können. </p>
<p><em>Fotocredit: <a rel="nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/onkel_wart/2167055728/sizes/l/" >onkel_wart</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.en" >CC2.0 BY-NC-SA</a></em></p>

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		<title>Mein #unibrennt-Interview für Progress</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/ZurPolitik/~3/JJP9Ud_A-r8/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2010/01/12/mein-unibrennt-interview-fur-progress/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 14:02:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitales]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Audimax]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Uni]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Journalistin von Progress, dem Magazin der ÖH, hat mich kürzlich kontaktiert um ein kurzes Interview zu den Studierendenprotesten gebeten. Meine ungekürzten Antworten findet ihr (wie gewohnt?) hier.
Progress: Wann hast du die Karte &#8220;unsere unis&#8221; entworfen? Wie viele Zugriffe auf die Karte hat es bisher gegeben?
Tom: Ich habe die Karte begonnen als sich abzeichnete, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Journalistin von <a href="http://www.progress-online.at/" >Progress</a>, dem Magazin der ÖH, hat mich kürzlich kontaktiert um ein kurzes Interview zu den Studierendenprotesten gebeten. Meine ungekürzten Antworten findet ihr (wie gewohnt?) hier.<span id="more-2798"></span></p>
<p><strong>Progress:</strong> Wann hast du <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/10/unsere-unis-eine-karte/" >die Karte &#8220;unsere unis&#8221;</a> entworfen? Wie viele Zugriffe auf die Karte hat es bisher gegeben?<br />
<strong>Tom:</strong> Ich habe die Karte begonnen als sich abzeichnete, dass der Protest international wird. Ich wollte eine Übersicht im absehbaren Chaos schaffen. Anfangs suchte ich aktiv selbst über Twitter nach verifizierbaren Nachrichten über Besetzungen. Mit der Zeit haben mir dabei zwei, drei andere Studenten die ich vorher nicht kannte geholfen, weil sie das Projekt interessant fanden. Nach etwa einem Monat war die Karte dann so ziemlich überall bekannt und die BesetzerInnen von neu dazugekommenen Universitäten begannen selbstständig mich anzuschreiben. Die Karte steht im Moment bei 2,4 Millionen Zugriffen.</p>
<p><strong>Progress:</strong> Inwieweit hat sich die Studierenden-Protestkultur deiner Meinung nach durch das Web 2.0 verändert?<br />
<strong>Tom:</strong> Die Studierenden-Proteste wären meiner Einschätzung nach <a href="http://zurpolitik.com/2009/10/31/die-debatte-zum-livestream-im-audimax/" >ohne das Internet bzw. insbesondere das Web 2.0 nicht möglich</a> gewesen. Punkt. </p>
<p>Nicht nur, weil die Kommunikation und Organisation auf so ziemlich allen Ebenen darüber stattfand, sondern auch, weil über diese eigenen Medienkanäle auch die traditionellen Medien erreicht wurden. Halbe Redaktionen saßen da staunend vor dem <a href="http://www.ustream.tv/channel/unsereuni" >Livestream</a> oder verfolgten die Sache über Twitter. Nicht zu vergessen: So konnten die Studierenden auch immer ihre Sichtweise einer ziemlich großen Öffentlichkeit präsentieren und dem grausamen Nonsense entgegenwirken der in vielen Medien zu lesen war.</p>
<p>Am zweiten Tag des Protests habe ich einen Freund mitgenommen, der selbst kein Student mehr ist. Damals war die ganze Sache hauptsächlich noch Party. Etwa drei Wochen später schrieb er mir eine SMS, dass er den Protest mal wieder über den Livestream beobachtet hat und begeistert ist, wie sich die Sache entwickelt hat. Für mich waren die Leute die den Livestream abdrehen wollten und Angst vor unserer eigenen Öffentlichkeit hatten lange Zeit über die größte Gefahr für den Protest.</p>
