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	<title>Lars Geiges</title>
	
	<link>http://www.larsgeiges.de</link>
	<description>Journalist und Politologe</description>
	<lastBuildDate>Sun, 19 Feb 2012 14:40:45 +0000</lastBuildDate>
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		<title>“Grundmelodie des Unbehagens”</title>
		<link>http://www.larsgeiges.de/2012/01/03/rucht-protest/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 12:31:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
				<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Arabellion]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Rucht]]></category>
		<category><![CDATA[Occupy]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart 21]]></category>
		<category><![CDATA[Wutbürger]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Protestforscher Dieter Rucht hat den Frankfurter Heften f&#252;r deren aktuelle Ausgabe ein interessantes Interview gegeben, in dem er u.a. Occupy, den arabischen Fr&#252;hling und Stuttgart 21 analysiert. &#220;ber die weltweiten Protestbewegungen und deren vermeintlichen Verbindungslinien sagt er: &#8220;Es gibt sicherlich vordergr&#252;ndige Gemeinsamkeiten, auch eine explizite Bezugnahme aufeinander. (&#8230;) Es gibt auch gemeinsame Stich- oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_345" class="wp-caption aligncenter" style="width: 586px"><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:OccupyFrankfurt_Anonymous.JPG?uselang=de"><img class="size-full wp-image-345     " title=" " src="http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/OccupyFrankfurt_Anonymous.jpg" alt="" width="576" height="383" /></a><p class="wp-caption-text">Occupy-Demonstrant in Frankfurt mit Guy-Fawkes-Maske und Protestschild. (Foto: Wilhelm Degner, CC-Lizenz, Source: http://ow.ly/8guUY) </p></div>
<p style="text-align: left;">Der Protestforscher Dieter Rucht hat den <a title="Zur Seite der Neuen Gesellschaft/Frankfurter Hefte" href="http://www.frankfurter-hefte.de/Aktuelle-Ausgabe/" target="_blank">Frankfurter Heften</a> f&#252;r deren aktuelle Ausgabe ein interessantes Interview gegeben, in dem er u.a. Occupy, den arabischen Fr&#252;hling und Stuttgart 21 analysiert.</p>
<p style="text-align: left;">&#220;ber die weltweiten Protestbewegungen und deren vermeintlichen Verbindungslinien sagt er:</p>
<p style="text-align: left; padding-left: 30px;"><em>&#8220;Es gibt sicherlich vordergr&#252;ndige Gemeinsamkeiten, auch eine explizite Bezugnahme aufeinander. (&#8230;) Es gibt auch gemeinsame Stich- oder Schlagworte wie Transparenz, Demokratie, neue Formen der Kommunikation. Gleichwohl w&#252;rde ich sagen, dass dies zun&#228;chst ziemlich oberfl&#228;chliche Verbindungslinien sind.Wenn man genau hinsieht, dann haben die einzelnen Bewegungen doch zum Teil unterschiedliche Belange mit unterschiedlichem Tiefgang.&#8221;</em></p>
<p style="text-align: left;">&#220;ber das Wutb&#252;rgertum und den Typus des frustrierten Jugendlichen:</p>
<p style="text-align: left; padding-left: 30px;"><em>&#8220;Ich glaube, dass beide Denkfiguren eigentlich Verzerrungen dessen sind, was da real vorliegt. Denn die Unzufriedenheit, die zwar nicht alle erfasst hat, geht inzwischen quer durch alle Altersgruppen und auch horizontal durch verschiedene Milieus. Da ist auf der einen Seite das politisch linke Milieu,welches ja mehr Demokratie fordert: in der SPD, bei den Linken und den Gr&#252;nen. Demokratisierung der Demokratie w&#228;re das Stichwort. Aber auch bis weit ins konservative Lager hinein gibt es Unbehagen &#252;ber die politische Klasse, die gleichsam in sich ruht, um sich kreist, mit ihren parteipolitischen Rank&#252;nen und Konkurrenzk&#228;mpfen besch&#228;ftigt ist und im Grunde nicht so recht wei&#223;,was eigentlich in der Bev&#246;lkerung los ist.&#8221;</em></p>
<p style="text-align: left;">Und &#252;ber zuk&#252;nftige Entwicklungen des Protests:</p>
<p style="text-align: left; padding-left: 30px;"><em>&#8220;Es gibt eine Grundmelodie des Unbehagens an dieser Form der Demokratie und insbesondere der parteif&#246;rmig gestalteten Politik; und diese Melodie wird nicht so schnell verklingen. (&#8230;) Die Argumente sind schon sehr themen-und projektspezifisch, zum Teil auch lokalspezifisch. Einige sind gegen eine Talsperre, die der Energiegewinnung dienen soll, andere sind f&#252;r oder gegen Windm&#252;hlen, wobei sich oft beide Fraktionen als Umweltsch&#252;tzer verstehen. Wir werden also viele kleine Proteste erleben, auch vor dem Hintergrund der erw&#228;hnten Grundmelodie, aber keine allgemeine Verbr&#252;derung und keine gewaltige, &#252;bergreifende Protestwelle. Ich kann das zwar nicht ausschlie&#223;en, erwarte das aber nicht.&#8221;</em></p>
<p style="text-align: left;">Das gesamte Gespr&#228;ch ist <a href="http://www.frankfurter-hefte.de/Aktuelle-Ausgabe/" target="_blank">hier</a> nachzulesen.<em><br />
</em></p>
<div class="tw_button" style=";float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2012%2F01%2F03%2Frucht-protest%2F&amp;text=%22Grundmelodie%20des%20Unbehagens%22&amp;related=&amp;lang=en&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2012%2F01%2F03%2Frucht-protest%2F"  class="twitter-share-button" target="_blank" style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>“Politik hacken”</title>
		<link>http://www.larsgeiges.de/2012/01/02/politik-hacken/</link>
		<comments>http://www.larsgeiges.de/2012/01/02/politik-hacken/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 12:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kampagnen]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[aktivisten]]></category>
		<category><![CDATA[anonymous]]></category>
		<category><![CDATA[guttenplag]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>

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		<description><![CDATA[Erstmal ein frohes neues Jahr! L&#228;nger habe ich &#252;berlegt, was ich als ersten Post des neuen Jahres an diesem bescheidenen &#214;rtchen ver&#246;ffentlichen soll. Die Entscheidung fiel, als ich w&#228;hrend der besinnlichen Zeit auf diesen Vortrag stie&#223;, der auf dem Jahreskongress des Chaos Computer Clubs gehalten wurde: &#8220;Politik hacken – Kleine Anleitung zur Nutzung von sicherheitsl&#252;cken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Erstmal ein frohes neues Jahr!</p>
<p style="text-align: left;">L&#228;nger habe ich &#252;berlegt, was ich als ersten Post des neuen Jahres an diesem bescheidenen &#214;rtchen ver&#246;ffentlichen soll. Die Entscheidung fiel, als ich w&#228;hrend der besinnlichen Zeit auf diesen Vortrag stie&#223;, der auf dem <a title="Zur Seite des Kongress" href="http://events.ccc.de/" target="_blank">Jahreskongress des Chaos Computer Clubs</a> gehalten wurde:</p>
<p style="text-align: left;"><a title="Zur Kongress-Seite" href="http://events.ccc.de/congress/2011/Fahrplan/events/4804.en.html" target="_blank">&#8220;Politik hacken – Kleine Anleitung zur Nutzung von sicherheitsl&#252;cken gesellschaftlicher und politischer Kommunikation&#8221;.</a></p>
<p style="text-align: left;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><strong><p><a href="http://www.larsgeiges.de/2012/01/02/politik-hacken/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p><br />
</strong></p>
<p style="text-align: left;">Darin geht es um sogenannte neue Instrumente politischer Partizipation. Es geht um Kommunikationsguerilla-Aktionen, um spontan organisierte Proteste, um das Kapern und das Umdeuten von Kampagnen. Es geht um die Diskursherrschaft und die Beeinflussung von &#246;ffentlicher Meinung – mit, durch und im Internet. Dieser Hacktivism ist mit Sicherheit ein gro&#223;es Zukunftsthema, das uns auch 2012 besch&#228;ftigen wird.</p>
<p style="text-align: left;">Eine Art neo-unkonventionelle Beteiligungsform, die da Anonymous, die Hedonistische Internationale, Telecomix und andere Netzwerke an den Tag legen. Der Vortrag gibt einen interessanten Einblick.</p>
<div class="tw_button" style=";float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2012%2F01%2F02%2Fpolitik-hacken%2F&amp;text=%22Politik%20hacken%22&amp;related=&amp;lang=en&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2012%2F01%2F02%2Fpolitik-hacken%2F"  class="twitter-share-button" target="_blank" style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wer sind die “99 Percent”?</title>
		<link>http://www.larsgeiges.de/2011/12/19/99percent-occupy/</link>
		<comments>http://www.larsgeiges.de/2011/12/19/99percent-occupy/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 17:35:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
				<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Mike Konczal]]></category>
		<category><![CDATA[Occupy]]></category>
		<category><![CDATA[ows]]></category>
		<category><![CDATA[the99percent]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Mike Konczal vom Roosevelt Institute hat sich eine interessante Frage vorgenommen. Er wollte wissen, wer die &#8220;99 Prozent&#8221; sind, was sie fordern, wor&#252;ber sie sich beschweren und was sie sich w&#252;nschen. Kurz gesagt: Was bewegt Occupy-Aktivisten? Um auf diese Fragen Antworten zu finden, hat Konczal den vielfach verlinkten Tumblr &#8220;We Are the 99 Percent&#8221; untersucht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Mike Konczal vom <a title="Hier geht es zur Institutsseite" href="http://www.rooseveltinstitute.org/" target="_blank">Roosevelt Institute</a> hat sich eine interessante Frage vorgenommen. Er wollte wissen, wer die &#8220;99 Prozent&#8221; sind, was sie fordern, wor&#252;ber sie sich beschweren und was sie sich w&#252;nschen. Kurz gesagt: Was bewegt Occupy-Aktivisten?<span id="more-333"></span></p>
<p style="text-align: left;">Um auf diese Fragen Antworten zu finden, hat Konczal den vielfach verlinkten Tumblr <a title="Zum Tumblr-Blog" href="http://wearethe99percent.tumblr.com/" target="_blank">&#8220;We Are the 99 Percent&#8221;</a> untersucht. Auf dieser Seite erkl&#228;ren Amerikaner, weshalb sie sich zu den &#8220;99 Prozent&#8221; z&#228;hlen. Sie beschreiben ihre pers&#246;nlichen Lebensumst&#228;nde, ihre Schwierigkeiten und ihre Sorge. Mit dem St&#252;ck Papier, das den langen Text oder auch nur eine kurze Botschaft enth&#228;lt, lassen sie sich fotografieren. Das Foto wird im Blog ver&#246;ffentlicht, der Text darunter noch einmal gut lesbar gepostet. Das Blog w&#228;chst noch immer.</p>
<p style="text-align: left;">L&#228;ngst ist hier eine Pinnwand des Unmuts entstanden, ein Dokument des Abstiegs, ein Zeugnis der &#196;ngste. Das Blog erz&#228;hlt Geschichten, und es entsteht ein St&#252;ckchen Geschichte.</p>
<p style="text-align: left;">Konczals Daten stammen aus dem Oktober. Gut tausend Eintr&#228;ge sah er sich an. Dabei fand er heraus, dass vor allem Leute im Alter von 20 Jahren sowie Leute im Alter von etwa 27 Jahren das Gros der Ver&#246;ffentlichungen produzierten. Das Durchschnittsalter liegt bei 29 Jahren. Gleichzeitig zeigt er sich dennoch &#252;ber die Altersverteilung &#252;berrascht: <em><a title="Konczals Bericht, dem dieses Zitat entnommen wurde, gibt es hier: &quot;Parsing the Data and Ideology of the We Are 99% Tumblr&quot;" href="http://rortybomb.wordpress.com/2011/10/09/parsing-the-data-and-ideology-of-the-we-are-99-tumblr/" target="_blank">&#8220;Given that we assume tumblr and webcams are technologies of the young,  the age distribution has a higher tail end than I had expected.&#8221;</a></em></p>
<p style="text-align: left;">Spannender noch finde ich die Textanalyse, die Konczal durchgef&#252;hrt hat. Er hat alle W&#246;rter zusammen gez&#228;hlt und daraus eine Top-25-Liste erstellt: &#8220;Job(s)&#8221; und &#8220;debt(s)&#8221; f&#252;hren sie an. Es folgen &#8220;work&#8221;, &#8220;college&#8221; und &#8220;pay&#8221; (s.u.).</p>
<div id="attachment_338" class="wp-caption aligncenter" style="width: 563px"><img class="size-large wp-image-338 " title=" " src="http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/999percent-1024x537.jpg" alt="" width="553" height="290" /><p class="wp-caption-text">Screenshot von Konczals Blog: http://rortybomb.wordpress.com</p></div>
<p style="text-align: left;">Insgesamt vier &#8220;major-concerns&#8221; leitet Konczal daraus sowie aus der einzelnen Textdurchsicht ab. Das sind Studienkredite, Kinder, Arbeitslosigkeit und Gesundheitsvorsorge.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-339" src="http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/99tumblr_concerns.png" alt="" width="576" height="343" /></p>
<p style="text-align: left;">Interessant ist auch das, was <em>nicht</em> gesagt wird. Beispielsweise Luxus und Konsumw&#252;nsche werden kaum hervorgebracht. Und wenn, dann verneinend: (“We do not own HD TVs, expensive automobiles, use cable TV, or indulge in other..”). Auch der Wunsch nach gewerkschaftlicher Mitsprache taucht nicht auf. Im Gegenteil, Gewerkschaften werden abgelehnt und verneint (&#8220;No unions&#8221;).</p>
<p style="text-align: left;">Konczal zieht daraus ein kritisches Fazit:</p>
<p style="text-align: left;"><em>&#8220;The 99% looks too beaten down to demand anything as grand as “fairness”  in their distribution of the economy.  There’s no calls for some sort of  post-industrial personal fulfillment in their labor – very few even  invoke the idea that a job should “mean something.”  It’s straight out  of antiquity – free us from the bondage of our debts and give us a basic  ability to survive.&#8221;</em></p>
<div class="tw_button" style=";float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F12%2F19%2F99percent-occupy%2F&amp;text=Wer%20sind%20die%20%2299%20Percent%22%3F&amp;related=&amp;lang=en&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F12%2F19%2F99percent-occupy%2F"  class="twitter-share-button" target="_blank" style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Piraten: #bpt112</title>
		<link>http://www.larsgeiges.de/2011/12/06/piraten-offenbach/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 11:34:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[bpt112]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesparteitag]]></category>
		<category><![CDATA[Offenbach]]></category>
		<category><![CDATA[Offenbings]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[PPI]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Wochenende habe ich vom Bundesparteitag der Piraten berichtet. Vier Texte sind dabei f&#252;r Zeit Online entstanden, die man hier, hier, hier und hier nachlesen kann, wenn man m&#246;chte. Durchsage: Aus brandschutztechnischen Gr&#252;nden k&#246;nnen die Piraten, die vor der Halle noch auf EInlass warten, nicht in den Saal. #bpt112 (lg) — Lars Geiges (@larsgeiges) Dezember [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><em>Am Wochenende habe ich vom Bundesparteitag der Piraten berichtet. Vier Texte sind dabei f&#252;r <a href="www.zeit.de" target="_blank">Zeit Online</a> entstanden, die man <a title="&quot;Die Basisdemokraten wollen gefragt werden&quot; – Berichtet kurz nach Beginn des Parteitages." href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-12/piraten-parteitag-rede-nerz" target="_blank">hier</a>, <a title="&quot;EIne offene Partei und ihre Sorgen&quot; – Bericht &#252;ber den Entscheid f&#252;r das Bedingungslose Grundeinkommen, Tag 1." href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-12/piraten-grundeinkommen-bericht" target="_blank">hier</a>, <a title="&quot;Die M&#252;hen der Piraten mit der eigenen Identit&#228;t&quot; – Bericht vom zweiten Tag." href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-12/piraten-parteitag-liberal" target="_blank">hier</a> und <a title="&quot;Lernen von den deutschen Piraten&quot; – Ein Bericht &#252;ber Piraten aus Russland und Griechenland" href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-12/piraten-international" target="_blank">hier</a> nachlesen kann, wenn man m&#246;chte.</em></p>
<div id="attachment_331" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><em><img class="size-full wp-image-331    " src="http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0891.jpg" alt=" " width="560" height="418" /></em><p class="wp-caption-text">Samstag vor der Stadthalle Offenbach: Partei-Schiffchen, Schlange vorm Kassenh&#228;uschen und Mistwetter, das sich ank&#252;ndigt. </p></div>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de">
<p style="text-align: center;">Durchsage: Aus brandschutztechnischen Gr&#252;nden k&#246;nnen die Piraten, die vor der Halle noch auf EInlass warten, nicht in den Saal. <a href="https://twitter.com/search/%2523bpt112">#bpt112</a> (lg)</p>
<p style="text-align: center;">— Lars Geiges (@larsgeiges) <a href="https://twitter.com/larsgeiges/status/142942088466669568">Dezember 3, 2011</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">&nbsp;</p>
<p><em><em>Meinen</em><em> letzten Text, der sich mit den internationalen Piraten besch&#228;ftigt, gibt&#8217;s hier als Langversion.<span id="more-330"></span> Bitte sehr:</em></em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em></p>
<p style="text-align: left;">Als die junge Frau aus Russland ans Mikrofon tritt, wird es pl&#246;tzlich ganz still im Saal. Das ewige Klappern der Tastaturen, das Dauer-Piepen der Handys, das Geschw&#228;tz der Piraten untereinander: wie abgestellt. Kaum jemand starrt mehr auf seinen Bildschirm. S&#228;mtliche Blicke richten sich, ausnahmsweise zeitgleich, zur B&#252;hne. Alles verstummt, als Lola Voronina zu reden beginnt: „Freunde, B&#252;rger, Piraten, w&#228;hrend ihr Euch hier versammelt, seid Ihr keine Partei. Ihr seid das Flagschiff einer internationalen Gemeinschaft von Freiheitsk&#228;mpfern.“</p>
<p style="text-align: left;">Krachender Applaus. Auch weil der Saal wei&#223;, dass die russischen Piraten in ihrem Heimatland offiziell nicht anerkannt sind. Ihr Name umschreibe ein Verbrechen, hei&#223;t es in einer fadenscheinigen Begr&#252;ndung Moskaus. Ein Antrag auf Anerkennung sei deshalb anzulehnen.</p>
<p style="text-align: left;">In Offenbach schw&#228;rmt Lola Voronina von der Freiheit und der Gleichheit im Netz, von den „weisen Entscheidungen“ der deutschen Piraten und endet mit einem Satz, der im Saal minutenlange Begeisterung ausl&#246;st: „Ich bin stolz darauf, mich ein Pirat zu nennen.“ Standing Ovations.</p>
<p style="text-align: left;">Es sind Auftritte wie diese, die die Piratenherzen r&#252;hren. Sie erfrischen die nimmerm&#252;den Diskutanten. Sie heben die Stimmung und schwei&#223;en zusammen. Von der Versammlungsleitung ist das geschickt orchestriert: eine Prise Piraten-Pathos zwischen der n&#228;chsten Angelegenheit zur Gesch&#228;ftsordnung. Das tut den Basisdemokraten gut. Ein Parteimitglied twittert es treffend in die Welt hinaus: „Liebesgr&#252;&#223;e aus Moskau“.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>&#8220;I am proud to be a pirate! Standing ovations f&#252;r die Gastrednerin Lola Voronina aus Russland. <a href="https://twitter.com/search/%2523bpt112">#bpt112</a> (lg)</p>
<p>— Lars Geiges (@larsgeiges) <a href="https://twitter.com/larsgeiges/status/143289809509687297">Dezember 4, 2011</a></p></blockquote>
<p><script src="//platform.twitter.com/widgets.js"></script></p>
<p>Tats&#228;chlich ist es aber so, dass die deutschen Piraten als gro&#223;es Vorbild gelten. Gemeinsam mit den schwedischen Piraten haben sie die wohl beste Struktur. Die meisten Mitglieder, die meisten Mandate und die besten Zustimmungswerte haben sie au&#223;erdem. Auch deshalb sind viele Piraten aus dem Ausland am Wochenende zum Parteitag nach Offenbach gereist. Sie waren gekommen, um zu lernen. So wie Lola Voronina aus Moskau, die stellvertretende Vorsitzende der russischen Piraten.</p>
<p>Die Internationalen trafen sich in einem Seitentrakt der Stadthalle. Mit dabei waren Piraten aus der Schweiz, Luxemburg, Russland, Tschechien sowie den Niederlanden. Den weitesten Weg hatte ein Pirat aus Brasilien. Die Pirate Parties International (PPI) hatte sie zusammengebracht. Die Organisation hatte sich im vergangenen Jahr in Br&#252;ssel gegr&#252;ndet. Ihr Ziel ist es, die Kommunikation zwischen den verschiedenen nationalen Parteien auszubauen. Voneinander zu lernen. Sich zu vernetzen. Sie tauschen sich aus &#252;ber Informationsfreiheit, Datenschutz und Formen direkter Demokratie.</p>
<p>Die letzte internationale Konferenz fand im M&#228;rz dieses Jahres in Friedrichshafen statt. Es kamen Piraten aus insgesamt neunzehn L&#228;ndern. Der n&#228;chste Kongress ist in Planung.</p>
<p>Yiannis Panagopoulos ist heute allerdings zum ersten Mal dabei. Nach dem Treffen sitzt der 31-J&#228;hrige Grieche entspannt im Presseraum des Parteitags und erz&#228;hlt. Wie begeistert er doch sei von den deutschen Piraten, von dieser Masse im Saal mit ihren Computern, von der Gr&#246;&#223;e der Veranstaltung. Er berichtet von den ausl&#228;ndischen Piratenparteien, die allesamt wachsen und ihren L&#228;ndern zunehmend Unterst&#252;tzung finden w&#252;rden. Er schw&#228;rmt von dem „Spirit of Offenbach“ insgesamt. F&#252;r sein Land wage er das nicht einmal zu tr&#228;umen.</p>
<p>Dabei w&#228;chst die Bewegung auch in Griechenland. Im Januar soll die offizielle griechische Piratenpartei gegr&#252;ndet werden. 200 Unterschriften von Wahlberechtigten, eine Satzung und die Bewilligung des Obertsten Gerichts brauchen Panagopoulos und seine Mitstreiter daf&#252;r. „Kein Problem“, sagt er und f&#252;gt sofort hinzu: „Wir wollen es aber ganz langsam angehen lassen.“</p>
<p>F&#252;r Panagopoulos begann alles mit dem Aufbau einer Website. Inspiriert von den Wahlerfolgen der schwedischen Piraten 2009 sicherte er sich www.pirateparty.gr. Panagopoulos, von Beruf IT-Entwickler, hatte sich schon in den Jahren zuvor viel mit Fragen des Urheberrechts, der Privatsph&#228;re und der Sicherheit im Netz besch&#228;ftigt. Es brauchte nur einen kleinen Sto&#223;, um selbst aktiv zu werden. Und der kam aus Schweden. „Die schwedischen Piraten vertraten all das, was mich schon immer besch&#228;ftigt hat“, sagt der 31-J&#228;hrige. Sch&#246;n w&#228;r’s, so eine Partei auch in Griechenland zu haben.</p>
<p>Doch es war keineswegs so, dass er sich nun in die Parteiarbeit st&#252;rzte. Er dachte noch nicht einmal daran. Auf seiner Seite ver&#246;ffentlichte er eigene Beitr&#228;ge, Dokumente sowie Artikel, die ihn interessierten, aber zugleich Kernthemen der Piraten sind: Transparenz, Informationsfreiheit, freier Austausch von Wissen. Von organisierter Politik jedoch keine Spur. Und auch heute noch sagt Panagopoulos: „Ich f&#252;hle mich nicht wie ein Politiker.“</p>
<p>Doch Panagopoulos hat schnell gemerkt, dass er nicht allein ist. Die Anzahl der Seitenbesucher stieg an, auch die Kommentare wurden mehr. Es kam der Wunsch auf nach Treffen im realen Leben. In Athen und Saloniki, den beiden gr&#246;&#223;ten St&#228;dten Griechenlands, entstanden Stammtische, an denen sich die Aktivisten austauschten.</p>