<p>Ohne das Nutzen des Webs hätte der Protest das erste Wochenende oder die erste Woche glaube ich nur sehr unwahrscheinlich überlebt &#8211; jedenfalls ganz sicher nicht mit dieser Stärke. </p>
<p><strong>Progress:</strong> Wie groß war den der Anteil der Studierenden, die gegen den Livestream waren &#8211; und ist das von einer bestimmten Gruppe ausgegangen?<br />
<strong>Tom:</strong> Der Anteil war an sich nicht groß. Das wurde immer wieder von einer kleinen Gruppe thematisiert. Zwischendurch hätte die aber beinahe Erfolg gehabt. Eine Abstimmung darüber, ob der Stream eingeschränkt werden sollte konnte nur mit Stimmengleichheit im Plenum abgelehnt werden.</p>
<p><strong>Progress:</strong> Mit welchen Argumenten kamen die Livestream-Gegner? Und wann war die Abstimmung im Plenum?<br />
<strong>Tom:</strong> Ich weiß nicht mehr, wann die war. Die Argumente liefen darauf hinaus, dass das ja alles wie Big Brother sei.</p>
<p><strong>Progress:</strong> Wer ist federführend für <a href="http://unsereuni.at/" >die österreichische Seite</a>? Wer strukturiert das und wer hat den Überblick über die Zugriffe? Kannst du mir da einen Ansprechpartner empfehlen?<br />
<strong>Tom:</strong> Wer die momentane Website entworfen hat weiß ich nicht. Die technische Wartung übernimmt eine eigene Arbeitsgruppe. Für die erste Version der Seite war <a href="http://www.2-blog.net/2009/unsereuni-und-das-social-web/" >Luca Hammer</a> zuständig, der überhaupt viel  in dem Bereichauf die Beine gestellt hat (u.a. den Livestream eingerichtet). Die aktuellen Inhalte werden von der AG Presse eingespeist. Ansprechpersonen und E-Mailadressen solltest du <a href="http://unsereuni.at/wiki" >im Wiki</a>.</p>

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		<item>
		<title>Die politische Macht von Infografiken</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 00:23:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Empfehlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Infografik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein sehr interessanter Kurz-Vortrag von Alex Lundry über das was hier in der Überschrift bereits steht. Über Chart Wars und den Zusammenhang zwischen dem Niedergang der Piraterie und dem Klimawandel.

(via)
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein sehr interessanter Kurz-Vortrag von <a href="http://twitter.com/alexlundry" >Alex Lundry</a> über das was hier in der Überschrift bereits steht. Über Chart Wars und den Zusammenhang zwischen dem Niedergang der Piraterie und dem Klimawandel.</p>
<p><embed src="http://blip.tv/play/g9M1gbi4eQI%2Em4v" type="application/x-shockwave-flash" width="530" height="360" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed><br />
(<a href="http://www.netzpolitik.org/2010/chart-wars-the-political-power-of-data-visualization/" >via</a>)</p>

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		<title>Super! Anschlag vereitelt! Nur eine kleine Frage</title>
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		<comments>http://zurpolitik.com/2009/12/27/anschlag-vereitelt-super-gemacht-noch-eine-kleine-frage/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 27 Dec 2009 11:55:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Terror]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Islamismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Geheimdienste waren nicht dafür verantwortlich. Die tollen und &#8220;unverzichtbaren&#8221; Sicherheitsgesetze auch nicht. Die Passagiere in einem vollbesetzten Flugzeug mussten es richten. Dass am Weihnachts-Freitag ein Anschlag in Detroit nur so verhindert werden konnte, sagt so schon ziemlich viel über die Sinnhaftigkeit der &#8220;Sicherheitspolitik&#8221; der letzten Jahre aus.