<p>Derzeit nehmen etwa jeweils 40 Leute daran teil. Welchen Einfluss dabei Erfolge ausl&#228;ndischer Piraten haben, konnte Panagopoulos zuletzt im September beobachten. Die Zugriffe auf seine Homepage verdoppelten am Tag als die Berliner Piraten in das Abgeordnetenhaus einzogen. Neue Gesichter am Stammtisch.</p>
<p>„Das Interesse ist da“, sagt Panagopoulos. Er f&#252;hrt das auch darauf zur&#252;ck, dass die Griechen ihr Vertrauen in die etablierten politischen Kr&#228;fte verloren h&#228;tten. Sie st&#252;nden neuen Bewegungen prinzipiell offen gegen&#252;ber. Doch Panagopoulos macht ihnen keine Versprechungen. Schon gar nicht hat er eine L&#246;sung auf die griechische Wirtschaftskrise parat. „Wir wollen mit mehr Transparenz das Problem der Korruption l&#246;sen“, sagt er dazu. Dann muss Panagopoulos los. Man wolle sich noch von den anderen Internationalen verabschieden. Der Flieger nach Athen geht morgenfr&#252;h.</p>
<p>Panagopoulos, ein Mann mit Kaputzenpulli und Stoppelbart, steht auf und geht wieder in Richtung Versammlungssaal. Das Gespr&#228;ch ist vorbei. Was ihn antreibe, lautete die letzte Frage. „Wenn man etwas &#228;ndern will, dann muss man eben dabei sein“, war die Antwort.</p>
<p>***</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_332" class="wp-caption aligncenter" style="width: 624px"><img class="size-large wp-image-332 " title=" " src="http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0892-1024x764.jpg" alt="" width="614" height="458" /><p class="wp-caption-text">Blick in die Halle: 1500 Piraten insgesamt, 5 Kilometer Kabel, knapp 200 Journalisten.</p></div>
<p></em></p>
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<p><em> </em> <em> </em> <em> </em> <em> </em> <em> </em> <em><script src="//platform.twitter.com/widgets.js"></script></em></p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Wenn Du denkst es geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Antrag her. <a href="https://twitter.com/search/%2523bpt112">#bpt112</a> — Lars Geiges (@larsgeiges) <a href="https://twitter.com/larsgeiges/status/142956258197114881">Dezember 3, 2011</a></p></blockquote>
<p><script src="//platform.twitter.com/widgets.js"></script></p>
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<div class="tw_button" style=";float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F12%2F06%2Fpiraten-offenbach%2F&amp;text=Piraten%3A%20%23bpt112&amp;related=&amp;lang=en&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F12%2F06%2Fpiraten-offenbach%2F"  class="twitter-share-button" target="_blank" style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Deutschsein</title>
		<link>http://www.larsgeiges.de/2011/10/21/deutschsein-senocak/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 15:43:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschsein]]></category>
		<category><![CDATA[Zafer Senocak]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern Abend hat Zafer Şenocak in der Duisburger Zentralbibliothek gelesen. Leider habe ich es nicht geschafft hinzufahren. Beim n&#228;chsten Mal dann, ganz sicher. Denn Şenocak hat in diesem Jahr ein hervorragendes Buch ver&#246;ffentlicht: Deutschsein – Eine Aufkl&#228;rungsschrift. Ich kann es nur jedem dringend empfehlen. Ein tolles Buch. Darin stellt der Lyriker und Essayist die Frage, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Gestern Abend hat <a title="Wikipedia-Eintrag Senocaks" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zafer_%C5%9Eenocak" target="_blank">Zafer Şenocak</a> in der Duisburger Zentralbibliothek gelesen. Leider habe ich es nicht geschafft hinzufahren. Beim n&#228;chsten Mal dann, ganz sicher.</p>
<p style="text-align: left;">Denn Şenocak hat in diesem Jahr ein hervorragendes Buch ver&#246;ffentlicht: <a title="Mehr Infos hier auf der Seite des Verlages" href="http://www.koerber-stiftung.de/edition-koerber-stiftung/programm/politikgesellschaft/artikel-detailseite/buch/deutschsein.html" target="_blank">Deutschsein – Eine Aufkl&#228;rungsschrift</a>. Ich kann es nur jedem dringend empfehlen. Ein tolles Buch.<span id="more-327"></span></p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter size-full wp-image-328" title=" " src="http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/Senocak_1e61be6474e84633bc4aa6b934fcda46_7.jpg" alt="" width="612" height="612" /></p>
<p style="text-align: left;">Darin stellt der Lyriker und Essayist die Frage, was es &#252;berhaupt bedeute, dieses Deutschsein. Wald und Eichenlaub? Goethe und Schiller? Zivilisationsbruch und alte Schuld? Jeder Deutsche hat Bilder von Deutschland im Kopf, doch kaum einer habe eine Sprache f&#252;r das diffus empfundene, halb verdr&#228;ngte, halb ersehnte Nationalgef&#252;hl.</p>
<p style="text-align: left;">Eine These des Autors: Weil die Deutschen keinen positiven Begriff davon haben, wer sie sind, haben sie auch keine Vision f&#252;r eine offene Gesellschaft.</p>
<p style="text-align: left;">Es finden sich viele ausgezeichnete Passagen in dem Buch. Hier nur ein paar, wie ich finde, starke S&#228;tze:</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">&#8220;Sprache flie&#223;t, ber&#252;hrt und erzeugt Lust. Nichts ist von dieser Lust zu sp&#252;rbar, wenn in Deutschland &#252;ber Integration und Sprachdefizite gesprochen wird. Es herrscht die k&#252;hle Atmosph&#228;re eines Labors&#8221;</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">*</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">&#8220;Dieser tumbe Identit&#228;tsentwurf eines christlich-j&#252;dischen Abendlandes bezweckt nur eines: die Abgrenzung gegen&#252;ber dem Islam.</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">*</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">&#8220;Identit&#228;tswandel und Zugeh&#246;rigkeit wachsen &#252;ber Generationen und sind fragile Gebilde, die nur durch Anerkennung von Biografien gefestigt werden.&#8221;</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">*</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">&#8220;Wer heute dar&#252;ber diskutiert, ob der Islam ein Teil der deutschen Kultur sei, kennt weder seinen Goethe noch seinen Lessing und schon gar nicht R&#252;ckert, den genialen &#220;bersetzer aus den orientalischen Sprachen.&#8221;</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">*</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">&#8220;Der jahrzehntelang vorgetragenen L&#252;ge, Deutschland sei kein Einwanderungsland, folgt nunmehr die &#8216;Integrationsl&#252;ge&#8217;. Diese L&#252;ge basiert auf pauschalen Aussagen wie &#8216;Multikulti ist tot&#8217;. Eine solche Aussage dr&#252;ckt lediglich den Wunsch aus, sich aus der globalisierten Welt zur&#252;ckzuziehen.&#8221;</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">*</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">Integrationsdebatten &#8220;sind Debatten, die ohne Wissenschaftler und Intellektuelle, eigentlich ohne die geistige Elite des Landes auskommen.&#8221;</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">*</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">&#8220;Deutsche Integrationsdebatten werden einmal als das bizarrste &#246;ffentliche Geschw&#228;tz in die Geschichte eingehen, das es je gegeben hat.&#8221;</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;">*</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;">U.a. <a title="Zu Amazon.de" href="http://www.amazon.de/Deutschsein-Eine-Aufkl%C3%A4rungsschrift-Zafer-Senocak/dp/3896840835/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1319211635&amp;sr=8-1" target="_blank">hier</a> kann man das Buch bestellen.</p>
<div class="tw_button" style=";float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F10%2F21%2Fdeutschsein-senocak%2F&amp;text=Deutschsein&amp;related=&amp;lang=en&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F10%2F21%2Fdeutschsein-senocak%2F"  class="twitter-share-button" target="_blank" style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Live von der Tagung: “Das Geschäft mit der Angst”</title>
		<link>http://www.larsgeiges.de/2011/10/14/tagung-geschaft-mit-der-angst-koln/</link>
		<comments>http://www.larsgeiges.de/2011/10/14/tagung-geschaft-mit-der-angst-koln/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 11:59:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Populismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich hatte ich vor, von dieser Tagung ein wenig live zu bloggen. Doch O2 bietet mir im Tagungssaal &#8220;kein Netz&#8221;. Mal wieder. Und das W-Lan im Rautenstrauch-Joest-Museum taugt nichts. Also kann ich nur st&#252;ckchenweise von der Konferenz &#8220;Das Gesch&#228;ft mit der Angst – Rechtspopulismus, Muslimfeindlichkeit und die extreme Rechte in Europa&#8221; etwas posten. Wie zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><em>Eigentlich hatte ich vor, von dieser Tagung ein wenig live zu bloggen. Doch O2 bietet mir im Tagungssaal &#8220;kein Netz&#8221;. Mal wieder. Und das W-Lan im Rautenstrauch-Joest-Museum taugt nichts.</em></p>
<p style="text-align: left;"><em>Also kann ich nur st&#252;ckchenweise von der Konferenz <strong>&#8220;Das Gesch&#228;ft mit der Angst – Rechtspopulismus, Muslimfeindlichkeit und die extreme Rechte in Europa&#8221;</strong> etwas posten. Wie zum Beispiel jetzt w&#228;hrend der Mittagspause.<span id="more-322"></span></em></p>
<p style="text-align: left;"><em>Hier dokumentiere ich nun die Vortr&#228;ge von Alexander H&#228;usler und Patrick Bahners dokumentiere in aller K&#252;rze, mit der Bitte um Nachsicht.</em></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-large wp-image-323" src="http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/Foto-1024x764.jpg" alt="" width="614" height="458" /></p>
<p style="text-align: left;"><em>Zum vollst&#228;ndigen Programm der Veranstaltung geht&#8217;s <a title="Zur Seite des NS-Dokumentationszentrum der Stadt K&#246;ln" href="http://www.museenkoeln.de/ns-dok/default.asp?s=1271&amp;tid=417&amp;kontrast=&amp;schrift=" target="_blank">hier</a>.</em></p>
<p style="text-align: left;">Als ersten Redner haben die Veranstaltungsteilnehmer Alexander H&#228;usler von der FH D&#252;sseldorf geh&#246;rt. Sein Thema: <strong>&#8220;Nachholende Modernisierung? Muslimfeindlichkeit und die extreme Rechte in Deutschland&#8221;</strong>.</p>
<p style="text-align: left;">H&#228;usler, der einige &#228;u&#223;erst lesenswerte B&#252;cher &#252;ber u.a. die <a title="Zum Buch: &quot;Rechtspopulismus als B&#252;rgerbewegung&quot;" href="http://www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-15919-5/Rechtspopulismus-als-Buergerbewegung.html" target="_blank">Pro-Bewegung in Deutschland</a> geschrieben hat, betonte zu Beginn, das deutsche Ph&#228;nomen, wonach es in der Bev&#246;lkerung ein Potenzial f&#252;r rechtspopulistische Parteien von etwa 15 Prozent gebe, es aber noch keiner politischen Kraft gelungen ist, dieses auch abzurufen. Anders als in den deutschen Nachbarstaaten. Siehe Holland. Siehe &#214;sterreich. Siehe Schweiz.</p>
<p style="text-align: left;">Dennoch warnte H&#228;usler. Seine zentrale These: <strong>Die extreme Rechte Deutschlands nutzt die Muslimfeindlichkeit als Ticket hin zu einem Anschluss an die gesellschaftliche Mitte.</strong></p>
<p style="text-align: left;">Der Rechtspopulismus habe sich dabei in den vergangenen Jahren &#228;u&#223;erst felxibel gezeigt, eigne sich Themen an auch aus der sogenannten links-liberalen Mitte. H&#228;usler nannte beispielsweise die Menschenrechte, freie Meinungs&#228;u&#223;erung und den Feminismus. Aber auch antimuslimische Ressentiments. Er bezeichnet das als eine &#8220;taktische Inanspruchnahme&#8221;. H&#228;usler: &#8220;Man tritt im Namen der Demokratie auf und als Anwalt der angestammten Bev&#246;lkerung. Die Zeit der Ausl&#228;nder-raus-Parolen ist vorbei.&#8221; Hinzu komme die &#228;u&#223;erliche Abkehr vom offfenen Antisemitismus, auch ein Zeichen des modernen Rechtspopulismus. Man erkl&#228;rt sich pro-israelisch.</p>
<p style="text-align: left;">Verglichen mit anderen L&#228;ndern Europas ist Deutschland ein &#8220;rechtspopulistisches Entwicklungsland&#8221;, sagte H&#228;usler. Wie zuletzt auch das kl&#228;gliche Abschneiden der Partei Die Freiheit in Berlin gezeigt hat, die trotz prominenter Unterst&#252;tzung durch den Star der Szene Geert Wilders keinen Zuspruch beim W&#228;hler fand, sei Europas Rechte weiterhin auf der Suche nach einem Ansprechpartner in Deutschland.</p>
<p style="text-align: left;">H&#228;usler machte deutlich: &#8220;Nicht jeder Rassist w&#228;hlt auch rechtsau&#223;en&#8221;. Und: &#8220;Die einschl&#228;gigen Einstellungen in der deutschen Bev&#246;lkerung sind vorhanden, doch suchen sie sich andere Ventile als die Wahlentscheidung&#8221;.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Vor allem der Vortrag von Prof. Wielenga, Uni M&#252;nster, &#252;ber Geert Wilders und den Rechtspopulismus in den Niederlanden hat mir gefallen. Er hat ihn gerade beendet. </em>W&#228;hrend dessen habe <em>eine kurze Zusammenfasssung vom Vortrag Patrick Bahners&#8217; getippt:</em></p>
<p style="text-align: left;">Mit seinem Buch „Die Panikmacher“ hat sich FAZ-Feuilletonchef Patrick Bahners in die Debatte um Einfluss und Rolle der Islamkritik eingeschaltet. Er ist f&#252;r sein Buch sehr viel gelobt, aber auch arg kritisiert worden. Emotionen allenthalben. Rezensionen in die eine oder andere Richtung zu finden, ist nicht schwierig. Je nach Standpunkt und Vorannahmen. Und da w&#228;re man schon beim Thema. Das sagt Bahners selbst.</p>
<p style="text-align: left;">An diesem Vormittag in K&#246;ln hat man den Journalisten mit einem herrlich lobenden Zitat aus einer Rezension seines Buches vorgestellt. Leider habe ich nicht verstanden, wie der Autor hie&#223;. Doch schrieb er von einem wahren Aufkl&#228;rer unserer Tage oder so &#228;hnlich.</p>
<p style="text-align: left;">Gleichwie, Bahners nahm den Ball auf und leitete &#252;ber: Es gehe bei dem Thema Islamkritik um &#214;ffentlichkeit, um Parteilichkeit, um die Entscheidung der Auswahl, kurzum: um die Vorannahmen, die jeder einzelne mitbringt. Unausgesprochen: man war Bahners wohl gesonnen an diesem Vormittag in K&#246;ln.</p>
<p style="text-align: left;">Zu recht, wie die n&#228;chsten 40 Minuten zeigten, in denen Bahners seine Thesen formulierte.</p>
<p style="text-align: left;">Bahners, ganz Journalist, appellierte zun&#228;chst daran, die Diskursteilnehmer kritisch zu hinterfragen: Welche Interessen stehen in Wirklichkeit hinter den vorgebrachten Argumenten?, sei zu fragen und zu beschreiben. Wo komme derjenige her? Bahners’ These dazu: <strong>Die republikanische &#214;ffentlichkeit untersch&#228;tzt das welt&#246;ffentliche Interesse der Meinungsmacht.</strong></p>
<p style="text-align: left;">Klingt sperrig, ist aber recht simpel. Der studierte Historiker meint damit das gro&#223;e Ganze: die langen Linien der Geschichte. Denn f&#252;r Bahners ist das Gedankengeb&#228;ude der Islamkritik &#228;lter. Es ist nicht erst mit den Anschl&#228;gen vom 11. September 2001 entstanden.</p>
<p style="text-align: left;">FAZ-Leser m&#246;gen zwar &#252;berrascht gewesen sein &#252;ber 9/11, so Bahners, aber es habe eben auch Kreise gegeben, deren Weltbild sich durch dieses welthistorische Ereignis best&#228;tigt hat. Und au&#223;erdem: Islamkritische Kampagnen, Wahlk&#228;mpfe, entsprechende Diskurse habe es auch schon zuvor gegeben, nur fanden sie damals keine Abnehmer in der &#214;ffentlichkeit.</p>
<p style="text-align: left;">Mehrfach betont Bahners, dass es ihm hier nicht um die Pflege von  Verschw&#246;rungstheorien gehe. Aber: „&#220;berm&#228;&#223;iges Engagement kann erkl&#228;rt werden, ohne es damit abwerten zu wollen.“ Dies gelte es offen zu legen und zu beschreiben. Als ein Beispiel nannte er Vorg&#228;nge in Wetzlar. Die Stadt gilt als Zentrum der Evangelikalen Deutschlands.</p>
<p style="text-align: left;">Seine zweite These: <strong>Die Islamkritik ist unkritisch</strong>. Sie unterl&#228;uft eine systematische Auseinandersetzung, schleift und tilgt den Begriff „Islam“. „Man will nicht unterscheiden“, sagt Bahners. Befeuert werde dies zudem von den Medien, die die jeweils sch&#228;rfsten Positionen nachfragen und ver&#246;ffentlichen. Der Effekt: ein Hochschaukeln, immer steilere Thesen werden vertreten.</p>
<p style="text-align: left;">Au&#223;erdem setzten die Islamkritiker den Islam, also die Religion, mit dem Islamismus, also der Ideologie, gleich. Bahners dazu: <strong>Die Extreme ber&#252;hren sich</strong>. Die einen, n&#228;mlich die islamistischen Fundamentalisten sagen: Der Islam ist die L&#246;sung. Die anderen, n&#228;mlich die Islamkritiker wie beispielsweise Ralph Giordano sagen: Der Islam ist das Problem.</p>
<p style="text-align: left;">Bahners hat des Weiteren eine <strong>Abwehr des Unbekannten</strong> ausgemacht. Er meint damit das Volkst&#252;mliche, den Stammtisch, das Stra&#223;enargument. Hier werde etwas abgewertet, was man zu kennen meint, sagt Bahners. Es klaffe eine L&#252;cke zwischen dem „Bildungswissen“ und dem vornehmlich durch die Medien hergestellten „Alltagswissen“. „Topoi, die sich losgel&#246;st haben von Evidenzen“, prangert Bahners an.</p>
<p style="text-align: left;">Stellvertretend daf&#252;r stehen Debatten-Schlagworte wie Berlin-Neuk&#246;lln, die Teilnahme muslimischer Kinder am Schwimmunterricht, U-Bahn-Schl&#228;gereien sowie die sogenannte Deutschenfeindlichkeit. Bahners schlussfolgert: <strong>“Die Islamkritik ist eine geschlossene Weltanschauung, die sich gegen Beweise immunisiert hat.“</strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: left;">An anderer Stelle macht der FAZ-Journalist einen Widerspruch aus. Und zwar stellt Bahners fest: Die Islamkritik tritt mit einem politischen Anspruch auf, kann diesen aber nicht angeben. <strong>Die Islamkritik gibt sich politisch, ist aber unpolitisch.</strong> Denn Aufkl&#228;rung hei&#223;t Selbstbestimmung. Bahners zufolge kann eine Islamkritik deshalb nicht liefern.</p>
<p style="text-align: left;">Um die Islamkritik und ihre Argumentationslinien zu verstehen, ist dar&#252;ber hinaus wichtig, ihre historischen Verweise zu enttarnen. Bahners: <strong>„Die Islamkritik f&#252;hrt einen heiligen Krieg gegen den Islam mit einem legend&#228;ren Geschichtsbild.“</strong> Als ein Beispiel daf&#252;r nannte er Henryk M. Broder, der in der Integrationsdebatte von einer „Appeasement-Politik“ Deutschlands sprach. Der Intellektuelle werde zum (historischen) Versager.</p>
<p style="text-align: left;">Bahners’ fast Vortrag schloss mit dem Wunsch einer Versachlichung der Debatte. Der ideologiekritische Vergleich sei da ein guter Beitrag.</p>
<div class="tw_button" style=";float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F10%2F14%2Ftagung-geschaft-mit-der-angst-koln%2F&amp;text=Live%20von%20der%20Tagung%3A%20%22Das%20Gesch%C3%A4ft%20mit%20der%20Angst%22&amp;related=&amp;lang=en&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F10%2F14%2Ftagung-geschaft-mit-der-angst-koln%2F"  class="twitter-share-button" target="_blank" style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Gül und Wulff in Osnabrück</title>
		<link>http://www.larsgeiges.de/2011/09/21/gul-wulff-osnabruck/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 07:06:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[Abdullah Gül]]></category>
		<category><![CDATA[Ankara]]></category>
		<category><![CDATA[Bombenattentat]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Osnabrück]]></category>
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		<description><![CDATA[Vom Staatsbesuch des t&#252;rkischen Pr&#228;sidenten Abdullah G&#252;l in der Heimat des Bundespr&#228;sidenten Christian Wulff habe ich gestern f&#252;r Zeit Online berichtet. Hier geht&#8217;s zum Text: &#8220;Ein freundlicher Wulff erfreut Pr&#228;sident G&#252;l&#8221;. Den Artikel, meine Fotos vom Tag und einige Links k&#246;nnt Ihr auch hier nachlesen: Abdullah G&#252;l steht im Friedenssaal des Osnabr&#252;cker Rathauses und wartet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><em>Vom Staatsbesuch des t&#252;rkischen Pr&#228;sidenten Abdullah G&#252;l in der Heimat des Bundespr&#228;sidenten Christian Wulff habe ich gestern f&#252;r <a title="Zur Startseite von Zeit Online" href="www.zeit.de" target="_blank">Zeit Online</a> berichtet. Hier geht&#8217;s zum Text: <a title="Lesen Sie den Artikel auf der Seite von Zeit Online" href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-09/wulff-guel-treffen/komplettansicht" target="_blank">&#8220;Ein freundlicher Wulff erfreut Pr&#228;sident G&#252;l&#8221;</a>.</em></p>
<p style="text-align: left;"><em>Den Artikel, meine Fotos vom Tag und einige Links k&#246;nnt Ihr auch hier nachlesen:<br />
</em></p>
<p style="text-align: left;">Abdullah G&#252;l steht im Friedenssaal des Osnabr&#252;cker Rathauses und  wartet auf seinen Auftritt. Der t&#252;rkische Staatspr&#228;sident h&#246;rt die  Begr&#252;&#223;ung des Osnabr&#252;cker Oberb&#252;rgermeisters Boris Pistorius, hat dabei  die H&#228;nde vor seinem K&#246;rper gefaltet und blickt  durch den Raum. Der  alte holzvert&#228;felte Saal schluckt d&#228;mpfend die Worte. Es ist warm und es  gibt wenig Platz. Hier endete der Drei&#223;igj&#228;hrige Krieg. Auf der  T&#252;rklinke am Eingang zum Rathaus steht zur Erinnerung: &#8220;Friede 1648&#8243;.  Kein guter Ort, um &#252;ber Gewalt und Verbrechen zu reden.</p>
<p style="text-align: left;">Doch G&#252;l muss. Gut eine Stunde zuvor hat  der Staatspr&#228;sident von dem Bombenanschlag in der t&#252;rkischen Hauptstadt Ankara erfahren. Vielleicht deshalb die drei&#223;igmin&#252;tige Versp&#228;tung in  Osnabr&#252;ck. Der Besuch in Niedersachsen war lange geplant. Im Oktober  vergangenen Jahres hatte Bundespr&#228;sident Christian Wulff Kayseri, die  Heimat G&#252;ls besucht. Jetzt ist G&#252;l in der Heimatstadt Wulffs. Ein  Zeichen der Freundschaft.</p>
<p><object width="400" height="300"><param name="flashvars" value="offsite=true&amp;lang=de-de&amp;page_show_url=%2Fphotos%2Flgeiges%2Fsets%2F72157627591757127%2Fshow%2F&amp;page_show_back_url=%2Fphotos%2Flgeiges%2Fsets%2F72157627591757127%2F&amp;set_id=72157627591757127&amp;jump_to=" /><param name="movie" value="http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=107931" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="400" src="http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=107931" allowfullscreen="true" flashvars="offsite=true&amp;lang=de-de&amp;page_show_url=%2Fphotos%2Flgeiges%2Fsets%2F72157627591757127%2Fshow%2F&amp;page_show_back_url=%2Fphotos%2Flgeiges%2Fsets%2F72157627591757127%2F&amp;set_id=72157627591757127&amp;jump_to="></embed></object></p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-320"></span>Tats&#228;chlich macht es G&#252;l kurz. Er geht ans Rednerpult, und nach den  obligatorischen Begr&#252;&#223;ungsfloskeln – er sei beeindruckt vom Empfang –  kommt er unmittelbar auf das Attentat von Ankara zu sprechen. Nur wenige  S&#228;tze widmet er den Ereignissen in seiner Heimat. Doch was er sagt, ist  deutlich. Er spricht sofort von &#8220;Terror gegen die Zivilbev&#246;lkerung&#8221;.  Wulff wird erst am Nachmittag &#252;ber den &#8220;f&#252;rchterlichen Bombenanschlag&#8221;  reden. G&#252;l hat den Vortritt. Mit seiner leisen, etwas kehligen Stimme  sagt er: &#8220;Ich verurteile diesen Terror auf das Sch&#228;rfste&#8221;. Seine  Gedanken seien bei den Opfern und deren Angeh&#246;rigen.</p>