Eine Sache wäre da aber noch: Ich frage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Geheimdienste waren nicht dafür verantwortlich. Die tollen und &#8220;unverzichtbaren&#8221; Sicherheitsgesetze auch nicht. Die Passagiere in einem vollbesetzten Flugzeug mussten es richten. Dass am Weihnachts-Freitag <a href="http://derstandard.at/1259282692435/Flugverkehr-in-die-USA-Vereitelter-Anschlag-beschert-verschaerfte-Kontrollen" >ein Anschlag in Detroit</a> nur so verhindert werden konnte, sagt so schon ziemlich viel über die Sinnhaftigkeit der &#8220;Sicherheitspolitik&#8221; der letzten Jahre aus.<span id="more-2785"></span></p>
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</span>Eine Sache wäre da aber noch: Ich frage mich ja schon, wie ein nigerianischer Islamist, der auf der Beobachtungsliste des FBI und in einer Terrordatenbank wegen möglicher Verbindungen zu Al Quaida steht und als Radikalinski sogar medial bekannt ist, in einem Flugzeug im Landeanflug auf Detroid sitzen kann; mit einem Oneway-Ticket zu einer &#8220;religiösen Veranstaltung&#8221;; mit einer ans Bein <a rel="nofollow" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nitropenta" >gebunden Chemikalie</a>, die mit Hilfe der anderen Chemikalie in einer mitgebrachten Spritze zu einer Explosion führen könnte. </p>
<p>Wie geht denn das, wenn zum Beispiel ich nicht einmal eine Flasche Wasser mit ins Flugzeug nehmen kann, und schon gar nicht ohne dass ich vorher von vermutlich mehreren Behörden mit mehreren Datenbanken abgeglichen werde und meine Schuhe am Flughafen ausziehen muss?</p>

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		<title>#unibrennt: Das Audimax ist leer</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 14:50:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnis]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
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		<description><![CDATA[61 Tage lang war das Wiener Audimax besetzt. Jetzt räumte es das Rektorat knapp vor Weihnachten. Die ersten 1 bis 1,5 Monate war ich nahezu täglich viele Stunden dort. Am Tag der Räumung war ich erstmals seit drei Monaten nicht mehr in Wien. Die Aktion des Rektorats war letztklassig. Kurz vor einer politischen Einigung, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>61 Tage lang war das Wiener Audimax besetzt. Jetzt räumte es das Rektorat knapp vor Weihnachten. Die ersten 1 bis 1,5 Monate war ich nahezu täglich viele Stunden dort. Am Tag der Räumung war ich erstmals seit drei Monaten nicht mehr in Wien. Die Aktion des Rektorats war letztklassig. Kurz vor einer politischen Einigung, wie das Audimax ohnehin freigegeben würde, griff Rektor Winckler zu dieser Methode &#8211; bedrängt von den konservativen Parteien. Die Vorwürfe der schlechter werdenden Sicherheitslage sind natürlich reiner Humbug. Der Zeitpunkt ist einfach sehr geschickt gewählt. <span id="more-2777"></span></p>
<p>Heute sind nicht mehr viele Menschen in Wien. Die Ferien haben begonnen. Noch vor einer Woche wäre die Polizei bei einer Räumung vor 1000 Menschen gestanden. Neben den Ferien ging der Besetzung nach so langer Zeit natürlich auch die Luft aus. Die Regierungsparteien und auch die Unileitung haben den Aufschrei einer mitunter verzweifelten Studierendenschaft &#8220;erfolgreich&#8221; ausgesessen und so jegliches Vertrauen einer extrem aufgeschlossenen und pragmatischen Bewegung erst missbraucht und dann verspielt. </p>
<p><span class="ad"><script type="text/javascript"><!--
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</span><a href="http://zurpolitik.com/2009/11/27/unibrennt-auf-twitter/" >#unibrennt</a> war für mich aber schon etwas davor zu Ende. Nach vielen Wochen in denen ich mit Studium, Arbeit, Leben und Protest enormem Stress ausgesetzt war, ging mit Mitte Dezember die Lust aus. Als ich da zum letzten Mal anwesend war war die Stimmung bereits im Eimer. Statt über wichtige Dinge zu diskutieren, starteten einige wieder Debatten über den Livestream, andere verweigerten sich der Diskussion um eine Exit-Strategie, bließen nur Platitüden hinaus. Es war zu diesem Zeitpunkt bereits länger absehbar, dass die Zeit der vernünftigen Kräfte vorbei war und mangels frischer Energiezufuhr auch nicht mehr kommen würde. Dass es anscheinend trotzdem zu einer politischen Lösung hätte kommen können, ist umso erstaunlicher.</p>