<p style="text-align: left;">Es sind aufregende Tage f&#252;r den t&#252;rkischen Staatspr&#228;sidenten. Montag  musste er wegen einer Bombendrohung seine Rede an der Berliner  Humboldt-Universit&#228;t verschieben. G&#252;l passte das gar nicht. Zwei Stunden  musste er warten. Auch heute berichten t&#252;rkische Journalisten davon,  G&#252;l habe im kleinen Kreis ernsthaft damit gedroht, seinen  Deutschlandbesuch abzubrechen, wenn die Rede ausfiele. An diesem Morgen  dann das Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel, bei dem es unter anderem  um konfliktgeladene Themen wie den EU-Beitritt und das t&#252;rkisch-israelische Verh&#228;ltnis ging. Und schlie&#223;lich die Bombe von Ankara am Tag des Osnabr&#252;ck-Besuchs, der selbsternannten Friedensstadt.</p>
<p style="text-align: left;">Tats&#228;chlich dauerte es aber nicht lange, bis sich G&#252;ls Laune  sichtlich besserte. Am Rathausplatz hatten sich mehrere Hundert  Deutsch-T&#252;rken mit Fahnen und Plakaten versammelt. Immer wieder  applaudierten sie dem Pr&#228;sidentenpaar, das gemeinsam mit Wulffs Ehefrau  Bettina und Tochter Annalena einen Rundgang durch die Altstadt  unternahm. G&#252;l und seine Ehefrau Hayr&#252;nnisa wurden in Osnabr&#252;ck gefeiert  wie ein Pop-P&#228;rchen. Es hatte etwas von einem Triumphzug. Und G&#252;l  genoss das Bad in der Menge.</p>
<p style="text-align: left;">Auf dem Weg von der Kirche Sankt Marien zum Domplatz kamen zahlreiche  Anh&#228;nger G&#252;ls und &#252;berreichten ihm Blumen, wollten Autogramme und  Fotos. Junge Frauen mit bunten Kopft&#252;chern filmten mit ihren Handys.  T&#252;rkische Sprechch&#246;re setzten  ein.  Menschen winkten aus den Fenstern.  Dazu wurden deutsche und t&#252;rkische Fahnen geschwenkt, die Kapelle des  st&#228;dtischen Ratsgymnasiums spielte Abba-Songs. Die G&#252;ls strahlten.</p>
<p style="text-align: left;">Auch in Osnabr&#252;ck betonte der Staatspr&#228;sident gleich mehrfach die  Bedeutung des deutsch-t&#252;rkischen Verh&#228;ltnisses f&#252;r sein Land. Deshalb  freue er sich &#252;ber das gute Verh&#228;ltnis zu &#8220;seinem Freund&#8221; Wulff. G&#252;l,  der promovierte Wirtschaftswissenschaftler, wei&#223; um das Potenzial der  Beziehungen. Knapp drei Millionen T&#252;rken leben in Deutschland, etwa die  H&#228;lfte davon mit deutschem Pass. Knapp vier Millionen deutsche Touristen  reisen jedes Jahr in die  T&#252;rkei. Auch der Handel ist stark gewachsen.  Gut 4.500 deutsche Firmen sind in der T&#252;rkei t&#228;tig.</p>
<p style="text-align: left;">Am Nachmittag besuchten die Pr&#228;sidenten die Deutsche Bundesstiftung  Umwelt, wo sie die Schirmherrschaft f&#252;r ein deutsch-t&#252;rkischen  Jugendprojekt &#252;bernahmen. G&#252;l staunte &#252;ber laserbasierte  Reinigungstechnik und lie&#223; sich den &#8220;Lotus-Effekt&#8221; an selbstreinigenden  Oberfl&#228;chen zeigen. So sieht sich G&#252;l gerne. Als Macher, als Freund der  Wirtschaft, dem Fortschritt stets aufgeschlossen.</p>
<p style="text-align: left;">Und dieses Bild will er auch nach au&#223;en tragen. Viele Europ&#228;er h&#228;tten  sich die T&#252;rkei bisher als r&#252;ckst&#228;ndiges Land vorgestellt, wo  Pferdewagen statt Autos auf den Stra&#223;en f&#252;hren, hatte G&#252;l vor seinem  Osnabr&#252;ck-Besuch gesagt. Nun &#228;ndere sich dieses Image. Inmitten der  Krise in der EU lege die T&#252;rkei wirtschaftlich zu, politisch sei die  T&#252;rkei heute international so einflussreich wie die ganze EU zusammen.  Dass er darin auch sein Verdienst sieht, l&#228;sst er unausgesprochen.</p>
<p style="text-align: left;">Auch beim Thema Integration m&#246;chte sich G&#252;l nichts nachsagen lassen.  Er wiederholt bei einem Besuch des Zentrums f&#252;r Interkulturelle  Islamstudien der Universit&#228;t Osnabr&#252;ck seine Forderung: &#8220;Jeder Muslim in  Deutschland muss auf perfekte Art und Weise deutsch sprechen.&#8221; An dem  Zentrum werden k&#252;nftig auch Imame ausgebildet. Er lobte Wulff f&#252;r seinen  Satz, wonach der Islam zu Deutschland geh&#246;re. Es sei dabei die Frage,  wo Studierende Religion lernten. Das Zentrum in Osnabr&#252;ck ist daf&#252;r die  richtige Stelle, so G&#252;l. Ein Lob, das direkt an &#8220;den Freund&#8221; Wulff geht,  der w&#228;hrend seiner Zeit als Ministerpr&#228;sident Niedersachsens den Aufbau  des Zentrum unterst&#252;tzte.</p>
<p style="text-align: left;">Also nickt der Bundespr&#228;sident in der ersten Reihe sitzend den Worten  G&#252;ls. Er selbst  hatte zuvor gesagt, man wolle sich auch beim Thema  islamischer Religionslehre vorbildhaft verhalten und versuchen,  gemeinsam etwas aufzubauen. Und dabei nickt G&#252;l vers&#246;hnlich zur&#252;ck. Es  ist heute nicht der Tag f&#252;r Kontroversen gewesen. Nicht in der  Friedensstadt, nicht in Osnabr&#252;ck.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Die Welt hat <a title="Zum kompletten Artikel: &quot;Besuch in der Friedensstadt&quot;" href="http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article13617005/Besuch-in-der-Friedensstadt.html" target="_blank">in Osnabr&#252;ck beobachtet</a>:</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;">&#8220;Bei allem Bem&#252;hen um Entspannung, um Normalit&#228;t und Gastfreundschaft.  Der Besuch eines t&#252;rkischen Staatspr&#228;sidenten ist in Wahrheit kein  Staatsbesuch wie jeder andere. Immer noch nicht. 50 Jahre nach dem  Abschluss des Anwerbeabkommens f&#252;r Gastarbeiter arbeiten sich beide  L&#228;nder noch immer an ihrer Ungleichzeitigkeit ab, an ihren  Unterschieden, an ihrem Unterbewusstsein. Dass hier ja nichts schief  geht.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Die Neue Osnabr&#252;cker Zeitung (<a title="Zum Artikel der NOZ hier entlang" href="http://www.noz.de/lokales/57402296/staatsbesuch-in-osnabrueck-wulff-aeuert-mitgefuehl-mit-anschlagsopfern" target="_blank">&#8220;Staatsbesuch in Osnabr&#252;ck&#8221;</a>) berichtet, logisch, mit dem Fokus auf die eigene Stadt. Dazu viele Bilder und auch ein kurzes Video.</p>
<p style="text-align: left;">Und Hans Zippert merkt <a title="Zum Text auf Welt Online &quot;Zippert zappt&quot;" href="http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article13616984/Zippert-zappt.html">in seiner Kolumne</a> an, dass es immer kleine, untersch&#228;tzte Orte waren, die Bundespr&#228;sidenten hervorgebracht haben. Osnabr&#252;ck reiht sich da ein.</p>
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		<title>Wilders setzt aufs neue Feindbild Europa</title>
		<link>http://www.larsgeiges.de/2011/09/05/geert-wilders-berlin-europa/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 11:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<category><![CDATA[Geert Wilders]]></category>
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		<description><![CDATA[H&#228;ufig wird gesagt, Geert Wilders kenne blo&#223; ein Thema: den Islam. Doch das ist in dieser Ausschlie&#223;lichkeit nicht richtig. Wilders kann grunds&#228;tzlich alle Themengebiete besetzen und tut dies auch. Dennoch f&#228;llt auf, wie das Thema Europa f&#252;r den Rechtspopulisten viel an Bedeutung gewonnen hat. Wer die Politik des Wasserstoff blonden Holl&#228;nders beobachtet, stellt fest, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_317" class="wp-caption alignleft" style="width: 305px"><img class="size-large wp-image-317    " title=" " src="http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/WildersFOTO-704x1024.jpg" alt="" width="295" height="430" /><p class="wp-caption-text">Gr&#252;ner Teppich, pinke Kravatte: Geert Wilders vor seiner Rede am Samstag im Saal des Maritim-Hotels Berlin neben René Stadtkewitz (r.) und Oskar Freysinger.</p></div>
<p style="text-align: left;">H&#228;ufig wird gesagt, Geert Wilders kenne blo&#223; ein Thema: den Islam. Doch das ist in dieser Ausschlie&#223;lichkeit nicht richtig. Wilders kann grunds&#228;tzlich alle Themengebiete besetzen und tut dies auch. Dennoch f&#228;llt auf, wie das Thema Europa f&#252;r den Rechtspopulisten viel an Bedeutung gewonnen hat.</p>
<p style="text-align: left;">Wer die Politik des Wasserstoff blonden Holl&#228;nders beobachtet, stellt fest, dass Wilders seit Langem politisch erstaunlich breit aufgestellt ist.</p>
<p style="text-align: left;">Beispielsweise setzt Geert Wilders seit einigen Jahren konsequent auf die soziale Karte. Er gibt den gr&#246;&#223;ten Gegner der Rente mit 67. Seit Ende 2009 f&#252;hrt er eine umfangreiche Kampagne gegen die Anhebung des Pensionsalter, was angesichts seiner fr&#252;heren neoliberalen Agenda durchaus bemerkenswert ist.<span id="more-316"></span></p>
<p style="text-align: left;">Er tauscht sich mit Gewerkschaften zu diesem Thema aus und er vereinnahmt m&#252;helos in diesem Politikfeld den Nachkriegsministerpr&#228;sidenten Willem Drees, der f&#252;r die niederl&#228;ndische Arbeiterpartei so identit&#228;tsstiftend ist wie Willy Brandt f&#252;r die SPD.</p>
<p style="text-align: left;">„Bei uns ist V&#228;terchen Drees’ Erbe in guten H&#228;nden,“, ruft Wilders. Die fehlenden Milliarden im Haushalt h&#228;tte man leicht bei der Migrantenunterst&#252;tzung sparen k&#246;nnen. Das hat er errechnen lassen. Wilders hat das angeblich unabh&#228;ngige niederl&#228;ndisches Institut „Nyver“ beauftragt, die Kosten der Immigration f&#252;r das Land zu ermitteln.</p>
<p style="text-align: left;">Demnach w&#252;rden nicht-westliche Zuwanderer dem Staat j&#228;hrlich Kosten in H&#246;he von sechs bis zehn Milliarden Euro verursachen. Wilders Schlussfolgerung: Die Rente mit 67 sei nicht notwendig, wenn ein sofortiger Einwanderungsstopp verh&#228;ngt w&#252;rde.</p>
<p style="text-align: left;">Hierbei wird sichtbar, wie Wilders argumentiert. Statt platte Angriffe im Stile von &#8220;Ausl&#228;nder raus&#8221;-Kampagnen zu fahren, bietet er f&#252;r real existierende Probleme seine einfachen L&#246;sungen an. Es entsteht ein Freund-Feind-Schema: <em>Die</em> sind schuld an <em>unseren</em> Problemen. Also: raus mit ihnen, m&#246;chte man erg&#228;nzen. Gewiss, Wilders w&#252;rde das so nie sagen.</p>
<p style="text-align: left;">Auch in der Pflegepolitik macht Wilders seit Langem Schlagzeilen. Bereits 2006 enthielt sein Wahlprogramm die Forderung nach „mehr H&#228;nde am Bett“. Bei den Kommunalwahlen im M&#228;rz 2009 warb seine Partei mit „menschlicher Pflege f&#252;r Alte, Kranke und Behinderte“.</p>
<p style="text-align: left;">In der Sicherheitspolitik fordert er „mehr Blau“ (Polizei) auf den Stra&#223;en. Ein PVV-Kandidat erwog, die Polizei sollte in bestimmten Situationen „gezielte Kniesch&#252;sse“ einsetzen d&#252;rfen. Auch kursierte die Idee „Stadtkommandos“ mit „handfesten Befugnissen“ in den Gemeinden einzusetzen, die st&#228;ndig patrouillieren.</p>
<p style="text-align: left;">Au&#223;enpolitisch bezieht Wilders seit Jahren konsequent &#246;ffentlich Stellung. Er hat dabei vor allem eine Botschaft, die er wieder und wieder ventiliert: „Raus aus Afganistan – und zwar sofort“. Der Einsatz sei unberechtigt und einfach zu teuer. Das Geld w&#252;rde man besser im Land behalten, um niederl&#228;ndische Probleme zu l&#246;sen.</p>
<p style="text-align: left;">Ein EU-Gegner war Wilders ebenfalls schon lange. Immer wieder gei&#223;elte er den „Superstaat“ als eine „linke Utopie“. Er wolle die Grenzen innerhalb der Union wieder aufbauen. Zur&#252;ck zum Nationalstaat. Weniger Macht nach Br&#252;ssel.</p>
<p style="text-align: left;">Das Neue liegt aber in dem Stellenwert, den Wilders Europa in seinem Themenkatalog zuschreibt, zu beobachten war das am Wochenende in Berlin. W&#228;hrend seiner Rede hatte er die &#8220;Islamisierung&#8221; <em>und</em> die &#8220;Europ&#228;isierung&#8221; zu den &#8220;gef&#228;hrlichsten M&#228;chten&#8221; gez&#228;hlt, mit denen man konfrontiert sei.</p>
<p style="text-align: left;">Die FAZ schreibt &#252;ber die Rede v&#246;llig richtig:</p>
<p style="text-align: left;"><a title="FAZ: Der Populist und sein Volk" href="http://www.faz.net/artikel/C30297/geert-wilders-in-berlin-der-populist-und-sein-volk-30497008.html" target="_blank">&#8220;Aber der Islam ist diesmal nicht das Thema von Geert Wilders. Mit wenigen S&#228;tzen malt er ein nicht weniger bedrohliches Schreckgespenst an die Wand: die Vereinigten Staaten von Europa. Der Ausverkauf aller christlich-abendl&#228;ndischen Werte droht auch durch die Aufgabe nationaler Souver&#228;nit&#228;t. Schuldenmachen ist unpatriotisch. Da ist energische Gegenwehr geboten: &#8216;Krisenl&#228;nder raus!&#8217; &#8220;</a></p>
<p style="text-align: left;">Es gibt Gr&#252;nde daf&#252;r, weshalb &#8220;Europa&#8221; immer mehr zum wichtigsten Mobilisierungsthema der Rechten Europas geworden ist. Wilders steht da dem Trend nicht nach.</p>
<p style="text-align: left;">Vor allem liegt es daran, dass “Europa” stellvertretend f&#252;r alles Negative steht,  was die Modernisierungssch&#252;be ausgel&#246;st durch die gesellschaftlichen  und politischen &#196;nderungen der vergangenen Jahrzehnte mit sich gebracht  haben. <a title="Zu meinem Blogbeitrag &quot;Feindbild Europa&quot;" href="http://www.larsgeiges.de/2011/05/16/europa-populismus/" target="_blank">Die sonst so abstrakte Globalisierung findet einen konkreten  Schuldigen. &#214;konomisch, politisch und kulturell – Europa ist das  Feindbild Nummer eins der Populisten.</a></p>
<p style="text-align: left;">Und weil s&#228;mtliche Europa-Diskussionen voraussichtlich noch lange anhalten werden, haben Anti-Europa-Parteien genug Stoff. Wilders hat das erkannt. Wieder einmal hat er das richtige Gesp&#252;r daf&#252;r, &#196;ngste auszumachen und zu bewirtschaften. Genau deshalb ist er auch so gef&#228;hrlich.</p>
<div class="tw_button" style=";float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F09%2F05%2Fgeert-wilders-berlin-europa%2F&amp;text=Wilders%20setzt%20aufs%20neue%20Feindbild%20Europa&amp;related=&amp;lang=en&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F09%2F05%2Fgeert-wilders-berlin-europa%2F"  class="twitter-share-button" target="_blank" style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Geert Wilders in Berlin</title>
		<link>http://www.larsgeiges.de/2011/09/02/geert-wilders-berlin/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 09:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
				<category><![CDATA[Populismus]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[die Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtspopulismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.larsgeiges.de/?p=314</guid>
		<description><![CDATA[Um sieben Uhr morgens soll die SMS kommen. P&#252;nktlich und „nur auf Ihr Mobiltelefon“, wie ein Pressesprecher der „B&#252;rgerrechtspartei Die Freiheit“ per E-Mail mitteilte. Erst dann, sechs Stunden vor Beginn der Veranstaltung, darf bekannt werden, an welchem Berliner Ort der niederl&#228;ndische Rechtspopulist Geert Wilders auftreten wird. Der Islamhasser ist ein arg gef&#228;hrdeter Mann, nicht nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 299px"><a title="By Slotdebat_verkiezingen_(final_debate_elections)_2006.jpg: Sebastiaan ter Burg from Utrecht, The Netherlands derivative work: DWiki2 [CC-BY-SA-2.0 (www.creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons" href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Slotdebat_verkiezingen_(final_debate_elections)_2006-2.jpg"><img class="  " style="margin-right: 20px; margin-left: 0px;" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7f/Slotdebat_verkiezingen_%28final_debate_elections%29_2006-2.jpg" alt="Slotdebat verkiezingen (final debate elections) 2006-2" width="289" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Geert Wilders bei einem Fernsehauftritt im Jahr 2006. Credit: Sebastiaan ter Burg</p></div>
<p style="text-align: left;">Um sieben Uhr morgens soll die SMS kommen. P&#252;nktlich und „nur auf Ihr  Mobiltelefon“, wie ein Pressesprecher der „B&#252;rgerrechtspartei Die  Freiheit“ per E-Mail mitteilte. Erst dann, sechs Stunden vor Beginn der  Veranstaltung, darf bekannt werden, an welchem Berliner Ort der  niederl&#228;ndische Rechtspopulist Geert Wilders auftreten wird.</p>
<p style="text-align: left;">Der  Islamhasser ist ein arg gef&#228;hrdeter Mann, nicht nur in seinem  Heimatland. Beinahe t&#228;glich gibt es Morddrohungen gegen ihn. Wilders  lebt v&#246;llig isoliert. Seinen Wohnort wechselt er st&#228;ndig. Auftritte  werden immer erst kurzfristig publik. Er steht unter Personenschutz, nat&#252;rlich 24/7.<span id="more-314"></span></p>
<p style="text-align: left;">Deshalb  teilen die Berliner Veranstalter den Journalisten auch gleich mit, auf  jegliche Nachfragen zu verzichten. Aus Sicherheitsgr&#252;nden. Anrufe seien  &#252;berfl&#252;ssig. Man will und muss den Star der Anti-Islam-Branche sch&#252;tzen.  Schlie&#223;lich kommt Geert Wilders auch, um die Bem&#252;hungen „Der Freiheit“  zu unterst&#252;tzen, bei der kommenden Berlin Wahl ein gutes Ergebnis zu  erhalten.</p>
<p style="text-align: left;">Seinen Auftritt erlebe ich am Samstag. Vorab gibt es drei Texte, die ich bisher &#252;ber ihn geschrieben habe:</p>
<ul>
<li><a title="&#220;ber die politische und pers&#246;nliche Einsamkeit des Rechtspopulisten – Ein Beitrag f&#252;r das G&#246;ttinger Institut f&#252;r Demokratieforschung" href="http://www.demokratie-goettingen.de/blog/portrat-geert-wilders/" target="_blank">Geert Wilders im Portr&#228;t</a></li>
<li><a title="Ein kurzer Kommentar zum Erfolg der PVV bei der Parlamentswahl 2010" href="http://www.larsgeiges.de/2010/06/10/geert-wilders-wahl-holland-2/" target="_blank">Wilders siegt und steht dennoch vor gro&#223;en Problemen</a></li>
<li><a title="&#220;ber Technik und Taktik zweier Populisten" href="http://www.larsgeiges.de/2010/09/18/sarrazin-wilders-populismus/" target="_blank">Was Wilders und Sarrazin gemeinsam haben</a></li>
</ul>
<div class="tw_button" style=";float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F09%2F02%2Fgeert-wilders-berlin%2F&amp;text=Geert%20Wilders%20in%20Berlin&amp;related=&amp;lang=en&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F09%2F02%2Fgeert-wilders-berlin%2F"  class="twitter-share-button" target="_blank" style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie kamen die Fernsehtürken ins Blatt</title>
		<link>http://www.larsgeiges.de/2011/08/23/bilkay-oney-turken-fernsehen/</link>
		<comments>http://www.larsgeiges.de/2011/08/23/bilkay-oney-turken-fernsehen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Aug 2011 16:26:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
				<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Integrationsministerium]]></category>
		<category><![CDATA[Öney]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Türken]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Wochenende hat ein Artikel in der Welt &#252;ber die Integrationsministerin Baden-W&#252;rttembergs Bilkay &#214;ney f&#252;r Aufsehen und Aufregung gesorgt. Die SPD-Politikerin sagt darin den Satz: &#8220;T&#252;rken schauen f&#252;nfmal mehr TV als Deutsche&#8221;. Die Reaktionen kamen prompt. Die CDU tobte, nat&#252;rlich. Stimmungsmache, Populimus, &#214;ney sei eine &#8220;tickende Zeitbombe&#8221;. F&#252;r mich waren zun&#228;chst einfach mal die Zahlen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Am Wochenende hat <a title="Die Welt, Autor: Daniel Friedrich Sturm: Integrationsministerin Bilkay &#214;ney: &quot;T&#252;rken schauen f&#252;nfmal mehr TV als Deutsche&quot;" href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article13556196/Tuerken-schauen-fuenfmal-mehr-TV-als-Deutsche.html" target="_blank">ein Artikel in der <em>Welt</em></a> &#252;ber die Integrationsministerin Baden-W&#252;rttembergs Bilkay &#214;ney <a title="dpa-Artikel Augsburger Allgemeine: Emp&#246;rung &#252;ber Integrationsministerin" href="http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Integrationsministerin-Tuerken-schauen-fuenfmal-mehr-TV-id16410871.html">f&#252;r Aufsehen und Aufregung gesorgt</a>. Die SPD-Politikerin sagt darin den Satz: &#8220;T&#252;rken schauen f&#252;nfmal mehr TV als Deutsche&#8221;.<span id="more-311"></span></p>
<p style="text-align: left;">Die Reaktionen kamen prompt. Die CDU tobte, nat&#252;rlich. Stimmungsmache, Populimus, &#214;ney sei eine <a title="Pforzheimer Zeitung: Kritik an T&#252;rken: Ministerin &#214;ney tritt ins Fettn&#228;pfchen" href="http://www.pz-news.de/baden-wuerttemberg_artikel,-Kritik-an-Tuerken-Ministerin-Oeney-tritt-ins-Fettnaepfchen-_arid,288844.html" target="_blank">&#8220;tickende Zeitbombe&#8221;</a>.</p>
<p style="text-align: left;">F&#252;r mich waren zun&#228;chst einfach mal die Zahlen unglaublich. Zu pauschal. Dass &#8220;T&#252;rken&#8221; f&#252;nfmal mehr fernsehen als Deutsche, meint Frau &#214;ney das ernst?</p>
<p style="text-align: left;">Um das herauszufinden, habe ich heute Mittag (12.37 Uhr) der Pressestelle des neu geschaffenen Integrationsministeriums eine E-Mail geschrieben – telefonisch war niemand zu erreichen. Ich habe dies hier geschrieben:</p>
<p style="text-align: left; padding-left: 30px;"><em>Sehr geehrter Herr H&#228;ring,</em><br />
<em> sehr geehrte Mitarbeiter der Pressestelle,</em></p>
<p style="text-align: left; padding-left: 30px;"><em> f&#252;r allgemeine Recherchen zum Thema m&#246;chte ich Ihrem Ministerium zwei Fragen &#252;bermitteln. F&#252;r eine rasche Beantwortung bedanke ich mich bereits im voraus.</em></p>
<p style="text-align: left; padding-left: 30px;"><em>Am vergangenen Sonntag hat die &#8220;Welt am Sonntag&#8221; Frau &#214;ney mit der &#196;u&#223;erung zitiert: „Die T&#252;rken gucken f&#252;nfmal mehr Fernsehen als die Deutschen.“ In dem Artikel steht leider nicht, woher Frau &#214;ney die Zahlen f&#252;r diesen Vergleich nimmt. K&#246;nnten Sie mir bitte sagen, auf welche Quelle(n) sich Frau &#214;ney bezieht?</em><br />
<em> Daran anschlie&#223;end w&#252;rde ich auch gerne wissen, welche integrationsspezifischen Aussagen Ihr Ministerium aus der Anzahl der t&#228;glichen Fernsehstunden von Deutschen und T&#252;rken ableiten.</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</em><br />
<em> Lars Geiges</em><br />
<em> Freier Journalist und Politologe</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;"><em>***<br />
</em></p>