<p>Das Rektorat verzichtete aber darauf, so zu einem gemeinsamen Erfolg zu kommen. Nach all der Zeit in der man nicht genau wusste, wo es in der ganzen Sache überhaupt steht, ist der Schleier nun ab. Es wurde eben auf den richtigen Moment gewartet, um das lästige Problem los zu werden.</p>
<p>Ich war ob dieser Abwärtstendenz der Bewegung zeitweise frustriert, hab es ihr aber als Ganzes nicht übel genommen. Es war nicht anzunehmen, dass man dauerhaft und endlos gegen das verkrustete und rein abwehrende politische System durchhalten wird. Das sitzt am längeren Ast. Und obwohl es nun wahrscheinlich fürs Erste die Proteste hinter sich hat, ist es der größte Verlierer der Auseinandersetzung.</p>
<p>Denn dieses schlechte &#8220;offizielle&#8221; Ende (der C1 ist wie viele Hörsäle in Österreich und Europa noch besetzt) soll nicht darüber hinweg täuschen, dass es einige Erfolge zu verzeichnen gab. Viele betreffen einen leichten Shift in der politischen Kultur. Österreich galt als ein Land in dem jährliche Streiks in Minuten gezählt werden, wo kein Mensch den Arsch hoch bekommt und man mit einer progressiven Thematik die Medien wenn überhaupt berühren bestenfalls gegen sich bringen kann. Falsch. </p>
<p>Die Studierenden haben wie selten zuvor eine parteilose Gruppierung 5-6 Wochen lang die Schlagzeilen und Medien dominiert. Zeitweise sogar unterstützt vom Boulevard. Positive Kommentare reichten bis hinein ins Herz der Progressiven- und Intellektuellenfeindlichkeit, dessen Name nicht genannt werden muss. Die Berichterstattung war in vielen Fällen eine mittlere Katastrophe und ein realistisches Zeugnis des österreichischen Journalismus. Aber dass sie überhaupt da war, ist ein Erfolg, den noch nach dem ersten Wochenende der Besetzung ganz und gar niemand kommen sah. </p>
<p>Durch die permanente Thematisierung mussten sich Medien und PolitikerInnen zumindest positionieren. Dass in der ÖVP die breite Masse nach der Polizei ruft, wenn sie mit einer Situation nicht zurecht kommt, wissen wir jetzt. Dass die SPÖ zwar eh schön redet, aber jede noch so aufgelegte Chance verstreichen lässt, um ihre eigentlichen Themen in Schwung zu bekommen, ist nicht neu. Und wir erfuhren auch, dass die Presse <del>als Qualitätszeitung</del> sich nicht zu schade ist, friedliche Studierende auch mal <a href="http://diepresse.com/blog/dirtycampaigning/entry/die_freak_show_an_der" >als &#8220;Freaks&#8221; zu beschimpfen</a> gegen die man &#8220;endlich einschreiten&#8221; soll (29. Oktober!). Da zeigt der Reaktionäre sein hübsches Gesicht. Ist doch auch schön, nicht wahr? </p>
<p>Aber lassen wir die schlechten Clowns beiseite und wenden wir uns wichtigerem zu. Es gab endlich ein demonstratives <a href="http://zurpolitik.com/2009/10/27/es-ist-unsere-uni/" >politisches Erwachen</a> einer Generation, die <a href="http://zurpolitik.com/2009/09/01/uber-meine-und-andere-generationen-sprechen-mit-ein-bisschen-wut/" >seit Jahren von den Alten verunglimpft, beschimpft und gedemütigt wird</a>. Und um diese geistig Erstarrten besonders hart zu bestrafen, war <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/10/jugendliche-faul-und-uninteressiert/" >dieses Erwachen</a> auch noch sympathisch. Dialogorientiert, friedlich, pragmatisch und obwohl äußerst inhomogen doch <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/02/ideologie-und-politik-im-audimax/" >mit festen Werten</a> einer solidarischen Gesellschaft verwurzelt. Irgendwann griff der Spin und die Strategie der sündteuren Parteiapparate natürlich auch in der Öffentlichkeit, aber wer hätte bis dahin gedacht, dass die Besetzung eines Hörsaals durch protestierende Studierende in Österreich auf mehrheitliche Zustimmung trifft?</p>