<p style="text-align: left;">Gespannt war ich auf die Anwort. Um 16.07 Uhr hatte ich sie.</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>Sehr geehrter Herr Geiges,</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>die Ministerin hat in dem Gespr&#228;ch mit dem Welt-Journalisten das unterschiedliche Mediennutzungsverhalten von Migranten und Deutschen angesprochen. Dabei hat sie dieses Zahlenverh&#228;ltnis genannt. Das Mediennutzungsverhalten war h&#228;ufig Thema als Frau &#214;ney als Journalistin f&#252;r den t&#252;rkischen Fernsehsender TRT Mitglied der Arbeitsgruppe Medien und Integration im Bundespresseamt war. Diese Arbeitsgruppe behandelte das Thema &#8220;Fernsehen als Integrationsmedium st&#228;rker nutzen&#8221; (siehe zu Mediennutzung von Migranten auch den Tagesspiegel-Artikel vom 3. August 2011 <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/deutsche-sender-nein-danke/4461896.html">http://www.tagesspiegel.de/medien/deutsche-sender-nein-danke/4461896.html</a>). Die Zitate der Ministerin in dem von Ihnen genannten Artikel waren aus dem Zusammenhang gerissen und nicht autorisiert. </em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>Eine Studie, die das unterschiedliche Mediennutzungsverhalten von Deutschen und Migranten darstellt, ist beispielsweise die Studie &#8220;Die PISA-Verlierer &#8211; Opfer ihres Medienkonsums&#8221;, Autor ist Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (2007). Zu Mediennutzungszeiten finden Sie auf Seite 6 unten und 7 oben Angaben. Ich zitiere: &#8220;Aufgrund der gro&#223;en Zahl der Befragten konnten wir ferner &#252;berpr&#252;fen, welche Zeitdifferenz sich ergibt, wenn wir die verschiedenen Merkmale miteinander verbinden und so Extremgruppen bilden. Danach bringt es ein 10-j&#228;hriger Junge aus einer bildungsfernen Familie mit Migrationshintergrund, der in einer norddeutschen Stadt aufw&#228;chst, pro Schultag auf 4 Stunden und 5 Minuten Medienkonsum, am Wochenende sogar auf 5 Stunden 40 Minuten. Ein deutsches M&#228;dchen aus S&#252;ddeutschland, von dem mindestens ein Elternteil Abitur hat, erreicht dagegen an Schultagen nur einen Medienkonsum von 43 Minuten, am Wochenende von 54 Minuten.&#8221;</em><br />
<em>Sie finden die Studie unter: <a href="http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/pisaverlierer.pdf">http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/pisaverlierer.pdf</a></em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>Zu Ihrer Frage nach integrationsspezifischen Aussagen:</em><br />
<em>F&#252;r die Ministerin ist das Fernsehen auch als integrationspolitisches Medium wichtig. Welchen Beitrag kann ein qualitativ hochwertiges Programm bei der Integration von Kindern und Jugendlichen leisten? Um solchen und anderen Fragen nachgehen zu k&#246;nnen, besteht im neugegr&#252;ndeten Ministerium ein Referat f&#252;r Migrationsforschung.</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>Christoph H&#228;ring</em><br />
<em>Pressesprecher</em><br />
<em>Ministerium f&#252;r Integration Baden-W&#252;rttemberg</em><br />
<em>Thouretstra&#223;e 2</em><br />
<em>70173 Stuttgart</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;"><em>***<br />
</em></p>
<p style="text-align: left;">Die Studien kenne ich nicht in dieser Tiefe. Auch hatte ich bisher noch keine Zeit, die benannten Stellen nachzulesen. (Anyone?) Interessant ist zun&#228;chst einmal das Zitat. Aus dem Zusammenhang gerissen und nicht autorisiert, sagt &#214;ney also. War der Journalist etwa nicht korrekt?</p>
<p style="text-align: left;">Der Autor des Textes ist der <em>Welt</em>-Politikredakteur <a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Friedrich_Sturm">Daniel Friedrich Sturm</a>. Ich habe <a href="http://twitter.com/#!/larsgeiges">via Twitter</a> bei den Kollegen von <em>Welt Online</em> einmal nachgefragt, ob die Zitate tats&#228;chlich nicht von &#214;ney autorisiert worden waren.</p>
<p style="text-align: left;">Das w&#228;re allerdings au&#223;ergew&#246;hnlich. Es ist normal, s&#228;mtliche direkten und indirekten Zitate im Zusammenhang vor der Ver&#246;ffentlichung abnicken zu lassen. Politiker bestehen darauf, praktisch immer.</p>
<p style="text-align: left;">Eine Antwort von der <em>Welt</em> steht noch aus. Man wolle sich aber melden, hie&#223; es.</p>
<p style="text-align: left;">To be continued&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">24.08.11, 20.30 Uhr: Noch immer habe ich keine Antwort von der <em>Welt</em>. Ein Welt-Online Mitarbeiter hatte mir gestern noch in einer Twitter-Direktmitteilung mitgeteilt, dass er nicht wisse, wie das genaue Prozedere zwischen dem Redakteur und Frau &#214;ney war. Jedenfalls habe er meine Telefonnummer und mein Anliegen weitergereicht. Heute habe ich im Laufe des Tages noch zweimal h&#246;flich nachgefragt – eine Antwort habe ich darauf nicht erhalten.</p>
<p style="text-align: left;">To be continued&#8230;?!?</p>
<p>07.09.11, 13.20 Uhr: Welt-Journalist Daniel Friedrich Sturm schickt mir diese E-Mail:</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>Sehr geehrter Herr Geiges,</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>haben Sie besten Dank f&#252;r Ihre Zeilen. Leider erfahre ich erst jetzt davon, bitte entschuldigen Sie, dass Sie bislang keine Antwort erhalten haben.</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>Ich stehe zu den Zitaten von Frau &#214;ney, so wie sie in der Welt am Sonntag erschienen sind. Sie hat alles ganz genauso gesagt. Eine Autorisierung haben wir nicht vornehmen lassen, aber eben auch nicht vereinbart. Frau &#214;ney und ich haben uns drei Stunden lang unterhalten, ich habe dabei viel mitgeschrieben. Bis heute hat weder Frau &#214;ney noch einer ihrer Mitarbeiter die Richtigkeit der Zitate angezweifelt.</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>F&#252;r R&#252;ckfragen stehe ich jederzeit zur Verf&#252;gung.</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>Beste Gr&#252;&#223;e</em><br />
<em>Daniel Sturm</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;"><em>***<br />
</em></p>
<div class="tw_button" style=";float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F08%2F23%2Fbilkay-oney-turken-fernsehen%2F&amp;text=Wie%20kamen%20die%20Fernseht%C3%BCrken%20ins%20Blatt&amp;related=&amp;lang=en&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F08%2F23%2Fbilkay-oney-turken-fernsehen%2F"  class="twitter-share-button" target="_blank" style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum noch Deutschland, Pepe?</title>
		<link>http://www.larsgeiges.de/2011/08/10/zuwanderung-suedeuropa/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 10:22:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
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		<category><![CDATA[EU]]></category>
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		<category><![CDATA[Zuwanderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die beiden Frauen k&#246;nnen Pepe nicht verstehen. Er versucht irgendwie, auf sich aufmerksam zu machen. Doch es klappt nicht. Pepe spricht Spanisch, die beiden Blondinen Deutsch. Die Frauen ignorieren ihn zun&#228;chst. Erst als Pepe sie direkt anspricht, lassen sich die jungen Deutschen zu einer Bemerkung herab: &#8220;Was f&#252;r ein komischer Mann?&#8221;, fragt die eine, um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><p><a href="http://www.larsgeiges.de/2011/08/10/zuwanderung-suedeuropa/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p></p>
<p style="text-align: left;">Die beiden Frauen k&#246;nnen Pepe nicht verstehen. Er versucht irgendwie, auf sich aufmerksam zu machen. Doch es klappt nicht. Pepe spricht Spanisch, die beiden Blondinen Deutsch. Die Frauen ignorieren ihn zun&#228;chst.<span id="more-302"></span></p>
<p style="text-align: left;">Erst als Pepe sie direkt anspricht, lassen sich die jungen Deutschen zu einer Bemerkung herab:</p>
<p style="text-align: left;">&#8220;Was f&#252;r ein komischer Mann?&#8221;, fragt die eine, um sich kurz darauf selbst die abf&#228;llige Antwort zu geben: &#8220;Ist wohl ein Spanier&#8221;. Beide gehen an Pepe vorbei.</p>
<p style="text-align: left;">Es ist kurze eine Szene aus dem spanischen Film „Komm nach Deutschland, Pepe“ aus dem Jahr 1971. Pepe, gespielt von Alfredo Landa, ist ein liebensw&#252;rdiger Dorftrottel, den das Geld und langbeinige deutsche Blondinen nach M&#252;nchen locken. Die Landessprache beherrscht er kein St&#252;ck. Das Essen und das Wetter findet er schlecht. Und auch die Menschen sind ihm noch fremd. Doch eigentlich geht es ihm ganz gut. Denn das Geld stimmt. Und bald schon geht ja wieder zur&#252;ck in die Heimat, so jedenfalls der Plan.</p>
<p style="text-align: left;">Wie damals wirbt Deutschland auch heute wieder um Pepe, Orhan, und Kostas aus S&#252;deuropa. Jedoch: Die Geschichte Arbeitsmigration wiederholt sich nicht. Es gibt eigentlich nur eine Gemeinsamkeit zwischen damals und heute: ein Mangel an Arbeitskr&#228;ften.</p>
<p style="text-align: left;">Denn anders als in den sechziger und siebziger Jahren sucht Deutschland diesmal vor allem Ingenieure, &#196;rzte und Naturwissenschaftler. War das Anforderungsprofil fr&#252;her schlicht – der &#8220;Gastarbeiter&#8221; hatte vornehmlich stark und gesund sein –, muss er heute m&#246;glichst hochqualifiziert sein, bevorzugt Akademiker.</p>
<p style="text-align: left;">Lassen wir einmal die Sprachbarrieren, die B&#252;rokratie, das Problem mit der Anerkennung ausl&#228;ndischer Abschl&#252;sse sowie andere Gr&#252;nde, die Deutschland f&#252;r Hochqualifizierte eher unattraktiv machen beiseite. <a title="Spon: Zuwanderer aus S&#252;deuropa: &quot;Auf ins Wirtschaftswunderland&quot;" href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,778906,00.html"><em>Spiegel Online</em> hat k&#252;rzlich Chancen und Schwierigkeiten zusammengefasst</a>.</p>
<p style="text-align: left;">Stattdessen schauen wir auf das Untergr&#252;ndige. Denn neben die messbar hohen H&#252;rden, hat sich in dem Deutschland der Jahre 2009, 2010, 2011 ein Ton Bahn gebrochen, der allen Bem&#252;hungen eine Willkommenskultur zu schaffen, Hohn spottet.</p>
<p style="text-align: left;">Vier kleine und gro&#223;e Beobachtungen:</p>
<ul>
<li style="text-align: left;">Thilo Sarrazins Interview in der <em>Le Monde Diplomatique</em> und der darauf basierenden Buchver&#246;ffentlichung im Sommer vergangenen Jahres: Setzen wir das von ihm Ventilierte einmal voraus. Die mehrheitliche Reaktion auf seine Thesen: Gut, mit der Genetik hat er &#252;bertrieben, aber im Kern hat der Mann doch recht. Man einigte sich, und das scheint mir common sense, der Ex-Bundesbanker und SPD-Mann habe eine notwendige Debatte angesto&#223;en.</li>
</ul>
<ul>
<li style="text-align: left;">Au&#223;erdem die <a title="Sehr gut nachzulesen vor allem hier im &quot;Bildblog&quot;" href="http://www.bildblog.de/tag/pleite-griechen/">systematische Kampagne der <em>Bild</em>-Zeitung gegen Griechenland</a>, die seit nunmehr gut anderthalb Jahren andauert und nur eine Sto&#223;richtung kennt: Wir gegen Euch, der kleine deutsche Mann, gegen den ma&#223;losen, tr&#228;gen Griechen. Ein paar Schlagzeilen gef&#228;llig? „„Verkauft doch Eure Inseln, ihr Pleite-Griechen“, titelte die Zeitung. <em>Bild</em> fragte: „Wer soll den Griechen noch glauben?“ und „Warum zahlen wir den Griechen ihre Luxus-Renten?“. Vorauseilend schickten die Springer-Leute einige ihrer Schreiber ins Land. Die Aktion wurde ganz gro&#223; gro&#223;gefahren: „Bild gibt den Pleite-Griechen die Drachmen zur&#252;ck“.</li>
</ul>
<ul>
<li style="text-align: left;">Verhaltensauff&#228;llig ist auch die Kanzlerin, die w&#228;hrend einer der vielen Verteidigungen der Milliardenhilfen f&#252;r krisengeplagte Euro-Staaten ins Populistische abdriftet. Im Mai sagte Angela Merkel, <a title="Spon: Merkel-Kritik: &quot;Alarm im Club Med&quot;" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,763338,00.html">„dass man in L&#228;ndern wie Griechenland, Spanien, Portugal nicht fr&#252;her in Rente gehen kann als in Deutschland, sondern dass alle sich auch ein wenig gleich anstrengen &#8211; das ist wichtig.&#8221;</a> Sie f&#252;gte hinzu: &#8220;Wir k&#246;nnen nicht eine W&#228;hrung haben, und der eine kriegt ganz viel Urlaub und der andere ganz wenig.&#8221; Da war es raus. Merkel wusste sehr genau, dass sie hier ein Klischee bedient. Das des faulen S&#252;dl&#228;nders.<br />
Man fragt sich, was das f&#252;r eine Willkommenskultur ist, in der die Kanzlerin binnen weniger Wochen gegen S&#252;deurop&#228;er polemisiert und sie quasi im selben Atemzug darum bittet, nach Deutschland zu kommen?</li>
</ul>
<ul>
<li style="text-align: left;">Gemessen an Sarrazin, <em>Bild</em> und Merkel beinahe unbedeutend und dennoch bezeichnend kommt der j&#252;ngste Kommentar des Landeschefs der nordrhein-westf&#228;lischen Senioren-CDU daher. Leonhard Kuckart, der zuletzt mit der Forderung gegen eine generelle Zulassung von <a title="Welt: Kitas in Wohngebieten: CDU-Senioren finden laute Kinder unzumutbar" href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article12497127/CDU-Senioren-finden-laute-Kinder-unzumutbar.html">Kindertagesst&#228;tten in Wohngebieten</a> in Erscheinung getreten war, &#228;u&#223;erte sich diesmal zum Thema Pflege.<br />
Es sei ein <a title="Ruhrnachrichten: Arbeitskr&#228;ftemangel: Senioren-CDU: Brauchen nicht mehr Pflege-Zuwanderung" href="http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/politik/inland/art29862,1370385">„Irrglaube“</a>, dass sich der drohende Pflegenotstand durch Zuwanderung abwenden lie&#223;e, teilte Kuckart mit. Ausl&#228;ndische Pfleger h&#228;tten „einen anderen kulturellen Hintergrund und k&#246;nnen deshalb den Pflegebed&#252;rftigen oft nicht die pers&#246;nliche Zuwendung geben, die diese brauchen“. Man ist geneigt hinzuzuf&#252;gen: Und deshalb sollen Ausl&#228;nder lieber zu Hause bleiben.</li>
</ul>
<p style="text-align: left;">So pr&#228;sentiert sich das Einwanderungsland Deutschland. Auf eine merkw&#252;rdige Art scheint es mental dichtgemacht zu haben. Diskussionen &#252;ber Europa und die Schuldenkrise sowie &#252;ber Integration und Islam in Deutschland haben vor dem Hintergrund der eigenen Abstiegs&#228;ngste und dem Gef&#252;hl des allgemeinen Kontrollverlustes eine Stimmung der Abgrenzung befeuert. Wie sehr sie sich subkutan bereits verfestigt hat, ist unklar. Einfacher ablesen lassen sich die Ausbr&#252;che.</p>
<p style="text-align: left;">Frei nach den Damen aus dem Film „Komm nach Deutschland, Pepe“: „Was ist das nur f&#252;r ein komisches Land?“ – „Das ist wohl Deutschland.“</p>
<p style="text-align: left;">&nbsp;</p>
<div class="tw_button" style=";float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F08%2F10%2Fzuwanderung-suedeuropa%2F&amp;text=Warum%20noch%20Deutschland%2C%20Pepe%3F&amp;related=&amp;lang=en&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.larsgeiges.de%2F2011%2F08%2F10%2Fzuwanderung-suedeuropa%2F"  class="twitter-share-button" target="_blank" style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.larsgeiges.de/wordpress/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Stuttgart 21</title>
		<link>http://www.larsgeiges.de/2011/07/09/stuttgart-21/</link>
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		<pubDate>Sat, 09 Jul 2011 18:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit gestern bin ich in Stuttgart unterwegs. Heute war dort eine Gro&#223;demonstration. Ich habe mir die Reden angeh&#246;rt, habe mit vielen Demonstranten gesprochen und dabei auch ein wenig fotografiert. Hier ist eine Auswahl zusehen. Meinen Text &#252;ber die Demo werde ich im Laufe des Abends dann nachreichen. &#160; Hier ist der Text, den ich f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><em>Seit gestern bin ich in Stuttgart unterwegs. Heute war dort eine Gro&#223;demonstration. Ich habe mir die Reden angeh&#246;rt, habe mit vielen Demonstranten gesprochen und dabei auch ein wenig fotografiert. Hier ist eine Auswahl zusehen.</em></p>
<p style="text-align: left;"><em>Meinen Text &#252;ber die Demo werde ich im Laufe des Abends dann nachreichen.<span id="more-309"></span></em></p>
<p><object width="400" height="300"><param name="flashvars" value="offsite=true&amp;lang=de-de&amp;page_show_url=%2Fphotos%2Flgeiges%2Fsets%2F72157627029818141%2Fshow%2F&amp;page_show_back_url=%2Fphotos%2Flgeiges%2Fsets%2F72157627029818141%2F&amp;set_id=72157627029818141&amp;jump_to=" /><param name="movie" value="http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="400" src="http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=104087" allowfullscreen="true" flashvars="offsite=true&amp;lang=de-de&amp;page_show_url=%2Fphotos%2Flgeiges%2Fsets%2F72157627029818141%2Fshow%2F&amp;page_show_back_url=%2Fphotos%2Flgeiges%2Fsets%2F72157627029818141%2F&amp;set_id=72157627029818141&amp;jump_to="></embed></object></p>
<p style="text-align: left;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;"><em>Hier ist der Text, den ich f&#252;r <a title="Spiegel Online: &quot;Volksfest statt Wutausbruch&quot;" href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,773451,00.html" target="_blank">Spon</a> geschrieben habe:</em></p>
<p style="text-align: left;">Karl-Heinz Wilhelm hat f&#252;r sich und seinen Tiger einen Platz im Schatten gesucht. Wegen der gro&#223;en Hitze in Stuttgart. Der Asphalt am n&#246;rdlichen Bahnhofsvorplatz schl&#228;gt einem die W&#228;rme f&#246;rmlich ins Gesicht. Doch der S21-Gegner lacht. Er sitzt am etwa 150 Meter langen Bauzaun auf seinem Klappstuhl und achtet darauf, dass niemand eines der vielen Anti-Stuttgart-21-Plakate entfernt. Er sei &#8220;Zaunpfleger&#8221;, sagt Wilhelm. Er tr&#228;gt einen gro&#223;en Strohhut mit Sonnenblumen daran, rot-wei&#223;e Leinenhosen und dazu bunte Stricksocken. Sein Pl&#252;schtiger liegt neben ihm auf einem Kofferwagen. Zusammen h&#228;tten sie noch keine Demonstration verpasst. Und heute werde es &#8220;sicherlich wieder ganz gro&#223; werden&#8221;, sagt er. &#8220;Mindestens 50.000&#8243;</p>
<p style="text-align: left;">Tats&#228;chlich kamen bedeutend weniger Gegner des umstrittenen Bahnvorhabens Stuttgart 21 an diesem Nachmittag zur Kundgebung. Die Veranstalter selbst sprechen von 15.000 Menschen, die sich am Stuttgarter Bahnhof versammelten, um gegen dessen Tieferlegung zu demonstrieren. Die Polizei z&#228;hlte gerade einmal halb so viele.</p>
<p style="text-align: left;">Doch von Entt&#228;uschung keine Spur. Die Aktivisten f&#252;hlen sich stark. Der Widerstand lebt, genug getrickst, Baustopp und zwar sofort &#8211; so lauten ihre Parolen. Es war die wohl letzte Gro&#223;demonstration vor der Vorstellung der Ergebnisse des Stresstests. Man wollte da noch einmal Zeichen setzen.</p>
<p style="text-align: left;">Allen voran Brigitte Dahlbender. Sie ist BUND-Landesvorsitzende. Die &#8220;Stuttgarter Nachrichten&#8221; nannte sie zuletzt &#8220;Chefin des Protests&#8221;. Jetzt steht die blonde Frau auf einer B&#252;hne vor dem Bahnhof und fordert die Bahn auf, alle absehbaren Kosten offenzulegen. &#8220;Wir lassen uns nicht &#252;ber den Tisch ziehen&#8221;, ruft sie ins Mikrofon. Die gr&#252;n-rote Landesregierung fordert sie auf, offensiv zu handeln und sich von der Bahn &#8220;nicht l&#228;nger an der Nase herumf&#252;hren zu lassen.&#8221; Das gelte auch f&#252;r die Gesamtkosten des Projekts.</p>
<p style="text-align: left;">Immer wieder brandet Applaus auf, Pfiffe, Johlen, Bravo-Rufe. Vor der B&#252;hne hat sich ein buntes Fahnenmeer gebildet. Gewerkschaften, Parteien, Verb&#228;nde zeigen Flagge. Regelm&#228;&#223;ig setzen &#8220;Oben bleiben, oben bleiben&#8221;-Ch&#246;re ein. Der Sound der Projektgegner.</p>
<p style="text-align: left;">Tats&#228;chlich ist es wieder einmal eine bunte Protestgruppe, die sich da vor dem Bahnhof und im benachbarten Schlossgarten versammelt hat. Eine Gruppe Senioren aus Vaihingen an der Enz hat sich extra T-Shirts f&#252;r diese Demonstration drucken lassen. Die Aufschrift: &#8220;Bitte nicht l&#252;gen, Deutsche Bahn&#8221;. Eine Stuttgarterin hat mit Spielfiguren ihren &#8220;geliebten Kopfbahnhof&#8221; nachgebaut. Diese Miniaturausgabe des Bahnhofes tr&#228;gt sie heute wie einen Bauchkasten vor sich her.</p>
<p style="text-align: left;">Ein Student tr&#228;gt ein blaues T-Shirt mit dem Konterfei von US-Pr&#228;sident Barack Obama auf der Brust, darunter &#8220;Yes, we can &#8211; Stuttgart 21 stoppen&#8221;. Flugbl&#228;tter werden den Verteilern stapelweise aus den H&#228;nden gerissen. Man sieht junge Leute mit Vuvuzela-Tr&#246;ten, schwarz-rot-goldener Schminke im Gesicht und einem Transparent mit der Aufschrift &#8220;Baustopp f&#252;r immer!&#8221;. Erst die Demo, dann das Viertelfinale der deutschen Fu&#223;ballfrauen. Auch das ist Teil dieses Protests.</p>
<p style="text-align: left;">Dabei m&#252;ssen die vergangenen Tage f&#252;r Gegner wie Bef&#252;rworter des Bahnprojekts wie eine Nachrichten-Achterbahnfahrt gewirkt haben. Erst streute die Bahn unter Journalisten, Stuttgart 21 habe den Stresstest bestanden. Dann entdeckte der SPIEGEL Dokumente, die belegen, dass die Bahn in den vergangenen Jahres systematisch die Kosten f&#252;r das Megaprojekt gesch&#246;nt hat . Und &#252;berrascht waren alle, als Schlichter Heiner Gei&#223;ler nebenbei fallen lie&#223;, der Bahnhof werde so oder so gebaut, um sich wenig sp&#228;ter zu korrigieren. Zuletzt sorgte f&#252;r Aufregung, dass die Polizei R&#228;ume von Projektgegnern durchsucht hat . Gesucht wurden Videos, die den Angriff von S21-Gegnern auf einen Polizisten zeigen sollen. Die Meldung, wonach die Ver&#246;ffentlichung des Stresstests verschoben werde, l&#246;ste unter S21-Gegnern wiederum gro&#223;e Freude aus. Man sieht die Bahn unter Druck.</p>
<p style="text-align: left;">Viel Z&#252;ndstoff also. Kein Wunder, dass die Kundgebung im Vorfeld zu einer Art Endspiel hochstilisiert wurde. Doch der Nachmittag verlief ruhig, beinahe harmonisch. Die Demonstranten bildeten eine Menschenkette um den Bahnhof, lie&#223;en gr&#252;ne Luftballons fliegen und spielten den Schwabenstreich: eine Minute schreien, klatschen, rufen so laut jeder kann. Volksfest statt Wutausbruch. &#8220;Liebe Freunde des Kopfbahnhofes, wir werden uns nicht provozieren lassen&#8221;, betonte die Protestf&#252;hrerin Brigitte in ihrer Rede.</p>
<p style="text-align: left;">Am Abend sind viele Demonstranten in die Innenstadt zum Schlossplatz weiter gezogen. Dort findet an diesem Wochenende ein gro&#223;es Kinder- und Jugendfest statt. Mit B&#252;hnen und Livemusik. Andere liegen im Schlossgarten in der Sonne, gehen spazieren, singen zusammen. Dort taucht auch Karl-Heinz Wilhelm wieder auf, der Tigermann und Zaunpfleger. Wilhelm h&#228;lt noch immer sein &#8220;Stopp S21&#8243;-Schild in der Hand. Er l&#228;chelt, nickt und fragt: &#8220;Gut war&#8217;s, oder?&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Eine Antwort erwartet er nicht. Er geht einfach weiter.</p>
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