<p>In Wien waren dann gar <a href="http://zurpolitik.com/2009/10/29/uber-die-zahl-der-protesierenden/" >40</a>-<a href="http://zurpolitik.com/2009/10/28/50-000-menschen-demonstrieren-in-wien-gegen-bildungsabbau-video/" >50.000 Menschen</a> auf der Straße, in den größten Demonstrationen seit der Angelobung der rechtsrechten &#8220;Wenderegierung&#8221;, die den ganzen Schlamassel schlussendlich auch zu verantworten hat. </p>
<p>Von einzelnen PolitikerInnen über ganze Landtage bis zum ÖGB waren Solidaritätsbekundungen breit gestreut. Von SchülerInnen über Lehrende bis zu den KindergärtnerInnen. Endlich wurde <a href="http://zurpolitik.com/2009/04/13/beenden-wir-den-zerstreuten-bildungs-protest/" >der zerstreute Bildungs-Protest</a> ein Stückchen geeint. Irgendwo war da etwas von Erleichterung bei vielen zu spüren, dass Österreich <a href="http://zurpolitik.com/2009/06/23/2009-das-jahr-in-dem-osterreich-kippt/" >eben nicht zwingend ins Reaktionäre kippt</a>, sondern dass sich dagegen auch Massen stemmen. </p>
<p>Auch die Bildung wurde angekurbelt. Nämlich jene der tausenden, die sich aktiv an den Protesten beteiligt haben. Jene die Zeitungen gegründet und geführt, Pressebüros aufgebaut, Veranstaltungen organisiert, koordinieren, debattieren und Twitter zu nutzen gelernt, die spannendende und hässliche Seite von Politik hautnah erlebt oder auch einfach ein paar neue Freunde gefunden haben. Alls das haben jene verpasst, die über die ganze Bewegung lieber schimpften, statt sie in ihrem Sinn mitzugestalten. Die AGler halt.</p>
<p>Am Ende erwähnt seien auch die Dinge, die sich in Bezug auf die Forderungen von #unibrennt verbessert haben. Nicht nur die läppischen 34 Millionen Euro Notgroschen, die unser Superwissenschaftsminister plötzlich doch für die Unis übrig hatte. (Der, der für das Auslösen <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/10/unsere-unis-eine-karte/" >europaweiter Studierendenproteste</a> mit einem Job in Brüssel belohnt wurde.) Auch die Überprüfung der Curricula auf Universitätsebene wäre anders vermutlich nicht zustande gekommen. </p>
<p><a href="http://zurpolitik.com/feed/"  target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rss.jpg" alt="RSS-Feed" title="RSS-Feed" border="0" width="150" height="200" align="right" /></a> Die junge Generation hat ihre Stärken so gnadenlos ausgespielt, dass die Politik davon überrannt und in all ihrer Erstarrtheit bloßgestellt wurde. Ein Politikwechsel und eine komplette Systemreform wurden in ihrer Dringlichkeit offensichtlich. Bis heute, zwei Monate nach dem ersten Schock der ausgebrochenen Besetzung, spricht niemand in der Politik über ein bildungspolitisches Ziel für Österreich. Da werden Nebenschauplätze eröffnet um abzulenken, da wird geschwiegen und gnadenlos gelogen um die #unibrennt-Bewegung anzupatzen. Aber wohin Österreich in der Bildung oder gar als Gesellschaft will? No comment!</p>
<p>Auch wenn man all diese Dinge die ich als Erfolg sehe, gar nicht als Erfolg akzeptiert. Man muss doch einsehen, dass auch die beste Protestbewegung nichts für die verkalkten PolitikerInnen kann, die sie ignorieren. </p>

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		<title>Rest in Pixels</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 13:12:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitales]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Florian Hufsky]]></category>
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		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Nachricht traf mich unerwartet, dass Florian Hufsky tot ist. Nicht dass er starb, war unerwartet. Ich kannte ihn ja nicht. Dass es mich traf, war unerwartet. Unsere neue digitale Welt verändert auch den Tod &#8211; zumindest unsere Wahrnehmung davon.
Vor einiger Zeit las ich in einem Guardian-Blog einen herovrragenden Artikel. Der Autor beschrieb, wie Twitter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Nachricht traf mich unerwartet, dass <a href="http://florianhufsky.soup.io/" >Florian Hufsky tot ist</a>. Nicht dass er starb, war unerwartet. Ich kannte ihn ja nicht. Dass es mich traf, war unerwartet. Unsere neue digitale Welt verändert auch den Tod &#8211; zumindest unsere Wahrnehmung davon.<span id="more-2766"></span></p>
<p>Vor einiger Zeit las ich in einem Guardian-Blog <a rel="nofollow" href="http://www.guardian.co.uk/technology/2009/mar/06/not-safe-for-work-twitter-verbier" >einen herovrragenden Artikel</a>. Der Autor beschrieb, wie Twitter ihn mitten in eine Tragödie bei einer Bergwanderung zog, ihm den Ablauf, die Hoffnungen und den schlimmen Moment der Erkenntnis direkt auf den Bildschirm brachte. Er kannte die Opfer genausowenig wie ich Florian Hufsky. Aber er folgte wie ich Menschen, die eben doch Freunde von ihnen waren und teilweise sogar dabei waren. Dieses Erlebnis ließ ihn folgern, dass wir durch Netzwerke wie Twitter näher zusammen rücken. </p>
<p>Das ist plausibel. Wir erleben Schicksale von fremden Menschen direkter, weil wir auch am Leben von flüchtigen Bekannten deutlich mehr teilhaben. Wir sehen Ausdrücke von Trauer auf Twitter, die sonst verborgen blieben, und erfahren ohne zutun etwas über die Umstände solcher Tragödien. Manchmal schickt einem jemand vielleicht ein lustiges Youtube-Video zu, in dem ein Toter plötzlich sehr lebendig wirkt. Wir können aber die Gedanken der Toten sogar nachlesen, darüber nachdenken, Schlüsse ziehen und urteilen. Wenn wir das Zeitliche segnen werden unsere Timelines und Blogs, unsere Facebook-Accounts und Forenidentitäten von einem Datenschutzbedenken zu einem Vermächtnis.</p>
<p>Mein erstes Aha-Erlebnis mit dem Tod und dem Internet ist einige Jahre her. Früher war ich in einem Forum ziemlich aktiv. Einer von den Teilnehmern dort geriet mit mir bei einem speziellen Thema regelmäßig aneinander. Nicht so, dass man sich hasste, aber doch mitunter heftig. Ich werde diesen geschockten Moment nicht vergessen, als ich das Forum aufrief und die Nachricht von seinem Tod zu sehen bekam. Da war jemand mit einem Schlag weg, den ich niemals gesehen hatte, mit dem ich niemals privat kommunizierte, der aber doch viele Stunden unseres Lebens im Zentrum meiner Aufmerksamkeit stand. </p>
<p>Danach, und irgendwann merkte ich es wohl nicht mehr, blieb meine Meinung bei diesem speziellen Thema öfters unwidersprochen. Wir anderen Forumsteilnehmer erfuhren nur von seinem Tod weil ein Freund von ihm es uns mitteilte. Manchmal frage ich mich, wie oft schon andere Leute starben die mich ähnlich betrafen, von denen ich es nicht weiß. Was passiert mit diesen so vertrauten aber doch anonymen Online-Bekanntschaften, zu denen man den Kontakt irgendwann verliert?</p>
<p>Wir wissen was mit den Toten passiert, die wir im nicht-virtuellen Leben kannten. Aber selbst diese Erfahrung ändert sich. Ein Bekannter starb vor einigen Jahren bei einem Unfall. Das vergisst man nie wirklich, verdrängt es aber irgendwann. Schwieriger wird das dann, wenn dieser Mensch uns dann in regelmäßigen Abständen bei Facebook als Freund vorgeschlagen wird. </p>
<p><a href="http://zurpolitik.com/feed/"  target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rss.jpg" alt="RSS-Feed" title="RSS-Feed" border="0" width="150" height="200" align="right" /></a>Das Gefühl ist nie besonders toll, das dabei entsteht. Ich kann den Vorschlag auch nicht zu einem symbolischen Akt nutzen, weil die Anfrage ja niemand beantworten würde. Aber bei all den zig Gelegenheiten konnte ich mich auch nie dazu durchringen, den &#8220;Diesen Vorschlag nicht mehr anzeigen&#8221;-Button zu drücken. </p>
<p>Florian Hufskys Freunde und Bekannte schickten ihrem verstorbenen Freund den Gruß &#8220;Rest in Pixels&#8221; nach. Das klingt im ersten Moment schockierend leichtfüßig, wirkt angesichts der Schwere des Ereignisses respektlos. Und doch fasst dieser Gruß all diese realen, neuen Phänomene ganz gut.</p>

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